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1 DEFINITION VON WISSENSCHAFTSTHEORIE

Wissenschaftstheorie ist eine philosophische Grundlagendisziplin, die Methoden


der Bildung, Bewährung, Anwendung wissenschaftlicher Theorien und Begriffe
sowie Voraussetzungen, Strukturen, Ziele und Auswirkungen von Wissenschaft
zum Gegenstand hat.

Eine Wissenschaftstheorie, die nicht nur die „Produkte“ einer Wissenschaft


analysiert, sondern auch die bei der Produktion ablaufenden Handlungen und
deren Rahmenbedingungen, widmet sich sowohl der Entstehung, der
Begründung als auch der Verwertung von Erkenntnissen in den Wissenschaften

 Wissenswissenschaft

2 NENNEN SIE 6 WISSENSCHAFTSWISSENSCHAFTEN UND MÖGLICHE


ARBEITSFELDER (???)

- Wissenschaftslogik
Analyse der sprachlichen und formalen Aussagestrukturen
- Methodologie der Wissenschaften
Wissenschaftsspezifische Untersuchungs-, Mess- und
Auswertungstechniken
- Philosophie der Wissenschaften
Ontologische, metaphysische und ethische Problemstellungen
- Wissenschaftspsychologie
Psychische und psychosoziale Einflüsse auf die wissenschaftliche
Forschung
- Wissenschaftssoziologie
Gesellschaftliche und institutionelle Rahmenbedingungen der
Wissenschaften
- Wissenschaftsgeschichte
Stadien, Bedingungen und Tendenzen der Entwicklung von
Wissenschaften
- Wissenschaftsökonomie
Stadien, Bedingungen und Tendenzen der Entwicklung von
Wissenschaften
- Wiissenschaftspolitologie
Standespolitik in der Öffentlichkeit, Einflüsse der Berufsverbände auf die
Ausbildung, Parteipolitische Interessen an den Wissenschaftsresultaten
- Wissenschaftsanthropologie
Auswirkungen der Wissenschaft auf das Menschenbild

Einführung in die Rahmenbedingungen/Wissenschaftstheorie 1


3 WISSENSCHAFTLICHKEIT

- Aussagen über tatsächlich vorhandene Sachverhalte


(beobachtbar oder erlebbar)
- Aussagen sollen ein System bilden und nach wissenschaftsspezifischen
expliziten Regeln erzeugt werden
- Regeln zur Definition von Fachausdrücken (Termini)
- Ableitungsregeln für das gegebene System von Aussagen
(induktive und deduktive Schlussregeln)
- Widerspruchsfreies Aussagesystem
- Aussagesysteme nicht nur Aufzählung von Fakten, sondern müssen auch
Verallgemeinerungen enthalten
- Intersubjektiv prüfbare faktische Aussagen

4 WAS SIND WISSENSCHAFTLICHE AUSSAGEN?

Wissenschaftliche Hypothesen sind


Annahmen über reale Sachverhalte (empirischer Gehalt, empirische
Untersuchbarkeit)
in Form von Konditionalsätzen.
Sie weisen über den Einzelfall hinaus (Generalisierbarkeit, Allgemeinheitsgrad)
und sind durch Erfahrungsdaten widerlegbar (Falsifizierbarkeit).

5 NENNEN SIE DIE 4 WAHRHEITSKRITERIEN!

Wissenschaftliche Aussagen sind nicht an sich wahr oder falsch, sondern die
Entscheidung darüber wird von einer Prüfung anhand sogenannter
Wahrheitskriterien abhängig gemacht.

