M &K 49. Jg.

2001/3 H A N S - B R E D O W- I N S T I T U T

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Medien

Kommunikationswissenschaft

Thomas Vesting Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit Stefan Wehmeier Ökonomisierung des Fernsehens. Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur Nicola Döring Persönliche Homepages im WWW. Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Jan Pinseler Sprechen im freien Radio. Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks

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Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden

Die neue Rundfunk und Fernsehen

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M &K 49. Jg. 2001/3 H A N S - B R E D O W- I N S T I T U T

Medien

Kommunikationswissenschaft
Redaktion: Hardy Dreier, Uwe Hasebrink, Thorsten Held, Anja Herzog, Friedrich Krotz, Claudia Lampert, Christiane Matzen, Eva Rischkau, Hermann-Dieter Schröder, Wolfgang Schulz, Jutta Simon, Ralph Weiß

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Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden

Jahrgang 3/2001 Anzeige .M&K 49.

. . . 325 Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren . . Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit . 2000 .): Theorien des Journalismus. . . . . 306 Stefan Wehmeier BERICHTE Nicola Döring Persönliche Homepages im WWW. . Konstanz: UVK. . . . .. . . . . .. . . . Tübingen: Francke. . . . . 2000 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur . . . . . . . . . . . . . . . 2000 . . . . . . . . . . . . 396 Karin Böhme-Dürr 285 . Ursachen und Auswege. . . 2000 . . . . . . . über den „Burnout“ im Journalismus. . . . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . . . 369 Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Jan Pinseler LITERATUR Besprechungen Armin Scholl Weiterentwicklung oder Auslaufmodell? Systemtheoretische Ansätze in der Journalismusforschung – eine Sammelrezension Stefan Weber: Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung. . . . 384 Stefan Frerichs: Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie. . 350 Sprechen im Freien Radio. . . . . . 2000 395 Michael Bodin: Ausgebrannt . . . . . . .): Inszenierung von Authentizität. . . .INHALTSVERZEICHNIS AUFSÄTZE Thomas Vesting Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. . . . . Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . . . . . . . . . . . 389 Joan Kristin Bleicher Erika Fischer-Lichte / Isabel Pflug (Hrsg. . . . Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen. . . . . . . . . . . . . . 287 Ökonomisierung des Fernsehens. Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks . . . . . . . . Ein diskursives Handbuch. . . . . . . 387 Martin Löffelholz (Hrsg. .

. Pearson / Philip Simpson (eds. . . .. 404 Roberta E.... .. . . . . .. ...... .. . . ...... . . ... .. 2000 .. .. . .... ... . . .... ......... . ..... ... 427 286 ...... ....... 1999 397 Claudia Mast: Programmpolitik zwischen Markt und Moral. . . 426 ... .. .......... 2001 ...... . .. ..... ... Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag... .... Jahrgang 3/2001 Knut Hickethier Jostein Gripsrud (Ed.. London/New York: Rootledge. .. . Ansätze zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees.. ... ... ........ .. . Konstanz: UVK. . London/New York: Routledge. ... .. . Kulturwissenschaftliche Untersuchung medialer Diesseitsreligion. .. . 1999 .... .. . .. .M&K 49.... .. .... . .... ......... ..... .): Television and Common Knowledge.... . .......... ... . 2000 .. . 402 Klaus Kamps (Hrsg.... 400 Annette von Kalckreuth: Geschlechtsspezifische Vielfalt im Rundfunk. .... . ... Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.. ..): Trans-Atlantik – Trans-Portabel? Die Amerikanisierungsthese in der politischen Kommunikation....... 2000 .. ... 406 . . Baden-Baden: Nomos.. ... .. . 409 419 424 Manfred Jenke Klaus Plake Dagmar Schütte Jens Tenscher Hans J... ........ . Entscheidungsprozesse über Gewalt im Deutschen Fernsehen – eine explorative Studie.... ... ... ... .... .. .): Critical Dictionary of Film and Television Theory. .. ..... ...... . 399 Jo Reichertz: Die frohe Botschaft des Fernsehens...... .... . . .. . . Wulff Zeitschriftenlese Literaturverzeichnis English abstracts Mitarbeiterinnen und Mittarbeiter dieses Heftes Hinweise für Autorinnen und Autoren .

die Entwertung des Rundfunkstaatsvertrags (RStV) durch eine großzügige Handhabung vager Experimentierklauseln in den Landesmediengesetzen. S. Hartstein/Ring/Kreile/Dörr/Stettner. Rechtliche Regulierung von Informationstechnologien und Standardsetzung. Stand Sept. Vesting. CR 1999. 2 Darstellung dazu bei Ladeur. Das Internet als Herausforderung des „dualen Rundfunksystems“. Die Antwort auf die neuartige Logik der Vernetzung wird in einem neuen Ordnungsmodell gesehen.und Massenkommunikation in wirtschaftlicher Hinsicht.). Diese Herausforderungen werden einer neuartigen Logik der Vernetzung zugeschrieben. Rundfunkstaatsvertrag. 1. die Veränderung der Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer dynamischen Wettbewerbsordnung. in: Kops/Schulz/Held (Hrsg. Die Regulierung von Telekommunikation und Medien im Zeitalter ihrer Konvergenz. die Möglichkeit einer Fortschreibung des dualen Rundfunksystems in seiner derzeitigen Ausgestaltung auf lange Sicht eher unwahrscheinlich macht. RTkom 1999. die Schwerfälligkeit der kooperativen Verfahren der Entscheidungsfindung der Landesmedienanstalten – all diese Phänomene konfrontieren das Rundfunkrecht mit Entwicklungen. 161 ff. 395 ff. Vesting. 2000. Kommentar zum Rundfunkrecht. Von der dualen Rundfunkordnung zu einer 287 . die Folgen dieses Modells für die Rundfunkregulierung näher zu konkretisieren. 164. B. denen das Rundfunkrecht durch neue informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen („Multimedia“) ausgesetzt ist. 1. bei der Einführung des digitalen Fernsehens2. K&R 2000. 401 f. S. Fortbestand des Dualen Systems?. § 53 Rn. Ladeur.AUFSÄTZE Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit1 Thomas Vesting Der Beitrag stellt einige der Herausforderungen dar.. 68 ff.. 3 Vgl. dass die eben genannten Ent- 1 Bei dem Beitrag handelt es sich um eine gekürzte und leicht veränderte Fassung meines Einleitungskapitels zu Hahn/Vesting.. das an systemtheoretische Vorstellungen von „Selbstorganisation“ anknüpft. die. der damit verbundene Aufstieg informeller Verhandlungen in politischen und administrativen Zusammenhängen z. Einleitung Schon seit einiger Zeit wird das duale Rundfunksystem durch neuere informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen herausgefordert: Die Auflösung der stabilen Grenze zwischen Rundfunk und Telekommunikation auf technologischer Ebene.. so eine der Kernthesen des Aufsatzes. der voraussichtlich Ende 2001 im Beck-Verlag erscheinen wird. die wechselseitige Öffnung der Grenze von Individual. Abschließend versucht der Beitrag. Dieses neue Ordnungsmodell akzentuiert vor allem die Notwendigkeit der Erhaltung kultureller und ökonomischer Innovationsfähigkeit einschließlich der dazugehörigen Voraussetzungen. die als Ausdruck einer neuartigen „Logik der Vernetzung“3 gedeutet werden können. Damit ist gemeint. S.

Damit wird die feste Zuordnung von Diensten (Programme) zu jeweils spezifischen Verbreitungstechnologien (Netzen) in Frage gestellt. aber auch mobilen Telefonnetzen Leistungen angeboten werden. Europäische Kommission. VVDStRL 57 (1998). 623. Medien und Informationstechnologie und ihre ordnungspolitischen Auswirkungen. 3. Drei Beispiele 2. nur Hoffmann-Riem/Schulz/Held. 288 . Das Ende der Demokratie. 182 ff. S. das mit Hilfe der veranstalterbezogenen Zulassung einen „Grundstandard“ von Vielfalt im privaten Rundfunk zu sichern versucht. Diese Entwicklung wird in der Literatur zumeist unter dem Stichwort „Konvergenz“ oder „technische Konvergenz“ diskutiert. wird die Grenze zwischen Programm und Verbreitungstechnologie durch die neuen digitalen Netzarchitekturen für wechselseitige Übertritte geöffnet.und Massenkommunikation Eine wesentliche Ursache für die Auflösung ehemals stabiler Grenzen des dualen Rundfunksystems muss in der neueren informationstechnologischen Entwicklung gesehen werden.1 Die neuartigen Probleme der Abgrenzung von Individual. allgemein Guéhenno. S.4 Konnten Rundfunk und Telekommunikation in der Vergangenheit einigermaßen plausibel durch die gegenständliche Unterscheidung von Inhalt/Technik voneinander abgegrenzt werden. Trute. Das zweckorientierte Recht des RStV. Schoch. 2001. B. man denke nur an die erweiterten Möglichkeiten im Hinblick auf das Internet oder die künftigen UMTS-Handys... des Jugendschutzes (§ 3 RStV) und der Werberegeln (z. büßt dadurch ebenso an Leistungsfähigkeit ein wie das mit der vielfaltsorientierten Zweckprogrammierung verknüpfte ordnungsrechtliche Instrumentarium. Jahrgang 3/2001 wicklungen bei allen Unterschieden in den Details jeweils zu einer Unterwanderung. das den Landesmedienanstalten als Aufsichtsorganen etwa im Bereich der Konzentrationskontrolle (z. 12 ff. Rechtsprobleme der Konvergenz von Rundfunk und Telekommunikation. § 7 Abs. B. 4 Vgl. 218 ff. Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen einer Informationsordnung. 170 ff. 2000. die früher nur durch rundfunkspezifische Netze (Terrestrik. 275 ff. 2. auf denen die zentralen rechtlichen Unterscheidungen des dualen Rundfunksystems aufbauen. 19 ff. 1994.. Kabel) erbracht werden konnten. S.. S.M&K 49. 1 RStV) zur Verfügung steht. Destabilisierung oder auch Auflösung von Grenzen führen. MMR 1998. Grünbuch zur Konvergenz der Branchen Telekommunikation. Kurzum: Die informationstechnologische Entwicklung erzeugt eine neuartige Flexibilität und Variabilität. Konvergenz und Regulierung. Holznagel. VVDStRL 57 (1998). Beispielsweise können jetzt auf stationären. Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen einer Informationsordnung. § 22 RStV). Beilage zu Nr. S. 160 ff. dienstespezifisch diversifizierten Informationsordnung... KOM (97). die den Unterschied von Rundfunk (Dienst) und Telekommunikation (Netz) verwischt sowie die darauf aufbauenden rechtlichen Unterscheidungen relativiert – und in der Zukunft möglicherweise vollständig entwerten wird. Umgekehrt können jetzt auf Fernsehkabelnetzen neuartige Internetdienstleistungen jenseits der herkömmlichen Massenprogramme transportiert und damit künftig auch Rundfunk und E-Commerce miteinander kombiniert werden. Diese These soll zunächst an drei Beispielen aus dem Bereich der eben genannten Entwicklungen belegt und plausibel gemacht werden. zur Logik der Vernetzung vgl.

w. Einerseits lassen sich durch Innovationen in der Informationstechnologie neue Verwertungsmöglichkeiten erschließen. 1999. Eine solche rechtliche Strategie lässt sich unter der Bedingung der Logik der Vernetzung aber auf Dauer nicht durchhalten. Funkkorrespondenz 2000. entspricht mehr oder weniger Video on Demand-Applikationen. AfP 1996. Musikspartensender wie MTV die neuesten Charts simultan auf dem Web anbieten und über Handys Zusatzfunktionen distribuieren. indem z. wie unmittelbare Konkurrenzen zwischen herkömmlichem Rundfunk und neuen Verbreitungsformen wie z. selbstorganisierend. dass man hineinfallen wird. Der Rundfunkbegriff in der Differenzierung kommunikativer Dienste. die durch die höhere Variabilität und Flexibilität der digitalen Verbreitungstechnologien aufgeworfen werden. Da die Logik der Vernetzung durch eine Steigerung der Optionenräume gerade die Diskriminierungskapazität von Grenzbegriffen unterläuft. Heft 29. 83.. 229 ff. Damit stellt sich das Problem. B. B. 3–5 RStV umgesetzt worden ist. 80 ff. Fernsehkabel oder ADSL) dabei benutzt wird.) illusionär erscheint und auch praktisch gesehen kaum lösbare Abgrenzungsprobleme z. dass die Lösung der neuartigen Probleme. weiß. weil sich bei Bewegtbildern zurzeit noch deutliche Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Netze und Endgeräte ausmachen lassen. 3 ff. A. in 289 . Regulierung der dualen Rundfunkordnung. angesichts der Auflösung des Unterschieds von Fernsehkabelanlagen und sonstigen Netzen weiterführend ist. selbstregulierend etc.6 Ebenso zweifelhaft ist es. Rundfunkrecht. ähnlich wohl auch Hoffmann-Riem.. welche neuen Dienste dem Rundfunk zuzuordnen sind und damit den Bestimmungen des RStV unterliegen. einen Unterschied macht. B.. und fällt hinein. die angesichts der Struktur des Internets (weltweite Vernetzung. über Vivid. Regulierung der dualen Rundfunkordnung.5 Würde man zur Bewältigung dieser neuen Flexibilität also einfach an das traditionelle Rundfunkrecht und seine Vorstellung von pluralistischer Meinungsbildung anknüpfen. werden sich diese Abgrenzungsprobleme auch im Rahmen verbesserter Dienste-Typologien („Lizenzklassen“). m. 5 Abs. S. 9 ff. B. Hesse. 1 Satz 2 GG einzustufen wären. S. ob der rundfunkrechtliche Teilzugriff auf digitalisierte Kabelanlagen. B.oder Real Player angeboten wird. würde dies letztlich zu einer Ausdehnung des Rundfunkrechts insbesondere auf das Internet führen. wie man schon heute an den Angeboten der Pornoindustrie im Internet studieren kann. die nach wohl herrschender Auffassung als Rundfunk im Sinne von Art. ders. Sie würde letztlich eine uferlose Ausweitung des Rundfunkrechts nach sich ziehen.7 5 Vgl. die an die meinungsbildende Wirkung anknüpfen. kaum bewältigen lassen. Vieles von dem. multifunktional. welche Technologie (z. B. 2000. S. wie diese eher ergänzenden Funktionen rundfunkrechtlich zu behandeln sind und ob es z. S. 2000. Im Bereich des Fernsehens muss man mit Zukunftsprognosen zwar vorsichtig sein. insbesondere zum E-Commerce. was hier z. (im Zusammenhang mit Online-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks). Man geht auf ein Loch zu. wie er in § 52 Abs. 6 In diese Richtung Schulz. Hoffmann-Riem.N..Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Diese neuartige Flexibilität und Variabilität wirft einmal die sehr grundsätzliche Frage auf. 231. 229 ff. Aber auch hier wird die Grenze durch neue Kompressionstechnologien immer durchlässiger. Web-TV aufeinander abgestimmt werden können und sollen. 297 (350). Des Weiteren wird aber auch zu klären sein. zu anderen Internet-Dienstleistungen. 7 Nur hingewiesen sei hier darauf. 238 (302). und zwar sowohl auf der Ebene der Zulassung als auch auf der Ebene der Kabelregulierung. aufwerfen würde. BVerfGE 74. S.

-distribution und -vermarktung schon immer eine Reihe von Problemen erzeugt. die aus den mit dem Film verbundenen sonstigen Produkten („Merchandising“). 290 . Vgl. Pay-per-View. UMTS-Handys etc. 261 ff. an Multimedia-Bedingungen angepasste Wertschöpfungsketten 9 wird den veranstalterbezogenen Ausgangspunkt des RStV in Zukunft jedoch auf eine noch härtere Probe stellen. FreeTV-Erstausstrahlung. Diese Verwertungsketten werden durch das Internet in Zukunft noch weiter ausdifferenziert und verfeinert werden.und medienökonomische Seite der Entwicklung 2. nur Hoffmann-Riem. möglich werden. Free-TV-Zweitausstrahlung und den Verwertungen. aber auch der neuen. S. Pay-TV. 10 Vgl. 9 Der Begriff der Kette wird hier bewusst gewählt: Die Wertschöpfung erfolgt nicht netzwerkartig. 1996. 8 Vgl. Das Medienrecht wird also künftig eine Dynamik der Vernetzung von gleichzeitigen und ungleichzeitigen Verwertungsmöglichkeiten bewältigen müssen. Die wirtschaftliche Integration der (privaten) Rundfunkveranstalter in immer komplexere. die die Grenze von Rundfunk als publizistisch-programmlichem Medium und Wirtschaftsgut weiter durchlässig machen wird. S. Frequenzmanagement und förderale Abstimmungspflichten. 82 f.1 Die Relativierung der Bedeutung des Veranstalters Die Logik der Vernetzung entwertet die ordnungsbildende Funktion des herkömmlichen Rundfunkrechts auch in medienökonomischer Hinsicht. Schulz/Vesting.M&K 49. nur Hoffmann-Riem. ZUM 1998. sondern vertikal von gebündelten (Kino) zu zerstreuten (Internet) Vermarktungsformen. 123. Internet-TV. stärker individualisierbaren Formen. Das gilt vor allem für die Veranstalterzentrierung des traditionellen Rundfunkrechts. Zur Notwendigkeit einer flexiblen Abstimmung von Bundes. Regulating Media. die die Autonomie des Rundfunks künftig vor allem in Richtung Werbung und E-Commerce unterwandern werden.und Medienökonomie Die Autonomie des Rundfunks. dass Pay-TV und Free-TV in zentralen Programmbereichen nur mehr „Fenster“ innerhalb einer zeitlich und sachlich gestuften Verknüpfung von Verwertungsmöglichkeiten darstellen. für eine Filmproduktion aus Kinoverwertung. wird insbesondere durch die wachsende Bedeutung der Kultur. die sich auch in den Schwierigkeiten einer effizienten Kooperation der Landesmedienanstalten niederschlägt. 2000. wie sie durch „intelligente“ Fernseher. § 28 RStV (Zurechnung von Programmen). aus Büchern. Filmmusik.10 Das bedeutet. S.2 Ökonomie der Aufmerksamkeit als Realisationsform einer neuen Kultur.und Landeskompetenzen auf den Gebieten des Telekommunikations. nur Ladeur. 2. Stars usw.2. Schon heute besteht die typische Verwertungskette z. 144 f. auf Letzteres reagiert u.und Medien- Deutschland durch weitreichende kompetenzrechtliche Folgen erschwert wird. 2000.und Rundfunkrechts. Regulierung der dualen Rundfunkordnung.a.2 Die kultur. hervorgehen. Jahrgang 3/2001 2. B.2. Dies wird sich vor allem in neuartigen Kombinationen von kulturellen und ökonomischen Werten zeigen. Videoverleih.. Zwar hat die Veranstalterzentrierung in der Form der strategischen Suche nach dem „günstigsten“ Ort für die rundfunkrechtliche Zulassung („forum shopping“) 8 und in der Auflösung der Einheit von Programmproduktion.

14 Vgl. 15. 1998. Drama. Diese Eigenlogik des Mediensystems. durch den Einsatz von Superstars. Komödie etc.. der Unterhaltungsfunktion der Medien unterworfen wird. deren Gesetzmäßigkeiten sie in ihrem Handeln antizipieren müssen.. 1986. Wolf. 69. in: Maresch/Werber (Hrsg. in juristischer Perspektive vgl. S. B.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung ökonomie herausgefordert werden. Wissenschaft in der Mediengesellschaft. auch Franck. 1998. die Präsenz von Stars in den Medien dazu. B.13 Gerhard Schröder konkurriert heute eben nicht mehr nur mit Angela Merkel. 71. 1994. 1999. Public Relations. Aber auch in den Organisationen der Wirtschaft entsteht jetzt ein zunehmendes Interesse daran. weil die Aufmerksamkeit für das Markenimage und die daran gebundenen Produkte und Dienstleistungen auch wirtschaftlich ausschlaggebend wird. 1997. S. Diese Entwicklung muss jedenfalls im Zusammenhang mit einem allgemeinen Bedeutungszuwachs von Werbung.h. S. Produktdesign und Imagepflege in der Wirtschaft gesehen werden. Aufmerksamkeit als Medium der Öffentlichkeit. indem z. S. Das Ende der Demokratie. sondern auch mit Boris Becker und Sabrina Setlur. Ökonomie der Aufmerksamkeit. die diese wechselseitige Selbsterzeugung von Prominenz und Bekanntheit in Politik. Kommunikation. d. 210 ff. S. dass die Politik den Star-Mechanismus adaptiert. vgl. Wiedererkennungseffekte für die Zuschauer durch den Aufbau fester Genrestrukturen (Krimi. 13 ff. hat wiederum Rückwirkungen auf andere Kommunikationsnetzwerke. 11 Franck. die eine „Ökonomie des Neuen“ ist. die dadurch beeinflusst werden und sich unter der „Macht der Medien“ selbst verändern. Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. 2000.) aufgebaut werden. vgl. Medien. Kultur. 13 Vgl. Gebrüder Haffa). Macht. S. Über das Neue..14 Ein Teil der Probleme. B. Sennett.12 Die Aufmerksamkeitsökonomie macht die vorübergehende Prominenz von Themen und Personen zur zentralen Form einer neuen „Währung“. dazu.). 2000. Kalte Faszination: Medien. Bd. Schmidt. Ökonomie der Aufmerksamkeit. 1998..und medienökonomischen Logik konfrontiert. S. 96 ff.. 296 ff. The Entertainment Economy 1999. Luhmann. z.N. Kultur. Prozedurales Rundfunkrecht. S. 35 ff. Alle diese Medien unterliegen letztlich den Zwängen der Ökonomie der Aufmerksamkeit11. dass die Risiken. m. 2.w. auch Vesting. Medienunternehmen – und insbesondere der werbefinanzierte private Rundfunk – sehen sich deshalb mit einer neuartigen kultur. So führt z. Wirtschaft und Medien für zentrale Regelungen des RStV aufwerfen. Schmidt. 1996. weil auch die Politik den Zwängen zur Erzeugung von Aufmerksamkeit. wenn sie mit ihren Programmen erfolgreich sein wollen. Stars zu haben. unter der Bedingung eines laufenden Informationsüberschusses wird das personenorientierte Firmenmarketing für viele Unternehmen zu einem wirtschaftlich ausschlaggebenden Erfolgsfaktor. Bekanntheit lässt sich etwa durch die strategische Bearbeitung von Erwartungen erzielen. 324 ff. 179. 1997. die Rundfunkveranstalter und Medienunternehmen durch ihr Handeln beständig reproduzieren. Reputation kann dagegen in besonderen Aufmerksamkeitsaggregaten stabilisiert werden. Rötzer. Ökonomie der Aufmerksamkeit.. B. Wissenschaft in der Mediengesellschaft. 329. lassen sich vor allem an der Auflösung der Trennung von Programm. die mit der Produktion neuer Fernsehfilme oder -serien verbunden sind. Guéhenno. 132 ff. durch Bekanntheit und Reputation gebunden werden müssen. Ja. 234 ff. 997 ff. Die Gesellschaft der Gesellschaft. S. 12 Dazu Groys. München 1992. Franck. Kalte Faszination: Medien. 52. die in den Medien präsent sind (Ron Sommer. 291 . S. Die Realität der Massenmedien. die damit Züge einer „Entertainment Economy“ annimmt. auch Luhmann. 1014 f. Dies führt z.

17 Zweifelnd etwa Hoffmann-Riem. Die Annahme. Legitimation ist auch für Landesmedienanstalten ein knappes Gut. wenn das Programm von den Zuschauern gerne gesehen wird. 295 (320). ihr Programm attraktiv zu gestalten und einen be- 15 Ladeur. 2 RStV).und medienökonomischen Zwänge und Folgen. Eine „Programmsteuerung“ durch eine extern konzipierte Rundfunkaufsicht kann unter dieser Bedingung aus normativen und faktischen Gründen nur noch in sehr abgeschwächter Weise funktionieren. 93 ff. Neue Werbeformen und der Grundsatz der Trennung von Werbung und Programm. vgl. Ordnungsmodell – sofern man hier von „Modell“ oder „Konzeption“ sprechen kann17 – läuft letztlich darauf hinaus. 30. muss sich auch das Verhalten der öffentlich-rechtlichen Anstalten verändern. S. M&K 48 (2000). 292 . die diese für die Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einem „dualen Rundfunksystem“ haben. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. 16 Siehe nur BVerfGE 57.15 2. hat das duale Rundfunksystem eine Eigendynamik freigesetzt. S. Die Landesmedienanstalten können das Programm der privaten Veranstalter aber doch allenfalls auf sehr grobe Verstöße hin kontrollieren. § 41 RStV). 315 u. Ausführlicher dazu Vesting. 5 Abs. Prozedurales Rundfunkrecht.3 Duales Rundfunksystem und dynamische Wettbewerbsordnung Mit dem Übergang zum dualen Rundfunksystem ist ein Element der Selbstorganisation in die Rundfunkordnung eingebaut worden. S. 115 ff. 18 Dies kann hier nur thesenhaft angedeutet werden. § 12 Abs. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. ist mit einer dynamischen. Und selbst bei solchen Verstößen sind Interventionen durch die Landesmedienanstalten dann schwierig. S. auf Selbstorganisation und Selbstregulierung angelegten Wettbewerbsordnung nicht in Einklang zu bringen. die sich in der Vorstellung einer „positiven Ordnung“16 nicht mehr abbilden lässt. Etwas abstrakter gesprochen. das sich vor allem in der Selbstdefinition der Programminhalte im privaten Rundfunk niederschlägt. auf die die Rundfunkgesetzgebung bislang ohne erkennbares strategisches Konzept reagiert. Der RStV formuliert zwar neben den grenzziehenden Verboten im Bereich der Werbung und des Jugendschutzes eine Reihe von positiven Programmgrundsätzen (vgl. Auf einer derartig politisch-rechtlichen Setzung der Gesamtvielfalt beharrt aber der RStV: Dessen Konzeption bzw.18 Damit verstellt die staatszentrierte Konzeption des RStV aber auch den Blick auf die kultur. müssen auch die öffentlich-rechtlichen Veranstalter darauf bedacht sein.ö. 24. 672 ff. die jedem Rundfunkteilnehmer unabhängig von seinem konkreten Nutzungsverhalten auferlegt wird (vgl. Wenn eine Rundfunkordnung einmal auf Wettbewerb um Aufmerksamkeit umgestellt worden ist. ZUM 1999. dass der Gesetzgeber im Rahmen eines aus Art. 2000.. Jahrgang 3/2001 Werbung und E-Commerce demonstrieren. auch Ladeur. 1997. dass vor allem durch Organisation und Verfahren ein an der Produktion von Vielfalt orientiertes Rundfunksystem auch den privaten Rundfunk mit einbeziehen könnte. Gerade wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk durch eine Gebühr finanziert wird. 1 Satz 2 GG abgeleiteten verfassungsrechtlichen „Gewährleistungsauftrags“ vorab die Spielregeln festlegt.M&K 49. innerhalb derer sich die Entwicklung der Rundfunkordnung einschließlich der Beziehung zwischen den beiden Säulen entfalten soll.

die mit dieser Kritik formuliert werden. S. S. 280 ff.1999 (Sache Nr. 2000. ansonsten stellen sie ihre eigene Finanzierungsgrundlage in Frage... S. 23 Hoffmann-Riem. 20 Z. Öffentlich-rechtliche Spartenprogramme als Bestandteil der Grundversorgung?. 22 Ladeur. 1996. S. insbesondere Hörfunk. M&K 48 (2000). Regulierung der dualen Rundfunkordnung. an kulturellen und politischen Zielen orientierte Limitierung in inhaltlicher oder quantitativer Hinsicht erfolgen.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.25 Jedenfalls ist dieser Weg insofern wenig überzeugend. 2000. Dieser Druck hat in den letzten Jahren – besonders ausgeprägt im Bereich des Hörfunks – zu einer weiteren Diversifikation der Programmangebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geführt. 2000. 21 Hoffmann-Riem. insbesondere Hörfunk. 1999. 29 ff.3.24 Andererseits kann die Konturierung der Grenzen der Programmautonomie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht einfach durch eine materielle. S. dass ein nicht hinreichend spezifiziertes Recht zur Selbstdefinition des „Funktionsauftrags“ rasch in die Nähe einer Tautologie führen kann: Der Funktionsauftrag ist das. 1999. denen auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk innerhalb der insgesamt veränderten Kultur. 2000. Bleckmann. die in Teilen der rechtswissenschaftlichen Literatur als mit dem Auftrag zur „Grundversorgung“ nicht zu vereinbarende „Programmexpansion“ qualifiziert worden ist. 1999.und Medienlandschaft ausgesetzt ist.und Unterhaltungsangeboten und einer bislang nur sehr schwach ausgebildeten langfristigen Unternehmensstrategie23 der Selbstgefährdung ausgesetzt ist. 42 ff 293 . sind schon deshalb ernst zu nehmen. weil der öffentlich-rechtliche Rundfunk angesichts des quantitativen Wachstums von Informations. Der spezifische Funktionsauftrag des Zweiten Deutschen Fernsehens. 25 So insbesondere Bullinger. 1999. nicht verarbeitet. insbesondere Hörfunk. S.22 Die Bedenken.522). 226. M&K 48 (2000). 1999. 183 ff. Holznagel/Vesting. sich im Wettbewerb um Aufmerksamkeit zu stark auf „Strategien der Marktverstopfung“ einzulassen. Holznagel.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. näher Ladeur.20 Auf diese Vorwürfe reagiert die Diskussion über den „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. 24 Hoffmann-Riem.. IV/36.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung stimmten Gesamtmarktanteil nicht zu unterschreiten. 93 ff. Hoffmann-Riem. 93 ff. was der öffentlichrechtliche Rundfunk als Funktion festlegt. vgl. als er nach wie vor eine relativ stabile Grenze zwischen dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk unterstellt und die grundlegenden wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen. also letztlich durch eine Rückkehr zum „Integrationsrundfunk“. 97. Holznagel/Vesting. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Wege zu einem Funktionsauftrag.. Bullinger.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sparten. aber die Entscheidung der EU-Kommission vom 8. Sparten. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. S. 26 Vgl.19 Auch im Bereich des Fernsehens sind mit Phoenix und dem Kinderkanal neue Spartenprogramme auf den Markt gebracht worden.. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. Sparten. 11 ff. eine Entwicklung. S. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. B. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Wege zu einem Funktionsauftrag.21 Diese Debatte hat einerseits gezeigt. 1999.26 19 Holznagel/Vesting. 181 ff. Regulierung der dualen Rundfunkordnung.

dass die informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen nicht nur zentrale Voraussetzungen einzelner Bestimmungen des RStV destabilisieren. Jedenfalls wird die Vorstellung einer primär objektiv-rechtlich zu verstehenden Rundfunkfreiheit. Guaranteeing the Programming Mandate of Public Broadcasters and Restraints on Private Broadcasters’ Programmes in Multimedia Conditions. dass das Rundfunkrecht von der Stimmigkeit seiner Realitätsannahmen auch normativ auf paradoxe Weise abhängig ist. 294 . S. Darin liegt das spezifisch deutsche kulturstaatliche Erbe des dualen Rundfunksystems 28. 2000. 29 Ladeur. Der Staat. in: de Witte (Hrsg. Das hängt vor allem damit zusammen. die dauernde Selbstveränderung der Massenmedien und des Rundfunks könnte im Rahmen eines Staatsvertrages politisch „gesteuert“ und „verantwortet“ werden. als Teil dieser Entwicklung. so wie für den Staat der Industriegesellschaft die politischen Parteien und sozialen Verbände im Zentrum einer von territorialen staatlichen Grenzen her definierten Gesellschaft standen. sehr viel flexibleren Strukturen der (wirtschaftlichen) Selbstorganisation in einer (post-)modernen Gesellschaft immer weniger passt. Mehr noch: Die Logik der Vernetzung treibt das Regulierungskonzept des RStV zunehmend in die Nähe einer idealistischen Setzung. in deren Mittelpunkt stabile Organisationen und die mit ihnen verbundenen gesellschaftlich „relevanten Gruppen“ stehen.). 1998. S. Schon weite Partien der Rechtsprechung zum dualen Rundfunksystem müssen in dieser Hinsicht als problematisch eingestuft werden. die im Unterschied zu anderen (Medien-)Freiheiten des Grundgesetzes der (gesetzlichen) Umsetzung durch Organisation und Verfahren in einer „positiven Ordnung“ bedarf. sondern das veranstalterzentrierte Konzept des dualen Rundfunksystems insgesamt in Frage stellen. 2000. Wie die Erfahrung lehrt.29 Deshalb kommt es gerade für die zukünf- 27 Dies betont seit langem auch Hoffmann-Riem. 28 Vgl. sind rechtsnormative Konstruktionen auf Dauer nur dann haltbar. 17 f.27 Der geltende RStV ist noch zu sehr einer Konzeption verpflichtet. wenn dabei kognitive Beschreibungen zugrunde gelegt werden. Durch die Dynamik der informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen verliert auch die bisherige Rechtsprechung des BVerfG einen Großteil ihrer Orientierungskraft. dazu Breuer. dies gilt insbesondere für die Bewältigung der Probleme der Zukunft. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Hoffmann-Riem. 192.1 Zur Notwendigkeit eines Neuansatzes im Rundfunkrecht und in der Rundfunkregulierung Die Bestandsaufnahme des vorigen Abschnitts hat gezeigt. im Erscheinen 2001.M&K 49. Und so wie die quantitative Expansion des Staates und der Staatsaufgaben in der Vergangenheit vielfach unter die Vorstellung einer „politischen Steuerung“ der Gesellschaft subsumiert worden sind. und dieses Erbe ist letztlich der Grund dafür. 17 f. Public Service Broadcasting and European Law. die sich an den Verhältnissen der Praxis orientieren. so bringt auch der RStV. dass das duale Rundfunksystem auf die neuen. S. Zur Zukunft des dualen Rundfunksystems und des Rundfunkstaatsvertrages 3. die Vorstellung zum Ausdruck. angesichts der neueren informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen praktisch obsolet. Jahrgang 3/2001 3. die keinen Außenhalt in der Realität mehr findet. Regulierung der dualen Rundfunkordnung.

dass sie den Rundfunk nicht länger als Kulturgut qualifizieren (und wie sonst soll man die Forderung einer Verlagerung der rundfunkspezifischen Konzentrationskontrolle auf die Bundes.und zivilrechtlichen Schutz öffentlicher Güter beschränken. das an die Stelle des alten Modells des Integrationsrundfunks treten könnte. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). den kulturrechtlichen Ausgangspunkt der Rundfunkregulierung aufzugeben. der auch in der gesetzlichen Rundfunkregulierung weit verbreitet ist. dass es wieder an die Realität der Massenmedien und ihre Eigendynamik anschließen kann. Damit soll hier natürlich nicht bestritten werden. Mestmäcker/Bullinger. Wenn Rundfunkpolitiker der Länder selbst zu verstehen geben. Entgegen einer in Wissenschaft und Praxis verbreiteten Tendenz. dass es eine Fülle von praktischen Einzelproblemen z. ein solches Ordnungsmodell zu entwickeln. S. EG-Ebene verstehen).2000. und nicht lediglich mit strukturloser Abwägungskasuistik geantwortet. 295 . In dieser Perspektive soll sich die Rundfunkregulierung auf traditionelle Materien wie den straf. 2000. ergänzt durch eine allgemeine Wettbewerbskontrolle.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung tige Diskussion darauf an. Aus dieser Entwertung des herkömmlichen Rundfunkrechts wird nun freilich vielfach der Schluss gezogen. die auch auf „praktischer“ Ebene gelöst werden müssen. umzukehren. im Bereich der Werberegulierung gibt. RStV) zugunsten ihrer Verlagerung auf das Bundeskartellamt bzw.30 Dieses Konzept stößt auch im politischen Raum von Zeit zu Zeit auf ein positives Echo. wird es dabei entscheidend darauf ankommen. eine Sichtweise. 21. 24. die europäische Ebene gefordert werden. die Zukunft des Rundfunkrechts lediglich in der Breite und dann auch nur entlang „brennender praktischer Probleme“ zu diskutieren. Multimediadienste. hebt sich das Rundfunkrecht in seiner derzeitigen Form selbst auf. Dies wird nicht selten auch mit einer kompetenzrechtlichen Komponente verknüpft.bzw. Es soll aber bestritten werden. das alte publizistische Modell so umzuschreiben und umzubauen. wenn etwa die Abschaffung der KEK und der spezifisch rundfunkrechtlichen Konzentrationskontrolle (vgl. §§ 26 ff. und zwar gerade in kompetenzrechtlicher Hinsicht. Nur wenn es gelingt. in der vor allem der Bund und die Telekommunikationsregulierung einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren. dass die Rundfunkregulierung überhaupt zurückgenommen oder abgeschafft werden müsse. Auch das BVerfG hat in den sechziger und siebziger Jahren des gerade vergangenen letzten Jahrhunderts auf gesellschaftliche und politische Umwälzungen mit einem Ordnungsmodell.31 Dies ist jedoch eine ambivalente Forderung: Wird der spezifisch vielfaltssichernde (kulturrechtliche) Ansatz der Rundfunkregulierung aufgegeben. aus rechtlicher Perspektive korrigiert werden. sondern darum. SZ v. dass haltbare normative Lösungen auch dieser Einzelprobleme ohne eine theoretisch stimmige Konzeption sinnvoll im Rechtssystem diskutiert werden können (die Politik wird anders darüber denken!). 1997. B. können künftige rundfunkpolitische Weichenstellungen wie etwa die Frage nach der rechtlichen Einordnung der neuen Internet-Dienste beobachtet und Fehlentwicklungen ggf. dem Integrationsrundfunk. ein theoretisch haltbares rundfunkrechtliches Ordnungsmodell zu entwerfen. B. Die Rundfunkaufsicht wäre danach eher in der ordnungsrechtlichen Tradition einer „Medienpolizei“ zu denken. dann wirft dies unweigerlich die Frage auf. 31 Vgl. auf welcher Grundlage die Länder denn überhaupt eine Kompetenz für die Rundfunkregulierung beanspruchen können. 30 Z. den Trend einer Flucht in abstrakte Glaubensbekenntnisse. Fortschreitende Medienkonzentration im Zeichen der Konvergenz.9. Es kann also nicht darum gehen.

2000. Die Haltbarkeit dieser Ausgangsüberlegung lässt sich auch deshalb schwerlich in Frage stellen. dass der Rundfunk auch in Zukunft einen Beitrag zur Sicherung einer reichen Vielfalt von kulturellen Themen und Ideen in den unterschiedlichen Kommunikationsnetzwerken einer (post-)modernen Gesellschaft leisten sollte. dass es ein öffentliches Interesse an der Sicherung kultureller Vielfalt gibt. zu dem auch eine Vielfalt der (nationalen) Traditionen. S. Schulz. 586 ff. und zu diesem praktischen Wissen gehört immer auch ein Unterbestand gemeinsamer informeller Konventionen.. B. Sprachen..32 3. Gewohnheiten. Jahrgang 3/2001 3.1 Ausgangsüberlegung Ein solches Ordnungsmodell kann mit der Überlegung starten.M&K 49. für die Medien z. siehe aber auch ders. sehr stark bei J.und verfassungstheoretischer Perspektive unstrittig sein. Rifkin. 1997.2 Das öffentliche Interesse Auf rechts. 33 Vgl. Bd. dass der Zugang zu einem neuen rundfunkrechtlichen Ordnungsmodell über eine Perspektive der Erhaltung gesellschaftlicher und vor allem wirtschaftlicher Innovationsfähigkeit gesucht werden muss. 53 RStV. Gerade in einer „globalen Welt“ kann auf die Erhaltung kulturellen Reichtums im Sinne eines Varietät und Diversität erhaltenden „Ideenpools“. was Ökonomen. Während die staatszentrierten Vorstellung öffentlicher Meinungsbildung letztlich der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zugrunde liegt. 1. Fabriken. Normen und Werte. 20. nicht aber – jedenfalls nicht primär – über eine staatszentrierte Vorstellung von „Meinungsbildung“ oder über Begriffe wie „Zugangsgerechtigkeit“ oder „Chancengleichheit“. 32 Vgl. nicht verzichtet werden. So schimmernd der Begriff der Kultur aus sozialwissenschaftlicher Sicht auch sein mag 33. Rifkin akzentuiert. Letzteres schließt praktisches Wissen ein. 1998. B. Mit der Wahl dieses Ausgangspunktes soll insbesondere akzentuiert werden.2 Normative Grundelemente eines neuen rundfunkrechtlichen Ordnungsmodells 3. Access. S. Maschinen und Werkzeugen akkumuliert und immer mehr in Information und Wissen.2. Weltbilder und Werte gehört. dass die Erhaltung der Innovationsfähigkeit der Kultur einen positiven Beitrag zur Erhaltung der Flexibilität und Selbsterneuerungsfähigkeit der (post-)modernen Gesellschaft leistet. Die Gesellschaft der Gesellschaft. werden Vorstellungen wie „Zugangsgerechtigkeit“ oder „Chancengleichheit“ auf einer eher allgemeinen Ebene z. 588 („Bis heute ist keine klare Abgrenzung des damit gemeinten Phänomenbereichs gelungen“). 2000. es dürfte in rechts. also das. allg. Access. Luhmann. weil die Erhaltung der Innovationsfähigkeit der Kultur für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft mehr und mehr von ausschlaggebender Bedeutung ist. 296 . Im Rundfunkrecht stehen diese Vorstellungen insbesondere im Mittelpunkt der Diskussion um das digitale Pay-TV und die Regeln der §§ 52. In der „knowledge-economy“ ist Kapital immer weniger in Land. So wie biologische Diversität eine Voraussetzung für die Evolution lebender Systeme bzw. Gewährleistung kommunikativer Chancengleichheit als Freiheitsverwirklichung.2. Organismen ist.und verfassungstheoretischer Ebene kann ein solches Konzept unterstellen. so bildet kulturelle Vielfalt eine Voraussetzung für die Sicherung der laufenden Selbsterneuerung einer (post-)modernen Gesellschaft sowohl auf globaler als auch auf regional-staatlicher Ebene.

36 In einer (post-)modernen Konfiguration. 22 f. 297 . Das bedeutet.)... S. American Journal of Sociology 94 (1988). Vergangenheit in Anspruch nehmen und den Variationsrahmen der Zukunft bestimmen kann.35 Infolgedessen besteht gerade aus wirtschaftlicher Sicht ein nachhaltiges öffentliches Interesse an der Erhaltung der Intelligenz und Flexibilität dieses Sozialkapitals. S. S. in: Schmidt-Aßmann/Hoffmann-Riem (Hrsg. 2000. 37 Angelehnt an Luhmann. Die Gesellschaft der Gesellschaft. Privatisierung öffentlicher Aufgaben und die Notwendigkeit der Entwicklung eines neuen Informationsverwaltungsrechts. 1996. 2000. durch den man. S. Baecker. Bd. dass die Massenmedien an dieser dauernden Selbstveränderung der Kultur in hohem Maße beteiligt sind. d. S. Kultur ist heute von Situationen und Ereignissen abhängig38. auch Luhmann. Dabei ist für unseren Zusammenhang entscheidend. kann man daher sagen. sondern durch die laufende Produktion und Präsentation von Themen kulturelle Stile und Moden erzeugen. je nach Lage und Situation..39 Deshalb besteht ein öffentliches Interesse daran. sie unterliegt einer dauernden Selbstveränderung. Journal of Democracy 6 (1995). Verwaltungsrecht in der Informationsgesellschaft.h. gerade weil die Massenmedien Traditionen und Gewohnheiten nicht mehr nur wiedergeben. „gemeinsames Wissen“ und „Kultur“ freilich nicht mehr im Sinne einer historisch gewachsenen Tradition und vorgegebenen Kulturgesamtheit verwendet werden. für den Aufbau von nicht-familienbasierten Großunternehmen unentbehrlich ist. 31 ff. 1. Human Capital: A Theoretical and Empirical Analysis. in bestimmten Phasen des letzten Jahrhunderts der Nationsbegriff vermocht hatte. B. in einer Gesellschaft ohne Zentrum und ohne Spitze. noch kann Kultur Lebensformen und Gewohnheiten in konsensualen oder „integrierten“ Formen von „Diskurs“ oder „Öffentlichkeit“ fest schreiben.und Gesellschaftsbeschreibungen produzieren. nur Becker. 1996. Trust: The Social Virtues and the Creation of Prosperity. Negative Freiheitsrechte und gesellschaftliche Selbstorganisation. an denen sich die Kommunikationsnetzwerke der (post-)modernen Gesellschaft innerhalb und außerhalb der Massenmedien orientieren und. wie es z. also auch auf ein entsprechendes Klima des gegenseitigen Vertrauens. 95 ff.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Soziologen und Politologen heute als „Sozialkapital“ beschreiben. S. 225 ff. ders. 588. 65 ff. 35 Vgl.. Coleman. Kultur ermöglicht weder eine übergreifende stabile Sinnstiftung. 2000. dass die Massenmedien jene Welt. 1975. 1997. 174. 38 Vgl. Wozu Kultur?. allgemein Fukuyama. Wenn man diesen Gedanken etwas anders akzentuiert. als Filter des Erinnerns und Vergessens37. B. Putnam. können Begriffe wie „Sozialkapital“. Kultur muss unter den Bedingungen einer (post-)modernen Gesellschaft eher als eine Art zerstreutes und flexibles Gedächtnis verstanden werden. Die Realität der Massenmedien. 2000. Der große Aufbruch. 2nd ed. dass diese Selbstveränderung der Medien und des Rundfunks nicht in Selbstblockaden und unproduktiven Entwicklungspfaden anderer Kommunikationsnetzwerke endet. das z. dass Kultur im Laufe der Entwicklung der modernen Gesellschaft selbst dispers und kontingent geworden ist. Bowling Alone. S. Social Capital in the Creation of Human Capital. 36 Dazu aus rechtswissenschaftlicher Perspektive Ladeur. wie oben gezeigt. Fukuyama. 250.34 Sozialkapital hat wiederum große Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Selbstverständigung und zu autonomer Assoziationsbildung. 34 Vgl. selbst auf diese einwirken und sie dadurch verändern. 39 Vgl.

muss die Rundfunkregulierung mit einer stärkeren Temporalisierung und Prozeduralisierung ihrer rechtlichen und institutionellen Arrangements antworten. Jahrgang 3/2001 3. http://www. Gegenüber der herkömmlichen Rundfunkregulierung wäre. er basiert letztlich auf der Vorstellung. BVerfGE 101. 12 Abs. Der RStV versucht. der Art und Weise. allerdings nur auf der Ebene der Beschreibung des öffentlichen Interesses als „Rechtfertigung“ für „Eingriffe“ in Art. An diesen (unendlichen) Fluss der Zeit wäre eine prozedurale Strategie der laufenden Fremd. 298 . eine Strategie zu favorisieren. 1 GG.3. also die Fixierung des Rundfunkrechts auf die behördliche Entscheidung aufzugeben. das Rundfunkrecht von der veranstalterbezogenen Zulassung abzulösen. der Kultur. die die „Ziele“ der Rundfunkregulierung in Form von „Meta- 40 Vesting. S.1 Zur Temporalisierung und Prozeduralisierung der Rundfunkregulierung Auf die beständige Selbstveränderung der Gesellschaft und ihrer unterschiedlichen Kommunikationsnetzwerke. BVerfG. dass die Rundfunkregulierung auch in einer dynamischen Wettbewerbsordnung gewissermaßen von oben „Ziele“ festlegen könnte.) – Caroline v. Absatz-Nr. der Massenmedien und des Rundfunks. Deshalb lässt sich die Erhaltung reicher thematischer Vielfalt im Rundfunk und insbesondere im Fernsehen normativ-dogmatisch als objektiv-rechtliche Komponente in Art. 214 ff.M&K 49. aber auch wie Organisationen und Individuen sich und ihr Handeln selbst verstehen. 1 BvR 2623/95 vom 24. auf die Erhaltung kultureller und wirtschaftlicher Innovationsfähigkeit. die eher auf nachbarschaftlich koordinierende und kooperierende Beziehungen zwischen Verwaltung und Privaten setzen müsste als auf den bürokratischen Stil einer „Vollzugverwaltung“.41 3. 259) – Kurzberichterstattung. 75. Sie leisten einen nicht unerheblichen Beitrag zur Konstruktion ihrer kulturellen Deutungsmuster. 1 Satz 2 GG verankern. Prozedurales Rundfunkrecht. 1997. 5 Abs. Monaco. 41 BVerfGE 97.und Selbstbeobachtung des Rundfunks und der Medienwirtschaft anzukoppeln. 77. 228 (257. 78.2. anders formuliert.3 Folgen für die Rundfunkregulierung 3. die materiellen Vorgaben des BVerfG mit Hilfe von stabilen Zweckprogrammen und einer allenfalls leicht modifizierten Vollzugsverwaltung zu realisieren. die durch geeignete verwaltungsrechtliche Mittel lediglich durchgesetzt werden müssen. 361 (389 f.1. 95.bverfg. die noch stark in einem staatszentrierten rundfunkrechtlichen Modell verhaftet ist.de. Diese Ausdifferenzierung der Massenmedien zu einem eigenständigen Kommunikationszusammenhang und ihr Bedeutungszuwachs für das gesamte gesellschaftliche Leben rechtfertigen die Verschiebung des verfassungsrechtlichen Ansatzpunktes von Politik auf Kultur40 bzw. auch wenn die Rechtsprechung des BVerfG. und sich stärker auf den zeitlichen Fluss der sich von Moment zu Moment vollziehenden – und dabei Strukturen benutzenden oder Strukturen verändernden – Selbstreproduktion des Rundfunks und der Medienwirtschaft einzulassen. diese Umstellung erst in Ansätzen nachvollzogen hat. Dagegen muss es künftig darum gehen. wie diese sich selbst sieht.3 Verfassungsrechtliche Verankerung Durch diese Entwicklung werden die Massenmedien selbst zu einem zentralen Organ der Selbstbeschreibung der Kommunikationsnetzwerke einer (post-)modernen Gesellschaft.2001.

von dem erwartet werden kann. Hutter. Political and Cultural Values.42 Das bedeutet. 1996. S. dass die Besonderheiten von Informationsgütern damit zusammen hängen. die mit der neuen Kultur. während das Recht die Welt. Die Rundfunkregulierung muss infolgedessen auf die praktischen Anschlusszwänge und Anschlussmöglichkeiten der Rundfunkproduktion reagieren und versuchen. Die Rundfunkregulierung müsste sich stärker darauf einlassen.3. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Understanding the Impact of Global Networks on Local. Andererseits können Rundfunkveranstalter unter dieser Bedingung nur dann Aufmerksamkeit erzeugen. die Selbstorganisation und Selbstregulierung dieser Prozesse positiv im Sinne der Vielfaltssicherung zu beeinflussen.. 75 ff. 1998. anders als das Recht. Information Rules. wenn sie erfolgreich sein wollen. auf die Radio. Zur Zukunft und Konstruktion des Medien. Shapiro/Varian. wenn sie Neues produzieren.43 Diese Diskussion hat gezeigt. „steuern“ kann. mit denen Medienunternehmen umzugehen lernen müssen. die. B. Diese Bedingungen und Restriktionen sind in jüngster Zeit vor allem im Zusammenhang mit der Bedeutungszunahme der Informations. 2000.und Gesellschaftsbeschreibungen.2 Die Kultur. Diese produziert eine Logik der fluktuierenden Bekanntheit von Themen und Prominenz. Insoweit lassen informationsökonomische Märkte durchaus bestimmte Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennen.und Netzwerkökonomie beschrieben worden. allg. 2000. Die vertikale Integration von Film-. schnell. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit produziert also ganz spezifische Bedingungen und Restriktionen. dass es bei den Zuschauern ankommt. 173 ff.und Videowirtschaft als Herausforderung der Medienregulierung. B. Die Rundfunkveranstalter (und insbesondere der private Rundfunk) werden in den Massenmedien mit einer neuen Ökonomie der Aufmerksamkeit konfrontiert. Hoffmann-Riem. durch die Setzung von rechtlichen Anreizen. anders als z.und Medienökonomie bestimmt werden. 299 . Social. S. dass die Massenmedien in der Wahl der Formen und Themen durch die Bedingungen und Restriktionen der Kultur. dass Information als Wirtschaftsgut nichts 42 Luhmann. 3. dass Massenmedien eine zirkuläre Dauertätigkeit der „Erzeugung und Bearbeitung von Irritation“ einrichten und diese in eine unbekannte Zukunft hinein verlängern. S.und Medienökonomie als Ansatzpunkt Vor diesem Hintergrund muss der Ansatzpunkt für die künftige Rundfunkregulierung in den spezifischen Bedingungen und Restriktionen gesehen werden. RuF 46 (1998).... Vesting. die die Gesetzgebung realisieren will. 43 Vgl. durch unmittelbare gesetzliche Zwecksetzungen implementiert werden. Fernseh. die als Effekte der dauernden Produktion von neuen Informationen in den Massenmedien entstehen.und Fernsehprogramme reagieren müssen. 5 ff. in: Engel/Keller (Hrsg. The Commercialisation of the Internet. 174. S. an die die Rundfunkregulierung auch künftig anschließen kann. flüchtig und rasch vergänglich ist. 124 ff. Dazu müssen die normativen Ziele.und Medienökonomie einher gehen.und Telekommunikationsrechts in den hybriden Beziehungsnetzwerken der „Informationsgesellschaft. den Flop. nur sehr mittelbar. S. Infolgedessen produziert die Ökonomie der Aufmerksamkeit einerseits – in ähnlicher Weise wie die Finanzmärkte – eine Fülle von Unwägbarkeiten und Schwankungen wie z. Die Realität der Massenmedien. Daher folgt die Aufmerksamkeitsökonomie nur noch sehr eingeschränkt einer vorhersehbaren wirtschaftlichen oder kulturellen Rationalität. Ladeur.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Regeln“ auf einer Ebene zweiter Ordnung reformuliert. im Erscheinen 2001.).

anders gesagt. 1998. nur Goldberg. zu der sie mit den meisten Zuschauern rechnen können („Primetime“). B. Jahrgang 3/2001 Festes und Fertiges ist. neue Shows –. Für Harrison Ford oder Thomas Gottschalk lässt sich nicht so schnell ein Ersatz finden. S. 300 . The Net Profits Puzzle. 47 Zu den juristischen Konsequenzen vgl. wenn er auf einer Motorshow präsentiert worden ist. AfP 2000. 68.45 Informationsgüter produzieren deshalb ganz besondere wirtschaftliche Risiken. neue Formate. Dagegen kann der neue Film zwar angekündigt werden. 30 ff. aber sein Design und seine technischen Daten sind bekannt. Auch der neue Audi A4 wird zunächst mit Spannung erwartet. die bei der nächsten Produktion zu einer Reduktion von Möglichkeiten führt.M&K 49.und Fernsehgeschäft erzielen („Starpower“) 47. Genau so verhält es sich im Fußball: Ein Superklub wie Bayern München konkurriert im Wettbewerb um Aufmerksamkeit nicht mit Klubs aus der zweiten Liga. Abstrakter gesprochen entstehen durch selbst erzeugte Exklusivität temporäre Monopole von geringerer oder längerer Dauer. Top-Fernsehfilme etc. Wiedererkennungseffekte etc. die vertrauten Erwartungen der Zuschauer nicht allzu sehr enttäuscht. zu der Zeit. Ansonsten ist das Programm. die Paradoxie bewältigen. 524 ff. Darin ist eine Bewegung der Selbstabschließung der Märkte bis hin zur Monopolbildung angelegt: Ist ein Star einmal erfolgreich. Rundfunkaufsicht im Multimedia-Zeitalter zwischen Ordnungsrecht und regulierter Selbstregulierung. S. Premium-Spielfilme. 46 Ladeur. Deshalb sind gerade Sportprogramme und Premium-Spielfilme so interessant: Diese Formate verbinden auf perfekte Weise das im einzelnen Unbekannte mit einem bekannten hohen Interesse an dem Genre. ein wirtschaftlicher Fehlschlag. Fernsehunternehmen müssen. K&R 2000.. das Bayern gegen einen anderen Verein bestreitet. kann sein Markenzeichen nicht so schnell durch beliebig neue Stars ersetzt werden. unendlich fallende Durchschnittskosten und exponenzielle Wertsteigerung durch Netzwerkeffekte. sondern an Aktualität und Neuigkeit gebunden bleibt. insbesondere wenn es hohe Investitionen in Produktion oder Rechte erfordert hat. 45 Hutter. Das zwingt Fernsehveranstalter dazu. Information hängt vom Stand vorgängiger Informiertheit ab. Diese Dynamik ist der Grund für die unglaublich hohen Gagen.46 Attraktoren wie Genrebildung. Ökonomie der Aufmerksamkeit. Information ist also an Zeitpunkte gebunden. Obwohl sich die Ausstrahlung teurer Programme oftmals gar nicht mehr durch Werbung oder Gebühren refinanzieren lässt. die.44 Daraus resultieren ganz bestimmte Produkteigenschaften wie vor allem hohe Fixkosten. das die in diesen Märkten tätigen Unternehmen in Grenzen halten müssen. S. und diese selbst erzeugte Exklusivität ist auch der Hintergrund für die enormen Preissteigerungen bei attraktiven Programmelementen im Fernsehen (Sportrechte. funktionieren auch im Fernsehen relativ gut. eine neue Show anzubieten. 171 ff.). Stars. aber er muss unbekannt bleiben. sondern allenfalls mit dem nächsten Spiel. die Superstars heute im Film. sonst büßt er seinen Neuigkeitswert und damit sein wirtschaftliches Verwertungspotenzial ein. Neues wie z. ja sie ist nichts anderes als „eine rekursive Funktion der Zeit“. Ökonomische Eigenheiten des E-Commerce. auch und gerade mit einem neuen (unbekannten) Programm ein möglichst großes Publikum erreichen zu müssen. vor allem das Produktionsrisiko des Neuen – der neue Film. Die Steigerung von Zuschauerzahlen durch den Einsatz von Mitteln der Aufmerksamkeitsansprache wird jedoch in der Regel mit dem Preis der Exklusivität bezahlt. obwohl sie neu ist. S. sind solche Programm- 44 Franck. 179. sie vergeht im Moment ihres Entstehens. Columbia Law Review 1997.

an die Dachmarke anknüpfen sollte.49 Diese Verschiebung vom Veranstalter zur Dachmarke (mit dem Kerngeschäft Rundfunk) könnte zunächst mit einer weit gehenden Liberalisierung der Regulierung nach dem Vorbild des MDStV verbunden werden (insbesondere im Bereich Werbung/Unterhaltung). Dies gilt umso mehr. Deshalb besteht die Möglichkeit. Stattdessen müsste sich die Rundfunkregulierung auf eine strategische Schwerpunksetzung konzentrieren. als die Alternativen beschränkt sind. Schon dieser Zwang zur Mischkalkulation spricht dagegen. anstatt am einzelnen Veranstalter bzw.4.4.4 Skizze zur Umstellung der Rundfunkregulierung 3. die u. soll hier nicht näher eingegangen werden. 101 ff.. Programm anzusetzen. Für Dachmarken mit größeren Marktanteilen (deren Errechnung auf unterschiedliche Weise erfolgen könnte) wäre jedoch ein Schwellenwert etwa nach dem Vorbild von § 26 Abs.1 Grundvorstellung Wenn sich der Trend einer Ablösung des herkömmlichen Programmfernsehens durch die Vermarktung eines Bündels von Programmelementen in komplexeren Verwertungsketten fortsetzen sollte („Multimedia“). im Erscheinen 2001. 49 Vgl. dass die Rundfunkregulierung künftig an die Präsenz von Dachmarken in den unterschiedlichen Verbreitungsmedien anknüpft. S. Guaranteeing the Programming Mandate of Public Broadcasters and Restraints on Private Broadcasters’ Programmes in Multimedia Conditions. vielfaltssteigernde Umlenkung von Monopolrenten und eine bessere Strukturierung technologischer Innovationsprozesse umfassen müsste. dass die Veranstalterzentrierung sowohl auf der Ebene der Zulassung als auch auf der Ebene der (Kabel-)Weiterverbreitung zugunsten einer weit gehenden Liberalisierung des Rundfunkrechts aufgegeben werden sollte. Die enorme Preissteigerung von Top-Events (Fußball. 4 f.). dann wäre zu überlegen. Formel 1. Top-Spielfilme) muss von den Unternehmen durch dementsprechende Einsparungen im sonstigen Programm kompensiert werden. 93 ff.. 1 ff. in: de Witte (Hrsg. Der Rundfunkbegriff in der Differenzierung kommunikativer Dienste. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. 3. Pay-TV.2 Vom Veranstalter zur Dachmarke Der Zwang zum Aufbau von Marken wird unter der Bedingung einer stärkeren Vielfalt von Verwertungsmöglichkeiten (Free-TV. wie dies z. 5 RStV festzulegen. Public Service Broadcasting and European Law. wie z.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung elemente für die Bindung an das Programm oder die Dachmarke doch unerlässlich.) zweifellos zunehmen. B. AfP 1996. S. laufendes Qualitätsmanagement. 3. B. dass sich Fernsehprogramme in einem strukturlosen Raum von Möglichkeiten auflösen könnten. Bei Erreichen dieses Schwellenwerts müsste 48 Bullinger. Online. M&K 48 (2000). dazu auch die Überlegungen bei Ladeur. den damit verbundenen Umbau der institutionellen Strukturen der Rundfunkaufsicht. Das bedeutet. 301 . ders.a.. Auf weitere Aspekte. ob die Regulierung nicht künftig. in Bullingers Formel vom „elektronischen Versandhandel“48 nahe gelegt wird („Kioskmodell“).. Handys etc.

den Jugendschutz oder ganz generell auf Fragen der Programmqualität erstrecken. Ein solcher Ansatz könnte außerdem dazu beitragen. z.4. Publizistik 44 (1999). 3. Jarren. B.und B-Filmen artikulieren oder in der Einrichtung von eigenen Bewertungssystemen in Form von Preisverleihungen.und Telekommunikationsdiensten zu vereinfachen (vgl. 302 .3 Vom Zulassungsvorbehalt zum laufenden Qualitätsmanagement Soweit der Zulassungsvorbehalt der §§ 20 ff. Während solche Fragen heute vielfach auf Geschmacksfragen und damit auf nicht entscheidbare Fragen reduziert werden. 149 ff. Publizistik 45 (2000). die Abgrenzungsprobleme zwischen Rundfunk. selbst bei einer weiteren Ausdifferenzierung der Angebotskomponenten in Sparten. S. Sie muss also versuchen. Jahrgang 3/2001 eine spezifische Rundfunkregulierung greifen. unternehmensinternes Verfahren der Entwicklung von Standards und Konventionen etwa im Hinblick auf die Einhaltung des werberechtlichen Trennungsgebots in neuen Programmformaten zu entwickeln. Medienregulierung in der Informationsgesellschaft. aus der praktisch handhabbare Regeln und Konventionen entstehen. Rechtliche Möglichkeiten der Qualitätssicherung im Journalismus. in Preisunterschieden von A.und Zielgruppenprogramme Vielfaltsanforderungen an die Dachmarke formulieren zu können. B. Entscheidend wäre der Aufbau von Formen der Selbstregulierung. hat die Medienpraxis durchaus einen klaren Sinn für Differenzen entwickelt. ermöglichen. Abstrakter gesagt muss eine stärker auf Kooperation eingestellte öffentliche Aufsicht Formen der professionellen Selbstbeobachtung von Unternehmen anregen.M&K 49. Dies würde es u. könnte eine Verpflichtung für Medienunternehmen greifen. die dann im Rundfunk oder auch Online vertrieben werden müssen. könnte er durch neue Formen eines laufenden Qualitätsmanagements ersetzt werden. a. Das wird in Zukunft auch deshalb wichtiger werden. weil durch das Internet auch professionelle journalistische Qualitätsmaßstäbe unter Druck geraten werden. ein eigenes. wie sie sich z. Diese Anforderung könnte sich natürlich auch auf die Einhaltung des Pornografieverbots und die Begrenzung von Gewaltdarstellungen. RStV in einem solchen Modell an Bedeutung verliert. Die Rundfunkregulierung müsste viel stärker an diese Praxisformen und die dort geltenden Maßstäbe und Konventionen anschließen. die Erzeugung von Ordnung und Ordnungsmustern anzustoßen. Diese Umstellung des Rundfunkrechts auf eine flexiblere Markenregulierung hätte einmal den Vorteil.50 50 Ladeur. die dann durch die Aufsicht nachträglich auf ihre Einhaltung überprüft werden. im Hinblick auf die Anteile von (werbefreien) Informationsprogrammen. weiterhin an das Gesamtangebot von Veranstaltergruppen anknüpfen zu können. S.. 442 ff. Überschreitet eine Dachmarke den rundfunkspezifischen Schwellenwert. um deren Kapazitäten zur Selbstorganisation und Selbstregulierung zu steigern. oben). Die ergänzende Vermarktung im Grenzbereich zwischen Rundfunk und Telekommunikation würde dann allenfalls noch Anrechnungsprobleme für die Ermittlung des Schwellenwerts mit sich bringen.

