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Qualitative Methoden: Einführung

Martin Brusis
Inhalte des Seminars und der Vorlesung
• Methoden kennenlernen
• Methoden ausprobieren
• Essays schreiben
• Schreibwerkstatt
Textüberarbeitung
• Sprachliche, grammatikalische, orthographische Fehler?
• Stilistische Probleme – Formulierungsalternativen?
• Sinnverständnis, Klarheit der Argumentation?
Beispiele für qualitative und quantitative Forschungsdesigns

• Fallstudien zur Radikalisierung • Erfolgsfaktoren für


einzelner Djihadisten Konfliktschlichtung basierend
• Fallstudien zur Rezeption sozialer auf Civil Wars Mediation Dataset
Medien • Umfrage Mediennutzung –
• Analyse der Schlussfolgerungen radikale politische Einstellungen
des JHA-Rates • Vergleich illegale Grenzübertritte
• Analyse des öffentlichen Diskurses vor / nach Grenzkontrollabbau
und der offiziellen Begründungen • Inhaltsanalyse zu Häufigkeiten
russ. Außenpolitik von außenpolitischen
Deutungsmustern (frames)
Qualitative und quantitative Methoden
• Datensatzbeobachtung • Kausalprozessbeobachtung
• X: Bildungsniveau • X: EU-Interventionen,
• Y: Radikale politische Ansichten, -Beitrittsperspektive
Gewaltbereitschaft • Y: Vereinbarung / Einhaltung von Regeln der
inter-ethnischen Machtteilung /
• C: Religion, Kriegserfahrung, Diskriminierung
Konfliktaustragung
• M: Bildung erhöht soziale Mobilität und
• C: UNMIK; Innerstaatliche
eröffnet Wege zur wirksamen
Interessenartikulation Parteienkonkurrenz; Rolle Belgrads / Tiranas
(„kin states“)
• M: Sozialisation; Anreize
1. Erklärungsansatz
• Fälle erklären; „Ursachen der • Effekte unabhängiger Variablen
Wirkungen“ schätzen; „Wirkungen der
• Warum gelang es der EU-HR, das Ursachen“
Brüsseler Abkommen • Wie beeinflusst Bildung
auszuhandeln? persönliche
Radikalisierungsprozesse?
2. Kausalitätskonzept
• Notwendige / hinreichende • Korrelation;
Gründe; Logik Wahrscheinlichkeit / Statistik
• EU-Mediation • Radikalisierungs-
notwendig/hinreichend für das wahrscheinlichkeit von
Zustandekommen des Hochschulabsolventen
Brüsseler Abkommens?
3. Verallgemeinerungsanspruch
• Eng, um kausale • Weit, um Statistik-Potential zu
Heterogenität zu vermeiden maximieren
• EU in Kosovo -> EU in • Bildung - Radikalisierung ->
anderen (postjugoslawischen) Radikalisierungsfaktor
ethnopolitischen Konflikten unabhängig von
Herkunftsland
3. Verallgemeinerungsanspruch
• Eng, um kausale • Weit, um Statistik-Potential zu
Heterogenität zu vermeiden maximieren
• EU in Kosovo -> EU in • Bildung - Radikalisierung ->
anderen (postjugoslawischen) Radikalisierungsfaktor
ethnopolitischen Konflikten unabhängig von
Herkunftsland
4. Fallauswahl
• Orientiert an Fällen mit • Zufallsauswahl nach unabh.
positiver abh. Variable Variable
• Ausgehandelte • Radikale Meinungen /
Vereinbarungen; erfolgreiche Einstellungen für
Regelungsmodelle unterschiedliche
Bildungsniveaus
5. Umgang mit Beobachtungen
• Theoriebildung beeinflussbar • Alle Beobachtungen gleich
durch individuelle wichtig; gesamte Passgüte
Beobachtungen; (model fit) ist entscheidend;
• abweichende Einzelfälle • abweichende Einzelfälle als
müssen untersucht / erklärt Messfehler eingestuft;
werden;
• Z.B. EU-Versagen bei
Vermittlung einer
Verfassungsreform in Bosnien
2009
6. Konzepte und Messung
• Konzepte im Mittelpunkt; • Messung und Indikatoren im
• Fehler -> Konzeptrevision Mittelpunkt;
• EU-HR – US-Botschafter als • Fehler modelliert und/oder
Mediator durch neue Indikatoren
verringert;
• Bildungsniveau -> naturwiss.-
technische vs. humanwiss.
Bildung
Beispiel: Zivilgesellschaftliche Aktivität und
Demonstrationsbereitschaft

• x-Achse: % aktive
Mitglieder in ZGO
• y-Achse: % Personen, die
an Demonstrationen
teilgenommen haben /
teilnehmen würden
• Quelle: LITS3-Survey,
2015/16
Stärke des Zusammenhangs

• x-Achse: % aktive Mitglieder in


ZGO
• y-Achse: % Personen, die an
Demonstrationen teilgenommen
haben / teilnehmen würden
• Quelle: LITS3-Survey, 2015/16

2/3 der Regionen mit


Netzwerken -> gute
Regierungsqualität
-> RQ = 0.67N
Qualitative und quantitative Erklärungen
Qualitativ Quantitativ
Erklärungsansatz Fälle erklären; „Ursachen der Effekte unabhängiger Variablen
Wirkungen“ schätzen; „Wirkungen der Ursachen“

Kausalitätskonzept Notwendige / hinreichende Gründe; Korrelation; Wahrscheinlichkeit /


Logik Statistik
Multivariate Erklärung Verknüpfte Ursachen; individ. Effekte Additiv / Netto-Effekte;
Ausnahme Interaktionsterme
Äquifinalität Zentrales Konzept; wenige Ignoriert; zahlreiche implizite
Kausalpfade Kausalpfade
Verallgemeinerungs-anspruch Eng, um kausale Heterogenität zu Weit, um Statistik-Potential zu
vermeiden maximieren
Fallauswahl Orientiert an Fällen mit positiver abh. Zufallsauswahl nach unabh. Variable
Variable
Gewichtung Theoriebewertung von Alle Beobachtungen gleich wichtig,
Einzelbeobachtungen abhängig Passgüte insgesamt entscheidend

Konzepte und Messung Fokus auf Konzeptualisierung Fokus auf Messung

Mahoney, James, and Gary Goertz (2006): A Tale of Two Cultures:


Contrasting Quantitative and Qualitative Research, in: Political Analysis, 14 (3), 227-249