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Fokus Menschenrechte

Europa steigt ab!


Zur Lage der Pressefreiheit weltweit

Andrea Nüsse und Moritz Kleine-Brockhoff

ABSTRACT

Auch im Jahr 2018 steht die Pressefreiheit international unter Druck. Syrien ist weiter das ge-
fährlichste Land für Journalisten. In China, Eritrea, Turkmenistan und Nordkorea existiert die
Pressefreiheit de facto nicht. Die beunruhigende Nachricht jedoch: Auch in demokratischen
Staaten und selbst hier bei uns in der EU kommt die Pressefreiheit immer mehr unter Druck. Die
Organisation Reporter ohne Grenzen stellt aktuell fest: Nirgendwo hat sich die Pressefreiheit im
letzten Jahr so schnell verschlechtert wie in Europa. Auch Deutschland gehört mit Rang 15
nicht zu den Top 10 der weltweiten „Rangliste der Pressefreiheit“, die gerade wieder veröffent-
licht wurde. Die Friedrich-Naumann-Stiftung setzt sich seit Jahrzehnten weltweit für die Presse-
und Meinungsfreiheit ein – eine Aufgabe, die offenbar auch hier bei uns in Europa wieder wich-
tiger wird. Wir stellen einige unser Projekte vor, die zuletzt ausgezeichnet worden sind.
Europa steigt ab! 05/18

05/18
Europa steigt ab!
Zur Lage der Pressefreiheit weltweit

Impressum

Herausgeber
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Truman-Haus
Karl-Marx-Straße 2
14482 Potsdam-Babelsberg

/freiheit.org
/FriedrichNaumannStiftungFreiheit
/FNFreiheit

Autoren
Andrea Nüsse
Moritz Kleine-Brockhoff

Redaktion
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Kontakt
Telefon: 03 31.70 19-0
Telefax: 03 31.70 19-1 88
E-Mail: info@freiheit.org

Diese Publikation ist kostenfrei zu beziehen.


Der Weiterverkauf ist untersagt.

Stand
05 /2018

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Europa steigt ab! 05/18

Auch im Jahr 2018 steht die Pressefreiheit international unter Druck. Syrien stellt wei-
ter das gefährlichste Land für Journalisten dar. In China wird die Pressefreiheit offline
und online gleichermaßen eingeschränkt. In Eritrea, Turkmenistan und Nordkorea ist
sie quasi unbekannt.

Die wirklich beunruhigende Nachricht, die die Organisation Reporter ohne Grenzen
(ROG) mit ihrer jüngst veröffentlichten „Rangliste der Pressefreiheit 2018“ deutlich
macht: Nicht mehr nur in fernen Diktaturen und Krisenländern steht die Pressefreiheit
unter Druck, sondern auch bei uns in Europa, ja selbst in der EU:1 Journalistenmorde in
Malta2 und der Slowakei,3 Gleichschaltung öffentlicher Rundfunkanstalten in Polen
und Ungarn, zunehmende Konzentration der Besitzverhältnisse an privaten Medien in
den Händen einiger weniger Oligarchen wie in Tschechien oder der Slowakei. Diese
und andere Negativentwicklungen der letzten Jahre führen dazu, dass Europa laut
ROG zurzeit diejenige Weltregion ist, in der sich die Pressefreiheit am schnellsten ver-
schlechtert.4 Der rasante Verfall der Pressefreiheit in Europa zeigt sich auch daran,
dass vier der fünf Länder, in denen sich die Pressefreiheit weltweit am meisten ver-
schlechtert hat, aus Europa kommen: Malta, Tschechien, Slowakei und Serbien.5

Aber auch Deutschland spielt beim Thema Pressefreiheit nicht in der ersten Liga.
Zwar verbessert man sich um einen Platz auf den 15. Rang. Man bleibt damit aber
weit weg von den „Weltmeistern“ aus Norwegen, Schweden und nun auch den Nieder-
lande. Deutschland bleibt damit „abstiegsgefährdet“ und könnte mittelfristig aus der
Spitzengruppe der Staaten mit einer „guten Lage“ der Pressefreiheit (ersten 16 Plätze)
herausfallen. Kritisiert wird an Deutschland weiterhin die hohe Zahl an tätlichen Über-
griffen, Drohungen und Einschüchterungsversuchen gegen Journalisten, was sich zu-
letzt vor allem im Sommer 2017 während der Proteste gegen den G20-Gipfel in Ham-
burg zeigte. Auch das Anfang 2017 in Kraft getretene BND-Gesetz und das Netzwerk-
durchsetzungsgesetz (NetzDG) gegen Desinformation und Hassäußerungen in sozia-
len Medien bedrohen laut ROG die Pressefreiheit.