Einerseits setzt er bestimmte Standards selbst fest (§ 53 Abs. Diese Erweiterung ist seit dem 4. The Impact of European Competition Law on New Programme and Service Strategies of Public Broadcasters.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung 3. die heute weitgehend informell ablaufenden Verfahren der Standardsetzung mit Hilfe einer prozeduralen Regulierung besser auf die Erhaltung von Innovationsfähigkeit einzustellen.. die (private) Veranstalter zurückbekommen. 53 RStV – zu Recht – vorgenommen worden.und medienökonomischen Folgen und Zwängen der Aufmerksamkeitsökonomie beschäftigen. RÄndStV für Anbieter von Diensten mit Zugangsberechtigung in §§ 52. 1 RStV). So ließe sich z.). Diese sollte nicht vorherrschende Meinungsmacht über die Begrenzung von Marktanteilen zu verhindern suchen (vgl. anstatt über eine rigide Handhabung des europäischen Wettbewerbsrechts und der Beihilfevorschriften mehr Probleme zu erzeugen als die Institutionen der EG selbst zu lösen vermögen. 968.und Wettbewerbsrecht führen. Die Kooperation von europäischem Kartellrecht und mitgliedstaatlichem Rundfunkrecht. Andererseits räumt er den Landesmedienanstalten relativ pauschal eine umfassende Satzungsbefugnis zur Gewährleistung nicht-diskriminierender Bedingungen in technischer Hin- 51 Ladeur. die dadurch erwirtschaftet werden. Vesting. WuW 2000. S. 2 RStV). In diesem Zusammenhang käme es aber darauf an. den Preisauftrieb bei solchen Rechten durch Risikoabgaben oder besondere Formen der Steuer abzukappen. in: de Witte (Hrsg. im Erscheinen 2001. Hier zeichnen sich vielmehr extreme Ungleichgewichte ab. So ist es durchaus eine herkömmliche wirtschaftliche Modelle und Theorien sprengende Entwicklung. Die Landesmedienanstalten sollten sich dagegen mit den spezifischen kultur. Der Gesetzgeber hat dagegen mit der neuen Vorschrift des § 53 RStV gleichzeitig zu wenig und zu viel Flexibilität in die Zugangsregulierung eingebaut. die es so in der Vergangenheit nicht gab und die ein Eingreifen im öffentlichen Interesse durchaus rechtfertigen können. Public Service Broadcasting and European Law. überlegen. Stattdessen wäre die Aufmerksamkeit auf die Probleme der temporären Monopole und die Monopolrenten. zu lenken. § 26 Abs.4 Von der Konzentrationskontrolle zur vielfaltssteigernden Umlenkung von Monopolrenten Auch bei der rundfunkrechtlichen Konzentrationskontrolle müssten die Akzente der Regulierung künftig anders gesetzt werden. 303 .5 Strukturierung technischer Standardsetzung Die Beobachtung von Prozessen der Selbstorganisation und Selbstregulierung sollte ferner den Ausgangspunkt einer rechtlichen Regulierungsstrategie bei der Erweiterung der Rundfunkregulierung vom Veranstalter auf die Zugangsebene bilden.4. B. 965 ff. Daran wäre durchaus auch eine neue Rollenverteilung von nationaler und europäischer Wettbewerbsaufsicht anschließbar.51 3.4. wenn sie diese Gelder in innovative Formate oder in den Aufbau unabhängiger Produktionsstrukturen investieren. Das Offenhalten von Märkten und der Schutz der Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs könnte durch die herkömmliche Wettbewerbsaufsicht gewährleistet werden. Dabei sollte gerade das europäische Wettbewerbsrecht mehr Flexibilität für „gemischte“ Medienordnungen entwickeln. Dies könnte auch institutionell zu einer neuen Arbeitsteilung von Rundfunk. dass für ganz bestimmte Sportrechte heute Milliarden gezahlt werden oder dass das Jahreseinkommen von wenigen Spitzensportlern zweistellige Millionenbeträge überschreitet.

und medienökonomische Entwicklung die öffentlich-rechtlichen Anstalten einer Dynamik der Ausweitung ihrer Tätigkeitsfelder aussetzt. man denke nur an die wachsende Bedeutung der Eigenwerbung durch Online-Dienste. Holznagel/Vesting. der dazu notwendigen Dienstleistungen sowie der Formen der Eigenwerbung. Freilich muss man auch sehen. muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk sein Angebot im Wesentlichen selbst finden und definieren können. insbesondere Hörfunk. 202 ff.) eine eigene Dachmarke entwickeln können. Für die Festlegung des Programms. 62 ff. ZUM 1999. Damit soll hier nicht für eine gesetzliche Präzisierung der Festlegung von Zahl und Art der Programme nach dem Vorbild des SWR-StV plädiert werden 53. 53 Kritisch dazu Hoffmann-Riem.und Funktionsverlust müsste vom Gesetzgeber jedoch erst einmal stärker zur Kenntnis genommen werden. ist sicher nicht einfach zu bestimmen. Media-Parks usw. zu überlegen. unter Wettbewerbsbedingungen und einer offensichtlich weiter voranschreitenden Fragmentierung des Angebots.und Leistungsfähigkeit eingebüßt hat. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. Merchandising. B. ausschließlich auf Vollprogramme festgelegt werden. Handy etc.h. S. Die Zuordnung der Säulen des dualen Rundfunksystems. 201 ff.52 Deshalb kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht auf einen stabilen „Funktionsauftrag“ und bestimmte tradierte Programmsegmente wie z. 3. ohne die Probleme der Selbstgefährdung der Landesmedienanstalten durch ihre relativ leichte Instrumentalisierbarkeit für Standortinteressen hinreichend zu berücksichtigen. 1999. stark an Orientierungs.4. Dieser Orientierungs.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. d. B. 595 ff. Ladeur. Event-Marketing. S.6 Selbst. ob die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorhandenen Ansätze zum Aufbau eines eigenen Qualitätsmanagements nicht durch Impulse der Gesetzgebung systematischer vorangetrieben werden können. S. S.und Fremdevaluation der Markenbildung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss auch unter der Bedingung komplexerer Verwertungsketten (Pay-TV. 601. dass das gruppenpluralistische Integrationsmodell. Online-Dienste. ansonsten kann der Zugang zu größeren Publika nicht dauerhaft gesichert werden. So wäre z.M&K 49. Eifert.. Jahrgang 3/2001 sicht ein. In einer sich schnell verändernden Medienlandschaft. die sich grundsätzlich auch auf andere Verbreitungsmedien als den Rundfunk erstrecken können müssen. Was an dessen Stelle treten könnte. das aber ande- 52 Näher Hoffmann-Riem. Free-TV. weil die kultur. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. 93 ff. aber die Rundfunkregulierung müsste selbst einen produktiven Beitrag zum Aufbau einer eigenen Programmstrategie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks leisten. das dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk einerseits eine Entwicklungsperspektive unter Multimedia-Bedingungen sichert. Sparten.. Eine Veränderung des Verhältnisses von Gesetzgebung und anstaltlicher Selbstverwaltung erscheint auch deshalb notwendig zu sein. sind daher in erster Linie die Anstalten und das in ihnen verankerte professionelle Wissen in den Redaktionen verantwortlich („Programmautonomie“). Regulierung der dualen Rundfunkordnung.. M&K 48 (2000). über das in der Vergangenheit insbesondere mit der Anstaltsverfassung eine Rückkopplung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an die Gesellschaft gewährleistet werden sollte.. Hier muss künftig ein Modell entwickelt werden. 2000. S. die nur schwer begrenzbar ist. 304 .

jedenfalls hätte es ein Modell zu sein. Die Antwort auf die neuartige Logik der Vernetzung kann jedoch nicht in der Umstellung auf eine unreflektierte Marktgläubigkeit bestehen. die die Möglichkeit einer Fortschreibung des dualen Rundfunksystems jedenfalls auf lange Sicht unwahrscheinlich macht. das die Schwächen der staatszentrierten Vorstellung des Bundesverfassungsgerichts überwindet und sich stärker auf die Notwendigkeit und Möglichkeiten der Erhaltung kultureller und ökonomischer Innovationsfähigkeit einlässt. sondern muss die Rechtswissenschaft dazu veranlassen. Auch wenn der Gesetzgeber nicht alle hier gemachten Vorschläge akzeptiert oder akzeptieren kann (weit gehende Liberalisierung des Rundfunkrechts. insbesondere die Gesetzgebung. denen das Rundfunkrecht durch neue informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen ausgesetzt ist. Übergang zu einem kooperativen. nach einen neuen Ordnungsmodell Ausschau zu halten. ist. Diese Herausforderungen sind in der hier eingenommenen Perspektive einer neuartigen Logik der Vernetzung geschuldet. 305 . Ob es dafür – unter den gegebenen politischen Bedingungen – in der Zukunft Realisierungschancen gibt. wie alle Zukunft.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung rerseits auch einer unstrukturierten Expansion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in sämtliche Felder der Aufmerksamkeitsökonomie entgegenwirkt. 4. einschließlich der dazugehörigen Voraussetzungen. so wäre es doch auch für die Rundfunkpolitik an der Zeit. Die politische Realisierung wissenschaftlicher Vorschläge liegt jedenfalls außerhalb des Einflussbereichs der Wissenschaft. die „Konzeption“ des dualen Rundfunksystems einmal grundsätzlicher zu überdenken. an Dachmarken orientierten Qualitätsmanagement). Von einem solchem Ordnungsmodell kann auch die Rundfunkregulierung profitieren. Schlussbetrachtung Der Beitrag hat einige der Herausforderungen dargestellt. Ein solches Modell könnte an (systemtheoretische) Vorstellungen von sozialer „Selbstorganisation“ anknüpfen. ungewiss.

M&K 49. 0. dass die Dimensionen und Mechanismen des strukturellen Wandels des Fernsehens durch eine verschränkte Betrachtung teilsystemischer Orientierungshorizonte. 166) entwickelt. Aufriss Mit Phänomenen einer Ökonomisierung massenmedialer Prozesse und Leistungen beschäftigt sich die Kommunikations. Als Folgen einer Ökonomisierung des Fernsehens werden einerseits die Verzerrung des Codes des Funktionssystems Massenmedien durch den Code der Wirtschaft und andererseits ein Verlust an Vertrauen der Bevölkerung in das Expertensystem Massenmedien erkannt. Es wird argumentiert. Die Übertragung dieser Perspektive auf die Kommunikationswissenschaft geschieht mittels des Prozesses der im Jahr 1984 einsetzenden Ökonomisierung des Fernsehens. bis hin zu systemtheoretischen Deutungsversuchen des Zusammenspiels von Wirtschaft. 145) etwas relativieren kann. Formen und Folgen“ (Jarren/Meier 2001) gibt dabei einen aktuellen und systematischen Überblick über einige wichtige Perspektiven. die strukturell gekoppelt sind und eigene binäre Codes zur 306 . Anbieterstrategien innerhalb existierender wirtschaftsrechtlicher und -politischer Rahmenbedingungen erklärt (Kiefer 1996. institutioneller Ordnungen und Akteurkonstellationen besser aufgedeckt werden können als unter Zuhilfenahme einer rein systemtheoretischen Perspektive.und Medienwissenschaft (Jarren/Meier 2001. Siegert 2001). Steininger 1999).und Akteurtheorie. Jahrgang 3/2001 Ökonomisierung des Fernsehens Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur Stefan Wehmeier Dieser Beitrag steht in der Tradition der Überwindung des Dualismus von System. Vor allem der in Deutschland sehr verbreitete Zweig der autopoietischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann kennt keine Akteure mehr. Systemtheoretiker schließen den Akteur weitgehend aus ihren Überlegungen aus. B. doch seitdem hat sich Ökonomisierung zu einem „Makro-Trend“ (Weber 2000. Massenmedien und Politik (Siegert 1996. Am Beispiel der Ökonomisierung des Fernsehens wird das Erklärungspotenzial einer integrierten System-/Akteurtheorie auch für die kommunikationswissenschaftliche Forschung aufgezeigt. Das Themenheft „Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Dabei werden zunächst einige Prämissen der die Kommunikationswissenschaft dominierenden systemtheoretischen Perspektive kritisiert und anschließend die integrierte System-/Akteurperspektive auf Basis der seit Mitte der achtziger Jahre am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung entwickelten Ansätze entfaltet. dass eine Integration systemtheoretischer und akteurtheoretischer Ansätze zusätzliches Erklärungspotenzial bietet und so die von den Herausgebern des Themenheftes konstatierte „Dominanz der Systemtheorie“ in der Kommunikations. Teils stehen sich auch heute noch System. will er doch am Beispiel der Ökonomisierung der Medien aufzeigen. Die Perspektiven wissenschaftlicher Betrachtung dieses Trends reichen von Rational-Choice-Ansätzen zur Erklärung des Verhaltens von Marktakteuren über die politische Ökonomie. sondern erklärt gesellschaftliche Dynamik und Differenzierung mittels der Herausbildung funktionaler gesellschaftlicher Teilsysteme. die z.und Medienwissenschaft zwar nicht erst seit der Liberalisierung des Rundfunkmarktes.und Akteurtheorien recht unversöhnlich gegenüber. Dieser Beitrag versteht sich als Ergänzung des Themenheftes.

die sich nicht mehr durch intendiertes Akteurhandeln erklären lassen.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens internen Verarbeitung von Umwelteinflüssen entwickelt haben (etwa Luhmann 1991. 422) hin – zwei Punkte sind dabei für sie entscheidend: 1. 362 – 377). 1. Als theoretische Basis dient dabei die am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung Mitte der achtziger Jahre begonnene und heute noch von Uwe Schimank fortgeführte Erweiterung systemtheoretischer Differenzierungstheorien durch akteurtheoretische Elemente. systemischer Strukturbildungen. Akteurtheoretiker dagegen rekurrieren häufig auf die Modelle des Homo Sociologicus und Homo Oeconomicus (Aretz 1997. Des Weiteren sind sowohl auf Organisationsebene als auch auf Gesellschaftsebene mit fortschreitender Differenzierung effektivitätsmindernde Nebenfolgen verbunden: Koordinationskosten und Flexibilitätsverluste auf 307 . Auch sie kennen eigendynamische Prozesse. lassen sich gesellschaftliche Strukturdynamiken wie etwa die Ökonomisierung der Massenmedien und auch mögliche Folgen dieser Ökonomisierung beschreiben und erklären. der sich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Institut noch der Frage einer Verbindung von System. Fortschreitende gesellschaftliche Arbeitsteilung (System. dass es fraglich ist. ob sich die Erkenntnisse aus Organisationszusammenhängen auf Gesellschaft übertragen lassen. erklären diese aber weniger mit Hilfe übergeordneter. Verbindet man Systemund Akteurperspektive. dass sie „[…] in vielfältigen Variationen das Verhältnis von Handlung und System reflektiert. Jarren/Meier sprechen davon.und Akteurtheorie widmet (Schimank 1995. Mayntz et al. Zunächst wird die theoretische Perspektive einer Kombination von System. weisen bei der Kritik an der Theorie funktionaler (System-)Differenzierung vor allem auf ein „genetisches Erklärungsdefizit“ (Schimank 1985. Hernach werden Folgen der Ökonomisierung als sozialer Prozess reflexiver Entwicklungen verhandelt (4). denn Organisationen haben eine Leitung.und Akteurtheorie entfaltet (1). 1988. Mayntz/Scharpf 1995. Luhmann 1996). dass – autopoietische Teilsysteme vorausgesetzt – Ökonomie Massenmedien lediglich zu irritieren vermag (Jarren/Meier 2001. Kneer 1996. dass etwa eine Ökonomisierung massenmedialer Prozesse auf das System Massenmedien kaum Einfluss haben dürfte. 94). Theoretisch bedeutet dies. Dagegen wird zunächst eingewandt. sondern geht von horizontaler Gleichrangigkeit der Teilsysteme aus (vgl.“ (Nolte 1999. Für eine Aufwertung des Akteurs plädieren vor allem die Forscher des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung (z. B. 148).und Strukturierungsmodell auf den Sektor Fernsehen übertragen (2) und die Effekte von Ökonomisierung auf der Ebene der Strukturdimensionen aufgezeigt (3). Schimank 2000). Schimank 1985 und 1988) und Uwe Schimank.und Akteurperspektive Seit Ende der siebziger Jahre nähern sich System. Kritik an der Systemtheorie und Verbindung von System. die als Systemsteuerung fungiert. Schimank et al. Eine funktional differenzierte Gesellschaft verfügt hingegen nicht über eine solche systemsteuernde Einheit. wobei insgesamt der Stellenwert der Akteure theoretisch aufgewertet wird.und Subsystembildung) erklärt die traditionelle systemtheoretische Differenzierungstheorie als Effektivitätsund Effizienzsteigerung sowohl in Organisationen als auch auf der Gesellschaftsebene. da Massenmedien als Funktionssystem einen anderen Code haben als Wirtschaft. Anschließend werden das theoretische Differenzierungs.und Akteurtheorie langsam und nicht ohne Widerstreben aneinander an (Nolte 1999). Bei diesem Prozess der Annäherung gilt für die Systemtheorie. Lindenberg 1990).

h. Auch hier wird auf eine Akteurebene verzichtet. diese Perspektivenverbindung zu modellieren. Zu fragen ist. Ein Mehr-Ebenen-Modell. 2. rationalen Handelns einzelner Akteure geschehen kann (Giddens 1988. Zwei weitere Gründe sind zu nennen: Erstens geht es dabei um die Verbindung und gegenseitige Einflussnahme gesellschaftlicher Teilsysteme. Teilsysteme treten miteinander in Verbindung über ihren jeweiligen binären Code. Die funktionale und autopoietische Systemtheorie soll hier aber nicht nur wegen dieser beiden Schwächen mit akteurtheoretischen Ansätzen verbunden werden. aber immer Umwelt füreinander bleiben. der Evolution und damit zunehmende Differenzierung und zunehmende Komplexität produziert. 347 – 352). Zunächst muss es jedoch darum gehen. Selektion und Retention. wann und an welcher Stelle Einflussnahmen vorhanden sind. Während Selektion das Aufgreifen von Strukturveränderungen regelt und Retention die dauerhafte Institutionalisierung von Strukturänderungen steuert. wie gesellschaftliche Teilsysteme miteinander in Verbindung stehen. dass gesellschaftliche Strukturbildung durchaus auch durch unbeabsichtigte Folgen zweckgerichteten. inwiefern. und wie diese – eventuell – ein System verändern können. jeder Umwelteinfluss wird ausschließlich nach dem eigenen binären Code verarbeitet. Veränderungen von Umweltbedingungen und den Einfluss dieser Veränderungen auf ein bestimmtes System zu modellieren und zu messen. inwiefern ein solches Denkmodell in der Lage ist. führt Luhmann den Begriff der strukturellen Kopplung ein.. „Effizienz. Eine Berücksichtigung dieser unbeabsichtigten Folgen zweckgerichteten Akteurhandelns muss versuchen. Die Theorie funktionaler Differenzierung erklärt soziales Handeln durch funktionale Erfordernisse. wenn es um die Folgen und Nebenfolgen einer Ökonomisierung des Fernsehens geht. ist Variation die zufällige Veränderung der Systemstruktur. die aber eine höhere Komplexität und damit mehr Vielfalt zur Folge hat (Luhmann 1999. Zweitens sollen die Perspektiven verbunden werden. berufen sich auf Evolution als Motor der Differenzierung. sondern um eine ziellose Strukturveränderung. Kneer 1996. 363 – 369). dürfte eher in der Lage sein aufzuzeigen. die aus Sicht einer übergeordneten Systemrationalität nicht funktional sind.und Akteurperspektive zu kombinieren. um den Prozess gesellschaftlicher Strukturbildung klarer herauszuarbeiten. wie zum Beispiel die von Niklas Luhmann. Direkte Einflussnahmen eines Systems auf ein anderes sind somit nicht möglich (Luhmann 1985). Modernere systemtheoretische Erklärungen funktionaler Differenzierung. handlungsprägende und handlungsfähige 308 . Dieser Gedanke wird im vierten Abschnitt wieder aufgenommen. die diese funktionalen Erfordernisse produzieren. ja können mit Hilfe dieser theoretischen Perspektive nicht erklärt werden. Bei diesem Punkt setzt die Kritik Schimanks und anderer an. Legitimationsprobleme politischer Entscheidungen und dadurch Rückkehr zu direkter Bürgerpartizipation auf der (politischen) Gesellschaftsebene. d. denn alle evolutionären Vorgänge unterliegen damit auch dem Zufall und müssen. als vielmehr von Systemrationalitäten. Giddens konnte indes zeigen. das sowohl System als auch Akteur beinhaltet. die funktionale Folgen haben.“ (Schimank 1985. Strukturelle Kopplung meint dabei. Jahrgang 3/2001 Organisationsebene. 18f. dass unterschiedliche Teilsysteme aufeinander angewiesen sind. besteht aus Variation.und Effektivitätsgewinne können [daher] nicht als allgemeine Antwort auf die Frage nach den Ursachen funktionaler Differenzierung gelten. die allgemein als Entdifferenzierungsprozesse beschrieben werden. Sie geht dabei weniger von rational handelnden Akteuren aus. Schimank schlägt in einem ersten Schritt vor. 423 – Hervorhebung im Original). System.M&K 49. Der Mechanismus von Differenzierung bleibt damit unerklärt. Um zu erklären. Allerdings handelt es sich nicht um eine zielgerichtete Evolution. Der Mechanismus.

Wissenschaft sind. Politik. wie Schimank es nennt: Sie sagen dem Akteur. zugleich produziert es aber auch die Struktur des prägenden Systems immer mit. insofern lässt sich mit Giddens auch von einer Dualität von Handlung und Struktur sprechen (Giddens 1988. Handlungsfähige Sozialsysteme hingegen können weniger Strukturen prägen. 309 . nämlich durch die zwischen ihnen sich aufbauenden Interessen. noch Entscheidungen treffen. konditionieren gesellschaftliches Handeln im Sinne einer Negativauswahl. Die positive Auswahl des tatsächlich realisierten Handelns geschieht dann durch die Interaktion handlungsfähiger Sozialsysteme. Als handlungsfähige Sozialsysteme werden anschließend Systeme definiert. dass es um Information geht und nicht um Transzendenz wie etwa beim Religionssystem.) Erweitert man diese Perspektive um den akteurzentrierten Institutionalismus. funktional differenzierten Gesellschaft sind die handlungsprägenden Sozialsysteme auf bestimmte funktionale Erfordernisse gesellschaftlicher Reproduktion spezialisiert. Diese Orientierungshorizonte bestimmen die Richtung des Wollens. etwa: Gruppen wie Forschergemeinschaften. Recht.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Sozialsysteme zu unterscheiden. die Teilsysteme von Teilsystemen sind. Demnach weiß ein Akteur des Systems Massenmedien. teils unbeabsichtigte Ergebnis gesellschaftlichen Handelns muss daher aus gesellschaftlichen Interessen. sie können aber weder handeln. als vielmehr handeln.“ (Schimank 1985. dennoch wirkt das Handeln auf die Differenzierungsstruktur ein) sprechen (Schimank 1985. Strukturen zu prägen. soziale Bewegungen wie religiöse Sekten oder politische Protestbewegungen.und Einflusskonstellationen. da sie auf eine bestimmte Funktion hin ausgerichtet sind.und Abstraktionsgrad eine oder mehrere Ebenen tiefer. Durch diese wechselseitigen Annahmen werden teilsystemische Handlungslogiken zu „intersubjektiv stabilisierten Orientierungen“ (Schimank 2000. „welcher Richtung des Wollens er sich zuwenden kann und welche anderen Richtungen er […] nicht in den Blick zu nehmen braucht. gelangt man von einem Zwei-Dimensions-Modell handlungsprägender und handlungsfähiger Sozialsysteme zu einem Drei-Dimensions-Modell (Schimank 1988. 243) Teilsystemische Orientierungshorizonte reduzieren die Komplexität der Welt. b) von einer ihr Ziel verfehlenden Differenzierungspolitik (eine bestimmte Gestalt soll erreicht werden. Interorganisationsverbunde wie Kartelle und Verwaltungssysteme und schließlich formale Organisationen wie Unternehmen. was nicht intendiert wurde) und c) von unbeabsichtigten Differenzierungseffekten (keine bestimmte Gestalt soll erreicht werden. 77 – 81). liegen handlungsfähige Sozialsysteme in ihrem Komplexitäts. Schimank 2000. Parteien. Verbände. Gesellschaftliche Differenzierung als das teils beabsichtigte.“ (Schimank 2000. Jeder Akteur des Teilsystems kennt diese Handlungslogik und unterstellt den anderen Akteuren auch die gleiche Kenntnis. es wird aber etwas erreicht. Handeln Sozialsysteme strukturverändernd. Gesellschaftliche Dynamik ergibt sich aus dem Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Systemtypen: „In der modernen. die zur Wahrung gesellschaftlicher Systemintegration erfüllt werden müssen.und Einflusskonstellationen im Rahmen funktionaler Erfordernisse gesellschaftlicher Reproduktion erklärt werden. lässt sich a) von einer ihr Ziel erreichenden Differenzierungspolitik (eine bestimmte Gestalt der Differenzierungsstruktur soll erreicht werden und wird erreicht). Mayntz/Scharpf 1995). der zum Teilsystem gehört. Erziehung. sie werden von nun an teilsystemische Orientierungshorizonte genannt. Diese funktionalen Erfordernisse. Während handlungsprägende Sozialsysteme eben jene von der Systemtheorie ausgemachten funktionalen Teilsysteme der Gesellschaft wie Wirtschaft. Als erste Dimension lassen sich hier die handlungsprägenden Teilsysteme nennen. 431f. 428). Dieses Handeln bewegt sich in der Regel in den von den prägenden Systemen vorgegebenen Strukturen. Funktionale Teilsysteme sind in der Lage.

und Sollensvorgaben sowie Könnenskalküle.M&K 49. dem Sammeln von Informationen übereinander und deren Interpretation ergeben sich bestimmte Strategien und Konstellationen von Akteuren sowie dynamische (Handlungs-)Entwicklungen (Theis-Berglmair 1994). Teilsystemische Orientierungshorizonte sind stark generalisiert. Damit gilt als Strukturbaustein dieser Dimension das Können der Akteure. Akteure sind hier selbst Strukturbestandteile und fassen sich gegenseitig als strategisch kalkulierend auf. Diese institutionellen Ordnungen prägen gesellschaftliche Vorgaben im Sinne eines Sollens. welche Handlungen den Ordnungen entsprechen und welche negative Sanktionen nach sich ziehen. Abbildung 1 greift diese Dimensionen in Bezug auf das handelnde Zusammenwirken auf. Auch die anderen Akteure kennen die Normen und wissen um die negativen Sanktionen. 245). also kollektive Akteure. Die Hand- Abb. 1: Akteur-Struktur-Dynamiken Quelle: Schimank 2000. sondern mehr oder weniger ein Dutzend dieser Teilsysteme. Die Handlungssituation von Akteuren ist demnach definiert durch Wollens. Wie bei den teilsystemischen Orientierungshorizonten kommt es damit auch bei der zweiten Dimension zu wechselseitiger Erwartungssicherheit. allerdings auf einer spezifischeren Ebene. 247 310 . Jeder Akteur weiß anhand der institutionellen Ordnungen. Gegenspieler und eine „träge Masse“ (Schimank 2000. Die Vielheit der Akteure schränkt die Kalkulierbarkeit von Handlungen ein. Aus gegenseitiger Beobachtung. Dies sind etwa Rechtsnormen. Es existieren nicht beliebig viele. Verfahrensregeln oder auch Mitgliedschaftserwartungen von Organisationen. Die zweite Dimension besteht aus institutionellen Ordnungen. Die dritte Dimension repräsentieren die handlungsfähigen Sozialsysteme. Jahrgang 3/2001 244). es gibt Mitspieler.

2: Akteur-Struktur-Dynamiken im Bereich des Fernsehens bis 1984 311 . ihre Regelungen verändern sich öfter und einfacher als teilsystemische Handlungslogiken. zeigt der Forschungsstand der vergangenen Dekade. an dem sich Akteure orientieren können. das aus Gründen der Vereinfachung darauf verzichtet. Recht etc. Es existieren mehr institutionelle Ordnungen als Teilsysteme. Modelliert wird in Abbildung 2 zunächst das System Massenmedien. Vor allem ist er deswegen diskutabel. Im Gegensatz zu den Teilsystemen Politik. und damit ein schlüssiger binärer Code für das System noch nicht gefunden ist. 2. auf den sich Akteure einzustellen haben. da die Systemgrenzen schwierig zu ziehen sind. so lässt sich bis 1984 folgendes Modell entwickeln. die Systemgrenzen abzustecken.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens lungslogiken in Form binärer Codes (zahlen/nicht zahlen. Akteur-Struktur-Dynamiken im Fernsehsektor Überträgt man diese differenzierungstheoretischen Überlegungen auf das System Massenmedien. Fernsehen als Subsystem des Rundfunks und Rundfunk als Subsystem der Massenmedien zu definieren (vgl. veröffentlichen/nicht veröffentlichen) sind kaum wandelbar. Die institutionellen Ordnungen sind mittelstark generalisiert: Rechtliche Normen etwa schaffen in demokratischen Gesellschaften einen recht festen Handlungsrahmen. gleichwohl unterliegen Teile dieses Rahmens einem permanenten Wandel. in der vielfältige System- Abb. Akteurkonstellationen sind vergleichsweise schnell und einfach zu ändern. dazu Gehrke/Hohlfeld 1995. sie sind weitaus zahlreicher als institutionelle Ordnungen. konkret: auf die Ebene des Fernsehens. Wirtschaft. Wehmeier 1998). Wie schwierig es ist. ist allerdings der Status von Massenmedien als funktionales Teilsystem umstritten.

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bezeichnungen und damit auch Objektbereiche wissenschaftlicher Untersuchung gewählt wurden: Publizistik (Marcinkowski 1993; Rühl 1993), Journalismus (Blöbaum 1994), Massenmedien (Luhmann 1996), Öffentlichkeit (Kohring/Hug 1997) und Medienkommunikation (Weber 2000) werden unter anderem als Systeme angeboten. Als binäre Codes stehen zum Beispiel veröffentlichen / nicht veröffentlichen und Information / Nicht-Information zur Diskussion. Es herrscht bis heute in der Kommunikationswissenschaft keine Einigkeit darüber, welcher Objektbereich der geeignetste wäre, welcher Code der schlüssigste ist. Eine Diskussion dieser Ansätze kann hier nicht geführt werden1. In diesem Beitrag ist es allerdings sinnvoll, von einem System Massenmedien auszugehen, da eine theoretisch-historische Beschreibung und Erklärung von Medienwandel angestrebt wird, die sich nicht nur auf journalistische Inhalte und Produktionsweisen beschränkt. Daher wird im Folgenden vom System der Massenmedien gesprochen, und daher bezieht sich der Aufsatz zumeist auf Sender als (Kollektiv-)Akteure und nicht auf einzelne Redaktionen. Als primäre Funktion von Massenmedien wird im Anschluss an Luhmann und Marcinkowski die Selbstbeobachtung und Selbstbeschreibung von Gesellschaft erkannt (Luhmann 1996, 173; Marcinkowski 1993, 113 – 133) 2. Während Luhmann den Code Information / Nicht-Information wählt, plädiert Marcinkowski für veröffentlichen / nicht veröffentlichen. Bei dem von Luhmann gewählten Code ist problematisch, dass er sehr breit angelegt ist und die erste Stufe des Drei-Schrittes jeglicher Kommunikation beinhaltet: Information-Mitteilung-Verstehen3. Daher wird im Folgenden von veröffentlichen / nicht veröffentlichen gesprochen, wenngleich diese Unterscheidung für das Anliegen dieses Beitrags weniger relevant ist, da eben keine genuine systemtheoretische Analyse vorgenommen wird. Als teilsystemischer Orientierungshorizont geben Massenmedien den systemeigenen Akteuren die Richtung des Wollens (Sebstbeobachtung, Selbstbeschreibung) vor. Da hier Fernsehen als Subsystem des Systems Massenmedien betrachtet wird, liegt auf der Ebene der institutionellen Ordnung das öffentlich-rechtliche System. Dieses zwingt die Akteure bis 1984, eine bestimmte Organisationsform anzunehmen (Sollen), die durch gesetzliche (Landesrundfunkgesetze) und staatsvertragliche Regelungen formuliert sind und durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts konkretisiert respektive variiert werden4. Die Akteure (ARD, ZDF, Dritte) beobachten einander, sammeln Informationen und agieren auf Basis des teilsystemischen Orientierungshorizonts, der institutionellen Regelungen und der Akteurkonstellationen strategisch. Es kommt dabei zwischen ARD und ZDF in erster Linie zu Konkurrenzbeziehungen, aber auch zu Kooperationen (etwa gemeinsames Vormittagsprogramm, gemeinsamer Videotext). Romy Fröhlich konnte anhand einer Auswertung der Public Relations-Strategien von ARD und ZDF diese gegenseitige Beobachtung und Strategie-

1 Für eine Diskussion siehe unter anderem Brill 1996; Marcinkowski 1996; Görke/Kohring 1996; Wehmeier 1998, 52 – 74; Weber 2000, 49 – 60. 2 Luhmann und Marcinkowski weisen ihren Systemen hier mehr oder weniger die gleiche Primärfunktion zu. Luhmann spricht jedoch vom System Massenmedien und sieht Öffentlichkeit/Publikum als Umwelt, Marcinkowski spricht vom System Publizistik, das nicht nur aus Massenmedien, sondern auch aus dem Publikum besteht. 3 Zu dieser Kritik vgl. Weber 2000, S. 54. Kritisch zu Luhmanns komplettem Ansatz vgl. Brill 1996. 4 Vgl. zusammenfassend zu gesetzlichen Grundlagen, Änderungen der Staatsverträge und den relevanten Urteilen des Bundesverfassungsgerichts Stuiber 1998a, S. 319-403; 424 – 459.

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bildung zeigen (Fröhlich 1994). Deutlich wird dies etwa in der Strategieveränderung der ARD nach der Zulassung des ZDF, als plötzlich auf eine Konkurrenzsituation reagiert werden musste. Gleichwohl konnte bis 1984 kaum von einer Ökonomisierung im Sektor Fernsehen gesprochen werden. Diese begann mit Einführung des privat-kommerziellen Fernsehens, das aufgrund technologischer Entwicklungen sowie wirtschaftlicher und politischer Interessen geschaffen wurde. Das so genannte duale System aus öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Rundfunkanbietern wurde installiert und ein Rechtsrahmen für privat-kommerziellen Rundfunk geschaffen. Neue Programmanbieter wie RTL, SAT.1 und ProSieben suchten und fanden im Lauf der Jahre den Marktzugang. Das oben entwickelte Modell muss unter Hinzurechnung privat-kommerzieller Anbieter nicht nur auf der Ebene der Akteure erweitert werden, sondern auch auf der Ebene der institutionellen Ordnung (vgl. Abbildung 3).

Abb. 3: Akteur-Struktur-Dynamiken im Bereich des Fernsehens seit 1984

Die Dimension des Könnens wird zunächst durch das Auftreten neuer Akteure verändert. Der Markt wird unübersichtlicher, mehr Beobachtung ist notwendig, um Information über die Strategien der alten und neuen Akteure einzuholen. Strategieplanung ist schwieriger geworden, da mehr Akteure um die Gunst der Zuschauer und der Werbekunden buhlen. Das Können wird zunächst nicht per se eingeschränkt, sondern durch

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die Zahl neu hinzugekommener Akteure ist diese Dimension mit mehr Aufwand verbunden. Alle Akteure unterstellen sich auf der Ebene strategischen Handelns expansives Verhalten. Handeln wird zu einem risikobehafteten Prozess in einer turbulenten Umwelt (Weyer 1993, 14 – 17). Dabei zeigen sich auf der Ebene des Programms sowohl Konvergenz- als auch Differenzierungsprozesse (Bruns/Marcinkowski 1996; Krüger 1991). Die Handelnden haben zwar den gleichen teilsystemischen Orientierungshorizont, der das Wollen lenkt, sie haben aber etwas unterschiedliche Sollenshorizonte, denn ihre institutionellen Ordnungen sind nicht identisch. Beide Akteursarten, die öffentlichrechtlich organisierten wie auch die privat-kommerziell organisierten, handeln auf den institutionellen Grundlagen von Gesetzen, Staatsverträgen und Bundesverfassungsgerichtsurteilen. Die Normen, die aus diesen Gesetzen, Verträgen und Urteilen abgeleitet werden, sind allerdings unterschiedlich. Während die nicht gewinnorientiert arbeitenden öffentlich-rechtlichen Anstalten die Norm der Grundversorgung zu erfüllen haben, kommt den privat-kommerziellen Unternehmen eine Zusatzfunktion bei der Grundversorgung zu5. Es lassen sich somit auf der Ebene der institutionellen Ordnungen Rollendifferenzierungen verorten, da Rollen eine Form von institutionalisierten Erwartungszusammenhängen sind. Das bedeutet, dass der Rolle des öffentlich-rechtlichen Sektors recht strenge (wenn auch interpretierbare) Sollens-Vorgaben zugewiesen werden, während die Rolle des privat-kommerziellen Sektors weniger strengen Vorgaben unterliegt, an privat-kommerzielles Fernsehen werden weniger hohe Anforderungen hinsichtlich des Programmauftrags gestellt. Dies hat wiederum Einfluss auf die Strategien der Akteure und damit die Könnensdimension. 3. Ökonomisierungseffekte in den Strukturdimensionen Um die Effekte von Ökonomisierung etwas näher betrachten zu können, müssen die einzelnen Dimensionen zunächst fokussiert werden. Zunächst die Akteur-Dimension: Ökonomisierung hat hier zu einer Erweiterung möglicher Konstellationen geführt. Vor der Liberalisierung des Rundfunkmarktes waren folgende Typen von Akteurkonstellationen möglich: a) jeder gegen jeden, b) zwei öffentlich-rechtliche gegen einen anderen öffentlich-rechtlichen, c) alle gemeinsam für etwas. Als Akteure fungierten: ARD, ZDF, ARD 3. Nach der Liberalisierung lassen sich folgende Typen von Akteurkonstellationen im gemischt öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen System ausmachen. Als Akteure fungieren hier: öffentlich-rechtliche (ARD, ZDF, ARD 3, 3sat, Phoenix etc.) und privat-kommerzielle (RTL, SAT.1, ProSieben, H.O.T., DSF etc.). a) jeder gegen jeden, b) n öffentlich-rechtliche gegen n privat-kommerzielle, c) n privat-kommerzielle gegen n privat-kommerzielle, d) n öffentlich-rechtliche gegen n öffentlich-rechtliche, e) n öffentlich-rechtliche gemeinsam für etwas, f) n privat-kommerzielle gemeinsam für etwas, g) alle gemeinsam für etwas.

5 Siehe dazu das Niedersachsen-Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 4. November 1986 (BVerfGE 73, 118).

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de/archiv). Beim so genannten Split-Screen-Werbeverfahren testete RTL diese Werbeart.wuv. www. rechtliche Grenzen zu überschreiten. inwieweit die bestehenden programmlichen Normen (Teil der institutionellen Ordnung) im Sinne des expansiv agierenden Akteurs ausgelegt oder auch verändert werden können. je mehr Akteure um Geld und Aufmerksamkeit konkurrieren. Dieser strategische Handlungsdruck spiegelt sich nicht nur in der Könnensdimension. die Sollens-Dimension der institutionellen Ordnung zu ihrem Vorteil zu verändern. Bei den privat-kommerziellen Akteuren manifestiert sich dies vor allem in der Aufweichung rechtlich normierender Grundlagen ihres Handelns. Dies geschieht zum Teil mit Programmformaten. dass. desto mehr neue Strategien ausprobiert werden. Auf der Ebene des Programms wird versucht. Vor allem Reality-Formate wie „Big Brother“ oder „Inselduell“ haben hier in jüngster Zeit für nachhaltige gesellschaftliche Diskussionen gesorgt. 315 . für den Verzehr unsachgemäß töteten (täglich kress vom 14. wie Teilnehmer der Show einen Waran. um erstens Zuschauer zu gewinnen und zweitens zu testen.wuv. nicht Normierungen zumindest aufweichen kann. der auf der Artenschutzliste steht. Zunächst beanstandeten die Landesmedienanstalten dieses Verfahren. Für den Sender war dies ein Testfall. um durch das Schaffen von Fakten eine Rechtsänderung zu beschleunigen.bis 49-Jährige) erreicht werden. März 1999 (www. Solche Formate stoßen bewusst in moralische Grenzbereiche vor.kress. dass auch die kommende überarbeitete Version des Rundfunkstaatsvertrags Split-Screen ermöglichen würde (werben & verkaufen online vom 22. 7 Vgl. wenn er nur beharrlich genug ist. bei der der Bildschirm in Werbung und laufendes Programm geteilt wird. 143) der Spielpartner Medienunternehmen und Politik teils sogar bereit. er wird auch in die Ebene der institutionellen Ordnung hineingetragen: Beide Akteurgruppen versuchen beständig.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Leicht zu ersehen ist.de/archiv).08. April 2000). www. dass vor allem die so genannten werberelevanten Zuschauer (14. Grenzüberschreitung ist Teil des Spiels: So zeigte etwa SAT. Dabei sind im Laufe der Jahre die Richtlinien für die Werbezeiten immer stärker liberalisiert und damit den Forderungen der privat-kommerziellen Sender angepasst worden: Dies betrifft unter anderem die Umstellung von der Nettosendezeit einer Sendung als Grundlage für die Bemessung der Werbeunterbrechungen zur Bruttosendezeit (Dauer der Sendung plus Werbeblöcke) 6. dass die Öffnung des TV-Sektors für privat-kommerzielle Anbieter die möglichen Handlungsstrategien und damit die möglichen Akteurkonstellationen stark erweitert hat. obwohl diese Art der Werbung damals noch verboten war. denn man darf annehmen.1 im „Inselduell“. Auf der Ebene des Werberechts wird seit Einführung des privat-kommerziellen Fernsehens um Grenzen des Erlaubten gestritten. werberechtlich und unternehmensrechtlich.de/suche). wie weit er in seinem Programm gehen darf und ob er. Die privat-kommerziellen Sender sind bei diesem Spiel von „List und Gegenlist“ (Beyme 1992. erstmals Ende Februar 1999 bei einem Boxkampf 7. die an Tabu-Grenzen stoßen oder sie sogar überschreiten. Februar 2000. werben & verkaufen online vom 1. als sich abzeichnete. Damit ist zugleich das von Akteuren ausgehende Strukturveränderungspotenzial erhöht worden. Veränderungen werden dabei auf unterschiedlichen Ebenen angestrebt: programmlich. Dies zeigt sich etwa bei der Trennung von Werbung und Programm. 6 Siehe dazu Media Perspektiven Dokumentation: Staatsvertrag im vereinten Deutschland in der Fassung des vierten Rundfunkänderungsstaatsvertrags (Gültig seit 1.2000. die Zuschauerzahl zu maximieren oder zumindest so zu optimieren. erlaubten es aber dann doch nachträglich.

Als These soll hier formuliert werden: Das Grundprinzip der Leitunterscheidung veröffentlichen versus nicht veröffentlichen wird zunächst nicht verändert. 971). repräsentiert durch Redaktionen. dass es sich beim Fernsehen nicht nur um eine publizistische (Dienst-)Leistung handelt. welche Funktion und welchen binären Code.. dass die veränderten Akteurkonstellationen im Anschluss an die Ökonomisierung des Fernsehens seit der Zulassung privat-kommerzieller Anbieter über das teils übergebührliche Ausschöpfen der Könnens-Dimension zu einer Veränderung der Sollens-Dimension der institutionellen Ordnung geführt hat. die Normen der institutionellen Ordnung in ihrem Sinne zu verändern. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. auf der Ebene der Rechtsprechung durch das Bundesverfassungsgericht. sondern Marktanteile. Programmgeschäftsführer etc. Dies bedeutet. Allerdings wird die Leitunterscheidung durch den Code der Wirtschaft unter den Bedingungen fortgesetzter Ökonomisierung („Ökonomisierung der Ökonomisierung“ – Altmeppen 2001. B. 202) verzerrt. Jahrgang 3/2001 Auf der Ebene des Unternehmensrechts haben die privat-kommerziellen Programme erreicht. 316 . Die Änderung der Rechtsnorm ist vor allem den beiden großen Senderketten von Leo Kirch auf der einen und Bertelsmann auf der anderen Seite entgegengekommen. sondern um ein Kuppelprodukt.1 und DSF firmieren musste. ihr Leistungsspektrum ausgebaut und ihre Angebotspalette um die Spartenkanäle Phoenix und Kinderkanal erweitert. Eine Antwort auf diese Frage hängt entscheidend davon ab. 238). Unter Verweis auf diese Entwicklungsgarantie haben die öffentlich-rechtlichen Akteure z. Berechtigt erscheint nun die Frage. in allen Bereichen den Code der Wirtschaft. B. inwieweit die Themenstruktur und die journalistische Aufbereitung der Themen auch bei nicht boulevardorientierten Nachrichtensendungen wie „RTL aktuell“ 8 Siehe dazu das NRW-Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Überspitzt: Es wird vornehmlich das gesendet. welche Leitunterscheidung man ihm zuweist. Während z. Oben wurden Massenmedien bereits als Teilsystem modelliert.und Entwicklungsgarantie einräumt8. was man als Teilsystem definiert. dass bei der Frage. dessen Leitunterscheidung veröffentlichen versus nicht veröffentlichen heißt. Auch bei der Veränderung des Werberechts konnten die Öffentlich-Rechtlichen Teilerfolge verzeichnen: Sie dürfen trotz Werbeverbot nach 20. Auch die öffentlich-rechtlichen Akteure versuchen beständig. B. dass die Sender. mitbedenken und bei der Entscheidung für diese oder gegen jene Sendung mitbeachten.M&K 49. Die fortgesetzte Ökonomisierung lässt noch klarer werden. konnte es nach der Änderung der Rechtslage offiziell in den Senderverbund aufgenommen werden. ob und wenn ja inwiefern sich auch der laut Schimank nur langfristig wandelbare teilsystemische Orientierungshorizont verändert. zahlen / nicht zahlen. an das sich publizistische und ökonomische Erwartungen richten (Altmeppen 1996): Bei der Produktion von Nachrichtensendungen etwa setzen vor allem (aber nicht nur) privat-kommerzielle Sender zunehmend auf Boulevardjournalismus (Krüger 2000). Diese Beispiele zeigen. was beiden Codes entspricht. Bis Ende der achtziger Jahre war Sponsoring dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk rechtlich noch „weitgehend verschlossen“ (Stuiber 1998b. Gelungen ist ihnen dies z. auch die Funktion des Systems bleibt bestehen. das ihnen seit 1991 eine Bestands. Unterhaltungschefs. empirisch zu prüfen wäre zudem. nicht mehr Besitzanteile zählen. zuvor ProSieben rechtlich getrennt von Kirchs Sendern SAT.00 Uhr im Abendprogramm die werbeähnliche Einnahmequelle des Sponsoring einsetzen. wie viele Programme zu einem Unternehmen gehören dürfen. Februar 1991 (BVerfGE 83.

Den Begriff des Dirigierens beschreibt er durch eine gegenseitige Beeinflussung von teilsystemischer Autopoiesis und intersystemischen Leistungsbezügen. Zu sehen war dies unter anderem bei der Vorabendserie „Mallorca“. www. dass bestimmte Forschungsthemen besondere Chancen für Wahrheitskommunikation erzeugen. Zum Beispiel strich 1998 SAT.de/archiv). 179 – 181).“ (Schimank 1998. sich einen Zuschauerstamm aufzubauen. die die falschen Zuschauer im Sinne der Werbekunden erreichen. Es geht demnach nicht nur um das Prinzip des Veröffentlichens oder Nicht-Veröffentlichens. dass bestimmte Themen besondere Chancen auf Veröffentlichung haben. weil diese Themen mehr Ressourcen aus der Wirtschaft anziehen. Fortgesetzte Ökonomisierung hat demnach nicht nur Einfluss auf Akteurstrukturen und institutionelle Ordnungen. 180) Beide Mechanismen können anhand der oben gezeigten ökonomischen Veränderungen für die Entwicklung des Fernsehens geltend gemacht werden: Die Autopoiesis massenmedialer Produktion bemerkt. oder es verschwindet umgehend wieder von der Bildfläche. dass Investitionen in verwissenschaftlichte Produktionstechnologien die Zahlungsfähigkeit stärker steigern als andere Investitionsmöglichkeiten. die Ausstrahlung lohnt sich für den Sender nicht mehr.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens oder „18:30“ durch den Blick auf Einschaltquoten und damit durch den Code zahlen / nicht zahlen verzerrt werden (Messkriterien wären hier bspw. sinken die Werbepreise. wenn einmal entfesselte Autopoiesien durch „neu justierte Nutzenverschränkungen mit anderen Teilsystemen […] über die Entfesselung der Autopoiesis hinausschießen und in eine sachliche oder zeitliche Marginalisierung codegeprägter Kommunikationen münden. er spricht aber nicht von Verzerrung. eine Zunahme an emotionsgeladenen Themen oder Themen mit Sensationscharakter). 14. www. dass die Autopoiesis wirtschaftlicher Zahlungen bemerkt. und das wiederum geht darauf zurück.und Branchenkonjunkturen in der Wirtschaft hinaus. Dies geschieht nicht nur bei Programmen. Am Beispiel der Wissenschaft macht er auf folgenden Prozess aufmerksam: „So kann die Autopoiesis wissenschaftlicher Forschung merken. der Kunde bekommt Rabatte. dass Werbe-Investitionen in bestimmte Programmumfelder zu mehr Zuschau- 317 . Produkt. so wird hier nahe gelegt. die ProSieben aufgrund schwacher Quoten nach kurzer Zeit wieder aus dem Programm nahm (Berliner Zeitung vom 30.“ (Schimank 1998. auch auf den teilsystemischen Orientierungshorizont. sondern immer auch um das Erreichen von Zuschauerkontakten für Werbekunden durch Veröffentlichung. sondern von einem Dirigieren von Leistungsbezügen der teilsystemischen Autopoiesis und von einem Einschränken oder sogar Unterdrücken teilsystemischer Autopoiesis (Schimank 1998. Die Autopoiesis wirtschaftlicher Zahlungen bemerkt wiederum. Auch Schimank sieht eine Beeinflussung des Codes autopoietischer Systeme durch den Code anderer Systeme. die zu wenig Zuschauer erreichen.berliner-zeitung. Zu bestimmten Preisen wird den Werbekunden häufig eine bestimmte Anzahl von Zuschauern garantiert (Tausend-Kontakt-Preis-Garantie).de/archiv). dass sie einer Serie oder Show immer weniger Zeit geben. da er zu wenig werberelevante Zuschauer im Alter von 14 bis 49 Jahren erreichte und damit zu wenig Geld einbrachte (Berliner Zeitung. da sie hohe Zuschaueraufmerksamkeit und damit hohe Werbeakzeptanz generieren.1 den „Bergdoktor“ trotz passabler Quoten aus dem Programm. 179) Von Einschränkung/Unterdrückung ist dann die Rede. sondern. Entweder das Format kommt nach den ersten Wochen gut an. das Programm wird gestrichen.berliner-zeitung. April 1998. Im Ergebnis läuft dieses Dirigieren der Wahrheitskommunikation durch wirtschaftliche Anwendungsinteressen auf Themenkonjunkturen in der Wissenschaft. Bei der Produktion und Ausstrahlung von Serien ist vor allem bei den privat-kommerziellen Sendern zu beobachten. sondern auch bei Programmen. November 1999. Kann der Sender mit dem Programm diese Anzahl nicht erreichen.

Diese Bedingungen. indem etwa Werbekunden direkt oder über Mediaagenturen vermittelt. 14). der sich in Produkt. um neben dem analytischen Raster des dynamischen Prozesses auch mögliche Folgen der 318 . Darunter sind die Bedingungen zu verstehen. die weniger starr feststehende Strukturen besitzen. institutionelle Ordnung und Akteurkonstellation hat.a. 201). Betrachtet man die besagten drei Dimensionen in ihrem handelnden Zusammenwirken. der durch andere Akteure [und Systeme – d. Der Blick soll nun im Folgenden auf die Strukturierung gerichtet werden. die an der Vernetzung sozialer Systeme beteiligt sind. Anthony Giddens und Scott Lash (Beck/Giddens/Lash 1996) durchzuführen. sondern „reproduzierte soziale Praktiken“. Handeln und Strukturen sind hier unauflösbar miteinander verkoppelt.] gebildet wird“ (Weyer 1993.“ (Giddens 1988.M&K 49. dass es sich nicht lediglich um Strukturbildung und -erhaltung. „die die Kontinuität oder Veränderung von Strukturen und deshalb die Reproduktion von sozialen Systemen bestimmen. das nicht mehr konkret auf intendiertes Handeln einzelner strategiefähiger Akteure rückführbar ist. Dieser reflexive und rekursive Prozess kann Eigendynamiken entwickeln. Weyer 1993). eine Untersuchung des prozessualen Charakters und vor allem der Rückwirkungen nicht-intendierter Handlungsfolgen mittels einer Kombination der oben dargelegten differenzierungstheoretischen Betrachtungen (Schimank/Mayntz und andere) und der Theorie reflexiver Modernisierung von Ulrich Beck. das sich in der Ausübung sozialer Praktiken realisiert und als „Erinnerungsspur“ ein Verhaltensmuster zur Orientierung bereitstellt (Giddens 1988. rücken nun abschließend der prozesshafte Charakter der Ökonomisierung und des Zusammenspiels von System und Akteur sowie mögliche Folgen dieses Prozesses in den Vordergrund. Es wird hier vorgeschlagen. in denen der Akteur eine wohl ebenso wichtige Rolle einnimmt wie das System. die nicht intendiert waren und nur schwierig steuerbar sind. Aus der Ökonomie kennt man solche eigendynamischen Prozesse spätestens seit Joseph A. Ökonomisierung als sozialer Prozess und Folgen von Ökonomisierung Nachdem bislang modelliert worden ist. In Giddens‘ Theorie der Strukturierung sind beide ständig am Prozess der Reproduktion der sozialen Strukturen beteiligt.und Marktlebenszyklen manifestiert und der auch im Fernsehen seit 1984 Gestalt angenommen hat (Wehmeier 1998. 246). Soziale Systeme sind für Giddens keine Funktionssysteme. das wurde in den Kapiteln 0 bis 3 gezeigt. 77). haben sich durch die Ökonomisierung verändert. sondern um prozessuale Abläufe handelt. V. die ein Maß an Emergenz entwickeln. Wichtige Elemente sind bei dem Prozess des handelnden Zusammenwirkens von Akteur und System die „Reflexivität und Rekursivität des sozialen Handelns sowie die strategische Orientierung am Kontext. Jahrgang 3/2001 erkontakten führen als andere und übt Einfluss auf die Veröffentlichungsroutinen der Sender aus. 4. als vielmehr mehr oder weniger stark veränderbare Strukturmomente aufweisen. 69). bestimmte Programmformate forcieren (und andersherum anderen die finanzielle Unterstützung entziehen). Struktur versteht Giddens als „raumzeitliches Phänomen“. Schumpeters Prozess der schöpferischen Zerstörung (Schumpeter 1952). welchen Einfluss Ökonomisierung auf die drei Dimensionen teilsystemischer Orientierungshorizont. In der Soziologie spricht man auch von Eigendynamiken sozialer Netzwerke (u. die Strukturmomente sozialer Systeme gelten als Mittel und Ergebnis der kontingent ausgeführten Handlungen situierter Akteure (Giddens 1988. so fällt auf. Strukturen lassen sich ferner als Regeln-RessourcenKomplexe beschreiben.

Sie werden heute durch Institutionen repräsentiert und verleihen Gesellschaft durch ihr spezialisiertes und strukturierendes Wirken Stabilität (Giddens 1995.und vertretbare Entscheidungen treffen soll. dessen normative Aufgabe unter anderem das Einnehmen einer Orientierungs. Jarren (2000).). Sarcinelli/Tenscher 2000). 9 – Hervorhebung im Original) stattfinden und Folgeprozesse funktionaler Differenzierung sind. die für gesellschaftliche Dynamik sorgen. Politik ist etwa ein Expertensystem. Die Theorie reflexiver Modernisierung lässt sich insofern mit den Perspektiven von Schimank. Reality-Sendungen. 319 . welche Prozeßformen durch zirkuläre Stimulation bzw. 164 – 166).. Empirisch geklärt 9 Zur Entfaltung einer normativen Integrations-Perspektive von Massenmedien vgl. dann muss gefragt werden. 251 – 254). Als Expertensysteme gelten nach Anthony Giddens Sinn. 40f. dass das Fernsehen hinsichtlich der Dimension Objektivität vor allem seit Anfang der achtziger Jahre massive Einbußen erlitten hat. Eine dieser nicht-intendierten Rückwirkungen könnte ein Vertrauensverlust in Expertensysteme sein. „[…] sich auf die Analyse des Prozeßverlaufs selbst zu konzentrieren und zu fragen. Ulrich Beck spricht erstens von Nebenfolgen der Modernisierung und funktionalen Differenzierung (Nebenfolgen erster Ordnung). als Weyer unter Bezugnahme auf Schimank die aus den unterschiedlichen Rationalitäten der drei Dimensionen entstehenden Spannungen und Reibungen anspricht. 88).und Handlungszusammenhänge. ungewollt.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Ökonomisierung in den Blick zu bekommen. als es Schimank um die Handlungsmöglichkeiten von Akteuren im Rahmen teilsystemischer Orientierungshorizonte und institutioneller Ordnungen geht. Zweitens geht es um die Rückwirkungen auf Prozessursachen. mit unabschätzbaren Konsequenzen“ (Beck/Giddens/Lash 1996. zunehmende Unterhaltungsorientierung (Krüger 2000) und eine Verstärkung des Trends zur symbolischen Politik (Sarcinelli 1987. die Beck als interne Nebenfolgen der Nebenfolgen bezeichnet (Nebenfolgen zweiter Ordnung) (Beck 1996.. die mit weiterer funktionaler Differenzierung nicht mehr behoben werden können. Diese Perspektive des Untersuchens von Rückwirkungen auf Prozessursachen wird in der Theorie der reflexiven Modernisierung entfaltet. 1996. ein Aufweichen klassischer journalistischer Standards durch Infotainment. So zeigt zum Beispiel die Langzeituntersuchung Massenkommunikation. Mit Renate Mayntz und Brigitta Nedelmann heißt es daher. Ein solcher Vertrauensverlust lässt sich sowohl für die Politik als auch für die Massenmedien empirisch belegen. das gesellschaftlich trag. Dies sind jedoch nur einige Indizien. 651f. 27f. Verursachung entstehen und wie diese Formen auf die Prozeßursache selbst zurückwirken“ (Mayntz/Nedelmann 1987. und als es Beck und Giddens vor allem um die Folgen funktionaler Differenzierung geht – prozessual ausgedrückt: um die Analyse von Folgen. die sich im Laufe funktionaler Differenzierung (Arbeitsteilung) gebildet haben und exklusive Leistungsrollen einnehmen. Auch die relative Glaubwürdigkeit des Fernsehens hat im Vergleich zur Zeitung deutlich abgenommen (Berg/Kiefer 1996. Weyer und Mayntz kombinieren. Unter reflexiver Modernisierung verstehen die Autoren dabei Transformationsprozesse. Fasst man als Nebenfolge erster Ordnung einer Ökonomisierung des Fernsehens (und damit als zumindest teilweise intendierte Folge) etwa eine Zunahme von Gewaltdarstellungen. Auch Massenmedien können als Expertensystem begriffen werden. die „unreflektiert.und Kritikfunktion ist. auf welche Prozessursachen diese aus normativ-demokratischer Sicht 9 negativen Entwicklungen zurückwirken und in welcher Form sie dies tun.

die reflexive Wirkung zeigt.M&K 49. Abb. Jahrgang 3/2001 werden muss. technologische Entwicklung. für das Jahr 1984 und die Zeit von 1984 bis heute modelliert. in der das nicht-gewinnorientierte öffentlich-rechtliche System allein stehend war. durch privat-kommerzielle Programme mehr Vielfalt und eine ausgewogenere Politikberichterstattung zu bekommen. das Vorstoßen in gesellschaftliche Tabubereiche und juristische Grauzonen modelliert. Als Formen werden (recht statisch) die Ausprägungen der Startphase 1984/85 betrachtet und als Folgen die Dynamiken und Wechselwirkungen. wird hier ein Vertrauensverlust in Massenmedien und Politik gesehen (Rückwirkung auf Ursachen). Als Nebenfolge zweiter Ordnung.und Akteurperspektive mit einer nach reflexiven Prozessen fragenden und Folgen abschätzenden Theorie reflexiver Modernisierung. Abbildung 4 modelliert die bisher entwickelten Dimensionen und kombiniert dabei die Ökonomisierung des Fernsehens aus System. 4: Ursachen. die 1984 eingesetzt und sich anschließend fortentwickelt haben. B. Vor 1984 wird hier von einer Prä-Ökonomisierung gesprochen. mediale publizistische und Gewinninteressen sowie der politische Wille. werbewirtschaftliches Interesse. Das Jahr 1984 wird als Beginn der Ökonomisierung gesehen. inwieweit die Ökonomisierung der Strukturen und die Kommerzialisierung der Inhalte in kausalem Zusammenhang damit stehen. Dabei werden die gesellschaftlichen Strukturierungsebenen (bezogen auf Massenmedien/Fernsehen) für die Zeit vor 1984. werden dabei als Ursachen der Ökonomisierung gesehen. auf der Ebene der institutionellen Ordnung die dadurch bewirkte Normveränderung und auf der Ebene des teilsystemischen Orientierungshorizontes die durch Ökonomisierung bewirkte Verzerrung des Codes veröffentlichen / nicht veröffentlichen durch den Code zahlen / nicht zahlen. Als Nebenfolgen erster Ordnung werden auf der Ebene der Akteurkonstellation z. Formen und Folgen einer Ökonomisierung des Fernsehens 320 .

anschließend. dass Gesellschaft ein Mindestmaß an Integration benötigt. Interpenetration stellt die gegenseitige Durchdringung politischer. Ökonomische Entwicklungen führen allenfalls zu einer Irritation von Massenmedien.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens 4. Als eine Folge dieser Verzerrung des Codes der Massenmedien wird ein Vertrauensverlust in das Expertensystem Massenmedien erkannt. da Wirtschaft und Massenmedien unterschiedliche Codes und generalisierte Medien haben.und Medienwissenschaft verlassen. Dabei zeigte sich. zu einem Dirigieren von Codes oder gar zu einem Unterdrücken von Codes durch fremde Systeme kommen kann (hier wäre es die Unterdrückung des Codes der Massenmedien durch den Code der Wirtschaft). Inzwischen macht sie für eine Analyse der Ökonomisierung der Massenmedien Münchs Interpenetrationsbegriff fruchtbar. die noch 1996 erheblich strenger im Luhmann’schen Kontext kommunikationswissenschaftlich arbeitete. aus solchen Zusammenhängen zwischen der selbstreferenziellen 321 . Fazit Wird mit Luhmanns funktionaler/autopoietischer Systemtheorie argumentiert. Praktisch gesprochen: Nur wenn sich die Sendung (Unterhaltungsserien wie auch Informationsmagazine) rechnet. Dies lässt sich etwa an zwei Aufsätzen von Gabriele Siegert erkennen. wird sie auch langfristige Erfolgschancen auf weitere Veröffentlichung haben. ökonomischer und kultureller Zusammenhänge sicher. die institutionelle Ordnung Stück für Stück variiert wird und es so unter den Bedingungen fortgesetzter oder „entfesselter“ Ökonomisierung (Knoche 2001: 184) zu einer Veränderung des teilsystemischen Orientierungshorizontes kommt. 503 – 525). deren Ausdifferenzierung und weitere Evolution systematisch. Münch greift auf den von Parsons stammenden Begriff zurück. dass es auch im Beziehungsgeflecht Massenmedien und Ökonomie zu Austauschprozessen und wechselseitiger Durchdringung der Systeme kommt (Siegert 2001. institutionelle Ordnung und Akteurkonstellationen ein ausreichend komplexes Analyseraster bietet. Dies zeigt sich dergestalt. die den Zusammenhang von Ökonomisierung der Massenmedien und Kommerzialisierung/Banalisierung der Inhalte genauer untersuchen und damit einer auf die Massenmedien (das Fernsehen) angewandten Theorie reflexiver Modernisierung Futter geben. dass es. Zwar benutzt auch Luhmann teilweise den Interpenetrationsbegriff (Luhmann 1991. dass aber erst die Unterscheidung der drei Dimensionen teilsystemischer Orientierungshorizont. um die vielfältigen Prozesse der Ökonomisierung auf allen Ebenen und ihre Wechselwirkungen untereinander zu erfassen. Doch die Luhmann‘sche Extremposition wird sowohl in der Soziologie als nun auch zaghaft in der Kommunikations. doch ist Interpenetration bei Münch ein zentralerer theoretischer Baustein. der das wechselseitige Durchdringen von Systemen beschreibt. In diesem Beitrag wurde argumentiert. den er unter anderem in seiner Theorie des Handelns entwickelt hat (1988. Uwe Schimank fordert: „Für die Betrachtung einzelner Teilsysteme käme es darauf an. durch veränderte Akteurkonstellationen und strategische wie eigendynamische Prozesse. dass die Ökonomisierung zunächst die Akteurkonstellation verändert. 172 – 174). mit Schimank gesprochen. Dieser Schwenk zu Münch und seinem Interpenetrationsmodell offenbart. 286-344). und nicht bloß hier und da anekdotisch. um funktionsfähig zu bleiben. In diesem Aufsatz wird für den Fall der Entwicklung des Fernsehens der Begriff der Verzerrung vorgeschlagen: Fernsehformate (auch journalistische) werden zwar nach dem Prinzip veröffentlichen / nicht veröffentlichen codiert aber (zumindest auf privat-kommerzieller Seite) häufig durch den Code zahlen / nicht zahlen verzerrt. so kann Ökonomisierung überhaupt keinen Einfluss auf massenmediale Prozesse haben. um neben der sozialen und funktionalen Differenzierung zu erklären. Allerdings müssen hier noch empirische Nachweise erfolgen.

