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Erste Group Research

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Credit Fokus | Fixed Income | Österreich
25. Juni 2014

Credit Fokus: Österreich Q3 2014


Sovereign, Sub-Sovereigns & Agencies, Covered Bonds

Analysten: Sovereign
Margarita Grushanina Die wirtschaftliche Erholung blieb in Österreich im 1. Quartal 2014 hinter
margarita.grushanina@erstegroup.com den Erwartungen zurück - teilweise bedingt durch das schwache Wachstum
in der Eurozone. Im Gesamtjahr erwarten wir ein BIP-Wachstum von 1,5%
Ralf Burchert, CEFA
ralf.burchert@erstegroup.com
(über dem Eurozone-Schnitt). Mit dem neuen Stabilitätsprogramm bestätigt
die Regierung das Versprechen, den Konsolidierungspfad fortzusetzen und
Christian Enger, CFA somit mittelfristig die Verschuldung und das Haushaltsdefizit zu reduzieren.
christian.enger@erstegroup.com Durch die Abwicklung der HAA und die Implementierung der ESVG-Reform
wird das Verschuldungsniveau, laut unserer Schätzung, vorübergehend
Ratings Republik Österreich über 80% des BIP steigen. Durch die Konsolidierungsmaßnahmen soll die
Agentur langfr. kurzfr. Ausblick Verschuldung aber zügig wieder reduziert werden. Wir erwarten den
Fitch AAA F1+ stabil Renditeaufschlag 10jähriger österreichischer gegenüber deutschen
Moody's Aaa P-1 stabil Staatsanleihen, sofern sich keine Abwärtsrisiken materialisieren, auf
S&P AA+ A-1+ stabil stabilem Niveau.
DBRS AAA R-1 stabil
Quelle: Bloomberg, Erste Group Research Sub-Sovereigns & Agencies (SSA)
Das Zinsumfeld hat bei den SSA-Titeln erneut für eine gute Performance im
zweiten Quartal gesorgt. Bei längeren Laufzeiten haben sich die Spreads
Inhalt
weiter ermäßigt und damit den Trend der letzten Quartale fortgesetzt, im
Kapitalmarktüberblick 2 kurz- bzw. mittelfristigen Bereich gab es dagegen eine Seitwärtsbewegung.
Österreich bietet interessanten Pick-up 2 Die im Zuge der Abwicklung der Hypo-Alpe-Adria (HAA) aufgezogene
Sovereign 4 Diskussion um Haftungen sollte zu keinen negativen Effekten für die
Staatsfinanzen - Neuer Agencies führen, da diese ein wesentlich höheres Besicherungsniveau
Konsolidierungspfad 4
bieten und die HAA aus unserer Sicht als singulärer Fall betrachtet werden
Langsame wirtschaftliche Erholung 6
sollte. Die von der Ratingagentur Standard & Poor´s angekündigte
Sub-Sovereigns & Agencies (SSA) 9 Überprüfung der Ratings von 4 Bundesländern im Gefolge der HAA-
Renditeentwicklung 9
Primärmarkt 10
Gesetzgebung spiegelt aus Sicht der Ratingagentur mögliche Auswirkungen
Anleihen „mit staatlicher Garantie“: durch legistische Änderungen wider. Auf Primärmarktseite platzierten die
– Teil 2 11 ASFINAG und die ÖBB-Infra jeweils EUR-Benchmarks und auch das Land
Überblick Anleihen 17 Niederösterreich Emissionen.
Fazit 18
Covered Bonds 19 Covered Bonds
Sekundärmarkt 19 Das österreichische Covered Bond Segment bietet aktuell einen
Primärmarkt 23 durchschnittlichen Asset Swap Spread von 15-20 BP. Damit haben sich die
Cover Pools 24 Risikoaufschläge in den vergangenen Monaten weiter seitwärts bewegt. Der
Bankenmarkt 28
mittelfristige Abwärtstrend ist abgeflacht. Die internationalen
Appendix 32 Rahmenbedingungen sollten sich u.E. stützend auf die Spreads des
Marktsegments auswirken. Das Nettoemissionsvolumen ist im
grenzüberschreitenden Aggregat negativ. Zudem genießen die Covered
Hinweis:
Eine historische Performance ist kein
Bonds unter regulatorischen Gesichtspunkten Vorzüge. Wir erwarten eine
verlässlicher Indikator für zukünftige stabile Entwicklung bei den Sovereign-Spreads der Alpenrepublik. Das
Performance! sollte den Covered Bonds kaum zu einem positiven Momentum verhelfen.
Wir gehen daher weiterhin von vergleichsweise stabilen Spreads für das
Alle Preise sind Schlusskurse vom 24. Juni
2014.
Marktsegment im Q3 2014 aus. Durch die Umfassende Bewertung oder das
weitere Vorgehen bei der Abwicklung der HAA bestehen jedoch Headline-
Risiken, die zu Spread-Ausweitung führen können.
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Kapitalmarktüberblick

Österreich bietet interessanten Pick-up


Zinsen bleiben lange niedrig Die EZB hat angesichts der niedrigen Inflationserwartungen ein
umfangreiches Maßnahmenpaket (Zinsen, Liquidität, gezielte Unterstützung
für die Kreditvergabe) angekündigt. Es wird allerdings einige Zeit in
Anspruch nehmen, bis die Wirkung dieser Maßnahmen in der Realwirtschaft
sichtbar werden wird. In der Zwischenzeit ist es essentiell, dass Staaten in
der Eurozone Strukturreformen umsetzen, um das mittelfristige
Wirtschaftswachstum (und den Arbeitsmarkt) zu stützen. Die Benchmark
Renditen spiegeln die nur moderate Erholung und niedrige Zinserwartung
wider.

AT-Staatsanleihen: Spread- Der Renditeaufschlag 10jähriger österreichischer Staatsanleihen gegenüber


Differenz zu Deutschland stabil deutschen Bundesanleihen bewegt sich seit einiger Zeit nahe 30
erwartet Basispunkten. Auf untenstehender Grafik sieht man, dass ein gewichteter
CDS-Spread großer österreichischer Banken (BAWAG, Erste Group,
Raiffeisen Zentralbank) dieses Niveau gut abbildet. Sollten bei der
Umfassenden Bewertung (Comprehensive Assessment/CA) der EZB keine
negativen Risiken aufgedeckt werden, die umfangreiche staatliche
Unterstützung erfordern, gehen wir auch in der 2. Jahreshälfte von einem
stabilen Renditeaufschlag im Bereich 20-30 Basispunkten aus.

Spread 10jähriger österreichischer gegenüber 10jährigen deutschen


Bundesanleihen sowie CDS-Spreads österreichischer Banken
Basispunkte

Anmerkung:
Die OeBFA hat mit Valuta 4.6. eine 10jährige
Benchmark-Anleihe emittiert. Damit erklärt sich
offenbar der sprunghafte Anstieg des
Renditeaufschlags (10jährige Rendite 4.6.:
1,62; 5.6.: 1,78)

Quelle: Bloomberg, Erste Group Research

Rendite-Aufschläge der Agencies Die Covered Bonds versprechen im gesamten Laufzeitenbereich in Relation
und Covered Bonds zu den Sovereigns einen Pick-up von 25-30 Basispunkten und im Vergleich
zu den Agencies von 20 Basispunkten. In der Rückbetrachtung der letzten
Quartale ist dieser Aufschlag gegenüber den korrelierten Asset-Klassen
überschaubar. Vor dem Hintergrund des aktuellen Niedrigzinsumfeldes
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relativiert sich die Aussage jedoch zugunsten der Covered Bonds. Einen
höheren Pick-up versprechen Senior unsecured Bonds. Die Spread-
Landschaft dieses Segments gibt allerdings ein heterogeneres Bild ab. Im
kurzfristigen Bereich bieten die Senior-Anleihen einen absoluten Spread von
rund 35 BP (65 BP über der Republik). Die Kreditkurve ist hier steiler als bei
den anderen österreichischen Asset-Klassen. Im mittleren Laufzeitenband
steigt der absolute Spread im Durchschnitt auf 80 BP (fast 100 BP über der
Republik). An dieser Spread-Differenz wird deutlich, dass das Senior-
Segment (wie auch in anderen Ländern) sich nicht als Rates-Substitut
qualifiziert. Gerade vor dem Hintergrund der Bail-in Risiken sind Senior-
Bonds eindeutig dem Credit-Segment zuzuordnen. Im Falle einer
Marktkorrektur wäre hier mit größeren Ausschlägen zu rechnen.

Austria: iBoxx Spreadverlauf (ASW in BP) Austria: Spreadübersicht (ASW in BP)


(EUR Benchmark-Emittenten) (EUR Benchmark-Emittenten)
60
50
40
30
20
10
0
-10
-20
-30
-40
12/2014
06/2015
12/2015
06/2016
12/2016
06/2017
12/2017
06/2018
12/2018
06/2019
12/2019
06/2020
12/2020
06/2021
12/2021
06/2022
12/2022
06/2023
12/2023
06/2024
12/2024
Austria Covered Poly. (iBoxx € Covered)
Poly. (Austria Covered)

Quelle: iBoxx, BondRadar, Bloomberg, Erste Group Research Quelle: iBoxx, BondRadar, Bloomberg, Erste Group Research

Sub-Sovereigns & Agencies: Im Bereich der Sub-Sovereigns und Agencies (SSA) steht im Gefolge der
Besicherungsqualität im Fokus Gesetzgebung zum Hypo-Alpe Adria Int. (HAA)-Bail-in die Qualität der
Besicherungen verstärkt im Fokus. Der staatliche Rückhalt (Support) in
Form von Haftungen bzw. Bürgschaften oder auch Garantien und der
laufende Transformationsprozess, der durch legistische Änderungen in
punkto Haftungen geprägt ist, hat bereits zu Rating-Änderungen geführt.

Renditechancen mit hohem Für die mit einer Garantie des Bundes ausgestatteten Agency-Anleihen
Besicherungsniveau (ASFINAG, ÖBB-Infrastruktur, OeKB) gehen wir nicht von nachteiligen
Effekten aus, zumal diese eine erhöhte Qualität der Besicherung in Form
von expliziten, unwiderruflichen Bundesgarantien der Republik Österreich
bieten (siehe dazu auch Teil 2 unseres Specials zum Thema Haftungen
(siehe Seite 11 in diesem Quarterly). Ein eventueller Uptick in den ASW-
Spreads sollte daher nicht von langer Dauer sein und eher als
Renditegelegenheit erkannt werden.

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Margarita Grushanina Sovereign


margarita.grushanina@erstegroup.com

Staatsfinanzen - Neuer Konsolidierungspfad

Budgetdefizit 2013 niedriger als Die revidierten Zahlen für die Bruttostaatsverschuldung und das
geplant Budgetdefizit beliefen sich Ende 2013 auf 74,5% bzw. 1,5% des BIP. Das
Defizit konnte somit signifikant gegenüber 2012 (2,5%) und den für 2013
geplanten 2,3% verbessert werden. Gleichzeitig stieg die Schuldenquote
leicht um 0,5% des BIP verglichen mit 74% im Jahr 2012.

Das strukturelle Defizit belief sich auf 1,1%, was wesentlich niedriger als die
geplanten 1,8% des BIP war. Diese Verbesserung wurde vor allem durch
die nachfolgend aufgelisteten höheren Einnahmen ermöglicht:
• Höhere Erlöse aus der Versteigerung von Mobilfunklizenzen (EUR
1,75 Mrd.)
• Höhere Beitrage zur Arbeitslosenversicherung (EUR 0,2 Mrd.)
• Die früher als erwartete komplette Rückzahlung des staatlichen
Partizipationskapitals durch die Erste Group (EUR 1,2 Mrd. statt
EUR 0,6 Mrd.) und ein beschleunigtes Rückzahlungsprogramm
seitens der BAWAG.
Dies half, den Effekt von marginal niedriger als erwarteten
Steuereinnahmen auszugleichen (z.B. Verbrauchssteuern inklusive MwSt.
aufgrund des schwächeren Konsums, sowie einmalige Abgeltungsbeträge
aus dem Steuerabkommen mit der Schweiz). Auf der Ausgabenseite fiel die
staatliche Hilfe für die Hypo-Alpe-Adria (siehe „Fokusbox“) höher als
erwartet aus (EUR 1,0 Mrd.), was teilweise durch niedrigere Zinsausgaben
(EUR 0,1 Mrd.) und Pensionszahlungen (EUR 0,2 Mrd.) kompensiert wurde,
sowie eine geringer als geplante Nutzung von Ausfuhrhaftungen.

HAA notleidende Aktiva werden Gemäß der im März 2014 erzielten Übereinkunft werden die notleidenden
Staatsverschuldung um EUR 17,8 Aktiva der HAA an eine Abbaugesellschaft übertragen, die keine Banklizenz
Mrd. erhöhen und keine unlimitierte Garantie der Republik Österreich haben wird. Die
Übereinkunft geht davon aus, dass die südosteuropäische Tochter der HAA
bis 2015 verkauft wird. Der Betrag an notleidenden Aktiva, die zur
1
Staatsschuld dazu kommen werden, wird auf EUR 17,8 Mrd. geschätzt ,
was die Schuldenquote der Republik im Jahr 2014 laut Schätzung des
Finanzministeriums auf 79,2% des BIP erhöhen wird. Das Budgetdefizit wird
zugleich um EUR 4 Mrd. wachsen und sollte im heurigen Jahr eine Höhe
von 2,7% des BIP erreichen, wovon allerdings das strukturelle Defizit nicht
berührt wird. Diese Lösung wird auch zu einer Reduktion der staatlichen
Eventualverbindlichkeiten etwa in gleicher Höhe führen.

ESVG-Reform birgt Sondereffekte Ein weiterer Faktor, der die Staatsschuld mittelfristig beeinflussen wird, ist
die Reform des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher
Gesamtrechnung (ESVG), welche im September 2014 implementiert
werden soll. Gemäß Statistik Austria sollte die Reform zu einer Erhöhung
des nominellen BIP 2011 um 3,3% führen. Gleichzeitig soll die
Schuldenquote (basierend auf den 2010 BIP-Zahlen) um 2,5% steigen.

Im April hat das Finanzministerium das neue Stabilitätsprogramm


angekündigt, welches die Belastung der Staatsfinanzen durch die HAA
berücksichtigt und einen neuen Konsolidierungspfad präsentiert. Unter der
Annahme, dass das reale BIP bis 2015 jährlich um nicht weniger als 1,7%

1
Es wird erwartet dass das Bundesland Kärnten ebenfalls einen Beitrag zur Lastenteilung
leisten wird, allerdings werden der genaue Betrag und die Bedingungen noch diskutiert

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Neuer Konsolidierungspfad wachsen wird sowie um 1,9% in 2016 und 2017, ist es das Ziel der
Regierung, bis 2017 das Budgetdefizit auf -0,6% zu verringern und die
Schuldenquote auf 73,4%. Die geplanten Konsolidierungsmaßnahmen
sollten das strukturelle Budgetdefizit auf 1,0% in 2014, 0,9% in 2015 und
0,4% in 2016 senken, und es ab 2017 auf einem Niveau von nicht über
0,45% des BIP halten. Diese Berechnungen berücksichtigen allerdings die
Auswirkungen der ESVG-Reform nicht, welche, wenn man sie zu den
heutigen Zahlen addiert, die staatliche Schuldenquote 2014-2015 über die
80% Marke heben werden.

Auswirkungen der HAA „Bad Bank“, der ESVG-Reform


Implementierung und des Stabilitätsprogramms auf Österreichs
Staatsschulden
82,3%
80,2%
80%
77,7%
79,2%
77,6% 74,8%
74,5%
75%
75,6%
HAA und ESVG-Reform werden
Staatsschuldenquote 73,6% 73,4%
73,0%
vorübergehend auf 80% des BIP 70% 71,3%
erhöhen
69,3%

65% 67,0%

60%
2013 2014 2015 2016 2017
ESVG Einfluss
Verschuldung gemäß neuem Stab ilitätsprogramm
Verschuldung gemäß "altem" Stabi litätsp rogramm

Quelle: BMF, Datastream, Erste Group Research

Die obige Grafik basiert auf den folgenden Annahmen:


• Die Implementierung der ESVG-Reform wird die Schuldenquote um 2,5% erhöhen
(auf der Basis des 2010 BIP) und wird beginnend mit 2011 auch das nominale BIP
um 3,3% erhöhen.
• Der jährliche Schuldenreduktion des Konsolidierungspfads wurde aus dem
Stabilitätsprogramm des Österreichischen Finanzministeriums übernommen (Stand:
April 2014)

Die Rückzahlung der Bankenhilfe in Form staatlichen Partizipationskapitals


wird einen positiven Beitrag zum Budget des Jahres 2014 leisten. Am
Anfang des Jahres hat die BAWAG die noch verbleibenden EUR 350 Mio.
zurückgezahlt, im Juni hat die RBI EUR 1,75 Mrd. an staatlichen Geldern
rückgeführt.

