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Magic Flute- 1

1. 2.
Tam: Zu Hilfe! Zu Hilfe! Sonst bin ich verloren, Pap: Der Vogelfänger bin ich ja,
Der listigen Schlange zum Opfer erkoren. Stets lustig, heisa, hopsassa!
Barmherzige Götter! Schon nahet sie sich! Ich Vogelfänger bin bekannt
Ach, rettet mich! Ach, schützet mich! Bei Alt und Jung im ganzen Land.
Weiß mit dem Locken umzugehn
3Dam: Stirb, Ungeheu'r, durch unsre Macht! Und mich auf's Pfeifen zu verstehn.
Triumph! Triumph! Sie ist vollbracht, Drum kann ich froh und lustig sein,
Die Heldentat! Er ist befreit Denn alle Vögel sind ja mein.
Durch unsres Armes Tapferkeit.
Der Vogelfänger bin ich ja,
1: Ein holder Jüngling, sanft und schön. Stets lustig, heisa, hopsassa!
Ich Vogelfänger bin bekannt
2: So schön, als ich noch nie gesehn! Bei Alt und Jung im ganzen Land.
Ein Netz für Mädchen möchte ich,
3: Ja, ja, gewiß zum Malen schön! Ich fing sie dutzendweis für mich;
Dann sperrte ich sie bei mir ein,
3Dam: Würd' ich mein Herz der Liebe weihn, Und alle Mädchen wären mein.
So müßt es dieser Jüngling sein.
Laßt uns zu uns'rer Fürstin eilen, Wenn alle Mädchen wären mein,
Ihr diese Nachricht zu erteilen. So tauschte ich brav Zucker ein.
Vielleicht daß dieser schöne Mann Die, welche mir am liebsten wär',
Die vor'ge Ruh' ihr geben kann. Der gäb' ich gleich den Zucker her.
Und küßte sie mich zärtlich dann,
1: So geht und sagt es ihr, Wär' sie mein Weib und ich ihr Mann,
Ich bleib indessen hier. Sie schlief' an meiner Seite ein,
Ich wiegte wie ein Kind sie ein.
2: Nein, nein, geht ihr nur hin,
Ich wache hier für ihn! 3.
Tam: Dies Bildnis ist bezaubernd schön,
3: Nein, nein, das kann nicht sein! Wie noch kein Auge je gesehn!
Ich schütze ihn allein. Ich fühl es, wie dies Götterbild
Mein Herz mit neuer Regung füllt.
3Dam: Ich sollte fort? Ei, ei, Wie fein! Dies Etwas kann ich zwar nicht nennen,
Sie wären gern bei ihm allein - Doch fühl' ich's hier wie Feuer brennen.
Nein, nein! Das kann nicht sein! Soll die Empfindung Liebe sein?
Was wollte ich darum nicht geben, Ja, ja die Liebe ist's allein.
Könnt' ich mit diesem Jüngling leben! O wenn ich sie nur finden könnte!
Hätt' ich ihn doch so ganz allein! O wenn sie doch schon vor mir stände!
Doch keine geht; es kann nicht sein, Ich würde, würde, warm und rein,
Am besten ist es nun, ich geh'. Was würde ich? Sie voll Entzücken
Du Jüngling, schön und liebevoll, An diesen heißen Busen drücken,
Du trauter Jüngling, lebe wohl, Und ewig wäre sie dann mein!
Bis ich dich wiederseh'.
Magic Flute- 2

4. Alle: Bekämen doch die Lügner alle


Kön: O zittre nicht, mein lieber Sohn! Ein solches Schloß vor ihren Mund;
Du bist unschuldig, weise, fromm; Statt Haß, Verleumdung, schwarzer Galle,
Ein Jüngling so wie du vermag am besten, Bestünden Lieb' und Bruderbund.
Dies tiefbetrübte Mutterherz zu trösten.
1: O Prinz, nimm dies Geschenk von mir!
Zum Leiden bin ich auserkoren, Dies sendet uns're Fürstin dir.
Denn meine Tochter fehlet mir; Die Zauberflöte wird dich schützen,
Durch sie ging all mein Glück verloren, Im größten Unglück unterstützen.
Ein Bösewicht entfloh mit ihr.
Noch seh' ich ihr Zittern 3Dam: Hiermit kannst du allmächtig handeln,
Mit bangem Erschüttern, Der Menschen Leidenschaft verwandeln:
Ihr ängstliches Beben, Der Traurige wird freudig sein,
Ihr schüchternes Streben. Den Hagestolz nimmt Liebe ein.
Ich mußte sie mir rauben sehen,
Ach helft! war alles, was sie sprach. Alle: O so eine Flöte ist mehr als Gold und
Allein vergebens war ihr Flehen, Kronen wert,
Denn meine Hilfe war zu schwach. Denn durch sie wird Menschenglück und
Zufriedenheit vermehrt.
Du wirst sie zu befreien gehen,
Du wirst der Tochter Retter sein. Pap: Nun, ihr schönen Frauenzimmer,
Und werd' ich dich als Sieger sehen, Darf ich, so empfehl' ich mich.
So sei sie dann auf ewig dein.
3Dam: Dich empfehlen kannst du immer,
Doch bestimmt die Fürstin dich,
5. Mit dem Prinzen ohn' Velweilen
Pap: Hm, hm, hm, hm, hm, hm, hm, hm! Nach Sarastros Burg zu eilen.