Eine Kontroverse. Thomas. Werner A. S. Eine Langzeitstudie zur Mediennutzung und Medienbewertung 1964-1995. Anthony Giddens. Nr. S. Grundzüge einer Theorie der Strukturierung. Anthony (1988): Die Konstitution der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp. in: Rundfunk und Fernsehen. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. 79 – 95. 419 – 428. Massenmedien und Journalismus. 461 – 478. S. Der Beitrag der Medienunternehmen zur Ökonomisierung. Jg. Von der Moderne zur Postmoderne. 41. in: Otfried Jar- 322 .. Frankfurt am Main: Suhrkamp. 49 Jg. 180) Diese Forderung verdient weitere Beachtung. Meier (2001): Ökonomisierung und Kommerzialisierung von Medien und Mediensystem. in: Zeitschrift für Soziologie. Bd. S. Jarren. Formen und Folgen. Nr. S. 26 Jg. Ralf Hohlfeld (1995): Wege zur Theorie des Rundfunkwandels. 251 – 272. 15 – 31. S. Altmeppen. Görke. 195 – 205.. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Frank Marcinkowski (1996): Konvergenz Revisited: Neue Befunde zu einer älteren Diskussion. Romy (1994): Rundfunk-PR im Kontext. 2. Klaus-Dieter (1996): Märkte der Medienkommunikation. Matthias Kohring (1996): Unterschiede. Werner A. Grundlagen. 2. Nr. 19 – 112. Giddens. Werner A. Marie Luise Kiefer (Hrsg. Jg. die Unterschiede machen: Neuere Theorieentwürfe zu Publizistik. Eine Kontroverse. Literatur Altmeppen. (Schriftenreihe Media Perspektiven.): Ökonomie der Medien und des Mediensystems. Scott Lash: Reflexive Modernisierung. 12. 48. Beck. Einleitende Bemerkungen zu einer (notwendigen) Debatte. Aufl. Beck. in: Otfried Jarren. 44. in: Ulrich Beck. Otfried. 22 – 41.) Opladen: Westdeutscher Verlag. in: Ulrich Beck. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. 113 – 194. Formen und Folgen. 2. Historische und organisationstheoretische Bedingungen am Beispiel ARD. in: Medien & Kommunikationswissenschaft.) (1996): Massenkommunikation V. Otfried (2000): Gesellschaftliche Integration durch Medien? Zur Begründung normativer Anforderungen an Medien. S. Mit einer Einführung von Hans Joas. Publizistische und ökonomische Aspekte von Medienmärkten und Markthandeln.“ (Schimank 1998. Eine Kontroverse. Scott Lash (1996): Reflexive Modernisierung. Berg. Bernd (1994): Journalismus als soziales System: Geschichte. Beyme. 49 Jg. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Opladen: Westdeutscher Verlag. Nr. Fröhlich. 1. Ulrich (1996): Das Zeitalter der Nebenfolgen und die Politisierung der Moderne. 1. Giddens. Nr. 2. Fernsehorganisationen zwischen publizistischen Zielvorstellungen und systemischem Eigensinn. Ausdifferenzierung und Verselbständigung.... (Schriften zur Kommunikationswissenschaft. Frankfurt.. Andreas (1996): ‘Lost at sea’: Die Realität der Massenmedien. Brill. Alexander. S. Blöbaum. Jg. in: Soziale Systeme. Anthony Giddens. 2. Anthony (1996): Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft.. Klaus-Dieter (2001): Ökonomisierung aus organisationssoziologischer Perspektive. Opladen: Westdeutscher Verlag. Anthony (1995): Konsequenzen der Moderne. in: Klaus-Dieter Altmeppen (Hrsg. 14.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Meier (Hrsg. Otfried. Jarren. Gehrke. 4. Meier (Hrsg. Bruns. Klaus von (1992): Theorie der Politik im 20. Giddens. Jarren. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Jahrhundert. Klaus. Gernot. Aretz. Nr. Scott Lash: Reflexive Modernisierung. Bd. Hans-Jürgen (1997): Ökonomischer Imperialismus? Homo Oeconomicus und soziologische Theorie. Anthony Giddens. Jahrgang 3/2001 Geschlossenheit ihrer Operationen auf der einen und fremdreferenziellen Effekten und Erwartungen auf der anderen Seite zu erklären.. Opladen: Westdeutscher Verlag. Ergebnisse und Perspektiven medienökonomischer Forschung. 2.M&K 49.) Baden-Baden: Nomos.) (2001): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. New York: Campus. Jg. S. Ulrich. in: Publizistik. Nr.

Scharpf (Hrsg. Grundriß einer allgemeinen Theorie. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Eine systemtheoretische Analyse. 4. Luhmann. Frankfurt am Main: Suhrkamp Luhmann.. Bd. S. S. Renate. S. in: Walter Hömberg. 4. Niklas (1999): Funktion der Religion. Heinz Pürer (Hrsg.. 2. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Marcinkowski. Ein systemtheoretischer Entwurf. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Niklas (1996): Die Realität der Massenmedien.. Kiefer. in: Otfried Jarren. 39 – 72. Jg. Zur Bedeutung symbolischen Handelns in der Wahlkampfkommunikation der Bundesrepublik Deutschland. Nr. in: Media Perspektiven.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. 22). Jg. Luhmann. 145 – 158. Oder: Wie alle – reihum – Presse und Rundfunk bezahlen. Jg. 28. ZDF. Michel Foucault und Niklas Luhmann. 7. Entstehung und empirischer Gehalt einer Hypothese. Ulrich. Niklas (1991): Soziale Systeme. in: Publizistik. in: Otfried Jarren. Kohring. Niklas (1985): Die Autopoiesis des Bewußtseins. Frankfurt am Main. Werner A. 49 Jg.und Kommunikationswissenschaft. Nr. Matthias. S. Krüger. Nr. Mayntz. S. in: Rundfunk und Fernsehen. 5.. in: Journal of Institutional and Theoretical Economics (JITE) / Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft. Frank (1996): Die Massenmedien der Gesellschaft als soziales System?. Münch. in: Soziale Systeme. Nr. Nr.): Medien-Transformation: Zehn Jahre dualer Rundfunk in Deutschland.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens ren. S. 2.. 278 – 296. Rühl. 146 Jg. Nr. in: Zeitschrift für Soziologie.. 93 – 113. Scharpf (1995): Der Ansatz des akteurzentrierten Institutionalismus. Marcinkowski. Luhmann. 39. Ulrich (1987): Symbolische Politik. Manfred (1993): Marktpublizistik. Meier (Hrsg. Opladen: Westdeutscher Verlag.1 und ProSieben im Vergleich. S. in: Soziale Welt. Nr. 177 – 194. in: Renate Mayntz. Opladen: Westdeutscher Verlag. Opladen: Westdeutscher Verlag. Konstanz: UVK. in: Medien Journal.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. 38. Fritz W. Ein Review über einige Integrationstrends. Fritz W. Formen und Folgen. 2. Nolte. 1. (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik. Mayntz. 2. Politik und Massenmedien. Mayntz. S. Aufl. 1. Programmanalyse 1999: ARD. SAT. 81 – 97. Aufl. Opladen: Westdeutscher Verlag. Detlef Matthias Hug (1997): Öffentlichkeit und Journalismus. Udo Michael (2000): Unterschiedliches Informationsverständnis im öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehen. 83 – 96. 39. 4. Nr.): Gesellschaftliche Selbstregelung und politische Steuerung. Emile Durkheim und Max Weber. Renate et al. Helmut (1999): Annäherungen zwischen Handlungstheorien und Systemtheorien. New York: Campus. S. Richard (1988): Theorie des Handelns. 2. Brigitta Nedelmann (1987): Eigendynamische soziale Prozesse. RTL. Udo Michael (1991): Zur Konvergenz öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehprogramme.. S. Werner A. S.. Lindenberg. Renate. Krüger. 402 – 446.. S. Jg.. 727 – 748. S. Kneer. New York: Campus. 429 – 440.. 323 . Anmerkungen zu einem analytischen Paradigma. Sarcinelli. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Jens Tenscher (2000): Vom repräsentativen zum präsentativen Parlamentarismus? Entwurf eines Arenenmodells parlamentarischer Kommunikation. Jg. Zur Notwendigkeit der Beobachtung gesellschaftlicher Interdependenz. 15 – 33. 49 Jg. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Jg. Siegwart (1990): Homo Socio-oeconomicus: The Emergence of a General Model of Man in the Social Sciences. Formen und Folgen. 648 – 668. Aufl. 2. (1988): Differenzierung und Verselbständigung: zur Entwicklung gesellschaftlicher Teilsysteme. Marie-Luise (1996): Das duale Rundfunksystem – wirtschaftstheoretisch betrachtet. Meier (Hrsg. Zum Zusammenhang von Sozialtheorie und Zeitdiagnose bei Jürgen Habermas. Knoche.. Frank (1993): Publizistik als autopoietisches System. Manfred (2001): Kapitalisierung der Medienindustrie aus politökonomischer Perspektive. 125 – 152. Nr. Sarcinelli. 36. Frankfurt am Main. 2. Nr. Zur Rekonstruktion der Beiträge von Talcott Parsons. Georg (1996): Rationalisierung. Disziplinierung und Differenzierung.

14. 238). Jg. Christian (2000): Zur politischen Ökonomie der Medien. Uwe (1995): Teilsystemevolutionen und Akteurstrategien. S. S. Wien: Universitäts-Verlag. (UTB. 421 – 434. Schimank. 35 – 50.) 2. in: Soziale Systeme.): Markt – Macht – Medien. Schimank. Differenzierung und Ökonomisierung eines Mediums. 23. 45. Nr.. (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik.. Nr. 167 – 176.. Johannes (1993): System und Akteur.. 73 – 100. Uwe (1985): Der mangelnde Akteurbezug systemtheoretischer Erklärungen gesellschaftlicher Differenzierung – Ein Diskussionsvorschlag. Band 2 – Rundfunk. Roger Blum (Hrsg. Jahrgang 3/2001 Kurt Imhof. in: Otfried Jarren (Hrsg. 4. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Stefan (2000): Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung. Teil 2: Privater Rundfunk. Die zwei Seiten struktureller Dynamiken moderner Gesellschaften. Berlin: Vistas. Heinz-Werner (1998a): Medien in Deutschland. 1. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn. Opladen: Leske + Budrich. Schimank. Nr. Nr. Schumpeter. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Gabriele (1996): Die Beziehung zwischen Medien und Ökonomie als systemtheoretisches Problem. 1993.. S. Jg. Zum Nutzen zweier soziologischer Paradigmen bei der Erklärung erfolgreichen Scheiterns. 74 – 93. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. S. Schimank. in: Otfried Jarren. Weber. November 1986 (BVerfGE 73. 40. in: Claudia Mast (Hrsg. Theis-Berglmair. Eine Untersuchung am Beispiel des dualen Rundfunksystems. Siegert. Rundfunktechnik. Zins und Konjunkturzyklus. Konstanz: UVK. S. Uwe (1988): Gesellschaftliche Teilsysteme als Akteurfiktionen. Jg. Berlin: Duncker & Humblot. Februar 1991 (BVerfGE 83. Wehmeier.M&K 49. Stuiber. Aufl. Josef (1952): Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. (Original: 1911. Uwe (1998): Code – Leistungen – Funktion: Zur Konstitution gesellschaftlicher Teilsysteme. 175 – 184. Kredit. Konstanz: UVK. 2. in: Soziale Systeme.und Kommunikationsforschung. Anmerkungen zur Rundfunkpolitik.. Band 2. Konstanz: UVK. Werner A. Uwe (2000): Theorien gesellschaftlicher Differenzierung. Jg. 49 Jg.) Siegert. Jg. Teil 1: Zum Rundfunkbegriff. Steininger. Geschichte des Rundfunks. Rundfunkprogramme. S. 5. Anna Maria (1994): Medienwandel – Modellwandel? Reflexionen über die gesellschaftliche Komponente der Massenkommunikation. 1. 324 . 1. S.): Medienwandel – Gesellschaftswandel? 10 Jahre dualer Rundfunk in Deutschland. Weyer.). 43 – 55. Eine Bilanz. Stefan (1998): Fernsehen im Wandel. Konstanz: UVK. Stuiber. Kapital. Meier (Hrsg. Konstanz: UVK. Nr. 3. 619 – 639. Finanzierung des Rundfunks. Nr. S. 1 – 22. Rundfunkrecht.): Zerfall der Öffentlichkeit? Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Publizistik zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und ökonomischen Zielen. Schimank. 1886.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 4. 6. 118) Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. Aufl. in: Zeitschrift für Soziologie. Formen und Folgen. Heinz-Werner (1998b): Medien in Deutschland. S. Organisation des Rundfunks.. Bd. 1. Gabriele (2001): Ökonomisierung der Medien aus systemtheoretischer Perspektive.

com) ist momentan vom Provider gesperrt.“ (Storrer. Der Aufsatz berichtet die wichtigsten Befunde. as you so desire. Log-File-Analysen. die Adresse zur Homepage. Freilich sind Internet-Nutzer und Visitenkarten-Besitzer sowohl global als auch national privilegierte Minderheiten – doch der Trend zur Veralltäglichung persönlicher Homepages ist unverkennbar. I am not 325 . • Die Homepage von Jeremy Bamber (www. der vor Gericht immer seine Unschuld beteuert hatte. mehrfacher Mörder aus dem Gefängnis heraus eine eigene Website betreiben kann“ (Birmingham Evening Mail. Doch Opferschutz-Vereinigungen protestierten – nicht nur gegen Inhalt und Aufmachung der Site (sie enthielt u. wollte sich mit seiner Online-Darstellung des Falles an die breite Öffentlichkeit wenden und seinen Bemühungen um ein Revisionsverfahren Nachdruck verleihen. und zeigt Perspektiven für die zukünftige kommunikationswissenschaftliche Homepage-Forschung auf. So feel free to watch. It is more than a bit fascinating to me as an experiment. eine unzensierte Nonstop-Live-Übertragung von Videobildern aus ihrem Haus in Kalifornien. die Gedichte. Klassifikation und Rezeption persönlicher Homepages liegen rund dreißig empirische Studien vor. „Auf der Visitenkarte des postmodernen Menschen darf sie eigentlich schon fast nicht mehr fehlen. wo sie heute mit sechs Katzen. sondern in unterschiedlicher Weise auch einen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation leisten können.und Gruppenkommunikation dienen. Es wird argumentiert. seiner Schwester und seinen beiden Neffen. Zur Produktion. Anschließend wird die teilweise schwer zugängliche Literatur zu persönlichen Homepages referiert. das passt zu mir“. habe der 57-jährige Wolfgang Thierse die von einer Agentur für ihn entwickelte Webpräsenz (www. März 2001). • „Thierse Online – Der Bundestagspräsident hat jetzt eine eigene Homepage“ berichtete die Berliner Zeitung im April 2001. die durch Inhaltsanalysen. Bamber. zur Heimstätte der virtuellen Existenz im Internet. or not. einen Werbebanner mit dem Teaser „Click here to shoot your boss“). dass es sich bei der persönlichen Homepage um Identitätskonstruktion und Selbstdarstellung per computervermittelter Kommunikation handelt.wolfgang-thierse. • 1996 startete die damals 20-jährige Studentin Jennifer Ringley eine persönliche Homepage. Der Aufsatz beschäftigt sich zunächst mit der Abgrenzung und Definition dieser personalisierten Form des Online-Publizierens und diskutiert seine kommunikationswissenschaftliche Relevanz.BERICHTE Persönliche Homepages im WWW Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand Nicola Döring Persönliche Homepages sind Webangebote. Die vorliegenden theoretischen Beiträge konzentrieren sich darauf. die von einzelnen Personen betrieben werden.de) kommentiert. einem Hund und ihrem Freund Dex lebt: „I keep JenniCam alive not because I want to be watched. even (especially?) after five years. ein Online-Tagebuch und die legendäre JenniCam enthält.a. dass überhaupt „ein verurteilter. sondern auch dagegen. dass persönliche Homepages nicht nur der Individual. but because I simply don’t mind being watched. Der 39-jährige Engländer war vor 15 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden für die Morde an seiner Mutter. mündliche und schriftliche Befragungen sowie Experimente gewonnen wurden. „Die Homepage ist nicht zu peppig.jeremybamber. 1999: 2).

1997. 1999).M&K 49. Der vorliegende Aufsatz definiert zunächst das Forschungsobjekt persönliche Homepage und diskutiert seine kommunikationswissenschaftliche Relevanz (Kapitel 1). 1997. Auch die Platzierung bzw. In einschlägigen. 1998. Gräf & Krajewski. 1999: 31ff. Der Besitzstatus ist bei persönlichen Homepages fast durchgehend an personalisierten Seitentiteln und Überschriften abzulesen (z. Sie ist leidenschaftlicher Theater-Fan und als Sekretärin bei der Steiermärkischen Landesregierung tätig. 1997. „Danielas Heimatseite“. die von einzelnen Personen eigenverantwortlich betrieben werden (vgl. Neverla. LogFile-Analysen. Merkmale und Konsequenzen dieser neuen Publikationspraxis. 1998. Jones. eine Familie. Die wichtigsten Befunde.. 1998. wobei man durch eine kostenpflichtige Mitgliedschaft Bilder im Minutentakt erhält. 1998. „Olli’s World“. B. während die kostenlose Übertragung alle 15 Minuten eine neue Aufnahme liefert. Eisenhardt“. „Homepage von Christoph G. Die Homepage der 34Jährigen bietet eine Mischung aus Informationstexten und Erfahrungsberichten zu diversen Themen und Details aus dem Alltag blinder Menschen (http://members. Die vier Beispiele verdeutlichen.at/praissakis/). 285ff. Schlobinski & Siever.” (www. die durch Inhaltsanalysen. Beck & Vowe. mündliche und schriftliche Befragungen sowie Experimente gewonnen wurden.) – nicht behandelt. Anschließend wird die teilweise schwer zugängliche Literatur zu persönlichen Homesites referiert. „Renates Homepage“. I am here simply to be me. Perspektiven für die zukünftige kommunikationswissenschaftliche Homepage-Forschung werden im Ausblick aufgezeigt (Kapitel 4). • Petra Raissakis aus Graz kam drei Monate zu früh auf die Welt und wurde durch eine Augenschädigung im Brutkasten blind. Thimm. oder Geschwisterpaar. präsentiert Kapitel 3. 1999: 85. 2000) werden persönliche Homepages – abgesehen von wenigen Ausnahmen (z. Döring. „Steppo’s kleine Homepage“. Wenn statt einer einzelnen Person ein Freundes-. im weitesten Sinne sozialwissenschaftlichen Sammelbänden und Monografien zum Internet (z. „My Homepage“. wie Ringley seit Jahren netzöffentlich „einfach sie selbst ist“. Clique. „Christina’s Corner“. Die persönliche Homepage Wie ist die persönliche Homepage von anderen Web-Angeboten abzugrenzen? Welche Relevanz besitzt sie als Gegenstand in der Kommunikationswissenschaft? Welchen Beitrag leistet sie zur öffentlichen Kommunikation? 1. Verlinkung eines Webangebotes in einem dezidierten Verzeichnis 326 . Trotzdem ist bislang wenig systematisches Wissen gesammelt worden über die Determinanten. Dominick. aber auch rund dreißig empirische Arbeiten.1 Definition der persönlichen Homepage Persönliche Homepages (personal homepages) sind Web-Angebote. aon. so handelt es sich um die Sonderform der kollektiven persönlichen Homepage. Liebes-. Sie umfasst eine Reihe theoretischer Beiträge (Kapitel 2).com). Rössler. wie vielfältig und weitreichend kommunikative und soziale Implikationen persönlicher Homepages sind. Tausende von Website-Besuchern verfolgen. „Unsere Familien-Homepage“). Gackenbach.jennicam. B. Wallace. „Sugianto’s Little Palace“. Runkehl. Dabei können Gestaltung und Programmierung selbst übernommen oder auch als Auftragsarbeit an Dritte delegiert werden. Kiesler. B. Jahrgang 3/2001 here to be loved or hated. 1997. Wohngemeinschaft oder eine andere informelle Kleingruppe für das Webangebot verantwortlich zeichnet. 1.

Döring · Persönliche Homepages

persönlicher Homepages (z. B. zu finden bei www.yahoo.com, www.lycos.com oder www.web.de) ermöglicht eine einfache Identifikation von Webangeboten als persönliche Homepages. Die hier favorisierte kommunikationswissenschaftliche Definition der persönlichen Homepage verwendet den Besitzstatus bzw. die Sender-Rolle des Individuums als zentrales Kriterium und nicht etwa bestimmte Inhalte. Was eine Person über ihre Homepage der Netzöffentlichkeit mitteilt, ist vielmehr eine empirische Frage, die durch die Homepage-Forschung zu beantworten ist. Inhaltliche Beschränkungen (z. B. auf autobiografische Informationen), die in diversen Homepage-Definitionen zu finden sind und typischerweise inhaltlich und motivational auf eine Psychologisierung hinauslaufen (z. B. bei de Saint-Georges, 1998; Walker, 2000; Wynn & Katz, 1997), werden hier als eine vorschnelle Beschneidung des Gegenstands abgelehnt (vgl. Kap. 3.2). Wir sprechen von „persönlichen“ Homepages unabhängig davon, wie privat oder intim ihre Inhalte sind. Wenn das Web-Angebot einer Person auf berufliche Aktivitäten beschränkt ist oder ein unkommentiertes Software- oder Geschichten-Archiv enthält, so handelt es sich gemäß der hier vorgeschlagenen Definition dennoch um eine persönliche (also personenbezogene) Homepage. Als Synonym für „persönliche Homepage“ (personal homepage) wird im Deutschen – seltener im Englischen – auch der Begriff „private Homepage“ (private homepage) verwendet. Storrers (1999) Definition, der gemäß die privaten Homepages „der Selbstdarstellung als Privatmensch und als Teil der ,Internet-Gemeinde‘“ dienen, während man auf der persönlichen Homepage die „berufliche Rolle im ,real life‘“ darstellt, wird hier nicht übernommen, da sie vom üblichen synonymen Sprachgebrauch beider Begriffe abweicht und zudem inhaltlich nicht trennscharf ist. Als Gegenbegriff zur „persönlichen Homepage“ wird oft die „kommerzielle Homepage“ genannt. Diese Kontrastierung ist jedoch irreführend. Zwar sind Web-Angebote kommerzieller Unternehmen durch die am Besitzstatus orientierte Definition hier ausgeschlossen. Ob und wie Individuen ihre eigenen Online-Publikationen mit finanziellen Interessen koppeln, ist jedoch wiederum eine offene empirische Frage und sollte nicht durch definitorische Einengung vorentschieden werden. Die Erfahrung, in Eigenregie gefragten Content anbieten zu können, scheint anekdotischen Berichten zufolge manche Personen erst zu einer Semi-Kommerzialisierung ihrer persönlichen Homepages anzuregen, etwa indem sie bestimmte Bereiche (z. B. Bilder-Galerien) mit Passwort-Schutz versehen und nur kostenpflichtig Zugang gewähren, wie das beispielsweise die eingangs erwähnte Jennifer Ringley tut. Die persönliche Homepage ist gerade für jene Personen von besonderer ökonomischer Relevanz, die selbständig tätig sind und somit neue Möglichkeiten des Selbst-Marketing und der Self-Promotion finden (z. B. Künstler-Homepage: www.eviniessner.de). Von persönlichen Homepages (definiert über den individuellen Besitzstatus) sind als nicht-persönliche Homepages solche Web-Angebote abzugrenzen, die von Organisationen, Institutionen oder formellen Gruppen betrieben werden (z. B. Homepage der Firma Nivea, Homepage des deutschen Bundestages, Homepage der Umweltschutzgruppe Greenpeace) und somit nicht das Individuum als Sender agieren lassen. Ein Grenzfall zwischen organisationseigenen und persönlichen Homepages sind Webseiten, die Mitglieder innerhalb von Organisationen vorstellen: Hier gibt es nicht selten im Sinne der Corporate Identity normative Vorgaben zur inhaltlichen und formalen Gestaltung, die den Entscheidungsspielraum der dargestellten Personen hinsichtlich ihrer individuellen Selbstpräsentation einschränken. Abgesehen von diesen im Sonderfall auftretenden sozialen Einschränkungen unter-

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M&K 49. Jahrgang 3/2001

liegt jedes Homepage-Projekt technischen Restriktionen, die sich etwa aus den Vorgaben des Webspace-Anbieters (z. B. Speicherplatz-Beschränkung) und des verwendeten Web-Editors (z. B. voreingestellte Farbauswahl) ergeben und nur bei entsprechendem finanziellen Einsatz und fortgeschrittener Webkompetenz zu umgehen sind (vgl. Berker, 1999). Alle genannten Typen von Homepages sind jedoch auf technischer und textwissenschaftlicher Ebene gleichermaßen als elektronische Hypertexte zu kennzeichnen (Storrer, 2000). Obwohl von der persönlichen Home-„Page“ die Rede ist, meint man nicht nur die Startseite eines Webangebots, sondern die gesamte Web-„Site“, also alle inhaltlich zusammengehörigen Web-Seiten, die eine Person(engruppe) als ihre persönliche Homepage anbietet. Der korrekte Begriff „Homesite“ hat sich jedoch in der Homepage-Forschung nicht durchgesetzt und wird deswegen auch in dem hier vorliegenden Überblicksaufsatz nicht verwendet. Zudem ist zu beachten, dass „HomeSite“ bereits als Name eines bekannten Web-Editors aus dem Hause Macromedia & Allaire eingeführt ist und sich somit als Suchbegriff für inhaltliche Recherchen zum Thema „persönliche Homepage“ nicht eignet. 1.2 Kommunikationswissenschaftliche Relevanz der persönlichen Homepage Eine Kommunikationswissenschaft, die in Anlehnung an die anglo-amerikanische Tradition einen weitgefassten Medien- und Kommunikationsbegriff favorisiert, der mediatisierte und nicht-mediatisierte Individual- und Gruppenkommunikation einschließt, hat keine Probleme, die persönliche Homepage als relevanten Forschungsgegenstand anzuerkennen. Denn als spezifische, in nennenswertem Umfang verbreitete (siehe Kap. 3.1.1) Variante der intra- und interpersonalen sowie intra- und intergruppalen OnlineKommunikation wäre sie per se untersuchenswert. Schließlich wissen wir noch immer zu wenig darüber, wie und mit welchen Konsequenzen sich Menschen das Internet und seine verschiedenen Kommunikationsdienste praktisch aneignen. Eine Untersuchung dieser Aneignungsprozesse, die am individuellen Verhalten und Erleben ansetzt, wird sich vor allem an sozial- und medienpsychologischen Theorien und Konzepten orientieren (vgl. Kap. 2). Eine Kommunikationswissenschaft, die den im deutschsprachigen Raum dominierenden publizistischen Medien- und Kommunikationsbegriff favorisiert, wird die persönliche Homepage dagegen auf den ersten Blick eher als randständig – wenn nicht gar irrelevant – einordnen: Nicht von Institutionen und Unternehmen, sondern von Individuen produziert, nicht von einem Massenpublikum, sondern oft nur von einzelnen Interessenten(gruppen) rezipiert, leistet die persönliche Homepage allenfalls einen marginalen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation, mag man einwenden. Diese Einschätzung ist jedoch diskussionswürdig, wobei nicht nur empirische Argumente (z. B. tatsächliche Reichweite persönlicher Homepages), sondern auch theoretische und konzeptuelle Überlegungen (z. B. Verständnis von öffentlicher Kommunikation) ins Feld zu führen sind. Der vorliegende Aufsatz plädiert für eine Betrachtung persönlicher Homepages gerade auch innerhalb der am publizistischen Medienbegriff orientierten Kommunikationswissenschaft. 1.3 Persönliche Homepages und öffentliche Kommunikation Der Stellenwert der persönlichen Homepage im Bereich der öffentlichen Kommunikation ist bislang kaum explizit diskutiert worden. Die fehlende Auseinandersetzung mit

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Döring · Persönliche Homepages

dem Thema könnte als Indiz dafür gewertet werden, dass viele Kommunikationswissenschaftler/innen persönliche Homepages tatsächlich für einen irrelevanten Gegenstandsbereich halten. Die zurückhaltende Thematisierung könnte jedoch auch der Tatsache geschuldet sein, dass sich die Homepage-Forschung erst etabliert und viele ihrer Beiträge durch sehr verstreute Publikationsorte und geringe wechselseitige Zitierung schwer zugänglich sind. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, den Forschungsstand zu persönlichen Homepages breiteren Kreisen innerhalb der Kommunikationswissenschaft bekannt zu machen, um damit einen dezidiert kommunikationswissenschaftlichen Diskurs zu persönlichen Homepages anzustoßen. Drei Thesen zur Bedeutung der persönlichen Homepage für die öffentliche Kommunikation könnten diesen zukünftigen Diskurs strukturieren. Sie werden im Folgenden anhand diverser Beispiele erläutert. These 1: Persönliche Homepages sind Medien der Massenkommunikation. Im Sinne einer publizistischen Egalisierung bietet das Internet die Möglichkeit, dass auch Einzelpersonen durch den Erwerb entsprechender Medienkompetenz bzw. die Inanspruchnahme einschlägiger Dienstleister zu vergleichsweise geringen Kosten professionelle Online-Publikationen erstellen und damit potenziell Massenpublika erreichen, was vormals nur institutionalisierten Medienanbietern möglich war. Zuweilen treten persönliche Homepages in ein Konkurrenz- oder Ergänzungsverhältnis zu herkömmlichen Massenmedien. Eine Vorreiterrolle nehmen hier Personen des öffentlichen Lebens ein, die via Homepage ihre ohnehin bereits etablierte mediale Präsenz direkt mitgestalten wollen. Prominente Beispiele sind etwa der Autor Stephen King, der in dem Bestreben, sich von Verlegern zu emanzipieren, den Fortsetzungs-Roman „The Plant“ von 2000 bis 2001 via Download über seine persönliche Homepage vertrieb und jede Woche mehrere Tausend Leserinnen und Leser fand (www.stephenking.com) oder die Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, die auf den Vorwurf, ihre 1975 an der Universität Bremen eingereichte Dissertationsschrift sei nie publiziert worden, unmittelbar reagierte, indem sie das Dokument Ende 2000 auf ihre persönliche Homepage stellte (www. daeubler-gmelin.de). Mit Hilfe einer persönlichen Homepage wurde Anfang 2001 in der Joschka-FischerAffäre Mediengeschichte geschrieben (Welzel, 2001): „Bettina Röhl hat auf altem Photomaterial einen Polizisten-prügelnden Außenminister in spe erkannt und diese Nachricht an den Stern verkauft. Da man dort jedoch Bedenken hatte, als erstes Medium mit der Enthüllung der Fischerschen Vergangenheit aufzumachen, erschien nur ein 30-Zeiler im Stern. Eine Meldung, die es in sich hatte, denn sie nannte die Homepage-Adresse von Röhl und diese Homepage (www.bettinaroehl.de) wiederum zeigte die eigentlich altbekannten Photos, auf denen Fischer neu entlarvt worden war. Ein neuer Köpfe-Skandal war da, lanciert im Netz, und Röhls Homepage fand mit täglich 4000 Zugriffen, so ihre Aussage gegenüber politik-digital, regen Zulauf.“ Persönliche Homepages, die von Prominenten stammen, die brisante Inhalte anbieten, über die in den Massenmedien berichtet wird oder die aus anderen Gründen ein disperses Publikum anziehen, können unter Verbreitungsperspektive den Medien der Massenkommunikation zugerechnet werden, obwohl die Anbieter (bei unterschiedlichem Professionalisierungsgrad) als Individuen keine organisierten medialen Akteure sind.

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Computerspiele-Fans oder von Depression Betroffene. Gruftie sowie Techno.). so dass wissenschaftliche Printmedien häufig nur noch mit zeitlicher Verzögerung das nachbereiten. Community Organizer interessieren sich dafür. Events). B. Publikums. können sich online in eine Liste eintragen und ersetzen ihre Startseite für 24 Stunden durch einen einheitlichen Banner. die darauf hinauslaufen. die sich beteiligen wollen. initiieren und vorstrukturieren können.at/demo/) ist neben der netzöffentlichen Wirkung oft auch eine Resonanz in den Offline-Massenmedien angestrebt. Richard (2000) beschreibt. Im Zuge der gesellschaftlichen Individualisierung und der Pluralisierung der Lebensmodelle werden Gruppenöffentlichkeiten als Teilöffentlichkeiten wichtiger.com) und im Sinne von Crossmedia-Strategien zusätzliche Kommunikationswege integrieren (z. um damit bestimmte Zielgruppen anzuziehen. weil sie spezifische Identifikations.und Orientierungsfunktionen erfüllen. sich untereinander nach Maßgabe thematischer Ähnlichkeit zu Webrings zusammenschließen (z. B. bietet durch ihren öffentlichen Charakter trotz Differenzierung neue Chancen gesellschaftlicher Integration: Gruppenspezifische Diskurse.bzw. a. die den Mainstream-Medien fehlen. Chat-Rooms. Zeitschriften. Fangemeinschaften oder Scientific Communities) werden im Netz breiteren Kreisen zugänglich. B.popo. Im Bereich der Internet-Forschung finden die entscheidenden Diskussionen mittlerweile netzöffentlich statt über entsprechende Homepage-Publikationen und Online-Foren.und House-Szene u. Legt man zugrunde. können Interessierte und Außenstehende (sofern sie online sind) das Kommunikationsgeschehen unbemerkt beobachten und sich bei Bedarf auch selbst beteiligen. man kann sich jeweils an den Quellen informieren und selbst partizipieren. soziale Gruppen mit reger Binnenkommunikation geschaffen. wie sie öffentliche Gruppenkommunikation. 1999: 369ff. die oft als Ursache von „Tribalisierung“ und Zersplitterung von Öffentlichkeit kritisiert wird. B. www. Februar 2001. Jahrgang 3/2001 These 2: Persönliche Homepages sind Medien der öffentlichen Gruppenkommunikation. Indem persönliche Homepages explizit bestimmte Zielgruppen adressieren. Das Vorgehen bei einer Netzdemonstration ist einfach: Websites.org/br/) oder an einem bestimmten Tag den Content ihrer Site sperren (z. dass in den hochtechnisierten Ländern die Internet-Adoptionsrate die 50%-Schwelle teilweise bereits überschritten hat. B. die sonst selbstorganisiert entsteht. wie sich die Position von Mädchen und Frauen in den Jugendkulturen Punk. qualitativ hochwertigen persönlichen Homepages ihrer Peer Communities stärker beeinflusst als von nicht-persönlichen Webangeboten oder Offline-Medien. werden womöglich von den zahlreichen.eff. cyberchicks. Bei politischen Kampagnen und Demonstrationen. Da ein Großteil dieser intragruppalen Kommunikation netzöffentlich verläuft.M&K 49. Döring. www. Internet-Demonstration gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ am 2. die sonst in nicht-öffentlichen oder schwer zugänglichen Räumen stattfinden (z. „Free Speech Online. auch wenn sie nur teilweise im Zuge intermedialen Agenda-Settings von den Massenmedien aufgegriffen werden. www. Gerade die Gruppenkommunikation im Netz. Blue Ribbon Campaign«. durch selbstbestimmte Webpräsenzen verändert und teilweise auch neue Stilbildungen hervorgebracht hat (z. konstituieren sich teilweise aber auch erst im Netz (vgl. die sich online informieren. Kundenbindung zu er- 330 . so kann Online-Diskursen eine öffentliche Wirkung zugeschrieben werden. netgrrls). dass die Beteiligten ihre Homepages dauerhaft mit einem bestimmten Banner versehen (z. Treffen von Selbsthilfegruppen. Die Netzöffentlichkeiten setzen teilweise auf bereits etablierte Offline-Netzwerke auf.webring. B. Newsboards. was in der Fachöffentlichkeit durch Online-Kommunikation bereits bekannt ist. werden soziale Netzwerke bzw.

diary. öffentlichen Gruppenkommunikation aufgrund zu geringer direkter Rezipientenbeteiligung in Frage stellt. B. www. Je besser die kommunikativen Funktionen von persönlichen Homepages bekannt sind. Dies betrifft das Beschaffen von Ideen und Informationen sowie das Auffinden und Ansprechen von Interview-Partnern oder sonstigen Kontaktpersonen. wenn auch kaum systematisch untersuchten Einfluss auf die Massenmedien haben persönliche Homepages im Kontext journalistischer Online-Recherchen.de). Als Community Organizer betätigen sich sowohl herkömmliche Medienunternehmen mit ihren Online-Präsenzen (z. mag jedoch abgesehen von den kommerziellen Implikationen auch rezeptionstheoretisch interessante (und möglicherweise sogar wünschenswerte) Folgen haben. B. 2001a). bleiben indirekte Effekte zu berücksichtigen. um damit weiteren Wareneinkauf anzuregen. Vielleicht hatten die Medienproduzenten unter anderem nicht richtig erkannt. das Genre „persönliche Homepage“ als Format zu übernehmen: Die Diary Entertainment GmbH produziert seit 1999 eine Diary-Soap (www. These 3: Persönliche Homepages sind Medien der Individual. Die vom ZDF produzierte Web-Soap Etage Zwo drehte sich um fünf fiktionale Start-up-Unternehmer/innen.und Fachöffentlichkeiten (mit)konstituieren.und Gruppenkommunikation und dienen den Massenmedien als Ressourcen. B. 2001b). die über Medienproduzenten vermittelt werden.de) nach dem Vorbild der auf persönlichen Homepages publizierten Online-Tagebücher (Döring. Einen möglicherweise sehr großen. ein persönliches Profil oder eine persönliche Homepage einzurichten.com) seine Kundschaft durch Leserrezensionen.amazon. Bemerkenswert sind beispielsweise Versuche von Medienunternehmen und Medieninstitutionen. auf die man ohne ihre persönliche Online-Präsenz nie aufmerksam geworden wäre. Selbst wenn man den direkten Beitrag persönlicher Homepages zur Massenkommunikation bzw. Online-Foren und persönliche Profile in eine Kommunikationsgemeinschaft zu überführen.Döring · Persönliche Homepages höhen und zielgerichtete Werbemaßnahmen zu realisieren (Döring. 331 . So versucht der OnlineBuchshop Amazon (www.de) als auch neue Akteure (z. produktzentrierten) teilöffentlichen Kommunikationsprozessen eingesetzt. was den Reiz authentischer persönlicher Homepages ausmacht und wie man dieses Format ansprechend umsetzt. sind in dreierlei Weise für die Auseinandersetzung mit öffentlicher Kommunikation von Belang: Sie können relevante Teil.sat1. wobei gecastete Diaristen gegen Honorar netzöffentlich über ihr „reales Leben“ schreiben. Persönliche Homepages. Im Rahmen des Community-Building werden den potenziellen Mitgliedern typischerweise Möglichkeiten eingeräumt. die wöchentlich in dreiminütigen Video-Clips zu sehen waren sowie fortlaufend über ihre persönlichen Homepages und sonstigen Online-Aktivitäten präsentiert wurden. www. die im Kontext netzöffentlicher Gruppenkommunikation publiziert und rezipiert werden. dass aktive Teilöffentlichkeiten entstehen.metropolis. Die solitäre Buchrezeption in öffentliche Kommunikationskontexte einzubetten. Die im November 2000 ehrgeizig gestartete Web-Soap wurde wie ihr RTL-Pendant Zwischen den Stunden jedoch nach wenigen Monaten wieder eingestellt. sie können zum intermedialen Agenda-Setting beitragen und sie werden im Rahmen des Community Building zur Vorstrukturierung von spezifischen (z. umso eher können entsprechende Vorgaben dahingehend optimiert werden.

Der Homepage-Bau fordert zum systematischen Beantworten der identitätskritischen „Wer bin ich?“-Frage auf und unterstützt die Internalisierung der jeweiligen Antworten. wobei die einzelnen Selbst-Aspekte dann die Stimmen in einem inneren Dialog darstellen (Hermans & Kempen. Wynn & Katz. 4). 2000. Pennebaker. aufgreifen sollte. Döring.M&K 49. Lillie. „Identität“ ist demnach der engere. sie wird durch Updates regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht und vereint in ihrer Hypertext-Struktur durch interne und externe Links mühelos diverse disparate und diachrone Selbst-Aspekte und Teil-Identitäten (Chandler.). wird postmoderne Identität als Patchwork (Keupp. die in alltäglicher Identitätsarbeit (Keupp & Höfer. Miller & Mather.1 Identitäts-Theorien Während der traditionelle Identitäts-Begriff von der Konstanz und Einheitlichkeit der Identität ausgeht. 1998: o. die sich im WWW selbstbestimmt definieren und mit anderen Selbst-Aspekten verknüpfen lassen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf unsere marginalisierten Teil-Identitäten. this can facilitate a sense of dialogue with oneself“ (Chandler & Roberts-Young. sei es für eine begrenzte Lebensphase (z. dass es sich bei der persönlichen Homepage um Identitätskonstruktion und Selbstdarstellung per computervermittelter Kommunikation handelt. 1995: 259. Diese Aufgaben obliegen der zukünftigen kommunikationswissenschaftlichen Homepage-Forschung (vgl. B. Die Theoriebildung in der sozialwissenschaftlichen Homepage-Forschung kreist bislang darum. 1997) oder Pastiche (Gergen. „multiples Selbst“. 1991: 150) von unabhängigen und teilweise auch widersprüchlichen Teil-Identitäten verstanden. was das Gefühl von Selbstintegration und Selbstwirksamkeit fördern kann (Hevern.). Wynn & Katz. 1999: 255ff. „Selbst“ der weitere Begriff (Greve. Den Konzepten „Patchwork-Identität“. 2. Das multiple Selbst wird auch als dialogisches Selbst theoretisch modelliert. Veränderung und Vielfältigkeit. die sich aus diversen Selbst-Aspekten zusammensetzt (Hannover. 1997). 1998. Als Medium des Selbstausdrucks und der Selbstkonstruktion stellt die Homepage dementsprechend eine wichtige und potenziell heilsame (vgl. 1997). „dynamisches Selbst“ und „dialogisches Selbst“ gemeinsam ist der Fokus auf Konstruiertheit. S. die freilich vorliegende theoretische Beiträge kennen und ggf. 1998. 1998. 332 . sind mit Teil-Identitäten nur die besonders relevanten Selbst-Aspekte gemeint (vgl. 1996). Turkle. sondern als dynamische und multiple Struktur verstanden. Eben diese Aspekte finden sich in persönlichen Homepages wieder: Die Homepage ist naturgemäß immer „under construction“. Kein anderes Medium scheint so passungsgenau wie die persönliche Homepage die heutigen Anforderungen an Identitätsarbeit zu erfüllen: „Where webpages are experienced as being emotionally close to their authors as well as physically detached from them. 1993). Analog wird auch das Selbst heute nicht mehr als homogenes und statisches Gebilde. Kap. ein bestimmtes kommunikationswissenschaftliches Homepage-Modell vorzuschlagen oder die im letzten Abschnitt entwickelten kommunikationswissenschaftlichen Thesen zur Bedeutung von persönlichen Homepages für die öffentliche Kommunikation theoretisch zu elaborieren und zu prüfen. Theorien zur persönlichen Homepage Es ist ausdrücklich nicht das Ziel dieser Literaturübersicht. Jahrgang 3/2001 2. Während die Selbst-Aspekte zusammengenommen sämtliche auf die eigene Person bezogenen Inhalte und die auf ihnen operierenden Prozesse umfassen. 1997) Variante unserer intrapersonalen Kommunikation dar. 1997) immer wieder neu zu konstruieren und aufeinander zu beziehen sind. 2000).

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Studium, Schwangerschaft, Coming-Out, Bewältigung eines Traumas) oder für einen offenen Zeithorizont: „Die persönliche Homepage im Web ist […] die rund um die Uhr von überall her erreichbare Basisstation unserer Aktivitäten. Gut geplant und regelmäßig gepflegt repräsentiert sie unseren jeweils aktuellen Status als komplexes Individuum mit vielfältigen Beziehungen und Interessen. Sie unterstützt unsere Wünsche und Pläne für die Zukunft“ (Klinger, 2001). 2.2 Selbstdarstellungs-Theorien Da die persönliche Homepage im WWW veröffentlicht wird und potenziell ein großes und heterogenes Publikum erreicht, ist sie auch ein wichtiges interpersonales Medium der Eindrucksregulation (impression management) und Selbstdarstellung (self presentation). Wann immer andere Menschen unser Verhalten direkt beobachten oder davon Kenntnis erhalten können, achten wir darauf, welchen Eindruck wir hinterlassen (Leary, 1996; Mummendey, 1995). Aus Sicht des Impression Management sind nur Situationen „privat“, in denen wir allein und unbeobachtet sind. Alle anderen Situationen sind „öffentlich“, wobei je nach konkretem Adressatenkreis unterschiedliche Öffentlichkeiten zu unterscheiden sind. Wir bemühen uns in unserem öffentlichen Alltag generell um situationsadäquates Verhalten: Um nützliche Eindrücke zu erzeugen und schädliche zu vermeiden, setzen wir bestimmte assertive und defensive Techniken der Eindruckssteuerung ein. Dies können etwa Selbstlob oder Entschuldigungen sein, die man nebenbei im Gespräch äußert. In bestimmten Situationen tritt die Eindrucksregulation als explizite Selbstdarstellung ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dies ist etwa in Bewerbungssituationen, beim Blind Date oder beim biografischen Interview der Fall sowie in der medialen Kommunikation, die diesen Face-to-Face-Begegnungen vorausgeht oder nachfolgt (z. B. Bewerbungsunterlagen, Kontaktanzeige). Die Selbstdarstellungsforschung, die entscheidend von dem Soziologen Erving Goffman (1959) und seiner Metapher des „Theaterspielens im Alltag“ geprägt wurde, betont ausdrücklich die prosozialen Aspekte der Eindruckssteuerung und distanziert sich damit von dem negativ konnotierten Alltagsverständnis der Eindruckssteuerung als unfairer Manipulation und der Selbstdarstellung als egozentristischer Angeberei. Nach Jones (1990) sind vor allem fünf Selbstdarstellungs-Strategien zu unterscheiden: 1. ingratiation (sympathisch wirken), 2. intimidation (überlegen wirken), 3. self-promotion (kompetent wirken), 4. exemplification (moralisch vorbildlich wirken) und 5. supplication (hilfsbedürftig wirken). Für eine elaborierte Selbstdarstellung ist die persönliche Homepage gut geeignet (Chandler, 1998; Karlsson, 1998; Miller, 1995; Wynn & Katz, 1997): Man kann sich umfänglich und ungestört über sich selbst äußern, dabei auf diverse Modalitäten und Codes zurückgreifen, unterliegt in der Veröffentlichung keiner redaktionellen Kontrolle und erreicht mit vergleichsweise geringem Aufwand sowohl disperse als auch sehr kleine und spezialisierte Publika. Bisher war es wenigen ausgewählten Menschen vorbehalten, sich vor einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen; heute stehen große Bühnen der Selbstdarstellung prinzipiell allen webkompetenten Menschen offen. Dabei kann es darum gehen, bestimmten Publika einen Eindruck von der eigenen Person und personalen Identität zu vermitteln (z. B. potenziellen Arbeitgebern, Chat-Freunden, Fachkollegen), um damit Kontaktchancen und Vernetzung zu verbessern (Erickson, 1996). Es kann aber auch Aufklärungsarbeit intendiert sein für eine bestimmte kollektive Identität bzw. soziale Gruppe, zu der man gehört und deren Bild in der Öffentlichkeit man beeinflussen möchte (Hevern, 2000). Während das Eindrucksmanagement

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bei der zeitgleichen Kommunikation (Face-to-Face, Telefon, Chat) flexibel und nuanciert auf Adressatenreaktionen eingehen kann, sind Webautoren mit einem chronischen Informationsmangel konfrontiert, sowohl was die Zusammensetzung ihres Publikums als auch deren Erwartungen und Bewertungen betrifft. 2.3 Theorien der computervermittelten Kommunikation Bei der computervermittelten interpersonalen Kommunikation (CvK) tauschen räumlich getrennte Personen zeitversetzt oder zeitgleich digitale Botschaften (Texte, Bilder usw.) aus. Bislang ist die computervermittelte Kommunikation in der Praxis noch sehr textlastig, so dass sich CvK-Theorien auf die sozialen Konsequenzen einer digitalen Textkommunikation konzentrieren. Aus der Vielzahl der theoretischen Modelle, die jeweils einzelne Aspekte der computervermittelten Kommunikation in den Mittelpunkt stellen (siehe zum Überblick Döring, 1999: 209ff.), lassen sich zwei Kontroversen herauskristallisieren, die für persönliche Homepages besonders relevant sind: Zum einen die Frage nach der Vollständigkeit oder Unvollständigkeit und zum anderen die Frage nach der Authentizität oder Inauthentizität netzbasierter Selbstaussagen. Das technikdeterministische Kanalreduktions-Modell geht davon aus, dass die webbasierte Selbstdarstellung letztlich immer als defizitär wahrgenommen wird und allenfalls blasse und unvollständige Personeneindrücke vermittelt. Gemäß dem nutzerzentrierten Modell der sozialen Informationsverarbeitung (Walther, 1992) könnte eine elaborierte Website jedoch im Informationsgehalt mit einer persönlichen Begegnung mithalten. Denn das Modell der sozialen Informationsverarbeitung geht davon aus, dass Kommunikationspartner medienbedingte Informationsmängel erkennen und im Zuge ihres sozialen Austauschs aktiv durch Zusatzinformationen beheben. Die Theorie der hyperpersonalen Interaktion (Walther, 1996) sagt sogar voraus, dass bei einer positiven Einstellung auf Seiten der Rezipienten die Website als besonders evokative Informationsquelle andere Arten der Informationsgewinnung über eine Person übertreffen kann. Informationslücken werden nämlich gemäß dem Modell der hyperpersonalen Interaktion bei positiver Voreinstellung im Sinne von Wunschdenken gefüllt, so dass der Personeneindruck eine besonders positive Tönung erhält. Es werden im Einzelfall sogar Verliebtheitsgefühle als Folge der Homepage-Rezeption berichtet (vgl. Döring, 2000c). Prozesse der Eindrucksbildung beim Website-Besuch wären also mit der Eindrucksbildung bei anderen Formen der persönlichen oder mediatisierten Begegnung zu vergleichen (Sherman, End, Kraan, Cole, Martin & Klausner, 1999; Sherman, End, Kraan, Cole, Campbell, Klausner & Birchmeier, 2001). Dies gilt nicht nur für die Dimension der Informationsmenge bzw. sozialen Präsenz, sondern auch für die Authentizität. Bei der computervermittelten Kommunikation ist die Kontrolle über die Äußerungen erhöht: Wir können uns überlegter, selektiver und bei Bedarf auch anonymisierter präsentieren als in Face-to-Face-Szenarien und stehen nicht so stark unter Konfrontationsund Handlungsdruck. Dies kann einerseits zu erhöhter Selbstoffenbarung und Authentizität ermutigen (z. B. Selbst-Outing auf der eigenen Homepage), andererseits aber auch bewusste Maskerade und Täuschung begünstigen (z. B. gezielte Auslassungen oder Falschangaben). Indikatoren für den Grad der Authentizität einer Website sind subjektive Authentizitätsbewertungen der Besitzer und Besucher der Seite (Buten, 1996) sowie objektive Vergleiche mit anderen Informationsquellen über die dargestellte Person. Wo sich eine Homepage auf den Dimensionen Informationsgehalt und Authentizitätsgrad positioniert, ist dabei nicht vom Medium determiniert, sondern hängt wesentlich

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von unseren Nutzungsmotiven und Aneignungskompetenzen ab, die in den identitätsund selbstdarstellungsbezogenen Homepage-Theorien tendenziell hoch veranschlagt werden. 3. Befunde zur persönlichen Homepage Die meisten empirischen Arbeiten, die sich mit der Produktion, Klassifikation und Rezeption von persönlichen Homepages befassen, haben explorativen und deskriptiven Charakter. Hypothesenprüfende Studien auf der Basis der im vorigen Kapitel dargestellten Theorien sind bislang selten. 3.1 Produktion persönlicher Homepages Anhand der bisherigen Befundlage lassen sich sechs zentrale Fragen zur HomepageProduktion vorläufig beantworten. 3.1.1 Wer besitzt eine persönliche Homepage? Bevölkerungsumfragen zur Internetnutzung konzentrieren sich vorwiegend auf die Rezeption fremder Webangebote und vernachlässigen die Produktion eigener WWW-Seiten. So fehlen Fragen zu eigenen Web-Publikationen im GfK-Online-Monitor ebenso wie in den ARD/ZDF-Online-Studien. Die wenigen Daten, die über die Verbreitung des Homepage-Besitzes vorliegen, deuten darauf hin, dass bis heute nur eine Minderheit von maximal 10 Prozent der Vernetzten eine eigene Homepage betreibt: • Im SensoNet-Fragenspiegel (Giger, 1998) gaben von n=240 Befragungspersonen im deutschen Online-Panel 9 Prozent an, eine persönliche Homepage zu besitzen. • Doll, Petersen und Rudolf (2000) befragten Schüler/innen und Studierende aus Dresden und Halle schriftlich zu ihrer Internetnutzung. Dabei stellte sich heraus, dass in einer Stichprobe von n=440 Gymnasiasten (16–17 Jahre) 9 Prozent eine eigene Homepage eingerichtet hatten und in einer Stichprobe von n=244 Studierenden verschiedener Fachbereiche 11 Prozent (E-Mail-Mitteilung von Jörg Doll vom 4. Juli 2000). • Thomas Berker (1999) ermittelte für die Universität Frankfurt am Main anhand einer Log-File-Analyse des Web-Servers, dass von den n=11.706 eingeschriebenen Nutzer/innen des Rechenzentrums nur n=409 (3,5%) eine Homepage angelegt hatten (Stichtag 1.3.1998). • Anhand von Linklisten kontrastierte Döring (2001c) die Zahl der registrierten Homepages an verschiedenen bundesdeutschen Hochschulen mit der Zahl der Studierenden, wobei sich im Mittel eine Homepage-Prävalenz von 2,1 Prozent ergab. Unter den Homepage-Betreibern scheinen sich besonders viele Studierende zu befinden: Buten (1996) zog eine Zufallsauswahl von n=422 persönlichen Homepages im USBundesstaat Pennsylvania und kontaktierte deren Besitzer/innen per E-Mail. Von den n=121 Respondenten waren 73 Prozent Studierende. Auffällig ist zudem, dass Homepage-Besitz unter männlichen Netzaktiven verbreiteter ist als unter weiblichen: Im Sample von Buten (1996) befanden sich 14 Prozent Frauen. Zwei Jahre später stellten Miller und Mather (1998) bei einer Analyse sämtlicher im Yahoo!-Directory aufgelisteten Homepages fest, dass 75 Prozent von Männern stammten und 15 Prozent von Frauen (auf 10% der Homepages war keine eindeutige Geschlechtsreferenz zu finden). Obwohl der Anteil der Frauen unter den Studierenden bei rund 50 Prozent liegt, zeichnen sie nur

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GVU.1%) (2. B. was eher von Vernachlässigung zeugt. während nur eine kleine Minderheit von 7 Prozent oft oder sehr oft Updates machte (Albat et al.5%) (2. Darüber hinaus sind eigene Netzkompetenz (Berker.bzw.0%) (1.000 25. Jahrgang 3/2001 für 13 Prozent der auf Hochschulservern zu findenden Homepages verantwortlich (siehe Tab.075 26. 1997). 1998). Exhibitionismus-Verdachtes unterschieden sich die n=96 zufällig ausgewählten Homepage-Besitzer der Universität Hannover (96% Männer. Trotz des populären Narzissmus..495 27. Homepage-Engagement im sozialen Netzwerk sowie die Beteiligung an Chat-Communities wichtige Prädiktoren eigenen Homepage-Baus (Karlsson. Webdesign) oder Studienfächern (z.500 17.111 14. 2000). 68 Prozent der Respondenten von Buten (1996) arbeiteten mindestens einmal im Monat an ihrer Website.M&K 49. (Die anderen FPI-Skalen waren nicht Teil der Erhebung. 1998). B. „Leistungsorientierung“ und „Lebenszufriedenheit“ des Freiburger Persönlichkeits-Inventars FPI nicht signifikant von der statistischen Norm (Albat et al.700 6. Von den n=96 zufällig ausgewählten studentischen Homepage-Besitzern an der Universität Hannover arbeitete laut Selbstauskunft die Mehrheit (56%) selten oder nie an der Homepage.2 Wie intensiv werden persönliche Homepages gepflegt? 96 Prozent der n=110 von Killoran (1998) befragten Homepage-Besitzer (Angaben zur Stichprobenkonstruktion fehlen) gaben an.0%) (3.815 17. sich eine Homepage einzurichten. ihre Homepage nach der Ersterstellung bereits mindestens einmal verändert zu haben und auch weitere Veränderungen zu planen. 4% Frauen.4%) (5. dass 26 Prozent der Homepages an der Universität Frankfurt am Main laut Serverstatistik über ein ganzes Jahr hinweg völlig unverändert blieben.692 2.0%) (0. 1999. 1). Medienwissenschaft) erhöht die Wahrscheinlichkeit. „soziale Orientierung“. Stand: Mai 2000) Hochschule Studierende Homepages Studierende (% an Studierenden) 521 651 29 919 429 639 281 257 409 (1.) 3. Bundespolitik.1% 13% Die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsfeldern (z.1. 1: Homepage-Besitz bei Studierenden ausgewählter bundesdeutscher Hochschulen (Döring. Durchschnittsalter: 26 Jahre) auf den Dimensionen „Offenheit“.0%) Homepages Frauen (% an HPs) 69 65 1 176 87 41 24 33 51 (13%) (10%) (03%) (19%) (20%) (06%) (08%) (13%) (12%) HU Berlin TU Berlin HS Bremen Universität Bremen Universität Gießen Universität Hannover Universität des Saarlandes TU Dresden Universität Jena Gesamt 34. „Gehemmtheit“. Eine beträchtliche Bandbreite im tatsächlichen Homepage-Engagement 336 .6%) (1. 2001c: 223.958 20. Tab. Diesen Hinweisen auf intensive Homepage-Pflege steht der Befund von Berker (1999) gegenüber.. 1998. Angesichts der Heterogenität der Stichproben und Erhebungsinstrumente lassen sich die Befunde nicht aggregieren.0%) (2.

Während die Update-Frequenz nicht mit der Bestehensdauer der Homepage korrelierte (Buten. 1997: 334ff. Miller. 2000).. Urlaubsberichte. Gedichte. indem sie sich inhaltlich und formal aneinander orientieren. 1998. Walker. Miller & Mather. Chandler. In direkten Publikumsansprachen auf der Homepage (Döring. Döring. das sich vom engsten persönlichen Umfeld (Freunde. sind zu finden (Bates & Lu. 1997. 3. mein Auto. Erzählungen.1). In/Out-Listen. Karlsson. 2000). einander sogar teilweise direkt kopieren (Saint-Georges. 1999). Miller. Selbst-Interviews.1. Zitate. Familie) über Netzbekanntschaften. Online-Tagebücher.3 Wie werden Form und Inhalt persönlicher Homepage erzeugt? Sowohl beim Design als auch beim Content wird auf bestehende Homepages als Vorlagen und Materialressourcen zurückgegriffen: 95 Prozent der n=121 Befragungspersonen von Buten (1996) gaben an. meine elektrische Eisenbahn. 2. 2. allerdings lässt sich anekdotisch auf manchen Homepages anhand einer „Update-History“ oder „What’s New“-Rubrik nachvollziehen. 1995. Zudem werden im Bereich der Texte neben Fundstücken aus alten und neuen Medien (z. Dillon & Gushrowski. zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen Wartungshäufigkeit und Umfang der Website (Berker. Zeichnungen usw. ist aus Selbstdarstel- 337 . To-do-Listen. dass Homepage-Betreiber (zumindest auf Nachfrage) ein sehr heterogenes Publikum unterstellen. Abgesehen von solchen juristischen Implikationen ist ein Collage-artiger Produktionsprozess aus Sicht postmoderner Identitäts-Theorien durchaus als bedeutungsvolle Selbstkonstruktion zu lesen (siehe Kap. 2001c. dass 43 Prozent der Sites durch Verwendung von geschütztem Bildmaterial Copyright-Verletzungen begingen (Herbeck & Hunter. 3. Das „Patchwork“-Publikum. journalistische und künstlerische Textsorten an und weisen damit insgesamt einen hohen Grad an Identifizierbarkeit und Authentizität auf (vgl.und Kinder-Fotos. 1999).2). Hochzeits.3. Befragungen zur Art der Updates fehlen. mein Saxophon – derartiges Inventar wird durch detaillierte Beschreibungen und kommentierte Foto-Dokumentationen vorgeführt (Bates & Lu. Witze) auch Eigenproduktionen angeboten. wobei tendenziell Mitglieder des eigenen sozialen Netzwerkes oder einer bestimmten Bezugs-Gruppe wichtigere Adressaten sind als die abstrakte Netzöffentlichkeit (vgl. Kap. biografische. 1998). Kap. Diese Textbeiträge lehnen sich an tradierte bürokratische. das auf eine Homepage zugreift. Eine Inhaltsanalyse von n=400 zufällig ausgewählten persönlichen Homepages von Studierenden an vier US-amerikanischen Hochschulen ergab. welche Veränderungen wann vorgenommen wurden. 2001c: 228) spiegelt sich diese Vielfalt wieder. B.Döring · Persönliche Homepages bleibt festzuhalten. Aus textwissenschaftlicher Perspektive vollziehen die heutigen Homepage-Autorinnen und -Autoren gerade den Prozess der Konventionalisierung eines neuen Genres (vgl. Kap. 1. 1998.4 An welche Publika richten sich persönliche Homepages? Die Befragungsstudie von Buten (1996) ergab anhand von sechs (nicht ganz trennscharfen) Kategorien. 1998. mein Haustier.3). 1998. Außerdem wird nicht selten die im Wort „Homepage“ steckende Metapher des elektronischen Zuhause aufgegriffen: Mein Fahrrad.3): Sozialstatistische Angaben. tabellarischer und/oder narrativer Lebenslauf.1. 3. Zeugniskopien und Arbeitsproben. die aufgrund von Sprachbarrieren ohnehin nur bedingt adressierbar ist. Arbeitskollegen und Menschen mit ähnlichen Interessen bis zu unbekannten Zufallsgästen („browsers“) erstreckt. mein Computer. Sprüche. 1998). beim Bau ihrer persönlichen Homepage Elemente aus anderen Homepages zu übernehmen.

) propagiert. sind nicht zu vergessen (vgl.oder heterosexuell und 8 Prozent nur für Schwule und Lesben. 2000). auch wenn man einen schlechten Tag hat. „social hypertext“). Auch politische Ziele und öffentliche Aufklärung. wie der folgende Meta-Kommentar auf einer Homepage (zitiert nach Döring. Ausdrücklich „nur für Lesben“ waren 17 Prozent der Homepages vorgesehen. mit der Webpräsenz Gewinne zu erzielen. hierzu Hevern. bin ich heute wieder unkreativ!! Aber der Prof. um einen ersten Eindruck 338 . 1999. „am Leben einer Lesbe teilzuhaben“. die eigene Web-Kompetenz zu verbessern oder um das organisatorische Motiv. Kennedy. um das autodidaktische Motiv. dass die Homepage-Autorinnen jeweils ganz spezifische Zielgruppen im Blick hatten: In über der Hälfte der Fälle (57%) waren alle Interessierten unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung eingeladen. „linkage“ function). 8 Prozent nur für Frauen. humanen Vision vom WWW. Schwule. wenn Mitschüler oder Lehrer ihre Homepages entdeckten.2).1. Hefele hat ja gesagt. wobei sich anhand der Publikumsansprachen zeigte. die etwa auf schlichte Aufgabenerfüllung hinauslaufen. dass sich im Homepage-Bau die Motivation zu positiver SelbstKonstruktion (Self S-Motive) ebenso artikuliert wie die Motivation zur Kontaktaufnahme mit anderen (Other O-Motive). ebenfalls in Rechnung zu stellen (Befring. Groth (1998. „socio-textual networks“) hervorgehoben und entspricht letztlich jener nicht-kommerziellen.und intergruppalen Kommunikation. Die interpersonale Ausrichtung von Homepages wird auch von Dominick (1999: 655. die der Web-Erfinder Tim Berners-Lee (2000: 226ff.und interpersonalen sowie intra. ich gebe es ja zu. wie eine Autorin es mit aufklärerischem und publizistischem Impetus formulierte. dass sie sich teilweise schämten. die sie eigentlich für Chat-Freunde entworfen hatten. Freiheit von Fremddefinition) und soziale Projekte (Motiv Zugehörigkeit. weil ich nicht weiß. wie sie beispielsweise in ganz unterschiedlichem Zusammenhang von dem eingangs erwähnten Jeremy Bamber sowie von Petra Raissakis anstrebt werden.5 Aus welchen Gründen werden persönliche Homepages erstellt? Hevern (2000) betont auf der Basis von n=20 Interviews mit schwulen und behinderten Homepage-Besitzern. Nicht selten geht es auch um das ökonomische Motiv. durch die Link-Sammlung auf der Homepage schneller auf bestimmte Webseiten zugreifen zu können (Buten. 2001c: 229) eindrücklich illustriert: „Naja. Der Hauptgrund für das Betreiben einer persönlichen Homepage ist aber nicht nur die Förderung der intra.und Transsexuelle angesprochen. 1996). Freiheit zur Kontaktaufnahme). wenn ich nicht müsste. 2000. Jahrgang 3/2001 lungs-Perpektive besonders schwer zu handhaben und weicht von Face-to-Face-Kontexten ab. „social association“. was ich schreiben soll!!! Gott. Haase (1999) analysierte n=48 Homepages lesbischer Frauen.M&K 49. In 2 Prozent der Fälle wurden ausdrücklich Lesben. So berichteten etwa die von Chandler und Roberts-Young (1998) interviewten n=25 walisischen Jugendlichen. egal ob homo. Nur bei 8 Prozent der Seiten wurde keine Zielgruppe spezifiziert. würde ich nie auf die Idee kommen eine Homepage zu machen …ich habe auch gar keine Lust dazu … schon deshalb nicht. 2000. muss ein Landschaftsarchitekt kreativ sein können …aber das hilft mir im Moment auch nicht weiter! Nun gut. in denen wir es mit kleineren und segregierteren Publika zu tun haben (siehe Kap. Ebenso kennzeichnet Killoran (1999) persönliche Homepages anhand einer Inhaltsanalyse gleichermaßen als personale Projekte (Motiv Selbstkonstruktion. Erickson (1996. Bi. Schließlich sind extrinsische Motive. 1997). 2. „knowledge net“) und Karlsson (1998. 3.

