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Digitized by the Internet Archive
in

2011 with funding from
University of Toronto

http://www.archive.org/details/diegedichtedespaOOpaul

Quellen und Untersuchungen
zur

lateinischen Philologie

des Mittelalters
herausgegeben von

Ludwig Traube

Dritter

Band

Mit sechs Tafeln

C

H.

MÜNCHEN 1908 BECK'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG
OSKAR BECK

Inhalt des dritten Bandes:
Erstes Heft:

Franciscus Modius von Paul Lehmann.

Zweites Heft: Textgeschichte Liudprands von Cremona von Joseph Becker.
Drittes Heft: Die ältesten Kaiendarien aus

Monte Cassino von
von Karl

E. A.

Loew.

Viertes Heft: Die Gedichte des Paulus Diaconus

Neff.

Quellen und Untersuchungen
zur

lateinischen Philologie des
Mittelalters
herausgegeben von

Ludwig Traube

Dritter Band, viertes Heft

Kritische

und erklärende Ausgabe der Gedichte
des Paulus Diaconus
von

Dr. Karl Neff
Professor

am Wilheimsgymnasium zu München

C. H.

MÜNCHEN 1908 BECK'SCHE VERLAGSBÜCHHANDLUNG
OSKAR BECK

DIE

GEDICHTE DES

PAULUS DIACONUS
KRITISCHE

UND ERKLÄRENDE AUSGABE

VON

Dr.
PROFESSOR

KARL NEFF

AM WILHELMSGYMNASIUM ZU MÜNCHEN

MIT EINER TAFEL

5-^^^^

C. H.

MÜNCHEN 1908 BECK'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG
OSKAR BECK

C. H. Beck'sche Buchdruckerei in Nördlingen.

Inhaltsverzeichnis.
Seite

Vorwort
Einleitung: Geschichte der Forschung
Die handschriftliche Überlieferung
1.
^

VII

XI
XIII XIII XIII
1

Übersicht über die Abkürzungen
Inhalt der wichtigsten Handschriften

2.

........

I.

Loblied auf den Comersee

II.

Paulus an Adelperga
Brief an

7
11

III.

Adelperga
Bauten des Arichis

IV. Inschriften auf die

14

V. Andere Inschriften
VI. Loblied auf
VII.
VIII.

20
23 35 38
41

den heiligen Benedikt

Zweites Loblied auf den heiligen Benedikt

IX.

An einen Freund Auf das Grab der Königin Ansa X. Auf das Grab der Enkelin Sophia
an Karl
Pisa an Paulus Diaconus

XI. Bittschrift
XII. Petrus
XIII.

von

Antwort des Paulus

XIV. Brief an Theudemar

XV. Grammatische Rhythmen
XVI. Rätsel
XVII. Petrus an Paulus
XVIII. Paulus an

den König

49 52 56 63 69 74 82 84 88
91

XIX. Antwort des Paulus

XX. Paulus an Petrus
XXI. Petrus an Paulus
XXII. Antwort des Paulus
XXIII. Karl an Paulus

96 98
101

106.

XXIV. Auf das Grab der Rotheid, Tochter Pippins XXV. Auf das Grab der A^lheid, Tochter Pippins

109 112

XXVI. Auf XXVII. Auf XXVIII. Auf XXIX. Auf

das Grab der Königin Hildegard
das Grab der Adelheid, Tochter Karls das Grab der kleinen Hildegard das Grab des Dichters Fortunat
Karl

113
117

119
121

XXX. Paulus an

(Widmung

seines

Auszugs aus Festus)

123

VI
XXXI. Brief an Adalhard
XXXII. Paulus an Karl
XXXIII. Karl an Paulus

Inhaltsverzeichnis.
Seite

126
131

135
139 143

XXXIV. Karl an Petrus und Paulus XXXV. Auf das Grab des Arichis XXXVI. Auf das Grab des Paulus Diaconus XXXVII. Widmungsgedicht des Petrus von Pisa XXXVIII. Zum Lob des Königs XXXIX. Angilbert an Petrus
XL. Karl an Petrus
XLI. Karl an Petrus

150
157 159 163

165

168

Anhang.
I.

Auf das Grab Lothars

170

IL Grabschrift für Eggihard

176
178
181

Auf das Grab des Dombercht IV. Fiducia an Angilram V. Verse über die Metzer Bischöfe
IIL

186
191

VI. Fabeln
VII.
VIII.

Coniurationes convivarum pro potu

199

Hausimus
Perge
ille

altifluo

202 205 207

IX.

libelle

meus

X. Filius

dei
altifluam

XL Hausimus

209

Indices.
I.

Initia

carminum

et

epistularum

213

IL Index
IIL

nominum
saec. XI
f.

215

Index grammaticus zu den Gedichten des Paulus Diaconus

219

Tafel:

Abdruck von Oxford Bodl. Add. C 144

58 v.

Vorwort.
Die vorliegende Ausgabe der Gedichte
ist

das Ergebnis einer

ÜberHeferung des Paulus wichtigen handschriftlichen Materials, das mir teils im Original teils in photoDurch diese nochmalige Vergraphischen Wiedergaben vorlag. gleichung, die eine reiche Nachlese ergab, wurde ein zuverlässiger

neuen Untersuchung des

für die

kritischer

Apparat geschaffen,

der,

ausführlicher

und

leichter

verjetzt

ständlich

angelegt als die früheren,

einen Einblick in die bis

bekannte Überlieferung gewährt.
lerschen

Lesefehler und Versehen der

Dümm-

Ausgabe wurden dabei nicht angeführt. Der Text der Gedichte hat durch die kritische Revision und die genaue Beobachtung des paulinischen Sprachgebrauches hoffentlich abermals gewonnen. Besondere Beachtung schenkte ich der Lösung der Autorfrage. In diesem Punkt gingen schon die Meinungen Bethmanns und Dahns sehr weit auseinander und auch Dümmler traf hier nicht immer die richtige Entscheidung. Die Hauptschwierigkeit besteht darin, daß die sonst übliche Methode, nämlich die Autorschaft dadurch festzustellen, daß man zweifellos echte Werke in stilistischer Hinsicht mit bezweifelten vergleicht und aus den Anklängen die Schlußfolgerung zieht, bei karolingischen Dichtern nicht immer zum Ziele führt, da diese, ein und derselben Schule angehörig und in der nämlichen Weise von ihren Klassikern beeinflußt, sich meist der gleichen Ausdrucksformen
bedienen.

Um

dies

deutlich

vor

Augen

treten

zu

lassen führte ich bei den Erläuterungen zu den einzelnen Gedichten

möglichst viele Parallelstellen
P. V. Winterfeld (Poet.
I

aus der von Dümmler,

Traube und

III)

herausgegebenen Sammlung der Poetae aevi Carolini an, während ich mich bei der Angabe antiker EntII

lehnungen, die Manitius in ausführlichster Weise angibt (Poet.
688), möglichst beschränkte.

Bei der Feststellung der Urheberschaft

M

B Q
6
I.

VIII

Vorwort.

nahm
es sich

ich

das

stiHstische

Moment

nur dann

als

Beweis an, wenn

um

besonders zahlreiche und charakteristische Eigentümlich-

keiten

handelte.

Von größerer Bedeutung war

für

mich der Inhalt

von der größten die handschriftliche Überlieferung, die manchmal ganz allein das entscheidende Wort sprach. Die Grundsätze, die für die Anordnung der einzelnen Gedichte maßgebend waren, entwickelte ich bei Besprechung des Inhalts. Meine Ausgabe will aber nicht bloß kritisch, sondern auch erDeshalb wurden zum Verständnis der oft schwierigen klärend sein.
der Gedichte selbst,

Gedichte

außer

kurzen

Inhaltsangaben
Resultate

auch

die

für

die

Lebens-

verhältnisse

gewonnenen

vorausgeschickt

und unter dem

kritischen Apparat Erklärungen einzelner Stellen beigegeben.

Um
seiner

ein vollständiges Bild

vom Leben
hielt

des Paulus Diaconus und
es
für

Umgebung

zu entwerfen

ich

notwendig einige

seiner Briefe, dann, wie es schon die Vorgänger getan, die Gedichte

und auch die an Paulus und Petrus gerichteten anzureihen. Der Anhang enthält einzelne Gedichte, die bis jetzt unter denen des Paulus ihren Platz hatten, und besonders solche, deren Verfasser man nicht kennt, bei deren Untersuchung aber sich für uns wichtige Beziehungen nachweisen ließen. Den Abschluß bildet die Herausgabe von drei noch nicht veröffentlichten Gedichten. Den Index grammaticus zu den Gedichten des Paulus Diaconus gestaltete ich ausführlicher um einen genauen Einblick in die Formen seiner Darstellung zu eröffnen. Schließlich möchte ich noch allen denen danken, die mir die Benützung des handschriftlichen Materials ermöglichten oder mich durch Rat und Tat unterstützten, vor allem der k. b. Akademie der Wissenschaften, dann den Vorständen der Bibliotheken zu Berlin, St. Gallen, Leipzig, London, Madrid, München, Oxford, Paris, Rom, ferner den Herren Arturo Farinelli, Emil Jacobs, Paul Kehr, Pater Leo Kolmer O. S. B., Wilhelm Meyer, Ferdinand Rueß, Karl Schellhaß, Anton Schillinger, Schnorr von Carolsfeld, besonders Wilhelm Engelhardt, Karl Reinwald und Friedrich Vollmer. Den unvergeßlichen Freund Traube nannte ich nicht. Er wollte keinen öffentlichen Dank und ich könnte auch nicht in Worten die Dankesgefühle zum Ausdruck bringen, die ich für ihn hege. Er erst lehrte mich die Eigenart der exakten wissenschaftlichen Forschung. Durch ihn erst wurde mir klar, daß ihren Wert nicht das Gebiet bedes
Petrus

von Pisa

stimmt,

dem

sie sich

zuwendet, sondern der Geist, in

dem

sie

durch-

Vorwort.

IX
erkannte
ich,

geführt wird.

Unter seiner Leitung
oft weit

daß jene Pfade,

wenn
haben.

sie

auch

weg von

der klassischen

Höhe

in

einsam

gelegene Täler führen, doch

als Vermittler

der Antike große Bedeutung

Auf seinen Wunsch übernahm ich diese Arbeit. Noch in den letzten schweren Wochen vor seinem Tode unterzog er sie einer eingehenden Durchsicht. Das Manuskript mit den Bemerkungen von
seiner

Hand

ist

mir eine wertvolle Reliquie,

der Ausdruck

seiner

Zufriedenheit ein beglückendes Vermächtnis.

Nentschau, den

16.

August 1908.
Karl Neff.

Einleitung.

Geschichte der Forschung.
Die umfangreiche Literatur zu Paulus Diaconus findet sich bei
Wattenbach, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter,
177
7. Aufl.
I,

— 186 und bei Cipolla, Note bibliografiche
critici

circa Todierna condizione

degli studi

verzeichnet.

Paolo Diacono, Venezia 1901, Hier sollen nur die Haupterscheinungen mit wenigen
sul testo delle opere di

Worten gewürdigt werden, damit man einen Einblick in den Entwicklungsgang der Forschung bekommt und das Verhältnis dieser neuen Ausgabe der Gedichte zu den früheren Arbeiten richtig beurteilen kann.

Der große Benediktiner J. B. Mab Hon machte sich besonders dadurch verdient, daß er die Berichte des Chronisten von Salerno (SS. III 467 ff.) und der übrigen süditalienischen Quellen auf ihren Wert prüfte und eine sichere historische Grundlage schuf. (Analecta vetera, L Ausg. Paris 1675 1685, 2. Ausg. 1703; Annales ordinis
i

S. Benedicti, vol.

II

1703.)

Mabillons Untersuchungen wurden erweitert und bestätigt durch

den Abbe Jean Lebeuf (Dissertations sur
et civile

l'histoire

ecclesiastique

de Paris, vol.

I,

Paris 1739),

der

zum
lat.

erstenmal die meisten

Gedichte und Briefe aus
breitete.

dem

Parisinus

528 veröffentlichte und

dadurch über die Lebensverhältnisse des Paulus mehr Klarheit ver-

Wenn auch
doch
erst

nachher die Forschung nicht

stillstand,

so wurden

durch

Ludwig Bethmann

neue wichtige Resultate zutage
alt.

gefördert.

Im Jahre 1851 erschien seine Abhandlung: Paulus Diaconus'
Schriften (Archiv der Gesellschaft
f.

Leben und

deutsche Geschichtsk.

XII

Einleitung.

X

247

— 334).

Hier

ist

mit staunenswerter Gründlichkeit und Sach-

kenntnis

das handschrifthche Material verwertet und eine Arbeit gedie

schaffen worden,

heute noch in vielen Punkten als grundle.^end

zu bezeichnen

ist.

Durch Bethmann angeregt, veröffentlichte Felix Dahn seine Er gelangte, wie er selbst Schrift: Paulus Diaconus (Leipzig 1876).
in seiner

Vorrede sagt,

in sehr vielen

Einzelheiten der Lebensverhält-

nisse

zu anderen Ergebnissen,

häufig zur bloßen Negation der An-

Gründe sind nicht überzeugend. Dies bewies G. Waitz, der die Verteidigung Bethmanns übernahm (Göttinger gel. Anzeigen 1876 S. 1513 ff.) und wegen seiner VerAllein viele seiner
trautheit

nahmen Bethmanns.

mit diesem

Gebiet

(vgl. seine

Vorrede zur Historia Lango-

bardorum des Paulus) am meisten dazu berufen schien. Auch meine Untersuchung zeigt, daß Dahn die handschriftliche Oberlieferung zu wenig beachtete und deshalb bei der Herstellung des Textes und der Entscheidung der Autorfrage nicht immer das Richtige traf. Dabei
darf aber nicht verkannt werden, daß seine Schrift reich
vollen,
ist

an wert-

die

Lebensverhältnisse

des Paulus klärenden Bemerkungen.

im Jahre 1881 seine Ausgabe der Carmina Pauli et Petri Diaconorum auf (Mon. Germ. Poet. lat. aevi Carol. I 27—86 und 625—628). Nach Prüfung des ganzen damals bekannten handschriftlichen Materials (Neues Archiv der Gesellschaft f. alt. deutsche Geschichtsk. IV 102 112) stellte er einen möglichst korrekten Text her und gab die Gedichte in der Reihenfolge heraus, in der sie nach seiner Anschauung entstanden waren. Dadurch erleichterte und beförderte er zugleich die weiteren Untersuchungen. Darunter sind besonders zu erwähnen: Die wichtigen Beobachtungen über das Leben des Paulus von A. Hauck (Kirchenallen diesen Vorarbeiten baute

Auf

Ernst

Dümmler

geschichte Deutschlands,
die größtenteils mit

2. Aufl.

Leipzig 1900, besonders S. 158

ff.),

meinen eigenen, unabhängig gemachten übereinstimmen; die Aufschlüsse Wilhelm Meyers aus Speyer über die rhythmischen Gedichte des Paulus (jetzt in den Gesammelten Abhandlungen zur mittellateinischen Rhythmik, 2 Bände, Berlin 1905); die kritischen und historischen Beiträge von L.Traube (Neues Archiv XVI 199, XVII 397, XX 256 und Textgeschichte der Regula S. Benedict! in den Abhandlungen der bayr. Akademie III. Kl. XXI. Bd. III. Abt.,

München

1898).

Die handschriftliche Überlieferung.

XIII

Die handschriftliche Oberlieferung.
1.

Übersicht über die Abkürzungen.

Die gesperrt gedruckten Handschriften enthalten

eine

größere

Anzahl
überließ,

von

Gedichten.

Da

ich

die

von mir verwendeten photowill,

graphischen Wiedergaben Friedrich Vollmer zu weiterer Verwertung
so kann jeder, der hier neue Studien machen
sich einen

mühe-

genauen Einblick in die paulinische Überlieferung verschaffen. Die mit einem Stern bezeichneten Handschriften enthalten Gedichte, die nicht Paulus Diaconus zum Verfasser haben. A Madrid A. 16. fol. mai saec. XII. B Oxford Bodl. Add. C 144 saec. XI.

und kostenlos

= = C = Rom Vat. 5001 saec. XIII.— XIV. D = Berlin Diez. B 66 saec. ex.
lat.

VIII.

E

== Paris

lat. lat.

4841 saec. IX.*

F = Paris

2832 saec.

IX.

med.
Reg. 421.

G = St. Gallen 899 saec. X. und dazu gehörend Rom H = London Harl. 3685 saec. XV.
I

=St. Gallen 573

saec. X.

L

= Leipzig
lat.

Rep.

I

74 saec. IX.
IX. in.*

M= Montecassino
N = Paris
p
lat.
lat.

175 saec. XI. ex.*

9428 saec.

= Paris 528 saec. IX. ex. 7530 saec. VIII. ex. Q = Paris R = Rom Palat. 1753 saec. X.* = Paris 5294 saec. XI. S U = Rom Urb. 533 saec. XIV. V= Gallen 184 saec. XL*
lat. lat.

lat.

St.

2.

Inhalt der wichtigsten Handschriften.

Beziehung stehenden und hier behandelten Stücke sind gesperrt gedruckt. Die in Klammern gesetzte römische Zahl bezieht sich auf meine Ausgabe. Berlin Diez. B. 66 (= D), aus dem Ende des 8. Jahrhunderts, beschrieben von Bethmann (Archiv VIII 854), Keü (Gramm. Lat. IV
in

Die zu Paulus Diaconus

XIV
p.

Einleitung.

XXXII) und Dümmler

(Zeitschr.

f.

deutsch. Altert. XVII 144,

Neues

Archiv IV 108).

Den Hauptinhalt bilden grammatische Schriften, p. 124 Conlectiones uocum inconditarum quibus exprimitur animi affectus, p. 125
bis

126 Gedichte, herausgegeben von Riese, Anthol.

lat.

(vgl.

L

Müller, Rhein. Mus.
iudice unincit

XXV 455);
Cum
gentes

p.

126

Nemo

186 188 diu gaudet

quod iniquo
sacerdos;
p. p.

und

sacra donatus celebrans diuina

127

— 128

Omnes

quas

fecisti

(Poet. I 116);

217 Albanische Königstafel: Picus regnauit primus in Italia; p. 218 bis 219 ein Bücherkatalog: Werke von Lukan, Statius, Terentius, Jüvenal, Tibull, Horaz, Martial, Cicero, Sallust( Haupt, Hermes 3, 221)

p.220CarminamittoPetrofXY"^/^;; p. 220— 221 Alius versus Rex Carulus Petro (XL); p. 221 lam puto nervosis (XX) 222 Versus Fiduciae ad Angelramnum praesulem p. 221 Carmina ferte mea (Anh. IVj); p. 222 Alius versus: Credere

s.

vellis (Anh. IVll); p. 223 Incipit centimetrum Servii; p. 277

— 278

— versibus; nepotuli —

Columbanus fidolio fratri; p. 279 Heia uiri nostrum reboans (ed.Peiper, Rhein. Mus. N. F. XXXII p. 523). St. Gallen 573 (= /), aus dem 10. Jahrhundert, beschrieben von G. Scherrer (Verzeichnis der Handschriften der Stiftsbibliothek p. 185—187). 166 Inc. opus Paulini Petricordiae de vita s. Martini ep. p. 2
p.

166
et

— 172 —

Prologus

cum

versibus Paulini

de visitatione

eiusdem de orantibus; p. 173 276 Venantii Fortunati Vita S. Martini metrica libri IV (MG. Auct. IV ed. Leo); p. 276—293 Ven. Fortunati Carmen; p. 294 319 Visio Wettini (Prosaerzählung des Haito); p. 320 367 Visio Wettini metrice (cum prologo prosaico ad Grimoltum capellanum) auct. Walafrido; p. 367 370 Visio mulieris pauperculae de rege Ludovico; p. 370 398 Visio Barontis,

monachi Longoret. apud Bituric. deinde eremitae Pistoriens.; p. 398 bis 405 Inter florigeras fecundi cespitis herbas etc. Am Ende von anderer Hand: Expliciunt versus Bedae b. de die iudicii; p. 406 407 Acrostichon in Lotharium imp.; p. 408 466 Vita s. Leodegarii metrica libri II; p. 466 Item in basilica sanctae Mariae: O una ante omnes felix pulcherrima virgo (Vii); p. 466 467 Item versus super crucem (Viii); p. 467 469 Item alfabetum de bonis sacerdotibus prosa conpositum: Ad perennis vite fontem (Poet. 179); 474 Item alfabetum de malis sacerdotibus: Aquarum meis p. 470 quis det (Poet. 181); p. 474 475 Disticon in foribus: Dulcis amice veni pacem (Poet. I 65); p. 475 Coniurationes convivarum pro

Die handschriftliche Überlieferung.

XV
VII);
p.

potu:

Dulcis amice bibe gratanter (Anh.

476 Ante

fores basilicae:
St.

Haec domus

est

beGallen 899 (= G), aus schrieben von Dümmler in den Mitteilungen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich XII p. V, vgl. Sitzungsber. der phil.hist. Klasse der

domini (IViii). dem 9. oder 10. Jahrhundert;

Wiener Akad. XLIII 67, Neues Archiv IV 107, 276. Die fehlenden Stücke stehen in Rom Reg. 421 f. 16—20, 27—28 (vgl. Bethmann Archiv XII 279 und Zeitschr. f. deutsch. Altert. XX 213). Der Sammelband der Bibliothek zu Fulda C 1 1 fol. chart. s. XV. (Zeitschr. f. deutsch. Altert.

XIV 496;
noch
in

XV 452)

ist

nur eine Abschrift der

St. Galler,

als

sie sich

unverstümmeltem Zustand befand. Der Inhalt der von mir noch einmal untersuchten Handschrift weist auf nahe Verwandtschaft mit L e p z i g R e p. 1, 74 hin. Die Haupti

stücke sind: p. 2 Incipit epistola
epist. I

Symmachi ad Ausonium (Symmachi

de Pythagoricis diffinitionibus; 6 Incipiunt p. 4 Incipit de aetatibus animantibus hesidion; p. 5 versus in laude Larii laci: Ordiar unde tuas (I); p. 6

14 ed. Parei);

p.

3

Incipit

Fabulae vitulo
(Anh. VIii);

et

ciconia: Quaerebat merens
et pulicis:

matrem
priscis

Fabula podagrae

Temporibus

(Anh. Villi); p. 7 Quid fatis liceat (De Rossi, inscr. urb. Rom. II p. 112; 285); p. 7 8 Pauli (Diaconi von späterer Hand) contra Petrum

lam puto neruosi religata (XX); p. 8 Petri (Diaconi von späterer Hand): Paule sub umbroso (XXI), nur bis V. 15; p. 11 folgt mit Csirceris aut seuo der
späterer Hand):

(Diaconum von

Schluß

=
V.

16 25); p. 9—10 Cumque ante ora ducum v. 40 68 Schluß der Fabel Aegrum fama fuit (Anh. VI i), deren Anfang, 1—40, in Rom Reg. 421 f. 28— 28^ steht; p. 11 De iuvene qui
(v.

aprum

Anguis aper iuvenis (Riese, Anth. 160) De Narcisso Dum putat esse parem (Riese, Anth. 39) Item versus Martialis Damma (Marl. ed. Schneidewin XIII 9); Ne vinum inmoderate bibatur: Qui cupis esse bonus von Eugenius Toletanus (ed. Vollmer, MQ. Auct. ant. XIV 236); p. 12 Ad ebrium: Die mihi die ebrie; De vino: Magnus tu bacche; Epitafion Bailiste
occidit et ipse a serpente
;
:

percussus

est:

Latronii:

Monte sub hoc; De

eulice:

calicae fracto: Abietine calix; p.

12

Multicolor qualispecie (Vi); p. ego suscepi {XXII); p. 15 17 Petri (Diaconi von späterer Hand):

— 13 — 15 Versus Pauli Diaconi: Sic
am
/?a/zöJ

Parva culix (Donatus § 29j; De 13 Item versus in tribunali:

Lumine purpureo

(XVII); p. 17 Rustice lustrivage capripes (Riese,
. .

Anth. 682); Si memini fuerant

Martial (1 19); p. 17

— 18

Cinthius oeciduas rapidis

.

.

Pauli Diaconi

LR.

(XVIII); p. 18

XVI
beginnt das
V. 1

Einleitung.

27 27^; 21 enthalten Verse von Prospers Poema coniugis ad uxorem p. 19 (v. 65 122); p. 45 Ovidii Nasonis versus: Ut belli sonuere, Sus
4,

Epitaphium Hlotharii: Hoc saltus
in

\nv\x\(\ (Anh.
f.

I)

das übrige

der Vatikanischen Handschrift

— —

iuvenis serpens (Riese, Anth. 160)\ Monastica de aerumnis Herculis;
p.

57

Epita(/)ion Geroldi comitis (Poet. 1 114)\ p.

57

— 58

E^WdLrpion

59 Erklärung lateinischer und griechischer Wörter; p. 86 Karolus gratia dei rex (Brief Alkvins MG. Epp. IV 228); p. 117 Versus de cuculo bis v. 38 (Ale. Poet. 1269); p. 120 Versus Theotolfi episcopi: Gloria laus et honor tibi sit, rex Christe, redemptor bis V. 12 (Poet. 1558); p. 120 bis 123 Versus eiusdem (Poet. 1577); p. 123 Albinus precibus postulet (Poet. 1579); Rumpitur invidia (Marl.

Constantii

(Poet. I78)\ p.

IX 97); p. 124 lonae episcopi: En adest Caesar (Theodulf Poet. 1 529); p. 126 Ad Hludovicum regem: Rex pie (Poet. II 410); p. 127—129 In
adventu Karoli
Hlotharii
filii

Augustorum: Ecce

votis (Poet. II 406); In adventu
II

imperatoris:

Innovatur nostra laetos (Poet.

405);

p.

144

Postquam primo homini (Wal. Strabi carm. Poet. II 392). Leipzig Rep. I, 74 (=1), ein Miszellanband der Stadtbibliothek, von Naumann (Catalogus libr. manuscr. bibl. Ups. p. 16) und ausführlicher von M. Haupt (Berichte der kgl. sächsischen Gesellsch. d.W. phil. hist. Klasse 1850 p. 1 14 und in seinen Opuscula I p. 286 bis 300) beschrieben, wurde mit Unrecht von Naumann dem 12. und Dümmler dem 10. Jahrhundert zugewiesen. Die Handschrift stammt

aus

dem
f.

9.

Jahrhundert.

13^ Terra marique victor honorande zur Begrüßung Ludwigs
seiner Gemahlin

des

Erommen and

Emengard

(Poet. 1

578 Appendix

zu Theodulf); f. 14 15 versus in laude solis (Riese, Anth. 389); f. 15^ 24 Questiones enigmatum rethoricae aprtis (= artis): Wilhelm Meyer, Gesammelte Abhandlungen zur mittellateinischen Rhythmik II p, 161 ff.; f. 24 Item de uino: Pulchrior me nullus (XVI); Incipiunt versus Sybillae: ludicio tellus sudabit; f. 25 De iuvene qui aprum occidit et ipse a serpente pe<r>cussus est: Anguis

aper

iuvenis
(Riese,

(Riese,

Anth. 160);

De

Narcisso:

parem
f.

Anth. 39); f. 25 27^ folgen 15 Gedichte Martials: 25 Item versus Martialis damma; De quadam vetula; f. 25^ De

Dum

putat

esse

Galla puella;

Ad Levinum; De
qui

eo cuius

domus

arsit;

Ad PolHonem;

uxorem adulteram habebat; f. 26 De Andragora ad Faustinum; De Fannio; Ad Cottam; Ad Claudiam puellam longam; Ad Crispum; f. 26^ Ad Gallam; Ad Flaccum; Ad eum cum quo cenabat; f. 27 Ne vinum immoderate bibatur: Qui cupis esse bonus von Eugen.

De Candido

Die handschriftliche Überlieferung.

XVII

Tolet.

hoc;
calix;

(MG. Aiict. XIV236); Epitafion Ballistae latronis: Monte sub De culice: Parva culix (Donatas §29); De calice fracto: Abietine
f.

27^

— 28^ Item ex
\

libro Ovidii
3,

Nox
libro

erat et

somnus (Ovid, Am.

Nasonis de somno, quod viderat: 31^ Idem eiusdem ex 5); f. 28^

metamorphoseon. Actaeon in cervum: lam stabant Thebae (Ovid. Met. 3, 131 252) f. 31^ 35^ Gedichte von Eugen. Tötet, und Prosper Aquitanus; f. 35^ 36 Hos versus Paulus Diaconus conposuit

Ordiar unde tuos (I); f. 36 36^ Epitafion Sophie neptis: Roseida de lacrimis (X); f. 36^ 37 Super sepulcrum domne Anse: Lactea splendifico (/Xj; f. 37 37^ Item versus in tribunali (am Rand tironische Noten, die nach Angabe von Rueß nur die Überschrift wiederholen): Multicolor quali specie (Vl)\ f. 37^ Item in basilica sanctae Mariae: O una ante omnes (Vll)\ Item versus super crucem (ViiiJ; f. 37^ —38 Christe deus mundi (Poet. I 78); f. 38^—62 Incipit psychomachia des Prudentius; f. 62^ 63^ folgen Gedichte von Alcvin f. 62^ Dulcis amice vale (Poet. I 251); f. 63 Ductus amore tuo (1 334) Munera muneribus; Nee tu quippe (1 252); f. 63^ Nix ruit e caelo Tu mihi dulcis amor, davon nur v. 1 3 (1 253). London, Britisches Museum Harleianus 3685 (= H), im
in

laude Larii

laci:

fünfzehnten Jahrhundert von einem ungebildeten Schreiber,
schlecht lesbare,

dem

eine

angelsächsische

Handschrift vorlag (Traube,

Karo-

lingische Dichtungen), fehlerhaft geschrieben.

an

in

der Zeitschrift für

gab Dümmler deutsches Altertum XXI, 84 A. 1 und Neues

Den

Inhalt

Archiv IV 108—109.

Hauptstücke:
(VIII);
f. 1

f.

1

Anguste

vite fugiunt consorcia

musae
(IVi)

— 1^ Aemula romuleis consurgunt menia templis
Sit tibi

IV

Ad abbatem:
f.

sancta phalanx (Poet. 1 83);

f.

1^—2 Ad
muolume

Moulinum de Dagulfo:
(Poet. 192);

Aspicis

eximia

rutilantem-

luce

peste: Ausimus altifluam Petri Paulique salutem (Anh. XI); f. 2^ Sanctorum meritis claro semperque beato (Eugen. Tolet. MG. Auct. XIV 268); f. 2^— 3^ Hoc satus in 5^ folgen Epiviridi servatur flosculus aruo (Anh. I); f. 3^

2— 2^ De

gramme und
p. 121);
f.

Epitaphien

(vgl.

De

Rossi, Inscript. urb.

Rom.

II,

1

Epitaphion: Roseida de lacrimis miserorum terra parentum (X); f. 6 Verba tui famuli, rex summe, attende serenus (XI); f. 6^ De sex operibus dei: Primus in orbe dies (Eugen.
Tolet.

5^

—6

MG. Auct. XIV 67);
Hunc

i.l

— 11^

Incipit praefatio tocius libri

Smaragdi

grammatici:
f.

operis nostri

modicum

percurre libellum (Poet. 1607);
f.

11^

Dum

primus pulchro fuerat

{Ale. Poet. 1 288);

26^—29^ Hoc,
II

XVIII

Einleitung.

Modoine,
Nigellii

tibi

Teudulfus
in

dirigit exul

(Poet.

ad Luduicum valedictio: Qui regit arva,

563ff.) polum (Poet.
\

1

f.

30^ Eiusdem
531); Carmen

1

Ermoldi exulis
placet (Poet. II

Thalia,

laudem gloriosissimi Pippini regis: Perge, 79); f. 33 Ad eundem Pippinum: Sunt mihi
f.

praeterea

(Poet. II 85);
incipit:

compositus

ludicii

66 Liber de iudicibus exametris versibus callem censores (Theod. Poet. I 493); f. 47 ^

Postquam primus homo paradisi liquerat hortos (Ale. Poet. 1 229); 51^ Carior in cunctis mihimet qui constat alumnis (Theod. f. 50^

carm. appendix Poet. 1 579);
crimina
lator

f.

53^

— 54
f.

(Theod. Poet. I 517);
(Poet. II 5). A. 16 fol. mai.

Lege tonantis eri retegit qua 55 92 Elegia Hermoldi: In
^

honorem Hludowici

Madrid
VIII 769.

(=

^),

im
ist

12.

Jahrhundert geschrieben,

stammt aus Montecassino. Der

Inhalt

ausführlich

angegeben Archiv
Inhalts:

Nach Werken Bedas folgen Gedichte chronologischen
Item

de

anno

solari:

Annus

solis

continetur

quattuor temporibus;

Versus de sexta aetate huius seculi:

Prima sexcentum annis; f. 52^ Item versus Pauli Diaconi de annis a principio: A principio saeculorum (II); Item versus de annis a principio: Deus a

quo
liber

facta fuit (Zeitschr.

f.

deutsch. Altert,

XXII
f.

426);

f.

55 Arati

de

astronomia;

f.

75 Ordo computus;
celi

87 Galieni expositio

pro infirmis; de humanae vitae cautela; Spera Pitagore
descripsit;

de quattuor ventis, angulis

et

quam Apuleius temporibus; f. 89 De

natura corporis humani; Ypocratis ep. de flebotomia; Ypocratis dicta

de anni circulo;
Origenis;
f.

f.

93 ex

libro

Solini;

f.
f.

101

De

gentibus ex Ysidoro;
f.

99 Scarpsum ex cronica 102 De lapidibus ex libro

eiusdem; Beda de naturis rerum;

160 Epistola Karoli ad Albinum

de septuag. sexag. quinquag. et quadrag.: Karolus gratia dei (MG. Epp. IV 228); f. 163^ Gedicht über Superbia et humilitas: Non
mihi
Sit

ductrix;
et

de pace
f.

castitate

libidine;

Pax veneranda mecum; de 165 Sententiae Septem sapientum; f. 166
et

concordia:

Epitaphium Alchuini:
Plinii:

Huc rogo

(Poet. I 350);

f.

171

Ex

libro XI

Miror quidem Aristotelem;
d. a.

aus Paulus Diaconus:
in

sicut

circa

diem natalis domini

humbra

In Italia

meridiem

videntur; (Hist. Lang. I cap. 5); f. 189 Scarpsum ex libro Josephi: Boves mugiunt vas in aqua bilbit; f. 190 Item de provinciis Italie aus Paulus Diaconus (SS. rer. Langob. p. 188); f. 190 Constantins Schenkung; f. 193 Africanus ad Aristidem de genealogia Christi: Ut autem clarius fiat; f. 195 Incipit liber Junioris philosophi, in quo continetur totius mundi descriptio: Post omnes ammonitiones.

Die handschriftliche Überlieferung.

XIX

Daran schließen sich noch Schriften geographischen, ethnographischen und naturwissenschaftlichen Inhalts. Add. C 144 {= B) Oxford, Bodleian Library 28 188 aus dem 11. Jahrhundert, beschrieben von Madan, Summary Catalogue

=

of
p.

Western Manuscripts

in

the

Bodleian Library

at

Oxford, Vol.
II,

V

419; H. Schenkl, Bibliotheca patrum latinorum Britannica

Sitzungs-

Wiener Akademie phil.hist. Kl. CXXIII Jahrg. 1890. De pronomine pronomen est pars orationis (Donati gramm.; f. 1 De barbarismo barbarismus est una pars f. 33 Keil IV 379, 22) f. 34 De soloecismo soloecismus est Vitium orationis (Keil 392, 5) Syllaba grece (Keil 393, 6)\ f. 35^ De syllabis apud grammaticos latine conceptio siue complexio dicitur. nam syllaba dicta (Keil 423, 11)\ De syllabis tractatus Bedae. Syllaba est comprehensio litterarum uel unius uocalis (KeilVII, 229, II) f. 37^ De tropis Bedae. Tropus est dictio translata (Keil 611, 19); f. 39^ Incipit de metaberichte der
.

\

.

\

.

.

\

Metaplasmus est transformatio quaedam (Keil IV 395, 28) f. 40 Mauri Serui grammatici de centum metris (Keil IV 456); f. 46^ Ein kurzes Glossar; f. 47 Incipit de littera. diximus enim, quod bene fecit donatus (Pompei commentum artis Donati Keil V 98, 6); f. 55 de pedibus. Pedes omnes uiginti et quattuor (Keil V 120, 21);*f. 5S Item versus Pauli Diaconi: Candidum lumbifido proscissum vomere campum {XIX); f. 58^ versus Paulini: Hausimus altifluo; Perge, libelle (Anh. VIII, IX, vgl. auch die beigegebene Tafel); Sinonima Ciceronis: orator, actor; f. 63^ Incipit de officiis grammaticae artis: Nam in loco; f. 66 ^ Quis primus phylosophy nomine nuncupatus est?; f. 68^ ludicii Signum (vgl. Aug. de civ. Dei
plasmis.
;

41,

579; auch Beda 90, 1182); f. 89 Sententiae quorundam philosophorum: Amicuitanis cferas (!) facias necesse tua (cfr. Meyer, Publilii
Syri sententiae p. 12); f. 70 Versus Siluii; Spes ratio uia uita (Riese Anthol. lat. 689a). Den Schluß bilden Glossen und grammatikalische Stücke.

Paris

lat.

528 (=

P),

aus

dem

9.

Jahrhundert.

Die Haupt-

stücke des Inhalts, den der

Bethmann (Archiv

Abbe Lebeuf zuerst veröffentlichte, führen X 247) und Dümmler (Neues Archiv IV 104) an.

Diese Handschrift hat für die OberHeferung der Gedichte des Paulus

Diaconus die größte Bedeutung.

und rhetorischen Werken und Hymnen beginnt f. 121 ein neuer Quaternio von feinerem Pergament und von derselben, wenn auch etwas kleineren Schrift, f. 120 121^ Exhortatio Eugenii Toletanae sedis episcopi: Rex deus (MG. Auct. XIV
theologischen

Nach

XX
232);
f.

Einleitung.

121^ Brief formet (Neues Archiv IV 104)-, f. 122— 122^ Zwei Epitaphien, die am Hofe Karls bei Abfassung anderer zum Vorbild

Epitaphium Constantis: Hie decus Italiae und Epitaphium Toctronis: Clauditur hoc tumulo
dienten:

(Poet. I 78)

(Pauli Hist.

123 123^ Item versus Petri grammatici: Nos dicamus Christo (XII); f. 123^— 124 Versus Pauli: Sensi cuius (XIII); f. 124—125 Item versus Petri ad Paulum: Lumine purpureo (XVII); f. 125 125^ Versus Pauli ad Petrum: Candido lumbifido (XIX); f. 125^—126 Item versus Pauli missi ad regem: Cynthius occiduas (9^V7//^; f. 126 126^ Item versus Pauli ad regem precando: Verba tui famuli (XI); 127 Epitaphium Sophiae neptis: Roseida de lacrif. 126^ mis (X); f. 127 128^ Incipit epistola: Amabillimo mit drei Hexametern am Schlüsse (Paulus Diaconus an Theudemar XIV);
Lang.
III

€.19);

f.

f.

128^

— 129
f.

Versus

de

episcopis

sive

sacerdotibus:

Ad

perennis
quis

(Poet. I 79);

129
f.

— 130
(VI);

De
f.

malis sacerdotibus:
in

Aquarum meis
cito

det (Poet. 1 81);

130— 131^ Versus
132

laude sancti Benedicti:
(Alcvin Poet.

Ordiarundetuos
1220);
f.

— 133 Cartula perge
Sententiae

133— 133^ Versus
f.

Petri in laude regis:

Culmina

si

regum (XXXVIII);
Grammatik
(XII)
,

septem philosophorum: Periander Corinthius; im Anschluß daran eine kleine griechische

134

— 135

dann grammatische Bemerkungen über die Komparation, Aufzählung von homonima: species acies aries; von Synonima: terra humus; f. 135^ Epitaphium Chlodarii pueri regis: Hoc satus in viridi (Anh. I); f. 135^ 136 Item versus metrici: Paule subumbroso (XXI); f. 136 Epistola: lUe Christi fretus auxilio rex: Cum in adquirendis fidelium (MQ. Epp. IV 532). Den Abschluß des Quaternio bildet Grammatisches. Dann folgt von einer anderen Hand geschrieben eine Vita Audoeni, ein Martyrologium und Theo-

logisches.

I.

Loblied auf den Comersee.
'Wie
preisen
ling
(1

soll ich

— 6)?

Dein Loblied beginnen, wie Deine reichen Gaben Olivenwälder umsäumen Deine von ewigem Frühleuchten aus

beglückten Gestade und in üppigen Gärten

dem

Grün der Lorbeerbäume rote Granatäpfel hervor. Myrten, Pfirsiche und Zitronen erfüllen alles mit ihrem lieblichen Duft (7 16). Kein See kann sich mit Dir vergleichen, nur das Galiläische Bringst Du den Meer, auf dem einst Jesus gewandelt (17 22). Lob Schiffern kein Verderben, dann bleibst Du der Liebling aller. und Preis sei der Dreieinigkeit, die solche Wunder schafft. Du aber, Leser, empfiehl mich der Gnade des Erlösers und mißachte mein

Gedicht nicht (23—30).'

Eine so begeisterte Schilderung konnte
werfen, der die Reize jener

nur

ein

Dichter enthatte.

Gegend

selbst geschaut

und gefühlt

zwar von Paulus nicht wörtlich überliefert, läßt sich aber mit Bestimmtheit aus seinem nicht anzuzweifelnden Aufenthalt im nahgelegenen Monza folgern (vgl. Hist. Lang. IV 21, 22, 47; V 6, 38).
Dies
ist

Traube kommt
zu

in seiner Textgeschichte der

Regula
nicht

S.

Benedicti S. 44

dem

Resultat,

daß Paulus in

dem nach

der Tradition

derius gegründeten Peterskloster bei Civate,
see, sich aufhielt.

von Desiweit vom Comer-

Dahn „Paulus Diaconus"
bestreitet,

S. 66,

der die Autorschaft des Paulus

daß die Schilderung der Vegetation, der Naturschönheit an diesen Ufern poesievoller ist als in irgend einer der
sieht darin,

unzweifelhaft

echten Dichtungen,
Allein
z. lat.

einen Beweis
die
III,

für

die

Unechtheit
behandelte,
1

des

Gedichtes.

die

Stoffe,

Paulus

später

Quellen u. Untersuch,

Philologie des

MA.

4.

2

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

ihm keine Gelegenheit zu einer derartigen lebendigen Schilderung und dann kann man doch auch aus deren Behandlung erkennen (vgl. Hist. Lang. II 4, wo er die Pest, und IV 37, wo er den Verfall seines Stammsitzes schildert), daß er Phantasie und Gewandtheit in der Darstellung in hervorragendem Maße besaß. Außerdem fällt dieses Gedicht in eine Zeit, wo er noch jugendlicher fühlte, wo er in seiner angesehenen Stellung als Lehrer der Prinzessin am Hofe glückliche Tage verbrachte, von denen er in Gedicht VIII v. 1 4 andeutungsweise spricht (vgl. auch Anm. zu
boten

XXXVI
auf

V. 18).

Auch der Hinweis
einen

darauf,

daß Paulus unmöglich das Loblied

See

mit

den gleichen Worten

habe

anfangen

können,

wie das auf den heiligen Benedikt,

beweist nichts.

Ich sehe darin

nur eine Bestätigung der Anschauung, daß beide Gedichte Erstlings-

und glaube, daß er in der späteren Zeit, als er infolge der vielfachen Anregungen Karls des Großen in ausgedehnterem Maße dichterisch tätig war, solche Wiederholungen vermieden hätte. Man muß eben auch hier, was bei stilistischen Untersuchungen zur Bestimmung der Autorschaft eines Werkes von großer Wichtigkeit ist, in Betracht ziehen, daß sich eines Dichters Anschauungen und DarWer würde stellungsformen im Lauf der Zeit oft bedeutend ändern. den Dichter des Faust im Götz wiedererkennen? Mir erscheint dieser gleiche Anfang im Gegensatz zu Dahn als Beweis für die Autorschaft des Paulus und ich verweise dabei auch auf die Anmerkung
werke
sind,

zu Gedicht VI

v.

L
spricht hier nur die Oberlieferung.
die

Das entscheidende Wort
der Leipziger Handschrift,

wegen

neunte Jahrhundert zu verlegen
lieferung

ihres Alters

In

sie ist in

das

paulinischer

Gedichte

und ihres Inhalts für von großer Bedeutung
in
in

die Überist,

trägt

unser Gedicht die Überschrift,
ist:

an deren Echtheit nicht zu zweifeln

Hos versus Paulas Diaconus conposait Betrachtet man ferner die Gedichte, die sich
Handschrift an

laude Larii lad.
dieser

Leipziger
die

das

unsrige

anschließen,

so erkennt

man, wie

späteren Untersuchungen

zeigen werden,

daß wir hier eine

Samm-

lung

von Gedichten des Paulus vor uns haben, die besonders auf den langobardischen Hof mit Sicherheit hinweisen. In der St. Galler Handschrift 899 aus dem zehnten Jahrhundert ist zwar der

Name
haben.

des Dichters nicht mitüberliefert,

das

Gedicht befindet sich

aber in einem Kreis von solchen, die zweifellos Paulus

zum

Verfasser

Loblied auf den Comersee.

3

Sahen wir schon, daß die Umgebung, in der das Gedicht überliefert ist, auf den langobardischen Hof hinweist, so ergibt sich das gleiche auch aus v. 6 Regificis mensis manera magna vehis. Wegen der Entfernung der Örtlichkeiten kann nicht die Tafel Karls, sondern nur die eines langobardischen Königs gemeint sein. Demnach ist die Abfassungszeit unseres Gedichtes vor den Untergang
des
falls

Reiches,

also

vor 774,

zu verlegen.
(vgl.

Da Paulus

sich

jeden-

Vorbem. zu VI), so mag es schon vor dieser Zeit entstanden sein und zwar am Hofe des Desiderius, eine Behauptung, die durch das Epitaph auf Ansa, die Gemahlin des Desiderius, gestützt wird, das in der Leipziger Hand763
in

Benevent

befand

schrift sich anschließt.

Die Darstellung des Paulus Diaconus
der Verse
beweist,

steht,

wie die Erklärung

unter

dem

Einfluß

Virgils

und besonders auch

Eugens von Toledo. Werke dieses Dichters, den jedenfalls, wie auch den Martial, der Spanier Theodulf an den Hof Karls brachte, sind
wie in allen
Handschriften,
früher
für

die

Überlieferung paulinischer Gedichte wichtigen
in

so
sich

auch
die

der

Leipziger

überliefert.

Aber schon

hatten

großen Werke der spanischen Literatur (wie

Taio, Eugenius, Isidorus) nach Italien verbreitet.

Was
Disticha

die

Form
III

anlangt,

so

besteht

sie

aus

epanalemptischen
genannt,
vgl.

(auch

versus
p.

reciproci,

serpentini,

echoici

und Index p. 815). Diese finden sich schon vereinzelt zu bestimmten Zwecken bei Ovid, dann zur Erreichung einer besonderen Wirkung in einem längeren Gedicht bei Martial (IX n. 97 Rampitar invidia; dieses Gedicht ist wie das unsrige in der St. Galler Handschrift überliefert neben anderen karoTraube Poet.
392, 7
lingischen), ferner bei

Pentadius
des
Zeit

in

den

drei

Gedichten de fortuna,
(M. Jahrh.)

de adventu veris,
dichterischen

auf Narcissus,

bei

Sedalias

in

einem

Vergleich
In

alten

und
bei

neuen

Testamentes

und

sonst öfters.

späterer

scheint

Dichtern

wie Venantias

Fortanatas

Mon. Germ. Auct. IV ed. Leo), Eugen. Tolet. (VII. Jahrh.) und Beda (VIII. Jahrh.) mehr das Streben nach Abwechslung oder auch die Bequemlichkeit maßgebend gewesen zu
(VI. Jahrh.

sein.

Paulus

verwendet
er

sie

nur

in

Gedichten,

die

der Zeit

an-

noch nicht am Hofe Karls sich aufhielt, so in seinen beiden Lobliedern (auf den Comersee und zum Preis der Wunder des heiligen Benedikt) und in einer Inschrift auf einer
gehören,
Kirchentüre.

wo

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Ordiar unde tuas laudes, o

maxime

Lari?

Munificas dotes ordiar unde tuas?

Cornua panda tibi sunt instar vertice tauri; Dant quoque sie nomen eornua panda tibi. Munera magna vehis divinis, dives, asilis, Regificis mensis munera magna vehis. Ver tibi semper inest, viridi dum cespite polles; Frigora dum superas, ver tibi semper inest. Cinctus oliviferis utroque es margine silvis;
10

Numquam

fronde cares cinctus

oliviferis.

Punica mala rubent laetos hinc inde per hortos;

Mixta simul

lauris

Punica mala rubent.

Z.

/.

35v; INCIPIUNT
1

HOS UERSUS PAULUS DIACONUS CONPOSUIT IN LAUDE UERSUS IN LAUDE LARII LACI G p. 5.
unde] un auf Rasur
diuis
Z.
||

LARII LACI

||

5 vehis] ue auf Rasur L

\

diues aus diuis

corr.

L

G

\

asylis

G
|

7 inest fehlt

G

||

8 superas] semper eras

G

||

9

oliviferis

aus

soliuiferis corr.

L

\

10

cinctus]

i

auf Rasur

Z.
ü

||

11

laetos] et

auf Rasur L, leteres G beidemal auf Rasur G.

hie

G

|

hortos in ortos corr.

L

11

12 Punica] n

1

maxime
Stelle
V. 17

Lari:

Verg. Georg.

II

vestra,

Lares;

vielleicht

war ihm das
für

159

te,

Lari maxime, (memo rem).
nennt Virgil

An
wie

Attribut der Laren geläufig.

dieser

ebenso

5 divinis asilis

=

die Klöster

Paulus

und 20 den Averner

und

und

die

damit

verbundenen Kirchen;
Paulus asylum in der

Lukriner See; vgl. auch Hist. Lang.

V 38

sonst gebraucht

ad insulam, quae intra lacum Lariam non longe a Como est.

3—4
er

Ein die Gestalt des Sees anseiner Hist. Lang.
in

schaulich wiedergebender Vergleich, den

auch

in

II

21

von

Bedeutung von Kirche, vgl. IV ii v. 5 construxit asylum (Salomon), Hist. Rom. condito templo, quod (Romulus) I 2 asylum appellavit; vgl. auch Theodulf Poet. I 478 V. 41 Salomon sapiens, sancti
constructor asyli.
7 ver tibi

Italien

gebraucht:

sinistro

Italiae

quoque sie nomen cornua: ,Die gekrümmten Hörner geben Man könnte Dir auch den Namen'. meinen, daß Paulus den Namen Larius mit den Laren in Verbindung brächte, die aus gekrümmten Füllhörnern (cornua) ihre Gaben spenden; denn er zählt im folgenden die Gaben des Sees
cornu.

dant

semper

semper inest
hang
I)

luctus.

inest; vgl. XI v. 4
viridi

dum

ce-

spite polles vgl. Grabschrift Lothars (AnV.

33 vernali cespite poltet und
III

Verg. Aen.

304

viridi

quem

caespite

(sacraverat).
11 Punica mala (= Granatäpfel) mixta simul lauris, vgl. die Schilderung, diePaulinusvonAquileja von den Gefilden

auf (munificas dotes); allein schwerlich

kannte

er

Stellen

wie

Tibull

I

1,

19

des Jordans gibt (Poet. aev. Carol.I 128).
Hier, v. 70, 71,

quondam, nunc pauperis agri Gastodes, fertis munera
vos
quoque,
felicis

sagt dieser auch

Punica

mixta simul

foliis

sed

poma

retentat.

Loblied auf den Comersee.

Mirtea virga suis redolet de more corimbis,

Apta
15

est et foliis mirtea virga suis.

Vincit odore suo delatum Perside

malum;

Citreon has

omnes

vincit

odore suo.

Cedat Cedat
20

et ipse tibi

me

iudice furvus Avernus,
tibi.

Epirique lacus cedat et ipse
et ipse tibi vitrea cui

Fucinus unda
et ipse tibi.

est,

Lucrinusque potens cedat

13 mirtea virga] myrtea mixta (mixta durch Punkte getilgt)

virga

G

\

co-

rimbos
tibi

G

\

14
J.

myrtea

G

II

17

18

caedat
\

G

\

18

eripique

L Epyrique
\

G.

Epirique H.

Müller,

Euripique

Haupt
\

19

der Vers fehlt L
\

caedat

G

über der Zeile zugesetzt
J.

G

20 der Vers fehlt L

caedat

G

\

potens]

patens coni. H.

Müller.

14

apta

est

et

foliis:
sie

in

ihrem
ist

wähnung des
italienischer

letzteren

inmitten

lauter

Blätlerschmucli
als Abi.

stellt

da,

foliis

Seen erscheint nach der ErJ.

zu fassen und aptus bedeutet

klärung von H.

Müller (Symbolae ad
Latinos,
Progr.
Berlin

ornatus, von Virgil in dieser Bedeutung

emendandos
1876
p. 29)

scriptores

verwendet, Aen. IV 482, VI 797, XI 202;
vgl.

des Friedr. Werderschen
nicht

Gymn.

auch Thesaurus
15

ling. Lat.

II

p. 327.

mehr

auffallend.

Es

— 16

delatum Perside malum

=

gibt nämlich in Epirus, wie auch in

Kam-

der Pfirsich; der Dichter will sagen: Die

panien, einen See Acherusia, der gerne
in

Myrte

duftet,

noch

mehr der

Pfirsich,

Verbindung mit dem Avernus genannt
in die
III

am

meisten aber die Frucht des Zitronat-

wird, da auch dorthin die Sage den Ein-

baumes.

Die Stellung von has omnes
als

gang
n. h.

Unterwelt verlegt
61;

(vgl. Plin.

verbietet citreon

erklärenden Zusatz

5,

IV
in

I,

4).

Auch Vibius
Aufzählung
PauAvernus.

zu delatum Perside
vgl. V.
tiere"

malum zu
p.

fassen,

Sequester

bringt

seiner

Hehn
1,

„Kulturpflanzen und Haus1894,

einen Acheron nach
lus
falls

dem

6. Aufl.,

453

und Diosksyofieva
gcof^aiozl

wählt diese Ausdrucksweise jedenaus

COrides
rj

166*.
rj

xä ds [xrjdixa
,

metrischen

TieQOixä

>ieÖQ6fxr]?M

ds

Acheron.
est:

Gründen

statt

vitrea

cui Fucinus

unda
den

xixQia.

Verg. Aen. VII 759
(flevit)
;

vitrea te Fuci-

17

—20

cedat et ipse

tibi

me

iudice:
(je-

nus unda

vgl.

auch
an

in

Verg. Ecl. IV 38

cedet et ipse

mari

Schlußversen
Hist.

des

Briefes

Theude-

doch
aber
11

in

anderer Bedeutung),
(ed.

besonders
et

Eugen. Tolet.
iudice

Vollmer XXXIII
gar-

mar XIV Margine de vitreae Mosellae, Rom. XIV 10 fluvius vitreis
fluentis.

p. 254)

me cygnus

labebatur

Lucrinusque
durch
sagt:

rula

cedat

hirundo,
tibi.

cedat et inlustri

psittacus ore
die

potens

findet

seine

Erklärung
Lukriner

Nachdem Paulus
hat,

Isidorus Orig. XIII 19,

der bei der Auf-

Vegetation

des

Sees gerühmt

zählung von Seen
ter

vom

vergleicht er ihn mit anderen bekannten

Lucrinus autem dictus, quia olim prop-

Seen, mit

dem

Averner, Fuciner, Lukriner
in Epirus.

copiam piscium vectigalia magna

und mit einem See

Die Er-

praestabat.

Karl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Vinceres

omne

fretum,

si

te calcasset lesus,

Si Galilaeus eras, vinceres

omne

fretum.

Fluctibus ergo cave tremulis submergere Untres;

Ne
25

perdas homines fluctibus ergo cave.

Si scelus

Sit

semper laudabere cunctis; Semper amandus eris, si scelus hoc fugias. tibi laus et honor, trinitas inmensa, per aevum; Quae tam mira facis, sit tibi laus et honor.
hoc
fugias,
legis ista, precor, 'Paulo' die 'parce, redemptor',

Qui
30

Spernere neve

velis,

qui legis

ista,

precor.

21 calcassit

G

|

hiesus

G
G

\

22 galileus

G

\

23 lyntres
\

G

||

25 fugias

aus fugius corr. L fugia
qui aetam

G

\

26 amandus] andu auf Rasur L 28 quae tam] Vers von derselben Hand, aber mit kleineren Buchstaben 30 der
li
\

G

zwischen die Zeilen geschrieben

neve

velis] neuelis L.

Verkürzung der letzten Silbe findet sich auch bei Fortunat (vgl. Leo p. 424). fluctibus
21

— 23

vinceres:

Die

(vgl. Paul. V.

28 quae tam mira facis).

Jedenfalls hatte auch Paulus ursprünglich
für

sein

Gedicht diesen seiner Vorlage

tremulis vgl. Paul. XVIII v. 15

Anm.
selten.

27
ersten

— 30
in

trinitas

mit

verkürztem

fügte
er

entsprechenden Abschluß gewähU und V. 29 30 erst später hinzu, als

/ ist

28 ist wiederum der EinEugens von Toledo (p. 254 v. 19—20) unverkennbar. Dieser schließt sein Gedicht mit einem Lobpreis Christi ab:
Bei V.
fluß

ganz später Zeit nicht

sein

Gedicht

an
dort

den

Hof

Karls

27

brachte

und

es

vorlegte.

Wenn

das Gedicht VI (vgl. Vorbem.) mit den
gleichen Versen (153 und 154) abschließt, so
lag

dem

Verfasser

wohl
I

die

urI

Gloria

summa

tibi,

laus et benedictio,
Christe,

sprüngliche Fassung unseres Gedichtes
vor; vgl. auch Theodulf Poet.

558
sit,

v.

1

Qui praestas famulis haec bona grata
tuis

Gloria,

laus

et

honor

tibi

rex

Christe, redemptor.

II-

Paulus an Adelperga.
'Von der Erschaffung der Welt bis zur Sintflut sind 2242 Jahre,

von da

Abraham 942, salomonischen Tempelbau
bis

bis zur

Gesetzgebung des Moses 505, zum
zur Gegenwart 763
(1

480, zur babylonischen Gefangenschaft 512,

zur Geburt Christi 518
getrübter Friede
chis

und
jetzt

bis

8).

Un-

herrscht

in Italien unter Desiderius

und Adel(8

und auch in Benevent unter Arichis und Adelperga Möchten doch diese beiden am jüngsten Tag der ewigen teilhaftig werden (11—12).'

10).

Seligkeit

Wie das Akrostichon (Adelperga pia)

beweist, hat Paulus dieses

Gedicht seiner Schülerin, der Tochter des Königs Desiderius, gewid-

met zur Förderung ihrer geschichtlichen Studien (vgl. Vorbem. zu III). Es ist das einzige Gedicht, von dem uns die Entstehungszeit angegeben ist. Aus Strophe 8,3 geht hervor, daß es Paulus im Jahre 763 verfaßte und zwar jedenfalls in Benevent selbst.
Überliefert
die einstens in
ist

es in einer Madrider Handschrift

A

16 saec. XII,

Montecassino sich befand und deshalb für die Herbietet.

stellung

des Textes eine sichere Grundlage aus der

Nicht mehr in

beneventanischen Zügen geschrieben, stammt

sie

aus der Zeit und

Der von seiner Ausgabe der Gedichte des Paulus Diaconus (Poet. I p. 35) herangezogene Florentiner Codex Strozz. 46 saec. XIV ist eine Abschrift des Madrider und bedeutungslos.
vielleicht

dem Kreise, Dümmler in

Hand

des Petrus Diaconus.

Paulus gibt hier eine Einteilung der Weltchronologie
alter,

in Welt-

dem Vorgang von Eusebius (Hieronymus) und Augustin auch Isidor in seinem Chronicon anwendet. Da nun in
wie
sie

nach

der Madrider Handschrift auf unser Gedicht

unmittelbar eines folgt,

8

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

das den Titel trägt Item versus de annis a principio und den gleichen
Stoff behandelt, so untersuchte ich das Verhältnis, in

dem
Isidor

beide Ge-

dichte zueinander stehen.

Paulus

ist

in

seiner Einteilung

von der
dritte

bei

und den

Epoche umfaßt bei ihm die Zeit von Abraham bis Moses und die vierte von Moses während Isidor daraus nur bis zum salomonischen Tempelbau, und sie von Abraham bis David reichen eine Epoche macht
anderen üblichen etwas abgewichen: Die
läßt.

Diese nämliche Art der Einteilung, wie
zweite

sie

Paulus

hat,

zeigt

jenes

Gedicht,

das

aus

Irland

nach

Es finden sich auch einige stilistische 1 und 2 quo salatem virgo mundi peperit, quem prophetae praedixerunt und v. 28 in dem anderen Madrider Gedicht: salas mundi praedicatur; Paul. 11,2 dies sed aut hora quando non patet mortalibus und im andern v. 35 horam autem atque diem finis huius Bedeutender saeculi nee, ut puto, certum sciunt et caelomm angeli. als diese Anklänge erscheint mir aber, daß Paulus seinem Gedicht die gleiche Verszahl gab, nämHch 36, nur daß er, wie bei seinem grammatischen Rhythmus (XV) diese Verse in zwölf Gruppen zu je drei Zeilen zusammenstellt, von denen zwei oder drei meist assonieren (in dem anderen Gedicht ist ein- und zweisilbige Assonanz konsequent durchgeführt). Mit dieser Gruppierung erreichte Paulus, daß seine chronologische Einteilung übersichtlicher erscheint und also seinem Zweck zu belehren mehr entspricht. Diese Vergleichung und auch der Umstand, daß beide Gedichte in einer Handschrift aus Montecassino und zwar beieinanderstehend überliefert sind, scheint mir dafür zu sprechen, daß das zweite Gedicht für Paulus die Vorlage bildete. Wenn er nur den Inhalt der ersten sechzehn Zeilen seiner Vorlage in seinem Gedicht verwendete und die anderen auf profane Geschichte bezüglichen Angaben ausschied, so hat dies seinen Grund in dem Wunsch Adelpergas, daß mehr die heilige Geschichte betont werden möge (vgl. Vorbem. zu III). Dieses zweite Madrider Gedicht, das zuerst Dümmler in der Zeitschr. f. deutsch. Altert. XXII 426 herausgab, kannte auch Bethmann (Archiv X 294) und hielt es nicht für ausgeschlossen, daß es dasselbe Gedicht sei, das Leo von Ostia I 15 Necnon et universas fere annalis computi lectiunculas rithmice composuit und Petrus de viris illustribus Casinensibus 8 zitiert: Universas etiam lectiunculas a principio usque ad suam aetatem una cum annali computo rithmice
war.

Benevent gekommen Anklänge, vgl. Paul. 6,

composuit.

Paulus an Adelperga.

9

Beide meinen aber vielmehr den hier herausgegebenen Rhythmus. Ein anderes rhythmisches Gedicht mit komputistischem Inhalt, das in einer Handschrift aus La Cava steht, hat Traube zweifelnd
mit

Paulus

in

Verbindung

gebracht,

Textgeschichte

der

Regula

S. Benedicti S. 113.

1.

A

principio saeculorum usque ad diluvium

duocenti quadraginta duo bina milia
evoluta supputantur
2.

annorum

curricula.

Dehinc usque quo
sibi successisse

fidelis

Abraham

exortus

est,

novies centeni duo quadraginta pariter
anni scribuntur ex ordine;
in

3.

Ex hoc tempore quousque Moysi
praeceptorum

heremo

instituta tradidit altissimus,
et

annos quinque
4.

quingentos praeterisse terminos.

Legis datae a diebus et conscriptae caelitus

usque quo templum dicavit rex sapientissimus,
quadringenti octoginta orbes evoluti sunt.
5.

Percucurrit hinc annalis ordo sua spatia

quingentenis

et bissenis annis,

Babylonica

donec populum vastavit
6.

Israel captivitas.

Exhinc usque quo salutem virgo mundi peperit,

quem prophetae
octodecem
et

praedixerunt venturum Emmanuel,
circuli.

quingenti peracti sunt

Item versus pauli diaconi de annis a principio
2,3 scribuntur

A

f.

52v.

6,3 octodeceni

aus scribantur corr. A Bethmann. octodeni Huemer.

||

5,1

spacia

A

\

5,3

uastabit

A

1,2

duocenti

ist

entspreciiend

der

4,3 orbes vgl. hier die

Abwechslung

handschriftlichen

Überlieferung

beizu-

im

Ausdruck:
(Hist.

1,3

evoluta
I

annorum
5,1

behalten

und damit zu erklären,
statt

daß
curri-

curricula

Langob.

cap. 4),

dem

Dichter anni

annorum

percucurrit
6,3

annalis

ordo

sua

spatia,
Hist.

cula vorschwebte.
3,1

peracti sunt circuli;
XIII 3

ähnlich

Poet.

1

Moysi in heremo vgl. 141 V. 4 Moyses in eremo.

— prae-

Paulin.

Rom.

Septem mensibus evolutis,

XV 2

annali emenso spatio,

XV 7

annali

terisse: veranlaßt durch scribuntur.

circulo evoluto.

10
7.

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Rex aeternus

mundum

venit restaurare perditum:

quinque milia expletis annis a principio

centum atque nonaginta novem <sunt> per calculum.
8.

Glorioso ab adventu redemptoris

omnium
quo
est indictio,

ad hunc usque prima

annum

in

septingenti sexaginta tresque simul anni sunt.
9.

Alta pace

nunc

exultat

Ausonia regio

Desiderio simulque Adelchis regnantibus
florentissimis et piis,
10.

cum haec

annotata sunt,

Principatum Beneventi ductore fortissimo
Arechis regnante freto superni auxilio

Adelperga cum tranquilla
11.

stirpe nata regia.
caelitus,

Iudex veniet supernus velut fulgor
dies sed aut hora
felix erit,

quando non

patet mortalibus,

quem paratum
iuste iudex,

invenerit dominus.

12.

Ante tuum,

Arechis benignus

dum steterit solium ductor cum praeclara coniuge,

dona
7,3

eis

cum
hinc

electis laetari perenniter.

sunt fehlt A,

Bethmann, novenis Vollmer
\

\

9,1

regio Ausonia

Waitz,
11,3

haec Ausonia Dahn, Ausoniana Eyssenhardt

10,3 stirpentata regio

A

\

dominus invenerit Bethmann.

7
Hist.

expletis
I

annis a principio vgl.
expletis a

ventana regio hoc nomine appellata
postea vero tota
tari.

est,

Rom.

1

mundi

princi-

sie coepit Italia voci-

pio annis quattuor milibus. calculum:

— sunt per
vom

Adelchis,

der

„Nach Ablauf der Jahre
vgl. 4,3, 6,3, 8,3.

derius

(757

— 774),

Sohn des Desiwar vom Jahre 759

Anfang an ergibt die Zusammenrechnung
5199"
;

an Mitregent seines Vaters.
10 Arichis war Herzog von Bene-

zu sunt

9 Ausonia des Wort-

regio:

Der Widerstreit

vent 758—787.
11

mit Unrecht Waitz,
hardt

und Versakzentes veranlaßte Dahn und Eyssenvgl.

felix

erit,

quem paratum
vgl.

in-

venerit
p. 81,

dominus,

zu Textveränderungen;
II
. .

auch

9 Beatus

ille,

M. G. Epp. IV quem, cum venerit
vigilantem nach

Hist. Lang.

24:

Italia

etiam Ausonia

dominus

eius, invenerit

dicitur

.

Primitus

tamen

Bene-

Luc. 12, 37.

III.

Brief an Adelperga.

„Da Du nach dem Vorbild Studien treibst und Dich auch mit
überreicht
ich
(1

Deines

Gatten

wissenschaftliche

weltlicher Geschichte

und der des
als

Reiches Gottes beschäftigst, so habe ich Dir den Eutrop

Lektüre

10).

Das, was Dir beim Durchstudieren mißfiel, habe
ich

beseitigt,

indem

die Geschichte

erweiterte

und Zusätze aus

der heiligen Schrift anfügte (11
Ich

21).

wenig früher und fügte zu der nur bis Valens reichenden Schilderung noch sechs Bücher bis zur Zeit Justinians. Wenn es Euer Wunsch ist und ich am Leben

begann

die geschichtliche Darstellung ein

bleibe, will ich die Geschichte bis auf unsere Zeit fortsetzen (22

28)."

Dieses Widmungsschreiben,
verhältnisse

das wegen seines für die LebensInhalts

des Paulus sehr wichtigen
ant. vol.
II,

nach den Ausgaben
wie

Droysens (M. G. Auct.

Berlin 1895,

und Schulausgabe der

M.

G., Berlin

1879) hier abgedruckt wird,

zeigt uns,

am

lango-

bardischen Hof die Wissenschaften gepflegt wurden, und welche An-

forderungen
schreibung

man damals
stellte.

in

hochgebildeten Kreisen an die Geschicht-

Wir entnehmen ihm zugleich, daß Paulus Lehrer der Prinzessin Adelperga war. Als diese sich mit Arichis, dem Herzog von Benevent, vermählte, wollte sie offenbar in ihren neuen Verhältnissen den Mann unter ihrem Gefolge nicht missen, der ihr am Hofe ihres Vaters geistlicher und wissenschaftlicher Berater gewesen war. Sehen wir ja auch, wie Kleriker die verlobte Tochter Karls, Rothrud, nach Byzanz begleiten sollten (XII 12). Zudem bestanden zwischen ihrem Gatten und Paulus insofern Beziehungen, als der Herzog, wie aus dem Anfang des Briefes hervorgeht, ein großer Freund wissenschaftlicher Studien war und sein Geschlecht der Heimat des Paulus,
Friaul,

entstammte.

Endlich scheint mir auch

die Art,

wie Paulus

12

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

die Bauten des Arichis schildert (vgl. IV' v. 24

25),

auf einen Auf-

enthalt

des

Paulus
der

am
das

beneventanischen Hof

hinzuweisen.

Ohne

Zweifel

besteht
Brief,

zwischen

diesem

dem chronologischen Gedicht (II) und Vorwort zu dem von Paulus nach den

Wünschen Adelpergas geänderten Eutrop bildet, ein innerer Zusammenhang, der sie auch zeitlich einander naheliegend erscheinen
läßt:

Paulus hatte seiner Schülerin den Eutrop in seiner ursprüng-

lichen Gestalt
heit

zum

Studieren gegeben,
geschichtlicher
nicht

sie hatte

aber ihre Unzufriedengeäußert,
die

mit

dieser

Art

Darstellung
die

nur

römische Geschichte,
handle.

aber auch

des Reiches Gottes bein

Daraufhin versprach Paulus ihr beides

enger Verbindung

vorzuführen.

Zuvor aber verfaßte

den Weltaltern,
chronologische
Historia

um

763 das Gedicht von damit seiner Schülerin gleichsam eine kompendiöse
er
für
sie

Grundlage

zu

geben.

Dann

erst

entstand

seine

Droysen (p. VI) verlegt die Entstehung des Briefes vor das Jahr 764, allein schon die Erwähnung von drei Kindern Adelpergas, von denen das älteste 763 geboren wurde, weist auf spätere Zeit und so nehme ich an, daß er zwischen 766 und 769 entstand (vgl. auch Dahn S. 15 und Vorbem. zu VI).

Romana.

DOMNAE ADELPERGAE EXIMIAE SVMMAEQVE DVCTRICI
PAVLVS EXIGWS ET SVPPLEX.

Cum
ingenio
et

ad imitationem excellentissimi comparis, qui nostra aetate

solus paene principum sapientiae

palmam

tenet,

ipsa

quoque
ita

subtili

sagacissimo studio prudentium arcana rimeris,
aurata eloquia

ut philo-

sophorum
sint,

historiis

poetarumque gemmea dicta tibi in promptu etiam seu commentis tam divinis inhaereas quam mun-

a

=

Perugia // 75 saec.YÄV', b

=

Wien 104 saec.YÄV;

c

=

Florenz Laur.

89, 41 saec. XIII.

Historie

romane

a paulo diacone

ordinis sancti benedicti

monasterii montis

Cassini edite ex historiis eutropii
et liber
1

ad adelbergam ducis comparis coniugem prologus
3
et

primus

incipit b.

dominae b
\

c

\

adelbergae b

\

supplex fehlt ^
\

||

5 paene fehlt b
\

principium a
I

suctili

a
||

\

6

et

fehlt b c

prudentum b

archana a

.

||

7

gemea
1

c

\

tibi

dicta c

8 seu]

et a.

—5

exiguus
in in

et supplex:

an Theu-

supplex.

nostra

aetate solus paene

demar (XIV)
supplex,

schreibt er

pusillus filius Karl

principum
Paulus

sapientiae

palmam

tenet:

XXXII

an

famulus
bloß

preist

auch sonst die Weisheit

supplex,

XXXI an

Adalhard

des Arichis vgl. IVi 15,

XXXV

10—12.

Brief an Adelperga.

13

danis, ipse, qui elegantiae tuae stiidiis
tibi

semper fautor
est,

extiti,

legendam
lo

Eutropii historiam tripudians optuli.

Quam cum
tibi in

avido,

ut

tibi

moris

animo

perlustrasses,
displicuit,

hoc
quia

eius textu praeter

immodicam etiam brevitatem
historiae

utpote vir gentilis in nullo divinae

cultusque
ut

nostri

fecerit

mentionem.
paulo
latius

Placuit

itaque

tuae

excellentiae,

eandem

historiam
15

congruis in locis extenderem eique aliquid ex sacrae textu

quo eius narrationis tempora evidentius clarerent, aptarem. At ego, qui semper tuis venerandis imperiis parere desidero, utinam tam efficaciter imperata facturus quam libenter arripui. Ac primo paulo superius ab eiusdem textu historiae narrationem capiens eamque pro loci merito extendens quaedam etiam temporibus eius congruentia ex divina lege interserens eandem sacratissimae historiae consonam reddidi. Et quia Eutropius usque ad Valentis tantummodo Imperium narrationis suae in ea seriem deduxit, ego deinceps meo ex maiorum dictis stilo subsecutus sex in libellis superioribus, in quantum potui, haud dissimilibus usque ad lustiniani Augusti tempora perveni proscripturae,

20

25

mittens deo praesule,
vita

si

tarnen aut vestrae sederit voluntati aut mihi
tulerint,

comite ad huiusmodi laborem maiorum dicta suffragium
Vale divinis domina mater fulta praesidiis celso

ad nostram usque aetatem eandem historiam protelare.

cum compare
30

tribusque natis et utere
9 qui] quia a
12 15 19 testu a
etiam] et a
\ \
\

felix.
factor b

studiis fehlt a

\

\

10 obtuli ^
\

ll

11 tibi ut c

\

14

23

in

mensionem a 16 scripturae textu b 20 excedens a 26 eam b 24 subsequutus a 25 tempora augusti c
\
\

\

\

\

praeside a

\

27 huiuscemodi a
\

\

28 uestram c

\

29

suffulcta b

\

celo b

\

30 tribus a
6

comparentibusque

c.

— 10

philosophorum aarata
Studien

elo-

evidentius
tigte also,

clarerent:

Paulus

beabsich-

quia: auch von ihrem Gatten werden die

daß durch seine Ausgabe des

philosophischen

besonders
Stelle

er-

Eutrop Adelperga mehr Klarheit über die chronolpgischen Verhältnisse
Sie soll bei

wähnt

XXXV

V. 11.

Diese
die

gibt

bekomme.

einen Einblick

in

Erziehung einer

Erwähnung

eines Ereignisses

langobardischen
studierte

Prinzessin.

Adelperga
Literatur

aus der Weltgeschichte

immer zugleich
fällt.

demnach Philosophie,

und Geschichte. qui elegantiae tuae studiis semper fautor extiti: Paulus war
nicht
erst

wissen, in welche Zeiten der Geschichte

des Reiches Gottes dies

25

— 28

vita

comite:

eine

in

den

in

Benevent nach ihrer Ver-

Briefen des Paulus beliebte

Wendung.

heiratung ihr Lehrer, sondern schon

am

promittens
telare:
litischen

ad nostram aetatem prosein

Hofe

ihres

Vaters,
ist.

was durch semper

Paulus konnte infolge der poVerhältnisse

ausgedrückt
16

Versprechen

quo eius narrationis tempora

nicht halten.

IV.

Inschriften auf die Bauten des Arichis.
I.

'Die

Mauern

wetteifern an

Höhe

mit den

danken aber nicht wie diese Stadt ihre ganze Welt und eitler Ruhmsucht (1 8). Nicht Heiden bauten sie, sondern der katholische Fürst Arichis, den alle Vorzüge des Körpers und Geistes zieren (9 19). Eingedenk des jüngsten Tages ließ er einen hohen und präch-

Tempeln Roms, verGröße Raubzügen durch die

tigen

Tempel

erstehen.

Christus
32).'

möge

die

frommen Gebete der Be-

drängten erhören (20

unabhängig über den größten Teil Unteritaliens herrschte (Abel-Simson Jahrb. d. fränk. R. I 363), ließ nach dem Bericht des im Jahre 978 verfaßten Chronicon Salernitanum (cap. 17) Salerno befestigen und dort einen sehr großen und schönen Palast und eine Kirche des Petrus und Paulus errichten. An einer anderen Stelle (cap. 37) berichtet der Chronist, Paulus habe für jenen Palast Inschriften in Versen verfaßt: undiqae versibus illustravit. Wenn man auch den Angaben des Salernitaners, bei denen wohl auch der Lokalpatriotismus mitspielt, im allgemeinen keine zu
Arichis,

der seit 758

schon unter Desiderius

fast

große Bedeutung beilegen
zu zweifeln.

darf,

so

ist

hier

an ihrer Richtigkeit nicht

Herzog seine neu geschaffenen Bauten mit Versen seines Freundes geschmückt sehen wollte. Da aber die Tradition einer berühmten PersönHchkeit, von der man wußte, daß sie in einer Gegend wirkte, gerne im Laufe der Zeiten auch Werke zuschreibt, die andere- schufen, so darf man auch hier nicht alle Inschriften für Bauten des Arichis ohne weiteres dem
erscheint natürlicher, als daß der

Denn was

Paulus zuschreiben.

Inschriften auf die

Bauten des Arichis.

15
jetzt

Eine sichere Entscheidung scheint mir nach den bis

zur

Verfügung stehenden Hilfsmitteln bei Titulus II und III unmöglich; denn hier weisen weder stiUstische EigentümHchkeiten noch die handschriftliche

Überlieferung bestimmt auf Paulus
ist,

hin.

Da

aber

kein

Grund zu finden

der gegen diese Autorschaft spricht,

so schien

es ungerechtfertigt diese beiden Gedichte auszuscheiden.

Dagegen ist der Titulus zweifellos paulinisch. Er zeigt die klare Anordnung der Gedanken, wie wir sie in den Gedichten des Paulus finden, und die Schilderung der PersönHchkeit des Arichis enthält inhaltlich und formell mehrfache Anklänge an zweifellos paulinische Werke (vgl. III und XXXV). Dann spricht auch die handschriftliche Überlieferung dafür. Das Gedicht steht im Harleianus 3685, einer Handschrift, die zum Unterschied von den andern für die Überlieferung der Gedichte des Paulus wichtigen nur solche von ihm enthält, die, wie wir sehen werden, alle der Zeit vor seinem
I

Aufenthalt

am Hofe

Karls angehören.

Da
selbst

in

diesem Gedicht der größte Teil der Verse

dem

Arichis

gewidmet ist, so ist es nicht unwahrscheinlich, daß wir hier jene von Petrus Diaconus de viris illustribus Casinensib. cap. 8 erwähnten versus Pauli ad Arichis vor uns haben.

Aemula Romuleis consurgunt moenia templis Ampla procul fessis visenda per aequora nautis. lila sed externis sumpsere augmenta rapinis
Et toto exuviis miserorum ex orbe
petitis.

Dum

male perduntur viduatae civibus urbes,
et fragilis

Pro pudor,

captantur flamina laudis.

Haec vero ex

causis capiunt exordia iustis
et

Inpensisque probis nullo

cum

crimine partis.

Ohne
1

Überschrift

H
\

f. \.

2b)

H
1

II

menia (und ebenso immer e für 3 sumsere aucmenta

ae,
\

außer Aemula
1 kX vero

1,

Aeterni 10, quaeque

H

H

H

corr.

Dümmler.

Romuleis
beliebte

templis:

eine

bei
vgl.

Verg. Aen. VIII 571

viduasset

civibus

Paulus
Hist.

Ausdrucks weise,
23;
Gest.

Lang.
p.

II

epp.
v. 18;

Mett.

urbem. Fortunat IV 8, 23 viduatam civibus urbem. captantur flamina laudis:

SS.

II

V. 36.

— moenia 5 — 10 viduatae

265;

XXX; XXVI
sc.

XXXV

flamen

=

aura der

sanfte,

Salernitana.
civibus

chelnde Hauch des Ruhmes.

— extiterant

uns schmei-

urbes vgl.

16

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Adde quod
10

extiterant auctores luminis

illis

Aeterni expertes, Veneri

Phoeboque lovique
tura Dianae,
est

Atque pharetrigerae ponentes

Quosque
Pectore
15

referre pudet.

Horum

nam

structor herilis

Catholicus princeps Arichis, tarn corpore pulcher

quamque magis Omnia conponens quem

virtute insignis et armis,
sie sapientia

compsit,

Redderet ut

variis satis artibus esse

potentem,

Quo

merito Latiae dicatur gloria gentis,
et

Bardorum
20

culmen,

pietatis cultor et index,

lustitiaeque tenax,
Iste pater patriae,

summus servator honesti. lux omne <decusque> suorum,

10
herilis

phoebque //
herelis corr.

||

11 pharetrigera
\

H

\

12
\

scrutator

H
\

corr.

Dümmler

\

aus

H

19 lusticieque

H

sumus

H

20 decusque von

Dümmler
auctores:

hinzugesetzt.

Die
Salerno

Gründer
aber

Roms

waren
seinen

perga rühmt er seine Weisheit
III).

(vgl.

Heiden,
12

verdankt

oben

qui nostra aetate solus paene

Ausbau einem katholischen

Fürsten.

pudet. —

quosque referre pudet: et eis deis tura ponentes, quos referre pudet, vgl. Sedul. carm. pasch. I 276 plura referre

principum sapientiae palmam tenet vgl. auch das im Gedicht XXXV entworfene
Bild.