Tam: Der Arme kann von Strafe sagen, Pap: Nein, dafür bedank' ich mich!
Denn seine Sprache ist dahin. Von euch selbsten hörte ich,
Daß er wie ein Tigertier.
Pap: Hm, hm, hm, hm, hm, hm, hm, hm! Sicher ließ' ohn' alle Gnaden
Mich Sarastro rupfen, braten,
Tam: Ich kann nichts tun, als dich beklagen, Setzte mich den Hunden für.
Weil ich zu schwach zu helfen bin.
3Dam: Dich schützt der Prinz, trau' ihm allein.
1: Die Königin begnadigt dich, Dafür sollst du sein Diener sein.
Erläßt die Strafe dir durch mich.
Pap: Daß doch der Prinz beim Teufel wäre!
Pap: Nun plaudert Papageno wieder! Mein Leben ist mir lieb;
Am Ende schleicht, bei meiner Ehre,
2: Ja, plaudre! Lüge nur nicht wieder! Er von mir wie ein Dieb.

Pap: Ich lüge nimmermehr, nein, nein! 1: Hier, nimm dies Kleinod, es ist dein.
Pap: Ei, ei! Was mag darinnen sein?
3D/P: Dies Schloß soll deine/meine Warnung sein.
Magic Flute- 3

3Dam: Darinnen hörst du Glöckchen tönen. M/P: Hu! Das ist der Teufel sicherlich!
Pap: Werd' ich sie auch wohl spielen können? Hab' Mitleid! Verschone mich!

3Dam: O ganz gewiß! Ja, ja, gewiß!


7.
Alle: Silberglöckchen, Zauberflöten Pam: Bei Männern, welche Liebe fühlen,
Sind zu eurem/unserm Schutz vonnöten. Fehlt auch ein gutes Herze nicht.
Lebet wohl! Wir wollen gehn,
Lebet wohl, auf Wiedersehn! Pap: Die süßen Triebe mitzufühlen,
Ist dann der Weiber erste Pflicht.
T/P: Doch, schöne Damen, saget an -
Wie man die Burg wohl finden kann? Beide:Wir wollen uns der Liebe freun,
Wir leben durch die Lieb' allein.
3Dam: Drei Knäbchen, jung, schön, hold und weise,
Umschweben euch auf eurer Reise. Pam: Die Lieb' versüßet jede Plage,
Sie werden eure Führer sein, Ihr opfert jede Kreatur.
Folgt ihrem Rate ganz allein.
Pap: Sie würzet unsre Lebenstage,
T/P:: Drei Knäbchen, jung, schön, hold und weise, Sie wirkt im Kreise der Natur.
Umschweben euch auf eurer Reise.
Beide:Ihr hoher Zweck zeigt deutlich an,
Alle: So lebet wohl! Wir wollen gehn, Nichts Edler's sei, als Weib und Mann.
Lebt wohl, lebt wohl, auf Wiederseh'n! Mann und Weib, und Weib und Mann
Reichen an die Gottheit an.
6.
Mon: Du feines Täubchen, nur herein!
Pam: O welche Marter, welche Pein! 8.
3Knb: Zum Ziele führt dich diese Bahn,
Mon: Verloren ist dein Leben! Doch mußt du, Jüngling, männlich siegen.
Pam: Der Tod macht mich nicht beben, Drum höre unsre Lehre an:
Nur meine Mutter dauert mich; Sei standhaft, duldsam und verschwiegen!
Sie stirbt vor Gram ganz sicherlich.
Tam: Ihr holden Kleinen, sagt mir an,
Mon: He, Sklaven, legt ihr Fesseln an! Ob ich Pamina retten kann?
Mein Haß soll dich verderben!
Pam: O laßt mich lieber sterben, 3Knb: Dies kundzutun, steht uns nicht an:
Weil nichts, Barbar, dich rühren kann! Sei standhaft, duldsam und verschwiegen!
Bedenke dies; kurz, sei ein Mann,
Mon: Nun fort! Laßt mich bei ihr allein! Dann, Jüngling, wirst du männlich siegen.