Mit ihrem neuen Stabilitätsprogramm bestätigt die Regierung ihre


Verpflichtung zu strukturellen Reformen in den Bereichen Pensionen,
Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung, Beschäftigung und Steuern.

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Rating Agentur DBRS hat im Juni Am 13. Juni 2014 hat die Rating Agentur DBRS ihr Rating von AAA/R-1
Österreichs AAA Rating bestätigt (hoch)/stabil für die Republik Österreich bestätigt. Die Hauptfaktoren,
die das AAA Rating stützen, sind die offene und hochproduktive Wirtschaft
des Landes, die hohe Tragfähigkeit der Verschuldung, die robusten
fiskalischen Rahmenbedingungen sowie die Erfolgsgeschichte der stabilen
und vorhersehbaren Wirtschaftspolitik.

Gemäß der Stellungnahme der Agentur sind die hauptsächlichen Faktoren,


die potenziell Abwärtsdruck auf das Rating ausüben könnten, die folgenden:
• Eine deutliche Abkehr der Regierung von ihrem
Konsolidierungsplan könnte zu einem höheren Budgetdefizit und
Schuldenniveau führen (die derzeit erhöhte Schuldenquote wird als
eine der hauptsächlichen Herausforderungen für Österreichs sonst
stabile fiskalische Position erwähnt).
• Das starke Exposure der österreichischen Banken gegenüber
Zentral- und Osteuropa inklusive Russland und der Ukraine (ca.
67% des österreichischen BIP zum Q3 2013) könnte potenziell die
fiskalische Position Österreichs belasten, falls weitere
Unterstützungsmaßnahmen für Banken notwendig werden sollten.
• Wachsende altersbezogene Ausgaben, die mittelfristig zunehmend
fiskalischen Druck ausüben könnten (allerdings trägt die Regierung
diesem Problem in ihrem Strukturreformprogramm Rechnung).

Snapshot Wirtschaftslage:
langsame Verbesserung der Indikatoren
Langsame wirtschaftliche Erholung
Q1 14 Q4 13 Q3 13
0,2 0,4 0,3
Die österreichische Wirtschaft ist schwächer als erwartet ins erste Quartal
BIP (%, q/q)
Arbeitslosigkeit (%) 4,9 5,0 4,9 2014 gestartet, da die offene Volkswirtschaft einer langsamer als erwarteten
Inflation (%) 1,5 1,7 2,0 Erholung in der Eurozone ausgesetzt war. Das österreichische BIP wuchs
Industrieproduktion (%, j/j) 3,4 0,4 0,1
Exporte (%, j/j) 4,7 3,5 2,3 um lediglich 0,2% q/q im Q1 2014, verglichen zu 0,4% im Q1 2013, wobei
Einzelhandelsumsätze (%, j/j) 1,2 0,2 0,3 sich die Rolle der Exporte (+1,5% im Q1 2014) als die Haupttriebfeder des
Quelle: Eurostat, Erste Group Research
Wirtschaftswachstums verstärkte.

2013 2014 2015 Die Verbesserung der Exporte wurde, wie schon im letzten Quartal 2013,
0,3 1,5 1,9
BIP (%, j/j)
4,9 4,9 4,9
von der Erholung in den Hauptexportdestinationen Österreichs angetrieben
Arbeitslosigkeit (%)
Inflation (%) 2,1 1,9 1,9 (primär Deutschland und die USA). Zwei weitere wesentliche Konsumenten
Staatsverschuldung (% BIP) 74,5 82,3 80,2 österreichischer Exporte, Italien und die Schweiz, wiesen im Q1 2014 eine
Budgetdefizit (% BIP) 1,5 2,7 1,4
Quelle: Datastream, Erste Group Research
negative Entwicklung auf, da das Wirtschaftswachstum in diesen Ländern
niedriger als prognostiziert ausfiel (im Falle Italiens sogar negativ). Da
jedoch angenommen wird, dass die Erholung an Fahrt gewinnen sollte,
erwarten wir, dass Ausfuhren in diese Bestimmungsländer in den
kommenden Quartalen ebenfalls zulegen werden.

Ein weiterer wichtiger Grund für den Anstieg der Nettoexporte im Q1 war
das schwächere Importwachstum (+0,6%) gegenüber der zweiten
Jahreshälfte 2013 (Q3: +0,9%, Q4: +0,7%). Der Grund dafür war eine
insgesamt schleppende Inlandsnachfrage, die im Laufe der letzten Quartale
nur eine sehr geringe Erholung verzeichnen konnte. Das zeigen auch die
Konsumentenstimmungsindikatoren (siehe Grafik auf der nächsten Seite),
die nachdem sie im Q4 2013 leicht gestiegen sind (+0,24% q/q) im Q1 2014
wieder um nahezu 0,2% gesunken sind. Angesichts des höheren Niveaus
der Inflationsrate relativ zur Eurozone (ein wesentlicher Importpartner),
erwarten wir jedoch, dass das Importwachstum im kommenden Quartal
wieder etwas zulegen wird.

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Die Erholung der letzten drei Quartale war Verbesserung in Hauptexportdestinationen (DE, USA)
hauptsächlich eine Folge des Exportwachstums stützte wesentlich
BIP und Komponenten (% q/q) Warenexporte (j/j, geglättet (3 Monate))
1,5%
50%
1,0%
0,5%
30%
0,0%
-0,5% 10%
-1,0%
-1,5% -10%
-2,0%
Q1 2008

Q1 2009

Q1 2010

Q1 2011

Q1 2012

Q1 2013

Q1 2014
-30%

-50%
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Privater Konsum Investitionen
Nettoexporte BIP q/q IT DE CH USA

Quelle: Statistik Austria, Erste Group Research Quelle: Statistik Austria, Erste Group Research

Der private Konsum wuchs mit einer niedrigen, aber stabilen Rate von 0,1%
über die letzten drei Quartale, wobei niedriges Wachstum der verfügbaren
Einkommen in Kombination mit der über dem Durchschnitt der Eurozone
liegenden Inflationsrate Konsumentenausgaben gebremst haben dürfte.

Investitionen wiesen zwar im Q1 2014 eine geringfügige q/q Verbesserung


auf (+0,0% vgl. zu -0,3% im Q4 2013), blieben allerdings hinter den
Erwartungen zurück. Nichtsdestotrotz zeigen die Vertrauensindikatoren in
den letzten paar Monaten eine Erholung an, wobei die Hauptimpulse aus
der Industrie kommen. Kapazitätsauslastungen steigen ebenfalls, was
erwarten lässt, dass das Investitionswachstum mit einer zeitlichen
Verzögerung von ein bis zwei Quartalen folgen wird. Daher erwarten wir,
dass das Investitionswachstum in der zweiten Hälfte 2014 bereits an Fahrt
gewinnen und sich über das Jahr 2015 stabil entwickeln wird.

Verbesserte Stimmung bei Produzenten Kapazitätsauslastung steigt


OECD Stimmungsindikatoren Bruttoanlageinvestitionen und Kapazitätsauslastung (j/j)
103 103 14% 91

10%
101 101 87
6%

2%
99 99 83
-2%

-6%
79
97 97
-10%

-14% 75
95 95
Q3 2006

Q2 2007

Q1 2008

Q4 2008

Q3 2009

Q2 2010

Q1 2011

Q4 2011

Q3 2012

Q2 2013

Q1 2014
2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

Gesamt Konsumenten Produzenten GFCF j/j Kapazitätsauslastung (rechts)

Quelle: OECD, Erste Group Research Quelle: Statistik Austria, Datastream, Erste Group Research

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Arbeitslosenrate niedrigste in Die Arbeitslosenrate ist im Q1 2014 leicht auf 4,9% zurückgegangen,
Eurozone nachdem sie Ende des Vorjahres 5,0% erreicht hatte. Wir erwarten, dass
sie sich weiterhin nahe diesem Niveau einpendeln wird. Sie bleibt damit
jedenfalls eine der niedrigsten unter den Mitgliedsländern der Eurozone -
Deutschland eingeschlossen.

Prognose für das BIP-Wachstum Wir revidieren unsere Prognose für das BIP-Wachstum 2014 leicht von
2014 nach unten revidiert 1,7% auf 1,5%, insbesondere aufgrund von 1) niedriger als erwartetem
Wachstum im Q1, und 2) einer schwächer als anfänglich erwarteten
Entwicklung einiger Faktoren (vor allem: wirtschaftliches Wachstum in den
Hauptexportdestinationen und verfügbare Einkommen pro Kopf), die den
privaten Konsum und die Exporte beeinflussen. Wir erwarten dennoch, dass
das Wachstum hauptsächlich durch den Beitrag der Exporte, und eine
positive Entwicklung bei privatem Konsum und Investitionen getragen
werden wird. Wir rechnen damit, dass Österreich weiterhin eine insgesamt
bessere wirtschaftliche Performance aufweisen wird als der Durchschnitt
der Eurozone.

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Ralf Burchert, CEFA


ralf.burchert@erstegroup.com Sub-Sovereigns & Agencies (SSA)

Renditeentwicklung
Die angekündigte Rating-Überprüfung von vier österreichischen
Bundesländern und sieben Kreditinstituten durch Standard & Poor´s (10.6.)
im Gefolge der durch die Regierung beschlossenen Gesetze zur Abwicklung
der Hypo-Alpe-Adria (HAA) reflektiert aus der Sicht der Agentur Änderungen
des institutionellen Rahmens und eine Verringerung der staatlichen
Supportannahme für die Institute. Moody´s bringt dieselbe Argumentation in
Ansatz betreffend die Rating-Revision der Banken (vgl. S. 19, Rating-
Veränderungen)

Performance SSA-Indizes (seit 1/2009 Den Hintergrund dafür bildet der politische Diskurs über die Verteilung der
indiziert, 1/2009=100) fiskalischen Lasten für die Abwicklung der HAA zwischen Bund und Ländern
innerhalb Österreichs. Aus unserer Sicht ist aber auch die markante
Rückbildung des Haftungsvolumens der Bundesländer bis 2017 zu
berücksichtigen, die ein positives Licht auf die Länder wirft. Für die mit einer
Garantie des Bundes ausgestatteten Agency-Anleihen (ASFINAG, ÖBB-
Infrastruktur, OeKB) gehen wir nicht von nachteiligen Effekten aus, zumal
diese eine erhöhte Qualität der Besicherung in Form von expliziten,
unwiderruflichen Bundesgarantien der Republik Österreich bieten (siehe
dazu auch Teil 2 unseres Specials zum Thema Haftungen (siehe Seite 11 in
diesem Quarterly).

Ein eventueller Uptick in den ASW-Spreads sollte daher nicht von langer
Dauer sein und eher als Renditegelegenheit erkannt werden. Die bereits
Quelle: Bloomberg, markit
seit einigen Quartalen sichtbaren Trends der Einengung der Spreads der
SSA bei den mittleren bzw. längeren Laufzeiten haben sich soweit auch im
2. Quartal fortgesetzt. Die wichtigsten SSA-Indizes in der Eurozone haben
auch im Zeitraum April-Juni eine ähnlich gute Performance wie im ersten
Quartal gezeigt.

Überblick ASW-Spreads (in Basispunkten) von Performancevergleich iBOXX EUR Österr.


ASFINAG, ÖBB Infra, ÖKB zur Republik (RAGB) Bundesanleihen sowie SSA-Segmenten
(indiziert, 2.1.2013=100)

Quellen: Bloomberg, markit/iBOXX, Erste Group Research

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Primärmarkt
Alle Agencies mit Das Emissionsangebot im SSA-Bereich erreichte im ersten Halbjahr 2014
Bundesgarantie aktiv im 1. rund EUR 3 Mrd. und lag damit auf dem Niveau des Vorjahres. Die OeKB
Halbjahr (Aaa/AA+) war im ersten Quartal mit gleich drei Emissionen am Markt
(GBP, CHF und USD Benchmark), die ASFINAG (Aaa/AA+) und die ÖBB
Infrastruktur (Aaa/AA+) folgten im zweiten Quartal mit jeweils einer EUR-
Benchmark, die sehr gut angenommen wurden. Die ASFINAG (750
Mio./7Jahre) wurde mit +9, die ÖBB Infra (500 Mio./15 Jahre) mit +24 über
Mid-Spread gepreist.

Emissionen auf Im Bereich der Länder trat das Land Niederösterreich (Aaa *-) mit einigen
Landesebene kleineren EUR-Emissionen mit variabler Verzinsung an den Kapitalmarkt –
insgesamt EUR 83 Mio. mit Laufzeiten von 4 bis 18 Jahren – erfolgreich
heran. Der Kärntner Landesversorger KELAG (kein Rating, ohne
Haftung/Garantie) holte sich EUR 150 Mio. (Laufzeit 12 Jahre) für eine
Rendite von 3,01% und die Kärntner Landeskrankenanstalten-
Betriebsgesellschaft (kein Rating) platzierte eine EUR 30 Mio.-
Inhaberschuldverschreibung (11 Jahre, unbesichert) mit Rendite 2,38%.

Ausblick Wir erwarten im zweiten Halbjahr noch Emissionen von der OeKB und der
ÖBB Infrastruktur, bei der ASFINAG stehen zumindest aus der Sicht der
Fälligkeiten erst wieder 2015 größere Volumen an. Die Landesebene (die
Länder selbst bzw. deren Unternehmen) erscheint aus Renditesicht
interessant, allerdings mit dem Nachteil kleinerer Volumina und fallweise
auch Besicherung (vgl. Tabellen unten bzw. Appendix).
Neuemissionen im SSA-Segment in Österreich (seit Januar 2013)