) zeigt sich auf persönlichen Homepages eine große Bereitschaft. wird jedoch kontrovers diskutiert (vgl. sondern auch ein selbstbestimmter Beitrag zur Identitätskonstruktion sein kann (vgl. könnt ihr ja mal mein wunderhübsches Bildchen betrachten. Döring. wie sich subversive Gender-Konstruktionen qualitativ erschließen lassen. dazu auch Stern. so deuten die Inhaltsanalysen von Befring (1997). Hier sollten jedoch auf der Basis explorativer Studien nicht vorschnell affirmative Aussagen getroffen werden. Macht und Autonomie. Die überwältigende Mehrheit der von Buten (1996) befragten Homepage-Besitzer bewertete sowohl die eigenen Homepages (91%) als auch die Homepages anderer Menschen (78%) als zuverlässige. Lauper-DelPonte. Schlapbach und Witschi (1998) zeigte mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen Homepages von Männern und Frauen.1. oder Euch an meinem .6 Zeigen sich Geschlechtseffekte bei der Homepage-Produktion? Entgegen der im Zusammenhang mit „virtueller Identität“ verbreiteten These von der Maskierung und vom Geschlechterwechsel (vgl. Dasselbe Resümee zogen auch die von Podlas (2000) persönlich interviewten n=15 in der Sexindustrie tätigen Frauen. Insgesamt beschrieben sie jedoch genau wie die n=17 von Kennedy (2000) per E-Mail befragten feministisch identifizierten Homepage-Autorinnen die Publikationsmöglichkeiten im Web als einen positiven Beitrag zur Emanzipation. 2000b: 200ff. dass sich bekannte geschlechtsspezifische Kommunikationsstile im Netz reproduzieren. Döring.Döring · Persönliche Homepages von mir zu bekommen. authentische und nachprüfbare Informationen über die eigene Person zu liefern. nüchterne oder technikbezogene Designs wählen und die neueste Netztechnologie einsetzen. Dominick (1999). als Dozentinnen bzw. 2000a). Foto) präsentiert wie das Geschlecht (Döring. Miller und Arnold (2000) sowie Miller und Mather (1998) darauf hin. während Frauen mehr Publikumsansprachen und autobiografische Narrationen einbauen sowie eher auf florale Muster zurückgreifen. Vergleicht man nun die Homepages von Frauen und Männern. Ob und inwieweit der Online-Boom (semi-)kommerzieller Sex-Sites insgesamt geschlechtsspezifische Viktimisierung verstärkt oder reduziert. Die quantitative Inhaltsanalyse von Dubi. Kibby (1997) argumentiert. 2001c: 229). Dabei wird kein anderer Selbst-Aspekt so häufig und so deutlich (Namensangabe. Das typische Selbstdarstellungs-Dilemma von hochqualifizierten Frauen. 2000). ihr als strukturell bedroht wahrgenommener professioneller Status könnte durch private Selbstdarstellung auf der Homepage unterminiert werden.tabellarischen‘ Lebenslauf erfreuen!! Außerdem habe ich noch ein paar Links und E-Mail-Adressen für Euch!“ 3. deren Arbeitsbedingungen sich dank eigener Homepage nicht zuletzt durch die stärkere Unabhängigkeit von Männern deutlich verbessert hatten. unverfälschte Selbstdarstellungen. ist auch beim Homepage-Bau virulent: So berichteten die n=27 von Miller und Arnold (2001) interviewten. Die Feinanalysen von Karlsson (1998) und Stern (1999) verdeutlichen anhand der Homepages von n=2 schwedischen und n=10 nordamerikanischen Schülerinnen. 339 . dass die Präsenz von Körperlichkeit auf der persönlichen Website Frauen nicht automatisch nur im Sinne ungewollter Sexualisierung viktimisiert. nämlich die Kollision von Weiblichkeit mit Kompetenz. Professorinnen an englischen und nordamerikanischen Universitäten tätigen HomepageBesitzerinnen von der Sorge. etwa wenn Männer ihren Status betonen.

Bei den realisierten Homepages wiederum ist gemäß inhaltlichem Fokus zu unterscheiden. S. 1999. Wynn & Katz. 1996.2 Klassifikation persönlicher Homepages Wechselt man von einer an den Homepage-Autorinnen und -Autoren orientierten Prozess-Perspektive zur Produkt-Perspektive so stellt sich die Frage. wird doch immer wieder die gut gepflegte Website. Eine erschöpfende Taxonomie wurde bislang nicht entwickelt. B. 1997). ob das Webangebot u. für einzelne Homepage-Typen differenzielle Aussagen zu treffen. Einer inhaltlichen Betrachtung vorgeordnet sind grundlegende Differenzierungen gemäß Existenzform (Hompepage nicht abrufbar: „nominelle Homepage“ versus Homepage abrufbar: „faktische Homepage“) und Konstruktionsstatus (Vorankündigung einer Homepage: „projektierte Homepage“ versus Homepage mit substanziellen Inhalten: „realisierte Homepage“).M&K 49. so dass hier nur Klassifikations-Ansätze berichtet werden können. die schwerpunktmäßig der expressiven Selbstdarstellung gewidmet ist. Sowohl für die kulturelle Bewertung des Homepage-Phänomens als auch für die empirische Wirkungsforschung ist es entscheidend. als „typische Homepage“ postuliert (z. 33. Jahrgang 3/2001 3. Bei einer Inhaltsanalyse von n=279 zufällig ausgewählten studentischen Homepages fand Döring (2001c) jedoch. Obwohl die Heterogenität von persönlichen Homepages unbestritten ist. von Erickson. um dann ggf. selbstbezogene Informationen enthält und somit explizit identitätskonstruierende und selbstdarstellerische Funktionen hat („expressive Homepage“) oder ob die Homepage auf eine Vorstellung der Person verzichtet und allein bestimmten Themen oder Services gewidmet ist („instrumentelle Homepage“).a. Wallace. das gesamte Spektrum der verschiedenen Homepage-Varianten zu kennen. dass nur 42 Prozent der in Hochschulverzeichnissen aufgelisteten perAbb 1: Häufigkeitsverteilung von sechs Grundtypen persönlicher Homepages (HP) (Döring. 2001c: 225) 340 . anhand welcher Attribute persönliche Homepages sinnvoll zu beschreiben und zu klassifizieren sind.

– 4. Linkangebot. 3. 1998. Churchill & Sullivan. 3. 5. 3. 1998. während die meisten Abrufe nur einmal (60%) oder zweimal (19%) erfolgten. categorical. Soll die Bedeutung von persönlichen Homepages für die öffentliche Kommunikation untersucht werden (vgl. 2000) oder Kollegen zu finden. 3. narrative) vorgenommen werden. 2. Software-Sammlungen. Persönliche Homepages auf kommerziellen Providerservern belegten jedoch mit 13 Prozent bereits den zweiten Platz bei allen Seitenabrufen der Frankfurter Hochschulangehörigen. eigene Person als Organisationsmitglied. sondern vielmehr ein konkreter inhaltlicher Nutzen. eigene Familie. Wirth & Brecht.1 Wie intensiv werden persönliche Homepages rezipiert? Berker (1999) wertete die Protokolldateien (20. Auffälligkeit. B. eigene Person. Archive mit erotischen Geschichten. 1999).1998) des Proxyservers der Universität Frankfurt am Main aus und stellte fest. Groth. eigene Interessen. Adressierung von persönlichen Bekannten versus Unbekannten – ein Faktor (Walker. die Positionierung in Suchmaschinen oder die Erwähnung in Massenmedien einschlägig. Von den 23 Untersuchungsteilnehmern besaßen 18 eine eigene Homepage. wie sie auch zur Beschreibung nicht-persönlicher Homepages herangezogen werden (z. Persönliche Homepages werden besonders dann zu beliebten Surfzielen. In solchen Fällen steht dann auf Rezipientenseite nicht die Bildung eines Personeneindrucks vom Homepage-Betreiber im Zentrum. sei es um Chat-Bekanntschaften besser kennen zu lernen (Karlsson. Als Klassifikationskriterien wären dann etwa die Reichweite im Sinne von Seitenabruf-Statistiken. die Beteiligung an Webrings. wie sie etwa von Miller (1995) gemäß der dargestellten sozialen Rollen und Merkmale (1. 1). dass nur wenige Webseiten mehrfach aufgesucht wurden. 2. Cook. sollten auch instrumentelle Homepages in den Blick genommen werden. so sind Binnendifferenzierungen der Kategorie „expressive Homepage“ sinnvoll. eigene Kompetenzen) oder von Walker (2000) gemäß Darstellungsstil (1. die technische und strukturelle Kriterien berücksichtigen. B. Navigation. Aber auch zum Zweck der sozialen Vernetzung und Kooperation besteht im privaten wie im beruflichen Bereich Anlass. vgl.3. 1999: 164). Bly. Originalität. 1. Sachund Fachinformationen. Kap. dass die meisten Seitenabrufe auf die Gruppe der sexualbezogenen Websites entfielen (24%). wobei diese typischerweise zu den am häufigsten abgerufenen Webseiten der jeweiligen 341 . Online-Tagebücher usw. relational. Bickmore.3). so wären Klassifikationen einschlägig. der Verlinkungsgrad.1. wie ihn instrumentelle persönliche Homepages in Reinform liefern (siehe Kap. wenn sie bestimmte Services bieten (z. die im selben Bereich arbeiten (vgl. 2000: 106ff.2. Zudem ist die Art der Publikumsorientierung – z. Interessiert man sich im Zusammenhang mit persönlichen Homepages für Effekte der Selbstdarstellung und Eindrucksbildung.2). Textumfang.). 4. persönliche Homepages aufzusuchen. 3. B. Tauscher und Greenberg (1997) verfolgten sechs Wochen lang das Surf-Verhalten von n=23 erfahrenen Web-Usern und stellten fest.3 Rezeption persönlicher Homepages Rezeptionsprozesse sind wesentlich seltener untersucht worden als Produktionsprozesse und konzentrieren sich im Wesentlichen auf vier Fragen.). Komplexität. Interessiert man sich dagegen für Fragen der Webkompetenz und Professionalisierung individueller Web-Autorinnen und -Autoren.Döring · Persönliche Homepages sönlichen Homepages dem Bild der typischen expressiven Selbstdarstellungsseite entsprachen (siehe Abb.

die einschätzen sollten. Anschließend legten sie die Liste der Elemente (ohne die Häufigkeitsangaben) einer Stichprobe von n=57 Studierenden vor. Diese Homepages ließen sich nach der Anzahl der auf ihnen realisierten Genre-typischen (bzw. Ein Manko vieler kostenloser Webstatistiken besteht darin. In einem Experiment konnten Dillon und Gushrowski (2000) die Validität der Genre-typischen Merkmale überprüfen: Sie legten Versuchspersonen acht Homepages als Stimulusmaterial vor. Kap. Fotografien. Nur bei 2 der 18 Homepage-Besitzer rangierte der Abruf der eigenen Seite nicht auf der Top 15-Liste. 3. Kurzbiografie.2 Welche Erwartungen werden an das Genre „Persönliche Homepage“ gestellt? Dillon und Gushrowski (2000) analysierten mehr als 100 persönliche Homepages hinsichtlich einzelner Elemente (z. welche Elemente der Liste auf einer guten persönlichen Homepage nicht fehlen dürfen.2): Bemerken Homepage-Autoren etwa. Es stellte sich heraus.5). Udate-Datum. organisatorische) Aufgaben erfüllen (vgl.1. Von diesen Genre-definierenden Merkmalen sind Homepage-Elemente zu unterscheiden. Inhaltsverzeichnis. wie häufig und von welchen Rechneradressen aus einzelne Dokumente der eigenen Homepage von Besuchern heruntergeladen werden. lässt sich mit WebstatistikProgrammen registrieren. B. dass die eigene Homepage häufig von internationalen Rechneradressen abgerufen wird. dass die eigenen Seitenabrufe nicht herausgefiltert werden und damit den Eindruck von der Popularität der eigenen Homepage deutlich verzerren. dass Homepages neben der Selbstdarstellungs-Funktion auch noch ganz andere (z. Seitentitel. Wann. E-Mail-Adresse.3. Grundinformationen über das Publikum können zudem selbstdarstellerisch ausgewertet werden (vgl. mögen sie einen Ausbau des englischsprachigen Content in Erwägung ziehen. B. die nur selten auf existierenden Homepages zu finden sind und deren Vorhandensein von den Homepage-Rezipienten (bislang) auch nicht erwartet wird (z. Kap. wie gut ihnen die Homepages gefielen. Bei 9 Homepage-Besitzern war die eigene Homepage sogar die am häufigsten abgerufene Seite überhaupt. B.) und ihrer Auftretenshäufigkeiten. Die Popularität der eigenen Seite mag zu weiterem Homepage-Engagement anspornen. weil sie über ihre externen Links als Sprungbrett für Webrecherchen genutzt wurde. 2. 2000: 203) realisierte HP-Elemente % von n=100 Homepages E-Mail-Adresse Externe Links Willkommensgruß 1-4 Grafiken Biografische Angaben 82 68 67 60 56 erwartete HP-Elemente % von n=57 Befragten 86 72 51 52 49 342 . untypischen) Elemente in eine Rangreihe bringen. Dieser Befund bestätigt die bereits bei den Motiven zum Homepage-Bau getroffene Aussage. Gästebuch usw. Tab. die angeben sollten. dass die Erwartungen der befragten Studierenden an gute persönliche Homepages mit der Häufigkeitsverteilung auf den vorfindbaren Homepages sehr gut übereinstimmten. Diese objektive Rangreihe konnte durch die subjektiven Urteile der Rezipienten repliziert werden. Die fünf wichtigsten Elemente sind in Tabelle 2 dargestellt. Jahrgang 3/2001 Person gehörte. Sound-Files).M&K 49. 3. 2: Genre-typische Merkmale bei persönlichen Homepages (Dillon & Gushrowski.

3.3.und projektbezogenen Informationen zur Norm (vgl. 1999. Diese Form der Selbstselektion des Publikums entfällt. 1999: 653) und überschätzen dabei. (1999) ließen n = 30 Versuchspersonen jeweils Teilmengen von 86 authentischen Homepages auf vier Dimensionen einschätzen: 1. dass überwiegend mit interessierten Homepage-Besuchern zu rechnen ist. so dass Informationslücken durch weitere soziale Kommunikation schrittweise geschlossen werden könnten. 1999). ob Personen sich Face-to-Face oder auf einer Homepage präsentieren – in beiden Konstellationen überschätzen sie den Eindruck.3 Unterscheiden sich webbasierte Personeneindrücke von Face-to-Face-Eindrücken? Sherman et al.. sondern zunächst provisorisch. dass sich die Personeneindrücke auf der Basis des Homepage-Besuches im Durchschnitt nicht signifikant von den auf der Basis flüchtiger Faceto-Face-Kontakte gebildeten Eindrücken unterschieden. Dies hat zur Folge. Vollständigkeit des Eindrucks. Homepage-Anbieter und Homepage-Besucher treten teilweise auch in Diskurse über die Seitengestaltung ein. 2000.3): Der computervermittelte Personeneindruck ist weder per se negativ. die sie persönlich gut kannten. die sich eben auch in Gästebüchern und per E-Mail anerkennend und unterstützend äußern und somit intendierte Identitätskonstruktionen bekräftigen (vgl. (1999) interpretieren diesen Befund als Falsifikation sowohl des Kanalreduktions-Modells als auch des Modells der hyperpersonalen Interaktion. den sie bei anderen hinterlassen. schließlich ist das WWW ein Pull-Medium. In der Homepage-Bedingung ist diese Diskrepanz offensichtlich besonders groß: Die meisten Homepage-Besitzer scheinen es selbstdarstellerisch darauf anzulegen. Sherman et al.3. Hevern. Tatsächlich kann das Ergebnis am besten mit dem Modell der sozialen Informationsverarbeitung interpretiert werden (siehe Kap. noch per se positiv. die sie nur flüchtig kannten. wie sympathisch und wie ähnlich sie von Homepage-Besuchern tatsächlich wahrgenommen werden (Sherman et al. imaginieren sie aufmerksame und wohlgesonnene Adressaten. 1998. auf denselben vier Skalen ein (einfaktorielles Messwiederholungsdesign). wird die Publikation von arbeits. Es stellte sich heraus.4 Unterscheiden sich webbasierte Personeneindrücke von den Erwartungen der Homepage-Besitzer? Unabhängig davon. Groth. 30%) zu wirken (Dominick. Wynn & Katz. die man sonst nicht betrachtet hätte. 2001). und eine Person. B. etwa indem Homepage-Besitzer in ihrem Willkommensgruß das Publikum gleich um Gestaltungsvorschläge bitten oder Homepage-Besucher per EMail oder per Gästebuch Mängel monieren und Wünsche (z. Gesamteindruck von der Person des Homepage-Besitzers.. 1997): Wenn Homepage-Besitzer Privates über sich offenbaren. dass ein selbstwertschützender Positivitäts-Bias stärker zu Buche schlägt. sympathisch (ca. 3. wahrgenommene Ähnlichkeit und 4. Sympathie. Zudem könnte die homepagetypische einseitige Selbstoffenbarung eine Rolle spielen (vgl. 2. wenn im Experiment Homepages vorgelegt werden. Der Mangel an unmittelbarem (und möglicherweise negativem) Feedback mag im Homepage-Szenario dazu führen. 2000).Döring · Persönliche Homepages Wo persönliche Homepages im Berufsleben eine Rolle spielen. Und dies ist auch nicht vollkommen illusorisch. nach einem Portraitfoto) anmelden. Zu Vergleichszwecken schätzten dieselben Versuchspersonen dann noch eine Person. jedoch hinter den positiven Eindrücken über vertraute Personen zurückblieben. Sherman et al. 2. Kennedy. 60%) oder kompetent (ca. 343 . 3.

Turkle. ist jedenfalls noch offen. die nicht der direkten Selbstdarstellung dienen und die Bestandteil gruppenöffentlicher Diskurse sind. vollzieht im WWW als Individuum den Rollenwechsel vom Rezipienten zum Produzenten eines öffentlichen Medienangebots. obwohl auf persönlichen Homepages häufig urheberrechtlich geschütztes Material verwendet und Privates über Dritte mitgeteilt wird. Während Rubio (1996) diesen Stil aus marxistischer Sicht als postmoderne Eitelkeit ablehnt. wobei die Beteiligung häufig ohne großes Commitment erfolgt. Nicht zu vergessen ist. Jahrgang 3/2001 4. 1999. wie es etwa Alex tut. wobei Selbstironie ein verbreitetes Stilmittel ist. wie sie in Kap. wie die Fülle der nominellen und projektierten sowie der seit Monaten und Jahren unveränderten Homepages zeigt. Ausblick Wer eine persönliche Homepage anbietet. dass ein breites Spektrum an mehr oder minder profanen. Wie verbreitet und nachhaltig identitätssichernde und selbsttherapeutische Effekte des Homepage-Baus sind. monieren kritische Stimmen einen Zuwachs an belanglosem und geschmacklosem Datenmüll: „Was so teilweise ins Netz gespeist wird. Es scheint lohnenswert. 1. der seine persönliche Homepage gleich unter der Domain www. etwa in Form der legendären Party-Schnappschüsse. Sie lassen in Befragungen sowie in MetaKommentaren auf ihren Homepages einerseits Enthusiasmus.M&K 49. Auch publizistische Mängel – sowohl hinsichtlich Content als auch dessen Gestaltung – sind für engagierte Homepage-Anbieter/innen durchaus ein Thema: Versprechen zur Qualitätssteigerung werden abgegeben. denen bewusst ist. dass sie sich mit dem Betreiben einer persönlichen Website psychologisch und publizistisch auf Neuland begeben. Selektion. dient wohl mehr dem eigenen Ego.und Abbau von persönlichen Homepages führt. internen und externen Motiven zum Auf. Andererseits gibt es jedoch die engagierten Homepage-Autorinnen und -Autoren. Döring. 1997: 72). Doch vielleicht sind Homepage-Betreiber in Wirklichkeit schlechtere Psychotherapeuten und bessere Publizisten. als man bislang meinte. Während Netzbefürworter die persönliche Homepage gern mit heilsamer Identitätsarbeit in Verbindung bringen (z. ist eine Sache. welchen Eindruck sie bei unterschiedlichen Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern hinterlässt. Entschuldigungen vorgebracht und Publikumsrückmeldungen erbeten (Berker.3 thesenartig entwickelt wurden. entdeckt Killoran (2000) subversives Potenzial darin. Glaubwürdigkeit. B. Privatheit und Öffentlichkeit) in die Homepage-Forschung ist wünschenswert. eine andere. steht aus. Schätzungsweise 10 Prozent der Onlinerinnen und Onliner beteiligen sich bislang an diesem Unterfangen. im kommerzialisierten WWW die Methoden des Selbst-Marketing zu parodieren.de anbietet. 2001c). 344 . Auch eine stärkere Integration einschlägiger kommunikationswissenschaftlicher Konzepte (wie z. andererseits aber auch eine kritische Reflexion über Sinn und Legitimität ihrer netzweiten Veröffentlichungen erkennen.selbstironie. 1995: 259). Gut übertragbar sind die Vorarbeiten der experimentellen Selbstdarstellungsforschung auf den Einsatz von persönlichen Homepages im Rahmen von Public Relations-Maßnahmen: Dass die persönliche Homepage von Wolfgang Thierse bei ihm selbst als Auftraggeber gut ankommt. ist aber für Dritte oftmals gelinde gesagt eine Zumutung ohne jeglichen Informationswert“ (Schierl. Eine systematische Untersuchung der vielfältigen Bezüge zwischen persönlichen Homepages und öffentlichen Kommunikationsprozessen. Mit der sozialen Riskanz dieser kulturell unvertrauten Form von Selbstexpression setzen sie sich auseinander. B. endlich auch jene Inhalte von persönlichen Homepages genauer unter die Lupe zu nehmen. Schließlich sind juristische und ethische Belange ein unterbeleuchtetes Feld.

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1998). der dank „künstlicher Intelligenz“ selbstständig mit Mediennutzern „interagieren“ kann. Online-Spielen (Schmidt. entstanden in den vergangenen Jahren jedoch auch neue Formen von Avataren (vgl. Im Zuge der technischen Weiterentwicklung interaktiver Medien. die in verschiedenen Medien erscheinen. Mit aufwendiger Technik wird das Aussehen der künstlichen Charaktere mittlerweile so „realistisch“ und attraktiv wie möglich gestaltet (vgl. 1995). Im Kontext der Neuen Medien wurde er durch den Science-Fiction-Roman „Snowcrash“ von Neal Stephenson (1995) populär. Entsprechend definiert Döring (1999. die sich vorübergehend zu den Menschen herabgelassen hat (Klussmann. 1. So stand der Begriff „Avatar“ zunächst ausschließlich für grafische Repräsentationen von Nutzern in Chat-Rooms (Trzka. Jahrgang 3/2001 Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Mit der Verbreitung interaktiver Medienangebote sind auch virtuelle Charaktere. wie sie von Mediennutzer/innen wahrgenommen werden. Oftmals dienen „intelligente“ Avatare als Helfer. 1997. Der Beitrag stellt das Phänomen „Avatare“ vor und diskutiert die Frage. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse und der prognostizierten Evolution virtueller Akteure werden abschließend Desiderata für die künftige medien. etwa indem sie den Besuchern einer Webseite bei der Navigation assistieren oder den Kunden einer Internet-Bank als „Berater“ zur Seite stehen. S. Die Rede ist von „Avataren“. 2000. trifft immer häufiger auf künstliche Personen. Avatare arbeiten zum Beispiel als automatische Assistenten auf Internetseiten. Abbildung 1). 1996). 1996). die sich als „Assistenten“. stattfinden.M&K 49.und kommunikationswissenschaftliche Forschung diskutiert. 12). hin zum „virtual actor“ (Lombard & Ditton. vgl. Virtual-Reality-Umgebungen aufsucht oder Computerspiele spielt. Andere werden zu virtuellen „Stars“ aufgebaut. Damit einher geht die Entwicklung und Veränderung der äußeren Erscheinung von Avataren. „Stellvertretern“ im Netz. Ursprünglich stammt der Begriff „Avatar“ aus dem Sanskrit und bezeichnet eine Gottheit. 98) Avatare als „Stellvertreter.). S. Bente & Otto. 1998) und Virtual-Reality-Umgebungen (Ueberhorst. Avatare als „Stars“ oder „Marken“ aufzubauen. o. Multi-User-Dungeons (MUDs. S. Dabei wird auf das Konzept der parasozialen Beziehungen von Horton & Wohl zurückgegriffen. Neben diesen instrumentellen Einsatzformen existieren aber auch Versuche. virtuelle Repräsentanten der materiegebundenen Wesen. Ihre Evolution vollzog sich weg von der „elektronischen Marionette“ (Fritz. Krotz. Anschließend werden zwei voneinander unabhängig durchgeführte Befragungsstudien vorgestellt. „Freunde“ oder „Stellvertreter“ anbieten. insbesondere von Computerspielen und dem World Wide Web. so genannte Avatare. die in verschiedenen Medienangeboten und Themenumfeldern präsent sind und die innerhalb bestimmter 350 . die sie ins Leben gerufen haben“. in dem Begegnungen in virtuellen Räumen mit Hilfe von Avataren. entstanden. Avatare – die Bewohner der digitalen Welt Wer heute im Internet surft. die vollkommen von der Steuerung durch wirkliche Menschen abhängig ist. 2000). welche die Art und das Ausmaß der parasozialen Bindungen zwischen Mediennutzer/innen und verschiedenen Avataren beleuchten.

Schmidt.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Abbildung 1: Populäre Avatare.com). als dass man sie ernst nehmen könnte? Diese Fragen werden im Folgenden erörtert. 1998).tombraider. Blittkowsky. Höflich. wenngleich rudimentäre Formen der Interaktion bereits ohne menschliche Steuerung des Avatars möglich sind. die üblicherweise Prominenten aus Fleisch und Blut vorbehalten sind. Fernsehshows oder Publikumszeitschriften. Von vollkommen selbstständigen virtuellen Figuren kann also noch keine Rede sein.com) Zielgruppen große Popularität erreichen sollen. dass sich die bislang existierenden Avatare sehr deutlich von menschlichen Prominenten unterscheiden.). so zum Beispiel in Musikvideos. dass die angeblichen Kommunikate des Avatars in Wahrheit von Redakteuren verfasst werden. 1999). Zum Aufgabenspektrum von Star-Avataren gehören unter Anderem Werbespots. Vor dem Hintergrund der Existenz und Evolution virtueller Akteure stellt sich die Frage. Nach einer kurzen Einführung in dieses Konzept werden zwei unabhängig voneinander entstandene empirische Studien über parasoziale Beziehungen zu Avataren vorgestellt. die man bewundern und bejubeln kann? Oder gelten sie als virtuelle Abziehbilder. Bekannte und beliebte Avatare lassen sich von ihren Eigentümern für unterschiedlichste Zwecke einsetzen. das die Relation zwischen Mediennutzern und Medienfiguren beschreibt und erklärt (vgl. sondern erscheinen auch in Medienumfeldern. Die Fähigkeit. Sie treten beide nicht nur in ihrer jeweiligen digitalen „Heimat“ auf. 1997.co.e-cyas. vgl. unten: 2. wie die Nutzer interaktiver Medienangebote mit Avataren umgehen. Kyoko Date (von www. die zu „dumm“ und „unecht“ wirken. 1998. die „Arbeit“ als Fotomodell und Auftritte als Moderator(in) in unterschiedlichen Medienangeboten (Jöckel. mit Mediennutzern sozial zu interagieren. Beispiele sind die Computerspiel-Figur „Lara Croft“ und der Internet-Avatar „E-Cyas“ (Endo-Cybernetic Artificial Star. Über diese Entwicklungen darf allerdings nicht übersehen werden.jp) und Lara Croft (von www. ist in den meisten Fällen noch nicht sehr weit entwickelt und muss oftmals dadurch kompensiert werden. die erste Hinweise 351 . Von links nach rechts: E-Cyas (von www. Als theoretischer Rahmen bietet sich das ursprünglich kommunikationswissenschaftliche Konzept der parasozialen Interaktionen und Beziehungen an. Fiktive Lebensläufe und Persönlichkeitsprofile sollen den virtuellen Stars „Charakter“ und „Tiefe“ verleihen.horipro. Werden Avatare als echte Stars betrachtet.

Als Persona betrachteten Horton und Wohl hauptsächlich Menschen. Neben solchen direkt auf das (vermutete) Publikum bezogenen Interaktionsangeboten trägt auch die Kommunikation der Akteure innerhalb des Medienangebots zur Überwindung der Wahrnehmung medialer Vermittlung und damit zur Herstellung einer scheinbar sozialen Relation zwischen Persona und Rezipienten bei: „The most usual way of achieving this ambiguity is for the persona to treat his supporting cast as a group of close intimates. Fernsehen und Film) vermittelten Figur. laden die Zuschauer zur Teilnahme an der Interaktion ein und versuchen. Jahrgang 3/2001 zu der Frage liefern. Ansager und Interviewer. Gleich. S. geradezu freundschaftlichen Verhältnisses zwischen sich selbst und dem Publikum zu vermitteln.1 Das interaktionistische Rezeptionsverständnis von Horton und Wohl und seine Weiterentwicklungen Das auf Horton und Wohl (1956. Ausgangspunkt der sozialen Interaktion zwischen Persona und Rezipienten ist die „illusion of a face-to-face relationship“ (Horton & Wohl. 1956/1986. 189). Zum Abschluss werden Perspektiven aufgezeigt. Ob sie diese „appropriate answering role“ (Horton & Wohl.). 191) akzeptieren. Lassen sie sich auf das Angebot ein. genannt „Persona“. 2. Horton & Strauss. Ihnen wird von den Personae des Medienangebots eine Rolle innerhalb des Geschehens nahe gelegt. 1956/1986. The member of the audience.). wie Quiz-Master. 185). den Eindruck eines positiven. sozial interagieren. können die Zuschauer oder Hörer jedoch selbst entscheiden. die in nicht-fiktionalen Fernsehsendungen agieren. die Illusion von Nähe zum Publikum zu erzeugen (vgl.. 1956. S. wie die Erforschung virtueller Akteure und ihrer Bedeutung für die Rezipienten theoretisch und methodisch weitergeführt werden könnte (vgl. über Darstellungseffekte. In dieser Hinsicht ist der Umgang der Rezipienten mit Medienfiguren eine Spielart der normalen zwischenmenschlichen Interaktion (Horton & Wohl. Die Rezipienten sind also ein eingeplanter Teil der medialen Inszenierung. 1996). 1978).M&K 49. auch Meyrowitz. unten: 3. 41). inwiefern Mediennutzer Avatare schon heute als eigenständige soziale Persönlichkeiten auffassen und sie als Interaktionspartner ernst nehmen (vgl. Darüber hinaus wird versucht. weil die „Anwesenheit“ der Personae nur medial vermittelt ist. S. S.. . … tends to believe that this fellowship includes him by extension“ (Horton & Wohl. Attributionen. Parasoziale Interaktionen und Beziehungen 2. 1956/1986. verhalten sie sich – so die Annahme – wie in einer sozialen Kommunikationssituation: Die Medienfiguren sprechen die Rezipienten an. erleben sie die Rezeption wie eine soziale Interaktion mit den Medienfiguren: Sie ist geprägt durch „Prozesse der Personenwahrnehmung und -beurteilung. soziale Vergleiche und Validierungen. 1957) zurückgehende Konzept der parasozialen Interaktionen und Beziehungen beschreibt das Phänomen. 352 . wie zum Beispiel durch Nahaufnahmen der Personae. die Personae also die Gegenwart und Aufmerksamkeit von Interaktionsteilnehmern nur antizipieren können. therefore. verwenden mimische und gestische Signale der interpersonalen Kommunikation. Verhaltensantizipationen und personenbezogene innere Verbalisierungen“ (Gleich. Obwohl die „Interaktionspartner“ durch die mediale Vermittlung voneinander getrennt sind. Para-sozial ist diese Form der Interaktion. unten: 4. und weil es – zumindest bei den nicht-interaktiven Medien – keinen Rückkanal von den Zuschauern zu den Medienfiguren gibt. dass Rezipienten mit einer medial (durch Radio. als ob sie sie sehen könnten. 1997.

sie als getreue Abbilder echter Menschen 353 . 1989). 1997). die soziale Situation zu „lesen“. 1985). 1993. S. B. wenn nicht gar notwendig ist. Sowohl bei Horton und Wohl (1956) als auch im überwiegenden Teil der an ihnen orientierten kommunikationswissenschaftlichen Forschung wurden die Konstrukte „parasoziale Interaktion“ und „parasoziale Beziehungen“ nicht ausreichend präzise voneinander getrennt. 1996) oder einsame (Fabian.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Insofern erscheint es notwendig. 1998. „zwischen unmittelbarer. 1996). die ihnen zugedachte Rolle zurückzuweisen. zum anderen spielt das Wissen um die Medialität der Situation für das Erleben der Zuschauer eine entscheidende Rolle (Wulff. Hervorhebung im Original). Wulff.Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Wenn die parasozialen Bindungen an Figuren aus „klassischen“ Medienangeboten eine so zentrale Rolle für die Zuwendung der Rezipienten zu diesen Angeboten spielen.Begegnung‘ zwischen Rezipient und Medienakteur als parasoziale Interaktion bezeichnet und die über die einzelne . Weil die Zuschauer aber wissen. Perse & Powell (1985) heißt „Parasocial Interaction Scale“. Aus einer Reihe parasozialer Interaktionen zwischen einem Rezipienten und einer Persona entwickelt sich in der Wahrnehmung des Rezipienten eine andauernde Beziehung zur Persona. Denn zum einen gehen mit der medialen Vermittlung der sozialen Situation bestimmte Beschränkungen und Eigenheiten der Interaktion einher. Rubin & McHugh. während der Rezeption stattfindende . dass die Personae ihre Reaktionen nicht registrieren. 1996). das Konzept auch auf virtuelle Akteure in den „neuen“ Medien anzuwenden.Begegnung‘ hinausgehende Bindung des Zuschauers an eine Persona als parasoziale Beziehung“ (Vorderer. In vielen Studien wurden die beiden Begriffe synonym verwendet (z. TV-Serien (Vorderer. So ist es den Zuschauern zum Beispiel möglich. zum Beispiel durch eine kritische Abschätzung der Leistung einer Persona oder durch eine hämisch-herablassende Sichtweise „dilletantischer“ Auftritte von „Möchtegern-Stars“ (vgl. können die Zuschauer das „conversational give and take“ (Horton & Wohl. 186) einer parasozialen Interaktion wie eine wirkliche soziale Situation erleben. 1987. 11. 1997) argumentieren jedoch wie Vorderer (1998). 1996). dass es durchaus sinnvoll. einseitiger Kommunikation mit Medienfiguren“ (Keppler. 1996. 698. S. Denn die über die einzelnen Rezeptionssituationen hinweg existierenden parasozialen Beziehungen gelten als ein zentrales Motiv für die regelmäßige Zuwendung zu bestimmten Medienangeboten wie Nachrichtensendungen (Rubin. auch Vorderer & Knobloch. Aber auch wenn die Rezipienten die angebotene Rolle innerhalb der parasozialen Interaktion akzeptieren und selbst wenn ihnen die Medialität der Situation bewusst bleibt (Hippel. Zapfe & Sudhoff. im Druck): Sie können das Beziehungsnetzwerk von Mediennutzern bereichern und darüber hinaus für schüchterne (Vorderer & Knobloch. können sie bei parasozialen Interaktionen im Vergleich zu ortho-sozialen Interaktionen zusätzliche Freiheitsgrade ausnutzen und genießen. In echten Kommunikationssituationen sind solche Verhaltensweisen sanktioniert. 1956/1986. 2. Entsprechend wird „die unmittelbare. zweiseitiger Face-to-FaceKommunikation und mittelbarer. 1993) Rezipienten sogar als Ersatz für echte Sozialkontakte dienen. Hervorhebung im Original) zu trennen. liegt es nahe. S. Perse & Rubin. Hippel (1992) und Gleich (1996. misst aber zumindest auch in Teilen parasoziale Beziehungen (Gleich. 1996b) oder Talkshows (Trepte. Auch das am häufigsten verwendete Instrument zur Messung parasozialer Bindungen von Rubin. Denn die Schöpfer von Avataren versuchen. Dadurch eröffnen sich neue Wege. Perse & Powell. die beiden Begriffe inhaltlich voneinander zu unterscheiden.2.

1994. S. 1996. müssen die virtuellen Akteure zunächst einmal von den Rezipienten als „soziale Wesen“ eingestuft werden. Die Zielsetzung.und Chat-Kommunikation (z. So könnte die Virtualität der Avatare ein erstes Hindernis für die Entstehung parasozialer Bindungen sein. dass die noch immer deutlich als Computergraphiken erkennbaren Avatare im Auge des Betrachters als „Personen“ und nicht als „Dinge“ erscheinen? Reeves und Nass (1996) konnten zeigen.personalities‘“ angenommen haben. Entsprechend hat es bereits einige Versuche gegeben.M&K 49. sollen sie als „Anbieter“ parasozialer Beziehungen fungieren. als Gegenstand von Beziehungshandlungen ausgewählt zu werden. Robinson 1997). dass sich durch Virtual-Reality-Technologien neue „Kommunikationsformen“ entwickeln. sich der Interaktion mit den neuen Medien und ihren Personae zu nähern. ist ihre eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit. das Verhalten von Mediennutzern gegenüber virtuellen Akteuren als parasoziales Beziehungshandeln zu konzeptualisieren und empirisch abzubilden. sondern auch für „puppets … anthropomorphically transformed into . Die Erfolge dieser Bemühungen dokumentieren Evaluationsstudien wie die von Cassel und Vilhjálmsson (1999). ist deutlich erkennbar. die als „Ausdifferenzierung zwischen sozialer und parasozialer Interaktion“ (ebd. Ein zweites Problem. Insofern scheinen die technischen Voraussetzungen für eine parasoziale Beziehung zwischen Mediennutzern und virtuellen Akteuren auf Seiten der Avatare gegeben zu sein (vgl.) verstanden werden können. 1998). Nur wenn eine vergleichsweise „natürliche“ Form der Konversation mit einem virtuellen Charakter möglich ist. Jahrgang 3/2001 zu gestalten. 186) parasoziale Bindungen nicht nur für menschliche Personae. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen die ersten Erprobungen von künstlichen „Agenten“ in Virtual-Reality-Umgebungen (z. ist es offensichtlich. Was aber spricht dafür. mit ihm ähnlich wie mit einem Menschen zu interagieren (vgl. die direkte Ansprache der Nutzer oder durch E-Mail. Petersen. auch Bente. das Avatare überwinden müssen. Entsprechend lässt sich die eingangs formulierte Fragestellung präzisieren: Wie stellen sich parasoziale Beziehungen zu den heute existierenden Avataren dar? Welche Personen entwickeln besonders starke parasoziale Bindungen an Avatare? Gibt es Unterschiede zwischen Avataren und Fernsehfiguren bezüglich der Bindungsintensität und -qualität? Obwohl bereits Horton und Wohl (1956/1986. Snoddy. Star-Avataren eine möglichst große Attraktivität für parasoziales Beziehungshandeln der Rezipienten zu verleihen. 89) weist darauf hin. hat er die Chance. auch Moon & Nass. Denn damit solche Bindungen zustande kommen. nonverbales Kommunikationsverhalten mit virtuellen Figuren zu simulieren und parasoziale Interaktionen zwischen VR-Nutzern und diesen 354 . B. dass Avatare. um seine Nutzer zu veranlassen. „natürliche“ Gesten. Bente und Otto (1996) skizzieren die Möglichkeiten. beispielsweise durch fotorealistische Gesichtszüge. 1996. S. 1997). der mit weniger Konversationskompetenz ausgestattet war. wesentlich stärkere Barrieren in der Wahrnehmung und den Einstellungen der Rezipienten überwinden müssen als Personen aus dem Fernsehen. 1950). B. Krämer & Buschmann. Lombard & Ditton. in der Versuchspersonen einen Avatar mit weiter entwickelten Kommunikationsfähigkeiten „natürlicher“ fanden als einen virtuellen Akteur. 1996. 1999). Vilhjálmsson & Cassel. damit parasoziale Bindungen zu den Mediennutzern entstehen. und dass der Zugang Horton und Wohls geeignet sei. Bates. Schon seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird an der kommunikativen Kompetenz von Computerprogrammen gearbeitet (Turing. Krotz (1996. Reilly. 2000). wobei mittlerweile auch paraverbale Kommunikationsformen simuliert werden (Bente & Otto. dass schon schwache Anzeichen sozialen Verhaltens seitens eines Computers genügen.

die nicht als Assistenten oder Helfer. Und Rettberg (1999) befasst sich mit dem „Star-Kult“ um Lara Croft und führt die Popularität der Videospiel-Heldin auf die parasozialen Bindungen der Spieler zurück. S. steht die Forschung zur sozialen Bedeutung von Avataren noch am Anfang. Außerdem bestand die Möglichkeit. ob „VR-Bewohner ebenso zu unserem Bekanntenkreis zählen [werden] wie wirkliche Personen“ (Bente & Otto. Weiterhin wurde erhoben. Mit einer empirischen Untersuchung weisen sie nach. ob sich dieses Muster auch in den Beziehungen zu Avataren wiederfinden lässt. Studie 1 Fragestellung Im Mittelpunkt der Untersuchung standen so genannte Star-Avatare.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Figuren anzustoßen. dass die Mediennutzer das Verhalten der virtuellen Akteure ähnlich wie das echter Interaktionspartner bewerten. Im Folgenden werden zwei Befragungsstudien vorgestellt. das Konzept der parasozialen Beziehungen auf virtuelle Akteure anzuwenden. ob sich eine empirische Anwendung des Konzepts der parasozialen Beziehungen auf virtuelle Prominente als fruchtbar erweist und wie sich die parasozialen Beziehungen zu Star-Avataren darstellen. 1996. wie attraktiv der Avatar in den Augen der Teilnehmer ist. Star-Avatare werden von ihren Schöpfern hauptsächlich für Maßnahmen im Bereich der Produktvermarktung und Kundenbindung eingesetzt (vgl. Zwei empirische Studien zu parasozialen Beziehungen mit virtuellen Akteuren Trotz der oben erwähnten theoretischen und empirischen Ansätze. wobei 355 . Es stellt sich daher die Frage. 219). [Name] ist attraktiv“ operationalisiert. ein nicht existierender Avatar („Leila Loo“) wurde aufgeführt. bis zu drei weitere Avatare selbstständig zu ergänzen. 1996. Sie wurde mit dem fünffach gestuften Item „Ich finde. 3. 1996). also virtuelle Akteure. Interaktionseffekte zwischen dem Geschlecht der Rezipienten und dem Geschlecht der Persona haben sich bereits in früheren Studien als relevant für das Ausmaß der parasozialen Bindungen erwiesen (Vorderer & Knobloch. die hinter den StarAvataren stehen. Denn es ist nach wie vor unklar. Außerdem sollte untersucht werden. um die Sorgfalt der Teilnehmer bei der Kenntnisabfrage zu kontrollieren. Methode In einer explorativ angelegten Online-Befragung wurde untersucht. Diese Frage ist nach den Erkenntnissen der bisherigen Forschung relevant für das Ausmaß und die Qualität von parasozialen Beziehungen (Gleich.). oben: 1. welche die parasozialen Bindungen an Avatare wie E-Cyas und Lara Croft beleuchten. und wie intensiv ihre parasoziale Bindung zu ihrem bevorzugten Avatar ausfällt. inwiefern sich weibliche und männliche Internetnutzer hinsichtlich der Beziehungsintensität zu „männlichen“ und „weiblichen“ Avataren unterscheiden. 1997). 1997) und wird zweifelsohne auch von den Unternehmen. Die Kenntnis von Star-Avataren wurde mittels einer Liste von 15 virtuellen Akteuren abgefragt. 1997). Diese bedeutende Rolle im Beziehungsnetzwerk von Mediennutzern wird zumindest Fernsehcharakteren zugeschrieben (Gleich. wie viele Star-Avatare den Teilnehmern bekannt sind. angestrebt (Jöckel. Daher sollte geprüft werden. sondern als eigenständige Persönlichkeiten konzipiert sind.

SD = 1. ergibt sich eine sehr schwache durchschnittliche Beziehungsintensität.94). 63 Prozent waren ihm bzw. Am häufigsten begegneten die Befragten ihrem Lieblings-Avatar in „sonstigen“ Medienangeboten (durchschnittlich 16. allerdings um einige Items vekürzt und in Teilen umformuliert. 19 Personen gaben an. Zur Messung der parasozialen Beziehungen wurde eine modifizierte Variante der Parasocial-Interaction-Scale (Rubin. Dennoch wurde die Skala als Grundlage für die Messung parasozialer Bindung herangezogen. Sie ist ein häufig verwendetes.06. die im vorliegenden Kontext nicht relevant sind. Der Mittelwert liegt deutlich unter dem Skalenmittelpunkt (M = 1. E-Cyas scheint insbesondere bei weiblichen Internetnutzern beliebt zu sein: 76 Prozent der Teilnehmer.20]) und im Internet (13. Insgesamt sind den Befragten durchschnittlich zwei Avatare (M = 2.82. 2001). und an dritter Stelle folgt das Fernsehen (49 Prozent). Einer der Hauptkritikpunkte ist genau diese fehlende Differenzierung zwischen Interaktion und Beziehung. Jahrgang 3/2001 die Endpunkte mit „stimme nicht zu“ bzw.M&K 49.60]). 1985) eingesetzt. E-Cyas (68 Prozent) und E-ve (21 Prozent) genannt. Skalenmittelpunkt = 3). in „Software“-Programmen (14. Als Lieblings-Avatare wurden hauptsächlich Lara Croft (43 Prozent der Stichprobe) und E-Cyas (36 Prozent) ausgewählt.54 Mal [SD = 23. zum Beispiel auf www. Deshalb wurden auch ihre sonstigen Angaben zur Kenntnis von Avataren nicht berücksichtigt. die eine thematische Nähe zu Avataren besitzen. waren weiblich (bei Lara Croft: 47 Prozent). Die Stichprobe war also selbst rekrutiert. oben: 1. ist somit also gut einsetzbar. „trifft voll und ganz zu“ benannt. Die beiden am häufigsten ausgewählten Avatare 356 .35) bekannt.04 Mal [SD = 19. Auf die Befragung wurde in Internetangeboten. Kenntnis und Beliebtheit von Avataren.29). den nicht existierenden Kontroll-Avatar zu kennen.de. Parasoziale Beziehungen zu Avataren. Am häufigsten wurden die StarAvatare Lara Croft (72 Prozent Bekanntheitsgrad). Perse & Powell. ausführlich zur Skalenbildung: Hartmann. die ECyas als Lieblings-Avatar nannten. Ergebnisse Insgesamt nahmen 422 Personen an der Befragung teil. SD = 7. hingewiesen. Die Endpunkte der Likert-Skala waren mit „trifft überhaupt nicht zu“ bzw. Drei Viertel der Befragten hatten ihren Lieblings-Avatar im vergangenen halben Jahr in Zeitschriften angetroffen.25 Mal [SD = 23. so entspricht die Altersverteilung in der Stichprobe ungefähr der Verteilung in der Online-Nutzerschaft. 41 Prozent männlich. die restlichen Nennungen bezogen sich entweder auf weniger bekannte Star-Avatare oder aber auf Helfer-Avatare (vgl. damit die Items besser auf den Kontext der Star-Avatare anwendbar waren (vgl. jedoch sind Frauen in der Stichprobe im Vergleich zu den Ergebnissen der ARD/ZDF-Studie deutlich überrepräsentiert. Über einen als „Umfrage über Avatare“ betitelten Hyperlink konnten interessierte Personen zu dem Online-Fragebogen gelangen.77. 1997) Instrument zur Erfassung von parasozialen Interaktionen und Beziehungen.80] in den vergangenen sechs Monaten). Fasst man die Skala zu einem Mittelwert-Index zusammen.).cycosmos. wenn auch wiederholt kritisiertes (Gleich. SD = . 2000) beschrieben wird. 58 Prozent der befragten Personen waren weiblich. ihr im Internet begegnet. „stimme voll und ganz zu“ bezeichnet waren. der „Heimat“ von E-Cyas. Das Durchschnittsalter betrug etwa 23 Jahre (M = 22. wie sie in der ARD/ZDF-Online-Studie (van Eimeren & Gerhard.80. Über alle genannten Lieblings-Avatare hinweg erreicht die Skala zur parasozialen Beziehung einen vergleichsweise hohen internen Reliabilitätswert (Cronbachs α = . Vergleicht man die Stichprobe hinsichtlich dieser Merkmale mit der Gesamtheit der deutschen Internet-Nutzer.

1998.67 1.70 2.33 1. 1996a.19 .91 1.27 1. wenn [Name] mal nicht wie gewohnt auf einem Internetangebot auftauchen würde Wenn es möglich wäre. Vorderer.53 357 . 1997) hat sich die Skala zur Messung parasozialer Bindungen als mehrdimensional erwiesen.21 1. betrachten also den Avatar als „echten“ Tabelle 1: Mittlere Zustimmung (auf einer Skala von 1-5).90 . möglichst viel über [Name] zu erfahren.17 2.85) unterscheiden sich hinsichtlich der mittleren Beziehungsintensitäten sowohl vom Gesamtmittelwert als auch untereinander (t(295) = . wurden ausgeschlossen.29 1. über ihre/seine Persönlichkeit In manchen Situationen fühle ich mich an [Name] erinnert Wenn [Name] auf einem bestimmten Internetangebot auftauchen würde.81 . ns) nur in geringem Maße.82 . um die inhaltliche Qualität der parasozialen Bindung an Avatare differenzierter erfassen zu können (vgl.70 .83 .98 1.59 . die hohe Werte auf dieser Dimension erreichen. Gleich. die zusammen 63 Prozent der Varianz aufklären.74 Manchmal passiert es mir. die keinem der beiden Faktoren trennscharf zugeordnet werden konnten. versuche ich.69 .03 1.82 2. Es werden nur Faktorladungen >.81) und E-Cyas (M = 1. dass ich in Gedanken oder auch tatsächlich irgendetwas zu [Name] sage Ich glaube.81 1. Visscher & Vorderer. das Bild von [Name] zu Hause auf meinem Bildschirm zu sehen Wenn in Zeitungen oder Zeitschriften etwas über [Name] stünde. Deshalb wurde auch in der vorliegenden Studie eine Faktorenanalyse (Hauptkomponentenanalyse mit VARIMAX-Rotation) durchgeführt.56. SD = . In verschiedenen Studien über parasoziale Beziehungen (z. Tabelle 1).50 1. kann ich mir immer gut ein Bild über sie/ihn machen. [Name] und ich sind uns ziemlich ähnlich Wenn ich [Name] sehe.73 .77 .37 1.29 1.24 . Fünf Items. Dimensionen der parasozialen Beziehung zu Avataren. ist das jeweilige (Internet-) Angebot für mich attraktiver Mir würde sofort auffallen. Der erste Faktor umschreibt eine enge freundschaftliche Beziehung.84 0. würde ich es auf jeden Fall lesen Wenn [Name] seine/ihre Meinung oder auch persönlichen Gefühle zum Ausdruck bringt. dann fühle ich mich wohl Auch wenn ich gerade nicht auf der Homepage von [Name] bin. würde ich [Name] gerne einmal persönlich kennen lernen 1. Personen. B.45 dargestellt.10 1.03 0.12 1. z. in der die Medialität des Lieblings-Avatars von den Nutzern weitestgehend ausgeblendet wird. Die Faktorenanalyse parasozialer Beziehungen ergab zwei Hauptkomponenten.39 . als wenn ich mit Freunden zusammen wäre.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Lara Croft (M = 1.41 1. B. Standardabweichungen und Faktorenladungen der Items auf den zwei Dimensionen parasozialer Beziehung. dann würde ich mir dieses Internetangebot bestimmt anschauen Ich finde es angenehm. Item M SD Faktorladungen (n=320) Faktor Faktor 1 2 1.42 0. SD = .85 2. um sie/ihn noch besser kennen zu lernen Wenn ich [Name] begegne.86.77. kommt es mir vor.

Cronbachs α = . er erklärt 32 Prozent der Gesamtvarianz.01). doch er bleibt an sein Medium gebunden. ihn persönlich kennen zu lernen. SD = 1. p < .99.333) = 1. SD = . ist die mediale Beziehungsdimension ausgeprägter (M = 2. Insofern macht sich die Abhängigkeit virtueller Akteure von ihrer medialen Vermittlung im empirischen Beziehungsmuster bemerkbar: Die parasozialen Bindungen zu Avataren sind eher durch das Bewusstsein der Medialität geprägt und besitzen kaum die Qualitäten einer „echten“ sozialen Beziehung.56. Die höhere Ausprägung der medialen Dimension findet sich auch wieder.86). Die Mittelwerte der beiden Beziehungsdimensionen weichen kaum vom geringen Durchschnittswert der Gesamtskala ab.M&K 49.00) als die quasi-reale Dimension (M = 1.78) Beziehungsdimension findet sich ebenso bei dem männlichen Star-Avatar E-Cyas. die Medienangebote.28. in denen der Avatar erscheint.46. SD = . Die Intensität der zwei extrahierten Beziehungsdimensionen lässt sich anhand der Mittelwerte der jeweils zugeordneten Items bestimmen.49. dessen Virtualität einer engen Verbundenheit nicht im Wege steht. Bei Befragten. p < . so ergeben sich vier mögliche Verknüpfungen. p < . neigt auch zu intensiveren medialen Beziehungen mit ihm oder ihr (r = .79.89) etwas intensiver ausfällt als die quasi-reale (M = 1. dass das Item eine Differenzierung zwischen „persönlicher Bekanntschaft“ und „medial vermittelter Bekanntschaft“ impliziert: Weil der Lieblings-Avatar nur aus den Medien bekannt ist.53.02. Innerhalb der medialen Beziehungsdimension besitzen Männer die intensivsten Beziehungen zu weiblichen Star-Avataren. wenn man nur die Personen betrachtet. die sich für den gleichen Lieblings-Avatar entschieden. kann überhaupt erst der Wunsch entstehen. Eine inhaltliche Verbindung zur medialen Beziehungsdimension könnte man darin sehen. Jahrgang 3/2001 Freund. Die Rolle des Geschlechts von Rezipienten und Persona. Diese Medialität ist ein bewusst erlebter Bestandteil der Relation zum virtuellen Akteur. Tabelle 2). 358 .50. SD = . ist deren wahrgenommene Attraktivität. Etwas schwächere Beziehungen liegen ferner von Frauen zu weiblichen Star-Avataren vor.01).333) = 9. Der Faktor „mediale Beziehungsdimension“ erklärt 31 Prozent der Gesamtvarianz. denn er umfasst Items. wobei dessen oder deren Aussehen allein noch keine „Freundschaft“ oder enge Bindung verursacht. Für Personen. vor Beziehungen von Frauen zu männlichen Star-Avataren. SD = .83). Demgegenüber entspricht der zweite Faktor einer medialen Beziehungsdimension. und die schwächsten Beziehungen innerhalb der medialen Beziehungsdimension besitzen Männer zu männlichen Star-Avataren (vgl. Die zentrale Größe. besitzen demzufolge Avatare eher ästhetische als soziale Qualität. die mediale Beziehungen zu Avataren fördert. Cronbachs α = . Der Faktor wird entsprechend als quasi-reale Beziehungsdimension bezeichnet. Die Beziehung zum Avatar ist durch das Wissen um die Irrealität des Avatars geprägt: Er kann zwar interessant sein und zu wiederholter Interaktion einladen.07.69. männlichen Star-Avataren. Denn im Vergleich dazu spielt die Attraktivitätseinschätzung für die quasi-reale Beziehungsdimension eine geringere Rolle (r = . Haupteffekte für das Geschlecht der Befragten (F(1. zu nutzen. würde ich [den Lieblings-Avatar] gerne einmal persönlich kennen lernen“ lässt sich im Rahmen dieses Faktors nur schlecht interpretieren. ist also motiviert. Wer einen virtuellen Akteur als attraktiv beschreibt.01). Eine Varianzanalyse bestätigt den Interaktionseffekt (F(1.00) und quasi-realer (M = 1.10. welche die Vermitteltheit und Künstlichkeit des Avatars in den Vordergrund stellen. die hohe Werte auf der zweiten Dimension erreichen. SD = 1. die Lara Croft als bevorzugten Avatar angegeben haben. Der Unterschied zwischen medialer (M = 2. wobei die mediale Beziehungsdimension (M = 2. Vergleicht man die Intensität der Beziehungsdimensionen von Frauen und Männern zu weiblichen bzw. Das Item „Wenn es möglich wäre.

ns) oder das Geschlecht des Avatars (F(1. Avatare sind also offensichtlich in der Lage. dass gegengeschlechtliche parasoziale Beziehungen etwas intensiver zu sein scheinen als gleichgeschlechtliche. Tabelle 2: Intensität der medialen parasozialen Beziehung (Mittelwerte auf einer Skala von eins bis fünf) in Abhängigkeit vom Geschlecht der Befragten und des Lieblings-Avatars. feste „Freunde“ von Internetnutzern zu werden. Zukünftige Untersuchungen müssen hier weitere Klärung erbringen.26. jedoch nicht. Insofern legt die gefundene Zwei-Faktoren-Lösung nahe. Medienpublika an sich zu binden – wenn auch nicht sehr fest –.75 (.333) = .333) = . Die Dimensionierung der parasozialen Beziehung in quasi-reale Beziehungsdimension einerseits und mediale Beziehungsdimension andererseits entsprechen recht gut der Einteilung. ns).333) = . ns). noch ergeben sich Haupteffekte für das Geschlecht der Befragten (F(1. Dennoch gibt es Anzeichen dafür. dass auch zu virtuellen Akteuren Ansätze parasozialer Beziehungen entstehen.95) n = 107 1. Diskussion Die parasozialen Beziehungen der Befragten zu ihrem selbst ausgesuchten LieblingsAvatar sind nur schwach ausgeprägt.10 (1. Anzahl der Fälle) 1. was ebenfalls ein aus dem Fernsehbereich bekanntes Muster (Vorderer & Knobloch.61. wobei sie die Erscheinung der virtuellen Figuren sehr wohl als attraktiv empfinden können. Anzahl der Fälle) 2.04) n = 107 Mediale parasoziale Beziehung zu weiblichen Avataren (M und SD.89 (1.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare ns) und für das Geschlecht des Avatars (F(1. Diese Erkenntnisse können jedoch noch nicht als gesichert gelten. die Vorderer (1998) vornimmt. zum Beispiel das Modell eines schönen Menschen verkörpern. Geschlecht der Befragten Mediale parasoziale Beziehung zu männlichen Avataren (M und SD. Es finden sich keine Hinweise darauf. 1996) darstellt. indem sie starke parasoziale Beziehungen knüpfen. ns) können hingegen nicht ausgemacht werden. dass zu Avataren strukturell ähnliche Beziehungsmuster bestehen wie zu Fernsehfiguren. Dafür spricht auch. weil die Mittelwerte der verschiedenen Avatare auf der Skala zu parasozialen Beziehungen sehr gering ausfallen. Die Rezipienten wahren ihnen gegenüber eine gewisse Distanz.30 (.26. sondern indem sie ästhetische Präferenzen bedienen.333) = . dass virtuelle Akteure bereits das Potenzial besitzen.86) n = 35 2. 359 .00) n = 93 Männlich Weiblich Innerhalb der quasi-realen Beziehungsdimension findet sich dagegen weder ein Interaktionseffekt zwischen dem Geschlecht der Befragten und des Star-Avatars (F(1.03.

Es liegt daher nahe zu vermuten. In beiden Varianten waren die Endpunkte der Likert-Skala mit „trifft überhaupt nicht zu“ bzw. auch Klimmt. wie viele Tomb Raider-Titel die Teilnehmer besaßen und wie sie diese bewerteten. füllt dank ihrer „körperlichen“ Erscheinung ganze Bilderstrecken in Zeitschriften und ziert zahlreiche Fanposter (vgl. der Lara Croft betraf. Für den Durchlauf. nämlich auf Lara Croft. Die Fragen konnten auf Wunsch auch online beantwortet werden. [Name der Lieblingsfigur] in der nächsten Folge wieder zu sehen“ umformuliert in „Ich freue mich darauf. 1999).M&K 49. Durch die Modifikationen sollte die 20-Item-Skala speziell die Qualität der parasozialen Beziehungen besser erfassen. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden. Lara Croft in der nächsten Tomb Raider-Folge wieder zu sehen“ (siehe Anhang). und zum anderen ist Lara Croft auch in zahlreichen anderen Medienangeboten in Erscheinung getreten: Sie „spielt“ in einem Musikvideo („Männer sind Schweine“) mit. Methode Im Rahmen einer größeren Studie über Computer. denn während des Computerspielens agiert sie unter der vollständigen Kontrolle durch die Spieler. Perse und Powell (1985) in der modifizierten Form von Vorderer und Knobloch (1996) zum Einsatz. Insofern kann sie als Mischform aus Stellvertreter. Sie dürfte neben dem Videospiel-Helden Mario die bekannteste virtuelle Figur sein. wurden einige Items so umformuliert. denn zum einen gehören die Tomb Raider-Spiele zu den meist verkauften Titeln weltweit. 2001.und Videospiele (vgl.und Star-Avatar begriffen werden. Die Teilnehmer füllten die Skala zunächst in Bezug auf Lara Croft aus. Sie könnte ebenso als beliebter und bewunderter „Star“ fungieren wie zum Beispiel die Action-Helden aus Kino oder Fernsehen. So wurde beispielsweise das Item „Ich freue mich darauf.bzw. auf den wortgleichen Internet-Fragebogen wurde im Anschreiben hingewiesen. dass sie besser zum Kontext der Computerspiele passten. Klimmt & Vorderer. Fernsehfigur. Zusätzlich wurde abgefragt. dass Lara Croft den Mediennutzern und Computerspielern „Angebote“ für parasoziale Beziehungen unterbreitet. Er umfasste insgesamt elf Seiten. die Protagonistin der mittlerweile fünfteiligen Computerspiele-Reihe Tomb Raider. Unter den Teilnehmern wurden zahlreiche Preise verlost. Der Fragebogen wurde an 5000 Personen aus der Kundendatenbank eines großen ComputerspieleUnternehmens verschickt. Dazu kam die in der Forschung über parasoziale Beziehungen bewährte Skala von Rubin. „trifft voll und ganz zu“ bezeichnet. auch Rettberg. 2001) wurden die parasozialen Beziehungen zu Lara Croft und zu einer von den Teilnehmern genannten Lieblingsfigur aus Film oder Fernsehen erhoben. In der Studie wurde deshalb ein Vergleich der parasozialen Beziehung zu Lara Croft mit der Bindung an eine beliebte Figur aus Film oder Fernsehen angestellt. bei ihren sonstigen Medienauftritten wird sie dagegen als selbstständige Persona inszeniert. gibt „Interviews‘. nannten anschließend ihre bevorzugte Figur aus Film oder Fernsehen und beantworteten dann die Skala erneut. dieses Mal in Bezug auf die genannte Film. Jahrgang 3/2001 Studie 2 Fragestellung Studie 2 konzentrierte sich auf einen einzigen virtuellen Akteur. inwiefern die parasozialen Beziehungen zu einer – besonders bekannten – virtuellen Figur hinsichtlich ihrer Intensität und Qualität den parasozialen Bindungen zu einer besonders populären Fernsehfigur ähnlich sind. 360 .

jedoch liegen die Werte im Vergleich zu der Subgruppe mit weiblichen Lieblingsfiguren etwa einen halben Skalenpunkt niedriger – sowohl für die TV-Figur als auch für Lara Croft. Anschließend wurden die Lieblings-TV-Personen nach ihrem Geschlecht getrennt betrachtet und die parasozialen Bindungen zu ihnen erneut mit Lara Croft verglichen. Die parasozialen Beziehungen zu weiblichen TV-Figuren erzielten den höchsten Wert im Indexvergleich. Der Unterschied ist signifikant (t(321) = -11.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Ergebnisse Insgesamt schickten 349 Personen den Fragebogen ausgefüllt zurück (Rücklaufquote: sieben Prozent).94) als auch im Durchlauf für die Lieblingsperson aus Film und Fernsehen (über alle genannten Figuren hinweg: Cronbachs α = . Es folgten Al Bundy sowie Agent Moulder aus der Mystery-Serie „Akte-X“. SD = 8.06. Zunächst wurden die Skalen zur parasozialen Beziehung zu Mittelwert-Indizes zusammengefasst und für Lara Croft und die genannte TV-Lieblingsfigur gegenübergestellt. Rund 26 Prozent der Befragten nutzte das Internet zur Beantwortung. Sie sind hinsichtlich ihrer Darstellungsform ähnlich „abstrakt“ wie die Computerfigur Croft und wurden deswegen einem gesonderten Vergleich unterzogen.14.36) der zum Erhebungszeitpunkt erhältlichen vier Tomb Raider-Titel. Angesichts des betont bzw. dass männliche Befragte starke Bindungen zu weiblichen TV-Figuren wie Pamela Anderson berichten. Sowohl für Lara Croft (Cronbachs α = . den Vergleich der parasozialen Beziehungen zu verfeinern.43. Vergleich der Indizes. Die Auswertung beinhaltete vier Schritte.91 Jahre). Im letzten Schritt wurden Zusammenhänge zwischen dem Ausmaß der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und bestimmten in der bisherigen Forschung als zentral erachteten Merkmalen wie Dauer der „Bekanntschaft“ zur Persona betrachtet. und zwar die Gruppe der Zeichentrick-Charaktere. das Durchschnittsalter lag bei etwa 21 Jahren (M = 20.80) fällt geringer aus als zur Lieblingsfigur aus Film und Fernsehen (M = 2. nur knapp 15 Prozent der Teilnehmer besaßen kein eigenes Tomb RaiderSpiel. Das Ausmaß der parasozialen Beziehung zu Lara Croft (M = 2. die eine männliche TV-Figur bevorzugten. Bei den Personen.90) ergeben sich akzeptable interne Konsistenzen. Unter den 131 genannten Personae befanden sich höchst unterschiedliche Charaktere. SD = 1. SD = . Vergleich von weiblichen und männlichen TV-Personen mit Lara Croft. Da die überwiegende Mehrheit der Befragten männlich ist. Tabelle 3). Wie schon in Studie 1 erreicht der virtuelle Akteur also nur einen geringen Wert in der Skala zur parasozialen Beziehung und bleibt zusätzlich auch deutlich hinter der Lieblings-TV-Figur zurück. Insofern lässt sich 361 . konnte eine Geschlechterdifferenzierung auf Seiten der Teilnehmer nicht realisiert werden. SD = . übertrieben weiblichen Aussehens von Lara Croft lag es nahe. Im dritten Schritt wurde eine Subgruppe von TV-Personae Lara Croft gegenübergestellt. Mit Abstand am häufigsten genannt wurden Bart und Homer Simpson aus der Zeichentrickserie „Die Simpsons“. Die Beziehung zu Lara Croft fällt im Vergleich zu den weiblichen TV-Figuren deutlich schwächer aus. Die Skalen zur parasozialen Interaktion erzielten zufriedenstellende Reliabilitätswerte. p < . Vorderer und Knobloch (1996) fanden ebenfalls. indem das Geschlecht der TV-Person berücksichtigt wird (vgl. besteht dieser Abstand zwischen TV-Figur und Lara Croft ebenfalls. Lieblingsfiguren aus Film und Fernsehen nannten 325 Teilnehmer.80). Insofern war der Avatar Lara Croft in der Stichprobe sehr gut bekannt. Die überwiegende Mehrheit (95 Prozent) der Teilnehmer war männlich.60.76 Jahre.01). zum Beispiel das Pokémon Pikachu und Marcel Reich-Ranicki. Die Befragten besaßen im Durchschnitt zwei (M = 2.

