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Lexikalische Lizensierungsbedingungen für weiterführende wenn-Sätze

Kerstin Schwabe (ZAS Berlin) & Robert Fittler

Es gibt Konstruktionen, bei denen sich das propositionale Komplement des Matrixverbs nicht in einer
kanonischen Komplementposition befindet. Ein Spezialfall dieser Konstruktionen sind wenn-Formen
– Konditionale, bei denen der Konditionalsatz, lexikalisch bedingt, als propositionales Komplement
des Matrixverbs und, strukturell bedingt, als als Antezedenz einer Implikation interpretiert wird –
vgl. cf. Frank weiß/hört/sagt (es), wenn Maria kommt oder Frank weiß/hört davon, wenn Maria
kommt (vgl. F.-Hansen 1980). Eine wenn-Form ist demnach paraphrasierbar als 'σ ⇒ F verb
(Korrelat) dass σ', vorausgesetzt das Verb ist nicht antifaktiv [x (non) verb dass σ ⇒ ¬ σ], oder als '¬σ
⇒ F verb (Korrelat) dass σ', wenn das Verb antifaktiv ist.
Die wenn-Form ist lexikalisch lizensiert durch bestimmte semantische Konsistenzbedingungen des
Matrixprädikats (vgl. Schwabe & Fittler 2009). Diese sind wie folgt: i. semi-implikativ objektiv [das
Verb ist konsistent sowohl mit semi-implikativ [x verb dass σ ⇒ σ] als auch der Zeugenexistenz-
bedingung [Für alle σ oder ¬σ, es gibt ein Subjekt, das σ or ¬σ verbt] – vgl. wissen und hören vs.
zweifeln dass und fragen ob, die beide negation-invariant objektiv sind), ii. objektiv ohne Korrelat
und nicht-objektiv mit Korrelat – vgl. davon hören und davon wissen, iii. nicht-objektiv und faktiv mit
Korrelat auf der einen und nicht die nicht-dominierte interne ob-Form lizensierend auf der anderen
Seite [Eine interne ob-Form 'x verb ob (σ ∨ ¬ σ)' heißt 'dominiert' von der dass-Form 'x (cor) verb
dass', wenn 'x verb (cor) dass σ ⇒ x verb ob (σ ∨ ¬ σ)' gilt für alle σ und ¬ σ] – vgl. bedauern, sich
darüber freuen und ignorieren vs. annehmen, hoffen/glauben und drohen, die nicht-objektiv und mit
ihren Korrelaten nicht-faktiv und nicht-antifaktiv sind sowie es bedenken und darüber nachdenken,
die beide faktiv sind und die nicht-dominierte interne ob-Form lizensieren, und iv. nicht-objektiv und
antifaktiv – vgl. non-objective and anti-factive vorziehen und besser finden.

Fabricius-Hansen, C. (1980), "Sogenannte ergänzende wenn-Sätze. Ein Beispiel syntaktisch- semantischer


Argumentation". In: Festschrift für Gunnar Bech zum 60. Geburtstag. Kopenhagener Beiträge zur
germanistischen Linguistik, Sonderband 1. København.
Schwabe K. & Fittler R. (2009b), "Syntactic force of consistency conditions for German matrix predicates”,
proceedings of The Tenth Symposium on Logic and Language.Balatonszemes, August 26-29 2009.