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"Stan & Ollie" über das Komikerduo: Ein seltsames Paar fürs ganze Leben Esther Buss9.

Mai 2019,
06:00 23 Postings Jon S. Bairds Film erzählt aus der Spätzeit der beiden, in der ihr Ruhm am Erblassen
war. Sehenswert ist das dank der Darsteller Steve Coogan und John C. Reilly Die Knie schmerzen, die
Schläfen sind angegraut, aber die alten Nummern wirken immer noch frisch. 1953, auf ihrer
Bühnentour durch Großbritannien, ernten Laurel, verkörpert vom britischen Komiker Steve Coogan,
und Hardy (John C. Reilly) meist jene Art von Hochachtung, die man sonst nur rüstigen Rentnern
entgegenbringt: "Ich dachte, Sie wären im Ruhestand." Oder: "Toll, dass Sie in Ihrem Alter noch
auftreten." Die beiden nehmen es – wie soll es auch anders sein – mit Humor: "Danke. Die
Leichenstarre hat noch nicht eingesetzt." constantin film österreich Der britische Regisseur Jon S.
Baird erzählt die Geschichte von Stan Laurel und Oliver Hardy, die Mitte der 1920er-Jahre in den Hal
Roach Studios zu einem der berühmtesten und erfolgreichsten Komikerduos avancierten, als
Arbeitsbeziehungs- und "Liebesgeschichte" eines betagten Paares – sie drehten zusammen 107
Filme, den für viele ihrer Kollegen so schwierigen Übergang vom Stumm- zum Tonfilm nahmen sie
mit links. Der Tonfall ist freundlich, charmant – und ausgesprochen altersmilde. Altersmilder Tonfall
Stan & Ollie setzt ein, als die goldenen Zeiten des Duos schon eine Weile zurückliegen. Während
Abbott und Costello inzwischen zum Mars fliegen, scheitern Stan und Ollie noch immer an den
einfachsten Aufgaben: etwa daran, ihre versehentlich vertauschten Hüte zurückzutauschen oder sich
an einem Bahnhof mit zwei Eingängen zu verabreden. Auch im echten Leben sind die beiden ein
ungleiches und nicht unkompliziertes Paar, gleichwohl haben ihre Rollen nur wenig mit ihren
Bühneneigenschaften gemein. Der Brite Stan ist der kreative Kopf und "Vater" des Duos. Während
sein massiger Partner, den alle "Babe" nennen, es gern bequem hat, denkt er sich zu jeder Tages-
und Nachtzeit neue Szenen und Sketches aus oder schreibt an einem Robin-Hood-Drehbuch (Rob’ Em
Good) – ein Projekt, das die beiden endlich wieder zurück auf die große Leinwand bringen soll. Stan
liebt es, seine Bühnenpersona in den Alltag einfließen zu lassen. Als der schleimige Veranstalter
Delfont (Rufus Jones) die beiden in einem schäbigen Hotel einquartiert, stolpert Stan mit zahlreichen
Koffern zuerst durch die Tür, um sich anschließend mit Ollie einen sturen Battle um die
Rezeptionsklingel zu liefern. Auch die Ankunft ihrer Ehefrauen vor dem Londoner Savoy-Hotel
verarbeitet er in Anwesenheit der Presse zu einer improvisierten Slapstick-Nummer. Grapefruit als
Gratiseinlage Sein Zwang zur Performance hat aber auch eine tragische Seite. Bei einer Party, die
ihnen zu Ehren veranstaltet wird, geraten die beiden in einen heftigen Streit. Stan, der sich einst mit
dem Filmproduzenten Hal Roach überwarf, wertet es immer noch als Verrat, dass sein Partner einen
Film – Zenobia, 1939 – ohne ihn gedreht hat, Ollie wirft ihm im Gegenzug vor, ihn nie als Menschen
geliebt zu haben. Daraufhin bewirft Stan ihn mit einer Grapefruit vom Buffet – und das Publikum
freut sich über die Gratiseinlage. Dramaturgisch folgt Jon S. Baird einer recht vorhersehbaren
Comeback-Erzählung. Zu Beginn der Tour treten die Komiker noch vor halbleeren Stuhlreihen auf, bis
sich allmählich – eine PR-Kampagne hilft nach – die Hallen immer mehr füllen. Mit den wachsenden
Unstimmigkeiten und Ollies gesundheitlichen Problemen treibt Stan & Ollie jedoch immer mehr auf
ein sentimentales Rührstück zu. Gut auszuhalten ist es durch das fantastische Spiel von Coogan und
Reilly. Sie treffen die feine Dynamik des Komikerpaars, ohne in jene ehrgeizigen
Nachahmungsmanierismen zu verfallen, mit denen sich Hollywood-Biopics so gern herausputzen. Als
Side kicks fungieren die Ehefrauen Lucille Hardy (Shirley Henderson) und Ida Laurel (Nina Arianda).
Ihre trockenen Schlagabtäusche machen sie zu einem Komikerinnenduo von ganz eigenem Format.
(Esther Buss, 9.5.2019) Ab Freitag im Kino - derstandard.at/2000102761851/Stan-Ollie-ueber-das-
Komikerduo-Ein-seltsames-Paar-fuers-ganze
Im Marvel-Finale kann man etliche Stationen des Franchise noch einmal neu abklappern: Durch Witz
und nuancierte Figurenzeichnung sind die drei Stunden gut angelegt Auf einem Gedenkstein in San
Francisco steht ein Name inmitten vieler anderer: Scott Lang ist einer der "Verschwundenen", derer
mit diesem Stelenfeld gedacht wird. The Vanished, das Wort ist wohl mit Bedacht gewählt, denn zu
einem richtigen Tod gehört ein Leichnam. Die vielen Verschwundenen aber haben sich einfach in