1
Siehe Reporter ohne Grenzen (ROG), „Rangliste der Pressefreiheit 2018“, unter
https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2018/
2
L. Kampf „Das Daphne-Projekt ‚Die Hintermänner werden geschützt‘“, Süddeutsche Zeitung
(21.04.2018), unter: http://www.sueddeutsche.de/politik/mord-an-journalistin-auf-malta-die-
hintermaenner-werden-geschuetzt-1.3954272; D. Boffeyin/ S. Kirchgaessner, “Daphne Caruana Gali-
zia murder: EU justice chief to press case during Malta visit”, The Guardian (23.04.2018), unter:
https://www.theguardian.com/world/2018/apr/23/daphne-caruana-galizia-eu-justice-chief-to-press-
case-during-malta-visit
3
K. Verseck „Exekutiert für eine Recherche“, Der Spiegel (27.02.2018), unter:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/slowakei-mord-an-journalist-jan-kuciak-exekutiert-fuer-eine-
recherche-a-1195688.html; J. Rezaian, “In Slovakia, the killing of a journalist inspires a new wave of
people power”, Washington Post (28.03.2018), unter: https://www.washingtonpost.com/news/global-
opinions/wp/2018/03/28/in-slovakia-the-killing-of-a-journalist-inspires-a-new-wave-of-people-
power/?noredirect=on&utm_term=.52a392ac246c.
4
Siehe ROG „Rangliste der Pressefreiheit 2018“, Fußnote 1.
5
Ebenda.

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International sind einige der aktuellen Entwicklungen beim Thema Pressfreiheit be-
sonders bedenklich: Zum einen scheinen wir uns daran gewöhnen zu müssen, dass
Einschränkungen der Pressfreiheit nicht mehr nur in Diktaturen und autoritär geführ-
ten Staaten wie Iran, China oder Ägypten, sondern auch in demokratischen Staaten
aller Regionen wie etwa den USA, Indien, den Philippinen, Ungarn, Tschechien oder
Polen auf der Tagesordnung stehen.

Darüber hinaus ist zunehmend zu beobachten, dass in vielen Ländern eine zu große
Konzentration der Besitzverhältnisse an privaten Medien auf einzelne einflussreiche
Personen entsteht. Dies bedroht die freie Presse und Berichterstattung zusätzlich. So
kontrollieren etwa einige wenige Oligarchen den Großteil der Medien in der Slowakei
oder auch in Tschechien, wo dem Ministerpräsidenten Andrej Babis die zwei wichtigs-
ten Zeitungen des Landes gehören.6 Gleichzeitig kommen viele klassische Medien und
Verlage auch durch die Digitalisierung unter Druck, die alte Finanzierungsmodelle und
Publikationsformate auflöst und sie in eine scharfe Konkurrenz mit transnationalen
Internetunternehmen stellt.7

Besonders alarmierend ist jedoch, in wie vielen unserer EU-Mitgliedsstaaten mittler-


weile Probleme im Bereich der Pressefreiheit zu beklagen sind. Neben der Slowakei
und Malta stehen hier vor allem unsere ganz unmittelbaren Nachbarn Polen und
Tschechien, aber auch Ungarn und der EU-Beitrittskandidat Serbien im Fokus. Die Re-
cherchen von Reporter ohne Grenzen zeigen, wie hier staatliche Rundfunkanstalten
unter Kontrolle gebracht und private Medien unter Druck gesetzt oder durch regie-
rungsnahe Oligarchen aufgekauft werden.8 Ein gängiges Mittel ist dabei auch die be-
sonders enge Ausgestaltung von Verleumdungsgesetzen, die gleich alle kritischen
Stimmen aus der Gesellschaft zum Verstummen bringen soll.9

