Está en la página 1de 12

Pressezentrum Dokument: 2236

Sperrfrist: 26.05.2006; 14:30 Uhr

Veranstaltung: Geistliches Zentrum: Abschied vom lieben Gott

Referent/in: Müller, Rainer-Matthias

Ort: Wirtschaftsgymnasium, Vorstadtstr. 36

Programm Seite: 141

Abschied vom lieben Gott.

Eine Einladung, Gott ganz anders zu sehen...

1. Die Gotteskritik

- Gott als Projektion des Menschen

- Der „erfundene Gott“ als Lückenbüßer

2. Die monotheistischen Gottesbilder des AT und NT

- Gott der Schöpfer, Befreier, Streitende

- Gott als der „Ich bin da“

- Gott als Bundespartner

- Gott als „Guter Hirte“, als einer, „der Leid zulässt“, „als der Unbegreifliche“

- Gott als „Vater“ (Archetyp der Barmherzigkeit)

- Gott als „Gott ist Liebe“

3. Vom Teddybär zum Lieben Gott? (Frühkindliche Ausprägung)

4. Gotteserfahrung heute („Nachts allein mit Gott“)

5. Abschied vom „Lieben Gott“

- Ein Erstes: Gott ist zumutend.

- Ein Zweites: Gott ist herausfordernd.

Text wie von Autor/in bereitgestellt. Es gilt das gesprochene Wort.
Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers.

Friedrich Nietzsche. all diese Namen sind nur Chiffren. Ludwig Feuerbach oder von Seiten der Naturwissenschaften vor allem jene Forscher. Wer glaubt. für Gott entschieden. . Mein Ausgangspunkt ist dieser: Glaube ist immer eine Entscheidung. Er hat auch nicht zum Ziel. für alle Zeit.Ein Drittes: Der liebende Gott. Wer nicht glaubt hat sich ebenso entschieden. einen Vortrag über Gott mit der Kritik an Gott oder besser: der Infragestellung der Existenz Gottes zu beginnen. ich weiß. Dieser Vortrag sucht aber nicht primär in erster Linie die missionierende Auseinandersetzung mit Psychologie. Ob er sich gegen Gott oder die Möglichkeit Gott zu denken entschieden hat. hat sich bereits entschieden. müssen wir offen lassen. Große Gestalten wären hier zu nennen: Kritiker auf Seiten der Psychologie etwa wie Sigmund Freud oder Tilman Moser. Sie sagen noch mehr über uns Und unsere Vorstellung von dir. fürchte ich. Text wie von Autor/in bereitgestellt. Gedanken zum Einstieg (Paul Roth) Der Allzu —Bekannte Wie viele Namen hast du eigentlich. Paul Roth 1. Soll ich dich König nennen? Aber was sind Könige heute noch: Staatssymbole mit ‚keep smiling’ für Illustrierte! Ich weiß. Doch ich muss mit dir reden. für jeden. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. sind Hilfswörter für Unbegreifliches. auf Seiten der Philosophie wie Karl Marx. die ‚Hallo’ ruft. der alles sagt. weil jede Zeit und jeder Mensch dich und deinen Namen neu finden muss. Es gilt das gesprochene Wort. Die alten sind mir fremd geworden. Soll ich dich Herr nennen? Herren können Despoten sein. bist du mir fremd wie die Stimme am Telefon. die Existenz Gottes zu beweisen oder zu begründen. die in der Diskussion um Evolution und Urknall alle biblischen Sprachbilder von Gott als naiv und nicht beweisbar verwerfen. Und ohne Namen. Die Gotteskritik Vielleicht ist es seltsam. die Sklaven regieren. Sie sagen etwas von dir. Gott? Und welcher ist der richtige? Soll ich dich Vater nennen? Väter können Tyrannen sein. Weil nicht alles gesagt werden kann. Philosophie oder Naturwissenschaft. will dich ansprechen mit deinem Namen. −2− . über dich. Es gibt keinen Namen für dich. Unaussprechbares.