Emissions- Rendite
Name Sicherungsart datum Fälligkeit Währg. Nominale Kupon Typ Kupon YTM
OKB 0 02/26/16 GOVT GUARANTEED 28.02.2013 26.02.2016 USD 200.000.000 0,357 FLOATING 0,24
GRZCTY 3.3 04/05/28 SR UNSECURED 05.04.2013 05.04.2028 EUR 70.000.000 3,300 FIXED 2,69
OKB 1 1/8 05/29/18 GOVT GUARANTEED 29.05.2013 29.05.2018 USD 1.750.000.000 1,125 FIXED 1,42
NIEDOE 0 10/09/28 SR UNSECURED 17.06.2013 09.10.2028 EUR 50.000.000 0,877 FLOATING 0,54
ASFING 2 3/4 06/20/33 GOVT GUARANTEED 20.06.2013 20.06.2033 EUR 750.000.000 2,750 FIXED 2,32
NIEDOE 2.633 06/11/28 SR UNSECURED 24.06.2013 11.06.2028 EUR 75.000.000 2,633 FIXED 2,11
NIEDOE 2.605 10/04/27 SR UNSECURED 24.06.2013 04.10.2027 EUR 50.000.000 2,605 FIXED 2,05
NIEDOE 2.6 09/21/27 SR UNSECURED 24.06.2013 21.09.2027 EUR 50.000.000 2,600 FIXED 2,05
NIEDOE 2.65 06/11/28 SR UNSECURED 27.06.2013 11.06.2028 EUR 25.000.000 2,650 FIXED 2,11
OBND 2 1/4 07/04/23 GOVT GUARANTEED 04.07.2013 04.07.2023 EUR 1.000.000.000 2,250 FIXED 1,45
OKB 0 07/05/16 GOVT GUARANTEED 05.07.2013 05.07.2016 USD 30.000.000 0,270 FLOATING 0,31
OBND 2 1/8 07/22/33 GOVT GUARANTEED 22.07.2013 22.07.2033 EUR 75.000.000 2,125 FIXED 2,40
OKB 1 1/8 07/24/20 GOVT GUARANTEED 26.07.2013 24.07.2020 CHF 500.000.000 1,125 FIXED 0,39
NIEDOE 0 10/10/28 SR UNSECURED 10.10.2013 10.10.2028 EUR 75.000.000 0,826 FLOATING 0,54
ASFING 1 3/4 10/21/20 GOVT GUARANTEED 21.10.2013 21.10.2020 EUR 1.000.000.000 1,750 FIXED 0,89
OBND 3 10/24/33 GOVT GUARANTEED 22.10.2013 24.10.2033 EUR 1.000.000.000 3,000 FIXED 2,36
OKB 0 3/4 12/15/16 GOVT GUARANTEED 05.11.2013 15.12.2016 USD 1.000.000.000 0,750 FIXED 0,80
NIEDOE 0 01/14/23 SR UNSECURED 14.11.2013 14.01.2023 EUR 40.000.000 0,740 FLOATING 0,46
OKB 2 12/17/18 GOVT GUARANTEED 03.02.2014 17.12.2018 GBP 350.000.000 2,000 FIXED 2,12
OKB 1 1/8 07/24/20 GOVT GUARANTEED 21.02.2014 24.07.2020 CHF 175.000.000 1,125 FUNGED -
OKB 1 5/8 03/12/19 GOVT GUARANTEED 12.03.2014 12.03.2019 USD 1.250.000.000 1,625 FIXED 1,72
NIEDOE 0 10/20/18 SR UNSECURED 12.03.2014 20.10.2018 EUR 20.000.000 0,577 FLOATING n.v.
ASFING 1 3/8 04/09/21 GOVT GUARANTEED 09.04.2014 09.04.2021 EUR 750.000.000 1,375 FIXED 1,00
NIEDOE 0 10/20/23 UNSECURED 22.05.2014 20.10.2023 EUR 5.000.000 0,757 FLOATING 0,48
OBND 2 1/4 05/28/29 GOVT GUARANTEED 28.05.2014 28.05.2029 EUR 500.000.000 2,250 FIXED 2,14
NIEDOE 0 07/28/21 UNSECURED 28.05.2014 28.07.2021 EUR 5.000.000 0,704 FLOATING 0,43
NIEDOE 0 07/02/18 UNSECURED 28.05.2014 02.07.2018 EUR 3.000.000 0,654 FLOATING 0,32
NIEDOE 0 09/13/32 UNSECURED 02.06.2014 13.09.2032 EUR 25.000.000 0,752 FLOATING 0,51
NIEDOE 0 09/13/32 UNSECURED 02.06.2014 13.09.2032 EUR 25.000.000 0,752 FLOATING 0,51
KAERTN 3 06/25/26 SR UNSECURED 25.06.2014 25.06.2026 EUR 150.000.000 3,000 FIXED 2,54
LKABG 2.38 06/26/25 UNSECURED 26.06.2014 26.06.2025 EUR 30.000.000 2,380 FIXED 1,85
Quellen: Bloomberg, Erste Group Research

Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 10


Erste Group Research
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25. Juni 2014

Agencies (mit Bundesgarantie) im Diagramm Restlaufzeit-Rendite (Jahre bzw. YTM, in %)


Rendite (YTM, in %)

Restlaufzeit (Jahre)
Quellen: Bloomberg, Erste Group Research

Anleihen „mit staatlicher Garantie“: Haftungen, Bürgschaften &


Garantien – Teil 2
Haftungen der österreichischen Bundesländer

Haftung: Hintergrund, Ziele Das Instrument der Haftung hat eine über 100 Jahre alte Geschichte in
Österreich. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Haftung der
öffentlichen Hand ein volkswirtschaftlicher bzw. sozialer Zweck zur
Besicherung von Ersparnissen der Bevölkerung sowie zur Förderung von
Sparsamkeit und Wohlstand zu. Heute bezweckt der Staat - Bund, Länder
und Gemeinden - mit der Übernahme von Haftungen die Sicherstellung
günstiger Finanzierungskosten für Investitionen im öffentlichen Interesse, in
der Daseinsvorsorge oder auch eine gezielte Förderung der Wirtschaft.
Nachdem im letzten Quarterly das Thema Haftungen und Garantien global
bzw. auf Bundesebene beleuchtet wurde, geht es diesmal
schwerpunktmäßig um Haftungen auf der Ebene der österreichischen
Bundesländer. Das Haftungsportfolio der Länder ist dabei derzeit noch
wesentlich durch Ausfallsbürgschaften und Gewährträgerhaftungen
gegenüber den Landeshypothekenbanken charakterisiert, die seit ihrer
Abschaffung im Jahr 2003 beschränkt sind und größtenteils bis zum Jahr
2017 abreifen werden.

Haftungen – zur Dimension Ein Vergleich: der Stand der Bundeshaftungen der Republik Österreich
2
betrug per 31.12.2013 rund EUR 111,3 Mrd. , der Stand der Haftungen der
3
Bundesländer in Summe EUR 59,0 Mrd. (zuletzt verfügbare
Rechnungsabschlüsse zum 31.12.2012), inklusive der ausgegliederten
4
Einheiten und sonstigen Haftungen EUR 71,5 Mrd. Auf Gemeindeebene
5
bestehen nochmals Haftungen über in Summe EUR 7,0 Mrd. (ohne Wien) .

2
Rechnungshof, Bundesrechnungsabschluss 2013
3
Rechnungsabschlüsse 2012 der Bundesländer, Erste Group Research
4
Rechnungshof auf Basis RA 2012 der Bundesländer, Erste Group Research
5
Statistik Austria, bzw. im Einklang mit Gemeindefinanzbericht 2012, Kommunalkredit
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25. Juni 2014

Die Summe von rund EUR 190 Mrd. repräsentiert damit mehr als 60% des
österreichischen BIPs.

Rechtliche Grundlage Grundlegende Bestimmungen zur Übernahme von Haftungen durch das
Land finden sich in der jeweiligen Landesverfassung (Wien:
Stadtverfassung) mit Beschluss im Landtag (Wien: Gemeinderatsbeschluss)
oder Ermächtigung für die Landesregierung; in Niederösterreich allein auf
Grundlage der Budgethoheit des Landtages. Für die Gemeinden (ohne
Wien) sind die Gemeindeordnungen der Länder bzw. die jeweiligen
Stadtrechte der Statutarstädte relevant. Ab dem Jahr 2012 wurden
Haftungsobergrenzen rechtlich normiert (Österreichischer Stabilitätspakt
2011 und 2012) und in Beschlussform bzw. Verordnungen umgesetzt.

Ausweis in Hinsichtlich der Vollständigkeit der erfassten Landes- und


Landesabschlüssen Gemeindehaftungen wurde der Erfassungsgrad bei den Ländern in den
6
letzten Jahren laufend erhöht , denn nicht immer wurden alle
Eventualverbindlichkeiten in den Rechnungsabschlüssen lückenlos
ausgewiesen. Strengere Regelungen (EU „Six Pack“, Stabilitätspakt,
Haushaltsreform) werden für eine weitere Erhöhung der Transparenz
sorgen. So stehen bereits seit Jahresbeginn 2014 monatliche Cash-
Haushaltsdaten zur Verfügung und auch für Haftungen gibt es ab
7
31.10.2014 einen einheitlichen Ausweis .

Haftungen der Gemeinden Da Wien gleichzeitig Bundesland und Gemeinde ist, haben wir auch die
Haftungen der Gemeinden in die Betrachtung der übrigen Bundesländer mit
eingeschlossen. Eine Berücksichtigung der Gemeindehaftungen erscheint
auch aufgrund der engen Verflechtungen und regulativen Bestimmungen
8
(Finanzausgleich , Stabilitätspakt, Gemeindeaufsicht) zwischen Ländern
und Gemeinden sinnvoll, da den Ländern ähnlich wie dem Bund eine
Funktion eines „Lender of last resort“ zukommt. Freilich können die
tatsächlich bestehenden Haftungen in einzelnen Gemeinden von der auf
das Bundesland bezogenen statistischen Durchschnittsgröße bedeutend
abweichen.

6
Eva Hauth und Bernhard Grossmann, „Haftungen der Gebietskörperschaften für Dritte:
Inwieweit limitieren die neuen Obergrenzenbestimmungen deren Haftungsrisiko?“, Studie im
Auftrag des Staatsschuldenausschusses, Mai 2013
7
Statistik Austria, http://www.statistik-
austria.com/web_de/statistiken/oeffentliche_finanzen_und_steuern/sixpack/jahresindikatoren/in
dex.html#index1
8
Regelungen zur Festsetzung und Verteilung von Abgaben sowie Finanztransfers zwischen
Bund, Ländern und Gemeinden (Finanzausgleichsgesetz)
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25. Juni 2014

Überblick Haftungen der österreichischen Bundesländer inklusive


Gemeinden sowie laufende Einnahmen (in EUR Mio., 2012)

EUR Mio.

Quelle: Rechnungsabschlüsse der Bundesländer Landesrechnungshöfe der Bundesländer,


Bundesrechnungshof, Erste Group Research

Haftungen – hoher Anteil In allen Bundesländern bis auf Wien und Salzburg zeigt sich, dass das
an Haftungen im Haftungsvolumen die laufenden Einnahmen – mitunter deutlich –
Finanzsektor überschreitet. Die Qualität bzw. Zusammensetzung der Haftungen der
einzelnen Bundesländer verdient eine nähere Betrachtung. Das
Haftungsportfolio der Länder ist wesentlich durch Ausfallsbürgschaften und
9
Gewährträgerhaftungen gegenüber Kreditinstituten charakterisiert – fast
EUR 48 Mrd. in Summe. Hauptprofiteure davon sind acht
Landeshypothekenbanken, die großteils auch im Eigentum der
Bundesländer stehen bzw. die UniCredit Bank Austria. Das Ausmaß dieser
Haftungen hat in den letzten Jahren bereits deutlich abgenommen: noch im
Jahr 2001 haftete allein die Gemeinde Wien mit EUR 122 Mrd. für die Bank
10
Austria (als ehemalige Gemeindesparkasse der Stadt Wien) .

Haftungen für die Durch die von den Hypobanken und Ländern wiederum übernommene
Pfandbriefstelle solidarische Haftung („zur ungeteilten Hand“) für Emissionen im Rahmen
11
der Pfandbriefstelle der österreichischen Landes-Hypothekenbanken
ergeben sich zusätzliche Haftungen für die Bundesländer als Gewährträger.
Seit dem 1.4.2007 werden allerdings aufgrund des Wegfalls der
Landeshaftungen keine ungedeckten Emissionen durch die Pfandbriefstelle
mehr vorgenommen. Das gesamte Anleihevolumen wurde per Ende
12
Dezember 2013 mit rund EUR 6,1 Mrd. (2012: 7,5 Mrd.) ausgewiesen ,
aktuell stehen 31 Emissionen bzw. umgerechnet gesamt EUR 5,2 Mrd.

9
Siehe Quarterly Q2 2014 oder auch Appendix betreffend Definitionen „Haftung“, „Bürgschaft“,
„Garantie“
10
Stadt Wien, Presseaussendung vom 27.5.2014: Rechnungsabschluss 2013; per Dezember
2013 ist das Haftungsvolumen von EUR 8,17 Mrd. auf EUR 6,76 Mrd. gesunken.
11
Bundesgesetz über die Pfandbriefstelle der österreichischen Landes-Hypothekenbanken, §2
(2), BGBl. I, Nr. 45/2004
12
Pfandbriefstelle der österreichischen Landes-Hypothekenbanken, Jahresfinanzberichte 2012,
2013
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13
aus . Bis Ende September 2017 werden die Haftungen nahezu gänzlich
abgebaut sein.

Haftungen der Bundesländer für Kreditinstitute (Beträge per Ende


2012)

Haftung
Bundesland (EUR Mio.) Institut Anteil
Burgenland 2.397 Hypo-Bank Burgenland AG 0%, verkauft
Kärnten 14.989 Hypo Alpe-Adria-Bank AG, HAA Int. AG 0%, verkauft
NÖ 5.449 HYPO NOE Gruppe Bank AG 100%
OÖ 3.095 Oberösterreichische Landesbank AG 51%
Salzburg 56 Salzburger Landes-Hypothekenbank AG 10%
Steiermark 2.771 Landes-Hypothekenbank Steiermark AG 25%
Tirol 5.617 Hypo Tirol Bank AG 100%
Vorarlberg 5.340 Vorarlberger Landes- u. Hypothekenbank AG 76%
Wien 8.171 UniCredit Bank Austria AG 0%, verkauft
Quelle: Rechnungsabschlüsse der Bundesländer Landesrechnungshöfe der Bundesländer,
Bundesrechnungshof, Erste Group Research

Deutlicher Abbau der Bis ins Jahr 2017 werden sich die Haftungen bedeutend reduzieren und das
Haftungen bis 2017 Haftungsprofil der Bundesländer damit markant verbessern. Der
Hintergrund: Bereits im Jahr 1999 verabschiedete die Europäische
Kommission eine „Mitteilung über die Anwendung der Artikel 87 und 88 EG-
Vertrag auf staatliche Beihilfen in Form von Haftungsverpflichtungen und
Bürgschaften“, in der die Beurteilung der staatlichen Garantien aus dem
Blickwinkel der Beihilfevorschriften erläutert wird. Daraus folgte die
Feststellung, dass die günstigeren Finanzierungsbedingungen für
Unternehmen oder auch der Erwerb einer Beteiligung an einem
Unternehmen durch den Staat, wenn dadurch eine unbegrenzte Haftung
übernommen wird, als Beihilfe angesehen wird. Dies wurde allen
14
Mitgliedsstaaten im März 2000 zur Kenntnis gebracht .

Ausfallshaftung – EU- Das von der Europäischen Kommission, Generaldirektion Wettbewerb, im


Kommission, Jahr 2002 eingeleitete beihilfenrechtliche Verfahren im Zusammenhang mit
Übergangsfristen den bestehenden Ausfallshaftungen von Gebietskörperschaften für Landes-
Hypothekenbanken wurde Anfang 2003 durch eine "Verständigung"
zwischen der Europäischen Kommission und der Republik Österreich
beendet. Demnach erfolgte eine Abschaffung der Ausfallshaftung, die als
Bürgschaft zu verstehen ist (vgl. Beschreibung der Garantie) mit folgenden
Übergangsfristen: Verbindlichkeiten, die am 2. April 2003 bestehen, sind
unabhängig von ihrer Laufzeit von der Ausfallshaftung gedeckt.
Verbindlichkeiten, die innerhalb der von 3. April 2003 bis 1. April 2007
vereinbarten Übergangsfristen begründet werden, sind weiterhin von der
Ausfallshaftung gedeckt, falls ihre Laufzeit nicht über den 30.9.2017
hinausgeht.

Da ein Großteil der Bankhaftungen daher bis 2017 abreifen wird, sollte sich
die eingangs gezeigte Haftungssituation für die Länder grundlegend –
positiv – verändern. Unter der Arbeitshypothese, dass die Haftungen für
Kreditinstitute gänzlich wegfallen (einige Haftungen für Anleihen mit
längeren Laufzeiten, die vor 2001 bzw. 2003 begeben wurden, werden noch

13
Quelle: Bloomberg
14
Schreiben der Europäischen Kommission betreffend Staatliche Beihilfe, Ausfallshaftung vom
30.4.2003, http://ec.europa.eu/eu_law/state_aids/comp-2002/e008-02.pdf

Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 14


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bestehen bleiben), stellt sich die Grafik deutlich verbessert dar. Demnach
werden die Haftungen für die landeseigenen Unternehmungen wie
Krankenhäuser, Wohnbau- bzw. Immobilien- und Beteiligungsgesellschaften
den Großteil ausmachen. Ergänzt um die laufenden Einnahmen des
15
jeweiligen Bundeslandes lässt sich ein Maß für die Tragfähigkeit des
(ungewichtet) ausgewiesenen Haftungsvolumens ablesen.