17 Latiae dicatur gloria gentis: ein

horum

est

nam: nam

ist

hier

auch

sonst

beliebter

Versschluß,

vgl.

adversativ gebraucht, eine Eigentümlichkeit,

Verg. Aen. VI 767,
Alcvin.
I

Ovid. Met. XII 530,
u. s.

die sich bei Fortunat (vgl. IV 26, 30;
selten

247

v.

4

w.
in

VI

10, 28) u. a. häufig,
(vgl.

aber bei

18

Bardorum: Paulus braucht
ist

Paulus findet
tor herilis

vgl.

XXXV 39). — strucXXXV 34 structorem,
II

seinen prosaischen Schriften nur Langobardi. Daraus

aber kein Beweis gegen

orba, tuum, clara Salerne. gemis; vgl.

seine

Autorschaft

zu

entnehmen

(vgl.

ductor herilis Poet.
13

650

v.

1 1

;

651 v. 53.

Dahn
sich

S.68); denn die längere

Form

läßt

— 15

catholicus princeps Arichis:

Leo von Ostia Chron. mon. Casin. I, 8 (SS. VII 568 N. 47, 48) Hie Aridiis primus Beneventi principe m se appellari iussit, cum usque ad istum, qui Benevento praefuerant,
tur.

tarn

.

.

duces appellarenquamque oft bei Paulus,

im Vers schwer verwenden (vgl. des Petrus XXXVIII 10 Hie domuit Lango-properans ad proelia -bardos); Bardi findet sich noch IX 11 und in seiner Grabschrift XXXVI 9. pietatis cultor et index vgl. XXXV 13
Gedicht
divini cultor et index.

vgl. Neff
p. 24.

De

Paulo D. Festi epitomatore

19 lustitiaeque tenax,

summus
II

ser-

virtute insignis et armis vgl.

Verg. Aen. VI 403.

— quem
60
v.

vator honesti
20
iste

vgl. Luc. Phars.

389

iusti-

sie sapientia

tiae custos, rigidi servator honesti.

compsit vgl. Poet.
patientia compsit.

I

22 bene quem

pater patriae
IX
I

vgl. Fortun.
1

V

10, 1;

VIII 15, 1;

10,
v.

summe
decus

16 variis satis artibus esse poten-

pater patriae; Alcvin.

172

118 Factus

tem: auch im Brief des Paulus an Adel-

amor

populi,

patriae pater et

Inschriften auf die Bauten des Arichis.

17

25

Mente satis vigili pensans et acumine magno Tempore supremo Ventura pericula saeclo, Ut nostris cecinit labiis reparator et auctor, Omne quod hie spatiis effertur in ardua vastis' Quaeque stupens lustras diti caperisque decore, Suscipiens promissa patris, cui fallere non est, Suppetias dedit esse suis portumque quietis.
Christe potens, via, vita, salus, spes sola tuorum,

30

Qua quisque innixus numquam est Ne patiare umquam frustrari cordis

confusus ab aevo,
anheli

21 pensans Wattenbach, pensaret et
spaciis
I

H

\

22 suppremo

H
\

24 his

Dümmler

H
//.

\

25

diti

Traube,

de

te //,

tacite

Wattenbach

27 supetias

H

\

30 haneli

aulae.

lux

omne decusque suorum:
ähnliche Ver-

das

in

der Handschrift fehlende decus

einzusetzen

veranlassen

bindungen bei Paulus, vgl. XXXII v. 2 unten luxque decusque; XXXV v. 10 luxque decorque, Epp. IV 514 unten Vale, Salus patriae, lumenque decusque tuorum: auch bei gleichzeitigen Dichtern finden sich ähnliche Ausdrucksformen: Alcvin. I 226 v. 21 o decus omne tuis
(Verg. Ecl.

und schuf alles, gewaUigen Räumen hoch emporragt und was du staunend betrachtest, als Hort und Hafen der Ruhe
stehenden

Gefahren

was

in diesen

für

die Seinen,

nämlich eine Kirche in
v.

Salerno.

Aus
hat.

24 und 25 kann
suscipiens

man
sie

entnehmen, daß der Dichter selbst
geschaut

promissa

patris: Arichis erfüllte damit ein Gelübde
seines Vaters.

cui fallere

V 34 tu decus omne tuis),
nostrae; Theod. Poet.

vitae
I

bezieht sich auf Arichis.
quietis
tuis
vgl.

non est: portumque

lux
V.
II

maxima
V.

522

XXXV

v.

27 tu requiesque
fuisti.

2 cleri luxque decusque vigens; Poet.

portusque salusque

661

24 luxque decorque', an Stelle
tritt

28 via, vita, salus, spes sola tuo-

von lux
I

dann auch laus

vgl. Alcvin.
I I

rum: eine auch sonst

in der karolingi-

254

v.

22 o laus atque decus; Theod. 74

schen Dichtung behebte Zusammenstellung alliterierender Wörter, vgl. Alcvin.
241
v.
V.
I

534
257

v.

lausque decusque; Alcvin.

V. 26,

258

v.

60 laus honor atque
ut ce-

37

Sit via, vita, salus,

spes; 259
tibi vita,

decus.

85 spes alma tuorum, Sit
Sit sine

22 Ventura pericula saeclo,
cinit vgl.
4.

Salus

fine; 261 v. 44; 321 v. 22

Ventura saeclo praecinens VII

lux, via, vita, salus;

Theod.

I

530

v. 3;

ut nostris cecinit labiis beweist,

554

v.

15 via, vita, salus; vgl. Joh.

XIV 6.

daß Paulus

am Hofe

des

Arichis

als

29
Psalm.
speravi,

Geistlicher tätig war.

XXX

numquam est confusus ab aevo: LXX 1 in te. Domine, 2
;

23 reparator et auctor vgl. Alcvin.
I

285 V. 20 redemptor et auctor. 24 27 omne quod: auch sonst,


I

Theod.
die

507

v.

530.

vgl,

hie spatiis effer-

tur in ardua vastis: Arichis

dachte an
bevorMA,

non confundar in aeternum; Rom. IX 33 et omnis, qui credit in eum, non confundetur; Alcvin. I 279 v. 116 in domino sperans malus confunditur umquam; vgl. Petr. I 2, 6 und Jes. 28, 16.
III,

am

jüngsten Tag der
u.

Weh

Quellen

Untersuch,

z. lat.

Philologie des

4.

2

18

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Vota precesque pias,

mage sed

sustolle iacentem,
fida redundet.

Corde
31

tibi

ut relevato

omni spes
32 Sic
relevata

mage Dümmler, magne
redütet

H
ut

\

scripsi,

corde

tibi

utre leuata bonis

spes

fidet

H, corda

tibi

bonisque fideque

redundent

coni.

Dümmler, corde

tibi ut

relevata boni spes rite redundet Traube.

II.

Diese nur lückenhaft erhaltene Inschrift wurde für die Kirche
des
Petrus

und Paulus

in

Salerno

verfaßt

und

ist

uns

nur

von

Ughelli

(Italia

Sacra VII 358) überliefert, der sagt: Ecclesiam (S.Petri

et Pauli

Salernitanam) luculentissimis versibus

exornavit Paulus

Diaconus, quorum aliquos vetusta consumpsit antiquitas; qui superfuerunt, hi sequuntur:

Christe salus, utriusque decus, spes unica mundi,

Duc

et

educ Clemens, Arichis pia suscipe vota
tibi

Perpetuumque
Regnator
tibi,

haec condas habitacula templi.
decus, trinominis
ille

summe

Hebreae gentis Solymis construxit asylum, Pondere quod factum sie circumsepsit obrizo; Duxit opus nimium variis sculptumque figuris
Brac
8 Brac<teolis> Traube.
1


V.

—4

utriusque:

Petrus

und Paulus
1

educ

(e);

vgl. Joh. 10, 3

(Gleichnis
(i)

vom

spes unica mundi: Der gleiche Vers-

guten Hirten).
gentis

trinominis

Hebreae

schluß findet sich bei Paulin. Poet.

130

142 und Sedul. carm. pasch.

I

60

=

Israelitae, Judaei,

Hebraei.

III.

Wie beim vorausgehenden Titulus, so weist auch nur die Erwähnung des Arichis auf Paulus hin und läßt
lich

bei

diesem

es als

mögDie
(7)

erscheinen,

daß er der Verfasser

ist.

Gewichtige Beweispunkte

dafür sind aber außerdem ebensowenig zu finden wie dagegen.

Verse sind der

St.

Galler Handschrift 573 saec. IX — X
einer

entnommen

und stehen dort inmitten

kleinen

Sammlung von

Inschriften,

Inschriften auf die Bauten des Arichis.

19

von denen nur die zwei ersten sind (vgl. Vorbem. zu V).

(V,

n und

lll)

wahrscheinlich pauHnisch

Haec domus

est

domini

et sacri

ianua regni,

Huic properate viri: haec domus est domini. Hie deus ipse manet proprie, qui semper ubique Currite huic populi: hie deus ipse manet.
Si

est,

qua piacla nocent,

oHm quae
si

forte patrastis,

En

qui pellat adest,

qua piacla nocent.
rigate genas.

Amne
Ut

rigate genas, sanentur ut ulcera cordis,

Salus adveniat,

amne

De
10

bonitate dei cuncti confidite semper,
Diffidat nullus

de bonitate
mitis

dei.

Mitis

enim pater est, se Qui bona dat gratis,

numquam

spernit amantes,
est.

enim pater

Pectora vestra sonent: „parce et miserere, precamur;"

„Parce Arichis, Christe," pectora vestra sonent.

ANTE FORES BASILICAE J p. 476. 1 SACRA IANUA (der ganze Vers ist
4 huc Traube
Arichis,
\

in Capitalis geschrieben)
\

J
\

\

2

und

5 parastis in patrastis corr. J.

13 und 14 sonet J

14 parce

Christe

Dümmler, parce xpe

arichis J,

parce, <o> Christe, Arichis Traube.

2 huic properate: vgl. Eug. Toi. carm.
XII 2;

gezogen

:

Gott, der Allgegenwärtige, weilt
in der Kirche.

huc properate viri und Hildr.

besonders gerne

Grabschrift des P. D.
verasti.

XXXVI

28 huc pro-

7 amne rigate genas vgl. Ovid. am. 532 imbre rigante genas.

ars

3 proprie wird wohl besser zu manet

V.

Andere
Während
zweifellos auf
die

Inschriften.
Inschriften

vorausgehenden

durch

ihren

Inhalt

den beneventanischen Hof hinweisen, so veranlaßt mich die handschriftliche Überlieferung zu der Annahme, daß die folgenden drei den langobardischen betreffen. Sie sind nämlich in der oben erwähnten Leipziger Handschrift

Vorbem. zu I) überliefert und schließen die mit dem Loblied auf den Comersee beginnende Sammlung vorkarolingischer Gedichte des Paulus ab. Dieser Abschluß ist durch das am Ende der Kreuzesinschrift stehende Explicit auch äußerlich angedeutet und ich schied deshalb und mit Rücksicht auf Form und Inhalt das sich anschließende Gebet: Christe, deas mundi (Dümmler Poet. aev. Carol. I 78) als nicht
(vgl.

paulinisch aus.

Da

die

I.

Inschrift,

die auch in der St. Galler Handschrift

899

inmitten paulinischer Gedichte steht, sich unmittelbar an das Epitaph

der Königin Ansa anschließt, so liegt es nahe sie für einen Titulus der
betreffenden Grabkirche zu
halten.
St.

Die Inschriften

II

und

III

stehen

ebenso vereint

in der

anderen

Galler Handschrift 573.

Multicolor quali specie per nubila fulget
Iris,

caerulei

cum

cingunt aethera nimbi.
(diese

tironisdien Noten, wiederholt)
\

ITEM UERSUS IN TRIBUNALI L f. 37, 2 cerulei L 1 fulgit L G
4
nitit:

Worte

in

L am Rand,

teilweise in

G

p. 12.

1

fulgit, V.

da sich bei Pau-

der handschrifthchen 2
III

Überlieferung

die

lus selten die Vertauschung der Konjuga-

regelmäßige Form eingesetzt.

tionen findet (vgl. XIII 3 und 11;
22), so

XXII

—3

Iris multicolor vgl. Sedul. Poet.

wurde

hier,

ebenso wie IX

1, trotz

198

V.

6

Multicolor

varians

Iris

Andere

Inschriften.

21

primum radios cum Titan spargit in orbem, Haud alio mirum nitet hoc fulgore tribunal, In quo terribilis vultus dominantis et una
Vel

Sanctorum

effigies

pulchre sub enigmate vefnant.

4 haud] a mit darüber geschriebenem e

G

alio fehlt in

G

j

nitit

L

G

6 pulchre LG, pulchro Dümmler.

honore micat.

caerulei

cum cingunt

aethera nimbi: von den dunklen Regenwolken hebt sich um so strahlender der Regenbogen ab, vgl. zum Gedanken
Verg. Aen. VIII 622: qualis cum caerula nubes Solis inardescit radiis longeque
refulget.

nehmen, daß hier Christus als Richter beim Weltgericht abgebildet war. Christus wurde im neunten Jahrhundert mit flammenden Augen dargestellt, vgl. J.
V.

Schlosser (Beiträge zur Kunstgeschichte
Sitzungsberichte der Wiener Akad.
ff.).

aus den Schriftquellen des frühen Mittelalters,

4

—5

tribunal:

Es

ist

hier

an ein

philol. hist. Kl. CXXIII, 1890, S. 11


in
v.

Mosaikgemälde

in der

Apsis der Kirche
in-

pulchre

sub

enigmate
Lat.

vernant

=
sub

zu denken, auf Goldgrund Christus
mitten von Heiligen.
terribilis

schöner Darstellung erglänzen die Bilder,
vgl.

Nach den Worten
ist

Thes.

ling.

p. 987, 3.

vultus

dominantis

anzu-

aenigma.

II.

una ante omnes felix pulcherrima virgo, Quae lapsum casto reparasti viscere mundum, Posce deum natumque, piis quem contines ulnis,
Salvet ut hanc proprio quaesitam sanguine plebem.

O

ITEM IN BASILICA SCAE MARIAE L f.ZJy, J p. 466. 2 reparasti] das erste r auf Rasur £ 3 contenis J salueat corr. L sanguine J.
1|
\

4 saluet ut aus

1

vgl.

Verg. Aen.

III

321

felix

eine Darstellung der Maria mit

dem

Jesus-

una ante alias Priameia virgo. 3 quem contines ulnis: In der Apsis der Marienkirche befand sich demnach

kind auf

dem Arm und
J. v.

darunter standen
a. a.

diese Verse (vgl.

Schlosser

O.).

4 vgl. Act. Apost. 20, 28.

22

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

III.

Adam

per lignum mortem deduxit in orbem,

Per lignum pepulit Christus ab orbe necem.
2.

Crux

tua,

Christe potens, his

sit

protectio saeptis,

Ne

lupus insidians possit adire gregem.
3.

Crux

tua, rex

regum

Christe,

hoc tueatur

ovile,

Ne

leo crudelis carpere possit oves.

Crux

tua, lux lucis,

has vallet fulgida caulas,
dira

Fundere ne serpens
ITEM UERSUS SUPER CRUCEM
2 lignum aus

venena queat.

dignum
||

corr.

J

\

37v, J p. 466. Überschrift von 3, 4 (rechts neben
Z.

/.

2)

ALITER (ALIAZ) JI ALITER (At L) J L
von
7,

3 septis J

\

Überschrift

von

5,

6 (rechts neben 4)

ITEM ITEM

||

5 vor ouile ein Wort (etwa obile^ radiert

L

\

Überschrift

8 (rechts neben 6;

ITEM ALITER J L
mortem
Theod.
Alcvin.
I

\

nadi 8

EXPt

L.

per lignum duxit: vgl. zum Gedanken V. 295 Ligno mors subiit, inclyta ligno und besonders
1

Adam

de-

V.

5

—8

:

Mors mala per hominem para-

451

redit et vita
I

337

disi ex arbore fluxit. Per tactum ligni paradisum clauserat Adam, Perque crucis lignum Christus reseravit Olimpum.

VI.

Loblied auf den heiligen Benedikt.
In

diesem

und dem folgenden Gedicht

schildert

Paulus

das

Leben und die Wunder des heiligen Benedikt, wobei er sich an das zweite Buch der 593 verfaßten Dialoge Gregors eng anschließt. Die Kenntnis dieses zweiten Buches (zuletzt herausgegeben von J. CozzaLuzi, Historia S. Benedicti, Grottaferrata 1880, und Mittermüller, Gregorii dialogorum lib. II, Regensburg; Auszüge in SS. Langob.) Einigermaßen zum Verständnis beider Gedichte notwendig. ist brauchbar sind die Glossen von Händen des XI. und XII. Jahrhunderts
in

am Rand

der vatikanischen Handschrift Reg.

lat.

801 saec. X,

denen eine Vergleichung mit Gregor schon durchgeführt ist. Sie werden über dem kritischen Apparat nach den Angaben Dümmlers
abgedruckt werden.

Beide Gedichte führen uns in das Kloster Montecassino, das

nach der Zerstörung durch die Langobarden im Jahre 581 und nach 883 zu hoher der 717 erfolgten Neubesiedlung in den Jahren 720

Blüte gelangte und sich zu einem bedeutenden Kulturzentrum erhob
(vgl.

Traube, Textgesch. der Regula S.B. S. 29 und 97).

Die Frage, wie und wann Paulus nach Montecassino kam, fand
bis jetzt, wie

man

aus Abel

(I

schiedenartige Beantwortung.

413 Anm. 5) ersehen kann, eine verGewöhnlich wird die Meinung vertreten,
Faßt

Paulus habe durch die traurigen politischen Verhältnisse veranlaßt die
Stille

des Klosters

aufgesucht.

man

aber

seine

Beziehungen
klar,

zum
nicht

langobardischen Hof näher ins Auge, so wird es

daß er

dem Drange

seines

Herzens,

sondern dem Zwange der Not-

wendigkeit folgend, nach Montecassino ging, daß dieses Kloster also
der Ort seiner Verbannung war.

24

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Die Berufung des Paulus
Salernitaners
erat,

zum

Lehrer der Prinzessin Adelperga

beweist, wie hoch ihn Desiderius schätzte.

Ohne

auf das Zeugnis des

In

(praeclams atque carus ab ipso rege et ab omnibus tantum ut ipse rex in omnia archana verba consiliariam

eum
in

haberet) Wert zu legen kann

man annehmen, daß

Paulus auch
des
lango-

poHtischen Dingen zu den einflußreichsten Ratgebern
Als im Jahre 763 Friede
herrschte

bardischen Königs gehörte.
in
Italien
tiefer

(vgl.

II

9

alta pace nunc exultat Ausonia regio), da bedurfte der König seiner

und Paulus konnte dem Herzogspaar in Benevent seine Dienste widmen. Mit dem Jahre 769 aber beschäftigten hochpolitische Fragen den langobardischen Hof; galt es doch zwischen dem Papst und den Franken eine solche Stellung einzunehmen, daß unter Vermeidung
nicht
ernstlicher

Verwicklungen Desiderius sein
Italien,

Ziel,

die

Erweiterung der

im Auge behalten konnte (vgl. Abel I 65 ff.). Das Jahr 770 brachte die Vermählung Karls mit einer Tochter des Desiderius, die aber im nächsten Jahr aus politischen Gründen wieder gelöst wurde. In jenen für sein Land und seine Familie so schweren Zeiten hatte der König ohne Zweifel den Paulus unter seinen Räten, ihn, den Geburt, Bildung, Stellung und besonders freundschaftliche Beziehungen zur königlichen Familie mehr als andere dazu geeignet erscheinen ließen die Verhandlungen zu leiten, die hauptsächlich mit dem heiligen Stuhl geführt werden mußten. Demnach ist es wahrscheinlich, daß Paulus im Jahre 769 BeneSicherlich gehörte er vent wieder verließ und sich in Pavia befand. damals, als die Feindseligkeiten zwischen Karl und Desiderius schließlich zum Kampf führten, zu den rührigsten Gegnern des Frankenkönigs und stritt für seinen König und die langobardische Sache, wenn auch nicht mit dem Schwerte, so doch mit Waffen, mit denen der gebildete, von Patriotismus erfüllte und einflußreiche Mann dem Gegner ebenso empfindlichen Schaden zufügen konnte. So ist es erklärlich, daß nach dem Fall Pavias im Juli 774, der dem Herrn die Verbannung brachte, auch den Berater und Mitstreiter das gleiche Los traf. Er mußte als Verbannter in Montecassino leben und wählte sich nicht, wie einige behaupten, aus Schmerz über den Fall seines Volkes oder aus Überdruß am weltlichen Leben dieses Kloster zum Aufenthaltsort. Sowohl das vorliegende Gedicht als auch VIII enthalten Andeutungen, die unsere Behauptung noch weiter
langobardischen Macht in
stets

stützen werden.

Loblied auf den heiligen Benedikt.

25
heiligen Benediktus

Die Entstehung beider Loblieder auf den
(VI

wohl in die cassino, also kurz nach 774.

und

VII)

fällt

erste Zeit seines Aufenthaltes in

Noch
er

hat

er

seiner

Lebensverhältnisse

nicht

befreundet,

Montesich mit dem Wechsel noch fühlt er sich als
Seele

hilfloser

Verbannter,

noch

hängt

mit

ganzer

an

seiner

schönen Vergangenheit. Weit ist er noch entfernt von besonderen Studien über die Geschichte des Klosters, wie er sie später anstellte. Außer Gregor kennt er nur das Gedicht des Marcus (vgl. Traube,
Textgeschichte S. 100).

Auch metrische Verstöße
schickt Paulus

verraten

deutlich

den Anfänger.
In der Historia
lied

Langobardorum

dem

ersten Lob-

folgende Einleitung voraus:

Diebas lustiniani orthodoxi imperatoris beatas Benedictas pateVy qvd monachomm regalam institait et prius in locOy qal Sublacus dicitur, qai ab arbe Roma quadraginta milibus abest, et postea in Castro Casino, quod Arx appellatiir, et magnis vitae meritis et Cuius vitam, sicat notam est, beatas apostolicis virtutibas falsit. papa Gregorias in suis dialogis suavi sermone composuit. Ego quoque pro parvitate ingenii mei ad honorem tanti patris singula eius miracula per singula distica elegiaco metro contexui.

Von dem Schluß des Gedichtes (von
dreifache Fassung vor.

v.

127 an)
in

liegt

uns eine
welcher

Die ursprüngliche,
ersten

d. h. diejenige,

in

Paulus

am Beginn

seines

Aufenthaltes

Montecassino das

Loblied abfaßte, haben wir in
schrift Voss. lat.

P vor uns und

in der Leidener

Hand-

Q. 15 saec. X(a). Dafür spricht nicht nur die große Bedeutung, die P für die Oberlieferung der paulinischen Gedichte
hat,
ist,

von denen eine große Anzahl
sondern auch der
Inhalt.

in fast fehlerfreiem

Texte erhalten

Die Verse 127
deutlich

— 130

gehören an die
die Verse 131
(vgl.

Stelle,

wo

sie in

P

stehen,

was

ein Vergleich des Gedichtes VII mit

dem

unsrigen,

seiner Vorlage,

beweist,

und

bis 138 bilden einen

zum Ganzen passenden Abschluß

Anm.).

Die zweite Fassung, bei welcher die Verse 127 130 und 135 bis 138 weggelassen sind, stammt auch von Paulus. Als er das Loblied in die Hist. Lang, aufnahm, ließ er das Gebet für die
Klosterbrüder

und

für

seine

Persönlichkeit

aus

leicht

erklärlichen

Gründen weg.
Weniger
klären.
alle

leicht läßt sich die

Entstehung der

dritten

Fassung

er-

Man möchte

zuerst daran denken, daß Paulus, der jedenfalls

seine Gedichte

an den Hof Karls mitnahm, diese Zusätze und

26

I^arl Neff,

Gedichte des Paulus Diaconus.

Änderungen vornahm, bevor er sie vorlegte. Dagegen sprechen Erwägungen. Auch kann man schwerHch annehmen, daß stiHstische er den gleichen Schluß, den er bei einem andern vorgelegten Gedicht (auf den Comersee I) verwendet und durch Hinzusetzung von zwei neuen Versen erweitert hatte, nun bei diesem wiederholte. Wahrscheinlicher ist, daß ein Mönch in Montecassino zur Abfassung eines größeren Gebetes an

den heiligen Benedikt aus der ursprünglichen Fassung die Verse 127 130 und 135 138 herausnahm, die Verse 139 152 hinzudichtete und zum Abschluß des

Ganzen
zu
I

v.

fang.
rufen,

den Comersee (vgl. Anm. 27 30) verwendete, veranlaßt durch den gleichlautenden AnMöglicherweise wollte er auch dadurch den Glauben hervordie Schlußverse des Lobliedes auf

als sei es ein

selbständiges Gedicht des Paulus.

Würden
ist,

die

Handschriften, in denen diese dritte Fassung überHefert
IX.

nicht

dem

und

XI. Jahrhundert angehören, so hätte

man an

Petrus diaconus

Casinensis als Verfasser denken können.
in

Allein auch sonst hat
literarischen

man
in

Montecassino an

dem vorhandenen
Vgl.

Besitzstande
III

ähnlicher Weise herumgearbeitet.

Traube Poet.

393 über die

Gedichte des Bertharius.

Im Apparat wird die erste Fassung (P a) als I zusammengefaßt. Wenn oben vorausgesetzt wurde, daß P eine besonders gute und alte paulinische Tradition darstellt, so gilt dies vom Wortlaut im einzelnen doch gerade in diesem Gedicht nicht in gleichem Maße. Es fehlt nicht an Interpolationen. Manche Fehler erweisen, daß die Vorlage in nicht allgemein geläufigen Zügen geschrieben war,
etwa spanisch oder insular.

Langobardorum, für mich auf Bethmann-Waitz (M. G. SS. Langob. et It. saec. VI
Die OberHeferung
(Poet.

der

Historia

die

ich

IX)

und

Dümmler
es,

I

36)

stütze,

wird

als

II

aufgeführt.

Sind einzelne

Handschriften oder Handschriftengruppen zu erwähnen, so geschieht

ohne daß damit immer
s.

die gleichen bezeichnet werden, durch IIa,

IIb u.

w.
III

Übereinstimmung der Handschriften bezeichnet, aus denen die dritte Fassung sich zusammensetzt: Montecassino 453 saec. XI (= n), Montecassino 55 saec. XI (— r), Casanat. B IV. 18 saec. IX (= t). Es versteht sich, daß für II und III nur eine Auswahl der Lesarten zu geben war.
Mit
ist

die

Loblied auf den heiligen Benedikt.

27

Ordiar unde tuos, sacer o Benedicte, triumphos?

Virtutum cumulos ordiar unde tuos?

Euge beate

pater,

meritum qui nomine prodis!
euge beate pater! tanto sublimis alumno;
satis.

Gregor. Dial.

Fulgida lux
Astra ferens

saecli,

LH.

Nursia, plaude satis

mundo, Nursia, plaude

O

puerile decus, transcendens moribus

aevum,

Exsuperansque senes, o puerile decus. Flos, paradise, tuus despexit florida mundi;
10

Sprevit opes

Romae

flos,

paradise, tuus.
c. 1

Vas pedagoga

diremptum pectore tristi; Laeta reformatum vas pedagoga tulit.
tulit

attulit

Glossen in Reg.

lat.

801

11 vas] capisterium

— pedagoga]

nutrix

tulit]

diremptum] scissum.

UERSUS

IN

LAUDE

2 cumulos I! III Püiulos

SCI BENEDICTI P f. 130. 7 aeuum 5 6 gaude P A
ll ||

I III,

annos

II

(+

r).

In der Einleitung (oben S. 25) wurde magnis vitae meritis eingesetzt mit Rücksicht auf Gesta episcoporum Mettensium (SS. II 262) magnis in vita meritis (vgl. Ausg. der Hist. Lang, von Waitz).
1

Du große Verdienste hast, vgl. Sedul. carm.
pasch.
I

185 merito qui et nomine ful-

gens; Anhang IV v. 3 nomine, non meritis

Paulus beginnt das

Loblied auf

den Comersee mit den gleichen Worten
wie das auf den heiligen Benedikt.
geht zu weit,

plaude satis vgl. Ven. Fort. plaude libens (darC. 7, nach Ermold. Nig. Poet. II 26 v.79 Francia plaude libens). puerile decus Theod. I
Fiducia.
III,

17

Gallia,

Dahn
:

558 V.2,
Dial.

Stat. Silv. 3, 4, 31 ed.

Vollmer.
vgl.

wenn er sagt (S. 66) 'Es wäre dem frommen Sinn unseres Paulus
wie Blasphemie erschienen seinen
heili-

transcendens moribus aevum:
II

Greg.

Der

in v. 7

gen Vater und einen profanen See mit den nämlichen Worten anzusingen'. Unmöglich kann man diesen Punkt als entscheidenden Beweis anführen, daß Paulus nicht der Verfasser des Lobliedes auf den Comersee ist. Der gleiche Anfang mag seine Begründung darin finden, daß es sich in
beiden Gedichten

findet

aetatem moribus transiens. und 8 ausgesprochene Gedanke sich auch bei Paulus X v. 5 6 und
Einl.

Poet.

II

659

V.

15

— 16 Canitie cordis iuveTranscendens sensu

niles vicerat annos,

plurima iura senum ; vgl. auch Stat. silv. 2, 1 40. jlos despexit florida mundi: solche

Wortspiele liebt Paulus vgl.

XXXV

v.

16

Anm.,

vgl. Greg. Dial.

II

Einl.

despexit
flore.

um

ein Loblied handelt

iam quasi aridum mundum cum
11 Mit

und daß
(vgl.
I

er dort die

Wunder

der Schöpfung

diesem Vers beginnt die Aufauf
die einzelnen Kapitel

28 quae tam mira facis), hier die

zählung der Wunder des heiligen Benedikt;
die Hinweise

des heiligen Benedikt zu preisen vorhat
(vg.

auch Bem. zu Gedicht
3

I).

der Dialogi

des

Gregorius,

denen

sie

— 10
Name

meritum qui nomine prodis:
Benedictus sagt schon,

entsprechen, habe ich wie

Dümmler

auf

Dein

daß

dem Rand gegeben.

28

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Urbe vocamen Habens tironem cautibus
Fert pietatis
15

abdit;

opem

urbe vocamen Habens.
laudibus antra sonant.

Laudibus antra sonant mortaHbus abdita cunctis;
Cognita, CHriste,
tibi

Frigora, flabra, nives perfers tribus alacer annis;

Temnis amore
20

dei frigora, flabra, nives.

Fraus veneranda placet, pietatis furta probantur;

Qua

sacer altus erat, fraus veneranda placet.

Signat adesse dapes agapes, sed lividus obstat;
Nil minus alma fides signat adesse dapes.

Orgia
25

rite

colit,

CHristo qui

accommodat aurem;
rite

Abstemium pascens orgia
Pectoribus
laetis

colit.

Pabula grata ferunt avidi ad spelea subulci;
pabula grata ferunt.
Ignis ab igne perit, lacerant

dum

viscera sentes;
perit.

C.2

Carneus aetHereo ignis ab igne
30

Pestis iniqua latens procul est deprensa sagaci;

C.3

Non

tulit

arma

crucis pestis iniqua latens.
c.

Lenia flagra vagam sistunt moderamine mentem;

4

Excludunt pestem lenia flagra vagam.

Unda
35

perennis aquae nativo e

marmore manat;

C.5

Arida corda rigat unda perennis aquae.
Gurgitis ima, calibs capulo divulse, petisti;
c.

6

Deseris alta petens gurgitis ima, calibs.
lussa paterna gerens dilapsus vivit in aequor;
Currit vectus aquis iussa paterna gerens.
13 Urbe v.
flabra]

C.7

17 ventos 19 probantur] Romani monachi — 20 nutritus — 23 orgia] pro pasca posuit — accomodat] presbiter — 24 abstemium] — ferunt pro referunt — nentem — 25 subulci] pastores — 26 pabula] — — igne] urticarum — sentes] Spinae — 31 27 mentem] monachi vagae mentis — 32 pestem] demonis — 33 marmore] petra — ferrum — capulo] manubrio — divulse] excusse — 37 gerens] Placidus 35 — dilapsus] tractus ab unda — 38 Placidus.

h.]

Romanus

quasi

nomen habens
sc.

a

Roma

cautibus] rupibus

altus]

festa

absti-

spiritalia

ignis] libidinis

flagra]

flagella

calibs]

currit]

13 tyronem
III

P

\

17 alacer

I

(-{-

n D
\

impiger
II
|

II

(+

t)

\

18 tempnis
\

II
\

(+ A)

II

21 Signa in signat corr.

P

libidus

opstat

P

22

nihil

P

35 36 calips

P

\

diuulpse

P

\

37

currit in

aequor r.

14 fert pietatis

opem

vgl.

Eug. Tolet.

tibi cernitnr.

hex. 311 p. 47, Ven. Fort. VI,

3, 16.

34 unda perennis aquae

vgl. Sedul.

29 sagaci

ist

Dativ, vgl. v.

56 nee

carm. pasch. IV 224.

Loblied auf den heiligen Benedikt.

29

Praebuit unda viam prompto ad praecepta magistri;
40

Cursor! ignaro praebuit unda viam.

Tu quoque, parve
Perfida corda

puer, raperis nee occidis undis;

Testis ades verax, tu quoque, parve puer.

gemunt

stimulis agitata malignis;

c.

8

Tartareis flammis perfida corda
46

gemunt.

Fert alimenta corax digitis oblata benignis;

Dira procul iussus

fert

alimenta corax.

Pectora sacra dolent inimicum labe peremptum;
Discipuli excessum pectora sacra dolent.

Lyris
50

amoena petens ducibus
iuris,

comitaris opimis;

Caelitus adtraheris Lyris

amoena

petens.

Anguis inique,

luco spoliatus et aris;
furis.

Amissis populis, anguis inique,

Improbe
55

sessor, abi, sine dentur

marmora muris;
c.

Cogeris imperio; improbe sessor, abi!
Cernitur ignis edax falsis insurgere flammis;
10

Nee

tibi,

gemma

micans, cernitur ignis edax.
c.

Dum

struitur paries, lacerantur viscera fratris;
frater,

11

Sospes adest
60

dum

struitur paries.
c. 12.

Abdita facta patent, patulo produntur edaces;

13

Muneris accepti abdita

facta patent.
c.

Saeve tyranne, tuae frustrantur retia fraudis; Frena capis vitae, saeve tyranne, tuae.

14

Glossen in Reg.

43 corda] Florentii

micum] Florentium inimici morte exultavit
angelis

— 39 presbiteri — 45
lat.

801

prompto] oboedienti
corax] corvus

labe] casu solarii


56


fert]

40 cursori] Mauro
proicit

46

47

ini-

48 excessum]

sc.

sui Mauri,

49 Lyris]

51

aris]

officinarum

altaribus

nomen

fluminis Cassiniensis

52 populis] paganis

54 imperio] Benedicti
et

— opimis]

cum de
duobus

53 marmora] saxa

tibi]

a te

— muris]

micans] pater Benedicte

59

facta]

eorum, qui cibum contra regulam sumpserunt

60 accepti] epularum

potuum

61 tyranne] Totila

patulo] aperte

62 frena] terminos, quia

novem

annis regnas, decimo morieris.

P
r)

II

48 excessum
II

43 corda fehlt 39 40 prebuit (nicht selten e für ae) P promto P // ///, excessu / 51 luco I (-f TT ^), lucos II«, loco II (-|53 Inprobe P 53 54 sersor P 58 Sospis P 62 seue aus seuae P.
\
\

i|

\

\

i|

45

— 46

dira

alimenta:

heiligen

Substantivs

ist

in

diesem Gedicht be758.

Schauer erregend, vgl. Verg. Aen. VIII 350
dira religio
loci.

sonders häufig.

55 ignis edax Verg. Aen.

II

50 Lyris amoena petens: die Ver-

gemma micans

Paul.

X

v. 2.

wendung des

Neutr. plur. an Stelle eines

30

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Moenia
65

celsa

Numae
evertet

nullo subruentur ab hoste;

c.

II

Turbo,

ajt,

moenia
ne
lites

celsa

Numae.
c.

Plecteris hoste gravi,

munus ad aram;

16

Munera

fers aris;

plecteris hoste gravi.
c.

Omnia

saepta gregis praescitum est tradita genti;
reparat

17

Gens eadem
70

omnia saepta

gregis.
c.

Fraudis amice puer, suado captaris ab ydro;

18

Ydro non

caperis, fraudis

amice puer.
c.

Mens

tumefacta, sile tacita et ne carpe videntem;
vati;

20

Cuncta patent
Pellitur atra

mens

tumefacta,

sile.
c.

fames

delatis caelitus escis;
pellitur atra fames.

21

Nilominus mentis
75

Pectora cuncta stupent, quod eras sine corpore praesens;

c.

22

Quod

per visa monens, pectora cuncta stupent.
c.

Vocis ad imperium tempnunt dare frena loquelis;

23

E
80

bustis fugiunt vocis ad imperium.

Vocis ad imperium sacris non adesse sinuntur;
Intersunt sacris vocis ad imperium.

Tellus hiulca sinu corpus propellit

humatum;

c.

24

lussa tenet corpus tellus hiulca sinu.
801 — 63 Numae] Romae, Roma a gentibus non — 64 turbo] tempestates — Benedictus — 65 aram] a — 66 postponens imperium dei — 67 Langodemonio Langobardorum, sequentibus invenitur per Petronacem bardorum — 68 gens] civem Brexianum monachum apud Cassinum effectum — 69 puer] qui flascones a — suado] suadenti — ydro] serpente — 71 tumefacta] superbi domino suo — ne carpe] pro carpas' — videntem] abscondita tua — 73 pueri certum quibus deferentibus ducentos farinae modios — 74 mentis] fratrum, qui visu dubitaverant — 75 praesens] quando fabricam monasterii apparens — 77 loquelis] sanctimoniales — 78 imperium] per visum disposuit — 76 missarum sollempniis — 80 imperium] Benedict! — diaconi — 79 — sinu] suo. 81 patefacta

Glossen in Reg.
libera te

lat.

exter-

minabitur

ait]

sc.

clerice,

gravi]

viri

genti] sc.

sc.

ut in

attulerat

'ne

sc.

escis] in-

in

fratribus

visa]

i.

e.

sacris]

patris

hiulca]

sc.

63 subruentur

P

II

(+

{+

uertet //«

und

auertet IIb)
corr.


\

r)

euertentur

A

H
\

^

11

64

allidet // ///, euertet /
]

67 68 septa
73 delatis

P

71 carpe /////, caspe /
corr.

silet

acita

in

sile

tacita
\

P

aus

delatus

P

\

aescis

P

\

75 praeses

P

77 loquilis aus loquillis corr.
\

P

\

79 80 gleichzeitig
nee adesse

am Rand

nachgetragen

P

79 non adesse P, non esse //

///,

A
so

;

vgl. 87.

63 Paulus sprach
subruentur einsilbig.

vielleicht

ae

in

79 Es sieht
hier

fast

aus,

als

habe

und'

v.

87 Paulus ursprünglich non

65 ne

lites: i hier lang.

gemessen,

vgl. handschriftl. Überl.

74 nilominus: o ist hier kurz gebraucht.

Loblied auf den heiligen Benedikt.

31
25

Perfidus

ille

draco mulcet properare fugacem;
vetitum perfidus
capitis decussit
ille

c.

Sistit iter
85

draco.
c.

Exitiale

honorem; It procul imperiis exitiale malum. Fulva metalla pius, non habens promittit egenti;
Caelitus excepit fulva metalla pius.

malum

26

c.

27

Tu
90

miserande, cutem variant cui

fella

colubrae,

Incolumem

recipis, tu

miserande, cutem.
c.

Aspera saxa vitrum rapiunt nee frangere possunt;
Inlaesum servant aspera saxa vitrum.
Cur, promoconde, times stillam praebere leciti?
Dolia, cerne, fluunt; cur,
95

28

c.

29

promoconde, times?
c.

Unde medela

tibi,

spes est cui nulla salutis?
tibi?

30

Qui semper perimis, unde medela

A

lacrimande senex,
Ictu

hostili concidis ictu,

sed

resipis,

a lacrimande senex.
c.

Barbara lora manus ignaras criminis arcent;
100

31

Ille

Sponte sua fugiunt barbara lora manus. superbus equo reboans clamore minaci, Stratus humi recubat ille superbus equo.
c.

Colla paterna ferunt extincti viscera nati;

32

105

Viventem natum Omnia vincit amor:

colla paterna ferunt.
vicit

soror imbre beatum;

c.

33

Somnus
Glossen in Reg.
pro
'iubet*

abest oculis:
lat.

omnia

vincit

amor.
sistit]

solidos

801

83 mulcet] suadet

85 malum] leprosi

86 imperiis]

sc. patris

88 excepit] super arcam monasterii

— fugacem] fratrem — 84 — 87 duodecim
fulva]

89

ex lechito
lora]

— 95 demonico — ligamina —
manus] nofnts
84 Sistud

91 vitrum] ampullae
In

93 promoconde]

cellarari

cui] ei, qui

venenum

accepisti
i.

stillam] olei

modum
dum

medici pergebat ad fratres potionem eis dare

ictu]

hauris

aquam
Zalla

98

ictu]

manus]

rustici innocentis
ille]

{?)


P

104 ferunt] reportant


11

101

alapa

100 sponte

103 paterna]

rustici

105 vinxit] retinendo


|1

— sua] nemine solvente — — apportant —
99 barbara] Zallae
ferunt]
///;
\

— —

lechiti]

e.

97

hostili]

beatum] fratrem.
/,

86 Id

P P

jj

87 non habens
colobre /

nee habet //

vgl.

79

|1

89
//ö,

fella

// ///,
11

feile /

(+

IIa)

\

90 Incolomem
perimes
/,

P

93

leciti

/,

lechiti /////

95 96 medella /
11

1|

96 perimis
\

/////,

retines //«, metuis

times IIc

98 miserande
ille

105 uinxit soror P.

83 perfidus
pasch.
II

draco Sedul. carm.
Kellermeister.

8.

93 promocondus
lediiti

Micon schon im Jahre 825 zitiert (Poet. III 287): Cur proconde times stillam
praebere
lechito.

mit kurzem e gebraucht, entstanden

105 omnia vincit amorV^rg. Ecl.X 69.

aus Xijxv&og der Krug; der Vers wird von

32

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Simplicitate placens instar petit alta columbae;

c.

34

Regna

poli penetrat simplicitate placens.

O
110

nimis apte deo,

mundus

cui panditur omnis,

c.

35

Abdita qui

lustras,

o nimis apte deo.

Flammeus

orbis habet iustum super aethera

nantem;

Quem

pius ussit amor, flammeus orbis habet.
testis

Ter vocitatus adest
115

novitatis

habendus;
pectora firmas;
bella
36

Carus amore patris

ter vocitatus adest.
c.

Dux bone,
Primus

bella
in

monens exemplis
ruis,

arma

dux bone,

monens.
c.

Congrua signa

dedit vitae consortia linquens;

37

Ad
120

vitam properans congrua signa dedit.

Psalmicen assiduus

numquam

dabat otia plectro;

Sacra canens obiit psalmicen assiduus.

Mens quibus una
Splendida visa via

fuit,

Gloria par retinet,
est,

tumulo retinentur eodem; mens quibus una fuit.
facibus stipata coruscis;
est.
c.

Qua
125

sacer ascendit, splendida visa via

Rupea saepta petens nancta
Errorem

est errore salutem;

38

evasit rupea saepta petens.
lat.

Glossen in Reg.

801

— 113 adest] Servandus diaexemplis conus — 115 firmas] scribendo monachorum regulam — 116 huius — 118 vitam] caelestem — 119 rum — 117 Signa] transitus sui — verba orationis psalmicen] psalmos canens — plectro] linguae — 120 canens] — — 124 sacer] Benedictus — 125 septa] speluncae mulier — 126
metafora 112
ussit]
arsit

110 lustras] sub uno solis radio

107 placens] beata Scolastica
111 orbis] sy<d>era ignea

— 109 apte] care — nantem] euntem:

amor] dilectionis dei
vitae]

ruis]

facto-

inter

illius

est]

er-

rorem] demonis.
Unterschiede der drei Fassungen in der Anordnung des Sdilusses von t;. 127 an: I ordnet, wie unser Text gibt, nur fehlen v. 139 154 ^135 138 stehen am Schluß der Seite, aber fortlaufend und von gleicher Hand gesdirieben in P): in

II fehlen

127—130 und 135—154;

///

ordnet: 131—134, 127—130,

135—154 (aber

t gibt 133—138, 127—130, 139—154;.

109 mundis

P

1|

112 ussit //

///,

iussit /

1|

113 est in adest corr.

P

\

117 linquens aus linguens corr.
111 super aethera

P

\

125 126 septa P.
vo116 in
353, XI 886.

nantem

=

arma

ruis vgl. Verg. Aen.

II

lantem
112
Ecl.
II

vgl. Verg.

Georg. IV 59.
ussit

quem pius
V.

amor

vgl. Verg.

117
Poet.
I

vitae consortia

linquens
1

vgl.

68,

Ep. IV52

me tarnen urit amor.

103

V. 27, Paul. VIII

angustae

113 ter vocitatus vgl. Ver. Aen. VI

vitae consortia.

506 ter voce vocavi.

Loblied auf den heiligen Benedikt.

33

Nunc, venerande

pater,

cunctis celeberrime saeclis,

Mitis adesto gregi nunc, venerande pater.

Funde, benigne, preces validas, quo noxia
130

vitet;

Quo

vitam capiat, funde, benigne, preces.

Poemata parva dedi famulus pro munere supplex. Exsul, inops, tenuis poemata parva dedi.
Sint,

precor, apta

tibi,

caelestis tramitis index,
sint,

O
135

Benedicte pater,

precor, apta

tibi.

Vincula solve mei

solita virtute piacli;

Pectoris et plectri vincula solve mei.
Glossen in Reg.
dedi] o Benedicte
lat.


131

801

131 poemata]
sc.

sc.

ubi (? Vollmer coni. üsi

=

versi)

famulus]

tuus ego Paulus

133 tramitis] regulae


\

index] monstrator.

129 ualidas quo noxia
132 dedi
/,

uitet

/,

caueat quo noxia uitae ///

ll

130

qui

P

dedit //

///.

129

funde,
V.

benigne,

preces

vgl.

deutend sind, ebenso wie er VIII 4 sagt:

XXXIX
nignus.
131

9 fundito, quaeso, preces be-

Musae

.

.

.

pauperiem fugiunt.

poemata nur

hier dreisilbig.
vgl. Paul.

133 apta
apte deo.

= accepta vgl. v. 109 o nimis
7
et cordis plectro tu
stellen

dedi famulus supplex

XXXII.
die

136

— 137 pectoris et plectri: Im Anhier
et

132 exsul, inops, tenuis: Paulus fühlt
sich als heimatlos, verbannt, da er seine

schluß an

XXXIV möchte man

solve
die

Heimat
er

hatte

verlassen getan,

müssen.

Hätte

vincula plectri pectoris mei,

allein

dies

freiwillig

etwa aus Ander

Pentameter
Paulus
bittet

bringen

fast

durchgängig

hänglichkeit an den König Ratchis,
in

ohne Verbindung einen neuen Gedanken.
also,

Montecassino

als

Mönch
I

seinen Wein181), so hätte

Benedikt

möge

die

berg bebaute (Wattenbach
er nicht
in dieser

diese Worte gebrauchen,

nicht

Weise ein selbstgewähltes Los
Ähnlich äußert sich
I

beklagen können.

auch Theodulf Poet.

563

v. 15,

als er

Bande seines Herzens und seiner Zunge lösen, die ihm in seiner traurigen Stimmung wie zugeschnürt erscheinen und ihn keine guten Gedichte machen lassen; ein ähnliches Bild bei Petrus XXXVIII
V.

von seiner Verbannung spricht: exsul, inops, pauper; mit inops meint Paulus seine Hilf- und Mittellosigkeit; denn als
Verbannter hatte er nicht bloß seine Habe
verloren,

28 nullaque maeroris servantur vin-

cula cordis; plectrum
häufig, vgl. V. 119
III

=

lingua

ist

sehr

p.

810.

und im Index zu Poet.
In

arce varias figuras:

sondern
mit

Verbindung

mußte auch die seinen Freunden aber

dieser Bitte, Benedikt

möge seinem Her-

zen verlockende Bilder fernhalten, sehe
ich nicht eine übliche Gebetformel, son-

brechen, die ihm früher eine Stütze waren,

will er sagen,

wie mit dem Hof von Benevent; mit tenuis daß er, der einst am Hofe
so großen Einfluß hatte,
jetzt

dern

das

stillschweigende

Bekenntnis,

daß sein Herz
zurücksehnt.

sich nach allem,

was

er

liche

Bedeutung
inops,
an,

sei.

In

exsul,

tenuis

gibt

ohne jegden Worten Paulus den

vor nicht langer Zeit verlassen mußte,
Bestätigt

wird diese Auf-

fassung durch den Anfang des Gedichtes
VIII.

Grund

warum

seine Gedichte unbez. lat.

Quellen u. Untersuch,

Philologie des

MA

III,

4.

3

34

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Arce piis meritis varias a corde figuras; Desidiam et somnos arce piis meritis.
Currere cede viam tua per vestigia sursum;
140

Nil remorante fide currere cede viam.

Guttura Claude lupi semper lacerare parati;

Ne male me
Cor labiumque
145

rapiat, guttura

Claude

lupi.

meum

fac laudent cuncta creantem;

Christum habeant semper cor labiumque meum.
Pestifer
ille

draco

mea ne

procul intima turbet
ille

Nonque michi

occurrat pestifer

draco.

Me

tua sancta phalanx habeat post funera carnis;

Oro, ne excludat
150

me

tua sancta phalanx.

Omnia nempe potes meriti pro lampade summi; Magnus amice dei, omnia nempe potes. Perfice cuncta, precor, per eum, quem semper amasti; Dulcis amande pater, perfice cuncta, precor.
Sit tibi laus et

honor, pietas immensa, per aevum,
facis,
sit

Qui tam mira
140 fidem TT

tibi

laus et honor.

II

145 146 draco TT T, latro ^

H

146 occurrat] excludat

t.

138 desidiam et somnos: Seine unglückliche

147 sancta phalanx Poet.
vgl.

I

83

v. 1,

Stimmung

raubt

ihm die Lust
also,

XXXV

V.

38 peregrina falanx; daauch cohors Alcvin
vgl.
I

zu jeglicher Tätigkeit.

Wir sehen
inhaltlich

für steht öfter
V.

317

daß die Verse 131

— 138

zu-

5 sancta cohors fratrum,

auch

sammen
perfidus

gehören.
ille

Paul.

XXVI

26.

145 pestifer
ille

draco

vgl.

v.

83

draco.

VII.

Zweites Loblied auf den heiligen Benedikt.
Paulus behandelt hier den gleichen
Dimetern.
Stoff,

aber in jambischen

Er nahm die Umarbeitung vielleicht deshalb vor, damit man die Wundertaten des heiligen Benedikt dem Gedächtnis leichter einprägen könne.
Die Entstehungszeit des Gedichtes
liegt jedenfalls

der des vor-

ausgehenden sehr nahe. Paulus fügte es auch seiner Hist. Lang, ein, wo er (I 26) folgende Worte vorausschickt: Hymnum quoque singula eiasdem patris miracula continentem metro iambico ardiiloico ita texaimas. Es ist nur durch die Hist. Lang, auf uns gekommen. Die Überlieferung ist sehr gut. Wir geben wie bei VI unter dem Text
nur die Erklärungen des Reginensis.

L

Fratres, alacri pectore

Venite, concentu pari

Fruamur huius

inclitae

Festivitatis gaudiis.
2.

Hac Benedictus
Ostensor

aurea,

arti tramitis,

Ad
3.

regna conscendit pater

Captans laborum praemia.
Effulsit ut sidus

novum

Mundana

pellens nubila.

Aetatis ipso limine

Despexit aevi florida.
2,2

ostensor arti tramitis vgl. VI

2,3

aurea
I

regna
128

Poet.

I

92

v. 3,

133 caelestis tramitis index.

Paulin. Aquil.

v. 54.

3*

36

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

4.

Miraculorum praepotens,
Afflatus Alti flamine,

Resplenduit prodigiis

Ventura saeclo praecinens.
5.

Laturus esum pluribus

Panis reformat vasculum.

Artum petens ergastulum
Extinxit ignes ignibus.
6.

Fregit veneni baiulam

Crucis per arma cymbiam.

Coercuit

mentem vagam

Leni flagello corporis.
7.

Funduntur amnes rupibus.
Redit calybs e gurgite.

undas obsequens. Peplo puer vitat necem.
Currit per
8.

Virus patescit abditum.

Mandata praepes efficit. Hostem ruina conterit.
Cedit fremens leo grave.
9.

Immota fit moles levis. Rogus migrat fantasticus.
Fractum revisit sospitas. Excessus absentum patet.

10.

Rector vafer, deprenderis.
Inique possessor, fugis.
Futura, praenoscimini

Arcana, cor, non contegis.

— — — — 6,2 cymbiam] fialam — 6,3 vagam] monachi vagi — 7,2 calybs] — abditum] Floren— 7,4 peplo] melote — virus] panis ferrum — tium — 8,2 mandata] iussa — praepes] corvus — 8,3 ruina] dat — 8,4 grave] graviter — immota] supersedente daemone locum malignus spiritus — moles] saxi — 9,2 rogus] quoquinae — 9,3 fractum] conlisum — 9,4 absentum] fratrum, qui contra regulam cibum sumpserant — 10,1 rex Totila — depren— 10,3 futura] novem annis regnas. daemon eius anterioris —
lam] latricem
falcastri

5,1 esum] animae Glossen in Reg. lat. 801 5,2 vasculum] capisterium ignibus] urticarum 5,4 ignes] luxuriae 5,3 ergastulum] heremi 6,1 baiu-

8,1

infecti

8,1

solarii

conterit]

9,1

rector]

deris]

crudelitatis

4,4 Ventura saeclo vgl. IV i 22.
9,2

Phantasie, nicht in Wirklichkeit bestehend,

rogus fantasticus

nur

in

der

vgl.

VI 55.

Zweites Loblied auf den heiligen Benedikt.

37

11.

Fundantur aedes somniis.
Tellus vomit cadavera.

Dracone frenatur fugax.
Aether pluit nomismata.
12.

Vitrum

resistit

cautibus.

Manant olivo dolia. Vinctum resolvit visio.
Vitam receptant funera.
13. Tanti potestas luminis

Voto sororis vincitur

Quo
14.

plus amat quis, plus valet
cernit

Enare quam

polum.

Non
Quo

ante saeclis cognitum
effulgurat,

Noctu iubar

totus orbis cernitur
pius.

Flammisque subvehi
15.

Haec inter instar nectaris Miranda plectro damit.

Nam
16.

pinxit apte lineam

Vitae sacrae sequacibus.

lam dux alumnis
Adsis gregis
Gliscat bonis
Sit callis ut

at

potens
cavens,
tui.

suspiriis.

ydrum

sequax

— castigatur — fugax] monachus — 11,4 11,3 — vitrum] ampulla saxis proiecta — 12,2 olivo] nomismata] duodecim solides — 13,2 orbati oleo — 12,3 vinctum] rusticum — Scolasticae — 13,3 quis] — 13,4 Enare] evolare — — 15,3 lineam] haec] doctrina — 16,3 ydrum] diabolum — 16,4

dracone] correctore
frenatur]
12,1
sc.

11,1 aedes] monasterii per

uisum

dispositi

11,2 cadavera] resuscitatorum

in

visio]

rustici

sororis]

aliquis

15,1

iter

callis]

itineris.

13.3
vgl.

quo plus amat

quis, plus valet

15,3 pinxit apte lineam, er bezeich-

VI 105 omnia
13.4 enare

vincit

amor.

net die Regula S. Benedict!.
vgl.

quam

cernit

polum

VI 107—108.
15,1 instar nectaris vgl. XIII 9, 2.

vgl.

iam dux adsis gregis VI 128 nunc mitis adesto
16,1

suspiriis

gregi.

16,3
vgl.

gliscat

bonis

ydrum cavens

plectro vgl.

VI 136 Anm.

VI

129.

VIII.

An
Musen den Rücken.
treiben.

einen Freund.

'Einem engbegrenzten Leben hinter Klostermauern kehren die
Sie

lieben es nur- auf

Rosenauen

ihr Spiel

zu

Daher meine schlechten Gedichte (1 7). Nimm sie trotzdem gerne an und sei überzeugt, daß ich gerade so wie Du nach dem Himmelreich trachte und in unwandelbarer Liebe Dir zugetan bin (8—20);

Der Harleianus,

der

allein

dieses Gedicht überliefert, enthält

und ohne Angabe des Verfassers noch andere als paulinisch erkannte
die

und zwar
Aufenthalt

lauter

solche,

die

der Zeit angehören*
(vgl.

vor Paulus'

am Hofe

Karls liegt

die Überlieferung sprechen aber Inhalt

oben S. 15). Noch mehr als und Form für die Autorschaft

des Paulus Diaconus.
'Einst

und

jetzt'

könnte die Oberschrift dieses stimmungsvollen
bei

Gedichtes lauten.
geistlicher

Einst konnte Paulus

seiner Stellung als Hof-

an den Höfen von Pavia und Benevent ein behagliches

Leben führen, konnte, nicht durch strenge Klosterregeln gebunden, seine Schritte lenken, wohin er wollte, durfte frei und froh die schönen Gegenden an den Ufern des Comersees durchwandern. Jetzt bannt ihn das Machtwort Karls hinter die Klostermauern von
Montecassino.
Dieser
sich

Kontrast

seines

gegenwärtigen

Lebens,

mit

dem

er

noch nicht abgefunden, zu den vergangenen glücklichen Tagen liegt ihm schwer auf der Seele und erzeugt jene Stimmung, die er auch in dem Gedicht VI 132 und 135 138 zum Ausdruck

An
bringt.

einen Freund.

39

Die ersten Verse
dazu.

unseres

Gedichtes
lange

geben
nach

gleichsam

die

Erläuterung
cassino.

Es entstand nicht

774

in

Monte-

Angustae

vitae fugiunt consortia

Musae

Claustrorum saeptis nee habitare volunt,
Per rosulenta magis cupiunt sed ludere prata,

Pauperiem fugiunt deliciasque colunt. Quapropter nobis aversae terga dederunt Et comitem spernunt me vocitare suum. Inde est, quod vobis inculta poemata mitto, Suscipe sed libens qualiacumque tarnen.
Inmodico
10

flagrat

de vestro pectus amore,

Crede, pater, nostrum, semper

Et peream,

si

non tecum captare

amande mihi. per aevum

Per domini

munus regna

beata volo.

Hoc

mihi est votum, hoc fido pectore spero,

Hoc

licet

indignus nocte dieque precor.

Ohne
1

Überschrift

H

f. \.

anguste (und so fast
\

immer
et

e

für ae)

H
\

\

consorcia

H

\

2 dubitare H,
\

corr.
licet

Dümmler

5 nobis aus vobis corr.

H

8 sed H, Sethe Traube

14 hoc

indignus Wattenbach, hodie

indignos H.

1

—5

angustae

vitae

consortia,

10

— 14

crede

pater:

Wen

Paulus

claustrorum saeptis, pauperies:
meint er sein Leben
mit
in

Damit
die

damit meint, läßt sich nicht sagen,

man

Montecassino,
delicias

rosulenta prata

und

glücklichen Tage

des Comersees.
terga

am

Hofe, in der

Nähe

per rosulenta prata
III

vgl. Prudent. Peristeph.

199.

— aversae
ist

dederunt vgl. Verg. Aen. IX 686
Die
überlieferte

kann nur aus der Erwähnung des Rheins 17 schließen, daß der Angeredete sich in den Rheingegenden aufhält. per aevum ist nicht, wie Wattenbach tut, in perennis zu ändern; denn es ist ein beliebter Versschluß vgl. I 27, VI 153.
V.


versi terga dedere.
8
Lesart

et

peream : Er

fürchtet durch seine ein(v.
1

aus

annehmbar; verbirgt sich ein Eigenname; Traube es (Neues Archiv XVII 399) schlägt suscipe Sethe libens vor mit Hinweis auf ein Gedicht Columbans (M. G. Epp. III 183
metrischen
nicht
V. 1).

Gründen

den Glauben ob sein Herz an weltlichen Dingen hänge; deshalb diese nachdrucksvolle Beteuerung (v. 13 und 14); vgl. auch Paul. XIII 5, 1. mihi est:
4)

leitenden Worte

erweckt zu haben,

als

In späteren

Gedichten

ist

der Hiatus ver-

mieden.

40
15

Karl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Tu quoque,

si

felix

vigeas de munere Christi,

Namque

potes

misero redde, beate, vicem.

Ante potest flavos Rhenus repedare Suavos Ad fontem et versis pergere Tibris aquis,

Quam
20

tuus e nostro labatur pectore vultus,
in

Ore colende mihi tempus

omne

pater.

16 potis

H

\

17 hrenus

H

\

20

vielleicht

O

recolende Traube.

15
fast

— 20

Diese Verse finden sich mit

Ecl.

I

59

gleichen Worten wieder

am

Schlüsse

9

des Briefes an Adalhard XXXI.

— — Die Erwähnung des Tiber deutet
12.

— 63

entnommen,

vgl.

auch

XL

misero
Verg.

auf den Aufenthalt des Schreibenden, auf
Italien

redde vicem vgl. XXIX 11
misero.

redde vicem

(Montecassino).

quam

tuus e nostro

IX.

Auf das Grab der Königin Ansa.
'Die hier begrabene Königin wird weiterleben, solange die Welt

denn groß sind ihre Verdienste Zeiten der Not des Vaterlandes stand
steht;

um

Staat

und Kirche.
des

In

den
der
sie

sie hilfreich

ihrem Gatten zur
Hortes

Seite

(1

8).

Sie

ist

die

Mutter

des

Adelchis,
ihrer

Langobarden, und durch die Vermählung

Töchter knüpfte

Verbindungen mit mächtigen Herrschern und Staaten an (9 14). Berühmt ist sie auch durch Gründung von Kirchen und Hospizen.
In ihr vereinigen sich die herrlichsten

Tugenden (15

28).'

nach dem Berichte der Annalen im Jahre 774 mit ihrem Gatten und einer Tochter von Karl Desiderius soll nach Lüttich geführt in die Verbannung geschickt.
Die Gemahlin
des Desiderius wurde

und

in

Corbie

an

der

Somme

gestorben

sein

(Abel-Simson

I

194

Anm.).

Das Todesjahr der Ansa ist nicht bekannt. Mit Haupt (Opuscula I 295) zweifle ich nicht an der Autorschaft des Paulus, trotzdem Dahn (Paul. Diac. S. 67 und Allgemeine Deutsche Biogr. V 73) sich entschieden dagegen ausspricht. Abgesehen von stilistischen Erwägungen sprechen dafür besonders die handschriftliche Überheferung (vgl. meine Vorbem. zu I) und die nahen Beziehungen des Paulus zu der Tochter der Verstorbenen und zum Königshause
überhaupt.

würdigen zu können muß man bedenken, daß sich diese poetische Gattung unter dem Einfluß griechischer Vorbilder entwickelte und daß allmählich bestimmte Ausdrucksformen geprägt wurden, die ein Dichter vom andern übernahm (vgl. Lier, Topica carminum sepulcralium Latinorum,
die

Um

paulinischen

Epitaphien

richtig

Philologus

XVI

[1903]

S. 445,

563 und XVII [1904]

S. 54).

Eine

42

Karl Neff, Gediclitc des Paulus Diaconus.

Untersuchung der zahlreichen Epitaphien des I. Bd. der Poet. aev. Carol. soll nun zeigen, welche Grundsätze bei der Anordnung der Gedanken für die Dichter maßgebend sind, welche Ausdrücke sich wiederholen, besonders aber, welche Stellung Paulus Diaconus dieser Tradition

gegenüber einnimmt.

Gewöhnlich nennt am Anfang des Epitaphs der Dichter den

Namen
einige

des Toten,

der hier seine

Ruhe gefunden,

gibt

dabei

auch

Andeutungen über das Äußere des Grabmals und erwähnt
daß nur der Körper hier
ist:

gerne,

liegt,

die Seele aber schon zu

den

Sternen emporgeeilt

Hac iacet egregius nivea sab mole sacerdos p. 20 v. 7; Hac tamalatur hämo Nomen avis tribait p. 103 v. 1 Hlc Sacra beatt membra Camiani solvuntur p. 107 II v. 1; Marmore Natalis tegitar venerabile corpus p. 107 III v. 1; Hoc humata iacent Joannis membra sepulchro p. 109 V v. Pallida sab parvo claudantur membra sepalcro,
. .

.

—2;
1;

Ärdua sed caeli spiritus astra petit p. 109 VI v. Mole sab hac magni servantur membra Qeroldi

1

— —

2;
v. 1;

p.

114

Hlc Gislebertus praesul requiescit humatus, Corpus terra tegit, Spiritus astra petit p. 305 v. 1 2; Mole sub hac tegitur Chaidocus iure sacerdos p. 365 v. Hoc iacet in tumulo Pippinus p. 405 v. 1 Aurea funereum complectit littera Carmen, Verba tonat fulvus et lacrimosa color p. 489 v. 1 2.

1

Bei der Darstellungsform des Lebensganges selbst bedient sich
der Dichter meist der dritten Person,
springt aber oft in die zweite

über

und
.

sagt
.

dem Toten

gleichsam

seine
.
.

Charakteristik
.'

vor:

'Du warst
Epitaphien

.,

Du

tatest

dies

oder jenes

Nur

(p.

101, 420, 444) erzählt der Tote selbst

wenigen dem an seinem
in

Grab Stehenden seine Lebensgeschichte. Er spricht wie aus dem Grab zu ihm heraus, so p. 432 v. 1 Te precor ex tumulo, frater.
:

Gewöhnlich aber redet der Dichter gleichsam im Auftrage des Toten den FremdHng an, der auf seiner Wanderschaft an das Grab kommt, und fordert ihn auf Gott zu bitten, daß er dem Toten gnädig sein möge. Auch diese Darstellungsform geht auf griechische Vorbilder zurück (vgl. Lier S. 468):

Tu quicumque legis die die 'peccata remitte' p. 102 v. 22; Tu quicumque cupis requies cognoscere fratrum. Et loca quo quisque spectat ab arce deum p. 344 v. 1 2;

Auf das Grab der Königin Ansa.

43

Et

nomen meritumque sepulti Discere, tu poteris magna viator amans p. 19 v. 5 Same tarnen laudes, quas Petri captus amore Extremo venlens hospes ab orbe Legat p. 114 v. 41
si

forte cupis

— 6;

— 42;
p.

Quisquis legas versus devoto pectore supplex Die 'miserere deus' p. 113 v. 25 26;

Quisquis ab occasu venis huc vel quisquis ab ortu

108

v. 1;
v.

Quam

quis ab occasu properans vel quisquis ab ortu p. 490
lector opime, precor p.
'sit

23;

Quisquis es hunc cernens titulum, die pectore puro:
Sit requies
Uli,

406

v,

1

2;

Quisquis

es,

'Hadriano', die,

amoena
p.

quies' p.
v. 16.

490

v.

26;

Pro peregrino me, posco, precare tuo
Meist erklärt der Dichter
fähig sei alle Vorzüge

404

am Anfang
in
tibi

oder Schluß, daß

er un-

und Taten
vitam
artatus

würdiger Weise zu preisen:
4

Cuius haud,
Quit calibis

lector,
stilo,

prodere scalptor
v.

marmore parvo p. 103 Jam quoniam digne non possumus omnia versu
Promere, conticeat nostrae nunc fistula linguae
p.

— 5;
v.

104

26

— 27;

Plura quid enumerem sanctis virtutibus istis, Dicere quas nequeo, scribere nee valeo p. 407 v. 27 28; Sensus et eloquiis formam describere laudis Cuius non possit pleniter ulla manus p. 430 v. 7 8.

In

einigen

Epitaphien nennt auch der Dichter seinen
für

Namen

und bittet den Leser sich indem er für ihn bete:

dieses Gedicht erkenntlich zu zeigen,

Post patrem lacrimans Carolus haec carmina scripsi p. 113 v. 17; Hoc lacrimans cecini David ego flebile Carmen p. 112 v. 27; Promere quae Carolum compellit amorque dolorque p. 489 v. 3; Nunc Angilbe rti carmine fulget, amen p. 366 v. 8; Tu mihi redde vicem, lector, rogo, carminis huius

Et die: 'Da veniam, Christe, tuo famulo' p. 350 v. 17; Sed iam posco, vicem reddas mihi carminis huius, Atque 'Illius', die, 'miserere deus'f p. 420 v. 23 24.

Durchführung des Lebensbildes selbst beginnen die Dichter naturgemäß mit der Herkunft des Toten, wobei sie mit Vorliebe hinzufügen, daß seine Taten noch edler waren als sein GeBei
der
schlecht:

quem genuit p. 365 v. 2; Francia quem genuit p. 405 v. 3;
Scotia

44
Nobilis ex

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

genitus iam gente parentum, Sed sacrls longe nobilior meritis p. 113 v. 5 6;

magna

Transcendunt cuius gesta set alta genas

p.

430

v. 12.

Dann

folgt

meist die

Erwähnung
heißt,

seiner

körperlichen Vorzüge,

von denen es aber gewöhnlich des Toten übertroffen werden:

daß

sie

von den Verdiensten

In specie pulcher, nobilior meritis p. 405 v. 12;

Deqae sua facie superabat lilia piilchra p. 405 v. 9; Mirandus specie, set plus mirabilis actis p. 430 v. 15.
Bei der Aufzählung der geistigen Vorzüge lieben es die Dichter
oft

zwei Verse mit lobenden Adjektiven auszufüllen, besonders heben

sie

Bildung und Mildtätigkeit hervor.

Moribus et forma consilioqae vigens p. 111 v. 8; Mente nitens formaqae decens sensuqae renidens p. 489 v. 7; Qrammaticae studio, metroram legibus Eloquio falgens
. . .

aptus

p.

20

V.

9
p.

— 10;
404
v. v.

Eloquio dulcis,

factis

probus, ore serenus
p.

13;

Alloquio clarus, vita sed clarior alma

104
v.

22;

Nobilis alloquio, moribus nobilior p. 102

12;

Grammatica

pollens,

mundana

lege togatus,

Divina instructus nee minus ille fuit p. 111 v. 9 10; Solamen egenis p. 107 v. 3; Pauperibus largus, nulli pietate secundus p. 113 v. 11; Rex bonus et placidus, nulli bonitate secundus p. 405 Promptus ad omne bonum an vielen 'Stellen.
Bedeutende Männer werden meist als Helden, als Ruhm, Zierde und Hoffnung ihres Vaterlandes gepriesen:

v. 15;

Leuchte,

Helmengaldus

nobilis

heros,

Gloria qui patriae et decus
V.

omne

fuit p. 532

1—2;
p.

Lumen

erat patriae p. 20

v. 17.

Patriae decus

102

v. 3;

arma suis p. 111 v. 4; Militibus periit murus et arma tuis p. 112 v. 4; Qui tibi tutor opum, murus et arma fuit p. 490 v. 28;
Unica spes patriae, murus
et

Spes iam Samnitis certa salutis erat Jpse suae gentis spes requiesque fuit

p. p.

430 430

v. 14; v. 32.

SchließUch spricht der Dichter auch von der Wirkung,

die der

Tod

auf

die Hinterbliebenen

ausübte,

und

bittet

das Grabmal nicht

zu verletzen:

Auf das Grab der Königin Ansa.

45

Hanc Hunc
Itala,

flevit civis, luxit peregrinas et exter p. 104 v. 15;
deflet Italiis contrito pectore

Romana

.

.

.

Francus p. 110 v. 13; Morte tua, prlnceps, gens sine fine doLet
p.

431

V.

35—36;
p.

Ut nullus

violet

quod

tenet ipse

solam

20

v.

32;

Obsecro nulla manus violet pia iura sepulcri Quem, peto, nulla manus violet p. 420 v. 27.

p.

350

v.

19;

Untersucht man die Epitaphien des Paulus Diaconus, so findet man, daß die für Ansa und Sophia verfaßten in Form und Anordnung der Gedanken von den übhchen Darstellungsformen abweichen,
seine

späteren

aber,

die

am Hofe
Diese

Karls

entstanden,

die

erwähnten
er

Eigentümlichkeiten
Vorbilder

zeigen.

beweisen,

daß

auch
Kreis

sich

der

bediente,

nach

denen der

literarische

des Königs arbeitete.

Zu

diesen Vorbildern gehörte besonders

das

Epitaphium Constantii, das in der Pariser Handschrift 528 und in der St. Galler 899 neben Gedichten überliefert ist, die am Hofe
Karls entstanden (vgl.

Mommsen

Grabschrift des Kaisers Constantius

Chlorus, Hermes, XXVIII, 1893, S. 33; Carmina epigraphica ed. Bücheier
II

1335).

Die Verschiedenheit der Grabschrift für die Königin Ansa von

den untersuchten liegt besonders in der Anordnung der Gedanken. Der Dichter sagt nichts von ihrer Abstammung, wie es sonst am Anfang geschieht, und geht nach einer kurzen Bemerkung über ihre körperlichen Vorzüge (coniux pulcherrima v. 3) sofort zur Darlegung ihrer Verdienste über, die er scharf in politische und kirchliche teilt. Erst am Schluß kommt er mit wenigen Worten auf ihre geistigen Eigen•

schaften zu sprechen.

Über die Abfassungszeit des Gedichtes bestehen verschiedene Anschauungen. Dahn (S. 68) und nach ihm Abel (II 506) glauben, daß es noch zu Lebzeiten der Königin abgefaßt worden sei, noch vor dem Untergang des langobardischen Reiches, und zwar zwischen 770 und 771. Zu dieser Anschauung sahen sie sich besonders durch
Schwiegersohn (770) angespielt ist, und Dahn meint: „Es muß doch überraschen, daß unter den starken Helden, den drei Eidamen, auf welche Ansa sich stützt, auch Karl genannt wird, der Ansa nach Zerstörung des
die Verse

12

— 14

veranlaßt,

wo

auf

Karl

als

Reiches mit ihrem Gemahl

in

die Gefangenschaft

geführt hat,"

und

an einer anderen
Thassilo".

Stelle:

„Die Grabschrift nennt Karl, Ansas bittersten

Feind, ihren Stützer neben denen, die es wirklich waren, Arichis und

46

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Dieser Sinn liegt nicht in den
haltenen

allerdings

etwas

allgemein ge-

natamni thalamis slbi pectora vinxit. Paulus will nur sagen, daß Ansa politisch wichtige eheliche Verbindungen gestiftet hat, und wenn er bei fortia pectora wohl auch in erster Linie an Arichis und Thassilo dachte, so konnte er doch
Worten:
fortia

auch den Feind seines Volkes dazu zählen. Auch die Verse 7 8 zwingen nicht zur Annahme,

daß das

Gedicht vor
sagt,

dem Untergang

des Reiches entstand.

Wenn

der Dichter

Ansa habe an der Seite ihres Gemahls das von Kriegen heimgesuchte und dem Zusammensturze nahe Reich aufgerichtet, gefestigt und emporgebracht, so meint er damit die Verdienste, die sie sich beim Regierungsantritte ihres Gatten um das Reich erwarb, das unter den unglücklichen Kriegen, die sein Vorgänger Aistulf (749 757) mit

dem Vater Karls, führte, viel zu leiden gehabt hatte. Diese Erklärung mag auch darin ihre Bestätigung finden, daß Paulus bei der Aufzählung ihrer Verdienste, dem eigentlichen Thema der Grabschrift,
Pipin,

chronologisch vorgeht: Zuerst segensreiche Tätigkeit bei Beginn der

Regierung ihres Gatten 757, dann Lob auf Adelchis, der 759 Mitregent seines Vaters wurde, hierauf Vermählungen ihrer Töchter mit
auswärtigen Fürsten,
ersten Kindes),

der Adelperga mit Arichis

(763

Geburt ihres
vgl.

Liutperga mit Thassilo

(zwischen 764 und 769,

Abel

und Desiderata (?) mit Karl (770, vgl. Abel I 80). Es liegen demnach keine Gründe vor, die zur Annahme zwingen, daß das Epitaph, was ja an und für sich nichts Ungewöhnliches wäre, noch zu Lebzeiten der Königin entstand, und ich verlege die Entstehungszeit zwischen 774 und 782, in die Zeit, wo Paulus sich in Montecassino als Verbannter aufhielt und noch keine Annäherung an Karl erfolgt war. Dazu veranlaßt mich außer der oben erwähnten
I

58)

Eigenart des Epitaphs selbst die Auffassung des Satzes Bardis spes

maxima mansit
stellung geneigt

(v. 1 1).
ist

So sehr man auch
als

auf

Grund obiger Zusammen-

ihn

einen

der Gemeinplätze zu bezeichnen,

doch die historischen Verhältnisse dagegen. Adelchis war wirklich nach 774 der Mann, auf den die Patrioten hoffend ihre Blicke richteten und der auch während seines Aufenthalts beim griechischen Kaiser in Konstantinopel immer für die Sache seines Volkes tätig war. Auch in den Andie in den Epitaphien
auftreten,

so sprechen

nalen

kommt
wo

dies

zum Ausdruck
aber

(vgl.

Anm. zum
in

Gedicht).

Diesen
nicht

Gedanken
haben,

kann
er

Paulus
Karl

nicht

einer

Zeit
d.

ausgesprochen
h.

bereits

näher getreten

war,

also

nach 782.

Auf das Grab der Königin Ansa.

47
starb

Ob Ansa
wirkte,

in

der Verbannung im Frankenreich

und

ihre
er-

Leiche nach ItaHen geschafft wurde, oder ob sie von Karl später

daß

sie

den Rest ihres Lebens bei einer
läßt

ihrer

Töchter versich,

bringen

durfte,

sich

nicht

entscheiden.

Ihr

Grab befand

wie Haupt erkannte, in der von ihr und Desiderius gestifteten Abtei

San Salvatore
Antiq.
Ital.
I

in

Brescia (vgl.

Urkunde vom Jahre 769

bei Muratori

525).

Lactea splendifico quae fulget tumba metallo

Reddendum quandoque tenet laudabile corpus. Hie namque Ausonii coniux pulcherrima regis
Ansa iacet totum semper victura per orbem Famosis meritis, dum stabunt templa tonantis, Dum flores terris, dum lumen ab aethere surget. Haec patriam bellis laceram iamiamque ruentem Compare cum magno relevans stabilivit et auxit.
Protulit haec nobis, regni qui sceptra teneret,
10

Adelgis
In

magnum, formaque animoque potentem, quo per Christum Bardis spes maxima mansit.

Fortia natarum thalamis sibi pectora vinxit,

Discissos nectens rapidus quos Aufidus ambit,

Pacis

amore

ligans cingunt

quos Rhenus
L

et Hister.

SUPER SEPULCRUM
1

DOMNE ANSE REGINAE
terris

f.

36 v.

fulgit
\

I

II

6 flores

Dümmler,
Z,
\

flores e terris

vor e eine Rasur L
\

ethere
xit L,

L

surget

iunxit

Dümmler, surgit Haupt und Dümmler

I|

10 adelgis aus adelchis corr.

Z,

jj

12 vin-

14 quos Rhenus Haupt, chorentis L.

3

—6

Ausonii regis des Desiderius,
zu
II

potentem

vgl.

Poet.

I

60

v.

59 sensu

vgl. Bern,

9,1.

totum semper
vgl. Hist. Lang.
v.

victura per
III

orbem meritis

19, Grabschrift

des Drokton

meritis toto vivit in orbe suis.

2

nam dum
Verg.

formaque animoque decorus, Poet. 1104 V. 18 censuque animoque potenti; an dieser Stelle ist wohl auch sensuque zu
verbessern.
11

stabunt
Ecl.

etc.

vgl.

zum Gedanken
ist

Bardis

vgl. IV^ 18.

spes

ma-

V

76

— 78;

surget

statt

surgit

xima mansit
cap. 6

vgl.

Einhard Vita Karoli

einzusetzen

wegen des vorausgehenden

stabunt

oben S. 20 Anm.). 8 10 compare cum magno vgl. Brief des Paulus an Adelperga III 29 celso cum compare. regni qui sceptra
(vgl.

Adalgisum, in quem spes omnium inclinatae videbantur, Ann. Einh. in quo Langobardi multum spei habere
videbantur.

teneret vgl.

XXVI

19

aurea sceptra.

— 20

teuere regni

12—14 Die Flüsse Aufidus, Rhein und Donau deuten das Land des Arichis,
Karls des

formaque animoque

Großen und Thassilos

an.

48
15

Karl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Quin etiam aeterno mansit sua portio

regi,

Virgineo splendore micans, his dedita templis.
Cultibus altithroni quantas fundaverit aedes

Quasque frequentat egens, pandit bene rumor ubique.
Securus iam carpe viam, peregrinus ab
20

oris,

Occiduis quisquis venerandi culmina Petri

Garganiamque petis rupem venerabilis antri. Huius ab auxilio tutus non tela latronis, Frigora vel nimbos furva sub nocte timebis; Ampla simul nam tecta tibi pastumque paravit.
25

Plura loqui invitam brevitas vetat inproba linguam.

Concludam paucis. Quicquid pietate redundat, Quicquid mente micat gestorum aut luce coruscat,
In te cuncta simul, fulgens regina,

manebant.
L.

26 quicquid] das erste q auf Rasur L
15

\

28 manebat

— 16

quin etiam aeterno mansit
ihre

nach einem entlaufenen Rind
Grotte

in

einer
Er-

sua portio regi: Ansa vermählte
Töchter
nicht

des

Monte Gargano

die

bloß

irdischen Königen,
blieb sein Teil

scheinung des heiligen Michael und zwar

auch

dem ewigen König
daß
Ansilperga
in Brescia

am

8.

Mai unter Papst Gelasius

(S.Jahr-

dadurch,

Äbtissin

von
his

hundert).

San Salvatore

wurde.

Zur Erinnerung daran wurde eine Kirche erbaut, die heute noch ein
ist.

dedita templis: aus dieser Stelle schloß

besuchter Wallfahrtsort

Haupt mit Recht, daß die Grabschrift im Salvatorkloster sich befand und hier begraben wurde. Ansa 17 18 quantas fundaverit aedes quasque frequentat egens: quantas quot; Paulus will sagen: quantas aedes cultibus altithroni fundaverit et quantas aedes, quas frequentat egens: 'Allgemein bekannt ist, wieviele Gotteshäuser und Hospize sie gründete.' 19 21 securus iam carpe viam: Der Dichter wendet sich hier an den zu dem Grab kommenden Pilger, der

25

—28 improba brevitas: 'Die leidige
Raum
sich

Kürze (der geringe
stein) verbietet der

auf

dem Grabsträubt.'