die fantasierte Realisation menschlicher Wünsche. Folglich hält Religion an der Unvollkommenheit des Menschen fest. in der der Gläubige irrtümlich Gott als vom Menschen unabhängige Größe versteht. (. sollen wir Gott finden. In dem. und zugleich der Mensch par excellence. des „Lückenbüßers“ bzw. die bisher auf Kult und Verehrung Gottes verwendet wurden. nicht aber in dem.. das Gegenüber des Menschen. und an ein vollkommenes Wesen.) Gott ist (. im Leben und nicht erst im Sterben. Der „erfundene Gott“ als Lückenbüßer Die zweite große Theorie ist die des „Platzhalters“.. die mit ihrer Religionskritik hier zu nennen sind. während sie von Gott behauptet. in Gesundheit und Kraft und nicht erst im Leiden. Es gilt das gesprochene Wort. Früher oder später werden durch Forschung ungelöste Fragen beantwortet.) kein Lückenbüßer. was zu einer „Wohnungsnot“ Gottes führen wird. da er der Lückenbüßer unverstandener Phänomene ist. das schreibt er den Göttern zu. vollkommen zu sein. des erfundenen Gottes. sondern in den gelösten Fragen will Gott von uns begriffen sein. Gott ist . weil er nicht sterben will. −3− Dennoch sollten wir die Kritik an der Entscheidung für den Glauben an Gott bei unseren Betrachtungen mitschwingen lassen. Text wie von Autor/in bereitgestellt.sich die Grenzen der Erkenntnis immer weiter herausschieben. dass man Gott nicht als Lückenbüßer unserer unvollkommenen Erkenntnis figurieren lassen darf. das sind im Kern Tugenden des Menschen. In der Feststellung „Gott ist tot!“ manifestiert sich das Ergebnis einer ergebnislosen Suche nach Gott. aber sein will.. Exemplarisch möchte ich daher tatsächlich zwei grundlegende Kritikansätze herausgreifen. Sowohl Nietzsches als auch Feuerbachs Gedanken lauten so: Nicht Phantasie oder Gefühl veranlassen den Menschen zum Gottesglauben.so der zwingende Schluss Feuerbachs. wird mit ihnen auch Gott immer weiter weg geschoben und befindet sich demgemäß auf einem fortgesetzten Rückzug. Es sind vor allem Friedrich Nietzsche und Ludwig Feuerbach. sondern mitten im Leben muss Gott erkannt werden. denn was Gott als Eigenschaften zugeschrieben wird. glücklich zu sein: Der Mensch glaubt an ein unsterbliches. nicht in den ungelösten. Was ist damit gemeint? Der große evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer schrieb einmal: „Es ist mir ganz deutlich geworden. was wir nicht erkennen. Dann können die Energien. Was er nicht ist. damit wir nicht im eigenen Saft der religiösen Selbstsicherheit braten: Gott als Projektion des Menschen Als erste nenne ich die Theorie von der Projektion eines Gottes aufgrund eines menschlichen Defizits. was wir erkennen. Die Liebe zu Gott sollte in die Liebe zum (Mit-)Menschen umgemünzt und die Kandidaten des Jenseits zu Studenten des Diesseits und zu freien. selbstbewussten Bürgern der Erde erzogen werden. wird häufig kritisiert: Gott hat nur deshalb überhaupt eine Existenz erhalten. er sei vollkommen. Das gilt für das Verhältnis von Gott und wissenschaftlicher Erkenntnis. was der Mensch von sich verneint. Gott ist der ganz Andere. nicht erst an den Grenzen unserer Möglichkeiten. ewiges Wesen. weil er sich danach sehnt.was sachlich zwangsläufig ist . sondern sein Trieb.“ Was meint Bonhoeffer? Der Ansatz der Schöpfungslehre wie sie uns die Bibel in den beiden Schöpfungsmythen überliefert. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. im Handeln und nicht erst in der Sünde will Gott erkannt werden. .. auf die Humanisierung des Menschen und seiner Zukunft gerichtet werden. ihr Konkretwerden in der Projektion! Feuerbach schlussfolgert daher: Zunächst muss diese Selbsttäuschung beseitigt werden. Die wenigen letzten unerklärlichen Phänomen dieser Welt verdrängen Gott in die Abstellkammer der noch vorläufigen Ungereimtheiten. wenn nämlich dann . Gott ist demnach das.