01). die eine männliche LieblingsTV-Figur nannten (n = 274) 2. Sie sind ebenfalls weniger genaue Abbilder von „echten“ Menschen. Vergleich der parasozialen Beziehungen zu Lara Croft mit den Beziehungen zu Zeichentrick-Figuren. die intensivere parasoziale Bindungen an TV-Figuren berichten.18.49 (.96) Mittelwert PSBIndex zur TVFigur (SD) 2. In der bisherigen empirischen Forschung über parasoziale Beziehungen (im Überblick: Gleich. SD = . Dies gilt jedoch nicht im Vergleich zu einer Subgruppe von TV-Personae.77) 2. Bei genauer Betrachtung erreicht Lara Croft nämlich bei den Items aus der Skala „… ist erotisch“ und „Ich finde … attraktiv“ die höchsten Werte und wird dort nur von jungen TV-Heldinnen wie Buffy. 1997.77) liegt deutlich höher als der Wert für die Zeichentrickfiguren (t(317) = 6.77) und die Lieblings-TV-Figur (M = 2. zum Beispiel zwischen der parasozialen Beziehung und der Dauer der „Bekanntschaft“ mit der Persona (vgl. Lara Croft unterscheidet sich von TV-Personae durch ihre vergleichsweise unrealistische Erscheinung. Darüber hinaus wurde untersucht. p < . die die Befragten besaßen. Je mehr Tomb Raider-Spiele eine Person besitzt.01 die parasoziale Beziehung zu Lara Croft eher mit der zu einer weiblichen TV-Figur als mit der Bindung an eine männliche Figur vergleichen. Insofern lässt sich die parasoziale Bindung an Lara Croft eher mit der an Zeichentrickfiguren als mit der an TV-Personae aus Fleisch und Blut vergleichen.78) t-Wert im Vergleich zu Lara Croft (df) –4.78) –10. Kenny und Stan aus South Park) mit den Bindungen an Lara Croft verglichen.64 (47) α p < .09 (. ob Personen. Korrelate von parasozialen Beziehungen zu Lara Croft.31 (273) p < . Perse & Rubin. desto mehr Zeit hat sie auch mit Lara Croft verbracht.79. so ist zu vermuten. Die Analyse dieser Zusammenhänge kann 362 . Homer und Bart Simpson.97 (.77. nämlich zu Zeichentrickfiguren. SD = . ns). In dieser Subgruppe unterscheiden sich die Index-Werte für Lara Croft (M = 2. SD = . 1998) fanden sich immer wieder Zusammenhänge zwischen der parasozialen Beziehung zu TV-Personen und anderen Merkmalen. Im letzten Auswertungsschritt wurden daher die Zusammenhänge zwischen dem Index-Wert der parasozialen Bindung an Lara Croft und der Anzahl der Tomb Raider-Spiele. Insgesamt wählten 87 Befragte eine Zeichentrickfigur als Lieblings-Persona.66) nur geringfügig (t(84) = -1.07. Daher werden die parasozialen Beziehungen zu Zeichentrickfiguren (u. die eine weibliche LieblingsTV-Figur nannten (n = 48) Personen. auch zu einer stärkeren Bindung an Lara Croft neigen.54 (. pflegt also eine länger andauernde „Bekanntschaft“ mit ihr. Vorderer. sowie der Bewertung dieser Spiele betrachtet. die auch Horton und Wohl (1956) schon postuliert hatten. Jahrgang 3/2001 Tabelle 3: Vergleich der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und zur Lieblings-TVFigur. 1989).24. Zum Vergleich: Der Index-Wert der parasozialen Beziehung zu den übrigen (fotorealistischen) Personae (M = 2.M&K 49. der Dämonenjägerin übertroffen.01 2. Das von Vorderer und Knobloch (1996) berichtete Beziehungsmuster zwischen männlichen Rezipienten und weiblicher Persona scheint also auch auf Lara Croft zuzutreffen. a. aufgeschlüsselt nach Geschlecht der genannten TV-Figur Mittelwert PSBIndex zu Lara Croft (SD) Personen.

In der vorliegenden Studie war Lara Croft als Spiel-Figur vorgegeben worden und muss deswegen nicht zwangsläufig bei den Befragten so populär gewesen sein wie die selbst gewählte Lieblings-TV-Figur. deren Intensität mit den Bindungen zu Film. p < . Die Anzahl der von den Befragten besessenen Tomb Raider-Spiele korreliert relativ hoch mit der parasozialen Bindung (r = . wenn sich die Befragten nicht nur ihre LieblingsTV-Figur. parasoziale Beziehungen anzubieten. die bereits bei TV-Heldinnen für intensivere Beziehungen sorgt. Für diese Bewertung spricht. inwiefern sich das Verhältnis der Mediennutzer zum virtuellen Akteur Lara Croft mit dem zu einer TV-Persona vergleichen lässt. 1998. dass sich die Dimensionalisierung der in Studie 1 angewendeten Skala mit der Einteilung in anderen Untersuchungen zu parasozialen Beziehungen (Visscher & Vorderer. Jedoch ist es durchaus denkbar. 1956. Die nicht fotorealistische. 4. was ebenfalls mit den Ergebnissen aus dem Fernsehbe- 363 . Gleichwohl lassen sich Anzeichen zumindest für schwache Bindungen finden. p < . sondern auch ihre Lieblings-Spiel-Figur aussuchen dürfen. die als typisch für die Bindung an Personae gelten. nämlich die Dauer der Bekanntschaft und die positive Bewertung des Medienangebots. fühlt sich auch eher dem virtuellen Akteur Croft verbunden. dass sich die gefundenen Intensitätsunterschiede zwischen Lara Croft und der Fernseh-Figur einebnen.01). der Dauer der „Bekanntschaft“ und der Bewertung der Tomb Raider-Spiele finden. so dass insgesamt ein Vergleich zwischen Croft und Fernsehfigur auch nicht völlig unangemessen erscheint. Vorderer. Ähnlich wie bei TV-Serienfiguren hängt auch bei Lara Croft das Ausmaß der parasozialen Beziehung mit der Länge des Kontakts zusammen. So wirkt sich die wahrgenommene Attraktivität. Wer sich also auf eine intensive Bindung an eine Fernsehfigur einlässt. Horton & Strauss. Andererseits handelte es sich bei der Stichprobe um überwiegend intensive Nutzer von Tomb Raider-Spielen.01).Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare weitere Hinweise zu der Frage liefern. Diskussion Die virtuelle Akteurin Lara Croft ist offensichtlich nicht in der Lage.43. 1957) theoretisch und empirisch als fruchtbar. auch auf die Relation zu Lara Croft aus. Schließlich zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und der Beziehung mit der Lieblings-TV-Figur (r = .48. erweist sich der Zugang der parasozialen Beziehungen (Horton & Wohl. p < .oder Fernsehfiguren vergleichbar ist.01 und für Tomb Raider 4: r = .01).42. Schlussbetrachtung und Ausblick Um die Frage zu klären. dass diese Bindungen jedoch deutlich schwächer ausgeprägt sind als bei Fernsehcharakteren und vor allem von der von männlichen Mediennutzern empfundenen Attraktivität der weiblichen Persona Croft getragen werden. p < . wie Mediennutzer mit virtuellen Akteuren umgehen. Insofern hat die Studie einige Hinweise darauf geliefert. Auch die über 10er-Skalen erhobene Bewertung der Spiele weist einen deutlichen Zusammenhang mit der parasozialen Beziehung zu Lara Croft auf (für Tomb Raider 3: r = .60. sondern gezeichnete Darstellungsform der Figur Croft macht sie hinsichtlich der Beziehungsintensität vergleichbar mit TV-Zeichentrickfiguren und unterscheidet sie deutlich von „echten“ TV-Personae. Schließlich finden sich bei den parasozialen Bindungen an Croft Korrelate. 1998) deckt und dass sich in Studie 2 Zusammenhänge zwischen der parasozialen Beziehung zu Lara Croft. dass Computerspieler parasoziale Beziehungen zu einer virtuellen Akteurin entwickeln. in dem die Persona auftritt.

Krämer & Buschmann. Dies gilt nicht nur. So wahren die Mediennutzer eine gewisse Distanz zu den „neuen Prominenten“ wie E-Cyas oder Lara Croft. Petersen. als bewunderte Stars oder gar Freunde eignen sie sich weniger. Für entsprechende Studien müssen allerdings neue Erhebungsinstrumente entwickelt werden. Es ergeben sich also in den Daten strukturelle Ähnlichkeiten zu den Erkenntnissen der Forschung über parasoziale Beziehungen zu Fernseh-Personae. Weil jedoch mit verbesserten Konversationsfähigkeiten das Wissen der Rezipienten um die Virtualität von Avataren nicht gelöscht werden kann. Gleich. Die beiden vorgestellten Befragungsstudien über parasoziale Bindungen an Avatare zeigen. Wenngleich Avatare für die Befragten beider Studien keine Bedeutung im Sinne von Freunden oder guten Bekannten haben. aber auch für den Bereich der interaktiven Unterhaltung (Durkin & Aisbett. Kritik geübt (Hippel. 1996). An der in den vorgestellten Studien zugrunde gelegten Standard-Skala von Rubin. 2000. 1999. 1996. wie sie heute im Internet und in Computerspielen zum Einsatz kommen. Es ist jedoch abzusehen. Vorderer & Knobloch. 364 . dass virtuelle Akteure. in der Perspektive der Rezipienten eine andere Kategorie darstellen als Figuren aus Film und Fernsehen. sind die Beziehungen zu Avataren weit entfernt: Die Bezugspersonen (die Avatare) sind dem Namen und dem Aussehen nach den Mediennutzern bekannt. der Abhängigkeit des virtuellen Akteurs von der Darstellung in einer künstlichen Medienumgebung. bis zu welchem Maße sich die parasozialen Beziehungen zu ihnen tatsächlich denen zu menschlichen Prominenten angleichen werden. ihren „Zielgruppen“ zu gefallen. werden Avatare auch ihre „inneren“ Fähigkeiten verbessern. den Rezipienten bzw. Auf diese Weise für den Dialog mit den Mediennutzern gerüstet. geprägt. Von der geradezu überschwenglichen Bewunderung und Verehrung. desto größere Erkenntnispotenziale bergen Untersuchungen darüber. Jahrgang 3/2001 reich korrespondiert (Perse & Rubin. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Virtual-Reality-Systemen in zahlreichen Anwendungsbereichen sollte die medienpsychologische Forschung mit der Entwicklung insbesondere virtueller Charaktere Schritt halten. 1997). Vorderer. Insgesamt scheinen also die heute verfügbaren Avatare in der Lage zu sein.M&K 49. Bereits die hier beschriebenen ersten Annäherungen an parasoziale Beziehungen zu Avataren stießen an Grenzen der Skala. 1995). dass gegengeschlechtliche parasoziale Beziehungen intensiver ausgeprägt sind als gleichgeschlechtliche. Entsprechend stellt sich die Frage. wissen die Mediennutzer doch die ästhetischen Qualitäten virtueller Akteure zu schätzen. Während ihre äußere Erscheinung also bereits auf die Zustimmung der Rezipienten trifft und zur Publikumsbindung beiträgt. wie Mensch und Avatar miteinander interagieren. nämlich der TV-Figuren. 1989). Die parasozialen Beziehungen sind wenig intensiv und von der Medialität. wie sie typisch ist für Fans von TV-Stars (Leets. wird abzuwarten bleiben. 1992. dass virtuelle Akteure in Zukunft vor allem an Interaktionskompetenz gewinnen werden (Bente & Otto. Perse und Powell (1985) wurde bereits im Kontext des ursprünglichen Einsatzgebiets. inwiefern das Instrument für die Anwendung auf virtuelle Akteure geeignet ist. Klimmt. DeBecker & Giles. dürften virtuelle Akteure der kommenden Generationen auch als Bezugsperson für stärkere parasoziale Bindungen in Betracht kommen. also kognitiv repräsentiert. 1997. Je mehr und je komplexere Avatare die digitalen Welten bewohnen. Der Zusammenhang zwischen der Attraktivität des Avatars und der Stärke der „medialen“ parasozialen Beziehung wird in beiden Studien deutlich und ist auch aus der Forschung im Fernsehbereich bekannt (Gleich. 1999). 2001). In diesem Zusammenhang ist auch das Ergebnis plausibel. Bente. sie besitzen jedoch nur eine geringe emotionale Relevanz.

K. Gleich. Blittkowsky. ARD/ZDF-Online-Studie 2000: Gebrauchswert entscheidet über Internetnutzung. S. & Otto. (1999). R. Parasoziale Interaktion. J. Autonomous Agents and Multi-Agent-Systems. Bente. Unveröffentlichte Diplomarbeit an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. J.). Gleich. (2000). Gleich. Hippel. Ein Wirkungsvergleich videovermittelter und computersimulierter nonverbaler Kommunikation. Medienpsychologie. Eine empirische Untersuchung zu parasozialer Interaktion. J. S. Sind Fernsehpersonen die „Freunde“ des Zuschauers? Ein Vergleich zwischen parasozialen und realen sozialen Beziehungen. K. In P. Cyber-Starlets.): Fernsehen als „Beziehungskiste“. Höflich. Bemerkungen zu einer interaktionistischen Fernsehtheorie. (1999). Eimeren. K. & Buschmann. H.12. Parasoziale Interaktion als Spiel. Die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse. Verfügbar: http://rhein-zeitung. was die Menschen mit dem Computer machen. Krämer. 45 – 64. 11(2).Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare die zahlreiche Modifikationen unvermeidlich machten. van & Gerhard. Online-Kommunikation. Landau: Verlag Empirische Pädagogik. [online]. I. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen (S. 127 – 145. (1993). (1992). Identitäten. U. H. o. Medienpsychologie. T. N. Döring. soziale Beziehungen und Gruppen.html (18. Opladen: Westdeutscher Verlag. Rössler. B. Fabian. Hippel. (1999). In P. 225). Parasoziale Interaktionen und Beziehungen von Fernsehzuschauern mit Personen auf dem Bildschirm: ein theoretischer und empirischer Beitrag zum Konzept des aktiven Rezipienten. Vorderer (Hrsg. Computerrahmen und die undifferenzierte Wirkungsfrage oder: Warum erst einmal geklärt werden muß. Münster: LIT Verlag. 365 . C. Media Perspektiven. Schemata und Computerspiel. Durkin. 8(3). Petersen. Wege zu Nutzung und Wirkung (S. 47-64). (1996). The Role of Emotions in Believable Agents (Online). Available: http:// riss. Sydney: Office of Film and Literature Classification. Denn wer die Interaktion zwischen Mensch und Avatar untersucht.or.05.keris. Echt virtuell. 2(2). Fernsehen und Einsamkeit im Alter.. 338 – 349. 135 – 140. Insofern kann das mittlerweile recht alte Konzept der parasozialen Beziehungen uns helfen. J. 1-28). Bericht und Bibliographie. A. & Vilhjálmsson. sondern eine „direkte Interaktion mit wechselseitiger Kontingenz zwischen Mediennutzer und Bildschirmperson“ (Bente & Otto.-U. (1998).kr:8080/pubs/citations/journals/cacm/1994-37-7/p122-bates (18. montage/av. 1(1). & Aisbett. Neue Einsatzgebiete für Avatare. G. (8). (1994). T. H. (1997). G. 185) wie beim Fernsehen. K. (1999). betrachtet keine „Intimacy at a Distance“ (Horton & Wohl. 113-144).). (1993). Fully Embodied Conversational Avatars: Making Communicative Behaviors Autonomous.. R. Göttingen: Hogrefe. (2001). (Hrsg. 1956/1986. 94-98/2000) (S. 1996.00). Bonn. Literatur Bates. 217 – 242. Computer Games and Australians Today. 2(1). Hartmann. J. Cassel. N. In Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg. das Konzept der parasozialen Beziehungen sowohl in theoretischer Hinsicht als auch mit Blick auf seine empirische Messung stärker an die Erkenntnisse der Sozialpsychologie anzubinden (zu dieser Forderung vgl. Virtuelle Realität im Forschungseinsatz. Bente. (1996). Nr. Eine Weiterentwicklung erscheint jedoch sowohl in theoretischer wie auch in methodischer Hinsicht dringend geboten. 95 – 120. Computerspiele auf dem Prüfstand (Staffel 12. J. Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Virtuelle Realität und parasoziale Interaktion. montage/av.2000). Eine empirische Untersuchung über parasoziale Beziehungen und Beziehungsqualitäten zu Star-Avataren wie E-Cyas oder Lara Croft. die Rezeption der neuen Medien zu verstehen. U. Fritz.de/old/99/09/23/internet/news1. In diesem Zusammenhang bietet es sich an. 1997). Sozialpsychologie des Internet. (2000). (1999).

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689 – 707). Opladen: Westdeutscher Verlag. Mahwah. wenn Lara Croft Probleme hat. (1998). Trzka. 8(3). Baden-Baden: Nomos. in der für die Anwendung auf Lara Croft modifizierten Variante • Wenn ich Lara Croft auf dem Bildschirm sehe. J. NJ: Erlbaum. In Association for Computing Machinery (Hrsg. Avatar oder Agent. • Wenn in Zeitungen oder Zeitschriften etwas über Lara Croft stünde. kommt es mir vor. Vorderer. & Vorderer. (1996b). Visscher. P. Vorderer.. (Hrsg. • Es kommt sogar vor.01. P. & Knobloch. H. (1996). [online]. (1998). dass ich Lara Croft vermisse. S. 367 . P.de/archiv/1995/41/index. Zeitschrift für Medienpsychologie. (1995). München: Goldmann. M. J. Opladen: Westdeutscher Verlag.2001).). Vorderer (Hrsg. • Ich leide mit. Anhang: Items zur parasozialen Beziehung (nach Vorderer & Knobloch. A. Zapfe. • Wenn Lara Croft eine Figur in einem anderen Spiel wäre. Vorderer (Hrsg.2000). Unterhaltung durch Fernsehen: Welche Rolle spielen parasoziale Beziehungen zwischen Zuschauern und Fernsehakteuren? In G. Themen. Bodychat: Autonomous communicative behaviors in avatars. P. Verfügbar: http://www. N. Wulff. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen.cfm?path=http://www. als wenn ich mit Freunden zusammen wäre. New York. & Sudhoff.computerwoche. Bild. 201 – 216. als Freunde der Zuschauer. dann fühle ich mich wohl.computerwoche. S. • Lara Croft ist erotisch. (2000). Parasozialität und Fernsehkommunikation. wenn ich Tomb Raider längere Zeit nicht gespielt habe. Picard. wenn ich in der gleichen Situation wäre wie Lara Croft. • Ich würde Lara Croft gerne einmal persönlich kennen lernen. Zöllner (Hrsg. 433 – 460. Fernsehforschung in Deutschland. Opladen: Westdeutscher Verlag. Proceedings of the Second International Conference on Autonomous Agents (S.). 153 – 171). H. Vorderer.).Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Stephenson.de/archiv. Vorderer. Interactive Entertainment and Beyond. In P. Parasoziale Beziehungen von Vielsehern zu Charakteren einer Daily Soap. Brinkmann. Roters. H. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen (S. Turing. P. • Ich habe den Eindruck. (1995). Medienpsychologie. Vorderer. 1996). [online]. S. würde ich es auf jeden Fall spielen. Mind. 163 – 181. Fernsehen als „Beziehungskiste“. (1950). Jurga (Eds. 21 – 36). Derrick und Co. In D. Inszenierungsgesellschaft (S. In H. P. Eine explorative Studie über parasoziale Beziehungen zu Serienfiguren. Orientierung und Problembewältigung durch TVTalkshows: Empirische Ergebnisse und Erklärungsansätze. Vilhjálmsson. würde ich es auf jeden Fall lesen.02. Snowcrash. dass Lara Croft ähnliche Dinge wichtig sind wie mir. Freunde in guten und schlechten Zeiten.html (19. (1996). P. W. Trepte. • Ich freue mich darauf. Akteure. Lara Croft in der nächsten „Tomb Raider“-Folge wiederzusehen.) (1996a). Computing Machinery and Intelligence. Klingler & O. A.). wie ich mich verhalten würde. 453 – 469). S. (1998). Willems & M. 269 – 277). (1998). Ueberhorst.). • Ich finde Lara Croft attraktiv. Media Entertainment: The Psychology of its Appeal (S. 8 (3).de/service. & Cassel.archiv/avatare/kyoko (03. (im Druck). Parasoziale Beziehungen zu Serienfiguren: Ergänzung oder Ersatz? Medienpsychologie. S. Fernsehen als „Beziehungskiste“. W. Methoden (S. Verfügbar: http://www. Die virtuelle Lotusblüte. Zillmann & P. S. • Manchmal überlege ich mir. 49.

• Wenn ich Probleme habe. wie z. • Ich bewundere Lara Croft. • Ich wäre gerne wie Lara Croft. B. • Auf Lara Croft kann man sich verlassen. • Manchmal vergleiche ich das Leben von Lara Croft mit dem Leben von Verwandten. Freunden und Bekannten.M&K 49. • Ich empfinde Lara Croft als echte Person. Jahrgang 3/2001 • In besonders spannenden Situationen kommt es schon mal vor. • Manchmal vergleiche ich mein Leben mit dem Leben von Lara Croft. wie Lara Croft sich selbst in meiner Situation verhalten würde. 368 . dass ich Lara Croft etwas zurufe. • In vielen Punkten ähnelt das Leben von Lara Croft meinem Leben. überlege ich mir manchmal. „Pass auf“.

pdf (Stand: 28. Vogel (1991) hat allgemein Formen der Bürgerbeteiligung am Rundfunk analysiert und geht dabei am Rande auch auf freie Radios ein.freie-radios.Sprechen im freien Radio Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks Jan Pinseler In den 90er Jahren hat sich die Zahl der lizenzierten freien Radios in der Bundesrepublik Deutschland vervielfacht.de/bfr/bfr-karte. dass das Potenzial dieser Sender vor allem darin besteht. werden sie von der Kommunikationswissenschaft fast vollständig ignoriert. das Medium Hörfunk zu „entzaubern“.und außerhalb freier Radios über die Möglichkeiten und Potenziale freie Radios eingegangen. sondern dass es aufgrund der größeren Nähe zur Alltagssprache auch anderen Personen möglich ist. Aus der Kontrastierung dieser Ergebnisse mit konversationsanalytischen Studien zu 1 Vergleiche www. dass im freien Radio nicht nur andere Themen als in anderen Medien vorkommen können. den Hörfunk selbstbestimmt als Kommunikationsmittel zu nutzen. dass die Besonderheit freier Radios darin besteht. als auch Gespräche. die strukturell die Form von Nachrichteninterviews haben. Dabei ist die Situation in den verschiedenen Bundesländern sehr unterschiedlich. Während etwa in Baden-Württemberg. Februar 2001). werden freie Radios zum Beispiel in Bayern und Sachsen wie private Hörfunksender behandelt und sind in einer schwierigeren rechtlichen Lage. gibt für Deutschland den freien Radios eine Mitschuld daran. der die freien Radios in den Gesamtzusammenhang einer „Theorie alternativer Kommunikation“ einbindet und dabei eine detaillierte Bestandsaufnahme Freier Radios in der BRD bis Mitte der achtziger Jahre leistet. 2 Ausnahmen sind Weichler (1987). Nicht mitgezählt wurden Radiogruppen. Daraus folgt. 369 . verkennt jedoch deren Formen von Zugangsoffenheit und wird daher deren Senderealität nicht gerecht. 1. Daran schließt eine konversationsanalytische Untersuchung von Gesprächen in einem freien Radio an. Obwohl es freie Radios also seit einigen Jahren fast in der ganzen Bundesrepublik gibt. Hessen oder Niedersachsen nichtkommerzielle Lokalradios in den jeweiligen Landesmediengesetzen vorgesehen sind und dementsprechend viele solche Radiosender existieren. eine Sprache des Alltags auch im Hörfunk zu verwenden und unterschiedliche subjektive Standpunkte zu Gehör zu bringen. Einleitung Derzeit gibt es nach Angaben des Bundesverbandes Freier Radios dreiundzwanzig freie Radios in der Bundesrepublik. Aus den Selbstbeschreibungen freier Radios und theoretischen Überlegungen aus ihrem Umfeld lässt sich ableiten. die im Rahmen des Bürgerfunks in Nordrhein-Westfalen senden.1 Die meisten dieser Radiosender haben erst in den letzten fünf bis acht Jahren eine Lizenz erhalten. Für die Hessische Landesmedienanstalt hat Merz (1998) die als nichtkommerzielle Radios in Hessen lizenzierten Sender untersucht. der hauptsächlich einen internationalen Vergleich nichtkommerzieller Radios vornimmt. Kleinsteuber (1991). die eher Gesprächen im Alltag ähneln.2 Im Folgenden soll zunächst kurz die Entwicklung der freien Radios in der Bundesrepublik nachgezeichnet werden. dass nichtkommerzielle lokale Hörfunkstationen nicht entstanden seien (1991: 355). dass hier sowohl Gespräche möglich sind. In diesem Zusammenhang wird vor allem auf die Diskussion inner. Anhand einer konversationsanalytischen Untersuchung von Sendungen des coloRadio in Dresden wird gezeigt.

V. Freie Radios zeichnen sich – so kann aus ihren Selbstbeschreibungen gefolgert werden – in Abgrenzung zu öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern sowie zu Ausbildungs. Als die freien Radios in der alten Bundesrepublik entstanden. Während Offene Kanäle grundsätzlich offen für jede Sendung sind. 2. (1995) und Radio-Initiative Dresden (1994). Ziel freier Radios ist nicht die vereinzelte Herstellung von Sendungen. Die Redakteure sollen miteinander über das kommunizieren und diskutieren. Eine Ausnahme ist Radio Z. 1987). die offen sind für Mitarbeit und diese zu ermuntern versuchen. waren sie vor allem Ausdruck eines Bedürfnisses nach selbstbestimmten Medien. Die Strukturen freier Radios sollen dementsprechend zum einen die Zugänglichkeit und die Offenheit nach außen herstellen und zum anderen Einschaltmöglichkeiten schaffen. inwieweit sich freie Radios in ihrer Praxis von anderen Hörfunksendern unterscheiden. andererseits eine Vielzahl nichtkommerzieller Lokalradios.und – vor allem – Hörfunksender entwickelt.und Universitätsradios dadurch aus. ziel ist dabei die emanzipation der hörenden und sendenden innerhalb der konventionellen medienlandschaft“ (Freies Sender Kombinat. Freie Radios in der Bundesrepublik 2. Ihre Finanzierung versuchen die freien Radios zu einem großen Teil aus Mitgliedsgebühren und Spenden zu sichern. das Werbung sendet. die sich selbst als „freie“ Radios bezeichnen und im Bundesverband Freier Radios (BFR) vereinigt sind. die Möglichkeit. Dazu gehören einerseits schon länger eine ganze Reihe von Offenen Kanälen. die über die auszustrahlenden Sendungen entscheiden. vgl. auch Weichler.1 Entwicklung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen In der Bundesrepublik hat sich vornehmlich in den letzten fünf bis zehn Jahren eine sehr vielfältige Szene nichtkommerzieller lokaler Fernseh.4 „freies radio ist der versuch. was gesendet werden soll. das Medium Hörfunk eigenverantwortlich zu nutzen. Unterschiede bestehen jedoch auch innerhalb der nichtkommerziellen Lokalradios hinsichtlich ihres Selbstverständnisses. indem das Programm selbst klar und nachvollziehbar strukturiert ist. 4 Vergleiche zum Beispiel Freies Sender Kombinat (1994). Das Ziel besteht darin. Freundeskreis Lokal-Radio Hannover e. Freie Radios in den siebziger und achtziger Jahren wollten Medien der 3 Vergleiche zu Offenen Kanälen etwa Kamp (1989) oder Jarren. ein medium aus seinem verwertungszusammenhang zu lösen. 370 . dessen Ziel erklärtermaßen darin bestand. Jahrgang 3/2001 Nachrichteninterviews einerseits und zu Gesprächen im Alltag andererseits soll schließlich abgeleitet werden. Mit Emanzipation ist dabei gerade keine medienpädagogische Erziehung zum richtigen Hören oder Senden gemeint. Eine große abgrenzbare Gruppe machen die Radios aus. 1994: 8). 1983: 134.3 haben nichtkommerzielle Lokalradios feste Redaktionen. bisher „unterdrückte oder verfälschte Nachrichten“ an die Öffentlichkeit zu bringen (Network Medien-Cooperative. Einer der ersten bundesdeutschen politischen Piratensender war 1975 der Piratensender Unfreies Westberlin. Grothe & Müller (1994).M&K 49. sondern die gemeinsame Erstellung eines zusammengehörenden Produkts. dass sie feste Strukturen haben. sondern die prinzipielle Austauschbarkeit von Hörenden und Sendenden. ein gemeinsames Senden zu befördern. Sie schließen Werbung als Einnahmequelle grundsätzlich aus.

die in Italien bereits seit 1975 bestanden und großen Eindruck auf die westdeutsche Linke machten (vgl. 1983: 110). Bedeutsam für die Wahrnehmung der italienischen freien Sender in der Bundesrepublik waren die „politisierten“ Radios. solche Meldungen. mit der die öffentlich-rechtliche Organisationsform als einzig mögliche Organisationsform von Rundfunk galt.2 Anspruch und Potenzial freier Radios Als Vorläufer der bundesdeutschen freien Radios können die radios libres gelten. 1983: 106 – 107). 371 . vergleiche auch Eco & Grieco (1978). Ruoff. Aus dieser Frustration bildete sich seit Mitte der siebziger Jahre auch eine alternative Medienpraxis heraus. Wichtigste Ziele dieser Radios waren dabei erstens die kollektive Produktion der Sendungen und die Selbstorganisation des Senders.Pinseler · Sprechen im freien Radio Gegenöffentlichkeit sein. wo ihre unverstellte Alltagsrealität in den Programmen bleibt“ (Faecke & Haag. Le Paige (1977) und Ruoff (1978). Network Medien-Cooperative. Parallel dazu hatte sich ab Mitte der siebziger Jahre in Westdeutschland die Diskussion um die Einführung des privaten Rundfunks intensiviert. wie etwa noch die Studentenbewegung. 1978: 5). Enzensberger (1970/1997) und Negt/Kluge (1972) wichtig. verzerrt oder falsch dargestellt (vgl. Mit dieser Debatte wurde zum einen die Selbstverständlichkeit aufgebrochen. 6 Für einen Einblick in die Praxis von Radio Alice vergleiche Kollektiv A/traverso (1977). allen voran Radio Alice in Bologna und Radio Popolare Milano. Network Medien-Cooperative. wer denn die ökonomische Kontrolle über die Sender ausüben solle.7 Diese italienischen Erfahrungen wurden zwar theoretisch reflektiert. wie sich das Me- 5 Vergleiche zur Rolle der Kommunikation in den neuen sozialen Bewegungen auch Roth (1991). Während Brecht und Benjamin einen Weg aufzeigten. Sie wollten unterdrückte Nachrichten verbreiten. die im Gefolge der Rebellion von 1968 entstanden waren und zunehmend erstarkten. Anders (1956). da sie „sich ständig vergeblich fragen müssen. das lange Zeit kaum kritisiert wurde. wie bis dahin Radio gemacht wurde. Genannt seien hier die Anti-AKW-Bewegung. die in den öffentlich-rechtlichen Medien nicht zu hören und in den Zeitungen nicht zu lesen waren. Alternativen wurden überhaupt erst einmal denkbar.6 Diese Sender füllten das Radioprogramm nicht (nur) mit anderen Inhalten. Für die Praxis westdeutscher freier Radios wurden vielmehr die kritischen Medientheorien von Brecht (1932/1975) und Benjamin (1934/1966). die „Bürger“ begannen sich zu wehren. stand plötzlich zur Disposition. jedoch kaum praktisch auf bundesdeutsche Verhältnisse übertragen. sie brachen auch sehr weit gehend mit den Prinzipien. Zum anderen wurde aber auch die Frage gestellt. 7 Vergleiche FRED (1977). Sie alle kamen in den öffentlich-rechtlichen Sendern entweder gar nicht vor oder fühlten sich in ihren Anliegen ignoriert. Betroffen von der Nichtbeachtung durch die etablierten Rundfunkveranstalter sahen sich vor allem die neuen sozialen Bewegungen. selbstbestimmte und selbst kontrollierte Strukturen für eine eigene Medienarbeit zu schaffen und nicht. die bestehenden Medien zu verändern (vgl. Diese versuchte. zweitens der freie Zugang für Betroffene zum Radio und drittens die Unvermitteltheit der Kommunikation. nach eigenen Medien wurden immer lauter. Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem.5 Die Forderungen nach einer unvermittelten Kommunikation. 1977: 110 – 111). die Hausbesetzerbewegung und die Friedensbewegung. und es wurde immer klarer. 2. dass es privat-kommerzielle Betreiber von Hörfunk und Fernsehen geben würde.

Freie Radios müssten sich hingegen das Recht nehmen zu senden. diese Theorien in diesem Sinne auch anzuwenden. wie eine Botschaft gelesen werde. Network Medien-Cooperative. Radio Alice habe drei wichtige Debatten eingeführt: Erstens die Debatte um das Radio als Sender der Bewegung. so die autonome a. 9 Vergleiche auch Lovink (1992) und Agentur Bilwet (o. andere Inhalte über freie Radios zu transportieren. sondern wollten diese umgestalten oder einem emanzipatorischeren Gebrauch zuführen.10 Aufgabe einer emanzipatorischen Radio- 8 Ein Beispiel. richtigere. von Medienarbeitern aus diesen bürgerlichen Medien auf ihre Brauchbarkeit für deren Medienpraxis hin untersucht. Ziel künftiger Gegenöffentlichkeit müsse daher sein. Und drittens die Debatte um die Informatisierung der Gesellschaft als kapitalistischem Prozess.k. dass die repressive Form von Rundfunkästhetik in allen Formen von Radios stattfindet (Wenzel 1998a: 28). Die Form des Gesagten sei aber genauso wichtig wie die Botschaft. Er betont. ohne sich an den bürgerlichen Medien zu orientieren und diese ständig korrigieren zu wollen. in dem die Akteure selbst zu Wort kommen. Gegenöffentlichkeit herzustellen (vgl. dass erst das Zusammenspiel zwischen Adressat. 1987). In Anlehnung an Enzensberger (1997) unterscheidet Ulrich Wenzel zwischen einer repressiven und einer emanzipatorischen Radioproduktion.M&K 49.-gruppe (1998). zur Diskussion um Einschaltquoten und Durchhörbarkeit im freien Radio auch Klug & Wenzel (1996). Das Konzept der Gegenöffentlichkeit orientiere sich an den bürgerlichen Medien. Sendungen dieser Art informierten niemanden. Kommunikationssituation und Code bestimme. sondern vereinheitlichten und verdichteten das Publikum. 1993: 44 – 45). spiegele dessen Inhalte nur. Weichler. Bedingungen zu schaffen. 1983. J. Genau deshalb funktioniere der Versuch so selten. 372 . ist ein von Dieter Baacke (1974) herausgegebener Sammelband. unter denen von der Normalität abweichende Bedeutungen möglich werden (1998: 44 – 48). da die Sprache selbst nicht nur ein Mittel. Insgesamt zeichnen sich diese kritischen Medientheorien durch eine sehr große Nähe zu den bestehenden Medien aus. also um die praktische Bedeutung dessen. brachen mit diesen nicht grundsätzlich. wahrere Informationen zu verbreiten (1998: 66).8 War es in den 70er und 80er Jahren noch grundlegendes Prinzip freier Radios in der Bundesrepublik. das Medium durch Unterwanderung zu verändern. da es sich auf die Inhalte von Kommunikation konzentriere und es in diesem Modell darum gehe.).r. In ihrer Auseinandersetzung mit der Praxis von Radio Alice in Bologna verwirft auch Katja Diefenbach (1998) das Modell der Gegenöffentlichkeit. In Anlehnung an die Semiotik und die Cultural Studies argumentieren sie. wie im Radio gesprochen wird. Zweitens die Debatte um Sprache als Praxis. die die bürgerlichen Medien angreifen und kritisieren. gehe vom Sender-Kanal-Empfänger-Modell aus. Botschaft. kritisierte zum Beispiel die Amsterdamer Autorengruppe Bilwet um Geert Lovink: „Das Ziel bestand in Korrektur und Ergänzung“ (Agentur Bilwet. in dem Information zur Ware wird (1998: 71 – 79). Darin werden Medientheorien.f. versuchte insbesondere Enzensberger. sondern „Machtformation“ sei (1998: 68).i. Jahrgang 3/2001 dium (Brecht) beziehungsweise der Autor (Benjamin) zu verändern hätten.9 Diese Strategie scheint auch weniger radikalen Vertreterinnen freier Radios die erfolgversprechendste: Das Konzept der Gegenöffentlichkeit. so kam das Konzept der Gegenöffentlichkeit in den 90er Jahren immer mehr in die Kritik und war immer weniger für die Praxis freier Radios handlungsleitend. 10 Vergleiche zu der Verdichtung und Vereinheitlichung des Publikums durch eine repressive Radioästhetik auch Wenzel (1998b).a.

die Sprache des Alltags. wie Radio gemacht wird.Pinseler · Sprechen im freien Radio praxis wäre es hingegen. je nachdem. die Akteure dieser Ereignisse sind. drittens. und einem rednerischen Gebrauch der Sprache. aus (1998: 7). immer Recht habenden Mediums. die italienische Vereinigung demokratischer Radiosender: „Es ist nicht wichtig zu berichten. • Eine solche Praxis hat zur Konsequenz. Freies 373 . die die Aktion durchführen. sondern muss es ihnen ermöglichen. Marcel Stötzler geht in seiner Analyse des Sprachgebrauchs im freien Radio von der Unterscheidung Humboldts zwischen einem Geschäftsgebrauch der Sprache. wer gerade spricht. die weitergeführt werden muss. dass Jeder ein Experte des Alltags ist. sich mit den Positionen der Sendenden auseinander zu setzen. nur eben anders als die anderen Radiosender. Zudem zeigt freies Radio. worin das emanzipatorische Potenzial freier Radios vor allem bestehen könnte: • Zum Ersten bietet freies Radio die Möglichkeit zur Entzauberung des Mediums Hörfunk. Aber nicht subjektiv im Sinne einer redaktionellen Linie. nimmt es dem Radio in seiner herkömmlichen Form die Aura des allwissenden. auch die der Manipulation und Verzerrung. welchen Beitrag sie zur Überwindung des Kapitalismus leisten könne. der den Hörenden zwar sagt. Zusammenfassend lässt sich aus den angeführten theoretischen Überlegungen ableiten. Freies Radio ist kein Stellvertreter gesellschaftlicher Kräfte. keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Freies Radio bietet also keinen alternativen Journalismus an. müsse sie sich fragen. Indem freies Radio vorführt. und entblößt damit seine Techniken. daß die Schüler. nicht die Sprache des Geschäftsgebrauchs. dass Jede Radio machen kann. Die Sprache des freien Radios ist daher. der das Nicht-Ganz-Verstehen und das Missverständnis einkalkuliert. • Zweitens kann freies Radio den Akteuren das Wort geben und durch die Einbeziehung der Hörer Debatten initiieren. lebt ein freies Radio gerade von einem ungenauen Sprachgebrauch. also „nicht Sinn zu stiften. Schon 1977 postulierte die FRED. sondern wichtig ist. • So folgt dann viertens auch. dass Objektivität nicht die Zielstellung eines freien Radios sein kann. Diese Subjektivität wird vor den Hörenden nicht verschleiert. Nur ein ungenauer Sprachgebrauch böte die Möglichkeit der Subversion und Abweichung. in dem sie eine Sprache des Verstandes und des Gefühls ist. sondern immer wieder subjektiv einen anderen Standpunkt einnehmend. sondern Sinn rekonstruktiv zu befragen und gleichzeitig zu dekonstruieren“ (1998a: 28). sondern es wird darüber von denjenigen berichtet. So sendet ein freies Radio keine abgeschlossenen Botschaften. sondern es erteilt diesen Kräften selbst das Wort. Während Letztere darauf angewiesen ist. die Bedingungen des Sprechens und Hörens zu ändern. Freies Radio muss subjektiv sein. Erst dies ermöglicht eine produktive Auseinandersetzung mit den Inhalten des freien Radios. was richtig und was falsch ist. dass sich auch die Sprache des freien Radios grundsätzlich von der anderer Radios unterscheidet. in dem Sprache als Zeichen gebraucht wird. dass in der Soundso-Schule das Direktorzimmer besetzt gehalten wird. es selbst sagen und sich beim Sprechen gleichzeitig über den Sender hören“ (1977:141). sondern Anstöße für eine Auseinandersetzung. Über Ereignisse wird nicht aus einem anderen Blickwinkel berichtet. Da Medienpraxis eine Dimension gesellschaftlicher Praxis sei. ihren Gegenstand möglichst genau und eindeutig zu bezeichnen. Der rednerische Gebrauch der Sprache sei die Sprache des Feierabends und der befreiten Zeit und müsse daher auch die Sprache des freien Radios sein.

Dabei geht es ihr um die Frage. Jahrgang 3/2001 Radio macht gar keinen Journalismus. Es kann hingegen grundsätzlich das Verhältnis zwischen Hörerinnen und Macherinnen verändern. das zugrunde liegende System ist unabhängig vom Kontext des Gespräches. vor allem in dem von ihnen organisierten spezifischen Verhältnis von Hörern und Machern liegt. Eine solche grundlegende Ordnung muss es geben. wie diese Ordnung in den Gesprächen manifest wird (vgl. Daraus lassen sich die 374 . Insbesondere im angelsächsischen Sprachraum sind eine Reihe von konversationsanalytischen Studien zu Nachrichteninterviews unternommen worden. Schegloff & Jefferson 1974: 699 – 700). Gespräche im freien Radio: eine Konversationsanalyse 3. Der Kontext ist dabei in den Handlungen der an der Interaktion Beteiligten vorfindbar. 1991). Heritage & Greatbatch. Clayman & Zimmerman 1988: 80) und zu zeigen. Ursprünglich wurde die Konversationsanalyse von Harvey Sacks und Emanuel Schegloff in den 60er Jahren für die Analyse alltäglicher Gespräche entwickelt. wie Menschen in ihren alltäglichen Interaktionen Wirklichkeit reproduzieren. indem die Rückkopplung der Hörer in die Sendungen eingeplant ist und der Sender selbst in der Verfügungsgewalt von Macherinnen und Hörerinnen liegt. Heritage. 3. als auch wiederholt auftritt. Er wird in der Interaktion reflektiert und verändert (vgl. in den Interaktionen ausgehandelte Ordnung ist. Ziel der Konversationsanalyse ist es. muss dieses System von Gesprächsregeln gleichzeitig kontextfrei und kontextsensitiv sein. den Schwerpunkt der Untersuchung also nicht auf die Inhalte der getätigten Äußerungen zu legen. Institutionalisierte Interaktionen bauen auf diesen alltäglichen Praktiken auf und können durch ihre Abweichungen von diesen alltäglichen Praktiken beschrieben werden (vgl. diese Ordnung zu entdecken und zu beschreiben und sie vom konkreten Gesprächsgegenstand verallgemeinernd und abstrakt darzustellen (vgl. Sacks. ob die Besonderheit freier Radios tatsächlich. Das heißt. an der sich die Beteiligten auch selbst orientieren und die sowohl wiederholbar ist. grundlegende Strukturen und Regelmäßigkeiten in sozialen Interaktionen zu bestimmen (vgl. Heritage & Greatbatch 1991: 94). passt sich aber in dem konkreten Gespräch dem Kontext an (vgl. Um dies zu ermöglichen. soll im Folgenden empirisch überprüft werden. Dazu wurden insgesamt zwölf aktuelle Informationssendungen der Monate Dezember 1998 sowie April und Mai 1999 bei coloRadio in Dresden mittels einer Konversationsanalyse untersucht. indem die Hörerinnen prinzipiell jederzeit zu Macherinnen werden können. ob und wie sich das tatsächliche Programm eines freien Radios von dem anderer Sender unterscheidet. da prinzipiell die Interaktionsform Gespräch bei jeglichem Grad von Bekanntheit der Gesprächspartnerinnen und zwischen jeglichen Personen möglich ist.M&K 49. Psathas 1995: 2 – 3). wie oben angenommen. Bergmann 1981: 16). vor allem die Organisation der in diesen Sendungen geführten Gespräche zu analysieren. Diese Methode ermöglichte es. sind grundlegende Praktiken der Interaktion. dass die Ordnung in den Gesprächen eine von den Beteiligten jeweils situationsabhängig produzierte.1 Methodisches Vorgehen Da dieses Potenzial ausschließlich auf der Grundlage theoretischer Überlegungen zu freien Radios gewonnen wurde. Die Praktiken mittels derer alltägliche Gespräche geführt werden. sondern zu untersuchen. Grundannahme der Konversationsanalyse ist daher. Aufgabe des Forschers ist es.

Dies hindert die Interviewerin jedoch prinzipiell nicht daran. Die Interviewer enthalten sich sogar systematisch irgendwelcher Bewertungen. wenn sie eine Frage nicht beantworten wollen. Die Interviewerinnen haben das Vorrecht. „ja“ oder „hm“ bestätigt wird oder gerade Gehörtes durch Äußerungen wie „gut“ oder „genau“ bewertet werden. Die folgenden Ausschnitte 11 Vergleiche zum Folgenden Heritage. außer wenn mehrere Personen gleichzeitig interviewt werden. 3. Diese langen Redezüge erwarten Interviewerinnen auch von den Interviewten. Der Interviewte erkennt aber den einleitenden Charakter dieser Fragevorbereitungen und wartet deshalb mit seinem Redezug. die in der Analyse vorgefunden wurden.Pinseler · Sprechen im freien Radio folgenden Unterschiede zwischen Nachrichteninterviews und Alltagsgesprächen beschreiben:11 1. 375 . welche Regeln die Beteiligten für die Organisation ihrer Gespräche im freien Radio verwenden. sind diese Signale in Nachrichteninterviews kaum zu finden. wiederfinden. und Interviewte müssen große Anstrengungen unternehmen. Im Nachrichteninterview gibt es lediglich Redezüge der Formen „Frage“ und „Antwort“. Untersucht werden muss dazu die alltägliche Produktion der sozialen Wirklichkeit „freies Radio“. bis eine Frage formuliert wurde. So kann herausgearbeitet werden. Interviewerin und Interviewter arbeiten also gemeinsam an der Produktion der Form „Nachrichteninterview“. den freies Radio darstellt. Das Recht der Zuweisung von Redezügen ist extrem asymmetrisch verteilt. wie sich also die Institution freies Radio in den Sendungen durch die Handlungen der Beteiligten bildet. wenn die Interviewten nur ganz kurz antworten. dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme von Gesprächsorganisationen im freien Radio gibt. sie können sich selbst kein Rederecht zuweisen. 4. Clayman & Zimmerman (1988). das Thema des Gespräches zu bestimmen. Heritage (1985) und Heritage & Greatbatch (1991). was sich immer dann deutlich zeigt. 3. Die Interviewten können Gespräche weder eröffnen noch beenden. Die Beteiligten vermeiden die Äußerung von Rezipientensignalen. ihre Frage einzuleiten und zu begründen. um den speziellen Ausschnitt von Wirklichkeit und sozialer Ordnung. dann können – auch im Vergleich mit Studien zum Sprechen im Alltag einerseits und zum Sprechen in Nachrichteninterviews andererseits – Schlussfolgerungen gezogen werden. In Nachrichteninterviews sind die einzelnen Redezüge meist sehr lang. Ist diese Alltagsmethodologie freigelegt. um im Frage-Antwort-Schema zu bleiben. Während in alltäglicher Kommunikation das Verständnis des Gesagten durch Äußerungen wie „ah“. was ein freies Radio tatsächlich leisten kann. Sie bestehen aus vielen Einheiten. in dem sich die unterschiedlichen Systeme von Gesprächsorganisationen.2 Beispiele Die Untersuchung zeigt. zu erzeugen. Im Folgenden wird diese Vielfalt an einem Beispiel dargestellt. Dann entsteht meist eine kurze Pause. Mittels der konversationsanalytischen Untersuchung der Sendungen bei coloRadio in Dresden sollte nun festgestellt werden. die ohne Rezipientensignale aneinander gereiht werden. wobei die Art des Redezuges für die Beteiligten vorher festgelegt ist: Die Interviewerin fragt und der Interviewte antwortet. welche Alltagsmethodologie die Beteiligten verwenden. 2.

nich die idealfrau von (. 10. 7. 14. 376 .) vielen frauen im stadtrat. Elli: Vera: (. 38. und eh frau (.) in der abstimmung favorisiert wurde? genau. und zu verschiedenen voten (-) gekommen sind. Elli-Moderatorin. Vera-am Telefon 1. 25. 15. 23. war vorschlag des obs. Um den inhaltlichen Kontext deutlich zu machen. 31. aus meißen. 16. 2. zumal zwei ausschüsse sich damit beschäftigt hatten im stadtrat. Für die Organisation des Gespräches spielt es – wie sich aus dem Vergleich mit anderen Gesprächen ergibt – keine Rolle. die einen. weil eben (. das im Magazin. und (-) die frau. doktor pino olbricht aus dresden. eh ich sag ma. die auch eine bündnisgrüne ist. aber es war nich die frau.-) aber die diskussion hat=s nicht gegeben.die jetz gewählt worden is. 19. Ein Verzeichnis der verwendeten Transkriptionssymbole findet sich im Anhang.eine andere kandidatin favorisiert. 6.98.-) 12 Die unterschiedlichen Systeme lassen sich an vielen Beispielen aus unterschiedlichen Sendungen zeigen. und das wurde ganz schnell abgestimmt. die frauenprojekte ham ne andere frau (-) favorisiert.] [und ] muss ne sehr große mehrheit geben. hat. 9. 21. einer regelmäßigen Informationssendung auf coloRadio.) die meisten stadträte sich dann dazu gar nicht geäußert haben. 4. Dezember 1998 ausgestrahlt wurde und in dem sich die Moderatorin mit einer Abgeordneten über eine Sitzung des Dresdner Stadtrates unterhält.war aber nich. 12. 11. 17. am 10.) marianne schulz ist neue Gleichstellungsbeauftragte. dass die Analyse nur für dieses eine Beispiel vorgenommen wurde.dass dass genau sie (. 3.. (.M&K 49. Jahrgang 3/2001 stammen aus einem Interview. in dem sich alle diese Systeme finden. dass es sich bei der Gesprächspartnerin um die Inhaberin einer (wenn auch sehr beschränkten) politischen Machtposition handelt. die wir uns fachlich und auch so von der zusammenarbeit der frauenprojekte her mit. und eh wir hatten eigentlich gehofft. Elli: Vera: [a=ha. die de. 10. und wie kam es jetz zu. 27. 26. 22. 32. 18.der eine ausschuss hat die kandidatin des oberbürgermeisters favorisiert.12. seine Wunschkandidatin. also es war (-) wir finden sie sympathisch. 24. 30. 5. beschränkt sich die Darstellung der Ergebnisse im Folgenden auf ein Beispiel. dass wir im stadtrat dann noch mal darüber diskutieren können. 13. 8. 20. der andere ausschuss hat die.als Gleichstellungsbeauftragte gewünscht hätten. Das heißt jedoch nicht.12 (01) Transkript: coloRadio-Magazin. 29. marianne schulz. Ausschnitt: Stadtrat.

37.) wie könnte man das in zukunft verhindern?=weil. 35. Durch die stark fallende Intonation in Zeile 27 sowie den zusammenfassenden Satz in den Zeilen 25 bis 27 signalisiert Vera der Moderatorin. ja. und (. 40. die entscheidensten leute sind meistens männer. Mit einem Rezeptionssignal zeigt Elli in Zeile 01 kurz an. Vera nutzt die Gelegenheit dann auch ausgiebig. also will sagen. beginnt. 41.-) ehm beschlussvorlage. 47. dass er mit einem verhältnismäßig langen Redezug von Vera. Vera am Telefon 33. die als Antworten gedeutet werden können und Elli unterlässt – von ihrem „aha“ in Zeile 01 einmal abgesehen – spontane Empfangsbestätigungen. die als Fragen interpretierbar sind. Elli weist sich dann aber selbst das Rederecht zu. obwohl sie in dem Moment — wie die Pause in Zeile 35 deut- 377 . ich glaube frauenpolitik is n thema was unheimlich eingefordert werden muss. dass Elli eigentlich eine längere Antwort von Vera erwartet hatte. Elli: (. dass sie nun doch mit ihrem Redezug zu Ende ist und gibt Elli die Chance. der interviewten Stadträtin. Die Überlappung in den Zeilen 01 und 02 zeigt dabei. ich bin nun inzwischen mit dreiundreißig immer noch die jüngste stadträtin. es gibt ja nun m=mehr leute die mit och ner gleichstellungsbeauftragten Zusammenarbeiten müssen. 34.-) also(. die wollten einfach ne entscheidung treffen. Dies tut Elli dann auch und nutzt ihren Redezug für eine Nachfrage zu Veras Ausführungen. 46. dass sie eigentlich auch noch gar nicht zum Ende gekommen war.12. abstimmung. was ich wirklich sehr schade fi(h)inde. Ähnlich geht es auch erst einmal weiter. 50. es gibt relativ wenig frauen im stadtrat und noch relativ wenig jüngere frauen.98 Ausschnitt: Stadtrat (Fortsetzung) Elli Moderatorin. die im Prinzip schon für sich einen abgeschlossenen Redezug bilden könnten. 49. nu. 51. 44. und damit gut. also einen sehr kurzen Redezug getan. (02) Transkript: coloRadio-Magazin. Dies ist typisch zumindest für den ersten Teil des Gespräches zwischen Vera und Elli.) den stadtrat schon als also so ein eh man sagt oft old men network.Pinseler · Sprechen im freien Radio Bei diesem Transkriptausschnitt fällt zuallererst auf. 45. ich erlebe (. Vera produziert Redezüge. Elli produziert Redezüge. Diese hatte lediglich drei Zeilen (Zeilen 30 – 32) für ihre Antwort benötigt. Bis hierhin sieht das Gespräch zwischen Elli und Vera wie ein ganz gewöhnliches Nachrichteninterview aus. 39. 10. ja. dass Vera ruhig weiterreden soll (auch vorher ging es schon um das selbe Thema). 38. 36. 42. 48. 52. die diese aber nicht beantworten kann. sich selbst als nächste Sprecherin auszuwählen. 43.. Vera: Elli: Vera: Die Pausen in den Zeilen 33 und 35 machen deutlich. 53. Der sehr lange Redezug von Vera besteht dann aus einer Vielzahl kleiner Einheiten.

73. 72. könnten wir uns drauf einichen. machst=u mit bei der sendung? gerne. die frauenprojekte ham darunter gelitten. das amt war lange unbesetzt. 77. 67. (03) Transkript: coloRadio-Magazin. nich völlig erfolglos. aber auch nich völlig erfolgreich. 66. Fortsetzung) Elli-Moderatorin.] was gab=s sonst noch? das war=s eigentlich. o=[kay ] [okay. wenn niemand sonst redet. und da power machen. also wir brauchen ja in jedem fall n neuanfang. 61. 68. dass eine Interviewerin einem Interviewer eine Nachfrage stellt. Jahrgang 3/2001 lich macht — gar nicht sofort etwas zu sagen weiß.] Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: 13 Damit ist Heritages „cooperative recycle” gemeint (1985: 106 – 108). dass sie als Interviewerin das Recht und die Pflicht hat. 10. 62. 55. Dies bedeutet. 79. 69.98. 60. Ausschnitt: Stadtrat (2. Sie formuliert deren Positionen noch einmal zusammenfassend (Zeilen 36 – 37) und gibt Vera damit die Möglichkeit. und da auch in stadtrat kommen. 56.. auf bald. indem sie der Interviewten eine kooperative Wiederholung13 anbietet. (.M&K 49. 71. die situation is da natürlich auch prekär. gut. 63. 81. coloradio macht mal eine sendung über gleichstellungspolitik in dresden. die Vera eigentlich nicht beantwortet. 378 . seine schon dargelegte Position noch einmal ausführlich zu erläutern. In diesem Fall „rettet“ sich Elli in eine Standardformulierung von Interviewern.-) [( ) ] [und ] von=ner öffentlichkeit her müssen wir auch power machen. 75. 57. In ihrem Redezug in den Zeilen 44 bis 53 führt sie stattdessen ein anderes Thema ein. ham jetz auch eh im haushalt eh sehr sehr=sehr um ihre gelder ringen müssen. Elli: Vera: ja: [is auch ] [haha und] man muss. 74. die es ihm ermöglicht. Vera-am Telefon 54. 58. also auch zu reden hat. 78. wie die Fortsetzung des Gespräches zeigt. Damit erkennt sie an. Darauf stellt Elli eine Frage nach der Konsequenz dieser Entscheidung. 76. was sie auch tut (Zeilen 38 – 39). 65. nun gut. 80.12. ihre Äußerung noch einmal zu bekräftigen. (-) dann dank=ich dir erst ma für heute. 70. tschü=[hüß ] [tschüß. man muss wirklich sehen dass jetzt mal jüngere frauen kandidieren. das Rederecht zuzuweisen. 59. also mein vorschlag. 64. das die Moderatorin gerne aufnimmt.

Diesen Übergang haben sie völlig unauffällig und anstrengungslos bewältigt. Es gibt vergleichsweise kurze Redezüge. Offensichtlich verfügen also die Beteiligten dieses Gespräches über die Fähigkeit. in den Zeilen 55 bis 58 einen politischen Aufruf zu tätigen. coloRadio solle mal eine ganze Sendung der Gleichstellungspolitik widmen. Die Beteiligten 379 . das eher nach den Regeln von Gesprächen im Alltag funktioniert. von der Form her. Diese beiden Pole kann man in Anlehnung an Atkinson (1982) als Orientierung auf eine formelle Interaktion und Orientierung auf eine informelle Interaktion bezeichnen. ihre Neutralität aufrecht zu erhalten. dass in diesem Sender öffentlich über die Art und Weise der Produktion von Sendungen geredet wird. ob sich Vera denn an der Produktion einer solchen Sendung beteiligen würde (Zeile 72). Elli überlässt Vera wiederum den Redezug. sondern interessierten Laien produziert werden. ebenso wie ein alltägliches Gespräch zu führen. Vera solle sich an der Produktion dieser Sendung beteiligen — zeigt. ohne dass bei einem einfachen Hören ein Bruch im Gespräch auffällig geworden wäre. die daraufhin noch einmal zum Handeln auffordert. verlässt also ihren neutralen Standpunkt als Moderatorin. Mit dem Abschluss dieser Abmachung durch die Moderatorin in Zeile 74 erhält dieses Gespräch dann endgültig eine andere Struktur. was dazu führt. Noch erstaunlicher. Offensichtlich wird hier dieses Wissen auch bei den Hörern vorausgesetzt. Insbesondere besteht es aus verhältnismäßig langen Redezügen. Mit einer Pause (Zeile 59) zeigt sie der Moderatorin dann an. ist die Reaktion der Moderatorin auf diesen Vorschlag. die als Frage interpretiert werden können. dass sich das Gespräch nach den für Nachrichteninterviews üblichen Regeln richtet. kurze Überlappungen und das Recht der Redezugzuweisung liegt nicht mehr alleine bei der Moderatorin. Die Selbstverständlichkeit mit der beide diese Selbstthematisierung des Senders behandeln — weder reagiert die Moderatorin in irgendeiner Art irritiert auf den Vorschlag der Interviewten. das von den Regeln der Gesprächsführung her einem Nachrichteninterview sehr ähnlich ist. Die Moderatorin tätigt ausschließlich Äußerungen.Pinseler · Sprechen im freien Radio In Zeile 54 beginnt Elli dann die Form des Interviews zu durchbrechen. die jede für sich einen abgeschlossenen Redezug bilden könnten. übergegangen zu einem Gespräch. und dass Sendungen nicht von bezahlten Redakteurinnen. Inhaltlich kehren die Gesprächspartnerinnen zwar noch einmal zum Interviewthema. dass sowohl Moderatorin als auch die Interviewte gleichzeitig zu reden anfangen und sich somit ihre Äußerungen für einen kurzen Zeitraum überlappen (Zeilen 60 und 61). Die Moderatorin reagiert darauf nicht sofort. Sie fragt nach. In ihrem Gespräch im Radio sind sie dann in der Lage. dass sie ihren Redezug beendet hat. Die Interviewte hingegen tätigt ausschließlich Äußerungen. die als Antwort interpretierbar sind. also insbesondere in Bezug auf die Regeln des Sprecherwechsels und des Rechtes der Redezugzuweisung. sie stimmt dieser auch noch explizit zu. der Sitzung des Stadtrates zurück. zwischen diesen beiden Gesprächsarten zu wechseln. Sie trifft Vorkehrungen. Die an dem Gespräch Beteiligten enthalten sich der Äußerung von Rezipientensignalen. Die beiden Gesprächspartnerinnen sind also von einem Gespräch. dass es für beide nichts Außergewöhnliches ist. dass sich eher an den Regeln von Alltagsgesprächen orientiert. Dies nimmt wiederum Vera zum Anlass. wenn Vera in den Zeilen 62 bis 64 vorschlägt. Dabei zeichnet sich die Orientierung auf eine formelle Interaktion dadurch aus. Diese beinhalten jeweils mehrere Einheiten. führen Elli und Vera nun aber ein Gespräch. was diese zusagt (Zeile 73). dass sie hier im Radio das Radio selber thematisiert. noch ist diese verwundert über die Idee Ellis. Nicht nur akzeptiert sie die Themensetzung durch die Interviewte. ein Nachrichteninterview zu führen. Interessant ist vor allem. jedenfalls im Kontext eines Nachrichteninterviews.