Zunge noch mehr zu
auch

sagen,

so

sehr

sie

=

Es

ist

dies zugleich eine

Wendung um zum

Schluß zu kommen, wie sie ähnlich auftritt

XXVI

15

sed quid plura feram?;
I

Theodulf Poet.

528

v.

27 quid referam?

virtute cluis, pietate redundas.

quic-

quid pietate redundat: beliebter Schluß,
vgl.

außer der eben angegebenen Stelle bei
I

Theodulf auch Angilb. Poet.
Sedul.

366
Eug.

v.

22;
Toi.

carm.
3.

pasch.

II

260;

entweder nach

Rom

oder

zum

Heilig-

carm.
Poet.

XVI
I

tum des Erzengels Michael Monte Gargano wallfahren
venerandi
bert Poet.
templi.
I

auf
will.

dem

366

v.

— luce coruscat: vgl. Angilb. 12. — manebant = erant:
jeden-

Zu manebat wurde der Schreiber
falls

culmina
420
v.
1

Petri

vgl.

Angil-

durch den Schluß

der beiden vor-

venerandi culmina

venerabilis antri:

Nach der
der

Legende

hatten

Hirten

auf

Suche

XXXVI 35 in num semper,

ausgehenden Zeilen veranlaßt, vgl. auch omne simulque bote venerande, manebat.
. .
.

X.

Auf das Grab der Enkelin Sophia.
*Du warst die Schönste Deines Geschlechts und an Kenntnissen Deinen Jahren weit voraus. Dein Geist erfaßte alles im Fluge (1 8).

Dein Tod war auch der Tod der Großmutter.
zeit rüstet

Statt

zu Deiner Hoch-

frühen

man sich zu Tod (9—18).'

Deiner Leichenfeier.

Alles trauert

um

Deinen

An
da
diese

der Autorschaft des Paulus Diaconus
Grabschrift
in

ist

nicht zu zweifeln,

drei

für

die

paulinische

OberlieferungsI

geschichte wichtigen Handschriften (der Leipziger Rep.

74,

vgl.Bem.

zu V; der Pariser zu VIII) enthalten
weisen.
Bis jetzt dachte

lat.

528, vgl.

ist

Bem. zu VI; dem Harleianus, vgl.Bem. und auch stilistische Beobachtungen auf ihn hinist.

Fraglich aber erscheint, wer mit Sophia neptis gemeint

man an

eine Nichte des Dichters

(vgl.

Gedicht XII,
allein

wo von
mir
ist

seinem Bruder Arichis vier Kinder erwähnt werden),
es

wahrscheinlicher,
ist.

daß hier an eine Enkelin der Königin
vor
allem
die

Ansa zu denken

Dafür spricht

Überlieferung:

das Epitaph geht in der Leipziger Handschrift unmittelbar

dem

der

Ansa voraus. Dann auch der Inhalt: nur mit wenigen Worten gedenkt der Dichter der Eltern und hebt besonders die Wirkung des Todes
der Jungfrau auf die Großmutter hervor.

Das
noch nicht
Quellen

kleine Gedicht,

das nicht ohne poetischen Reiz

ist

und

die in der karolingischen Zeit üblichen

Gemeinplätze der

epitaphistischen Literatur zeigt, entstand zwischen 774
u.

und 782.
4

Untersuch,

z,

lat,

Philologie des

MA.

III,

4.

50

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Roseida de lacrimis miserorum terra parentum Haec te, gemma micans, cara Sophia, tenet.

Tu decus omne tuis, virgo speciosa, fuisti, Qua non his terris gratior ulla manet. Heu fueras teneris, dulcis, tarn docta sub annis,
Longaevi
ut stuperent
aliis

iam tua verba senes.

Et quae longa dies

praestare puellis

Vix poterat, raptim cuncta fuere tibi. Te moriente avia iam vivere posse negavit
10

Illius

et

mortis mors tua causa

fuit.

Iam thalamus sponsusque tibi parabantur et inde Spes quoque iam nobis grata nepotis erat.
Epitaphium
f.

sophiae

neptis

P

/.

126v;

EPITAFION SOPHIE NEPTIS L

36; Epithaphion 2 haec te

H

f.

5^.

gemma

micans] die Buchstaben

vom
\

ersten a bis g durch

zerstört P,

haec regem manicans

H

\

caro
\

P
\

sofia

H

\

tenit //

||

Nässe 3 von

tuis aus tui corr., dann durchgestrichen und u nidit zu erkennen P 5 Heu eras dazwischen eine durch und verbessert an den Rand geschrieben 6 longeui P L cuperent // 7 prestare Rasur entstandene Lücke Z. ae) 9 avia] uia uivere aus uiuire corr. L (und so fast immer e für 11 thalamus aus talamus corr. L inde PH, ecce L. 10 mortis] moestis //

decus

ist c

H

|1

H

\

H H

\

||

\

\

||

\

1 4 roscida de lacrimis: vgl. XXXV lugentum lacrimis populorum roscigemma micans VI 56 vgl. da tellus. tu decus omne tuis auch XXIX 7. Ecl. V34; vgl. IV^ 20 omne decusVerg. que suorum, XXXV v. 27 tu requiesque qua non his terris tuis fuisti. gratior ulla manet: vgl. XXVI 8 qua Es non occiduo pulchrior ulla foret.

doctior

in

terris

nulla

puella

foret;

V. 1

649, 7 ultra

annos sapiens praeceps fata

;

invida raptum.
Ep.

— longaevi senes (Ovid.
zum Gedanken VI
8 ex-

V 40).

Vgl.

.

.

.

superansque senes, o puerile decus und Poet. II 659 V. 15, 16. stuperent darf

nicht mit

H

gegen

PL

in

cuperent ge-

ändert werden, da eine Vertauschung der

Konjugationen oder die Verkürzung eines
langen Vokals in längeren Formen bei
Paulus und auch sonst
(vgl.

mag

auffallen,

daß Paulus bei der Grabnicht

schrift

einer Prinzessin

mit ihrer

Fortunat ed.

edlen Abkunft beginnt, wie es nach an-

tikem Vorbild die karolingischen Dichter

Leo Index) nichts Ungewöhnliches ist, vgl. V. 11 parabantur : XIV v. 1 fluebat.
9

gewöhnlich tun
arbeitet

(vgl. S. 43),

aber Paulus

avia (mit langem Nominativ
vgl.

-a!)

noch nicht nach den Vorbildern, die ihm später bei seinem Aufenthalt am Hofe Karls vorlagen. 5 8 Der Hinweis auf den hoch-

entwickelten

Geist

der

in

so

jungen

Vorbemerkung. vivere posse negavit: Es ist in alten Epitaphien häufig zu lesen, daß die Überlebenden so in Trauer versetzt sind, daß sie sich selbst den Tod wünschen, vgl.
Ansa,
die
Lier, Philol.

=

Jahren Verstorbenen findet sich auch in
Epitaphien älterer Zeiten,
vgl,

XVI

(1903) S. 464.

Vollmer
latina

11

spes
stellt

quoque
sich hier

zu

Stat.

silv.

2,

1,

38;

Carmina

Dichter

iam nobis: Der und v. 13 und 15
(vgl.

epigraphica ed. Bücheier 1166 quod si

an die Stelle der Eltern

auch IX 9;

longa tuae mansissent tempora

vitae,

XXVIII

9).

Auf das Grab der Enkelin Sophia.

51

Hei mihi, pro thalamo dedimus
16

tibi,

virgo, sepulchrum,

Pro taedis miserum funeris officium.

Tundimus heu maesti pro plausu pectora pugnis
Pro cithara
et

cantu planctus ubique sonat.

Gemmantem

vitem decoxit saeva pruina
tulit

Purpureamque
13 Hei mihi
caedis

dira procella rosam.

P L, H
P
\

mihi

H
L
\

\

14 thaedis P, theHs (am

Rand

uel tedis) L,
s

H
I

\

15 heu aus eu corr.

moesti
\

H

plauso
\

P

\

pugni

am Rand
\

L

\

16 chithara L, cythara
fehlt

canto

P

17 fehlt
in

H

||

18 purporeamque L

tulit

P

rosa P.

Daran

sdiließen

sich

P

folgende,

wie es

sdieint,

später

eingetragene Verse:
Christe potens, sollers

summi

sapientia patris,
fideli.

Da sensum, da verba

tuo (corr. aus \o), deposco,

Hierauf folgt der Brief des Paulus an Theudemar.
14
V. 28.

— tundimus heu maesti pro plausu
vgl.

— 18

funeris officium Poet.

I

104

zwar,

als

er

das Gedicht
I).

an den Hof

Karls brachte (vgl.

Meine Vermutung
des

pectora pugnis: eine jedenfalls beabsichtigte Alliteration;

sehe ich dadurch gestützt, daß sich an
diese

den gleichen Vers-

Verse

der

Brief

Paulus
Karl

an
be-

schluß Verg. Aen. IV 673, XII 871; Ovid.

Met.

III

535.

XXXV 31.

Theudemar
denkt,

anschließt.

Wenn man

planctus ubique sonat
tulit

welche Anforderungen
stellte,

an

purpureamque

dira
vgl.

Paulus
seine
sollers

so

begreift

man wohl
will (M.

procella: ähnliches Bild XXVIII 2;
Lier, Philol.

Bitte
ist

XVI

(1903) S. 583.

um
nicht

sensus und sapientia:

Die

wie Dümmler
(vgl.

Verse
lich

Christe potens sind wahrscheinselbst hinzugefügt

G. Epp. IV 506, 10) zu Christe, sondern

von Paulus

und

zu sapientia zu ziehen

Anhang XI 6

4*

XI.

Bittschrift

an Karl.

Menschen als mich, seitdem nun noch ein neues trauriges Ereignis, die Gefangennahme meines Bruders, mich mit Schmerz erfüllt (1 8). Seine Frau und Kinder müssen, ihres väterlichen Besitzes beraubt, in der Heimat betteln gehn. Meine Schwester weint sich in ihrem Elend fast die Augen aus (9 Nur Du kannst helfen; hab' Erbarmen und gib ihnen 16). Besitz und Stellung wieder. Dann will ich Christi Lob verkünden, der allein gebührenden Lohn spenden kann (17 28).'
*Es gibt auf der Welt keinen unglücklicheren

Die Gedichte VI und VIII gaben schon, wenn auch nur an-

Stimmung, die den Dichter in der frühesten Zeit seiner Verbannung nach Montecassino erfüllte. Hier schildert er sich in den ersten vier Versen als den unglücklichsten Menschen, den es gibt. Außer seiner eigenen Bestrafung bereitet ihm ein neuer Anlaß großen Kummer: die Wegführung seines Bruders Arichis in fränkische Gefangenschaft und das Elend der zurückdeutungsweise,
einen
Einblick
in

die

traurige

gebliebenen Familie.

Abgesehen davon, daß uns Paulus in Hist. Lang. IV 37 den Namen seines Bruders nennt, und außer den Andeutungen im vorliegenden Gedicht gibt es keine Oberlieferung über dessen Schick-

Wir wissen aber, daß der Herzog Hrodgaud in Friaul 776 gegen Karl sich empörte (Abel I 245 ff.), daß im April gleichen Jahres der Aufstand niedergeschlagen war und daß Karl über die Empörer strenge Strafen verhängte: Fortführung in fränkische Gesale.

fangenschaft, Konfiskation ihres

Vermögens und ihrer Güter (Abel 1 252). Arichis, der Bruder des Paulus, wohnte in Friaul. Hier hatte Karl, ebenso wie am Hof des von Friaul stammenden Herzogs von Benevent,

Bittschrift

an Karl.

53
I

die erbittertsten cap. 11).

Gegner
ist

(vgl.

Ann. Einh. 788 SS.

173; Einh. Vita Car.

Demnach

es

sehr wahrscheinlich,

daß Arichis ebenso

wie sein Bruder auch infolge der früheren Beziehungen ihrer Familie zum Hof in Pavia zur Nationalpartei gehörte und sich an dem Aufstand des Herzogs

Hrodgaud

beteiligte;

denn es

trafen ihn die gleichen

Strafen wie die anderen Empörer.

Die Autorschaft unseres Paulus wird nicht bloß durch den
halt,

In-

sondern auch durch die Überlieferung gestützt:
lat.

in der Pariser

Handschrift

528

(P) steht unser Gedicht

unter zweifellos paulini-

schen Gedichten,

die

auch
läßt

zeitlich

ihm nahestehen, außerdem im
septimus annas
ist

Harleianus (H) und im Urbinas (U).

Die Abfassungszeit
adest,
d. h.

sich aus v. 5 folgern:

ex quo nova causa dolores generat: das siebente Jahr

da,

nimmt seinen Anfang,

es sind gerade sechs Jahre vorüber, seitdem

jenes neue Ereignis, die Bestrafung seines Bruders, eintrat (vgl. auch

Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands
Arichis

II ^

161

Anm.

1).

Wenn nun

im April 776, wo der Aufstand unterdrückt war, bestraft wurde, so war genau im April 782 das sechste Jahr vorbei und schon im Mai 782 konnte er sagen: adest septimus annus. Demnach verfaßte
Paulus wahrscheinlich in dieser Zeit die
a. a.

Bittschrift, vgl.

auch Hauck

O. und Abel

überreichen (vgl.

253 Anm. 3, und Vorbem. zu XII).
I

ließ sie

durch Petrus von Pisa

Das Gedicht gehört

unstreitig

zu den schönsten Erzeugnissen
auf
Karl

des karolingischen Kreises und hat jedenfalls auch

seine

Wirkung nicht verfehlt, der gerade in jener Zeit Männer von dichterischer und wissenschaftlicher Befähigung an seinen Hof zu ziehen
suchte.

Verba

tui famuli,

Respice

et

Sum
IT

miser, ut

summe, adtende serenus. ad fletum cum pietate meum. mereor, quantum vix ullus in orbe
rex

est.

Semper

inest luctus tristis et hora mihi.
/. 126,

UERS PAULI AD REG PCANDO P
attende

H

f. 6,

ohne Übersdirift

U f.Sl.
1

HU

\

2 ei affectum
will

U

\

3

illus

M.

2

ut mereor:
ich

Paulus
einer

sagen:

Bruder."
leiht er

Durch diese Selbstlosigkeit
der Bitte für seinen Bruder

ver-

„Wenn

auch

der

Unglück-

mehr
I

lichsten bin, so verdiene ich
Strafe der

doch meine

Nachdruck.
3
\

Verbannung, und

ich bitte des-

—6

halb nicht für mich, sondern für meinen

ver

tibi

semper inest luctus semper inest.

vgl.

7

54
5

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Septimus annus adest, ex quo nova causa dolores
Multiplices generat et

mea corda

quatit.

Captivus vestris extunc germanus in oris
Est
Illius
10

meus

afflicto

pectore, nudus, egens.

in patria

coniunx miseranda per omnes
arte,

Mendicat plateas ore tremente cibos.
Quattuor hac turpi natos sustentat ab

Quos

vix pannuciis praevalet

illa

tegi.

Est mihi, quae primis Christo sacrata sub annis

Excubat, egregia simplicitate soror.
15

Haec sub

sorte pari luctum sine fine retentans

Privata est oculis iam prope flendo suis.

Quantulacumque

fuit,

direpta est nostra supellex

Nee
20

est,

heu, miseris qui ferat ullus opem.

Coniunx est fratris rebus exclusa paternis lamque sumus servis rusticitate pares.
NobiHtas
periit,

miseris accessit egestas.
fateor, asperiora pati.

Debuimus,
6 quattit
10 plateas
corr.
tegit

H

\

7 vestris] extris
corr.

U
\

\

horis

P//
\

il

8 afflictu

aus plates
turpi] uirpi

U

\

tremento

U

11 quatuor
illa

H HU

\

9 coniux
\

P

\

hac aus ac
illa

P ü

I

P

\

arce

H
U
P
\

12 praevalet

tegi
\

II

13 que (öfter e für ae)

14 simplicitatae

H
\

H, quis ualet 17 quantulacunque

P

U

\

suppellex

PH U

\

20 sumus aus
aegestas

summus

corr.

P

21 accessit aus accedit

corr. P, successit

U

H.
19

12 quos vix pannuciis: Der
ist

klar,

nicht

Gedanke aber der Wortlaut. Nach
deuten:

— 21

rebus exclusa paternis: Daservis

mit

ist

jedenfalls der Besitz ihres Vaters
rusticitate

V
ihr

könnte

man

quos
in die

illa

vix

gemeint.
rusticitas

pares:
nicht

tegit,

quis pannuciis valet: mit

Müh und
wenigen
(vgl. die

ist

der Gegensatz zu nobilitas:

Not

hüllt sie ihre

Kinder

infolge

ihrer

Armut

können

sie

zu Gebote stehenden Lumpen

mehr standesgemäß
lich

leben, sondern sind

ähnliche Ausdrucksweise in den Briefen:

zu einer niedrigen Lebensführung, ähn-

XIV tota qua solum valeo mente und XXXI
oculis quibus solis valeo. Allein diese Lesart sieht

den Unfreien

verurteilt,
I

vgl.

zum

Gedanken

Alcvin. Poet.

187

v.

798—799
et

sehr nach Interpolation aus;

PH

nie tarnen metuit clara se stirpe fateri

bieten die richtige Lesart: „Mit

Mühe und
hüllen."

Not bringt

es die Mutter fertig, daß diese

Progenitum dicens: pauper sum rusticus unus; vgl. auch Dahn S. 5.
nobilitas periit: Hist. Lang. VI 24.

(=
wir,

ihre Kinder) sich in

Lumpen

13 est mihi soror: Daraus erfahren

22 debuimus asperiora pati: kann

seinem Bruder Arichis noch eine Schwester hatte, die ins Kloster gegangen war.
außer
18

daß Paulus

kaum bedeuten:
und sed
S. 260,
(v.

„wir mußten wirklich zu

Hartes erdulden", sondern
23)

wegen fateor
noch Vgl. Bethm.

nur:

„wir hätten

nee vgl. Vollmer, Philol. Suppl.

Härteres erdulden sollen".

X

302, 89.

Dahn

S. 29.

Bittschrift

an Karl.

55

25

Sed miserere, potens rector, miserere, precamur Et tandem finem his, pie, pone malis. Captivum patriae redde et civilibus arvis,

Cum
Mens

modicis rebus culmina redde simul,
potest.

nostra ut Christo laudes in saecla frequentet,

Reddere qui solus praemia digna
25 redde
reddet

et]
II

H

|

civilibus] genitalibus

U

\

26 sumul

U

27 laude

P

I

secuta

U

unter 28 xeXwo U.

26 cum modicis rebus culmina redde: Er
bittet,

den modicae res auch Haus und Hof
rechnet.

Karl

möge diesem Elend

ein

Ende machen, den Gefangenen wieder
in die heimatlichen Gefilde ziehen lassen

27 Paulus erklärt
seine
Bitte
erfüllt

hier,

daß

er,

wenn
Trauer

und

seine

und ihm seinen Wohnsitz (culmina tectum) nebst einem bescheidenen Teil
seines

=

Besitztums

zurückgeben;
Stellung

es

ist

aber nicht ausgeschlossen,

daß culmina
be-

auch
deutet,

die

angesehene

geschwunden sei, seine Tätigkeit nur Christus weihen wolle, der dann Karl seine Gnade lohnen werde. Man kann die Zusage herauslesen, daß er von nun an der Politik ferne zu bleiben und als

besonders

wenn

man

zu

Mönch zu

leben entschlossen

sei.

XII.

Petrus von Pisa an Paulus Diaconus.
^Gelobt sei Christus, der die Hölle überwunden und auch Dich
Paulus, den hochgelehrten

und sprachenkundigeu

Dichter, an unsern
als

Hof sandte

(1

4).

Deine unermüdliche Tätigkeit
(5

Lehrer des

Lateinischen und Griechischen erweckt in mir die Hoffnung, daß

Du

uns nicht wieder verlassen wirst
Kenntnisse

9).

Für die Förderung der

im Griechischen sage ich Dir ganz besonderen Dank; denn nunmehr können auch die Kleriker im Gefolge meiner Tochter 12).' mit dieser Sprache bekannt gemacht werden (10

Der Verfasser dieses im Auftrage Karls an Paulus gerichteten Gedichtes ist Petrus von Pisa, der in den Handschriften die Beinamen Alcvin erdiaconus, archidiaconus, grammaticus und magister hat. zählt in einem Briefe aus dem Jahre 799 (iVL G. Epp. IV 285), daß er als junger Mann sich auf einer Reise nach Rom in Pavia aufgehalten und hier eine Disputation mitangehört habe, die ein Jude Lullus mit diesem Petrus hatte, und fügt bei et scriptam esse eandem controversiam in eadem civitate audivi. Es scheint sich
also

um

einen

wichtigen

wissenschaftlichen

Streitpunkt

gehandelt

zu haben.

Diese Bemerkungen Alcvins sind deshalb von großer Bedeutung,
weil

man

daraus entnehmen kann, daß in der Residenz des Desiderius,

während
lehrten.
in

dessen Regierungszeit

(757

— 774)
seiner

Alcvin

jedenfalls

diese

erste italienische Reise machte, wissenschaftlich

hochstehende Männer
ist

Da nun auch Paulus an diesem Hofe
seiner

sich aufhielt, so

es

Anbetracht

Stellung

und

wissenschaftlichen

Be-

strebungen zweifellos, daß diese beiden gelehrten Männer sich nahe-

Petrus von Pisa an Paulus Diaconus.

57
8 im Gedicht XVIII

traten

und Freunde wurden; was man auch aus

v.

antiquo et caro

quondam

mittente sociale herauslesen kann.

Als Karl im Jahre 780 nach Italien

zog und sich längere Zeit
daß

auch
liche

in Pavia aufhielt,

bekam

er einen Einblick in dajs wissenschaft-

Leben, das in italienischen Städten herrschte, und wollte,

auch sein Hof eine Pflegestätte feiner Bildung werde, was Angilbert
(Poet.

19—22) mit deutlichen Worten ausspricht: David habere capit sapientes mente magistros Ad decas, ad laudem cuiuscumque artis in aala, Ut vetenim renovet studiosa mente sophiam. David amat vates, vatoram est gloria David. Da galt es nun geeignete Männer für seine Zwecke zu
I

360

V.

ge-

winnen und so
gesch.
II

berief er

um

jene Zeit Petrus

(vgl.

Hauck, Kirchen-

155
in

gelernt hatte,

Daß
ihm
sein

und im Jahre 782 Alcvin, den er in Parma kennen an seinen Hof (Abel I 390). demselben Jahre Paulus, wie klar gelegt wurde, seine
ff.)

Bittschrift verfaßte,

scheint mir kein Zufall zu sein.

Jedenfalls hatte

Freund Petrus geraten diesen Zeitpunkt zu wählen, als Karl Damals mag wohl jener bei Gelehrte für seine Akademie suchte. der Überreichung dieser Bittschrift seinen Freund als geeignetes Mitglied jener zu gründenden gelehrten Gesellschaft empfohlen und dadurch Karl veranlaßt haben Paulus zu begnadigen und im Jahre 782 an seinen Hof zu berufen. Wenn sein Erscheinen als göttliche Fügung hingestellt wird (Str. 4), so ist das ebenso zu verstehen, wie wenn in Str. 11 der fromme König ein Ereignis, das nur das Ergebnis diplomatischer Berechnung war, auch als solche bezeichnen läßt. In dem literarischen Kreise bildete der damals schon hochbetagte Petrus von Pisa den Mittelpunkt. Er wurde in lateinischer Grammatik und Literatur zugleich Lehrer des Königs (vgl. Einh.Vita Caroli cap.25: In discenda grammatica Petrum Pisanam diaconem senem audivit) und auch Angilberts (vgl. Ged. XXXIX und M. G. Epp. IV 285, 6). Über
seine weiteren Lebensverhältnisse
soll

und seine

schriftstellerische Tätigkeit

im Anschluß an spätere Gedichte gesprochen werden. Die Gedichte XII und XIII entstanden jedenfalls in der ersten Zeit des Aufenthaltes des Paulus am fränkischen Hof, etwa Anfang 783; denn noch gibt dieser keine Andeutung, ob er länger bleiben wolle, und auch der König spricht nur die Hoffnung aus ihn vielleicht doch dauernd gewinnen zu können. Gewählt ist der volkstümliche, sehr verbreitete trochaeische Fünfzehnsilber,

der auch

dem

Paulus geläufig war, vgl. oben Gedicht

II

58

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

und Wilhelm Mayer, Gesammelte Abhandlungen zur mittellateinischen Rhythmik 204. Das überschwengliche Lob, das Karl dem Paulus für seine Lehrtätigkeit ausspricht, ist wohl schon deshalb nicht wörtlich zu nehmen, weil er durch besondere Anerkennung seiner Verdienste ihn zum
I

Bleiben

veranlassen

will.

Sicher

aber

hat

Paulus

als

Lehrer der

griechischen Sprache wirklich etwas
Stellen des Gedichtes

geleistet,
(Str. 7, 8,

da der König an drei
10).

davon

spricht

An

der letzten

Stelle preist er diese seine Tätigkeit als etwas

ganz Besonderes, das

nie gehofften

Daraus
jenseits

Ruhm einträgt. kann man zwar
zum

nicht folgern, daß in karolingischer Zeit

durch Paulus überhaupt
der Alpen

erstenmal das Studium des Griechischen

Eingang fand, sondern daß er es neu belebte und viele unterrichtete (vgl. 9, 1 post Graecam, multis quam ostendis, regalam). Ganz besonders war aber der König wohl deshalb darüber erfreut, weil er nun Gelegenheit hatte die Kleriker, die mit seiner Tochter Rothrud nach Byzanz ziehen sollten, durch einen Nichtgriechen unterrichten lassen zu können und es erfüllte ihn in seinem Bestreben alles zur Hebung der Bildung zu tun mit Befriedigung, daß er auch diese infolge des regen Verkehrs mit Byzanz wichtigen Studien an seinem Hofe angeregt hatte. Vor Paulus' Ankunft am Hof im Jahre 781 nach der Verlobung der Prinzessin war der Eunuch und Notar Elissaeus (Abel I 385 bis 386) beauftragt worden ihr griechische Sprache und Sitte zu lehren (vgl. Theophanes ed. de Boor I 455 y.axüdnev 'EhooaTov
. .

.

TiQdg

TO

diöd^ai

amrjv

rd

rs

icbv

Fgaizcbv

ygä/ijuaTa

xal

ti]v

yXwooav),

SS.

II

kann zwar griechisch, wie aus Gest. epp. Mett. 264 hervorgeht; er hatte es in jungen Jahren am Hof in
Paulus
gelernt,

Pavia
er XIII

aber

seine

Kenntnisse in

dieser

Sprache sind,

wie

und 12 sagt, sehr gering. Das Studium des Griechischen lag im achten Jahrhundert im Westen vollkommen darnieder und man begnügte sich mit dem Einlernen einzelner Formeln und Verse. Ein klareres Bild davon gibt uns ein kurzer grammatischer Traktat, der sich im Parisinus lat. 528 f. 134^ 135 findet und zuerst von H. Omont (Bibliotheque de l'Ecole des chartes XLII 1881,
11

126

— 127)

veröffentlicht wurde.

Da

das Stück sich an eine größere

Anzahl paulinischer Gedichte anschließt, und zwar solcher, die am Hofe Karls entstanden sind, so kann man annehmen, daß es auf Paulus und seine Lehrtätigkeit zurückgeht. Ich habe die Handschrift,

Petrus von Pisa an Paulus Diaconus.

59

noch einmal benützt und gebe hier einen Teil des Traktates mit allen Fehlern und Eigenheiten geIn genauem Anschluß an Donat (vgl. Keil, Gramm, treulich wieder. wird das Wort doctas grammatikalisch behandelt; die lat. IV 355)
die
enthält,

auch den Rhythmus selbst

Form

ist,

wie so

oft,

dialogisch,

die

Methode

die des /legio^uog oder

emjusQiojuog (vgl. Baebler, Beiträge zu einer Geschichte der lateinischen

Grammatik im
TI

Mittelalter S. 17).

ECTIN DOCTUS. MEPOC ÄUrU.

Quid

est

doctus?

Pars orationis.

MEPOC AUrU ECTIN. ONOMA ECTIN. nOCA nAPEnONTE TUTO
TI

Quae

pars orationis est?
est.

Nomen

Quot accedunt huic nomini?
Sex.

ONOMATIt
EX. noiA.
IIOIOTIC, CYNCPICIC,

Quae?

GENOC

Qualitas, comparatio, genus.

APITHMOC, CKEMA, niHOCIC. TINOC nOIOTITOC ECTIN. nPOCITOPIIUAC TIC BATMOC CINKPICEOC
ECTIN.

Numerus,

figura,

casus.

Cuius qualitatis est?
Appellativae.

Quis gradus conparationis est?
Positivus.

THETICOC CYNKPICEOC BATHMI nOIOCIN
TRIC
IIOIOI

Conparationis gradus quot sunt?

Tres.

Qui?
Positivus.

THETIKOC
CINKPITIKOC.

Conparativus.
Superlativus.

YnEPTETIKOC TINOC FENOC ECTIN
APENIKU.

Cuius generis est?
Masculini.

THIAIKON UDETEPU.

Feminini.
Neutri.

KOINON nANTOC EniKOINON
Auch

Communis.
Omnis.
Promiscui.

in der St. Galler Handschrift

899

p. 84,

in der viele

Stücke

zum

karolingischen

Hof Beziehungen aufweisen, fand

ich

Notizen,

die sich

passend hier anschheßen.

60

Karl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

NOYC nATPIKOC
AOrOC

sensus paternus.

ON

verbum quod est.

sive ratio.

TOY ONTOC

qui

sit.

IIROON pexistentia. TO MH ON quod non est. MH ONTA quae non sunt. AOrOI sermones. TQ NOI sensui.

TOY ONTOC

qui

sit.

HYAE

materia vel corpus.

MH

ONTÜC

non

sit.

YAHN corpus. TH YÄH huic
1.

corpori.

Nos dicamus Christo laudem genitoris unico, mundi legitur librorum qui creator paginis,
cuius fine Clemens venit liberare perditos.

2.

Ante saecula qui natus paterna substantia, ut salvaret, quos creavit, carnem nostram induit
et

innumeris ostendit virtutem miraculis.

3.

Rupit tartara calcato draconis imperio,
cuius mors terrarum

orbem vastabat

invidia,

vinctos diu paradysi perduxit ad gaudia.
4.

Qui

te,

Paule, poetarum
variis

unguis

vatumque doctissime, ad nostram lampantem provinciam
fecundes seminibus.

misit, ut inertes aptis

IT.

UERS.

petri

grammatici

Pf. 123— 123v.
P, doctissimum

4,1

doctissime] e auf

Rasur

Dümmler

\

4,2 prouintiam

P

\

4,3 aptis fecundes aus aptes fecundis corr. P.
1,1

Christo

genitoris

unico
;

dem

eingebornen Sohne des Vaters unicus
unigenitus.
2,1

=

lampoeta der schaffende Dichter. pantem Unguis variis: Er verstand also Lateinisch, Griechisch und Hebräisch und

ante saecula qui natus paterna

war demnach
V. 27;

trilinguis (vgl.Poet.

III

167

substantia

sianum
4,1

:

im Symbolum AthanaDeus ex substantia Patris ante
vgl.

229

v. 1).

Dies

ist

aber nur für die

lateinische Sprache wörtlich zu

saecula genitus.

denn

für diese Zeit

nehmen; waren Kenntnisse im

ist

poetarum vatumque: vates der dichterisch begeisterte Sänger und

—2

Hebräischen
Griechische

eine
betrifft,

Seltenheit.
vgl.

Was

das

Vocbem.

Petrus von Pisa an Paulus Diaconus.

61

5.

Graeca cerneris Homerus, Latina Vergilius,
in

Hebraea quoque

Philo, Tertullus in artibus,

Flaccus crederis in metris, Tibullus eloquio.
6.

Tu nos

gestu docuisti exemplorum credere,
nostri plantatus radicitus

quod amoris agro

tenearis nee ad prisca cor ducas latibula.
7.

Cum

grammaticae Latinis fecundare

rivulis

non cesses nocte dieque cupientis viscera partiumque satione Graecorum sub studio,
8.

Haec nos
quod

facit

firmiores doctrina laudabilis

vestra de permansione
te restis

qua

fuit

dubietas,

nostrae cinxit nee dimittit anehorae.

5,1 7,1 latinis]

Greca

(oft e
i

für aej
corr.

P
\

\

6,1

docuisti

zweimal

P

\

6,2 radictus

P

\

das erste

P

7,3 ratione P, satione Traube.

Hebraea quoque Philo: Der Jude Philo war dem karolingischen
5,1

—3

in

diesem Gedicht 8,3
der
8.

u. 11,1),

wird von Paudieser

lus selten gebraucht.

Aus

und aus

Kreis aus lateinischen Übersetzungen bekannt.

Strophe geht hervor,

daß Paulus
er

Paulus nennt den in Alexandria
XIII

noch keine Zusage machte, ob
Karls bleiben wolle.
nicht

am Hofe

geborenen Philosophen
cus.

— Tertullus

4 Memphiti-

Er scheint also noch

in artibus:

Wen

Petrus

lange

dort

geweilt zu haben.

damit meint,
geschichte

läßt

sich

nicht

bestimmt

prisca latibula weist auf Montecassino
hin,

sagen, möglicherweise den in der Apostel(24, 1)

wo

seine wissenschaftHche Bedeu-

genannten jüdischen
ihn

tung nicht solche Würdigung fand
in der gelehrten Gesellschaft Karls.

wie

Redner,
auftritt.

der gegen den Apostel Paulus

Daß

er

neben dem Juden
v. 54) als

Philo nennt,

könnte dafür sprechen.
I

7

—8

Die von Traube (Neues Archiv
vorgeschlagene
Lesart
ein

XVII 399)

pra-

Homer

galt (Poet.

97
er
als

vatum

torumque satione bringt
4,3

zu fecunfordert

summus, ohne daß und Angilbert hatte
lehrten

gelesen wurde,
Mitglied des ge-

dare rivulis passendes Bild; vgl. auch

fecundes

seminibus;
nicht

doch

Kreises Karls

diesen Beinamen,

der

Gedanke

die

Änderung des
kann sagen,
Lateini-

Alcvin

seinem Dichternamen Flaccus. Horaz war aber jedenfalls auch
hieß

mit

überlieferten /7flr^/w/w; Petrus

daß Paulus im Gegensatz
schen

zum

nicht durch Lektüre

bekannt,

vgl. P. v.

vom

Griechischen nur die partes
lehre
(vgl. 9).

Winterfeld Rh.
Schriftsteller

M.

60,

1905, 33.

Welche

orationis

vestra

de

in

der karolingischen Zeit

besonders gelesen wurden, erfahren wir
aus Poet.
6,1
I

203

v.

1535 ff. und 543

v.

gestu exemplorum

gerens exempla

=

1—18. prae te
c.

permansione: sc. firmiores de vestra permansione, de qua fuit dubietas, quod „fester im Glauben betreffs eures Verweilens,

daß".

Ein Vergleich dieses

credere, quod: Die
statt acc.
inf.,

Gedichtes des Petrus von Pisa mit
Darstellungsweise des Paulus.

dem

Konstruktion mit quod

folgenden zeigt deutlich den Vorzug der

sonst eine häufige Erscheinung

(vgl.

in

62
9.

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Credimus post Graecam, multis quam ostendis, regulam te iam doctis traditurum Hebraeorum studia,
quibus
ille

Gamalihel doctor legis damit.

10.

Magnas

tibi

nos agamus, venerande,

gratias,

qui cupis Graeco susceptos erudire tramite.

Quam non
11.

ante sperabamus, nunc surrexit gloria.

Haud

te latet,

quod iubente Christo nostra

filia

Michaele comitante sollers maris spatia ad tenenda sceptra regni transitura properat.
12.

Hac pro causa Graecam doces
nostros, <ut> in eins pergant
et

clericos

grammaticam

manentes obsequio

Graiorum videantur
Dümmler
ein.

eruditi regulis.

12,2 ut fügte

9 post

Graecam regulam,

vgl. 12,3

geistigen Vorzüge gerühmt,
bert Poet.
I

vgl. Angil-

Graiorum videantur eruditi regulis und 10,2 Graeco susceptos erudire tramite: Aus dieser Ausdrucksweise entnehme ich, daß der Unterricht im Griechischen
sich

361

v.

43 Rotthrud Carmen

amat, mentis clarissima virgo.
tenenda sceptra regni
vgl. Petrus

ad

nur auf einzelne grammatikalische

Erscheinungen bezog.

doctis tradi-

turum
d. h.

=

die in den Kenntnissen bereits
,

Fortgeschrittenen
die
in

Gegensatz
schola

suscepti,

genommenen. Gamalihel doctor legis, zu dessen Füßen der Apostel Paulus saß
(Act. Apost. 5, 34; 22,3).

die

palatina

Auf-

in

Rom

für

um

Während Karl im Jahre 781 sich aufhielt, warb die Kaiserin Irene ihren zehnjährigen Sohn Konstantin die Hand von Karls achtjähriger
11
I

XXI 18 nunc regni sceptra tenentis. transitura properat: Damit ist jedenfalls nur gemeint, daß die Prinzessin zu dieser Vermählung Vorkehrungen trifft. Dahn (S. 47) liest aber in diesen Worten die Andeutung, daß diese schon in allernächster Zeit stattfinde. Da nun die Prinzessin 781, im Jahre ihrer Verlobung, nicht älter als neun Jahre war, so wäre der früheste Zeitpunkt ihrer Vermählung

das Jahr 785,

wo

sie

ungefähr das Alter
die zwölf Jahre

ihrer Mutter Hildegard,
alt

sich mit Karl verheiratete (vgl.

XXVI

Tochter Rothrud (Abel

386).

Diese Ver-

21 Anm.), erreicht hätte.

Nach der DahnStelle

lobung wurde 787 wieder aufgelöst (Abel 1 569). Michaele comitante: Michael war ein griechischer Gesandter, vgl. M.

schen
unser

Erklärung

der

wäre also

Gedicht

erst

784/785 entstanden,

G. Epp. IV 547, 16; 556, 20).

sollers:
ihrer

was aber der sonstige Inhalt (vgl. Vorbem.) nicht als annehmbar erscheinen läßt.

Rothrud

wird auch

sonst

we^en

XIII.

Antwort des Paulus.
Ich habe wohl gemerkt, von wem die mir überbrachten Zeilen stammen. Das mir gespendete Lob erscheint mir als Ironie und Nie nahm ich mir jene heidnischen Dichter, mit denen ich Spott.
verglichen

Meine Kenntnisse im Griechischen und Hebräischen sind sehr gering, bilden aber meinen einzigen Reichtum und ich kann nichts anderes zum Geschenke machen als diese und meinen guten Willen. Was mich hier festhält, ist nicht Ruhmsucht, es ist der Anker eurer Liebe (6 9). Wenn die Kleriker im Gefolge Deiner Tochter nur so viel griechisch reden, als sie von mir gelernt haben, dann werden sie wie Statuen erscheinen und verlacht werden. Aber einen Beweis, daß ich nicht ganz unkundig in den Sprachen bin, will ich geben.
werde,
Vorbild
(1

zum

5).

Dies lernte ich
(10

12).'

als

Knabe, das andere entschwand mit den Jahren
schließt sich die

Daran

auch sonst bekannte römische

Obersetzung eines griechischen Epigramms ohne den zugehörigen,

von Paulus vergessenen Schluß.

Man
füllung

hätte erwartet,

daß Karl für die segensreiche Tätigkeit des
nicht
sofort

Paulus nicht bloß anerkennende Worte haben, sondern ihm die Erseiner
in
Bitte,

wenn auch
stellen

gewähren, aber doch
dies
er-

wenigstens

Aussicht

würde.
ist

Daß auch Paulus

wartete, beweist seine Antwort. Sie

in sehr

zurückhaltendem, manchGedicht, das an Karl

mal sogar kühlem Tone gehalten.
gerichtet
ist,

In

dem ganzen

bringt

er

keine andere Anrede in die Feder als gegen

den Schluß rector
als

(10,2).

Man

vergleiche nur die anderen

am Hofe

Karls entstandenen Gedichte

belanglos ansehen.

und man wird dann diesen Punkt nicht Während Petrus zwei volle Strophen (6 u. 8)

54

K^rl Neff, Gediclite des Paulus Diaconus.

dazu verwendet um Paulus zu versichern, wie wie viel Karl daran liege ihn, der nunmehr
enthaltsort

man
frei

ihn schätze,

und

über seinen Auf-

Hofe festzuhalten, bringt Paulus mit einfacher Verwendung des von Petrus (8,3) gebrauchten Bildes nichts anderes als die sehr geschraubten und gewundenen Worte anchora me sola vestri hie amoris detinet, nectar omne quod
verfügen

könne,

an

seinem

:

praecellit

qaodqae flagrat optime. Wenn er anfügt, daß ihn nicht eitle Ruhmsucht festhält, so konnte Karl zwischen den Zeilen lesen, daß dem Paulus als Ziel viel mehr die Befreiung seines Bruders vorschwebte und daß diese ihm erwünschter war als das maßlos gespendete Lob.

Von besonderer Bedeutung scheinen mir
Mit
der
auffallenden

Str.

7

u.

8 zu

sein.

hindurchgehenden und durch nichts im Gedichte des Petrus veranlaßten Äußerung, daß er
durch

zwei Strophen

keine materiellen

Güter besitze

und

nicht

wie andere solche

zum
schon

Geschenk machen könne,
erfüllt

will er Karl in

verblümter Weise nur sagen:
vielleicht

könnte ich Dir Schätze bieten, wäre mir meine Bitte

worden.
ni

Wahrscheinlich
in

enthält

auch die

Stelle 7,3:

vitam

litteris

emam
sagt,

ihrer

doppeldeutigen Ausdrucksweise,

insofern

wessen Leben er gleichsam durch seine wissenschaftliche Tätigkeit erkaufen möchte, eine stille Mahnung. Wenn man das ganze Gedicht überblickt, so erkennt man, wie
als

er

nicht

fein

Paulus

dem König

zu verstehen gibt, daß er sich mit Lob nicht
jetzt

abspeisen läßt und bis
Bleibens zu geben.

keinen Grund hat

die

Zusage seines

L

Sensi, cuius verba cepi exarata paginis,

nam

a

magno

sunt directa, quae pusillus detulit.

Portes
Versus Pauli
1,1

me
P
f.

lacerti pulsant,

non

inbellis pueri.

123v— 124.

coepi P.
ent-

1

verba exarata: Worte, die

1

mer), carta mit einem

campus candidolus
1

standen,

indem man
Zeit

die Wachstafel mit

i

(campi albentes), die Zeilen mit Furchen
(occae) verglichen (XIX
I

dem

Griffel

durchfurchte.

Auch
ein

in der

karolingischen
zuerst
auf

wurde

Gedicht
niederge-

361

V. 45.

u. 2)

;

vgl. Poet.

a

magno

sunt directa,

einer
für

Wachstafel

schrieben;

scribere

wird daher mit

quae pusillus detulit: Karl ist der Absender und ein Page der Überbringer
des Schreibens; an einer anderen Stelle
(XVIII 6)
ist

Vorliebe arare, perarare, sulcare, chara-

xare gebraucht; penna wird mit einer
zweigespaltenen Pflugschar (bifidus vo-

es ein Adjutant des

Königs

(clarus miles).

Antwort des Paulus.

65

2.

Magnus dicor poetarum vatumque doctissimus omniumque praeminere gentium eloquio
cordis et replere rura fecundis seminibus.

3.

Totum hoc
totum hoc

in

in

meam cerno prolatum miseriam, meum caput dictum per hyroniam.
et cacinnis et

Heu, laudibus deridor
4.

obprimor.
Vergiho,

Dicor simihs Homero, Flacco

similor Tertullo seu Philoni Memphitico,
tibi 5.

quoque, Veronensis o Tibulle, conferor.
si

Peream,

quenquam horum

imitari cupio,

avia qui sunt sequuti pergentes per invium;

potius sed istos ego conparabo canibus.
2,1

doctissimos

P

\

2,2 preminere (einige

Male
\

simulor corr.
2

P

\

philoni aus philom

com P
Weg

4,2 similor aus für ae) P 5,2 auia mit c über u P.
o,
\

entspricht

der

4. Str.

im voraus-

nannten Männern, die das

vom

rechten

gehenden Gedicht.
3 Beachte
die

wirkungsvolle Ana-

Abliegende im Auge hätten und dabei durch Unwegsames gingen. Er
damit sagen, daß diese Schriftsteller
in der Irre

phora verbunden mit Reim.

in

meam

will
als

miseriam: „Das ganze Lob ist nur vorgebracht worden um mir meine Armseligkeit,

Heiden

gehen, da sie nicht

den rechten

Weg

einschlagen, den allein

das,

was mir

fehlt,

recht

zum

das Christentum zeigt, und Dinge zu er-

Bewußtsein zu bringen,und alles ist Ironie"; in me, vgl. XXII 22 in meum caput

=

deridetque

meum

caput.

gründen suchen (pergentes per invium) wie der Philosoph Philo, die dem menschlichen Geist versagt sind (vgl. Verg. Aen.

heu: Die
ist

handschriftliche Überlieferung

beizu-

heu ist zweisilbig gebraucht wie seu,ceuA,2 und XV^Q, 1, vgl. Traube, Karolingische Dichtungen S. 112 ff. und O Roma nobilis, Abh. d. I. Cl. d. Akad. d.
behahen;
Wiss.

736 avia cursu dum sequor et nota excedo regione viarum). potius sed istos ego conparabo canibus: Dieser
II

Vergleich erscheint befremdend, da Paulus ein so gelehriger Schüler der Antike
ist,

XIX Bd.

II

S. 320.

deridor: Ver-

aber er gebraucht ihn vielleicht in Er-

tauschung der Konjugation, vgl. XIII 11
deridentur, XXII 22 deridet
Fut. gebraucht);

innerung an Matth.

XV 26, wo

Jesus die

(beides als

X

6 stuperent.
5.

4 bringt die Antwort auf XII

Heiden auch mit Hunden vergleicht im Gegensatz zu den oves domus Israel. Möglich ist aber auch, daß Paulus sagen
will:

Veronensis o Tibulle: Paulus verwechselt

Jene Schriftsteller laufen, eben weil

den aus Verona stammenden Catullus mit Tibullus. Von diesem sind alte Handschriften

sie nicht

den rechten Weg, nämlich den des Christentums gehen, wie die Hunde,

nicht

überliefert,

er

war aber

bald hierhin bald dorthin.

Im ähnlichen

den Karolingern nicht ganz unbekannt. 5 avia qui sunt sequuti pergentes

Sinne sagt Alcvin Poet.

I 279 v. 121— 123: Converti ad dominum ne tardes tra-

per invium: Beachte das Wortspiel aviaPaulus verwahrt sich gegen invium. einen Vergleich mit den in Str. 4 geQuellen
u.

mite recto;
Doctrinis etiam variis non flexilis esto,

Te via
III, 4.

nam domini

teneat firmissima;

Untersuch,

z. lat.

Philologie des

MA

5

66
6.

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Graiam nescio loquellam, ignoro Hebraicam.
Tres aut quattuor in scolis quas didici syllabas,

ex his mihi est ferendus maniplus ad aream.
7.

Nulla mihi aut flaventis est metalli copia
aut argenti sive

opum, desunt

et

marsuppia.

Vitam
8.

Htteris ni

emam,

nihil

est,

quod tribuam.

Pretiosa quaeque vobis
aHi conportent

dona

ferant divites,

gemmas

Indicosque lapides:
in

meo
9.

pura tribuetur voluntas

munere.

Anchora me sola vestri hie amoris detinet, nectar omne quod praecellit quodque flagrat optime. Non de Htteris captamus vanae laudem gloriae.
aus
I

6,2 scolis

scoli corr.

P

\

8,2 conportent

aus conportant
in

corr, ? P.

Sedul. carm. pasch.

300:

portent
in

ist

Rücksicht auf ferant einArt geben, er kann nur
d. h.

Arrius infelix, qui curvaperavia rectum
Flectere nisus
vgl.
iter,

zusetzen.

Die Reichen mögen kostbare
aller

foveam delapsus
atram;

Geschenke

seinen guten Willen anbieten,
kein

seine

auch Poet.

I

82, 22.
liegt

Bereitwilligkeit das zu erfüllen,

6 in scolis didici: Darin

von ihm wünscht.
lapides:
vgl.

— gemmas Indicosque
6

was Karl

Widerspruch, wie Dahn
mit

S.

10 behauptet,

XXVI

Indica

gemma;

den Angaben
14):

Hildrichs,

des

Ver-

Anh. \2
lapis.
(vgl. Isid.

fassers der Grabschrift des Paulus (unten

et rutilat vario Indus honore Damit kann der Beryll gemeint sein

XXXVI
wurde

divino instinctu regalis pro-

Etymol. XVI cap. 7 Beryllus in

tinus aula te sumpsit alendum.
in

Paulus
in

India gignitur, gentis suae lingua

nomen

der

schola

palatina

Pavia
15.

unterrichtet, vgl. Bern,

zu

XXXVI

habens) oder auch die Perle,

vgl. Plin.

ferendus maniplus ad aream: Er muß eine Handvoll der Öffentlichkeit übergeben.
7

— 8 Ein Vergleich unseres Gedichtes
zeigt,

mit
in

dem vorausgehenden

daß Paulus

nat. bist. IX 106 culmen omnium rerum pretil margaritae tenent. Indiens maxime has mittit oceanus. 9 nectar quod flagrat optime: Die Verwechslung von fragrare, flagrare und auch fraglare findet sich in den Hand-

seiner ebenfalls zwölf Strophen

um-

schriften sehr häufig (vgl. Poet.

I

3

v. 8;

fassenden Antwort auf jede Strophe des
Petrus erwidert, nur 7 und
8,

98

v. 14;

128
III).

V. 67,

133
261

Str.

3 u. 5; Index

wo

Paulus

zu Poet.
rare,

Hier erwartet
I

man
et

frag-

hervorhebt, daß er nicht im Besitze von

vgl.

Poet.

V.

34

totum
I

Schätzen

sei,

sind durch keine Andeu-

redolet pectus
V.

amore
G)

dei;

Poet.

79

tung

anlaßt;

im vorhergehenden Gedicht vervgl. Vorbem. nulla flaventis

9

Romanis blando
(flagravit

quantum fragDie Ver-

lavit

amore.

metalli copia

vgl. Brief

an Theudemar
divitiae,

wendung von
die

flagrare,

wenn von Liebe
v.

(XIV 35)

nullae

me,

credite,

Rede

ist,

lag näher; vgl. auch Grab-

nulla praedia,

nulla flaventis

metalli

schrift Hildrichs

copia a vestro poterunt separare collegio;
vgl.

auch VI 132 und Brief an

non de Htteris capamor. tamus laudem: Paulus will sich nicht
et pacis

XXXVI

33 nectareus

Adalhard

(XXXI am Anfang).

con-

durch

wissenschaftliche

Tätigkeit

Be-

Antwort des Paulus.

67

10.

Nee me
ut per

latet,

sed exulto, quod pergat trans maria

vestra, rector, et capessat

sceptrum pulchra

filia,

natam regni

vires tendantur in

Asiam.

11. Si

non amplius

in illa

regione

clerici

Graecae proferent loquellae, quam a
vestri,

me

didicerint,

mutis similati deridentur

statuis.

12.

Sed omnino ne linguarum dicar esse nescius, pauca, mihi quae fuerunt tradita puerulo, dicam; cetera fugerunt iam gravante senio:

11,2 proferent Traube, proferunt

P

\

loquillae

P

dedicerint das erste e

aus

i

corr.

P

\

12,1

dicä P.
drjyaXsov jtozaf-iov Biarovioio
5

rühmtheit verschaffen, sondern nur Gott
dienen. Diese Worte bilden die Erwiderung auf XII 10: nunc surrexit gloria. laudem gloriae: Ähnliche Ausdrucks-

xQvcpog.
t]

Kai t6

[a,£v

rjQTidad^rj

divaig f^sQog'

ds

XEXovoa
Xeicpdlv
vjiSQ'ßs

xdcpcp

fxovvov

edrjXE

weisen sind
häufig,
vgl.

in

der karolingischen Zeit

xdga.
MvQOfXEvrj 8s xdXaiva 'xixog, xixog'
'x6 (JLEV
TivQxal'rj, x6
eIjze

Index

zu

Poet.

III

unter

abundantiae exempla. 10 gibt die Antwort auf
ut per

XII, 11.


ein

aov

8e oov Jitxgov £§ayj£v vScoq.'

natam regni
schließt

vires
in

tendantur:

Paulus kann damit nicht etwa den Beweis liefern wollen, daß er imstande
griechisches Original
in
sei

Paulus

sich

dieser

Strophe

enge an die Worte Karls an, setzt aber statt iubente Christo, worauf Bezug zu

poetischer

Form zu
in seiner

übersetzen, sondern nur, daß er

nehmen ihm eigentlich näher lag, den wahren Grund und beweist dadurch, daß
er

Jugend die

bereits lange vorher

die politischen Verhältnisse

wohl im

Auge
1

behalten hat.

proferent wurde in Rücksicht auf

didicerint

und deridentur
esse

(vgl. Bern,

zu
die

Str. 3) eingesetzt.

12

dicar

nescius:

Da

überlieferte

dicam esse nescius nicht dem Sprachgebrauch des Paulus entspricht, so wurde die auch inhaltlich mehr entsprechende dicar gewählt. Damit man nicht sage, er habe überhaupt
Lesart

kennen Die Worte pauca, mihi gelernt habe. quae fuerunt tradita puerulo, dicam etc. sagen, daß er das Gedicht aus der Erinnerung wiedergibt, das ihm einst sein Lehrer vorlegte, und daß ihm nicht alles mehr im Gedächtnis geblieben ist. iam gravante senio: Damit ist nur gesagt, daß er sich schon alt fühlt. Da
übersetzten
lateinischen

Verse

sein

Geburtsjahr

nicht

überliefert

ist,

so kann

machen.

man nur unbestimmte Angaben Nehmen wir an, daß er als Gast
II

keine Sprachenkenntnisse besessen,
fügt
er

so

an der königlichen Tafel (Hist. Lang,

28)

die lateinische Übersetzung fol-

des Ratchis, der 744 zur Regierung kam,

genden griechischen Epigramms {^Xdxxov
Anth. Pal. VII 542) bei:

"Eßgov
zov

x^i/^isgioig

äzalog XQVfÄoToi ÖE'&Evxog

dann fällt seine Geburt ungefähr ins Jahr 726 und er war demnach bei Abfassung dieses
alt

mindestens 18 Jahre

war,

HovQog ohoßrjQoTg tzooölv ed QavosTidyov
JtagaovQOfisvoio

Gedichtes (783) bereits 57, im Jahre 786,

nsQiQgaysg
sxoyjsv

av/Jv'

wo

er

nach Montecassino zurückkehrte,

60 Jahre.

5*

68

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

DE PUERO QUI

IN

Trax puer adstricto

GLACIE EXTINCTUS EST. glacie dum ludit in Hebro,

Frigore concretas pondere rupit aquas.

Dumque imae

partes rapido traherentur ab amni,

Praesecuit tenerum lubrica testa caput.

Orba quod inventum mater dum conderet
*Hoc peperi flammis,
Vgl.

urna,

cetera,'

dixit,

'aquis'.

die

handschriftliche
lat.^

Überlieferung bei

Baehrens,
sind

Poet.

lat.

min. IV 103

und Riese, Anthol.
scheiden,
die

Nr. 709 S. 174.

Demnach

zwei Versionen zu unter-

eine vertreten durch einen cod. Bellovacensis

=

W, die andere,
frenatas

hier

wiedergegebene durch P. cum luderet Hebro 1^ 1 dum ludit in Hebro]
3 dumque] cumque
igni

|1

2 concretas]

l^|l

W

\

rapido traherentur ab amni] fundo raperentur ab imo
|1

W

\

4 praesecuit tenerum] abscidit a iugulo U^

5 orba quod] quod

mox

W

\

urna]

W

II

Bei

W finden
Me
Quo

sich

noch die Verse:
reliquit,

miseram! Plus amnis habet solumque
nati

mater nosceret interitum.

Aus Strophe 12 geht
vor uns haben, wie Riese

hervor,

daß

lus

in

der Schule kennen lernte,

P

die

wir keine selbständige Arbeit des Paulus
a. a.

O. und

M. Rubensohn behaupten (Neue Jahrbücher für Philol. und Pädagogik CXLVII,
1893,
S.

764:

„Eine

Übersetzung
der

des

von ihm aus dem Gedächtnis niedergeschriebene. Daher die Vertauschung des cum mit dem ihm geläufigeren dum, daher die Änderung in v. 3, die beweist, daß ihm nur noch der Klang im Ohre
geblieben
war,

Paulus

Diaconus

aus

griechischen

daher

das

Fehlen

des

Anthologie").

W

überliefert

wohl die

letzten Distichons.

ursprüngliche Übersetzung, wie sie Pau-

XIV.

Brief an

Theudemar.
bin,

mein Herz doch all das, was ich verlassen stets Trotz der guten Aufnahme, mußte, erfüllt mich mit Wehmut (1 15). die ich überall fand, erscheint mir der Palast wie ein Kerker und ich sehne mich nach dem Frieden Eures Klosters (16 26). Nichts soll mich abhalten zu Euch zurückzukehren, sobald der Herr des Himmels von mir die Nacht der Trauer und von den Meinen das Joch der Knechtschaft wegnimmt und mir die Gnade des Fürsten dazu die Erlaubnis gibt. Betet für mich zu Benedikt, daß Gott mich bald heimsende (27—43). Schreibt mir, wie es Euch und den Brüdern geht, welchen Zuwachs ihr bekommen und wen ihr durch Tod verloren habt (44 58).'

'Wenn ich auch räumHch getrennt bei Euch und die Erinnerung an

weilt

im Jahre 783, wo Karl in Diedenhofen sein Hoflager hatte (vgl. Abel I 414 Anm. 3) und zwar, wie aus der poetischen Nachschrift hervorgeht, am 10. Januar. Diesen inhaltlich und auch formell dem Gedicht XIII ganz nahe stehenden Brief reihe ich nach nochmaliger Vergleichung des Parisinus lat. 528 hier an,

Der

Brief entstand

weil sich Paulus hier gegenüber

an den er den Brief
cassino (778

richtet
,

dem
es
ist

und verehrten Mann, Theudemar, der Abt von Montevertrauten
in

— 797) —

offener ausspricht als

seinem poetischen

Antwortschreiben an den König und dadurch einen tieferen Einblick
in die

Stimmung tun

läßt,

die

ihn

in

den ersten Zeiten seines Auf-

enthaltes

am

königlichen Hof beherrscht.

70
Einst war

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

ihm

die Zelle

in

Montecassino

als

Kerker und Ver-

bannungsort erschienen (vgl. Bern, zu den Gedichten VI u. VIII), jetzt Dieser Umschwung der Stimmung sehnt er sich nach ihr zurück. daß Paulus während seines unist nicht nur dadurch zu erklären,
gefähr achtjährigen Aufenthalts
eingelebt
sich
in

die klösterlichen Verhältnisse

liebgewonnen hatte (sehr anmutig ist die Art, wie er im Geiste an den einzelnen Obliegenheiten der Kommunität teilnimmt [22 26]), sondern besonders durch den Kontrast seines gegenwärtigen Lebens mit dem damaligen. Da Karl mit rastlosem Geiste auf allen Gebieten des Staatslebens, vor allem in kirchlichen und wissenschaftlichen Dingen durchgreifende Umgestaltungen und Verbesserungen vornahm, so stellte er auch an seine Umgebung die größten Anforderungen und es ist kein
sie

und

Zweifel, daß besonders Paulus

wegen

seiner vielseitigen Bildung

ihm

bei der Durchführung seiner
sein mußte.

Maßnahmen

mit Rat und Tat behilflich

der

Wie oft mag Grund zur Hebung des
Karl veranlaßt

ihn wohl gerade in der ersten Zeit,

wo

wissenschaftlichen Lebens gelegt werden
schriftlich

sollte,

haben sich

oder mündlich über be-

stimmte Punkte zu äußern oder zur Belehrung des Königs und zur

Punkte mit einem anderen Gelehrten zu disputieren oder zur Unterhaltung Gelegenheitsgedichte zu machen und zwar in
Klärung
strittiger

einer Zeit,

wo

Paulus nicht die entsprechende Stimmung
die
er,

hatte.

Nimmt
andere,

man dazu
mit

die anstrengende Lehrtätigkeit,

wie

alles

um

so größerer Gewissenhaftigkeit ausübte,

als er

dadurch eher
hoffte,

für seinen

Bruder die Gnade des Königs zu erringen

so be-

greifen wir,

wenn
Stille

ihn eine unwiderstehliche Sehnsucht nach der be-

schaulichen

und Ruhe des Klosters

ergriff

und

er

an seinen

Abt

conparationem vestrl coenobii mihi palatium carcer est, ad conlationem tantae, quae apud vos est, guietis hie mihi degere tempestas est. Auch hier sagt er deutlich, daß er bei seinem Aufenthalt nur
die

Worte schrieb:

Ad

den Zweck verfolge die Befreiung seines Bruders zu erwirken und daß er, unbeeinflußt durch die glänzenden Aussichten, die ihm ein Bleiben am Hofe eröffnete, heimkehren wolle, sobald es möglich sei. Dabei aber verschweigt er nicht, daß Karl sich ihm gnädig zeigte.

Brief an

Theudemar.

71

AMABILLIMO ET TOTIS MIHI PRAECORDIIS DILECTO DOMINO MEO, PATRI ABBATI THEUDEMARI, PAULUS
PUSILLUS FILIUS SUPPLEX.
Quamvis
sortio

prolixa
iungit

terrarum

spatia

corpore tenus a vestro con5

utcumque vestro coetui tenax et quae dividi numquam poterit Caritas, tantusque singulis paene momentis me vester meorumque seniorum et fratrum amor excruciat, quantum nee epistolaris valet relatio nee pagellarum exponere breCum enim menti subeunt occupata tantum in divinis operibus vitas. otia ac mei statio hospitioli gratissima, cum vester pius et religiosus
dividant,

me

tarnen

lo

affectus,

caterva,

gentia,

cum sancta tantorum Christi militum divinis cultibus insudans cum singulorum fratrum in diversis virtutibus exempla fulcum dulcia supernae patriae perfectionum colloquia, haereo,
imo pectore
tracta suspiria retinere lacrimas
15

stupeo, langueo nee inter

possum.
Inter catholicos et christianis cultibus deditos

versor;

bene

me

omnes
et

accipiunt, benignitas mihi affatim

amore

nostri patris Benedicti
vestri

vestris

meritis

exhibetur;
est,

sed

ad

conparationem

coenobii
est,
20

mihi palatium carcer
quietis

ad conlationem tantae, quae apud vos
est.

hie

mihi

degere tempestas
tota,

Solo ab hac patria debili

corpusculo

teneor,

qua solum valeo,

mente vobiscum sum.

Videorque mihi nunc suavibus nimium vestris Interesse concentibus, nunc consedere satiandis in caenaculo plus lectione quam cibo, nunc
INCP EPISTOLA P/.
6 pene
über
i

127.

(häufig

e

statt

ae^

P

\

9

diuinis]

u

auf Rasur
i

P

\

14

imo

stehen zwei Punkte und darüber ein Budistabe wie

P

\

retenere

P

\

16 deditos aus deditus corr.

P

\

17 benignitas Traube, benigniter P.

3

— 10
(III).

pusillus filius

supplex vgl.

11

— 14
v.

sancta Christi militum ca147 148 sancta phalanx.

Anm. zum Anfang des
perga
poterit

Briefes an Adel-

terva vgl. 27 Sacra et venerabilis pha-

quae

dividi

numquam

lanx; VI
inter

u.

Caritas: Ähnlicher

Gedanke
11.

Alcvin M. G. Epp. IV 53,

bei

imo pectore tracta suspiria

vgl.

occu-

Ovid. Met.
pectore. 21
vgl.

X

403 suspiria duxit ab imo

pata tantum in divinis operibus otia: In diesen Worten liegt, daß seine Tätigkeit am Hofe meist weltlichen Dingen gewidmet war. cum vester: Die Anaphora tritt in diesem Brief besonders

— 26

tota,

qua solum valeo, mente

Brief

an

Adalhard

XXXI

inter-

ioribus oculis, quibus solis valeo.

ad

instar auch sonst von Paulus gebraucht
Gest. epp. Mett. SS.
I

häufig auf, vgl. 22, 27, 34.

II

267;

Hist. Lang.

14; IV 47.

72

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

25

singulorum considerare senio seu languidorum,

in diversis officiis studia,

nunc gravium iam
perdiscere
causas,

quomodo

quisque valeat,

nunc ad

instar mihi paradisi dilecta
et

sanctorum terere limina.
et venerabilis

Crede, pater

domine, crede sacra
solis
pietatis
et,

phalanx, solo

me
30

affectu

misericordiae,

precibus,

quod his est nostri regis et domini potestate. Ceterum quam primum valuero et mihi caeH dominus per pium principem noctem maeroris meisque captivis iuga miseriae demiserit, si tamen quomodocumque clementissimi principis iocundum quivero emereri permissum, mox ad vestra
profectibus ad tempus detineri;

animae hie ampHus, tranquilH
solis

consortia nulla aha, vita comite, detentus occasione repedabo.
35

Nullae

me,

credite, divitiae, nulla praedia, nulla flaventis metalli copia, nullus

quorumlibet affectus a vestro poterunt separare collegio.

Te
inploro,

itaque, pater dulcissime, vosque,

o carissimi patres

et fratres,
et

pro

me

continue beatissimum

communem
ut

patrem

prae-

ceptorem poscere dignamini Benedictum,
40

suis

apud Christum obSpero equi-

tineat meritis, ut

me

quantocius dignetur reddere vobis.

dem in deo nostro, qui numquam in bonis patitur desideriis quemquam fraudari, quod me secundum anhelantis mei cordis desiderium vobis citius restituat cum congruo fructu.
precibus Waitz, patri26 terrere P 27 phallanx P 28 me] mea P bus P, visceribus Lebeaf tranquilli Dahn, tranquill a P 29 deteneri P 31 meis qua P flaventis aus 34 decentus P 35 me credite nicht lesbar P
\
\
\

\

\

|1

\

\

\

labentis corr.

P

\

36 a vestro] auexo

P

\

39 obteneat

P

\

40 quantotius P.

27
In

— 29 solo me affectu misericordiae:
deutlich
an,

freiung der Gefangenen schwindet auch

diesen Worten gibt er
festhäU,

seine Trauer,
v.

vgl.

zum Gedanken XXI
v.

was ihn noch
fühl

nämlich das Gedie

12 taetro maerore relicto;

9 quod

des Mitleids für

Seinen,
er

ihre

tepost tenehras fecit cognoscere lumen.
XIII 7

Bitten

und der Gewinn, den
für

durch

nulla flaventis metalli copia: Diese wörtlich
in

ihre Befreiung

seine Seele

erringt;

von Paulus gebrauchten

damit kann er seine innere Ruhe meinen
oder
das

Worte bestätigen die nahen Beziehungen
zwischen diesem Gedicht und unserem
Brief.

angenehme
zu

Gefühl

Gutes

getan

haben.

anderen
tranquilli

nostri regis et domini potestate:
Karl ihn nicht fortlassen will,
ist

Daß

40

— 52

ut

me

quantocius dignetur

deutlich

reddere vobis: In den prosaischen Schriften
des Paulus finden sich nicht selten Versschlüsse

auch
XIII 9

in XII

6 u. 8 ausgedrückt; vgl. auch ancora me sola vestri hie amoris

oder ganze
fructu:

Verse,

vgl. Neff,
p. 8.

detinet;

man

beachte auch, daß er Karl
(tran-

immer den gnädigen Fürsten nennt
quillus, pius, clementissimus)

De cum

Paulo D. Festi epitomatore

congruo

Mit
er

dem
die

ent-

sprechenden Erfolg

meint

Be-

35 mihi noctem maeroris meisque captivis iuga miseriae: Mit der Be-

31

freiung der Gefangenen.

pro nostris
ist nicht,

dominis eorumque exercitu: Es

Brief an

Theudemar.

73
preces

Superfluum

vobis

aestimo,

ut

effundatis

pro
in

nostris
45

dominis eorumque exercitu, scribere,

cum sciam vos
sicut
et

semper
largitate.

insistere;

pro

domno

illo

abbate,

facitis,

hoc ipso Christum
si

deposcite,

cuius hie singulari post principalem munificentiam nutrior

Tanta mihi, carissimi, vestra

illuc

copia

existit,

ut,

vehm
so

vos singulariter nuncupare, tota haec vestris nominibus pagina non
possit sufficere.

Unde

generahter omnibus et opto et scribo salutem,

obsecrans,
rabihs
faciatis

non obHviscamini mei. Te vero, mi domine et veneabba, seu quicumque es, nonne praeposite, peto, ut mihi scribi
ut

de vestra fratrumque
adtulerit;

salute, vel quales

vobis fructus praesens

annus

utque eorum fratrum mihi dirigatis

cum nominibus

numerum, qui mundanis
est,

exuti vincuHs migrarunt ad Christum.

Nam
ita

55

plurimos obisse audio; sed nominatim
sanctissime, et

nonnum
tui.

illum, qui,

si

vere

mei cordis partem non modicam abstuHt secum.

Vale,

pater

memor

esse dignare fiUoU

lam fluebat decima de mense diecula lani, Margine de vitreae cum sum directa Mosellae.

^

Cum
48 ex
istit

patre melHfluo, fratres, sine fine valete!
ut
\

und

i

eine

P Rasur P

aus

et corr.

P

\

uellim

P
\

\

56 nominatim] zwisdien

t

59 diecula] deicola?
I

P

60 mosellae fast ganz ver-

wischt P.

wie Dahn

S. 31 will, an Karl und seine Söhne Pippin und Ludwig zu denken, da diese seinem Herzen noch ferne stehen und ihm noch als die Feinde seines Vaterlandes und seiner Familie erscheinen.

nachträglich gemacht wurde, als
Brief für die Klosterschule als
schrieb.

Dem

man den Muster abSchüler soHte gesagt werden,

daß

er,

wie hier Paulus seinen Abt anredet,

Er bezeichnet damit Äbte oder Klostervorstände mit ihren Mönchen, vgl.

sancta Christi militum caterva.

XIV 11 dom-

no
des

ilL:
///.

Möglicherweise stand an Stelle
der

Name

Adalhards, des Abtes

Anrede zu wählen habe, die seinem Man kann auch lange ohne Nachdenken, daß Paulus, richt von Montecassino geblieben, die Möglichkeit nicht ausschließen will, daß an Theudemars Stelle, der abwesend oder
er die

Adressaten zukommt.

von Corbie an der Somme, der infolge seiner Bekanntschaft von Montecassino
her sich
als er

gestorben sein könnte, ein anderer älterer

Bruder den Brief in Empfang nimmt.
53 quales fructus: Paulus erkundigt
sich,

jedenfalls des Paulus

annahm,

am Hofe

Karls erschien (vgl. Vor-

bem. zu XXXI).

seu quicumque es, nonne praeposite: Schon Lebeuf erschienen diese Worte auffähig und er änderte deshalb quocumque es nomine. Bethmann nimmt an, daß dies ein Zusatz ist, der

wie der Zusammenhang

ergibt, nicht

nach der Ernte, sondern nach

dem Zu-

gang neuer Mönche.
59 fluebat: vgl. die Anm. zu zu

X 6.

Die Verse bilden gleichsam die Adresse

dem

Brief, vgl.

XXXIX.

XV.

Grammatische Rhythmen.
In

diesen
vier

beiden rhythmischen Gedichten werden 40 Perfekt-

formen der
II.

Konjugationen aufgezählt und zwar

so,

daß

das

Gedicht einen Nachtrag
Sie

zum

I.

liefert.
lat.

sind

in

der Pariser Handschrift

7530 (Q)

überliefert,

wo

5^ eine prosaische Abhandlung de speciebus praeteriti perfecti Daran schließt sich f. 7^ der I. abecedarische Rhythmus. beginnt.
f.

Ihm
die

folgt

f.

8

ein

II.

aus 10 Strophen bestehender, deren Anfänge

Worte Paulus feci bilden. Schon die ersten Herausgeber (Nouveau traite de diplomatique I 293), dann Dümmler (Poet. I 625) und Traube (Neues Archiv XV 200) erkannten darin ein Werk des Paulus Diaconus, denn dieser beschäftigte siciT viel mit grammatikalischen Studien (vgl. die Ausgabe seines dialogisierten Donat von Amelli, Montecassino) und war am Hofe Karls auch als Lehrer der Grammatik tätig. Er ist ferner der Verfasser andrer rhythmischer Gedichte und verwendete auch sonst die

Form des Akrostichons
Das
lieferung.
schrift

(II

und XVI).

wichtigste Beweismittel bietet aber die handschriftliche Ober-

Die

in

beneventanischer Schrift geschriebene Pariser HandP. Lejay

stammt ohne Zweifel aus Montecassino und

(Revue

de Philologie XVIII 42
des Paulus „soas ses

— 52)

verlegt ihre Abfassungszeit ins Jahr 779.

Traube bezweifelt

aber,

daß der Parisinus mit den Rhythmen
ses ordres" entstanden
er hält es für

yeux oa du moins par

sein könne, da er dafür zu fehlerhaft geschrieben sei;

möglich, daß er aus einer älteren Vorlage

vom

Jahre 779 abgeschrieben

wurde (Traube, Textgesch.
ist

S. 112).

Zur Entscheidung dieser Frage

zunächst festzustellen, daß die Darstellung in formeller und inhalt-

licher
I.

Beziehung die Annahme zweier Verfasser fordert und der
nicht

Rhythmus

von Paulus

verfaßt sein kann.

Grammatische Rhythmen.

75

Da
daß er

er nichts

anderes

ist

als eine

rhythmische Bearbeitung der
es
für sehr wahrscheinlich,

Grammatik des Diomedes, so haUe
erst

ich

entstand,

als

Adam

die

Bibliothek Karls

mit einer Ab-

Grammatik des Diomedes bereicherte, wofür er mit der Abtei Wasmünster belohnt wurde (Poet. I 93 c.VI), also nicht vor 780. Weil nun Karl im nämlichen Jahre die wissenschaftlichen Studien an seinem Hofe neu belebte, so liegt der Gedanke nahe, daß der um die gleiche Zeit von ihm berufene Grammatiker Petrus von Pisa, sein Lehrer in der Grammatik, im Jahre 781 den Diomedes rhythmisch behandelte um ihn dadurch leichter zu Lehrzwecken verwenden zu können. Als aber Paulus Diaconus im Jahre 782 an den karolingischen Hof kam und seine Lehrtätigkeit begann (vgl. XII 7 cum grammaticae Latinis fecundare rivalis non cesses), verfaßte er den II. grammatischen Rhythmus, das Resultat eigener Studien, zur Ergänzung des I. Beide bildeten dann als ein Ganzes die Grundlage für die grammatikalischen Unterweisungen am Hofe. Als Paulus wieder nach Montecassino zurückgekehrt war, also nach 786, wurde die Abschrift gemacht, die wir im Parisinus vor uns haben. Verlegt man mit P. Lejay die Entstehung unserer Rhythmen in das Jahr 779, in dem Paulus Diaconus noch als Verbannter in Montecassino lebte, so könnten wir folgern, daß er schon hier als Lehrer der Grammatik tätig war. Die vielen Fehler, die sich in beiden Rhythmen und besonders im I. finden, lassen es aber als vollkommen ausgeschlossen erscheinen, daß wir im Parisinus eine erste Niederschrift oder etwa das Handschrift der

exemplar des Paulus haben.

L Adsunt
'a'

quattuor in prima iunctione species:

ex

eis

prima habet

in

perfecto tempore,

una syllaba
2.

plus, ut est famulavi famulo.

Bino loco constituta est secunda species, quae 'a' vitat et in solam 4' vocalem desinit
sine Ulla consonante, ut est

sono sonui.

1 lat.

vgl.

Diomedisart.gramm.I (Gramm,
I

ed.

Keil

364, 15

(Coniugationis

primae temporis perfecti formae sunt quattuor prima est, in qua semper 'a' inest et una abundat syllaba
.

famulo famulavi. 2 Diom. p. 365, 25 Secunda forma est, quae ... 'a' libentius vitat et in 'i'
littcram

.

.

purum

desinit milla duce con-

.

.

.

sonante, ut est sono sonui.

76
3.

Karl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Continetur isto

modo

tertia

iam species,

alebh litteram non habet atque eius syllabae
iteratio
4.
fit,

sicut obsto obstas obstiti.

Dicam <iam> de forma
in
'vi'

quarta,

quae
lavi

sie solet fieri:

syllaba finitur, sed transacto tempore <sic>ut
est.

prima brevis prolongatur, lavo
5.

Ecce quinque formis adest secunda coniunctio, cuius prima in 'i' cadit absque consonantibus,
cuius tale est

exemplum: splendui

et

splendeo.

6.

Forma

sequitur secunda,

quam

si

cupis discere,

mox
7.

dicemus:

est correpta instanti in

tempore,
est.

sed producitur perfecto, sedeo ut sedi

Genus
ut est

tertiae
*i',

iam

modo

formulae dicendum

est:

terminatur

sed prima geminata syllaba,
perit conposita.

spondeo spopondi, quae

8.

Hinc iam quartae prosequamur ordinem
cuius terminum
'si'

speciei,

tenet ultima conplexio,

haereo ut est
9.

et haesi et arsi et ardeo.
'xi'

Inde quinta in

exit,

ceu ruxi luxi

est.

Vidi quoque sive prandi aut nullius formulae

verba sunt aut sextam
3,2

sibi

vindicabunt speciem.
\

atque
\

eius]

et
\

eiusdem Dümmler
ut
(?,

4,1

iam fügte
Q,

4,3 brebis
6,1

qua

Q si Q

labo
\

Q

sicut

7,3

spopondiq Q,

Dümmler corr. Dümmler
\

5,1 coniugatio
\

Dümmler ein corr. Dümmler
\

||

\

8,3 et hes.

Q

9,1 exit] exi

Q.

3 atque eius syllabae: nämlich diejenige
nicht
Silbe,

6 Diom. p. 366, 31 Secunda
est,

forma

die

'a'

nicht

hat.

Es

ist

qua prima syllaba ex correpta per7

nötig

mit

Dümmler
qua
'a
fit,

et

eiusdem
eximitur
. .

fecto producitur, sedeo sedi.

syllabae zu schreiben; vgl.Diom.p.366,7
Tertia

forma

est,

littera

et iteratio
obstiti.

syllabae

ut

.

obsto

Diom. p. 366, 33 Tertia forma est, quae desinit quidem in '/' litteram praepositis consonantibus variis, sed
inceptiva

verbi littera sive syllaba ge-

4 Diom. p. 366, 17 Quarta species in 'vi' quidem syllabam desinit, sie ta-

minata, ut
adiecta

spondeo spopondi .; vero praepositione geminatio
.
.

.

.

.

men

ut prior syllaba, quae in praesenti

cessat syllabae.

correpta fuerat, perfecto tempore producatur, ut lavo lavas lavi.

8 Diom. p. 367, 5 Quarta

forma
.

est,
. .

Secundae coniugationis formae sunt quinque: prima est, quae in '/' litteram cadit nulla duce
p. 366, 21

5 Diom.

ardeo

consonante, splendeo, splendui.

quae desinit in 'si' syllabam, ut arsi, haereo haesi. 9 ceu ist zweisilbig zu lesen, vgl. oben S. 65 (Anm. zu XIII); es ist aber nicht ausgeschlossen, daß ruxi vel luxi

Grammatische Rhythmen.

77

10.

Koniugationis
alfam habet in

novem
'vi'

tertiae sunt species,

coniugationis primae

quarum prima quidem

est:
est.

cadens, pasco pavi quäle

11.

Lucide dicamus eia de secunda specie:
multiformis haec
colo colui,
*i'

tenet nulli iunctam grammati;
si

exemplum

requiras, istud est.
est,

12.

Modus
ut est

tertiae

iam formae a nobis dicendus
est,

cuius inceptiva semper syllaba gemella

pungo

et

pupugi,

nam

et

punxi lectum

est.

13.

Namque
cuius

(modus) non praetereundus clausulam supremam *es' et 'iota' retinent:
quartae normae

<est>,

ludo
14.

lusi
si

hoc utuntur exemplo grammatici.
quis quintam scire,
desistit,

Optat
in
'xi'

sensum huc accomodet:

longa haec
alia,

ut cinxi vel coxi est,

sunt et

quae versus non valet recipere.
Rasur

10,1
in
'vi'

Koniugationis] g auf

Q

\

10,3 habens in ui cadens Q,

habens
est

cadit
\

Dümmler

\

11,2

multiformem

Q
\

\

12,1

est]
\

dicendus eius Q, corr.
13,1
\

gimella Q Dümmler 12,2 syllaba] b auf Rasur Q iotam Q von Dümmler hinzugefügt 13,2 clausula Q
\
\

modus und

13,3 lusi]

ludi Q,

corr.

Dümmler.
vgl. 14, 2 in

est

die richtige Lesart

ist,

litteram desinit, ut

.

.

.

colo colui

.

.

.

in-

'xV

longa haec

desistit,

ut cinxi vel

cumbo
pexui,

incubui,

consulo consului, pecto

p. 367, 10 Quinta forma quae extrema syllaba in 'xi' litteras rugeo ruxi, lugeo luxi cadit ut Duo sane verba video et prandeo, quae nullius formae regulam servant, aut rede excipientur aut sextam sibi formam vindicabunt, ut video vidi, prandeo, prandes prandi. 10 alfam habet in vi cadens: diese Lesart wurde besonders in Rücksicht auf 3,2 und auf die Stelle bei Diom. p. 367, 18

coxi est; Diom.

pono
p.

posui, gigno genui.

est,

12,3

nam
'/'

=

sed (vgL 13,1;

20,2).

.

.

.

.

.

.

Diom.
variis

367, 28 Tertia forma

desinit in

est, quae quidem litteram appositis
,

consonantibus

sed

inceptiva

verbi litte ra sive syllaba geminata in hunc finiuntur modum pungo pupugi sed et punxi dicimus.
.
.

.

.

.

.

13,2

Diese

Lesart

findet

ihre
'si'

Betenet

stätigung in 8,2 cuius

terminum

ultima conplexio und in 22,2 eius sigma

gewählt: Coniugationis tertiae

.

.

.

for-

atque iota retinent fine m; iota wird nicht
dekliniert (22,2 u. 23,2);

mae

sunt novem. Prima
in
.
.

est,

quae desinit
sed ...
'a'

quidem
habet
.