Im Ringen um die eigene Identität. den Bund. wie es uns auf tragische Weise von Hiob geschildert wird. seine Treue und Liebe. 2. mit seinem Volk. nicht im Erdbeben. denn unser Wissen nimmt stetig zu. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. Gott manifestiert sich in der Unbegreiflichkeit. Zu unterschiedlichen Zeiten haben Menschen und haben Völker verschiedene Gotteserfahrungen gesammelt und diese wiederum auf unterschiedliche Weise festgehalten. . der aktuellsten beendend. Am Sinai erschließt sich eine neue Erfahrung Gottes. Wenn wir unseren christlichen Gottesbegriff tatsächlich in seiner ganzen Tiefe verstehen suchen. Aus dieser tiefen Liebe und Treue heraus verkünden die Propheten Gott als den sich sorgenden „Guten Hirten“. dein Gott. Kapitel des 1. Mag sein. Die Grafik zeigt dies in der ganzen Mehrdimensionalität: Die Grunderfahrung mag – wie schon angedeutet – die Tatsache sein: Ich. Die Strahlen der Lichter beleuchten dies Lebensszenen und lassen weniger das feste statische Bild als vielmehr die lebendigen Erfahrungen aufleuchten. der Herr. bin der einzige Gott! Ich bin der Ich bin da. den Zehn Geboten. von Anbeginn der Zeit. Die Jungfrau Israel ist seine Braut. Die monotheistischen Gottesbilder des AT und NT Welche biblischen Gottesbilder werden uns in der Entwicklung der Heiligen Schrift vorgestellt? Wir müssen zunächst einmal festhalten. im Säuseln des Windes. Rückblickend und auf den Anfang schauend wird diese Erkenntnis dreifach entfaltet: Gott ist als der Schöpfer da. der zumutet und das Leid zulässt. Letztlich aber – bei allem Kampf um Gottes Gegenwart – bei aller Sehnsucht sogar. erlangt der Mensch Segen. dann müssen wir hinabtauchen in die Welt des Volkes Israel und in seinen Erfahrungsraum mit Gott. Dann braucht es Gott nicht mehr. Er ist der Baumeister und Gestalter allen Lebens. wie die Wetterveränderungen nicht erklärbar waren. Im 19. Irgendwann wird alles – so könnten wir vermuten – erklärbar sein. Dass letztlich dieser Gott dann aber doch auch begreifbar wird. Gott führt hinaus in die Weite des Lebens. könnte man mit Recht eine zunehmende Einengung des „Handlungsspielraums“ Gottes anprangern. im Streit mit Gott sozusagen. Dennoch wirft die Heilige Schrift verschiedene Scheinwerfer auf die menschlichen Erfahrungen. Die zweite Erfahrung ist die Erfahrung der Befreiung. zugleich aber als den. kann Gott nur als der völlig unbegreiflich Transzendente erfahren werden. Die dritte Gotteserfahrung der Väter mündet darin: Der Kampf des Jakob am Jabbok dient der Namensgebung: Israel soll Jakob von nun an heißen. Anders gefragt: Wird also Gott als Schöpfer immer dann bemüht. bei der letzten. er steht am Anfang und wird der Vollender sein. Gott ist Text wie von Autor/in bereitgestellt. tritt Gott als zuverlässiger Vertragspartner seinem Volk wie ein Ehepartner entgegen. nicht im Feuer. Es gilt das gesprochene Wort. Im Dekalog. wird uns mit Jesus Christus als dem lebendigen Wort Gottes deutlich: Er geht in die Beziehung mit Gott hinein. Die Qualität der Beziehung ist die „Hräsed“ Gottes. im wahrsten Sinne des Wortes: nicht ergreifbar und doch ergreifend. sondern im Nichts. −4− Die Missernte in früheren Zeiten war so lange Folge einer Sünde des Menschen und wurde als Strafe Gottes verstanden. Der befreiende und namensstiftende Gott schließt einen Vertrag. wenn wir Phänomene im Mikro- und Makrokosmos nicht verstehen? Wenn das so wäre. Buches der Könige wird dies geschildert: Gott war nicht im Sturm. dass die Gotteserfahrungen einzelner oder des ganzen Volkes Israels nicht im Sinne einer aufzählenden Chronologie zu erfassen sind. übersetzbar mit „Ich bin da“ die grundlegende monotheistische Ausformung im Glauben des Volkes Israel ist. sozusagen mit der ersten Gotteserfahrung beginnend. dass die Gotteserfahrung des JHWH.

andererseits in der für den Vater sich hingebenden Liebe am Kreuz (Kenosis). Vom Teddybär zum Lieben Gott? (Frühkindliche Ausprägung) Doch wie entsteht Gott in mir und in meinem Glauben? Wie komme ich dazu. welches ebenso vertraut. ist Gottes verborgene Gegenwart. und doch spüren wir seine Nähe im unmittelbaren Hautkontakt. vermag es höchstens in unserer Phantasie zu hören. Gott ist Vater. welche es in sich selbst trägt. wie sie auch Benedikt XVI. Durch die Eltern hat das Kind bis zu diesem Zeitpunkt erlernt. Bei ihnen fanden wir Nähe und Wärme. Weisheit. −5− das personale „du“. zu Gott emporhebt . wie er es tut. erfährt. Vermessen deshalb. Angst und Zweifel. er ist die Grundgestalt des barmherzigen Vaters. das Gegenüber des Mannes aus Nazareth. Doch das Kuscheltier von sich aus ist nicht zur Kommunikation fähig. Die Kraft. so sagt er. Diese neue Beziehung aber erfüllt sich dann in der Formulierung „Gott ist Liebe“. er ist der Archetyp der Barmherzigkeit schlechthin. Der erste Bruch allerdings geschieht. Bei ihnen konnten wir – sie fest im Arm haltend – uns ausweinen und schluchzen. an ihnen misst es sich. aber auch Zweifel und Not. Diese Dimension sprengt das bisher Erfahrene. Es kann sich nicht selbst bewegen. Es kann nicht sprechen. Es gilt das gesprochene Wort. sondern dass Gott noch darüber hinaus als der Große Unbekannte eine eigene Existenz aufweist. das Entstehen und die erste Erfahrung Gottes in kindlicher Weise festhalten. dass wir als Kinder schon lernen. an einen Gott zu glauben? Für das Baby und das Kleinkind sind die entscheidenden Primärpersonen Mutter und Vater. Wie kommt es. an Geborgenheit und Trost verbinden. Die Nacht als das Symbol der Einsamkeit und des Todes löst Furcht aus. In dieser Phase. wenn das Kleinkind abends allein einschlafen soll. . weil er uns damit die Beziehung zu Gott in neuer Weise erschließt. weil nur Jesus selbst von Gott so als Vater sprechen kann. dem personalen Gegenüber. An ihnen orientiert es sich. im Fell eine gewisse spürbare Zärtlichkeit. Die innige Beziehung zwischen Gott als dem Vater und Jesus als dem Sohn zeigt sich in der sich einerseits an den Sohn verschenkenden Liebe in der Menschwerdung (Weihnachten). Kraft und Liebe können so früh im Kind verankert werden. Doch im Umgang mit dem Übergangsobjekt der Kindheit manifestiert sich die Sehnsucht des Kindes nach dem „du“. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. an ihnen erfährt es Glaubwürdigkeit und Echtheit. also uns. nimmt ein Gegenstand diesen Platz ein. so können wir ohne naive Theologie betreiben zu wollen. die Liebesobjekte der frühen Kindheit. wie wir Menschen dieses „Du“ Gottes dann im Laufe unseres Lebens vermittelt bekommen. dass nicht das Kuscheltier und nicht die Eltern Gott sind. in seiner ersten Enzyklika beschreibt: „Deus caritas est“. liebevoll und zärtlich an der Seite des Menschen verweilt. dem Übergangsobjekt seiner Kindheit zum Jugendlichen. Text wie von Autor/in bereitgestellt. Alles wirkliche Leben. Dieses personale Du nennt Martin Buber „Gott“. Ihnen vertrauten wir die großen Geheimnisse unserer kurzen Erdenzeit an.diese Kraft ist der Geist Gottes selbst. um das Kind in die Eigenständigkeit zu führen. Wenn nun Mutter und Vater nicht anwesend sind oder sein möchten. mit denen wir so viel an Erfahrungen. Aufgeschlossenheit deshalb. Es sind die Kuscheltiere. die das bewirken konnte und damit über sich hinaus den Menschen. Vermessenheit und zugleich Aufgeschlossenheit prägen diese Gotteserfahrung. 3. was wir nur wenige Jahre später schon als Gebet bezeichnen. mich für den Glauben an einen Gott zu entscheiden? Wir machen einen Sprung aus spirituell-biblischen Betrachtung der Gottesbilder zu uns hin. Was das Kind hier mit dem Kuscheltier. Es gilt nun darauf zu schauen. ist Begegnung mit diesem „du“. Rede und Antwort als zärtlicher Dialog zwischen Kind und Kuscheltier sind Beginn dessen.

