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Die Geheimnisse der Europäischen Zentralbank | Goldreporter Seite 1 von 3

Donnerstag, 24. Juni 2010, 16:54 Uhr | Eingetragen von Goldreporter

Die Geheimnisse der Europäischen


Zentralbank
Ist die Krise nun vorbei? Berichte
über das deutsche
“Aufschwungwunder” machen die
Runde. Aber während die Erfolge der
deutschen Exportfirmen gefeiert
werden, kommen weiter
alarmierende Zahlen aus dem
Bankensektor. Das zeigen die EZB-
Daten zur aktuellen Offenmarkt-
Aktivität.

Die Zentralbanken unternehmen


weiterhin alles, um die klammen
Geschäftsbanken und mittellosen
Staaten mit Geld zu versorgen. Goldreporter berichtet heute einmal etwas ausführlicher
über die oft schwer verständliche Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die daraus
resultierenden Konsequenzen für unser Geldvermögen.

Interventionen am offenen Markt


Da die Leitzinsen weltweit auf Rekordtief verharren, also das Hauptinstrument der
Geldpolitik ausgeschöpft ist, bedienen sich die Notenbanken nun verstärkt der so
genannten Offenmarktpolitik, um Geld ins System zu pumpen.

Offenmarktgeschäfte, das sind Liquiditätsmaßnahmen der Zentralbanken, die im


Wesentlichen über den An- an Verkauf von Wertpapieren getätigt werden.

Es wird Geld geschöpft, wenn die Notenbank den Geschäftsbanken bestimmte


festverzinsliche Wertpapiere abkauft. Dagegen entzieht die Notenbank dem Finanzsystem
Liquidität, wenn Sie selbst Offenmarktpapiere verkauft.

Anhaltende Finanznot
Man sollte meinen, dass sich nach den Billionen-Stützen für Banken und Staaten im
Anschluss an die Lehman-Pleite und das Griechenland-Desaster etwas zum Besseren
geändert hätte. Weit gefehlt.

Derzeit betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) weiter Offenmarktgeschäfte in


Rekordhöhe. Ein Blick in die EZB-Statistik von 22. Juni 2010 ergibt folgendes Bild:

Über Offenmarkt-Transaktionen wurden am 22.06. insgesamt 857,154 Mrd. Euro zur


Verfügung gestellt. Die bisherige Rekordliquidität aus diesen Maßnahmen stellte die EZB
am 18. Mai mit 859,228 Mrd. Euro zu Verfügung. Seit Ende 2007 hat sich das Volumen
nahezu verdoppelt.

Überblick
Gesamtliquidität durch Offenmarktgeschäfte: 859,228 Mrd. Euro

davon:

http://www.goldreporter.de/die-geheimnisse-der-europaischen-zentralbank/hintergrun... 07.11.2010
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- Netto-Liquiditäts-Effekt über Wertpapier-An- bzw. Verkauf: 344,205 Mrd. Euro


- Einlagen der Geschäftsbanken auf Girokonten beim Euro-System: 299,398 Mrd. Euro
- Übernachteinlagen bei der EZB: 213,562 Mrd. Euro
- Übernachtliquidität: 11 Mrd. Euro

Abb.: EZB-

Liquiditätsvolumen über Offenmarktgeschäfte seit 2008 (in Millionen Euro); Quelle:


EZB.

Nicht eingeschlossen in diesen Zahlen ist das aktuelle Ankaufprogramm von so genannten
„Covered Bonds“. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Pfandbriefe, also mit
Immobilien besicherte Kredite. Das Ankaufvolumen betrug per 22.06.2010 insgesamt
59,283 Milliarden Euro.

Von den weiter oben genannten 857,154 Milliarden Euro parken die Geschäftsbanken
alleine 24,9 Prozent oder 213,562 Milliarden Euro als Übernachteinlagen zu einem
Prozentsatz von 0,25 Prozent bei der EZB.

Dies ist Ausdruck einer andauernden Unsicherheit im Bankensektor. Man vergibt mit
einem Großteil des zur Verfügung gestellten Geldes keine Kredite, sondern legt es lieber
gegen Mini-Zinsen auf die „hohe Kante“.

Wie ist die aktuelle Lage zu bewerten?


Von Entspannung kann keine Rede sein. Wie auch aus den Mainstream-Medien zu
erfahren ist, herrscht vor allem bei spanischen und portugiesischen Finanzinstituten
enormer Liquiditätsbedarf.

Die Maßnahmen der Liquiditätsversorgung durch die EZB haben in ihrem Umfang das
Niveau kurz nach der Lehman-Pleite erreicht.

Hinzu kommen die Maßnahmen der “Quantitativen Lockerung”, also der Ankauf von
Staatsanleihen. Dieser ist in den genannten Zahlen noch gar nicht erfasst. Bislang beträgt
das Volumen laut EZB 47 Mrd. Euro. Alleine 25 Mrd. Euro flossen in griechische
Schuldpapiere.

Es klemmt
Von dem geschöpften Geld aus den Offenmarktgeschäften kommt immer noch relativ
wenig in der Realwirtschaft an. Die Banken müssen eigene Finanzlöcher stopfen und
parken zudem (wie gesehen) viel Geld bei der EZB.

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Zudem sind die Institute bei der für das System wichtigen Kreditvergabe untereinander
wieder deutlich restriktiver. Dies geht auch aus dem Interbankenzins (Euribor) hervor, der
sich mit 0,74 Prozent knapp unterhalb eines neuen 12-Monatshoch bewegt.

Fazit/Ausblick
Im zweiten Halbjahr ist im Bankensektor erneut mit erheblichen Verwerfungen zu
rechnen. Die Krise ist nicht vorbei, sie könnte schon bald in einem neuen Höhepunkt mit
einer drohenden Bankenpleitewelle (PIGS) und der Verschärfung von Staatskrisen
münden. Die Risiken eines System-Crashs (Währungsschnitt) sind nach wie vor hoch.

Es bleiben einige ungeklärte Frage. Zum Beispiel: Wer kauft der EZB den
Wertpapierschrott eigentlich ab, wenn es darum geht, die Liquidität wieder aus dem Markt
abzusaugen? Wann soll das geschehen? Welche ungeheuren Renditen muss die EZB
Investoren dann bieten?

Sollten wir die aktuelle deflationäre Phase (M3-Geldmengen-Schrumpfung) also einmal


hinter uns gebracht haben, dann sind Inflationsraten zu erwarten, die wir lange Zeit nicht
erlebt haben.

Mit dem Erwerb von Sachwerten wie Gold und Silber sichert man sich langfristig gegen
die drohende Geldentwertung ab.

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