Haftungssituation - In dieser Betrachtung – und unter den Annahmen, dass sich das Volumen
Ausblick der übrigen Haftungen sowie die laufenden Einnahmen nicht wesentlich
verändern – stellt sich die Haftungssituation ab 2017 in den Bundesländern
Tirol und Wien besonders positiv dar, zumal die laufenden Einnahmen das
ausstehende Haftungsvolumen bei weitem überdecken. Auch Vorarlberg,
das Burgenland und die Steiermark weisen gute Relationen auf. Bei
Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Kärnten spielen Haftungen
für die Wohnbauförderung (bzw. die entsprechenden Fonds) eine große
Rolle. In der Steiermark stehen die Haftungen für die
Landesimmobiliengesellschaften (mit über EUR 1,6 Mrd. LIG und KIG bzw.
deren Anleihegläubigern) im Vordergrund. In Oberösterreich und in Kärnten
übersteigen die Eventualverbindlichkeiten auch unter Vernachlässigung der
Wohnbauförderung die laufenden Einnahmen.

Überblick Haftungen ohne Kreditinstitute inklusive Gemeinden sowie


laufende Einnahmen (in EUR Mio., 2012)

EUR Mio.

Quelle: Rechnungsabschlüsse der Bundesländer Landesrechnungshöfe der Bundesländer,


Bundesrechnungshof, Erste Group Research

Betrachtung pro Kopf Da sich die Bevölkerungszahlen in den einzelnen Bundesländern deutlich
unterscheiden, lohnt auch eine Betrachtung der Haftungsvolumina pro Kopf.
Aus Analysesicht wird damit deutlich, wie intensiv das Instrument der
Haftung auf Länderebene genutzt wird. Das damit tatsächlich verbundene
Risiko bzw. die Eintrittswahrscheinlichkeit hängt von der Qualität der
Haftungsbegünstigten ab. So ist eine Finanzierung von Projekten zur

15
Quelle: jeweiliger Querschnitt des Rechnungsabschlusses (zuletzt verfügbar: 2012)
Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 15
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Daseinsvorsorge, die in der Kernkompetenz des Staates liegen wie z.B.


Krankenhäuser von wettbewerbsintensiveren Branchen wie z.B.
Energieversorgung zu unterscheiden.

In der Pro-Kopf-Betrachtung überholt Kärnten wieder Oberösterreich und


auch Salzburg weist ein höheres relatives Niveau auf. Wien stellt sich aus
dieser Sicht wieder an die Spitze gefolgt von Vorarlberg und Tirol, das
Burgenland und die Steiermark im guten Mittelfeld.

Überblick Haftungen ohne Kreditinstitute inklusive Gemeinden pro


Kopf (in EUR Tausend)

EUR pro Kopf

Quelle: Rechnungsabschlüsse der Bundesländer Landesrechnungshöfe der Bundesländer,


Bundesrechnungshof, Erste Group Research

Überblick Anleihen

Ausstehende Emissionen Emissionen österreichischer Bundesländer selbst sind eher rar, da sich die
im Bereich der Länder Bundesländer zumeist über die Österreichische
Bundesfinanzierungsagentur (ÖBFA) finanzieren. Von den 9 Ländern haben
derzeit 4 Emissionen am Kapitalmarkt ausstehend, darunter
Niederösterreich, das sich mit Abstand am häufigsten an den Kapitalmarkt
wendet, Salzburg, Wien und Kärnten. Parallel dazu gibt es auch Emissionen
von Beteiligungsgesellschaften fast aller Bundesländer – mitunter auch in
Benchmark-Größe, einige davon auch mit Garantien. Neben Wien haben
auch Graz und Linz (Privat-) Platzierungen vorgenommen.

Mit Abstand am häufigsten emittieren jedoch die Landeshypothekenbanken,


deren Altanleihen zum Teil noch von den Ausfallbürgschaften der jeweiligen
Länder profitieren bzw. die im Eigentum der Länder stehen.

Wenngleich mehrheitlich die Haftungen für die Anleihen der Hypobanken


mit Laufzeit bis Ende September 2017 abreifen, können die Anleihen dieser
Institute aus dem Blickwinkel der Sicherheit interessant bleiben, da dies
nichts an den Eigentumsanteilen der Länder ändert und die
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Rating-Überlegungen von Supportwahrscheinlichkeit nicht zwingend zur Gänze wegfällt. Die


Moody´s und S&P Ratingagenturen Moody´s und Standard & Poor´s haben dazu jüngst
festgestellt, dass künftig die Möglichkeiten für Bankenstützungen durch das
rechtliche Rahmenwerk deutlich eingeschränkt werden. Dennoch gehen sie
nicht davon aus, dass sämtlicher systemischer Support in absehbarer Zeit
entzogen wird. Stützungsmaßnahmen könnten im Einklang mit den
16
verabschiedeten Regularien eingeschränkt weiterhin erfolgen . Standard &
Poor´s relativierte diese Ansicht anlässlich des geplanten Gesetzeswerks
zur Abwicklung der Hypo-Alpe-Adria und setze den Credit Watch auf
negativ für die vier von ihr beurteilten Bundesländer sowie die
17
österreichischen Banken mit S&P Rating . Als Begründung wurde
einerseits die reduzierte Supportannahme sowie eine verminderte
Vorhersehbarkeit des institutionellen Rahmens im Verhältnis der Länder
zum Bund angeführt. Es wird ausdrücklich festgehalten, dass die
Supportannahme für andere staatsnahe Unternehmen wie die ASFINAG,
ÖBB-Infrastruktur und Österreichische Kontrollbank – die von expliziten
Bundesgarantien profitieren - davon nicht betroffen sind. Diese Sichtweise
teilt auch Moody´s in ihrer Einschätzung vom 20. Juni (vgl. dazu S. 19,
Abschnitt Covered Bonds – Ratingveränderungen)

Fazit
Haftungen in Form von Bürgschaften und Garantien bieten differenzierte
Besicherungen für Anleihegläubiger. Auf Länderebene machen die
Ausfallsbürgschaften für Banken derzeit noch einen Großteil der Haftungen
aus. Damit wird sich das Haftungsprofil der Bundesländer bis 2017 jedoch
bedeutend verbessern. Die Causa Hypo-Alpe-Adria ist ein singulärer Fall in
der österreichischen Unternehmensgeschichte und aus unserer Sicht nicht
generalisierbar – insbesondere im Hinblick auf den bisher geleisteten
staatlichen Support und bestehende Haftungen und Garantien.

16
Siehe auch Erste Bank Research: Credit Markets – Covered Bonds, 4.6.2014
17
Standard & Poor´s, Ratingsdirect, 10.6.2014
Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 17
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Übersicht - Anleihen im Bereich der Länder (Gemeinden) und Ratings


(siehe auch Appendix)
ohne Garantie
Emissionen mit oder Haftung Ausst.
Garantie oder (ohne/mit Volumen, in
Emittent (Beteiligungsanteil des Landes in %) Rating Haftung Pfandbriefen) EUR Mio.
Burgenland
Land Burgenland AA+/*- (S&P) - - -
Burgenländische Landesholding (100%) - 3 0 0
BELIG - Beteiligungs- und Liegenschaftsges.m.b.H. (99,99%) - 3 1 0
Wohnbau Burgenland GmbH (100%) - - 2 418
Hypo-Bank Burgenland AG (keine Beteiligung) - 26 39 1.015

Kärnten
Land Kärnten A2/s (Moody´s) - 1 82
KELAG - Kärntner Elektrizitäts-AG (51%, indir./26% durchg.) A/s (S&P) - 2 300
Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft (KABEG, 100%) - 19 6 661
Landesimmobiliengesellschaft Kärnten GmbH (LIGK, 100%) - 2 1 31
Kärntner Wirtschaftsfonds (100%) - 2 0 18
Hypo-Alpe-Adria-Int. AG, Hypo-Alpe-Adria-Bank AG (100% Caa1/*-
Republik Österreich) (Moody´s) 78 33 8.814

Niederösterreich
Land Niederösterreich Aaa/s (Moody´s),
AA+u/*- (S&P) - 19 482
HYPO NOE Gruppe Bank AG (100%) A/*- (S&P) 78 38/116 8.391
EVN AG (51%) A3/s (Moody´s),
BBB+/s (S&P) - 5 636

Oberösterreich
Land Oberösterreich AA+/s (S&P) - - -
Energie AG Oberösterreich (52,5%) A-/s (S&P) - 1 300
Oberösterreichische Landesbank AG (50,6%) A/*- (S&P) 73 23/88 3.548
Stadt Linz - - 1 80

Salzburg
Land Salzburg - - 2 200
Salzburger-Landes-Hypothekenbank AG (10%) - 7 50/99 457

Steiermark
Land Steiermark AA+/*- (S&P) - - -
KIG - Krankenanstalten-Immobiliengesellschaft (100%, ind.) - 1 - 500
Landes-Hypothekenbank Steiermark AG (25%) - 40 13/45 1.275
LIG - Landesimmobiliengesellschaft mbH (100%) - 4 6 159
Stadt Graz - - 2 100

Tirol
Land Tirol AA+/s (S&P) - - -
Hypo Tirol Bank AG (100%) Baa3/*- (Moody´s) 90 48/79 4.169

Vorarlberg -
Vorarlberger Illwerke AG (100%) - 1 - 90
Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank AG (76%) A2/*- (Moody´s) 64 30/40 4.752

Wien
Stadt Wien Aaa/s (Moody´s),
AA+u/*- (S&P) - 1 175
Wien Holding (100%) - - 2 270

Quelle: Bloomberg, Erste Bank Research

Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 18


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Christian Enger, CFA


christian.enger@erstegroup.com Covered Bonds

Sekundärmarkt

ASW-Spreads: Seitwärtstrend Die österreichischen Covered Bonds bieten im Durchschnitt einen Asset
Swap Spread von 15-20 BP. Damit haben sich die Risikoaufschläge des
Marktsegments in den vergangenen Monaten weiter seitwärts bewegt. Die
Diskussion im Q1 2014 um die Causa Hypo Alpe Adria International (HAA)
(siehe „Fokusbox“) führte zu keinen signifikanten Spreadausweitungen auf
dem Sekundärmarkt. Die Entscheidungsträger haben sich schlussendlich
darauf verständigt, das Unternehmen geordnet abzuwickeln. Die rechtliche
Umsetzung dessen erfolgte Mitte Juni 2014, als die Regierung den Entwurf
des HAA-Sondergesetzes beschlossen hat. Bei der Verkündung des
Abwicklungsmodells im März 2014 wurde bereits eine Beteiligung der
Nachranggläubiger und Partizipationskapitalgeber kommuniziert. Das
entsprechende Gesetzespaket hat zwar erneut zu negativen Schlagzeilen
geführt, ein Effekt auf den Sekundärmarkt blieb allerdings zunächst aus. Mit
einem Pfandbrief-Umlauf von unter 300 Mio. EUR ist der direkte Einfluss der
HAA auf den durchschnittlichen Spread der österreichischen Covered
Bonds verschwindend gering. Die indirekten Effekte könnten sich allerdings
belastend auswirken. Ausgelöst durch die Gesetzesinitiative droht den
Ratings Emittenten-Ratings der österreichischen Institute bei S&P eine
Herabstufung wie bereits bei Moody´s erfolgt. Headline-Risiken bestehen
auch durch die Umfassende Bewertung (Comprehensive Assessment/CA),
die die EZB im Rahmen der Übernahme der Bankenaufsicht durchführt.

Ausblick Die internationalen Rahmenbedingungen sollten sich u.E. stützend auf die
Spreads des österreichischen Marktsegments auswirken. Im
grenzüberschreitenden Aggregat übersteigen die Covered Bond Fälligkeiten
das Neuemissionsvolumen. Bei anhaltender Nachfrage bewirkt diese
Angebotsverknappung eine Verteuerung der gedeckten Anleihen. Auch die
regulatorische Entwicklung, wie die Ausnahme von Bail-ins oder die sich
abzeichnende verbesserte Anrechenbarkeit bei der Liquidity Coverage Ratio
(LCR), spielt den Covered Bonds in die Karten. In Relation zum iBoxx EUR
Covered Gesamtmarktindex hat sich das österreichische Marktsegment
schwächer entwickelt. Der Gesamtmarkt-Index konnte insbesondere von
der Spread-Einengung der Covered Bonds aus den Peripherieländern
profitieren.

Durch die Seitwärtsbewegung der vergangenen Monate hat sich der


mittelfristige Abwärtstrend der österreichischen Covered Bond Spreads am
Sekundärmarkt abgeflacht. Wir erwarten eine relativ stabile Entwicklung bei
den Sovereign-Spreads der Alpenrepublik. Das sollte den Covered Bonds
kaum zu einem positiven Momentum verhelfen (siehe Seite 2 in diesem
Quarterly). Trotz bestehender Headline-Risiken gehen wir derzeit weiter von
vergleichsweise stabilen Spreads für das Marktsegment im Q3 2014 aus.

Rating-Maßnahmen Rating-Veränderungen. Im vergangenen Quartal waren vor dem


Hintergrund der regulatorischen Veränderungen mehrere Rating-
Maßnahmen zu beobachten. Das betrifft insbesondere die Ratings für
unbesicherte Verbindlichkeiten. Im Verlauf der Finanzkrise sind eine
Vielzahl von Staaten aus Angst um die Systemstabilität dem Bankensektor
zur Seite gesprungen und haben diesen finanziell unterstützt. Diese Bail-
outs sollen jedoch der Vergangenheit angehören. Stattdessen ist das Ziel,
Banken künftig restrukturieren oder geordnet abwickeln zu können. Hier
sollen auch Senior unsecured Investoren zur Lastenteilung herangezogen

Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 19


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werden (Bail-in). Das belastet grundsätzlich die Support-Annahmen, welche


bisher bei allen drei großen Agenturen einen wesentlichen Baustein im
Banken-Rating dargestellt haben. Europaweit haben daher S&P, Moody’s
und Fitch Maßnahmen bei den Bonitätseinstufungen für die Emittenten
durchgeführt. Im ersten Schritt wurde bei einer Vielzahl von europäischen
Banken der Rating-Ausblick angepasst. Hiervon ist auch der österreichische
Markt betroffen, auf dem nun nahezu alle Banken-Ratings mit negativem
Ausblick versehen sind. Für den Covered Bond Markt zeigte sich ein
überschaubarer Effekt. Hier führten Moody’s und Fitch bereits
methodologische Anpassungen durch, welche der expliziten Bail-in-
Ausnahme für diese Instrumente Rechnung tragen. S&P hat analoge
Veränderungen seiner Criteria angekündigt.

Newsflow im 1. Halbjahr Im Q1 2014 hat das Vorgehen bei der Abwicklung der Hypo Alpe Adria
International (HAA) (siehe „Fokusbox“) bereits zu verschiedenen Rating-
Maßnahmen geführt. Im Q2 2014 zeigten sich hierdurch erneut Belastungen
für die Rating-Landschaft der österreichischen Banken. S&P hat die
Bonitätseinstufung von allen sieben Instituten, die die Agentur ratet, auf die
Beobachtungsliste mit negativen Implikationen (‚watch negative‘) gesetzt.
Die Regierung hat angekündigt die nachrangigen HAA-Verbindlichkeiten zur
Lastenteilung heranzuziehen. Diese Eigenmittelgeber profitieren zum Teil
ebenfalls von Ausfallsbürgschaften des Landes Kärnten. Die drohenden
Haircuts für diese Instrumente gehörten nicht zu S&P‘s Basis-Szenario. Die
Gesetzesinitiative zur Lastenteilung der nachrangigen HAA-Bonds
signalisiert nach der Einschätzung von S&P nun generell eine geringere
Stützungswahrscheinlichkeit für die nationalen Institute durch den Staat.

Rating-Veränderungen Moody’s ist bei der HAA selbst aktiv geworden. Die Beteiligung von
nachrangigen HAA-Emissionen mit Ausfallsbürgschaft an den
Restrukturierungskosten würde gemäß der Agentur einen Präzedenzfall
schaffen, der den Wert der Haftung grundsätzlich schmälern würde. Daher
hat sie unter anderem die nicht-nachrangigen Anleihen mit
Ausfallsbürgschaft von ‚Baa2‘ auf ‚Ba1‘ in den Non-Investment Grade
Bereich heruntergestuft. Damit fallen die beiden „Backed Senior Unsecured“
EUR Benchmark-Emissionen der HAA aus dem iBoxx EUR Benchmark
Index. Am 20. Juni reagierte Moody´s auf den Gesetzesentwurf zur
Löschung der bis 30.6.2019 fälligen Nachranganleihen sowie der
entsprechenden Ausfallshaftungen des Landes Kärnten. Diese
Nachranganleihen wurden auf C (zuvor: B3) herabgestuft; die übrigen mit
Landeshaftungen „besicherten“ nachrangigen Papiere wurden auf Ca (neg.)
von zuvor B3 gestuft. Die Senior-Anleihen wurden auf Caa1 (neg.) von Ba1
gestuft, wogegen die vom Bund explizit garantierte nachrangige Emission
(EUR 1 Mrd. vom Dezember 2012) mit Aaa bestätigt wurde. Insgesamt
wurde das Rating bzw. der Ausblick von 14 Finanzinstituten revidiert. Bei 11
Banken gab es Downgrades um eine Stufe und der negative Ausblick wurde
bestätigt (siehe Tabelle unten).