h. geradezu exotisch und sonderbar seltsam? Klingen die Berichte nicht oft wie fromme Märchen für einfältige Menschen? „Erfahrung“ im spirituellen Sinne meint nicht empirische Nachprüfbarkeit von naturwissenschaftlich eindeutigen Forschungsexperimenten.. Es handelt sich bei vielen Schilderungen um eine innere Erfahrung. Die Antwort lautet: Insofern der Mensch offen ist für das. was Buddhisten oder Hindus „göttliche Energie“ oder Geist nennen. Gotteserfahrung heute („Nachts allein mit Gott“) Schon an der Überschrift lässt sich ersehen. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. da stößt jener Jesus noch einmal den sehnsuchtsvollen Schrei nach der Nähe Gottes aus. Damit kommen wir zu einer Grundoption und einer ersten Antwort auf die Frage. wenn er betet: „Mein Gott! mein Gott! Warum hast du mich verlassen? Bist fern meinem Schreien. eine Text wie von Autor/in bereitgestellt. wie sich dieser „Raub“ auswirkt. wie Gotteserfahrung geht. auf der Schädelhöhe Golgotha. doch du gibst keine Antwort! Ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe!“ Diese Zeilen aus dem Psalm 22 machen deutlich. Damit ist nämlich in letzter Linie auch die Option verbunden. was die Sprache angeht. . in der Nacht eine Gotteserfahrung zu machen. . der sich ganz und gar von Gott verlassen fühlt und sich der Gottesfinsternis ausgesetzt glaubt. mit der Dunkelheit. Die Passionsgeschichte Jesu beginnt in der Nacht. Es gilt das gesprochene Wort. −6− Dieses „Du“ ist vor allem mit einem Gefühl verbunden und wird uns dann in der Kindheit geraubt und ersetzt durch die Sprachwelt der Erwachsenen. andere Erfahrungen zu machen! 4. sondern erlernen in der Schule. Unter dem Licht Gottes kann sich der Mensch diesen Nachterfahrungen öffnen. und zeigt damit überdeutlich die Verzweiflung und diabolische Anfechtung Jesu von Nazareth. werden viele aufgeklärte Zeitgenossen skeptisch. dass wir nun einen Grundwechsel vollziehen. Wann immer das Wort „Gotteserfahrung“ fällt. was Christen. den Worten meiner Klage! Mein Gott! Ich rufe bei Tag.. Wir werden jetzt sehen. er sieht seinem Leben ins Angesicht und erkennt die vielen Wegmöglichkeiten.sondern von Gotteserfahrungen. ist es ihm auch möglich. Die Nacht zum Karfreitag ist – so lesen wir in den vier Evangelien – für Jesus die furchtbarste Erfahrung der Gottesferne. die sich ihm erschließen. ja. Wo alles in die Dunkelheit und in die Nacht des Todes mündet. ob es möglich ist. um bloße Phantasie von tiefer mystischer Vision zu unterscheiden. der Katechese und in der Sprachwelt der Liturgie die verschiedenen statisch wirkenden „Gottesbilder“? Dieser Frage ist wollen wir nachgehen. Interessanterweise ist gerade der Zeitpunkt der Nacht einer der in der Bibel und von Mystikern am häufigsten genannten Momente der Begegnung mit Gott. Nicht mehr von Gottesbildern sprechen wir – und sollten wir eigentlich auch nicht mehr. Die Theologie kennt das Phänomen der Gotteserfahrung und ist kritisch genug. in denen wir stecken. Warum wird uns – statt des Gefühl der Liebe – ein „lieber Gott“ vermittelt? Warum lernen wir nicht. d. von einem „lieben Gott“ Abschied zu nehmen und neue. welch tiefe Verzweiflung ein Mensch durchlebt. Kann man Gott überhaupt „erfahren“? Klingen die Geschichten der Bibel und die Biographien der großen Mystiker und Heiligen nicht doch zu „weltfremd“. Der „Höhepunkt“ wird auf dem Gipfel der Angst und des Todes erreicht. die oft einhergeht mit dem äußeren Dunkel der Lebenssituationen. ich erlaube mir auch hier zu sagen: der Gottesfinsternis in seinem Leben. Muslime oder Juden Gott nennen.