- Konsistenz
Interne und externe Widerspruchsfreiheit von Aussagen
- Korrespondenz
inhaltliche Entsprechung von Aussagen mit entsprechenden
Beobachtungen, „Operationalisierung“
- Pragmatik
Aussagen führen zu richtigen Prognosen im Alltag. Erfolgreiche
Handlungsanleitungen

WAS VERSTEHT MAN UNTER DEM WISSENSCHAFTLICHEN WAHRHEITSKRITERIUM


„KONSISTENZ“?
a) interne und externe Widerspruchsfreiheit
b) inhaltliche Entsprechung von Aussagen mit entsprechender Beobachtung
c) Aussagen führen zu richtigen Prognosen
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6 DEFINITION VON ERKENNTNIS

Erkenntnis = sicheres, nachweislich der Wirklichkeit entsprechendes Wissen um


einen Sachverhalt
Erkennen = ein Prozess, in dem sich eine Struktur (Phänomen) des
Realitätssystems (Erkenntnisobjekt) in einer anderen Struktur des
Realitätssystems (Erkenntnissubjekt) relativ dauerhaft abbildet.
(Erkennen = Vorgang des Denkens und Wahrnehmens, der zum Wissen um
einen Sachverhalt führt)

In der Psychologie: auch bedingte oder nur temporär gültige Erkenntnisse

7 NENNEN SIE DIE 3 GRUNDFRAGEN DER ERKENNTNISTHEORIE


(ERKENNTNISPOSITIONEN)

1) Wodurch kommt es zu Erkenntnissen?


ERKENNTNISURSPRUNG
Rationalismus - Transzendentalismus – Empirismus

2) Wie sicher sind Erkenntnisse?


ERKENNTNISGELTUNG
Dogmatismus – Kritizismus – Skeptizismus

3)Welche Wesenheit kann den Phänomenen der Erkenntnis zugeschrieben


werden? (Es geht um das Wesen des Seins)
ERKENNTNISGEGENSTAND
Idealismus – Kritischer Realismus – Realismus

-------------------------------------------------------------------------------------------------

7a Rationalismus
In der Ratio ist die Quelle der Erkenntnis („Ich denke, also bin ich“) apriori
vorhanden und wird durch die Vernunft erschlossen
(viele Mathematiker und Logiker)

7b Empirismus
Erkenntnisse sind erfahrungsbedingt, nicht apriori vorhanden („tabula rasa“)

7c Transzendentalismus
Mittelstellung
Welche Teile der Erkenntnis kommen von der Realität, welche von der
Informationsverarbeitung der Wahrnehmung?
-------------------------------------------------------------------------------------------------
Einführung in die Rahmenbedingungen/Wissenschaftstheorie 3
7d Dogmatismus
Einsichten, Eingebungen, Intuitionen, Visionen werden als wahr postuliert 
kein Zweifel
In der Psychologie, bei weltanschaulichen oder politischen
Grundüberzeugungen, deren Gültigkeit nicht infrage gestellt wird
(„Immunisierung“ von Theorien)
 marxistische, humanistische, positivistische Psychologie

7e Skeptizismus
Gegenposition
Grundlegende Zweifel an der Erkenntnisgewinnung überhaupt

7f Kritizismus
Kompromiss
Es wird verlangt, dass Erkenntnisse nach bestimmten Kriterien auf ihre
Glaubwürdigkeit geprüft werden, bevor man sie als wahr oder falsch akzeptiert

-------------------------------------------------------------------------------------------------

7g Idealismus
Die Welt wird als Produkt des Geistes angesehen. Nur das eigene Bewusstsein
ist gegeben (Solipsismus)

7h Realismus
Es existiert eine vom Bewusstsein unabhängige Wirklichkeit

7i Kritischer Rationalismus
Mittelstellung
Es werden unüberwindbare Erkenntnisgrenzen für die prinzipielle Erkennbarkeit
der Wirklichkeit angenommen

-------------------------------------------------------------------------------------------------

WAS TRIFFT NICHT AUF DEN „KRITISCHEN RATIONALISMUS“ ZU?

a) Bewährung von Theorien (Wahrheitsnähe)


b) Geltungsgrad von Erkenntnissen: Verifikation
c) gegen den naiven Empirismus

ERKENNTNISURSPRUNG- NENNEN SIE FRAGE UND POSITIONEN

ERKENNTNISGEGENSTAND- NENNEN SIE FRAGE UND POSITIONEN

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8 NENNEN SIE DEFINITIONSKRITERIEN VON ERKENNTNISSEN!