Pap: Wo bin ich wohl? Wo mag ich sein? Tam: Die Weisheitslehre dieser Knaben
Aha! da find' ich Leute. Sei ewig mir ins Herz gegraben.
Gewagt, ich geh' hinein. Wo bin ich nun? Was wird mit mir?
Schön Mädchen, jung und rein, Ist dies der Sitz der Götter hier?
Viel weißer noch als Kreide. Doch zeigen die Pforten, es zeigen die Säulen,
Daß Klugheit und Arbeit und Künste hier weilen.
Magic Flute- 4

Wo Tätigkeit thronet und Müßiggang weicht. Ein Weib tut wenig, plaudert viel.
Erhält seine Herrschaft das Laster nicht Du, Jüngling, glaubst dem Zungenspiel?
Ich wage mich mutig zur Pforte hinein, [leicht. O legte doch Sarastro dir
Die Absicht ist edel und lauter und rein. Die Absicht seiner Handlung für!
Erzitt're, feiger Bösewicht! Tam: Die Absicht ist nur allzu klar!
Pamina retten ist mir Pflicht. Riß nicht der Räuber ohn' Erbarmen,
Pamina aus der Mutter Armen?
St: Zurück! Spr: Ja, Jüngling, was du sagst, ist wahr.
Tam: Zurück? So wag' ich hier mein Glück! Tam: Wo ist sie, die er uns geraubt?
St: Zurück! Man opferte vielleicht sie schon?
Spr: Dir dies zu sagen, teurer Sohn,
Tam: Auch hier ruft man: Zurück! Ist jetztund mir noch nicht erlaubt.
Da seh' ich noch eine Tür, Tam: Erklär dies Rätsel, täusch' mich nicht!
Vielleicht find' ich den Eingang hier. Spr: Die Zunge bindet Eid und Pflicht.
Spr: Wo willst du, kühner Fremdling, hin? Tam: Wann also wird die Decke schwinden?
Was suchst du hier im Heiligtum? Spr: Sobald dich führt der Freundschaft Hand
Tam: Der Lieb' und Tugend Eigentum. In's Heiligtum zum ew'gen Band.
Spr: Die Worte sind von hohem Sinn!
Allein wie willst du diese finden? Tam: O ew'ge Nacht! Wann wirst du schwinden?
Dich leitet Lieb' und Tugend nicht, Wann wird das Licht mein Auge finden?
Weil Tod und Rache dich entzünden. St: Bald, Jüngling, oder nie!
Tam: Nur Rache für den Bösewicht.
Spr: Den wirst du wohl bei uns nicht finden. Tam: Bald, sagt ihr, oder nie?
Tam: Sarastro herrscht in diesen Gründen? Ihr Unsichtbaren, saget mir,
Spr: Ja, ja! Sarastro herrschet hier. Lebt denn Pamina noch?
Tam: Doch in dem Weisheitstempel nicht? St: Pamina lebet noch!
Spr: Er herrscht im Weisheitstempel hier!
Tam: So ist denn alles Heuchelei! Tam: Sie lebt! Ich danke euch dafür.
Spr: Willst du schon wieder gehn? O wenn ich doch imstande wäre,
Tam: Ja, ich will gehen, froh und frei, Allmächtige, zu eurer Ehre.
Nie euren Tempel seh'n! Mit jedem Tone meinen Dank
Spr: Erklär dich näher mir, Zu schildern, wie er hier, entsprang.
Dich täuschet ein Betrug.
Tam: Sarastro wohnet hier, Wie stark ist nicht dein Zauberton,
Das ist mir schon genug! Weil, holde Flöte, durch dein Spielen
Spr: Wenn du dein Leben liebst, Selbst wilde Tiere Freude fühlen.
So rede, bleibe da! Doch Pamina, nur Pamina bleibt davon!
Sarastro hassest du? Pamina! Höre, höre mich!
Tam: Ich haß ihn ewig, ja! Umsonst! Wo? Ach, wo find' ich dich?
Spr: Nun gib mir deine Gründe an.
Tam: Er ist ein Unmensch, ein Tyrann! Ha, das ist Papagenos Ton!
Spr: Ist das, was du gesagt, erwiesen? Vielleicht sah er Pamina schon,
Vielleicht eilt sie mit ihm zu mir!
Tam: Durch ein unglücklich Weib bewiesen,
Vielleicht führt mich der Ton zu ihr.
Das Gram und Jammer niederdrückt.
Spr: Ein Weib hat also dich berückt?
P/P: Schnelle Füße, rascher Mut
Magic Flute- 5