andererseits die Nacht vollendet und in den Tag führt. der in der Nacht einerseits das Schöpfungswerk beginnt. Gerade durch das Wort „Nacht“ im Alten wie im Neuen Testament offenbart sich ein eigener theologischer Zeitpunkt des Heilshandelns Gottes („Kairos“). Ein großartiges Beispiel sei hier die Geschichte vom Kampf des Jakob am Jabbok. Vers 2 („Finsternis lag über der Urflut“) bis hin zum letzten Kapitel der Offenbarung in immer neuen Facetten gezogen: „Es wird keine Nacht mehr geben.Der nächtliche Kampf am Fluss . Lassen Sie mich dies mit Blick auf die Heilige Schrift verdeutlichen: Die Heilige Schrift erzählt mit menschlichen Worten von einem Gott. wird über ihnen leuchten. Hier nur einmal die Auflistung: Nachterfahrungen im Alten Testament .Elijas Wüstennacht .Die Blindheit des alten Tobit .Jona in der Finsternis des Fischbauches .Die Nacht der Schöpfung . und sie werden herrschen in alle Ewigkeit“ (Offb 22. ihr Gott.Die Träume des Josef .5).Judiths Nacht-Gebet .Die nächtliche Himmelsleiter .Davids Versuchung in der Nacht . Andere Geschichten finden sich im AT wie im NT. Der rote Faden wird vom Buch Genesis im 1. das im Dunkeln wandert Nachterfahrungen im Neuen Testament .Die Nacht des Hiob . die Heilige Schrift basiere auf dem komplementären Konstrukt eines Tag-Nacht-Schemas und manifestiere genau darin ihre grundlegende Heilsaussage: Die Nacht ist der bevorzugte Ort der Gotteserfahrung und als Augenblick des Heils-Durchgangs zum neuen Tag des Menschseins notwendig.Die Nacht auf der Tenne . −7− Gotteserfahrung zu durchleben und in der Eigenreflektion als solche auch zu erkennen. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers.Das Volk. Man könnte geradezu meinen. Es gilt das gesprochene Wort.Der Auszug in der Pesach-Nacht . .Die Geburt Jesu in der Nacht Text wie von Autor/in bereitgestellt. und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Kapitel.Der königliche Traumdeuter . Denn der Herr.

der unseren Alltag auf ganz selbstverständliche Weise bestimmt.Die Blindheit des Paulus . Lassen Sie es mich deshalb provozierend einmal sagen: Es gibt keinen lieben Gott.Verhandlung. Es hat ihn nie gegeben. Der so genannte „liebe Gott“.Der Gang Jesu auf dem Wasser . die uns von nächtlichen Gotteserfahrungen erzählen. die gerne hätten. Der „liebe Gott“ ist in der Tat eine Art Erfindung von Menschen. ergrauten Mannes mit langem Bart auf irgendeiner Himmelswolke.“ Wer aber ist er dann? Im Schleudergang der Zeitgeschichte und der unzähligen politischen. der Allgegenwärtige.Die Jünger von Emmaus . dann stellt sich doch die Frage: Wie erfahren wir ihn? Die biblischen Zeugnisse machen deutlich: Es geht nicht um einen lieben Gott. Er ist auch für viele nicht mehr der Gott. Warum sprechen wir in der Alltagssprache so oft vom „Lieben Gott“? Wenn wir Gott „erfahren“ können. Er blickt gütig.Das Nikodemusgespräch . Wenn Menschen Gott erfahren.Der Gang zum Grab in der Nacht . Verleugnung und Verurteilung . sich den verschiedenen biblischen Geschichten einmal zu widmen. dass es einen Gott gibt. wer oder was Gott ist.Das Mahl in der Nacht . die Fiktion oder noch besser: die Projektion eines alten. Dazu sei der Hinweis auf mein Buch gegeben: „Nachts allein mit Gott. Sie erzählt ganz anders von Gott. den „lieben Gott. Es gilt das gesprochene Wort. Mit Sicherheit ist er für die Christen nicht der Gott. Abschied vom „Lieben Gott“ Kommen wir zum Kerngedanken dieses Vortrages: unserer Überlegungen. −8− . Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. Im Schleudergang der Gegenwart hat sich das christliche Gottesbild verändert. Nein. der „omnipräsente“ Gott.Der Tod als Ausdruck der unendlichen Nacht .Die Nacht der Verzweiflung im Garten Getsemane .“ 5. es gibt ihn nicht. Vielleicht lassen sich drei neue „Gesichtszüge“ Gottes umschreiben: zumutend – herausfordernd . Dahinter aber steckt das Bild. der zum Heiligen Krieg aufruft. und doch auch ohnmächtig auf die Erde.Die Befreiung des Petrus aus der Kerkerhaft . dass er lieb und nett ist.Die letzte Nacht der Welt Ich muss es – angesichts der Zeit – Ihrem persönlichen Studium überlassen.liebend Text wie von Autor/in bereitgestellt. wie und wann wir ihn erfahren können und warum wir überhaupt glauben können. sozialen und persönlichen Ereignisse stellt sich die Gottesfrage zumindest für das Christentum in neuer. ungewohnter Weise. .