Unabhängig von den regulatorischen Herausforderungen und dem


Vorgehen bei der HAA hat Moody’s Ende März 2014 das Emittenten-Rating
der ÖVAG von ‚Baa3‘ auf ‚Ba1‘ heruntergestuft. Die Agentur vergibt einen
niedrigeren Support-Uplift, da sie davon ausgeht, dass der Wille der
Regierung für etwaige weitere Stützungsmaßnahmen gesunken ist. Die
Bonitätsnote steht des Weiteren unter Beobachtung (‚watch negative‘).
Erneute Rating-Aktionen ausgelöst durch die operative Performance
und/oder eine weitere Reduktion der Support-Annahmen bleiben möglich.

Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 20


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Positive Rating-Nachrichten gab es von der BAWAG. Moody’s hob die


Stand-alone Bonität von ‚D‘ (Bank Financial Strength Rating/BFSR) bzw.
‚ba2‘ (Baseline Credit Assessment/BCA) auf ‚D+‘ bzw. ‚ba1‘ an. Die Agentur
begründet dies mit einer bilanziellen Risikoreduzierung, einer signifikant
besseren Kapitalausstattung und einer Erholung bei der Profitabilität. Zu
einer Heraufstufung des finalen ‚Baa2‘ Ratings hat dies zunächst nicht
gereicht. Vielmehr setzte Moody’s den Rating-Ausblick anlässlich des
Reviews vom 20.6. auf negativ (zuvor: stabil).

Rating-Übersicht über die österreichischen Institute (Bilanzsumme


zum Stichtag 31.12.2013)
S&P Moody´s Fitch
Total Assets Issuer Rating Issuer/Senior Issuer Rating
Issuer (EUR bn) LT Rating
Erste Group Bank AG 199.876 A *- Baa1 *- A
UniCredit Bank Austria 196.210 A *- Baa2 *- A
Raiffeisen Bank International 130.640 A *- A3 *- A
RLB Oberösterreich 37.431 - A3 *- -
BAWAG P.S.K. 36.402 - Baa2 *- -
RLB NÖ-Wien 29.070 - A3 *- -
Hypo-Alpe-Adria Int. 26.218 - Caa1 *- -
OeVAG 20.904 - Ba1 *- A
Oberbank 17.571 - - -
RLB Steiermark 14.558 - A3 *- -
HYPO NOE-Gruppe 14.210 A *- - -
HYPO Landesbank Vorarlberg 14.145 - A2 *- -
Sparkasse Oberösterreich 12.437 - - -
Kommunalkredit 12.330 - Ba1 *- A
Bank für Tirol und Vorarlberg 9.589 - - -
HYPO Tirol Bank 8.902 - Baa3 *- -
HYPO Oberösterreich 8.614 A *- - -

Quelle: Emittenten, Bloomberg, Ratingagenturen, Erste Group Research

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Fokusbox | Hypo Alpe-Adria International

Die Hypo Alpe-Adria-Bank International AG ist ein Bankkonzern


mit Sitz in Klagenfurt in Kärnten. Das Institut ging aus der
„Kärntner Landes-Hypothekenbank“ hervor, welche 1896 als
genossenschaftliches Kreditinstitut gegründet wurde. Infolge des
langjährigen aggressiven Wachstums ohne Risikobegrenzung,
zu optimistischen Einschätzungen und schweren operativen
Mängel in allen wesentlichen Bereichen geriet die Bank jedoch
in finanzielle Schwierigkeiten und musste schließlich Ende 2009
notverstaatlicht werden. Bis dato konnte sich das Institut in
seiner wirtschaftlichen Schieflage nicht erholen und muss nun
abgewickelt werden. Nach zähem Ringen hat sich die Regierung
Mitte März 2014 auf ein Abwicklungsmodell für die HAA
festgelegt. Im Wesentlichen basiert dieses auf den Vorschlägen
einer Experten-Kommission, der sogenannten Taskforce. Eine
Insolvenz der HAA, welche die Regierung ebenfalls prüfen
wollte, stellt somit keine Option mehr dar.

Die grundlegende Idee des Abwicklungsmodells ist der


langfristige, geordnete und damit kostensparende Abbau der
wesentlichen HAA-Vermögenswerte. Zu diesen Aktiva gehören
unter anderem Immobilien, Leasinggeschäfte, faule Kredite des
Unternehmens und die Italientochter der HAA (Gesamtvolumen:
17,8 Mrd. EUR). Das vorgelegte Gesetzespaket sieht vor, dass
drei Beteiligungsgesellschaften des Bundes etabliert werden, für
die nach unserer Lesart allerdings keine unbeschränkten
Haftungen der Republik übernommen werden. Das ist zum
einen die AbbaubeteiligungsAG (ABBAG), die ohne
Bankkonzession den Portfolioabbau vorantreiben wird. Für die
Italien-Tochter (Hypo Alpe-Adria Bank S.p.A./HBI) wird mit der
HBI-Bundesholding AG eine gesonderte Entität gegründet, da
die HBI weiterhin eine Banklizenz benötigt. Die dritte
Gesellschaft ist die Hypo SEE Holding, welche das
südosteuropäische Bankennetzwerk der HAA auf sich vereint
(Gesamtvolumen: 8,3 Mrd. EUR). Dieses muss gemäß EU-
Auflage bis zum 30. Juni 2015 veräußert werden.

Die Verbindlichkeiten der HAA mit Ausfallsbürgschaft des


Landes Kärnten sind damit nach unserem Verständnis Teil der
ABBAG. Für die Senior Bonds mit Ausfallsbürgschaft ändert sich
wenig. Die Landeshaftung bleibt bestehen und Finanzminister
Spindelegger betont, dass den Senior Bond-Investoren „voll das
zurückgegeben wird, was versprochen wurde“. Anders sieht es
bei Nachrangverbindlichkeiten mit Landeshaftung Kärntens aus.
Die Nachranggläubiger und Partizipationskapitalgeber sollen
grundsätzlich an den Abwicklungskosten beteiligt werden. Daher
sieht der Gesetzesentwurf vor, dass die sogenannten
Sanierungsverbindlichkeiten, wozu auch der Nachrang zählt,
erlöschen. Gleiches gilt für die hiermit verbundenen Haftungen
des Landes Kärnten. Sollte am Schluss der Abwicklung noch
Vermögen vorhanden sein, wird dieses an die
Sanierungsgläubiger – vorrangig zu den Aktionären –
ausgeschüttert.

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Primärmarkt

Emissionen im 1. Halbjahr Auch im Q2 2014 hielt die UniCredit Bank Austria ihre rege Primärmarkt-
Aktivität aufrecht. Wie bereits im Januar 2014 nutzte das Unternehmen im
April 2014 seinen hypothekarischen Deckungsstock für eine Benchmark-
Transaktion. Der fünfjährige Bond hat ein Volumen von 500 Mio. EUR. Mit
einem Spread von 23 BP über Swap erzielte die Emission ein Buchvolumen
von rund 1.000 Mio. EUR. Eine dreifache Überzeichnung erreichte der
öffentliche Covered Bond (500 Mio. EUR) mit 7-jähriger Laufzeit. Diese
Anleihe wurde am 15. Mai 2014 am Markt zu einem Spread von 25 BP über
Swap emittiert.

Emissionen im Bereich der Mitte Mai 2014 platzierte die Hypo Landesbank Vorarlberg ihre erste Senior
Landes-Hypothekenbanken unsecured EUR-Benchmark Emission am Markt. Die fünfjährige Anleihe
ging mit einem Spread von 82 BP an den Mann. Trotz überschaubarem
Buchvolumen zeigt sie eine gute Performance am Sekundärmarkt. Die Hypo
Vorarlberg ist bereits als Emittent von hypothekarischen Pfandbriefen (nach
österreichischen Recht) bekannt. Hier platzierte sie im April 2013 die erste
Anleihe im EUR-Benchmark Format. Die Landeshypothekenbanken konnten
in der Vergangenheit bei ihrer Refinanzierung von einer Ausfallsbürgschaft
des jeweiligen Bundeslandes profitieren (siehe auch S. 11). Mit deren
Wegfall und dem Abreifen der Altanleihen in 2017 müssen die
Landeshypothekenbanken ihre Refinanzierungsstrategie überarbeiten. Vor
diesem Hintergrund ist auch die Ankündigung der Hypo NOE zu sehen.
Diese hat neben ihrem etablierten öffentlichen Deckungsstock auch ein
hypothekarisches Programm aufgebaut. Ende Oktober 2013 schloss
Moody’s seinen Rating-Prozess für das Programm ab und stuft seitdem das
Programm mit einem ‚Aaa‘ Rating ein. Zum Q1 2014 hatte der Pool eine
Größe von 1.141 Mio. EUR. Die erste Emission im Benchmark-Format aus
diesem Programm ist in 2014 geplant.

Wie sehr die angekündigten Maßnahmen der EZB mit ihren Gezielten
Langfristigen Refinanzierungsoperationen (TLTRO) die Primärmarkt-
Aktivitäten beeinflussen werden, bleibt abzuwarten. Prinzipiell droht jedoch
eine Verringerung des Neuemissionsvolumens.

Austria: Fälligkeiten und Neuemissionen Austria: iBoxx-Konstituenten


(EUR Benchmark Emittenten) (EUR Benchmark Emittenten)
7.000 6.000

6.000
5.000

5.000
4.000
in EUR m

4.000
3.000
in EUR m

3.000
2.000
2.000
1.000
1.000

0
0
HYNOE

RFLBNI
KA

RFLBST
BAWAG
BACA

VORHYP
ERSTBK
2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

Austria Covered - Redemption Austria Covered - Production Mortgage Public Other/Mixed

Quelle: iBoxx, BondRadar, Bloomberg, Erste Group Research Quelle: iBoxx, BondRadar, Bloomberg, Erste Group Research

Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 23


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Cover Pools

Cover Pool-Volumen per Q4 2013: Das Pfandbrief und Covered Bond Forum Austria stellt für die
40,1 Mrd. EUR österreichischen Emittenten eine Plattform zur Verfügung, auf der im
Quartalsturnus standardisierte Auswertungen über die einzelnen
Deckungsstöcke veröffentlicht werden. Zum Q4 2013 nutzten 22 Emittenten
diese Plattform. Neu hinzugekommen ist die sBausparkasse, die jedoch
zum Jahresende noch keine gedeckten Anleihen ausstehen hatte. Im
Q1 2014 wird auch die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich wieder ihr
Reporting aufnehmen. Das Unternehmen hatte dieses im Q1 2013 bis auf
Weiteres eingestellt. Insgesamt erhöhte sich bei den berichtenden
österreichischen Emittenten das Volumen der ausstehenden Covered
Bonds von 38,3 Mrd. EUR im Q3 2013 auf 40,1 Mrd. EUR im Q4 2013. Im
Vergleich zum Vorjahr (Q4 2012: 39,3 Mio. EUR) steigerte sich der Umlauf
leicht.

Erste Group Bank weiter Nr. 1 Größter Emittent ist die Erste Group Bank AG. Insbesondere nach der
aktiven Primärmarkt-Phase der vergangenen Monate hat die UniCredit Bank
Austria jedoch spürbar aufgeschlossen. Da die Kommunalkredit ihr
Neugeschäft bis auf Weiteres eingestellt hat, fällt sie in der Bedeutung
zurück. Wenn die Hypo NOE Gruppe ihren hypothekarischen
Deckungsstock nutzt, wird sie bald der Kommunalkredit den Platz als
drittgrößter österreichischer Covered Bond Emittent streitig machen. Über
die großen Covered Bond Häuser hinaus existieren mehrere mittelgroße bis
kleine Emittenten.

Übersicht über die österreichischen Covered Bond Emittenten (inkl. Anteil Mortgage vs. Public Sector)
(Stichtag: 31.12.2013)
12.000

10.000

8.000
in EUR m

6.000

4.000
Mortgage;
Public 46,5% 2.000
Sector;
53,5% 0
BKS Bank
Hypo Alpe-Adria Bank

Oberbank
HYPO NOE Gruppe

HYPO Landesbank Vorarlberg

OeVAG

HYPO-Bank Burgenland
Erste Group Bank AG

Raiffeisen Bank International


BAWAG P.S.K.

Hypo Salzburg
UniCredit Bank Austria

Kommunalkredit

RLB Steiermark

RLB Oberösterreich

HYPO Tirol Bank

Bank für Tirol und Vorarlberg


HYPO Oberösterreich

RLB NÖ-Wien

HYPO Steiermark

Hypo Alpe-Adria International


Sparkasse Oberösterreich

Mortgage Public Sector

Quelle: Pfandbriefforum, Bloomberg, Erste Group Research

Deckungsstöcke - Struktur Regional sind die österreichischen Deckungsstöcke auf den Heimatmarkt
konzentriert. Die CEE-Region und die Peripherieländer der Eurozone
(GIIPS) spielen lediglich eine untergeordnete Rolle. Ein ähnliches Bild ergibt
sich bei der Währungsdistribution. Der EUR ist die wesentliche
Finanzierungswährung. Hierneben spielt bei den Deckungswerten lediglich
der CHF noch eine gewisse Rolle. Sonstige Währungen sind kaum
vertreten.
Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 24
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Moody´s: überwiegend Aaa- Auf dem österreichischen Covered Bond Markt hat Moody’s eine
Ratings dominierende Marktstellung. Die Agentur bewertet die großvolumigen Pools
weiterhin überwiegend mit einem ‚Aaa‘ Rating. Mittlerweile gibt es zwar
auch einige Covered Bonds, die nicht mehr mit der Bestnote eingestuft
werden, bei den Ratings haben sich die gedeckten Emissionen in den
letzten Quartalen jedoch als stabil erwiesen. Die Umstellung von Moody’s
Covered Bond Rating Methodologie ebnete im März 2014 sogar den Weg
für Heraufstufungen. Die Agentur passt ihr Anker-Rating als Ausgangspunkt
für die Bonitätseinschätzungen von Covered Bonds an. Neben einer
Vielzahl von internationalen Programmen konnten hiervon die
hypothekarischen Covered Bonds der BAWAG (Heraufstufung von ‚Aa2‘ auf
‚Aa1‘) und der Unicredit Bank Austria (Heraufstufung von ‚Aa1‘ auf ‚Aaa‘)
profitieren. Gleichzeitig wird das Programm mit öffentlicher Deckung der
BAWAG auf die Beobachtungsliste mit positiver Implikation (‚watch positive‘)
gesetzt. Im Fall der Bank Austria Mortgage Covered Bonds hatte das ‚Aaa‘
Rating allerdings nicht lange Bestand. In Folge des Emittenten-Downgrades
auf ‚Baa2‘ verringerte Moody’s deren Bonitätsnote erneut auf ‚Aa1‘. Beide
Covered Bond Gattungen des Unternehmens wurden gleichzeitig mit dem
Status ‚watch negative‘ versehen. Dieser ist jedoch mittlerweile wieder
aufgehoben. Die Bank hat die geforderte Überdeckung auf vertraglicher
Basis (Committed OC) bereitgestellt.

Sonderfall HAA Einen Sonderfall stellen die Covered Bonds der Hypo Alpe-Adria
International dar. Obwohl der Pool ein Volumen von über 1.000 Mio. EUR
besitzt, hat das Unternehmen lediglich weniger als 300 Mio. EUR gedeckte
Anleihen im Umlauf. Moody’s stufte deren Ratings im Mai 2014 in Folge des
Downgrades für die nicht-nachrangigen Anleihen mit Ausfallsbürgschaft
ebenfalls herab. Die öffentlichen Pfandbriefe (nach österreichischem Recht)
erfahren ein Downgrade von ‚Aa2‘ auf ‚A1‘/‚review for downgrade‘, sofern
sie mit einer Ausfallsbürgschaft versehen sind. Die HAA Covered Bonds
ohne Ausfallsbürgschaft verharren auf einem ‚A3‘/‚review direction
uncertain‘ Rating.