'vi'

syllabam,

Quarta forma
syllabam, ut
.

est,
. .

Diom. p. 369, quae desinit in 'si'
lusi.

ut pasco pavi.

ludo

11 multiformis
vielgestaltig

haec

sc. species:

Wie

diese Art

ist,

ersieht

man

est,

aus den bei Diom.

p. 367, 21

angegebenen
in
'i'

14 Diom. p. 369, 9 Quinta forma quae desinit in 'xi' syllabam, ut CO quo coxi, cingo cinxi.

Beispielen: Secunda

forma

purum

78
15.

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Post haec suo sexta loco formula concxa

est,

quae

'vi'

syllaba finitur <in perfecto tempore,

ut est cupio cupivi et sapivi sapio).
16.

Quo na<m>
et

ter<minetur
*i'

modo

septima iam praedico).
'e'

<Cui>us ter<minum
ex
agili pigriscit,

tenet),

sedet in limine,
est.

capio ut cepi

17. Rite sequitur octava,

quam

concludit

littera

consonantibus

'i'

iuncta, uti verto verti est.

Oritur haec <in> instanti a persona media.
18.

Superest, ut

nona harum
abdo>

scribatur posterior,

cuius semper bis pulsatur ultima conplexio,
ut est abdidi <et
19.
sie

dictum accipimus.

Transeamus hinc ad quartam quam nonnulli nominant coniugationem: formis haec ex quinque prima est, quae ut garrio garrivi in <per>fecto duplex est.
iam secunda forma, textus tum vicesima,
terminatis

20. Venit
'ui'

namque

modus

litteris

sonet,

ut est volo voluique,

malo atque malui.
in
\

15,2

—3

und
(et.?)

16,1

—2
\

diese Zeilen

Q

fast gänzlidi zerstört

\

16,2 in

limine resedet

Q

16,3 coepi

b

ist

nur undeutlich zu erkennen
Q, ab instanti

Q Q

17,1
\

sequuntur

Q

\

17,2 consonantibus]
\

consonanti iota

Dümmler
\

17,3 in-

stanti

Dümmler
20,1 venit]

\

18,3 et

abdo fügte Traube ein
t

19,3 infecto Q,

corr.

Dümmler
15

\

i

zwischen n und

darübergesdirieben

Q

\

forma

est,

Diom. p. 369, 25 Sexta forma quae desinit in 'vi' syllabam, ut
in

quae desinit

in

'di'

syllabam, ita tamen
.
. .

ut iteratio mediae syllabae fiat

ab-

cupio cupivi, sapio sapivi et sapui.

16

limine

aetatis ipso limine.

— ex agili pigriscit =

=

initio

vgl.

VII 3

do abdidi. 19 Diom.

p.

370, 24

Coniugationis

tertiae productae,

quam quidam quartam

4,3 brevis prolongatur; Diom. p. 370, 2 Septima forma est, quae desinit in 'i' quidem litteram, ita tamen ut instantis syllaba prima correpta perfecto tempore

nominant, formae sunt quinque. Prima
est
.

.

.

ut garrio garrivi garrii.
teilt

— Dio-

medes
3.

wie Donat und Probus die
in

Konjugation
'is'

die

mit kurzem und

producatur, ut

.

.

.

capio cepi.
instanti in

langem

in der 2. Pers. Sing., Priscian

17 in instanti vgl. 6,2

spricht nur

tempore; Diom.
est,

p. 370,

10 Octava

forma

werden
zu
einer

seit

von vier Koniugationen. Diese Diomedes an amo doceo
(vgl.

ita

quae desinit in '/' quidem litteram, tamen ut a secunda persona in. .

lego audio gelernt

Baebler, Beiträge

Geschichte

der latein.
S. 60).

Gramlitteris

stantis temporis venire videatur, ut

matik im Mittelalter

verto verti.
18 Diom. p. 370, 12

20

'ui'

namque

terminatis
II

Nona forma

est.

vgl. 7,2

terminatur

'/';

2,1

'io'

termi-

Grammatische Rhythmen.

79

21. X. in tertia in 'eo' vocalibus desinit,

quae ut prima
est

in Vi' exit
ivi

nee tarnen bifida
similiter.

est:

exemplum eo

et

queo

22.

Ymnum

Christo decantantes quartae textus formulae

scripti tenus, eins

finem, farcio et
23. Zeta

sigma atque iota retinent farsi ut solemus dicere.

tandem adtingentes, nunc supremae formulae, quae 'x' habet ante iota, depromendus ordo est, ut est sanxi: Diomedessic de his locutus est.
Dümmler,
in

textus

tum vicesima] formam tous
vicesima Traube
\

tu uicesima Q,

forma
in

totius vicesima

in textu
'ui'

20,2

nonaque terminaris
sonat

Htteris

modus
\

resonet Q,

qui terminatis Htteris

modus

Dümmler,
quo
\

'ui'

qui terminatis

modus

sonat

litteris

Meyer,

in 'ui'que terminalis htteris

'u'

sonet Traube
22,1 textu

20,3 uoluique

Q

\

atqu(^

Q

II

21,1 desinit vocalibus
\

Dümmler

Q

\

22,2 scriptotenus

Dümmler

sima

Q

\

22,3 farsio

Q

\

23,1 adtengentes Q.

natas formas,
p. 371,

3,1 'ui'

terminatur; Diom.
est,

primae formae
eo
ivi.

..

.ut queo quis quivi,

.

3 Secunda forma
'i'

quae devolui,

sinit in

litteram

puram, ut volo

22

decantantes:
Part. Rel.

Der gleiche Ge-

malo malui.
21 vocalibus desinit: Trotz des Widerstreites

brauch des

eius sc.

wie 23,1 adtingentes. formulae. Diom. p. 371, 13

zwischen Rhythmus und ge-

Quarta forma

est,

quae desinit

in

'si'

wöhnlicher
lieferte

Betonung

ist

diese

über-

syllabam, ut farcio farsi.

Stellung beizubehahen,
et

vgl. 12,3

pungo
p. 371,

pupugi; 21,2 bifida
est,

est.

Diom.

23 Diom. p. 371,15 Quinta forma est, quae desinit in 'xi' syllabam, ut sancio
sanxi.

4 Tertia forma

que desinit

in

'vi'

quidem syllabam ad similitudinem

IL
1.

Post has nectit subsequentes in secunda species

septimam atque octavam sapientum Studium, ut est deleo delevi, gaudeo gavisus sum.
Dümmler
optavam Q.

1,1

species Q, specie

\

1,2

1

in

secunda

sc.

iunctione vgl. 2,1

species nectit subsequentes.

ad correptam tertiam; verbinde post has

80
2.

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Addunt etiam
'io'

<et> istas ad correptam tertiam

terminatas quinque formas,

nam

est

decima

supra
3.

nonam

*o'

*vi'

mutans, ut cupivi cupii.

'Ui'

terminatur sequens, ut sapio sapui.
litteram bis sena, ut percussi, geminat.
ut aspexi, exit tertia et decima.
salii,

Sigma
In
4.

„xi",

Leniter hinc bis septena, ut salio

geminatur.

Sex sunt

'io'

terminatae formulae

tertiae correptae,

binas bis producta retinet.

5.

'Uo' terminata verba duas habent species:

quinta decima

fit

ita:

induo <et> indui.

Instruo instruxi datur formae sextae decimae.
6.

Septima, ut ago egi,
fitque longa, sed

'a'

*e'

mutat decima,

non

crescit subsequenti formula.

mutat
7.

*a',

ut frango fregi, *n' et perit consonans.

Fit
'i'

hoc species tenore nona atque decima, sine vocalem solam, perimitur consonans,
scidi.

scindo ut est atque
8.

Addamus vicesimam.

Prima et vicesima 's', ut messui, habetur geminata littera. Hinc, ut fisus sum, secunda ad passivum transmeat.
Exit haec in „psi", ut carpsi.

2,1

et

fügte

Dümmler
\

ein

\

2,3

'i'

'vi'

Dümmler,
5,2

'io'

'vi'

mutans Traube
\

cupii Q, cupio

Vollmer

3,1
\

sapio sapii Q, sapui sapio
salii]
sisili

ram
7,2

Q
'i'

II

3,3 in cxi

Q

4,1

Q

\

Dümmler 3,2 et fügte Dümmler
\

s. litte-

ein

\

(aus n) sine uocali sola Q.

2 decima supra

nonam: Er

fügt zu
auf-

veter um salui dixerunt.

— sex —

sunt

'io'

den im vorhergehenden Rhythmus
vgl. 9,2
'o' 'vi'

terminatae formulae: Paulus zählt hier
nur fünf auf: cupio sapio percutio aspicio
salio, rechnet aber capto im vorherbinas bis gehenden Rhythmus dazu. retinet: er meint garrio farcio producta sancio in 1 19, 22 u. 23 und aperio in II 9. 7,2 Man möchte lieber stellen: sine '/' vocalem solam, consonans perimitur.

gezählten neun Arten noch eine zehnte;

sexta super

illas
'o'

quinque.

mutans: Das
verwandelt.

in

'vi'

von cupio wird Es ist kein Grund
p. 374,

die überlieferte Lesart zu ändern.

4 salio salii vgl. Diom.

5

Salio : perfectum suavius enuntiare vide-

mur

salii,

quasi

munii;

sed plerique

Grammatische Rhythmen.

81
est,

9.

Coniugationi quartae una tantum iuncta

hoc
'io'

est sexta super illas quinque, ut

praemissum

est:

aperio, mutat

quae

'ui'

aperui.

10. Istas si quis
. .

quadraginta <species didicerit),
.

.

quid

certe

.

.

tur.

.

humiliter.

9,3

quae mutat
si

in ui (?

|j

10,1

— 3 in Q größtenteils durch Feuchtigkeit zerstört.
8"^.

Nach

Istas

quis

quadraginta beginnt

Den

Schluß bildet:

EXPLICIT DE

SPECIEBUS PRETERITI PERFECTI.
9 ut praemissum est im vorher'io' aperio: die gehenden Gedicht. gleiche Betonung wie 3,1 sapio, 4,1 salio. 'ui' ist wie 3,1 zweisilbig zu lesen. 'io' mutat 'ui' vgl. 2,3; 6,1. 10 quadraginta: 24 im I. und 16 im Eine Ergänzung der II. Rhythmus.
lückenhaften Strophe versuchte ich ohne
Erfolg.

Der Sinn scheint zu sein: Wer
kennt,

diese 40 Perfektformen
sichere

der

hat

Kenntnisse.

SchließHch

fordert

den Leser auf für ihn zu beten, etwa mit den Worten: Pro me
der Dichter

tarnen posce, lector,

dominum

humiliter.

Quellen

u.

Untersuch,

z. lat.

Philologie des

MA.

111, 4.

XVI.

Rätsel.
^Etwas Schöneres
als

ich

bin,

gibt

es

nie

in

einem Pokale.

Mir gebührt der Vorrang. Durch meine Kräfte kann ich viele täuschen. Gesetz und Recht verlieren ihre Wirkung. Wer reichlich mich ge6).' nießt, wird staunend meine Kraft spüren (1

Die Anfangsbuchstaben dieses Rätselgedichtes geben den

Namen

Paulus. Daß der Verfasser unser Paulus ist, dafür sprechen mehrere Abgesehen davon, daß ihm die Form des Akrotriftige Gründe. stichons nicht fremd war (oben I und XV") und wir ihn auch als Verfasser von Rätselgedichten kennen lernen werden, ist es besonders die Oberlieferung und die Form des Gedichtes, die zweifellos auf Paulus Diaconus hinweisen.
In der Leipziger Handschrift Rep.
I

74 saec. IX

(L) ist fol.

15^

—24

eine größere

Sammlung von
aprtis

Rätseln unter

dem

Titel

Questiones enig-

matum

wurde herausgegeben von P. Brandt im Tirocinium philologicum des Bonner Seminars S. 101 133 und von W. Meyer aus Speyer, Gesammelte Abhandlungen zur mittellateinischen Rhythmik II 161 ff. Für die Autorschaft sprechen folgende Gründe. Vor allem, daß
rhetoricae

(^= artis)

überliefert.

Sie

unser Gedicht in einer Handschrift

steht,

die

zweifellos

paulinische

Dann auch seine naue Untersuchung von Form und
Gedichte
Rätsel
enthält.

Eigenart.
Inhalt

Meyer
7.

hat durch ge-

nachgewiesen,

daß jene
8.

in

der Lombardei entstanden
Sie

und zwar im
er

oder
die

Jahr-

hundert.
(a. a.

bestehen

aus

rhythmischen Hexametern,
sie

Meyer

O.

S. 16)

auch langobardische nennt, weil
Rätsel,

nur in lom-

bardischen Inschriften fand und auch der Inhalt für diese Herkunft
spricht.

Unser

ebenso sechszeilig wie die vorausgehenden,

schließt

nun

die Reihe dieser langobardischen Rätselgedichte ab

und

weist schon dadurch zweifellos auf unseren Paulus hin.

Wenn man nun
Kreise
nicht

erwägt,

daß Karl der Große seinem gelehrten

bloß
hatte,

ernste

Freude daran

Fragen vorlegte, sondern eine besondere wenn Rätsel aufgegeben und gelöst wurden, so

Rätsel.

83

erscheint

es

sehr

wahrscheinHch,

daß Paulus diese langobardische

Rätselsammlung als Beitrag lieferte, damit man ähnlich wie bei den Epitaphiensammlungen Muster habe, wie derartige Dichtungen geZugleich aber wollte er diese Sammlung macht werden könnten. nicht überreichen ohne selbst eine Probe seines Könnens geliefert
zu haben und dabei gleichsam sein Künstlersignat zu geben.

annehmen, daß die ganze Sammlung der langobardischen Rätsel, die in mehreren voneinander stark abweichenden Handschriften vorkommt, Paulus zum Verfasser hat. Wahrscheinlich fand er sie bereits vor und stellte sie in etwas geglätteter Form an die
darf aber nicht

Man

Seite der zahlreichen ähnlichen hauptsächlich angelsächsischen

Samm-

lungen, die damals, vielleicht durch Alcvin verbreitet,

am

fränkischen

Hof behebt waren, wie denen des Aldhelm, Eusebius und Bonifatius. Gerne las man damals auch den sogen. Symphosius (Baehrens IV 364). Unser Rätselgedicht ist jedenfalls in der ersten Zeit seines Aufenthalts am Hofe Karls entstanden, also zwischen 782 und 786. Die hier gebrauchten rhythmischen Hexameter sind Nachbildungen des quantitierenden Hexameters, wobei aber der Wortakzent maßgebend ist. Jede Zeile schließt wie der gewöhnliche Hexameter, ohne daß auf die Quantität der Silben Rücksicht genommen ist. Beim Lesen der Verse betone man, wie die Prosa es verlangt. Sonst verweise ich auf die oben angeführten eingehenden Untersuchungen W. Meyers (S. 13 16). Über ähnlich gebaute Verse, die im 6. Jahrhundert in Montecassino entstanden, vgl. Traube, Text-

geschichte der Regula S. 91.
Pülchrior

me

nüllus
|

|

versätur in pöculis

ümquam,

Ast ego primätum
Viribus atque meis

in
|

Omnibus teneo sölus. pössum decipere mültos,

Leges atque iura
|

per
|

me

virtütes amittunt.

5

Värio

me

si

quis
|

haurire volüerit üsu,

Stupebit ingenti

mea percüssus
5 hauri

virtüte.

ITEM DE UINO L
1

f. 24.

L

\

vor usu Rasur

L

pülchrior

me

nullus:

Man

er-

de

domo

lapsus diffundor ubique.

wartet das Neutrum;

aber

aus

den an-

deren Gedichten geht hervor, daß das

Masculinum gesetzt wurde, auch wenn die Lösung ein Wort im Neutrum ergab, vgl. Meyer a.a.O. S. 164 de ovo: Nati mater ego, natus ab utere mecum, prior illo non sum, und S. 167 demelle: Lucida

2 ast reiht einen neuen aus dem Vorausgehenden sich ergebenden Gedanken an. Dem Sinne nach gehören immer zwei Verse zusammen.

3 vgl. Bonif. aenigm. Poet.
Viribus
sensus.

1

14 v. 376

atque

meis

valeo

dep ellere

6*

XVII.

Petrus an Paulus.
im Schatten der Pappel, Schlummer umfing Menschen und Tiere, Stille lag über Gebirg und Meer; da brachte mir ein Jüngling, ausgezeichnet durch Vorzüge des Körpers und Geistes, das Rätsel: „Der Erzeuger gibt dem Erzeugten, was er fühlt selbst nicht zu haben." Mir fällt die Lösung zu schwer, darum versuche es Du, dem sie keine Schwierig'Im Mittag stand
die Sonne,

der Hirte

ruhte

keit bereiten

wird
ein

(1

28).

Laß den Bruder

ein

Rätsel:

Daktylus

kommt

heraus.

Ruhe und löse noch Gott erhalte König Karl
in

(29—45).'

Petrus überschickt also seinem Freunde zwei Rätsel, von denen

das erste jedenfalls von Karl, das zweite von ihm selbst gestellt wurde.

Damit beginnt

die Reihe der Gedichte, die

uns zeigen, daß sich der

gelehrte Kreis Karls auch mit Fragen weniger ernsten Inhalts befaßte.

Lumine purpureo dum

sol perfunderet arva,

lam radiis medium caeli transcenderat axem, Populea et fessus pastor recubabat in umbra Cingebatque sopor homines fulvosque leones
ITEM UERS. PETRI AD
1

PAULUM P f.

124,

PETRI
\

G

p. 15.
hi P.

aruam

G

\

3 populea aus pupulea corr.

P

4 cingebatque] cingebat

1

—4

lumine purpureo: vgl. In lauAnth.
lat.i

pastor
fessus
V.

vgl. Verg.

Georg. IV 511 populea
(ed.

389 v.36 (ein auch in der Leipz. Handschr. stehendes und damals bekanntes Gedicht) Sol qui purpureo diffundit lumine terras; vgl.
solis, Riese,

dem

sub umbra: Nemes.

H. Schenkl)
Poet.
I

III

3

recubare sub ulmo:

389

65 non solitus pastor gelida recubare

auch Culex 42, 107

f.

— populea et fessus

sub umbra.
Verg. Aen.

— fulvi leones Ov. Her. X 85;
722.

II

Petrus an Paulus.

85

5

Et lapidum solito sat iure silentia montes
Stringebant pelagique gravis cessaverat
ira:

Extemplo iuvenem prospexi corpore pulchro,

De
10

cuius niveo florebat barbula mento,
pietate, loquella,

Respectu placitum, sensu,

Ingenio cunctos superantem nomine

summo.
mundo,

Hac me subridens

voluit palpare sagitta:

*Iam nova ventifero surgunt miracula

Quae

penitus priscis fuerant abscondita saeclis.
te dicente, poeta,

E
15

quibus est unum, quod

In nostris

missum

subito pandatur ocellis:
sentit

Dat genitor genito, quod se non

habere

Nee quaquam

in genitore potes cognoscere, lector,

Quod
20

praebuit firmo nascenti pectore proli.
sapiens,
dictis

Verborum Ut possit
at

animo scrutare secretum, media resonare caterva.
6 pelagique aus pelagiquae corr. P, pelaque

5 solitos graues

G

\

silentio

P

11

P P

\

censauerat

G

|1

7 exemplo

PG

\

respexi

P

pulchro] palam
\

G G

j

\

8 niueae florebant barbula guttae
loquilla
\

G

H
\

9 placido
superante

10 cunctos] cultus

P

G G
\

\

sensi aus sensu corr.

\

summum G
quod
te

\

11

Ac

P P

\

|

me

subridens zwischen beiden Wörtern
dicente getilgt,
I

Rasur

G
\

14

Dümmler, quo
(in

te

PG
misit

darüber dicenda

G

15 missum] misit

P

zwischen

P quemquamPG ingentore G potens G
und
subito ein
|

Zwischenraum)
1

G, visum

Haupt
]

\

17

quaquam Traube,

1|

ISpraebetG

nascenti

Dö7z«,nascentePG.

5

vgl. Calpurn.

II

17

altaque per

mit Bezug auf die schwierige Rätselfrage
gebraucht.

totos fecere silentia montes.

6 pelagique gravis cessaverat ira
vgl.

12

— 15

Die
Dinge,

Erscheinung
die

sagt

zu

zum Gedanken:
7

In

laudem

solis v. 17

Petrus: „Der stürmischen Welt erscheinen
rätselhafte

tunc placidum iacet

omne mare.
(ich

von jeher ganz
ist

mir; respexi weniger gut
V. 9).

— 10 iuvenem prospexi sah vor wegen respectu — corpore pulchro: Es wohl an
ist

verborgen waren.
sofort gelöst

Davon
soll,

eines,

das

werden

wobei Du die
„Der Erkannst

metrische Antwort zu finden hast."

Karl selbst zu denken, wie die Schilde-

16—18 Das
selbst

Rätsel lautet:

rung

zeigt, vgl.

besonders

v.

10 cunctos

zeuger gibt seinem Sprossen, was er fühlt
nicht

superantem: Paulus scheint auch an ihn zu denken (vgl. XIX v.l5— 17). Die Bezeichnung iuvenis spricht auch nicht da-

zu haben, und

Du

gar nicht

am

Erzeuger erkennen, was er

seinem zur Welt kommenden Sprößling
mit starker Brust verlieh."

gegen denn Karl war damals
;

alt

(Abel

II

535).

(783) 41 Jahre

sensus, ingenio vgl.

XXIX
Es
ist

V. 1.

11

hac

me

voluit palpare sagitta:

— 22 ut possit dictis media resonare caterva: Die Lösung dann unserem gelehrten Kreise verkündet werden. —
20
soll

in

wohl sagitta

= die bohrende Spitze

quod

si

conspicua fuerit nee luce re-

86

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

nee luce repertum, Poplite curvato tunc disce docente magistro.'
si

Quod

conspicua

fuerit

torpens proprias restrinxit habenas Audituque pavens mansit stupefacta misella.
25

Mens mea mox

Non
Tu

potuere mei quod parvi forte

lacerti,

poteris,

magna

fulgens in

Sit tibi, libripotens,

monte solvendi maxima

lucerna.
cura,

Fortia qui

dudum

potuisti solvere vincla.

Dentibus egregium tu desine rodere fratrem,
30

Iratus regis qui

numquam

cernitur aula.
si

Summa

salus homini est,

non

percusserit ausu

Conservum inlicito domini sub lege manentem. lam nivei dentes mentis serventur in horto
Atque oculis
22 poblite
putuere

vestris monstretur dactilus unus.

P

\

tunc Traube, nunc

PG
\

|

23

restrixit

P

\

25 potueri P,

G queque G 33 borto G

\

26 aut poteris
29 tu
\

G

\

27 zwischen

libri

und potens Rasur

G

\

28 qui]

\

desine]
(ß:,

studes
d. h.

me G
require

30 aulas

G

\

32 manente

PG

\

34 daculus

am Rand)

G.

pertum
die

=

et si id

secretum conspicua
fuerit, d. h. Karl will
vgl.

zornig sehen könne." Es scheint mir aber,

luce repertum

non

Lösung schon am nächsten Tag,
crastina

XVIII 14

conspicuo

cum lux

daß Petrus hier seinem Freund wegen seines Benehmens gegen einen andern Vorwürfe macht, der in seinem Ärger
sich nie bei

fulgebit Eoo.

Hofe sehen

läßt.

Für diese

23 mens

Rätsel zu lösen. gab sich alle 26 28 fulgens in monte lucerna,

mea mox Mühe das

torpens: Petrus

Erklärung spricht die Stellung des num-

quam.
sehr

Paulus

ernst,

wie

nimmt diesen Vorwurf er XVIII 9 und XX zu
Es sind
in Karls Kreise

libripotens:

Ist

nicht als bloße Artigkeit

verstehen gibt.

aufzufassen;

vgl.

auch Joh.

5,

erat lucerna ardens et lucens.

— fortia
Es
des

35

Ille

die Geister oft hart aneinander geraten;

qui
ist

dudum
hier

potuisti solvere vincla:

nicht

an

die

Befreiung

Bruders,

sondern nur an früher schon

denn sonst könnte Alcvin nicht Karl bitten ihn in Schutz zu nehmen, vgl. Poet. I 222 v. 40 ff. invida ne valeat me carpere lingua nocendo Paulini vel quicun.

.

.

gelöste Rätsel zu denken, vgl.

zum

Bilde

que velit

mea rodere
(I

viscera morsu; an

XX 1 nervosis religata problemata vinclis.
29

einer anderen Stelle

276

v. 30) sagt er:

— 32

dentibus egregium tu desine

rodere fratrem:

Diese Anspielung

ist

nicht bestimmt zu erklären. Ebert, Allgem.

Geschichte der Literatur des Mittelalters
II

non tu, quaeso, iocis laedas nee carmine quemquam. Man wäre fast versucht in ihm den egregius frater zu vermuten. 33 34 iam nivei dentes mentis ser-

51, meint, daß Petrus bittet, Paulus

möge

ventur in horto: wiederholt

in

anderer

ihn nicht deshalb verspotten, weil er das
Rätsel nicht habe lösen können.
S.

Form
Mit
V.

die

in v.

29 ausgesprochene For-

Hauck
niemals

derung; zu mentis in horto vgl.

XXXV 12.
XX gibt.

161 sagt: „Petrus bezeichnet sich selbst

34

stellt

er

ihm

ein neues Rätsel,

als

den Bruder, den man

am Hof

dessen Lösung Paulus im Gedicht

Petrus an Paulus.

87

35

Tange supercilium, poteris cognoscere verbum, Caelorum regnum devoto pectore serva
Et ternis pinna virgis scribatur imago.

Omnipotens Karolum felicia sceptra regentem, Qui caelum astriferum, terram pontumque creavit,
40

Litora spumiferi pelagi qui terminat undis,

Angelicum

castis

quem

laudat vocibus agmen,
in ignis

Aeterna miseros qui flamma perdit

Et meritis pietate fovet sine fine beatos,
Intentis precibus sanctis conservet in
45

aevum,
senectam.

Qui nostram dapibus

nutrit reficitque

35 uersum
pelagiquae

P

\

36 Signum

P

\

seruat
\

G

\

37 aeternis

P

\

pinna virgis P,
pomiferi

uirgis pinna G, virgis pinnae

Dümmler
G.

38 carolum

P
G

\

40
45

litoras
finit

G

\

G

\

undos

G

\

44 Intentus praecibus

\

und ää von

gleichzeitiger

Hand am Rand

35

—37

tange supercilium vgl.

XX 7

Zusammensetzungen ganz besonders,
V.

Petrus will nur sagen:

„Lege die Hand

12 ventifer; v. 40 spumifer.
sich

vgl.

v.

41

an die Stirne und denke darüber nach."
Paulus deutet es anders.
virga (uirgula)
ist

findet

— ternis virgis:
Hand
diese
liebt

der Zug, den die

beim Schreiben macht.
39

wenig verändert bei Petrus (unten XXXVIII 33) wieder. 42 in ignis: statt ignibus des Metrums wegen.

—41

astrifer:

Petrus

XVIII.

Paulus an den König.
'Kurz vor Einbruch
die mir
bis

der Nacht erhielt ich

die

feurigen Pfeile,

Der darauf folgende Tag reichte mir nicht aus entsprechend zu erwidern und so wird denn erst der Ich wundere mich, daß mein nächste die Antwort bringen (1 19). 24).' Rätsel nicht gelöst wurde (20
ins

Innerste drangen.

— —

Dieses schwer zu deutende Gedicht weist nicht, wie Ebert
meint, auf andere poetische Wettkämpfe hin, sondern steht mit

II

51

dem

vorausgehenden in engster Beziehung. Paulus entschuldigt sich, daß er bei der Kürze der Zeit noch nicht imstande sei gebührend zu
antworten und schickt einstweilen dieses Gedicht voraus
in

um dann
in

zwei Gedichten
Rätsel

(XIX und XX) die Lösung der beiden

XVII

gestellten
viele

zu behandeln.
enthält,

Da

diese poetische Korrespondenz

Anspielungen
die

die

nur den Beteiligten bekannt waren,
Gedichte sehr schwierig.
Bei

so

ist

Erklärung der einzelnen

Feststellung der Reihenfolge ging ich

vom

Inhalt aus

und

setzte die

Gedichte, aus denen wir erkennen,

daß Paulus der Erfüllung seines

Wunsches, der Befreiung seines Bruders, noch nicht näher gekommen ist und immer noch zwischen Furcht und Hoffnung schwankt, als
die früheren,

diejenigen

aber,

die

eine

zufriedenere

Stimmung und
Dabei aber

größere Annäherung an Karl verraten,

als

die späteren.

zog

ich

auch die handschriftliche Oberlieferung

in Betracht

und

fand,

daß die Gedichte besonders in der Pariser Handschrift lat. 528, die jene Gedichte wie zu einer Sammlung vereinigt enthält, fast die
gleiche

Anordnung

zeigen.

Diese Rätselgedichte XVI
Jahre 783.

—XXII

entstanden jedenfalls noch im

Paulus an den König.

89

Cynthius occiduas rapidis declivus ad oras

lam volitabat equis, iam nox se caerula pallam Rebus et humanis metas positura labori Stelligero varii cultus fulgore micantem Rorantemque simul citius vestire parabat:

Cum

subito vestra clarus mihi miles ab aula

Detulit ignitas quasi puri muneris instar

Antiquo
10

et

caro

quondam
vestras

mittente sodale

Intima iocineris penetrantes usque sagittas.

Mane novo ad
Et spatiis

Non
1

sivit

quoniam properavimus aedes paene est iam lux revoluta diurnis, brevitas aut digne obponere peltam
PAULI DIACONI am Rand G
\
\

Item versus pauli missi ad regem P/. 125v.
Cinthius

p. 17.
\

G

\

2 cerula

und so
\

4

stilligero

P

\

vario et cultu

milis

pene

P G

II

8 quondam] corda
est iam]
etiä

G P

1|

\

G

\

12

PG 3 fehlt in P 6 subito vestra] et vestra G G 11 poenae P, 9 ioceneris P penetrante P peltam Dümmler, siluit G opponere G
öfter e statt ae

micantum

1|

\

\

|

peltn P, peltum G.
1

—5

vgl.

die

schöne Schilderung

der hereinbrechenden Nacht, Gegenstück

zu der Schilderung der Mittagszeit im

vorausgehenden Gedicht des Petrus nach

dem

Vorbild

Vergils

Aen. IV 522.

Herz drangen; damit meint er das zweite Rätsel in XVII; daß diese Worte nicht ganz im Scherz gesprochen sind, beweist auch die Antwort im Gedicht XX.

antiquo et caro
Petrus
vgl.

Cynthius occiduas declivus ad oras
Calpurn.
Solls
(ed.

vgl.

dieser Stelle kann

quondam sodale: Aus man entnehmen, daß

H. Schenkl)
decllnis

I

1

nondum
andere
stelli-

equos

(declivis

Überl.) mitigat aestas.

— pallam

auch
10

von jeher des Paulus Freund war, V. 19 qui carum ut hostem

iaculis confixit acutis.

geram, fulgore varii cultus micantem : Die Nacht rüstete sich schnell ihren sternen-

— 11

mane novo ad

vestras quo-

niam properavimus aedes: Weil Paulus
schon
in der

im bunten Schmuck strahlenden und taufeuchten Mantel sich umbesetzten,

Frühe im Palast

(jedenfalls

in der schola palatina) erscheinen mußte

zulegen; vgl. Riese, Anthol.

lat.

583

Nox

abit astrifero velamine cincta micanti.

und

fast

den ganzen Tag bei Hof zu tun
in

hatte,

so war es ihm nicht möglich das der gewünschten

rebus humanis et labori metas positura

aufgegebene Rätsel
Zeit zu lösen.

=

die Nacht beendet das mühevolle

Tun

und Treiben der Menschen vgl. Verg. Aen. I 278 hie ego nee metas rerum nee tempora pono.
6

12

— 14

digne obponere peltam: Er

—8

vestra clarus mihi miles ab

gegen im XVII. Gedicht gemachten Angriffe zu schützen und selbst wieder hinzuhatte keine Zeit sich entsprechend

die

aula: Bei einbrechender Nacht schickte

schießen.

spatiose

in
(vgl.

speciose

zu

ihm der König das Gedicht;
XIII
1

vgl.

pusillus

detulit.

Bem. zu

ändern

ist

nicht nötig

M. G. Epp.
Paulus

quasi puri

IV 534, 6 spatiose
wort
an,

tractandi).

muneris instar: als wäre es ein Geschenk ohne jegliche unangenehme Beigabe, aber
es

kündigt hiemit eine umfangreiche Ant-

wie
die

waren glühende

Pfeile,

die

ihm

ins

brachte;

sie auch Gedicht XIX Kürze der Zeit (brevitas)

90

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Missilibus contra spatiose aut ludere
Crastina conspicuo
15

telis.

cum

lux fulgebit

Eoo

Tinxerit et tremulos Titania purpura fluctus

Errabitque vagis late rubor aureus undis

Cuncta

et

ridebunt

Phoebo

radiante per orbem,

Excipiet tenues arcu pellente sagittas,

20

Qui carum ut hostem iaculis confixit acutis. Miror, qua numeri textum non contigit arte, Extremo nostrum tenuit quod limine Carmen. Ardua, divino nitido quae fulgis in horto, Cedre, vale et celsos pertinge cacumine nimbos, Tu quoque cum fructu, felix cyparisse, per aevum.
speciose Traube
\

13

14

cum
\

fehlt in

G
\

\

eoo aus euo

corr. P, eo

15 tremulus

P

\

16 errauitque
\

PG
G
Requ.

robor
arce
\

P

17 ridebunt aus ribunt corr.

phebo P, phoeno G 19 carum] carm G
fulgis

radiante aus rahante

corr.

G

||

18 expiet
corr.

P
\

\

arco

G G P

||

\

\

\

20 emiror

\

aus

arte

G

P
G

nitido falgis
II

am Rand

G

23 pertingere

G

\

22 nitidoque cacumina am Rand

Requ.
hätte

24 confructu

G

\

ciparisse P.

ihm

dies nicht gestattet, vgl. IX 25

plura
telis:

loqui
ludere
für

brevitas vetat.
ist

Petrus die Antwort
ihn,

ludere

seinen Freund,

bekommen soll, wie wenn er

„der
sein

der häufig verwendete

Feind wäre, verwundete".

Ausdruck
14

das

Kurzweiltreiben

mit

Gedichten und Rätseln.

— 16

Paulus kündigt seine Ant-

numeri textum non contigit: Paulus spricht seine Verwunderung aus, daß Petrus sein den Schluß eines Gedichtes bildendes Rätsel nicht löste, oder

20

— 21

wort für den nächsten Tag an, also einen

Tag

später, als Karl sie

V. 21

verlangt

hatte,

von Petrus XVII und gibt dabei

wie

er satirisch sagt, mit

welcher Kunst
Schlüsse des
sol-

er es nicht berührte.

Am

eine stimmungsvolle Schilderung des er-

wachenden Tages.

Gedichtes XXII
ches Rätsel und
sucht sein mit

v.

53 findet sich ein

crastina lux vgl.

Verg. Aen. III 588 postera iamque dies primo surgebat Eoo. tremulos fluctus vgl. I V.23; in laudem solis, Riese, Anth. lat. 389 (Anm. zum Gedicht des Petrus XVII) V. 18 per tremulos currit lux aurea fluctus; Nemes. II 75 76 Nondum purpureos Phoebus cum tolleret ortus Nee tremulum liquidis lumen splenderet in

man könnte deshalb verDümmler dieses Gedicht
Dagegen
in

unserem

vorauszuschicken.

sprechen aber die

den Vorbemerkungen

zu XVIII bezüglich der Reihenfolge ausgesprochenen Grundsätze. Auch ist nicht ausgeschlossen, das Paulus außer diesem

noch ein anderes Zahlenrätsel stellte. 22 24 Das überlieferte nitido

ist

undis: vgl. Bonif.

I

20

v.

27; Verg. Aen.

VII

9, VIII 22; Ovid. Her. XI 75.

— vagis

ex-

beizubehalten als nähere Bestimmung zu

divinus hortus

=

Gottesgarten, Welt.

undis vgl. Ov. Met. VIII 595.
17

— 19 cuncta
sagittas:

et ridebunt vgl. Verg.

Mit cedrus, cyparissus, fructus sind Karl, seine Gemahlin Hildegard und deren

Ecl. VII

55 omnia nunc rident.

cipiet
lich,

Paulus sagt hier deutdes nächsten Tages

Demnach entstand das Gedicht noch vor dem 30. April 783, wo
Kinder gemeint.
Hildegard
starb.

daß

am Beginn

XIX.

Antwort des Paulus.
und singen kann, wem reiche Ernte beschieden, unglückHch, wessen Fluren Stürme verwüsten. Nicht Lieder, sondern Hätte doch nur Seufzer und Klagen hört man von ihm (1 14). mich jener Jüngling mit seinem Zauberstab berührt. Von ihm hängt Auf ihn setze ich meine Hoffnung, ohne die es ab, wie ich singe. 27).' der Mensch nicht sein kann (15
^Glücklich
ist

Dann
Rätsel

löst

er

das erste der zwei im XVII. Gedicht enthaltenen

und

gibt ein neues auf (28

47).

Der Unglückliche, von dem Paulus hier spricht, ist er selbst und in den Stürmen, die Haus und Flur zerstören, sehe ich eine Anspielung auf seine persönlichen Verhältnisse, auf die Kriegsstürme,
die ihn aus

dem

Vaterland verjagten,
freut ihn

sein Haus,

d. h.

seine Familie

vernichteten.

Deshalb

auch das Dichten

nicht.

Er erkennt auch hier an, daß Karl ihm Zeichen seiner Huld gegeben (v. 23) und ihm dadurch Lust zum Dichten gemacht hat, aber
seinen

ihm doch nicht. Wenn er die Bedeutung der Hoffnung im menschlichen Leben in solcher Weise hervorhebt, so ist's, als ob er sagen wollte: Sie ist das einzige, was auch mir gegenwärtig noch bleibt. Karl wird mir meinen Wunsch schon noch

Wunsch

erfüllte er

erfüllen (vgl.

auch Dahn

S. 44).

Die Lösung dieses Rätsels und auch der folgenden beweist, daß
Paulus die
oft

schwierigen Aufgaben vielleicht nicht in der erwarteten

Weise

löst,

seine

Deutung aber gewandt und

geistreich zu

begründen

versteht.

92

Karl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Candidolum
Visu

bifido proscissum

vomere campum

et restrictas
felix,

adii lustrante per occas.

O

nimium
et

conscendens igneus axem
frenat,

Perfundit radiis cuius florentia rura

Cynthius

nebulas ardenti vertice

Gliscere dat fructus tempestatesque serenat.
Illum delectat dulci resonare

camena

Condere
10

et

altisonum gracili sub arundine Carmen.
taetris cui

Infelix ille est,

nubibus aether

Inminet

et

miseros discursat grando per agros

Subruiturque

domus

gelida perflante procella.

15

hunc talem calamos inflare labello, Sed potius pronum male singultantia verba Edere et ubertim perfundere gramina fletu. O mihi si iuvenis, quem tecum ludere narras,
libet
f. 125.

Non

VERSUS PAULI AD PETRUM P

ITEM VERSUS PAULI DIACONI

B
2

f. 58.
1

candido lumbifido P, candidüm labifido

B
\

\

vomere aus vomre
t

corr.

B

\

strictas

B
\

\

3 oninium

P
\

\

conscenderis
rorantia

B
b

4 perfundit] nadi
Cinthius
t

ein nicht zu

erkennender Buchstabe

B B

B

\

B

\

frenä P,

frenans
\

Dümmler
7 dulcis

6 serenat Traube, serenäP, serent über
II

steht .^ B, serenans Dümmler

B

8 arundini

\

9

tetris

P, fehlt in

B
||

\

ether

B

\

10 imminet

B

||

12 calam'

P B,

zwischen talem und calam' Rasur

auerba dazwischen ober der Linie

P

13 singultatia P, singultanti

B

\

14 uberti

P B.

1

Anm.

candidolum campum : vgl. XIII v. 1 restrictas per occas: In der

wörtlich
achte,

Handschrift
gezählt

P

f.

135 sind

Synonyma

auf-

Nemes. Ecl. I 3 entlehnt. Beer den einzelnen Punkten der Schilderung des Lebens eines Glücklichen
wie
in

und darunter neben gleba auch occa und cispis. 2—6 o nimium felix Alcvin Poet. 1311 V. 7; Verg. Aen. IV 657 heu nimium conscendens igneus axem: vgl. felix. ähnliche Ausdrucksweise in XVII v.lu.2; wiederum ein Beweis für die Zusammen-

scharfem Kontrast das eines Unglück-

lichen gegenüberstellt.

non
II

libet

hunc
2.

talem calamos: wörtlich aus Nemes. Ecl.
I

4,

vgl.

auch Verg. Ecl.

34,

V

— —

male singultantia verba Calp.
Stat.

Ecl.

VI 24;

Silv. 5, 5, 26;

Propert.

I

5, 14.

gehörigkeit beider Gedichte.

— florentia

perfundere gramina fletu: Die hier
die darauf schließen läßt, daß sein

zum

Ausdruck gebrachte traurige Stimmung,

rura

ist

rorantia vorzuziehen,
die

von den Früchten

Rede

ist.

— caelum
I

da

v.

6

Wunsch
mich

noch nicht
dieses
setzen,

erfüllt

ist,

veranlaßte

tempestatesque serenat Verg. Aen.
gliscere dat:

255.

Gedicht

vor

XXI und XXII zu
versibus exultans
dixisti).

dare

c. inf.

schon vor

wo

die Trauer der Freude wich
sc.

Vergil in der Konversationssprache üblich
(vgl.

(XXI

V.

3 in quibus
te ludere

Norden,
7

P. Vergilius

Maro Aen. VI
Carmen

calamo

posse

S. 141).

15 o mihi si iuvenis: Dieser Übergracili sub arundine

— 14

gang beweist

deutlich,

daß der geschil-

Antwort des Paulus.

93

Cuius vix palmas

et

odoras pandere lauros
vellet et esset!

Minciades poterat seu Zmyrnae rure creatus,

längere

colla

pedo dignatus

Non
20

tarn dissimilis sed ut est tua causa
tereti

duöbus,

Aspicies

me

pangere carmina versu
Silvas.

Replere

et

densas suavi modulamine

Huius et hoc ipsum est, tenui quod canto susurro. Postquam me proprii perfudit lumine vultus,
Elicuit muti
25

quascumque

e gutture voces.
herili.

Cuius adhuc fidens de spe sustoUor

16 odor aspandere

B

j

laurus

B

||

17 zmirne

B

\

18 pedo Traube, peds
teriti

PB
über

II

19 sed] s»

P
\

II

20 aspicies tereti] aspiceret sternet B,

P

\

21 re\

plerem
t

B

\

et]
•»

^

auf Rasur
usurro

steht

B

B B

\

suabi
\

B

\

modulamin^

B

\

22 cuius

B

cant
\

23 perfundit

B

\

25 cuius] quis Traube

sustollo B.

derte Unglückliche
zeigt
dicht
liegt

er

selbst
in

ist.

Auch

tereti decurrent

carmina versu.
Paulus sagt:
Als Karl

unserem Gedie Antwort auf Gedicht XVII vorund Paulus mit iuvenis Karl meint,
diese Stelle,

daß

22

— 24
sich

huius et hoc ipsum: huius
auf iuvenis.

bezieht

Es

ist

die Schuld Karls, daß er nur leise,

dessen Taten
17

kaum

ein Vergil oder

Homer
in der

nicht

mit Begeisterung singt.

hätte besingen können.

Nähe des Mincio bei Mantua gebürtig. —

— 18 Minciades = Vergilius
creatus:
v.

ihm aber seinen Wunsch erfüllte, da sagte Petrus von ihm (XXI v. 6) iamque cavo
:

mollis

resonat tua lingua palato.

Zmyrnae rure
. . .

Hist. euangel. Praef.

Homer; Juvenci 9 Smyrnae de
. . .

Maronis. Minciadae fönte 10 tangere colla pedo: pedum ein Stab, mit


II.

postquam me proprii perfudit lumine vultus: Karl gab ihm demnach schon
Zeichen
hier

seiner

Gunst,

vielleicht

Ver-

sprechungen wegen seines Bruders; das
gebrauchte Bild
die
in

dem

Vergil

(Ecl.

V

88)

und Homer

erinnert

an

v. 4:

XXIII 845 die Hirten ausrüsten.
spricht

Paulus

den Wunsch aus: wenn doch Karl
mit seinem Stab ihm

geruht hätte

den

Sonne Früchte werden die Sonne der

Wie

der Natur Blüten zu so vermag auch
Karls

läßt,

Gnade

seinem

Rücken zu berühren, und wenn er es doch noch tun woUte, wie er es bei Petrus getan (XVII v. 11 hac me subridens voluit palpare sagitta). Darin liegt
leise der

stummen Mund Lieder
Gedichtes steht
in

zu

entlocken.

Diese kunstvolle Anlage des paulinischen

Wunsch

angedeutet, Karl

möge

großem Gegensatz zu dem des Petrus, der oft ohne jegliche Verbindung einen Gedanken an den
anderen anreiht. 25 cuius adhuc fidens de spe: cuius
bezieht
sich

ihm noch seine Bitte erfüllen. 19 22 non tam dissimilis: Aber wenn auch das von Dir aufgegebene Rätsel (iua causa) eine für Männer wie Vergil und Homer passende Aufgabe ist, so wirst Du doch sehen, daß auch ich das Dichten verstehe. tereti me pangere carmina versu vgl. Calp. Ecl. IV 152 quae

auf

v.

23

lumine vultus

und ist von spe abhängig. Paulus wird immer noch durch die Hoffnung auf Karls Gnade aufrecht erhalten, vgl. auch Hist. Lang. II 27 de spe iam fidus.

94

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

SpGS Sacra regna poli tribuit, spes omnia confert. Mortuus est, quisquis de spe titubando tepescit. Ergo age, perplexos forti religamine nodos Pandere multimoda nitar ratione per auras.
30

„Unus non

genitor,

quod

se

non

sentit habere,
facessit."

Dat genito, potius multa hoc sed turba

35

femineum dat proHs corpore sexum, Proditur androgeno nonnumquam sexus uterque. Hie sine luminibus lumen dat, naribus ille, Seu pedibus manibusque carens seu parte resectus
Qualibet integrum generat sine labe puellum.

Nam mas

Saepe pecus mutilum bruto dat cornua nato,
Sic patre curtato cauditus gignitur agnus.

Praeterea et rerum species diversa per
40

orbem

Ex se nascenti tribuit, quod non habet ipsa. Hoc mare, hoc tellus, concae quoque saepe frequentant.
Hactenus incassum certans
si

forte cucurri, scire paratus.

Cum
27 titubante

pietate

doce flexum, sum

B

\

tepercit

B

\

28 perplexos] proplexor

B
it
\

\

nodis

29

nitas

B
1

\

31 fehlt in

P
\

j

turba Traube, curba

B
\

\

facessit

auf Rasur
37 sepe
e

B B

\

\]

32 da
öfter

agno quae

P B B
II

sexus

B

\

35 resecti

P

\

36 laue
r

B

puellä

B

= ae
\

B

PB

auf Rasur P, aus cunctato corr. B quoque] ei 41 conc<^ q auf Rasur B 40 lex senascenti (e?) B S(^pe zwischen e und p eine durch Rasur entstandene Lücke P 42 actenus sum] suü B. 43 flexum Dümmler, flexim P B
I

cor nuanato

B

38 curtato]
\

II

\

\

\

\

26

— 27
vgl.

quisquis de spe titubando
Sedul. carm. pasch.
tepescit.
I

dern eine ganze
bringt

Menge
Beweise

tut dies."

Paulus

tepescit

quisquis

sperando

350

nun

die

dafür.

Bis jetzt

haben wir nichts anderes als eine erneute Bittschrift, die mit einem Lobpreis der Hoffnung abschließt. Mit ergo age (Verg.
Georg.
I

63)

rafft

er sich

gleichsam auf

um von

seiner Herzensangelegenheit

weg

sich der gestellten

— pandere per auras
wie Verg. Aen.
30
II

Aufgabe zuzuwenden. öffentlich kundtun

158 ferre sab auras.

— 31 Mit diesen von Traube (Neues

Archiv XVII 398) verbesserten Versen beginnt die Lösung des Rätsels: „Nicht
nur ein Erzeuger gibt seinem Sprossen,

XVII androgenus androgynus Hermaphrodit. pecus mutilum dem ein Hörn fehlt oder beide, vgl. Ov. Ars amat. III 249. 39—42 Paulus bewies den Satz zuerst an Menschen, dann an Tieren und an verschiedenen anderen Dingen auf der Welt und fasst das Ganze in v. 41 zusammen. „Dies beweisen Meer, Erde und auch conchae, eine unverständliche
prolis
Dat. plur. vgl.
V.

32—38

42 in ignis.

=

=

Zusammenstellung."
43 cum pietate

=

dementer; doce

was

er fühlt selbst nicht

zu haben, son-

flexum

vgl.

XVII

v.

22 poplite curvato

Antwort des Paulus.

95

Vatibus antiquis parva haec dissolve non impar:
45

*Dic,'

rogo, *quis genitor cunctis despectus in orbe

Seu

virtute carens ingenti

robore natum

Procreat egregium, nullus cui sistere contra
Praevaleat mundique simul

quem regna
inspectus B,

paviscant.'

44 dissoluere 46
ingerit

B

\

inpar

P

\

45

det

pectus
|i

Dümmler

\

aus ingenti corr.

B

\

47 pro acreate gregium

B

48 prevaleat

P

\

pavescant B.

tunc disce.
V.

— sum scire paratus

vgl.

XXII
do-

Mit Vers 44 legt Paulus ein neues an
das von Petrus anklingendes Rätsel vor,
für

50
44

discere

sum promptus rege

cente pio.

welches Traube (Neues Archiv XVII
eine

—48

vatibus antiquis non impar:

398)

sehr

einleuchtende
gibt.

Lösung

wohl eine durch die Worte des Petrus XVII V. 26—27 veranlaßte Bemerkung.

(Kiesel — Feuer)

XX.

Paulus an Petrus.
'Jetzt

habe ich die Lösung des Rätsels.

'Desine'

ist

der verstolz

langte Daktylus
sein.

und Du mahnst mich duldsam und
paßt aber eher für Dich
(1

nicht

Diese

Mahnung

Paulus ein neues Rätsel auf (11

10).'

zu
gibt

Dann

14).

von XVII bildet, enthält Andeutungen, welche beweisen, daß Paulus sich am Hofe noch als Fremdling fühlt. Wenn er v. 9 sich gegen den Vorwurf des Hochmuts mit den Worten verteidigt: ,Niedergeschlagenheit und Stolz können doch nicht in einem Herzen beisammen wohnen', so enthält dies nach meiner Anschauung das Geständnis, daß er noch keinen Grund zur Freude hat, daß er demnach seinen Wunsch noch nicht erfüllt sieht und sich mit seinen neuen Verhältnissen noch nicht befreundet hat.
Dieses Gedicht, das die Antwort auf den
2. Teil

lam puto nervosis

religata

problemata vinclis

Discussi digiti suspicione mei.

'Dentes iam nivei mentis condantur in horto':

Doctrina est simplex, quaestio nulla quidem.

Ohne
gesetzt)
1

Überschrift

D

p. 221.

PAULI

(Diaconi von jüngerer
p. 7.
\

Hand

dazu-

(Diaconum von j. H.) G vor iam auf der Zeile und am Rand f D mei] e auf Rasur 2 dicussi G problemmata G auf Rasur) iam nivei dentes G, mentis] mentes D

CONTRA PETRUM
||

nervosi

Q
\

proplemata D,
\

\

G

\

3 mentes (das zweite e

\

orto

G

4 questio

D

G.

1

—2

'Jetzt

glaub'

ich

des Rätsels

3 beweist,

daß dieses Gedicht die
vgl. dort v.

Lösung zu haben, d. h. des zweiten in XVII V. 37 gegebenen. problemata,

Antwort auf XVII bringt;
horto. Es
ist

33

aber XXII

v.

49 problema.

iam nivei dentes mentis serventur in
kein Zweifel, daß Paulus das

discussi

digiti suspicione

mei: Mit dieser eigen-

tümhchen bildlichen Ausdrucksweise will Paulus sagen, er habe die festen Knoten des Rätsels gelöst, als Finger diente ihm
dazu eine gute Idee.

im Namen des Königs zuerst gegebene Rätsel auch zuerst beantwortete und dann
Antwort Petrus überschickte. 6 doctrina est simplex: Zur Lösung dieses Rätsels braucht es keine Geerst diese

4

Paulus an Petrus.

97

Mordaces, mandas, tegat ut patientia sensus.
'Desine'
si

dicam, dactilus unus

erit.

'Tange supercilium': monitas non esse superbum,

10

meo. Visere deiectam non vult elatio mentem. Inclytus atque potens, quod mones, ipse cave. Ponatur tribrachis, hinc trocheus unus et alter Nee fugiat mentem, quae sua tecta vehit. Tange solum, fumescat, ut hoc sit limpha nivalis. Pandenti abstrusum cymbia munus erit.
Pestis in hospitio
ista

non manet

5 mandat
corr.

D

||

8 ospitio

D
\

\

9 deiectam Dümmler, deactam aus deractam

D

\

vult

aus vul corr.

D

10 inclitus

G

\

12 qu(?

DG
\

\

13 ut hoc

sit

scripsi, uthossit

nympha

lavacris

D, athossis G, adussit Dümmler, adustis Haupt Haupt.

nympha

navalis G,

lehrsamkeit,

es

ist

keine Streitfrage.
gibt
er


die

1 1

Paulus gibt hier ein neues Rätsel

mordaces mandas: Damit
V. 33.

Erklärung zu den Worten des Petrus XVII

Daraus kann man wohl entnehmen,

auf und zwar ebenso wie am Schluß von XIX ein dem vorausgehenden entsprechendes. Er mußte einen Daktylus

daß Paulus durch satirische Bemerkungen

ausfindig machen, jetzt verlangt er einen

(mordaces sensus) jemand beleidigte und
sich dessen

Tribrachys

bewußt war; denn

er führt gar

während er sich gegen den anderen Vorwurf energisch verteidigt. dactilus unus erit entspricht XVII V. 34.
nichts zur Entschuldigung an,

und zwei Trochäen, Petrus rief ihm zu tange supercilium, er ihm lange solum. Es liegt der Gedanke nahe, daß er Petrus im Anschluß an v. 10 zur Demut auffordert und ihm die am Boden kriechende Schnecke (quae sua tecta
vehit) als Vorbild hinstellt, vielleicht will
er das

7
zitiert

— 10

lange

supercilium:
v.

Paulus

auch hier wie

3 zuerst die Worte

Wort hümiliätiönem! Bonifatius

des Petrus und schließt daran die Deutung;

Poet.

17

V.

137 Humilitas:

Ima solo

monitas entspricht dem mandas
vgl.

in V. 5;
V.

zum Gedanken
3.

Poet.

I

65
su-

5 pone supercilium:

Sedul. prol. in

carm. pasch, v.


est.

perbia: manet

=

pestis ista

=

visere deiectam

non vult
satz

elatio

mentem: deiectus Gegen-

zu inclytus atque potens : 'Übermut

wohnt nicht im Herzen eines gedemütigten, eher in dem eines berühmten und einflußreichen Menschen, wie Du, Petrus, es bist.'

quantum, tantum fio proxima caelo. 13 14 fumescat, ut hoc sit limpha nivalis: Der Boden dampfe, wie wenn er eiskaltes Wasser wäre der Bescheidene wird erhöht (?), vgl. Mart. 6, cymbia: Eine 43,2 nympha navalis. Schale (sonst cymbium) soll der Preis sein für die Lösung des Rätsels (pan-

=

denti abstrusum).

Quellen

u.

Untersuch,

z. lat.

Philologie des

MA.

III,

4.

XXI.

Petrus an Paulus.

dem Du Deine Freude äußerst, daß Du nun zu Ehren angenommen bist, und in dem Du für mich Aber unsere drei Fragen hast Du zu Gott Gebete sendest (1 12).
'Habe Dank
für

Dein Gedicht,

in

nicht

beantwortet,

ob

es Dir Heber

ist

mit Ketten gefesselt zu sein

oder in einem Kerker zu liegen oder den wilden Sigfrid zu taufen.

Löse außerdem noch das angegebene Rätsel (13

25).'

Dieses Gedicht hieher zu stellen dazu veranlaßte mich außer der
handschriftlichen Überlieferung
steht es als letztes

in der Pariser Handschrift

lat.

528

besonders der Inhalt. Es ist die Antwort auf ein nervosis (XX) nicht mehr erhaltenes Gedicht des Paulus und hat folgende Vorgeschichte, die sich einzelnen Andeutungen entnehmen läßt. Karl entschloß sich endlich die Bitte des Paulus zu erfüllen und teilte diesem seinen Entschluß mit. Damit er aber dabei nicht so leicht wegkomme, läßt er ihm in scherzhafter Weise gleichsam zur Sühne die Wahl zwischen drei Strafen (vgl. XXII v. 5 sapplicii mihi ponitar Optio
trini).

und

in der St. Galler folgt es

auch auf

Jam puto

Daraufhin schickt Paulus an Karl ein Gedicht, in welchem er

ihm erklärt, jetzt sei der düstere Kummer aus seinem Herzen verschwunden und er sei zu Scherzen bereit (v. 3. 5. 12). Er preist in diesem Gedicht Gott, der ihn durch Nacht zum Licht geführt, und bittet ihn, er möge Karl in seinen Schutz nehmen. In seiner Freude und seinem Gefühl des Dankes vergißt er ganz auf jenen Scherz Karls einzugehen und deshalb erinnert ihn Petrus in diesem uns vorliegenden Gedicht daran.

Petrus an Paulus.

99

Paule, sub

umbroso

misisti tramite versus,

Quos
In

pietas nostri suscepit culminis apte,
te

quibus exultans calamo

ludere posse

Dixisti,

quoniam nostro

es susceptus honore.

Triste sub ardenti laetatur pectore viscus

lamque cavo mollis resonat tua lingua palato
Et patris egregiis sublimas cantibus

agnum

Cum
Quod
10

genitore pio, qui caeli regnat in arce,
te

post tenebras

fecit

cognoscere lumen.
grates.

Nos

tibi

pro

tali

dicamus carmine maerore

Quo
Sat

pro
tibi

me summum
cura
fuit taetro

precibus pulsare tonantera
relicto.

Sed causas mentis
Dimissa
tres,

clausisti fronte

sepulchro

de quibus haut responsa dedisti:

ITEM VERSUS METRICI
hinzugesetzt)

P

f.

135 v.

PETRI (von jüngerer Hand Diaconi
P, ^
-^
\

G

p. 8.

5 ardenti aus ardente corr.

P

\

l^tatur

=
||

ae öfter in
10
talia

magnum am Rand
12 relicta

-r-

G

II

8 inarte

am Rand
Haupt

G

G

||

13 fronte

P G,

forte

14 dimissa

P G 7 canticu 11 per me G G P G, demissa Beth\ ||
||

mann. dimissas Haupt.

1

—2

sub umbroso tramite: Die gevgl. Petr.

sonat tua lingua palato:

vgl.

XIX

v. 12ff.,

schriebenen Verse bilden gleichsam einen

wo

er

noch nicht die zu Scherzgedichten
hat.

dunklen Pfad,

XXXVII

v.

1

hoc

nötige

opus exiguo quod cernis tramite; Poet. I 281 V. 2 disrumpis nomen medio de tramite
totum; 320
v.

Stimmung 10 14 pro

tali

dicamus carmine
ist

grates: Dieses Gedicht

unbekannt.

6 tramite quo recto penna

volantis eat.

pietas nostri suscepit

culminis apte
(Karl)

= die Gnade unserer Hoheit
sie huldvoll entgegen.

pro me precibus pulsare tonantem: vgl. Bonif. Poet. I 4 v. 31 pulsabo tonantem: Stelle: 77 V. 4 pro te pulsare tonantem.

nahm

tres

causas

clausisti

dimissa fronte,
bedeutet
ge-

4

—9
V.

nostro

es
te

susceptus

honore

sepulchro
stellte

mentis;

causa

cognoscere lumen
12
taetro

post tenebras fecit daß der Wunsch des Paulus erfüllt ist, ebenso
9

und

quod

deuten an,

V.

maerore

relicto.

Diese

letzten jedenfalls

dem

nicht überlieferten

Gedicht des Paulus entnommenen Worte
(v.

Aufgabe oder Rätsel, vgl. XIX v. 19; Die in beiden Handschriften überlieferte Lesart kann beibehalten werden dimittere (= remitiere) froniem bedeutet, die Stirne nicht, wie es beim Denken geschieht, in Falten legen.
dimissa fronte:
:

9

u. 12)

erinnern

an

eine Stelle im

Petrus

sagt

demnach zu Paulus,

dieser

Briefe des Paulus an

primum noctem maeroris
bei

Theudemar: quam demiserit, wocavo mollis re-

habe sich über das gestellte Rätsel nicht besonnen und es gleichsam hinter seiner
Stirne begraben; sepulchro mentis: ähnliche Bilder vgl.

ihm besonders das Schicksal seines

Bruders vorschwebt.

XXXV

v. 12.

7*

100
15

Karl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Si cupis ingenti ferri tu

pondere frangi
perpendere vultum
tenentis,

Carceris aut saevo fessus recubare sub antro,

Aut

si

pompiferi
pestiferi

Sigifrit

Impia

nunc regni sceptra

Ut valeas illum sacro perfundere
20

fönte,

Vis, qui te cernens vita spoliabit et arte.

De

his

responsum ne cesses mittere nobis.

'Tange caput, suspecta manus percurrat ad aurem;
Altera iam tenerum festinet tangere ventrem,

Necnon per
25

ternos consurgat
Christi

littera

ramos.'

Hoc, precor, ut solvas,

venerande minister.

16 aut G, ä

P

11

18 nunc] nur n mit darübergeschriebenem c

P

\

19 fönte

G

20 spoliauit

G

\

21 necesses

PG

\

22 suspecta

P

G, suspensa Haupt.

15

— 16

ingenti ferri

tu

pondere

vgl. Poet. I 390 v. 90 manus sine pondere ferri; Dahn (S. 40) sieht in dem beigesetzten tu den Gegensatz zu dem carceris gefangenen Bruder des Paulus. sub antro vgl. Poet. I 563 v. 13 de car-

frangi

war wegen seiner Unterstützung der Sachsen Karl gefährlich. Er blieb auch im Jahre 789 noch Heide, wie aus einem Briefe Alkvins ersichtlich
tenentis: Sigfrid
ist:

M. G. Epp. IV
litteras
.
.

31, 15

per

si

spes ulla

ceris antro.

rum

conversione.


V.

mandate mihi sit de Dano-

sacro perfundere

17 pompiferi Sigifrit: Die sog. Ein-

fönte vgl. XXXVIII
fundis.
21

20 baptismate per-

hardschen Annalen erzählen, im Jahre 777 habe sich Widukind zu diesem Dänenkönig vor Karl geflüchtet (Abel I 272).

— 25

de his bezieht sich auf das

Vorausgehende. Petrus wünscht eine Antwort auf seine drei Fragen
(vgl. v. 14).

Im Jahre
eine

782, Mitte Juli, schickte Sigfrid

Gesandtschaft zu Karl

nach Lipp-

Mit tange caput fügt

er (vgl.

XVII

v. 29,

springe, aber die

Verhandlungen scheinen
425,

XX
an;

V. 11)

unvermittelt ein neues Rätsel
v.

zu keinem Resultat geführt zu haben,
da sie 789 erneuert werden (Abel
426).
I

vgl.

auch XVII

35 tange super-

cilium;

XX

v.

13 tange sotum.

Die

Wenn
ist,

wähnt

unserem Gedicht erso mag die im Jahre 782 bei
er in

Deutung dieses neuen Rätsels folgt XXII necnon per ternos consurgat V. 37 ff.

Karl erschienene Gesandtschaft die Ver-

littera

ramos
tibi

vgl. Persius sat.

III

56
littera

anlassung gegeben haben und
mit Recht folgern,

man kann

Et

quae Samios deduxit

daß die Entstehung

ramos
Surgentem dextro monstravit
Isid.

des Gedichtes zeitlich diesem Ereignis

limite

und jedenfalls ins Jahr 783 pompifer vgl. XXXVIII v. 2 pompifero gestu; Poet. I 432 v. 9 pompiferi quod vana est gloria mundi.
nahe
fällt.

liegt

callem
Orig.
I,

3, 7

'y'

litteram Pythagoras

Samius ad exemplum vitae humanae primus formavit.

18

— 20

impia pestiferi regni sceptra

XXII.

Antwort des Paulus.
'Vor der
versuch's.

Lösung der

gestellten

Frage

ist

mir bange, aber ich

Des Gefängnisses und der Ketten bedarf es bei mir nicht, da ich in den Banden Deiner Liebe liege. Sie erfüllt mein Herz, seitdem Du Gnade geübt hast. Wozu soll ich zu Sigfrid gehen? Wir können uns gar nicht verständlich machen, da er meine Sprache nicht versteht. Auch fürchtet er Deine Macht zu sehr, als daß er mich anzurühren wagte. Er wird entweder freiwillig sich von Dir taufen lassen oder gezwungen als Gefangener vor Dir erscheinen
(1—36).'

Dann
(v.

gibt Paulus die
gestellten

22

—25)

Lösung des im vorausgegangenen Gedicht Rätsels und schließt mit einer rätselhaften An-

spielung (37—54).

Aus keinem der früheren Gedichte spricht eine solche freudige Stimmung, ein so von Herzen kommender Humor wie aus diesem, dem längsten der am Hofe Karls entstandenen. Während die früheren nur wenige oder gar keine Andeutung enthalten, daß Paulus von Liebe und Verehrung für den König erfüllt ist, so nennt er ihn hier in seiner Dankbarkeit und Freude maxime princeps (v. 1), pietatis amator (v. 15), rex venerande (v. 38), deliciae populi, summus et orbis amor (v. 54) und er kann ihm, da er Gewährung seiner Bitte erlangt, nicht genug seine Liebe versichern (v. 10. 16). Wenn er v. 33 sagt: caelitus et qaoniam est vobis conlata potestaSy so

sehe ich darin nicht eine Schmeichelei, die
liegt,

dem geraden
in der

Charakter des Dichters ferne

sondern den Beweis, daß

Anschauung des Paulus ein großer Umschwung eingetreten ist. Er sieht in Karl nicht mehr den Feind seines Volkes, sondern den von Gott

102
selbst

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

zum

Herrscher der Christenheit bestimmten König und widmet
jetzt

ihm gerne auch
Dienste.

noch,

wo

er seinen

Zweck
seine

erreicht

hat,

seine
Karl

Am

deuthchsten bringt Paulus
in seiner
II

Verehrung

für

zum Ausdruck
epp. Mett. SS.
in eo bellicam

Geschichte der Metzer Bischöfe,

wo

er (Gest.

265)

sagt:

De quo

viro

nescias

atrum virtutem

an sapientiae claritatem omniumque liberaUum artlum

magis admireris peritiam.
diesem Gedicht Paulus seine Sinnesänderung zum erstenmal deutlich merken läßt, sah ich mich veranlaßt es erst an diese
in

Da

Stelle zu setzen

und seine Entstehungszeit

ins Jahr

783 zu verlegen.

Sic ego suscepi tua carmina,

maxime

princeps,

Ceu paradiseo culmine missa forent. Luminibus tacitis quae postquam cuncta
Terruerunt

notavi,

animum

fortia

verba

meum.
trini

Eheu, supplicii mihi ponitur optio

Artat et incertum quaestio dura satis.

Dicam equidem, quod mente

gero, sed vestra potestas

Efficiat potius, haurit ut arce poli.

UERSUS PAULI DIACONI G
3 qu^
(?

p. 13.

=

ae öfter

G

1|

8

effitiat

Q

arcet

am Rana

Vjc

Q.

1

4

tua carmina:

Damit

vorausgehende Gedicht gemeint.

— paravom

ist

das

rige Frage
er

machte ihm zu schaffen, da
Sache
nicht sicher
ist.

seiner

Wie Himmel {paradisus
diseo culmine:

eine Botschaft

quaestio dura vgl.

XX

v.

4 doctrina est

=

Sitz der Seligen,

Simplex, quaestio nulla quidem.

Himmel) mutete ihn das Gedicht Karls an, vgl. auch zum Gedanken XV 26 Brief des Paulus an Theudemar: ad instar mihi paradisi dilecta sanctorum limina. Dieser Freude beim Empfang des Gedichtes
folgte

equidem
ut
sagen,

vgl. Verg.

Aen. VI 722.

— dicam — haurit

nach

dem Lesen

hahs

großer

Schrecken.

des In-

luminibus

tacitis Verg.

Aen. IV364: „sprachlos vor

Verwunderung". ist Ov. Amor. III
5

terruerunt

animum

5,

2 entnommen.

— 8 supplicii optio trini: „Die Wahl
(vgl.

zwischen drei Todesarten
bis 20)."

— artat et incertum: Die schwie-

XXI

v.

15

Paulus meint, er werde was ihm in den Sinn kommt, aber Karl würde wohl Vorzüglicheres leisten, da ihn als König himmlische Eingebung unterstützt. Er vernimmt alles Diese himmgleichsam vom Himmel. lische Eingebung findet ihre Begründung in V. 33; vgl. auch Brief des Paulus an Kad M. G. Epp. IV 5 14, 17 vestra tamen sagax providaque subtilitas, sicut caelitus mente hauserit, ita disarce poli:

ponat.

Antwort des Paulus.

103
vinclis:

Non opus
10

est claustris

nee

me compescere

amore mei. Nam si parva licet rebus componere magnis Et valet a summis hie paradigma trahi:' Ut sacer inmenso Christi Petrus arsit amore, Postquam dimisit crimina Christus ei,
Vinctus
regis
Sic, ubi donasti facinus,
pietatis

sum domini

15

amator,

Inflammat vaHdus cor mihi vester amor.
Si

peragam Sigifrid truculentum cernere vultum, Vix perpendo ahquod utilitatis opus,
IlHus est

nie caret Latus indocto corde loquelhs,
20

minime cognita lingua mihi: Sic similisque ferae et brutum pecus esse putabor
Deridetque

meum

stulta caterva caput.

Sit licet hirsutus hirtisque simillimus hircis

luraque det haedis imperitetque capris,
10 domni
si

G

\

14
\

ei

Traube, eius

G
G

\

17
\

si

peragam

scripsi, si

agä G,

satagam Wattenbach

sigifrid

auf Rasur

21 sie similisque ferae

et ^cr/jo^/,

similes equi ferunt nebrutü G. simia setiferumve

brutum Haupt

\

24 hetis G.

9

— 10 nee me compescere vinclis
und
zeigt,

vgl.

Ov. Epist. XIX 85. Paulus beginnt mit Humor und Witz die Beantwortung der
gestellten Fragen

daß

er ca-

lamo ludere wirklich versteht (XXI v.3). vinctus sum domini regis amore: Mit diesen Worten und mit v. 16 sagt er, daß er Karl im Herzen näher getreten sei. 11 16 si parva licet vgl. Verg. Ecl.

annimmt, daß Paulus einst dem König nach dem Leben trachtete, so ist es doch wahrscheinlich, daß er seinerzeit zu den gefährUchsten Gegnern am langobardischen Hofe gehörte. Man kann diese Stelle aber auch so erklären, daß Paulus
anlaßt
die Tat seines Bruders,

bei

welcher er
ein auch

jedenfalls nicht unbeteiligt war, hier auf

sich nimmt.

— pietatis amator
sie

I I

23,

Georg. IV 176; Poet.
V. 167.

I

458
in

v. 267,

sonst beliebter Versschluß vgl. XXXII v.lO.
21

536

Paulus wählt

diesem
Wörter:
v.

—24
die

similisque

ferae:

Da

Gedicht
V.

mehrere

griechische
v.

Paulus
nicht

Sprache

des

12 paradigma:

problema.
fragt
tat

46 grammata,

49 Es

versteht,

so wäre er

Dänenkönigs ihm wie ein
statuis.

ubi donasti facinus:

Tier

erschienen;
similati

zum

Sinn vgl. XIII 11

sich,

welche und wessen Frevel-

mutis

deridentur
Ist als

Karl jetzt verziehen hat.

Da

er sich

deridetque
vgl. XIII
1 1

meum:
;

Futur zu fassen
ist

mit

dem Jünger
Herrn
aber
ff.),

Petrus

vergleicht,

der
14,
er-

meum
für
II

caput me,

seinen

verleugnete

(Matth.

Umschreibung

vgl. XIII 3,

wohl nur und

68

Verzeihung

von ihm

nicht nach Ebert

51 mit „kahles Haupt"

hielt

und deshalb mit unbegrenzter Liebe ihm zugetan war, so ist wohl zuerst an
eine Tat des Paulus zu denken.

zu erklären, wozu jegliche Berechtigung
fehlt.

hirsutus hirtis hircis: Beachte zur
drastischen Schil-

Wenn

diese Alliteration

man

auch

nicht

durch

die

märchen-

haften Erzählungen des Salernitaners ver-

derung des struppigen Dänenkönigs. iuraquedetvgl.VtTg.GQOTg.lV562 dat iura.

104
25

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Sunt

illi

invalidae pavitanti in pectore vires,

Nam nimium
Hie

vestrum

scierit vestris si

arma timet. me de civibus unum,
et

nomen

Audebit minimo tangere nee

digito.

Tunc nee
30

iners cupido vitam mihi tollet et artem

Illum nee palmis abluet

unda meis.

Quin potius properet,

vestra et vestigia lambat

Cumque suo ponat
Caelitus et

crimina crine simul.

quoniam

est vobis conlata potestas,

Tinguatur vestris purificandus aquis.
35

Sin minus, adveniat manibus post terga revinctis

Nee
Vel
,Auris*
40

illi

auxilio

Thonar

et

Waten
nisi

erunt.

jTangere' quid ,caput' est
te,
Sit,

aliut,

amare tonantem

qui populi es, rex venerande, caput?

domini

fuerit qui iussa secutus,

Seu qui consilium

servat,

opime, tuum.

Innumerum vulgus Signatur nomine ,ventris': Amplecti hos omnes quaestio vestra docet.
25 invalide
tollit

G

\

27 hie

scripsi,

his G,

is

Dümmler

\

29

tollet
\

scripsi,

G

II

35 sin minus adveniat Wattenbach, sin munus adveniä

G
'

post terga
fit

Wattenbach, pono terga
41 ventris

G
G

\

37 quid aus quod corr.
||

G

\

39

sit scripsi,

G

||

Dümmler,
scierit

ufis

42 amplecti hos Dümmler, amplectib
Poet.
I

hos G.

27

—30 hie

= „wenn er heraus-

gebracht haben wird (sciscere)^

61

V.

59—60.
II

iners

35

— 36 manibus post terga revinctis
Aen.
57.

cupido:

„Der Feigling

(v.

25)

wird mir

vgl. Verg.

— Thonar et Waten:
Götter

mein Leben nicht rauben, auch wenn ich es aufs Spiel setze;" iners und artem wohl ebenso absichtlich nebeneinander wie V. 32 crimina crine. vitam mihi tollet: Das überlieferte tollit ist inmitten der anderen Future nicht anzunehmen. illum nee palmis abluet unda meis: „Er wird sich von mir nicht taufen lassen. Diese Aufgabe fällt Dir zu (v. 34)." 33 caelitus et quoniam est vobis conlata potestas: Diese Anschauung,

Paulus übertrug jedenfalls aus Unkenntnis

Thor und Odhin die Namen der bei den Sachsen verehrten und ihm bekannten auf die Dänen, vgl. auch über Wotan Hist.
der

nordischen

Lang.

I

9.

37
liche
V.

— 43

Mit

V.

37 beginnt ohne jeg-

Überleitung die Lösung des XXI

22 gestellten Rätsels.

auris sit
v.

ist

die richtige Lesart,

da auch
Alle

37 quid
zu-

Caput est

steht.

amplecti hos omnes
diese

daß Karl

eine

göttliche

Mission habe,

quaestio vestra docet:

nachdem Paulus längere Zeit in seiner Nähe verweilte, vgl. auch V. 8. In XXXII V. 3—4 und am Anbildet sich erst,

fang des Briefes an Karl (XXX)
Gest.

spricht

sammenzufassen lehrt das gegebene Rätsel, littera, quae also Caput auris venter. ternis consurgit in ardua ramis: Damit meint Paulus E, vgl. auch Anm. zu XXI

Paulus diesen Gedanken deutlicher aus,
vgl.

V. 24.

epp. Mett. SS.

II

265;

auch

Antwort des Paulus.

105

Littera,

quae

ternis consurgit in

ardua ramis,

45

Curam animae summam semper habere monet. Est fortasse aliut novitas quod repperit apte, Nam puto, sie fantur grammata vestra *cave'.
Ut moneor, faciam nee per me frena regentur, lam mea sed potius cautio Christus erit. Problema si necdum tetigit resolutio vestrum,

50

Discere

sum promptus,

rege docente pio.

Nam

cupio vester, cunctos ut vincis in armis,

Sic mentis superet lumine celsus apex.

Quingentos centum postremi quinque sequantur, DeHciae populi, summus et orbis amor.
49 problemma
si

G

\

vestrum Dümmler, ura

am Rand

I

G

Ü

52

sie

Dämmler,

G

II

53 posttremi G.

47

—49

nee per

Er will der

me frena regentur: Mahnung des cave folgen,
daß er nicht
alles

seines Geistes

alle

übertreffen,

beweist

auch

seine

veränderte

Gesinnung.

fügt aber bei,

lenken
(cavere

kann, sondern seine Sicherheit
cautio)

Christus

ist.

Es

ist

wahr-

scheinlich,

daß das von Petrus im Auf-

quingentos centum: Paulus schließt mit einem von Traube (Neues Archiv XVII gedeuteten Rätsel. Die beiden 399) D als Bezeichnung für quingenti geben
die gebräuchliche
(vgl.

trage Karls

gegebene Rätsel (cave) mit
supviel-

Abkürzung
krit.

für

David

dem vorausgehenden (optio trini plicii) im Zusammenhang steht und
leicht
soll:

XVII

V.

45

Apparat).

Wenn
doch
Karl
der,

auch

vielleicht Karl

damals diesen Bei-

in

scherzhafter Weise

ihm sagen

namen noch

nicht hatte, so konnte

„Tue so etwas nicht mehr." 50 55 discere sum promptus, rege

Paulus auf den Gedanken

kommen

mit diesem König zu vergleichen,

docente pio vgl. XIX

v.

42 cum pietate

doce flexum, sum scire paratus.
<:^/5«5fl/>^x= „Euere Hoheit".

— vester
bloß mit

wie

er,

ein

Geistes war.
et orbis

Held der Waffen und des
deliciae populi,
c. 1

DerWunsch

amor

vgl. Suet. Tit.

summus amor ac

des Paulus, Karl

möge

nicht

deliciae generis

humani;

vgl.

XXXV v. 28

den Waffen, sondern auch durch das Licht

deliciae, tu generalis

amor.

XXIII.

Karl an Paulus.
'Was
(1

4).

Du an Jahren Was treibst Du,

mir gewünscht, wünsche ich Dir an Stunden
der als Soldat meinen Feinden hätte gefährals

werden wollen, jetzt aber ferne bleibt (5—12)?'
lich

alterschwacher Greis

dem Lager

Dieses
inmitten

Gedicht

gab

zuerst

Quercetanus

(Andre du

Chesne)

im Jahr 1617 heraus und zwar nach einer alten, jetzt verloren gegangenen Handschrift der Bibliothek S. Bertini (Alchwini opera p. 1719). Es ist schwer zu deuten und hat wahrscheinlich folgenden historischen Hintergrund. Da die Sachsen immer den Winter zu neuen Rüstungen benützten, so entschloß sich Karl einmal diese Jahreszeit in ihrem Lande zu verbringen (Abel I 475 ff. u. 493 ff.). Deshalb brach er noch vor Ablauf des Jahres 784 dorthin auf, feierte das Weihnachtsfest im Lande der Engern und verlegte dann seinen Hofhalt nach Eresburg, wo bis Juni 785 sein Standquartier war. Dorthin hatte er auch Frau und
der

Gedichte

Alkvins

Kinder nachkommen lassen.
Wahrscheinlich erging damals auch eine Einladung an Paulus,

da Karl seine Gelehrten
V. 11

stets

um
er in

sich

Für diese dankte aus dieser Antwort Karls leicht
12).

haben wollte (vgl. Anm. zu einem uns nicht bekannten, aber
zu erschließenden prosaischen

inhaltlich

oder poetischen Schreiben.

Weihnachten oder Neujahr an Karl abgeschickt, enthielt am Anfang Glückwünsche und dann eine Entschuldigung, warum er seiner Einladung nicht Folge leisten könne. Diese hatte er in humoristischer Weise mit seinem greisenhaften ZuDieses,
jedenfalls zu

von Paulus

Karl an Paulus.

107

stand

begründet und dadurch Karl veranlaßt den gleichen Ton an-

zuschlagen.

Aus

stilistischen

Erwägungen glaube
u.

ich,

daß Karl selbst dieses

Gedicht, wie XXXIII,

und zweifle nicht, keinem anderen dieses Namens etwas wissen, dessen Nähe Karl sogar auf seinen Kriegszügen gewünscht hätte.

Vorbem. zu XXXIII), daß es an unseren Paulus gerichtet ist, da wir von
XL, verfaßt hat
(vgl.

XXXIV

En

tibi,

Paule, deus ter quinas augeat horas,
tria

Addidit Ezechiae qui

lustra pio,

Ut mihi

ter

quinos optas superaugeat annos
cultro qui colla secare

Post metas vitae carmine Pierio.

Quid modo miles

agis,

Hostibus a nostris, Paule, paratus eras?

Nunc

tibi dextra,

senex, elanguit effera

belli,

Laeva caput supra aut scuta levare nequit.
Ohne
Überschrift
H

CLXXXVII Quere.
7 effera scripsi, effeta Quere.
\

5 quod Quere.

8 leua Quere.

1

—4

Stelle

deus (ita}

tibi

augeat

eine Stelle

in

dem

verlornen Brief des

horas, ut optas, mihi superaugeat annos;

Paulus,

wo

er in scherzhaft übertriebener

4 Reg. 20, 6 Isai. 38, 5 ecce ego adiciam super dies tuos quindecim annos; Sedul. carm. pasch. 1 189 ter quinos quondam regi Deus addidit annos; Alcvin Poet. 1 233 V. 163 huic quoque ter quinos Clemens deus addidit annos; M. G. Epp.
vgl.
;

Weise die Heldentaten aufzählte, die er im Krieg gegen die Sachsen ausführen würde, wenn er noch jünger wäre.

cultro qui colla secare hostibus erinnert

an

eine

Stelle

aus

dem zum

Vorbild

dienenden Epitaph des Constans (Poet.
I

IV 44, 18; 184, 25. Karl wünscht ihm scherzhaft statt der Jahre nur Stunden.