- Bedingte und temporäre Gültigkeit


Erkenntnisse = Informationsverarbeitungsprozesse = subjektive Leistung,
deren intersubjektive Geltung erst durch Kommunikation festgestellt
werden muss
Erkenntnisprozesse verlaufen iterativ (ständiges Feedback seitens der
Wirklichkeit und der scientific community welche Erkenntnisentwürfe
(Hypothesen) ausgewählt bzw. modifiziert werden und in allgemein
anerkannte Erkenntnisse (Gesetze) übergeführt werden
- Manifestation
„Innere Modelle“ müssen in „äußere Modelle“ umgewandelt werden
(sprachlich formuliert, bildlich dargestellt oder nur im Verhalten
erkennbar). Auch Introspektion, wenn daraus systematische
Verhaltensänderungen des Erkenntnissubjekts entstehen.
- Überprüfbarkeit
- logische Konsistenz (Widerspruchsfreiheit)
- Korrespondenz (Strukturgleichheit mit dem Abbildungsgegenstand)
- Pragmatik (Abrufbarkeit, Brauchbarkeit)
 in Anlehnung an die erkenntnistheoretischen Wahrheitskriterien
- Stabilität
Aus der Forderung noch Überprüfbarkeit ergibt sich, dass Erkenntnisse
zumindest so stabil und dauerhaft sind, dass eine Überprüfung möglich ist

9 WAS IST EIN PARADIGMA?

Thomas Kuhn
Wissenschaftliches Paradigma:
Wissenschaftlergemeinschaften einigen sich im wissenschaftlichen Diskurs über
- die in einem Fach als gegenstandsadäquat anzusehenden Heuristiken der
Datengewinnung,
- Methoden der Auswertung von Daten und
- theoretischen Positionen (Axiome)

Anders gesagt: Paradigmen sind relativ homogene Strategien wissenschaftlicher


Vorgangsweisen, die von wissenschaftlichen Gemeinschaften über längere Zeit
hinweg vertreten werden.

Paradigmen sind also disziplinspezifische Grundüberzeugungen,


Heuristiken der Datengewinnung
Praktiken
Theoretische Grundelemente
Normative Forschungseinstellungen
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10 NENNEN SIE BEISPIELE FÜR PARADIGMEN IN DER PSYCHOLOGIE

Behaviorismus
PA
Hermeneutik
Kybernetik
Kritische Psychologie
Kognitivismus
Introspektiver Ansatz
Informationsverarbeitung
etc.

Die Psychologie ist eine multiparadigmatische Wissenschaft, weil viele


Paradigmen nicht für das ganze Fach, sondern nur für Subdisziplinen gelten.

11 NENNEN SIE WISSENSCHAFTSTHEORETISCHE POSITIONEN

- Analytische Wissenschaftstheorie
- Kritischer Rationalismus
- Konstruktivismus
- Phänomenologie
- Hermeneutik
- Dialektisch-marxistische Wissenschaftstheorie
- Historisch-soziologische Wissenschaftstheorien
- Strukturalismus
- Evolutionäre Erkenntnistheorie

Es geht doch in den wissenschaftstheoretischen Positionen um das


Wahrheitsproblem, oder ????
(Das „Wahrheitsproblem“ ist eine Prüfungsfrage!)

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11a Analytische Wissenschaftstheorie

Prominente Vertreter: Stegmüller, Kutschera

Wie sind Erkenntnisse in Form von sprachlichen oder symbolischen Zeichen


repräsentiert?