Diesen Entwicklungen stellt sich die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ent-
gegen. Bereits seit Beginn ihrer Arbeit in den 1950er Jahren werden dabei gezielt
Journalisten gefördert und ausgebildet.10 Mittlerweile übernimmt mit dem Internatio-
nalen Journalisten und Mediendialogprogramm ein eigens Referat diese Aufgaben.11
Die Experten dieser Abteilung, aber auch die Mitarbeiter vor Ort widmen sich dabei in
ihrer Projektarbeit weltweit Herausforderungen, die sich uns zukünftig wohl auch wie-

6
Siehe ROG Länderseite „Tschechien“, unter https://www.reporter-ohne-grenzen.de/tschechien/.
7
Siehe hierzu den aktuell in der parlamentarischen Versammlung des Europarates diskutierten Reso-
lutionsentwurf, der unter anderem das Problem der schwindenden Einnahmen traditioneller Medienun-
ternehmen und das Ungleichgewicht der Einnahmenverteilung gegenüber Internetunternehmen auf-
greift, siehe den Bericht “The protection of editorial integrity”, Committee on Culture, Science, Educa-
tion and Media, Parliamentary Assembly, Council of Europe, Doc. 14526, 09 April 2018.
8
Siehe ROG „Rangliste der Pressefreiheit 2018“, Fußnote 1.
9
Siehe etwa das Beispiel Tschechien, ROG Länderseite „Tschechien“, unter https://www.reporter-
ohne-grenzen.de/tschechien/.
10
Siehe A. Nüsse „Die Stiftung im Einsatz für weltweite Pressefreiheit“, 03.05.2016, unter:
https://www.freiheit.org/die-stiftung-im-einsatz-fuer-weltweite-pressefreiheit.
11
Siehe dazu https://www.freiheit.org/presse-und-meinungsfreiheit.

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der mehr in Europa stellen werden. Unsere Experten Andrea Nüsse (Leiterin Internati-
onales Journalisten und Mediendialogprogramm) und Moritz Kleine-Brockhoff (Pro-
jektleiter Malaysia/Indonesien) stellen einige der erfolgreichsten Projekte vor:

#jetztschreibenwir

#jetztschreibenwir – lautete am
15. Oktober 2016 der Titel der
„Tagesspiegel“-Ausgabe in Berlin,
die von geflüchteten Journalisten
aus Syrien, Iran, Pakistan, Afgha-
nistan und anderen Ländern ge-
staltet und geschrieben wurde.
Die Ausgabe wurde jetzt mit dem
European Newspaper Award in
der Kategorie „special edition“
ausgezeichnet, die Preisverlei-
hung findet im Mai in Wien statt.
Ausgabe des Tagesspiegels #jetztschreibenwir
Die Zeitungsausgabe ist Teil eines Foto: Doris Spiekermann-Klaas, Tagesspiegel
Kooperationsprojektes des Inter-
nationalen Journalisten – und Mediendialogprogramms der Stiftung12 mit dem „Ta-
gesspiegel“ und mittlerweile auch der Robert Bosch Stiftung. Ziel ist die Weiterbildung
der geflüchteten Journalisten, damit sie auf dem deutschen Medienmarkt Fuß fassen
können. Denn sie sollen selbst zu Wort kommen anstatt dass überwiegend deutsche
Journalisten über Geflüchtete schreiben.

#jetztschreibenwir „Journalisten sind Brückenbauer“13

Am Sonnabend erscheint der Tagesspiegel mit Texten von geflüchteten Journalis-


ten. Die Naumann-Stiftung ist mit ihrem Medienprogramm Kooperationspartner die-
ses Projektes. Die Leiterin des Medienprogramms, Andrea Nüsse, im Interview.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung ist Kooperationspartner bei dem Projekt mit Exil-


Journalisten. Was ist Ihr Anliegen?

