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u f m a rs ch !

Kein Naz2i0a11 | Dresden


Februar
¡No Pasarán!
Nazis blockieren, Extremismusquatsch angreifen, Opfermythen bekämpfen!
Die Teilnahme an der Bombardierung Jugo- linksextremistischer Gewalttäter« geschützt
slawiens 1999 wurde mit Verweis auf Ausch- werden. Das ist eine deutliche Ansage: In Dres-
witz begründet. Inzwischen ist die deutsche den will man gefälligst weiter ungestört den ei-
Teilnahme an Kriegshandlungen so selbst- genen, »guten« Opferdiskurs pflegen und sich
verständlich geworden, dass als Begründung allenfalls mit Menschenketten symbolisch vom
die »Verteidigung deutscher Interessen« »bösen« Opferdiskurs der Neonazis abgren-
ausreicht. zen. Antifaschistische Aktionen werden als ge-
nauso störend empfunden wie die menschen-
Von Hufeisen und verachtende Propaganda der Neonazis.
Extremismusquatsch
Diejenigen, die sich gegen eine solche Politik Wir stören gerne
wehren und die aus der historischen deut- Wir werden im Februar 2011 an unserem
schen Schuld ganz andere Schlüsse ziehen Erfolg von 2010 anknüpfen und wieder mit
wollen, werden derweil mit der Extremis- Tausenden von Menschen den zentralen Auf-
musdoktrin bekämpft. Wer  sich aktiv gegen marsch der Nazis stoppen. Wenn uns dies
Nazis stellt, den Rassismus der Mitte, die ka- zum zweiten Mal in Folge gelingt, können wir
pitalistische Ausbeutung und die Einteilung den Nazi-Großevent auf Dauer  knacken.
der Menschen in »nützlich« und »unnütz«
angreift, soll also letztlich auch nicht anders Wir werden uns aber nicht nur ganz praktisch
sein als die Nazis. gegen den Naziaufmarsch stellen. Wir wer-
den uns  auch weiter in die Diskurse vor Ort
Bei der Umsetzung dieser absurden These einmischen und deutlich Stellung beziehen
sind die sächsischen Behörden ganz vor- gegen Dresdener und deutsche Opfermythen
ne mit dabei. Ein besonders anschauliches und gegen die absurde Extremismusdoktrin.
Beispiel ist das Sächsische Versammlungs-
gesetz. Am 13./14. Februar können damit Gegen Deutsche Opfermythen –
sämtliche Demonstrationen in der Dres- Gegen Extremismusquatsch!
dener Innenstadt verboten werden. So soll
»würdevolles und friedliches Gedenken an Gemeinsam den Naziaufmarsch
die Opfer und Zerstörung Dresdens« gegen in Dresden blockieren –
»Randale und Ausschreitungen rechts- und No Pasarán!

LangVersion des Aufrufs unter: www.no-pasaran.mobi www.no-pasaran.mobi


V.i.S.d.P.: Katja Siebke, Kurfürsten Damm 13, Berlin
u f m a rs ch ! Tote leben länger – 2010 der »Opfer des Krieges« gedenken und

Kein Naz2i0a11 | Dresden


Mythos bleibt Mythos gleichzeitig ein »Zeichen gegen Rechtsextre-
In den letzten Jahren hat sich das Dresdener misten« setzen.
Gedenken modernisiert – nicht zuletzt weil
die jüdische Gemeinde sowie antifaschi- Auch im modernisierten Gedenkens ist der

Februar stische Initiativen Naziaufmärsche und Ge-


denkrituale thematisiert hatten. Eine unab-
Dresdener Opfermythos der Kern. Dresden
ist und bleibt auf den 13. Februar und die ei-

¡No Pasarán!
hängige Historikerkommission trug mit ihren gene Opferidentität fixiert.
Erkenntnissen über das reale Ausmaß des
Angriffs zu einer teilweisen Versachlichung Erinnerungsweltmeister mit
der sehr emotionalisierten Debatte bei. An- militärischer Machtpolitik
statt nur auf die eigene Opferrolle abzustellen, Der Diskurs um den »Mythos Dresden« ist
Nazis blockieren, Extremismusquatsch angreifen, Opfermythen bekämpfen!
betonen Dresdener Offizielle mittlerweile auch ein perfektes Beispiel für die gesamtdeut-
die deutschen Verbrechen. Dennoch bleibt es sche Geschichtspolitik. Die Geschichte ist

