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DSH – SoSe 2008 (01.04.

2008) Hörverstehen

Hörtext

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Globalisierung der Wirtschaft – und wo bleibt der Mensch? In letzter Zeit wird oft von Globalisierung gesprochen. Der Begriff leitet sich von ‚Globus’, d.h. ‚Weltkugel’ ab. 1983 hat ihn der Harvard-Professor Theodore Levitt bekannt gemacht und auch heute noch meint man damit vor allem die Veränderung der Ökonomie: Den Handel ohne Grenzen. Kaum ein Land wirtschaftet derzeit für sich allein. Die Märkte und Produktionen vieler Länder werden immer abhängiger voneinander. Zum Beispiel werden Textilien oder Spielzeuge kaum noch in den westlichen Industrieländern hergestellt, sondern in China oder Indien. Die Arbeitskräfte dort sind billiger. Inzwischen konkurrieren die Menschen weltweit um Arbeitsplätze, Rohstoffe, Einkommen und soziale Sicherheit. Die negativen Folgen dieser wirtschaftlichen Globalisierung sind: Reiche werden immer reicher, Arme immer ärmer, und die Natur wird ausgebeutet. Dieses Phänomen ist jedoch gar nicht so neu, denn die Ursprünge der Globalisierung liegen weiter zurück. Auch früher schon wurden Waren zwischen den Kontinenten befördert. Zum Beispiel brachte man Gewürze aus Indien nach England. Da diese sehr kostbar waren, lohnte es, viel Geld für die Versendung der Waren auszugeben. Durch die Erfindung des Frachtschiffes und der Eisenbahn im 19. Jahrhundert konnten die Handelsgüter einfacher, schneller und billiger befördert werden. Aber auch damals hatte das unter anderem Verarmung zur Folge. Die Globalisierung hat offensichtlich Vor- und Nachteile. Auf der ganzen Welt gibt es heute deshalb auch Globalisierungsbefürworter und Globalisierungsgegner. Für die Globalisierung spricht etwa, dass viele Länder am Welthandel teilnehmen und davon profitieren können. Kritisiert wird beispielsweise, dass die Wirtschaft im Mittelpunkt steht und die Menschen und die Umwelt zu kurz kommen. Eine Kritikerin der Globalisierung ist Katharina Mouratidi, 36 Jahre alt und Fotografin. Sie lacht gerne und durch ihre offene freundliche Art ist es leicht, mit ihr in Kontakt zu kommen. Sie liebt das Leben und diese Welt. Schon immer hat sie einen großen Sinn für Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit gehabt. Ihr fotografisches Werk behandelt