Schützt vor Feindes List und Wut. Pap: Was soll das bedeuten? Ich zittre, ich bebe!
Fänden wir Tamino doch,
Sonst erwischen sie uns noch. Pam: O Freund, nun ist's um uns getan,
Dies kündigt den Sarastro an!
Pam: Holder Jüngling!
Pap: O wär ich eine Maus,
Pap: Stille, stille, ich kann's besser! Wie wollt' ich mich verstecken!
Wär ich so klein wie Schnecken,
Beide:Welche Freude ist wohl größer? So kröch' ich in mein Haus!
Freund Tamino hört uns schon; Mein Kind, was werden wir nun sprechen?
Hierher kam der Flötenton.
Welch ein Glück, wenn ich ihn finde. Pam: Die Wahrheit! Sei sie auch Verbrechen.
Nur geschwinde! Nur geschwinde!
Chor: Es lebe Sarastro! Sarastro soll leben!
Mon: Ha, hab' ich euch noch erwischt? Er ist es, dem wir uns mit Freuden ergeben!
Nur herbei mit Stahl und Eisen; Stets mög' er des Lebens als Weiser sich freun,
Wart', ich will euch Mores weisen. Er ist unser Abgott, dem alle sich weihn.
Den Monostatos berücken!
Nur herbei mit Band und Stricken, Pam: Herr, ich bin zwar Verbrecherin,
He, ihr Sklaven, kommt herbei! Ich wollte deiner Macht entfliehn,
Allein die Schuld ist nicht an mir -
P/P: Ach, nun ist's mit uns vorbei! Der böse Mohr verlangte Liebe;
Darum, o Herr, entfloh ich dir.
Pap: Wer viel wagt, gewinnt oft viel!
Komm, du schönes Glockenspiel, Sar: Steh auf, erheitre dich, o Liebe!
Laß die Glöckchen klingen, klingen, Denn ohne erst in dich zu dringen,
Daß die Ohren ihnen singen. Weiß ich von deinem Herzen mehr:
Du liebest einen andern sehr.
M/Skl:Das klinget so herrlich,das klinget so schön! Zur Liebe will ich dich nicht zwingen,
Tralla lala la Trallala! Doch geb' ich dir die Freiheit nicht.
Nie hab' ich so etwas gehört und geseh'n!
Trallalalala Tralla lalala! Pam: Mich rufet ja die Kindespflicht,
Denn meine Mutter -
P/P: Könnte jeder brave Mann
Solche Glöckchen finden! Sar: Steht in meiner Macht.
Seine Feinde würden dann Du würdest um dein Glück gebracht,
Ohne Mühe schwinden, Wenn ich dich ihren Händen ließe.
Und er lebte ohne sie
In der besten Harmonie! Pam: Mir klingt der Muttername süße;
Nur der Freundschaft Harmonie Sie ist es -
Mildert die Beschwerden;
Ohne diese Sympathie Sar: Und ein stolzes Weib!
Ist kein Glück auf Erden. Ein Mann muß eure Herzen leiten,
Denn ohne ihn pflegt jedes Weib
Chor: Es lebe Sarastro! Sarastro lebe! Aus ihrem Wirkungskreis zu schreiten.
Magic Flute- 6

Mon: Nun stolzer Jüngling, nur hierher! Die ihr der Wand'rer Schritte lenket.
Hier ist Sarastro, unser Herr. Stärkt mit Geduld sie in Gefahr.

P/T: Er ist's! Er ist's! Ich glaub' es kaum! Laßt sie der Prüfung Früchts sehen,
Sie ist's! Sie ist's! Es ist kein Traum! Doch sollten sie zu Grabe gehen,
Es schling' mein Arm sich um ihn/sie her! So lohnt der Tugend kühnen Lauf,
Und wenn es auch mein Ende wär! Nehmt sie in euern Wohnsitz auf.

Alle: Was soll das heißen? 11.


2GM: Bewahret euch vor Weibertücken:
Mon: Welch eine Dreistigkeit! Dies ist des Bundes erste Pflicht.
Gleich auseinander! Das geht zu weit! Manch weiser Mann ließ sich berücken,
Dein Sklave liegt zu deinen Füßen, Er fehlte und versah sich's nicht.
Laß den verwegnen Frevler büßen! Verlassen sah er sich am Ende,
Bedenk, wie frech der Knabe ist: Vergolten seine Treu' mit Hohn.
Durch dieses seltnen Vogels List Vergebens rang er seine Hände,
Wollt er Pamina dir entführen. Tod und Verzweiflung war sein Lohn.
Allein ich wußt' ihn auszuspüren.
Du kennst mich! Meine Wachsamkeit- 12.
3Dam: Wie, wie, wie?
Sar: Verdient, daß man ihr Lorbeer streut! Ihr an diesem Schreckensort?
He, gebt dem Ehrenmann sogleich - Nie, nie, nie
Kommt ihr wieder glücklich fort!
Mon: Schon deine Gnade macht mich reich. Tamino, dir ist Tod geschworen!
Sar: Nur siebenundsiebenzig Sohlenstreich! Du, Papageno, bist verloren!