79

V. 12)

munera principibus
effera belli:

colla se-

cuta dedit.
7

Da Paulus um
als

sein Fernbleiben

— 10

Das

überlieferte

zu entschuldigen sich so
hinstellt,

alterschwach

effeta zu setzen verbietet die Quantität;
vgl. Alcvin Poet.
I

stünde er schon

am Ende
ihm
Ver-

197

v.
I

1261 efferus in

seiner Tage, so wagt Karl gar nicht

Jahre zu wünschen.

pravos; Theodulf Poet.
getonteis
effera

447 v.86 Phlevgl.
v.

carmine Pierio
ähnliche

virginibus;
Poet.
I

zum
laeva

Alcvin Poet.

I

274

v. 6;

Gedanken Alcvin
lida

246

bindungen bei Alcvin Poet. 1 198 v. 1318; 240 V. 18 Pierio plectro; 252 v. 11 Pierio
versa.

est

cui

dextera

bello.

24 ge-

Caput:

Stelle

aut laeva

nequit supra
ist

Caput scuta levare; Paulus
quid

also nach

5
ist

—6

modo

miles agis: quid

Karls

Darstellung

zum

Angriff

statt

des überlieferten quod in Rück-

Verteidigung zu schwach.

und zur

quid

modo

sicht auf V. 9

zu setzen. Zu dieser humo-

ristischen Frage veranlaßte jedenfalls Karl

quod facias: Stelle quid modo facias, quod sis proletarius urbe. Diese unge-

108

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Quid modo quod
10

facias sis proletarius urbe,

Laurea qui

belli castra

videre times.

Tardus

in

annoso

tabescit corpore sanguis,

Cor

tibi frigidius

laudis

amore

caret.

12 frigidior Quere.

wohnlichen Stellungen
zeichen des königlichen
entspricht

(v. 8)

sind Kenn-

bist.'

Dieses

wiederholte

Hervorheben
(v. 7),

Stils.

Diese Stelle
Karl
fragt

des greisenhaften Zustandes

das

Paulus,

genau was er

v.

5

und
als

jetzt

proletarius
treibt.

(Gegens. miles) in der Stadt

Die

Konjunktive lassen sich damit erklären,

im Ernst gemeint beleidigend wäre, läßt sich nur dadurch erklären, daß Paulus in seinem Schreiben in scherzhaft übertriebener Weise sein Alter als Entschuldi-

daß
weise

der

König

absichtlich

und
Stadt

zum
Karl

Scherz sich dieser urbanen Ausdrucksbedient.
ist

Welche
der

meint,

ungewiß, Wir wissen nur, daß
vor

gung anführt. Eine ähnliche Entschuldigung finden wir auch in einem Brief Alkvins aus dem Jahre 789, M. G. Epp. IV 234, 36 ff. Quid valet infirmitas Flac:

der

Hof 783

Verlegung

ins
in

ci inter

arma? quid

inter apros lepusin
.

Sachsenland seinen Winteraufenthalt
Heristal

culus? quid inter leones agniculus,

nahm und
I

bis Ostern

784 dort
timere

blieb

(Abel
weist

460).

castra

pace nutritus, non in proeliis versatus?. timidus domi remaneat, ne faciat alios
timere.

vides
hin,

auf einen
er

Kriegszug Karls
hatte.

Diese Stelle

beweist zugleich,

zu
11

dem

Paulus eingeladen

daß Karl seine Gelehrten auch auf seinen
Kriegszügen bei sich haben wollte.
an Sedul, carm. pasch.

— 12

Diese ohne Verbindung an-

gereihten Verse verraten

auch den un-

Der Wortlaut der Verse 11—12 erinnert
1

gewandten Dichter. Der Zusammenhang
ist:

109 frigidus an-

'Dein Fernbleiben begreife ich wohl,
ich bedenke,

noso moriens

in

corpore sanguis.

wenn

wie alterschwach

Du

XXIV.

Auf das Grab der Rotheid, Tochter Pippins.
Die Inschriften für Karls Schwestern Rotheid und Adelheid, für
seine Gattin Hildegard
die in

und deren Töchter Adelheid und Hildegard,
des heiligen Arnulf, des Oberhauptes des

Metz

in der Kapelle

karolingischen Geschlechtes, begraben lagen,

gab zuerst Caesar Baronius heraus 'ex minis monasterii S. ArnulphV (Ann. eccles. a. 786 n. 7, 811 n. 48, ed. Col. IX 415, 628). Abschriften jedenfalls nach den
Grabsteinen,

aber fehlerhaft finden sich in der Brüsseler Bibliothek
der Stadtbibliothek zu Metz 64 (G 76) saec.

6842 und

in

XIV— XV

H

m).

Außer dieser selbständigen Oberlieferung sind uns diese Grabschriften

auch dadurch erhalten, daß Paulus
Sie

sie selbst seiner

Geschichte

der Metzer Bischöfe einreihte.
schriften

sind

aber nicht in allen Hand-

Zugrunde gelegt wurden hier eine aus St. Symphorian zu Metz stammende Handschrift Paris lat. 5294 saec. XI {S), nach der ich die Inschriften noch einmal verglichen habe, dann die Ausgabe von Du Chesne, im Jahre 1636 nach einer unbekannten Handschrift hergestellt (SS. rer. Francic. II 202 204), und schließlich die von Meurisse aus dem Jahre 1634 (Histoire des evesques de Metz p. 28); außerdem vgl. Neues Archiv IV 110 und
mit abgeschrieben worden.

Poet. aev. Karol.

I

p. 33.

Im Parisinus lat. 5294 gehen f. 1 1 v folgende Worte des Paulus voraus: Hildegardis apud Mettensem urbem in beati Arnulfi Oratorium requiescit. Pro eo denique, quod a beato Arnulfo iam praefati reges originem ducerent, suorum ibi carorum Corpora posuere. Nam ibi humatae sunt duae regis Pippini filiae, quarum una Rothaidis, altera Adheleidis appellata est. Ibi quoque et iunioris regis Karoli duae nihilominus tumulatae sunt natae, scilicet Adhelaida et Hilde. .

110

^3rl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

garda; quae Hildegardis matris nomine nuncupata matrem morientem citius subsecuta est. Quarum omnium epitaphia iussu gloriosi regis Karoli composita sunt.
Hier sagt Paulus selbst,

daß

alle

diese

oben angeführten

In-

schriften auf Verlangen Karls abgefaßt

wurden.
Karls

Dieser kannte sicher

die stimmungsvollen Grabgedichte des Paulus für seine Königin

Ansa

Gemahlin Hildegard am 30. April 783 starb, da übertrug er Paulus, der ihm gerade in jener Zeit viele Beweise seiner dichterischen Begabung gegeben hatte, die ehrenvolle Aufgabe für sie eine Grabschrift zu verfassen. Wenn man bedenkt, daß damals am Hofe Karls auch andere Dichter von Namen sich befanden, so erscheint dieser Auftrag, dessen würdige Durchführung für ihn in diesem Falle Herzenssache war, als der glänzendste Beweis der Wertschätzung, der sich Paulus als Mensch und Dichter beim König erfreute. Als Paulus die Grabschrift für die Königin und später für deren

und deren Enkelin Sophia, und

als

gleichnamiges Töchterchen (XXVI, XXVIII) verfaßt hatte (jedenfalls
stand sie vor Karls Vermählung mit Fastrada im Oktober oder No-

vember 783 schon

auf

dem

Stein),

wünschte

dieser,

daß Paulus auch

die Gräber seiner beiden Schwestern
heid, die schon vor längerer Zeit
Inschriften versehe (XXIV,

und seines Töchterchens Adelverfaßte

gestorben waren, nachträglich mit

XXV, XXVII), und wahrscheinlich

Paulus diese in rascher Aufeinanderfolge noch im gleichen Jahre.
Diese unterscheiden sich von den anderen dadurch, daß weder die
körperlichen noch geistigen Vorzüge erwähnt sind.

Paulus läßt deutlich

merken, daß es sich hier
ferne

um

Personen handelt, die ihm vollkommen

stehen und von denen er nichts weiter kennt als

Namen und
als

Abstammung.
ihren

So

bietet er in

diesem Epitaph

für

Rotheid nichts

Stammbaum und

sagt nicht ein Wort des Lobes

über diese

ihm zwar unbekannte, aber
Karls,

sicher vorher näher geschilderte Schwester
für seine ehrliche

gewiß auch ein Beweis

Gesinnung.
daß sein Herz

Galt es aber eine Persönlichkeit zu ehren, wie die Königin, der
er

persönlich
ist,

näher stand, dann
schafft er

fühlt

man

heraus,

dabei

und dann

auch auf diesem Gebiet Werke, die zu

den besten seiner Zeit gehören.

Auch

in formeller

Hinsicht sind die Epitaphien, die Paulus

am

karolingischen

Hof

verfaßte,

von

Interesse.

bei der Abfassung der Grabschriften für

Wir haben gesehen, daß er Ansa und Sophia unter dem
Inschriften herrührend-en

Einfluß einer gewissen, wohl

von griechischen

Tradition stand.

Eine Vergleichung dieser früher entstandenen mit

Auf das Grab der Rotheid, Tochter Pippins.

111
Karls bekannten

den karolingischen aber
Vorbilder studiert und

ergibt,

daß er die

am Hofe

immer mehr
ich

jene typischen Ausdrucksformen
(IX).

angewendet

hat,

die

früher

zusammenstellte

Diese

Um-

beim Epitaph für die Königin Hildegard (XXVI) und am vollkommensten bei dem für Herzog Arichis (XXXV).
gestaltung seiner Darstellungsweise zeigt sich

Hie ego quae iaceo, Rothaid de nomine dicor,

Quae genus

excelso

nimium de germine duco.

Nam
5

mihi germanus, gentes qui subdidit armis

Ausonias, Karolus fretus virtute tonantis.

Pippinus pater

est,

Karolo de principe cretus,

Aggarenum

stravit

magna

qui caede tyrannum.
ullus,
illo

Pippinus proavus, quo non audacior

Ast abavus Anschisa potens, qui ducit ab

Troiano Anschisa longo post tempore nomen.
10

Hunc
Hie

genuit pater

iste

sacer praesulque beatus

Arnulfus, miris gestis qui fulget ubique,

me

spe cuius

freti

posuere parentes.

EPITHAPHIUM ROHAIDIS
Rothaidis
filie

FILIE

PIPINI

Pipini regis gloriosi que in isto loco

REGIS 5 /. llv. iacet m = Metz 64

Epitaphium
(G. 76) saec.

XIV—XV;
1

ohne Überschrift Meurisse.
qu^
\

haec Meurisse Chesnius

'^'

statt 'ae' öfter

S
\

\

Rotaich m, Rothaidis

nomine ohne de Meur. Baronius
fretus S,

\

2 que S,

qui Bar.

ducor

m
\

\

4 Karlus

Karlus aus Karolus corr. S, fretus Karolus die andern
\

5 Pipinus

5

Chesn.
Chesn.
Bar.

Karlo aus Karolo corr.

S

\

cretus Chesn. Bar., ortus

5

||

6 Agarenum
\

\

cede S, clade Bar.

\

7 Pipinus

S

Chesn.

\

8 ast S, est Meur.

anschisa

qui ducis, potens fehlt S, Asnchise potens qui ducit Chesn., Anchise potens qui ducis
II

9 Anchisa Chesn.

\

10 presulque

5

||

12

freti

naditräglidi dazugesetzt S.

4 gentes Ausonias vgl.
regio (Anm.).

II

9 Ausonia
j
!

Statthalter

Abderrahman zwischen Tours
Ansdiisa potens
vgl. Gest. epp.

und

Poitiers 732.

5

—7
25;

de principe
die

cretus

vgl.

die
|
i

8

—9

Verse
I

über

Metzer Bischöfe Poet,
III

Mett. SS.

60

V.

Verg. Aen.

608.

Agga\

renum tyrannum: Bezieht

sich auf den
j

II 264 cuius Ansdiisi nomen ab Ansdiise patre Aeneae creditur esse deductum.

Sieg Karl Martells über den maurischen

XXV.

Auf das Grab der Adelheid, der Tochter Pippins.
Bei dieser Grabschrift für Karls Schwester verwendet Paulus vier

Verse für die Einleitung; von den noch übrigen sechs beziehen sich

nur zwei auf die Verstorbene, bringen aber auch nichts Persönliches,

sondern nur ihren

Namen und den Wunsch,

daß Arnulf

sie

schützen

möge.
Perpetualis

amor capiendae

et

causa

salutis,

huc properare facit, Nosse cupis, cur busta sacer numerosa retentet Hie locus, astrigeri qua patet aula poli?
Pectore
vigili
5

quem

Iste sacer,

domini qui post servavit

ovile,

Legitimi fuerat germinis ante pater.

Cuius posteritas atavo confisa patrono

Hoc
10

cupit in sancto ponere

membra

loco.

Pippini hie proles Adheleid pia virgo quiescit,

Quam

simul

et reliquas,

sancte, tuere, pater.

EPITAPHIUM ADELEIDIS
alterius
filie

FILIE

CUIUS SUPRA 5
in isto loco

/. 12.

Item epitaphium
Item epi-

Adeleidis

nomine que eciam
Chesn.

tumulata est m\
9 adeleid 5.

taphium

alterius filiae Adheleidis

6 legitimi aus legittimi corr.

5

||

8 menbra

5

ll

1

—2
iste

Diese Verse erinnern formell

7
licher

—8

atavo confisa patrono: Ähnv.

an die Einleitung zu

den Versen über
I

Gedanke XXIV

12

hie

me

spe

die Metzer Bischöfe (Poet.

60).
v. 10.

cuius freti posuere.

5

sacer vgl.

XXIV

XXVI.

Auf das Grab der Königin Hildegard.
*Hier ruht Hildegard,
einst

Karls glückliche Gattin,
die

die

durch
das

ihren Liebreiz, noch

mehr aber durch
(1

Vorzüge
ist,

ihres

Herzens die
aber
ist

anderen Frauen
Sie allein

übertraf

14).

Ihr

größter

Ruhm

Wohlgefallen eines solchen Mannes, wie Karl

erregt

zu haben.

war würdig Königin eines so mächtigen Reiches zu sein. Jetzt beklagen ihren Tod alle Nationen und selbst trotzige Krieger können der Tränen sich nicht enthalten. Schmerz verzehrt das Herz Nur der eine Trost ist allen geblieben, daß sie im des Gatten.

Himmel

ihren

Lohn finden wird

(15

35).'

Hildegard starb im zwölften Jahre ihrer Ehe
(vgl.

am

30. April

783

Abel

I

105 und 671).

Aus

dieser jedenfalls

bald

nach ihrem

Tode entstandenen
Vergleicht

Grabschrift fühlt

man

heraus, daß Paulus die Ge-

mahlin Karls wirklich schätzen gelernt

hat.

man

dieses Epitaph mit

dem
in

für die

Königin Ansa

(IX),

so erkennt
Stoff,

man

deutlich,

wie Paulus in beiden Gedichten den gleichen

nämlich Ehrung einer Königin,

ganz veränderter Weise be-

handelt.

Aurea quae

fulvis rutilant

elementa

figuris.

Quam

Clara extiterint

membra

sepulta, docent.

Hie regina iacet regi praecelsa potenti
Hildegard Karolo quae bene nupta
fuit.

EPITAPHIUM HILDEGARDIS REGINE S f. 12. 1 fultis 5 2 menbra 5 3 precelsa 5 (e öfter 4 Karlo aus Karolo corr. S. auf Rasur 5
II || ||

statt ae)
|

potenti 'po'

1

In

goldenen Buchstaben stand die

|

esse bei Paulus häufig (vgl. Neff de Paulo

Grabschrift auf
Quellen
u.

dem

Stein;
z. lat.

exsistere

=

\

Diacono Festi epitomatore
III,

p. 31).

Untersuch,

Philologie des

MA.

4.

8

114

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Quae tantum clarae transcendit stirpis alumnos, Quantum, quo genita est, Indica gemma solum.
Huic
tarn

clara fuit florentis gratia formae,
in

Qua nee
10

occiduo pulchrior
mixta

ulla foret.

Cuius haut tenerum possint aequare decorem
Sardonix Pario,
lilia

rosis.

Attamen hanc speciem superabant lumina cordis Simplicitasque animae interiorque decor.

Tu
15

mitis, sapiens, solers,

iucunda

fuisti,

Dapsilis et cunctis condecorata bonis.

Sed quid plura feram, cum non sit grandior Laus tibi, quam tanto complacuisse viro?

ulla

Cumque

vir

armipotens sceptris iunxisset

avitis

Cigniferumque

Padum Romuleumque

Tibrim,

8

qua non occiduo

m

Chesn.

\

9

haud Chesn.
tybrum
5.

\

possunt Chesn.

]!

10 Pario] patrio

5

||

11 spetiem

5

||

13 iucunda 5, iocunda
\

m

Chesn.

\

18 Civi-

ferumque m, Liniferumque Chesn. Bar. Meur.

5

—8

clarae

transcendit

stirpis

lichen

noch

übertrafen,

kehrt

in

den

alumnos: Einh. Vita Car. cap. \^ de gente Suaborumpraecipuaenobilitatisfeminam
in matrimonium accepit. — Indica gemma
vgl. XIII 8

gleichzeitigen Epitaphien häufig wieder;
vgl.

auch Angilbert Poet.

1

361

v.

54 Praevicit

pulchram speciem vitae iam
nestas.

ho-

(Anm.)

gemmas
I

Indicosque
v.

lapides; Epit. Lothars Anh.

12 rutilat

13

Diese

vario Indus honore
gratia

lapis.
Stat.

— florentis
Silv.

Häufung
zu finden.

der

Adjektiva
ist

durch mehrere Verse hindurch
Epitaphien
15
oft

in

den

formae
gratia

vgl.

puldirae
in

formae.

IV 66 qua nee

occiduo puldirior ulla foret vgl.

X

sed quid plura feram? beliebter Abschluß in Epitaphien vgl. Poet.
I

— 16

v. 4.

10 Sardonix Pario mixta: Parischer

laus tibi, quam tanto 430 V. 27. complacuisse viro vgl. Ovid. Trist. II 139
.
. .

Marmor im Verein

mit Edelsteinen verder

Nulla quidem

gravior poena est
462)

mag

nicht

den

Liebreiz
lilia

Königin

wiederzugeben.
Lilie

quam
sol.

tanto displicuisse viro; vgl. Con(Li er p.

mixta rosis: Eine

ad. Liv. 41

beHebte Zusammenstellung der zartweisen

nunc mores prosunt

et puriter

Quid tibi actum

und der roten Rose zur Bezeichnung
Schönheit;
vgl.

omne aevum
viro.

et

tanto

tam placuisse

weiblicher
XII 68

Verg.

Aen.

mixta rubent ubi lilia multa alba rosa; Fortun VI 1, 108, IX 2, 122; Paulinus Poet.
I

17

— 18 cignifer Padus: Padusa, eine
Mündungen des
Po, war ein

der sieben

128

v.

60; 148 v. 14; Alcvin
v. 3.

Lieblingsaufenthalt der

Poet.

I

243

V. 10,

310

Aen. XI 456
vgl. IVi V.

— 457. — Romuleusque Tibris
Anm.

Schwäne vgl. Verg.

Der Gedanke, daß die geistigen Vorzüge der Verstorbenen ihre körper11

1

Auf das Grab der Königin Hildegard.

115

Tu
20

sola inventa es, fueris quae digna tenere
Multiplicis regni aurea sceptra

manu.

Alter ab

undecimo iam

te

susceperat annus,

Cum
Alter ab

vos mellifluus consociavit amor.

undecimo rursum
genitrix

te sustulit

annus,

Heu
25

regum, heu decus atque dolor!
Britannus,

Te Francus, Suevus, Germanus teque

Cumque
Accola

Getis duris plangit Hibera cohors.
te deflet et Itala tellus

te Ligeris,

Ipsaque morte tua anxia
21 fehlt Chesn. Meur.
te nachträglich

Roma

gemit.

\

hinzugesetzt

S
\

\

22 fehlt Chesn.

Meur.
fehlt S.

II

25 Suevus] suauis

(?)

S

\

teque

S

m, atque Meur.

26 gentis

5

|

duris

19

— 23

alter ab

undecimo iam

te

denn
Karls

er

kannte die Familiengeschichte

susceperat annus vgl. Verg. Ecl. VIII 39

sehr genau

und bekam von ihm
vgl. Gest. epp. Mett.

undecimo tum me iam acceperat annus; Buecheler, Carm. lat. epigr. 1560 B octavus decimus vix te susceperat annus; Fort. IV 26 V. 35—36 Tertius a decimo ut hanc primum
alter ab
*

selbst Aufschlüsse,

SS.

II

p.

264:

Haec ego non a
didici,

qualibet

mediocri persona

sed ipso totius

verit atis assertore praecelso rege

Karolo referente
er

cognovi. Wie sollte

acceperat annus,

dann über ein Hauptereignis im Leben
Karls

Traditur optato consociata viro
Fort.

der Königin Hildegard in ihrer unter den

VI

1

a V. 42

sociavit amor.

— alter ab undecimo
Demnach war
als sie sich

Quam

tibi

divinus conbe-

Augen

entstandenen

Grabschrift

unrichtige

Angaben machen?
Knaben und
fünf

deutet das 12. Jahr, nicht wie Servius in
seiner Erklärung der
stelle will,

24 heu genitrix regum: Sie hatte
Karl vier

angegebenen VergilHilde-

Mädchen

ge-

das 13.
alt,

boren; Pippin und Ludwig erhielten schon
781 den Königstitel; vgl auch Epit. Lothars (Anh.
I

gard 12 Jahre
vermählte,
Gattin.
30.

mit Karl

und war ebensolange seine
sie

V. 17).

heu decus atque

Da

nun,
starb,

wie
so

feststeht,

am
die

April

783

erfolgte

dolor vgl. XXXV v. 4. 25 28 Es liegt die auch sonst bei

Vermählung im Jahre 771. Abel glaubt nun im Hinblick auf v. 17 20, daß Paulus von der irrigen Ansicht ausgeht, Karl habe Hildegard erst nach der Eroberung

den

karolingischen Epitaphien

übliche

Anordnung der Gedanken vor: Nach Angabe des Namens und der Herkunft und
Schilderung der körperlichen und
geisti-

des Langobardenreichs (774) geheiratet. In diesem Sinn sind aber diese Verse
nicht

zu

deuten,

sondern

Paulus

will

sagen: „Als Karl nach der Eroberung des

gen Vorzüge erwähnt der Dichter, welchen Eindruck ihr Tod auf die Fernete Franund Nahestehenden ausübte. 38. cus, Suevus vgl. auch XXXV v. 35

Langobardenreichs an der Spitze eines
so großen Reiches stand, da erwies sie
sich als die allein seiner würdige Königin."

accola Ligeris vgl. Verg. Aen. VII 729

accola Volturni.
tellus (Ov. Fast.

te

deflet
1

et Itala
1

IV 64)

vgl. Poet.

10 v. 13

Es

liegt

nicht der geringste

Grund vor

hunc

deflet Italus.

an den Angaben des Paulus zu zweifeln;

115

K^rl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Movisti ad fletus
30

et fortia

corda virorum
et

Et lacrimae clipeos inter

Heu, quantis sapiens et Ussisti flammis pectus
Pro dignis
35

arma cadunt. firmum robore semper
herile viri.

Solatur cunctos spes haec sed certa dolentes,
factis

quod sacra regna

tenes.

lesum nunc precibus, Arnulfe, exores eorum
Participem
fieri

hanc, pater alme,

tuis.

30 En Chesn.
quod] quo

\

31 quantum Meur.

\

33 Celatur

S

|

creta

5

11

34 Pro]

zwischen P und ro eine Rasur, es stand hier Ihm von der nädisten Zeile

S

\

S

||

35 fehlt

m

Chesn. Meur., nur Jesum hat S, ergänzt von Pertz

||

36 fehlt Meur.

firmum robore vgl. Poet. I 61 ussisti V. 29 firmum robore pectus. flammis pectus vgl. Poet. 1 112 v. 8 cuius
31

flamma meum pectus ubique
33

cremat.
fast

—34

Diese Verse finden sich

wörtlich in

XXXV

v.

49—50.

XXVII.

Auf das Grab der Adelheid.
Diese Tochter Karls und seiner Gemahlin Hildegard wurde im

dann noch vor der Einnahme der Stadt ins Frankenreich vorausgeschickt und starb fern von ihren Eltern auf der Reise nach der Rhone. Gewiß keine leichte und angenehme Aufgabe für ein neugeborenes Kind eine Grabschrift zu verfassen, und Paulus hilft sich damit, daß er mit ein paar Worten die Schicksale des Kindes erzählt. Dabei aber benützt er die Gelegenheit Karls Macht und Tugenden zu preisen und spricht sogar von der Eroberung des langobardischen Reiches, gerade als ob er damit zu verstehen geben wollte, daß jetzt jeglicher Groll aus seinem Herzen geschwunden sei und er ruhig über
Lager vor Pavia 774 geboren (Abel
I

149

u.

193),

jene politischen Verhältnisse sprechen könne, die einst trennend zwischen

und ihm getreten waren. Da nun dieses Epitaph jedenfalls noch im Jahre 783 entstand (vgl. Vorbem. zu XXIV), so nehme ich an, daß die Annäherung des Paulus an Karl, die wir schon aus Gedicht XXII herausgelesen haben, in diesem Jahre zur Tatsache geworden war, nachdem er vorher die Befreiung seines Bruders endlich erlangt hatte.
Karl

Hoc

tumulata iacet pusilla puellula busto,

Adeleid

amne

sacro quae vocitata

fuit.

Huic sator

gemino diademate Nobilis ingenio, fortis ad arma satis.
est Karolus,

pollens,

EPITAPHIUM ADELEIDIS
EST

QUANDO
1

SIBI

KAROLI REGIS QUE IN ITALIA NATA EAM IPSE SUBEGIT S/. 13; Epitaphium filiae Karoli Magni
FILIE

Adheleidis quae nata de thalamo eius quando isdem Italiam subegit Chesn.

busto aus busta corr.

5

||

3 Karlus aus Karolus corr.

S
\

pollens aus

polles corr. S.

1—4
die

pusilla puellula busto: Beachte

1

Alliteration.

pollens vgl. die Verse über die Metzer Bischöfe Poet.
I

gemino diademate

\

60

v.

20 caelesti dogmate

118
5

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Sumpserat haec ortum prope moenia celsa Papiae,

Cum

caperet genitor Itala regna potens.
est

Sed Rhodanum properans rapta
Excessit patrios
10

de limine vitae

Ictaque sunt matris corda dolore procul.

non conspectura triumphos,
regna beata tenet.
rodanum S

Nunc
5
ist
||

patris aeterni

5 menia

6 petens

S

\

7

|

limine 5.

pollens;

Karl

Herrscher
Italien.

Frankenreich und

über

das

nobilis in-

genio erinnert an das

zum

Vorbild die-

Franciam ibidem apud se Papiam adduci fecit suam coniugem excellentissimam Hildegardis reginam et nobilissimos filios (Abel
I

nende Epitaph des Constans (Poet. I 79 V. 8) primus in ingenio, primus in arma
:

148).

8
vgl.

— 10

ictaque
V.

sunt matris corda

fuit;

Poet.

II

661

v.

22 fortis ad arma

XXVIII

6 regia corda patris.

simul.

patrios non conspectura triumphos: Sie
sollte nicht

5 prope moenia Papiae: Karl ließ seine Frau und Kinder ins Lager kommen,
als

mehr den

Fall Pavias erleben;

patrios triumphos, patris aeterni: Ähnliche Wortspiele

er Pavia

vom Ende September
774 belagerte;

773

finden sich bei Paulus

bis Mitte Juni

vgl. Vita

häufig.

Hadriani S. 496: Dil igensque continuo

XXVIII.

Auf das Grab der kleinen Hildegard.
'Wie der Nord die Blüten des Frühlings wegreißt, so plötzlich
raffte

der

Tod Dich hinweg

(1

4).

Nicht klein

ist

die Trauer, die

Du, Kleine, besonders im Herzen Deines Vaters zurückließt. Wir weinen

und Du

eilst

zur ewigen Seligkeit (5

10).'

Wiederum
Hildegards, die

eine Grabschrift für ein kleines Kind, für die Tochter

Mai 783 starb. Paulus zeigt aber hier, wie er auch einem so undankbaren Stoff einen poetischen Reiz zu verleihen
9.

am

vermag.

Hildegard, rapuit subito te funus acerbum,

Ceu
Explevit

raptat Boreas vere ligustra novo.

necdum vitae tibi circulus annum Annua nee venit lux geminata tibi.
FILIE

EPITAPHIUM HILDEGARDIS
phium Hildegardis
1

CUJUS SUPRA 5
S.

/.

13;

Item epita-

eiusdem Karoli Chesn. rapuit aus rapuid corr. S A genuina
filiae
\

1

— 4 rapuit

te

funus acerbum
raffte
;

=

im-

mmaturia

abstulit fato

invido.

ceu

maturum

(acogog ^dvarog in griech. Epit.):

raptat boreas: Ähnlicher Vergleich

X v.l8.

„Ein zu früher Tod

Dich weg;" vgl.

Wie der Nord
wegrafft,

die Blüten des Frühlings

Verg. Aen. VI 429, XI 28 Poet. 1 65 v. 4

mors

acerba; 112

v.

27 post nati funus acer-

so der Tod die eben erst ins Leben getretene, kaum 40 Tage alte (v. 8)

bum: Buecheler, Carm. epigr. 93 verum me mors acerba senibus his prius aetate

Hildegard.

120
5

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Parvula,

non parvum

linquis, virguncula,
patris.

luctum
dolorem,

Confodiens iaculo regia corda
Matris Habens

nomen renovas de matre
vixisti

Postquam
10

vix quadraginta dies.

Pectore nos maesto lacrimarum fundimus amnes,

Tu nimium
»S
I
|

felix

gaudia longa

petis.

7 renovans

morte

m
\

Chesn.

standene Lüdie

S

mesto

S

9 nadi pectore eine durch Rasur ent10 longa aus loga corr, S.
\

5 parvula, non

parvum

linquis luc-

et

tum: Ein
V. 7.

Wortspiel,

ähnlich

dem

in

nobis fletus gemitusque reliquit. 6 10 confodiens iaculo: Ähnlicher

Hier gebraucht Paulus den auch
in älteren

Vergleich
vgl.

XXXV v. 41,
V. 8; Poet.
1

regia corda patris

schon

Epitaphien sich häufig

XXVII

72

v.

16 vulnifico

daß der Verstorbene den Hinterbliebenen nur Schmerz
findenden Gedanken,

fodiit corda

mucrone

patris.
II,

Dies Bild

geht jedenfalls auf Lucas
et

35 zurück:

und Klagen zurückläßt: Buecheler 55, 16 reliqui fletum natu genitori meo; 563,
matrique
vgl.

tuam

ipsius

(— Mariae) animam

pertransibit gladius.

— lacrimarum funv.

dolore (m)

reliquit;

1292

tu

secura iaces, nohis reliquisti querelas;

dimus amnes vgl. Fortun. VI 5, 123; tu nimium felix XIX 3, 255 u. a.

VIII

3

auch Bonif. Poet.

I

20

v.

13 occidit

Fort. VIII 3, 299.

XXIX.

Auf das Grab des Dichters Fortunat.
'Hier

ruht

der geistreiche und
wir
die

liebliche

Sänger Fortunat, aus
(1

dessen

Munde

Taten der Heiligen kennen lernen
besitzt.

6).

Heil Dir,

Gallien,

daß
nur

kunstlosen Verse
Bitte für

Du solche Männer um Deinen Ruhm

Ich

habe diese
gedichtet.

zu

verkünden

mich (7—12)!'

Dieses Epitaph für den bedeutendsten Dichter des
(M. G. Auct. ant.
IV,
1

6.

Jahrhunderts
lat.

ed. Leo)

ist

uns

in

der Pariser Handschrift

noch einmal verglichen habe, inmitten einer Sammlung von Epitaphien (Neues Archiv IV 297 299) überhefert und dann auch in den Abschriften der Hist. Lang., in
saec. IX
F), die ich

2832

med.

(=

welches Werk es Paulus später aufnahm.
kleine Biographie dieses Dichters

Hier

(II

13)

gibt

er

eine

den Worten: Ad cüius ego tamulam, cum Ulm orationis gratia adventassem, hoc epltaphiam rogatus ab Apro, eiusdem loci abbaie, scribendum
schließt
sie mit

und

contexai.

Aper, der
war, veranlaßte

um

das Jahr 780 Abt des Hilariusklosters in Poitiers

demnach Paulus, als er während seines Aufenthalts im Frankenreich einmal in diese Gegend kam und das Grab Fortunats besuchte, diese Grabschrift zu verfassen. Die Werke dieses Dichters waren Paulus bekannt, auch Theodulf nennt ihn unter den von ihm gelesenen (Poet. I 543 v. 14) und Alkvin verfaßte auf ihn auch eine
kleine Grabschrift
(I

326 XVII).
Jahren

Über
es

die Entstehungszeit des Epitaphs läßt sich nur sagen, daß
in

jedenfalls

den

782

— 786

vor

den

Metzer

Grab-

schriften abgefaßt wurde,

da er

in der Darstellung

noch seine eigenen

Bahnen

geht.

122

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Ingenio clarus, sensu celer, ore suavis,

Cuius dulce melos pagina multa

canit,

Fortunatus, apex vatum, venerabilis actu,

Ausonia genitus hac tumulatur humo. Cuius ab ore sacro sanctorum gesta priorum Discimus. Haec monstrant carpere lucis iter.
Felix,

quae

tantis decoraris,

Gallia,
tibi

gemmis,

Lumine de quarum nox

tetra fugit.

Hos modicus prompsi
10

plebeio carmine versus,

Ne

tuus in populis, sancte, lateret honor.
iudice spernar ab aequo,

Redde vicem misero. Ne

Eximiis meritis posce, beate, precor.

EPITAPHIUM FORTUN ATI EPISCOPI F/.
Lang.

118; die Handschriften der

HisL

=
1
II

t.

oreque

t

\

4 tumulatus

^

H

5 piorum
t.

t

9 modicus

F

t,

modicos

Waitz

12 eximiis aus eximis corr. F, eximius

1

ingenio clarus, sensu celer: „von

klarem Geist und rasch im Denken."
ore suavis (dreisilbig) vgl. Hist. Lang.
versiculos suavi et diserto
posuit.
II

7

—9

tantis decoraris

gemmis: Pau-

lus liebt diesen Vergleich, vgl. VI v. 56;

13

X

Alcvin

schreibt in
I

sermone comseinem Episensuque
fidelis,

modicus: Paulus nennt sich im Vergleich zu dem berühmten Dichter „unbedeutend". Es ist kein Grund diese
V. 2.

taph für Fortunat

326,
nitidus

überlieferte Lesart

zu ändern.

— plebeio

Qui sermone

fuit

carmine versus Eugen.
10

Toi. p. 268, 3.

— 12

ne tuus in populis lateret
er

Ingenio calidus,promptus et ore suo.

honor: Den gleichen Grund, warum
Hist.

3
II

—5

apex vatum

vgl.

Hist.

13 nulli poetarum secundus.

Lang.
^4«-

die Grabschrift verfaßte, gibt er in seiner

sonia genitus: Er stammt aus Oberitalien.

sanctorum gesta: Hist. Lang. II 13 sanctorum gesta partim prosa partim metrali ratione conscripsit ; Alcvin 326 v. 3 plurima qui fecit sanctorum carmina metro; gemeint ist besonders vita S. Martini; Poet. I 96 v. 10 sanctorum renovans patrum conscripta priorum;
vgl.

vitam sui cives funditus ignorarent. redde vicem misero (Ovid. Am. I 6, 23 redde vicem meritis): Fortunat möge für ihn
Lang.
II

13

an

ne

eius

Fürbitte einlegen,

als

Gegenleistung für
ist

diese Grabschrift.

Dies

eine in den

Epitaphien der karolingischen Zeit beliebte
I II

Wendung, vgl. Epitaph AlcvinsPoet.
V. 17;
V. 13.

350
656

Bernow. Poet.

I

420

v.

23;

auch Poet.

I

19 v.

1

(Epit.

Dom-

berchti).

XXX.

Paulus an Karl.
möchte gerne zu Deiner Bibliothek einen Beitrag liefern und habe mir notgedrungen Fremdes entlehnt, da ich Eigenes nicht In dem Auszug, den ich Dir aus den 20 Büchern des bieten kann. Sextus Pompeius machte, wirst Du vieles finden, was Dich inter*Ich

Grammatisches, Etymologisches, Angaben über die Stadt Rom und über heidnische Gebräuche, auch die Erwähnung von Ausdrücken, Die gnädige die bei Dichtern und Geschichtschreibern beliebt sind.
essiert:

Aufnahme dieses Mut machen.'
Dieses Karl

kleinen Geschenkes wird mir zu größeren Arbeiten

gewidmete Werk des Paulus, dessen Autorschaft ich nachgewiesen habe {De Paulo Diacono Festt epitomatore Erlangen 1891), entstand erst in der Zeit, wo er in Karl nicht mehr den Unterdrücker seines Volkes, sondern den von Gott mit einer besonderen Mission betrauten König sah, und zwar erst nach seiner Rückkehr ins Kloster Montecassino, nach dem Jahre 786. Das unruhige Leben am Hofe Karls, dieses Wandern von einem Hoflager zum andern und dabei die Erledigung vieler ihm übertragener anderer Aufgaben lassen 786 es als unmöglich erscheinen, daß Paulus noch zwischen 782 diese umfangreiche Arbeit erledigte. In Montecassino dagegen fand

er eher

Muße dazu. Wenn ich zeigte
S. Benedikti

(a. a.

O.

p. 36),

daß

in

dem Kommentar

zur

Regula

sich

Stellen

mit den Exzerpten des Festus be-

rühren, so beweist dies nicht etwa, daß der

Kommentar
erst

nicht der lango-

bardischen Zeit angehört, sondern nur, daß sich Paulus schon damals
mit Studien
cassino,

über Festus beschäftigte, die er
durch
(vgl.

später

in

Monte-

angeregt

die

dort

befindlichen

Handschriften,
S.

zum
Bene-

Abschluß brachte
dicti 110).

auch Traube, Textgesch. zur Regula

124

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

denen das Widmungsschreiben überHefert ist, habe ich die Münchner noch einmal vergHchen, sonst schloß ich mich der Ausgabe Dümmlers an (M. G. Epp. IV p. 508).
drei Handschriften, in

Von den

DIVINAE LARGITATIS MUNERE, SAPIENTIA POTENTIA-

QUE PRAEFULGIDO DOMINO
Cupiens
5

REGI

CAROLO REGUM
quia

SUBLIMISSIMO PAULUS ULTIMUS SERVULUS.
aliquid
vestris

bibliothecis

addere,

ex

proprio

perparum valeo, necessario ex alieno mutuavi. Sextus denique Pompeius Romanis studiis affatim eruditus, tam sermonum abditorum quam etiam quarundam causarum origines aperiens opus suum ad viginti usque prolixa volumina extendit. Ex qua ego prolixitate superflua quaeque et minus necessaria
praetergrediens et

10

quaedam

abstrusa

penitus stilo proprio enucleans,

nonnulla

ita,

ut erant posita, relinquens,

conpendium obtuli. In cuius serie, bimini, quaedam secundum artem, quaedam

hoc vestrae celsitudini legendum si tamen lectum ire non dedignaiuxta

ethimologiam posita

München 14734

saec.

X

=

/,

Wolfenbüttel 10. 3 qu. August,

s.

X
||

f.

4

=

/,

Wien 142 saec. X f. \ n. 5 Sextus] 2 domino regi fehlt i, domno n Caralo i 4 bibliotecis /z am Rand verbessert von anderer Hand Festus /, Festus n 10 enuclens n.
\

=

\

\

1

—3

diviniae

largitatis

munere:
VI 7 inter

dient
Zeit
vgl.

und
zu

regte auch die Gelehrten seiner

Vgl.

Vorbem. und

Hist. Lang.

schriftstellerischer Tätigkeit

an;

reliqua suae largitatis munera.

re-

Einh. Vita Car.

cap. 33
in

de

libris,

gum

sublimissimo : In ähnlicher Weise

quorum

magnam

bibliotheca

sua

sprach er von seinem König auch in

dem

Dedikationsgedicht

zur

Homiliensamm-

lung, das auch in Montecassino entstand
(vgl.

XXXII

V. 2.U.3).

— ultimus servulus:
XCV
p. 1577)

in

einer Homilie
b.

(Migne

copiam congregavit: vgl. auch Traube, Sextus Textgesch. S. 75 und 127. denique: Paulus verwendet denique statt enim, aber erst in der Hist. Lang., was mich noch in der Anschauung bestärkt,

extremus
Toi. p. 27.

Benedicti servulus: vgl. Eug.

daß die Entstehung des Festusexzerptes
in

die

letzte Zeit

seines Aufenthalts in
ist.

4 5 vestris bibliothecis: Wir sehen, daß Karl bemüht war Bibliotheken anzulegen und daß er die Gelehrten aufforderte Beiträge zu liefern und ihre eigenen Werke

Montecassino zu verlegen
11

— 14

legendum conpendium oban Adelperga
III

tuli vgl. Brief

9 Adel-

ihm zu übergeben. Dadurch machte er sich um die Erhaltung klassischer Werke ver-

perga legendam historiam optuli. secundum artem: Da Paulus weiterfährt iuxta ethimologiam posita, so ist jeden-

Paulus an Karl.

125

non inconvenienter
portarum, viarum,

invenietis, et praecipue civitatis vestrae

Romuleae,
diserta
15

montium,

locorum tribuumque
quas
sagax

vocabula
suis

reperietis, ritus praeterea gentilium et

consuetudines varias,
in

dictiones

quoque

poetis

et

historiographis familiäres,

opusculis

frequentius posuere.

Quod

exiguitatis

meae munusculum

si

et

subtilissimum

vestrum ingenium non usquequaque reppulerit, tenuitatem
comite ad potiora excitabit.
moncium n
n

meam

vita

20

14 Romule^ n 18 frequencius n
\

\

15

\

16 repperietis
i
\

/

||

17

pO(^tis n,
/
||

poematis

/

!|

19 sagax] ga auf Rasur
\

subtilismum

20 usquequaque]
incipiunt excerpta

usque quare
ex
libris

/

]

repulerit

2\ pociora n.

In

nomine domini
l

Pompei

Festi

de significatione verborum folgt in

n.

falls

ars grammatica gemeint.
vgl.

civi-

perga und Theudemar; betreffs der sonstigen
stilistischen

Romuleae Paulus IVi V. 1 Anm.
tatis vestrae

Gedicht des

Eigentümlichkeiten

unseres Briefes vgl.

17

— 20

historiographi
in seiner Hist.

verwendete
I

in

p. 37 ff. in meiner den Vorbem. angeführten Arbeit. Die

Paulus auch
II

cap. 23.

Lang.

cap. 15,

Unechtheit der Verse

exiguitas:

Ist

wie exiguus

Malta

legit paucis,

qui librum praedicat istum;

in der Einleitung

zum

Brief an

Adelperga

Höflichkeitsformel

=

tenuitatem

meam

meine Wenigkeit. ist im gleichen
III

Hoc
Sic

servus fecit, Karolo rege, tuus.
fiat ecclesia

una ex multis nunc

Sinn wie in Hist. Lang.

24 zu fassen:

templis;

iuxta tenuitatis nostrae vires universa

Det David

vires scilicet ipse deus.

descripsimus : Gest. epp. Mett. SS.

II

262

meae

non immemor. vita comite auch sonst von ihm gerne getenuitatis

hat Traube (Neues Archiv XV 199) nachgewiesen und die genaue Untersuchung

der Schreibweise des Paulus

ergab nur

braucht, vgl. Schluß der Briefe an Adel-

eine Bestätigung seiner Behauptung.

XXXI.
Brief an Adalhard.

war es mir nicht möglich Dich im vergangenen Sommer zu sehen, wo ich mich in jenen Gegenden aufhielt. Die gewünschten
'Leider
Briefe konnte ich Dir

deshalb nicht früher schicken, weil ich keine

Abschreiber hatte und auch
darniederlag
(1

vom September

bis

Weihnachten krank

11).

Aber auch
korrigierte.

34 überschicken, die ich durchDie lückenhaften Stellen wagte ich nicht zu ergänzen,
jetzt

kann

ich Dir nur

sondern machte
lich die

am Rande
die

ein Zeta (12

17).

Verbessere

Du

gelegent-

übrigen Briefe nach einer Handschrift mit reinerem Text und

ergänze

auch

Lücken.

Zugleich rate ich Dir einzelne Stellen
(18

nicht allen zugänglich zu

machen

22).'

Die Schlußverse enthalten die Versicherung seiner treuen Liebe

und

die Bitte, Adalhard

möge

seiner eingedenk sein.

Da
VIII), in

die Handschrift (Petersburg cod. S.

Germani

169,

858

saec.

der dieser Brief überliefert

ist,

sich ursprünglich in der Abtei sich befand,
Karls,

Corbie an der

Somme

in der Picardie

so

weist schon
ca.

die Überlieferung

auf Adalhard,
I

den Vetter

der

780

—826
ist

dort Abt war (vgl. Abel

361).
ist,

Ob

aber Paulus mit unserem Paulus identisch

darüber

bis jetzt keine endgültige

Entscheidung getroffen worden.

Mabillon,

Goussainville und die Mauriner zweifeln nicht daran,

Bethmann meint

(Archiv
ihn",
für

X

297) ohne Beweise anzugeben:
(S. 37) hält die

„alles paßt recht gut auf

von Mabillon angeführten Gründe nicht überzeugend, wenn auch nach seiner Anschauung hohe Wahr-

Dahn

Brief an Adalhard.

127
in

scheinlichkeit dafür besteht.

Paul Ewald, der
I"

seinen „Studien zur
III

Ausgabe des Registers Gregors
Frage

(Neues Archiv
zu

440, 474)

diese

eingehend
für

untersucht,

kommt

der Anschauung,

daß die

Gründe
schaffen

Um

und wider nicht zwingend sind. nun eine Grundlage für die Entscheidung dieser Frage zu möchte ich hier einen Oberblick über die philologischDiaconus
geben,

grammatische Tätigkeit des Paulus
Inhalt des Briefes auf diese hinweist.

da auch

der

Nach den Untersuchungen Traubes (Textgeschichte S. 41) ist der Kommentar zur Regula S. Benedicti noch in der langobardischen Zeit entstanden und also die erste derartige uns bekannte Arbeit. Dann ist Paulus der Verfasser des grammatischen Rhythmus (XV), der möglicherweise
lateinischen
In

die

Grundlage

bildete

bei

seiner

Lehrtätigkeit

in

der

Grammatik am Hofe Karls

(vgl. XII 7).

dem Katalog
F. XXIII

der Bibliothek des Benediktinerklosters Lorsch, der karolingischen Zeit (vgl.
steht
f.

einer

wichtigen Bildungsstätte

Rhein.

Mus. N.

30 \- Item minores et maiores partes donati et priscianl minores partes et asperi grammatici in ano cod. Item Ars grammatici sancti augustini adbreviata.
1868
S.

385

ff.),

eiüsdem.
isidori

Item pauli diaconi ad Karolum regem item sancti episcopi. Das zitierte Werk ist das nämliche, das im Palatinus

1746 saec. IX, der aus Lorsch stammt, angeführt ist. Hier steht f. 27 Incipit ars donati quam pauLus diac, exposuit und vorausgehen, wie im Lorscher Katalog, grammatische Werke Augustini episcopi und nachher heißt es
f.

40^ Incipit sancti isidori episcopi de
in

grammatica

Der Beisatz ad Karolum regem dem Lorscher Katalog weist nur auf unseren Paulus hin, da nur
et partibas
eins.

er

für Karl in dieser Hinsicht tätig war.

ex
et

glosarum diuersorum coadunatus in uno cod. Item lib. glosarum cronica isidori et sententia senice in uno cod. Glose pauli
In

dem

gleichen Katalog heißt es

f.

32^: Liber grandis

dictis

diac.

Item

glose

in

quaternionibus.

Jedenfalls

ist

damit

sein

Festusexzerpt

gemeint.

Wichtig

ist

auch

eine

Notiz

im

ältesten

Katalog von Montecassino, den Traube aus dem Cavensis f. 69 zum erstenmal herausgab und der ihm wie ein Verzeichnis der aus dem Nachlaß des Paulus zugeflossenen Bücher erscheint (Textgeschichte
zur Reg. S. Ben. S. 113): brebe
(^^^
I,

Gaetani, Ib Reifferscheid) facimus

de

ipsi

codici:

inprimis regum

salomon, storiale, prophetarum,
Reifferscheid)

homelie bede, homelie de dibersis doctores (das Werk des Paulus),
colectariu

(colectaru

Gaetani,

colecta

III

de dibersis

128

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

doctores, scintillu (das
betere (d. h. veterem)

Werk des
I,

Defensor), danihel, eptaticu, codice
(collectaru Gaetani^

collectariu

minores

I,

cronica

I,

psalteria

I,

etthiomoligiaru (etthimollglaru Gaetani, etthio-

moligiarum Reifferscheid^

bardoru

I,

lectionara

I.

istoria (storia Reifferscheid^ longoinsimul totidem sunt cotdici XVII.
/,

Wenn man

ferner bedenkt, daß Karl

ihm auch

die Herstellung

der Homiliensammlung (vgl. Gedicht XXXII) übertrug, eine Tätigkeit,

Adalhard besprochenen ganz nahe berührt, und daß es in den Jahren 782 786, wo Paulus am Hofe Karls weilte, und auch mehrere Jahre nachher, keinen anderen Paulus
die sich mit der in
Brief an

dem

dann kann niemand als unser Paulus jener Paulas grammaticus gewesen sein, der zwischen 784 und 791 im Auftrage Karls den Papst Hadrian I. um Zusendung des über sacramentorum Gregors I. bat (Jaffe, Bibliotheca Rerum Germanicarum IV 27 ff. Epp. III 626).
gab,
der für Karl
derartige Arbeiten
erledigte,

Ein weiterer Beweis für die

Identität liegt

auch darin, daß unser
(Hist.

Paulus eine Biographie Gregors geschrieben hat

Lang.

III

24

de beato Qregorio plura dicere obmittimus, quia iam ante aliquot annos eius vitam Deo auxiliante texuimus) und daß er in seiner
Hist. Lang.,

wie Ewald

a. a.

O.

nachwies,

eine Kenntnis

der Briefe

Gregors

verrät.

Zu

allen diesen

Beweispunkten

kommt noch

hinzu, daß zwischen

unserem Paulus und Adalhard Beziehungen bestanden. Nach Angabe des Biographen Adalhards, des Paschasius Radbertus (Vita Adalh. cap. 12 SS. II 525 und Hauck, Kirchengesch. Deutschi. S. 172), hielt sich dieser vor 780 als Mönch in Montecassino auf, also in jener Sicherlich Zeit, wo Paulus Diaconus dort als Verbannter lebte. Daher der freundschaftliche sind sie dort einander näher getreten. Ton, in dem der Brief gehalten ist und den er dem einstigen Frater gegenüber anschlagen konnte (vgl. carissimo fratrl ; dtlecte mi; frater
amabilis).

Damit wäre

eigentlich

die

Frage schon entschieden, die
stilistischer

Er-

klärung des Briefes selbst aber bringt in

und

inhaltlicher

Beziehung noch manchen Punkt zur Bestätigung und beweist auch, daß seine Abfassung in die Zeit seines Aufenthalts am Hofe Karls
(782 bis 786)
fällt.

Brief an Adalhard.

129

CARISSIMO FRATRI ET DOMINO ADALARDO, VIRO DEI, PAULUS SUPPLEX.
Cupieram, dilecte mi, aestate praeterita videre faciem tuam, quando
illis

in partibus fui,

sed praepeditus lassitudine sonipedum ad te venire
5

non

potui.

Interioribus tarnen oculis, quibus solis valeo, tuae frater-

dulcedinem frequenter aspicio. iam ante parere, sed, utpote pauper
nitatis

Volueram equidem
et cui

tuis imperiis

desunt

librarii,

prius

hoc

facere nequivi,

maxime cum me
nee
licuerit

tarn prolixa valitudo contriverit, ut a

mense Septembrio paene usque ad diem
detentus sim
scripsit,

clericulo

illi,

Domini lectulo qui haec eadem utcumque
nativitatis

10

manum

ad atramentarium mittere.

Suscipe tamen, quamvis sero, epistolas, quas desiderasti, et quia

mihi eas ante relegere prae occupatione totas non Hcuit, 34 ex
scito

eis

relectas

et,

prout potui, emendatas esse praeter pauca loca, in
et
15

tamen meo ea sensu supplere nolui, ne viderer Quibus in locis et forinsecus ad oram tanti doctoris verba inmutare. zetam, quod est vitii Signum, apposui.
quibus minus inveni,

=

Petersburg, einst S. Germani Prat. 169. 858

f.

1.

Überschrift Selectae epistolae sancti Gregorii papae o

4 praepeditus aus

praepedibus corr.

\

10 uticumque

o.

1

—5

carissimo fratri et domino:

(Annal. ord. S. Bened.
hier fehlte es

II

p. 284);

denn

Diese Anrede hat ihre Begründung darin,

gewiß nicht an Hilfsmitteln
Arbeiten.

daß Adalhard
Montecassino
der
die

(vgl.

Vorbem.) einstens
Paulus
in

in

zu

wissenschaftlichen
er,

Auch

mit

gleichzeitig

Mönch war und nun Abt

Somme
Anm. zu

ist.
III.

Corbie an
vgl.

wie uns ein Überblick über seine damaligen literarischen Leistungen
konnte
zeigt,

Paulus supplex
interioribus

nur in der Zeit,

wo

er

am Hofe

tamen

Karls weilte,
als

seine große Beschäftigung

oculis,

quibus solis valeo vgl. Brief an
tota,

Theudemar XIV 21
mente.

qua solum valeo,
li-

Grund anführen: quia mihi eas ante relegere prae occupatione totas non
licuit.

7 utpote pauper et cui desunt
brarii:
lehrten,

16

— 21
der

forinsecus ad

oram zetam,
findet

Es
die

ist

natürlich,

der König
(vgl.

haben wollte

daß die Geimmer bei sich Vorbem. zu XXIII), bei
recht

quod est wendung
auch
aus
in

vitii

Signum, apposui: Die Versich

kritischer Zeichen
St.

Galler Handschrift 899

dem
in

oft

raschen Wechsel der Hoflager
Hilfsmitteln

dem

X. Jahrhundert (G).

Hier steht

literarischen

arm-

am Rand neben den Versen
Gedichtes XXI und neben
(vgl. krit.
v.

7

selig

daran

tigen Bücher
hatten.

waren und nicht die nöund Abschreiber zur Hand
in

und 8 des 49 von XXII
!-

Apparat) das Zeichen
est

(Lim-

Diese Stelle beweist zugleich,

niscus

id

virgula
Isid.

inter
I

daß dieser Brief unmöglich
cassino
entstand,
u.

Montemeint

punctos iacens
zwar,

Orig.

21, 5)
als

geminos und
vitii

wie Mabillon
z. lat.

wie
4.

in

unserem

Brief,

Quellen

Untersuch,

Philologie des

MA.

III,

130

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Tua
20

itaque fraternitas,

si

se

facultas dederit,

reliquas

epistolas

ad emendatiorem relegere studeat codicem, sed et loca, in quibus minus habetur, nihilominus supplere. Hoc tarnen sanctitati tuae suadeo, ne passim propter aliqua, quae
in

eis

minus idoneos
et

latere

magis

quam

scire convenit,

publicentur.

Vale,

f rater

amabilis,

semper

in

bonis gliscens;

cum mentem

ad superna tetenderis, memento mei.
25

Ante suos refluus Rhenus repedabit ad ortus, Ante petet fontem clara Mosella suum,

Quam

tuus e nostro, carum ac memorabile semper

Dulce, Adalard, nomen, pectore cedat amor.

30

Tu quoque, si felix vigeas de munere Christi, Esto memor Pauli tempus in omne tui.
Signum; denn an jenen
Text fehlerhaft. aus
Stellen
ist

der

Paulus macht, wie wir
die

hier sehen, an lückenhaften Stellen,
er

Ehrfurcht vor Gregor nicht er-

minus habetur ergänze. Er selbst benützte demnach eine nach seiner Anschauung schlechtere Handschrift. ne passim
(loca,

Lücken

in quibus

— est)

gänzen
die

will, ein C (= ^rrjfxa). Über Verwendung solcher kritischer Zeichen vgl. Traube, Textgeschichte S. 68 und

publicentur:
dieser

Eine

weitere

Verbreitung

Briefe

wünscht

Paulus

wegen

einiger Stellen nicht, die

man Unbefugten

auch A. Reifferscheid, Mitteilungen aus
Handschriften (Cavensis
saec. XI

{minus idoneos) besser verschweigt.
25 Die Erwähnung von Rhein und Mosel deutet auch aufs Frankenland hin und zwar Rhenus auf Adalhard und Moseila auf Paulus. ante suos refluus nach Verg. Ecl. I 59—63; vgl. VIII XL v. 9—12; Eugen. Toi. V. 15—20; p. 268 V. 13—18.

—XII

f.

3. foliorum 399 255 de notis antiquorum)

Rhein. Mus. N. F. XXIII 1868 S. 127.

ad emendatiorem codicem: Paulus

will,

daß Adalhard zur Verbesserung der übrigen Briefe eine Handschrift mit reinerem
Text verwende und mit Hilfe dieser die

XXXII.

Paulus an Karl.
*Gerne gehorchte ich Deinem Befehl, mächtigster König, den Gott

zum Hort

der Christenheit gemacht hat.
(1

der gute Wille war da

6).

Wenn auch die So nimm denn gnädig
in

Kräfte fehlten,

das

Werk
und

auf,
er-

verbessere in Deiner Weisheit, was Dir
teile

fehlerhaft erscheint,

ihm Deine Genehmigung, damit es
finde (7

den Kirchen seine Ver-

wendung

12).'

Die sich anschließenden Verse enthalten
für Karl,

einen

Segenswunsch

den mächtigen Herrscher. Paulus hatte von ihm den Auftrag erhalten eine Predigtensammlung zum Gebrauch in den Kirchen herzustellen und übergab Dieser sie seinem König mit diesem poetischen Begleitschreiben. erteilte seine Genehmigung und empfahl die Sammlung den Geistlichen durch ein Rundschreiben (Pertz, Mon. Germ. Legg. I p. 44), dessen Schlußworte hier angeführt werden, da auf sie Bezug genommen werden muß. 'Idqae opus Paulo diacono, familiari clientulo nostro, ellminandum iniunximus, scilicet ut studiose catholicorum patrum dicta percurrens veluti e latissimis eorum pratls certos quosque
flosculos
legeret et
in

unum quaeque (quemque M)

essent utilia

quasi sertum aptaret.

Qui nostrae celsitudini devote parere desiderans tractatus atque sermones diversorum catholicorum patrum perlegens et optima quaeque decerpens in duobus voluminibus per totius anni
circulum congruentes cuique festivitati distincte et
nobis obtulit lectiones.

absque

vitiis

Quarum omnium textum nostra sagacitate

perpendentes nostra eadem volumina auctoritate constabilimus vestraeque religioni in Christi ecclesiis tradimus ad legendum'.
9*

132

^3rl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Es

ist

kein Zweifel, daß mit Paulus Diaconus nur unser Paulus
für die

gemeint sein kann, da er
sonders geeignet war.
Karl so nahe stand,

Lösung

einer solchen

Aufgabe be-

Außerdem wissen wir, daß kein anderer Paulus daß er von ihm die Worte familiaris clientulas
den drei App.) zugleich mit dem Rundin

noster gebrauchen konnte.

Da nun

die

Widmungsverse 'Summo apicC auch
(vgl. krit.
ist

maßgebenden Handschriften
schreiben überliefert sind, so

an der Autorschaft des Paulus nicht
stilistische

zu zweifeln, zumal

sie

auch durch

Beziehungen zu anderen
in der

Werken
schrift

bestätigt wird.

Die Schlußverse 'Utere' finden sich nur
4533, stammen aber jedenfalls
seine

Münchner Hand-

auch von Paulus, da dieser

Widmung

des Eutrop mit einem inhaltlich ähnlichen

Wunsch

und auch stilistische Gründe für ihn sprechen. Die Behauptung Wiegands aber (Das Homiliarium Karls des Großen S. 3), daß diese Handschrift das echte von Karl dem Kloster Benediktbeuern geschenkte Homiliar sei, kann nicht als Beweis angeführt werden, da Gründe dagegen sprechen (vgl. Traube, Textgesch. S. 101).
abschließt

Mit
entstand,

dem

vorliegenden Gedicht, das, wie die Erklärung der einergibt,

zelnen Verse

in

Montecassino und zwar zwischen 786

— 797
so

kommen
unsere

wir

zum

letzten

Lebensabschnitt

des

Paulus

Diaconus.

Wenn

Annahme

richtig

ist

(vgl.

Anm. zu

XIII 12),

im 60. Lebensjahr. Er hat ein stürmisches Leben hinter sich, reich an Sorgen und Arbeit. Besonders die Zeit am Hofe Karls war für ihn die unruhigste seines Lebens: Stets neue anstrengende Aufgaben und dazu eigentlich keine Heimat, kein Plätzchen, wo er ständig bleiben konnte. Da versteht man, daß jene Gefühle, die er einst in seinem Brief an Theudemar (XIV) zum Ausdruck brachte, in seinem Herzen immer mächtiger wurden. Und so erfüllte denn Karl
steht er mindestens

endlich seinen sehnlichen

des Klosters

Wunsch und ließ ihn wieder in die Stille Da dieser im Winter 786 nach Italien zurückkehren.

zog (Abel I 560), so dürfen wir wohl annehmen, daß Paulus damals wieder nach Montecassino zurückkehrte. Er scheidet von seinem königlichen Herrn als ein treu ergebener Freund, der ihn auch jetzt noch bei der Durchführung seiner Organisationen, soweit sie auf wissenschaftlichem Gebiete liegen, unterstützt,

von der Überzeugung durchdrungen, daß Karl von Gott zum Schirmherrn (vgl. V. 3

5) der Christenheit

bestimmt
der

ist.

Dieser aber tut in
seines

seinem Rundschreiben

nicht

bloß

Geistlichkeit

großen

Paulus an Karl.

133

Reiches, sondern damit aller Welt kund, wie hoch er Paulus schätzt,

indem
später

er

ihn famillans cllentulas noster nennt,

und auch der nun
auch

folgende

poetische Briefwechsel

beweist,

daß beide Männer

noch innige Freundschaft verband.

SUMMO

RERUM REGI DOMINOQUE POTENTI DAT FAMULUS SUPPLEX VERBA LEGENDA SUUS.
APICI
Ampla mihi
vestro est humili devotio servo
tuis,

Praeceptis parere

celeberrime regum.
altis

Quem
5

dedit omnicreans rector miseratus ab

Christicolum populis defensoremque patremque.
Sit licet effectus

modicis pro viribus impar,

Ingens ardenti tamen est sub corde voluntas.

En

iutus patris Benedicti mira patrantis
piis,

Auxilio meritisque

vestrique fidelis
etsi

Abbatis dominique mei,
10

iussa nequivi

Explere, ut

dignum
tui

est,

tamen, o pietatis amator
et mirabile

Excipe gratanter, decus

mundi,

Qualemcumque
Summo — SUUS
173 saec. IX
8 uxilio r
uisa

famuH, rex magne, laborem;
geschrieben.

mit

roten Unzialen
saec.

Karlsruhe früher Augiensis
saec. XI
\

= p.

Lugdun. Voss. 4
\

X
||

=

^.

Monac. 4533
^
||

=

r.
\

SUUS aus siuis corr. q
\

2

C(^leberrime

3 alto

p

7 patranti r

fidelis

aus

fideles corr. r
||

^11

11 decus

er

9 dominique aus dominoque corr. q 12 ualemcumque r magnae r.
\

|

summo
vatum.

apici vgl. Paul. XXII v. 52

vester celsus apex; Paul.

von Paulus

famulus supplex: Eine nur am Anfang seiner Briefe gerne gebrauchte Wendung, vgl. Anm.

XXIX

v.

3 apex

laudanda voluntas; einen ähnlichen Gedanken spricht er in seinem Brief an Adelperga aus (III 17) utinam tam efficaciter imperata facturus quam libenter arripui. ardenti sub corde XXI v. 5

zum
V.

Brief an Adelperga

(III).

sub ardenti pectore.
vgl.

2
11

6 celeberrime regum, mirabile
die

auch
zu,

7

— 10 iutus patris Benedicti auxilio:
in

mundi: Man Anreden in den früheren Gedichten und man kann aus ihnen erkennen, wie nur allmählich ein
decus et
vergleiche

Diese Worte lassen die Schlußfolgerung

damit

daß die Homiliensammlung
entstand;

cassino
w.ei
ist

mit

abbatis

Montedomini

Umschwung

in der

Stimmung des Paulus

bis

Theudemar gemeint, der 778 797 dort Abt war. ut dignum est

eintritt. — quem dedit omnicreans vgl. Anm. zu XXII v. 33. sit licet effectus:

XXXV
XXII
I

V. 6,

dafür
v. 12.

setzt

er

auch

digne XVIII
V. 15;


III

bloß

pietatis

amator

Veränderte Wiedergabe
Pont.
III 4,

von

Ovid.

ex

Fortun.

22, 5; Alcvin Poet.

79 ut desint vires, tamen est

172

V. 138,

238

v. 5.

134

Karl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Quodque sacro nuper mandasti famine condi, Nunc opus acceptans rutilo comitare favore.
15

In

quo

si

quid

erit

labis vitiique nocentis,

Illud vestra

sagax nimium sapientia purget.
queat domicilia Christi,
si

Utque

legi per sacra

Nullius titubante fide,

sensibus

altis,

Enixe ut cupio,
20

vestris

utcumque

placebit,

Firmum oro

capiat vestra sanctione vigorem.

Utere

felix

munere

Christi

Pluribus annis, luxque decusque

Magne tuorum,

Carole princeps,

Atque togate arbiter orbis, Dardanidaeque gloria gentis.
13 quodque aus quoque corr. r
\

15 labis

erit /?,

labiis

Handschriften folgt das Rundsdireiben Karls,
f.

an das

sidi

q Utere

20 In den
gentis
in

r

4v

ansdiließt.

4 togatae r
13
dasti:

\

S Dardanideque

r.

— 16
Da

quodque sacro famine manhat,

si

quid

erit labis vitiique
in

sehe ich gleich-

Karl gleichsam eine göttliche

sam beantwortet
vitiis

distincte et
v.

absque

Mission zu erfüllen

so

ist

der Befehl,

nobis obtulit;

16 vestra

sagax

der an Paulus erging, auch sacer; vgl. im

sapientia purget vgl. nostra sagacitate

Rundschreiben Karls: idque opus Paulo
diacono eliminandum iniunximus.
Vergleichung
des

perpendentes:

Eine

oben abgedruckten Teiles des Rundschreibens mit unserem Widmungsgedicht zeigt in der Anordnung der Gedanken und in den einzelnen Ausdrücken eine auffallende Ähnlichkeit, die es als nicht unmöglich erscheinen daß jenes im Anschluß an die läßt, paulinischen Widmungsverse abgefaßt wurde, Paulus selbst den Entwurf zu dem Rundschreiben anfertigte und Karl Zusätze machte oder überhaupt Änderungen vornahm. Die Versicherung seiner
tiefen Ergebenheit,

im Munde des Königs auffallende Wendung, die jedenfalls im Entwurf stand. Ebenso berührt sich
ist

eine

der
legi

Schluß

beider

Schriftstücke:

v.

17

per sacra domicilia

vgl. in Christi

ecclesiis tradimus ad legendum, v. 20 firmum capiat vestra sanctione vigorem
vgl.

nostra auctoritate constabilimus.
1

—5

Utere felix zu IVi

Briefes an Adelperga.

vgl.

Schluß des luxque decus-

que
er

vgl. Anm..

v. 20.

togate
ist

arbiter orbis: Als Herr

von

Italien

mit der Paulus sein

Widmungsgedicht einleitet, findet ihre Antwort in familiari clientulo nostro,
eine gleichsam für famulus
eingesetzte

im Besitz der römischen WeltherrAus Einhard (Vita Gar. 23) erfahren wir, daß Karl nur zweimal und zwar nur auf Bitten der Päpste Hadrian und Leo seine fränkische Tracht mit der
schaft.

und servus
de-

römischen

vertauschte;

arbiter
1

orbis

Wendung;

v.

1—2 ampla

votio mihi est praeceptis purere erscheint

Fortun..IV26,91; Bonif. Poet.

11 v.249.
vgl.

Dardanidaeque gloria gentis
v.

wieder

in

devote purere desiderans;

v.

15

IVi

17 Latiae dicatur gloria gentis.

XXXIII.

Karl an Paulus.
Gruß nach Montecassino an den hochbetagten Paulus. Er teilt ihm mit, daß er sich wohl befinde und bittet ihn, er und die Brüder möchten ihn in ihr Gebet einschließen. Mit einem Gruß an alle und mit dem Wunsch, Christus möge sie
Karl schickt diesen poetischen

schirmen, schließt das Gedicht.

Es beweist, ebenso wie XXXIV, XL und XLI, daß Karl seinen gelehrten Freunden, die ihm mehrere Jahre lang bei der Verwirklichung seiner wissenschaftlichen Ideen treu zur Seite standen, auch jetzt, wo sie nicht mehr an seinem Hofe leben, eine liebevolle Anhänglichkeit bewahrt hat (vgl. v. 2; 5; 15).

Ober
bereits

die Abfassungszeit

dieses Gedichtes läßt sich nur sagen,
in

daß es nach 787 entstand und
hochbetagten Dichters

die
1

letzten Lebensjahre

unseres

(vgl. v.

und

11)

fällt.

Was den

Verfasser des Gedichtes anlangt,

so wissen wir,

daß

der erste Herausgeber Andre du Chesne (Alchwini opp. p. 1720 vgl.

Ged. XXIII) es unter den Gedichten Alkvins anführt und daß man bis jetzt allgemein der Anschauung war, daß es von ihm im Namen Karls an Paulus gerichtet wurde. Man führte die Alkvinischen Anklänge als Beweis an (Archiv X 248, Neues Archiv XVII 400).

Es

ist

richtig,

wie wir früher gesehen haben, daß auch Petrus

von Pisa im Namen Karls Gedichte an Paulus richtete und zwar so, daß Petrus sich ganz an die Stelle seines Auftraggebers setzte, sogar in der ersten Person redete und z. B. von der Prinzessin Rothrud als
nostra filia sprach (XII
11).

Karl hatte dabei jedenfalls vorher gesprächsdie

weise den Inhalt angedeutet,

dichterische Darstellungsform aber

war Eigentum des Petrus.

136

^3rl Ncff, Gediclite des Paulus Diaconus.

Unser vorliegendes Gedicht und auch das folgende können nicht Es ist doch klar, daß ein Dichter, auf diese Weise entstanden sein. dem sein König einen solchen Auftrag gab, das Beste bot, was seine

Muse leisten dem Herzen

konnte, besonders

wenn

es galt Personen zu ehren, die

des Königs so nahe standen.

Betrachtet

man

aber beide

Gedichte, so sind sie nichts anderes als eine

Zusammenstellung von
Besprechung der
beide
(vgl.

Worten, Versschlüssen, ganzen Versen, wie

sie

Alkvin früher gebrauchte.
für

Das Gedicht
einzelnen

(Poet. aev. Carol.

I

220), das, wie die die

Verse

zeigen

wird,

Fundgrube

Gedichte

bildete, ist sicher vor

unseren Gedichten entstanden

a. a.

O. die

Anm.) und Alkvin hätte sich also seines Auftrages dadurch entledigt, daß er seinem König aus einem früheren größeren Gedicht zwei kleinere neue zusammenflickte, was auch bei geringer Einschätzung der Alkvinischen Poesie und der Annahme, daß der Adressat dem Herzen des Dichters ganz ferne stand, ihm doch nicht zugemutet werden kann. Es erscheint vielmehr zweifellos, daß Karl sich anfangs zwar, wie wir in Gedicht XII sehen, von anderen seine Gedichte machen ließ, später aber sich selbst im Dichten versuchte, hatte er ja doch das Sprachstudium eifrig betrieben und sich nach dem Bericht seines Biographen sehr gewandt der lateinischen Sprache bedient (Einh. Vita Car. 25 Latinam ita didicit, ut aeque lila ac patria
lingua
Karl,

orare
angeregt

sit

solitus).

durch die

Demnach ist in seiner Nähe

der
sich

Schluß

erlaubt,

daß

entfaltende

lebhafte

dichterische Tätigkeit, diese poetischen

Grüße an

die zwei befreundeten

und dabei besonders jenes Gedicht Alkvins, das ja auch poetische Grüße an Freunde enthielt, als Muster nahm, und wir werden später sehen (vgl. XL), daß auch Gedichte, die nicht seinem Kreis ihre Entstehung dankten, aber dorthin gebracht wurden, ihm als Vorbilder dienten. In dieser Weise entstanden aber nur diese kleinen Gelegenheitsgedichte, die oft nichts enthielten als Grüße und Beglückwünschungen; poetische Schreiben wichtigeren Inhalts aber überließ er einer gewandteren Feder. Indem wir Karl selbst bei diesen Gedichten als Verfasser annehmen, werden wir mit mancher überGelehrten verfaßte
lieferten

Lesart,

die

wir verbessern

möchten, uns eher befreunden

können.

Durch
angeregt, in

die Behauptung, daß Alkvin

im

Namen

Karls dieses Ge-

dicht an Paulus gerichtet habe, wird

man

unwillkürlich zu der Frage

welchem Verhältnis beide zu einander standen. Bei ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit am Hofe Karls und ihren Beziehungen

Karl an Paulus.

137

ZU ihm

ist

es zweifellos, daß sie sich persönlich kannten,
ist.

wenn auch

darüber nichts überliefert

Jedenfalls aber sind sie einander nicht

näher getreten, da im Gegensatz zu
liches Verhältnis

dem

sonstigen regen poetischen

Verkehr zwischen den einzelnen Freunden nichts auf ein freundschaft-

zwischen Alcvin und Paulus hinweist.
liegen.
als

mag

dem großen Kontrast der Charaktere orthodoxe Eiferer, dem die Wissenschaft nur
in

Der Grund Alkvin war der
der erst in
oft diese

Dienerin der Kirche

wertvoll erscheint, Paulus

der freier denkende Gelehrte,

zweiter Linie Theologe war.

Bei Disputationen

mögen wohl
oft

Geister auf einander geplatzt sein

und keinen Ausgleich mehr gefunden
daß Paulus
etwas zu
desine

haben, besonders
rödere

wenn man
v. 29).

sich erinnert,

temperamentvoll vorging, so daß

man ihm

zurufen mußte:

fratrem
wenn
die

(XVII

Daß Alkvin aber

vielen Angriffen ausI

gesetzt war, beweist die Stelle eines Gedichtes (Poet.
selbst

222

v.

40

ff.),

Worte mehr im Scherz gesagt sein sollten. Er bittet hier nämlich Karl, er möge ihn vor allen denen schützen, die ihn angreifen. Bezeichnend für Alkvin ist jedenfalls auch, daß sein Verhältnis zu Angilbert, einer Paulus verwandten Natur, und zu anderen (vgl. Epp. IV p. 101; Poet. I. 243 n. XXII; Abel II 209) zeitweise getrübt wurde.

Parvula rex Karolus seniori carmina Paulo,
Dilecto
fratri,

mittit

honore

pio,

Quae rapuit calamus subito dictantis amore Demandans cartae: Per mea verba cito
Ohne
Überschrift

CLXXXVI

Quere.

4 caestae Quere., chartae Mabillon.

Vers
p.

quae rapuit calamus: Dieser entnommen vgl. Epp. IV 284, 28 quae subito casu ex ore dic1

—3

quas
esse

(litterulas) licet

atramento stiloque
caritate
intelligite
hier,

ist

Alcvin

perscriptas,

tarnen

dictatas.

Dictare
nicht

bedeutet
in

tantis evolant; Epp. IV p. 73, 15 Caritas

wie an vielen anderen Stellen
Briefen

den

dictantis ab ore rapuit verba;

Rhabanus

Alcvins

bloß

„vorsagen

verwendet (Poet. II 187 v.3) fast wörtlich unseren Vers, nur hat er auch ab ore statt amore. Es ist zwar sehr verlockend
deshalb' die überlieferte Lesart zu ändern,
vielleicht wollte

zum Zweck
4
die

des Nachschreibens", sondern

„verfassen, ausarbeiten".

6 fer mea verba cito: Wiederum auch sonst beliebte Anrede an die
vgl.
V. 1

aber Karl hervorheben,

Karte,
V. 1
;

Alcvin Poet.
;

I

220
I

v.

1

;

259
Alc-

daß die Liebe seine Worte diktierte; ist ja auch Epp. IV p. 73, 15 von der Caritas
dictantis die

260

Angilb. Poet.
vgl.

362

v. 72.

perge per urbes
vin Poet.

XXXIV
III

v. 18;

Rede und Epp. IV
auch Alcvin

p. 112,

28

1265

V.

21; 267

v.3.

drückt

sich

ähnlich

aus:

138
5

Karl Nclf, Gedichte des Paulus Diaconus.

Ad

faciem Pauli venerandam, perge per urbes,

Per montes,

Silvas, flumina,

lustra,

pete

Casinum montem, Benedicti nomine darum, Pastoris magni praecipuique patris.
Illic
10

quaere

meum mox

per sacra culmina Paulum,

15

medio sub grege, credo, dei. Inventumque senem devota voce saluta Et die: Rex Karolus mandat 'aveto' tibi. Gaudia dicque, precor, nostrae sibi magna salutis Gratificam Christi per miserantis opem. Atque pium patrem rogita tunc semper ubique,
nie habitat

Pro nobis sacras ut

ferat ille preces,

Necnon nos

fratrum precibus

commendet
deum.

honestis,

Sum
20

votis

quorum

certus adesse

Quapropterque dei per

me mandare

salutem

Perpetuae pacis omnibus his placuit.

Ecce valete simul cuncti, iuvenesque senesque, Gratia vos Christi protegat atque regat!
6 sylvas Quere.
reor Quere.
\

1|

11

voce Quere., mente Mabillon
\

\

13 precor Mabillon.
ille

15 rogita Dümmler, rogito Quere.

16 preces ut ferat
ei

sacras
y

Quere., eorr.

Dümmler

\

19 quapropterque dei scripsi, quapropter

Quere.

qua-

propter sociis Frobenius.

9
I

— 13
V. 1

illie

quaere

meum
v.

vgl. Alcvin

260

mea

eartula,

quaere.

362
V.

V.

83 pacificam
tibi

utque

feras

(sc.

per

eartula) cunetis in ore salutem; Ale. 238

Sacra eulmina vgl. IX

culmina Petri.
221
V. 18.

20 venerandi inventumque senem
vgl. Ale. 261 v. 3;

16
21

perpetuam

Musis mandare

salutem.

devota voce saluta:
15

— 22

iuvenesque senesque ein bevgl. Ale. 179 v. 439;
I

liebter Versschluß,

— 20 semper ubique eine besonders

bei Alcvin beliebte Zusammenstellung.


I

181 V. 528; Angilb. Poet.

362

v. 85.

gratia vos

Christi vgl. Ale. 251
häufig

v. 11

dei

mandare salutem perpetuae pacis
240
V.

protegat atque regat (sehr

bei

vgl. Ale.

5 cui deus aeternum

tri-

Alcvin) Christi de gratia semper.

buat per saecula salve;

Angilb. Poet.

XXXIV.

Karl an Petrus und Paulus.
*Hilf mir, Christus,

wenn

und Paulus Grüße
erfreuen
(1

schicke.

Deine Gaben preise und an Petrus Du, Flöte, sende Dank und Gruß den
ich

Brüdern, die durch ihre Gelehrsamkeit und ihre Dichtung unser Herz

9).

Eile,

mein

Brief, hin

zu Petrus und danke ihm für

sein herzerfreuendes Gedicht,
lich

dann nach

Rom

zu Hadrian und schließ-

nach Montecassino, den Ort des Friedens und der Frömmigkeit,

zu Paulus und grüße ihn (10

26)!'

Aus diesem Gedicht

erfahren wir nur, daß beide Freunde Karls,

wenn auch räumlich
schaftlich

getrennt, für ihren

König immer noch wissen-

Es beweisen dies die Verse 8, 9 und besonders v. 12, aus dem hervorgeht, daß Petrus sich durch Dadurch daß der ein heiteres Gedicht den Dank Karls verdiente. gleiche Brief seine Grüße an beide überbringen soll, gibt er zu verstehen, daß sie seinem Herzen gleich nahe stehen. Die Erwähnung des Papstes Hadrian (v. 15), der 772 795 regierte, läßt die Abfassungszeit zwischen 787 und 795 verlegen. Das Gedicht stammt aus der Feder Karls und ist nicht in seinem Namen von Alkvin verfaßt (vgl. Bem. zu Gedicht XXXIII und zu XXXIV V. 24—26). Überliefert ist es in einer Handschrift in Montecassino 257 saec. XII p. 34 (Y), die zur Zeit des Petrus Diaconus geschrieben und von ihm korrigiert wurde. Hier fehlen die zwei letzten Verse: Colla mei Pauli etc. Leo von Ostia (Chron. Casin. I c. 15, SS VII 592) aber zitiert auch dieses Gedicht und überliefert die Verse 17 26 von Hinc celer-optime salve vollständig. Er spricht auch von einer Antdichterisch tätig sind.

und

wort des Paulus.

Ob

diese

Verse,

wie Bethmann (Archiv

X

248,

140

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

249, 296; XII 502) behauptet, echt sind, läßt sich nicht nachweisen, da
sie,

wie die meisten anderen, den Gedichten Alkvins entnommen sind

und von einem Kenner Alkvinischer Poesie hinzugesetzt sein können. Die erste Ausgabe des Gedichtes auf Grund obiger Handschrift besorgte Charles de Montrond (Bibl. de l'ecole des chartes 306), dann
I

Tosti storia di Montecassino

I

105,

aus diesem Giesebrecht

De

lite-

rarum

studiis

apud

Italos

1845

p. 26).