Dies bedeutet insbesondere. dass von einer Orientierung zu einer anderen Orientierung gewechselt wird. wobei beide (oder alle) Gesprächspartner nicht aus ihren Rollen als „Interviewerin“ beziehungsweise „Interviewter“ fallen. Sie sind allerdings nie völlig undeterminiert. aber auch innerhalb eines Gespräches geschehen. Das Recht der Redezugzuweisung liegt nicht ausschließlich bei der Moderatorin. zwischen diesen beiden Polen mühelos hin und her zu wechseln. in der Institution „freies Radio“ mögliche kommunikativen Praktiken beschreiben: 1. Dies kann von Gespräch zu Gespräch. da selbst in den Gesprächen. Die Besonderheit von Gesprächen im freien Radio besteht also gerade in der Möglichkeit. dass ihnen die Existenz des mithörenden Publikums bewusst ist. und die Interviewte selber Themen setzen kann. dass sie selbst das Erfragte schon weiß. In einer Vielzahl von Beispielen lassen sich die verschiedenen Ausprägungen dieser Regeln sowie das Vorkommen von Zwischenstufen in den Gesprächen im Magazin von coloRadio zeigen. und benutzt den Bezug auf die Hörerinnen für Fragebegründungen. die es den Beteiligten erlauben. 4.M&K 49. Das Gespräch wird ausschließlich für das mithörende Publikum geführt. 2. Insbesondere sind die einzelnen Redezüge relativ kurz. Jahrgang 3/2001 folgen in ihrem Gespräch im Wesentlichen einem vorher vor allem von der Moderatorin festgelegten Plan. 380 . dass der Interviewer keine Vorkehrungen mehr treffen muss. Es kommt zu vielen. Zusammenfassung Wie oben beschrieben. Ihr bleibt es aber vorbehalten. um seine Neutralität zu wahren. Eine Orientierung auf eine informelle Interaktion zeichnet sich hingegen durch die folgenden Eigenschaften aus: Das Gespräch weist die für Alltagsgespräche typischen Merkmale auf. Die Regeln des Sprecherwechsels sind in diesen Gesprächen in unterschiedlichem Ausmaß vorher festgelegt. auf Fragen zu Geschehnissen und Einstellungen zu antworten. Das Recht der Redezugzuweisung liegt ausschließlich bei der Moderatorin. Ihr Gespräch zeigt aber auch. Die Gesprächsbeteiligten lassen erkennen. die Nachrichteninterviews sind. können Abweichungen vom Regelsystem für die Organisation von Gesprächen im Alltag zurückgeführt werden auf den institutionellen Kontext. und die Redezüge der Beteiligten sind stärker als bei der formellen Orientierung aufeinander bezogen. das Gespräch zu eröffnen und zu beenden. dass die Moderatorin aus einem Interesse für den Gesprächsgegenstand heraus fragt und ihr die Antworten nicht vorher bekannt sind. Zusammenfassend lassen sich damit folgende. 3. aber kurzen Überlappungen. zumindest das Recht der Eröffnung und der Beendigung von Gesprächen beim Moderator liegt. Das Gespräch wird sowohl für die Beteiligten als auch für das mithörende Publikum geführt. Die Moderatorin zeigt durch ihre Äußerungen. in dem diese Gespräche geführt werden. Sogar innerhalb eines einzigen Gespräches ist es möglich. Die an dem Gespräch beteiligten Personen zeigen durch Rezipientensignale ihrem Gesprächspartner ihre Aufmerksamkeit und ihr Verstehen oder Nichtverstehen an. Die Agierenden im freien Radio sind in der Lage. die Rollen „Interviewer“ und „Interviewte“ zu verlassen. Im freien Radio können Gespräche realisiert werden. zwischen diesen Gesprächsformen zu wechseln. Zusätzlich können im freien Radio aber auch Gespräche geführt werden. Der Verlauf des Gespräches zeigt einen relativ hohen Grad an Spontaneität. die ansonsten sehr stark Gesprächen im Alltag ähneln. die also Personen die Gelegenheit geben.

zum einen das Verhältnis zwischen Hörerinnen und Machern zu verändern und zum anderen vorrangig diejenigen zu Wort kommen zu lassen. in: klipp & klang radiokurse (Hrsg. 381 . Literatur Agentur Bilwet (1993): Medien-Archiv. Dieter (Hrsg. Wo vor allem der Anspruch nicht besteht. Mannheim.r. In: British Journal of Sociology 33. eine andere als in professionellen Medien ist. Günther (1956): Die Welt als Phantom und Matrize. München.Pinseler · Sprechen im freien Radio Obwohl sich die Untersuchung auf Sendungen in einem freien Radio beschränkt hat. wenn sie ein Sprechen im Radio aktiv befördern. Philosophische Betrachtungen über Rundfunk und Fernsehen. ein Nachrichteninterview zu geben. Medienwirkungstheorie und Kommunikationsguerilla.) (1974): Kritische Medientheorien.a. Jörg R. Bensheim & Düsseldorf. werden dort aber häufig ihres gesellschaftskritischen Potenzials beraubt. Informationsfetisch. in: Schröder. Andere Themen kommen heute auch in anderen Medien vor. 9 – 51. trotzdem Gespräche im freien Radio zu führen. dass im freien Radio nicht nur andere Themen als in anderen Medien vorkommen können. S. Für die freien Radios lässt sich konstatieren. Dies bedeutet. München. scheint jedoch nicht zulässig. Düsseldorf.i. das Beteiligung ermöglicht und herausfordert.): Der Datendandy. in: ders. Atkinson. in: ders. wenn sie genau diese Art der Kommunikation in ihren Sendern befördern und nicht vorrangig alternativen Journalismus betreiben. Die größere Alltagsnähe. Über Medien. Für beide Rundfunkarten wie für andere freie Radios gibt es jedoch bis jetzt keine empirischen Daten. 97 – 211. Da dort redaktionelle Strukturen – wenn überhaupt – nur in Teilbereichen existieren. 101 – 119 Bergmann. Walter (1966): Der Autor als Produzent. New Age. Eine Verallgemeinerung der getroffenen Aussagen für nichtkommerzielle Radios. Anders. S. 86 – 117. J. Auf diesem Weg können sie das ihnen innewohnende Potenzial auch einlösen. die nicht über die Kompetenz verfügen.): Dialogforschung. Maxwell (1982): Understanding Formality. die zum Vergleich herangezogen werden könnten. als wenn sie ihre Gespräche nur über die Form des Nachrichteninterviews realisieren könnten. S. Peter & Hugo Steger (Hrsg. (1981): Ethnomethodologische Konversationsanalyse.-gruppe (1998): What’s that Noise? Gegenöffentlichkeit. Baacke. pp. Agentur Bilwet (o. die sich nicht als freie Radios verstehen.: Versuche über Brecht. dass den dort Agierenden mehr Möglichkeiten der Äußerung zur Verfügung stehen. issue 1. Frankfurt am Main. die sonst kaum eine oder gar keine Chance haben. Die freien Radios können also eine wesentliche Bereicherung der Medienlandschaft sein. Ebenfalls nicht übertragbar sind die Ergebnisse dieser Untersuchung auf Offene Kanäle. die die Strukturen der Gespräche im freien Radio auszeichnet. The Categorization and Production of ‘Formal’ Interaction. Benjamin. S. autonome a. scheint eine Verallgemeinerung für alle bundesdeutschen freien Radios aufgrund ähnlicher Praxis zumindest plausibel. Konzepte und Kommentare. J. ihre Meinungen im Rundfunk zu verbreiten.: Die Antiquiertheit des Menschen.k. da werden auch die im Programm vorfindbaren Gesprächsstrukturen andere sein.). sondern dass die Art. Dieses gesellschaftskritische Potenzial können die freien Radios ihnen zurückgeben. ermöglicht es auch denjenigen. können Aussagen über Gesprächsorganisationen im Offenen Kanal immer nur in Bezug auf redaktionell zusammenhängende Programmteile gemacht werden. Technokultur. da die untersuchten Formen von Gesprächen eng mit dem eingangs beschriebenen Selbstverständnis freier Radios zusammenhängen.f. wie Gespräche im freien Radio organisiert werden können. 44 – 59.

20. Kollektiv A/traverso (1977): Alice ist der Teufel. Berlin.) (1989): Der Offene Kanal.. Berlin.) (1991): Radio – das unterschätzte Medium. Network Medien-Cooperative & Freundeskreis Freie Radios Münster (Hrsg. 1. Zürich. Faecke. The Study of Talk-in-Interaction. pp. Oskar. in: fsk-transmitter. Geert (1992): Hör zu – oder stirb! Fragmente einer Theorie der souveränen Medien. John. Frankfurt am Main. FRED . Klug. Eco. H. Texte zur Radioarbeit.M&K 49. John M. Hugues (1977): Die „Freien Sender“ in Italien. 114/115. (Hrsg. 114/115. Frankfurt am Main. daß das Instrument wichtig und inte- 382 . in: ders.: Gesammelte Werke.) (1983): Frequenzbesetzer. The Micro-Structure of Mass Media Messages. Ruoff. Le Paige.): Talk & Social Structure.Federazione Radio Emittenti Democratiche (1977): Thesen zur Theorie und Praxis der demokratischen Sender. Umberto & Allen J. Freundeskreis Lokal-Radio Hannover e. Teun A. (1994): Antrag auf Zulassung zur Veranstaltung eines Hörfunkprogramms in Dresden.). Roland (1991): Kommunikationsstrukturen und Vernetzungen in neuen sozialen Bewegungen. Heritage. Ulrich Wenzel (1996): Inwiefern sich freies Radio von der Inquisition unterscheiden könnte. Robert P. S. in: alternative. Pia (1998): Bürgerfunk zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Jarren. Negt.. Suzanne Pingree (eds. V. 5. Boston. S. 95 – 117. klipp & klang Radiokurse (Hrsg.) (1998): kurze Welle — lange Leitung.. Peter & Gerd Haag (1977): Wer spricht für wen?. Aspects of the Production of Talk for an Overhearing Audience. 141 – 143. Merging Mass and Interpersonal Processes. Die Radio-Zeitung von Flora. Roth. Jahrgang 3/2001 Brecht.. 5. Radio-Initiative Dresden e. S. Zimmerman (eds. Jg. in: Media Perspektiven. in: Roth. 110 – 111. 130 – 135. Hans J. Torsten Grothe. Dresden. in: alternative. Deirdre. Heritage.) (1994): Form. Erfolge und Strukturen. Don H. Zur Organisationsanalyse von bürgerlicher und proletarischer Öffentlichkeit. Berlin.): Advancing Communication Science. Diskussionspapier der FRED zum nationalen Kongreß. In: Hawkins. V. Cambridge.): Handbook of Discourse Analysis. 77 – 109. Hamburg. Ulrich (Hrsg. Reinbek. Heritage. 114/115. Arbeitsbuch für ein anderes Radio. Jg. Hans Magnus (1997): Baukasten zu einer Theorie der Medien. Organisations. Grieco (1978): Independent Radio in Italy. Lovink. Kleinsteuber. 20. 250 – 258. 20. Roy Müller (1994): Bürgermedium Offener Kanal. Kamp. Bertolt (1975): Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. Jg. (ed. 18.und Programmstrukturen nichtkommerziellen lokalen Hörfunks am Beispiel Hessen. 122 – 132. in: Cultures. Don H. Wer spricht für wen?.): Neue soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland. Mai ‘77. H. H. (1995): In: Megahertz. George (1995): Conversation Analysis. In: Boden. Dieter Rucht (Hrsg. Zimmerman (1988): Discourse and Message Analysis. Otfried. H. Roland. in: alternative. Steven Clayman. Struktur & Konzept. Jg. S. pp. Radio Alice (Bologna). Bonn. 63 – 79. Merz. Psathas. Rom (Auszüge). 127 – 134 Diefenbach. H. Wiemann. Thousand Oaks. 5-Minuten-Radiotheorie der Bewegung. Andreas. Robert (1978): „… und da haben die Leute gemerkt. Berlin. pp. Freies Sender Kombinat/AG Radio (Hrsg. 261 – 279.. 2. S. 93 – 137. S. S. München. Cultural and Ideological Diversification. The Case of News Interviews. Katja (1998): Die Liebe zu den sprechenden Mikromedien. Studies in Ethnomethodology and Conversation Analysis. Bonn. Amsterdam. Enzensberger. John (1985): Analyzing News Interviews. Praxis einer subversiven Kommunikation. John & David Greatbatch (1991): On the Institutional Character of Institutional Talk. S. H. in: van Dijk. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. Erfahrungen mit nichtkommerziellen Lokalstationen in 15 Staaten. Bd. Alexander Kluge (1972): Öffentlichkeit und Erfahrung.

Sacks. waruBeginn einer Überlappung oder Simultansprechen Ende einer Überlappung oder Simultansprechen schneller. Wenzel. Theorie und Praxis alternativer Kommunikation. 0. 0.-) (. Stötzler. in: Ästhetik und Kommunikation. 5 – 21. Gail Jefferson (1974): A Simplest Systematics for the Organization of Turn-Taking for Conversation. unmittelbarer Anschluss sehr kurze Pause. 50. 3.. Berlin. Partizipation und zugangsoffene Sendeplätze in Hörfunk und Fernsehen. vol.5s.Pinseler · Sprechen im freien Radio ressant ist.-) ( ) so(h)o ja ? . Vogel. Ulrich (1998a): Produktionsweisen und Rezeptionsweisen. Transkriptionssymbole [ ] = (.25s. 17 – 39. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. S. S. . Berlin.75s) Äußerung unverständlich Lachpartikel beim Reden betont gesprochen stark steigende Intonation schwach steigende Intonation schwach fallende Intonation stark fallende Intonation Abbruch eines Wortes oder einer Äußerung 383 . Emanuel A.). Zum Potential emanzipatorischer Rundfunkästhetik. in: karoshi. Die Geburt des Subjekts im Geiste des Mediums. Wenzel. Jg. Kurt (1987): Die anderen Medien.. . Ulrich (1998b): Warten auf Mitternacht. H. Bürgerbeteiligung.) (-) (. längere Pause (0.). 4 – 9. pp. S. 9. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. in: Language.“ Zu den demokratischen lokalen Radiosendern in Italien. S. Andreas (1991): Rundfunk für alle. 85 – 124. mittlere. kurze. Schegloff. Harvey. 696 – 735. Weichler. Marcel (1998): Der Sonntag des Sprechens.

Eine breite Übernahmewelle der Systemtheorie rollte erst im Gefolge des Funkkollegs „Medien und Kommunikation“ zu Beginn der 90er Jahre an. – 446 S. wie sie von den Mainzer Kommunikationswissenschaftlern Hans Mathias Kepplinger und Wolfgang Donsbach in zahlreichen Studien vertreten wurde. sondern etliche Dissertationen vertieften den systemtheoretischen Ansatz. In der Journalismusforschung könnte man durchaus zu diesem Eindruck gelangen. Insbesondere stellt sich die Frage. dann kann eben dies nicht mehr empirisch überprüft (und gegebenenfalls kritisiert) werden. wenn man die Studie in erster Linie als Versuch auffasst. 2000. – 579 S. vorentscheidet ihre Beantwortung. denn das würde bedeuten. Weber deutet sichtbare Trends 384 . 2000. Nicht nur Weischenberg selbst und nach wie vor Rühl blieben im Geschäft. Dominierendes Paradigma blieb jedoch die empirisch-analytische Verhaltenstheorie. ist ein ambivalentes Kompliment. Anfang des neuen Jahrzehnts ist die Zeit reif für eine Bilanz. Zum einen wird der betreffenden Theorie damit zugeschrieben. sich intern auszudifferenzieren. die Defizite der Systemtheorie im empirischen Bereich zu beheben. sondern durchaus in der Lage. 12). lässt sich nur schwer beurteilen. Für Weber ist die Systemtheorie Luhmanns zu voraussetzungsreich und zugleich zu restriktiv. dass sich die Mehrheit der WissenschaftlerInnen diesen Ansatz einverleibt hat und andere Paradigmen nur (noch) einen minoritären Status haben. zum anderen ist es nicht gerade intellektuell anregend. Kritik konstruktiv zu verarbeiten und Fehler zu beheben. dass sie (bereits) den Mainstream der Forschung ausmacht. aber von hier aus lassen sich viele Anstrengungen Webers plausibel machen. ISBN 3-531-13341-1 Stefan Weber Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung Konstanz: UVK. Um es vorwegzunehmen: Die konstruktivistische Systemtheorie ist noch lange nicht am Ende ihrer Erklärungskraft. Praktisch im Alleingang hat Manfred Rühl seit Ende der 60er Jahre die Systemtheorie in die Journalismusforschung eingeführt und in der Folgezeit einige Redaktionsstudien angeregt. Stefan Weber: Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung Die Monografie von Stefan Weber mit dem absichtlich doppeldeutigen Titel „Was steuert Journalismus?“ zeugt von einem Unbehagen mit einigen Prämissen und Konsequenzen von Systemtheorie und Konstruktivismus. Wenn ein (soziales) System von vornherein als autopoietisch und autonom bestimmt wird. Die Systemtheorie hat sich zweifelsohne in der Journalismusforschung etabliert. Ob sie diese tatsächlich dominiert. (Reihe Forschungsfeld Kommunikation. Ab Mitte der 70er Jahren knüpfte Siegfried Weischenberg daran an. Ein diskursives Handbuch Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. dass vor dem Aufkommen der Systemtheorie dieses Gebiet ziemlich untheoretisch beforscht wurde. – 200 S. ob die Entwicklung der mittlerweile etablierten Systemtheorie stagniert und einen saturierten Stillstand erreicht hat oder ob sie sich weiterentwickelt und möglicherweise sogar konkurrierende Paradigmen einbeziehen kann. Die asymmetrische Modellierung von System und Umwelt sperrt seiner Auffassung nach zu viele Fragestellungen aus bzw.) Theorien des Journalismus. Es mag eine eigenwillige Interpretation des gleichermaßen theoretisch ambitionierten wie empirischen Forschungsberichts sein. allerdings resultiert er daraus. und dafür eignen sich die drei im Folgenden näher vorzustellenden Publikationen.LITERATUR Besprechungen Weiterentwicklung oder Auslaufmodell? Systemtheoretische Ansätze in der Journalismusforschung – eine Sammelrezension Stefan Frerichs Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. dass sie einen wichtigen Platz einnimmt. ISBN 3-531-13505-8 Martin Löffelholz (Hrsg. 2000. 1. den Mainstream zu bilden – man will doch lieber zur Avantgarde gehören. ISBN 3-89669-293-3 Einer Theorie zu bescheinigen.

in den meisten Fällen nur deren Peripherie. den (radikalen) Konstruktivismus um eine non-dualistische Erkenntnistheorie zu erweitern. lautete seinerzeit1. 385 . S. und unzeitlich. Neben der Ergänzung der Systemtheorie mit der Distinktionslogik geht es Weber auch darum. aber der Umkehrschluss. für die Aufhebung seiner Autonomie und Autopoiese. sondern schon vorausgesetzt. Dazu zählen die zunehmende Orientierung am wirtschaftlichen Kriterium der Profitabilität. Autopoiese im theoretisch-logischen Bereich kann demzufolge nicht identisch sein mit Autopoiese im empirischen Bereich. Methodologie und Empirie. Dass Weber diesen Vorschlag ablehnt. weil nicht evolutionär. dass es soziale System gibt oder eben nicht. dass Luhmanns Systemverständnis zu wenig offen ist für empirische Forschung. Wenn wir für die Erforschung des Journalismus mit einer (theoretischen) Distinktion starten. Method(ologi)e. Während im (hypothetischen) Realismus davon ausgegangen wird. Weischenberg. Dazu ergänzt er Luhmanns Systemtheorie mit Rodrigo Jokischs Distinktionstheorie. Diese Probleme lösen sich auf. behauptet der Konstruktivismus. Diese Paradoxie auf Kosten der einen (nämlich theoretischen) Seite aufzulösen. Sein Vorschlag: Wenn die theoretische Modellierung mit weniger Prämissen belastet wird. Autopoiese und Autonomie sowohl theorielogisch als auch empirisch zu verstehen und die Begriffe damit zu verdoppeln. Es ist wahrscheinlich eine Paradoxie in Luhmanns Theorie. Allerdings – und hier setzt meine Kritik ein – benennt Weber die Kosten dieser prämissenarmen Variante der Systemtheorie nicht. setzt er mit dieser Unterscheidung (und nicht Differenzierung?) die Autopoiese des Systems Journalismus voraus. 147 ff. dass der Konstruktivismus die Richtung des realistischen Dualismus nur umdreht. Diese lässt offen. Der Verweis auf einen zirkulären Konstitutionsprozess von Theorie. sondern nur per plausibler Inferenz erfolgen kann. dass sie autopoietisch und autonom sind oder nicht (logische Dichotomie) und dass sie sich trotzdem entwickelt haben müssen (empirische Gradualität). Siegfried (1998): Journalismus in der Gesellschaft : Theorie. Es mag sein. überschätzt meines Erachtens die Möglichkeiten der Empirie – darauf komme ich weiter unten zurück. Ein anderer Vorschlag.. Empirie und Praxis scheint mir für die Problemlösung nicht ausreichend. sich mit der Empirieferne Luhmanns nicht abzufinden. mit dem Dilemma umzugehen. aber in Form der methodischen Operationalisierung auch das Zentrum. weil nicht messbar. dass Journalismus eher nach ökonomischen Profitabilitätskriterien seligiert als nach genuin journalistischen Kriterien. dass die Erfahrung die Welt erschafft. ist aus seiner Position konsequent. Wenn Weber etwa beobachtet. dass die (objektive) Welt die Erfahrungen schafft. kann sie empirisch offener sein. wenn Autopoiese graduell verstanden wird: Es gibt dann ein Mehr oder Weniger. ist meines Erachtens illusionär. Jede Empirie belastet die Theorie mit logischen Problemen. ob mit einer symmetrischen Differenz oder mit einer asymmetrischen Unterscheidung gestartet wird. 51 ff.Besprechungen des Journalismus als Indizien für eine mögliche Entdifferenzierung des Journalismus. eine völlig offene Theorie zu entwickeln. unempirisch. deren Überbrückung logisch nicht bruchlos. Die non-dualistische Philosophie Josef Mitterers will auf solche Polarisierungen 1 Vgl. Die (empirische) Erforschung von Journalismus setzt immer bereits ein (theoretisches) Vorverständnis von Journalismus voraus. Grundlage dafür war die grundlegende Differenz (in Jokischs Sinn nicht Unterscheidung) von Theorie und Empirie. aus einer Richtung. Luhmanns Autopoiese-Verständnis ist binär (dichotom). was a) messbar ist und b) historisch-evolutionär differenziert werden kann. die Anreicherung journalistischer Berichterstattung mit Unterhaltungselementen oder auch die organisatorische Vermischung der journalistischen Redaktion mit der Anzeigenabteilung. aber meines Erachtens mit zu vielen theoretischen Folgekosten verbunden. verständlich. Armin. Scholl. Sie umfasst als Systemelemente neben Kommunikation (auf der gesellschaftlichen Ebene) auch Entscheidungen (auf der organisatorischen Ebene) sowie Handlungen und Erfahrungen (auf der Akteursebene) und ist insofern (vermeintlich?) empiriefreundlicher. um nur einige Faktoren zu nennen. Der Grund liegt darin. also perspektivisch einseitig bzw. sonst würde er etwas anderes beobachten. wenn nicht asymmetrisch. Trotzdem ist die Motivation Webers. weil in der Forschungspraxis die Zirkularität unterbrochen werden muss (und auch ständig wird!). aber nicht aufhebt. Opladen. wie sollen wir dann Journalismus definieren (also aus seiner Umwelt ausgrenzen).

Hierarchisierungen haben gegenüber additiv-heterarchischen Ordnungen den Vorteil. Konstruktivismus und Realismus bewegen sich demzufolge nicht auf einer logischen Ebene. Über eine unerkennbare Wirklichkeit wird nichts gesagt. Interaktionen. Die Verlagerung des Konstruktionsbegriffes auf die Beobachtung erster Ordnung. Allerdings sehe ich in dem Ordnungsversuch einige konkrete Schwierigkeiten: Mit der abstrakten Modellierung des Systems Medienkommunikation handelt sich Weber auch noch die medienvermittelte Individualkommunikation (Telefon. Diese lässt 386 . Der Dualismus wird in der non-dualistischen Philosophie nur nach unten gereicht in den Bereich der Beobachtung erster Ordnung. Allerdings sollte auch hier an mögliche Folgekosten gedacht werden. Das Beharren von (vielen) Journalisten an der objektiven Wirklichkeit und der wahrheitsgemäßen Berichterstattung ist ein Beleg dafür. Systeme auf mehreren Ebenen zu beobachten: Akteure bzw. Jahrgang 3/2001 völlig verzichten. während der repräsentationistische Journalist (etwa einer Qualitätszeitung) subjektiv wahrhaftig berichtet. auch wenn dieser angeblich nur hypothetisch oder kritisch ist. dass diese Erforschung selbst wieder eine Konstruktion ist. Es ist kein performativer Widerspruch. Deshalb bedeutet Heinz von Foersters Satz. in zynischen oder selbstkritischen Momenten sind sie sich der Konstruiertheit ihrer Fakten bewusst. dass sie unerkennbar ist. nicht einmal. Kohring/Hug. bewusste Fälschungen (wie im Boulevardjournalismus) und dergleichen handelt. bleibt aber dort beste- hen. sondern dessen Produkt. Die externe Hierarchisierung ordnet die unterschiedlichen Systemmodellierungen von Luhmann. weil der Weltbegriff der Realisten und der (radikalen) Konstruktivisten völlig unterschiedlich ist. um ihn damit zu gradualisieren. Gesellschaft. Werbung. Die Welt ist bei von Foerster nicht der Gegenpol zur Erfahrung. Unterhaltung usw. denn er unternimmt einen klassifikatorischen Ordnungsversuch zur Integration der verschiedenen systemtheoretischen Ansätze. dass sie informativer und damit für Forschungszwecke konkreter sind. denn wie sollte ich das wissen? Ziel einer solchen nochmaligen Radikalisierung des Konstruktivismus ist die Auflösung dieses konstruktivistischen Paradoxes und die Freisetzung des Konstruktionsbegriffs für die empirische Forschung. Ich stimme mit Weber überein. Blöbaum und anderen Autoren. Gemeinsam ist die (praktische) Ablehnung des Realismus. dass viele Konstruktivisten begrifflich dem Dualismus noch ein wenig verhaftet sind. weil die Konstituenten der Konstruktion unterschiedlich sind. deswegen muss ihre Kontroverse auch unentscheidbar sein. Beobachter erster Ordnung sind dagegen in erster Linie Realisten. beraubt ihn seiner kritischen (soll man sagen dekonstruktivistischen?) Funktion und suggeriert. Produkte (Texte). Zur Realität wird eine konsequent agnostische Haltung eingenommen. weil nur der Gläubige gläubig ist. E-Mails usw. dass alle Beobachtung Konstruktion sei. Konstruktivismus ist der Startpunkt der Beobachtung (zweiter Ordnung). dass es sich dabei um Erfindungen. während der Agnostiker und der Atheist beide ungläubig sind. Die Rede. auch keine bloße Umkehrung der realistischen Präferenz für die objektive Welt.). Organisationen. Auf der obersten oder abstraktesten Ebene differenziert er das System Medienkommunikation gegen interpersonelle Kommunikation aus. An diesem Punkt endet die theoretische Arbeit Webers noch nicht. ist deshalb nicht tautologisch. sondern es ist nur eine reflexive Selbstanwendung. Marcinkowski. um damit ontologisierenden Vorstellungen zu entkommen. der dazu dient. nur aus verschiedenen Gründen? Der Streit zwischen Konstruktivisten und NonDualisten ist in (forschungs-) praktischer Hinsicht irrelevant. Das Ziel besteht auch hier in der theoretischen Vorbereitung empirischer Forschung.) ein. danach Publizistik als Subsystem der Medienkommunikation gegen Öffentlichkeit und auf der gesellschaftlich konkretesten Ebene Journalismus gegen andere publizistische Formen (PR. In diesem Zusammenhang ist die Analogie Webers zum Agnostizismus interessant: Ist der Agnostiker nicht doch ein praktischer Atheist.M&K 49. verschiedene Konstruktionsmechanismen (empirisch) zu erforschen. dass die Erfahrung die Welt erzeuge. wenngleich theoretisch interessant. Sein Vorschlag zur theoretischen Flurbereinigung mündet in eine zweifache Hierarchisierung der Modellierung von Systemen: Die interne Hierarchisierung sieht vor. Diese Verlagerung des Konstruktionsbegriffs in das subjektive Bewusstsein verschenkt jedoch seinen logischen Wert. Die non-dualistische Erkenntnistheorie ist wie der radikale Konstruktivismus eine typische Beobachtung zweiter Ordnung.

allerdings dürfen diese nicht vage sein wie etwa die Frage danach. Stefan Frerichs: Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie – Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen Einen empirisch wesentlich bescheideneren Anspruch als Webers Studie hat die Abhandlung von Stefan Frerichs über die journalistische Nachrichtenproduktion. Außerdem macht Weber eine Menge von Aussagen über zeitliche Unterschiede. aber eine Überbrückung dieser Differenz wird nicht argumentativ hergestellt. Insgesamt betont Weber mehrfach die Differenz zwischen tatsächlichen Phänomenen der Heteropoietisierung und dem subjektiven Bewusstsein.und Fremdsteuerung weniger ein empirischer Befund als eine (sinnvolle) theoretische Behauptung. Umgekehrt sind einige systemtheoretische Interpretationen der Daten nicht zwingend. sondern dass sich das Verhältnis von Theorie und Empirie ebenfalls verändert. das die Journalisten davon haben. sondern Reinterpretationen des journalistischen Alltags aus der Perspektive des (radikalen) Konstruktivismus und der Chaostheorie. Seine Beobachtungen sind nicht streng methodisch kontrolliert. wonach theoretische Behauptungen verifiziert oder falsifiziert werden. dass empirische Forschung. alle ambitionierteren Versuche nehmen logische Inkonsistenzen – meines Erachtens ohne Not – in Kauf. die ermitteln sollen. dass sich Frerichs explizit von Luhmanns Systemtheorie absetzt und soziale Systeme personal definiert. dazu in der Lage seien. Inwiefern kann Öffentlichkeit Produkt von und gleichzeitig Bedingung für Publizistik sein. Damit argumentiert er a) nicht auf der Makro-Ebene funktionaler Gesellschaftssysteme. Mit dem Konstruktivismus verabschiedet er sich in struktureller Hinsicht von repräsentationistischen Vorstellungen. sondern auf der 387 . ob der Journalismus sich selbst steuert oder fremdgesteuert ist. obwohl die Befragung eine Querschnittsuntersuchung ist. Insofern muss ihre systemtheoretische Interpretation immer erst begründet werden. weil diese scheinbar eher auf das Bewusstsein journalistischer Akteure zielen als auf systemische Parameter. wenn beiden Subsystemcharakter zugeschrieben wird? Wieso wird ferner Öffentlichkeit in Publikum und andere Öffentlichkeiten und das Publikum wiederum in aktuelles und potenzielles Publikum unterteilt? Wieso wird dem Leistungssystem Journalismus ein aktuelles und ein potenzielles Publikum gegenübergestellt? Die hierarchische Klassifikation scheint logisch nicht zwingend zu sein. Die expliziten Fragen nach Unterschieden zwischen früher und heute sind dagegen erneut eher vage und in ihrem Wert begrenzt. So ist auch das Oszillieren zwischen Selbst. Interessant ist dabei. Die von Weber aufgeführten Autoren behandeln eben unterschiedliche Probleme. 2. Weber stellt einige Fragen.Besprechungen sich in den disjunkten Untereinheiten der Publizistik und Öffentlichkeit nicht wiederfinden. weil die Problembestimmungen zu unterschiedlich sind. sodass ihre Modellierungen nicht ineinander überführbar und hierarchisierbar sind. sondern könnten auch in einem verhaltenstheoretischen Kontext gestellt werden. sondern ist beidseitig und wechselseitig begründungsbedürftig. Wahrscheinlich genügt doch allein eine unterscheidungstheoretische. Die Kopplung wird nicht mehr einseitig wie im Kritischen Rationalismus zugunsten der Empirie interpretiert. Verschiedene Systemmodellierungen müssen wohl ferner heterarchisch bleiben. Die Fragen sind nicht notwendig dem systemtheoretischen Paradigma verhaftet. wie viel Prozent der behandelten Themen auf journalistischen oder virtuellen Quellen basieren. Der Autor ist Journalistik-Wissenschaftler und tätiger Journalist. In prozessualer Hinsicht impliziert die Chaostheorie eine Abkehr von linearer Aussagenproduktion hin zu nicht-linearen Zusammenhängen bei der Entstehung von Nachrichten. Zwar ist es nicht prinzipiell falsch. asymmetrische Modellierung von System und Umwelt dem Kriterium logischer Konsistenz. nicht nur zu anderen Ergebnisinterpretationen führt. von den Befragten Einschätzungen zu verlangen. wonach journalistische Nachrichten (mehr oder weniger gut) eine außerjournalistische Wirklichkeit abbildeten bzw. Interessant erscheint aus einer Metaperspektive. Besonders begründungsbedürftig sind mehrere Selbsteinschätzungsfragen. Die theoretische Modellierung muss allein dem Forschungszweck folgen. Der empirische Teil der Studie besteht aus einer standardisierten Befragung von 522 österreichischen Journalisten. wenn sie aus systemtheoretischer Warte durchgeführt wird. wenngleich nahe liegend. denn sie sind ja private Kommunikation. Dennoch gibt die Studie eine Menge von Indizien für die Richtigkeit systemtheoretischer Analysen.

und Erklärungsinstrument. Damit wird die Theorieninnovation bis zum vorletzten Schritt vorangetrieben. Mit dieser Methode identifiziert er 13 Arbeitsschritte von der ersten Ereigniswahrnehmung bis zur publizierten Nachricht und klassifiziert er die Redaktionsorganisationen. Nach der „Grundsteinlegung“. werde ich weiter unten erörtern. sondern eher um einen unsystematischen Vergleich. Alle Ausführungen werden ausführlich belegt und immer wieder durch Definitionen systematisiert. welche die klassischen Theorien – diese freundlich einvernehmend – in die eigene Konzeption integriert. Konvention. Dass dies nicht unproblematisch ist. sondern durch die qualitativen Auswirkungen der Kopplung: Koordination. baut er die beiden „Ecksteine“ der Chaostheorie und des Konstruktivismus auf. die üblicherweise nur abgekürzt erwähnt werden. Der Qualitätsbegriff als abhängige Variable wird selbst allerdings nicht definiert. Der Autor definiert alle Begriffe sehr verständlich und hat dafür penibel recherchiert – sogar die vollständigen zweiten Vornamen der zitierten WissenschaftlerInnen. bestimmte Prozesse der Nachrichtenentstehung chaostheoretisch zu interpretieren und daraus chaostheoretische Thesen abzuleiten. sondern beschreiben eher die Operationalisierungsbereiche der einen Variablen Qualität der Nachrichtenkonstruktion. dass man sie hervorragend als Lehrbucheinführung benutzen kann. der über die beispielhafte Illustration hinausgeht.M&K 49. die für sich genommen bereits eine Dissertation voll gerechtfertigt hätten. Auch dies ist ein Ausweis der Seriosität seines Vorgehens. Es handelt sich hierbei nicht um eine systematische Einzelfallstudie. Als „Stützsteine“ bezeichnet er die folgende Kritik der klassischen Nachrichtenforschung. Kooperation. Dies ist nicht die schlechteste Art. Auf diese Weise entsteht eine konstruktive Auseinandersetzung. Deutlich wird aber auch der Mehrwert dieser Theorien gegenüber den bisher gehandelten Theorien. Immerhin bleibt Frerichs nicht bei seinen theoretischen Überlegungen stehen.bis dreitägiger Besuch bei den Nachrichtenredaktionen von acht öffentlich-rechtlichen. Was noch fehlt. gleichermaßen induktiv und deduktiv zu Thesen zu gelangen. Die Thesen (S. ist eine Formalisierung der Thesen. die in das gesamte Buch einführt. Dem jeweils ersten. Konsens. Im fünften und sechsten Kapitel werden die beiden Leittheorien auf den Nachrichtenjournalismus angewendet. Jahrgang 3/2001 organisatorischen Meso-Ebene und konzipiert b) nicht Kommunikationen. Problematisch ist ferner die oben bereits erwähnte Unterstellung einer Emergenz vom 388 . dass auch informale Rollen und Persönlichkeitseigenschaften als Erklärungsfaktoren berücksichtigt werden (sollen). vier privat-kommerziellen Hörfunksendern und von drei Nachrichtenagenturen der Beobachtung der stundenaktuellen Berichterstattung. etwa dass Chaos mit Zufälligkeit und folglich mit Unerklärbarkeit gleichzusetzen wäre oder dass Konstruktion Beliebigkeit von Welterzeugung impliziere. die einen echten empirischen Test ermöglicht. In diesen Kapiteln werden zudem populäre Missverständnisse korrigiert. Sie sind präziser und – der Autor weiß das aus seiner vielfältigen journalistischen Praxis – praxisnäher trotz ihres hohen Abstraktionsgrades. Dem Autor gelingt es. Diese Kritik bezieht sich auf die Vorstellung eines linearen Nachrichtenflusses und die Konzeption objektiver Nachrichten. Beide Kapitel sind so klar und übersichtlich geschrieben. sondern Kognitionen und Handlungen als Basiseinheiten von Systemen. sondern konkret als Beschreibungs. Darüber hinaus diente ein ein. beschreibenden Teil folgt die Ableitung der Thesen. Kreativität und Kontrolle. Frerichs gebraucht die Theoriebegriffe wie Unschärfe und Selbstorganisation nicht als schön klingende Wissenschaftsmetaphorik.) enthalten zumeist nicht Zusammenhangspostulate mehrerer Variablen. Ebenfalls zu den Stützsteinen gehören die konstruktivistischen und chaostheoretischen Reinterpretationen der Nachrichtenproduktion. Für die Untersuchung der Ereignisentwicklung und die „Überprüfung“ der chaostheoretischen Thesen sammelte er das vollständige Material von sieben Nachrichtenagenturen zu einem unerwarteten Ereignis. dies allerdings nicht durch eine Definition. Die individualistische Ausgangsbasis des Konstruktivismus führt dazu. sondern bemüht sich um eine explorative Empirie. Dennoch setzt hier die Kritik an Frerichs’ Vorgehensweise ein. Oft argumentiert Frerichs mit bekannten Nachrichtentheorien gegen diese selbst. 298 ff. was zunächst jedoch nur eine Begriffsübertragung und Beschreibung mit neuer Perspektive ist. Geradezu nebenbei wird der im Konstruktivismus und in der Systemtheorie so wichtige Kopplungsbegriff präzisiert.

Der Erkenntnisgewinn der Systemtheorie besteht gerade darin. bei der seinerzeit (Januar 1998) ebenfalls die Systemtheorie im Mittelpunkt gestanden hatte. dass die Norm auch funktioniert und nicht als bloßes Ideal unerreichbar ist. die in bestimmten Situationen handlungsrelevant werden könnten. Der Grund dafür besteht darin. das wiederum als Teil des Systems Nachrichtenjournalismus angesehen wird. das sowohl für Einführungs. sondern hat quantitativ wie qualitativ eine klare Präferenz für systemtheoretische Ansätze. ausreichend beantworten zu können. Der Katalog. weil es von einem Praktiker stammt. alle möglichen individuellen Eigenschaften zu erfassen. Persönlichkeitsmerkmale interferieren a) eher zufällig statt systematisch und b) eher punktuell statt generell. will also sowohl den Stand des Theoriewissens kanonisieren als auch diskutieren. ist nicht vorhersehbar – so müsste man mit dem Chaostheoretiker Frerichs gegen ihn selbst argumentieren. wie der Übergang von Person zu Organisation und zu Funktionssystem möglich sei. um Resonanz im Journalismus zu erreichen. sondern prinzipiell alle individuellen Eigenschaften – zurückführbar. 3. da diese Basistheorien selbst stets den Zusammenhang zur Ethik hergestellt haben. Wenn tatsächlich persönliche Charakteristika der Nachrichtenredakteure in einzelne Entscheidungen der Nachrichtenkonstruktion eingehen.Besprechungen System „Mensch“ bzw. Es wäre schon forschungsökonomisch unmöglich. dass sie ihre normativen Vorschläge gut und verständlich begründen muss. wenn man nachweisen kann. um für die Praxis einen Nutzen zu erreichen. Ein Buch wie dieses ist glaubwürdig und einer verständnisorientierten Beziehung zwischen Wissenschaft und Praxis förderlich. denn die Veröffentlichung basiert auf den Ergebnissen einer Tagung der DGPuK-Fachgruppe „Journalistik und Journalismusforschung“. Und das ist einigermaßen gelungen. Da folglich nur wenige Variablen erhoben werden können. Frerichs stellt sich damit gegen das Verständnis von Luhmann und Rühl. Dies lässt sich aus dem Entstehungskontext erklären. den Frerichs zusammenstellt. um je individuell diejenigen zu identifizieren.): Theorien des Journalismus – Ein diskursives Handbuch Ein sehr ambitioniertes Buch zu den aktuellen Journalismustheorien hat Martin Löffelholz herausgegeben. systematisch (= überzufällig) in systemische Abläufe hinein? Frerichs dehnt schließlich den Anspruch seiner Studie über den analytischen Wert aus und formuliert qualitätsbezogene und ethische Implikationen aus Chaostheorie und Konstruktivismus. sondern in der Auswahl der relevanten Variablen: Wie weit reichen das Geschlecht. dass trotz Makrostabilität (des Journalismus) Mikrodiversität (der Journalisten als Personen!) möglich und notwendig ist. von der Person auf das soziale System der (Nachrichten-)Redaktion. so ist dies nicht mehr auf eben diese persönlichen Eigenschaften – und Frerichs meint hier nicht nur die berufsbezogenen. wenn es die Umstände erlauben und die betreffenden Normanwender die Normbegründung als solche akzeptieren. deckt sich dabei durchaus in weiten Bereichen mit herkömmlichen Anforderungsprofilen. die politische Einstellung usw. wie wir von Habermas lernen können. Dabei ist das Buch nicht neutral. ist die Konzentration auf systemisch-professionelle Eigenschaften der Journalisten und der Organisationen erforderlich. er ist jedoch theoretisch deutlich besser hergeleitet und besser an die Praxis angepasst. Dies ist keineswegs ungewöhnlich. als dies ohne Konstruktivismus und Chaostheorie und deren Übertragung auf die Redaktionsorganisation und die Nachrichtenkonstruktion möglich gewesen wäre. dass sie nicht umkehrbar ist. Martin Löffelholz (Hrsg. Für die Journalistik und Journalismusforschung bedeutet dies. Die Akzeptanz der Norm kann man – neben einer guten Begründung – dadurch steigern. ohne die Frage. Das Hauptproblem besteht dann nicht in der Identifikation aller möglicher Einflüsse. theoretisch zu arbeiten. aber alle vertretenen erhalten genug Raum. Allerdings geht sie weit über den Tagungsschwerpunkt hinaus und wird mit Sicherheit ein Standardwerk. Es trägt im Untertitel den verblüffenden Titel „Ein diskursives Handbuch“. Emergenz ist gerade dadurch definiert. Vielleicht sind nicht alle Arten von Journalismustheorien vertreten. die Mikrostrukturen der individuellen Persönlichkeit als Rauschen auszublenden und trotzdem die Makrostrukturen beobachten zu können. Eine Norm lässt sich nur dann durchsetzen oder anwenden.als 389 . Welche Persönlichkeitsmerkmale im Einzelnen eine Rolle spielen bei der Nachrichtenkonstruktion. Allerdings ist deutlich zu trennen zwischen der Normbegründung und der Normdurchsetzung. der sich die Mühe gemacht hat.

tut dem Artikel keinen Abbruch. Die folgende Auseinandersetzung erfolgt deshalb nach dieser selbst gewählten Ordnung. die nicht der des Buches entspricht. denn die Einnahme einer MetaPosition kann an dieser Stelle des Buches (immerhin schon Kapitel 3) nicht mehr der Zweck sein. die im Rahmen der Systemtheorie argumentieren. In einigen Fällen erweist sich bereits der Weg (der Argumentation) als das Ziel (der Rechtfertigung der Systemtheorie). Der Autor äußert seine Bedenken gegenüber einer Verunreinigung der Systemtheorie durch den theoriefremden Import empirischer Forschung. Kohring und Görke mit beiden Beinen im Paradigma. Für nicht sinnvoll halte ich den Akteursbegriff. auch anderen Ansätzen (Handlungstheorie und Steuerungstheorie) gerecht zu werden. dass die Ausdifferenzierung von Autopoiesis und struktureller Kopplung 390 . sie birgt eine Menge kreatives Potenzial. Auf Webers Aufsatz will ich nicht mehr gesondert eingehen. ist hervorragend als Einführungstext geeignet. Welche Arten von Kritik werden in dem Buch an der Systemtheorie geübt? Da ist die Kritik zu nennen. Der Zusatznutzen dieses Artikels besteht darin.M&K 49. Raabe und Weber. diesen zu begegnen. etwa in den Aufsätzen von Klaus. Dies gilt für die Aufsätze von Kepplinger. denn sogar die meisten kritischen Artikel beziehen sich auf die Systemtheorie. Die Ausdifferenzierung in die drei Ebenen der interaktionalen. Der didaktische Wert wird noch gesteigert durch die zwölf eingebauten Textausschnitte. insofern sind Görkes Ausführungen ein Beleg für die theoretische Flexibilität (nicht Immunität!) der Systemtheorie. es geht in erster Linie um systemtheoretische Modellierungen des Journalismus. damit setzt sich der Autor nicht auseinander. Publizistik und Massenmedien gegeneinander abwägt und insofern eine Art Flurbereinigung durchführt sowie den Blick frei macht für die nachfolgenden spezielleren Themen. Martin Löffelholz thematisiert das Verhältnis von Journalismus und Public Relations als ko-evolutionäre Intersystem-Beziehung. die Matthias Kohring in die Systemtheorie Luhmanns gibt. mit denen sich systemtheoretische Journalismusforscher beschäftigen. dass sie über den oder jenseits der Paradigmen steht. der Akteure als Einheit der Differenz von Bewusstsein und Organismus versteht. von so genannten Supertheorien eingehen. Akteure werden in der Handlungstheorie eher als Einheit der Differenz von Bewusstsein und Handlung modelliert. Ferner kommt die Kritik aus einem anderen Paradigma zu Wort. was sozialwissenschaftlich gesehen allemal anschlussfähiger ist als den Organismus einzubeziehen und die Akteure damit auf monadische Individuen zu reduzieren.und Empirie-Begriff ebenso hervorragend zusammen wie die Theoriegeschichte der Journalismus. dass dies nicht ohne Weiteres möglich ist. Lünenborg oder Renger. Den anspruchsvollen Versuch der Paradigmenverbindung unternehmen Neuberger. Wenn beide als Leistungssysteme von Öffentlichkeit angesehen werden und beiden die Funktion der Herstellung von Öffentlichkeit zugeschrieben wird. Jahrgang 3/2001 auch für fortgeschrittene Lehrveranstaltungen wertvoll ist. aber auch. Dieser Artikel fasst den Theorie. Öffentlichkeit. Diese Eröffnungsbilanz ist deshalb unbedingt empfehlenswert für Einführungsseminare in die Journalismusforschung. Esser und Haller. Frank Marcinkowski und Thomas Bruns weisen darauf hin. organisatorischen und funktionalen Inter-Relationen von PR und Journalismus stellt den Versuch dar. Beginnen wir mit denjenigen Autoren. Dagegen stehen die Vertreter der Systemtheorie Rühl. Dass der Autor dabei nur auf den Nutzen systemtheoretischen Denkens eingeht und die Kosten ziemlich pauschal abweist. Ob und wie empirische Forschung ohne methodische Individuen möglich überhaupt ist. Bucher. dass sich die Systemtheorie um die Integration anderer Ansätze bemühen muss. weil die darin dargelegte Position im Wesentlichen der im oben besprochenen Buch entspricht. Manfred Rühls zweite Einführung in die Theoriegeschichte kann durch diese Vorlage direkt auf den Wert der Systemtheorie bzw. die ihrerseits ihre paradigmatische Herkunft verschweigt und zu dem Eindruck verleiten könnte. Der Artikel macht deutlich. stellt sich allerdings die Frage nach ihrer Differenzierbarkeit. Auch die dritte „Einführung“. Mit seinem Beitrag ist jedenfalls die theoretische Ausrichtung des Bandes markiert. Der Herausgeber selbst eröffnet den Blick auf das gesamte Buch aus einer metatheoretischen und historischen Position. Dafür geht Alexander Görke mehr auf die theoretischen Einwände ein und weist Wege. wenn diese auf einen methodologischen Individualismus hinausläuft. dass er die unterschiedlichen systemtheoretischen Modellierungen von Journalismus.

das Verhältnis zwischen dem gesellschaftlichen Phänomen Journalismus und dem (individuellen) Bewusstsein journalistischer Akteure im Anschluss an den Soziologen Wil Martens zu klären. Bernd Blöbaum nimmt in seinem Aufsatz eine evolutionstheoretische Perspektive ein und beschäftigt sich mit den Strukturen des Journalismus. Individuelle Hand- lungen und ihre Intentionalität müssen nicht mentalistisch interpretiert werden. was sicherlich berechtigt ist. Während Bucher zwischen Handlungsmuster und vollzogener Handlung differenziert. bietet sich auf der strukturellen Ebene ein Einfallstor für externe Einflüsse. kann aber nicht beantwortet werden. von Handlungs. aber damit noch nicht steuernd wirken. Neuberger reaktiviert die Akteurstheorie unter Bezugnahme auf Schimanks systembezogene Akteurskonstellation. dass Systemtheorie nur routiniertes Handeln erklären könne. Die dringende Frage.und Außenperspektive. Während die Systemtheorie Luhmannscher Prägung konsequent makroanalytisch vorgeht. die als Rahmenbedingungen organisationellen Entscheidens limitierend. Hans-Jürgen Buchers Verknüpfung von Binnen. Meines Erachtens basiert diese Verbindung von Akteurstheorie und Systemtheorie jedoch auf dem Missverständnis. unterscheidet Altmeppen zwischen Handlungsentwurf und Handlungsvollzug. die nicht im Widerspruch zu verschiedenen Abhängigkeiten auf organisatorischer Ebene steht: Da funktionale Teilsysteme der Gesellschaft von Organisationen abhängig sind. So gesehen ist etwa der Verweis auf logistische Regressionen als vermeintliche Verbesserung gegenüber linearen Regressionen einseitig. wird am Schluss gestellt. sondern eine wissenschaftstheoretische Zuschreibung. Die Differenz der beiden Theorien sehe ich eher durch die unterschiedlichen Bezugsebenen bedingt. ob sich ein Strukturwandel irgendwann auf die Funktionserfüllung des Systems auswirkt. Diese Konzeption ist an Peter M. weniger eine kategorische oder ontologische Differenz. dass Akteur und/oder Bewusstsein zunächst zu trennen seien vom Sozialen. dann ist eine auf Kausalität und Linearität begründete Empirie ungeeignet.und Systemtheorie wird argumentativ über Phänomene dritter Art – unbeabsichtigte Folgen individuellen Handelns – hergestellt. Allerdings fehlt derzeit die Kompetenz sozialwissenschaftlicher Empiriker. Hejls konstruktivistisches Verständnis von synreferenziellen Organisationen anschließbar. Dazu setzt er sich sowohl vom zu engen Handlungsbegriff Luhmanns ab als auch von Akteurstheorien. Die Systemtheorie hat durch die Konzepte der Interpenetration und der strukturellen Kopp- 391 . Eine Alternative bietet vielleicht die nicht-kausale Interpretation bestehender statistischer Verfahren. denkbar wäre auch ein Bezug zu Achim Baums an Habermas angelegte Theorie journalistischen Handelns. diese Verfahren anzuwenden oder auch nur zu verstehen. Das gilt auch für Raabes Versuch. Dies ist jedoch eher eine Frage der Referenz. um die scheinbar paradoxe Beziehung zwischen operativer Geschlossenheit und informatorischer Offenheit zu begründen.Besprechungen nötig ist. wohingegen die Beiträge von Christoph Neuberger und Johannes Raabe stärker auf das Individuum. Die Verknüpfung funktioniert allerdings nicht reibungslos. weil nur deren historische Entwicklung beschreibbar ist. denn Kausalität ist diesen Methoden nicht inhärent. Beide Vorschläge lassen sich in erster Linie auf Organisationen beziehen. die mehr den Handelnden als die Handlung im Fokus haben. bemühen sich die handlungstheoretischen Ansätze eher um eine Meso. weil beide Verfahren an dem Prinzip der Kausalität festhalten. Wenn die Beziehung von Massenmedien (Journalismus) und Politik in der Beschaffung und strukturellen Verfestigung von Irritationschancen und Resonanzhoffnungen besteht. Die Integration des theoretischen Individualismus basiert nicht zuletzt auf einem Missverständnis vom Konstruktivismus: Kognitive Autonomie wird nämlich von Raabe fälschlicherweise als Abgeschiedenheit von sozialen Einflüssen interpretiert. auf den einzelnen Journalisten abzielen.oder Mikroanalyse. Sowohl Neuberger als auch Raabe scheinen davon auszugehen. sondern haben indexikalischen Charakter und dienen der Rekonstruktion von Funktionen. Die Autoren verweisen auf neue statistische Methoden neuronaler Netze und auf Klassifikationsmodelle. Auch KlausDieter Altmeppen beschäftigt sich mit der funktionalen Autonomie des Journalismus.oder Systemebene. Die handlungstheoretischen Gegenvorschläge zur Systemtheorie sind ihrerseits sehr heterogen. In eine ähnliche Richtung geht auch Klaus-Dieter Altmeppens Analyse des Entscheidungshandelns in Redaktionen als koordinierendes Handeln. sodass man auf die Systemfunktion immerhin indirekt schließen kann.

Viel wichtiger erscheint mir dagegen die Kopplung von Theorie und Empirie als zwei nicht aufeinander zu reduzierende Programmtypen des wissenschaftlichen Systems. ist plausibel. ohne den Gegenstand zu reontologisieren. Mehr auf Konkurrenz als auf Integration setzen die VertreterInnen kulturwissenschaftlicher Ansätze. aber wie dominierend diese im Vergleich zu anderen Unterschieden sind.auf die Publikumsperspektive. die einen Vergleich überhaupt erst möglich machen. Es stellt sich dabei jedoch die Frage. ob ein methodologischer Individualismus ohne einen theoretischen Individualismus zu haben ist. Unterhaltungsjournalismus oder Unterhaltungsphänomene allgemein zu untersuchen? Dass kulturelle Unterschiede im Ländervergleich eine Rolle spielen. dass Frauen nicht qua Geschlecht der Zugang zu bestimmten Berufssparten schwer fällt bzw. vor allem die Vernachlässigung des Publikums und die Zentrierung auf politischen Nachrichtenjournalismus.und Wirkungsforschung. sondern dass sich historisch gewachsene. Ebenfalls grundlegende Kritik an der systemtheoretischen Modellierung des Journalismus üben mehrere Autoren. während Machtfragen von der Systemtheorie ausgespart oder untergeordnet werden. sondern mit Theorien im Bereich der Publikums. sondern vielmehr mit der Alltagsressource journalistischer Inhalte und dem kulturellen Handeln.M&K 49. Dehnt man allerdings den Kulturbegriff so weit aus. ohne den Preis der geringeren logischen Kohärenz zu nennen. die ei- 392 . bleibt zu klären. so die Autorin. Margret Lünenborg nennt als konkrete Forschungslücken. durchaus nicht im Widerspruch zur konstruktivistischen Systemtheorie. ob diese Interessenverschiebung nicht eher ein Ausweichen gegenüber der systemtheoretischen Journalismusforschung bedeuten. deren sich die Cultural Studies annehmen wollen. dann müssen Sekundärdifferenzen eingeführt werden. So benennt Rudi Renger das Interesse der Cultural Studies dahingehend. dass dieser Ansatz sich weniger mit den journalistischen Aussagen und den Bedingungen. die ihrer Meinung nach die Analyse der Machtverhältnisse ermöglichen. Frauen gelten als unterhaltungsorientierter als Männer und sind in Informationsressorts unterrepräsentiert. dann spricht vieles für die These. Ebenfalls nicht erklärbar mit dieser Argumentationslinie ist der starke Anteil von Frauen in der Öffentlichkeitsarbeit. Insofern sehe ich auch die These. aber überkommene und gegenwärtige Funktionszuschreibungen überlagern. Mit einer kulturwissenschaftlichen Perspektive wäre auch der europäische Vergleich sinnvoll zu bewerkstelligen. so dass die Cultural Studies eher komplementär als kompetitiv zu verstehen wären. unter denen sie entstehen. Elisabeth Klaus reinterpretiert in ihrem Beitrag empirische Ergebnisse zur Geschlechterdifferenz im Journalismus aus der Sicht der Cultural Studies. Jahrgang 3/2001 lung bereits den Weg der Verbindung vorgezeichnet. indem sie entweder vom psychischen oder vom sozialen System aus denkt und beobachtet. Hier ist es in der Tat überlegenswert. wie sie von Löffelholz und Marcinkowski und Bruns angedacht werden. Warum sollte es mit systemtheoretischer Perspektive nicht möglich sein. Auch hier ist zu fragen. dass Geschlechterdefinitionen nicht eindeutig seien und dass Geschlecht eine vieldimensionale Kategorie sei. dass Geschlecht ein sekundäres Merkmal darstellt oder dazu geworden ist. sondern versuchen. Aus diesem Grund bin ich skeptisch gegenüber derartigen Versuchen der Theorienintegration. schwer gemacht wird. Insofern konkurrieren die Cultural Studies überhaupt nicht mit anderen Theorien der Journalismusforschung. Da Informationsjournalismus höher bewertet wird als Unterhaltungsjournalismus und höheres Prestige verspricht. dann ist dieser differenzlose Begriff seinerseits zu begründen bzw. dass alles Kultur ist. die sich aus der Beziehung zwischen Text und Leser ergeben. Möglicherweise sind dies Indizien dafür. Dabei vereinseitigt sie konsequent den Blickwinkel. Sollten sich Frauen auch in Männerdomänen etablieren können. beschäftigt. Den drei in diesem Band versammelten AutorInnen gemeinsam ist die Umstellung der Kommunikator. Allerdings gibt es Gegenbeispiele: Männer sind besonders im prestigearmen Sportressort sehr stark überrepräsentiert. die scheinbar nicht aus der Perspektive eines bestimmten Paradigmas argumentieren. ist der Einzug von Frauen in die Nachrichtenredaktion besonders hart umkämpft. eine Metaperspektive hält sie dagegen nicht für möglich. Die Benennung offener Forschungs- felder ist jedenfalls kein hinreichender Grund für einen Theorienwechsel. weil diese nur für die Integrationsleistung werben. ob die Behebung vermeintlicher Lücken nicht auf einen ganz anderen Forschungsgegenstand hinausläuft.

Preise für Wissenschaftsfähigkeit zu verteilen: „Wer die Möglichkeit eines Vergleichs zwischen journalistischen Realitätsdarstellungen mit der entsprechenden Realität erkenntnistheoretisch bestreitet. Auf die daraus geschlossene reduzierte Leistungsfähigkeit der Systemtheorie und ihrer Restkategorisierung als bloßes Ordnungsschema wird man sich dagegen nicht einlassen können. Dort hatte er gefordert. Einen Vergleichsmaßstab zu entwickeln. Der Autor beklagt sich über die Distanz zwischen Wissenschaft und Praxis („disparate Paradigmen“. Ein Theorienvergleich aus einer Metaperspektive ist nicht möglich. 138) Was beinhaltet diese Forderung anderes als das Postulat der Reflexivität. impliziert nicht in einem Nullsummenspiel. also die Auffassung. eine Theorie solle als ihr eigener Gegenstand vorkommen? Gerade die Theorien mittlerer Reichweite vermögen dies im Unterschied zu Supertheorien (und dazu gehört nicht nur die Systemtheorie. sondern theoretisch (also vor der empirischen Beobachtung) bestimmte Gleichsetzungen vorzunehmen. 134). die Differenz von Identität und Differenz in den Griff zu bekommen. denn oberhalb von Supertheorien kann niemand stehen. sondern zum Beispiel auch die Kritische Theorie) nicht und müssen – folgt man der Doktrin des Kritischen Rationalismus – sich selbst als Gegen- stand ausnehmen. S. Autonomie und Autopoiesis unsortiert neben Personen (Journalisten). Umgekehrt fehlt den (rein) empirischen Theorien mittlerer Reichweite die Grundlagenlogik – hier zum Beispiel die Entwicklung einer Theorie des Vergleichs. ohne ständig dezisionistische (also nicht theorieimmanente) Begründungen anführen zu müssen. Alles andere ist Vorspiegelung einer erkenntnistheoretisch naiv-realistischen Objektivität. Vielmehr hängt der Empiriegrad einer Theorie von der jeweiligen Ausarbeitung in Bezug auf die Fragestellung ab. er klassifiziert die Systemtheorie (abfällig?) als totale Theorie und führt aus: „Eine Theorie sollte immer Angaben über die Voraussetzungen und Randbedingungen enthalten. 90) Wahrscheinlich führt dieses Wissenschaftsverständnis zu der Ansicht. die Systemtheorie sei nur ein Systemmodell.“ (S. die sich in die falsche Richtung entwickelt habe. dass Systemtheorie als Supertheorie und Theorien mittlerer Reichweite auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind. was als Identisches und Differentes überhaupt beobachtbar ist. bedeutet nicht nur. Hypothesen über künftige Ergebnisse und Veränderungen zu bilden.“ (S. denn das käme einer Selbstimmunisierung und damit Untauglichkeit der Systemtheorie gleich bzw. steht er doch selbst mit einem Bein hier und mit dem anderen dort. Dies schmälert die Leistung einer Theorie mittlerer Reichweite nicht. Die Theoriebrille entscheidet folglich. weil sie praxisrelevante Aspekte des Journalismus ausblende. zeigt allerdings. ohne die überhaupt keine Differenzen beobachtet werden können. So argumentiert auch Esser in seinem Artikel (S. die wis- 393 . Nur eine reflexive Theorie ist in der Lage. dass sich zahlreiche Annahmen (hier: Hypothesen) nicht aus der Systemtheorie ableiten lassen – mit diesem an sich trivialen Pauschalurteil können Systemtheoretiker leben. Eine verblüffende Selbstbezichtigung finden wir in Kepplingers Problemaufriss des Journalismus: Der Autor ist seit Mitte der 80er Jahre Systemtheoretiker. Als ob dies ein Merkmal einer Theorie an sich wäre. bestreitet damit auch die Möglichkeit eines Vergleichs wissenschaftlicher Journalismusdarstellungen mit ihrem Gegenstand und stellt sich folglich außerhalb der empirischen Wissenschaft. Man wird also die Systemtheorie nur mit anderen Supertheorien vergleichen können und dabei einen (zu legitimierenden) Standpunkt einnehmen müssen. Auch Haller lehnt die Supertheorie Systemtheorie ab. Dies scheint eine vornehme Reformulierung seines Redebeitrages auf der Tagung der Fachgruppe zu sein. Das „Eigeninteresse“ des Autors scheint darin zu liegen. dass eine Theorie einen abstrakten Theoriekern hat. Einflüssen und Wirkungen (auf die Rezipienten) sowie Eigeninteressen (der Journalisten) platziert werden. empirische Gegenstände auf der Basis einer einheitlichen methodischen Grundlage miteinander in Beziehung zu setzen. weil in seinem Theorien-Supermarkt systemtheoretische Konzepte wie System. Schuld an dieser Kluft sei in erster Linie die (System-)Theorie. Am Beispiel der vergleichenden Journalismusforschung bewertet Esser die diesbezüglichen systemtheoretischen Bemühungen als wenig empiriegesättigt. dass ihr deshalb der Empirieteil fehle. was wohl deshalb eines besonderen Hinweises bedurfte. unter denen die Aussagen gelten sollen und sie sollte die Möglichkeit zulassen. dem Eingeständnis. Die Tatsache.Besprechungen gene Position jenseits von Paradigmen überhaupt zu markieren. 105).

Thorsten Quandts den Band abschließende Frage nach dem Ende des Journalismus durch die Herausforderungen der Online-Kommunikation macht ein ganz neues Fass auf und will nicht so recht zum Gesamtthema passen. einen dogmatischen Popperianer. Schmidt entwickelt hat und der Journalismus als makroanalytische Handlungsrolle konzipiert. den prägenden Charakteristika des Journalismus gerecht zu werden. impliziert die Forderung doch ein unkritisches Plädoyer für angewandte Forschung. den Siegfried J. Er bringt Beispiele für vermeintlich fehlerhafte Zuordnungen und kritisiert systemtheoretische Bemühungen als abstrakten Griff ins Leere. dass jede einzelne journalistische Entscheidung legitimiert werden soll. weil sie die Praxis nur irritieren können. 114 f. damit sie empirisch überprüfbar sind. Kommen wir abschließend zur Kritik des Bandes: Der Theorienüberblick ist auf keinen Fall vollständig. als dies im systemtheoretischen Rahmen erfolgte. zu rechtfertigen (was man für weite Teile der PR-Forschung durchaus feststellen kann). Alle diese Bemühungen um Konkretisierungen sind nicht falsch. Haller kritisiert die Unfähigkeit der Systemtheorie. wohingegen der theoretisch ambitioniertere kulturelle Konstruktivismus. dieser wird aber nicht zitiert. welche die Übereinstimmung zwischen den Kommunikationsabsichten der Journalisten und den Kommunikationserwartungen des Publikums ziemlich überzeichnet. die das Konzept des verständigungsorientierten Handeln in die Journalismusforschung eingeführt haben. Starkulla und deren Weiterführungen oder der kritisch-theoretische Ansatz. In dem Artikel werden Theorieversatzstücke von Habermas verwendet (S. einen Binärcode für Journalismus zu formulieren. dass wissenschaftliche Bemühungen. Etwa so versteht auch Ulrich Pätzold die Aufgabe der Journalistik. So ist das vergiftete Lob an die „demoskopische Unternehmung“ (S. Bei den kulturwissenschaftlichen Ansätzen sind die Cultural Studies gleich mehrfach vertreten. allerdings schließen sie kaum noch an den theoretischen Diskurs des gesamten Buches an. kann man sich gut ausmalen. dass viele empirische Ergebnisse schlechter interpretierbar gewesen wären. Öffentlichkeit herzustellen. Horst Pöttker überträgt solche normativen Vorstellungen auf den Journalismus selbst. um den als negativ bewerteten Folgen der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Hallers Gegenvorschläge laufen auf eine Entkleidung der (System-)Theorie von ihrem logischen Gehalt hinaus. denn der Autor ignoriert ziemlich konsequent die im Titel seines Aufsatzes selbst gestellte Frage und beschäftigt sich mehr mit dem Erklärungswert von Theorien der Wirkungsforschung. sie hat jedoch mit purer Auftragsforschung nichts zu tun.). deren Zielsetzungen außerwissenschaftlich bestimmt werden. Diese Amputation hat allerdings zur Folge. dass er als Gewährsmann Helmut Spinner. Ähnlich argumentieren auch Hans Heinz Fabris und Barbara Thomaß. den Baum im Anschluss an Habermas vertritt. Es geht um die Zurechtstutzung von Theorie zu einem logisch billigen Empirielieferanten. unberücksichtigt bleibt. der „an den Realien“ vorbeiziele. sie wollen die Qualitätsdebatte und die Ethikdebatte durch Ausdifferenzierung der Ebenen von den gesellschaftlichen Randbedingungen bis zu den journalistischen Akteuren voranbringen. sondern sollte kritische Impulse geben. Die aus dieser normativen Sichtweise abgeleiteten Qualitätskriterien des Journalismus seien gegenstandsund publikationsbezogen. Weiterhin werden die im fünften Hauptkapitel behandelten ausgewählten Problemfelder 394 . Die Sollvorstellungen resultieren aus der Kombination mit anderen benachbarten Wissenschaften und beschränken sich auf realisierbare Vorschläge. und das auf der Basis eines erkenntnistheoretisch realistischen Empirieverständnisses. deshalb eine provozierende oder distanzierende Haltung einnehmen sollen. versuchen also. wenn er ihm die Aufgabe zuweist.M&K 49. Die Ablehnung eines solchen Wissenschaftsverständnisses sollte nicht in die Richtung gedeutet werden. So fehlt etwa der Ansatz der Münchner Schule um Wagner. Jahrgang 3/2001 senschaftliche Beschäftigung mit Journalismus hätte ihren Gegenstand. 116) der Studie „Journalismus in Deutschland“ zu verstehen bei gleichzeitiger Kritik ihrer systemtheoretischen Argumentationsbasis. anführt. Dazu passt auch die harmonisierte Sichtweise vom Gegenstand der Journalismusforschung. auch nicht Gottschlich oder Baum. Eine verständigungsorientierte Herangehensweise halte ich für berechtigt und anstrebenswert. Was Haller darüber hinaus mit der Synchronisation der formalen und materialen Bedingungen von Theorien meint. wenn man bedenkt. Auch wenn dies nicht so gemeint war. die journalistische Praxis.