Mon: Ach Herr, den Lohn verhofft' ich nicht! Pap: Nein, nein, das wär' zu viel.
Sar: Nicht Dank, es ist ja meine Pfticht!
Tam: Papageno, schweige still!
Alle: Es lebe Sarastro, der göttliche Weise! Willst du dein Gelübde brechen,
Er lohnet und strafet in ähnlichem Kreise. Nicht mit Weibern hier zu sprechen?

Sar: Führt diese beiden Fremdlinge Pap: Du hörst ja, wir sind beide hin.
In unsern Prüfungstempel ein; Tam: Stille, sag ich, schweige still!
Bedecket ihre Häupter dann, Pap: Immer still, und immer still!
Sie müssen erst gereinigt sein. 3Dam: Ganz nah' ist euch die Königin!
Sie drang im Tempel heimlich ein.
Chor: Wenn Tugend und Gerechtigkeit Pap: Wie? Was? Sie soll im Tempel sein?
Den großen Pfad mit Ruhm bestreut,
Dann ist die Erd' ein Himmelreich, Tam: Stille, sag' ich, schweige still!
Und Sterbliche den Göttern gleich. Wirst du immer so vermessen
Deiner Eidespflicht vergessen?

10. 3Dam: Tamino, hör'! Du bist verloren!


Sar: O Isis und Osiris, schenket Gedenke an die Königin!
Der Weisheit Geist dem neuen Paarl Man zischelt viel sich in die Ohren
Magic Flute- 7

Von dieser Priester falschem Sinn.


13.
Tam: Ein Weiser prüft und achtet nicht, Mon: Alles fühlt der Liebe Freuden,
Was der gemeine Pöbel spricht. Schnäbelt, tändelt, herzt und küßt;
Und ich sollt' die Liebe meiden,
3Dam: Man zischelt viel sich in die Ohren Weil ein Schwarzer häßlich ist!
Von dieser Priester falschem Sinn. Ist mir denn kein Herz gegeben?
Man sagt, wer ihrem Bunde schwört, Bin ich nicht von Fleisch und Blut?
Der fährt zur Höll' mit Haut und Haar. Immer ohne Weibchen leben,
Wäre wahrlich Höllenglut!
Pap: Das wär', beim Teufel, unerhört!
Sag' an, Tamino, ist das wahr? Drum so will ich, weil ich lebe,
Schnäbeln, küssen, zärtlich sein!
Tam: Geschwätz, von Weibern nachgesagt, Lieber guter Mond, vergebe,
Von Heuchlern aber ausgedacht. Eine Weiße nahm mich ein.
Weiß ist schön! Ich muß sie küssen;
Pap: Doch sagt es auch die Königin. Mond, verstecke dich dazu!
Sollt' es dich zu sehr verdrießen,
Tam: Sie ist ein Weib, hat Weibersinn. O so mach' die Augen zu!
Sei still, mein Wort sei dir genug:
Denk' deiner Pflicht und handle klug. 14.
Kön: Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,
3Dam: Warum bist du mit uns so spröde? Tod und Verzweiflung flammet um mich her!
Auch Papageno schweigt - so rede! Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,
So bist du meine Tochter nimmermehr.
Pap: Ich möchte gerne - woll... Verstoßen sei auf ewig und verlassen
Tam: Still! Zertrümmert alle Bande der Natur,
Wenn nicht durch dich Sarastro wird erblassen!
Pap: Ihr seht, daß ich nicht soll Hört, Rache—Götter--hört der Mutter Schwur!
Tam: Still!
15.
Beide:Daß ich/du nicht kann/st das Plaudern lassen Sar: In diesen heil'gen Hallen
Ist wahrlich eine Schand' für mich/dich! Kennt man die Rache nicht,
Und ist ein Mensch gefallen,
Tam: Daß du nicht kannst das Plaudern lassen, Führt Liebe ihn zur Pflicht.
Ist wahrlich eine Schand' für dich! Dann wandelt er an Freundes Hand
Beide:Wir/Sie müßen sie/uns mit Scham verlassen, Vergnügt und froh in's bess're Land.
Es plaudert keiner sicherlich.
Von festem Geiste ist ein Mann, In diesen heil'gen Mauern,
Er denket, was er sprechen kann. Wo Mensch den Menschen liebt,
Kann kein Verräter lauern,
Pr: Entweiht ist die heilige Schwelle! Weil man dem Feind vergibt.
Hinab mit den Weibern zur Hölle! Wen solche Lehren nicht erfreun,
3Dam: O weh! O weh! O weh! Verdienet nicht ein Mensch zu sein.
Pap: O weh, o weh, o weh!
Magic Flute- 8