er ruft dich!“ (Markus 10. Exodus 15. sie fordern heraus. Auch hier: Null Lebensperspektiven? Doch Probleme sind letztlich nichts anderes als Herausforderungen. steh auf. wie wir sie oft erleben. −9− Ein Erstes: Gott ist zumutend. Auch wenn das Buch Hiob. sie frieren nicht in der Ausweglosigkeit ein. sondern: sie rufen heraus. Gott ist herausfordernd. Gott ist herausfordernd. Aber die Bibel berichtet auch davon. In der Tat. ein Verkehrsunfall mit tragischen Folgen: Querschnittlähmung. das nach langen Jahren der Sklaverei in Ägypten den Auszug und Aufbruch in die Freiheit vollzogen hat (vgl. Ungerecht. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers.43) die Fesseln seines Lebens und die Ohnmacht seines Menschseins abwirft und wieder ans Licht tritt. die das ganze Leben über den Haufen werfen. die mit Herausforderung einhergehen. geboren zu werden. Es gilt das gesprochene Wort.7). In vielen Punkten fühlt sich der Mensch überfordert. Schicksale werden uns zugemutet: Geburt eines behinderten Kindes oder gar Totgeburt. komm heraus!“ (Johannes 11. Johannes 11. oder einen zaghaften Petrus. Aber sie sind nicht statisch. AIDS oder Krebs – nahezu unheilbare Krankheiten. der sie niedergestreckt am Rand des Weges liegen lässt. Christen sind Menschen. Und er schenkt Mut. Er mutet uns zu. Exodus 13. Bewegung. „Ek-Klesia“ heißt Kirche im Griechischen. wo gerade zuvor noch alles bis zum Himmel stank (vgl. die nicht statisch vor Problemen stehen bleiben und ohne Lebensperspektiven Text wie von Autor/in bereitgestellt. oder ein totgemachter Lazarus. Es sind und bleiben Forderungen. Er holt sein Volk aus dem Staub und erhebt den Wehrlosen aus dem Schmutz. Probleme gibt es in unserem Alltag zuhauf. bevor ihm der wässrige Boden unter den Füßen doch das Fundament raubt. ausschnitthafte Beispiele der Zumutungen Gottes. wie er ertragen kann.16). In Gestalt des Mannes aus Nazareth. wie es uns oft erscheint. die uns physisch und psychisch an die Barrieren der Menschlichkeit und des Erträglichen führen. Er stellt den Kranken und Ohnmächtigen auf die eigenen Füße. In allen Geschichten – und derer gibt es noch viele mehr – wird uns berichtet. Das sind die Worte. Veränderung. Ob einen blinden Bartimäus. ruft dem Lebensmüden zu: „Steh’ auf und iss! Geh’ deinen Weg durch die Wüste!“ (1 Könige 19. Gott ist zumutend. Krankheiten und Leid zu ertragen.17 – 14. Das Volk Israel. Er mutet uns zu. so könnte man es übersetzen. Das klingt für viele Menschen befremdlich. Begrenzungen. Arbeitslosigkeit und sozialer Abstieg..49). es muss erst die Herausforderung der Wüste und des Suchens überstehen und durchleben (vgl. die erfüllt werden wollen. Lebensperspektiven? Der zumutende Gott erscheint vielen als der Gott. . Neuanfang.. dass Gott in aller Zumutung auch der Aufrichtende ist. als sehend den Durchblick haben. Gott mutet dem Menschen im Laufe seines Lebens unendlich viel zu. der mit dem Ruf „Lazarus. ruft er die Menschen heraus: „Ruft ihn her! (. Probleme. Tobit. so machen sie dennoch einiges deutlich von der Wirklichkeit. Aufbruch. Vielleicht mutet Gott dem Menschen aber auch nur so viel zu. Die Heilige Schrift berichtet von solchen Menschen. die offen stehen. Der christliche Gott ist auch ein Gott der Herausforderung. den wir als den Christus bekennen.22 – 17. der sich auf Geheiß seines Herrn „Komm!“ (Matthäus 14. der nichts anderes möchte.29) auf das Wasser wagt und viel Mut beweist. Jesus.) Hab nur Mut. wenige.39). die Scheidung nach über 20 Jahren Ehelebens. So jedenfalls wird es ab und an formuliert: Jeden Menschen ereilt ein anderes Schicksal. an denen wir scheitern könnten. Und: In und trotz aller Zumutung spricht Gott auch Mut zu. damit die Uhr gestellt wird bis zur Stunde des Todes. Rut oder Jona nur „Erzählgeschichten“ sind ohne direkten historischen Zusammenhang.31). Gott mutet zu. Ein Zweites: Gott ist herausfordernd. Gott stimmt die Zumutungen ab auf das Ertragen des Einzelnen. Dies sind nur einige. Die „Herausgerufenen“. wie gerade zitiert. wie Menschen in der Zumutung ihres Lebens auch den Mut zum Aufbruch spürten.