„Unsere Gegenwartskultur konstituiert und formuliert sich zunehmend nicht mehr in Werken. Dennoch ist das Buch wichtig. Die Attraktion des Inszenierungsbegriffs liegt in seiner vielschichtigen Anwendbarkeit. ISBN 3-7720-2941-8 Der vorliegende Sammelband präsentiert Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Teil- projekten des seit 1996 bestehenden DFGSchwerpunktprogramms „Theatralität. um die Theoriedebatte auf hohem Niveau zu institutionalisieren. Mit dem Inszenierungsbegriff lassen sich Phänomene aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft und Kultur beschreiben. Jahrhundert der Theaterbegriff bewerkstelligen sollte. aber fast immer zu brav formuliert. Pätzolds Definition der Journalistik ist ebenfalls eher programmatisch als anwendungsbezogen.Besprechungen nur sporadisch an die Theoriedebatte der vorigen vier Hauptkapitel zurückgebunden und die Dringlichkeit ihrer Bearbeitung wird nicht begründet. Erika Fischer-Lichte arbeitet in ihrer den vorliegenden Sammelband einleitenden begriffshistorischen Übersicht grundlegende Aspekte des Inszenierungs. der nicht immer gelingt. sondern scheinen vielfach automatisch erstellt worden zu sein und oft beliebig. denn die Aufsätze von Lünenborg und Klaus sind teilweise grundlegend und gehören zu den Herausforderungen der Systemtheorie. Inszenierung. scheint heute der Begriff der Inszenierung leisten zu sollen. Ebenso sind die vielen handbuchtypischen Querverweise nicht immer hilfreich und notwendig. aber die Auseinandersetzung ist nicht wechselseitig oder mehrzügig und in der Regel noch nicht einmal die eigene Position abwägend.“ (11) was wiederum die Überzeugung von der Unterscheidbarkeit der europäischen Kultur brüchig werden lasse. so dass ihre Auswahl etwas willkürlich erscheint. wohingegen Quandts Frage nach dem Ende des Journalismus weniger als theoretische Herausforderung oder Weiterentwicklung denn als spezielles Problemfeld (des Online-Journalismus) anzusehen ist. Wahrnehmung.) Inszenierung von Authentizität Tübingen: Francke. Armin Scholl Erika Fischer-Lichte / Isabel Pflug (Hrsg. also auch innerhalb der Artikel nicht diskursiv angelegt.“ (11) Gleichzeitig stellen neuere Entwicklungen. sondern auch (.) in theatralen Prozessen. Dabei nimmt der Herausgeber schon mutig Stellung in seinem hervorragenden einleitenden Aufsatz. musikali- 395 . Inszenierung von Authentizität in den Medien und Inszenierung von Authentizität in fremden und vergangenen Kulturen. – 366 S. Und dazu ist das Buch bestens geeignet. „dass sich das Selbstverständnis einer Kultur außerhalb Europas/Nordamerikas nicht nur in Texten und Monumenten formuliert.. das sich mit der zunehmenden Bedeutung theatraler Prozesse für die europäische Kultur auseinandersetzt. Auch in dieser Doppelrolle zeigt sich der Kompromisscharakter des Buches in Konzeption (Handbuch und Diskurs) und Komposition (Grundlagenbeiträge und anwendungsbezogene Artikel). 2000.und Theatralitätsbegriffs heraus. Dieses Problem der Unterscheidbarkeit bildet neben der „Debatte um Status und Begriff von Wirklichkeit“ (23) einen thematischen Schwerpunkt der laufenden Forschungsarbeiten.“ (13) Grundlegende Aspekte der aktuellen Untersuchungen zur Theatralität seien: 1. Aus ihrer Sicht wird eine Verlagerung der Anwendungsbezüge im Verlauf der historischen Entwicklung erkennbar: „Was im 17. Malkiewicz. dafür ist die Qualität der Beiträge zu unterschiedlich. 2. Die Einleitungen der Hauptkapitel durch Löffelholz und Quandt sind für eine Schnellorientierung hilfreich. 3. die Überzeugung vom besonderen Charakter der europäischen Kultur in Frage. Brandstetter. Theater als kulturelles Modell in den Kulturwissenschaften“. als ob sie die folgenden Artikel jeweils rechtfertigen müssten. sondern in theatralen Prozessen. Korporalität und 4. Performance. zwar sind viele AutorInnen sehr meinungsfreudig und regen damit möglicherweise einen Diskurs an. so die Herausgeberin Erika Fischer-Lichte. Ein richtiger Diskurs findet nicht statt. Reher) lassen sich ebenso analysieren wie filmische (Meyer). Vier Schwerpunkte strukturieren die Präsentation der Forschungsergebnisse in dem Buch: Begriffsgeschichte von Authentizität. Inszenierung von Authentizität in den Künsten. Formen der Performancekunst (Bormann. Ausgangspunkt der Projektarbeiten des DFG-Schwerpunktprogramms bildete die mittlerweile etablierte Überzeugung.. Außerdem scheint es eher ein heterogenes Restkapitel zu sein.

willkürlich zusammengewürfelte Hypothesen geleitet. Stress als komplexe. Hier hätte statt der isolierten Untersuchungen die Fragestellung nach den Besonderheiten der europäischen Kultur stärker herausgearbeitet werden können. Zum Beispiel beträgt einer Studie von 1983 zufolge die gemittelte Lebenserwartung von deutschen JournalistInnen lediglich 61 Jahre. Wissensdefizite und verschiedene soziale Stressoren (Stichwort „Redaktionsklima“) können zum Gefühl von Überforderung beitragen. Möglich ist auch. Zeitdruck. Beide Ursachefaktoren bedingen möglicherweise Zynismus und Unempfindlichkeit. obwohl beide Phänomene nicht gleichzusetzen sind. In den unterschiedlichen Schwerpunkten des Sammelbandes treten Bruchstellen zwischen den Disziplinen in Erscheinung. Agentur. die Michael Bodin in seinem Buch zitiert. Doch solche Befunde sind nur wenig aussagekräftig. ISBN 3-531-13448-5 Sind JournalistInnen gestresster und früher „ausgebrannt“ als VertreterInnen anderer Berufsgruppen? Einige Fakten und Fiktionen. bieten sicherlich eine Vielzahl von Forschungsgebieten für die unterschiedlichen Disziplinen des Schwerpunktprogramms. Arbeitsunzufriedenheit und Burnout hängen zusammen. Michael Bodins eigene Untersuchung wurde durch drei Forschungsfragen (Ausmaß des Burnouts im Journalismus. denn eine hohe Arbeitszufriedenheit kann in sehr vielen. aber nicht die einzige Komponente im Burnout-Prozess.“ (22) Inszenierungen ersetzen die Argumentationsführung verbaler Diskurse. die eine überproportionale Frequenz an Ausgebrannten aufweisen (z. Die nachweisbar umfangreichen und unregelmäßigen Arbeitszeiten. aber auch in der Wirtschaft. Unklar ist auch. weil sie zu gestresst waren. In Schweden hingegen unterscheidet sich die Mortalitätsrate der schreibenden Zunft nicht vom Bevölkerungsdurchschnitt. wobei nicht thematisiert wird. immerhin drei Jahre mehr als die der Gastwirte. weil JournalistInnen zum einen psychische Abwehrmechanismen gegenüber größeren und kleineren Katastrophen entwickeln müssen und zum anderen bei ihnen durch die ständige Aktualisierung und Addition von Informationen eine kontextlose Sinnleere entstehen könnte. 2000. Kultur. Joan Kristin Bleicher Michael Bodin Ausgebrannt . legen eine Bejahung dieser Frage nahe. Die sich ständig aktualisierenden vielfältigen Inszenierungsformen in Politik. selbst in denen. Eine Mischung aus ethnologischen und kulturhistorischen Analysen kennzeichnet die Beiträge. dynamische und unangenehm erlebte Interaktion zwischen Individuum und Umwelt ist eine zentrale. Sie zeigen.und siebenstufigen Rating-Skalen beantworteten 66 von 213 angeschriebenen Zeitungs-. Den Fragebogen mit fünf. weshalb TV-JournalistInnen nicht einbezogen wurden. die jedoch wieder als Ausgangspunkt für neue Forschungsarbeiten dienen können..und HörfunkjournalistInnen. – 142 S. der auf dem Höhepunkt der BSE-Krise Rindfleisch verzehrt. und wann die Untersu- 396 . Empirisch lediglich schwach belegt ist der Roman. die sich mit der Inszenierung von Authentizität in vergangenen und fremden Kulturen befassen. über den „Burnout“ im Journalismus Ursachen und Auswege Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. wenn nicht gar in den meisten Berufen beobachtet werden. Jahrgang 3/2001 sche (Zenck) oder literarische (Neumann) Inszenierungen von Authentizität. in der Medizin).und Film-Mythos des unablässig rauchenden und Whisky oder andere Rauschmittel konsumierenden Reporters.M&K 49. B. wie sich etwa durch den Einfluss der Medienvermittlung das Erscheinungsbild der Politik gewandelt hat: „Politik wird nur noch als symbolische Inszenierung in den Medien erfahrbar: Kohl und Mitterand Hand in Hand auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges von Verdun oder ein britischer Gesundheitsminister. Die in etlichen Studien gefundene hohe Arbeitszufriedenheit von JournalistInnen scheint gegen ihren vermehrten Burnout zu sprechen. Die Inszenierungen von Authentizität stehen im Zentrum der Untersuchungen. dessen Ursachenkomplexe und mögliche Gegenstrategien) sowie neun. ob die HörfunkjournalistInnen für öffentlich-rechtliche Sender oder private Anbieter arbeiteten. wie das Sample zustande kam und ob die Nicht-BeantworterInnen vielleicht deshalb nicht geantwortet haben. dass der Stress größer und der Burnout im Journalismus deshalb häufiger sind..

B. Knowledge. Theories of influences on mass media content. einen veränderten Führungsstil („primus inter pares“). (1991): Mediating the message. vor allem von den Publika. 62: „Prozentwerte geben an. das Zwiebelmodell von Weischenberg (vgl.) Television and Common Knowledge London/New York: Routledge. mit denen Fernsehen auf einer allgemeinen Ebene sozialwissenschaftlich untersucht werden kann.. 1999.und damit Forschungsanstöße. Sabbatjahr.und außermediären sowie die gesellschaftlichen Einflussfaktoren auf das Stress. Mediation“ an der norwegischen Universität Bergen. Die Literaturliste von Bodin ist nachlässig: falsche Namenswiedergabe. wie man den Burnout im Journalismus in den Griff bekommen kann. D. denn es bietet nicht nur einen Überblick über die vorhandenen theoretischen Ansätze zu Stress und Burnout. doch sind die Korrelationen zwischen Burnout und Rückmeldung zu schwach.. eher Frauen und insbesondere Agenturjournalist/innen. Doch im Vergleich zu anderen Sozialberufen ist das Ausgebranntsein im Journalismus eher unterdurchschnittlich verbreitet. So wäre es hilfreich gewesen. bleibt letztlich unklar. dass sich Bodin nicht auf die empirische Darstellung beschränkt.. wenn Michael Bodin seinen Hypothesen z. dass die Daten bereits 1996 erhoben wurden. mehr Feedback von Vorgesetzten. wie groß der Anteil der Befragten (bezogen auf 100) ist. um klare Aussagen treffen zu können. fehlende Zeitschriftenseiten und uneinheitliche Auflistung der Publikationen. Opladen. Job-Rotation. Im ersten Abschnitt werden Konzepte der Öffentlichkeit(en) (public sphere[s]) skizziert. kultu- 397 . B. empirische Daten. P. – 209 S. sondern auch relativ aktuelle. z. als dass er sie wirklich ausführlich erörtert. Weischenberg. flexible Arbeitszeiten. aber generell ist zu bemängeln. S. Was unter „Common Knowledge“ wirklich gemeint ist und wie dieser ja etwas schillernde Begriff zu fassen ist. sondern auch aufzeigt. inner. Jostein Gripsrud (Ed. der Entstehung zahlreicher Teilöffentlichkeiten. Reese. Scholl & Weischenberg. JournalistInnen mit hohen Burnout-Werten erleben zumeist beruflich-private Rollenkonflikte. B. Graham Murdock (Bergen) folgt einem an Habermas orientierten Modell und sieht die umfassenden Funktionen der Öffentlichkeit mit ihren festgeschriebenen bürgerlichen Rechten durch eine „Politische Ökonomie des Populismus“ unterminiert. Bodins Ergebnisse vermitteln zwar zahlreiche Denk. Lobenswert ist. die den Stellenwert des Burnout im Journalismus verdeutlichen. Supervision (in Seminaren) sowie individuelle Gegenstrategien (z. Trotz aller inhaltlicher und formaler Kritik sollte man Bodins Buch dennoch nicht ignorieren. etwa durch langfristige Planung. vor allem Jüngere. Shoemaker.und Urlaubspläne. Dienst. Freundschaft) vereinbaren. St. Nach einer zumeist redundanten Methodendiskussion (z. „in Bezug auf die Verlockungen des Aktualitäten-Konsums“). Buchdopplungen.Besprechungen chung überhaupt stattfand. Obwohl wenig Recherchezeit und Zeitdruck Stress erzeugen. New York. dass die sozialisatorischen. Karin Böhme-Dürr Literatur: Scholl. Reflexion. Der Band liefert einen Überblick über mögliche Theorieansätze und Konzepte. J.“) präsentiert Bodin die hypothesenrelevanten Ergebnisse systematisch und übersichtlich. ISBN 0-415-18929-2 Das Buch ist – bis auf drei Beiträge –das Ergebnis eines 1995 durchgeführten Colloquiums des Projekts „Rhetoric. Sie können signifikant häufiger als ihre KollegInnen die Anforderungen an ihren Beruf nicht mit ihrem Privatleben (Familie. Ein Satz im Vorwort legt die Vermutung nahe.und/oder Burnout-Erleben von JournalistInnen zu wenig systematisiert wurden. Eine idealistische (pädagogisch motivierte) Berufsauffassung selbst ist offenbar kein Grund für Ausgebranntsein. Vom Allgemeinen zum Besonderen voranschreitend umkreist der Reader allerdings eher die eingangs umrissene Problemstellung. S. Partnerschaft. Ausgebrannte erhalten zwar für ihre Arbeit wenig Feed-back. Zwar leidet jede/r fünfte Journalist/in an Burnout. A. B. eine Chance für soziale. indem er in der von ihm konstatierten Partikularisierung der Öffentlichkeit. 1998) oder das von Shoemaker & Reese (1991) zugrunde gelegt hätte. haben die journalistischen Ansprüche nur einen geringen Einfluss auf den Burnout. Eine Gegenposition bezieht Daniel Dayan (Oslo)... (1998): Journalismus in der Gesellschaft.

Dokumentationen. Überraschenderweise gibt es hier keinen Verweis auf die Physiognomik. die sie in einen größeren Rahmen der Kontextualisierung mit unterschiedlichen Aneignungsformen einordnet. Corners Auseinandersetzung mit den Dokumentarismusdiskursen und den verschiedenen Stilen des Dokumentarismus mit Blick auf die BBC-Produktionen der neunziger Jahre führt immerhin dahin. Klaus Bruhn Jensen (Kopenhagen) und David Morley (London) beschäftigen sich mit den Nachrichten. „durcharbeitet“. Das ist bedauerlich. die er in den achtziger Jahren publiziert hat. Morley vor allem mit der Herstellung eines Verständnisses von Welt durch die Nachrichten. Sonya Livingstone (London) beschäftigt sich explizit mit der Wissensvermittlung und -erzeugung durch das Fernsehen und unterscheidet Wiedererkennen und Entdecken als zentrale Aktivitäten. weiterhin (zumindest medial vermittelt) in der Gemeinschaft zu leben. Jostein Gripsrud (Bergen) untersucht mit Blick auf Bourdieu die „Felder“. Fernsehen. liegt nahe. Anders Johansen geht mit Hilfe von Versuchsreihen. vielleicht auch einmal problematisiert werden könnte. „Travel Stories“ etc. an Michel de Certeau und betrachtet Fernsehen unter dem Gesichtspunkt der Herstellung kultureller Räume. die sich für Akademiker und Journalisten kulturell als Öffentlichkeit herausbilden. Dramaturgie. Vor allem die versprengt lebenden Mitgliedern einer Gemeinschaft erhalten durch die Medien die Chance. die von allgemeinen Kulturtheorien über die Rhetorik. wie der unterschiedliche Habitus der beiden Gruppen mit der Struktur der Fernsehöffentlichkeit kollidiert. liefern einen explizit sozialwissenschaftlichen Einstieg. die den mimisch-gestischen Ausdruck einer Person im Fernsehen dokumentieren.) und arbeitet verschiedenen Strategien und Formen heraus. die Kartensymbolik. analytisch bleibt das Problem. Formatproblematik) und Wissenserzeugung in einem engen Zusammenhang.M&K 49. zu „Stories“ verarbeitet. Ein klassisch hermeneutisches Problem also. und der Mangel zeigt sich besonders an der nur peripheren Beschäftigung mit dem großen 398 . Peter Larsen (Bergen) orientiert sich in seinem Ansatz. Der dritte Abschnitt betrachtet das Thema des Bandes stärker von den Produkten aus. weil dem analytischen Beobachter das „Rohmaterial“ für diese mediale Verarbeitung selbst immer nur in medialer Form präsentiert wird. aber die Reisetopik setzt ja wiederum ein bestimmtes Bild von Bewusstseinsorganisation voraus. John Corner (Liverpool) untersucht Dokumentationen und Suzanne de Cheveigné analysiert französische Wissenschaftssendungen. auf die Traditionen der Genre.und Performance-Theorien bis zu Narrationstheorien reichen. die in einem „offenen Prozess“ die gesellschaftlichen Themen. Die eher aus den Text. auf das aber nicht weiter eingegangen wird. Technik und Bewusstsein in einem Zusammenhang zu sehen. dass er verschiedene Konzepte kurz skizziert und vier Trends im BBC-Fernsehdokumentarismus ausmachen kann. Heuristisch ist ein solcher Ansatz interessant. Fiction etc. Als Beispielmaterial. Jahrgang 3/2001 relle und ethnische Minderheiten sieht. Ellis diskutiert diese These anhand verschiedener Genres (Soaps. sie „in Formen“ bringt. Probleme etc. So spannend Ellis’ Ansatz ist. dass dieser „Verarbeitungsprozess“ letztlich nur theoretisch gefasst wird. ist eine weitere These Gripsruds. sieht Genre-Konstruktion (bzw. ist als Einsicht nicht besonders neu. Sport. Hier wird eine sonst im Buch seltene Konkretion erreicht. in der Fülle der Ansätze aber auch einen gewissen Grad von Beliebigkeit aufweisen.und Formanalyse beziehen. Dass sich die Wissenschaften im Fernsehen unterschiedlich präsentieren und diese Differenz sich wiederum auf die gesellschaftliche Bewertung der Wissenschaft auswirkt. John Ellis (Bergen) sieht im Fernsehen eine Institution. die jedoch breiter als durch einige plakative Beispiele nachgewiesen werden müsste. wobei die Reisemetaphorik. Roger Silverstone (London) stellt Zugänge zur Produktionsanalyse vor. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit den soziokulturellen Funktionen der Medien. bedient er sich dabei seiner Produktionsanalysen von Wissenschaftsdokumentationen. sind weitgehend ausgeblendet oder kommen nur sehr am Rande in den Blick. Spiel. Dies erklärt sich nicht zuletzt auch aus der wissenschaftlichen Herkunft der Referenten. Dass umgekehrt für die Vermittlung von Wissenschaft im Fernsehen heute besondere Qualifikationen benötigt werden. die sich auf Textanalyse. die hier von den verschiedenen Autoren zum Verhältnis von Fernsehen und Alltagswissen vorgestellt werden. die nicht zum akademischen Habitus gehören. ohne jeweils Lösungen anzubieten. eine Identität zu erhalten.und Kulturwissenschaften kommenden Ansätze. Die Zugangsweisen.

die einander sogar widersprächen. Anette Scharf) Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. bleibt damit vielen deutschsprachigen Lesern eher unsichtbar. Rundfunkunternehmen und Journalismus. 399 . interessante. so doch zumindest offenlegen können“. man könne die hier angesprochenen Konzepte problemlos auch auf deutsche Fernsehverhältnisse anwenden. Programmeinkäufer. Medienrecht. dass die Werbewirtschaft als wichtige Finanzierungsquelle vor allem für die privaten Fernsehanbieter gegenüber Gewaltdarstellungen eher negativ eingestellt ist. 1999. Medienforscher. die ihre sehr lesenswerten explorativen Studien präzise an Personen. Werbung und Image. so kühl analysiert. Dadurch bleibt vieles im Ungefähren. der einerseits die Interdependenz verschiedener Teilsysteme des Mediums Fernsehen in den Blick nimmt und genauer untersucht. Marc Liesching. Claus Hoffmann. Produzenten. die sie als geeignete Grundlage vor allem für Erwachsenenbildung und Schulunterricht empfiehlt. ergänzt um ein Kapitel zu den drei Einflussfaktoren Kontrollinstanzen. „Die vorliegenden Forschungsarbeiten sind zwar thematisch vielfältig.Besprechungen Bereich der Fernsehfiktion. andererseits Medienmanager. Wie sich diese Entscheidungsträger im Spannungsfeld zwischen Markt und Moral bewegen. Dabei kommen zuweilen unerwartete Erkenntnisse zu Tage. Und zum Dritten durch den sowohl medientheoretischen als auch medienpraktischen – zugleich damit auch medienkritischen – Gehalt der Arbeit. Dem setzt Claudia Mast einen Ansatz entgegen. Zum Zweiten durch die vorurteilsfreie. zwischen denen kein Zusammenhang bestehe. wurde für die Studie durch Gespräche mit 55 im Anhang namentlich genannten Experten ermittelt. und zwar sowohl bei ARD und ZDF als auch bei sieben Privatsendern. Programmplaner. Lassen sich dieser Frage heute noch neue. Produzenten und Kommunikatoren als Handelnde in einem medienspezifischen Interaktionsprozess begreift. Bei knapper werdenden Werbegeldern und einem dadurch schärfer werdenden Wettbewerb um Werbeaufträge ist es also keineswegs zwingend. aber bei einem solchen Konferenzband wohl nicht anders möglich. Trotzdem ein lesenswerter Überblick. leitende Redakteure sowie Vertreter von Aufsichts. was sich nicht von allen Publikationen zum Thema Mediengewalt sagen lässt. „die mit realistischer Aussicht auf Erfolg Entscheidungsprozesse wenn schon nicht modifizieren. Ebenso nachteilig. Esther Lorenz. Diese Vorgehensweise stärkt damit die mögliche Suggestion deutschsprachiger Leser. aber keineswegs voraussetzungslose Herangehensweise der einzelnen Autorinnen und Autoren. durch deren Entscheidungsverhalten Gewaltdarstellungen entweder ermöglicht oder verhindert werden können. Überzeugend begründet wird dieses Forschungsinteresse „hinter den Kulissen“ damit. aber auch disparat“ zitiert die Herausgeberin eine Feststellung der DFG-Kommission Medienforschung. weiterführende Aspekte abgewinnen? Die von Claudia Mast vorgelegte Studie rechtfertigt ihr Erscheinen durch drei gewichtige Vorzüge: Zum einen durch die überzeugende Gliederung der Beschreibung von Entscheidungsprozessen über Gewaltdarstellungen in fünf ausgewählten Verantwortungsbereichen: Markt. vor allem seit der Entstehung privater Programme so heftig gestritten. Medienpublikum. so ideologiebelastet spekuliert. Knut Hickethier Claudia Mast Programmpolitik zwischen Markt und Moral Entscheidungsprozesse über Gewalt im Deutschen Fernsehen – eine explorative Studie (unter Mitarbeit von Karen Exner. Sachen und Zusammenhängen orientiert haben. Drehbuchautoren. den im Grunde nur Ellis anspricht. dadurch entstehe insgesamt der Eindruck von bruchstückhaften. ist der Verzicht auf die Anwendung der Konzepte auf Beispiele. aber auch so folgenlos gewarnt worden wie über Gewalt im Fernsehen und deren Wirkungen auf das Publikum. darunter Jugendschutzbeauftragte. ISBN 3-531-13346-2 Über wenige Themen ist seit der Ausbreitung des Fernsehens. dass es Einflussfaktoren benennt. weil sie – ungeachtet hoher Reichweiten – nachteilige Auswirkungen auf ihre Produkte befürchtet. zerstückelten Befunden. wenn diese in einem gewaltbesetzten Programmumfeld erscheinen: „Werbung wirkt sich eher regulierend in Richtung familienfreundliche Programme aus“. So beispielsweise. – 392 S.und Kontrollgremien. Dass gelegentlich mit bestimmten Kategorien Anderes gemeint ist als im deutschsprachigen Bereich.

bei den Gewaltdarstellungen in Nachrichtensendungen etwa. dass Redaktionen meinen. Reichertz’ Studie nimmt mit den Ausführungen zu funktionalen Äquivalenten und zur sozialen Differenzierung auf Denkfiguren des Strukturfunktionalismus Bezug. auf bestimmte Bilder nicht verzichten zu können. Sie umfasst den Jugendschutz. Aufgaben neu verteilt werden und Spezialisierungen stattfinden. die Transzendenzbedürfnisse erfülle. kommen muss. daß Sie die Wirklichkeit schönen. mit der die komplexen Sachverhalte gesehen und dargestellt werden und vor allem durch das erkennbar starke. 2000. Dargestellt werden auch die Aufgaben und Arbeitsweisen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. dass Institutionen in ein Konkurrenzverhältnis treten. Die Gefahr allzu weit reichender Schlussfolgerungen ist umso größer. Mehr als andere Systeme ist Kultur im hohen Grade kohärent und erfordert daher den Vorgriff auf das Ganze. damit es „Sinn macht“. also Filmen und Unterhaltungssendungen. „Sie können die öffentlich-rechtliche Messlatte der moralischen Werte nicht so anlegen.M&K 49.und die zivilrechtlichen Bestimmungen und die Grundsätze für die Programmverantwortung bei den öffentlich-rechtlichen wie bei den privaten Anbietern. in der Sache begründete Engagement der Herausgeberin. je weniger der Analyse ein theoretisches Konzept zugrunde liegt und je mehr sich wissenschaftliches Tun auf einzelne Plausibilitätsbefunde verlässt. wobei die durch die EG-Fernsehrichtlinie von 1989 und durch die Vereinbarung des Europarates von 1989 aufgeworfenen Fragen ebenfalls berücksichtigt werden. der Wettbewerb zwischen den Programmveranstaltern dadurch nachteilig bemerkbar. Unfälle und ähnliche Themen gesetzt. dem sowohl die geisteswissenschaftliche Hermeneutik als auch die (qualitative) Sozialforschung methodische Riegel vorzuschieben versuchen. ihrer Mitautorinnen und Mitautoren. 10) ISBN 3-87940-744-4 Die Wechselwirkungen zwischen dem Fernsehen und kulturellen Kontexten können als ein besonders schwieriges Gebiet der Kommunikationsforschung angesehen werden. auf dem Sie sich da bewegen“. um sich von ARD und ZDF abheben zu wollen und um beim Publikum Aufmerksamkeit erregen zu können. dass das Fernsehen Angebote bereithält. Der Verfasser geht davon aus. wenn diese in konkurrierenden Programmen gezeigt werden. das belegbare Detailwissen muss ausgedeutet werden. Manfred Jenke Jo Reichertz Die frohe Botschaft des Fernsehens Kulturwissenschaftliche Untersuchung medialer Diesseitsreligion Konstanz: UVK. (Reihe: Passagen & Transdenzen.“ Gleichwohl verzichtet das Kapitel über den Verantwortungsbereich Medienrecht nicht auf eine umfangreiche Darstellung der juristischen Vorgaben und Kontrollinstanzen für das Programm. der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften und der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen. die andere zeigen“ wird ein Redakteur einer öffentlich-rechtlichen Anstalt zitiert: „Dann wird Ihnen nämlich vorgeworfen. Dieser Gedanke einer religiösen Sinnhaftigkeit der TV-Unterhaltung ist keineswegs neu. häufiger auf Gewalt. Allerdings öffnet sich auf diese Weise auch der abschüssige Weg zur Spekulation. – 277 S. Besonders in den 50er Jahren – worauf Knut 400 . Andererseits macht sich im journalistischen Bereich. Am Anfang hätten Privatsender. daß Sie Dinge gar nicht zeigen. Das ist ein sehr schmaler Grat. doch habe man dort bald eingesehen. Das Fernsehen sei im Verlaufe dieser Entwicklung zu einer Art Gnadenanstalt geworden. da sie sich der empirischen Überprüfung weitgehend entziehen. In diesem Bereich gibt es keine juristische Handhabe. dass mit allzu sensationellen Darstellungen auf Dauer keine Kompetenz zu gewinnen sei. Für medienwissenschaftlich und medienpraktisch Tätige mögen viele der in der Studie mitgeteilten Erkenntnisse und Einsichten nicht unbedingt neu oder überraschend sein. die in früheren Zeiten der Volksreligion vorbehalten waren. Jahrgang 3/2001 dass es zu der oft beschworenen Spirale der Gewalt in fiktionalen Sendungen. sondern da gibt es nur diesen sensiblen Umgang mit täglich neuen und anderen Szenen. Doch Regelwerke helfen nicht viel weiter: „Jede Gewaltszene ist wieder neu und unterscheidet sich von der anderen. die straf. Fortschreitende soziale Differenzierung sorgt nach seiner Ansicht dafür. Dennoch überzeugt die Arbeit durch die Kohärenz.

189) sein? Reichertz kommt zu Schlussfolgerungen. Im Zentrum der Überlegungen steht das „performative Fernsehen“.. das Fernsehen sei für die Kandidaten eine heilige Instanz. den großen Auftritt. die Formate für performative Fernsehauftritte. Den Schwerpunkt der Analyse bildet die Traumhochzeit. Im bürgerlichen Zeitalter hatte selbst das Eheversprechen dokumentiert zu werden. das heißt für den Niedergang des Privaten. Die Allgemeinheit werde aufgefordert. die in der Regel ohne Fernsehkameras stattfindet und im Grenzfall nur durch die beiden Trauzeugen hergestellt wird – ausreichen. Handlungen kommt. wie sie bei solchen Anlässen auch in ganz normalen Standesämtern üblich ist.als auch Außendruck das Paar verbinden. mit dem Ziel der „Kontinuitätssicherung“ betriebener Aufwand etwas hoch. Aber auch mit Blick auf aktuelle Erscheinungen wurden immer wieder Parallelen zwischen Fernsehnutzung und religiösen Praktiken herausgearbeitet. sie potenziert nur. mag die Hoffnung auf Stabilität eine Bedeutung haben. dass „es dort zu . die sich seit Beginn der Sendung im Jahre 1992 vor laufender Kamera das Jawort gaben. Mit „Herzlich willkommen“ begrüßt er das Brautpaar und fährt fort mit „Schön. Der Ertrag der Studie ist allerdings eher bescheiden. die schon bestehende Verbindung zwischen den Partnern werde durch das Fernsehen verklärt und ins Transzendente erhoben. Als Motiv für die Paare. nicht auf die Zuschauer. die 401 . Warum sollte Willi Weber aufgrund einer Ansprache. ist die Traumhochzeit also ein eher ungeeignetes Beispiel. wäre ein derartiger. zivilen Text.. Das Treueversprechen vor Zeugen. sich für die Traumhochzeit zu bewerben. Tatsächlich beziehen sich diese Erwägungen ja auf die Kandidaten. eine höhere Instanz anzurufen. den Vertrag. Die Fernsehhochzeit kontrastiert nicht mit traditionellen Vermählungsritualen. so dass sowohl Innen. Die Bewerbung zur Traumhochzeit folge einem irrationalen Impuls. ergaben sich doch daraus. setzt sich aber kaum mit ihr argumentativ auseinander.“ Seine Rede ist nicht religiöser als die seiner TV-losen Kollegen. was in der Hochzeit ohnehin schon angelegt ist. Für die tendenzielle Nivellierung von Intimgrenzen. die bei den Akteuren und den Beobachtern Affekte auslösen“ (S. der sich ebenso gut auf Hochzeitsbräuche allgemein beziehen könnte. für einen schlichten. Die Besonderheit dieser Sendungen ist darin zu sehen. Diese Deutung der zu Protokoll gegebenen Emotionen wird mit strukturell-funktionalen Argumentationen in einen Zusammenhang gebracht. die nach Ansicht des Verfassers ein eigenes Format darstellt. Aus demselben Grunde. Dazu muss – von der makrosoziologischen Perspektive aus gesehen – die Öffentlichkeit der zivilen Trauung. sich selbst und den Partner in die Rolle glücklich Verheirateter zu bringen und damit andere Optionen auszuschalten. bis zur Möglichkeit der Klage auf Schadensersatz (Kranzgeld). 29). um quasi-liturgische Formen des Umgangs zustandekommen zu lassen. Tatsächlich aber entscheidet sich Willi Weber. ziele auf die Exklusivität der Beziehung ab und regele den Umgang mit anderen. war die Hochzeit zu den verschiedensten Epochen nicht privat. meint Reichertz mit der Analyse der TrauRede nachweisen zu können.Besprechungen Hickethier hingewiesen hat – war das Medium Fernsehen faszinierend genug. Dass die Traumhochzeit derartigen Erwartungen nachkommt. deren Logik man nicht kenne. Für die 83 Paare. zahlreiche Folgen. Für Reichertz ist allerdings etwas anderes entscheidend. von ihr auserwählt zu werden und die Beziehung durch diese von außen kommende Macht heiligen zu lassen. nämlich das religiöse Bedürfnis. die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen zu kontrollieren. Reichertz kennt diese Forschung. ein „praktizierender Magier“ (S. das feierliche Ritual. die Gesellschaft habe die FernsehTraumhochzeit geschaffen. an dem in früheren Zeiten häufig als Vertreter des anonymen Teils der Öffentlichkeit auch völlig Fremde teilnahmen. der Standesbeamte aus der Traumhochzeit. dass ihr gekommen seid. ja die Show. Gemeint sind also die Beichtund Bekenntnis-Talkshows sowie Kontaktund Surprise-Shows. Wenig überzeugend ist die Schlussfolgerung. so wird argumentiert. das Fest.. und auch eine banale Formulierung „das Schöne an dieser Sendung ist“ muss noch nicht auf den „Sendungscharakter“ seiner – zumal simulierten – Amtshandlung schließen lassen. genauer. um durch Potenzierung der Zahl von Zeugen zur Stabilität von Ehen beizutragen. nämlich der Kontinuitätssicherung. Neben dem materiellen Zugewinn könnte die Definitionsmacht des Publikums als Mittel herhalten. mehr als 100 Seiten des Buches widmet er der von der niederländischen Moderatorin Linda de Mol moderierten Sendung für Heiratswillige.

zum Beispiel die. unter denen eine Regulierung des Fernsehfrauenbildes möglich ist (…)“ (S. Was ein vielfältiges Frauenbild anbelangt. 201). dass es den Kandidaten nicht in erster Linie um materiellen Gewinn geht (S. und zwar sowohl der männlichen als auch der weiblichen. Es scheint. dass das Fernsehen ein funktionales Äquivalent für Pädagogik (!) sei. wie die umfangreichen methodischen Überlegungen (S. dass das Medium und seine rheinisch-niederländischen Repräsentanten Wünsche erfüllen. der darf sich auf traurige Déjà-vu-Erlebnisse gefasst machen.) in der Untersuchung zum Tragen kommen. als wenn sich einem vorgegebenen Interpretationsschema auch widerständige Sachverhalte fügen müssen. wie er selbst zugibt. An anderer Stelle wiederum wird herausgearbeitet. Die Arbeit konzentriert sich fast ausschließlich auf das Fernsehen und dort wiederum auf 402 . Überhaupt ist nicht nachvollziehbar. dass bei der Traumhochzeit die „Erlebnisrationalität“ im Vordergrund steht. das auf fast 250 Seiten eine zermürbende Vielzahl von Feldern beschreibt. Wenn das Fernsehen die Kirchen beerbt. 45ff.M&K 49. werden die religiösen Tendenzen ja wohl noch zunehmen. Mit dieser Hypothese eröffnet die Autorin die Einleitung ihres ursprünglich an der Universität Augsburg als juristische Dissertation entstandenen Werks. von einer „schlichten Hermeneutik“ (S. – 245 S. ISBN 3-7890-6693-1 „Die Verpflichtung des Rundfunks zu Pluralität bindet ihn [daher] auch an die Darstellung und Vermittlung der unterschiedlichen Lebensrealitäten der Bevölkerung. Vielleicht sind es – genau so wie bei Big Brother – wenig religiöse Motive. 147). die – in der Hoffnung auf Stabilisierung – die Paare bei Linda de Mol vorstellig werden lassen. auf denen es im Bereich des Rundfunks um die Gleichberechtigung der Geschlechter (tatsächlich oder vermeintlich) schlecht bestellt ist. für die „Traumhochzeit“ oder andere Formate des performativen Fernsehens melden. zumal die – sehr hilfreichen – Zusammenfassungen am Ende der Kapitel jeweils wie Variationen desselben Themas anmuten. geht der Autor. unter denen die Ausstrahlung des stereotypen Frauenbildes erfolgt bzw. 18). Klaus Plake Annette von Kalckreuth Geschlechtsspezifische Vielfalt im Rundfunk Ansätze zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees Baden-Baden: Nomos 2000. Die präzise und – wie in juristischen Arbeiten üblich – detaillierte Gliederung des Werkes verstärkt diesen Eindruck noch. Auch das Bedürfnis nach Beachtung könnte die Kandidaten dazu veranlassen. Aber wird damit ein grundlegender Funktionswandel im Kontext langfristiger sozialer Differenzierungsprozesse bestätigt? Zwischendurch ist performatives Fernsehen. Die eher randständig behandelten SurpriseShows bieten gleichfalls nicht mehr Belege für die religiös-kirchlichen Funktionen dieser Fernsehformate. Diese Wiederholungen sind freilich nicht der Autorin anzulasten: Wer sich wie sie aufmacht. ihr Treueversprechen vor einem Millionenpublikum abzugeben. wird der Rundfunk diesem Anspruch in seinen Programmen jedoch nicht gerecht“ (S. dass sich Traumpaare primär wegen der zu erwartenden Sachpreise und Geschenke. Aber zwei Interviews mit Teilnehmern der Show können wohl nicht die Möglichkeit ausschließen. Reichertz nimmt zu viele Argumentationslinien auf und hinterlässt Verwirrung. so zum Beispiel bei der Interpretation des Interviews mit dem Kandidatenpaar Eva und Ralf. einer umfassenden Analyse zu unterziehen. Im Augenblick ist davon aber nicht viel zu spüren. Auch die Frage „Halten die Ehen der Traumhochzeitspaare wirklich länger?“ (S. So wird apodiktisch festgestellt. Schließlich gibt es genügend Freiwillige. 17). Jahrgang 3/2001 durch das Material und die Methoden nicht gedeckt sind. Zuweilen. manchmal auch auf wunderbare Art und Weise. 155) aus. die junge Paare ins Fernsehstudio bringen. die sich wegen materieller Gewinne sogar mit völlig Fremden in einen Wohncontainer begeben. Gerade eine allgemein kulturwissenschaftliche Fragestellung bedarf einer stringenten Bearbeitung. Mag sein. die „(…) rechtlichen Rahmenbedingungen. Der Verfasser vermag mit Hilfe seines Auswertungsverfahrens diese These ebenso wenig auszuschließen wie andere. auch „Turnier“ und „Groschenroman“ (S. 211) führt an die Grenze des empirisch Verkraftbaren. Am wenigsten dürften es die von Reichertz zitierten Scheidungsziffern sein. deren Wert auch im fünfstelligen Bereich liegen kann. wie Reichertz feststellt.

die ihr kaum operationalisierbar und insofern ungeeignet für die Absicherung eines vielfältigen und gleichberechtigten Frauenbildes scheinen. Zwar habe sich keines der in Kanada erprobten diesbezüglichen Regulierungsmodelle wirklich bewährt. 87). 91) oder „nicht umsetzbare[n] normative[n] Proklamation“ (die verschiedenen Gleichberechtigungsklauseln der Landesmediengesetze. Ganz anders dagegen. Grundrechtsgewährleistungen zu stören. Von Kalckreuth hält es für zulässig (und wohl auch für geboten). Struktureller Konservativismus des Systems sei zu beklagen. Sie kommt zu dem Schluss: „Nur durch eine geschlechtsspezifische Betrachtungsweise der Rundfunkfreiheit können die Defizite in der Wahrnehmung grundrechtlich geschützter Freiheiten für Frauen sichtbar werden“ (S. Vorschläge für eine mögliche Ausgestaltung des gesetzlichen Rahmens macht die Autorin im weiteren Verlauf der Arbeit immer wieder.Besprechungen den Programmbereich. selbst mit einigen Stereotypen leben. S. Wie und in welchem Maße dies bereits erfolgt. 57) könne hier dazu beitragen. Kinder säßen „immer häufiger und länger“ vor dem Fernsehgerät (S. untersucht die Autorin für den öffentlich-rechtlichen (Kapitel 4) und den privaten (Kapitel 5) Rundfunk separat. den „(…) Defiziten abwehrrechtlicher Grundrechtsdogmatik (…)“ (S. Dabei weist sie nicht wenige der bestehenden gesetzlichen Grundlagen als „blutleere[r] Verweis[e]“ (das Gebot der Meinungsvielfalt. wenn der Gesetzgeber ein Kriterium „geschlechtsspezifische Vielfalt“ entwickeln und regeln würde. Ziel der Untersuchung ist zu ermitteln. Insbesondere die Programmnormen seien zurzeit in hohem Maße auf die Konkretisierung durch Rundfunkanstalten und Rundfunkaufsicht angewiesen. Das Fazit der Autorin: Im Bereich der öffentlich-rechtlichen Veranstalter stellt sie „(…) eine sehr begrenzte Sensibilisierung (…)“ (S. Frauenfördermaßnahmen. wie Geschlechtsrollenklischees im Rundfunk durch rechtliche Steuerung – und zwar sowohl im Hinblick auf die programmliche als auch im Hinblick auf die personelle Ebene – vermieden werden können und „(…) die bestehende Bandbreite weiblicher Lebensrealitäten angemessen zum Ausdruck gelangen (…)“ (S. so schildert es die Autorin im ländervergleichenden sechsten Kapitel. Die Wirkungsdebatte wird naturgemäß sehr verkürzt wiedergegeben. 97) zurück. 22) kann. denn gerade „staatliche Abstinenz“ (S. trägt nicht zur Deutlichkeit bei. Dieses Kapitel ist eines der schwächeren des Buches. das sich faktisch nicht nur mit der Darstellung. wo die Regulierung von Geschlechtsrollenklischees bereits einen deutlichen Vorsprung habe. Die folgenden Kapitel sind weitaus erhellender. Ob man sich ein Pendant der kanadischen „Guidelines on Sex-Role Portrayal“. Im ersten Kapitel „Das Frauenbild im Rundfunk und seine Wirkungen“ versucht die Autorin zunächst eine „Bestandsaufnahme der Stereotypisierung und Sexualisierung von Frauen im Rundfunk“ (S. Ausführlich werden hier redaktionelle Maßnahmen. und auch die mangelnde Differenzierung der Darstellung von programmlicher und personeller Ebene im Unterkapitel „Die geschlechtsstereotype Darstellung von Frauen im Rundfunk“. Frauen seien im Fernsehen „(…) in der Mehrheit sexuell attraktiv und provokativ angezogen(…)“ (S. daneben fehlten Sanktionsmittel oder überhaupt die Kenntnis sanktionsfähiger Vorgänge. in dem die Ergebnisse zahlreicher mehr oder weniger einschlägiger Studien nur sehr knapp referiert werden können. 23). nachdem sie im dritten Kapitel die entsprechenden normativen Grundlagen aufbereitet hat. sei es in Kanada. 138) fest. S. Das zweite Kapitel befasst sich mit den verfassungsrechtlichen Implikationen für eine Regulierung von Geschlechtsrollenklischees im Fernsehen. sondern auch mit der Repräsentanz von Frauen im Rundfunk befasst. die besondere Problematik des Frauenbildes in der Werbung bleibt demnach unberücksichtigt. etwa der Aussage. die sich beispielsweise als blind für die strukturelle Benachteiligung von Frauen erweise. Die Autorin schlägt dabei vor. aber es habe sich ein Bewusstsein für das Thema entwickelt. 55). wirklich wünschen sollte? Immerhin hat man es dort mit durchaus komplexen Leitlinien wie der folgenden zu tun: „Stereotyping in CBC programs is acceptable only when it is essential 403 . im Bereich der privaten Veranstalter „(…) ein relativ diffuses Problembewusstsein (…)“ (S. 36) oder der – nicht zutreffenden – Behauptung. 52). durch das Einbeziehen objektiv-rechtlicher Grundrechtsdimensionen zu begegnen. die die Autorin im Anhang des Buches abdruckt. formalisierte (Beschwerde-)Verfahren der Aufsichtsinstanzen (Rundfunkräte und Landesmedienanstalten) und (tatsächliche oder vermeintliche) Defizite der Kontrolle unter die Lupe genommen. 156). So muss dieses Kapitel.

muss denn auch nicht am Buch liegen. die „Amerikanisierung“ als moderne Form der Kolonialisierung betrachten. der wird ihn in diesem Buch nicht finden. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. dass Kommunikationsphänomene zur selben Zeit sowohl auf wissenschaftliche als auch auf publizistische Resonanz stoßen – und sich dann auch noch derselben Begrifflichkeiten bedienen. dass ihr dieses Problem wohl bewusst ist. gäbe es eine entsprechende konkretisierende Vorschrift. in denen sich die Zuschauer „ein Bild über die Eignung des Bewerbers“ (S. wie Veranstalter und Regulierer auch hierzulande in endlosen Debatten die Frage der dramaturgischen (Nicht-)Notwendigkeit stereotyper Darstellungen diskutieren würden. Dabei wird deutlich. Noch unklar 404 . begriffsdefinitorische Beiträge (Klaus Kamps. andere wiederum scheinen schon recht weit von der Praxis entfernt – etwa der Gedanke. Als Einstieg zu empfehlen ist hier vor allem der Beitrag von Donges.und Modernisierungsansätzen konfrontiert. Vordringlich scheinen ihr dabei der Erlass eines ergänzenden Programmgrundsatzes zur Herstellung geschlechtsspezifischer Vielfalt einschließlich der entsprechenden Konkretisierungen (in Form etwa von Richtlinien oder Strukturkonzepten) sowie das weite Feld der personellen Frauenförderung. Wer einen substanziellen Überblick über die entsprechende Forschung sucht. Viele dieser Vorschläge wird man weitaus schneller gutheißen als umsetzen können. Eine gute Anschaffung ist es jedoch für diejenigen. kleinere oder größere Schritte in eine andere Richtung zu tun. Patrick Donges. Dass das Buch die Leser trotz dieser Fülle an Informationen recht ratlos zurücklässt. Subjekte und Gegenstände der Amerikanisierungsthese ausdifferenziert und sie mit Globalisierungs. bis auf wenige Ausnahmen sorgfältig recherchierter und auch für NichtJuristen gut verständlicher Form. die sich einen Überblick über die – mindestens aus weiblicher Perspektive oft mit Recht so bezeichneten – Schwächen des Systems verschaffen wollen – und über Möglichkeiten. den diffusen Catch-All-Begriff „Amerikanisierung“ zu entwirren und von seinen negativen Konnotationen zu befreien. der die verschiedenen Implikationen. Präsentiert werden zunächst drei theoriegeleitete bzw. die im Import von Wahlkampfelementen aus den USA das beginnende Ende der politischen Kommunikationskultur in Deutschland sahen. dass die Autorin auf allen Ebenen nach Lösungen des von ihr als Problem beschriebenen Phänomens sucht – und dies tut sie in sehr übersichtlicher. Dagmar Schütte Klaus Kamps (Hrsg. 199) machen können. Aus unterschiedlichen Perspektiven werden in insgesamt sechszehn Beiträgen Ursachen. um sich auszumalen. Die so genannte „Amerikanisierung“ der politischen Kommunikation ist einer dieser Fälle.“ Viel Fantasie braucht man nicht. ISBN 3-531-13508-2 Nur selten passiert es. 2000. Sie schließt ihre Arbeit daher mit einer Vielzahl höchst unterschiedlicher Vorschläge zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees ab. Hier reiht sich der vorliegende Sammelband nahtlos ein. Christina Holtz-Bacha). Entgegen derartiger publizistischer Stereotype. Es spricht aber für das Buch. dass es bei der Frage der „Amerikanisierung“ vor allem um den Grad der Professionalisierung moderner politischer Kommunikation geht. – 340 S. Jahrgang 3/2001 to the realization of a program purpose. Zuletzt haben insbesondere der Bundestagswahlkampf 1998 und der nordrhein-westfälische Landtagswahlkampf 2000 in diesem Zusammenhang für eine Fülle meist kritischer und besorgter Medienstimmen gesorgt. Symptome und Einzelphänomene der so genannten „Amerikanisierungsthese“ beleuchtet. Zulassungsverfahren grundsätzlich als öffentliche Anhörungen durchzuführen.) Trans-Atlantik – Trans-Portabel? Die Amerikanisierungsthese in der politischen Kommunikation.M&K 49. deren Anspruch es ist. bemühen sich die seit Mitte der neunziger Jahre sprunghaft angestiegenen wissenschaftlichen Publikationen zumeist um eine differenziertere Analyse der vielfältigen Veränderungen der politischen Kommunikation in Deutschland. Man muss der Autorin zugute halten.

Inwieweit das Konzept des „Spin Doctoring“ auf andere Kontexte übertragbar ist. B. ob die Amerikanisierungs. Als analytisch sinnvolle Alternative böte sich vor allem der im Band mehrfach angesprochene Modernisierungsansatz an. Angesichts solcher relativ stabiler Constraints stellt sich jedoch die Frage. deren Rezeption in Deutschland und der Diskussion um die Rolle der Medien wird Skandalisierung als weiteres Merkmal von „Amerikanisierung“ herausgearbeitet. 405 . Die Bedeutung des Internets für politisches Marketing unterstreicht Christoph Bieber mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahlen des Jahres 2000. die Einblicke hinter die Kulissen politisch-medialer Interaktionen geben. eines Vorbildes einnähmen. o. Holtz-Bacha versucht dies anhand eines Vergleiches der politischen Kommunikationsberater in den USA und Deutschland sowie auf der Ebene der Kampagnenstrategien.bzw. die sich mit „Akteuren und Medien“ beschäftigen. die dann die Rolle eines Vorreiters und nicht. zwei einschlägige US-amerikanische Publikationen. Innovativ ist jedoch ihr Ansatz. Die Einzelbeiträge sind vier größeren Abschnitten („Wahlkämpfe und Strategien“. die Notwendigkeit politischen Marketings aus Sicht der Nutzer und nicht – wie üblich – aus Sicht der Parteien zu begründen. am Beispiel von Einzelfallanalysen (USA oder Deutschland) verschiedenen Facetten moderner politischer Kommunikation wie z. Ebenso mit der Clinton-Administration beschäftigen sich Klaus Kamps und Heike Scholten. Dieses können sie überzeugend als dauerhaftes Muster politischer Kommunikation skizzieren. Als Bezugspunkt würde hier der – zeitlich variierende ( Grad der Modernität bzw. 104). Neben diesen einleitenden und grundlegenden Beiträgen widmet sich der Band z. Am Beispiel der so genannten „Lewinsky-Affäre“. die kulturelle und strukturelle Adaptionsgrenzen formulieren. sondern eher einen ökonomisch bedingten Trend zur Globalisierung.T. Ihrem Fazit einer „bedingten Amerikanisierung“ (S. z. „Entertainisierung“. 52) kann nicht widersprochen werden. wonach die zu beobachtenden Veränderungen der politischen Kommunikation ihre Ursache in sich wandelnden sozialen und medialen Rahmenbedingungen haben. „Spin Doctoring“ etc. „Macht und Beobachtung“. wobei andere Bündelungen sicherlich auch denkbar und sinnvoll gewesen wären.und Berufsrollen vergleichen. „Importthese“ nicht prinzipiell auf die falsche Spur führt. Leider beschränkt sich Esser vor allem darauf. „Akteure und Medien“ sowie „Pop und Prognosen“) zugeordnet. Ernüchternd ist jedoch die Einschätzung des Autors. ob ein Vergleich zwischen den USA und Deutschland nicht zu immer demselben Ergebnis kommen muss. Frank Essers Fokus ist im Gegensatz dazu ausschließlich auf die USA gerichtet. in (empirisch) vergleichender Perspektive (USA und Deutschland). Langfristig sehen die Autoren angesichts kultureller Unterschiede keine „Amerikanisierung“. bleibt weitgehend unbeantwortet. Der Abschnitt „Macht und Beobachtung“ umfasst drei Beiträge. Den umfassendsten Blick richten hierbei Miriam Meckel und Armin Scholl auf deutsche und amerikanische Journalismuskulturen. der Professionalität der politischen Kommunikation die USA als Vergleichsobjekt ersetzen. die sie anhand von Arbeits. Allerdings wird nicht ganz deutlich. Dem umfangreichsten Abschnitt des Bandes sind fünf Beiträge zugeordnet. Gerhard Vowe/Jens Wolling und Christoph Bieber.T. wo er die Professionalisierung der Politikvermittlung am Beispiel des „Spin Doctoring“ der Clinton-Administration beschreibt. jedoch spielt der Aspekt der politischen Kommunikation in dem vergleichend angelegten und parteiengeschichtlich orientierten Beitrag von Christoph Strünck eine eher marginale Rolle. zu referieren. wie es die „Amerikanisierungsthese“ suggeriert. Vowe/Wolling kontrastieren mit Blick auf Deutschland das Oberflächenphänomen „Amerikanisierung von Wahlkämpfen“ mit dem Konzept des politischen Marketings. ob und wie man diesen messen kann.). Die Digitalisierung der Kampagne wird hier als ein wesentlicher Bestandteil der „Amerikanisierung“ herausgestellt. deren gemeinsamer Anker die Rolle des Journalismus darstellt. dass sich die interaktiven Potenziale des Netzes auf dem Rückzug befänden: virtuelle Gemeinschaften würden durch den virtuellen Markt ersetzt werden (S. „Personalisierung“. kulturell spezifisches oder gar um ein „neues“ Phänomen handelt. Im ersten Abschnitt finden sich die Beiträge von Christina Holtz-Bacha (s.Besprechungen ist jedoch. ob es sich hier tatsächlich um ein „amerikanisches“. wenn auch die empirische Überprüfung anhand einer Befragung in Dresden nur exempla- rischen Charakter hat.. In abgewandelter Form findet es sich auch in fast allen Beiträgen des Bandes wieder.

Im Beitrag JörgUwe Nielands wird dagegen wiederum ein größerer Bogen geschlagen. was unter „Amerikanisierung“ zu verstehen ist. Jahrgang 3/2001 Anders ist dies bei Marion G. 260). indem sie solche Studien in Frage stellt. Überzeugend arbeitet der Autor zudem heraus. – 498 pp. die sich auf die Überprüfung des Transfers US-amerikanischer politischer Kommunikationselemente auf den deutschen Kontext beschränken. In diesem Sinne spiegeln die Beiträge in ihrer Vielfalt der Perspektiven und der präsentierten Befunde die Komplexität eines sich im Fluss befindenden Forschungsgegenstandes. und dass auch die Professionalisierung des Kommunikationsmanagements nicht zwangsläufig in ein verstärktes Wissen über das Parlament münden. Die inhaltsanalytischen Befunde belegen vielmehr. dass es derzeit noch keinen common sense darüber gibt.und Medienpersonalisierung. gesellschafts. Insgesamt bietet der Band eine Fülle an unterschiedlichen Ansätzen und Einzelstudien. der die Verschmelzungen von Populärkultur und politischer Kommunikation sowie deren Auswirkungen für das Verständnis von Politik unter Jugendlichen betrachtet. ohne dass mit dem gewählten Instrumentarium die Ursachen dieser Veränderungen benannt werden könnten.und kulturspezifische Veränderungen der politischen Kommunikation. deren Blick auf die expressive Seite von Parteien gerichtet ist. Tatsächlich geht es eben nicht um das Übertragen oder Kopieren. dass „Amerikanisierung“ kein allumfassendes Phänomen ist. die die neuen Trends und Themen der Filmtheorie zusammenfassten. auf politische Kommunikationsprozesse bezogenen Fokus des Bandes ausweiten. Auch der Blick Patrick Rösslers und Artur Meinzolts auf den „Pseudo-Wahlkampf“ im Vorfeld der deutschen Präsidentenwahl 1999 verdeutlicht.M&K 49. publizistisch verbreiteten Stereotype des modernen US-amerikanischen Imperialismus durch. wobei die Wahlparteitage von SPD. 194) von Parteien. Post-Structuralism and Beyond (London/New York: Routledge 1992) den Anfang. Müller.) Critical Dictionary of Film and Television Theory London/New York: Routledge 2001. In sechs Kapiteln gaben die Autoren einen konsistenten Überblick über Großbereiche der 406 . Dieses steht im Mittelpunkt der longitudinal vergleichenden Inhaltsanalyse von Frank Marcinkowski und Volker Greger zur Frage der „Personalisierung“ der TV-Nachrichtenberichterstattung. wodurch sich der Band auf jeden Fall zur kritischen Lektüre empfiehlt. dass sich das in diesem Fall wenig professionelle Kommunikationsmanagement kaum in der Presseberichterstattung niederschlägt. Leider schimmern durch beide Beiträge die zu Beginn formulierten. sondern um vielfältige modernisierungsbedingte. Einen Blick auf die Selbstdarstellung und das sich professionalisierende Kommunikationsmanagement des Bundestages wirft letztlich Stefan Marschall. von denen der vorliegende Band wohl eigentlich Abschied nehmen will. zeremonielle Strukturen von Parteitagen der Jahre 1999 und 2000 in den USA und Deutschland. Structuralism. wobei die Beiträge von Stefanie Kuhne („Bilder-Krisen – Krisen-Bilder“) und Rudolf Maresch („Europa – mon amour“) den primären. Der letzte Abschnitt des Bandes beinhaltet drei Untersuchungen zum Komplex „Pop und Prognosen“. So zeigt sich eine „wechselseitige Verstärkung“ (S. Robert Stam. Pearson / Philip Simpson (eds. Am deutlichsten wird hier der oben beschriebene Modernisierungsansatz vertreten und eine Absage an „Importthesen“ erteilt. Hier führt die programmatische Frage des Bandes „Trans-Atlantik – Trans-Portabel?“ auf die richtige Spur. Jens Tenscher Roberta E. die im Ganzen deutlich machen. denn „blindes Kopieren verbietet sich allemal“ (S. CDU und FDP Ähnlichkeiten und eine Orientierung am US-Vorbild offenbaren. dass zunehmende Transparenz des Parlaments dessen Effizienz eher blockiert. während der Grad der Privatisierung der Berichterstattung auf niedrigem Niveau verharrt. ISBN 0-415-16218-1 In den letzten Jahren sind mehrere Überblickswerke entstanden. Robert Burgoyne und Sandy Flitterman-Lewis machten mit ihrem nützlichen New Vocabularies in Film Semiotics. Gewohnt detailreich vergleicht sie rituelle bzw. Die Autoren entdecken im Vergleich der Jahre 1977 und 1998 eine Zunahme an Symbolisierung und Hierarchisierung. Hier irritieren insbesondere die essayistisch formulierten Bedenken Mareschs gegen das „amerikanische Interface“. Leider wird die Rolle des Fernsehens hierbei nicht untersucht.

fantasy. Peirce.und Fernsehtheorie. Kulturtheorie oder Philosophie benennen. der Internet-Philosoph Howard Rheingold. Barry Keith Grant und Jim Hillier herausgegebene The Film Studies Dictionary (London: Arnold 2001). serial. die oft nur sehr kurz erläutert werden (im Umfang von einer Viertelseite bis zu etwa einer Seite). die eigene medienanalytische Zugänge fundiert haben. ob das Wörterbuch eher Genres der Film. versucht nicht nur zu referieren. mit den neueren Ansätzen zu einer Gender-Theorie des Kinos und des Fernsehens. Sie gliedert sich in die vier Unterbereiche Produktion. Pudovkin. Außerdem werden biografische Kurzeinträge angeboten. und das von Thomas Koebner herausgegebene Sachwörterbuch des Films (Stuttgart: Reclam i. music and film. science fiction. drama. aus denen die Film. Ähnliche Irritationen verursachen auch die Sachtermini. Das Critical Dictionary. Die meisten Artikel umfassen kurze bibliografische Hinweise.oder der Fernsehgeschichte (und ihrer gegenwärtigen Praxis) verzeichnen will. Brecht. cop show/police drama. queer theory oder auch das ältere marxistische base and superstructure. In deutscher Sprache erschien das von Rainer Rother koordinierte Sachlexikon Film (Reinbek: Rowohlt 1997). Propp. fehlen vollständig. Die Liste ist sicherlich unvollständig. Text und Zuschauerschaft. infotainment/infomercials. romance.V. die auch über filmtheoretische Fragen informieren wollten: Frank E. meist fünfseitigen Artikel. Figuren wie John Berger oder Friedrich Nietzsche scheinen für eine Geschichte der Filmtheorie eher peripher zu sein. Die Einträge sind zum großen Teil ungemein kurz gehalten und können darum nur selten über die Stereotypifizierung von Programm und Produktion wirklich Bericht ablegen. Aufgelistet sind: chat/talk show. Magazinsendungen etc.und Fernsehtheorie Modelle und Terminologien gewonnen hat. Freud oder Gadamer neben Gérard Genette. Auf diese diversen Felder beziehen sich vor allem die größeren. faction.Besprechungen Forschung wie Filmsemiotik. sondern auch einen eigenen inhaltlichen Akzent zu setzen. Beavers Dictionary of Film Terms – The Aesthetic Companion to Film Analysis (New York: Twayne Publishers 1994). nach welchen Kriterien die ca. Feuilleton und Feature. single play. unklar. sondern auch Theorieproduzenten. Marketing. der aus der postkolonialistischen Diskussion bekannte Edward Said und der amerikanische Filmkritiker Andrew Sarris. situation comedy. Narratologie. die in Nachbardisziplinen verweisen und allgemeinere Konzepte der Soziologie. die nicht nur wichtige Vertreter der Film. Von den Genres ist z. melodrama. das hier anzuzeigen ist. So finden sich zwar Hinweise auf die linguistischen Größen Phonem und Morphem. Die dritte Großgruppe schließlich heißt media studies und benennt Felder wie cognitive theory. quiz shows. dance and film. Die Mischung der Zugänge ist nicht unproblematisch und führt immer wieder zu Überraschungen. memory oder the popular). John Hartley oder David Morley dagegen fehlen.und Fernsehwissenschaft vorstellen. Susan Haywards Key Concepts in Cinema Studies (London/New York: Routledge 1996) und das von Steve Blandford. Es ist durchaus unklar. musical.oder Postkolonialismus. horror.) wird den Reigen ergänzen. Nur der Sportartikel geht über fünf Seiten und gibt einen einigermaßen angemessenen Eindruck von der Komplexität der Materie. Roman Jakobson oder Ferdinand de Saussure. Stärker als alle anderen Nachschlagewerke der letzten Jahre berichtet es vor allem von der in England geführten medientheoretischen Diskussion – mit ihren gesellschaftspolitischen Traditionen und Untertönen in der Tradition der Theorien Althussers und Gramscis. documentary. mit der massiven Zuwendung zu Fragen des Neo. Daneben verzeichnet das Wörterbuch eine Vielzahl von Stichworten. Psychoanalyse und Intertextualität. series. Es folgen Nietzsche. auf Syntagma 407 . Nach eigenem Bekunden haben die Herausgeber den Zugang in drei große Felder gegliedert: Unter contexts verstehen sie solche Bezüge der Film. Die zweite und komplexeste Gruppe ist media systems benannt. die ausschließlich auf englischsprachige Texte verweisen. soap opera. sind oft bis zur Oberflächlichkeit reduziert. die für Medienfragen zentral gewesen sind (Konzepte wie body. John Reith (der erste BBC-Direktor). die in der Medienanalyse einflussreich gewesen ist. Kurze Zeit später entstanden gleich mehrere Lexika. family melodrama. 80 Namen in die Liste des Wörterbuchs aufgenommen wurden – so ist John Fiske genannt. Die Bezüge zu den Bezugswissenschaften. sport and television und western. so bedeutende Programmgruppen wie Werbung. B. live television. Da stehen Namen wie Adorno.