16.
3Knb: Seid uns zum zweitenmal willkommen, T/S: Glaub mir, ich/er fühle/fühlet gleiche Triebe,
Ihr Männer, in Sarastros Reich, Werd'/Wird ewig dein Getreuer sein.
Er schickt, was man euch abgenommen,
Die Flöte und die Glöckchen euch. Sar: Die Stunde schlägt, nun müßt ihr scheiden!
Wollt ihr die Speisen nicht verschmähen, Tamino muß nun wieder fort.
So esset, trinket froh davon.
Wenn wir zum drittenmal uns sehen, P/T: Wie bitter sind der Trennung Leiden!
Ist Freude eures Mutes Lohn.
Tamino, Mut! Nah ist das Ziel. Tam: Pamina, ich muß wirklich fort!
Du, Papageno, schweige still! Pam: Tamino muß nun wirklich fort!

17. Sar: Nun muß er fort!


Pam: Ach, ich fühl's, es ist verschwunden, Tam: Nun muß ich fort.
Ewig hin der Liebe Glück! Pam: So mußt du fort!
Nimmer kommt ihr Wonnestunden
Meinem Herzen mehr zurück! Tam: Pamina, lebe wohl!
Pam: Tamino, lebe wohl!
Sieh', Tamino, diese Tränen,
Fließen, Trauter, dir allein! Sar: Nun eile fort.
Fühlst du nicht der Liebe Sehnen, Dich ruft dein Wort.
So wird Ruh' im Tode sein!
Die Stunde schlägt, wir sehn uns wieder!
18. Chor T/P: Ach, gold'ne Ruhe, kehre wieder!
Pr: O Isis und Osiris, welche Wonne! [Sonne.
Die düst're Nacht verscheucht der Glanz der 20.
Bald fühlt der edle Jüngling neues Leben: Pap: Ein Mädchen oder Weibchen
Bald ist er unserm Dienste ganz ergeben. Wünscht Papageno sich!
Sein Geist ist kühn, sein Herz ist rein, O so ein sanftes Täubchen
Bald wird er unser würdig sein. Wär' Seligkeit für mich!
19. Dann schmeckte mir Trinken und Essen,
Pam: Soll ich dich, Teurer, nicht mehr seh'n? Dann könnt' ich mit Fürsten mich messen,
Sar: Ihr werdet froh euch wiedersehn! Des Lebens als Weiser mich freun,
Und wie im Elysium sein!
Pam: Dein warten tödliche Gefahren!
T/Sr: Die Götter mögen mich/ihn bewahren! Ein Mädchen oder Weibchen
Wünscht Papageno sich!
Pam: Du wirst dem Tode nicht entgehen, O so ein sanftes Täubchen
Mir flüstert dieses Ahnung ein. Wär' Seligkeit für mich!

T/S: Der Götter Wille mag geschehen, Ach, kann ich denn keiner von allen
Ihr Wink soll mir/ihm Gesetze sein! Den reizenden Mädchen gefallen?
Helf' eine mir nur aus der Not,
Pam: O liebtest du, wie ich dich liebe, Sonst gräm' ich mich wahrlich zu Tod!
Du würdest nicht so ruhig sein.
Magic Flute- 9

Ein Mädchen oder Weibchen Den ich nimmermehr kann hassen,


Wünscht Papageno sich! Sein Traute kann verlassen.
O so ein sanftes Täubchen Dies gab meine Mutter mir.
Wär' Seligkeit für mich! 3Knb: Selbstmord strafet Gott an dir!

Wird keine mir Liebe gewähren, Pam: Lieber durch dies Eisen sterben,
So muß mich die Flamme verzehren! Als durch Liebesgram verderben!
Doch küßt mich ein weiblicher Mund, Mutter, durch dich leide ich,
So bin ich schon wieder gesund! Und dein Fluch verfolget mich!

21. 3Knb: Mädchen, willst du mit uns gehn?