nichts aufgelöst, mit einen Fingerschnippen des Titanen Thanos am Ende des Film Avengers: Infinity
War. Ein Schnitt, mitten durch das Universum, ein radikal negatives Fifty-fifty. Na ja, nicht ganz. Denn
in San Francisco steht Scott Lang vor der Stele, auf der sein Name zu lesen ist, und er begreift, dass
da etwas nicht ganz stimmen kann. In dieser Szene des neuen Marvel-Action-Abenteuers Avengers:
Endgame liegt einer der Schlüssel zu einer ausufernden Geschichte, mit der ein seit inzwischen mehr
als einem Jahrzehnt expandierendes Erzähluniversum an ein (vorläufiges) Ende kommt. marvel
entertainment Scott Lang ist im Berufsleben der Ant-Man. Er verfügt über die Gabe, sich zu
verdünnisieren. Und er ist in der Riege der Marvel-Wunderwesen einer der witzigsten. Daran lag es
aber nicht, dass er den nihilistischen Schnitt des Thanos überlebt hat. Scott Lang war im
entscheidenden Moment gerade anderswo. Zeitlich gesehen. Das Getrippel einer Ratte weckt ihn
auf, und so ist er nun zuerst einmal für einen Moment auf beiden Seiten der Geschichte –
verschwunden, aber wiedergefunden. Trauerarbeit und Bierwampe Er trifft auf Kollegen, die alle auf
unterschiedliche Weise mit Trauerarbeit beschäftigt sind: der Iron Man Tony Stark hat sich mit
Pepper Potts und Töchterchen in die Einschicht verabschiedet, die Black Widow hält trübsinnig das
Büro besetzt, und Thor hat sich in dem Weiler New Asgard eine Bierwampe zugelegt. Am ehesten
kommt noch Hulk mit der neuen, halbierten Welt zurecht – er steht inzwischen zu seinem
Gigantenkörper. Bei aller Versuchung, sich hängenzulassen, kann die Superheldenriege den Sieg von
Thanos nicht auf sich sitzen lassen. Für ein großes Osterwunder bietet sich aber nur eine Strategie an,
die Hollywood schon ziemlich abgenudelt hat: zurück in die Zukunft? Bei Zeitreise denken die
Avengers zuerst einmal an eher spezielle Filmklassiker wie Hot Tub Time Machine. Es ist der Tüftler
Tony Stark, der schließlich den Ausschlag dafür gibt, es doch auf diese Weise zu versuchen: Ein "time
heist" wird geplant, also ein Raubzug quer durch die Dimensionen und Kompossibilitäten, in denen
Scott Lang auf die Ratte gewartet hat. Ziel ist es, die Infinity Stones an sich zu bringen, bevor sie
Thanos für die Vervollständigung des tödlichen Handschuhs zu fassen kriegt. "Wir sind Avengers,
keine Prevengers", heißt es zwischendurch einmal, doch in diesem Fall geht es tatsächlich um
Präventivgeschichte. Verquast, aber überzeugend Die Sache mit den Steinen und dem Handschuh
klingt jetzt als Inhaltsangabe ein bisschen sehr nach einem verquasten Mix aus Fantasy und Action,
nach einem Harry-Potter-Remix mit Quantenqueste. Tatsächlich ergibt sich in Avengers: Endgame
aber sehr überzeugend immer wieder alles eines nach dem anderen. Das inzwischen bewährte
Regieduo Anthony und Joe Russo sammelt auf der Grundlage eines Drehbuchs von Christopher
Markus und Stephen McFeely geduldig die verbliebenen Figuren ein, darunter auch das "new girl"
Captain Marvel, hier mit neuer Frisur. Zwei Stunden lang ist Avengers: Endgame ein Charakterdrama
mit verhaltenem Witz. Den ersten Höhepunkt gibt es, als Captain America und Iron Man auf einer US-
Armeebasis in New Jersey in den 1970er-Jahren eine Abzweigung aus ihrer Schleife nehmen. Von nun
an wird improvisiert. Die ganze Idee mit der Zeitreise hat einen tieferen Sinn, weil das Marvel
Cinematic Universe dabei auch noch einmal Stationen seines Entstehens abklappern kann. Ganz ohne
postmoderne Ironie, sondern aus einem Geist genuiner Selbstrevision treffen Avengers hier auf
frühere Ichs: Man meint sogar, frühere CGI-Schichten zu erkennen, also nicht nur zeitliche, sondern
auch Virtualitätsdimensionen. Nuanciert und klug zusammengefügt Was aber an diesem Schlussstein
zu einer großen Ensembleerweiterung vor allem überzeugt, ist die Figurenzeichnung: Die drei
Stunden Erzählzeit sind gut angelegt, weil sie auch dazu dienen, nuancierte Charaktere in spannende
Verhältnisse (und in schräge Welten) zu bringen. Und als Thanos schließlich noch einmal seines
verkehrten Schöpfertums walten möchte, tritt ihm tatsächlich eine Weltgesellschaft gegenüber –
man merkt dabei auch, wie viel sich in den Jahren seit 2008 (als der erste Iron Man herauskam)
identitätspolitisch verändert hat. Wer diese Zeit in einem Quantenloch versäumt hätte, bekäme
einiges zu staunen. Mehr Vergnügen (und ein paar wehmütige Knoten im Hals) macht Avengers:
Endgame aber als bewusst nachvollzogene, kreative Summe aus vielen Ideenatomen, die hier klug
zusammengefügt werden. (Bert Rebhandl, 24.4.2019) Jetzt im Kino -
derstandard.at/2000101923937/Avengers-Endgame-Eine-spannende-letzte-Mission-um-die-Zeit-zu

