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WWU Münster Studium im Alter Eröffnungsvortrag 27.

März 2007

Physik und Metaphysik
Prof. Dr. G. Münster
Institut für Theoretische Physik Zentrum für Wissenschaftstheorie

Was ist Physik? Was ist Metaphysik? Physik und Metaphysik

Physik Wissenschaft von den • Eigenschaften und • Bausteinen der Materie und den • zwischen ihnen wirkenden Kräften Neuzeitliche Naturwissenschaften • Naturgesetze • Mathematisierung • Experiment Galileo Galilei (1564 .1642) .

Physik Kepler‘sche Gesetze Newton'sches Schwerkraftgesetz Isaac Newton 1643 .1727 Einsteins Theorie der Schwerkraft .

Physik Gesetze der Mechanik und Schwerkraft Gesetze der elektrischen und magnetischen Erscheinungen Bestandteile der Materie: Atome. Elementarteilchen. Quarks Kernkräfte . Kerne.

Aufgabe der Naturwissenschaftler ist es. Sie schließen von beobachteten Regelmäßigkeiten auf Gesetze. 3.Physik 1. . Naturgesetze sind wahre Aussagen. die Naturgesetze herauszufinden. 5. 2. 4. Naturgesetze beschreiben das Geschehen in der Natur. Die soeben formulierten Aussagen sind falsch. Naturgesetze sind universell und ewig gültig.

Physik Kepler‘sche Gesetze • Einfluss anderer Planeten • Periheldrehung .

Physik Schließen von beobachteten Regelmäßigkeiten auf Gesetze Hume‘s Problem David Hume (1711 .1776) Abgrenzung von Gesetzen und zufälligen Regelmäßigkeiten .

Physik • Was sind Naturgesetze? • Sind Naturgesetze wahr? • Warum gelten sie? • Wie gelangen wir zu ihnen? • Können wir ihre notwendige Gültigkeit begründen? • Was ist das Ziel der Physik? • Kann man eine Weltformel erhoffen? → Metaphysik .

“ (Kant) .) Physik: erfahrungsbasierte Wissenschaft Metaphysik: jenseits der Physik.Metaphysik „nach der Physik“ Logik Ethik Physik Meta-Physik Aristoteles (384 – 322 v. die Erfahrung übersteigend „Das Wort Metaphysik bedeutet eine Wissenschaft. Chr. die über die Grenzen der Natur hinausgehet.

Metaphysik Klassische Metaphysik „Erste Philosophie“ = Metaphysik.W. „Zweite Philosophie“ = Wissenschaft der Natur. Gründe des Seins • das Wesen des Seienden • das höchste Sein • das Verhältnis von Geist und Materie Thomas von Aquin (1225 . Descartes (1596 .1716) Christian Wolff (1679 .1754) Thomas von Aquin . Leibniz (1646 .1274) R.1650) G. Physik • Ursprungs allen Seins.

Geist . Seinslehre II. Metaphysica generalis: Ontologie. Metaphysica specialis 1. rationale Theologie erste Ursache allen Seins 2.Metaphysik Klassische Metaphysik I. rationale Kosmologie Wesen der Welt. rationale Psychologie Seele. Aufbau der Welt 3.

April 1724 – 12.Metaphysik Immanuel Kant „Was kann ich wissen?“ „Was soll ich tun?“ „Was darf ich hoffen?“ „Was ist der Mensch?“ Erkenntnistheorie Ethik Religionsphilosophie Anthropologie Kritik der reinen Vernunft Kritik der praktischen Vernunft Kritik der Urteilskraft 22. Februar 1804 Königsberg .

1787) Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik. die als Wissenschaft wird auftreten können (1783) Metaphysik als Wissenschaft Voraussetzungen für Erkenntnis ? .Metaphysik Immanuel Kant Transzendentalphilosophie Kritik der reinen Vernunft (1781.

Metaphysik Immanuel Kant Voraussetzungen für Wissenschaft Raum Zeit Kausalität Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung .

.Metaphysik Immanuel Kant • analytische Urteile • synthetische Urteile • a priori: Erkenntnis. die der Erfahrung entstammt Die Existenz synthetischer Urteile a priori begründet die Wissenschaftlichkeit der Metaphysik. die nicht der Erfahrung entstammt • a posteriori: Erkenntnis.

Notwendigkeit von •Euklidischer Geometrie •Uneingeschränkter Kausalität •Prinzipien der Newton‘schen Mechanik •Erhaltung der Masse .Metaphysik Immanuel Kant Naturgesetze formulieren die Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung.

R. H.1970) .1776) Logischer Empirismus Wiener Kreis: M. Reichenbach R. Hume (1711 . D. Locke (1632 – 1704). O. Carnap (1891 . Carnap. Neurath. Carnap: Scheinprobleme in der Philosophie (1928) Überwindung der Metaphysik durch logische Analyse der Sprache (1931) R.Anti-Metaphysik Empirismus: J. Schlick.

davon muß man schweigen.1951) . daß er gewissen Zeichen in seinen Sätzen keine Bedeutung gegeben hat. ihm nachweisen.53] Die richtige Methode der Philosophie wäre eigentlich die Nichts zu sagen..Anti-Metaphysik L. [7] Wovon man nicht sprechen kann. Wittgenstein Tractatus logico-philosophicus (1921) [6. wenn ein anderer etwas Metaphysisches sagen wollte. Wittgenstein (1889 .522] Es gibt allerdings Unaussprechliches. L. und immer dann. also Sätze der Naturwissenschaft . [6. als was sich sagen läßt. es ist das Mystische. Dies zeigt sich.also etwas was mit Philosophie nichts zu tun hat .

nicht überprüfbar. Empirisches Sinnkriterium: Aussagen über die Wirklichkeit müssen „verifizierbar“ sein. .Anti-Metaphysik Logischer Empirismus: Es gibt keine synthetischen Urteile a priori. Metaphysische Sätze sind Scheinsätze ohne Sinn. Metaphysische Begriffe sind sinnlos.

unbefangene Beobachtung → theoretische Begriffe. Theorien.Anti-Metaphysik Logischer Empirismus: Bezug zur Physik: Empiristen: neutrale. Naturgesetze Problem: Theoriebeladenheit der Beobachtung • Begriffliche Voraussetzungen • Annahmen über den Beobachtungsvorgang .

Theoriebeladenheit der Beobachtung Beispiel: Geophysik .

Theoriebeladenheit der Beobachtung Beispiel: Astrophysik .

Gravitationslinsen Abell 2218 Cluster .Theoriebeladenheit der Beobachtung Beispiel: Astrophysik.

V.Anti-Metaphysik Kritik am logischen Empirismus W. Quine leugnet die Unterscheidung von synthetischen und analytischen Urteilen → Aktuelle Debatte in der Philosophie .O.

Erkenntnisse der Physik können für die Metaphysik fruchtbar sein.Physik und Metaphysik Fragen über • die Voraussetzungen der Wissenschaft • die Bedingungen der Wissenschaft • die Grenzen der Wissenschaft • das Wesen wissenschaftlicher Aussagen führen in die Metaphysik. .

die als Wissenschaft wird auftreten können (1783).Literatur: Immanuel Kant: Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik. Reclam. Band 5. EUR 19.90 . EUR 6. 1989. EUR 25. 2000. S. Basel 1980. 1994. Ein Grundkurs.40 Artikel „Metaphysik“ im Historischen Wörterbuch der Philosophie. 1186-1279 Heinrich Schmidinger: Metaphysik.00 Emmerich Coreth: Grundriß der Metaphysik. Stuttgart. Innsbruck.

EUR 15. Frankfurt. 1999. 1990 . München.90 Hans-Peter Dürr: Physik und Transzendenz.Weitere Literatur: Hans-Joachim Störig: Kleine Weltgeschichte der Philosophie.