3Knb: Bald prangt, den Morgen zu verkünden,
Die Sonn auf goldner Bahn. Pam: Ha, des Jammers Maß ist voll!
Bald soll der Aberglaube schwinden, Falscher Jüngling, lebe wohl!
Bald siegt der weise Mann. Sieh, Pamina, ach! stirbt durch dich,
O holde Ruhe, steig' hernieder, Dieses Eisen töte mich!
Kehr' in der Menschen Herzen wieder;
Dann ist die Erd' ein Himmelreich, 3Knb: Ha, Unglückliche, halt ein!
Und Sterbliche den Göttern gleich. Sollte dies dein Jüngling sehen,
Würde er vor Gram vergehen;
Denn er liebet dich allein.
1: Doch seht, Verzweiflung quält Paminen!
2/3: Wo ist sie denn? Pam: Was? Er fühlte Gegenliebe,
1: Sie ist von Sinnen! Und verbarg mir seine Triebe,
Wandte sein Gesicht vor mir?
2/3: Sie quält verschmähter Liebe Leiden. Warum sprach er nicht mit mir?
Laßt uns der Armen Trost bereiten!
Fürwahr, ihr Schicksal geht uns nah! 3Knb: Dieses müßen wir verschweigen,
O wäre nur ihr Jüngling da! Doch wir wollen dir ihn zeigen!
Sie kommt, laßt uns beiseite gehn, Und du wirst mit Staunen sehn,
Damit wir, was sie mache, sehn. Daß er dir sein Herz geweiht,
Und den Tod für dich nicht scheut.
Pam: Du also bist mein Bräutigam? Komm, wir wollen zu ihm gehen.
Durch dich vollend' ich meinen Gram.
Pam: Führt mich hin, ich möcht' ihn seh'n!
3Knb: Welch dunkle Worte sprach sie da?
Die Arme ist dem Wahnsinn nah. Alle: Zwei Herzen, die von Liebe brennen,
Kann Menschenohnmacht niemals trennen.
Pam: Geduld, mein Trauter, ich bin dein; Verloren ist der Feinde Müh',
Bald werden wir vermählet sein. Die Götter selbst schützen sie.

3Knb: Wahnsinn tobt ihr im Gehirne; 2GM: Der, welcher wandert diese Straße voll
Selbstmord steht auf ihrer Stirne. Beschwerden,
Holdes Mädchen, sieh uns an! Wird rein durch Feuer, Wasser, Luft und Erden;
Wenn er des Todes Schrecken überwinden kann,
Pam: Sterben will ich, weil der Mann, Schwingt er sich aus der Erde himmelan.
Magic Flute- 10

Erleuchtet wird er dann im Stande sein, Nun komm und spiel' die Flöte an,
Sich den Mysterien der Isis ganz zu weih'n. Sie leite uns auf grauser Bahn.

Tam: Mich schreckt kein Tod, als Mann zu handeln, Alle: Wir wandeln/Ihr wandelt durch des Tones Macht
Den Weg der Tugend fortzuwandeln. Froh durch des Todes düstre Nacht.
Schließt mir die Schreckenspforten auf,
Ich wage froh den kühnen Lauf. P/T: Wir wandelten durch Feuersgluten,
Bekämpften mutig die Gefahr.
Pam: Tamino, halt! Ich muß dich sehn.
Dein Ton sei Schutz in Wasserfluten,
Tam: Was hör ich? Paminens Stimme? So wie er es im Feuer war.

2GM: Ja, ja, das ist Paminens Stimme. P/T: Ihr Götter, welch ein Augenblick!
Gewähret ist uns Isis' Glück!
Alle: Wohl mir/dir, nun kann sie mit mir/dir geh'n,
Nun trennet uns/euch kein Schicksal mehr, Chor: Triumph! Triumph! Du edles Paar!
Wenn auch der Tod beschieden wär! Besieget hast du die Gefahr!
Der Isis Weihe ist nun dein!
Kommt, tretet in den Tempel ein!
Tam: Ist mir erlaubt, mit ihr zu sprechen?
2GM: Dir ist erlaubt, mit ihr zu sprechen. Pap: Papagena! Papagena! Papagena!
Weibchen! Täubchen! meine Schöne!
Alle: Welch Glück, wenn wir uns/euch wiederseh'n. Vergebens! Ach, sie ist verloren!
Froh Hand in Hand in Tempel geh'n! Ich bin zum Unglück schon geboren!
Ein Weib, das Nacht und Tod nicht scheut, Ich plauderte - und das war schlecht,
Ist würdig und wird eingeweiht. Und drum geschieht es mir schon recht!