- Mathematisch-logische Analyse wissenschaftlicher Erkenntnisse


- Begriffliche Untersuchung wissenschaftlicher Terminologien
- Gegen „naiven Empirismus“  nicht der Meinung, dass sich die
Wissenschaft aus Erfahrung ohne zugrundeliegende theoretische
Konzepte entwickeln könnte
- Widerspruchsfreiheit von Aussagen
wissenschaftliche Aussagen = Systeme widerspruchsfreier Sätze
(Protokollsätze)
- Geltungsgrad von Erkenntnissen: Verifikation

Hauptziele der Analytischen Philosophie


- mathematisch-logische Analyse wissenschaftlicher Erkenntnisse
- und damit streng begriffliche Untersuchung wissenschaftlicher
Terminologien
- logische und wahrscheinlichkeitsbezogene Testung wissenschaftlicher
Aussagen
- Überprüfung von Anwendungsbedingungen wissenschaftlicher
Ergebnisse

11b Kritischer Rationalismus

Prominente Vertreter: Popper, Albert, Lakatos

2 Stoßrichtungen des Kritischen Rationalismus:

- Kritik an Dogmatismus, Essentialismus


- Kritik am positivistischen Empirismus
(Erkenntnisse müssen falsifizierbar sein, um nicht als dogmatisch
begründete Pseudowissenschaft zu gelten)

Geltungsgrad von Erkenntnissen: Falsifikation


(„ewige“ Verifikation von Theorien ist nicht möglich)

„Bewährung“ von Theorien („Wahrheitsnähe“)

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11c Konstruktivismus

Prominente Vertreter: Dingler (Begründer); Lorenzen, Kamlah, Schwemmer


(Erlanger Schule); Schneewind, Holzkamp

- Theorien werden „konstruiert“ und „entstehen“ nicht aus Erfahrungen


(Viele Begriffe eines wissenschaftlichen Sprachsystems (besonders
Beobachtungssprache) sind durch umgangsprachliche Bedeutungen
vorgeprägt)
- Empirie gehen „theoretische Setzungen“ voraus
- Herstellen („Realisation“) von Prüfbedingungen (Holzkamp)
- „Exhaustion“ (Holzkamp): Versuch eine Theorie trotz widersprechender
Befunde beizubehalten, indem man Störeinflüsse verantwortlich macht
- Schneewind: logisch begründete Definitionen sind wichtig

Der Konstruktivismus nimmt eine normative Position ein, weil für die
praktische und ethische Begründung des Forschungsprozesses Regeln bzw.
Vorschriften aufgestellt werden.
Und: Axiome und Operationen sollen wieder verstehbar werden.

Radikaler Konstruktivismus als Extremposition (Maturana):


Die Wirklichkeit ist eine Konstruktion unseres biologischen (Nerven-)Systems
 kybernetische Sichtweise

WAS SIND DIE INHALTE DES KONSTRUKTIVISMUS?

11 d Phänomenologie

Prominente Vertreter: Kant, Hegel, Husserl

- Lehre von den „Erscheinungen“


- „Zu den Sachen selbst!“- Unvoreingenommenheit
 es soll an die Wirklichkeit möglichst unvoreingenommen
herangegangen werden und dabei Schematisierungen, Erklärungen und
Interpretationen möglichst vermieden werden

Grundlage: Phänomene
(sich originär aus Wahrnehmung, Fühlen und Denken ergebende Eindrücke)
Also: Die Erkenntnisgewinnung beruht ausschließlich auf Phänomenen.
Möglichst vorurteilslose und interpretationsfreie Erfahrung, Beobachtung und
Beschreibung psychischer Prozesse, sowie weitgehende Aufhebung der Subjekt-
Objekt-Schranke (wie Radikaler Konstruktivismus)
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11e Hermeneutik

Prominentester Vertreter: Dilthey (Begründer)

Definition:
Lehre der Auslegung von Schriften (Literatur- und Geisteswissenschaften)

- Aufdeckung von impliziten Bedeutungen, Gefühlen und Gedanken


(„hermeneutischer Zirkel“) unter Beachtung des jeweiligen zeitlichen und
räumlichen Kontextes

- „verstehen“ - „erklären“

- idiographische - nomothetische Vorgangsweise


 die beiden Methoden schließen einander nicht aus!