Die Herausforderung auch hier liegt in der Umkehr. Mann und Frau sind aufeinander bezogen in einer einzigartigen schöpferischen Gemeinschaft. Die „Fische“ sind die Menschen. In diesem Fortgehen Jesu liegt einerseits die Trauer über den unmittelbaren Verlust. an den er uns beruft: Wir werden zu Menschenfischern.17). gehe ich aber. Das „Netz“ sind die Worte und Taten Jesu. an. Die Herausforderung der Kirche liegt in der ständigen Umkehr und Suche nach dem Weg Gottes mit ihr. die zu einem neuen Horizont führen. Er fordert zu aller erst das Aufgeben der gewohnten und vertrauten Machenschaften. Schon in seinen Abschiedsreden im Johannesevangelium kündet Jesus seinen Jüngern dieses „Fortgehen“ an. Christen haben einen Gott. Gleich wie wir unser Leben gestalten. Es ist die Kraft. in der verständnisvollen Umarmung der Freundin Text wie von Autor/in bereitgestellt. Aber er fordert. In ähnlicher Weise berichtet uns das Johannesevangelium von der Begegnung Jesu und Marias am Ostermorgen. „Kommt her. so erzählt uns die Bibel. sondern schließen sich ihm. der Christus nachfolgt. bis dass der Tod die beiden voneinander trennt. Im treuen Mitgehen des Lebenspartners oder der Lebenspartnerin. Frauen und Männer verändern nicht nur den Tagesablauf und bauen ein paar Stunden „Jesus- Nettigkeiten“ mit ein. die zueinander Ja gesagt haben. . in der „Umdrehung“ oder der Kehrtwende. ist die Perspektive und Aufgabe eines Menschen. Es gilt das gesprochene Wort. dass ich fortgehe. Aber es gibt einen liebenden Gott. diese Trauer zu überwinden und in Freude zu verwandeln. Nicht der Gott der leeren Worthülse „Liebe“. in den guten wie den schlechten Tagen. das Sich-Anvertrauen vor dem Altar. In der Sorge der Eltern um ihr Kind. Gott fordert heraus. will ihn umklammern und festhalten. − 10 − ihren Alltag gestalten. Auch Jesus hat die Menschen immer wieder herausgerufen und herausgefordert. der „Köder“ ist das „Leben in Fülle“. Sondern die Wende zum Leben. wo er sie hinführen wird. dem Wanderpropheten. Aber schon ganz zu Anfang seines Wirkens beruft er Menschen in seine Nachfolge. andererseits aber die Herausforderung. Nicht von ungefähr ist die Eheschließung. In ihrer liebenden Verschmelzung entsteht neues Leben. der sie herausruft. das Leben in die Hand zu nehmen. in Gesundheit und Krankheit. liegt nach Jesu Tod und Auferstehung in der Himmelfahrt. Denn wenn ich nicht fortgehe. Er fordert das Verlassen der alten Wege und das Beschreiten neuer Straßen. ohne zu wissen. Ein „liebender Gott“ – ein Spiegel der Liebe zwischen zwei Menschen. die erst im Laufe des Gespräches Jesus erkennt. der Weg nach vorn. „Es ist gut für euch. auf den eigenen Füßen zu stehen. Maria. wird der Beistand nicht zu euch kommen. mit der Kraft von „oben“. Was für das Leben eines Einzelnen gilt. Das Ereignis mit dem „Ausstieg“ des Petrus auf das Wasser wurde eben schon erwähnt. für immer. die wir für die Sache Jesu begeistern.17). das uns verheißen ist. die Umkehr und Herausforderung zu Jesus hin beginnt mit einer „Zusatzqualifikation“ für den neuen „Arbeitsplatz“. dem Heiligen Geist. wieder einen klaren Kopf zu bekommen. die befähigt. Es gibt keinen „lieben Gott“ – so die These eingangs. Die Herausforderung Jesu liegt im Wandel der bisherigen Tätigkeit. Nicht in das dunkle Grab hinabschauen. Ein Drittes: Der liebende Gott. Doch seine Antwort ist klar: „Halte mich nicht fest!“ (Johannes 20. folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen!“ (Markus 1. gilt gleichermaßen für die Kirche in der Gesamtheit. weil schon tausendmal und oft mit leeren Versprechungen verknüpft. in der Fürsorge des Freundes um seinen Freund. wie es heißt. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. der mit ihnen geht. Einem Horizont der Erkenntnis allen Werdens. der Bund der Ehe ein Sinnbild für die Beziehung zwischen Gott und Mensch. das heißt zu Zeugen des Evangeliums. 7). so werde ich ihn zu euch senden!“ (Johannes 16. nicht aber knebeln sollen! Die größte Herausforderung aber. Ein abgedroschenes Wort. in diesem treuen Mitgehen ereignet sich die Wirkkraft des liebenden Gottes. der ihnen vorangeht.