Christe, pater

mundi, saecli radiantis origo,
voto, ut tua mistica

Annue nunc

Dicere, quae nobis solita

dona queamus dementia praestat,

Atque salutiferam patribus perferre salutem. Surge iocosa, veni mecum, fac, fistula, versus.
Incipe

quam primum

meritas persolvere grates
*Vale' fratribus almis,

Et cordis plectro tu die

Dulcia qui nobis doctrinae mella ministrant

Carminibusque suis permulcent pectora nostra.
10

Curre per Ausoniae, non segnis epistola, campos
Überschrift

Angelas de Nuce Versus Caroli magni ad Paulum diaconum Casinensem monachum Y f. 17, codd. des Leo v. Ostia s, 2 qu^am K, queamus Bethmann 4 salutifera Y, salutiferam Montrond.

Ohne

am Rand von

=

\

— 4 saecli radiantis origo: saeclum Vorrede zu einem Karl gewidmeten Werk auch Eugen. Toi. sich zum Vorbild nimmt. bedeutet hier caelum, Poet. 72 34 — cordis plectro Micon. Poet. 367 aurea saecla tenet. — ut mistica dona
1

vgl.

I

v.

vgl.

III

queamus
findet

dicere: Eine ähnliche Einleitung

V.

24 et cordis plectro tum die: Pater

sich

Alcvin Poet.

I

169

v.

6 ut

alme, valeto; vgl. auch
8

Anm. zu VI

v. 136.

mea
258
V.

lingua queat de te tua dicere dona;
V.

44 mystica dona.
ähnlicher

— 10
I

Petrus
als

und Paulus waren
ministrant
vgl.

als

salutiferam

Lehrer und

Dichter für Karl tätig;

patribus perferre salutem: vgl. Ale. 221

doctrinae
Poet.

mella
V. 9,

29

Schluß

dulcem patri

221

271
silv.

v. 28.


1

Ale.

curre per

perferre salutem; aber salutifera salus

Ausoniae:

Stat.

IV

4,

curre per

stammt wohl von Karl, vgl. auch Poet. I 76 V. 1 2 dicite patri verba salutifera.

Euboicos non segnis epistola campos;
Otto Müller,
der
auf die

— 5 — 7 surge iocosa
V. 1

Verwendung

vgl. Angilb. Poet.

I

dieses Verses aus den Silvae des Statius

360

surge,

meo domno

dulces fac,
Ecl. VIII

hinwies, folgert daraus, daß auch dieses

fistula, versus; vgl.

auch Verg.

Gedicht durch Karls Fürsorge

vom

Unter-

21 incipe Maenalios
versus.

incipe

mecum, mea tibia, quam primum meritas
fast wörtlich bei

gang

gerettet

p. 190).

wurde (vgl. Rhein. Mus. 18 Andere auffallende Entlehnungen

persolvere grates steht

konnte ich nicht finden; vgl. auch Vollmer, Einleit. zu Statius S. 34

Eugen. Toi. p. 27 hex. praef. metr. 6; vgl. auch Poet, I 95 v. 8, wo Wigbod in der

Anm.

2.

Karl an Petrus

und Paulus.

141

Atque meo Petro certam,

dilecta,

salutem

Gratificas laudes die et pro carmine laeto,

Quod
15

mihi

iamdudum placidum

direxerat

ille.

Inde per egregiam transibis praesulis aedem
Adriani, tantum Petri loca sancta

rogando

Pro

me proque

meis

visitata relinque silenter.

Hinc
Per
Est

celer egrediens facili,

mea

carta, volatu

Silvas, colles, valles

quoque praepete cursu

Alma deo
20

cari Benedicti tecta require.

nam
pia,

certa quies fessis venientibus illuc,
piscis hie, panis

Hie olus hospitibus,

abundans,
horis.

mens Laus, amor et
Pax

humilis, pulehra et coneordia fratrum,
eultus Christi simul

omnibus

11 dilecta scripsi,

de leto

K,

Vollmer
praefatus

\

16 silentes Y, silenter
. . .

Montrond, debeto Giesebredit, deferto 17 26 bei Leo v. Ostia: Ad hunc Montrond
dilecto
\

Karolus

satis

affabiles

et

iocundas
Ait

litteras

metrice compositas misit,

de quibus aliquot hie versus inserere
alloquens
hie
ita:

libuit.

enim post aliquanta cartulam suam
\

Hinc

celer etc.

\

18 prepete Y, perpete s

21 holus 5
]

piscis

Dümmler,

hie pisces

Y

\

22 pulcra

Y

\

23 amor

Y

s.

11

— 15

certam, dilecta, salutem: Er

483

V.

12

quem

celer videbo;

den Brief außer mit non segnis epistola, auch mit mea carta an. Deshalb
redet

XL

V.

17 praepes concurrat.
I

colles vgl. Ale. Poet.
dicti

265

v.

— per Silvas, 21. — Benev.

vgl.

auch

erschien

diese Lesart
I

als
V.

passend; vgl.
sit

tecta

require

vgl. Ale. 221

25

auch Ale. Poet.
Salus.

310

4

tibi certa

Samuhelis tecta require.
20
sich

— placidum
ein

direxerat: Karl hatte

— 22

Diese beiden Verse finden
I

von Petrus

lustiges

Gedicht

(pro

bei

Alcvin Poet.

221

v.

15—16,
est

carmine laeto) erhalten, dazu paßt placi-

wohl aber placitum, wodurch gesagt wird, daß es
„sanft, friedlich" nicht,

dum

nur steht bei Karl abundans,

wozu

das Wohlgefallen Karls

erregte.

ro-

gando
ablat.

visitata:

Die Verwendung des
praes. oder eines

zu denken ist (wie bei Ale. 211 v. 9 potus cibus esset habundans); zu v. 20 vgl. Nasonis ecl. 386 v. 42 hie requies fessis demum venientibus extat, Eug.
Tolet. p.

gerund,
ist

statt part.

242

v.

7 hie fessis requies.
et eultus Christi

Finalsatzes

eine häufige Erscheinung.

23 laus,

amor

simul

17—19 Die Anrede
nicht bloß

an die Karte

ist

von Alcvin gebraucht, sondern
(Poet.
I

auch von Theodulf
v. 1);

483

v. 11
I

;

520
v.

vgl.

auch Theod. Poet.
volatu.
v. 1

563

3

celeri transcurre volatu;

718 celer
vgl.

.

.

.

Ovid. Met. IV
celer egrediens
libelle,

Omnibus horis: Karl setzte amor statt honor, das immer in Verbindung mit laus vorkommt, z. B. Ale. Poet. I 257 V. 26; 258 v. 60; honor et eultus 267 Omnibus horis beliebter Schluß, V. 6. vgl. Ale. 265 V. 15; 266 v. 15.

Theod. 527

perge,

celer;

142

Karl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Die
25

patri et sociis sanctis 'Salvete, valete'.

Colla mei Pauli

gaudendo amplecte benigne,

Dicito multotiens: 'Salve, pater optime, salve'!

24 mit diesem Vers endet

Y

\

25 gaudendo] persaepe mit dieser Verände\

von Angelas de Nuce V 26 Leo V. Ostia fügt bei: Et reliqua. Cui similiter idem Paulus versifice rescribere et gratias pro visitatione et salutatione sua cunctorumque fratrum referre maximas studuit.
rung nadi
V.

19 an den

Rand

gesdirieben

24

—26

sociis

sanctis salvete: Be-

Verse vorgenommen

um

daraus für

sei-

achte die Alliteration; vgl. auch Ale. 222
V. 51.

colla

mei Pauli gaudendo amvgl.

nen König ein neues Gedicht zusammenzustellen. V. 26 findet sich fast wört-

plecte
magistri.

benigne

Ale.

222

v.

47

lich

wieder bei Ale. 222

v. 39.

Das Ge-

Paulini gaudens

conplectere

colla

dieht setzt sieh

Diese Stelle beweist deutlich, daß unmöglich Alcvin der Verfasser des
Gedichtes
ist.

lehnten Stellen

demnach aus lauter entzusammen, die aber nicht

bloß bei Alcvin, sondern auch bei anderen

Er

hätte

niemals

eine

am Hofe

bekannten Dichtern stehen.

solche Verschlechterung seiner eigenen

XXXV.

Auf das Grab des Arichis.
'Hier ruht Arichis, den körperliche Vorzüge,
liche

Bildung und

alle

Herrschertugenden zierten

hohe wissenschaft(1 Mit ihm 28).

schwindet Friede und Freude in Benevent und nicht bloß die Völker
seines Reiches, sondern auch auswärtige beklagen ihn (29

38).

Es

weint

um

ihn seine

nunmehr unglückliche

Gattin, die kürzlich einen

und einen im fernen Gallien hat. Zwei Töchter im blühenden Alter und auch der Gedanke, daß ihr Gatte jetzt im Himmel weilt, sind ihr Trost im Unglück. Möge Maria ihm gnädig

Sohn

verlor

sein (39—52).'

Arichis, der

Gemahl der Adelperga,
in Salerno,

Alter

von 53 Jahren 363 ff. und 603). Er

wo

er

August 787 im auch begraben wurde (Abel I
starb
26.
Fall

am

hatte in Unteritalien ein mächtiges langobardisches
hatte

Reich begründet.

Karl

nach dem

von Pavia seine Selb-

im Jahre 787 kam es zu ernsteren Verwicklungen (Abel I 557 ff.). Karl stand schon mit seinem Heere kampfbereit bei Kapua, da vermied Arichis den Kampf, indem er Verhandlungen einleitete, sich Karls Forderungen fügte und seine beiden Söhne als Geiseln anbot, von denen Karl schließlich den jüngeren, namens Grimoald, mitnahm. Da der ältere Bruder Romuald kurze Zeit vor seinem Vater, am 21. Juli 787, gestorben war, so war Grimoald der zukünftige Herrscher von Benevent, allein Karl ließ ihn trotz der Bitten der Beneventaner erst im Mai 788 zurückkehren (Abel I Auf Grund dieser historischen Verhältnisse läßt sich die 630).
ständigkeit nicht eingeschränkt, erst

Abfassungszeit des Epitaphs bestimmen.

44 ast aliiim extorrem, Qallia dura, tenes ist zu schließen, daß der Mai 788 noch nicht da war und daß das Gedicht also vor dieser Zeit, jedenfalls
v.

Aus

144

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

noch im Todesjahr des Arichis entstand, als Paulus bereits wieder nach Montecassino zurückgekehrt war. Überliefert ist es Rom Vat. tat. 5001 saec. XIII— XIV (C), in einer Handschrift, die das Chronicon Salernitanum enthält (vgl. Archiv V 131, X 371, XII 247; SS. rer.
Lang.
p. 232).

Die Autorschaft des Paulus

ist

durch die stilistischen

Beziehungen zu paulinischen Gedichten zweifellos. Über die Darstellungsweise vgl. den Schluß der Vorbem. zu XXIV.
uns auch die Überlieferung keinen Anhaltspunkt zur Annahme bietet, daß Paulus nach seiner Rückkehr ins Kloster von Montecassino an

Wenn

den Hof von Benevent kam, so
Jahren erinnert.

ist

dies

außer Zweifel,

wenn man
in früheren

sich an das Verhältnis des Paulus zur herzoglichen Familie

Wenn

er,

wie ich

(vgl.

Vorbem. zu VI)

annahm, im Jahre 769 sich wieder an den Hof des Desiderius begab, so waren bis zu seiner Rückkehr nach Montecassino im Jahre 786 siebzehn Jahre vergangen, seitdem er Arichis und Adelperga nicht mehr wiedersah. Es ist demnach nichts natürHcher und es braucht
nicht erst urkundlich festgelegt zu sein, daß
er,

aus

dem Frankenland

zurückgekehrt, von Montecassino aus seine ersten Schritte zu denen

denen er vorher nahe stand. Ob Paulus in politischen Dingen seine Hand noch im Spiele hatte, läßt sich nicht sagen; wenn er aber eingriff, so geschah es jetzt, wo er Karls Freund war, sicherlich nur in begütigender Weise. Demnach mag Paulus wohl mitgewirkt haben, daß Arichis im Jahre 787 sich zur Annahme der Forderungen
lenkte,

Karls statt

zum Kampfe

entschloß (Abel

I

564).

Sicher erscheint

mir auch, daß Paulus auf die Nachricht
eilte

vom
ihrem

Tode des

Arichis nach Benevent
trösten.

um

die

Herzogin
in

in

Schmerze zu

sonderer Weise.

Ihrer

gedenkt

er in

dem Epitaph

ganz bePaulus

Damit wird

die Reihe
In

der Gedichte abgeschlossen,

die

zum

Verfasser haben.

ihnen erscheint er

als

ein Gelehrter

von

vielseitiger,

wissenschaftlicher Bildung,
fehlt

dem

es

dabei nicht an Witz

Gaben Gottes gerne genießt. Dies und sein Bestreben, auf literarischem Gebiet immer Neues zu lernen und zu schaffen, lassen ihn als den Typus eines Menschen
und der auch
die irdischen

und Humor

der karolingischen Renaissance erscheinen, ganz nach

dem Sinne

Karls.

Als genauer Kenner antiker Literatur zeigt er in seiner dichterischen Sprache
Vorbilder,
deutlich

das

Bemühen
nicht

sich

von der Sprache
entfernen,

seiner

besonders Vergils,

zuweit zu

nicht etwa
die

dadurch,

daß

er

sie

bloß ausschreibt,

sondern indem er

bei
ver-

seinen Zeitgenossen sich findende Überladung

und Künstelei

Auf das Grab des

Arichis.

145
die

meidet und sich möglichst von Ausdrucksformen fernhält,

wir

Barbarismen nennen.
seiner

Klarheit in

der

Anordnung und im Ausdruck

Gedanken, sowie einfache, dabei aber wirkungsvolle Darstellung sichern ihm einen hervorragenden Platz unter den karolingischen
Dichtern.

und einfache Ausdrucksweise ist ein Spiegelbild seines bescheidenen, ehrlichen, aber bestimmten Charakters, der nicht schmeicheln und seine Anschauung nicht von heut auf morgen ändern kann. Lange dauerte es, bis er in die Loblieder einstimmte, welche die andern Dichter am Hofe auf Karl sangen, und auch dann noch, als auch er diese Persönlichkeit bewunderte und verehrte, blieb In der Graber stets erfüllt von der Liebe zu seinem Vaterland.
Diese bestimmte
schrift für Arichis

kommt

nicht bloß der Freund,

sondern auch der

Langobarde zum Wort und mit Begeisterung entwirft er ein Lebensbild von dem Mann, mit dem die große Zeit der Langobarden zu Grabe ging. Und wenn wir sehen, wie Paulus den Rest seines Lebens dazu verwendet um die Geschichte seines Volkes zu schreiben, und uns dabei an die Zeit zurückerinnern, wo er am Hof in Pavia tätig war, so ist es, als ob er mit dieser letzten Arbeit, an deren Vollendung ihn der Tod hinderte, uns sagen wollte: 'Mein Leben gehörte meinem Vaterland.' Er wurde, wie Hildrich mit Recht in seiner Grabschrift XXXVI V. 15 sagt, ob decus et lumen patriae zum Ruhm seines
Volkes einst

am Hof

in

Pavia erzogen.

Lugentum

lacrimis

Principis

populorum roscida tellus haec magni nobile corpus habet.
in cunctis recubat celeberrimus heros,

Hie namque

Praepollens Arichis, o decus atque dolor!
Tullius ore potens cuius vix pangere laudes,

Ut dignum

est,

posset vel tua lingua, Maro.
a diacono Paulo, elegant! viro, prolata sunt,

Voraus geht: Nunc que
1

minima

omittamus, sed huic ystorie enucleatim inserere faciam C.
lugenti

C

|1

3 recubans

C

\

4

o]

ho C.
vix palmas et odoras pandere

1

—4
1
;

lacrimis

tellus vgl.

X

V.

1

.

populorum

roscida

cuius

celeberrimus heros
v.

lauros Minciades poterat seu
rure creatus.
V. 10.

vgl. Verg.

Aen. VI 169, 192; Poet. 178
v. 5;

94

V.

353

367

v. 63.

1

o decus

Zmyrnae

stirpe
II

ut dignum est XXXII ducum regumque satus

atque dolor vgl.
5

XXVI

v. 24. v.

vgl. Poet.

649 V.3 stirpe satus regum.
10

—7

erinnert an
u.

XIX
z. lat.

16 und 17:

Quellen

Untersuch,

Philologie des

MA.

III,

4.

146
Stirpe

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

ducum regumque

satus ascenderat ipse
sui.

Nobilior generis culmina celsa

10

Formosus, validus, suavis, moderatus et acer, Facundus, sapiens, luxque decorque fuit.

Quod logos et phisis, moderansque quod Omnia condiderat mentis in arce suae,
Strenuus eloquii, divini cultor
Pervigil in lacrimis
15

ethica pangit,

et index,

tempora noctis agens.
famina sancta dabat.
8 suis

Anteibat iuvenes venatu, viribus, armis;

Flaminibusque
7
satis

ipsis

C
\

asenderat
I

C

|i

C

9 suabis

C

\

13 eloqui

C

15 iuvenis 10

C

16 flamina aus famina corr. C.
15

661

V. 20.

V. 20.

— 11 facundus sapiens vgl. Poet. — luxque decorque IV^ — quod logos et phisis, modeII

— 16
ist

anteibat

iuvenes

venatu

vgl.

viribus armis:
(Singular)

Das
nicht

überlieferte iuvenis

ransque

quod ethica pangit:
für

Arichis,

es wäre

annehmbar; denn unpassend zu sagen, als jun-

den Paulus

einen

der gebildetsten
III

ger

Fürsten seiner Zeit hält (vgl.
V. 16), besitzt

5,

IV^

Mann nur habe er etwas leisten können; dann erwartet man ein Objekt,
II

demnach auch Kenntnisse
die Alcvin

vgl. Poet.

650 V. 27 anteibat cunctos. Ari-

in der Philosophie,
lectica
I

(de dialat.

chis übertraf die jungen Leute durch seine

p.

952 bei Migne

Patrol.

Tüchtigkeit als Jäger, durch seine Stärke

tom. CI. 2) in Physik, Ethik und Logik
gliedert.

und durch seine
V. 10; Poet.
II

Kriegstaten, vgl.
v.
1 1

XXXVI

In

plan gehört

dem karolingischen Lehrsie zum Trivium und zwar
mentis in arce
vgl.

660

hie

aemulos omnes
Ein Vergleich

superabat viribus, armis.

zur Dialektik.
12

unseres Epitaphs mit späteren, besonders

— 14
1

Theo-

auf Langobarden bezüglichen zeigt deutlich,
z.

dulf Poet.

485

v.

90 ingenuasque artes
ähnliche Bilder
v.

daß es
II

als

Vorbild benützt wurde,

mentis

in

arce locat;
I

B. Poet.

660 Epitaphium Ursi.

finden sich Poet.

458

263 corporis
v. 70,
v. 6;

flaminibusque ipsis famina sancta dabat: Er
traf

arx Caput
463
v. 8,

est, v.

animae mens; 446
592; Ale. Poet.
spricht
I

auch Anordnungen, die sich

508
v.

302

auf gottesdienstliche Verhältnissebezogen;

303 488
v.

v. 10;

Theodulf
152

auch 465

beachte auch das Wortspiel, ähnlich wie

V. 12,
V.

487

von arx cordis und

182 von arx frontis; vgl. auch

22 promtus amore mori. Paulus mag wohl durch das von ihm in seiner Hist.
V.

Petrus XVII v. 33 mentis in horto;

XXI

13

mentis

sepuldirum

(frons).

Lang.

III

19

überlieferte

Epitaph

des
ver-

Drokton
anlaßt

zu

solchen

Wortspielen

strenuus eloquii: ein gewandter Redner;

vgL Hibern.
wird
als

ex. Poet.

I

408

v.

10—12;

hier

Folge des Studiums der Gram-

matik angegeben:
Diceris doctor, recti sermonis amator,

worden sein, vgl. v. 3 u. 4: nam gente Suavus; Omnibus et populis inde suavis erat; vgl. XXXII v. 13 quodque sacro nuper mandasti famine condi, wo
es

Eloquiiquepotens, rusticitate carens.
tatis cultor et index.

sich

auch

um

eine gottesdienstliche
I

Anordnung

Karls handelt; Poet.

61 v.43

divini cultor et index vgl. IV^ v. IS pie-

Petrus dat famina plebi.

Auf das Grab des

Arichis.

147

Ter binis

lustris

patriae sie rexit habenas,

Fluctibus ut untrem navita doctus agit.
Solliciteque
20

gravem pacis
proprium
et patriae
nil

servavit amator,

Consilio cautus, providus atque sagax.

Cum

natis

ducens tradere censum,

promtus amore mori. Maestorum solamen erat, solamen egentum, Hos satagens verbis, hos relevare manu.
Insuper
25

Ornasti patriam doctrinis, moenibus, aulis.

Hinc
17 luxtris
ler,

in

perpetuum laus tua semper

erit.

C

II

19 gravem scripsi, solliciteq; gue C, sollicite gratiam

Dümm-

ratem Traube

\

23 mestorum aus mestrorum corr.
culis corr.

C

\

25

aulis Pertz, altis

Muratorius, oculis aus
17

C

||

26 imperpetuum C.
21

— 20

ter binis lustris patriae sie

cum

natis proprium

censum:
seines

rexit habenas: Arichis regierte 758 bis

Mit diesem Vers gibt Paulus den Beweis, daß Arichis für

787; vgl. Fort. IV 4 v. 19 ita rexit habenas,
gleicher Versschluß
Poet.
1

das

Wohl

180

V.500, 182 V.566.
sollicite

— Die Lesart Dümmlers

gratiam ist aus metrischen Gründen nicht anzunehmen, gegen die von Traube (Neues Archiv XVII 400) vorgeschlagene
bare
spricht

Landes besorgt war und den Frieden erhalten woHte. Als Karl im Jahre 787 nach Italien zog um Arichis zur An-

erkennung seiner Oberhoheit zu zwingen, da erbot er sich seine Söhne Romuald

nur

die

unmittel-

und Grimoald
auch
(Abel
soll

als

Geiseln

zu
Geld,

stellen,

Aufeinanderfolge

der

gleichbe-

er

Geschenke,

sogar

deutenden Begriffe ratem Untrem; gra-

seinen eigenen Schatz überschickt haben
I

vem
chis

(sc.

Untrem oder patriam):
viele

Ari-

563, 565 Anm.).

Hier will der

hatte

politische

Schwierig-

Dichter sagen:

„Um

seinem Lande das

keiten

zu

überwinden.
(17, 20,

Eine
19,

Umstelvorzu-

Unheil abzuwehren opfert er selbst Kinder und Vermögen."

lung der Verse

18)

nehmen

dafür

gibt

es

keine zwingen-

den Gründe: „6 Lustren regierte er sein Reich, wie der kundige Steuermann sein Schiff lenkt. Ängstlich besorgt bewahrte
er,

der friedliebende Fürst, das schwer-

belastete Staatsschiff, vorsichtig in seinen

Entschlüssen, behutsam und schlau."

solamen erat Vorbem. zu IX; Poet. II 657 v. 9 affUctis solamen erat, tutamen egentum. ornasti patriam: Arichis und seine Gemahlin Adelperga waren hochgebildet und sorgten auch in ihrem
vgl.

23

— 25

maestorum

Reich für Ausbreitung der Bildung.
lerno

Sa-

pacis amator vgl. Hist. Lang. VI cap. 58;
das Epitaph des Constans Poet.
I

und

Benevent
gut

erhielten
hatte

Paläste

79

v. 3.

und
I

Kirchen.

Salerno
befestigen

Arichis

Die

in

diesem zum Vorbild dienenden

besonders
561).

lassen

(Abel

Epitaph

vorkommenden Wortspiele
(v. 16,

er-

innern auch an Stellen

22, 46)

im

26

— 28

in

perpetuum semper

ein

vorliegenden:
4

beliebter Pleonasmus.
bello,


1

tu requiesque

Invictus

non fictae pacis
amator,
,

tuis vgl. IVi V. 27; Poet.
V.

422
1,

v. 3;

II

660

13—14;

Stat.

Silv.

II

70

requies

Co nf ix US

plagis

victor

ubique

tamen.

portusque.

— deliciae, tu generalis amor
1

vgl. Suet. Tit.

amor ac

deliciae generis

10*

148

Karl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Tu requiesque
Heu
30

tuis

portusque salusque

fuisti,

Gloria, deliciae, tu generalis amor!

mihi,

quam

subito perierunt

omnia tecum
et aetas

Gaudia, prosperitas paxque quiesque simul.
Planctus ubique sonat, te luget sexus

Omnis et ante omnes tu, Benevente, Nee minus excelsis nuper quae condita
35

doles.

muris,

Structorem, orba, tuum, clara Salerne, gemis.

Apulus

et

Calaber, Vulgär,

Quosque Siler potat Quique bibunt Ararim te
Exter
et adfinis

Campanus et Umber, Romuleusque Tibris,
flent

Histrumque Padumque,

seu peregrina falanx.

Tam
40

felix olim,

nunc namque miserrima coniux,

Regali in thalamo

quam

tibi

iunxit amor,

Eheu, perpetuo pectus transfixa mucrone,

Languida membra trahens,

te

moribunda

dolet.

27 iure quiesq; nach iure eine durch Rasur entstandene Lücke

C

\

29 he

C

II

31 subitoque

C
\

\

34 orbe

C

\

35 Umber] daneben von anderer

Hand
C,

vel afer

C

i|

36 quo usque
falans

extimus

Dümmler

C C

\

37 histruque

C

\

38 exter
|

scripsi, extim;

\

42 temp.oribunda

C

dolore C.

humani;

XXII

v.

54

deliciae

populi,

peregrina falanx: Ferne und nahe Woh-

summus
29

et orbis

Poet. mihi. — quam subito perierunt 15 — 16 vae cui cum genito 112 periere bona. — planctus ubique sonat — sexus aetas omnis X
vgl.
I

— 31

amor. heu mihi vgl.

nende betrauern ihn und auch solche,

X

v.

13 hei

die
I

als Pilger
V.

vorüberziehn, vgl.

Poet.

104

15 hanc flevit civis, luxit perev. 147,

V.

tot

grinus et exter; falanx: VI
I

Poet.

83

V.

1

sancta phalanx; XIV 27 Sa-

V. 16.

et

vgl.
I

cra et venerabilis phalanx; dafür auch

Nason. Poet.

I

386

v.

41

;

Theod. Poet.

cohors:

XXVI
I

v.

26 plangit Hibera cov.

498

V. 164.

hors; Poet.

428

69 sancta cohors

34

IVI V. 12.

—38 structorem — Vulgär:
Italien:

tuum gemis
Hist. Lang.

vgl.

V

29

fratrum. 39 42

nunc

namque
steht

miserrima
adversativ,

spricht Paulus

von der Einwanderung der
qui usque hodie in

coniux:
vgl. Bern,

namque
zu IV^
tibi

hier

Bulgaren in
his
locis

habitantes.
1

v. 12.

regali in tha-

Tibris vgl. IV^ v.

bunt Ararim

=

Anm. quique die Anwohner der
I

Romuleusque
bi-

lamo quam
lamis
sibi

iunxit vgl. IX v. 12 thavinxit.

pectora

pectus

Sa-

transfixa mucrone vgl.
V. 6.

one, vgl. Verg. Ecl.

v.

62 aut Ararim
8 quique bi-

languida
traho.

Anm. zu XXVIII membra Ov. Ep. XX

Parthus bibet; Aen. VII 715 qui Tiberim
. . .

156; Eugen. Tolet. p. 242 v. 2 languida

bibunt; Poet.

I

bunt Renum.

103

v.

membra

exter et adfinis seu

Auf das Grab des

Arichis.

149

Viderat unius haec nuper funera nati,

Ast alium extorrem, Gallia dura, tenes.
45

Huic geminae natae vernanti

flore supersunt,

Solamenque mali sollicitusque timor. Has cernens reddi vultus sibi credit amatos;

Hae ne praeda
50

fiant,

fluctuabunda pavet.

Solatur tantos spes haec utcumque dolores,

Quod

te

pro meritis nunc paradysus habet.

O

regina potens, virgo genitrixque creantis,
Prosit ei huc sacro

membra

dedisse

lari.

henuper C, heu nuper Dümmler 47 amatus C 48 hen epda C 52 darauf folgt in C: Vixit autem quinquaginta tres 50 pro] p C annos; obiit VII Kai. Septembris anno ab incarnatione domini DCCLXXXVII in43 haec
il

scripsl,

\

||

||

dictione Villi.

Ex domina Adelperga
et

principissa filios

Romoald Grimoald

et

Gisifum,

Theoderadam

Adelchisam.

43

— 45
111)

viderat
vgl. das

unius haec nuper

Die Töchter sind
ein Trost;
sie die

ihr

in

ihrem Jammer

funera nati
(Poet.
I

Epitaph des Romuald

Vorbem. zu XXXV. Für das handschriftliche he nicht heu, sondern haec zu setzen veranlaßte mich

und

die

denn bei ihrem Anblick glaubt Züge ihres Gatten wieder zu ersie sind ihr

kennen,

aber zugleich eine be-

das kurz vorher stehende eheu.

ängstigende Sorge; denn sie fürchtet sie

ast

auch verlieren zu müssen.

solatur

alium extorrem, Gallia dura, tenes: Über

tantos spes haec vgl. den Schluß von

Grimoald
Poet.
I

vgl.

430.

Vorbem. und das Epitaph
Gallia dura, weil er dort

bleiben mußte trotz der eindringlichsten
Bitten

der

Beneventaner.

geminae

natae: Theoderada und Adeichisa.

46
III

—50

661,

solamenque mali Verg. Aen. beachte auch die Alliteration.

paradysus habet vgl. Fort. II 16 V. 16, IV 17 v. 12; Poet. I 432 V. 14; II 661 V. 31 u. v. 2. o regina potens ein häufiger Versanfang Fort. VIII Theodulf Poet. I 522 v. 1 Hra8 V. 1 banu5 Poet. II 168 v. 1.
XXVI.
te

quod

;

;

XXXVI.

Auf das Grab des Paulus Diaconus.
Dieses Epitaph bildet
als

Akrostichon

den Hexameter Paulas

laevita doctor praeclaras et insons.

In der Einleitung gibt der Dichter

den Zweck der Grabschrift an (1 8), spricht dann von der Herkunft des Paulus (9 13), von seiner Erziehung am könighchen Hof (14 19), von seinem segensreichen Wirken im Frankenland (20 22) und von seinem Aufenthalt in Montecassino (23 31). Eine Aufzählung seiner Tugenden und der Wunsch, Paulus möge dieses Gedicht gütig aufnehmen und Fürbitte für ihn einlegen, bilden den Abschluß (32 41). Nach V. 39 ist ein Hildrich der Verfasser; der Beisatz taas und die Anrede amande pater deuten auf ein näheres Verhältnis zu Paulus

hin, das

durch die Worte doctor praeclaras des Akrostichons

als

noch
in

weiter bestimmt erscheinen könnte.

Eine weitere Überlieferung

fehlt.

Wenn

Petrus

Diaconus

seinem Werke de viris illastribas Casinensibas cap. IX zu berichten weiß: Hildericas elasdem. Pauli diaconi auditor de origine praeceptorls sui, vita, institutione, doctrina, religione,

habitu lacidissimos
selbst

versus composuit, so kann das nur aus
gelesen sein und
ist

dem Epitaph

heraus-

mehr und nichts anderes, als wir ihm selbst entnehmen dürfen. Unannehmbar erscheint mir die Andeutung Blochs (Neues Archiv XXV 833), Petrus Diakonus könne die Verse, auf die
nicht
er sich bezieht,

auch erfunden haben.
sie überliefert, ist

Die einzige Handschrift (M), die
Cassinensis 175, der zu

der bekannte

Kapua geschrieben wurde (vgl. Traube, Textgeschichte der Regula S. B. S. 39 und 108). Hier ist das Gedicht zwar p. 579 ff. erst nachträglich eingeschaltet worden, aber von einer

Hand des beginnenden
Petrus.

11. Jahrhunderts, also lange

vor der Zeit des

Damit schwindet jeder Grund die Echtheit anzuzweifeln. Auch dem Chronisten von Salerno gebührt Glaube, wenn er cap. 37

Auf das Grab des Paulus Diaconus.

151

sagt: in praedicto

monasterio

.

.

,

,abi

ipse

beatus Benedict us de-

tumulo est humatus; atque saper eins tiimulum partim qaae in hoc mundo gessit, partim de eius prudensacris litteris exaratum tiis, quove temporibas (sie) perdarasset, invenimus. Der Chronist und der Schreiber des Cassinensis haben den Grabstein vor Augen gehabt. Nun steckt in der Handschrift Montecassino 299 saec. IX unter
cubuit, (Paulus diac.) digno

Ars Hilderici magistri eraditissimi viri eine noch nicht herausgegebene lateinische Grammatik. Man hat mit einiger WahrTitel

dem

scheinlichkeit

angenommen, daß der Grammatiker
Die Zeit
ist

Hildrich

und der

Epitaphist identisch sind.

passend, auch können wir uns

einen der Schüler des Paulus

gut als Grammatiker vorstellen.

Ob
von

aber

der

Hildrich,
18)

der im Jahre 834

siebzehn Tage Abt war (SS.
(oder

Langob. 489,

dem

Dichter
ist,

und Grammatiker

wem

kann nicht entschieden werden, obgleich auch hier wieder die Chronologie nicht dagegen ist. Sicherlich gehört der Hildrich, von dem der Anonymus Salernitanus (SS. III 534) sagt, er habe in Benevent inter triginta philosophos gelebt non solum liberalibus disciplinis apprime imbatas, sed etiam proba virtate deditas Die Untersuchung seiner Verse, die der Anonymus nicht hieher. überliefert, weist in keiner Hinsicht auf den Verfasser der Grabschrift.
beiden) gleich zu setzen

Auch
schrift

zeitlich liegt er ferner (876).

In

dem Nekrologium von Montecassino,

das die dortige Hand-

47 enthält und das, wie Bethmann (Archiv

X

249)

annimmt,

zwischen 1159 und 1181 aus einer älteren Vorlage abgeschrieben wurde,
heißt es:

Eidus Aprilis
.
.

obiit
.

venerande memoriae domnus Paulus

diaconus et monachus
wie Bethmann
jahr
S.

Giso sacerdos et abbas.
öfter

Da

die

rot ge-

schriebenen Worte venerande memoriae in der Cassineser Handschrift,

250 bemerkt,
hier,

von unserem Paulus gebraucht
starb,

werden, so erfahren wir

daß er vor Giso

dessen Todes-

816 ist. Die Vermutung Mabillons, daß Paulus Diaconus im Jahre 799 gestorben sei, läßt sich ebensowenig beweisen, wie die Bethmanns, der 797 annimmt. Ober den historischen Wert dieser Grabschrift sind die Meinungen

und Hauck (Kirchengeschichte Deutschlands 2. Aufl. I 159) sprechen ihr alle Bedeutung ab. Waitz, Dümm1er, E. Calligaris (Arch. stör. lomb. Ser. 3 XII, 54 ff.) und Traube, (Textgeschichte S. 111) sehen in ihr eine zuverlässige Quelle und meine Untersuchungen bestätigten ihre Anschauung. Wenn man als Hauptbeweis für ihre Wertlosigkeit anführt, daß sie sogar über die
sehr geteilt.
(S. 9)

Dahn

152
spätesten

^^^^ Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

und

für

das Kloster wichtigsten Ereignisse aus
falsch oder gar nicht unterrichtet
ist,

des Paulus Diaconus
nicht
in

dem Leben so hat man

Betracht gezogen, daß Hildrichs Absicht gar nicht war ein
seine Ruhmestaten nur in

vollständiges Lebensbild seines Lehrers zu entwerfen, sondern daß er
V. 7.

deutlich sagt, er wolle

ganz großen

Zügen zur Darstellung bringen (summatim almlficos actus laudis reserare canendo). Dazu kommt noch die Gebundenheit durch das Akrostichon. Demnach erscheint es nicht auffallend, wenn der Aufenthalt in Benevent nicht erwähnt wird, noch weniger aber, wenn er der Zeit nicht gedenkt, wo Paulus zum ersten Male sich in Montedoch aus des Paulus eigenen Gedichten, daß er sich damals mit seinem Leben in der Abgeschiedenheit des Klosters gar nicht befreunden konnte (vgl. Gedicht VIII). Es kann aber auch nicht behauptet werden, daß die Grabschrift falsche Angaben enthielte. Meine Bemerkungen über die Lebensverhältnisse des Paulus stellte ich zusammen, nur auf die Andeutungen in den Gedichten gestützt, und als ich mir, soweit dies auf einer solchen Grundlage möglich war, ein Bild von seinem Leben gemacht hatte, erst dann untersuchte ich diese Grabschrift und fand darin nicht den geringsten Widerspruch. Haben wir also hier ein wichtiges historisches Dokument, das um so mehr Bedeutung hat, da über das Leben des Paulus so wenig überliefert ist, so enthält die Vita von Petrus Diaconus (de viris illustribus Casinensibus cap. IX), manche Mißverständnisse und Unrichtigcassino aufhielt. Wissen wir
ja

keiten.

Wenn

ich sie hier anfügte, so wollte ich zeigen, welches Bild

von Paulus Diaconus entwarf, und dabei auch zu einem Vergleich mit den Bemerkungen anregen, die Die in Klammern ich bei der Behandlung seiner Gedichte machte. beigesetzten römischen Zahlen beziehen sich auf meine Ausgabe: Paulas Aquileiensis patriarchii diaconus regisque DesiderU notarius sab Theodemario abbate (XIV) ad Casinum perveniens monasticumque Schema susciplens sanctitate, gravitate suo tempore singularis, philosophia quoque a pueritia eruditus composuit in laudem beatissimi Benedicti versus elegiaco metro digestos (VI), hymnos quoque sancti Johannis baptiste (kann Paulus nicht zugeschrieben werden) sanctique Benedicti (VII): versus ad Carolum imperatorem (XI; XIII; XVIII; XXII; XXXII), ad Arichis Beneventanum principem (IV) sanctique Fortunati episcopi vitam eleganter descrlpsit {XXIX); homilias quoque quinquaginta, sancti pontificis Gregorii vitam; in Regulam sancti Benedicti exposltionem; ac de ingressu Langosich drei Jahrhunderte später

man

Auf das Grab des Paulus Diaconus.

153

regnoqae eorum historiam valde luculentam edidit. In historia autem Eutropil quam plurima adiunxit. Universas etiam lectiuncalas a principlo mundi usque ad suam aetatem cum annali computo rhythmlce (II) composait. Fuit autem Sepultus est in eodem coenobio temporibus Caroll imperatoris.

bardomm

in Italiam,

origine

iuxta ecclesiam sancti Benedicti ante capitulum.

Perspicua

darum nimium cum fama per aevum,
summe, triumphos

Astra simul iunctum pangant te coetibus almis,
Veridicos, laevita, tuos quis,
Lucifluis, Paule, poterit

depromere dictis? Ut tua sed lector properans huc noscat et hospes Sacrata tumulo requiescere membra sub isto,

10

summatim carmine digno Almificos actus dignum est reserare canendo. Eximio dudum Bardorum stemmate gentis, Viribus atque armis quae tunc opibusque per orbem
Laudis, amande, tuae
Insignis fuerat, sumpsisti generis ortum.

Tam

digna

et

postquam, nitidos ubi saepe Timavus
cursus, genitus tu prole fuisti,

Amnis habet

Epytaphyum
2
c^tibus

pauli diaconi

(audi sonst ^
est

M p. 579. für oe) M

\

7

amande aus amade

corr.
\

M

\

12 digna est

M,

von Dümmler weggelassen,
\

ast Traube, et scripsi

sepe

M

(manchmal

e für q)

timabus M.

1

2>

perspicua
auf die

(ä)

fama

.

.

per aevum

schlecht.

Der Relativsatz quae

— fuerat

Ruhm, astra himmHschen Ehren. laevita diaconus: So nennt ihn auch Johannes von Neapel c. 872. triumphos nach dem Gedicht des Paulus auf
bezieht sich auf den irdischen
etc.

simul

=

rühmt erst das langobardische Volk und eximio bezieht sich nur auf das Geschlecht, was auch v. 12 tam digna prole

=
ich

„aus einem so edlen Geschlechte, wie
sagte"

beweist.
tritt

generis ortum:
ein.

den heiligen Benedikt (VI 1). 5 vgl. Poet. II 659 v. 1 quisquis ad hunctumulumproperasconcivis et hospes.
9 11 „Du leitest Deine Herkunft aus einem schon vor Zeiten hervorragenden Geschlechte des Volkes der Barden ab." Der Dichter will also nicht bloß die
Nationalität

Gewöhnlich

germinis dafür

Timavus amnis habet cursus: Der Timavus (j. Timavo) fließt zwischen Aquileja und Triest in Istrien und ergießt sich in neun Mündungen
12 ubi saepe
ins

Meer,

vgl.

Paulin. Poet.

I

131

v.

1

des

Paulus

angeben,
sein

wie

Timavi novem flumina : Verg. Aen. 1 244 ff. fontem Timavi, unde per ora novem
.
.

Dahn

(S. 5)

meint,

sondern

Ge-

it

mare.

154

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Divino instinctu regalis protinus aula
15

Ob decus et lumen patriae te Cum tua post ibidem populis
Tunc placida

sumpsit alendum.
et

regibus

altis

cunctis vita studiumque maneret,

16 ibidem Bethmann, tibidem
post trepida

M, cum quae

turbida post Traube,

cum

tibi

De

Santi,

cum

cita

post ibidem Winterfeld.

14 divino instinctu regalis protinus

aula te sumpsit alendum: protinus weist
darauf hin, daß Paulus in seiner frühesten Jugend an den langobardischen Hof kam. Das geschah aber nicht, wie allgemein

Könige dem Unterrichtswesen besondere Aufmerksamkeit schenkten. 16 17 Das von Bethmann vorge-

schlagene ihidem findet sich
Quantität Poet.
I

in

dieser

95

v.

22:

annua tunc
als

angenommen
749).
Alter,

wird, unter der kurzen Re-

ihidem celebrans solemnia paschae.

gierungszeit des Königs Ratchis (744 bis

Traube faßte post und tunc
sätze:

Gegenruhig,

Unter ihm war er bereits in einem

„Damals war das Lehen
stürmisch."
sich

daß er an Hoffestlichkeiten
durfte,

teil-

später

Dieser Auffassung

nehmen
Lang.
II

wie Paulus

in seiner Hist.

schlössen

cap. 28 selbst erzählt:
in

ego hoc

Cattolica quad. 16 die. 1899 p.

dann De Santi (Civiltä 662—663)
Anz. 1899 S. 894)

poculum vidi
chis

quodam

die festo Rat-

und Winterfeld

(Gott. gel.

principem, ut illud convivis osten-

bei ihren Konjekturen an.

Der Vorschlag
er

taret,
12).

manu tenentem
Daß
Hildrich

(vgl.

Bem. zu
aula

XIII,

Winterfelds verdient

den Vorzug, da

unter

regalis
enterst

den Gedanken Traubes wiedergibt ohne
dabei von der sonst guten Überlieferung
stark

nicht

den Hof des Ratchis meint,
ich auch daraus,

nehme
V.

daß dieser

abzuweichen.

In

dem Bestreben
der

19 genannt wird, nachdem der Dichter
einen

diese noch weniger zu ändern fasse ich

mit V. 16

neuen Lebensabschnitt,
andeutet, vgl.
v.

cum post
Anh. VI

als

ähnliche Fortführung
v.

den

er durch

cum

20 u. 23,

Darstellung wie

12

postquam

(vgl.

auch

begonnen
Sinn,

hatte.

oh decus
361

et

lumen
20 ad

patriae: oh

hat hier, wie v. 25, finalen
I

vgl. Angilb. Poet.

v.

V. 63 cum post viderat), das folgende tunc bedeutet „in jener Zeit" und ist trotz des vorausgehenden post nicht

decus ad laudem, Poet.
palatina
Vgl.

domus

auch die Hofe war Flavianus sein Lehrer, langobardessen Onkel Felix vom dischen König Kunipert als Anerkennung für seine Lehrtätigkeit einen mit Gold und Silber verzierten Stock unter anderem zum Geschenk erhieh (Hist. Lang. VI 7). Diese von Paulus selbst gemachte Bemerkung ist abgesehen von der eigentümlichen Art des Ge-

660 v. 4 quem ad omne decus. Anmerkung zu XIII 6.
II

auffällig,

wenn man

v.

23 betrachtet:

cum
noch

nutrit

exin iam und

v. 30,

wo

auf

mox

tum

folgt.

Demnach

erkläre ich die Stelle:

Am

Als später (nach Deiner Erziehung) dort-

(am Hofe) Dein Lehen und Strehen damals im Dienste aller, des Volkes und der erhabenen Könige, friedlidien Dingen, niditJagd und Krieg, wie hei den andern, gewidmet war, da begannst Du Didi populis der Theologie zu widmen. ist nicht im politischen Sinn zu fassen und
seihst

bedeutet soviel wie cives vgl. Ale. Poet.
I

schenkes auch insofern interessant,
sie

als

184

V.

667 populis

et

rege coactus.

beweist,

daß

die

langobardischen

Auf das Grab des Paulus Diaconus.

155

Omnia sophiae
20

coepisti culmina sacrae

Rege monente pio Ratchis penetrare decenter. Plurima captasses digne cum dogmata cuius, Resplendens cunctos superis ut Foebus ab astris
Arctoas
rutilo decorasti
fluidi

lumine gentes.

Exin iam nimium

cum
te,

gloria saecli

Condignis
25

ditaret

ovans

sedule, gazis,

Lucis ob aeternae vitam sine fine beatam

Audacter sprevisti huius devotus honores
Regis
et

inmensi fretus pietate polorum

Vernanti huc domino properasti pectore Christo

Subdita colla dare Benedicti ad saepta beati.
23 exin Traube, hcc sin M.

18

— 19

omnia sophiae sacrae
will Hildrich

cul-

des Übergangs.

resplendens cunctos:

mina penetrare : Damit

nur

An

sagen, daß Paulus sich mit den wichtigsten theologischen Fragen befaßte, nicht,

dieser Stelle braucht keine Änderung vorgenommen werden, da die Verwendung
intransitiver

Verba

als
ist;

transitive
vgl.

nichts

daß

er

es
tritt

zu
in

hohem Stande
jener Zeit
auf, vgl. Ale.

brachte;
verschiev.

Außergewöhnliches
I

auch Poet.

Sophia

in

8

V.

168: igneus ut

dener Quantität

250

5 So-

sidera super.

— arctoas gentes = Völker
Form und
In-

Phoebus splendentes

phia sancta patrum und gleich v. 8 in sophiae cultu; 348 v. 6 sophia nota tuae
Sit et

des Frankenlandes, vgl. zu
halt

XXIX

dort

mens nota sophiae (vgl. auch die Von einem wirkstehende Anm.).

Gallia,

V. 7 u. 8 felix, quae decoraris, gemmis, lumine de quarum nox

tibi taetra fugit.

lichen Eintritt ins Kloster

ist

in

diesen

23

— 26 Diese Bemerkungen beziehen

Worten

nichts enthalten,

das würde der

sich auf die ebenso anstrengende (sedule)

Dichter deutlicher

zum Ausdruck
v.

gebracht
es

haben, wie er es

29

tut
v.

und wie
v.

andere taten, vgl. Ale. 198

1293 arcta 1416

monasterii claustra subire, 200

atque monasterio puerilibus inditur annis,

219

v.

36

^^ se

caenobio tradidit ipse
vgl.

sacro.

Mönch im

strengen Sinn wird Pau-

lus erst in der
VIII.

Verbannung,

Bem. zu

am Hof Karls und beweisen in Verbindung mit andern Äußerungen des Paulus, daß Karl ihn reich machen wollte (ditaret) und zu bewegen suchte dem Mönchtum wieder Lebewohl zu sagen und in angesehener Stellung an seinem Hof zu bleiben, vgl. XIII 9 non de litteris captamus vanae laudem gloriae; Brief an Theudemar XIV 35 nullae
wie ruhmvolle Tätigkeit
me, credite, divitiae, nulla praedia, nulla
flaventis metalli copia
.

20

— 22 Mit cum deutet wiederum der
(vgl. v.

Dichter an, daß hiemit ein neuer Lebensabschnitt beginnt
V.

.

a vestro pote-

12 postquam.

runt separare collegio.
29 colla dare vgl. die Verse des Simplicius

16 cum,

v.

23 cum), nämlich seine TätigKarls des Großen.
(vgl.

keit

am Hof

Die für

(Traube,

Textgesch. S. 92)

qui

Paulus traurigen Zeiten

Vorbem.) ver-

leni iugo Christi colla submittere cupis,

schweigt der Dichter absichtlich. Ich sehe
dies auch in der eigentümlichen Gestaltung

die sich auf den Eintritt ins Kloster be-

ziehen.

156
30

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Exemplis

mox comta

tuis ubi contio sacra

Tum
In te

iubar ut fulgens coepit radiäre coruscis.

nam

pietas iugiter, dilectio dulcis,
et pacis

Nectareus

amor, patientia

victrix,

Simplicitas sollers nimium, concordia
35

summa,
manebat.

Omne
Nunc

simulque
ideo caeli

bonum semper, venerande, te gemmea regna retentant,
pariter per saecla

Sideream retines

coronam.

Hoc
40

tibi,

posco, sacer, gratum

sit

Carmen honoris,
tuus.

Hilderic en cecini

quod lacrimando
semper amande

Quem

requiem captare

tuis fac, quaeso,

perennem

Sacratis precibus,

pater.

30

tuis] unleserlich in

M

\

31 fulgens] ns später übersdimiert

M

\

37 coro-

nam] nam von späterer Hand nachgezogen

M

||

38 gralum] a später nachgezogen

M.

keit in Montecassino.

—32 bezieht sich auf seine Tätig32 — 34 iugiter wird bei den Späteren meist dieser Quantität gebraucht. —
30
in

patientia victrix vgl. Fort. IV

6, 9.

35
661

—37 manebat = erat wie
gemmea regna
quem

v. 17.


II

caeli te
V.

retentant Poet.

31

caelica regna retentant.
vgl. Poet.
1

nectareus
ris
.

.,

amor vgl. XIII 9 anchora amonectar omne quod praecellit.

39 cecini lacrimando
V.

112

27 hoc lacrimans

cecini.

XXXVII.

Widmungsgedicht des Petrus von
Dieses Gedicht
ist

Pisa.

in

der Berner Handschrift 522 saec. IX

—X

Remi in Reims stammt (Neues Archiv IV 113). Sie enthält (vgl. Keil, Gramm. Lat. Suppl. Anecdota Helvetica 67^ ein grammatisches Werk, an welches sich p. XXXVIII ff.) f. 1^ f. 68^ unser Widmungsgedicht Hoc opus exiguo anschließt; von
(Z) überliefert, die aus St.

f.

69

—96^ folgen meist Erläuterungen
in

zu Donat.

Dieses grammatische

einem cod. Bern. 207 saec. IX X f. 148 bis 168 findet, gab H.Hagen in den Anecd. Helvet. p. 159 171 heraus, vorausschickte er die Widmungsverse. Diese überliefert noch eine Mailänder Handschrift Ambros. O 95 sup. f. 34 saec. XI. Der in v. 2 und 6 genannte Verfasser Petrus ist zweifellos kein anderer als Petrus von Pisa, der Karl in der Grammatik unterrichtete und, wie es in v. 2 heißt, aus Liebe zu seinem Herrn dieses Werk verfaßte. Es ist der Gedanke sehr naheliegend, daß Karl in seinem Bestreben nicht bloß sich selbst, sondern auch andere sprachlich zu bilden, von Petrus die Abfassung eines solchen Werkes wünschte, und so mag es wohl in den ersten Zeiten seiner Lehrtätigkeit entstanden sein. Mit Hagen und Dümmler bin auch ich der Anschauung, daß die ersten acht Verse das Nachwort zu der Grammatik bildeten, die Verse 9 20 aber sich mehr zum Vorwort eignen. Die Oberlieferung fügte sämtliche Verse als Nachwort an.
Werk, das sich auch noch

Hoc

opus, exiguo quod cernis tramite, lector,

lam Petrus domini fecit amore sui. Plurima, quae procerum tribuit purganda cilindro, Ordine sunt forsan non bene dicta suo.
Ohne
Überschrift

Z

f.

^^^.
|

3 quod Hagen, quo
1

Z

procerum aus procerim
Petr.

corr. Z.

—5

exiguo tramite

vgl.

auch

XXI

V. 1

sub umbroso misisti tramite ver-

domini amore sui: Die Veranlassung war Karl. quae procerum trisus.

158
5

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Te

flagito,

precibus, lector,

si

flecteris

ullis,

Ut dicas clarus: 'Petre miselle vale'! Omnipotens dominus caeli terraeque creator Lectorem foveat nocte dieque pium! Hie sunt prata meis, si credis, plena rosetis:
10

Sume
Qui

rosas manibus, carpe refectus

iter!

cupit, ecce bibat nostro

de gurgite limphas
libri!

Vescaturque cibis
Desinat
15

me

tribuente

Desinat infandas mentis servare tenebras,
et verbis bella eiere suis!

Pacificus servet, quae textus littera monstrat,

Rex quoniam Christus pacifer ipse fuit. Sumere nam flores si torva fronte superbus

De
20

his exspectet, fessus

ad ima ruat!

lam Sit vera salus, iam sit concordia sancta, Iam resonent casus verba beata modis!
Hagen Dümmler.
XXXVIII
creator.

17 superbus Z, superbos

purganda cilindro vgl. Verg. Georg. 1 178 aequanda cylindro. Wir haben also wiederum ein der Landwirtschaft entnommenes Bild, vgl. Anm. zu XIII v. 1. Dieser
buit

V.

5 altipotens caeli terraeque
hie

9

— 14

sunt prata meis plena

rosetis: Ein ähnliches Bild gebraucht Karl
in

Vers erinnert an einen ähnlich gebauten
des Petrus XXXVIII
v.

15 quas Uli domi-

in pratis vernantibus,

einem Brief an Alcvin Epp. IV 230, 29 varietate florum

nus

tribuit pietate regendas.


II

precibus

scripturarum iocundantes delectemur.
bibat de gurgite
23.


III

si flecteris ullis ist Verg. Aen.

689 entI

nommen; 408 v.u.
6

vgl.

auch Hibern. Exul Poet.

—7
ist

ut dicas clarus: Adjekt.

statt

— bella eiere Verg. Aen. 541. IX 15 — 20 torva fronte Verg. Aen. die Lesart: 636. — superbus
vgl.
1

lymphas

vgl. Verg.

Aen.

ist

richtige

Adv.

keine seltene Erscheinung, vgl.
v. 17.

Anm. zu XXXIV
minus

— omnipotens do-

caeli terraeque creator vgl. Petr.

„Stolz, mit finsterer Miene tritt einer an das Werk heran und will nur bead ima ruit Fort. III 9, 74. mängeln."

XXXVIII.

Zum Lob
Warum
man schon Könige besungen

des Königs.
während

sollen die großen Taten Karls verborgen bleiben,
hat, die ein

Lob

nicht verdienen (1

— 8)?

Er unterwarf das langobardische Reich, entthronte Könige und ist jetzt ein mächtiger Herrscher (9 14). Er erbaut Tempel, hilft den Armen, bekehrt die Heiden, richtet die Bedrückten wieder auf und hält alle vom Bösen ab (15 23). Möge er, der Herr eines irdischen Reiches, einst des himmlischen teilhaftig werden, wo ewige Seligkeit

herrscht (24

35).

Gott

hilft,

wie die Bibel an vielen Beispielen

zeigt,

seinen Getreuen.

Auch

Karl hat er

zum König

eines großen Reiches

gemacht (36

55).

Möge

mit Hilfe Christi sein

Ruhm noch

recht

lange bestehen (56

61).*

Es

ist

kein Zweifel, daß Petrus von Pisa der Verfasser

ist.

Dies

geht aus der stilistischen Untersuchung und besonders aus der handschriftlichen Überlieferung hervor.

Der Parisinus

lat.

528 enthält noch
ersten

andere Gedichte des Petrus und nennt ihn bei
wechsel zwischen Petrus und Paulus gehörigen

dem
f.

zum Brief123 Petrus gram-

maticus (XII). Ober die Entstehungszeit läßt sich nur sagen, daß es zwischen 788 und 799 verfaßt wurde, vorausgesetzt, daß v. 12 sich auf Tassilo III und seine Verbündeten bezieht (Abel I 620 ff.).
Culmina
si

regum dudum cecinere poetae
facta triumphis

Falsaque pompifero dixerunt carmina gestu,

Ut quid famosis splendentia

Torporis lateant Karoli sub tegmine regis.

VERSUS PETRI

IN

LAUDE REGIS P
r

f. 133.

4 Karoli] zwischen a und
1

Rasur P.

—5

culmina regum

vgl. Petr.

V.

2 pietas nostri culminis.

— pompifer

XXI

von Petrus auch XXI
ut quid

v.

17 gebraucht.

=

cur findet sich in der karo-

160
5

Ksrl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Quem

rex altipotens, caeli terraeque creator,
nutrivit,

Totus ubique deus docuit,

amavit,

Cui dedit ipse pius merito pollentia regna,

Quae
10

genitor tenuit multa pietate gubernans?

Sed postquam ipse pater rediit per funus in arvum, Hie domuit Lango - properans ad proelia bardos Atque suis animo pedibus submisit herili.
Viribus insignis quaerentes iurgia reges
Stravit et infaustos misera

de sede potentes
gentes,

Expulit et iusto nutrit
15

moderamine

Quas

illi

dominus

tribuit pietate

regendas.

O

rex bellipotens, Clemens et

mente benigne,

Qui pontum, qui

rura regis, qui regna gubernas,
fabricator, et apte

Templorum domini magnus
20

Pauperibus largo dispensas plurima dono,

Qui

rigidas errore diu baptismate gentes

Perfundis, placidi mittis ad gaudia regni,

Subiectos

reficis dulci

qui lumine vultus

Cunctorumque sacro restringis crimina freno, Cuncta gubernanti semper sis firmus amicus,
25

Ut, qui terreni laetaris culmine regni,

Aeterno valeas
6 ubiqui
plia

cum

sanctis vivere regno,

P
P

\

amavit P, ornavit

Dümmler
\

P
r

\

11 herili

aus

helili corr.

P
21

8 quae] q öfter 16 o rex Lebeuf, oret
\

P

\

10 proelia]
17 qui rura]

q aus

corr.,

davor Rasur
\

P

\

mittis

Dümmler,

mitis

P P

\

\

22 dulci qui

Traube, dulciq:

23 restringts P.

lingischen Zeit häufig.

caeli terraeque

19—23
sierung

vgl.

Anhang

III v.

21.

— bap777
v.

creator: Der gleiche Schluß Petr.
V. 7.

XXXVII

tismate gentes perfundis
der

=
Petr.

Christiani-

Sachsen,

deren

kirchliche

6
Poet.
trivit

—8
I

totus ubique deus vgl. Alcvin
V.

Verhältnisse besonders

257

24; 302
vgl.
III

v.

33. — docuit nu-

vom

Jahre

an geregeh wurden; vgl.
sacro perfundere fönte.

amavit

Epitaph
v. 25.

des

bercht

Anhang

Dom-

XXI

19

mittis

ad

pollentia
15.

regna
10

vgl. Hist. Lang.

VI cap.

Über solche versus

divisi

vgl.

Vollmer,

Anm. zu Eugen. Tolet.

carm. 70,10

und Neues Archiv XXVI, 394.
12 quaerentes iurgia reges: Damit
sind nicht Desiderius
meint, da er

gaudia regni vgl. die Verse über die Metzer Bischöfe Anhang V v. 12 ad sacro restringis vitae gaudia mittit. crimina freno: Durch Anordnungen, die sich auf den Gottesdienst beziehen, bewahrte er sein Volk vor Sünden sacrum

;

und Adelchis gesondern jedenfalls
j I

von den Langobarden schon
spricht,

frenum könnte aber auch bedeuten, daß ihm von Gott die Herrschaft übertragen
wurde.

in v. 10 u. 11

Tassilo

III

und seine Verbündeten.

Zum Lob
In

des Königs.

161

quo

nulla famis lacerans nee pestis habetur

Nullaque maeroris servantur vincula cordis. Non dolor aut gemitus fragilis nee iurgia linguae,
30

Nulla senectutis metuendae toxica saeva
Mortifero poterunt iaculo disperdere

quemquam,

Sed sine fine manens celebratur vita beata Angelicumque canit productis vocibus agmen
Et
35

numquam

fessi spoliantur cantibus aptis.

Sed tarnen

ut vestrum succendat

lampade pectus

Verus amor, procerum paucis certamina verbis

Dicam, qui regis tenuerunt iussa superni. Noe, quam Moyses descripsit, conditor arcae,
Permansit meritis liquidis tunc salvus
40

in undis.

Samson

iratum decoratus crine leonem

Intrepidus pergens

manibus

discerpsit inermis.

Cum

paucis

Gedeon

currens ad bella triumphans

Extitit et

somni pigram de pondere gentem

Inlaesis sociis gladio percussit acuto.
45

David punicei promtus certamine belli Extinxit pavidum percussa fronte Golian. Omnia nee possum tardus miracula Christi Dieere, quae mundo per sanctos fecit amicos.
Sollicito

regnans poteris perpendere sensu,

50

Quae

tibi

laudanda

fecit virtute

ereator.

28 meroris
toxia saevae
discerpit

P

\

29

lingU(^

P

\

30 metuend(^

P

j

toxica saeva
\

Dümmler,

P
\

\

35 sed Dümmler,
inlesis P.

sit

P

\

40 leonum

P

41 discerpsit Traube,

P

44

27

— 34 habetur =
III

est.

— metuendae
1

'fer' vgl. V. 2

(XXI

v. 17)

pompifer.

v.

31

toxica saeva vgl. Mart. epigr.

Anhang
II

v. 20.

— sine fine manens celePetr.

18,

6 und

mortifer, v. 53 florifer; XVII v. 12 ventifer, V.

39

astrifer, v.

40 spumifer; XXXVII

bratur vita beata vgl. Sedul. carm. pasch.
66.

V.

16 pacifer.

Beliebt sind bei

ihm auch
vgl. in
v.

V.

33 vgl.

XVII
laudat

v.

41 an-

Zusammensetzungen mit potens,
diesem
Gedicht
v.

gelicum

castis

quem

vocibus

5

altipotens,

16

agmen.
37 regis tenuerunt iussa superni vgl.
Poet.
II

bellipotens: XVII v. 27 libripotens.

Eine
5

673

v. 17.

— umbriferis: Die Wahl

Eigentümlichkeit seines

Stils ist

auch die
ff.,

Häufung der
besonders
vgl.
v.

Relativsätze,

vgl. v.

dieses Wortes an Stelle des gewöhnlichen

57

ff.,

XVII

v.

39

ff.

umbrosus beweist die auch sonst zu bemerkende Vorliebe des Petrus für die früher schon üblichen Zusammensetzungen mit
Quellen
u.

45 punicei
fudit
III, 4.

belli

=

„blutrot,

blutig"

Ov. 2 Met. 607 Candida puniceo per-

membra

cruore; Poet,

II

682

v. 17.

Untersuch,

z, lat.

Philologie des

MA.

11

162
Italiae

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

quas

terra tenet,

quas Gallia

gignit,
felix,

Montibus umbriferis

nutrit

quas Tracia

India floriferis pascit quas inclyta campis,

55

Undisonus perfusus aquis quas parturit orbis, Vobis dona ferunt subiecto pectore gentes. Vester honor maneat multos tribuente per annos Christo, qui miserum passae sub tempore carnis

Pendentem in ligno latronem duxit ad astra, Qui populi duros descendit pellere morbos,
60

Frigida qui pedibus calcavit pectora ponti.

Vos regnare polo
57 passe

faciat sine fine

superno.

P

\

60

calcavit

Dümmler,

cacauit P.

60 pedibus calcavit pectora ponti: aequora ponti mit Rücksicht auf Verg. Georg. I 469 und Alcvin Poet. 1 180 v. 456 zu setzen verbietet das Metrum. Petrus
vergleicht die

mit

der sich

hebenden und senkenden

Brust oder er deutet an, daß der Sieger

über
Poet.

das
I

besiegte
V.

Meer

dahinschreitet.

97

8 steht

marmora

ponti.

wogende Meeresoberfläche

XXXIX.

Angilbert an Petrus.
Dieses Gedicht enthält nur Grüße und Segenswünsche für Petrus

und

die Bitte, er

möge
ist

für Karl

und

die Seinen beten

und auch des
Karls,

Angilram und Rigulf nicht vergessen.

Der Verfasser
risch tätig

Angilbert, der vertraute

Freund

der als
dichte-

Mitglied seines gelehrten Kreises den

Namen Homer

trug

und

war (Poet. aev. Carol. I p. 355 ff., Wattenbach I^ S. 191 ff). Er war Schüler des Paulinus von Aquileja, Alkvins und auch des Petrus von Pisa. Aus den Schlußversen des Gedichtes kann man, vorausgesetzt,

daß primas

homo

Karl bedeutet (vgl.

Anm. zu

v. 15),

ent-

nehmen, daß Angilbert seinen königlichen Freund bat auch ein Gedicht an ihren gemeinsamen Lehrer zu senden. Demnach wäre das Gedicht XL, das sich auch in der Handschrift anschließt, dasjenige, auf welches Angilbert mit den Schlußworten seinen früheren Lehrer auf-

merksam macht, das vorliegende gleichsam das Begleitschreiben dazu. Da Angilram erwähnt wird, der 788 Erzkaplan am Hofe Karls war und bereits 791 starb (Abel I 38, 487 ff., II 541), so entstand dieses Gedicht und das folgende zwischen diesen Jahren. Sie mögen wohl
die

ersten Gedichte

sein,

die Petrus

in

seine

Heimat nachgeschickt

wurden.

Carmina mitto Petro, dulci doctoque magistro, Angelbertus ego carmina mitto Petro.
Petre magister have, Christus te salvet ubique,

Saecula per longa, Petre magister have.

Ohne
1

Überschrift

D

p. 220.

vor carmina steht ein Zeichen ähnlich einem f D.
in
V.

1

V. 1.

— 7 dulci doctoque magistro XL — — Petre magister have XL
v. 20.

laudem

solis

(Riese,

Anth.

lat.

389)

14 totum qui continet orbem.

cunctum qui continet orbem

vgl.

Versus
11

164
5

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Rector ab axe

tibi

tribuat solatia

semper
tibi.

Augeat

et

vitam rector ab axe

Te

regat omnipotens,

cunctum qui continet orbem;
te

Tegmine perpetuo
10

regat omnipotens.

Fundito, quaeso, preces Carulo pro rege benignas

Proque
Sis

suis cunctis fundito, quaeso, preces.

memor

atque

pii

patris,

precor, Angelramni,
pii.

Necnon

Rigulfi sis rriemor atque

15

Tu quoque, Petre, vale nati memor esto tuique; Semper in aeternum tu quoque, Petre, vale. Quod tibi primus homo flagitatus murmure nati
Dixerit, adtende,

quod

tibi

primus homo.

Super cartam.
Fer,

mea

carta,

meo
corr.

patri praecincta salutem.

7 cunctum
tente

D

aus cumtum

D

||

14 Petre

Dümmler,

patre

D

16 ad-

super cartam von der gleidien

Hand

nadi salutem D.

12

— 16

Rigulfi sis

memor: Es
vorher

ist

einen Schreiber

am

karolingischen Hof

damit jedenfalls der Erzbischof von Mainz
(787

gab,

der

im Jahr 780 das Werk des
et

— 813)

gemeint,

der

dem

Grammatikers Diomedes de oratione
partibus
orationis
(Poet.
I

Gelehrtenkreise Karls angehörte und dabei

abschrieb
VI),

und

Karl

den Namen Flavius Damoetas führte (vgl. Abel I 538). nati memor esto

widmete

93 Ged.
sein.

so könnte
bittet

auch dieser gemeint
Angilbert, Petrus

Demnach

tuique: Damit bezeichnet Angilbert (vgl.

semper in aeternum XLI V. 16. primus homo flagitatus murmure nati vgl. Vorbem. bei primus homo möchte man aber auch an Adam denken. Da es nun dieses Namens
V. 15) sich selbst.

möge

diese Zeilen aufauf Angilberts

merksam

lesen, die

Adam

Verlangen ihm niederschrieb.
17 Dieser Vers stand gleichsam als

;

Adresse auf der Umhüllung des zugeschnürten (praecincta) Briefes.

XL.

Karl an Petrus.
'Mein Herz drängt mich Dir in einem Gedicht zu
versichern,

wie sehr ich mich freue, wenn es Dir gut geht.
mir getrennt, so weilt doch mein Herz bei Dir,
barer Liebe
(1

Bist
erfüllt

Du auch von
von unwandel-

12).

Dein Wohl

ist

stets

Schreibe nur sofort an mich,

wenn Du

Gegenstand meiner Sorge. etwas brauchst. Lebe wohl!
21)!'

Gott schütze Dich! Gedenke mein (13

schmucklosen Worten kommt hier die große Dankbarkeit zum Ausdruck, die Karl für seinen nunmehr in seiner Heimat lebenden
In

geliebten Lehrer im Herzen hegt.

In

rührender Weise versichert er
schaffen

ihm, daß er ihm alles
in seinen letzten

Unangenehme aus dem Weg
stets hilfreich

und ihm

Lebensjahren

zur Seite

stehen wolle.

Solche zu Herzen gehenden Worte können nur von Herzen kommen,

können nur von dem gewählt von Karl selbst.
Vorlage, sondern besonders der

sein,

der dies alles wirklich gefühlt,

Diesmal aber bilden nicht nur, wie früher, Gedichte Alkvins seine

am

karolingischen
I

Hof bekannte Eup. XLIII).

genius von Toledo (vgl. Vorbem. zu Paul.

und Vollmer

Da

unser Gedicht sich in

der Berliner Handschrift unmittelbar

an ein von Angilbert verfaßtes anschließt, so möchte
ersten Blick glauben, daß er der Verfasser sei.

man

auf den

Dagegen spricht aber die ganze Art der Darstellung, die keinen gewandten Dichter verrät. Angilbert hätte dann sehr wenig von dem Seinigen geboten. Form und Inhalt beweisen, daß wir wiederum einen dichterischen Versuch
Karls vor uns haben,

der damit seinem alten Lehrer eine besondere

Freude machen wollte.

166

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Rex Carulus

Petro, dulci doctoque magistro,

Cordis ab affectu carmina mitto libens.

Gaudia sunt nobis,

si

sunt

tibi

dona

salutis,
est.

Et tua prosperitas dulcis

et

apta mihi

Quamquam
Nosque
Qui
10

te

Latii

teneant natalia rura

favente deo Gallia nostra gerat,

Est tarnen almus amor,
te

quem

Christus tradidit orbi,

saepe

affert cordis

ad antra mei.
uterque simul,

Crede, prius Renus cursum convertet ad Alpes

Et Liger

et

Rodanus

ibit

Ante

latex

spumis aut

tellus fruge carebit,

Quam mea discedat mens ab amore tuo. Nam si cuncta tuam circumdent prospera vitam,
Sic volo sicque decet, sie mihi
15

rite

placet.

tamen adversum quiddam contingat et atrum, DispUcet hoc nobis, inde paremus opem. Pagina vestra meas praepes concurrat ad arces Quodque opus est vobis, nuntiet illa mihi.
Si

Alius versus

D
14

p. 220.
rite

5 Lacii
contigat

D
17

\

Traube, rete D, recte
1

Dümmler

15 contingat Dümmler,

D

11

mea

D

concurrat aus currat corr. D.

2

—4

carm. 4, 2.
der

cordis

ab affectu Eug. Tolet. libens: Karl sagt, daß er gerne
(vgl.

I

72

V. 15;
V.

Angilbert Poet.
I

I

359
v.

v.

36;

360
261

Anregung Angilberts

XXXIX v.

flagitatus

murmure

nati) Folge leistet.
si

15

V. 22.
I

— cordis ad antra
V.

59; Theod. Poet.

446

60; 466

vgl. Alcvin Poet.

10 cordis in antra; es findet sich
v. 4;

gaudia sunt nobis,
nobis, si sunt tibi

sunt

tibi

dona sa-

auch dafür pectoris antra Ale. 298

lutis vg\. Eug.Tolet. carm. 100,1

multa salus

dona

salutis; ein auch

sonst beliebter Versschluß vgl. Alcvin Poet.
I

Theod. 487 V. 158; 488 V. 196. 9 12 Eine sehr beliebte, jedenfalls Vergil Ecl. I 59 63 nachgebildete Dar-

250

V. 5;

Theodulf Poet. apta

I

v. 21.

522
vgl.

v. 71,

523

stellungsweise

um die unwandelbare Liebe
bringen, vgl. die

= accepta

VI

v. 109,

zum Ausdruck zu
hard (XXXI
25).

Anm.

133

u. 134.

zu den Schlußversen des Briefes an Adal-

5

—8

Latii natalia rura: Petrus beItalien, nicht

— uterque simul Theod.
v.

fand sich in seiner Heimat

453

V.

54; 499 v. 206; 505

440.
sie

mehr am Hofe Karls, vgl. Hist. Lang. II 24 dicitur quoque etiam Latium Italia; Ov.
IV 685 natalia rura petebam. favente deo Epp. IV p. 532,6; Theodulf Poet. I 541 V. 1; 526 v. 2. est tamen almus amor: Die Dichter wechseln zwischen altus und almus amor, vgl. Poet.
Fast.

13

— 20

sie

volo sicque decet,

mihi

tite

placet:

Davon
III

eine

Nachbildung Micon Poet.

genaue 303 v. 6 hoc
sie rite viI

volo hocque iuvat, quoniam

detur; rite placet vgl. Theodulf Poet.

530

V. 6;

V. 42.

541
sis

v.

20; 558 v. 32; Poet.
et nostri

II

673
als

memor

ebenso

Karl an Petrus.

167
et orbis,

Sit tibi protector centri
20

regnator

Sis

memor

et nostri,

Petre magister have.

At

tu sospis have, tu sine fine vale.

21

20 magister aus magistera 19 protector aus pretector corr. D vor diesem Vers steht ein Zeichen ähnlich einem nicht ausgeführten
\

corr.
f.

D

Anfang
V. 2;

beliebt
v. 3;

(vgl.

Alcvin Poet.

I

239

Überschrift:
hört,

249

270

v. 52),

wie tu sine
298
v. v. 4). u. 4.

fine vale als Schluß

(vgl. Ale.

Petre magister have
v. 21
ist

XXXIX

3

— —

Super cartam (XXXIX) geso daß dann ein Distichon entsteht,
I

wie bei Alcvin Poet.

248
carta, sa-

Fer festina patri Paulino,
Die 'Pauline pater,

Eug. Tolet. carm. 100 entlehnt.

lutem,
dulcis

Es

ist

möglich, daß dieser allein stehende

amice

Pentameter zu

dem Hexameter

mit der

vale'!

XU.
Karl an Petrus.
'Mit
.

wenigen Versen grüße ich Dich, den
Alter ein Trost sein (1

ich liebe.

Sie sollen

Uns und unseren Getreuen geht es gut. Möge sich in Deinem gottgeweihten Leben alles zum Besseren wenden, bis du im Himmel bei Christus und seinen Heiligen
Dir in
5).
bist.

Deinem

Bete für mich, daß ich auch dorthin

komme

(6

16).'

Dieses
Gedicht,
sagt nicht,
1,

von

Quercetanus
es
gerichtet

(vgl.

XXIII)

zuerst

veröffentlichte
ist,

dessen erster Vers in verstümmeltem Zustand erhalten

an wen

ist.

Mabillon (Acta SS. saec. IV

179) denkt an Alkvin;
Karls verfaßt

Dümmler

glaubt,

daß es von diesem

im

und entweder an Petrus oder Paulus nach Italien geschickt worden sei. Es läßt sich aber aus den Anreden doctor amate (v. 4) und magister (v. 13) entnehmen, daß Karl hier wiederum
an seinen Lehrer Petrus schreibt,
der,

Namen

wie aus

hervorgeht, bereits an der Grenze seines

dem Gedichte (v. 8 Lebens angekommen
als er Karls

— 11)
sein

mag, war

er ja

doch schon ein

alter

Mann,
v.

Lehrer wurde

(Einh. Vita Car. cap. 25).

Wie

Karl damals dessen
(vgl.

Beziehung sorglos

gestaltete

XVII

Leben in leiblicher 45 qai nostram dapibas
jetzt in

natrit reficitque senectam),

so will er auch

der Ferne der

Trost seines Alters sein.
Karl selbst verfaßte, vgl.

Wir haben hier wiederum Vorbem. zu XXXIII.
te,

ein Gedicht, das

Rex Karolus gaudens <ad>
Ohne
1

<Petre, docte) magister,

Versibus his paucis aeternam inscribo salutem.
Überschrift
te,

CLXXXV

Quere.
Quere., mittit
\

ad

Petre, docte magister scripsi, te pater * Magister ....

pater atque magister

Dümmler,

temptat,

venerande magister Traube
in Christo

2 inscribo

scripsi, in Christi Quere,,
1

posco salutem Frobenius,

Dümmler,

scripse Traube.

—3

Da

bei

den meisten Gedichten

genannt

der

Name

des Adressaten im ersten Vers

ist (vgl. XXXIX und XL), so wurde diese Lesart gewählt; nimmt man

Karl an Petrus.

169

Mens mea

mellifluo, fateor,
tui.

congaudet amore,

Doctor amate,

Volui quapropter in odis,

O

venerande, tuam Musis solare senectam,

Te quoque te cupiens imperante agnoscere Christo Nos nostrosque simul sanos nunc esse fideles
Perpetuis optans et te gaudere triumphis;

Inque dei cultu vigeas virtutibus almis
10

lam meliora tenens sanctae vestigia

vitae,

Donec et aetherei venias ad culmina regni, Congaudens sanctis Christo sociatus in aevum.

15

Meque tuis precibus tecum rape, quaeso, magister, Ad pia, qua tendis, miserantis culmina regis. Qua laus atque decus, species, pax, gloria, lumen
Semper
in

aeternum sanctis sine

fine manebit.

4 amate Frobenius, amator Quere. Quere.
11
\

||

5 veneranda
\

Quere.

\

6

Christum
\

8 optans Frobenius,
et

optas Quere.

10 iam

Quere,

in

Dümmler

donec

Frobenius,

et fehlt

Quere.

darauf
<flrf>

keine

Rücksicht,

schlage

ich

te pater, (alme^ magister vor.

gaudens entspricht libens in XL v. 2. aeternam inseribo salutem: in Christo Gründen nicht anist aus metrischen zunehmen; Alcvin Poet. I 239 v. 8: optatae
V.

— —

dabei sollst

Du auch

erfahren,

daß es

uns und unseren Getreuen auf Christi

Geheiß gut geht, und zugleich wünsche
ich Dir einst die

ewige

Seligkeit.
(vgl. Ale.
.

„Stelle
v.

cupiens te quoque te
tu

273
. .

18

quoque

tu)

agnoseere nos

impe-

inseripta

salutis

(pagina):
vgl.

176

rante Christo sanos nune esse et op-

288 cartis inseripta leguntur;
V.

auch

tans te gaudere triumphis; agnoseere

Ale. 240

5

tribuat

aeternum salve;

251

V.

15 perpetuum salve.
vgl.

= audire im Briefstil vgl. Epp. IV p. 245,31
de prosperitate domni apostoliei agnos-

mellifluo

amore
4
solare
Vergil

XXVI

v.

22; Ale. 309 v. 15.

— 5 in odis Musis solare seneetam:
statt

solari

kommt
in

zuerst

bei

und

Horaz

der

'mildern, erträglich machen' vor;

Bedeutung Musis

nos nostrosque fideles: Epp. IV p. 146, 15 pro nobis nostrisque fidelibus. perpetuis triumphis vgl. Ale. 245 V. 5 perpetuis valeas Christo donante
eere.

(an

unserer

Stelle

imperante

Christo)

bei

vorausgehendem

in

odis erscheint

triumphis.

eigentümlich,

mag

aber wohl von Karl
Ale.

9

— 16
V.

inque dei cultu vigeas

vgl.

geschrieben worden sein, vgl. Ale. 226
v.

250

23 landet in odis; 240
6

vineit in odis; 253 v. 12

me Maro Musarum odis.
v.

19

vigeas.
vgl.

— meque tuis precibus tecum rape
v.

8 in sophiae cultu tu valeas,

Ale. 236

19 precibus
v. 20. v. 14.

rape me,

—8 Karl

will sagen: „Ich wollte Dir

rogo,

tecum; 321

semper

in

durch mein Gedicht eine Freude machen,

aeternum XXXIX

Anhang.
I.

Auf das Grab Lothars.
schöne Blume bis zum jüngsten Tag (1 14). Du, Vielgeliebter, hast durch Deinen Tod das Herz von Vater und Mutter verwundet und nur der Gedanke, daß Du im Himmel bist,
'Hier

ruht

die

dem Kriegsdienst und dem Streben nach irdischen Schätzen wohnst Du ewig als Krieger und reichbelohnt im Himmel (21 26). Aus königlichem Stamme und als Zwillingskind geboren, erhieltst Du den Namen Lothar (27 34). Karl, Dein Vater,
tröstet
sie

(15

20).

Fern

widmete Dir dies Gedicht und ich. Deine Mutter Hildegard, schicke Küsse Dir, den der Tod schon so bald entriß (35 40).' Nachdem der Dichter ihn noch der Gnade Marias und dem Gebete der Andächtigen empfohlen, folgt die Angabe des Tages und

Jahres seines Todes.

Lothar war

als

Zwillingsbruder Ludwigs
als Karl

(später „der

Fromme"

genannt) im Jahre 778,

den spanischen Feldzug unternahm, geboren (vgl. Abel I 293, 308; II 19 Anm. 3) und zwar in der Pfalz Cassinogilus (Chasseneuil am Ciain, in Poitou), wo Karl seine Frau Hildegard zurückgelassen hatte; vgl. Astron. Vita Hludowici c. 2, SS. II
607: reliquit Hildegardam
incarnationis
.
.
.

in villa regia, cuius
c.

Cassinogilus gemina gravidam prole;

vocabalum est 3 Nati sunt autem anno

domini nostri Jesu Christi septingentesimo septua-

gesimo octavo.
Die Nachrichten über den Monat seiner Geburt bezeichnen April
als

den frühesten und September als den spätesten Termin. Über die Zeit seines Todes und über das Alter, das er erreichte, berichten

Anhang.

Auf das Grab Lothars.