Die Friedrich-Naumann-Stiftung engagiert sich seit langem für die Arbeit mit Journa-
listen. Schon seit der Eröffnung des ersten Auslandsbüros 1964 in Tunesien sind
Journalistenausbildung und Pressefreiheit ein Schwerpunkt unserer Arbeit, ein urli-
berales Thema.

12
Siehe https://www.freiheit.org/presse-und-meinungsfreiheit
13
Siehe Interview „Journalisten sind Brückenbauer“, Tagesspiegel (14.10.2016), unter:
https://www.tagesspiegel.de/politik/jetztschreibenwir-journalisten-sind-brueckenbauer/14690460.html

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Diesen Schwerpunkt bauen wir jetzt an-


gesichts der beunruhigenden Tendenzen
weltweit aus und haben ein neues Pro-
gramm geschaffen: das Internationale
Journalisten und Mediendialogpro-
gramm. In dem Tagesspiegel-Projekt
kommen zwei Top-Themen zusammen:
die weltweit bedrohte Presse- und Medi-
enfreiheit sowie Migration und Integrati-
on. Andrea Nüsse, Referatsleiterin Internationales
Journalisten- und Mediendialogprogramm,
Journalisten fliehen nicht nur vor Krieg, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
sondern auch vor Unfreiheit... Foto: Promo

Unabhängige Journalisten sind meist die ersten Opfer der autoritären Entwicklun-
gen, die wir in vielen Ländern von Russland über die Türkei bis nach Ägypten, aber
auch bei einigen unserer direkten Nachbarn beobachten. Gleichzeitig haben es Jour-
nalisten besonders schwer, im Exil zu arbeiten, weil Sprachkenntnisse die Grundlage
ihres Jobs sind. Dabei sind sie die Brückenbauer, welche die deutsche Gesellschaft
so dringend braucht.

Kann die Arbeit mit Exil-Journalisten auch in die Partnerländer wirken?

Auf jeden Fall! Wenn wir jetzt mit Exil-Journalisten arbeiten, kommt das mittelfristig
auch ihren Heimatländern zugute: entweder durch die Schaffung unabhängiger Me-
dien im Exil, die in die Heimat wirken. Oder bei der Rückkehr. Ich gehe davon aus,
dass viele der syrischen Journalisten sofort zurückkehren werden, wenn dies mög-
lich ist, um ein neues System aufzubauen.

2017 erschien am 8. September, kurz vor der Bundestagswahl, eine weitere von Exil
Journalisten geschriebene Beilage im „Tagesspiegel“ unter dem Titel „Wir wählen die
Freiheit“.14 Das Projekt wird ergänzt durch öffentliche Veranstaltungen in der „Diwan“-
Reihe, in der Exil-Journalisten mit deutschen Kollegen und dem Publikum diskutieren
– zuletzt die Chefredakteurin der Flüchtlingszeitung „Abwab“, Souad Abbas, mit dem
stellvertretenden Chefredakteur der „Zeit“, Bernd Ulrich, über das Thema Heimat.15

Förderung der Pressefreiheit im Ausland – Beispiel Malaysia

Im Ausland ist die Arbeit unabhängiger Journalisten oft ungleich schwieriger. Umso
mehr freuen wir uns, dass unser langjähriger Partner in Malaysia, die führende unab-
hängige Online-Nachrichtenplattform Malaysiakini, gerade gleich mit zwei innovativen

14
https://www.freiheit.org/wir-waehlen-die-freiheit
15
https://www.freiheit.org/heimat-debatte-zwischen-ruhrpott-und-homs

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Projekten in die Shortlist der Data Journalism Awards16 des Global Editor Networks
aufgenommen wurde.