Regionale Untergliederung der österreichischen Deckungsstöcke


(Emittenten mit ausstehendem CB-Volumen > EUR 1.000 Mio.)
Public Sector Mortgage

Moody's Covered Cover Assets Moody's Covered Cover Assets


Issuer Bond Rating (in EUR m) Austria EU-GIIPS CEE Bond Rating (in EUR m) Austria EU-GIIPS CEE
Erste Group Bank AG Aaa 3.226 97% 0% 0% Aaa 11.171 96% 0% 0%
UniCredit Bank Austria Aaa 6.973 100% 0% 0% Aa1 7.264 100% 0% 0%
Kommunalkredit Aa2 5.726 78% 3% 2% - - - - -
HYPO NOE Gruppe Aaa 4.478 99% 0% 1% Aaa 1.175 74% 0% 0%
BAWAG P.S.K. Aa1 /*+ 2.861 100% 0% 0% Aa1 1.159 100% 0% 0%
HYPO Oberösterreich - 700 100% 0% 0% - 2.875 100% 0% 0%
HYPO Landesbank Aaa 1.366 82% 3% 4% Aaa 1.982 86% 0% 0%
Vorarlberg
HYPO Tirol Bank Aa1 743 100% 0% 0% - 1.706 89% 0% 0%
RLB NÖ-Wien - 661 100% 0% 0% Aaa 1.636 100% 0% 0%
RLB Steiermark Aaa 793 100% 0% 0% Aaa 1.095 98% 0% 0%
OeVAG - - - - - - 1.475 92% 1% 2%
Hypo Alpe-Adria Bank - 1.058 100% 0% 0% - 389 95% 0% 0%
Hypo Alpe-Adria A3 /* 1.218 55% 6% 7% - - - - -
International
Raiffeisen Bank - 1.004 100% 0% 0% - - - - -
International

Quelle: Bloomberg, Pfandbriefforum, Emittenten, Erste Group Research

Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 25


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Public Sector Covered Pools mit In Österreich sind Public Sector Covered Bonds mit einem 54%-Anteil an
54%-Anteil den ausstehenden Anleihen dominant. Die Mortgage Covered Bonds waren
jedoch in den vergangenen Quartalen wesentlicher Treiber für die
Entwicklung des Marktes. Die Kreditqualität dieser Pools kann
grundsätzlich ebenso wie die Public Sector Programme von der stabilen
Sovereign-Situation profitieren (siehe auch S. 4). In Summe bessern sich
die Collateral Scores – als Indikator für die reinen/unadjustierten
Kreditrisiken der österreichischen Covered Bond Programme – leicht.
Insbesondere beim hypothekarischen Programm der Bank Austria ist hier
eine positive Entwicklung festzustellen. Moderate Verbesserungen ergeben
sich auch bei der Hypo Vorarlberg (Mortgage).

Entwicklung des Collateral Score österreichischer CB-Emittenten


30% 1,00

0,50
25%
Collateral Score

0,00

%-point growth trend


20%
-0,50

15% -1,00

-1,50
10%

-2,00

5%
-2,50

0% -3,00

RLB Steiermark -
Bank Austria -

Bank Austria -

Hypo Alpe-Adria Int. -

Hypo NOE -

RLB Steiermark -
BAWAG -

Public Sector

Erste Group -

Erste Group -

Public Sector

Public Sector

RLB NOE-Wien -

Hypo Vorarlberg -

Hypo Vorarlberg -

Total
Kommunalkredit -
Public Sector
Mortgage
Public Sector

Hypo NOE -

Hypo Tirol -
Mortgage
BAWAG -

Mortgage

Public Sector
Public Sector

Public Sector
Mortgage

Mortgage

Mortgage
Public Sector

Mortgage

31.12.2012 31.03.2013 30.06.2013 30.09.2013 31.12.2013 programme trend (rhs)

Quelle: Moody‘s, Erste Group Research

Cover Pool-Risiken Neben den Kreditrisiken sind bei der Bewertung des Cover Pools auch die
Markt- und Refinanzierungsrisiken entscheidend. Im Marktdurchschnitt
haben sich hier nur geringe Veränderungen bei den österreichischen
Programmen gezeigt. Eine leichte Zunahme zeigt sich bei den Public Sector
Covered Bonds der RLB Steiermark und der Hypo Alpe Adria International.
Eine Abnahme des Marktrisikos zeigt sich insbesondere bei dem
hypothekarischen Programm der Hypo Vorarlberg. Aber auch die Bank
Austria (beide Gattungen) und RLB NOE-Wien (Mortgage) und Hypo
Vorarlberg (Public Sector) weisen leichte Verbesserungen aus. Im
europäischen Vergleich der Cover Pools schneiden die Kreditrisiken der
österreichischen Public Sector Pools gut ab – die Marktrisiken aller
Gattungen und die Kreditrisiken der Mortgage Pools positionieren sich
moderat unterdurchschnittlich.

Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 26


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25. Juni 2014

Moody’s Kredit- und Marktrisiken der österreichischen CB-Emittenten


50%

45%

40%

35%

30%

25%

20%

15%

10%

5%

0%
BAWAG -

Public Sector

Erste Group -

Erste Group -

Hypo NOE -

Public Sector

Public Sector

RLB Steiermark -

RLB Steiermark -
Hypo Alpe-Adria Int. -
Bank Austria -

Bank Austria -

Kommunalkredit -

RLB NOE-Wien -

Hypo Vorarlberg -

Hypo Vorarlberg -
Public Sector
Mortgage
Public Sector

Hypo NOE -

Hypo Tirol -
Mortgage
BAWAG -

Public Sector
Mortgage

Public Sector

Public Sector
Mortgage

Mortgage

Mortgage
Public Sector

Mortgage
Collateral Risk Market Risk Collateral Score

Quelle: Moody‘s, Erste Group Research

Eine detaillierte Übersicht über die Deckungsstöcke der österreichischen


Emittenten zum Stichtag 31. Dezember 2013 ist in dem Bericht
„Österreichische Covered Bonds – Deckungsstockreporting Q4 2013“ zu
finden.

Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 27


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Bankenmarkt

Überblick Österreich Profitabilität. In 2013 hat sich die Ertragslage des österreichischen
Bankensektors wieder verschlechtert. Im Jahresergebnis 2012 schlugen
Einmaleffekte spürbar positiv zu Buche. Insbesondere bei den großen
Instituten wurden Rückkäufe von Hybridkapitalinstrumenten vorgenommen,
worauf die Steigerung der sonstigen betrieblichen Erträge zu wesentlichen
Teilen zurückzuführen ist. Insgesamt wurde in 2012 gemäß der OeNB ein
Ergebnis n. St. von 2.966 Mio. EUR erzielt. In 2013 fiel dieses deutlich
schlechter aus, was jedoch nicht allein auf das Ausbleiben des
Einmaleffektes zurückzuführen ist. In 2013 lag der Jahresüberschuss des
Sektors (nach Steuern) bei ­1.035 Mio. EUR. Mit Ausnahme des
Provisionsergebnisses, welches mit einem Wert von 7.590 Mio. EUR um
4,5% über dem Vorjahreswert lag, wiesen alle anderen
Ertragskomponenten einen schwächeren Wert als 2012 aus. Das
Zinsergebnis, welches mit Abstand die wichtigste Einnahmequelle der
österreichischen Banken bleibt, ist gemäß OeNB vom Niedrigzinsumfeld
geprägt. Es verringerte sich um 3,4% auf 18.598 Mio. EUR.

Sondereffekte Während die Verwaltungsaufwendungen im Jahresvergleich nahezu


unverändert geblieben sind (+1,2%), machten sich die
Firmenwertabschreibungen der Bank Austria negativ im Gesamtergebnis
des Sektors bemerkbar. Das Unternehmen hatte zum Geschäftsjahresende
2013 den gesamten Goodwill aller Beteiligungen in der Bilanz auf null
abgewertet. Die Belastungen hieraus summierten sich auf einen Betrag von
2 Mrd. EUR. Auch die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wurde in 2013 um
34,2% von 6.390 Mio. EUR auf 7.004 Mio. EUR erhöht. Als dritte
Komponente, die den Periodenerfolg des österreichischen Bankensektors
maßgeblich negativ beeinflusst hat, nennt die OeNB die Hypo-Alpe-Adria.
Deren Verluste belasten das konsolidierte Gesamtergebnis.

Moody’s: Nettoergebnis in Relation zu den risikogewichtete Aktiva


3,00%
2,00%
1,00%
0,00%
-1,00%
-2,00%
RBI

RLB OÖ
BAWAG

Hypo Vorarlberg
Erste Group

Hypo NOE

OeVAG

RLB NOE-Wien

RLB Steiermark
Average

Kommunalkredit
Bank Austria

31-Dec-2011 31-Dec-2012 31-Dec-2013

Der ausgewiesene Durchschnitt berücksichtigt lediglich die dargestellten Banken und ist ein
gleichgewichtetes Maß. Für den Gesamtsektor dient er nur als eine Indikation.

Die signifikanten Verluste der OeVAG und KA in 2011 werden in der Grafik aus Gründen der
Lesbarkeit nicht dargestellt.

Quelle: Moody’s, Hypo NOE, Erste Group Research

Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 28


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Profitabilität im Vergleich Moody’s bewertet verschiedene Ratios, um zu einer Einschätzung über die
Profitabilität einer Bank zu gelangen. Zu diesen Kennzahlen zählt auch die
Relation von Nettoergebnis zu den risikogewichteten Aktiva. Diese zeigt,
dass die österreichischen Institute im überregionalen Vergleich eine
überschaubare Profitabilität aufweisen. Neben den Verlusten der Bank
Austria insbesondere aufgrund der Firmenwertabschreibungen weisen die
ÖVAG und die Raiffeisenlandesbank Steiermark ein negatives
Jahresergebnis aus. Die ÖVAG ist eine Abbaubank. Das spiegelt sich auch
im Unternehmenserfolg wider. Durch die substanzielle Aktiva-Reduktion
sinkt das Zins- und Provisionsergebnis. Neben weiteren Sondereffekten im
sonstigen betrieblichen Ergebnis belastet die Abschreibung einer
Kapitalerhöhung in der Volksbank Rumänien das Unternehmen mit
126 Mio. EUR. So liegt das Konzernergebnis nach Steuern bei
−49 Mio. EUR. Die RLB Steiermark verbucht einen Konzernverlust von
39 Mio. EUR. Das Unternehmen führt dies vorwiegend auf Änderungen der
Bewertungsmethoden aus Finanzinstrumenten („Fair-Value-Effekt“) zurück.

Aktiva - Struktur Das wirtschaftliche Umfeld in Europa hat sich aufgehellt, wovon Österreich
überproportional profitieren kann (vgl. Abschnitt Sovereign, S. 4). Rund zwei
Drittel der Aktiva des österreichischen Bankensektors sind im Heimatmarkt
belegen. Das restliche Drittel verstreut sich auf verschiedene Länder in
CEE. Hier sind die wirtschaftlichen Aussichten gemischt, was in Summe zu
einem stabilen Ausblick für das wirtschaftliche Umfeld für die
österreichischen Banken führt.

CESEE-Tochtergesellschaften: Gewinnbeitrag (Juni 2013; links) und


IMF-Projektionen (April 2014; rechts)

Quelle: OeNB, IWF, nationale Zentralbanken

Ausblick 2014 Moody’s geht davon aus, dass die Ertragssituation in 2014 unter Druck
stehen wird. National sind die Institute von dem Niedrigzinsumfeld und den
hohen Bankabgaben betroffen. International lasten – trotz guter Erträge in
einzelnen CEE-Ländern – die anhaltend hohen Kreditvorsorgen/-
abschreibungen auf der Ertragskraft der Banken. Für 2014 prognostiziert die
Agentur daher ein Nettoergebnis für den österreichischen Bankensektor von
2−3 Mrd. EUR.

Problemkredite belasten Asset-Qualität. Die Asset Qualität stellt für den österreichischen
Bankensektor weiterhin einen belastenden Faktor dar. Moody’s gibt an,
dass zum Stichtag 31. Dezember 2013 die Problemkredite bei 10,6% des
gesamten Kreditbestandes gelegen haben und erwartet, dass in 2014 eine

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NPL im Vergleich weitere leichte Steigung auf 11% stattfinden wird. Analog zur
wirtschaftlichen Entwicklung ist auch bei der Aktiva-Qualität eine Zweiteilung
des Marktes zu beobachten. Die österreichischen Aktiva wirken sich
stabilisierend auf die NPL-Quote des Sektors aus. Die Top 6 CEESE-
Tochtergesellschaften wiesen im Juni 2013 laut OeNB eine NPL-Quote von
15,3% aus. Der österreichische Markt steht bei dieser Kennzahl mit rund
4,5% vergleichsweise gut da.

Moody’s: NPL-Ratio der österreichischen Banken


20,0%
18,0%
16,0%
14,0%
12,0%
10,0%
8,0%
6,0%
4,0%
2,0%
0,0%

RBI

RLB OÖ
BAWAG

Hypo Vorarlberg
Erste Group

Hypo NOE

OeVAG

RLB NOE-Wien

RLB Steiermark
Average

Kommunalkredit
Bank Austria

31-Dec-2011 31-Dec-2012 31-Dec-2013

Der ausgewiesene Durchschnitt berücksichtigt lediglich die dargestellten Banken und ist ein
gleichgewichtetes Maß. Für den Gesamtsektor dient er nur als eine Indikation.

Quelle: Moody’s, Hypo NOE, Hypo Vorarlberg, Erste Group Research

Comprehensive Assessment der Moody’s weist darauf hin, dass durch die Umfassende Bewertung
EZB könnte weitere Risiken (Comprehensive Assessment/CA) der EZB zusätzliche Risiken bei der
aufzeigen Aktiva-Qualität aufgedeckt werden könnten. Wie auch die OeNB in ihrem
Finanzstabilitätsbericht erwähnt die Agentur, dass die nationalen Institute
ein signifikantes Volumen an Fremdwährungskrediten vor allem in CHF
ausstehen haben. Nicht nur die Wechselkursveränderungen sondern auch
die Tilgungsersatzleistungen, welche bei den FX-Krediten häufig eingesetzt
werden, bergen Gefahren. Die Immobilienpreisentwicklung sieht die Agentur
hingegen nicht als kritisch an und stößt damit in dasselbe Horn wie S&P.

Eigenkapital weiter erhöht Eigenkapital. Die Kapitalausstattung des österreichischen Bankensystems


hat sich durch eine Mischung von mehr Eigenmitteln und weniger
risikogewichteten Aktiva weiter erhöht. Zum Jahresende 2013 lag die
Kernkapitalquote des Sektors gemäß Moody’s bei 11,6%. Die Agentur stuft
diese Quote als angemessen ein, um den nationalen Risiken zu begegnen.
Allerdings wertet sie die Kapitalisierung als unzureichend, um
Stressszenarien im Zusammenhang mit den internationalen Aktivitäten zu
egalisieren. Auch die OeNB hält eine weitere Verbesserung der
Risikotragfähigkeit der nationalen Institute für geboten. Sie begründet dies
mit dem Risikoprofil der CESEE-Aktivitäten und der notwendigen
Rückführung des staatlichen Partizipationskapitals. In den vergangenen
Monaten wurden jedoch weitere Anstrengungen in dieser Hinsicht
unternommen. Beispielsweise schloss die RBI im Januar 2014 die
Platzierung von EUR 2,78 Milliarden erfolgreich ab.

Erste Group Research – Credit Fokus: Österreich Seite 30


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Tier-1 im Vergleich Kapitalisierung der österreichischen Banken (Tier-1 Ratio)


20,0%
18,0%
16,0%
14,0%
12,0%
10,0%
8,0%
6,0%
4,0%
2,0%
0,0%

RBI

RLB OÖ
BAWAG

Hypo Vorarlberg
Erste Group

Hypo NOE

OeVAG

RLB Steiermark
Average

Kommunalkredit

RLB NOE-Wien
Bank Austria

31-Dec-2011 31-Dec-2012 31-Dec-2013

Der ausgewiesene Durchschnitt berücksichtigt lediglich die dargestellten Banken und ist ein
gleichgewichtetes Maß. Für den Gesamtsektor dient er nur als eine Indikation.