171

drei

Quellen

in einer
II

Weise, daß
3).

man

bis jetzt darin nur

Widersprüche

So sagt der Astronomus in seiner Vita Hludow. cap. 3 SS. II 608: qaorum unus (^Lothar) immatura morte praereptas, ante paene mori quam sab liice vivere coeplt; Paulus Diaconus in seiner Geschichte der Metzer Bischöfe SS. II 265: Natorum sane eius, quos et Hildegard peperlt, ista sunt nomina Lothario, qul blennis occubult, uno tertius Lodobich, qui cum partu est genitus. Dazu kommt nun noch eine Stelle in unserem
sah (vgl. Abel
19
. .
.

Anm.

H

Gedicht,

v.

39:

Bissenosque prius menses

quam

volveret annus,

Qemmula de
Abel
(a. a.

flore morte repulsa fluit.

O.) erklärt die beiden ersten Berichte für falsch.

Aber die

Worte des Paulus Diaconus können nicht bezweifelt werden, da er in einem Werke, das am Hofe Karls entstand, schwerlich unrichtige Angaben über dessen Söhne machte. Seine Behauptung steht mit der des Astronomus nicht im Widerspruch. Dieser spricht von einem frühzeitigen Tod, Paulus Diaconus läßt Lothar zwei Jahre alt werden. Nach der genannten Stelle in unserem Gedicht aber starb Lothar, noch nicht ein volles Jahr alt. Abgesehen von dem Widerspruch mit dem glaubwürdigen Paulus erregt diese Quelle schon deshalb große Zweifel, weil die Verse 39 und 40 an falscher Stelle stehen. Sie schließen sich passend an 34, nicht aber an 38 an. Betrachtet man dazu noch den Schluß obiit aatem die VI Idus Februar, anno
:

X

regnante patre ipsius Carolo, so
falsche

liegt

hier

zweifellos

wieder eine

Angabe

Lothar

am

8.

denn Februar 778
vor;

es

ist

starb,

nach den Annalen unrichtig, daß da er nicht vor April dieses Jahres

geboren wurde.

Nehmen

wir an, daß Lothar im

Mai 778 zur Welt kam

und daß

er,

Karls (vgl.

wie Paulus, der genaue Kenner der Familiengeschichte XXVI v. 19 23 Anm.), berichtet, mit zwei Jahren starb,

so könnte nur der

8.

Februar 780 der richtige Zeitpunkt

sein,

das

wäre aber anno XII regnante patre. den Handschriften G und H.

Diese falsche Angabe fehlt in aus historischen, noch

Die Autorschaft des Paulus Diaconus

ist

mehr aber aus stilistischen Gründen ausgeschlossen. Aus den gleichen Gründen möchte ich auch nicht mit Dümmler (Poet. I 29 Anm. 8) Petrus von Pisa als Verfasser annehmen. Das Gedicht gibt uns ein Bild, wie vor der Gründung der Akademie am Hofe Karls gedichtet wurde. Wer es verfaßte, weiß man nicht, wahrscheinlich aber ist es derselbe, von dem das zeitlich

172

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

nahe liegende Epitaph für den Senischalk Eggihard (Epit. Egg.) Anh. II). Selbst wenn man in Erwägung stammt (Poet. I 109 VI zieht, daß in den Epitaphien bestimmte Darstellungsformen üblich sind, so ist doch die Übereinstimmung beider Gedichte in stilistischer Form so auffallend, daß man den gleichen Verfasser annehmen muß.

=

Hoc

satus in viridi servatur flosculus arvo,

Pulchrior en lacte candidiorque nive,

Donec

altipotens veniat per saecula iudex,
ostrifluas falce

Qui metet

perenne rosas.
unda,

Hunc

tua, lordanis, sacrata protulit

Pampinus Engadi
Vernat ut

rore beavit

eum.

Livida purpureis vaccinia cincta rosetis
et rosola gliscit in

omne

decus,

Pallida ceu sandix inter viburna refulgit
10

Et

nitit

imbrifluus Cynthius altus aquis,

Epitaphium Chlodarii pueri regis
St.

P

f.

135 v;

ohne Ühersdirift
27)

Q

(v.

1

—4:
e,
\

Gallen 899
1

p. 18,

Sdiluß in
seruatis

Rom
\

Reg.

lat.

421

/.

und

//

/.

2v.

saltus

G

1

G

fosculus

(am Rand R^

G

\

2 lactae (ae

und

audi ae
uiburna

und oe

öfter vertausdit)

H
G

\

4 rodas
\

G

\

6 Pampiniis
\

7 Uuida P, Viuida

G

\

baccinia
y

8 rosula

H

9 inte

H H

\

engaddi
uiuurna

H
G

\

\

H

\

le

fulta

cythius P, cinthius

H GH

10

nitet

H

\

imbrifluus

P

G,

imbrifluis

Traube
\

\

equis H.

2 pulchrior en lacte vgl. Gen. 49, 12

Jordane, tuos cinctosque rosetis.
8 gliscit in

dentes eius lacte candidiores ; Ihren.
nitidiores
lacte.
v.

4,

7

candidiorque nive
I

Egg.

V. 4 milis in

omne decus vgl. omne decus.

Epit.

Theod.

I

536

148; Smar.

612

v. 20.

9

— 10

pallida ceu sandix inter vi-

4 perenne Adv.

= in perpetuum (vgl.

burna: Die Sandyxstaude mit scharlachroten

Anh. IV II V. 9). 5 hunc tua, Jordanis, sacrata unda: 'Die heilige Welle des Jordan ließ die

Blumen inmitten weißer Mehlbeerbäume; vgl. Verg. Ecl. I 25; Nemes. II 86
inter viburna cupressi. rubit
(v. 11)

refulgit, nitit,
v.
1

Damit will der Dichter sagen, daß das Kind mit außergewöhnlicher Sorgfalt erzogen wurde. Auch kann die Taufe mit Jordanwasser gemeint sein. 6 7 pampinus Engadi: Die Weingedeihn.'

Blume

vgl.

Anm. zu V^
altus

u. 4.

imbrifluus

Cynthius
9,

aquis

vgl.

Verg. Aen. VI

X

875 altus Apollo; im-

brifluus aquis:

'benetzt

von den Fluten

des Meeres'.

Die Lesart equis (H) ließe

berge Engeddis, das

am

Toten Meer
I

liegt,

sich auch erklären: 'Wie der
thier erglänzt,

werden im Hohenlied Salomos
wähnt: in vineis Engaddi.
livida:
als

13

er-

vaccinia
hier

aus

wenn er dem Meere aufsteigt',

hohe Cynmit seinen Rossen
vgl. XVIII v.
1

vaccinium

=
I

Femin. gebraucht.

hyacinthus,
cincta

Cynthius iam volitabat equis. Der Dichter
meint die Morgenröte (Riese, Anth. lat. 580 Sol ab aequo reis Tethyos ortus aquis).

rosetis

Vgl. Paulin. Aquil.

128 v.58 ad campos,

Anhang.

Auf das Grab Lothars.

173

Ut

rubit obriza flagranti cocta

Et

rutilat

Camino vario Indus honore lapis:
nati,

Haud
15

secus emicuit gracilis infantia

Quem

pater omnipotens misit ad astra poli.
perlita in

Hie erat altus amor:

melle sagitta
patris.

Vulnifico fodiit corda

mucrone

Heu, genetrici huius
Decoxitque
20

violavit

gaudia lucis

satis

pectus adusta face.
felix fiducia spei,

Sola sed inde manet

Quod talis Hunc galeata

caeli Spiritus astra petit.

falanx

non

traxit

ad arma
dei.

duelli,

Perpetuus milis regnat in aula

11

Et

P
\

rubet
I

13 glatihs
tricis

G

14 astro

H H
\

\

obriga
15 sagita

G,

obri
\

und darnach

eine

Lücke

H

\

\

H

17 Hiic

G

genetrici scripsi, gene\ \

P,

genitricis G,

genitrix

H, en
uiolavit

genitrix,

cuius Traube

huius über violavit

von der

gleichen

Hand G

aus uolavit corr.

G

11

22 miles

H

\

aula

P G,

arce

H.

12 Indus honore lapis vgl. XIII

v.

8

schaft unseres Paulus,

sondern beweisen,

gemmas fndicosque lapides; Indicagemma
XXVI
V. 6.

daß

er

lernte

am Hofe dieses Epitaph kennen und ihm bei der Abfassung seiner
seine

15

— 20 perlita in melle sagitta:

Die

Epitaphien

Darstellungsform

ent-

von perlita schreibe ich dem Dichter zu. Er will sagen: 'Wen Gott lieb hat, den züchtigt er'; mit dem Honig meint er wohl die Freude über die Gefalsche Quantität
burt.

nahm.
vgl.
I


V.

fiducia spei: Die
Begriffe

Zusammenist

stellung
V.

synonymer
18

häufig,

23 gazarum opes; Paulin. Poet.

148


V.

sagitta

vulnifico fodiit corda
vgl.

fiduciae.
Epit.
V.

spes

in

me
I

nulla remanet

caeli Spiritus
Ale.

astra petit:
v.

mucrone patris

Paul. XXVIII v. 6

Egg.
etc.

V. 2;

184

679;

186

confodiens iaculo regia

corda patris;

739
21

XXXV

41 perpetuo pectus Iransfixa
v.

— 24
vom

regnat in

aula dei: Statt
scheint

mucrone: XXVII

8 ictaque sunt matris

corda dolore procul.

aula nach
auf das

H

arce einzusetzen

heu, genetrici:

aus metrischen Gründen und in Rücksicht
Dichter gebrauchte Bild (gamilis)

Durch seinen Tod verbitterte er der Mutter die Freuden dieses Lebens; genetricis (PG) mag wohl durch huius veranlaßt
sein
;

leata falanx,

sehr nahe liegend
sich ähnlich aus

vgl.

auch XXVI

v.

24 heu genitrix. —
v.

und auch Alcvin drückt
Poet.
I

235
in

V.

226 proelia post terrae

decoxitque satis pectus vgl. XXVI
ussisti

32

regnat

arce poli.

Aber auch
v.

das
18 in

flammis pectus. Ebenso wie sich im Gedicht XXVI der Gedanke anschließt: solatur cunctos spes, quod sacra regna tenes, so auch in unserem Gedicht v. 19 sola sed inde manet felix fiducia spei, quod astra petit. Diese Ähnlichkeiten
. .

Epitaph für Eggihard hat

8

u.

aula dei und
Deklination

v.

3 inclita stirpe satus.
des

Die Verkürzung
1.

a

im Ablat.

der

ist

eine Eigentümlichkeit
Grabschrift.

des Verfassers

dieser

Da
Grab-

nun, wie aus der Darstellung zweifellos
hervorgeht,
die

sprechen aber nicht etwa für die Autor-

Verfasser beider

174

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Gazarum non hausit opes, non praedia rerum Nee rapuit mundi captus amore dapes.
25

Contentus cunulis Christi gratissimus heres
Divitias meruit lactis

ab amne

poli.

Stemmate clarigero, regali sanguine cretus, Aurea non valuit sceptra videre patris. Priscorum nimium regum devictus amore
30

Hlutharium genitor nomen habere

dedit.
flores,

Ut gemini surgunt uno de germine
Alter inante

Sic pariles genetrix fudit utrosque sinu.

manens

vernali cespite pollet,

Alter ad aethra volans aurea saecla tenet.
35

Hoc

tibi,

care decus, Carolus lacrimabile

Carmen

Edidit ensipotens rex genitorque tuus.

Ast ego, nate,

tibi

genetrix regina remitto

Hildegarda, meus, basia, dulcis amor.

Bissenosque prius menses quam volveret annus,
40

Gemmula de

flore

morte repulsa
\

fluit.

23 hausit H, ausit P, auxit

G

25 cumulis

H
34

\

26

diuitiis

G, diuicias

H

||

27 scemmate
habere

H
\

\

crarigero

H

\

32 genitrix
secla
\

GH
\

H

\

29 regnum

\

33 manet

G G
\
||

\

30 Hlytarium
altera

G

\

nomen

hie

\

detrahere uolat

(am
\

Rand Rj G
37 genitrix

G

H

cardam cur basia repula H.
Schriften

H

35 Karolus G regina aus regna corr. G 39 annos G, et annus
\

P

H

36 rex fehlt (am Rand R; G 38 Hildigalda meus basia G, Hilde40 repulsa aus depulsa corr. G,
\

identisch

sind,

die richtige Lesart.

so bieten

PG

non hausit opes:

sonstbeliebterVersschlußAnh.Vv. 25,50; Angilbert Poet. I 380 v. 28. aurea non

haurire drückt wie rapere im nächsten

Vers das gierige Verlangen aus.

valuit sceptra videre patris: Einen ähnlichen

dapes

Gedanken verwendet Paulus
der
kleinen
V.

bei

=
V.

Genüsse überhaupt, vgl. Bonif. I 10 219 nequicquam dapibus saecli satuII

der

Grabschrift

Adelheid

XXVII
33

9

patrios

non conspectura

ratur opimis;

681

v.

9 spernite, posco,
vgl.

triumphos.

dapes; es steht auch für opes,

Index

zu Poet. II. 25 30 cunulis bildet den Gegensatz zu V. 23. divitias meruit: Er ver-

—36 alter inante manens: Der andere (Ludwig der Fromme) lebte noch weiter. — vernali cespite pollet: Von der
Natur auf den Menschen übertragen; es
stecken in ihm kräftige Keime
deihen,
vgl.

diente sich Schätze des
keit,

indem

er in

Himmels Seligder Wiege lag und nur

=

Paulus
Mit

I

V.

7

viridi

zum Gedum

von Milch sich nährte; lactis ah amne bildet den Gegensatz zu dapes. regali sanguine cretus vgl. Epit. Egg. v. 3 Francorum sanguine cretus; vgl. Verg. Aen. III 608 quo sanguine cretus; ein auch

cespite polles.

35—40
gedacht
ist,

V.

35 beginnt der Ab-

schluß des Gedichtes.

Nachdem

der Eltern

wendet

er sich an Maria

und

die Besucher

der Kirche, vgl.

Vorbem. zu

Anhang.

Auf das Grab Lothars.

175

Hoc niveum

sacra praeliba

munus

in ara

ludicis altithroni, virgo Maria, precor.

O
45

vos christicolae, qui

fertis

munera

templi,

Nobiscum matrem corde rogate Ut puerum solio dignetur nominis
Adsociare suis vocibus
illa

lesu,
alti

sacris.

Obiit autem die VI

Id.

Feb. anno

X

regnante patre ipsius

Carolo glorioso rege.
41 niueo

43

christicole
\

G P

\

praeliua G, prehua fi

\

in ara

PG,

marcii

H
G

||

42 praecor
\

G

||

\

44 corda

Rand G
V.

obiit— rege fehlt

G G

\

lesu

Dämmler,

ihn P,

ihm

46

Finit

am

H.

39

u. 40.

gemmula de

flore morte

43
V. 27.

— 46
V.

vos christicolae Poet.
19
u.

II

658

repulsa fluit:

Man
fuit

erwartet I^ein Präsens

Eine Vergleichung dieser Verse mit Egg.

und möchte

schreiben, fluit

geht

Epit.

20 läßt deutlich die Zuer-

aber ebenso wie die falsche

Angabe über

sammengehörigkeit beider Gedichte
kennen.

das Aher des Lothar auf Rechnung des
Interpolators.

— vocibus = angelicis cantibus.

II.

Grabschrift für Eggihard.
jEggihard entstammte einem berühmten fränkischen Geschlechte

und

starb

vielbetrauert
(1

in

der Blüte

seiner Jahre

in

Karls gegen Spanien

dem Feldzug
die Be-

14).

Der Märtyrer Vincentius und

sucher der Kirche

mögen

für ihn Fürbitte einlegen (15

22).'

Eggihard war Senischalk Karls (Abel

I

305;

II

549) und

fiel

im

Basken im Tale von Roncevalles zugleich mit dem von der Sage gefeierten Roland und zwar, wie es am Schlüsse des Epitaphs heißt, am 15. August 778. Das Gedicht ist jedenfalls um diese Zeit entstanden und steht demnach dem vorausgehenden auch zeitlich ganz nahe. Die vielen stilistischen Beziehungen veranlaßten mich zur Annahme des nämlichen Verfassers (vgl. Vorbem. zu Anh. I). Die Handschrift Paris lat. 4841 :=E, die das Gedicht überliefert, stammt aus dem neunten Jahrhundert (vgl. Neues Archiv IV 149). Ihren Hauptinhalt bilden Grabschriften, so f. 32 Versus super tumulum sancti Augustini episcopi, quos ipse didavit: Vivere post obitum (Riese, Anth. lat. 721, 722); f. 33 Ephitafium: Hie rogo pauxillum, Grabschrift Alcvins (Poet. I 350). Auf diese folgt die für Eggihard,
die

Kampf gegen

der sich andere anschließen.
Pallida sub parvo clauduntur

membra

sepulcro,

Ardua sed
Hie fuerat
Ephytaphium
2 s^d
£"
I

caeli Spiritus astra petit.

Inclita stirpe satus,

Francorum sanguine
milis in

cretus.

dudum
astra petit

omne

decus.

E

f.

33 v.
\

celi

E

Dümmler,
\

petiit astra

E

ü

3 Franquorum

E

4 milis
4

scripsi, mittis E, mitis Wölfflin

omnem

E.
beliebter

—8

milis in

omne decus

(vgl. v.

22

mine dictus: Ein auch sonst
Versschlüß Angilb. Poet.
vin Poet.
I 1

im Epitaph Lothars perpetuus milis regnat in aula dei): Eggihard war früher ein
tüchtiger Soldat.

371

v.

200; Alcist

— patrio nomen de no-

200

v.

1396; vielleicht

diese

eigentümliche Ausdrucksweise eine Re-

Anhang.

Grabschrift für Eggihard.

177

5

Roseida purpureas lente lanugo genellas

Heu me, pulchra iuventus obit. Aggiardus patrio nomen de nomine dictus Hie erat et regis summus in aula fuit. Hunc rapuit ferro mors insatiabilis umbris,
Cingebat.
10

Sed lux perpetua vexit ad alta poli. Tempore quo Spaniae Carolus calcavit arenas, Mortuus est mundo, vivit ubique deo.

Hunc
15

deflet Italus, contrito pectore Francus,

Plorat Aquitania

Germaniaque simul.

Tu modo quocirca, Vincenti maxime martyr, Hunc propter summum posce, beate, deum. Hoc iacet in tumulo, tantum sed carne sepultus
Carpsit iter rutilum, vivit in aula dei.

At vos
20

christicolae, qui sacri limina templi

Lustratis,

genitum corde rogate

patris:

'Tu pietate deus probrosa', dicite cuncti,
'Aggiardi famuli crimina tolle
tui'.

Qui

obiit die

XVIII Kalendas Septembrias in pace
\

feliciter.

5 purporeas

E
\

6 pulcra

E E
\

\

obiit
£"
ll

E

\

7 aggiardus aus aggiadus corr. E,

am Rand von jüngerer Hand
aus poHt corr.

Aggiardus

8 regis scripsi, regi sumus

E

\

10 poli

E

11 tempori

in ispania

darunter ein Strich und
Spaniae

am Rand
13 contrito

von jüngerer Hand Quo Hispanus
aus contricto corr.
19
at]

(as?) Karlus E,

Dümmler
16 dö
E,

\

E

\

14 equitani*^

E
20

\

15 cocirco

E

\

E

\

18 carpsis

E

\

ad

E
II

\

christicole

E
£"

\

patris

corde

rogate

corr.

Dümmler

\

21 cumcti £"

22 aggiar di
III

||

23 die E.

miniszenz an Verg. Aen.

men de nomine fingo.

18

et regis

meo nosummus

pore quo Spaniae (ä), auch in Aquitania und Germania (v. 14) ist die Quantität
geändert.

in aula fuit: regis zu setzen veranlaßte

— Karl

feierte

am

19. April

778

mich auch v. 18 vivit in aula dei: Einst im Palast des Königs, jetzt im himmlischen. Eggihard war sehr angesehen am Hofe,
vgl. Einh. Vita Car.
c.

Ostern in Aquitanien, in der Pfalz Cassinogilus

und zog
I).

jedenfalls
I

noch im FrühHng
vgl.

nach Spanien (Abel

293,

Vorbem.

9 Eggihardus regiae
Einh. ann. 778: in

zu Anh.
15

mensae praepositus ;

— 22
— Zu

Vincenti

maxime martyr:

hoc certamine plerique aulicorum, quos rex copiis praefecerat. interfecti sunt. Er war Truchseß (dapifer) und hatte die
Aufsicht über Küche und Hofhaltung.

Eggihards Grab befand sich demnach in
einer

dem

heiligen Vincentius geweihten
v.

Kirche.

17 vgl. aus
III

dem

Epit.
1

des

Doktron

(Hist.

Lang.

cap. 19) v.

clau-

9

— 14

mors
nicht

insatiabilis umbris:

Der
Tote

ditur hoc tumulo,

Tod kann
gesättigt
V.

durch Schatten

=
I

werden;

vgl. Alcvin Poet.

13 M^ vos salvaret ab umbris.
Quellen

170

tantum sed corpore, Doctron; vgl. auch Bickel, Rhein. Mus. 63, 1908, p. 404 ff.

^umMA.

u.

Untersuch,

z.

lat.

Philologie des

III,

4.

12

III.

Auf das Grab des Dombercht.
Dieses zuerst von A. Wilmanns herausgegebene Gedicht (Rhein.

Mus. für Philol. N. F. XXIII 404) hat Dümmler (Poet. I 19) als Appendix zu den Gedichten des Bonifatius veröffentHcht. Von dem in der Grabschrift Gefeierten ist sonst nichts bekannt, dem Gedicht kann man aber entnehmen, daß er ein Angelsachse und Schüler des Bonifatius war und diesem nach Deutschland folgte. Er scheint auch (vgl. die Verse 11 und 17) wissenschaftliche Bildung besessen zu haben. Wenn es V. 19 heißt dominl servavit ovile und v. 29 praesul oves domini maltos per annos rexit, so darf man annehmen, daß er ein höheres
geistHches

Amt

bekleidete.

Die

stilistische

Untersuchung ergab

als

neues Resultat, daß das
ist,

Epitaph von einem Schüler des Petrus von Pisa verfaßt

dessen

Ausdrucksformen
Schlüsse
corrlgas.

in

ganz auffallender Weise verwendet werden.
beweist schon
ut
die
Bitte

Daß

wir es mit einer Schülerarbeit zu tun haben,

am
et

angefügte

Rogo

te,

domine pater,
in

emendes
1753

Auch

steht

das

Gedicht

Rom

Palat.

lat.

(R)

inmitten von Stücken grammatischen
(vgl.

und besonders metrischen
sehen,

Inhalts

Wilmanns
I

a. a.

O. und Reifferscheid, Bibliotheca patrum Latinorum

Italica

p. 307).

Zugleich kann

man

wie dieser Anfänger

in

der Dichtkunst bei der Abfassung dieses Epitaphs mit den typischen

Formen der karolingischen
Christianae
urbis

Zeit
1

arbeitet.

De

Rossi

(Inscriptiones

Romae

II,

p.

LIV)

sagt:

elogium

inscribendum

tumulo eias (Domberchti) compositum est ab anonymo studioso carminam veterum epigraphicomm, qaorum plura hemistichia in hoc
epitaphio agnoscuntur.

Anhang.

Auf das Grab des Dombercht.

179

Funereo textu scribuntur

facta priorum,

Ut discat vanas linquere quisque vias. Sed non est flendus, studuit qui vivere Christo
Et mundi toto temnere corde mala. Et
si

forte cupis

Discere, tu

nomen meritumque sepulti poteris magna viator amans.'
sub mole sacerdos,

Hac

iacet egregius nivea

Qui
10

meritis caeli vivit in arce suis,

Eloquio fulgens, sacro cognomine dictus

15

Dombercht, qui mundi clara lucerna fuit. Grammaticae studio, metrorum legibus aptus, Plurima percutiens funere corda suo Occidit et nobis fletus gemitusque reliquit, Quos hie culparum poena dolorque tenent. Hie rabiem mortis calcavit morte minantis
Pergens
luciflui laetus

ad

astra poli.

Lumen

erat patriae, sapientia

maxima

gentis,

Perfundens sancta turbida corda
Inlaesum vigilans domini servavit
20

fide,

ovile,

Pestiferi

extinguens toxica saeva lupi.

Pauperibus largo praebebat munera dono

Ostendens gregibus pabula pulchra
Pro Christo gladiis qui sua
Ohne
falce

dei.

Artibus et meritis fulgens Bonifatius almus,

membra

dedit,

Überschrift

f.

116v.

2 quisque aus quinque corr.

R

6

magna Wilmanns, magne

R

\

15 morte R,

Wilmanns.
1

—3
—8

Das Vorbild
in

für diese fast wört-

magna
wendet

hinzu,

so

sieht

man,

wie

der

lich

nachgebildeten Verse findet sich in

Schüler einen Vers seines
hat.

Lehrers ver-

einem Epitaph
5
et

Pavia Poet. 1102
forte
cupis:

v. 1

3.

si

Beliebte

13 und 17 enthalten

typische Aus-

Formel bei den Epitaphien.

tu poteris

drucksformen.

magna

vgl. dieselben
v. 26.

von Pisa XVII
arce;
V. 1 u.

Worte bei Petrus
caeli

20

— 21

toxica saeva lupi: Diese aus

vivit in

Martial epigr. 118,6

stammende Ausdrucks-

arce vgl. Petr. XXI

v.

8 caeli regnat in

weise findet sich auch bei Petr. XXXVIII
V. 30.

zu

v.

8 vgl. Epitaph des Doktron
III

— pauperibus largo praebebat muv.

2 (Hist. Lang.

cap. 19)

nam mefuit vgl.

nera dono: Petrus schreibt XXXVIII
Hier
die
ist

19

ritis toto vivit in

orbe suis.
lucerna

pauperibus largo dispensas plurima dono.
deutlich zu sehen, wie der Schüler

10
Petr.

mundi
V.

clara

XVII

26 fulgens in monte lucerna;
v.

ihm vorliegenden Worte umändert.
12*

nimmt man aus

6

noch

tu

poteris

180
25

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Hunc magno

studio docuit, nutrivit, amavit

Complens, quod sonuit vatis in ore pium. Francorum ad patriam tremulas venere per undas Anglorum pelagi germine de nitido. Praesul oves domini multos sine sorde per annos
30

Rexit et aeternae carpsit

iter patriae.

Hac venerandus humo voluit requiescere poscens, Ut nullus violet, quod tenet ipse solum.
Hie, populi, sanctum precibus pulsate iacentem,

35

Ut precibus solvat vincula vestra suis Et foveat semper, quos vivens semper amavit, Et quos hie docuit, clarus ad astra levet.

Rogo

te,

domine

pater, ut

emendes

et corrigas.

37 emendas R.

25 docuit, nutrivit, amavit wörtlich

tem.

ut solvat vincula vestra:

Ein

XXXVIII v. 6 entnommen. 34 ut nullus violet: Eine dem als Vorbild am Hof dienenden Epitaph des Constans entnommene (Poet. I 79 V. 21) typische Form (vgl. Vorbem. zu IX
Petr.

32

auch von Petrus verwendetes Bild vgl. XVII V. 28; XXXVIII v. 28. Die Art, wie
hier

der Schüler sich

der

Werke seines
Gedichtes

Lehrers zur Abfassung
bedient,

eines

S. 45).

— precibus pulsate iacentem
V. 11

haben wir schon bei Karl kennen

vgl.

gelernt (S. 136).

Petr.

XXI

precibus pulsare tonan-

IV.

Fiducia an Angilram.

'An Angilram schicke ich Grüße von meinem gegenwärtigen
Aufenthaltsort

am

Ufer eines Flusses,

wo Weiden,

Binsen und dichtes
sich

Gebüsch wachsen und Sümpfe, von Fröschen bewohnt,
(1

ausdehnen

6).

Ohne

Tätigkeit sitze

ich

in

dieser traurigen

Gegend, fern

von besserer Gesellschaft und allen Freuden des Lebens. Du aber bist berühmt als Dichter und steigst zu Macht und Ansehen empor. Nimm Dich mit Wort und Tat Deines armen Freundes an (7 14). Auch die berühmten Dichter Theodulf und Angilbert mögen beim König sich für mich verwenden (15 20).'

Von dem Verfasser dieses Gedichtes, Fiducia, wissen wir sonst nichts. Den Versen kann man entnehmen, daß ihn sein gegenwärtiger

Leben traurig stimmt. Er ist mit den literarischen Größen am Hofe Karls befreundet und hofft mit ihrer Hilfe zu erreichen, daß der König seiner wieder in Gnaden gedenkt.
Aufenthaltsort
sein

und

untätiges

Die Verse 21
haften

— 22

deuten an, daß ihm Karl wegen einer fehler-

schriftlichen

Arbeit eine

Rüge aussprach.
die

Demnach möchte
f.

man

an einen Klosterschüler oder, wie Traube sagt (Wochenschr.
1891,
S. 688),

klass. Philol.

an

Skription

eines

karolingischen
die
per-

Quartaners denken, und wir sehen dadurch bestätigt, daß Karl
wissenschaftliche Heranbildung
sönlich überwachte.

und Leistungen der jungen Leute

Das Gedicht entstand zwischen 784 oder 788 und 791

(vgl.

Anm.).

182

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Carmina ferte mea Anghelramo, dicite patri Verba salutifera, propriis quae misit ab arvis Nomine non meritis Fiducia. Cernite, praesul! Qui in ripis fluvii morat, at ubi multa salecta Nascitur et iuncus, pariter tegumenta corymbi, Qui ranulas gignit squalidas, carecta paludis. Sat lentus sedeo, qui carmina nulla camaenae,

Non sceptrum regis fero nee mantilia lini. Non manibus laticem mitto libamina sancta
10

Nee regum cerno

proles nee pocula Bacchi.

Sola mihi tales casus Cassandra canebat.

Tu Tu

pius,

alme

pater, clarescis in ordine

vatum,

florem meriti sequeris, vos ardua regna.

Versus Fiducie ad Angelramnum praesulem
1

D

p. 221.
||

vor Carmina f

D

\

2 que
||

D

(^

=
\

ae öfter)

3 cernite D,

cernue G.

Paris (Romania 1874 p. 430^ Dümmler 7 sedeo D, redeo
\

4

fluvii

Dümmler,
camen^

fluviis

D

H

6 padulis D, corr.

Dümmler

D

\

^ mitto nee D, ohne nee

scripsi

11

13 vos ardua D, ad ardua

Dümmler.
ist wohl durch das vorausgehende und die zwei nachfolgenden nee aus Versehen vom Schreiber eingesetzt

3

— 6 nomine non meritis: Eine auch
520
V. 1

stoßende nee

sonst gebrauchte Wendung vgl. Paul.VI v.3

Alcvin Poet. 1247 v.6, 260 v.2; Theodulf
Poet.
III
1

V. 26,

521

v.

66; Hincmar Poet.

420

nomine, non merito praesul.

worden.
spielt

nee regum cerno proles: Er

damit auf
als

kann wohl beibehalten werden und bedeutet soviel wie ecce: „Seht, da morat statt habt Ihr meine Grüße."
cernite

an, der

Leben Angilrams Berater des Königs und als
das

sein

oberster Kaplan mit Erlaubnis

des

moratur.

Papstes

Hadrian

I

sich

at ubi vgl. Bonnet, Gregor

salecta statt savon Tours p. 485. ranulas und licta als Fem. verwendet.

Hof

aufhielt (Abel
III

1

488).

— pocula Bacchi
und Angilbert

am

königlichen

ein Verg. Aen.

354 entnommener, auch
I

von Alkvin
(Poet.
I

(Poet.
V.

271

v. 24)

squalidas sind hier mit verkürztem
gebraucht.
7

'a'

379

531)
ist

verwendeter Verswörtlich Vergil (Aen.

schluß.

V. 11

— 11
er

lentus

sedeo
lenti

vgl. Verg.

Aen.

XII 237 qui
In

nunc
so

consedimus arvis.
er nach,
dasitzt.

den folgenden Versen weist
untätig

warum

non

sceptrum regis fero: Er hat keinen Dienst
bei Hof;

beachte die eigentümliche Verfero,
vgl.

wendung von
Poet.
I

auch Theodulf

entnommen. 12 14 Das zweimal den Vers beginnende tu veranschaulicht den Gegensatz zwischen seinem und Angilrams Leben und stellt einander gegenüber V. 7 carmina nulla fero und tu clarescis in ordine vatum (vgl. Vorbem. zu den
III

183)

39 fundere aquam palmis, mantilia ferre studemus. non manibus laticem: Er hat keine priesterlichen Funktionen und reicht mit seinen Händen 453
V.

Versen über die Metzer Bischöfe

S. 187).

tu

florem meriti sequeris, vos ardua

regna: Mit diesen Worten bringt Fiducia wiederum einen Gegensatz zu seinem
tatenlosen
schildert.

nicht

das

geweihte Wasser

als

heilige

Leben,

wie

er

es

v.

8

— 10

Spende.

Das gegen

das

Metrum

ver-

Angilram

war vom

Bischof

Anhang.

Fiducia an Angilram.

183

Me
15

vestrum foveas
Sit

dictis

factisque misellum.

Portio

tibi

cum

iusto

Simeone beato!

Teudulfus

rutilat

mire de arte luvenci
divini

Atque Angelpertus,

ambo

poetae,

Quos
20

Flaccus, Varro, Lucanus

Nasoque honorant.

At genua flectant regi perstringere plantas,
Sit

memor
tetigit

ipse mei, qui sancta fasce nitiscet.

Me
15 portio

Carulus dominus de cuspide pinnae:
fuit.

Errore confectus scriptio nostra
Sit

aus porsit corr. aus
flacco

D
corr.

\

tibi]

bi

dort

D

li

18 flaccus

D

\

20

sit

auf Rasur, cum stand vorher scripsi, ut D nitiscet D,
\

nitescit

Dümmler.
Eigentümlichkeit des Verfassers, vgl. auch

und Erzbischof (c. 788 (vgl. Abel I 38, Das Umspringen von tu ,487 ff., II 541). in vos hat nichts Auffälliges und kann durch das Bestreben den Hiatus zu vermeiden veranlaßt sein weitergeführt wird vos durch vestrum misellum. In v. 14 ist der Zweck des ganzen Gedichtes enthalten, nämlich die Bitte, Angilram möge sich bei Karl für ihn verwenden. 15 portio sit tibi cum Simeone vgl. Luc. 2, 25: Der Dichter will sagen: „Hilfst Du mir Armen, dann möge Dir einst wie Simeon als Lohn ein seliges Ende zuteil
Erzl^aplan
bis 791) emporgestiegen

zum

im nächsten Gedicht
In
V.

v. 1

cecini de fauce.

16

u.

17 Hiatus;

ambo

poetae. quos Flaccus: Er rühmt Theodulfs und Angilberts literarische Kenntnisse; vgl. aber P.v. Winterfeld,

beachte

auch

;

Rh. Mus. 60, 33.

sit

memor

ipse

mei: Das überHeferte ut hat kein Verbum,
deshalb wurde diese
Briefe

übliche

am Schluß poetischer Wendung eingesetzt.

sancta fasce: Die von Gott übertragene

Würde und Bürde.

nitiscet vgl. Paul.

XV

16,

3 pigriscit.

22 Er will sagen, daß er in
Karls zuzog,

dem

werden."
16

Gedicht, durch welches er sich den Tadel

— 20

Teudulfus rutilat: luvencus
der

die einfachsten Regeln der

gehört nach

eigenen Aussage des
Alcvin

Prosodie und Grammatik verfehlte.
so darf
er

So

Theodulf zu den Dichtern, die er gerne
las
I

ungeschickt sich der Verfasser auch zeigte,

(vgl.
V.

Poet.

I

204

1550). — de arte

543

v. 14;

Poet.

man doch wohl annehmen, daß
fehlerhaften

vgl. v. 21 tetigit

diesen

Pentameter

nur

de
statt

cuspide.

Die Verwendung
ist

von de

scherzweise anfügte.

des

Ablativs

eine

stilistische

II.

'Psalmen sang ich Tag und Nacht und betete für Euch zu Gott. Kommt und verscheucht mir meine Traurigkeit (1 10)!'

Dieses Gedicht schreibe ich auch

dem Fiducia

zu.

Es

folgt in

der Berliner Handschrift (D) unmittelbar auf das Gedicht des Fiducia

184

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

an Angilram.

Es

schließt eine

Sammlung von Gedichten

ab, die mit

und auch unter einander in Beziehung stehen. So ist auch im Gedicht XXXIX Carmina mltto Petro, das diese Sammlung eröffnet, auf Angilram Bezug genommen und das Gedicht hat Angilbert zum Verfasser, der im vorausgehenden Gedicht (IVi v. 17) genannt ist und Fiducia näher stand. In unserem finden sich Eigentümlichkeiten der Darstellung, die
Karls

dem Hofe

wir

auch

in

IVi

bemerkten, wie Hiatus, prosodische Verstöße, un-

gewöhnliche Konstruktionen, unbeholfene Ausdrucksweise.
daß diese beiden Gedichte nicht nur den gleichen Verfasser haben, sondern auch in einem inneren
Inhalt spricht dafür,

Auch der

Zusammenhang

stehen:

Fiducia

beklagt

sich
v.

im

vorausgehenden

Gedicht über sein ödes, tatenloses Dasein (IVi

7 sat lentus sedeö).

Darauf erwidert ihm Angilram
Fiducia

möge dann um

einem nicht bekannten Schreiben, so fleißiger im Gebet sein. Die Antwort
in

darauf liegt in unserem Gedicht vor: „Glaub' mir doch, mehr, als ich
tue,

Ganze Bücher von Psalmen sang ich. Kein Schlaf kam über meine Augen. Meine Stimmung blieb aber die gleiche (vgl. IVi v. 14 me vestram foveas dictis factisque misellam). Kommst Du, dann schwindet meine Trauer (IVii v. 10 trlstia corda).''
tun.

kann kein Mensch

Credere

si

vellis,

cecini de fauce libellos

Psalmorum, numeros inpar noviesque decenos, Quorum virtus erat, nocturna fauce canebam. Noctibus ac diebus pro te pulsare tonantem
Carmine Davitico, afuerunt mea lumina somno Flectere colla deo, palmas utrasque levare,

Ut huius pia
Alius versus
1

gratia vos

non

deserat

umquam.
fauce aus fasce corr.

D

p. 222.

vor credere f

D

\

vellis

D, velles Dümmler

\

D

\

5 afuerunt scripsi, fuerun nach n Überreste eines Budistabens D, fuerunt Dümmler,
careant Traube.

2

—7

inpar vgl. Calp.

II

voce sonans.
will

3 nee impar

bus ac diebus nach dem vorausgehenden
nocturna, die Quantität von diebus und
afuerunt, die Infinitive pulsare, flectere,

noviesque decenos: Er
ich betete

sagen

:

„Ich sollte eigentlich nur sieben

Horengebete sprechen,

aber

levare wie im vorausgehenden Gedicht
V.

neunmal und zwar jedesmal zehn Psalmen " vgl. Ps. 118, 164 Septies in die laudem dixi. quorum virtus erat: Psalmen mit wirkungsvollem Inhalt. cecini de

19

statt

eines Finalsatzes („Ich schlief

nicht,

um

beten zu können"),

all

das be-

daß auch hier eine Schülerarbeit pro te pulsare tonantem vgl. vorliegt.
weist,

fauce, bald darauf

canebam

fauce, nocti-

XXI

V. 11; Poet.

189

v. 3.

Anhang.

Fiducia an Angilram.

185

Vos regat omnipotens, solus qui imperat orbem;
Prosperitas, laus, sinceritas
10

tibi,

sancte, perenne.

Adventus vester depellat
perennem D.

tristia

corda.

9 perenne

scripsi,

8

— 10

qui imperat orbem: Beachte
die

in Sit Caritas {cäritas Alcvin Poet.
V. 5;

I

240

von imperare. Dieser Vers erscheint als Nachbildung von XXXIX V. 7 te regat omnipotens. cunctum qui continet orbem. Man möchte sinceritas {= Gesundheit)
Konstrul<tion

den Hiatus und

242

v. 19)

aus

prosodischen

und

stilistischen

die

Anm. zu

Gründen ändern, vgl. aber perenne v. 2 7. in

— —
I

=

perpetuum

vgl.

Anh.

v. 4.

V.

Verse über die Metzer Bischöfe.
9428 (N) aus dem Anfang des IX. Jahrhunderts überliefert, einem Sakramentarium der Metzer Nach dieser Handschrift gab es zuerst Meurisse heraus Kirche. {Histoire des evesqaes de l'egUse de Metz p. 685 686). Es enthält eine Aufzählung der Metzer Bischöfe mit Klemens beginnend bis Angilram, wobei mit wenigen, meist auf die Herkunft des Namens bezüglichen Worten ein Urteil über ihre Tätigkeit ausgesprochen wird. Paulus Diaconus hatte (vgl. Hist. Lang. VI 16) auf Bitten des Bischofs von Metz Angilram (vgl. Anm. zu Anh. IVi v. 13) die GeDer Verschichte der Bischöfe dieser Stadt in Prosa geschrieben.
Dieses Gedicht
ist in

dem

Parisinus

lat.

fasser dieser Verse ist er aber nicht.

Außer Mabillon haben sich Bethmann (Archiv X 294), Dahn (S. 51) und Dümmler (Neues Archiv IV 111 und Poet. I 60) für die Autorschaft des Paulus entschieden, während Ebert (Allgem. Gesch. der Lit. des Mittelalters im Abendlande II 56, Anm.) und HolderEgger (SS. XIII 1881 303—305) diese Verse ihm absprechen. Bethmann und Dahn führen als Beweis für ihre Anschauung an, daß das Gedicht mit einer an Angilram gerichteten Beglück-

wünschung

schließe.

In

Wirklichkeit

ist

dies

gar

nicht

der Fall,

sondern der Verfasser fügt schließlich nur
nicht aber für ihn selbst einen

für seine

Untergebenen,
oft

Wunsch

an.

Dies erscheint auffallend, nur mit

wenn man

sieht,

wie allen früheren Bischöfen, wenn auch

einem Wort, wegen ihrer Tätigkeit ein Lob ausgesprochen wird. Nimmt man an, daß Paulus nach Abfassung des Prosawerkes auch
dieses Gedicht verfasste,

so

hätte er es sicherlich in ein

Lob

dieses

Anhang,

Verse über die Metzer Bischöfe.

187

allgemein

am Hofe
einen

hochgeschätzten Mannes ausklingen lassen oder
angefügt, der
sich

wenigstens
keit

Wunsch

auf

die

Persönlich-

des Angilram und nicht bloß, wie
hätte.

hier,

auf seine Untergebenen

bezogen
der

Deshalb kam ich auf den Gedanken, daß Angilram,
sehr nahe stand,
selbst der Ver-

dem
sei.

literarischen Kreise Karls
In

fasser

seinen
trahit

Mund

passen

eher

die

auxilio fuLtus

ad pia pascua

vltae

Worte v. 57 herili oves und der sich

anschließende

Segenswunsch für dessen Umgebung, ebenso wie die Verse 58 60, wo von dem Untergang des langobardischen Außerdem spricht besonders der Stil der Reiches die Rede ist. Holder-Egger einleitenden Verse gegen die Autorschaft des Paulus.

(a.

a.

O.)

liest

aus ihnen heraus,

daß der Verfasser sich nicht bloß

in

Metz
die

aufhielt,

sondern

ein

Metzer

Dichter

war,

und

glaubt

Worte haec urbs und has ad oras zu dieser Behauptung berechtigt zu sein. Die Vermutung, daß Angilram selbst der Verfasser sei, gewinnt dadurch noch an Wahrscheinlichkeit, daß er dichterisch tätig war. Dies beweist Anhang IVi v. 12 Tii pias, atme pater, clarescis in ordine vatum. Die stilistischen Beziehungen zwischen den Versen über die Metzer Bischöfe und dem Prosawerk (MG. Gest. epp. Mett. SS. II 260—270) lassen sich dadurch erklären, daß Angilram dieses als Grundlage für seine poetische Aufzählung der Metzer Bischöfe verwandte. Dabei bediente er sich (vgl. Anm.) der Ausdrucksformen, die bei Behandlung derartiger Stoffe im karolingischen Kreis üblich waren. Diesem gehörte ja Angilram an; denn er war mit Petrus von Pisa befreundet, vielleicht einer seiner Schüler (vgl. XXXIX V. 11). Er scheint auch Paulus nahe gestanden zu sein, da er von ihm die Geschichte seines Klosters geschrieben haben wollte, und hat sicherlich auch, wie manche Anklänge zeigen, die meisten seiner Gedichte, nicht bloß die in Metz befindlichen Grabschriften, genau gekannt (vgl. Anm.). Die Entstehungszeit fällt wahrscheinlich ins Jahr 784. In diesem Jahre starb der Erzkaplan Fuldrad und Angilram wurde sein Nachfolger (Abel II 541). Es liegt der Gedanke sehr nahe, daß er diese poetische Aufzählung seiner Vorgänger gleichsam als Abschluß seiner Tätigkeit als Bischof in Metz verfaßte, nachdem er vorher Paulus zur Abfassung einer Geschichte der Metzer Bischöfe veranlaßt hatte.
durch

188

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Qui Sacra vivaci studio domicilia lustras, Noscendi tua tangit amor si pectora, quorum Haec fuerit procerum Christo adquisita labore Urbs praeclara viris, seu quis has primus ad oras Advexit lumen sublato errore vetusto
Almifluae sollers de vero Oriente
fidei:

Perlege subiectum, breviterque docebere, Carmen.

Cum
10

Petrus aeterni dux
orbis erat, ad

summus Romula

regis,

Quae Caput

moenia finibus omni

Schemate virtutum plenus venisset eois, Claros quosque viros, summas caelestibus armis Qui caperent arces, ad vitae gaudia mittit.

E quorum numero Clemens
Qui Romae Petro
15

vocitatus, ut

ille

successerat, intulit urbi

Huic,

quam

olim Mettis veteres dixere coloni,

Aegregius praesul divina voce salutem Primusque hie domini digne fundavit ovile

Aurea transmittens populis exempla
Isti

futuris.

successit, merito cui vita

20

Caelestis tribuit, caelesti

vocamen dogmate pollens.

Tertius ecclesiam Felix feliciter auxit.

Quartus adest Patiens, bene quem patientia compsit.
Incipiunt versus de episcopis Mettensis civitatis

quomodo
N.

sibi

ex ordine suc-

cesserunt

A''

/. 126.
A''
I|

4 preclara (öfter e für aej
1

19

isti

scripsi, iusti

—2

Diese Verse haben Ähnlichkeit

17
vgl.

— 19
qui

domini digne fundavit ovile
Epitaph
servavit

mit der Einleitung

zum Metzer

Epitaph

in

dem Metzer
post
Gest.
.

XXV
ovile.

v.

Paul. XXV V. 1—4. 4 quis has primus ad oras vgl. Verg. Aen. 1 1 qui primus ab oris. 7 9 docebere: Diese Formen finden

domini
Caelestis


. .

5

isti successit,

merito cui vita vocamen
epp. Mett.
p.

vgl.

262

Successit

huic

.

coelestem

vitam

sich bei Paulus

moenia
aeterni

vgl.

ebensowenig als Romula Anm. zu IVi v. 1. Petrus

ducens.

20

— 22 caelesti dogmate pollens vgl.

dux

vgl. Gest. epp. Mett. p. 261
.

Petrus quasi dux fortissimus ad eam, quae totius mundi caput erat, hoc
.

.

im Metzer Epitaph XXVII v. 3 gemino diademate pollens; Poet. II 682 v. 21 dogmate pollens. ecclesiam Felix feliciter

est

V.

urbem Romuleam. 12 ad vitae gaudia mittit vgl. Petr. Pisa XXXVIII V. 21 mittis ad gaudia
15 veteres dixere coloni vgl. Verg.

auxit
p.

53 und Gest. epp. Mett. 267 Felix gregi feliciter dominico pavgl.
V.
etc.

stores

und

regni.

siam Felix.
vgl. IVi V. 15

p.

262

suscepit

eccle-

quem quem sie

patientia compsit
sapientia compsit.

Ecl. IX 4 veteres

migrate coloni.

Anhang.

Verse über die Metzer Bischöfe.

189

25

nomen. Hunc sequitur sextus simili cognomine praesul. Septimus Hebraeo est Simeon de sanguine cretus. Sambatus octavus bene mystica sabbata servat.Hinc
fulsit Victor,

cui dat victoria

Post hos, Ruffe, venis flammis rubicundus amoris.

30

Adelphus decimus fratrum dilector opimus. Hinc Firminus erat, cui firmum robore pectus. Hos tu subsequeris duodecimus, alme Legonti.
Floruit hinc Auetor donis caelestibus auctus.

Epletus hanc decimus tenuit quartusque cathedram.

decimus quintusque Urbicius urbe. Post Bonulus bonitatis opus de more peregit.
Claruit hac
35

Trivisti assidue

post Hmina sancta, Terenti.

Octavus decimus iam Gunsolinus habetur.
Inde capis, Romane, decus venerabiHs aulae.

Post Fronimus sanctum sapienter

rexit ovile.

Grammatus
40

instruxit large

de grammate plebem.
in aede.
altis.

Emicat ecclesiae Danaus Agatimber
Post hos Sperus
erat,

quem

spes fulcibat ab
villas.

ViHcus internas servat moderamine
Et genus
45

Vicenus quintusque Petrus dat famina
et

plebi.

fulgens Agiulfum vita decorat.
stirpe

Hinc

fuit

Arnoaldus manans a

Sycambra.

Christicolum servanda capis post, Papule, saepta.

Splenduit Arnulfus dehinc ampla luce beatus.

Inde Goericus praeest, vocitatus

et

Abbo.

Post

Godo

terdenus servat pia culmina primus.
46 Christiculum A^
47 dehinc aus dehic corr. N.

36 Gunsolonis A^

11

11

25

de sanguine

cretus

vgl.

v.

50

sacri tere limina templi.

und im Metzer Epitaph XXIV v. 5. 28 29 Adelphus fratrum dilector: Hier, in v. 38 Fronimus sapienter rexit und V. 44 fulgens Agiulfum zeigt der

40
behält,

— 41

Danaus Agatimber vgl.
Metrum

epp. Mett. p.264.

— fulcibat: Auch Vergil
veranlaßt,
die

Gest.

durchs
in

ge-

legentlich

Verfasser griechische Kenntnisse.

seiner Aneide

älteren

fir-

Formen
ab
altis.

nutribat, lenibat, vestibat bei.
vgl.

mum
XXVI

robore pectus
V.

vgl.

Metzer Epitaph
.
. .

altis

XXXII

v.

3 miseratus ab

31

firmum robore semper
opus peregit
vgl.

pectus.

34

— 35

am.

II

480 dulce peregit opus.


I

Ov. Ars
trivisti

limina sancta vgl. Alcvin Poet.

326

v.

7

43 dat famina plebi vgl. XXXV v. 16 famina sancta dabat. 48 vocitatus et Abbo vgl. Gest. epp. Mett. p. 267 qui et Abbo vocitatus est.

190
50

^'^^^

Ncff,

Gedichte des Paulus Diaconus.

Subsequitur sancto Chlodulfus germine cretus.
Alter adest rursus praesul venerabilis

Abbo.

Aptis Aptatus clerum moderatur habenis.

Ostendit Felix populis

felicia

regna.

Eximius
55

claret factis Sigibaldus opimis.

Nobilis in cunctis papa Chrodegangus habetur,

lam nunc tricenus pastorque octavus

herili

Auxilio fultus trahit ad pia pascua vitae

60

Angelramnus oves: quo tempore maximus armis Rex Carolus sensu formaque animoque decorus Italiae accepit Christi de munere sceptrum. Quos simul excelsi, Stephano poscente beato, Protegat atque regat felices dextra per aevum.

54 opimis aus opimus corr.

N

\

62 Es folgt die Aufzählung der Bisdiöfe

mit Angabe ihrer Todestage: Subter adnexi kalendarum dies pandunt, qualiter Clemens VIII kal. decemb. praescripti pontifices Ciiristi migraverunt ad Christum.
bis

Drogo archiepiscopus VI von einer späteren Hand:

id.

decembris

(litteris

aureis).

Nadi diesem folgen

Adventius decessit

prid. Kai.

Septembr.

Wala decessit

III

Id. April.

Ruotpertus ordinatus est episcopus

X

Kai. Mai.

50 sancto germine cretus
epp. Mett. p. 267 Chlodulfus
.

vgl. Gest.
. .

Inscript. urb.

Rom.
II

II 1

242.

beati

armis Verg. Aen.

339. — formaque ani-

maximus

patris Arnulfi genitalis

filius.

moque decorus
nobilitatis

vgl.

IX

v.

55 nobilis vgl. Gest. epp. Mett. p. 267

animoque potentem.
nere sceptrum:

formaque Christi de mu10

Francorum ex genere primae
progenitus.

Zum

Inhalt vgl. Gest. epp.

Mett. p. 265, Paul. XXII v. 33.
:

— protegat

58

— 62 Angelramnus

\n alten
vgl.

Hand-

atque regat

vgl.

XXXIII

v.

22

Schriften steht

Angilrannus

De Rossi

VI.

Fabeln.
I.

Die Fabel

vom kranken Löwen.
alle

*Dem kranken Löwen machen
nur der Fuchs nicht.

Tiere ihren Krankenbesuch,

Deshalb

tritt

der Bär als Ankläger gegen

ihn

auf und veranlaßt den

Löwen

unter

dem

Beifall

seiner

Umgebung

den Frechen zum Tode zu verurteilen (1 34). Der Fuchs erfährt dies und ersinnt eine List um sich zu retten. Er erscheint eines Tages mit einem Bündel zerrissener Schuhe auf der Schulter im Lager des Königs, der über seinen komischen Aufzug lachen muß, erzählt, er habe die ganze Welt auf der Suche nach einem hervorragenden Arzt durchwandert, und verkündet schließlich, aber erst nachdem ihm der König zugeredet hatte, mit erheuchelter Zurückhaltung, daß nur die abgezogene Haut des Bären dem kranken Herrscher Heilung bringe (35 58). Dies geschieht, der König wird gesund und der Fuchs verspottet den seines Felles beraubten Bären (59 66).' In den beiden Schlußversen fordert der Dichter auf nachzudenken, was diese Fabel bedeute.

Diese

Fabel

und

die

dazu

gehörigen

Das Kalb und der
Müllenhoff
(Zeit-

Storch,
schrift

Das Podagra und der Floh
deutsches

hielten

und Dümmler für Werke des Paulus Diaconus. Für diese Anschauung scheint allerdings die Oberlieferung zu sprechen; denn sie stehen in der St. Galler Handschrift 899 inmitten von Gedichten, die Paulus zum Verfasser haben oder sich auf den karolingischen Hof beziehen. Dann berühren
für

Altertum XVIII 3)

192

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

den Rätselgedichten, mit denen zusammen sie überliefert sind, und gehörten sicherlich auch zu den Stoffen, mit denen sich der literarische Kreis am Hofe Karls unterhielt. Die stilistische Untersuchung ergab jedoch, daß Paulus unmöglich
sie sich inhaltlich mit

der Verfasser

ist.

Zuerst wurde darauf geachtet,

ob

sich

in

diesen
als

Gedichten nicht Stellen finden, die wir
charakteristische

in paulinischen

Gedichten

Wendungen kennen

gelernt haben.

Dies führte

zu

einem negativen Ergebnis; auch der von Dümmler im Anschluß an Vers 67 servulus ecce tuus gemachte Hinweis auf die ähnliche Ausdrucksweise
in

der

Dedikation
ist

des

Festus,

wo

sich

Paulus

auch

Karls ultimus servulus nennt,

bedeutungslos; denn diese Bezeichz.

nung
363

findet sich

auch bei anderen Dichtern,
vgl. Poet.
I

B. wörtlich bei Angilb.

I

V. 1,

außerdem

94

v. 10,

95

v. 16,

97

v. 61.

auch dieses Fehlen von Parallelstellen noch zu keinem absprechenden Urteil berechtigt, da wir es mit einem eigenartigen
Stoff zu tun

Wenn

haben, der sich auch von

dem

bisher

von Paulus be-

handelten bedeutend unterscheidet, so werden wir aber dadurch dazu

gezwungen, daß besonders die I. Fabel Ausdrucksformen enthält, die Paulus in seinen Gedichten vermieden hat (vgl. Anm.). Paul von Winterfeld spricht besonders deshalb die I. Fabel dem Paulus ab, weil er „den gelehrten Pedanten" nicht für fähig
hält

solch

ein

„Meisterstück
in

reifster

Kunst"

zu

schaffen.

den bekannten Fehler verfallen will, Personen, mit deren Werken man sich eingehend beschäftigt, unwillkürlich etwas zu hoch emporhebt, so erscheint mir doch diese Kritik nicht entsprechend und dieser Grund als Gegenbeweis nicht
ich

auch

nicht

Wenn daß man

überzeugend,
Dichters

da

die

Eigenart

eines
läßt,

Stoffes
die

oft

Qualitäten

eines

zum Vorschein kommen
wir in der Fabel

man

vorher nicht in

dem

Maße

kannte.

Daß

vom kranken Löwen
ist

ein

sehr wirkungs-

volles Gedicht vor uns haben,

kein Zweifel.

Seine Lektüre wirkt

rätselhaften nach den Gedichten geistlichen, grammatikalischen und Inhalts wie eine Erfrischung. Der Verfasser gibt mit wenigen Strichen

eine

scharfe

Charakteristik

seiner

Hauptfiguren

und

führt

uns mit

geradezu dramatischer
die

und herzerquickendem Humor beiden Szenen der Tragikomödie vor Augen.
Lebendigkeit
Dieser Künstler, der diese drei Fabeln verfaßte,
ist

nach Winter-

felds

Anschauung Notker der Stammler, der in der I. seinem Schüler Salomo die Lehre geben will: Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein (Neues Archiv XXIX 468—471). Da er für diese

Anhang.

Fabeln.

193

Behauptung aber keinen andern Beweis hat, als, wie er selbst sagt, nur die ganze Art und Anlage des Gedichtes und die St. Galler Überlieferung, die ihn auf St. Gallen als Ursprung des Gedichtes hinwies, so ist damit die Autorfrage noch nicht gelöst, zumal da mir die Schlußworte nicht in den Mund eines Lehrers, sondern eher eines Untergebenen passen.
Fassen wir das Ergebnis der
stilistischen

Untersuchung zusammen,

so haben wir in diesen Fabeln Gedichte,

die sicherlich nicht Paulus

und gar nicht am Hofe Karls entstanden, sondern dorthin gebracht wurden, weil der König an dieser lehrhaften Dichtungsgattung, die den Rätselgedichten inhaltlich nahe steht, sich erfreute.

zum

Verfasser haben

Vielleicht
lieferte

sollten

diese,

wie das in der gleichen Handschrift über-

Epitaph des Konstans für die Abfassung von Epitaphien ein
für die

Muster war,
In

Fabeldichtung

zum

Vorbild dienen.

den Anmerkungen besprach

ich alle stilistischen Eigentümlich-

keiten oder wies wenigstens auf alles Außergewöhnliche hin

um

da-

durch die Lösung der Autorfrage anzubahnen.

Aegrum fama

fuit

quondam

iacuisse

leonem

Paeneque supremos iam tenuisse dies. Iste feras dum rumor adit maestissimus omnes,

Regem namque suum

intoleranda pati,

Concurrunt flentes cunctae medicosque vocantes,

Ne

careant tanto principis auxilio.
uri,

Hie aderant bubali, magni quoque corporis Asper adest taurus, affuerantque boves,

G

(v.

1—40: Rom Reg.
(e

lat.

421

/.

28— 28v,

v.

41—68

St. Gallen

899 p.

9;

Fabula de leone von jüngerer Hand.
2 peneque
öfter statt ae)

G

1|

6 ne Dümmler, ni G.

6 regem namque: Die Verwendung des nam und namque, wie hier, V. 18 und 47, findet sich in keinem der

4

der
die

Tempora

ist

eine

Eigentümlichkeit,
in dieser

den Dichtern am Hofe Karls
ist,

Gedichte des Paulus.
principis

— ne careant tanto
erwartet
tanti,
v. 5.

Ausdehnung fremd
affuerant;
u.

vgl.

aderant adest
v.

v.

15 veniunt conflaxere; v. 19
statt Inf. Perf.
;

auxilio:

Man

20 emittere iterare
28 hätte

25

allein der Verfasser zeigt eine auffallende

u.

26 fuit und potuit, darnach aber velit;

Vorliebe für leoninische Verse, vgl.
10. 18. 20. 22.

V.

man
'u

adire erwartet

;

v.

39

u.

40

24

etc.

risit

expectatque.

bubali

ist

hier mit

7

—8

Die willkürliche Verwenduna
u.

verkürztem
III, 4.

gebraucht.

Quellen

Untersuch,

z. lat.

Philologie des

MA.

13

194
Discolor
10

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

et

pardus necnon pariter platocervus,
iter.

Hie sonipes pariter hoc comitatus

His nee defuerant monstrantes cornua cervi
Capreolique simul caprigenumque pecus.

Dentibus hie aper

est fulgentibus, asper et ursus
seetis,

Unguibus haud
15

hie lepus atque lupus.

Hue

veniunt linees, hue eonfluxere bidentes
eatuli.
istis

lungunturque canes atque simul
Vulpis sola tarnen turmis non affuit

Nee dignata suum visere nam dominum. Has tune ante aUos voees emittere fertur
20

Ursus

et

has iterum

sie iterare

minas:

*0 rex magne, potens, prineeps inviete ferarum,
Auribus haee plaeidis suseipe verba
tuis,

Audiat atque eohors tota haee, quae subdita magno,

O
25

rex iuste, tuo noseitur imperio.
dira fuit vulpi
ira

Quae tam

dementia quaeve

Tantillam potuit

subisse feram,

30

Ut regem, quem euneta sibi pieps subdita visit, Hüne haee sola quidem non adiisse velit? Magna est ista quidem vulpis protervia mentis Atque deeet magnis subdier illa maHs'.
21 ferrarum G.

17 vulpis aus vulpes corr.

1|

9

— 10

Auffallend

ist

pariter in den
;

20 has iterum
soll

sie

iterare

minas:

beiden auf einanderfolgenden Versen
riter —
leicht hat er es des
iter)

viel-

Diese Häufung gleichbedeutender Wörter

Reimes halber (pawie überhaupt

wiederholt,

eine Vorliebe für die Zusammenstellung

ähnlich
ist,

lautender

Wörter unverkennbar
.
.

vgl. V. 12 capreolique
.

caprigenum25

wohl andeuten, mit welcher Eindringlichkeit der Ankläger spricht; denn has iterare minas würde das gleiche zum Ausdruck bringen; minas ist hier in der Bedeutung „Anklagen" gebraucht.
27

que, V. 13 aper

.

.

asper, v. 14 lepus at-

— 28

Hier

hätte

er

mit

weniger

que lupus:
u.

V.
.

20 iterum
.

26 dira

.

ira.

sie iterare: v.

hoc comitatus

iter

Verg. Aen. VI 112.
12 caprigenumque pecus vgl. Verg.

Worten dasselbe sagen können, sibi hunc haee und quidem sind überflüssig. 29 protervia mentis: Seltene Ausdrucksweise
statt

protervitas.
illa:

Aen.

III

221.
. .

30 decet subdier

Eine solche
nicht,

16 lungunturque canes eatuli: Die sonst feindlichen Hunde und Katzen

Ausdrucksweise verwendet Paulus

kommen

hier mit einander, in der Trauer

auch nicht Formen wie subdier, die bei Alkvin (1 181 v. 532) und Theodulf (1449
V.213; 521 v.47; 524
v. 28) sich finden.

um

ihren kranken

König vergessen

sie

ihre persönlichen Feindschaften.

Anhang.

Fabeln.

195

Haec dum

dicta refert ursus,

rex

omnibus

inquit:

*Iam moritura cito dilacerata cadat'!

Tunc pieps
35

tota simul

voces ad sidera

tollit:

'lustum iudicium principis atque bonum!'

Hoc

vulpi innotuit seseque in plurima vertit

Atque diu notos praeparat ipsa dolos: Indumenta pedum multa et conscissa requirit Inponensque humeris regia castra petit.

Quam
40

rex

dum

vidit,

placato pectore

risit

Expectatque diu, quid malefida

velit.

Cumque

ante ora

ducum
feres,

constaret, rex prior inquit:

'Quid moritura

quae lanianda venis'?

lUa diu trepidans timidoque in pectore versans

Haec subiecta
45

refert praecogitata cito:

'Rex

pie, rex

Clemens, rex invictissime noster,
tibi

Accipe nunc animo, quae
Haec,

dicta fero.

dum namque
scidi

vias terrarum lustro per

omnes,

Indumenta
50

ob Studium medici,

Qui posset regis magno succurrere morbo Atque tuis magnam demere maestitiam. Tandem praecipuum medicum vix inveniebam, Sed tibi, rex, vereor dicere, quae docuit'.

35 seseque G, se quae

Dümmler

\

43 trepidans aus trepidas corr. G.

31

— 37 dum refert: Paulus verwendet
dum

mehr zu überdenken, da
vor
seiner

sein Plan schon

zwar auch

=

cum

mit Indik. oder

Abreise

zum
35

Hoflager

des

Koni., aber nicht mit Praes.,

wo

eigentHch

Königs feststand
cogitata:

(vgl. v.

cum

mit Koni. Plqu. erwartet wird, wie an

o

ist

hier kurz

— praegebraucht. —
36).
sie

denn der König begann doch erst seine Rede, nachdem der Bär geendet hatte. voces ad sidera tollit
unserer Stelle;

rex pie: Diese Anrede
dreifache

(vgl.

mit der

des Bären) soll ihn besonders durch das

vgl. Verg. Ecl.

V 62

;

Aen.

II

222, XI 878.

rex
als

und

durch

invictissime

ipsa

=
41

„er" vermeidet Paulus.
vgl.

(vgl. V. 21)

den Demütigen erschei-

indu-

nen lassen

(subiecta).

accipe nunc

menta conscissa

Josua

9, 5. 13.

animo

vgl. Verg.

Aen.

III

250 accipite ergo

— 46

in pectore versans:

Dieser

animis.

Vergil
;

entnommene Versschluß (Georg.

IV 83 Aen. IV 563), wohl auch des Reimes halber (trepidans— versans) gesetzt, paßt
nicht hieher;

47 48 haec indumenta weg.

steht auffallend weit

von

ob Studium medici:

„um einen

Arzt ausfindig zu machen."

denn

er braucht jetzt nichts

13*

196

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Rex quoque
55

ait:

'Si

vera refers, dulcissima vulpis,
medicus'.
dixit:

Die mihi quid

citius dixerit hie

Vulpis ad haec ursi

non immemor improba
tergo,

'Cautius haec famulae suscipe verba tuae.

Ursino

si

te

possum circumdare

Non
60

mora, languor abit sanaque

vita redif.

Continuo iussu domini distenditur ursus

A

sociis propriis detrahiturque cutis.

Qua dum

gestirent

obducere pelle leonem,
ille

Aufugit penitus languidus

dolor.

At cum post ursum vulpis
65

sie

corpore

nudum

Viderat, haec laetis dicta refert animis:

'Quis dedit, urse pater, capite hanc gestare tyaram

Et manicas vestris quis dedit has manibus'?
Servulus ecce tuus depromit hos
tibi

versus.

Fabula quid possit
68 possit quid fabula G,

ista,

require Valens.

com

ed.

53

— 54

dritten Fabel

quoque ist hier und in der v.7 — tum gebraucht, was
hat.

Paulus nicht

citius

muß

zu die

bezogen werden. Der Fuchs soll ohne Zögern ihm das Mittel angeben. 56 Mit diesen Worten ist der Schlaukopf sehr gut charakterisiert.

tyaram: Der Fuchs fragt den Bären, der nur noch am Kopf und an den Tatzen etwas Fell hat, im spöttischen Tone, wer ihm diese Bischofsmütze und die Handschuhe vergewöhnliche Ausdrucksweise.
liehen habe.

In

dem

doppelten quis

dedit liegt nicht bloß Hohn, sondern der

58 non mora Verg. Georg. IV 548; Aen.
III

207,

V

140.

Fuchs sagt damit auch triumphierend, daß er nun Sieger geblieben ist und an seinem

63

— 65 at cum post viderat: Ganz un-

Gegner

blutige

Rache genommen

hat.

II.

Das Kalb und der Storch.
Traurig sucht das Kalb
seine Mutter.

Da begegnet ihm
Traurigkeit.

der

Storch

und

fragt

es

nach

dem Grund

seiner

Als es

Tagen keine Milch mehr bekommen, da sagte der Storch: „Wie kann man denn so dumm sein und sich um
erwiderte, es

habe

seit drei

so etwas sorgen!

Bei mir sind es schon, drei Jahre,

daß ich keine

bekam."

Voll Ärger rief

ihm das Kalb zu: „An deinen Beinen merkt
hast."

man

freilich,

womit du dich genährt

Anhang.

Fabeln.

197

Diese Fabel berührt sich

dem

Inhalt

nach mit der vorausgehenden.

Wir sehen auch hier, wie der zuerst Angegriffene und Verspottete durch Witz und Verstand erreicht, daß sein Angreifer den kürzeren Der Verfasser hat in der Form der Darstellung ganz ziehen muß.
den Fabelton getroffen, wie wir ihn bei Phaedrus finden.
Quaerebat maerens matrem per prata
Dicit: *Io frater, cur tristis pectore

vitellus.

Cruribus huic longis obvia venit avis,

mugis,

Vel cur turbatus florida rura teris'?

Cui

sie respondit:

*Soror,
tetigi

est

iam

tertia

nunc

lux,

Quod
Verba

lac

non
non

et

famulentus
talia,

eo'.

refert ales:

'Ne eures

Nam
10

quia

suxi, tertius

demens; annus abit'.

Ad quam
'Quo

indignatus fertur dixisse vitellus:
pasta cibo, en tua crura docent'.
ciconia (de fehlt, ciconia aus coconia corr.)
frater

sis

Fabulae vitulo
3 5
quia)
ich bei
dicit lo

et

G

p. 6.

Müllenhoff, dicito
lux,

am Rand B G

||

5 cui aus qui corr. G.

tertia
statt

nunc

quod: quod

(v.

8

9 indignatus: Das Kalb ärgert sich
über die höhnenden Worte des Storches
(besonders über demens); Winterfeld
klärt es
er-

des temporalen

cum konnte

den karolingischen Dichtern nicht finden; Paulus vermied diese Wendung,
vgl.

„mit tiefster Verachtung" (Neues

XI

V.

5 septimus annus adest, ex quo.

Archiv XXIX 471).

III.

Das Podagra und der Floh.
Vor Zeiten quälte das Podagra die Armen, der Floh die Reichen. Dabei hatten beide ein trauriges Dasein und beschlossen ihre Rollen zu tauschen. Früher kam das Podagra nie zur Ruhe, da ja der Arme immer unterwegs sein muß, jetzt beim Reichen geht es ihm gut, da dieser der Ruhe pflegen kann. Auch für den Floh kamen bessere Zeiten. Beim Reichen schwebte er in steter Todesgefahr, vom Armen aber, der müde auf sein Lager sinkt und fester schläft als der
Reiche, hat er nichts zu fürchten.

Diese Fabel folgt in der

St.

Galler Handschrift unmittelbar
ist,

der

Fabel

Witz

vom Kalb und Storch und und Humor durchgeführt.

wie

die

beiden andern, mit

198

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Temporibus

priscis pulix lacerasse potentes

Dicitur atque inopes dira podagra viros.

Sed pulix noctu
Altera

ditis

dum

carperet artus,
erat.

Protinus adlato lumine captus

dum

plantis sese occultaret egeni,
illa

Stare nequibat egens, fessa erat

satis.

Sic

quoque consumpti

fatis

agebantur amaris,

nie timore necis,

illa

labore viae.

Convenere simul, referunt sua damna vicissim
10

Et placet alterne has agitare vices.
Divitis interea gressus lacerare podagra,

At pulix Stratum coepit, egene, tuum;

Hinc vacat

et recubat.

Tu, pulix,

magna, podagra, tutus viscera fessa comes.
Requies
tibi

est.

Fabula podagrae

et pulicis

G

p. 6.

3

ditis scripsi,

divites G, dites
\

Dümmler

\

8
jl

ille

labore vitae G, corr. Müllen-

hoff
et

II

10 agittare

G

vices aus voces corr.
et

G

12 egere

G

1!

13 hinc vacat

et

recubat scripsi,

huic vagat

recubat G,

hinc, vaga, tu recubas

Haupt, huic vacat

recubat Winterfeld.

— 3 dira podagra vgl. Eugen. Tolet. carm. 22 podagra dura. — ditis: Das
2
14,

in der

I.

Fabel

v. 53.

13

— 14 hinc vacat: Das Podagra hatte
:

überlieferte divites

konnte aus metrischen
dites vorzuziehen,
v. 11

vorher beim

Gründen
divitis;

nicht gesetzt werden, vgl. v. 11
ditis ist

Armen keine Zeit zum Ausruhen und bekam diese infolge des Rollenwährend vacat
(v. 8).

dem

tausches (hinc)
in

et recubat

da es
divitis

V.

5 auch plantis egeni und

Beziehung

steht

zu labore viae, so

gressus heißt.

tutus zu timore necis

7

quoque

ist

ähnlich gebraucht wie

VII.

Coniurationes convivarum pro potu,
Dulcis amice, bibe gratanter

munera Bacchi;
cervi,
tibi.

Si vivas, totum, dulcis amice, bibe.

Fercula
Si

sume libens adlata ex viscere non Acteonis mors sit acerba
tibi

Dente timendus aper
Si te

ponitur: accipe laetus,
aper.

Si tibi

non findat dente timendus non oculos nox atra pro grue
tibi

claudat,

Fercula carpe libens, dulcis amice, gruis.

10

quod misit, sume libenter, Vitam adimat si non unda marina tibi. Unguibus accipitris captam, rogo, percipe praedam, Si non scindaris unguibus accipitris

Unda marina

Clara coloris aqua tribuit hos, tu cape, pisces,

15

non perimat clara coloris aqua. Quod meus hortus habet, gratanter suscipe mente, Si frueris laetus, quod tuus hortus habet.
Si te
Item coniurationes convivarum
p. 484.

Coniurationes convivarum pro potu J/7. 475;

pro potu
1

V p.

245,

Epigrammata
\

et

Poematia sacra (Paris 1590)
|1

bibas ed. Par.

bachi

V

2 sie ed. Par.

\

3 uiscera
te ed.
J,

V
\

\

4

si

non
J,
\

ut acteonis J, ut actionis V, sin Acteonis ed.
Sit

Par.

\

sit
||

acerba scripsi,

sita

cerua

a cerva

Dümmler
H

\

5 letus
\

timedus 7
9 misi
\ ungibus

7 sie ed. Par.

(e für ae öfter) J grue aus crue corr. J

6 non

Par.

fingat
ed.

V

i|

8 carpe

sume

V

Par.

\

am Rande

ein kritisches Zeichen

J

\

10

si

V
1

\

12 ungibus

V

\

13 hos] quos ed.

non vitam adimat Par. 14 si non te
\ \

ed. Par.

\

ed. Par.

\

15 ortus J
ed.

gratanter J, gratanti ed. Par.
ortus J.

Dümmler

16

si

fruaris V, sie fruaris

Par.
2

\

—5

si vivas:
sie

Vollmer möchte

statt

der

Dichter
(vgl.

wollte

wohl

einen

Witz

si

immer

einsetzen

und
1

es

ebenso
diva
v.
1

machen
15

cervi und a cerva). — dente

erklären,

wie in Hör.

potens.

— mors

1, 3,

sie te

timendus aper Ov. Ep. IV 104, Mart. XIII 94.

acerba vgl. XXVIII

— 16

vgl. Priapea 5, 3.

200

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Si tua perpetuus

non claudat lumina somnus,
tibi

Non
20

dedigneris dicere: misce puer.
fertur:

Praeda cruenta canum
Si

mande

libenter,

non

sis ipse

praeda cruenta canum.
18 misse

17 perpetuis
ed. Par.

V

\

summus V

\

V

\

20

fis

V

\

19—20

fehlt

17

— 19

claudat lumina somnus vgl.

canum

vgl.

Verg. Georg. IV 496.

Ov.

Fast.

V 178.

praeda cruenta

Dieses Gedicht

ist

in

zwei

St.

Galler Handschriften überliefert,

von denen die erstere (St. Gallen 184 saec. XI p. 245) es neben Gedichten von Beda und Fortunat überliefert, die andere (573 saec. X
475) durch ihren Inhalt zu jener wichtigen Leipziger {L vgl. S. 2) und damit zu dem karolingischen Kreis in Beziehung steht. Dümmler
p.

gab es

MG.

Poet. aev. Carol.

I

65 heraus.

Riese, Anth.

lat. II

p.

XLI

schied es als nicht

von der Falkenjagd die Rede ist. Eine genaue Untersuchung des Inhaltes und der Form brachte mich auf den Gedanken, daß ein kleines Gedicht
Altertum zugehörig aus, weil
v. 11

dem

durch Hinzudichtung neuer,

das angeschlagene

Thema eingehender
auf

behandelnder Verse erweitert wurde.
Ein Freund fordert den andern
fiehlt

zum Lebensgenuß

und emp-

als

Genüsse: Wein, Wild (Hirsch und Wildschwein), Geflügel,
Fische,

Wein und Wild. Streicht man die auffallenden Wiederholungen weg, mit Ausnahme von Wein, der mit Recht, der Oberschrift entsprechend, den Anfang und auch den Abschluß bilden muß, und dann noch die Verse 15 und 16, die inhaltlich von den anderen verschieden sind, so bleibt ein Gedicht übrig, das einen ganz regelmäßigen Bau zeigt. Die Distichen 1. 3. 5. entFische, Wild,

Gartenfrüchte,

halten reziproke Verse, 2. 4.

6.

sind regelmäßig gebaut.
11
16,

— 19 — 20 hinzugedichtet und Verse erscheinen nur ungeschickte Nachbildungen. So bringen 13 — 14 nur eine Nachbildung von 9 — 10; aber während mit Recht
Demnach
sind
die Verse
als

die

hier

von der todbringenden Meereswelle gesprochen wird, erscheint Si te non perimat clara coloris aqua als unpassend. Auch

v.

14

hätte

man

erwartet,

daß diese Verse sich an

v.

10 angeschlossen hätten.

Es ist überhaupt eine Eigentümlichkeit des Dichters das Zusammengehörige auseinanderzureißen. Dies beweisen besonders die Verse 19 20, die nicht an diese Stelle gehören und nach v. 6

Anhang.

Coniurationes convivarum pro potu.

201

sich

gut

einfügen würden.
Tätigkeit

Er hat aber dadurch nur seine nacherkennen
lassen.

bildende

deuthcher

Die Verse

15

— 16

bringen einen nach

dem Vorausgehenden
sich

nicht erwarteten

Gedanken

und unterscheiden
Nachbildungen von

auch formell von den andern ursprünglich
si fruerls in

vorhandenen: gratanter suscipe mente und
v.
1

laetus sind

und 5 und müssen

dieser überlieferten

Form

beibehalten werden.

Nach Beseitigung

dieser beanstandeten Verse hatte das Gedicht

ursprünglich folgende Fassung.

Dulcis amice, bibe gratanter

munera Bacchi,
cervi,
tibi.

Si vivas, totum, dulcis amice, bibe.

Fercula
Si

sume libens adlata ex viscere non Acteonis mors sit acerba
tibi

Dente timendus aper
Si te Si tibi

ponitur: accipe laetus,
aper.

non findat dente timendus non oculos nox atra pro grue
tibi

claudat,

Fercula carpe libens, dulcis amice, gruis.

Unda marina
10

Si

quod misit, sume libenter, Vitam adimat si non unda marina tibi. tua perpetuus non claudat lumina somnus,

Non
stellung

dedigneris dicere: 'misce puer.'

10 vitam adimat si non: Diese
(vgl.

Um-

vom
Verse

Dichter

vorgenommen um zu

ver-

oben

krit.

App. zu

v. 10)

meiden, daß zwei auf einander folgende
(v.

im Gegensatz zu

v. 2. 4.

6 wurde wohl

10 und 11) mit si beginnen.

VIII.

noch nicht herausgegebene Gedicht schließt sich in der Handschrift (Oxford Bodl. Add. C 144 saec. XI) unmittelbar an das Gedicht XIX {Candidolum) des Paulus Diaconus an. Wie bei diesem ist auch bei dem vorliegenden der Name des Verfassers
Dieses bis
jetzt

angegeben, nämlich Paulinus.

Es
daß

ist

auf

Grund

einer stilistischen

Untersuchung kein Zweifel,

von Aquileja, gemeint ist, der venerabilis artis grammaticae magister am Hofe Karls, ein Mitglied jenes wissenschaftlichen Kreises, dem Petrus von Pisa, Alkvin und Paulus Diaconus angehörten (vgl. Wattenbach I 168, Neues Archiv
damit Paulinus,
der
Patriarch

IV 113).

Der poetische
aus
Italien

Brief

ist

an einen Priester Zacharias gerichtet, der
Irland

stammend nach

zog und dort eine segensreiche
Paulinus,

Tätigkeit
Italien

als

Seelsorger entfaltete.

der ihn

jedenfalls
bittet

in

kennen gelernt hatte, schickt ihm Grüße und möge ihn in sein Gebet einschließen, wenn er seines Amtes waltet.

ihn,

er

priesterlichen

Hausimus altifluo perfusas rore salivas Ore fluenta tuo labio stillante iocundo, Quae maduere meas multa dulcedine fibras.
Fönte quasi flavo liquantia mella redundant.
Versus Paulini
1

B

f.

58 v.
corr.

salivas
I

aus salibas

B

\

Z

Que aduere

B

sibras

B

\

4 quasis

lauo

B
1

redundant aus redundat corr. B.

—4
. .

vgl.

Anh. XI

fluam

salutem.

V.

1

hausimus

alti-

Paulin.

MG.

Epp. IV 517, 9 mellitis salu-

rore salivas vgl.

brius inrorantibus salivis.

maduere

Anhang.

203

Zacharias

frater,

domini venerande sacerdos,
Latii telluris

Accola Brittaniae,

alumne,
hospes,

Hiberniaeque decus, mundi gratissima salpix,

Undisoni oceani famosus
Ventilabrum ecclesiae,
10

litoris

ruralis pala vicissim
aristis,

Ventivagas paleas a fulvis cernis
Mittis

ad

astra poli splendentis farrea grana,

Flammigeras
Tantas ergo

stipulas Vulcani mergis ad ollas.
tibi

sincero corde salutes

Mandamus
15

calami stricto ludente mucrone,
viridanti

Quantos mater humus

gramine

flores

Prorumpit teneros vernali roscida foetu,

20

Quantas tellus habet rosulas sub stirpe roseti Seu quantae croceae pallescunt flore violae Purpureaeque rubent quantae per litora conchae Aut bibulas Libicus profundit pontus arenas.