Die Wissenschaften von Film und Fernsehen haben sich nicht so sehr terminologisiert als vielmehr diskursiviert. manche sind recht neutral (aber dennoch informativ.M&K 49. Differenzen zwischen den beiden Medien und auch mediengenealogische Informationen können in dieser Kürze nicht mehr artikuliert werden. der psychoanalytisch vereinseitigte Artikel pleasure oder der ausschließlich auf Foucault eingeschränkte Absatz discourse analysis).und Fernsehwissenschaft ausmacht. die Zeitbehandlung ist mit flashback erwähnt. zum BildRahmen oder zur Bedeutung des off-screens gibt das Dictionary nur in äußerst verknappter und unbefriedigender Form (image. der noch dadurch verschärft wird. mise-enscène). dass manche der kürzeren Artikel oft auf eine disziplinäre Sicht des Gegenstandes eingeengt sind (wie z. Wulff 408 . Von größerem Belang sind die langen Artikel: Hier können die verschiedenen histori- schen Stufen.und Fernsehwissenschaft in deren Horizont sind die Aufgaben. und auch die Montage ist genannt (als continuity editing sowie als point-ofview shot). Weniger wäre mehr gewesen – mehr artikellange Nachzeichnungen von manchmal komplizierten und langwierigen Diskussionen sind in der gegenwärtigen Situation der Film. doch sind die produktiven Auseinandersetzungen um eine „Sprache des Films“ kaum in diesem terminologischen mickymousing wiederzugeben. und die Kontextualisierung der Gegenstände der Film. die das Dictionary anbietet. des Signifikativen etc. die eine Diskussion oder ein Themengebiet durchlaufen haben. den Stoff wissenschaftlicher Arbeit am Gegenstand in Lehrbuchwissen umsetzen. Hans J. man nehme reading and reception theory). Lexika und Einführungswerke deuten darauf hin. So findet die Kamera (als camera lens/camera style sowie als depth of field) zwar einen Eintrag. Terminologien der Beschreibung entstammen vielfach anderen Disziplinen – die Adaption der Modelle aus allgemeineren Theorien des Psychischen. diese Artikel machen den Wert des Wörterbuchs aus. als die Mischform. doch fehlen in allen Fällen übergeordnete Artikel. des Sozialen. Ein äußerst zwiespältiger Eindruck entsteht also. institution oder cult film and television).B. Manche Artikel sind höchst informativ geraten (z. dass sich Wissenschaften konsolidieren. B. So zentrale Beschreibungsgrößen wie „Stil“ oder „Text“ werden nur kurz in einseitigen Artikeln vorgestellt und können die komplexen Arbeiten kaum repräsentieren. Für die Kritik des enzyklopädischen Wörterbuchs zur Medienwissenschaft ist der Befund folgenreich. die unter ihrem Rubrum entstanden sind. Ähnliches ließe sich sogar von einer Beschreibungssprache des Films selbst behaupten. Überlegungen zur Bildkomposition. was heute Film. eingehender dargestellt werden. die anstehen. Darum ist das Format der Enzyklopädie eher dem angemessen.und Fernsehwissenschaft offensichtlich ein angemesseneres Mittel der Selbstdarstellung und -vergewisserung als ein glossarisches Verfahren. auf Denotation und Konnotation. Der 21-Zeiler framing bezieht sich auf Goffmans Rahmenanalyse. Jahrgang 3/2001 und Paradigma.

9 – 29 Rademacher. 93 – 97 Der Beitrag untersucht die Gebührenpflichtigkeit des Internet. Information ihrer Kunden über Copyrights usw. enthalten sollten. 101 – 106 Stahlschmidt. Bernd: Autonom und abhängig: zur Autopoiesis des Journalismus. bei der Internet Service Provider in das Verfahren einbezogen werden. wenn wir Big Brother sehen: sieben Lesarten eines Medienereignisses. 441 – 452 King. 106 – 109 Communicatio Socialis Jg 34 (2001) Nr 1 Lehmann. als je zuvor. Ziegler. Maturana. 98 – 100 Schricker. Michael: Der Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts in Österreich und die Rechtsfolgen bei Verletzungen. Danach scheinen heute Werbeäußerungen für derartige Produkte. die Verbreitung schädlicher Produkte (Tabak.: International take-down policy: A proposal for the WTO and WIPO to establish international co- 409 . 345 – 389 Der Aufsatz setzt sich mit der Frage auseinander. – S. das die „Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) für Beschwerden über die Vergabe von Internet-Namen etabliert hat.und Handy-Rundfunks?. Glücksspiel u. 59 – 65 Blöbaum. Rivera-Sanches.: The talent agencies act: does one year really mean one year?. – S. 52 – 58 Pörksen. das amerikanische Grundrecht der Kommunikationsfreiheit. 66 – 76 Kohring. wer du wirklich bist…“: was wir sehen.a. John T. 5 – 8 Brosius. 453 – 507 Der Beitrag gibt einen Überblick über das Verfahren. Soma. – S. eine pragmatische Lösung anzustreben. Natalie A. die die Benachrichtigung über bekannt gewordene Copyright-Verletzungen.) zu regulieren.und Handy-Rundfunks. Bernhard: Sind soziale Systeme autopoietisch?: Im Gespräch mit Humberto R.. – S. Während die Frage insbesondere hinsichtlich des Internetradios schon als aufgeworfen gelten kann. Der Verfasser untersucht die Frage zunächst anhand des Rundfunkbegriffes. – S. dispute resolution and the problem of cybersquatting. – S. Karl: Die Stimme erheben: Würdigung von Medienbischof Hermann Josef Spital. – S. Stacey H. inwieweit damit ein faires und objektives Verfahren zur Verfügung steht. im Folgenden geht er auf die Frage der Vereinbarkeit der Rundfunkgebühr mit höherrangigem Recht ein (dabei stellt sich insbesondere die Frage der Verhältnismäßigkeit einer Gebührenpflicht). Matthias: Autopoiesis und Autono- Comm/Ent Jg 22 (2000) Nr 3-4 Hoefges. Der Beitrag analysiert die Rechtsprechung des Supreme Court von 1986-1999 und kommt zu dem Ergebnis. Walther: Massenmedien und Suizid: praktische Konsequenzen aus dem Werther-Effekt. Bernhard: Ist der Journalismus autopoietisch?: Thesen und Anregungen zur Debatte über die Art der Steuerung und die Eigengesetzlichkeit eines sozialen Systems. – S. solange sie der Wahrheit entsprechen und den Verbraucher nicht irreführen. 30 – 51 Pörksen. Norman. Edwin F. Milagros: „Vice“ advertising under the supreme court’s commercial speech doctrine: the shifting CENTRAL HUDSON analysis. 391 – 440 Die mit der Nutzung des Internet verbundenen Risiken im Hinblick auf Verletzungen des Copyright sind Gegenstand dieses Beitrags. Alkohol. pyright procedural guidelines for internet service providers. wie Äußerungen etwa im politischen Kontext. welche Möglichkeiten der Regierung zur Verfügung stehen. wird sie sich bei den Mobilfunkangeboten mit Einführung der UMTS-Handys stellen.: The „law that it deems applicable“: ICANN.Zeitschriftenlese Zeitschriftenlese AfP Jg 32 (2001) Nr 2 Tschentscher. – S. dass im Hinblick auf Werbung für schädliche Produkte ein erheblicher Wandel der Auffassung des Supreme Court zu beobachten ist. Gerhard: Gratisverteilung von Tageszeitungen und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Axel: Gebührenpflichtigkeit des Internet. Stephan: Die Umsetzung der Free-TVSchutzliste der TV-Richtlinie in den EU-Mitgliedstaaten. Dittl. Der Beitrag zeichnet die Entstehung nach und diskutiert. Lars: „Zeig mir. Für sie sollten international einheitliche Verfahrensregeln verbindlich werden. den gleichen Schutz zu genießen. Michael. Den Autoren zufolge erhält damit kommerzielle Kommunikation heute einen höheren Schutz durch das First Amendment. McPherson. Hans-Bernd. – S. – S. – S. Angesichts der globalen Struktur des Netzes schlägt der Beitrag vor. – S. – S.

Werbeagenturen und EDV-Dienstleistern beim Werkvertrag. – S. Itzhak. wird die Theorie der Schweigespirale überprüft. dass sich die RegTP außerstande sah. – S. dass die Entgeltgenehmigungsentscheidung aus ihrer Sicht negativ (d. indem nicht nur grundsätzlich die Möglichkeit der Durchführung des Entgeltgenehmigungsverfahrens als Amtsverfahren.. Jürgen Detlef W. Bosch. […]“ Mit der Entscheidung des VG Köln vom 7. 387 – 405 Hijmans. Jo: Mass Media. – S. Renckstorf. sondern darüber hinaus auch ein eigenes Antragsrecht der Wettbewerber gefordert wird. Vincent: Grounded theory in media research and the use of the Computer.2000 – 1 K 10354/98.“ Communication Research Jg 28 (2001) Nr 2 McDonald.9. – S. Kim. – S. „In der Entscheidung des VG Köln werden wesentliche Fragen des Drittschutzes des Entgeltgenehmigungsverfahrens gemäß §§ 24 ff. die in diesem Beitrag besprochen wird. – S. zu niedrig) ausfallen würde. 181 – 207 Yanovitzky. Friedman-Pappo. Peiser. – S. die Höhe der TAL-Zugangsentgelte festzusetzen. Dies hatte zur Folge..2000. Glenn: Critiquing the Image: Testing Image Adwatches as Journalistic Reform.. – S. Stefan: Journalismus: autopoietisches System oder oszillierende Form?. 225 – 231 „Zwischen Dezember 1997 und Ende 1998 stellte die Deutsche Telekom AG (DTAG) insgesamt drei Entgeltgenehmigungsanträge für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Chava E. Wolfram. Frank. Ed: Online Communities as Community Media: A Theoretical and Analytical Framework for the Study of Digital Community Networks. TKG und der subjektiven Rechte der Wettbewerber des marktbeherrschenden Unternehmens angesprochen. Jahrgang 3/2001 mie des Journalismus: zur notwendigen Unterscheidung von zwei Begriffen. Papstbotschaft zum 35. Jochen: Explaining Individual Differences in Third-Person Perception: A Limits/Possibilities Perspective. 99 – 106 Kopp. Für diesen Fall scheint die Annahmen der Theorie zu stimmen. dass soziale Isolation Furcht im Hinblick auf die Äußerung abweichender Meinungen erzeugt und sich dies auf Wahlen auswirkt. 208 – 239 Communications Jg 25 (2000) Nr 4 Huysmans. – S. – S. 407 – 432 Computer und Recht Jg 17(2001) Nr 4 Alpert. Tobias: Rechtsschutz für Wettbewerber im Rahmen des telekommunikationsrechtlichen Entgeltregulierungsverfahren: zugleich eine Besprechung zu VG Köln vom 7.. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel im Jahr 2001. Andreas: Geltung des deutschen Strafrechts für vom Ausland aus im Internet angebotenes Glücksspiel: ein Beitrag zur Frage des Erfolgsorts bei abstrakten Gefährdungsdelikten und zugleich 410 . and Health Promotion Efforts: A Longitudinal Study of Media Effects on Youth Binge Drinking. – S.h. trotz der erfolgten Antragsrücknahme über die TAL-Zugangsentgelte zu entscheiden. Social Norms. Arielle: Reading Music Videos: A Study Among Israeli Adolescents. Peters. Lammers. 371 – 386 Tidhar. 139 – 155 Anhand eines Datensatzes von der amerikanischen Präsidentenwahl von 1948. Peter. Matthias: Die Nachrichten (wie die Vögel) von den Dächer verkünden … Anmerkungen zur Papstbotschaft anlässlich des Mediensonntags 2001. Glynn. Stets nahm sie diese Anträge kurz vor Ablauf der Entscheidungsfristen der Regulierungsbehörde (RegTP) wieder zurück.M&K 49. Sei-Hill: The Spiral of Silence in the 1948 Presidential Election. 90 – 98 Marcinkowski. bei der zur Überraschung aller Truman gewann.9. Daniel G. 156 – 180 Leshner. – S. 213-219 Neumamnn. – S. Frank: „Vorvertragliche“ Vergütungsansprüche bei Webdesignern. – S. 112 – 114 Hollander. Heckler. Jan. Holger. Carol J. Karsten: Television viewing and the temporal organization of daily life in households: A multilevel analysis. Frank: Autopoietische Systemvorstellungen in der Theorie der Massenmedien: Vorschläge und Einwände. wurde die RegTP auf die Klage eines Wettbewerbers der DTAG hin verpflichtet. – S. Die Verfasser begrüßen den grundlegenden Ansatz des Verwaltungsgerichts hinsichtlich der drittschützenden Wirkung des Entgeltgenehmigungsverfahrens und entwickeln diesen fort. 107 – 111 Die Predigt von den Dächern: das Evangelium im Zeitalter globaler Kommunikation. Stryker. 77 – 89 Weber. Ellen. da sie jeweils erwartete. 357 – 370 Klengel.

Lisa: „Ananova“ in The Kingdom of Shadows. Bock. die sich als Kunstform etabliert. H.12. die Entwicklung dieser Figuren im jeweiligen Kontext darzustellen. die vor allem neoliberale und kapitalistische Elemente enthält.2000 ein erstes Arbeitspapier vorgelegt hatten. – S. Sheeryl N. In den Beitrag wird der Inhalt dieses Gesetzes skizziert.: Filth. 260 ff) auseinander. Eduardo: The origin and development of robotic art.Zeitschriftenlese eine Besprechung der Entscheidung des BGH vom 12. Dabei werden die Möglichkeiten verschiedener Endgeräte und Übertragungsstandards und die jeweiligen Angebote diskutiert.: Napster and the „New“ Old Copyright. 76 – 113 Der Autor gibt einen Überblick über die Entwicklung der „Robotic Art“. 46 – 49 Valsamis. Hulsbus. Die Richtlinie soll durch ein Gesetz über rechtliche Rahmenbedingungen für den elektronischen Geschäftsverkehr (Elektronischer Geschäftsverkehr-Gesetz – EGG) umgesetzt werden. Dabei wird versucht. – S. die sich mit Hackern beschäftigen. nachdem die Bundesministerien für Wirtschaft und Justiz bereits am 1. von besonderer Bedeutung. and the First Amendment: ruminations on public libraries’ use of Internet filtering software. 25 – 33 Am Beispiel verschiedener Kinofilme. 39 – 45 Nimmer. 61 – 73 Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht die Frage. complex epistemologies. Federal Communications Law Journal Jg 53 (2001) Nr 2 Bell. Hamilton. – S. die Beschreibung des alten „neuen“ Mediums Film durch die Zeitgenossen mit den Berichten zum Launch der virtuellen Nachrichtenpräsentatorin (Ananova) zu vergleichen. Markus: Jurisdiction and Choice of Law for Electronic Contracts: an English Perspective. Andreas. die sich in Bewegung ausdrückt. einen Rahmen für die Beschreibung und das Verständnis solcher Kunstwerke zu geben und ergänzt seine Darstellung durch eine umfangreiche Chronologie zur Entwicklung dieser Kunstform.2000. – S. 271 – 276 Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie erarbeitet. Convergence Jg 7 (2001) Nr 1 Bode. Kac.2000 (CR 2001.: Cyber. das grundlegende Änderungen des Teledienstegesetzes (TDG) vorsieht. Bernard W. an dem dieses Medium von technischer Perfektion weit entfernt war. Darüber hinaus sind zahlreiche Änderungen des Teledienstedatenschutzgesetzes (TDDSG) geplant. 191 – 238 Dem Beitrag zufolge stellen sich staatlicher Regulierung von Kommunikation durch das Internet neue 411 . – S. – S. um das interaktive Potential dieser Kunstform auszuschöpfen. Andrew: Deeper conversations with interactive art: or why artists must program. S. 34 – 39 Anhand von drei Fallstudien zu Großereignissen stellen die Autoren verschiedene Elemente mobiler Kommunikation vor. Er versucht. welche Auswirkungen der Einsatz automatischer Rhythmusgeräte auf die Entwicklung der Musik haben. Peter: Machines drumming. wird versucht. dass Literatur zur Unternehmensentwicklung in vielen Fällen „Anleihen“ bei der Kybernetik nimmt. – S. 243 – 248 Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage des Erfolgsortes bei abstrakten Gefährdungsdelikten und setzt sich mit der Entscheidung des BGH vom 12. Inc: business restructuring literature and/as cybertheory. Niko: Gesetzentwurf zur Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie. bei der es um die Strafbarkeit der Verbreitung der Auschwitzlüge im Internet von einem im Ausland stehenden Server aus geht. – S. die allerdings nicht im Zusammenhang mit der Umsetzung der Richtlinie stehen. Nuldén.12. Gerlach. 17 – 24 Der Autor beschreibt die Bedeutung von Programmierkenntnissen. die für die Entwicklung von interaktiven computerbasierten Kunstwerken unerlässlich sind. das Dargestellte mit theoretische Debatten zu verknüpfen. Computer und Recht international Jg 2 (2001) Nr 2 Gibson. Neil. nachzuweisen. Christopher: Digital dispute resolution: Internet Domain Names and WIPO’s Role. 40 – 60 Die Autoren bemühen sich. 249 – 259 Härting. – S. – S. Monica: Virtual practices. 11 – 16 Als „Königreich der Schatten“ beschrieb Maxim Gorki seine ersten Eindrücke von der Begegnung mit dem Medium Film im Jahr 1896. Das EGG ist ein Artikelgesetz. 33 – 38 Lubitz. Olsson. Stern. – S. – S. Nilsson. filtering. Die Verfasserin versucht. und damit zur Bildung einer „Cybertheory“ beiträgt. 4. Daniel: Mobile media: the convergence of media and mobile communications.12. Für den Autor ist dabei das Erleben des „Groove“. Andreas: Verbraucherschutz durch elektronische Agenten?: ein Plädoyer für die Reform des Gütezeichenrechts. die unmittelbare körperliche Erfahrung. Raymond T. ein Zeitpunkt. – S. Urban. – S.

: Protecting privacy and enabling pharmaceutical sales on the Internet: a comparative analysis of the United States and Canada.M&K 49. and a Dominant Gay Habitus: 25 Years of the Advocate Magazine. wie die „Publicly Switched Telephone Networks“ (PSTN) in das „network of networks“. 133 – 156 Roberto. Der Beitrag thematisiert dies anhand der Frage. Hernan: Regulatory Reform in the Broadcasting Industries of Brazil and Argentina in the 1990s.: Taking Account of the World as it will be: the shifting course of U. nicht regulierte Verschlüsselungstechnologie für die Weiterentwicklung des Internet und der damit verbundenen Wirtschaftsbereiche essentiell sein wird. – S. Kimberly: The English-Only Movement: A Communication Analysis of Changing Perceptions of Language Vitality. – S. Michael J. Dale E. dass eine starke. 3 – 30 Papa. dass öffentliche Bibliotheken über Filter-Software die Nutzung bestimmter Inhalte sperren. dass dies vor dem First Amendment – dem Grundrecht auf Kommunikationsfreiheit der amerikanischen Verfassung – zulässig ist. Linda L. die bei der Implementation eine zentrale Rolle erhalten. nach denen der Staat selbst Zugang zu Informationen schafft. Black.: Connecting the world: the development of the global information infrastructure. dass der Wandel der Politik der US-Regierung in diesem Bereich auf die Erkenntnis zurückzuführen ist. Jake: Communication Media Use in the Grandparent-Grandchild Relationship. Shyam. Johnson. unter welchen Bedingungen die Entwicklung von GII besonders erfolgversprechend erscheint. Tanya L. mit Folgen für die Regulierungskompetenzen. allerdings nur unter bestimmten. Nicole A. Jg 51 (2001) Nr 1 Barker. Valerie. Clifford: Conceptualizing Sources in Online News.: Shifting Voices. Collective Efficacy. – S. Jahrgang 3/2001 Aufgaben. Sweety: Entertainment-Education and Social Change: An Analysis of Parasocial Interaction. 176 – 191 Bonnett. die die Kompetenzabgrenzung zwischen bundesstaatlicher und einzelstaatlicher Aufsicht im Telekommunikationsbereich zum Gegenstand hat. Es ist Rechtsstreit über die Frage entstanden. encryption policy. die auch zu neuen verfassungsrechtlichen Problemen führen. Allen. im Beitrag ausgeführten Bedingungen. Gary. Der Beitrag stellt dar. Arvind. Jennifer: Majority-Minority Influence: Identifying Argumentative Patterns and Predicting Argument-Outcome Links.: Is ISP-Bound Traffic Local or Insterstate?. Oppositional Discourse. Der Beitrag stellt dar. Thomas W. Anthony J. Singhal. Der Beitrag kommt zu dem Schluss. 315 – 342 Die International Telecommunications Union (ITU) hat dem Beitrag zufolge eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer Global Information Infrastructure (GII) erlangt. – S. Jennifer: On-Line Interaction and Why Candidates Avoid It. integriert sind und welche Folgen dies für die Telekommunikationsregulierung hat. wie die Regeln zu beurteilen sind. 56 – 78 Albada. unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Mitteln der Staat beschränkend Informationsquellen regulieren konnte. Howard. Hanner. Law. and Paradoxical Communication. 38 – 51 Sundar. Dave. 111 – 132 D’Alessio. – S. 239 – 280 Der Beitrag setzt sich mit einer Frage auseinander. 73 – 99 Yarbrough. – S. 3 – 37 Putnam. 157 – 175 Galperin. 31 – 55 Harwood.S. Rothstein. 79 – 110 Stromer-Galley. dass das Verständnis der Verschlüsselung und der rechtlichen Grundlagen in der Bevölkerung dafür eine zentrale Bedeutung erhält. inwieweit Datenverkehr. das Internet... – S. Giles. – S. Tricia E. – S. tritt nun die Frage in den Blick. 343 – 376 412 . Noels.. Brashers. 52 – 72 Sender. Reneé A. der eine technikneutrale Wettbewerbssteuerung im Telekommunikationsbereich ermöglicht. der zu Internet Service Providern (ISP) entsteht. Social Learning. als lokaler oder überregionaler Verkehr einzustufen ist. – S. S. – S. Journal of Communication Jg 50 (2000) Nr 4 Meyers. wie es verfassungsrechtlich zu bewerten ist. Consumers. – S. – S. 289 – 314 Die Verschlüsselungstechnologie ist in den letzten Jahren Gegenstand zahlreicher Debatten über Sicherheit im Internet gewesen. Katherine: Gay Readers. Mike: Media Bias in Presidential Elections: A Meta-Analysis. – S. Nass. – S. Amy Janan: Using the Extended Parallel Process Model to Prevent Firearm Injury and Death: Field Experiment Results of a VideoBased Intervention. Der Beitrag mahnt einen regulatorischen Paradigmenwechsel an. Der Beitrag merkt an. Der Beitrag stellt die Konzeption vor und beschreibt die Akteure. and New Visions for Communication Studies. Meyer. Abschließend wird dargestellt. – S. Kelly Fudge: The Public and Private Dialogue About the American Family on Television.. Während es früher vornehmlich um die Frage ging.

– S. – S. 213 – 216 Jg 4 (2001) Nr 5 Dörr. 238 – 241 „In der Antike war die geöffnete . um schließlich den Anwendungsbereich des §32 PostG zu bestimmen. Der Beitrag setzt sich mit den europarechtlichen Entwicklungen auseinander und kommt dabei zu dem Schluss. – S. wie das Übel in die Welt gekommen sei: durch ein Weib. 147 – 166 Worthington. – S. Wilhelm: Die Regulierungsbehörde im Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Weisungsunterworfenheit. Georg: Prozessuale Formvorschriften und der elektronische Rechtsverkehr. Norbert: Die erweiterte Nutzung privater Grundstücke für Telekommunikationslinien. Peter: Psychological Escapism: Predicting the Amount of Television Viewing by Need for Cognition. Wolfgang: Zusammenschaltung und Telekommunikations-Entgeltregulierung in der Krise?: Anmerkung zu VG Köln. Teil I des Beitrags führte zunächst in Regelungshintergrund. – S. – S. In der Dichtung .). – S.. Hat der Gesetzgeber im Telekommunikationsbereich mit der Institutionalisierung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) als obere Bundesbehörde und der Einräumung eines Weisungsrechts des Bundes- 413 . Robert: From Discourse to Golf Course: The Serious Play of Imagining Community Space.: Dark Alliance: News Repair and Institutional Authority in the Age of the Internet. Teil II des Beitrags hat Tatbestand und Rechtsfolgen des § 32 PostG sowie einzelne Missbrauchstatbestände zum Gegenstand. – S. Erica. Dieter: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Gebührenregelung unter dem Druck des Gemeinschaftsrechts. Zvi. 177 – 190 „§ 32 PostG sieht eine sektorspezifische Aufsicht über das Verhalten marktbeherrschender Postdienstunter- nehmen vor.Büchse der Pandora“ Sinnbild für Unheil. 184 – 199 Kommunikation & Recht Jg 4 (2001) Nr 4 Habersack. aus der alle Übel herausgeflogen seien. Mathias: Die besondere Missbrauchsaufsicht gemäß §32 PostG – Teil II. – S. das alle Götter mit ihren Gaben ausgestattet hätten. Brosius. 94 – 113 Lynch. das aber den Deckel von einer Büchse hob. – S. Nancy: A Division of Labor: Dividing Maternal Authority from Political Activism in the Kenyan Press. – S. Patrick. 208 – 213 Spoerr.Zeitschriftenlese Henning. 190 – 196 Borges. sondern auch die bisherige Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seine verfassungsrechtlichen Aufgaben im dualen System der Bundesrepublik in Frage zu stellen. Neuman. – S. Bruce E. 233 – 237 „Obgleich zum Hörfunk und Fernsehen in den Gemeinschaftsverträgen der Europäischen Union bisher ausdrückliche Regelungen fehlen. 143 – 164 McCoy. Bernd.: Questioning the Value of Realism: Young Adults’ Processing of Messages in Alcohol-Related Public Service Announcements and Advertising. Julie L. 132 – 146 Kensicki. Mary E. Pinkleton.. – S. stellte sodann die einzelnen Regulierungsinstrumentarien des PostG dar.. werden der Einfluss des Gemeinschaftsrechts und die Frage der Finanzierung des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks in Zukunft immer größere Bedeutung gewinnen.“ Strunk. 196 – 208 Wimmer. Bram Dov: The Specter of Diaspora: Transnational Citizenship and International Cinema. Linda Jean: Deaf President Now!: Positive Media Framing of a Social Movement within a Hegemonic Political Environment. 100 – 120 Andsager. Yair: Joining Their Betters Rather than Their Own: Modern/Postmodern Rhetoric of Jewish Fundamentalist Preachers.“ Eschweiler. 167 – 183 Bekerman. – S. Urteil vom 18.Werke und Tage“ erzählt Hesiod (um 700 v. Chr. D. Konzeption und Zielsetzung des PostG ein. – S. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus der Beihilferegelung im EGV. 114 – 131 DeChaine. Weintraub Austin. Günther: Umstellung des Vertriebs auf das Internet: Betriebswirtschaftliche Motive und steuerliche Konsequenzen. – S. Vorderer. Christopher: Ritual Transformation through Michael Jackson’s Music Video. – S. 164 – 193 Journal of Communication Inquiry Jg 25 (2001) Nr 2 Abramson. Hans-Bernd: Do Talk Shows Cultivate Adolescents’ Views of the World?: A Prolonged-Exposure Experiment. die geeignet ist.12. dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der gewohnten Form sehr wohl mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbaren lässt. 121 – 142 Rössler. nicht nur die gewohnte Finanzierung über Gebühren.2000.

Erik: Was Kinder sehen: eine Analyse der Fernsehnutzung 2000 von Drei.00 Uhr auf Sendung ist. dass Kinder mehr Zeit mit dem Fernsehen verbringen. – S. Sibylle: Mediennutzung. – S. 202 – 219 414 .bis 13-Jährigen bleibt SuperRTL. Susanne: Tendenzen im Zuschauerverhalten: Fernsehgewohnheiten und Programmbewertungen im Jahr 2000. … Diesen unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten entsprechen auch die Images der Sender.Büchse der Pandora“ geöffnet und damit Raum für eine Vielzahl von Einflussmöglichkeiten in diesem volkswirtschaftlich wichtigen Bereich geschaffen? Oder ist insbesondere die im Schrifttum kontrovers diskutierte Frage eines Weisungsrechts im Einzelfall lediglich ein akademischer Streit ohne praktischen Bezug? In diesem Beitrag soll es um das Verhältnis der RegTP zum BMWi gehen. John C. Christa-Maria. Simon. Jan: Der Mobilfunkvertrag: Rechtsnatur und Gestaltung. Schmitt. Bei den drei. Mädchen schalten öffentlich-rechtliche Programme eher ein als Jungen. ob rechtliche Eingriffsmöglichkeiten des zuständigen Ministeriums als Aufsichtsbehörde zulässig sind. 206 – 209 und 220 – 222 Media Perspektiven (2001) Nr 3 Ridder. allerdings verschieben sich die Marktanteilsverhältnisse der Programme. Pohle. 189 – 201 Digitales Fernsehen in Deutschland: Markt. Freizeit. Welle der ARD/ZDF-Langzeitstudie zur Mediennutzung und -bewertung. Wolfgang. 133 – 141 Behne. – S. 200 – 205 und 222 Barisoth. Democracy and the Role of the Media in Singapore. – S. Sek: Media and Democracy in Cambodia.und ostdeutschen Bürger. Andreas.bis siebenjährigen Kindern belegt der Kinderkanal hinter Super RTL den zweiten Platz. Ooi: Civil Society. also um die sensible Frage. Neue Angebote führen also nicht generell dazu. 162 – 175 „Auch wenn im Jahr 2000 durchschnittlich fünf Minuten länger ferngesehen wurde als 1999. Mustafa K. 257 – 259 Media Asia Jg 27 (2000) Nr 4 Anuar. ihre tagesaktuelle Berichterstattung und ihre Professionalität werden geschätzt. 142 – 148 (2001) Nr 4 Darschin. kann die Fernsehnutzung in den letzten Jahren insgesamt als stabil bezeichnet werden.: Democracy and the Press: The Reality and the Press.00 bis 19. … Marktführer bei den Drei. Kayser. Spaß und gute Laune. der allerdings nur von 6. – S. – S. – S. 126 – 132 Oehmichen. Glenda M. Bewertungen: ARD-Studie „Repräsentativbefragung von Digital-TVNutzern“. 251 – 256 Mankowski. Michael: Vorsteuerabzug aus elektronischen Rechnungen. Jahrgang 3/2001 wirtschaftsministeriums (BMWi) im Telekommunikationsgesetz (TKG) bildlich gesprochen die . sie erscheinen kompetenter in Sachen Entspannung. – S. So zeigten sich auch im vergangenen Jahr erneut die bekannten Unterschiede im Fernsehverhalten der west. während ab einem Alter von zwölf Jahren spezielle Kinderprogramme kaum noch gefragt sind. Ekkehardt: Aufmerksamkeit und Zuwendung beim Radio hören: Ergebnisse ei- Feierabend. und außerdem sind öffentlich-rechtliche Angebote im Westen Deutschlands beliebter als im Osten. – S. glaubwürdig und anspruchsvoll. Walter. …“ Grajczyk. Klingler. Dagegen wird die Informationskompetenz der Privatsender deutlich geringer bewertet. 102 – 125 Steemers. …“ Vellen. – S. Engel. Andreas.: Malaysian Media and Democracy. ProSieben und dem Kinderkanal von ARD und ZDF. – S.und Themeninteressen der ab 50-Jährigen: Ergebnisse der SWR-Studie „50+“ und weiterer Studien. Peter: Die „Biet & Flieg“-Entscheidung: Preisangaben und Internet?.bis 13-Jährigen. – S. Jeanette: Onlineaktivitäten der BBC: Gratwanderung zwischen Public-Service-Verpflichtungen und kommerziellen Zielen. Klaus-Ernst: Musik-Erleben: Abnutzung durch Überangebot?: Eine Analyse empirischer Studien zum Musikhören Jugendlicher. 197 – 199 Giok-Ling.M&K 49.: Media and Democracy in the Phillipines. Sabine. 183 – 189 und 199 Gloria. Nutzerprofile. Öffentlich-rechtliche Programme gelten als seriös. 191 – 196 Merrill. gefolgt von RTL. RTL II. und auch die verschiedenen Nutzungsschwerpunkte öffentlich-rechtlicher und privater Programme blieben bestehen. – S. – S. 176 – 188 „Die Fernsehnutzung von Kindern im Alter von drei bis 13 Jahren hat sich in den letzten Jahren quantitativ kaum verändert. – S. Bernhard: Massenkommunikation 2000: Images und Funktionen der Massenmedien im Vergleich: Ergebnisse der 8.. – S. 242 – 250 Imping.“ ner Repräsentativbefragung in Hessen.

die sich vorrangig auf bestimmte Altersgruppen orientieren. Darüber hinaus werden Anregungen zur Planung und Realisierung von medienpädagogischen Projekten mit dem Computer gegeben. Der typische Digitalnutzer ist ein Pay-TV-Konsument. 18) Schmiderer. Stefan: Wie die neuen Medien Kindheit verändern: kognitive. Media Perspektiven Dokumentation (2001) Nr I Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland in der Fassung des fünften Rundfunkänderungsstaatsvertrages (in Kraft seit 1. Leif: Fernstudium Medien (FESTUM): ein medienpädagogisches Zusatzstudium. Demnach sind Männer und jüngere Altersgruppen unter den Digitalnutzern überrepräsentiert.Zeitschriftenlese „… Die hier vorgestellte. Die Kritik am eigenen Medium findet weder bei den Machern noch beim Publikum Beifall. 74 – 78 „Mit den Veränderungen der Medienlandschaft.a. aktiv.“ Schenk. 1 BvR 622/99. Claudia: Sich in den Medien über Medien informieren: Fragen zur Medienseite der Süddeutschen Zeitung. eine Eroberung und Inbesitznahme der Welt zu erproben. – S.“ (S. – S. und das können auch Zielgruppenangebote sein.“ Neuß. in dem sowohl anwendungsbezogene als auch analytische und konzeptionelle Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden. das heißt mit der Einführung des privaten-kommerziellen Rundfunks in Deutschland hat sich auch die Medienkritik zumindest in der Presse etabliert. kommunikative und soziale Einflüsse der Mediennutzung. Medien und Kultur: Überlegungen zu Aufgaben der Medienerziehung. Seit dem 1. Januar 2001). medien + erziehung Jg 45 (2001) Nr 2 Pickl. Hans Dieter: Kinder. gesellig und an Technik interessiert ist. 4 – 7 Medien und besonders den sogenannten neuen Medien werden häufig pauschalisierend negative Wirkungen auf Kinder und Jugendliche unterstellt. aber insbesondere auch außerhalb der Medien. einen Überblick über das Curriculum des Zusatzstudiums. 1 – 52 Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Zulässigkeit von Fernsehaufnahmen in Gerichtsverhandlungen und bei der Verkündung von Entscheidungen vom 24. Viva und andere Massenmedien grenzen sich „Experte“ von der breiten Konsumentenmasse ab. im Auftrag der ARD-Medienkommission durchgeführte Repräsentativ-Befragung von rund 1000 Digital-TV-Nutzern ab 14 Jahren zeichnet ein Nutzerprofil des digitalen Fernsehens. Dieter: Brauchen Kinder Kindermedien?: ein Plädoyer für ein neues Verständnis von Kindheiten im 21. – S. Der Beitrag gibt u. – S. 220 – 234 Ernst. 53 – 67 ARD-Richtlinien zur Sicherung des Jugendschutzes vom 22. Digitaluser besitzen außerdem eine überdurchschnittlich hohe formale Bildung und sind meistens berufstätig. Sie müssen aber auch in und durch die Medien. 69 – 71 medien praktisch Jg 25 (2001) Nr 2 Aufenanger.: Nutzung und Akzeptanz des digitalen Pay-TV in Deutschland: Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage. 19 – 22 Der Autor beschreibt exemplarisch. Annette. Susanne: Der schwierige Umgang mit der Selbstreflexion: Wie berichtet das Fernsehen über das Fernsehen?. 79 – 80 Vollberg. – S. 81 – 83 „Für das in den 70er Jahren eingeführte Genre der medienkritischen Magazine im Fernsehen scheint heute kein Interesse mehr zu bestehen. 14 – 18 „Natürlich brauchen Kinder Medien. – S. Juni 1988 in der Fassung vom 28. 8 – 13 Wiedemann. Januar 2001: 1 BvR 2632/95. 415 . – S. – S.“ Erlinger. Michael u. Chancen bekommen. der über ein vergleichsweise hohes Einkommen verfügt. – S. …“ Androutsopoulos. Daniela: Von der Kunstkritik zum Medienjournalismus: Zur Geschichte der deutschen Medienberichterstattung. wenn es in der Bravo steht“: Medien über Medien in der Jugendkultur.a. – S. 86 – 93 „In jugendkulturellen Szenemedien gibt es eine Sonderform von Medienreferenzen: Durch Bezugsrahmen auf Bravo. Jannis: „selbst. Norbert: Computereinsatz in Kindertagesstätten: Erfahrungen und Praxisvorschläge. kommunikativer und sozialer Fähigkeiten sowohl positive als auch negative Trends zur Veränderung von Kindheit durch Medien. wie sich Computer im Kindergarten integrieren lassen und schildert Erfahrungen aus verschiedenen Praxisprojekten. – S. Pullich. Der Autor bricht diese Vorurteile auf und skizziert anhand kognitiver. Jahrhundert. November 2000. April diesen Jahres bietet das „Fernstudium Medien“ (FESTUM) der Fernuniversität Hagen Lehrerinnen und Lehrern ein umfangreiches Weiterbildungsangebot. 95 – 100 Die Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule scheitert häufig an der fehlenden medienpädagogischen Qualifikation der Lehrenden. – S. – S.

Zuweilen jedoch ist der angestrebte Rössler. 7 – 28 Die Autorin stellt auf der Basis neofunktionalistischer Konzeptionen Überlegungen dazu an. auch um vom Programmierer unabhängig zu sein. Karl-E. Jahrgang 3/2001 Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen: ein pädagogischer Blick auf das Fernsehangebot und die Nutzung durch die Kinder. Christian: National Roaming im UMTS-Markt. Medienkritik und Mediengestaltung beschreibt der Autor Realisierungsmöglichkeiten von medienpädagogischen Projekten. um weiterhin „im Geschäft zu bleiben“. Auch das KEF-Verfahren könne nicht zum Ausschluss der Geltung der Pflicht zur doppelten Buchführung im Hinblick auf die Anstalten führen. – S. Richard: The internet in everyday life: Computer networking from the standpoint of the domestic user. Dies gilt insbesondere bei der Erstellung von Internetseiten. Spiel. Thomas: Angriff der Kontrolleure: Teil 1. Leah A. – S.: Die Europäische TransparenzRichtlinie und der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland. – S. 67 – 83 416 . Kellermann. 208 – 213 „Fragen der Offenlegung und Herausgabe des Source Codes gehören zu den grundlegenden Problemen des Softwarevertragsrechts. 60 – 63 New media & society Jg 3 (2001) Nr 1 Lievrouw. ob und wie sich über virtuelle Communities neue Reflektionsinstanzen und darauf aufbauend eine . Mediennutzung. – S. Die Programmvorlieben beim Fernsehen konzentrieren sich auf die Unterhaltungsangebote. ist es dessen Bestreben. – S. gibt es das?: zur Diskussion eines neuen Medienphänomens. – S. Überraschend ist. – S. – S. insbesondere für Immigranten aus und beschäftigt sich mit der Frage. wie die . Doris: Medienwelten als Lernwelten: Ergebnisse eines Projekts des Deutschen Jugendinstituts. so viel wie möglich geheim zu halten. wird am Beispiel zweier Falldarstellungen illustriert. Smith. Hausmanninger. da im Quelltext das Wissen und die Fähigkeiten des Programmierers kodifiziert werden. Multimedia und Recht Jg 4 (2001) Nr 4 Boehme-Neßler. 214 – 218 Hain. Patrick: Between online heaven and cyberhell: The framing of ‘the internet’ by traditional media coverage in Germany. Bakardjieva. 54 – 59 Robert. Volker: Steueroase Internet?: Eine Einführung in steuerrechtliche Probleme im E-Commerce. Stefan: Die Verfügbarkeit des Source Codes: Rechtlicher Know-how-Schutz bei Software und Webdesign.M&K 49.: New media and the ‘pluralization of life-worlds’: A role for information in social differentiation. 28 – 32 Anhand der Dimensionen Medienkunde. 49 – 66 In dem Text geht es um die Frage.Voice in the Internet’ ausbilden. Während der Anwender die umfassende Übergabe aller sein Programm betreffenden Informationen anstrebt. dass dem Computer – von den Jungen mehr als von den Mädchen – ein größeres Interesse entgegengebracht wird als dem Fernsehen.alten’ Medien das Internet zur Kenntnis genommen und es dargestellt haben.und WegSymbol in der Werbung: zur religiösen Grundierung der Warenästhetik. – S. – S. Sven: Internetsucht. 23 – 28 Kohm. – S. 29 – 48 Der Text geht der Bedeutung des Internet für Marginalisierte. Dabei wird auf den Framing-Ansatz Bezug genommen und empirisch auf die Daten einer Inhaltsanalyse von Spiegel. Schutz aus unterschiedlichen Gründen lückenhaft. Das Amsterdamer Protokoll über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schließt seiner Ansicht nach die Anwendung der Richtlinie auf die Anstalten nicht von vornherein aus: Die Rundfunkgebühren stellten staatliche Beihilfen dar. die bereits im Kindergarten zur Entwicklung von Medienkompetenz beitragen können. 48 – 53 Buschmann. – S. – S. Roland: Medienkompetenz in Kindergarten: ein Begriff in der Anwendung.“ von Hammerstein. Welche subjektive Bedeutung und welchen Informationswert diese für Kinder und Jugendliche haben können. ob nach der Änderung der Transparenzrichtlinie für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland die Pflicht zur getrennten Buchführung besteht. 219 – 224 Der Verfasser nimmt zu der kontrovers diskutierten Frage Stellung. Ananda: Marginal voices in cyberspace. welche Ethik braucht das Internet?. die Anstalten seien nicht im Hinblick auf den vollen Umfang ihrer Aktivitäten betraut und seien somit in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig. Stern und Focus zurückgegriffen. Gerd: Das Exodus. Der folgende Beitrag befasst sich mit Fragen des technischen und rechtlichen Schutzes des Programmierer-Know-hows. 203 – 208 Ernst. 32 – 36 Den Ergebnissen aus dem DJI-Projekt „Lebenswelten als Lernwelten“ zufolge rangieren Medien hinter den Freizeitinteressen Sport und Bewegung. Maria. wie sich die neuen Medien auf soziale Differenzierung und Pluralisierung von Lebenswelten auswirken Mitra. – S.

wird immer dann. Elisabeth: Do people have feelings toward leaders about whom they say they know nothing!. 13 – 28 Publizistik Jg 46 (2001) Nr 1 Averbeck. wenn politische Affären öffentliche Aufmerksamkeit erregen. stellt sich die Frage. Stefanie: Die Emigration der Zeitungswissenschaft nach 1933 und der Verlust sozialwissenschaftlicher Perspektiven in Deutschland. Edmund: „. Richard: Insurance and the e-commerce revolution. ein Begriff. Thomas: Das neue Fernabsatzgesetz: ein Segen für den E-commerce?. – S. 37 – 56 Lauf. Da die Bürger vor allem durch die Medien von solchen Skandalen erfahren. – S. – S. Dies geschieht unter dem Begriff der . Nicholas: Information society theory as ideology: A critique. and EU Antitrust Law: the European Approach to Market Analysis of R&D Competition. Presser. 107 – 127 Garnham. 452 – 463 RTkom Jg 53 (2001) Nr 1 Wilmer. 5 – 12 Kairo. – S. – S. Anhand von Umfrageund Inhaltsanalysedaten wurde überprüft. dass durch politische Skandale der Demokratie Schaden zugefügt werden könnte. Klaus. Dabei stellte sich heraus. Weiter gehende Analysen zeigen dann aber. Paolini. Eleanor: The effects of response rate changes on the index of consumer sentiment. Marco: A language for artificial agents. Singer.“ Schrape. 33 – 53 Richeri. Terhi: The old and the new: Communications technology and globalization in Russia. Markus: The concept of foresight in times of uncertainty and ambiguity. Negative Wirkungen der Skandalberichterstattung konnten dagegen nicht nachgewiesen werden. Alexander: The accessibility and applicability of knowledge: predicting context effects in national surveys. – S. Lorenzo. – S. Trappel. einen negativen Effekt auf die Einstellung zum demokratischen System Studies in Communication Sciences Jg 1 (2001) Nr 1 Colombetti. André. Gidengil. – S. Neil. Giuseppe: Das digitale Fernsehen und die Entwicklung der audiovisuellen Industrie Europas. Stanley. verstärkt diskutiert.96 nach Holsti“: zur Reliabilität von Inhaltsanalysen und deren Darstellung in kommunikationswissenschaftlichen Fachzeitschriften. dass die Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung einen deutlichen Effekt auf die Einstellung zur Legitimität der Demokratie haben. Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung. 129 – 166 Venzin. das sich als nicht unproblematisch erweist. Paolo: Hypermedia Analysis: Some insights from semiotics and ancient rhetoric. Rantanen. Janne. wie und wozu häusliche Internet-user das Internet nutzen und wie sie darin neue Sinnzusammenhänge für sich konstituieren. – S.quasi-ethnographischen’ Design der Frage nach. Private Restraints on Innovation. – S. Jens: Skandalberichterstattung in den Medien und die Folgen für die Demokratie: die Bedeutung von Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung für die Einstellung zur Legitimität des politischen Systems. 1 – 32 Cantoni. – S. Nevitte. Richard. Josef: Das Geschäft mit der Prognose. – S. ob eine häufige Berichterstattung über politische Skandale einen negativen Effekt auf die Beurteilung der Legitimität des demokratischen Systems hat. 1 – 19 Wolling. ob ein Einfluss der Berichterstattung auf die Einstellung der Bevölkerung gegenüber dem demokratischen System festzustellen ist. – S. 20 – 36 „Die Befürchtung. das Politikverständnis und die Einstellungen zum politischen System stellen ein komplexes kognitives Gefüge dar. 85 – 105 haben. Paulweber. Michael: High Technology Industries. die viele unpolitische Beiträge enthalten. dass neben anderen Faktoren die Nutzung bestimmter Zeitungen und die Nutzung von Informationsangeboten. – S. 429 – 451 Blais. 50 – 55 417 . den Volosinov verwendet hat. 167 – 194 Tolley’s Communications Journal Jg 6 (2001) Nr 2 Spiller.little behavior genres’. – S. 57 – 68 Public Opinion Quaterly Jg 64 (2000) Nr 4 Curtin. 413 – 428 Todorov. – S.Zeitschriftenlese Die Autoren gehen auf der Basis kulturwissenschaftlicher Überlegungen und in einem .

und Medienrecht Jg 45 (2001) Nr 4 Hucko. 306 – 310 Schaefer. 276 – 281 Reber.. Nikolaus: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus rechtsvergleichender Sicht (Deutschland/USA). – S. 55 – 68 Zeitschrift für Urheber. 39 – 45 Corbett. – S. Günter: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO). 56 – 61 Norman. 300 – 305 Weber. Jaap: Convergence and Regulation: Comments and Recommendations. V. V. – S.: Convergence on the next generation Internet. 41 – 53 Hoogenboezem. – S. Susan: The digital photograph: intellectual property of … whom?. 282 – 288 Schimmel. Elmar: Zum Sachstand in Sachen Urhebervertragsgesetz: ein Blick in die Werkstatt des Bundesministeriums der Justiz. 317 – 323 Trends in Communication Jg 31 (2001) Nr 7 Melody. 311 – 314 Poll. – S. 46 – 49 vertragsrechts: ein Beitrag aus der Sicht der Entwurfsverfasser. – S. Helen: Protecting the advertising functions of trade marks.M&K 49. Wolfgang: Was sagt uns die „Zauberflöte“ zum Urhebervertragsrecht?: ein Beitrag aus der Sicht der Deutschen Orchester Vereinigung e. Jahrgang 3/2001 Márton. Wolfgang: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht von Journalisten und Schriftstellern.und Fernsehproduzenten. Opdemom. Johannes: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Film. – S. Martin: Einige Bemerkungen zum Professorenentwurf für ein Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Deutschen Landesgruppe der IFPI e. 7 – 13 Konert. Frank. – S. 315 – 316 Spautz. – S. – S. Peter: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. – S. 15 – 39 Pieper. Peter: Convergence and Regulation: Deutsche Telecom’s Perspective. 289 – 299 Kreile. Lidia: The impact of EU competition law on the financing of public service broadcasters. – S. Adolf: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urheber- 418 . William H. – S. – S. – S. Bertram: Broadcasting via Internet: New Models of Business and Financing.. – S. 273 – 275 Dietz.

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2001. – Weinheim: Beltz. Hill.: Media.a. – 560 S.und Kommunikationsforschung. 17) 423 . Ralf: „Wir sind das Netz“: Chancen und Risiken des Internets für Kinder und Jugendliche – ein praktischer Leitfaden. 1946–1965. (Beltz Taschenbuch. (KoPäd Hochschulschriften) Teletubbies & Co: schadet Fernsehen unseren Kindern?/ Neuß. Afrika-Kunde. Sen. – 52 S. Koch. – 144 S. – Hamburg: Institut f. Krishna. – Wien: öbv und hpt. Ingrid u. – München: KoPäd. Claus (Hrsg). 2001. 2000. – 430 S. (Focus Afrika. Panzieri. – New York: Oxford University Press. 15) Kinder.Literaturverzeichnis 2001. Wittmann. – 245 S. Frank: Die Folgen der Globalisierung für das senegalesische Mediensystem. – 191 S. Politik und Gesellschaft Nordamerikas. – Münster: Lit. culture and politics in Indonesia. (Hrsg. Robert. 2001. Norbert: Fernsehen im Kontext jugendlicher Lebenswelten: eine Studie zur Medienrezeption Jugendlicher auf der Grundlage des Ansatzes der kontextuellen Mediatisation. Michaela: Freies Radio in den USA: die Pacifica-Foundation. 14) Decius. 826) 91 Literatur zu einzelnen Ländern Hampf. (Beltz Taschenbuch. 2001. (Aktuelle Medien. David T. (Studien zur Geschichte. 53) Kutschera. Marc.und Jugendmedien in Österreich: Traummännlein Teletubbies Talkshows/ PausHaase.) . 2001. – 206 S. – Weinheim: Beltz. – 192 S. 2001.

Stefan Wehmeier: Economicisation of television. The following consequences are identified: on the one hand. An article on the combination of system and actor (Ökonomisierung des Fernsehens. the article attempts to concretise in greater detail the implications of this model for the regulation of broadcasting. pp.M&K 49. the need to retain cultural and economic innovative capability including the accompanying requirements. Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur). according to one of the article’s main theses. It is argued that the dimensions and mechanisms of the structural change of television can be better exposed by a dovetailed observation of partially systemic horizons of orientation. 287 – 305 The article highlights some of the challenges facing broadcasting law as a result of new developments in information technology and media economics (“multimedia”). The application of this perspective to communications research is taking place through the process of the economicisation of television that began in the year 1984. which. These challenges are attributed to a new kind of networking logic. tends to make the possibility of sustaining the dual broadcasting system in its current form improbable in the long term. 325 – 349 Personal websites are web offerings. the distortion of the code of the functional system mass media by the code of economics. This new model accentuates. The literature on personal 424 . pp. It is argued that personal websites not only serve individual and group communication. Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand). which takes up systems-theoretical notions of “self-organisation”. a loss of trust by the population in the expert system of the mass media. The answer to the new brand of networking logic is seen in a new organisational model. Nicola Döring: Personal websites on the WWW. A number of premises of the systems-theoretical perspective that predominates in communications research are initially criticised and the integrated systems/actor perspective subsequently outlined on the basis of approaches developed since the midEighties by the Max Planck Institute for Social Research. With exemplary reference to the economicisation of television the explanatory potential of an integrated systems/actor theory is also outlined for communications research. The article begins with the delimitation and definition of this personalised form of online publication and discusses its relevance for communications research. pp. Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit). on the other hand. which are operated by individual persons. A critical overview of the state of research (Persönliche Homepages im WWW. but can also make a contribution to public communication in different ways. Finally. institutional orders and actor constellations than by using a purely systems-theoretical perspective. 306 – 324 This article stands in the tradition of surmounting the dualism of systems and actor theory. first and foremost. Jahrgang 3/2001 English Abstracts Thomas Vesting: Broadcasting law faces the challenges of networking logic. Reflections on a horizontal broadcasting order for the economy of attention (Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung.

suggestions for further research are discussed. Based on the results of these studies and the anticipated future development of virtual characters. which were gathered via content analyses. classification and recipience of personal websites. and experiments. pp. and outlines perspectives for future website research in the field of communications research. 425 . With reference to a conversation analysis study of programmes broadcast on coloRadio in Dresden the article shows that the special characteristic of free radio is the fact that both discussions are possible which have the structural form of news interviews as well as discussions which tend to resemble discussions in everyday life. due to the proximity to everyday language. others are promoted as virtual stars and appear in various media. Jan Pinseler: Talking on free radio.websites. 350 – 368 The rise of interactive media has fostered the development of virtual characters (“avatars”). but that. The concept of parasocial relationships (Horton & Wohl. A case analysis on the possibilities of alternative radio broadcasting (Sprechen im Freien Radio. Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer: Avatars: parasocial relationships with virtual characters (Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren). Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks). pp. 1956) is used as a theoretical framework. which is sometimes hard to access. This article introduces the phenomenon “avatars” and discusses the question how virtual characters are perceived by media users. The theoretical contributions presented focus on the fact that the personal website constitutes a construction of identity and a presentation of self via computer-mediated communication. two surveys which address the quality and intensity of parasocial relationships with avatars are presented. This means that the topics voiced on free radio not only differ from those in other media. and to articulate a variety of subjective points of view. Some avatars are used as automatic personal assistants to visitors of websites. 369 – 383 During the Nineties there was a sharp increase in the number of licensed free radio stations in the Federal Republic of Germany. different persons are also given the possibility to use radio as a means of communication in a self-determined way. log file analyses. to use a language of everyday life on radio too. Their own self-descriptions and the theoretical reflections voiced in this environment indicate that the main potential of these radio stations is their ability to “demystify” the medium. The article reports of the most important findings. is subsequently discussed. Approximately thirty studies exist on the production. Subsequently. oral and written surveys.

Postfach 10 05 65.uni-kiel. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung.de Dr. M. Tilo H a r t m a n n . Kaufhausgasse 9. E-Mail: tilo. 30161 Hannover.de Prof.de Jens T e n s c h e r . 40225 Düsseldorf.-Medienwiss. E-Mail: wehmeier@rz. 22039 Hamburg.A. Augustusplatz 9-11. Leibnizstraße 8. Bispinghof 9-14. Peter V o r d e r e r .vorderer@hmt-hannover. Landesanstalt für Rundfunk. 47.de Prof. Dr.A.pinseler@ gmx. Westfälische-Wilhelms-Universität.. Dr. Lehrstuhl für Erziehungssoziologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialisationstheorie. E-Mail: peter. E-Mail: hickethier@snafu. Heinrich-HeineUniversität. 30161 Hannover. Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien.de 426 .de Prof. E-Mail: christoph.Uni-Augsburg. Institut für Medien.und Kommunikationswissenschaft. E-Mail: nicola. Universität Koblenz-Landau.net Prof. VonMelle-Park 6.Vesting@Jura. Hohenzollernstr. Dr. Postfach 700822. 20148 Hamburg. E-Mail: plake@unibw-hamburg. EMail: dschuette@lfr. 24118 Kiel. Dr. Hochschule für Musik und Theater. Institut für Kommunikations. M. Institut für Medienwissenschaft. 30161 Hannover.de Dr. Universität Hamburg. 86135 Augsburg.und Medienwissenschaft.de Prof.und Kommunikationswissenschaft. D-98684 Ilmenau. TU Ilmenau. 48143 Münster. 2.doering@tu-ilmenau.M&K 49. E-Mail: Thomas. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung.de Jan P i n s e l e r . W u l f f . Universität Hamburg. Hochschule für Musik und Theater Hannover. Armin S c h o l l . 20148 Hamburg. 04109 Leipzig. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. Zollhof 2. Klaus P l a k e . E-Mail: Boehme-Duerr@philfak. Thomas V e s t i n g . Juristische Fakultät. Christoph K l i m m t . Universität Kiel. Karin B ö h m e .hartmann@hmt-hannover. Hochschule für Musik und Theater Hannover. E-Mail: jan. Nicola D ö r i n g . Hans J. Stefan W e h m e i e r .-Medienwiss.klimmt@ijk.de Dr. 23683 Scharbeutz Dipl. Falkenweg 7.de Dipl.de Prof. Universität Leipzig. Institut für Germanistik II.. VonMelle-Park 6. 40221 Düsseldorf. 47.uni-duesseldorf. Dr. Institut für Politikwissenschaft.hmt-hannover. 47. Dagmar S c h ü t t e . 76829 Landau. E-Mail: scholl@unimuenster. Universität Augsburg. Jahrgang 3/2001 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Heftes PD Dr. 01099 Dresden. Knut H i c k e t h i e r . E-Mail: hwulff@litwiss-ndl. Universitätsstraße 1. Hohenzollernstr. Universitätsstr. E-Mail: tenscher@uni-landau. Institut für Germanistik II. Kamenzer Straße 19. Joan Kristin B l e i c h e r . Universität der Bundeswehr Hamburg.de Dr.D ü r r .de Manfred J e n k e . Institut für Publizistik. E-Mail: fs5a097@uni-hamburg.uni-leipzig. Hohenzollernstr. Lehrstuhl Öffentlichkeitsarbeit/PR. Dr.

die verwendeten Daten bei wissenschaftlich begründeten Anfragen im Rahmen der jeweils gegebenen Möglichkeiten für weitere Analysen zur Verfügung zu stellen. B. Für die Publikation in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ kommen folgende Textsorten in Betracht: • Aufsätze sollen ein Moment originärer theoretischer Leistung beinhalten bzw. Datenbanken) zur Verfügung gestellt worden sind. die wissenschaftliche Diskussion zu fördern. • Die Redaktion bietet außerdem die Möglichkeit zur Stellungnahme und Erwiderung zu publizierten Beiträgen der oben genannten Kategorien. • Da die eingereichten Manuskripte anonymisiert begutachtet werden. Die Redaktion räumt dabei dem Autor bzw. • • Berichte sollen Befunde zu einem ausgewiesenen Problem von theoretischer oder medienpraktischer Relevanz darstellen.und Kommunikationswissenschaft. dass größtmögliche Transparenz hinsichtlich der verwendeten Daten hergestellt wird. sind zwei Titelblätter erforderlich: eines mit Angabe des Titels und der Namen und Anschriften der Autorinnen und Autoren. die den in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ üblichen inhaltlichen und formalen Standards entsprechen und geeignet sind. auf den sich die Stellungnahme bezieht. die zur Publikation in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ eingereicht werden. dass sie die Art und Weise der Datenerhebung bzw. die Möglichkeit einer Erwiderung ein. Im Sinne der Förderung des wissenschaftlichen Diskurses und der kumulativen Forschung sowie der Qualitätssicherung legt die Redaktion bei der Begutachtung von Beiträgen besonderen Wert darauf.Hinweise für Autorinnen und Autoren Die wissenschaftliche Vierteljahreszeitschrift „Medien & Kommunikationswissenschaft“ (bis Ende 1999 „Rundfunk und Fernsehen – Zeitschrift für Medien.und Kommunikationswissenschaft“) wird seit 1953 vom Hans-Bredow-Institut herausgegeben und redaktionell betreut. dürfen nicht anderweitig veröffentlicht sein und bis Abschluss des Begutachtungsverfahrens nicht anderen Stellen zur Veröffentlichung angeboten werden. Unter der Rubrik Diskussion sollen Beiträge erscheinen. den Zugang zu Datenbeständen. der Autorin des Beitrages. eines ohne Anführung der Namen und Adressen. Dabei können auch spekulative Betrachtungen fruchtbar sein. werden im nächstmöglichen Heft publiziert. Formalien: • Manuskripte sind der Redaktion in dreifacher Ausfertigung zuzuschicken. die von Dritten (z. Die Zeitschrift ist ein interdisziplinäres Forum für theoretische und empirische Beiträge aus der gesamten Medien. Literaturberichte/-aufsätze sollen Literatur bzw. Stellungnahmen und Erwiderungen. die innerhalb eines wissenschaftlichen Diskurses Position beziehen und die Diskussion voranbringen können. ausreichend dokumentieren. ausgewählte Literatur zu bestimmten Problemstellungen systematisch und vergleichend zusammenfassen und eine Übersicht über den Stand der Theorie und/oder Empirie geben. Das Manuskript selbst darf keine Hinweise auf die Autorinnen und Autoren enthalten. Manuskripte. Zugleich erklären sie sich bereit. Autorinnen und Autoren empirischer Beiträge verpflichten sich mit der Einreichung des Manuskripts. einen theoretisch weiterführenden Argumentationsgang bieten. 427 . um so die Voraussetzungen für Sekundäranalysen und Replikationen zu schaffen.

000 Zeichen) nicht überschreiten. die unverlangt eingereicht werden. Verlag und Redaktion haften nicht für Manuskripte. Weitere Sonderdrucke können bei Rückgabe der Fahnenkorrektur an die Redaktion schriftlich gegen Rechnung bestellt werden. Erscheinungsjahr und Seitenziffer im fortlaufenden Text – z. Telefon: (0 72 21) 21 04-0. • Hervorhebungen im Text sind kursiv oder fett zu kennzeichnen. evtl. bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. Verlag und Anzeigenannahme: Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. . . Zahlung jeweils im Voraus an Nomos Verlagsgesellschaft. b) über durchnumerierte Anmerkungsziffern. Bearbeitungen. 76520 Baden-Baden. Abbestellungen vierteljährlich zum Jahresende. 20148 Hamburg (Tel. Jede Verwertung. 15 Zeilen). . 2001. Baden-Baden. KG. Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. jeweils zuzügl. Versandkosten (inkl. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen. Einzelheft 29. Von jedem Originalbeitrag werden 20 Sonderdrucke kostenlos zur Verfügung gestellt. • Gliederung des Textes: Jedes Kapitel und Unterkapitel sollte mit einer Überschrift (in Dezimalzählung) versehen sein. –. Postscheckk. 1990: 37 – 40) . Printed in Germany. MwSt).M&K 49. • Die Manuskriptseiten müssen im DIN A4-Format (einseitig).– DM. insbesondere auch das Recht der weiteren Vervielfältigung zu gewerblichen Zwecken im Wege des fotomechanischen oder eines anderen Verfahrens. Über eine Annahme des Manuskripts und den Zeitpunkt der Veröffentlichung entscheidet die Redaktion auf der Grundlage redaktionsinterner und externer Gutachten. • Für Hinweise und Literaturbelege bestehen wahlweise zwei Möglichkeiten: a) durch Angabe von Autor. Bezugsbedingungen: Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich (4 Hefte jährlich). 0 40/45 02 17-41) Anschrift der Redaktion: Medien & Kommunikationswissenschaft Herausgegeben vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg ISSN 1615-634X Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nomos Verlagsgesellschaft. werden die Autor/inn/en benachrichtigt. Jahresabonnement 98. Jahrgang 3/2001 • Beizufügen ist eine kurze Zusammenfassung des Beitrags (max. Dazu werden die anonymisierten Gutachten. Mit der Annahme eines Manuskripts erwirbt der Verlag von den Autorinnen und Autoren alle Rechte. wobei der vollständige bibliographische Nachweis über ein Literaturverzeichnis im Anschluss an den Beitrag erfolgt. Karlsruhe 736 36-751 und Stadtsparkasse Baden-Baden.– DM (gegen Nachweis). zugesandt. falls die Begutachtung längere Zeit erfordert. auch nur in Auszügen. Übersetzungen. Im Falle einer Entscheidung für Überarbeitung. Das Begutachtungsverfahren ist in der Regel sechs Wochen nach Eingang des Manuskripts abgeschlossen. wobei der Text der Anmerkung auf der entsprechenden Seite aufgeführt wird. die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist. B. • Der Umfang der Beiträge soll 20 Manuskriptseiten (55. Hans-Bredow-Institut Heimhuder Straße 21. Telefax: 21 04 27. (Müller. die dem Leser als selbständiger Text einen hinreichenden Eindruck vom Inhalt des jeweiligen Beitrags vermittelt. anderthalbzeilig beschrieben und mit ausreichendem Rand versehen sein. . Neueinreichung oder Ablehnung legt die Redaktion die Gründe für ihre Entscheidung offen. Dem/der Autor/in wird die Redaktionsentscheidung schriftlich mitgeteilt. Konto 5-002 266. Bestellungen nehmen der Buchhandel und der Verlag entgegen.– DM. Jahresabonnement für Studenten 50.: . 428 .

M&K 2001/3 Medien & Kommunikationswissenschaft .

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