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Ende der 70er Jahre wurden ihre Eltern und ihr Bruder verhaftet. möchte ich Ihnen jetzt vorstellen. Sie wurden im Gefängnis gefoltert und dann ermordet.04.2008) Hörverstehen 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 Themen wie Proteste und Demonstrationen oder vom Brustkrebs betroffene Frauen. Schon als Kind arbeitete sie auf Kaffeeplantagen. Diese Bilder und Texte reisten als Ausstellung durch Europa und die USA. sie ziehen protestierend durch die Straßen. Ihre Fotos zeigt Katharina am liebsten in öffentlichen Räumen.B. in Rathäusern. Für die Fotografin Katharina Mouratidi liegen die Anfänge ihrer kritischen Einstellung gegenüber der Globalisierung schon weit zurück. z. Von dort aus kämpfte sie weiter. Rigoberta ist Indianerin. in den 2 . Und wurde dafür von der Regierung verfolgt. Als sie zwölf Jahre alt war. Sie organisierte Streiks und Demonstrationen. Das ist mein großes Ziel. 1992 erhielt sie für ihre langjährige Arbeit den Friedensnobelpreis.“ Eine der Personen. in Bahnhöfen oder auf dem Potsdamer Platz in Berlin. die Welt menschlicher zu machen. Sie standen unter dem Verdacht. Rigoberta wurde daraufhin eine aktive Streiterin für bessere Lebensbedingungen der Farmarbeiter. dass diese Menschen einfach die Idee kriegen. 1981 musste sie nach Mexiko emigrieren. und zwar bei Menschen. Sie heißt Rigoberta Menchú Tum und stammt aus Guatemala. verbindet etwas Besonderes: Sie sprechen sich öffentlich für eine andere Globalisierung aus. Von 2002 – 2005 hat sie eine Serie von 36 Portraits und Interviews von Mitgliedern der globalisierungskritischen Bewegung aus aller Welt gemacht. die für die Ausstellung fotografiert und interviewt wurde. Als junge Frau engagierte sie sich in Initiativen der Katholischen Kirche zu sozialen Reformen und in der Frauenbewegung. Alle Globalisierungskritiker. die sich eigentlich dafür nicht interessieren. Sie sagt: „Ich möchte gerne mit meinen Bildern und Texten ein Interesse für das Thema – in diesem Fall jetzt Globalisierungskritik – wecken. und das Wichtigste. 1959 wurde sie als Tochter einer armen Bauernfamilie geboren. die Katharina Mouratidi in ihrer Ausstellung präsentiert. gegen die Unterdrückung der indianischen Bevölkerung in Guatemala. dass sie sich einfach wenigstens ein bisschen damit beschäftigen möchten. Kontakte zur Rebellenbewegung zu haben.DSH – SoSe 2008 (01. ihr Stamm gehört zu den Mayas. sie tun ganz konkret etwas dafür.

wdr5. 3 . dass es einmal eine gerechte Welt durch eine „andere“ Globalisierung geben wird. Sie hat die Leute gefragt: „Warum tut ihr.de/sendungen/lebenszeichen/manuskript/070408msraasch. die sie traf. Katharina fotografierte und interviewte. dafür dass in „Eine-Welt“-Läden Kaffee.264 Zeichen (mit Leerzeichen) 1980er Jahren. Sie glaubt. Heimlich ist sie dann zu einem Friedenskreis gegangen. wählte aus und machte daraus die Ausstellung „Venceremos! Die andere Globalisierung“. Katharina hätte auch gerne mitgemacht. Kerzen oder auch Handarbeiten zu fairen Preisen angeboten werden.2008) Hörverstehen 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 Quelle: http://www. Seit 2002 hat Katharina viele Konferenzen der globalisierungskritischen Bewegung in der ganzen Welt besucht. Hunderttausende beteiligten sich regelmäßig an Demonstrationen.2007. was diese für eine bessere Welt taten. die sie interessant und relevant findet. Sie hat immer eine Möglichkeit gesucht.04. Viele Menschen engagierten sich auch für die so genannte „Eine-Welt“. Nach dem Abitur ging sie zum Studium nach Berlin. Dadurch soll zum Beispiel die Arbeit der Näherinnen in Bangladesch und Indonesien gerecht entlohnt werden.DSH – SoSe 2008 (01.4.pdf Radiosendung vom 8. doch ihre Eltern erlaubten es ihr nicht. wie sie sich politisch einbringen kann. Mit ihr kann sie Zustände dokumentieren und Menschen direkt mit Themen ansprechen. gab es in Deutschland sehr viele Menschen. Text geändert. dort lebt sie noch heute. 6. und beobachtete das. die sich in der Friedensbewegung engagierten. Und so stieß sie auf die Fotografie. Dort hat sie jeden Samstagmorgen zehn Minuten lang für den Frieden geschwiegen. was ihr tut? Was sind eure Ziele? Was sind eure Vorschläge?“ Ihr Projekt wurde von staatlichen Institutionen unterstützt. „Venceremos!“ bedeutet: Wir werden siegen! Katharina ist wie ihre Interviewpartner optimistisch. Mit sechzehn hat Katharina dann für ein paar Jahre in einem solchen „Eine-Welt“-Laden mitgearbeitet. Auf ihrer Reise um die Welt studierte sie die Gesichter der Menschen.