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Europa – Vorstellungen und Wirklichkeit • 5.

Juli 2016
PD Dr. Wienfort

Vertrag von Lissabon

1. Änderung des bestehenden Vertragswerks der


Europäischen Union

a. Vertrag über die Europäische Union (EUV)


b. Vertrag über die Gründung der Europäischen
Gemeinschaften (forthin: Vertrag über die
Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV))
c. Weitere Dokumente wie die EU-Grundrechtecharta,
EU-Menschenrechtskonvention

2. Mehrjähriger Vorlauf: halbjährige, konkrete


Vorbereitungszeit; zwei Jahre andauernder
Ratifikationsprozess

a. Beginn mit der „Berliner Erklärung“ unter deutscher


Ratspräsidentschaft über die Verabschiedung des
Mandats über die Regierungskonferenz (Europäischer
Rat 2007a)

b. Zeitleiste
i. Arbeit am Entwurf begann im Juli/2007 und
endete im Oktober 2007
ii. Unterzeichnung des Vertrages durch den
Europäischen Rat als konstitutioneller Architekt
im Dezember 2007
iii. Ratifikation durch alle Mitgliedsstaaten im
Dezember 2009 mit knapp einem Jahr
Verspätung. Gründe: Verzögerung durch div.
Staaten, insb. Referendum in Irland

3. Ein Meilenstein der konstitutionellen Systemgestaltung


der europäischen Integration?

a. Neue Stufe der Verwirklichung einer immer engeren


Union durch Übernahme wesentlicher Elemente des
EU-Verfassungsvertrages (2004) bei gleichzeitiger
Entfernung staatlicher Symbolik („Verordnung“ statt
Felix R. Gießmann • 1335150 • felix@giessmann.net

„EU-Gesetz“, Erwähnung der Europaflagge,


Europahymne und des Europatages)

b. Genuine parlamentarische Wahlfunktion, Stärkung


des Kommissionspräsidenten, Hoher Vertreter für
Außen- und Sicherheitspolitik (bei gleichen
Befugnissen des EU-Außenministers des
Verfassungsentwurfes von 2004)

c. Festigung der Zwitterrolle der EU zwischen


intergouvernementaler und supranational-
föderalistischer Struktur

d. Versuche der Einordnung:


i. Kurzfristig: Steigerung der Handlungsfähigkeit
(z.B. doppelte Mehrheit) und demokratischer
Kontrolle
ii. Mittelfristig: Evolutionsschritt ausgehend von den
Pariser Verträgen (1951) bis hin zu einem
Ausgangspunkt für die konstitutionelle
Ausgestaltung eines supranationalen Konstrukts
iii. Langfristig: Lissabon-Vertrag als nächste Stufe
der Transformation der souveränen
Territorialstaaten in Europa seit erstmaliger
Herausbildung ebendieser

4. Ausblick: Derzeit ist nicht mit weiteren


Integrationsschritten zu rechnen; Vorgabe zur weiteren
europäischen Integration seit den Römischen
Verträgen zwar gegeben, aber:
a. Dialektik zwischen „Problemlösungsinstinkt und
Souveränitätsreflex“
b. „Entscheidungsdilemma zwischen institutioneller
Effizienz und Letztentscheidungsvorbehalt“
c. Idealismus vs. Realismus (eigenständig
europäische oder abgeleitete nationale
Legitimationsquelle)

Quellen
Europa – Vorstellungen und Wirklichkeit • 5. Juli 2016
PD Dr. Wienfort

Hentges, G. und Platzer, H. (2011). Europa - quo


vadis?. Wiesbaden: VS Verlag für
Sozialwissenschaften / Springer Fachmedien
Wiesbaden

Leisse, O. (2010). Die Europäische Union nach dem


Vertrag von Lissabon. Wiesbaden: VS Verlag fur
Sozialwissenschaften / GWV Fachverlage GmbH