hat sich verändert. in der wir leben. . Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. bin ich bei dir.A. von dem wir als Kinder noch glaubten. Jakob. (. ein liebendes Loslassen auch im Tod. indem es klarer seine Konturen zeigt. An der Schnur kann ich mich wie bei einem Bergwanderseil festhalten. Ein liebender Blick. Und in dieser Wirklichkeit hat sich auch das christliche Gottesbild verändert. bin dein Gott.“ (Johannes 15. so spricht der Herr. Es ist Zeit. Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe. Wenn du durchs Feuer gehst. der Herr. wie Jesus. Aber auch er konnte nur so umfassend lieben. an den Wegmarkierungen kann ich mich orientieren. Sozialkompetenztrainer und Buchautor mehrer geistlicher Bücher. was wir in Stein. „Gottesbilder“ haben ähnliche Gefriertendenzen.. dass er dieser nette. Autor von Text wie von Autor/in bereitgestellt. Doch wir wollen nicht nur die Frage nach Gott überhaupt stellen. eine liebende Geste. sondern Beschreibung der Anzeichen einer neuen Wirklichkeit.“ (Jesaja 43. sondern: Dürfen wir überhaupt noch von „Gottesbildern“ sprechen? Zwar unterliegen wir nicht dem jüdischen Bilderverbot. Das christliche Gottesbild verändert sich. diesen Gott zu denken und zu erfahren. Ein liebender Gott.. der dich geschaffen hat. zu starr? Liegt es nicht nahe. die Straßenlaternen erhellen und erleuchten die dunklen Abschnitte und sind Blickpunkte. gemacht haben? Wir haben sie fest gefroren und auf Sockel gestellt. den „lieben Gott“. so habe auch ich euch geliebt. Das ist nicht resignative Feststellung. und der dich geformt hat. den Heiligen. ohne Gefahr zu laufen. Der christliche Gott der Gegenwart und der Zukunft ist ein zumutender. Kusch und Seba gebe ich für dich. Es gibt keine größere Liebe. auf die ich meine Augen richten kann. gebe ich für dich ganze Länder und für dein Leben ganze Völker. alte Mann auf der Wolke sei. Ich der Heilige Israels. wie liebend er wirklich ist. denn ich bin mit dir. ich habe dich beim Namen gerufen. Studium in Mainz. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet. du gehörst mir. Rainer-Matthias Müller. sein Profil zum Vorschein bringt. Bibliodramaleiter und Gestalttherapeut i. werdet ihr in meiner Liebe bleiben. In wunderbarer Weise beschreibt der Prophet Jesaja diese Liebe in einer Liebeserklärung Gottes an den Menschen: „Jetzt aber. dann reißen sie dich nicht fort. Trier und Toulouse. so wie ich euch geliebt habe. wirst du nicht versengt. wie es uns im Alten Testament überliefert ist. Es hat ihn so nie gegeben.und spürbar gezeigt. Wenn du durchs Wasser schreitest. Fürchte dich nicht. geb. als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Kein anderer hat diese Liebe so greif. weil sie ihm selbst von Gott geschenkt worden war: „Wie mich der Vater geliebt hat.und Holzskulpturen aus den großen Glaubensgestalten. Wir sollten unsere Erfahrungen auftauen und verkosten. ein herausfordernder und ein die Menschen unendlich liebender Gott.9-13). denn ich habe dich ausgelöst.1-5). keine Flamme wird dich verbrennen.) Das ist mein Gebot: Liebt einander. Die Gebote sind die Richtschnur. bin dein Retter. Seit 2003 Schulpfarrer und Religionslehrer in Saarlouis. Aber das sollte nicht unser Anliegen sein. Israel: Fürchte dich nicht. Aber es passt sich nicht an wie ein Produkt auf dem Markt an den Bedarf oder die Nachfrage der Verbraucher. Es gibt ihn nicht. Darin zeigt Gott. 1969. Dennoch fragen wir: Sollten wir nicht viel mehr von „Gotteserfahrungen“ sprechen? Ist nicht die gesamte Bibel vielmehr ein Erfahrungsbuch? Sind „Gottesbilder“ letztlich nicht zu statisch.. − 11 − mit ihrer Freundin – überall dort ereignet sich das Geheimnis des liebenden Gottes. vom Weg abzukommen. Wegmarkierungen und Straßenlaternen. wenn durch Ströme. so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Abschlussgedanken Die Welt. Es gilt das gesprochene Wort. aus Gott dasselbe zu machen. Ich gebe Ägypten als Kaufpreis für dich. Denn ich.

Leiter des SCG (Seminar für kreative Formen christlichen Glaubenskommunikation). . Dozent in der Erwachsenenbildung Saarlouis / Dillingen. − 12 − Rundfunkbeiträgen für den Kirchenfunk des Saarländischen Rundfunks. Es gilt das gesprochene Wort. Veröffentlichung nur mit Genehmigung der Verfasserin/des Verfassers. Mitglied des Dritten Ordens der Franziskaner. Text wie von Autor/in bereitgestellt. seit 2004 Promovent im Fach Pastoraltheologie (Bamberg).