Die von Malaysiakini entwickelte App “Undi Power”17 wurde in die Shortlist des “News
Data App of the Year Award” gewählt – neben Projekten des Wall Street Journal oder
der Financial Times. Das interaktive Online-Tool zeigt den Nutzern, wieviel Gewicht
ihre Stimme bei Parlamentswahlen hat – je nachdem in welchem Wahlbezirk sie le-
ben. Damit soll vor den am 9. Mai angesetzten Parlamentswahlen in spielerischer
Form auf die ungerechten Zuschnitte von Wahlkreisen aufmerksam gemacht werden.
Mit diesem Vorgehen sichert sich die Regierungskoalition absolute Mehrheiten im Par-
lament. 2013 konnte sie dank geschickter Zuschnitte der Wahlkreise 60 Prozent der
Parlamentssitze gewinnen bei nur 47 Prozent der Wählerstimmen. Die App „Undi-
Power“ klärt auf spielerische Weise über diesen politischen Missstand auf. Das Projekt
wurde von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit finanziert und unterstützt.
Bei der am 31. Mai in Lissabon
geplanten Preisverleihung ist es
zudem für den Zuschauerpreis
nominiert.

Daneben ist Malaysiakinis Onli-


ne-Projekt “Tod in Polizeige-
wahrsam”18 in die Shortlist des
“Investigation of the Year A-
wards” aufgenommen worden.
Konkurrenten in der Kategorie
der besten datenbasierten Re-
Führende Journalisten der Partnerorganisation
cherche eines Themas von öf- Malaysiakini zu Besuch bei dpa, Berlin 2017
fentlichem Interesse sind unter Foto: Friedrich-Naumann-Stiftung
anderem die kanadische „Globe
and Mail“ sowie der amerikanische „Guardian“. In dem Projekt wurden Daten zu To-
desfällen in Polizeigewahrsam ausgewertet mit dem Ergebnis, dass über Opfer malai-
ischer ethnischer Zugehörigkeit in den Medien kaum berichtet wird. In dem interakti-
ven Teil werden Nutzer zudem über ihre Rechte in Polizeigewahrsam aufgeklärt.

Die Regierung schränkt die Presse- und Medienfreiheit in Malaysia durch Kontrolle von
Fernsehen, Radio und Printmedien ein. Malaysiakini ist das größte Online-Medium au-
ßerhalb der Regierungskontrolle und erreicht mit seinen kostenpflichtigen unabhängi-
gen Inhalten in vier Sprachen mehr als 2,3 Millionen Menschen täglich. Die Friedrich-
Naumann-Stiftung kooperiert mit Malaysiakini seit dessen Gründung 1999. Das Medi-
enunternehmen wird immer wieder angegriffen und vor Gericht gebracht: Zuletzt wur-

16
https://www.globaleditorsnetwork.org/programmes/data-journalism-awards/
17
https://pages.malaysiakini.com/undipower/
18
https://pages.malaysiakini.com/deathincustody/

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de eine Geldstrafe von 90.000 US-Dollar verhängt wegen angeblicher Verleumdung im


Zuge der Berichterstattung über die Gesundheitsrisiken für Anwohner von Alumini-
umerzminen.19

In Deutschland und der Welt für die Pressefreiheit

Die Pressefreiheit bildet eines der essentiellsten Grundlagen unserer Demokratie. Die
weltweite Verschlechterung der Lage der Pressefreiheit dürfen wir daher nicht einfach
hinnehmen – insbesondere dann wenn sie in demokratischen Staaten auftritt. Ein
Land wie Deutschland kann hier seine diplomatischen und ökonomischen Einfluss-
möglichkeiten geltend machen und wirklich etwas zum Besseren wenden. Dies wird
aber nicht nur in fernen Ländern, sondern insbesondere bei unseren direkten Nach-
barn in der EU notwendig werden. Denn auch die Pressefreiheit bildet eines unserer
europäischen Grundwerte, wie sie in Art. 2 EUV als Teil von Demokratie und Men-
schenrechten genannt ist. Gerät die Pressefreiheit bei unseren EU-Nachbarn unter
Druck, kommt unsere gesamte europäische Wertegemeinschaft ins Wanken. Im Be-
reich der Rechtsstaatsfragen ist das gegenwärtig bereits im Fall Polens und Ungarns
zu beobachten, deren Mitgliedschaftsrechte suspendiert werden könnten. Auch und
vor allem im Bereich der Pressefreiheit muss einer ähnlichen Entwicklung frühzeitiger
und noch entschlossener entgegen getreten werden.

19
https://www.malaysiakini.com/letters/326807
www.malaysia.fnst.org