Quelle: Moody’s, Hypo NOE, Hypo Vorarlberg, Erste Group Research

Liquidität und Funding – stabile Zu den Stärken des österreichischen Bankensektors gehört, dass die dort
Refinanzierungsstruktur ansässigen Institute über eine stabile Refinanzierungsstruktur verfügen. Seit
Beginn der Finanzkrise konnten gute Fortschritte erzielt werden, das
gruppeninterne Funding für die CESEE-Tochtergesellschaften zu
reduzieren. Die Funding-Gaps ausgedrückt durch das Verhältnis von
Krediten zu lokalen Einlagen haben abgenommen. Mittlerweile greifen die
Institute auf einen gut diversifizierten Pool an Refinanzierungsmitteln
zurück. Kundeneinlagen haben einen starken Anteil an der Refinanzierung
der Banken. Hinsichtlich der Refinanzierung in Fremdwährung stellt die
OeNB allerdings fest, dass sich einige Banken stark auf kurzfristige Swaps
verlassen. Insbesondere im Hinblick auf USD und CHF Positionen fordert
sie, dass diese reduziert werden. Zudem sollten in diesen Währungen die
Refinanzierungsquellen diversifiziert und die Liquiditätspuffer erhöht
werden.

Zusammenfassung: Moody’s Banking System Outlook – Österreich


Key credit drivers Assessm ent 2014 Assessm ent 2013
(deteriorating/im proving/stable) (negative/positive/stable)
Operating environment Stable Negative
Asset quality and capital Deteriorating Negative
Profitability and efficiency Deteriorating Negative
Funding and liquidity Improving Stable
Systemic support Deteriorating Stable
Banking system outlook Negative Negative

Quelle: Moody’s, Erste Group Research

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Appendix
Kalender Österreich
Datum Event Periode
30.06.2014 Öffentlicher Schuldenstand 1Q 2014
02.07.2014 Einkommen und Sparen des Haushaltssektors 1Q 2014
03.07.2014 Einzelhandel - Umsatzindizes Mai.14
09.07.2014 Außenhandel (Einfuhren, Ausfuhren) April 2014
17.07.2014 Verbraucherpreisindex (VPI/HVPI) Jun.14
25.07.2014 Produktionsindex und weitere Konjunkturindikatoren Mai, Apr. 14
30.07.2014 Arbeitslosigkeit nach internationaler Definition Jun.14
30.07.2014 Konjunkturstatistik (Produktion einschl. Bauwesen) Apr.14
05.08.2014 Einzelhandel - Umsatzindizes Jun.14
08.08.2014 Außenhandel (Einfuhren, Ausfuhren) Mai.14
14.08.2014 Verbraucherpreisindex (VPI/HVPI) Jul.14
25.08.2014 Produktionsindex und weitere Konjunkturindikatoren Juni, Mai 2014
28.08.2014 Arbeitslosigkeit nach internationaler Definition Jul.14
01.09.2014 Konjunkturstatistik (Produktion einschl. Bauwesen) Mai.14
03.09.2014 Einzelhandel - Umsatzindizes Jul.14
05.09.2014 Außenhandel (Einfuhren, Ausfuhren) Jun.14
11.09.2014 Arbeitslose und Arbeitssuchende (internat. Definition) 2Q 2014
17.09.2014 Verbraucherpreisindex (VPI/HVPI) Aug.14
23.09.2014 Bruttoinlandsprodukt und Hauptaggregate 2013 Jahr 2013
25.09.2014 Produktionsindex und weitere Konjunkturindikatoren Juni, Juli 2014
29.09.2014 Arbeitslosigkeit nach internationaler Definition Aug.14
29.09.2014 Konjunkturstatistik (Produktion einschl. Bauwesen) Jun.14
30.09.2014 Bruttoinlandsprodukt und Hauptaggregate 2Q 2014
30.09.2014 Einnahmen und Ausgaben des Staates 2Q 2014
30.09.2014 Öffentliche Finanzen 2013
30.09.2014 Vierteljährlicher öffentlicher Schuldenstand 2Q 2014

Emissionskalender Republik Österreich

Datum Bezeichnung ISIN Valuta Fälligkeit RLZ % p.a. Typ VOL GVOL gedeckt*
07.01.2014 3.15% BA 2012-2044/4 AT0000A0VRQ6 10.01.2014 20.06.2044 30,0 3,15 A 550 4.863 2%
07.01.2014 1.75% BA 2013-2023/2 AT0000A105W3 10.01.2014 20.10.2023 9,3 1,75 A 660 6.697 5%
04.02.2014 3.80% BA 2012-2062/1 AT0000A0U299 07.02.2014 26.01.2062 47,6 3,80 A 484 3.474 7%
04.02.2014 1.15% BA 2013-2018/3 AT0000A12B06 07.02.2014 19.10.2018 4,3 1,15 A 770 5.760 9%
04.03.2014 1.75% BA 2013-2023/2 AT0000A105W3 07.03.2014 20.10.2023 9,3 1,75 A 550 7.247 12%
04.03.2014 1.15% BA 2013-2018/3 AT0000A12B06 07.03.2014 19.10.2018 4,3 1,15 A 660 6.420 14%
08.04.2014 3.15% BA 2012-2044/4 AT0000A0VRQ6 11.04.2014 20.06.2044 30,0 3,15 A 461 5.324 16%
08.04.2014 1.75% BA 2013-2023/2 AT0000A105W3 11.04.2014 20.10.2023 9,3 1,75 A 770 8.017 19%
06.05.2014 2.40% BA 2013-2034/1 AT0000A10683 09.05.2014 23.05.2034 19,9 2,40 A 471 3.511 21%
06.05.2014 1.15% BA 2013-2018/3 AT0000A12B06 09.05.2014 19.10.2018 4,3 1,15 A 660 7.080 23%
28.05.2014 1.65% BA 2014-2024/1 AT0000A185T1 04.06.2014 21.10.2024 10,4 1,65 N 4.000 4.000 39%
08.07.2014 Auktion / Auction - 11.07.2014 - - - - - - -
05.08.2014 Auktion / Auction - 08.08.2014 - - - - - - -
09.09.2014 Auktion / Auction - 12.09.2014 - - - - - - -
07.10.2014 Auktion / Auction - 10.10.2014 - - - - - - -
04.11.2014 Auktion / Auction - 07.11.2014 - - - - - - -
09.12.2014 Auktion / Auction - 12.12.2014 - - - - - - -
Quelle: OeBFA, Erste Group Research Summe 10.036

RLZ… Restlaufzeit in Jahren 2014 geplant: 22-26 Mrd.


Typ... Aufstockung (A) oder neu (N) % ausfinanziert: 39%-46%
(G)VOL… (Gesamt-)Volumen (Mio. EUR)
Quelle: Statistik Austria, ÖBFA,
Erste Group Research * % des max. Finanzierungsbedarf 2014

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Fälligkeitsprofil Bund (Anleihennominale, Geldmarkt, in Mrd. EUR)

EUR Mio.

Quelle: Bloomberg, Erste Group Research

Fälligkeiten des Bundes


Fristenstruktur (Stand 31. Mai 2014)

Quelle: OeBFA, Erste Group Research

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Anleihen im Bereich der Bundesländer


(ohne Kreditinstitute, inkl. Schuldscheine und Privatplatzierungen)
Emissions- Rendite
Emittent ISIN Typ / Besicherung Fälligkeit Wrg. Kupon Typ Kupon Nominale datum (YTM, %) PP SD

Burgenland
Land Burgenland, AA+/*- (S&P)
Burgenländische Landesholding (100%), -
BURLHG 0 06/09/36 AT0000A01658 LOCAL GOVT GUARN 09.06.2036 EUR 0,231 VARIABLE 60.000.000 09.06.2006 - N -
BURLHG 0 06/09/36 DE000A0GSUA5 LOCAL GOVT GUARN 09.06.2036 EUR 3,228 VARIABLE 100.000.000 09.06.2006 - N -
BURLHG 0 06/09/36 AT0000A01914 LOCAL GOVT GUARN 09.06.2036 EUR - VARIABLE 65.000.000 09.06.2006 - N -
BELIG - Beteiligungs- und Liegenschaftsges.m.b.H. (99,99%), -
BELIG 0 04/22/20 AT0000492525 LOCAL GOVT GUARN 22.04.2020 EUR 0,000 FLOATING 20.401.793 22.04.2005 - Y -
BELIG 0 07/27/31 AT0000A01WM2 LOCAL GOVT GUARN 27.07.2031 EUR 0,231 VARIABLE 25.000.000 27.07.2006 - N -
BELIG 0 07/27/36 AT0000A01WN0 LOCAL GOVT GUARN 27.07.2036 EUR 3,145 VARIABLE 26.200.000 27.07.2006 - N -
BELIG 0 09/17/14 AT0000A0F0D3 SR UNSECURED 17.09.2014 EUR 0,855 FLOATING 20.000.000 17.09.2009 - N -
Wohnbau Burgenland GmbH (100%), -
WOHNAV 3.736 04/22/36 AT0000A0LNH5 SR UNSECURED 22.04.2036 EUR 3,736 FIXED 275.000.000 05.11.2010 2,99 N -
WOHNAV 3.745 10/22/30 AT0000A0JGE0 SR UNSECURED 22.10.2030 EUR 3,745 FIXED 143.300.000 30.06.2010 - N -

Kärnten
Land Kärnten, A2/s (Moody´s)
KELAG - Kärntner Elektrizitäts-AG (51%, indir./26% durchg.), A/s (S&P)
KAERTN 3 1/4 10/24/22 AT0000A0X913 SR UNSECURED 24.10.2022 EUR 3,250 FIXED 150.000.000 24.10.2012 1,99 N -
KAERTN 4 1/2 06/23/14 AT0000A0DJE7 BONDS 23.06.2014 EUR 4,500 FIXED 250.000.000 23.06.2009 - N -
Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft (KABEG, 100%)
LKABG 3.98 06/29/25 AT0000A0JGJ9 BONDS 29.06.2025 EUR 3,980 FIXED 16.000.099 30.06.2010 2,53 N -
LKABG 4.745 09/30/34 AT0000A0F6M1 BONDS 30.09.2034 EUR 4,745 FIXED 20.000.000 30.09.2009 3,16 Y -
LKABG 4.395 12/14/24 AT0000174560 LOCAL GOVT GUARN 14.12.2024 EUR 4,395 FIXED 25.000.000 14.12.2004 1,65 NY
LKABG 4 7/8 12/12/18 AT0000174537 LOCAL GOVT GUARN 12.12.2018 EUR 4,875 FIXED 10.000.000 12.12.2003 0,54 Y -
LKABG 3.857 12/15/25 AT0000505771 LOCAL GOVT GUARN 15.12.2025 EUR 3,857 FIXED 40.000.000 15.12.2005 1,80 N -
LKABG 3.66 12/11/20 AT0000A0LWS3 LOCAL GOVT GUARN 11.12.2020 EUR 3,660 FIXED 70.000.000 09.12.2010 1,99 NY
LKABG 4.55 07/31/33 AT0000A0AHT5 LOCAL GOVT GUARN 31.07.2033 EUR 4,550 FIXED 39.748.809 31.07.2008 2,99 NY
LKABG 4.09 12/14/19 AT0000174552 LOCAL GOVT GUARN 14.12.2019 EUR 4,090 FIXED 13.999.948 12.11.2004 2,51 N -
LKABG 5.02 10/22/28 AT0000A0BE65 LOCAL GOVT GUARN 22.10.2028 EUR 5,020 FIXED 25.000.000 22.10.2008 2,03 N -
LKABG 4.18 12/30/18 AT0000174511 LOCAL GOVT GUARN 30.12.2018 EUR 4,180 FIXED 16.759.117 13.11.2003 2,39 Y -
LKABG 4.83 12/13/16 AT0000167440 LOCAL GOVT GUARN 13.12.2016 ATS 4,830 FIXED 2.240.435 13.12.2001 2,17 Y -
LKABG 3.735 12/30/30 AT0000506282 LOCAL GOVT GUARN 30.12.2030 EUR 3,735 FIXED 31.164.000 30.12.2005 2,70 N -
LKABG 4 1/4 07/29/26 AT0000A0QQZ9 LOCAL GOVT GUARN 29.07.2026 EUR 4,250 FIXED 19.240.000 29.07.2011 2,61 Y -
LKABG 4.61 11/14/27 AT0000A07QE8 LOCAL GOVT GUARN 14.11.2027 EUR 4,610 FIXED 41.180.000 14.11.2007 2,80 NY
LKABG 4 7/8 12/28/16 AT0000167465 LOCAL GOVT GUARN 28.12.2016 EUR 4,875 FIXED 5.087.102 28.12.2001 2,66 Y -
LKABG 5.18 12/28/16 AT0000167457 LOCAL GOVT GUARN 28.12.2016 EUR 5,180 FIXED 2.906.917 28.12.2001 2,79 Y -
LKABG 0 12/31/20 AT0000500236 LOCAL GOVT GUARN 31.12.2020 EUR - VARIABLE 20.639.732 13.10.2005 - Y -
LKABG 0 07/31/31 AT0000A01X37 LOCAL GOVT GUARN 31.07.2031 EUR 2,936 FLOATING 32.905.188 31.07.2006 - N -
LKABG 4.815 12/28/32 AT0000A086H6 LOCAL GOVT GUARN 28.12.2032 EUR 4,815 FIXED 45.660.402 28.12.2007 2,83 NY
LKABG 0 10/14/29 AT0000A0FD13 LOCAL GOVT GUARN 14.10.2029 EUR 1,727 VARIABLE 32.347.832 14.10.2009 - N -
LKABG 5.155 10/22/28 AT0000A0BE24 SR UNSECURED 22.10.2028 EUR 5,155 FIXED 20.000.000 22.10.2008 2,08 N -
LKABG 4.6 09/30/34 AT0000A0F6P4 SR UNSECURED 30.09.2034 EUR 4,600 FIXED 13.230.000 30.09.2009 - N -
LKABG 2.38 06/26/25 AT0000A188C1 UNSECURED 26.06.2025 EUR 2,380 FIXED 30.000.000 26.06.2014 1,86 NY
Landesimmobiliengesellschaft Kärnten GmbH (LIGK, 100%)
LIG 0 12/31/30 AT0000499694 BONDS 31.12.2030 EUR - VARIABLE 14.900.000 02.01.2006 - Y -
LIG 0 12/31/31 AT0000A04SB7 BONDS 31.12.2031 EUR 0,347 FLOATING 14.143.250 30.03.2007 - YY
LIG 0 12/31/37 AT0000342035 BONDS 31.12.2037 EUR 0,728 FLOATING 32.000.000 30.01.2004 - YY
LIG 0 12/31/32 AT0000A086E3 BONDS 31.12.2032 EUR 0,419 FLOATING 3.963.402 02.01.2008 - YY
LIG 0 12/31/33 AT0000A0CZA3 BONDS 31.12.2033 EUR 1,339 FLOATING 15.500.000 31.03.2009 - YY
LIG 0 06/30/34 AT0000A0E0W4 BONDS 30.06.2034 EUR 1,339 FLOATING 4.500.000 01.09.2009 - YY
LIG 0 12/31/29 AT0000342902 LOCAL GOVT GUARN 31.12.2029 EUR 0,951 FLOATING 30.017.939 29.03.2005 - N -
LIG 0 06/30/30 AT0000492855 LOCAL GOVT GUARN 30.06.2030 EUR 0,952 FLOATING 9.500.000 30.06.2005 - NY
LIG 0 12/31/38 AT0000A009S5 LOCAL GOVT GUARN 31.12.2038 EUR 0,972 FLOATING 8.987.028 01.03.2006 - N -
LIG 0 12/30/31 AT0000A04UH0 LOCAL GOVT GUARN 30.12.2031 EUR 0,924 FLOATING 25.971.402 30.03.2007 - NY
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Emissions- Rendite
Emittent ISIN Typ / Besicherung Fälligkeit Wrg. Kupon Typ Kupon Nominale datum (YTM, %) PP SD