11f Dialektisch-marxistische Wissenschaftstheorie


(Kritische Wissenschaftstheorie)

Prominenteste Vertreter: Adorno (Frankfurter Schule), Habermas, Horkheim,


Marcuse, Holzkamp

- „Kritische Psychologie“ (Holzkamp) – „Bürgerliche Psychologie“

- Keine (???) Abstraktion von den konkreten historisch-gesellschaftlichen


Lebensbedingungen des Menschen

- Gegen „Wertfreiheit“ in der Wissenschaft („Positivismusstreit“)


Trennung von Werturteilen und wissenschaftlichen Aussagen

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11g Historisch-soziologische Wissenschaftstheorien

Prominenteste Vertreter: Lakatos, Thomas Kuhn

Soziopsychische Dynamik der Erkenntnisgewinnung


(Richtungen, um die historische, die soziale und die soziopsychische Dynamik
der Erkenntnisgewinnung näher zu charakterisieren.)

Lakatos: Entwicklung, Konkurrenz und Anarchie von Theorien


(Forschungsprogramme)
 d.h. ihre Umwandlung und Modifikation durch Hinzunahme immer neuer
Hilfshypothesen und Zusatzerklärungen. Eine Reihe von historischen Aspekten
von Theorien aufeinanderfolgend (also einander ähnliche Theoriekonzepte) =
Forschungsprogramm

Disziplinspezifische (die in einer Wissenschaft postulierten Forschungsnormen)


Grundüberzeugungen (Paradigmen):
Identifikation und Analyse von wissenschaftlichen Gemeinschaften, die ein
spezielles Forschungsgebiet bearbeiten, gleichartige Ausbildung, ähnlichen
Kenntnisstand, miteinander in professioneller Kommunikation stehen und zu
Urteilen kommen wollen.

11h Strukturalismus

Prominenteste Vertreter: Suppes, Sneed, Stegmüller (Vorläufer); Westermann,


Stephan

Ursprünglich handelte es sich beim Strukturalismus um die sogenannte


„Nichtsaussagekonzeption“ („non-statement view“)
 in der Wissenschaftstheorie = Theorie wird nicht als ein System von
Aussagen verstanden, sondern als System, das aus Grundkern und einer Menge
praktischer Umsetzung besteht

Also: Theorie = Strukturkern + intendierte Anwendungen (eine Menge an


praktischen Umsetzungen)

Unbrauchbarkeit von Theorien (anstatt Verifikation oder Falsifikation)


 Eine Theorie ist demnach eher so was wie ein Werkzeug oder Instrument
zum Aufstellen immer neuer empirisch prüfbarer Hypothesen anzusehen und
könnte daher auch nicht verifiziert oder falsifiziert werden, nur unbrauchbar.

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11i Evolutionäre Erkenntnistheorie  rasante Entwicklung

Prominenteste Vertreter: Konrad Lorenz (Begründer), Riedl, Vollmer, Öser,


Ahrens

„Naturgeschichte menschlichen Erkennens“

Erkenntnisgewinn – Arterhaltung (Selektion)

Erkenntnisstrukturen sind Ergebnisse der Evolution (Erkenntnisse als


Überlebenshilfen

Soziobiologie und Evolutionspsychologie

- Leben = biologischer Erkenntnisvorgang


- Der dabei stattfindende Informationsgewinn = Basis für die Arterhaltung
- Erkenntnisstrukturen = Ergebnisse der evolutionären Weiterentwicklung
und dienen der Arterhaltung

2 Arten von Mechanismen, die das Überleben sichern:

Ratiomorpher Apparat (vernunftähnlich im Vorbewussten operiert)


- Gestaltwahrnehmung
- Wahrscheinlichkeitslernen
- Konditionierung

Rationaler Apparat
baut auf den ersten auf und vollbringt die eigentliche logische Leistung

Konrad Lorenz: Die Existenz einer Wirklichkeit wird (im Gegensatz zur
radikalkonstruktivistischen Position)- ausdrücklich anerkannt!