Ein Manifest der Einigkeit wollen die EU-Staats- und


Regierungschefs heute vorlegen. Aber es gibt auch
Störenfriede.
Es klingt wie ein Manifest von 27 Musketieren: „Wir gehen gemeinsam durch dick und
dünn“, heißt es in der geplanten Abschlusserklärung, die die 27 EU-Staats- und
Regierungschefs heute bei ihrem Sondergipfel im rumänischen Hermannstadt (Sibiu)
unterzeichnen wollen. Diese Beschwörung der Einheit und der gemeinsamen, europäischen
Stärke kommt nicht von ungefähr: Ein Jahrzehnt der Krisen, von jener der Banken bis zur
Migration, liegt hinter der EU. Der drohende Brexit hat die EU zusätzlich geschwächt.

Umso dringender suchen die verbleibenden 27 EU-Staats- und Regierungschefs für die
kommenden fünf Jahre nun nach einem gemeinsamen Bauplan für ein solides Haus Europa.

Vorschläge im Gepäck
Vorschläge hat nahezu jeder Regierungschef im Gepäck: Bundeskanzler Sebastian Kurz etwa
reist mit der Forderung an, die EU-Verträge zu reformieren. „Die EU muss robuster und
stärker werden“, verlangt er und stellt fest: Der geltende Vertrag von Lissabon habe auf die
Krisen der vergangenen Jahre wie die Finanzkrise, die Schuldenkrise, die Migrationskrise, die
Klimakrise und das Brexit-Chaos keine geeigneten Antworten gegeben.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wiederum will in Sibiu eine Klima-Initiative


präsentieren. Zusammen mit Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Dänemark, Schweden,
Portugal und Spanien sollen schnellere und strengere Klimaziele durchgesetzt werden.
Spaniens Premier Sanchez hingegen möchte in Sibiu die Einführung einer europäischen
Arbeitslosenversicherung zur Diskussion stellen.

Auf schärfere Sanktionen gegen Staaten, die aus der europäischen Solidarität ausscheren,
drängt wiederum der Premier der Niederlande, Mark Rutte.

Gegen „noch mehr Bevormundung aus Brüssel“ aber stemmen sich mehrere osteuropäische
Regierungschefs – Ungarns Viktor Orbán ist nur einer davon. Dass sie zudem einem
Sanktionsmechanismus zustimmen, der sie selbst treffen könnte, gilt als ausgeschlossen.

Konkrete Beschlüsse sind also beim EU-Gipfel in Sibiu nicht zu erwarten. Worauf es sich
hingegen leichter einigen lässt, sind Beschwörungen der Geschlossenheit und Einheit der EU.
Befassen aber wollen sich die Staats- und Regierungschefs auch mit den größten
Herausforderungen der kommenden Jahre – vom Schutz der Bürger vor illegaler Migration
bis zur Digitalisierung und einer stärkeren Rolle der EU in der Welt.

Hinter der Kulissen aber dürfte es doch um sehr Konkretes gehen: Die fünf wichtigsten Jobs
in der EU sind neu zu vergeben. In Sibiu dürften die ersten Würfel fallen. Dann könnte klarer
werden, wann die Spitze der Kommission, der Europäischen Zentralbank und der restlichen
drei Institutionen neu besetzt werden.