Niederösterreich
Land Niederösterreich, Aaa/s (Moody´s), AA+u/*- (S&P)
NIEDOE 2 1/8 08/15/17 CH0110335871 BONDS 15.08.2017 CHF 2,125 FIXED 400.000.000 15.03.2010 0,05 N -
NIEDOE 0 04/28/31 XS0252743348 BONDS 28.04.2031 EUR 0,000 VARIABLE 15.000.000 28.04.2006 - N -
NIEDOE 5 04/27/26 AT0000A00YY5 BONDS 27.04.2026 EUR 5,000 VARIABLE 20.000.000 27.04.2006 - NY
NIEDOE 5 1/2 05/11/26 AT0000A013S7 BONDS 11.05.2026 EUR 5,500 VARIABLE 15.000.000 11.05.2006 - NY
NIEDOE 0 01/14/23 AT0000A13A30 SR UNSECURED 14.01.2023 EUR 0,740 FLOATING 40.000.000 14.11.2013 0,48 N -
NIEDOE 0 10/10/28 AT0000A11772 SR UNSECURED 10.10.2028 EUR 0,826 FLOATING 75.000.000 10.10.2013 0,54 N -
NIEDOE 0 10/20/18 AT0000A160U2 SR UNSECURED 20.10.2018 EUR 0,577 FLOATING 20.000.000 12.03.2014 0,36 Y -
NIEDOE 2.633 06/11/28 AT0000A10NQ3 SR UNSECURED 11.06.2028 EUR 2,633 FIXED 75.000.000 24.06.2013 2,12 NY
NIEDOE 0 10/09/28 AT0000A10M13 SR UNSECURED 09.10.2028 EUR 0,877 FLOATING 50.000.000 17.06.2013 0,55 NY
NIEDOE 2.6 09/21/27 AT0000A10PC8 SR UNSECURED 21.09.2027 EUR 2,600 FIXED 50.000.000 24.06.2013 2,07 N -
NIEDOE 2.65 06/11/28 AT0000A10QD4 SR UNSECURED 11.06.2028 EUR 2,650 FIXED 25.000.000 27.06.2013 2,12 NY
NIEDOE 2.605 10/04/27 AT0000A10PD6 SR UNSECURED 04.10.2027 EUR 2,605 FIXED 50.000.000 24.06.2013 2,07 N -
NIEDOE 5.27 05/04/26 DE000A0GRYU7 SR UNSECURED 04.05.2026 EUR 5,270 STEP CPN 15.000.000 04.05.2006 1,96 N -
NIEDOE 0 09/13/32 AT0000A17ZM1 UNSECURED 13.09.2032 EUR 0,752 FLOATING 25.000.000 02.06.2014 0,52 N -
NIEDOE 0 09/13/32 AT0000A17Z78 UNSECURED 13.09.2032 EUR 0,752 FLOATING 25.000.000 02.06.2014 0,52 N -
NIEDOE 0 10/20/23 AT0000A17YR3 UNSECURED 20.10.2023 EUR 0,757 FLOATING 5.000.000 22.05.2014 0,50 Y -
NIEDOE 0 07/02/18 AT0000A182M3 UNSECURED 02.07.2018 EUR 0,654 FLOATING 3.000.000 28.05.2014 0,34 Y -
NIEDOE 0 07/28/21 AT0000A182N1 UNSECURED 28.07.2021 EUR 0,704 FLOATING 5.000.000 28.05.2014 0,46 Y -
NIEDOE 5 04/27/26 DE000A0GQ649 UNSUBORDINATED 27.04.2026 EUR 5,000 FIXED 15.000.000 27.04.2006 - N -

Oberösterreich
Land Oberösterreich, AA+/s (S&P)
Energie AG Oberösterreich (52,5%), A-/s (S&P)
OBRKRF 4 1/2 03/04/25 XS0213737702 SR UNSECURED 04.03.2025 EUR 4,500 FIXED 300.000.000 04.03.2005 2,25 N -
Stadt Linz, -
LINZ 0 10/14/17 AT0000499819 SR UNSECURED 14.10.2017 CHF 0,122 FLOATING 97.500.000 14.10.2005 - Y -

Salzburg
Land Salzburg, -
SALZLD 0 12/18/17 AT0000A0M7F4 UNSECURED 18.12.2017 EUR 0,823 FLOATING 100.000.000 22.12.2010 0,23 N Y
SALZLD 0 12/18/15 AT0000A0M7E7 UNSECURED 18.12.2015 EUR 0,773 FLOATING 100.000.000 22.12.2010 0,10 N Y

Steiermark
Land Steiermark, AA+/*- (S&P)
KIG - Krankenanstalten-Immobiliengesellschaft (100%, ind.), -
KIG 3 5/8 01/25/17 AT0000A0GMG9 LOCAL GOVT GUARN 25.01.2017 EUR 3,625 FIXED 500.000.000 25.01.2010 0,37 N -
KIG 4 1/4 06/25/14 AT0000A0DRQ4 LOCAL GOVT GUARN 25.06.2014 EUR 4,250 FIXED 700.000.000 25.06.2009 1,57 N -
LIG - Landesimmobiliengesellschaft mbH (100%), -
LIG 0 12/31/30 AT0000499694 BONDS 31.12.2030 EURN/A N/A VARIABLE 14.900.000 02.01.2006 - Y -
LIG 0 12/31/31 AT0000A04SB7 BONDS 31.12.2031 EUR 0,347 FLOATING 14.143.250 30.03.2007 - YY
LIG 0 12/31/37 AT0000342035 BONDS 31.12.2037 EUR 0,728 FLOATING 32.000.000 30.01.2004 - YY
LIG 0 12/31/32 AT0000A086E3 BONDS 31.12.2032 EUR 0,419 FLOATING 3.963.402 02.01.2008 - YY
LIG 0 12/31/33 AT0000A0CZA3 BONDS 31.12.2033 EUR 1,339 FLOATING 15.500.000 31.03.2009 - YY
LIG 0 06/30/34 AT0000A0E0W4 BONDS 30.06.2034 EUR 1,339 FLOATING 4.500.000 01.09.2009 - YY
LIG 0 12/31/29 AT0000342902 LOCAL GOVT GUARN 31.12.2029 EUR 0,951 FLOATING 30.017.939 29.03.2005 - N -
LIG 0 06/30/30 AT0000492855 LOCAL GOVT GUARN 30.06.2030 EUR 0,952 FLOATING 9.500.000 30.06.2005 - NY
LIG 0 12/31/38 AT0000A009S5 LOCAL GOVT GUARN 31.12.2038 EUR 0,972 FLOATING 8.987.028 01.03.2006 - N -
LIG 0 12/30/31 AT0000A04UH0 LOCAL GOVT GUARN 30.12.2031 EUR 0,924 FLOATING 25.971.402 30.03.2007 - NY
Stadt Graz, -
GRZCTY 0 12/15/33 AT0000A0BUZ3 BONDS 15.12.2033 EUR 1,399 FLOATING 30.000.000 15.12.2008 - YY
GRZCTY 3.3 04/05/28 AT0000A100A0 SR UNSECURED 05.04.2028 EUR 3,300 FIXED 70.000.000 05.04.2013 2,72 N -

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Emissions- Rendite
Emittent ISIN Typ / Besicherung Fälligkeit EUR Kupon Typ Kupon Nominale datum (YTM, %) PP SD

Tirol
Land Tirol, AA+/s (S&P)
- - - - - - - - - - - -

Vorarlberg
Vorarlberg, -
Vorarlberger Illwerke AG (100%), -
VORILL 0 06/16/17 AT0000309315 LOCAL GOVT GUARN 16.06.2017 EUR 0,285 FLOATING 90.000.000 15.12.2004 - N -

Wien
Stadt Wien, Aaa/s (Moody´s), AA+u/*- (S&P)
VIENNA 3.5799 06/30/20 AT0000A0GYA7 BONDS 30.06.2020 EUR 3,580 FIXED 175.000.000 15.02.2010 1,23 N -
Wien Holding (100%), -
WIENHG 3 06/21/23 AT0000A10LJ2 SR UNSECURED 21.06.2023 EUR 3,000 FIXED 150.000.000 21.06.2013 2,18 N -
WIENHG 2 3/4 06/18/15 AT0000A0J789 SR UNSECURED 18.06.2015 EUR 2,750 FIXED 120.000.000 18.06.2010 0,65 N -

Inkl. Privatplatzierungen, Schuldscheindarlehen/Inhaberschuldverschreibungen; Legende: PP…Private Placement,


SD…Schuldscheindarlehen (Y-Ja/N-Nein)

Quelle: Rechnungsabschlüsse der Bundesländer (zuletzt verfügbar: 2012), Bloomberg, Erste Group Research

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Definitionen von Haftung, Garantien

Die Begriffe „Haftung“, „Garantie“ oder auch „Bürgschaft“ werden häufig


synonym verwendet, unterscheiden sich jedoch aus juristischer Sicht
bedeutend. Wie bereits im letzten Quarterly erwähnt, werden hier nochmals
die unterschiedlichen Ausprägungsformen von Besicherungen dargestellt:

Haftung: Haftung bedeutet das Einstehenmüssen für einen Schaden und


orientiert sich damit an den gesetzlichen Bestimmungen für den
Schadenersatz. Das österreichische Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch
(ABGB) definiert genaue Voraussetzungen, unter welchen zivilrechtliche
Haftung eintreten kann:
1. Eintritt eines Schadens
2. Vorliegen einer Kausalität und Rechtswidrigkeit und
3. Vorliegen eines Verschuldens.
Beim Vermögensschaden unterscheidet das Gesetz zwischen dem
positiven Schaden, bei dem schon vorhandenes Vermögen gemindert oder
zerstört wird und dem Entgang des Gewinns. Vom entgangenen Gewinn
spricht man, wenn eine Vermögensvermehrung verhindert, also eine
Erwerbschance vernichtet worden ist. Der Ersatz eines entgangenen
Gewinns ist nach gesetzlicher Regelung nur bei Vorsatz oder grober
Fahrlässigkeit vorgesehen. Nur eine Entschädigung unter „voller
Genugtuung“ kompensiert auch den entgangenen Gewinn.

Bürgschaft: Die Bürgschaft ist ein einseitig verpflichtender Vertrag, durch


den sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger eines Dritten
(Hauptschuldners) verpflichtet, für die Erfüllung der Verbindlichkeiten des
Dritten einzustehen. Der Gläubiger will sich durch die Bürgschaft für den
Fall einer Zahlungsunfähigkeit seines Schuldners absichern. Es gibt
unterschiedliche Formen von Bürgschaften: bei der Solidarbürgschaft haftet
der „Bürge und Zahler“ nach österreichischem Recht (§ 1357 ABGB) nicht
wie der gemeine Bürge nur subsidiär (also erst dann, wenn der
Hauptschuldner seiner Verpflichtung nicht mehr nachkommt), sondern
gleichrangig neben diesem. Der Gläubiger kann es sich daher aussuchen,
ob er vom Hauptschuldner oder vom Bürgen Zahlung begehrt, während er
sonst erst auf den Bürgen greifen kann, wenn er den Hauptschuldner
erfolglos gemahnt hat. Bei der Ausfallsbürgschaft (§1356 ABGB) haftet er
nur, wenn Gläubiger auch im Wege der Exekution seine Rechte nicht
durchsetzen konnte; sollte ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, gibt der
Wortlaut des § 1356 ABGB dem Gläubiger einen direkten Zugriff auf den
Bürgen. Hier ist jedoch zu beachten, dass im Prospekt genauere
Bestimmungen festgelegt sein können. Die Formulierung „nach
Ausschöpfung aller Rechtsmittel“ würde zum Beispiel bedeuten, dass das
Ergebnis eines Insolvenzverfahrens erst abgewartet werden müsste.

Garantie: Der Inhalt einer Garantie ist nicht gesetzlich vorgegeben und
demnach beliebig gestaltbar. Grundsätzlich ist eine Garantie als eine
freiwillig geleistete, unbedingte Zusicherungserklärung bzw. ein
Leistungsversprechen (Zahlungsversprechen) unter Eintritt bestimmter
Voraussetzungen zu verstehen. Gewöhnlich ist die Garantie nicht an das
Vorliegen eines Verschuldens gebunden. Hier lohnt sich das genaue
Studium der Garantiebedingungen bzw. der Bestimmungen in der
„Garantieurkunde“, sofern eine ausgestellt wurde.

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Macro/Fixed Income Research CEE Corporate Sales AT
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Johannes Dietrich +43 (0)5 0100 11913 Head: Jürgen Niemeier +49 (0)30 8105800 5503
Günter Hohberger (Banks) +43 (0)5 0100 17354 Institutional Sales AT, GER, LUX, CH
Franz Hörl, CFA (Basic Resources) +43 (0)5 0100 18506 Head: Thomas Almen +43 (0)5 0100 84323
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Research, Croatia/Serbia Andreas Goll +49 (0)711 810400 5561
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Anto Augustinovic (Equity) +385 72 37 2833 Manfred Meyer +43 (0)5 0100 83213
Ivana Rogic (Fixed income) +385 72 37 2419 Jörg Moritzen +49 (0)30 8105800 5581
Milan Deskar-Skrbic (Fixed income) +385 72 37 1349 Michael Schmotz +43 (0)5 0100 85542
Davor Spoljar, CFA (Equity) +385 72 37 2825 Bernd Thaler +43 (0)5 0100 85583
Research, Czech Republic Klaus Vosseler +49 (0)711 810400 5560
Head: David Navratil (Fixed income) +420 224 995 439 Institutional Sales CEE and International
Petr Bittner (Fixed income) +420 224 995 172 Head: Jaromir Malak +43 (0)50100 84254
Head: Petr Bartek (Equity) +420 224 995 227 Central Bank and International Sales
Vaclav Kminek (Media) +420 224 995 289 Head: Margit Hraschek +43 (0)5 0100 84117
Jiri Polansky (Fixed income) +420 224 995 192 Daniel Kihak Na +852 2105 0392
Katarzyna Rzentarzewska (Fixed income) +420 224 995 232 Fiona Chan +852 2105 0396
Martin Krajhanzl (Equity) +420 224 995 434 Institutional Sales PL and CIS
Lubos Mokras (Fixed income) +420 224 995 456 Head Piotr Zagan +48 22 544 5612
Jan Sedina (Fixed income) +420 224 995 391 Tomasz Karsznia +48 22 544 5611
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Tamás Pletser, CFA (Oil&Gas) +361 235 5135 Head: Ondrej Cech +420 2 2499 5577
Research, Poland Milan Bartos +420 2 2499 5562
Head: Magdalena Komaracka, CFA (Equity) +48 22 330 6256 Radek Chupik +420 2 2499 5565
Marek Czachor (Equity) +48 22 330 6254 Pavel Zdichynec +420 2 2499 5590
Tomasz Duda (Equity) +48 22 330 6253 Institutional Sales Croatia
Adam Rzepecki (Equity) +48 22 330 6252 Head: Antun Buric +385 (0)7237 2439
Research, Romania Natalija Zujic +385 (0)7237 1638
Chief Economist, Director: Radu Craciun +40 3735 10424 Institutional Sales Hungary
Head: Mihai Caruntu (Equity) +40 3735 10427 Norbert Siklosi +36 1 2355 842
Head: Dumitru Dulgheru (Fixed income) +40 3735 10433 Attila Hollo +36 1 2355 846
Chief Analyst: Eugen Sinca (Fixed income) +40 3735 10435 Institutional Sales Romania
Dorina Cobiscan (Fixed Income) +40 3735 10436 Head: Ciprian Mitu +40 373 516 532
Raluca Florea (Equity) +40 3735 10428 Ruxandra Carlan +40 373 516 531
Marina Alexandra Spataru (Equity) +40 3735 10429 Institutional Solutions and PM
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Head: Can Yurtcan +90 212 371 2540 Brigitte Mayr +43 (0)50100 84781
Evrim Dairecioglu (Equity) +90 212 371 2535 Mikhail Roshal +43 (0)50100 84787
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Sezai Saklaroglu (Equity) +90 212 371 2533
Nilufer Sezgin (Fixed income) +90 212 371 2536
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