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12 THEORETISCHE UND PRAKTISCHE KONSEQUENZEN DER SUBJEKTIVEN
ERKENNTNISPOSITIONEN

Es ist ein Ding der Unmöglichkeit mit einer Richtung alleine alle Probleme der
wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung zu lösen.
Die Kontroversen zwischen den verschiedenen wissenstheoretischen Richtungen
regen zu einer Liberalisierung der Forschung an. Dies könnte zu neuen
Akzenten in der Forschung führen (zB mehr Feldexperimente statt
Laborforschung etc.)

Bei der Anerkennung wissenschaftlicher Ergebnisse spielen vor allem die


sogenannten „Wahrheitskriterien“ eine Rolle:

Unterschiede in der Erkenntnismotivation zwischen Theoretikern und Praktikern


– von beiden unterschiedliche Wahrheitskriterien:

Grundlagenforscher
Kohärenz bzw. logische Konsistenz und Korrespondenz ihrer Aussagensysteme

Praktiker
Es zählt eher, ob eine Erkenntnis pragmatisch wertvoll ist

Experimenteller Forscher
Güte seiner wissenschaftlichen Ergebnisse unter Hinweis auf ihre inhaltliche,
sachlogische Konsistenz und statistische Signifikanz will der experimentelle
Forscher nachweisen, um in Zeitschriften publizieren und seine wissenschaftl.
Karriere fördern zu können

Anwender (Berater, Therapeut, …)


Es geht ihm hauptsächlich darum, mit psychologischen Konzepten die Probleme
in der Praxis (Schulschwierigkeiten, Berufsentscheidungsprobleme etc.)
erfolgreich zu lösen

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13 INWIEWEIT HABEN DIE ERKENNTNISPOSITIONEN AUSWIRKUNGEN AUF DIE
ANNERKENNUNG DER PSYCHOLOGIE ALS WISSENSCHAFT?

- Praktische Relevanz von Forschungsergebnissen


Sie ist umso größer, desto alltagsnäher und je ähnlicher die
Untersuchungssituation der alltäglichen Problemsituation ist

- Emanzipatorische Relevanz
Sie hängt davon ab, ob und inwieweit es der Psychologie gelingt den
Menschen dazu zu bringen seine Persönlichkeit zu entfalten (Befreiung
von unnötigen Ängsten und Zwängen, Befreiung aus starren Normen etc.)

- Die Einstellung der Wissenschaftler zur technischen und


emanzipatorischen Relevanz des Faches haben ihrerseits wieder
Auswirkungen auf die sogenannte interne und externe
Wissenschaftssteuerung in der Psychologie.
Die Grundeinstellung über Zwecke, Ziele und Nutzanwendungen
beeinflusst zB die Forschungsinteressen,
die Themenwahl in der Grundlagenforschung,
Berufspraxis für Professoren und Lektoren
Bewertungsrichtlinien für Publikationen;
und andererseits liefert sie auch Vorbedingungen für externe Einflüsse auf
das Wissenschaftsgeschehen wie zB Zuteilung von Forschungsprojekten
und Fördermittel, räumliche und finanzielle Ausstattung von Instituten
etc.

FAZIT

Wünschenswert wäre eine wissenschaftliche Standortpräzisierung einzelner


Personen oder Theorien. Das würde
- die wissenschaftliche Kommunikation erleichtern
- mit der Zeit auch das allgemeine Niveau wissenschaftlichen
Problembewusstseins in der Psychologie heben

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