Pam: Tamino mein! O welch ein Glück! Seit ich gekostet diesen Wein,
Tam: Pamina mein! O welch ein Glück! Seit ich das schöne Weibchen sah,
So brennt's im Herzenskämmerlein,
Hier sind die Schreckenspforten, So zwickt's hier, so zwickt's da.
Die Not und Tod mir dräu'n.
Papagena! Herzensweibchen!
Pam: Ich werde aller Orten Papagena, liebes Täubchen!
An deiner Seite sein; 'Sist umsonst, es ist vergebens!
Ich selbsten führe dich, Müde bin ich meines Lebens!
Die Liebe leitet mich!
Sterben macht der Lieb' ein End',
Sie mag den Weg mit Rosen streun, Wenn's im Herzen noch so brennt.
Weil Rosen stets bei Dornen sein. Diesen Baum da will ich zieren,
Spiel du die Zauberflöte an; Mir an ihm den Hals zuschnüren,
Sie schütze uns auf uns'rer Bahn. Weil das Leben mir mißfällt;
Es schnitt in einer Zauberstunde Gute Nacht, du falsche Welt.
Mein Vater sie aus tiefstem Grunde
Der tausendjähr'gen Eiche aus, Weil du böse an mir handelst,
Bei Blitz und Donner, Sturm und Braus. Mir kein schönes Kind zubandelst,
Magic Flute- 11

So ist's aus, so sterbe ich; Pap: Nun, so sei mein liebes Weibchen!
Schöne Mädchen, denkt an mich, Papa: Nun, so sei mein Herzenstäubchen!
- Will sich eine um mich Armen,
Eh' ich hänge, noch erbarmen, Beide:Welche Freude wird das sein,
Nun, so laß ich's diesmal sein! Wenn die Götter uns bedenken,
Unsrer Liebe Kinder schenken,
Rufet nur, ja oder nein. - So liebe, kleine Kinderlein!
Keine hört mich; alles stille!
Also ist es euer Wille? Pap: Erst einen kleinen Papageno-
Papageno, frisch hinauf! Papa: Dann eine kleine Papagena-
Ende deinen Lebenslauf! Pap: Dann wieder einen Papageno-
Nun, ich warte noch, es sei, Papa: Dann wieder eine Papagena-
Bis man zählet: eins, zwei, drei.
Eins! Pap: Es ist das höchste der Gefühle,
Zwei! Wenn viele, viele Papageno,
Zwei ist schon vorbei Der Eltern Segen werden sein.
Drei!
Papa: Es ist das höchste der Gefühle,
Nun, wohlan, es bleibt dabei, Wenn viele, viele Papagena,
Weil mich nichts zurücke hält, Der Eltern Segen werden sein.
Gute Nacht, du falsche Welt!
M/All:Nur stille, stille, stille,
3Knb: Halt ein, o Papageno! und sei klug, Bald dringen wir im Tempel ein.
Man lebt nur einmal, dies sei dir genug!
Mon: Doch, Fürstin, halte Wort! Erfülle -
Pap: Ihr habt gut reden, habt gut scherzen; Dein Kind muß meine Gattin sein.
Doch brennt' es euch, wie mich im Herzen,
Ihr würdet auch nach Mädchen gehn. Kön: Ich halte Wort; es ist mein Wille,
Mein Kind soll deine Gattin sein.
3Knb: So lasse deine Glöckchen klingen,
Dies wird dein Weibchen zu dir bringen. 3Dam: Ihr Kind soll deine Gattin sein.
Pap: Ich Narr vergaß der Zauberdinge! Mon: Doch still, ich höre schrecklich Rauschen,
Erklinge, Glockenspiel, erklinge! Wie Donnerton und Wasserfall.
Ich muß mein liebes Mädchen seh'n.
Klinget, Glöckchen, klinget,
K/3D: Ja, fürchterlich ist dieses Rauschen,
Schafft mein Mädchen her!
Wie fernen Donners Widerhall!
Klinget, Glöckchen, klinget!
Bringt mein Weibchen her.
Mon: Nun sind sie in des Tempels Hallen.
3Knb: Nun, Papageno, sieh dich um! Alle:
Dort wollen wir sie überfallen -
die Frömmler tilgen von der Erd'
Pap: Pa-pa-pa-pa-pa-pa-Papagena!
Mit Feuersglut und mächt'gem Schwert.
Papa: Pa-pa-pa-pa-pa-pa-Papageno!
Dir, große Königin der Nacht,
Pap: Bist du mir nun ganz gegeben? sei uns'rer Rache Opfer gebracht.
Papa: Nun, bin ich dir ganz gegeben!
Magic Flute- 12

Alle: Zerschmettert, zernichtet ist unsere Macht,


Wir alle gestürzt in ewige Nacht!

Sar: Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht,


Zernichten der Heuchler erschlichene Macht.

Chor: Heil sei euch Geweihten!


Ihr dränget durch Nacht.
Dank sei dir, Osiris,
Dank dir, Isis, gebracht!
Es siegte die Stärke
Und krönet zum Lohn
Die Schönheit und Weisheit
Mit ewiger Kron'.