A
m 13. Februar 2010 haben wir mit ein zentrales Motiv für das Leiden der »un- bei der Stilisierung von Dresden als »Opfer des angeblich aufgearbeitet, die deutsche Schuld
Tausenden von Menschen in Dres- schuldigen Zivilbevölkerung«, für ein Ge- Krieges«. Die Stadt wird mit Stätten deutscher anerkannt. Dafür »darf« man endlich über
den den größten  Naziaufmarsch schichtsbild also, in dem auch die Deutschen Verbrechen wie Coventry, Warschau oder Aus- deutsche Opfer sprechen.
Europas verhindert. Mit entschlossenen während des Nationalsozialismus vor allem chwitz in eine Reihe gestellt. Hinter diesem
Blockadeaktionen haben wir den Rahmen Opfer waren. Opferstatus verschwindet die deutsche Schuld Spätestens seit der rot-grünen Bundesre-
des symbolischen Protests verlassen und an Vernichtungskrieg und Holocaust. gierung wird außerdem die Erinnerung an
den kollektiven Ungehorsam nach Dresden Der »Mythos Dresden« ist im deutschen die deutsche Schuld im Sinne deutscher
getragen. Auch im kommenden Februar Geschichtsdiskurs fest verankert. Er han- Heute wird Dresden als geläuterte Stadt prä- Machtinteressen gewendet: Gerade wegen
werden wir den geplanten Naziaufmarsch in delt von einem »sinnlosen Angriff« auf eine sentiert, die die Vergangenheit  bewältigt hat. seiner Schuld an Vernichtungskrieg und Ho-
Dresden mit Massenblockaden verhindern. »unschuldige Kulturstadt« und ihre Zivilbe- Dabei dient der Nazi-Aufmarsch als willkom- locaust und wegen deren vorbildlicher »Auf-
völkerung, dem Hunderttausende zum Op- mene Möglichkeit zur Abgrenzung und zum arbeitung« sei Deutschland nun dazu präde-
Der alljährlich als Trauermarsch inszenierte fer gefallen seien. Doch Dresden war keine Beweis der eigenen Läuterung. So sollte stiniert, in der ganzen Welt dafür zu sorgen,
Naziaufmarsch ist nicht nur wegen seiner unschuldige Stadt. Dresden war wie alle die von Oberbürgermeisterin Helma Orosz dass »so etwas nie wieder passiert« – und
Größe von zuletzt 6000 TeilnehmerInnen deutschen Städte eine nationalsozialistische organisierte Menschenkette am 13. Februar das natürlich auch mit militärischen Mitteln.
relevant, sondern auch wegen seiner Bin- Stadt, eine Garnisonsstadt noch dazu und ein
nenwirkung in die verschiedenen, sonst oft wichtiger logistischer Knotenpunkt in Rich-
zerstrittenen Spektren der Nazis. Autonome tung Osten.
Nationalisten, NPD, DVU, rechte Burschen-
schaften und Verbände konnten sich hier ge-
meinsam als mächtige Bewegung darstellen.
Zu Beginn der 90er geriet der 13. Februar in
das Blickfeld organisierter Nazis. Mischten
¡No pasarán! – sie kommen nicht durch!
sie sich anfangs noch unter die BürgerInnen »No pasarán« – »sie werden nicht durch- Hierzu veranstalteten wir im Herbst 2009
Dresden, Deutschland – alles Opfer? vor der Frauenkirche, organisierten sie ab kommen« – ist Anspruch und Name unseres eine Aktivierungskonferenz in Dresden aus
Der Naziaufmarsch in Dresden zeigt deutlich, 2000 stetig    wachsende Aufmärsche, denen Bündnisses zugleich. Das bundesweite Anti- der das Bündnis »Nazifrei – Dresden stellt
wie anschlussfähig bestimmte geschichts- fast kein politischer Widerstand entgegen- fa-Bündnis »No-Pasarán« besteht aus ver- sich quer« hervorging. Wir als »No-Pasarán«
politische Diskurse der gesellschaftlichen gebracht wurde. Daneben beteiligten sich schiedenen antifaschistischen und linksra- sind tragender Teil dieses Bündnisses, indem
Mitte für die Nazis sind. Mit ihrer Propagan- Nazis an der Seite bürgerlicher Parteien an dikalen Gruppen aus ganz Deutschland. Wir wir uns maßgeblich an der Arbeit dort beteili-
da vom »Völkermord aus der Luft« knüpfen den offiziellen Feierlichkeiten am Dresdener haben uns 2008 gegründet, um dem bisher gen und eigene Inhalte und Positionen hinein
die Nazis an gesamtdeutsche und Dresdener Heidefriedhof. Erst 2010 wurde durchgesetzt, jährlich zum Jahrestag der Bombardierung tragen.
Diskurse zur Bombardierung Dresdens im dass sie ihre Kränze erst nach Ende des offi- Dresdens stattfindenden Naziaufmarsch • www.no-pasaran.mobi
Februar 1945 an. Darin war und ist Dresden ziellen Aktes ablegen konnten. wirksamen Widerstand entgegenzusetzen. • www.dresden-nazifrei.com