6 accola aus accola corr.
salpix nach
'i'

B

\

7 Hiberniaeque

aus Hibernaeque corr.
\

B

\

Rasur
steht

ß
'a'

||

9 ecclesi^ (q
\

=

ae öfter)

B

\
\

mitis

B
.

\

ferrea
.
.

über

dem

ersten

*e'

conch^ aus conC(^ corr.

B B

17 stirpe aus stipe corr.

B

19 quant

litora

B

\

\

20 bibulas aus biblas corr. B.

transit.

gebraucht.
I

— fönte quasi flavo
v.

vgl.

11

— 16
V. 14. V.

mittis

Paulin. Poet.

130

144 fons caritatis,
B.

Anh.

I

ad astra poli

vgl.

poli splendentis

vgl.

amor

dulcis super

omnia mella; ähnliche
z.

Anh.

X

12 caeli mittat splendentis.
tibi

Vergleiche verwendet Paulinus häufig,

tantas ergo
sincero

vgl.

Anh.

X

v. 13.

— —

Epp. IV 523,

1

— 10 quasi mel dulce; Epp.
vgl.

corde salutes
V.

IV 525 Anm. super omnia flaventium

favorum
7
Stelle

dulcissimi mella.

— 10 salpix

Osee8,l. Auf diese
in
:

nimmt auch Alkvin Bezug
vgl.

einem

Brief an Paulinus (Epp. IV 70, 19)

Sit gut-

turtuum tuba Domini;
1

auch Ale. Poet.

238

V.

3 Christi clarissima salpix.
liebt


I

— calami mucrone Paulin. Poet. 126 Überschrift: promulgata gebraucht. mucrone. — prorumpit 17 — 20 quantas habet — croceae pallescunt flore Anh. X
lutem.
vgl.
I

Anh. XI

4

toto

mandamus mandamus corde

vgl.

sa-

stili

transit.

tellus

vgl.

V. 15.

violae
Ecl.
II

=

Goldlack oder Nachtviole (Verg.
vgl.

undisonus: Paulinus
128

besonders die
Poet.

47 pallentes violas);
I

auch

Zusammensetzungen mit sonus:
V.

Paulin. Poet.

128

v.

85 grandisonus ; 129

v.

106 und
I

de flore virecta.

— purpureaeque conchae

62 rubent croceo

Epp. IV 523, 11 horrisonus; Poet.
V.

130

140 almisonus; Epp. IV 517, 7 sonus; 518, 28 aurisonus; Poet.
aequisonus.

stiliI

129

V. 121

— ventivagus: Paulin.

Epp. IV 517, 40.

vgl. Paulirt. 147, 3 in littore harenae mixtae purpuratis conculis. bibulas arenas vgl. Verg. Georg. I 114, Ov. Ep. XVIII, 201. pontus arenas: Der gleiche Schluß Anh. X v. 16.

204

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Cum
Et

patris altitroni pretiosi sanguinis

ostrum

trini

prolis sacrata libas in ara,
tollit

Agni, qui
Vivificas
25

probrosa crimina mundi,
in pectore carnes,

puro mactas

Ante dei vultus
Pro

ferventis

munera

voti

Salsifluo faciem lacrimando gurgite ponis,

me

pasce deum, tremendi iudicis

alta

Limina mellisono cordatim murmure pulsa, Quatenus ille meas dignetur demere noxas
30

Et iubeat
tni
1

caeli sancto

me
i

scribere libro.

22

trini]
.

||

24

in]

zwischen

und n Rasur

B

\

26 lacrim

.

B

28 mellison
21

B

cordatimmure B.
crimina mundi vgl.
Paulin. Poet.
I

—23 pretiosi sanguinis ostrum Paulin. Epp. IV 527, 26 pretioso subvenit sanguinis ostro. — trini prolis Paulin. 4 trlnumque deum. — saPoet. 126
vgl.

Anh.

146,28;

vgl.

26—27

salsifluo vgl.

— 22; 147,2. — Poet. 131,
II

v.

21

6.

I

V.

tremendi iudicis: tremendus bei Paulin.
beliebt: 130 v. 143;

crata libas in ara vgl. Anh.

I

v.

41 sacra

praeliba munus in ara. —

139

v. 3.

tollit

probrosa

IX.

Da
VIII folgt

das Gedicht

in

der

Oxforder Handschrift unmittelbar auf
so möchte ich ihm

und der

Inhalt

auf Paulinus hinweist,

auch dieses zuschreiben.

Das Gedicht lag mir nur in einer photographischen Wiedergabe vor und ich glaubte, daß darin der Grund liege, daß soviele Stellen nicht
Die Herstellung
des Textes bot

große Schwierigkeiten.

lesbar seien.

Allein

auch die Vergleichung mit dem Original, die

Wilhelm Meyer aus Speyer in Oxford in dankenswerter Weise vornahm, ergab keine weitere Aufklärung. Gerade an Stellen, die inhaltlich

besonders interessant sind

(v.

7

8),

ist

die Überlieferung

am
und

schlechtesten (vgl. die beigegebene Tafel).

Paulinus
trägt

schreibt

einen Abschiedsbrief an einen Freund

ihm Grüße an Karl und seine Gemahlin auf (v. 1 und 11). Die Trennung fällt ihm sehr schwer. Er möchte sogar der Brief sein, weil er dorthin geht, wohin das Herz den Dichter zieht, selbst wenn er Benevents Trauer mitansehen müßte (vgl. v. 7 und 8, vielleicht
ut
statt et).

Paulinus kehrt in seine Heimat Friaul zurück, als er Patriarch

von Aquileja geworden war, und zwar nach der allgemeinen Annahme im Jahre 787. Damals verlor Benevent seine Selbständigkeit; denn
Arichis unterwarf sich in diesem Jahre

dem Frankenkönig. Mit dem
spielte

im gleichen Jahre erfolgten Tod des Arichis bedeutende Rolle mehr (Abel I 564).

Benevent keine

Das Gedicht

ist

jedenfalls in jener Zeit entstanden.

206

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Perge, libelle meus,

dominum dominamque
tempora longa bene.
libelle,
fixa,

saluta

Et
Et

die,

ut valeant

cum
Pro

te palmis,

o parve

tenebunt.

me

da manibus oscula
cernis,

rogo.

De me, quod
Absque Cur meus

hoc

tu narrare

memento

<ioco, vexat)
infelix

quod mea corda dolor: nequeo nunc esse libellus.

Et l<uctum> aspicerem, o Benevente, tuum.
Plura loqui cupiens <tr>istis mihi carrnina sensus
10

Abscidit et stringit pectora nostra dolor.

O

domini dulces, iterumque iterumque valete; Namque ego in patriam ceu peregrinus eo.

Ante bibet Garamans Rodanum, prius India Rhenum, Hauriet A<driac>as antea Beigus aquas,
15

Ante polus segetes, gestabit sidera

tellus,

Quam
Tu

tuus e nostro pectore cedat amor.

nisi sis nostri

memor, o carissime
nosse,

frater,

Silicibus duris durior esse potes.

Odi, nee
20

possum cupiens non

quod

odi.
est.

Heu quam<vis>
Ohne
Übersdirift

studeas ponere, ferre grave

B

f.

58v.
\

4 rogo scripsf, rogu

B

6 ioco vexat supplevi, unleserlich
. . .
|

B
\

\

7 cur

meus

eus nicht deutlich zu lesen; sicher sind C vorhergehenden Wort nur 1 lesbar 9 cupiens
\

neq; o
istis
\

5

||

8 aspicerem B,

vom

.

.

B

\

sens'

B

10 abstidit

B

|]

11 iterum iterumque

B
\

\

12 ego impatriam
aurit

B

13 India

Rhenum
t

scripsi, indias

henü

B

\

14 hauriet scripsi,
.
.

{über a ein h,
corr.

über

ein

a)

scripsi, a

.

.

as
ist

B

15 gestabit aus gestabt
\

B

\

19 noss.
scripsi,

B B

j

Adriacas

\

zwischen

quod und odi
1

od durch Rasur getilgt
Ähnlicher Anfang

20 quamvis

qua

Ä
vgl.

—3 perge,
I

libelle:
I

1 1

iterumque iterumque
vgl.

Ov. Ars

bei Alcvin Poet.
Poet.
vgl.

284

527 XXXVI.
v.

V
et

und Theodulf

am.

II

127; Theod. 513 v. 765, Anh. XI v.3.

cum

te

palmis
lus

13

Theod. 579
5 narrare
142

7

cum sua

te (cartula)

XXXI.

— 16 ante bibet Anm. zu Pau— Garamantes ein Volk im
südhch von der großen
ist

teneris tractarit dextera palmis.

Innern Afrikas
v. 76.

memento
V.
1

Ale.

223

Syrte.

Beeinflußt

Paulinus jedenfalls

9 carmina sensus abscidit vgl. Paulin.

durch Verg. Aen. VI 794,

Poet.

I

dolor sensum ab-

Garamanter

in

wo auch die Verbindung mit den Indern

stulit.

genannt sind.

X.

Dümmler gab

dieses Gedicht unter den

versus libris saeculi

octavi adiecti heraus (Poet. I 98) und wies es mit den ersten Herausgebern der Zeit Karls des Großen zu (Nouveau traite de diplomatique III 78 Paris 1757). Ich habe es an dieser Stelle abdrucken lassen, da ich einige Anklänge an Gedichte des Paulinus (besonders

Anh.
nicht

VIII)

bemerkte,
die

die

mir so

auffallend

erscheinen,

daß damit

bloß

Zugehörigkeit
ist,

dieses

Gedichtes
kann.

zum

karolingiscfien

Kreis bewiesen

sondern auch die Autorschaft des Paaliniis oder

eines seiner Schäler

angenommen werden

Filius

ille

dei,

caeli

quem summus ab
'filius,

arce

Voce pater Ecce meus
Audite
Dixerat
et

clara testatur,

inquit,

hie est,

mando, carissimus, ipsum

illi

devotas sternite mentes'.

ista pater,

quando lordanis
testis

in

unda
montis

Auetor erat vitae
Dixerat
et,

baptista lohannis.
in vertice

quando praecelso

Fulgebat super
10

omne

decus, radiabat amictu;

Testis erat Petrus fidus lacobque lohannis.

Ipse pius, princeps mitis, gratissime, Clemens,

Paris 653 f.\

^W\
v.

der Anfang fehlt.
130 144 dulcis super omnia mella, in
p. 158)

1

—5

filius ille dei:

Der gleiche Vers-

anfang Paulin. Poet. 1 127
in

48. — Jordanis

V.

prosaischen Schriften (Migne Bd. 99

unda:

Der gleiche Versschluß

127

super

omne malum

deterius, super

om-

V. 30.

8 fulgebat super

omne

decus: Eine

nem impietatem scelestius: MG. Epp. IV 525 Anm. super omnia flaventium favorum
dulcissimi mella.

bei Paulin. häufige Ausdrucksweise, vgl.

208

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Te

salvet servetque, regat, sine fine gubernet,
caeli mittat splendentis lucida regna.

Ad

Tantas namque fero summissa mente salutes,

Quantas
15

alta poli stillabunt sidera

flammas,

Quantas

tellus

habet sub caeli cardine glebas

Fluctivagasque vomit quantas

nam pontus

harenas.

11

salvit

W

servitque
I

W

guvernit
|

W
15

\

16 pontis W.

12 caeli mittat splendentis vgl. Anh.
VIII V. 11 poli splendentis.

— 16

quantas

tellus

habet: Der
v. 17.

nämliche Versanfang Anh. VIII

13 tantas
V. 13.

.

.

.

salutes vgl. Anh. VIII

pontus harenas: Der gleiche Versschluß Anh. VIII V. 20.

XI.

Der für die Oberlieferung von Gedichten, die zum Hofe Karls des Großen in Beziehung stehen, wichtige Harleianus 3685 enthielt ein noch nicht veröffentlichtes Gedicht mit der Überschrift de f. 2 peste. Es folgt unmittelbar auf das Gedicht Ad Moulinum de Dagulfo scriptore (Dümmler, Poet. I 92). Wegen der wenigen Anklänge an Anh. VIII wage ich es nicht

dem Paulinus wo Petrus von
Sie

zuzuschreiben, glaube aber, daß es in die Zeit gehört,
Pisa

und Paulus Diaconus noch am Hofe Karls
die

weilten.

sind

es
(v.
1

jedenfalls,

dem

Verfasser

einen

ersehnten

Gruß

schickten

Der wegen seines vorbildlichen, verdienstvollen Lebens und seiner Weisheit gerühmte Adressat ist möglicherweise
3).

Alkvin.

Die schönen Mädchen, über deren Genesung der Verfasser seine

Freude äußert, und denen er
Lucia

alles

Gute wünscht, sind wahrscheinlich

Prinzessinnen, vielleicht die in den Briefen Alkvins unter

dem Namen
die

vorkommende Gisla, die Schwester auch Columba genannte Tochter Karls.
Der Verfasser übermittelt
progenies bezeichnet,
gehören.
die
jedenfalls

Karls,

oder Rodtruda,

Grüße von

dreien,

die,

als

aurea
an-

auch

dem

königlichen

Hause

Hausimus

altifluam Petri Paulique salutem,
terrae comites coelique retentant,

Quos primos

Atque hanc ardenter iterumque iterumque Nilominus toto mandamus corde salutem
5

sitimus.

Vobis,
peste

pater,

o laudandae formula vitae,

De
1

ausimus

H f.2. H 2
\

comittes H.
vgl.

— 5 hausimus altifluam Anfang vonAnh.VIII. — iterumque iterumque 11 Anm. — mandamus corde Anh. IX
1

salutem
|

vgl.

Anh. VIII v.l3

— 14. — laudan14

vg\.

V.

\

dae formula vitae vgl. Alcvin Poet. I 193 v. 1086 priscorum formula patrum.
III, 4.

Quellen u. Untersuch,

z. lat.

Philologie des

MA.

210

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

Quos meritum
Laetamurque
10

et sollers pariter sapientia comit.

Nostrisque optamus speciosis laeta puellis
satis,

quod

Virgineosque artus
Virgineas

amara domini salus alma
pestis

recessit
revisit.

marga -

fraterna per oscula
creta

ritas

Aurea progenies geminato germine

Nectareo affectu terna de voce salutant.
7 nostrisque] vorher vest ausgestrichen

H
11

\

11 geminati

H.

6 sollers sapientia comit vgl. ähnlichen Schluß bei Paul. IV^ v. 15; vgl. auch
Paul.

V. 10.

— 12
II

aurea progenies
v. 1.

vgl. Poet.

I

X

V.

18

krit.

Apparat.
vgl.

92

V. 11;

672

nectareo affectu:
. .

vin Poet.

Alc— 9 pestis amara recessit 214 14 mox pestis acerba recessit. — marga-ritas Anm. XXXVIII

8

vgl. Paul. XIII

I

v.

9 amoris nectar omne quod praecellit quodque flagrat optime.

vgl.

Indices.

14'

I.

Initia

carminum
dilu-

et

epistularum.
im Anhang.)
his
sit

(Die mit * bezeichneten Stücke finden sich

A

principio

saeculorum usque ad

Crux tua Christe potens
saeptis

protectio

vium

II.

Vm.
lucis

Adam

per

lignum
in

mortem

deduxit

in

Crux tua lux
las VI".

has vallet fulgida cau-

orbem Viii. Adsunt quattuor
XVI.

prima iunctione species

Crux tua rex regum Christe hoc tueatur
ovile VIII.

Aegrum f ama
VII*.

f uit quondam iacuisse leonem

Culmina si regum dudum cecinere poetae XXXVIII.

Aemula

Romuleis
totis

consurgunt

moenia
di-

Cum

ad imitationem excellentissimi comIII.

templis IVi.

paris

Amabillimo

et

mihi praecordiis
.

Theudemari XIV. lecto domino meo Ampla mihi vestro est humili devotio
.

Cupieram dilecte mi XXXI. Cupiens aliquid vestris bibliothecis addere

XXX.
Cynthius
occiduas
rapidis

servo XXXII.

declivus

ad

Angustae vitae f ugiunt consortia MusaeVIII. Ante suos refluus Rhenus hinter XXXI.

oras XVIII.

Aurea quae fulvis guris XXVI.

rutilant

elementa

fi-

munere sapientia podomino regi XXX. Domnae Adelpergae eximiae summaeque
Divinae
largitatis

tentiaque

Candidolum

bifido

proscissum

vomere
viro

ductrici

III.

campum
Carissimo

XIX.

Dulcis amice bibe gratanter munera Bacchi

fratri et

domino Adalardo,

Vir*.

Dei, Paulus supplex

Carmina

ferte

XXXI. mea Anghelramo

dicite

En

tibi

Paule

deus

ter

quinas

augeat

patri IVI*.

horas XXIII.
Pfetro dulci

Carmina mitto
gistro

doctoque maFilius
ille

Christe pater

XXXIX. mundi XXXIV.
mundi IVH.

dei,

caeli

quem summus ab

saecli radiantis origo

arce X*.
Fratres alacri pectore VII.

Christe salus utriusque decus spes unica

Funereo textu scribuntur facta priorum

III*.

Christe

potens

sollers

summi

sapientia

patris

unter X.
si

Haec domus est domini regni IVm.

et

sacri

ianua

Credere

vellis cecini

de fauce libellos

Hausimus
XI*.

altifluam Petri Paulique salutem

IV II*.

214
Hauslmus
VIII*.
altifluo

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

pcrfusas

rore

salivas

Parvula rex Karolus seniori carmina Paulo XXXIII.

Hie ego quae iaceo Rothaid de nomine
dicor XXIV.

Paule sub umbroso misisti tramite versus
XXI.

Hildegard rapuit subito

te

funus acerbum

Perge

libelle

meus dominum dominamque

XXVIII.

saluta IX*.

Hoc opus exiguo quod
lector

cernis

tramite

XXXVII.

Hoc satus in viridi servaturflosculus arvo P. Hoc tumulata iacet pusilla puellula busto
XXVII.

amor capiendae et causa saXXV. Perspicua darum nimium cum fama per aevum XXXVI.
Perpetualis
lutis

Post has nectit subsequentes in secunda
species

XVH.
versatur in poculis

lam puto
vinclis

nervosis

religata

problemata
ore
suavis

Pulchrior

XX.
sensu
celer

me nullus umquam XVI.
maerens VI"*.

Ingenio

clarus

XXIX.
Lactea splendifico quae fulget tumba metallo IX.

Quaerebat
vitellus

matrem

per

prata

Quamvis prolixa terrarum spatia XIV. Qui Sacra vivaci studio domicilia lustras V*.

Lugentum
tellus

lacrimis

populorum
sol

roscida

XXXV.
perfunderet

Rex Carulus Petro
gistro XL.

dulci

doctoque mate Petre

Lumine purpureo dum
arva XVII.

Rex Karolus gaudens ad
magister XLI.

docte

Multicolor quali specie per nubila fulget
VI.

Roscida de lacrimis miserorum terra pa-

rentum X.
Christo

Nos dicamus
unico XII.

laudem genitoris

Sensi cuius verba cepi exarata paginis XIII.
Sic

ego

suscepi

tua

carmina

maxime

princeps XXII.

O

una

ante

omnes

felix

pulcherrima

Summo
tenti

apici

rerum regi dominoque po-

virgo VII.

XXXII.
priscis

Ordiar unde tuas laudes o Ordiar

maxime
o

Lari

I.

unde

tuos

sacer

Benedicte

Temporibus

pulix

lacerasse

po-

triumphos VI.
Pallida

tentes Villi*.

sub

parvo
11*.

clauduntur

membra

Verba

tui

famuli rex

summe

adtende se-

sepulcro

serenus XI.

IL

Index nominum.

Abbo

ep.

Mettensis
II

V*

48, 51.

Arnoaldus
Arnulfus S.
tensis

ep.

Mettensis
11;

Abraham

2,

1.

Actaeon (Acteon) VII*

4.

XXIV V* 47.

V* 45. XXVI 35; ep. Metappellatur)

Adam

Viii

1.

Adalard (Adalhardus) abbas Corbeiensis

Arx (in castro Casino, quod Arx VI S. 25.
Asia XIII 10.

XXXI

1,

28.

Adelchis (Adelgis) rex

Langobardorum

Auetor ep. Mettensis
Aufidus IX
13.

V*

31.

119,2; IX

10.

Adelphus
Adeleid

ep.

Mettensis

V*

28.

Ausonia

XXXIV
I

10; gentes
II

XXIV

4; hu-

(Adheleid)

filia

Karoli regis

mus XXIX
Avernus
17.

4; regio

9, 1;

rex IX 3.

XXVII
III 1.

2; filia Pippini regis

XXV 9.
II

Adelperga uxor Aridiis ducis
Adriaticus IX* 14.

10,3; Babylonica captivitas
II

5, 2.
1. 1;

Bacchus IV*i 10; VII*
Bardi

Agatimber

V* 40. Aggarenus tyrannus XXIV 6. Aggiardus dapifer Karoli M. II* 7, 22. Agiulfus ep. Mettensis V* 44. Alpes XL 9. Anschises Francus Arnulfi filius XXIV 8; Troianus XXIV 9.
ep.

Mettensis

= LangobardiWi 18; IXl
14.
1,

XXXVI 9.
XIV
17,

Beigus IX*
39;

Benedictus S. VI

134; VII 2;

XXXII
29.

7;

XXXIII 7;

XXXIV

19;

XXXVI
patus
II

Beneventum

XXXV 32
10, 1;

;

Beneventi princi-

IX*

8.

Angelbertus (Angelpertus) abbas Centulensis

Bonifatius S. ep.

Moguntinus

III* 23.

XXXIX

2;

IV *i

17.

Bonulus

ep.

Mettensis
25.

V*

34.

Angelramnus (Anghelramus) ep. Mettensis XXXIX 11; IV* 1; V* 58. Angli in* 28. Ansa regina uxor Desiderii IX 4.
I

Britannus

XXVI

Brittania VIII* 6.

Caelestis ep. Mettensis

V*

20.

Aptatus ep. Mettensis

V*

52.

Calaber

Apulus

XXXV

35.

Campanus
37.
S. 25;

XXXV 35. XXXV 35.
VI,

Aquitania II* 14.

Casinum castrum quod Arx appellatur
dict! tecta

Arar (Saöne)

XXXV

Casinus mons XXXIII7; Bene-

Arichis (Arechis)

dux BeneventanusW 10,2;

XXXIV
11.

19.

12,2; IVil3; Vii2; ViiiH;

XXXV 4.

Cassandra IV* i

216
Christus passim;

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

reperator et auctor IVi
I

Germanus XXVI
Gethae duri -=

25.

23;

redemptor
II

29;

II

8,

1

;

salus

öothi XXVI

26.

mundi
Salus,

6; rex aeternus

II

7; via, vita,

Godo

ep.

Mettensis

V*

49.

spes sola tuorum IVi 28;
rex

do-

Goericus ep. Mettensis
Golian XXXVIII 46.

V*

48.

minans Vi 5;
radiantis origo

regum, lux lucis

Viii; unicus XII 1; pater

mundi,
;

saecli

Graeca loquella
XIII

XIII

11;

Graia

loquella

XXXIV
I'-

1

rex

XXXVII
60. 55.

6;

regula

=

lingua

XII 9, 12;

16;

Christi heres

25; 29;

de munere
V===

Christi VIII 15;

XXXI

Chrodegangus ep. Mettensis V* Clemens ep. Mettensis V''= 13. Cynthius XVIII 1; XIX 5; r== 10.

Graeco tramite erudire XII 10; Graeca lingua XII 5; grammatica XII 12; Graecorum Studium XII 7.

Grammatus
Gregorius
I

ep.

Mettensis
Mettensis

V* V*

39.

papa VI
ep.

S. 25.

Gunsolinus

36.

Danaus V-' 40. David rex XXXVIII 45; Davidicus IV===ii 5. Dardanida gens XXXII 5 unten. Desiderius rex Langobardorum II 9, 2.
Diana IVi
11.

Hadrianus
XIII 6.

I

(Adrianus)

papa XXXIV

15.

Hebraea lingua XII 5; Hebraica loquella

Hebraeorum
regnator
10.

studia XII 9;
IVii

Hebreae gentis
sanguis

Diomedes grammaticus XVi 23. Dombercht presbyter Anglicus III*

5;

Hebraeus

V*
Hebrus

25.
XIII v.
1.

Emmanuel
Engadi I*

II

6, 2.

Hibera cohors
Hibernia VIII*
14.

XXVI
7.

26.

6.

Eous conspicuus XVIII
Epirus (Epyrus)
I

Hildricus

(Hilderic)

Pauli Diaconi disHildegard)
re-

18.

cipulus

XXXVI

39.

Epletus ep. Mettensis V^' 32.

Hildegardis

(Hildegarda,

Eutropius

III

10, 22.
2.

gina, Karoli
filia

Ezechias XXIII

M. uxor XXVI Karoli M. XXVIII 1.

4; I* 38;

Hister IX 14;

XXXV

37.

Felix ep. Mettensis

V*

21/53.

Hlutharius filius Karoli

Fiducia IV* i

3.

Homerus

XII 5;

XIII 4;
17.

M. I* 30. Zmyrnae

rure

Firminus ep. Mettensis
Flaccus

V*
XII

29.

creatus
XIII

XIX

=
18.

Horatius

5;

4;

IV*i

lacob

Fortunatus ep. Pictavensis, poeta

XXIX 3.

lanus
lesus

X* 9. XIV 59.
I

Francus

XXVI
ep.
19.

25; II* 13;

Franci II* 3;

21;

XXVI
13.

35; I* 44.
floriferis

III* 27.

India

inclyta

campis

XXXVIII

Fronimus
Fucinus
I

Mettensis

V*

38.

53; IX*
Indiens:

gemma XXVI
12.

6; lapides XIII 8.

Indus lapis I*
Galilaeus
Gallia
I

22.

lohannis

baptista

X*
5.

6;

evangelista

XXIX
6.

7;

XXXV

44;

XXXVIII 51;
9.
Iris

X*
Vi

9.

XL

lordanis I* 5;
2.

X*

Gamalihel doctor legis XII

Garamans IX*

13.

Israel
Italia

II

5, 3.
;

Gargania rupes IX 21.

XXXVIII 51
II*

V*

60.

Gedeon XXXVIII
Germania
11* 14.

42.

Italus

13;
27.

regna

XXVII

6;

tellus

XXVI

Index nominum.

217
V*
3; 6;
22.

luppiter IVi 10.

Patiens ep. Mettensis
III

lustinianus Augustus
S. 25.

25; Imperator VI

Paulus

Diaconus
1;

III

XII 4;

XXI
16.

XXIII

1,

XXX

3; 4;

XIV XXXI
XI*
I

2;
2,

luvencus poeta IV*i
Karolus
38;

30; XXXIII 1,9;

XXXVI

1.

Persis: delatum Perside

malum

15.

Magnus (Carolus, Carulus) XVII XXIV 4; XXVI 4; XXVII 3; resublimissimus

Petrus apostolus IX 20; XXII 13;
15;

XXXIV

gum

XXX 2;
12;

— XXXII 3
4;

V*

8,

14;

X*
6;

9.

Petrus
11;
13,

diaconus,

grammaticus XXXIV

unten\

XXXIII
9;

1,

XXXVIII
1;

XXXVII
14;

2,

XXXIX
1.

1,

2,

3, 4,

XXXIX
II* 11;

XL

1;

XU
5.

V

35, 48;

XL

20; XI*

IV*i 21;

Karolus Martellus

V* XXIV

59.

Petrus ep. Mettensis

V*

43.

Philo Memphiticus XII

5; XIII 4.

Phoebus
Langobardi
Larius lacus
Latia
(vgl. Bardi)
I

(Foebus)
21.

IVi

10;

XVIII 17;

XXXVIII

10.

XXXVI

1.

Pierium Carmen XXIII
ille

4.
;

gens IVi 17;
XXII
19.

caret Latus lo-

Pippinus paterKaroli M.

quellis

XXIV 5 XXV 9 pater Karoli Martelli XXIV 7.
mala
I

Latium (Lacium)
maticae XII

XL

5; VIII* 6.
Latini
rivuli

Punica

11;

puniceum

bellum

Latina lingua XII 5;
7.

gram-

XXXVIII

45.

Legontius ep, Mettensis
Libicus pontus VIH'-' 20.

V*

30.

Liger

XXVI
I

27;

XL

10.
18.

Lucanus poeta
Lucrinus
Lyris
20.

Wf^'i

VI

49, 50.

Maria:

o una ante omnes
1;

felix pulcher-

Ratchis rex Langobardorum XXXVI 19. Rhenus (Renus, Hrenus) VIII 17; IX 14; XXXI 25; XL 9; IX* 13. Rhodanus (Rodanus) XXVII 7; XL 10; IX* 13. Rigulfus archiep. Moguntinus XXXIX 12. Roma VI S. 25; VI 10; XXVI 28; V* 14; moenia Numae VI 63, 64; Petri loca
sancta

rima virgo Vii
creantis

virgo

Marc

XXXV XXXV 6.
V*
15.

51;

genitrixque

XXXIV

15.

I* 42.

Romana studia XXX 6. Romanus ep. Mettensis V*
Romuleus:
Tibris
11.

37.

Memphiticus Philo XII 5;
Mettis urbs

XIII 4.

XXX 14; templa IVi 1; XXVI 18; XXXV 36; Romula
civitas
8.

Michael legatus Graecorum XII Minciades Vergilius XIX 17.

moenia V*
Rothaidis
60.

=

(Rothaid) filia
1.

Pippini regis
27.

Moseila clara XXXI 26; vitrea

XIV

XXIV

Moyses II 3, 1 XXXVIII Musae VIII 1; XLI 5.
;

38.

Ruffus ep. Mettensis

V*

Salernum: clara Salerne

XXXV
26.

34.

Naso

=

Ovidius IV* i

18.

Noe XXXVIII 38. Numae moenia VI
Nursia VI
5.

63, 64.

Sambatus ep. Mettensis V* Samson XXXVIII 40. Sextus Pompeius XXX 5.
Sigibaldus ep. Mettensis
Sigifrit

V*

54.

rex

Danorum XXI

17;
36.

XXII

17.

Padus

cignifer
5.

XXVI

18;

XXXV
46.

37.

Siler fluvius (Sele)

XXXV

Papia XXVII
Parius lapis

Papulus ep. Mettensis

V*

XXVI

10.

Simeon IV*i 15. Simeon ep. Mettensis V* Solyma IVii 5.

25.

218
Sophia Ansäe neptis
Spania II*
11.

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

X

2.

Troianus Anschisa
Tullius ore potens
41.

XXIV

9.

XXXV

5.

Sperus ep. Mettensis

V*

Stephanus
Suavi

S.

V*

61.

Umber XXXV
25.

35.

Suevus XXVI Sublacus (Subiaco) VI S. 25. Sycambra stirps V* 45.
flavi VIII

17;

Urbicius ep. Mettensis

V*

33.

Valens
Tartareae flammae

III

22.
18.

VI

44.

Varro IV*i

Theodulfus (Teudulfus) ep. Aurelianensis,

Venus IVi

10.

poeta IV* I 16. Terentius ep. Mettensis
Tertullus XII 5; XIII 4.

Vergilius XII 5;

XIII 4;
17.

Maro XXXV
4.

6;

V*

35.

Minciades XIX

Veronensis Tibullus XIII
Victor ep. Mettensis
Vilicus ep. Mettensis

Theudemarus abbas XIV 2. Thonar XXII 36. Tibris (Tybris) VIII 18; Romuleus XXVI
18;

V^ 23. V* 42.

Vincentius martyr 11^ 15.

XXXV

36.
4.

Vulcanus VIII*
Vulgär
12.

12.

Tibullus XII 5; XIII

XXXV

35.

Timavus fluvius XXXVI Titan Vi 3.
Titania purpura XVIII 15.

Waten XXII

36.

Tracia felix

XXXVIII

52.

Zacharias sacerdos Anglicus VIII*

5.

Trax XIII

v. 1.

Zmyrna XIX

17 vgl. Homerus.

III.

Index grammaticus zu den Gedichten des Paulus

Diaconus.
A
VI
graecus: pectus transXXVII 7. fixa mucrone XXXV 41. acerbus: rapuit subito te funus acerbum

Interj.

97, 98.

ab: ignis ab igne perit

VI

27, 28; tutus

ab auxilio IX 22
abbas:

;

ab hac arte sustentat
3.

XI 11; ab amni trahi XIII
vestri
fidelis abbatis
9.

XXVIII

1.

daminique
plecteris

actus: venerabilis actu

XXIX

3.

mei XXXII
ablativus

adde quod IVi

9.

sine praepositione:

adesse sacris VI 79.
adfinis opp. exter

hoste gravi VI 65, 66; funduntur am-

XXXV

38.

nes rupibus VII 7; claustrorum saeptis
habitare VIII 2; his terris manet

adiectivi

neutrum pluralis pro substanXXII
43;
florida

X

4;

tivo: efferri in ardua IVi 24; in ardua

paginis librorum legitur XII

1

gero XXII 7; hoc busto iacet

mente XXVII 1.
;

pro accusativo:
17;
ter

tribus annis perfers
lustris

VI

binis

rexit

habenas

XXXV
:

17.

abstemius: abstemium pascens VI 24.
abstrusus pandenti abstrusum

= aenigma
muneris

mundi amoena VI 9; ima gurgitis VI 35, 36; Lyris petens VI 49, 50; alta petere VI 107; Sacra canere VI 120; noxia vitare VI 129; intima mea VI 145; mira facere VI 154; mundana nubila, florida aevi VII 3; gestorum lux 1X27
consurgere
intima
iocineris

XX

14.

penetrare

XVIII 9

abundantiae
captare
instar

exempla:

laudem gloriae
puri

singularis:
in occiduo

servator

honesti IVi 19
divini cultor et

XIII 9;

quasi

XXVI
13.

8;

XVIII 7; saepe frequentare XIX

index
aether:

XXXV

41

;

firmum robore pectus XXVI 31

aethera

Vi 2;
9.

VI 111;

aether

puellula pusilla

XXVII
26.

1

;

virguncula

inminet XIX

parvula XXVIII 5; in perpetuum sem-

aetherius opp. carneus ignis

per

erit

XXXV

acceptare: nunc opus acceptans XXXII 14.

accola Ligeris

XXVI
23.

27.

accomodare:

Christo

qui

accommodat
Suavos
ad

VI 28. aevum: ab aevo IVi 29; per aevum I 27; VI 153; VIII 11; XVIII 24; aetas mundus: florida aevi VII 3 VI 7; vgl. florida mundi VI 9.

=

=

aurem VI

afflicto

pectore XI

8.

accusativus sine praepositione:
repedare VIII 17
ortus
{vgl.

agape: signat adesse dapes agapes VI 21.
allegorica: ulcera cordis IViii 7; fulgida lux saecli

repedabit

XXXI

25)

;

Rhodanum properans

=

Benedictus VI 4; fames

220
atra

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

mentis VI 73, 74; vincula piacli

aptus

ornatus: apta
I

est et foliis

myrtea
apta
=15;

VI 135; vincula pectoris et plectri VI 136; arma crucis VI 30; VII 6; rura
cordis replere fecundis seminibus XIII 2

virga

14;

=

acceptus o nimis apte
sint,

deo VI
tibi

109, 110;

precor,

{seil,

poemata) VI 133, 134;
pinxit

anchora amoris XIII 9; hortus divinus

rectus

apte

lineam

VII

=
XX

mundus

XVIII 22; candidolus Cam-

repperit apte XXII 45.

pus

=

carta

XIX

1

;

hortus

mentis
Gallia,

aqua: tinguatur vestris purificandus aquis
(==

3; quae

tantis decoraris,

baptizare) XXII 34.

ferens

gemmis = viris XXIX 7 mundo, Nursia VI

{vgl. astra
6);

arbiter togate orbis

=

Karolus M. XXXII

in arce

4 unten. ardens cor XXXII
arduus:
in
efferri in
6.

mentis
alliteratio:

XXXV

12.

via vita salus spes sola IVi

ardua IVi 24; consurgere

28; pro plausu pectora pugnis
hirsutus
hirtisque

X

15;

ardua XXII 43.

simillimus

hircis

area: ex his (syllabis) mihi est ferendus

XXII 23; cumque suo ponat crimina
crine simul XXII 32; heu(o) decus at-

maniplus ad aream
arida corda

XIII 6.

VI

34. 6; virtute insignis

que dolor XXVI
puellula busto

24,

XXXV 4;
1
;

pusilla

arma crucis VI 30; VII
et

XXVII

solamenque

armis IVi 14.

mali sollicitusque timor

XXXV

46.

armipotens
ars
:

XXVI

17.
1 1

alma fides VI
alter

22.

hac turpi sustentat ab arte XI
mihi
tollet

ab undecimo annus
8.

XXVI

21, 23.

vitam

et

artem XXII 29.

altisonum Carmen XIX
altithronus IX 17.

artare: artat et incertum quaestio

XXII
8.

6.

arundo: gracili sub arundine XIX
flamine
3;
äff latus
altis

ahus

deus:

alti
II

VII 4;
caelo

arva civilia Xf 25.
arx: poli XXII 8; mentis
ast

altissimus

ab

=

XXXII 3. alumnus VI 5; stirpis XXVI 5. amator pietatis XXII 15, XXXII 10; pacis

XVI

2;

XXIV

8;

XXXV XXXV 44.

12.

astra ferens Nursia

= viros praeclaros VI
4.

6.

astriger polus

XXV

XXXV

19.

asylum
9; sacer

I

5; IVii 5.

amnis lacrimarum IViii7; XXVIII =r. baptisma XXVII 2.

atavus patronus

=

Arnulfus
3.

XXV

7.

augmenta sumere IVi
vincit

amor VI

laudis

XXIII

12;

omnia

auctores
et

=

conditores IVi 9;

reparator

quo plus amat quis, plus valet VII 13; amor summus orbis = Karolus M. XXII 54.
105, 106 vgl.
9.

auctor

=

Christus IVi 23.

aula regis XVIII 6;
aula astrigeri

XXXV 25; = poli XXV 4.
XIX
29.

caelum:

anchora amoris XIII

aura: per auras pandere
33.

androgenus

=

androgynus XIX
30.

aureus:

regna VII 2;
16.

rubor

=

aurora

anguis := diabolus VI 51, 52.

XVIII
avius:

anhelum cor IVi
annua lux XXVIII
annus:
evoluta

avitum sceptrum
II

XXVI
5.

17.

annalis ordo percucurrit sua spatia
4.

5.

avia

qui

sunt sequuti pergentes

per invium XIII
curricula
4;
peracti
II

annorum
II

1;

axis

=

caelum: axem conscendens Cyn-

orbes evoluti sunt
circuli
II

sunt

thius

XIX

3.

6. 9.

annotare

II

baiulus:
vester

fregit

veneni baiulam cymbiam
pandit bene rumor IX

apex:

celsus

=

celsitudo vestra

VII

6.

XXII
apici

vatum XXIX 3; summo rerum = Karolus M. XXXII.
52;

bene

= valde:
vomus

18.

bifidum

=

penna XIX

1.

Index grammaticus zu den Gedichten des Paulus Diaconus.

221

bissenus

II

5.

circumsaepire obrizo IVii
2.

6.

boreas XXVIII
brevitas
vetat

citreon
civiiia

I

16.

=

lapidis: plura loqui brevitas

arva XI 25.

inproba

IX 25;

=

temporis:

Claustrum:
VIII
2;

claustrorum

saeptis

habitare

non sivit brevitas XVIII 12. brutum pecus XIX 37; XXII 21. bustum VI 78; XXV 3; XXVII 1.
cachinnus: cachinnis obprimor XIII
caelitus adtrahi
3.

non opus est claustris nee me compescere vinclis XXII 9.
clericus XIII 11.

cohors Hibera

XXVI

26.

colere: ore colende mihi VIII 20.

VI 50. caerulei nimbi Vi 2; caerula nox XVIII 2. calamus: calamos inflare labello XIX 12.
calculus: per calculum
callis
II

Collum: colla paterna ferunt VI 103, 104;

7.

XIX 18. VI 89. comere: omnia componens quem
colla tangere

colubra

sie sa-

tui

sequax VII

16.

pientia compsit IVi 15.

camena dulci resonare XIX 7. carta XIX Campus candidolus candidolus XIX 1.

comitari: ducibus comitaris opimis
1.

VI 49;

=

rutilo comitare favore XXXII 14. compar: compare cum magno IX 8.

captare:

captantur flamina laudis IVi 6;

compescere: nee
XXII
9.

me compescere

vincHs

suado captaris ab ydro VI 69, 70.

capulum VI

35.

componere: omnia componens sapientia

Caput: totum hoc in

meum
stulta

caput
3,

(—

in

me)

IVi 15.

dictum per hyroniam XIII
detque

vgl. deri-

concentus: concentu pari VII

1.

meum

caterva

caput

conchae (concae) XIX 41.
condecoratus: cunctis condecorata bonis

XXII 22.

Carmen:

condere XIX 8; pangere

tereti

XXVI

14.

versu XIX 20.
carneus ignis opp. aetherius VI 28.

condere Carmen XIX 8;
conferre: spes

opus XXXII
9.

13.

confidere de bonitate IViii
6.

viam IX 19; iter lucis XXIX carus amore patris VI 114; antiquo
carpere:

omnia confert XIX

26.

et

confundere:

qua (spe) quisque innixus
est

caro

sodale

XVIII 8;

qui

carum
19.

ut

numquam
:

confusus ab aevo IVi 29.
1

hostem

iaculis confixit

XVIII

congruus congrua signa dedit VI
coniugatio: cupii XVii
salii

17,

1
ii

18.
3,

catholicus princeps Arichis IVi 13.

cauditus agnus
caula Viii.
cautio:

XIX

38.

XVii 4

— laudabere —

2,

sapui
I

XV

25,

sump-

sere IVi 3,
cautio Christus erit XXII 48.
I

patiare IVi 30,

calcasset

mea

21, patrastis IViii 5, reparasti Vii 2,

cavere: cave submergere 123; ne perdas
I

mandasti
IX
1

XXXII 13
stuperent

fulgit

Vi

1,

24.

(vgLkrit.App.), fulgis XVIII 22,

cedrus ardua
celsi

=

Karolus M. XVIII

23.

nitit

Vi

4,

X

6,

deridor XIII

nimbi XVIII 23.

3,

deridentur

=
22.

Fat. XIII 11, deridet

census proprius
ceu:

XXXV

21.

=
VI
55.

Fut XXII
22.

cernere: cernitur ignis insurgere

consociare:

mellifluus

consociavit

amor
vitae

ceu raptat boreas

XXVIII 2;

ceu
2.

XXVI
consortia

paradiseo culmine missa forent XXII

vitae

linquere
1.

VI 117;

chalybs

(calibs, calybs)

VI

35, 36; VII 7.

angustae VIII

Christicola

cignifer

XXXII 4. Padus XXVI
explevit

conspicuus: conspicuo
18.

cum

lux fulgebit

Eoo XVIII
3;
cirII

14.

circulus
culi

annum XXVIII
II

consurgere: necnon per ternos consurgat
littera

=

anni

6 (orbes

4).

ramos XXI

24.

222

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

cor indoctum XXII 19; XI 6;
arida

mea corda
patris

quatit

nus amice dei VI 150; ab amni
XIII 3.

trahi

corda

regia

XXVIII 6;

VI 34;

perfida

VI

43, 44.

declivus Cynthius occiduas ad oras XVIII

1.

coruscare: gestorum luce coruscat IX 27.
crescere

decoquere: vitem decoxit pruina
decor:

X

17.

=

syllaba augeri

XV

ii

6.

caperisque decore IVi 25;
9; interior opp. species

tener

cretus: Karolo de principe cretus
crinis:

XXIV

5.

XXVI
XXIX

cumque suo ponat crimina
arma
crucis

crine

decorare: tantis decoraris,
7.

XXVI 12. Gallia, gemmis

simul XXII 32.
crux:

VI 30; VII

6;

vgl.

decus: lux

lignum.

decus
Petri
tuis

culmen Bardorum IVi 18; culmina
IX 20;

omne decusque suorum IVi 20; summe IVii 4; tu decus omne X 3; decus atque dolor XXVI
decus
et

cum modicis

rebus

culmina
generis

24,

XXXV 4;
11.

mirabile

mundi

redde simul XI 26; ceu paradiseo cul-

XXXII

mine missa forent XXII
culmina celsa

2;

deicere: visere

deiectam non vult elatio
9.

XXXV

8.

mentem XX
13.

cultor et index IVi 18;

XXXV

deliciae:

populi,

summus

et orbis

amor
4.

cultus altithroni IX 17.

XXII 54; gloria, deliciae, tu generalis

cumulus: virtutum cumulos ordiar unde
tuos

amor
deus:

XXXV

28; opp. pauperies VIII

VI

2.

deridere vgl. coniugatio.

cupere:

cupii XVii 2;

magis cupiunt
ut

=

vgl. Christus;
alti
II

altithronus IX 17;
altis-

malle VIII 3; enixe
curricula
curtatus:

cupio XXXII 19.

altus:

flamine afflatus VII 4;
3; cuncta creantem

annorum
patre

II

1.

curtato

cauditus gignitur

agnus XIX 38.

cymbia VII
cyparissus

6;

XX

14.

VI 143; dominus II 11; omnia conponens sapientia IVi 15 omnicreans rector XXXII 3; pater aeternus XXVII 10; reparator
simus
;

=

regina

cum

fructu

=

liheri

et

auctor

IVi

23;
II

supernus

II

10;

XVIII 24.
dactilus

supernus iudex
diabolus:

11; tonans XXII 37.
1.

devotio ampla XXXII

XX

6.

anguis VI

51,

52;

perfidus,

dapes agapes VI 21, 22.
dapsilis

pestifer ille draco

VI

83, 84, 145, 146;

XXVI

14.
inf.\

leo crudelis,

lupus insidians, serpens
16.

dare sequente

suppetias dedit esse

dira

Vm;
3.

hydrus VI 69, 70; VII

suis IVi 27; gliscere dat fructus

XIX
I

6.

diadema:

gemino

diademate

pollens

dativus: semper laudabere cunctis

25;

XXVII
diecula:

deprensa sagaci VI 29;

cernitur tibi

decima de mense diecula Jani
59.

VI

56.
diffi-

XIV
diffidere

de: de bonitate dei confidite IViii9;

de bonitate dei
inf.:

IVm
ut

10.

XIX 25; de spe titubando tepescit XIX 27; flagrat de vestro pectus amore VIII 9; de nomine dicor XXIV 1 renovas de
dere
10; fidens de spe
;

IVm

dignus

c.

XXVI

19;
6.

dignum

est

XXXII
diluvium

10,
II

XXXV

1.

dimittere: dimisit crimina Christus XXII 14. dirigere

matre dolorem XXVIII 7;

lumine de

pro
60.

'mittere'

usurpatur: XIII

1

quarum nox
Christi VIII

fugit
15,

XXIX 8; de munere XXXI 29.
VII
9,

XIV

dirimere opp. reformare
dirus: dira alimenta

declinatio:

absentum
23,

egentum
1;

VI 12. VI 46; procella X
grando
per

18.

XXXV XXXV

sapientum

XVii
clara
ii

tu

discursare:

discursat

agros

Benevente

XXXV

32,

Salerne
4,

XIX

10.

34, decus

summe IV

mag-

discutere problemata

XX

2.

Index grammaticus zu den Gedichten des Paulus Diaconus.

223

dissolvere

aenigma XIX
11.
4.

44.

euge VI

3.

diurna spatia XVIII
doctrina simplex

evolvere: evoluta

annorum
II

curricula

II

1;

XX

orbes evoluti sunt
excelsi muri

4.
1.

dominus rex XXII 10. donare: dona eis cum
enniter
II

exarare: verba cepi exarata paginis XIII
electis laetari per-

XXXV

33.
9.

12; donare facinus XXII 15.

excessus
excubare:

peccatum VI 48; VII
Christo
14.

draco vgl. diaboliis.
ducere: duc et educ IVii 2; proprium nil

sacrata

excubat

=

nonna XI
exhinc
II

ducens tradere censum
ductor Arechis
II

XXXV
dum
II

21.

6.

10, 12.
viridi

exire in

=

terminari XVii
85, 86.

3, 8.

dum cum
polles
I

indic.
7;

cespite
I

exitiale

malum VI
lesum
35.

frigora

dum

superas
12;

8;

exorare:

nunc

precibus

exores

dum
Hebro

steterit

solium unten;

dum
cum
amni
urna

XXVI

perduntur urbes IVi 5;
XIII
:

dum
coni.

ludit in

explere: etsi iussa nequivi explere XXXII 9.

1

=

ex quo: septimus annus, ex quo XI
exsistere (existere)

5.

tempor.
XIII XIII

dumque

traherentur ab

=

esse

XXVI
dura,

2.

3

unten;

dum

conderet

exsuperare VI
extorris:

8.

5 unten.
II

extorrem,
44.
7.

Gallia

tenes

duocenti

1.

XXXV
extunc XI

edax ignis VI 55, 56. educere: duc et educ
effectus:
sit

exsul inops tenuis
IVii 2.

VI

132.
4.

exuviae: exuviis ex orbe petitis IVi

licet

effectus

modicis

pro
facere:
fac

viribus impar

XXXII

5.

laudent
facit

VI 143; quem huc
2.

effulgere: effulsit ut sidus

novum

VII

3.

properare

XXV

effulgurare: noctu iubar effulgurat VII 14.

famen: sacro nuper mandasti famine condi

egestas:

nobilitas periit, miseris accessit

XXXII 13; famina sancta dabat
16.

XXXV

egestas XI 21.

eheu XXII 5;
elatio
electi

XXXV
II

41.

fames

atra

mentis VI 73, 74.

XX

9.

=

beati

12.

elementa aurea epitaphii
:

XXVI

1.

eloquium omniumquepraemineregentium
eloquio XIII 2; strenuus eloquii, divini
cultor et index

famosa merita IX 5. famulus supplex VI 131, XXXII; verba tui famuH, rex summe, adtende XI 1 excipe tui famuli, rex magne, la-

borem XXXII
fantasticus VII 9.
festivitas

12.

XXXV

13.

enigma:

sanctorum

effigies
6.

pulchro sub

VII

1.

enigmate vernant Vi
enixe cupere XXXII 19.

ferre

=

auferre:

tulit dira

procella

rosam

X
equis
fidelis

18.

equus:

Cyntliius
2.

rapidis volitabat

XVIII

fidere
5.

Abraham II de spe XIX
arce varias

2.

25.

ergastulum VII

figura:

a

corde figuras
fulvis
1.

VI
ele-

ergo age XIX 28.
esse:
cui

137;

aurea

quae

rutilant

{exspectes cuius) fallere

non

menta

figuris

XXVI
. . .

est IVi 26;

=

Interesse: esse sacris
krit. App.).

flabrum: frigora, flabra, nives VI 17, 18.
flagrare: nectar

VI
ethica:

79,

80 (vgl.

quodque
afflatus

flagrat op9.

quod logos et phisis moderansque quod ethica pangit XXXV 11.
et

time XIII 9; de amore VIII

flamen

=

Spiritus:

aUi flamine

etiam

XVii

2.

VII 4;

=

aura:

fragilis

captantur

224
flamina
iaudis

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

IVi

6;

=

sacerdos:

generalis

amor

XXXV

28.
6.

flaminibusque ipsis famina sancta dabat

generare: dolores multiplices generat XI
genitor

XXXV
flavere:

16.

XXVII

6; genitrix

regum Hilde-

flammeus orbis VI
flaventis
{vgl. fulvus).

111,

112.

gard, uxor Karoli M.
XIII

XXVI

24;

=

metalli

copia

7

Maria:

virgo

genitrixque

creantis

XXXV
doce flexum XIX 43.
gerere:
rura

51.

flexus:
florere:

cum

pietate

iussa

paterna gerens VI 37, 38.
7.

florentia

XIX
7.

4;

florentis

germanus XI
gloria:

gratia

formae XXVI

gliscere bonis VII
9; aevi VII 3.

16.

floridus: florida

mundi VI

fluctuäbunda pavet
fluere:

XXXV
2.

48.

iam fluebat decima diecula XIV 59.

fore: missa forent XXII

quo merito Latiae dicatur gloria Dardanidaeque gloria gentis XXXII 5 unten. gramma sie fantur grammata vestra 'cave'
gentis IVi 17;
:

forma coniugationis
formula XVii
fortis

=

species XVii

2, 5;

XXII 46.
gratia:

4, 6.

clara
7.

fuit

florentis gratia

formae

ad arma XXVII 4;
1;

= firmus:

fortes

XXVI
grex

lacerti XIII

perplexes
28.

forti religa-

gravare: iam gravante senio XIII 12.

mine nodos XIX
fragilis laus IVi 6.

=

adesto

monachorum societas: gregi VI 128; adsis

mitis

gregis

frenum: frena vitae capere VI 62; frena
dare loquelis
frequentare:

suspiriis VII 16.

VI

77.
fre-

conchae quoque saepe
;

habenas patriae regere
habitacula templi IVii

XXXV
3.

17.

quentant XIX 41

mens

ut

Christo

laudes in saecla frequentet XI 27.
frustrare vota cordis IVi 30.

hactenus (actenus) XIX 42.

heremus
8.

II

3.

fugere:

nox

tibi tetra fugit

XXIX

herilis

structor

IVi
32.

12;

spes

XIX 25;

fulgens regina
fulgida lux

Ansa IX Vm, VI 4.
87, 88;
1.

28.

pectus

XXVI
15;

heros celeberrimus

=
13;

Aridiis

fulva metalla {vgl. flaventis metalli copia
XIII 7)

heu

X

5,

XXVI

24; heu

XXXV 3. mihi XXXV

VI

fulvis

rutilant

fi-

29; hei mihi
XIII 3.

X

heu (zweisilbig)

guris

XXVI

fundare aedes IX 17. fundere preces VI 131, 132.

hirtus: hirtisque simillimus hircis XXII 23.

hiulca tellus

VI

81, 82.

funus

mors: post funera carnis VI 147; viderat nuper funera nati XXXV mortui: 43; acerbum XXVIII 1;

=

bonos:
hora

capitis decussit

honorem

=

pul-

chritudinem VI 85.

=

vitae tempus:

tristis et

hora mihi

funera vitam receptant VII 12.

XI
hortus

4.

furtum: pietatis furta probantur VI 19.
furva sub nocte IX 23.

divinus

=
3.

mundus XVIII
16.

22;

mentis

XX

gaudium
petis

:

gaudia longa
10.

=
11.

vitam beatam

hydrus (ydrus) VI 69, 70; VII hyronia: dictum per hyroniam

XIII 3.

XXVIII

gratanter excipe

XXXII

iaculo confodiens corda patris XXVIII 6.
leere: corda icta sunt dolore

gemma: micans VI 56, X 2; decoraris, Gallia, gemmis XXIX 7; gemmas Indicosque lapides XIII 8; Indica XXVI 6. gemmare: gemmantem vitem decoxit
pruina

XXVII

8.

igneus Cynthius XIX

3.

ignitae sagittae XVIII 7.

imagines

in

tribunali
ii.

et

in

basilica

X

17.

sanctae Mariae Vi,

Index grammaticus zu den Gedichten des Paulus Diaconus.

225

imperativus: ne carpe VI 71, 72.
in:

lactea

tumba IX

1.

annum,

in

quo
in

est indictio
8,

nere tribuere XIII
dare VI 131
;

vgl.

mupro munere
II

8; in

lampas: meriti pro lampade summi VI 149. languida membra trahens XXXV 42.
lapides Indici XIII
lar:
8.

armis vincere XXII 51

in cunctis celeberrimus heros

XXXV

3.

sacro

membra

dedisse

lari

XXXV 52.

incassum certans XIX 42.
inclytus atque potens
inculta

laurus: palmas et odoras pandere lauros
10.

XX
7.

XIX
laus et

16.

poemata VIII

inde

est,

quod

VIII
et

7.

honor I 27; VI 153, 154; laudibus antra sonant VI 15, 16.
(lechitus)

index:

cultor

index pietatis

IVi 18;

lecitus

stillam

praebere

lechiti

caelestis tramitis

indictio

prima
ver

inesse:

tibi

VI 133. 763 II 8. semper inest
II

VI
I

93.

leges atque iura
7,

XVI

4. 6.

8;

legitimum germen
leo

XXV

semper

inest luctus XI 4.

=

diabolus VII 8;

Viii.
sit

infinitivus : venit restaurare

7; mulcet

licet

indignus VIII 14;

licet

XXII 23.

properare VI 83;

currere

cede viam

ligare: pacis

VI
6;

139, 140; gliscere dat fructus

XIX
7;

lignum

=
:

amore ligans IX arbor, crux Viii.
2.

14.

monitas non esse superbum

XX

ligustrum

ceu raptat boreas vere ligustra

curam habere monet XXII 44; quem

novo XXVIII
lilia

huc properare
tenere
sceptra

facit

XXV
19;

2;

digna

mixta rosis
aetatis

XXVI

10.

XXVI

mandasti

limen:

ipso limine VII 3;

extre-

famine condi XXXII 13;

t;^/.

XX

5.

inmensa trinitas I 27. inmodicus amor VIII

nostrum tenuit quod limine Carmen XVIII 21; rapta est de limine vitae

mo

9.

XXVII
linea:

7.

innumerum vulgus XXII 41. inpar: vatibus antiquis non inpar XIX
inproba brevitas IX 25.
instar:

pinxit

apte

lineam

vitae

sacrae

44.

sequacibus

(= regulam

S. Benedicti)

VII 15.
litare:

instar

nectaris clarescere VII 15;
7.

ne

lites

munus ad aram VI
litteris

65.

quasi puri muneris instar XVIII
instituta

litterae:

vitam

ni

emam

XIII 7.

praeceptorum
II

=

leges a

Moyse

logos

et phisis

moderansque quod
11.
6.

ethica

traditae

3.

pangit

XXXV
X

insurgere flammis
interrogat. indir.

VI 55. semper rede

longaevi senes
c.

coni.:

longo post tempore

XXIV

9.

IX 17;
intima

XXV

3;

XXVI

2.

loquella: Graeca, Graia, Hebraica XIII 6,

mea ne
avia

turbet

VI 145;
secuti

intima

11; caret loquellis Latus XXII 19.

iocineris penetrantes sagittas XVIII 9.

invius:

qui

sunt
5.

pergentes

lumen aeternum IVi 9; proprii perfudit lumine vultus XIX 23; lumina cordis

per invium XIII

=
lusus

virtutes

XXVI

11;

=

oculi:

lu-

ironia (hyronia): dictum per hyroniam XIII 3.

minibus

tacitis

notavi XXII 3.
flos

iudex supernus

II

11.

ius: iuraque det haedis XXII 24.

verboram: mundi VI 9;

despexit
qui

florida

avia

sunt

secuti

pergentes per invium XIII 5; nee iners
labes:

peremptum VI 47; integrum generat sine labe XIX 36; in quo
labe

vitam mihi

tollet

et

artem XXII 29;
crine simul

cumque suo ponat crimina

(=

opere)
15.

si

quid

erit

labis vitiique

XXXII

XXII 32; parvula non parvum linquis, virguncula, luctum XXVIII 5; flamini-

labi: lapsus

mundus

Vii

2.

busque
IX
7.

ipsis

famina sancta dabat XXXV

lacer: patriam bellis laceram

16; patriae

amore mori

XXXV
15

22.

Quellen

u.

Untersuch,

z. lat.

Philologie des

MA

III, 4.

226
lux fulgida Viii,

Karl Ncff, Gedichte des Paulus Diaconus.

annua XXVIII 4; lux omne decusque suorum IVi 20; luxque decusque XXXII 2 unten', lux-

VI

4;

mutans XVii 2; XVii mutilum pecus XIX 37.
mutarc:
'o'
'vi'

6.

myrtea (mirtea) virga

=

myrtus

I

13.

que decorque

XXXV

10.

namque

=

mage

sed sustolle iacentem IVi 31.
ut

nativus:

autem: IVi 12; XXXV 39. unda nativo e marmore manat

mandare manere

XX

5;

c.

inj.

XXXII

13.

VI
8.

33.

mane novo XVIII

10.

nectar: instar nectaris clarescere VII 15;

=

esse: IX 11, 28;

X

4;

XX
6.

nectar

omne quod

praecellit XIII 9.
1.

maniplus:

ex his (syllabis)

mihi est

fe-

nectere post has XVii

rendus maniplus ad aream XIII

negationes: nee

=

ne-quidem XXII 28;

marsuppium XIII 7. medela: unde medela
mellifluus pater

XXVI
tibi
;

8;

necdum

=

nondum XXII
146.

XIV
2.

61

VI 95. amor XXVI

49; nonque := neve
22.

VI

nequire, quire XXXII 9, 17.
ni:

melos:
canit

cuius dulce melos pagina multa

vitam

litteris ni

emam,

nihil est,

quod

XXIX

tribuam XIII
elata

7.

mens

deiecta

opp.
3.

XX

9;

mentis

nilöminus VI 74;
nimis,

hortus

XX

meritum

:

quo merito Latiae

dicatur gloria

gentis IVi 17.

meta: metas positura labori XVIII
metallum:
lactea

3.

splendifico quae fulget
1
;

nil minus VI 22. nimium pro superl. adiectivis adduntur VI 109, 110; XIX 3; XXIV 2; XXVIII 10; XXXII 16. nodus aenigmatis XIX 28. nomisma: aether pluit nomismata VII

tumba metallo IX
87, 88;

fulva metalla VI

11.

metalli flaventis copia XIII 7.

novitas: testis novitatis habendus
est fortasse aHut novitas
rit

munus: per domini munus VIII munere Christi VIII 15, XXXI
IX 27;

12;
29.

de

VI 113; quod reppe-

apte XXII 45.

micare: virgineo splendore IX 16; mente

novus: mane novo XVIII 10; vere novo

gemma

micans VI 56,

X

2.

XXVIII
nubila

2.

miraculum: miraculorum praepotens VII
4; mira gesta

mundana
1;

pellere VII 3.
II

XXIV

11;

mira patrare

numeralia:
II

octodecem
bis.

6;

duocenti

XXXII 7; miranda VII 15. modulamen: replere et densas suavi modulamine Silvas XIX 21. monere: bella monens VI 115, 116; c.
inf.

novies centeni 112; nona atque
binas
ii

decima XVii 7;
XVii 4; bis sena
XVii 4;
trini

formulas

XV

3; bis septena

supplicii optio XXII 5.

XXII 44.
c.

monitare

inf.

mordaces sensus

XX 7. XX 5.

o nimium

felix

XIX

3.

obrizum: pondere quod factum
cumsepsit obrizo Vii
occa: restrictas per occas
6.

sie cir-

mucro: perpetuo pectus transfixa mucrone

XXXV
mulcere

41.

=

lineas car-

=

suadere:

mulcet

properare

tae

XIX

2.

VI

83.
Iris

occiduus: ab oris occiduis 1X20; in oc-

multicolor

Vi

1.

ciduo
29.

XXVI

8.

multimoda ratione XIX

officium

:

pro taedis miserum funeris

offi-

multus: pagina multa canit

XXIX

2.

cium

X

14.
I

mundanus: nubila mundana pellere VII 3. mundus cui panditur omnis VI 109; hortus divinus XVIII 22.

oliviferä silva

9. 3.

omnicreans rector XXXII

omnis: omne quod IVi 24 vgl. quod
I

lo-

munificas dotes ordiar unde tuas

2.

gos

et

phisis

moderansque

quod

Index grammaticus zu den Gedichten des Paulus Diaconus.

227
peren-

ethica pangit,
11,

omnia condiderat

XXXV

perennis aquae unda VI 33, 34;
niter
II

12.«

12.

opimus: duces VI 49;

consilium servat

opime XXII

40.

ops: Opern pietatis ferre VI 14,

opus: vix perpendo aüquod

utilitatis

opus

VI 43^ 44. geüda perfiantc procella XIX 11. perfundere gramina fletu XIX 14. pergere succedit in locum verbi 'ire':
perfida corda
perflare:

XXII
orbes

18.

VIII 18; XIII 5, 10.
II

=

anni evoluti sunt

4.

perimere:
mitur

orgia colere

VI

23, 24.

ostensor

arti

tramitis VII 2;
133.

vgl. index

labe peremptum VI 47; consonans XVii 7 {^gl. consonans XVii 6).

periperit

tramitis

VI

otium:
ovile

numquam

dabat otia plectro VI 119.
qui

amor capiendae salutis perpetuum in perpetuum IV ii
perpetualis

XXV
3.

1.

=

=

Claustrum:

post

servavit

perplexus: perplexos

forti

religamine no-

ovile

XXV

5; Viii.

dos

=

aenigmatis pandere XIX 28.
pertinge

pertingere:

cacumine

nimbos

paedagoga (pedagoga) VI 11, 12. palma: palmas et odoras pandere lauros XIX 16. aenigmatis XIX 29; pandere nodos abstrusum XX 14; palmas et lauros

XVIII 23.
pervigil in lacrimis

tempora noctis agens
145, 146.

XXXV

14.

=

pestifer ille draco

VI

phalanx (falanx)
sancta

=

societas

hominum:

XIX
5;

16.

VI

147,

148; peregrina

XXXV

pangere carmina XIX 20; laudes

XXXV
pangit

38.

moderansque quod
11.

ethica

pharetrigera Diana IVi 11.
phisis:

XXXV
pannücia:
illa

quod logos

et

phisis

moderans-

quos vix pannuciis praevalet
et valet a

tegi XI 12.

paradigma:

summis
2.

hie para-

que quod ethica pangit XXXV 11. piaclum IViii 5; VI 135. pietas dementia VI 14, XI 2, XIX 43,

=

digma

trahi

XXII

12.

XXII
pius:

15,

XXXII 10;

pietatis furta

VI

19.

paradiseum culmen XXII
paradisus (paradysus):
==

piis

quem

contines

ulnis

Vii 3;

flos, paradise,
9,

tuus

Benedictus VI

10; te paradisus
50.

pone malis XI 24; amor VI 112; merita VI 137,
138; rex XXII 50.

== Clemens: finem his, pie,

=
59
;

caelum habet
stuperent
I

XXXV
;

parare: paräbantur

X 11; vgl. fluebat XIV X 6 terruerunt XXII 4

planctus ubique sonat
platea: per

X

16,

XXXV
VI
5.
4.

31.

omnes

plateas XI 10.

vinceres
pastus: tecta

21.

plaudere: Nursia, plaude satis

tibi

pastumque paravit 1X24.

plebs =: societas christiana Vii

pater patriae IVi 20; aeternus

XXVII

10.

plebeius: prompsi plebeio carmine versus

patulo

= =

aperte produntur VI 59.

XXIX
plectrum
plectri
18.

9.

paviscere

XIX

48.

cantus VI 119; pectoris
plectro

et

paxque quiesque

XXXV

30.

(=

linguae) vincula solve mei
claruit;

pedum
pellere:
pelta:

pastorum baculum XIX

VI 136; Benedictus

arcu pellente sagittas XVIII 18.

nam
poemata

pinxit apte lineam vitae

sacrae

digne opponere peltam missilibus
12.
7.

sequacibus

{=

regulä) VII 15.

XVIII
per:

{trisyll.)

parva VI 131, 132; in-

peplum VII

culta VIII 7.

per domini munus VIII 12; per hyroniam XIII 3; per omnes plateas XI 9; per sacra domicilia XXXII 17.

poetae vatesque XIII
pollere:
viridi

2.

dum

cespite

polles

I

7;
3.

gemino diademate pollens XXVII
15*

228
polus

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

caeliim:
13.

regna

pol!

VI

108,

pronus

c.

inj.
II

XIX

13.

XIX 26; VII
populus
portio:

propheta

6.

=

christiani,

homines:
4.

IVii 4;

proprius

=

suus: proprio quaesitam san-

VI 52; XXIX
aeterno
IX 15.

10;

XXXII
sua

mansit

portio

regi

guine plebem Vii 4; me proprii perfudit lumine vultusXIX23; proprium
nil

ducens tradere censum
3.
1.

XXXV

21

portus quietis IVi 27; tuis portusque sa-

hie deus ipse

manet proprie, qui sem-

lusque

fuisti

XXXV

27.

per ubique est IViii

poscere
potare:

=

orare saepe.
Siler potat

proscindere

campum XIX
sit

quosque

XXXV

36.

protectio: crux

protectio saeptis Viii.

potens artibus IVi 16; formaque animoque

psalmicen assiduus VI 119, 120.
puellula pusilla
puerile decus

potentem IX
XIII 9.

10.

praecellere: nectar

omne quod
3.

praecellit

XXVII VI 7, 8.
et

1.

purificandus XXII 34.

praecelsa regina

XXVI

Purpura: tinxerit
instituta
II

tremulos Titania pur15.

praeceptum:
leges a

praeceptorum

(==

pura fluctus XVIII

Moyse

datae)

3;
II

vgl. lex
4.

purpurea rosa

X

18.

data et conscripta caelitus

praeda: hae ne praeda fiant
tur),

(—

eripian48.

fluctuabunda pavet

XXXV

quo = ut fin. IVi 17; VI 129, 130. quod pro acc. c. inf.: spes quod XXXV
50.

praenoscere: futura, praenoscimini VII 10.
praepes: mandata praepes
praepollens Arichis
efficit

VII

8,

quousque
radiäre:

II

3,

vgl.

usque quo

II

4.

XXXV
10.

4. 4.

praepotens miraculorum VII
praesul Arnulfus

Phoebo
littera,

radiante XVIII 17.
ternis

XXIV
illa

ramus:

quae

consurgit in

praevalere
ciis

=
cui

efficere:
tegi

quos vix pannuXI 12;

ardua ramis XXII 43.
reboare: reboans clamore minaci
rector vafer VII 10;
10; omnicreans

praevalet

= posse:
praevaleat

VI

101.
XIII

nullus

sistere

contra

potens XI 23;

XIX

48.
2.

primatum tenere XVI
pro pudor IVi 6;
131;
vgl. in

reddere

c.

inf.:
I

XXXII 3. esse potentem IVi
II

16.

pro munere dare VI
tribuere XIII 8.

redemptor
regifica

29;
I

8.

munere

mensa
ille

6.
II

problema (problemma) problema XXII 49.

=

aenigma

XX

1

regnare principatum
regnator

10.

Hebreae gentis
2;

=

Salomon

promocondus VI
pronomina:
XXII 16;
aliquod

93, 94.
39.

IVii 4.

promptus ad praecepta magistri VI
vester

regnum: regna aurea VII
12;

beata VIII

amor

=

vestriV\\
XIII

XXVII
IViii

10;

sacra

poli
34,

XIX 26;
sacrum

pretiosa

quaeque

8;

Sacra regna tenere

XXVI

=

ullum opus XXII 18; nullus

regnum

1

;

regna mundi XIX 48.

pro nemo IViii 10, XIX 47; ullus vgl. später; non Übet hunc talem calamos inflare labello XIX 12; elicuit quascumque voces XIX 24; hie locus, astrigeri qua patet aula poli XXV 4; suscipe qualiacumque tamen VIII 8; excipe qualemcumque laborem XXXII quot IX 17, tantus 12; quantus

relevare: patriam relevans stabilivit IX 8;

hos verbis, hos relevare manu XXXV24.
religamen:

perplexos

forti

religamine
28.

nodos
religare:

=

aenigma XIX
religata
1.

nervosis

problemata

vinclis

XX
ante

repedare:

potest

=

=

Suavos VIII 17;
dabit ad ortus

Rhenus repedare refluus Rhenus repe25.

tot

XXIX

7.

XXXI

Index grammaticus zu den Gedichten des Paulus Diaconus.
remorari: nil remorante fide
reparator et auctor IVi 23.

229

VI

140.

'

sapere, sapui XVii 3; sapientes

= gramXXVI

matici

XV

ii

1.

requies tuis portusque salusque
res: rebus exclusa paternis XI

XXXV 27.
19.

sardonix Pario,
10.

lilia

mixta

rosis

resecare: carens seu parte resectus
resolutio aenigmatis XXII 49.

XIX

35.

satagere
satis

XXXV

24.

resonare dulci camena XIX

7.

respicere: respice et ad fletum XI 2.
restaurare:

mundum
II

venit restaurare per-

ditum
retentare:

7.

pro superlativo additum adiectivo: XXVII 4; plaude satis VI 5, 6. sator XXVII 3. satus stirpe ducum regumque XXXV 7.
IVi 16, 21; XXII 6;

luctum sine fine retentans XI

sceptrum capessere XIII 10; avitum
17; sceptra aurea
scola:
tres

XXVI

15; cur busta sacer

numerosa

retentet

XXVI

20.

XXV

3.

aut

quattuor in scolis quas

retia fraudis frustrantur

VI

61.

didici syllabas XIII 6.

revolvere:

spatiis
11.
II

lux

revoluta

diurnis

sed postponitur: passim; sed potius XIII
5; XIX 13; XXII 7. semper ubique IViii 3. Senium: iam gravante senio XIII sensus cogitatio: mordaces

XVIII

rex aeternus

7; IX 15;
II

sapientissimus

= Salomon M. XI 1.
ridere:

4;

summe

=

Karolus
ra-

12.

=

XX

5;

cuncta

et

ridebunt

Phoebo

sensu celer XXIX

1

;

si

sensibus
18.
callis

altis

diante XVIII 17.

Karoli M. placebit XXXII

roscidus:

roscida de lacrimis terra

X

1;

sequax: vitae sacrae VII 15;
VII
16.

tui

lacrimis roscida tellus

XXXV

1.

rosulenta prata VIII 3.

serenare:
16.

tempestatesque serenat XIX

6.

rubor aureus

=

aurora XVIII
XI 20.

servator

summus
53, 54.

honesti IVi 19.
1.

rupea saepta VI 125, 126.
rusticitas opp. nobilitas
rutilare:

servus humilis XXXII
sessor
ele-

VI
si

aurea

quae

fulvis
1.

rutilant

sexus
si:

et aetas

XXXV

31.

menta

figuris

XXVI

o
I

=:

utinam XIX

15;

si
I

calcasset
22.

rutilus: rutilo comitare favore

XXXII

14.

sie

21, vgl. si eras

=

esses

ceu XXII
littera

1.

Sacra

= missarum sollemnia VI 79; sacra
13.

sigma

XVii

3.

canere VI 120.
sacrare: primis Christo sacrata sub annis

similari:

similor

Tertullo

XIII 4;

mutis
11.

similati deridentur statuis XIII

XI

simplicitas:

animae XXVI
simplicitate

12;

egregia

saeculum

(saeclum)

=
II

mundus

IVi 22;

XI 14;
108.

placens

VI

107,

VI

4; VII 4, 14; in saecla frequentare

laudes XI 27;
cipio
clis

=

tempora: a
1;

prin-

simul: mixta simul
sinere: sacris

I

12.

saeculorum
127.

cunctis

sae-

VI

saeptum

=

claustrum
rupea

Viii;

VI
126;

67, 68;

saepta

VI
2.

125,

saepta

non adesse sinuntur VI 79; VI 53. singultantia verba XIX 13. sistere: contra XIX 47; iter VI 84.
sine dentur
solari:

claustrorum VIII

solatur

cunctos

spes

XXVI

33;

sagax sapientia XXXII
salire, salii

16.

solatur tantos spes dolores

XXXV 49.

XVii

4.
1.

Salus

mundi

116; salus, decus, spes IVii

somnus abest et somnos

oculis

VI 106; desidiam
138.

arce

VI

sanctio:

firmum oro capiat vestra sanctione vigorem XXXII 20.

sonare: pectora vestra sonent IViii 13.
sospitas revisit fractum VII
9.

230
spatiose:

Karl Neff, Gedichte des Paulus Diaconus.

non
teils

sivit

brevitas spatiose lu13.

tantum transcendit
tantus

quantum XXVI

5.

dere
species

XVIII

^

tot

XXIX

7 fquantus

=

quot IX

= forma
X

coniugationisXVn 1,5;

17).

rerum species diversa per orbem XIX
39.

templum: XXXII

vgl.

asylum; domicilia Christi

17; habitacula templi IVii 3.

speciosa virgo

3.

tendere regni vires in Asiam XIII 10.
tener: teneris sub annis

speleum VI

25.

X

5.

spes laudatur: qua quisque innixus

numspes

tenere:

tenet

corpus
2.

tellus

VI 82;
132.

pri-

quam
spes

est

confusus ab aevo IVi 29;

matum XVI
teres:
tereti

Sacra

regna

poli
26.

tribuit,

tenuis: exul inops tenuis

VI

omnia confert XIX
splendificus
:

me

pangere carmina versu

splendifico quae fulget
1.

tumba

XIX
2;

20.

metallo IX
Stabilire:

terminari:

terminatae

'io'

formae XVii
XVii 5;
'ui'

patriam stabilivit et auxit 1X8.

terminata 'uo' verba
3.

statuae:
XIII

mutis similati deridentur statuis
11.

terminatur XVii

terminus:

annos quinque
II

et
3.

quingentos
pectora

stelliger fulgor

XVIII

4.

praeterisse terminos

stillam praebere lechiti

VI

93.

thalamus: natarum thalamis
vinxit
tibi

sibi

structor herilis IVi 12.

IX

12;

thalamus

sponsusque
pro

suadus: suado captaris ab ydro VI 69.
suavis (trisylL): ore

parabantur
tibi,

X

11;

thalamo

XXIX

1.

dedimus
regalis

virgo, sepulchrum
40.

X

13;

sub: sanctorum effigies pulchre sub enig-

XXXV

mate vernant Vi 6; furva sub nocte IX 23; teneris sub annis X5; primis sub annis XI 13; sub gracili arundine

tinguere aquis

=

baptizare XXII 34.

titubare de spe opp. fidere

XIX 27;

titu-

bante «de XXXII
togatus arbiter orbis

18.

XXXII 6. subruere: subruiturque domus XIX 11. superbus equo VI 101, 102.
8; sub ardenti corde

XIX

= Karolus M. XXXII
XXIV 4;
vgl. deus.
in

4 unten.

tonans IX 5; XXII 37;

supercilium lange

XX
II

7.
II

totum
11.

=

omnia: totum hoc
caput dictum XIII

meam

supernus

=
II

deus

10; iudex

cerno prolatum miseriam, totum hoc
in

suppetiae: suppetias dedit esse suis IVi 27.

meum

3.

supplex: famulus VI 131, XXXII.

trames:

caelestis
2.

VI 133;
II

arti

tramitis

supputare

1.

ostensor VII
peri-

supremus: tempore supremo Ventura
cula saeclo IVi 22.

tranquilla

Adelperga

10.

transcendens moribus

aevum VI

7.

suspicio: digiti suspicione mei

XX

2.

transmeare XVii
tremulus: fluctus
tribrachis

8.

suspirium: adsis gregis suspiriis VII 16.
sustentare:
turpi natos sustentat ab arte

tremere: ore tremente XI 10.
I

23; XVIII 15.

XI 11.
sustollere: sustolle iacentem IVi 31
;

XX

11.

fidens

tribunal

de spe sustollor
susurrus:
22.

tenui

herili XIX 25. quod canto susurro XIX

tacitus:

luminibus

tacitis

notavi XXII 3;
lustras
tacite

Vi 4. trinitas inmensa I 27; VI 153. trmominis: Hebraea gens IVii 4. triumphus: ordiar unde tuos triumphos VI 1; patrios non conspectura triumphos XXVII 9.

vgl.

quaeque

stupens

tröcheus

XX

11.

(Wattenbach) IVi 25.
tarn

— quamque

tumba:

lactea

splendifico
1

quae

fulget
1).

IVi 13.

tumba metallo IX

{vgl.

XXVI

Index grammaticus zu den Gedichten des Paulus Diaconus.

231
22;

tus:

ponentes tura Dianae IVi

11.

tura pericula saeclo

IV

i

Ventura

tutus ab auxilio IX 22.

saeclo praecinens VII
ver: vere

4.

novo XXVIU
6.

2.

ubertim perfundere gramina
ulcera cordis IViii
ullus
7.

fletu

XIX

14.

vernare: vernanti flore

XXXV

45;

= ful-

gere Vi
ulla

vgl. pron.:

qua non gratior
qui ferat ullus

vicem: misero redde vicem VIII 16; redde

manet
est

X

4;

quantum
est,

vix ullus in orbe

vicem misero XXIX
vigere:
si

11.
i

XI 3; nee

XI 18; quo non audacior ullus
7;

opem XXIV

viduare: viduatae civibus urbes IV
felix

5.

vigeas de munere Christi
29.

qua nee

in

occiduo pulchrior ulla
sit

VIII 15;
vigil:

XXXI

foret
Ulla

XXVI 8; cum non laus XXVI 15.
mundi
II

grandior

unica spes
urere:

IVii

1.

mente satis vigili IVi 21. vigor: firmum oro capiat vestra sanctione vigorem XXXII 20.
vinculum (vinclum): vincula
pectoris et plectri
vires regni XIII 10.
piacli

quem
6; ex

plus ussit
2,

amor VI

112.

VI 135;

usque quo
II

4;

exhinc

usque quo
II

VI

136.

hoc tempore quousque
si

3.

utcumque:
placebit

sensibus vestris utcumque

virgineo splendore micans IX 16.

XXXII 19; solatur tantos spes haec utcumque dolores XXXV 49.
vagus: mens VI 31; VII 6; pestis VI 32; undae XVIII 16.
valere saepius usurpatur

virguncula parvula XXVIII
virtus

5.

=

vis sive robur: virtus vini

6; virtute carens ingenti robore

procreat
dicti

XIX 46; virtus solita VI 135; virtus tonantis XXIV
atque
iura
4.

XVI natum Bene4;

quam
fella

posse.

leges

per

me
Vii 2;

virtutes

validus
variare:

amor XXII

16.

amittunt

XVI

cutem variant cui
frigora vel

colubrae

viscus, viscera
57, 103.

= corpus:

VI
12.

27,

vel:

VI 89. non tela,

nimbos timebis

visio:

vinctum resolvit visio VII
76.

IX 23.

Visum: per visa monens VI
Visus

venatus

:

anteibat (trisyll.) iuvenes venatu,

=

oculi:

visu

et

restrictas
2.

adii

viribus, armis

XXXV

15.

lustrante per occas XIX

venerandus: fraus VI
pater

19, 20;

venerande
7; Ven-

vitrea

unda

I

19; Mosella

XIV

60.

VI

127, 128.
II

Votum: Vota precesque
est

IVi.

31; hoc mihi

venire

c.

inj.: venit restaurare

Votum

VIII 13.

K. Neff, Paulus Diaconus

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Quellen

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Untersuch,

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Philologie des

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