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Wem gehört das Land?

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Das amerikanische Sprichwort »Truth is stranger than fiction« (»Die
Wahrheit ist seltsamer, als das Erdichtete sein kann«) trifft auf die Ge-
schichte Israels eindeutig zu. Die Geschichte der Juden lässt sich mit
einem Drama vergleichen – einem großen Drama mit einer göttlichen
Komponente. In Wirklichkeit verschmelzen hier zwei gegensätzliche
Programme, das menschliche und das göttliche. Beide durchdringen un-
sere ganze Geschichte, und es fehlt nicht viel, bis dieser Kassenschlager
aller Zeiten zu einem aufregenden Drama werden wird.
Ein großer Teil der erstaunlichen Handlung dieses Dramas liegt noch
im Verborgenen und ist verschleiert. Kirchenhistoriker haben die wan-
dernden Juden größtenteils verschwiegen oder sie zu Fußnoten degra-
diert. Viel zu lange hielt die Kirche an ihrem von Isaak gestohlenen Se-
gen fest, dessen rechtmäßige Erben man aus dem Gedächtnis löschte.
Beherzte Juden haben dieses Urteil jedoch nie akzeptiert und fordern
jetzt eine Neufassung der Geschichte. Im Rückblick erkennen wir, wie
sehr sie die Geschichte der östlichen und westlichen Welt beeinflusst
haben, manchmal so stark, dass dadurch weltweite Ereignisse entschie-
den wurden. Den Ersten Weltkrieg, zum Beispiel, bezeichnete man als
einen Krieg ohne logische Grundlage – berücksichtigen wir aber die
Rolle der Juden, dann wird uns einiges klar. Das Gleiche gilt für die
Renaissance sowie die Entdeckung Amerikas, und am deutlichsten sieht
man es am Zweiten Weltkrieg.
Glücklicherweise haben jüdische Historiker durch die Jahrhunderte
hindurch Massen von Literatur über die stürmische Reise ihres Volkes
bewahrt. Diese Erzählungen enthalten oft schlimme Einzelheiten. Auch
wenn diese Details noch so quälend und grausam sind, sind sie wichtig,
um Geschichte richtig verstehen zu können. Um die explosive Lage im
Nahen Osten heute richtig einschätzen zu können, sind sie sogar unent-
behrlich.

Mein Interesse an diesem faszinierenden Drama wurde 1952 durch
eine Reise in den Nahen Osten geweckt, kurz nachdem der neue Staat
Israel gegründet worden war. Ich reiste mit einer Gruppe des Ameri-
kanischen Christlichen Palästina-Ausschusses. Alle waren gut gelaunt.
Als wir aber beide Seiten des Stacheldrahtzauns besuchten, ahnte unse-

WEM GEHÖRT DAS LAND?

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re Gruppe schon, dass eine Krise zu erwarten war. Seit dieser Zeit hat
es bittere Kämpfe in diesem Land gegeben. Viele bezeichneten dies als
einen Heiligen Krieg, der zu einem gewaltigen Rassen- und Religions-
kampf zu entarten droht. Heute besteht die Gefahr, dass sich über das
Palästina-Problem nicht nur Araber und Juden streiten, sondern letzt-
endlich die ganze Welt.
Mit diesem Überblick möchte ich die Geschichte vom biblischen,
christlichen Standpunkt aus beleuchten. Obwohl man schon viele jü-
dische und arabische Meinungen gehört hat und christliche Schreiber
reichlich über dieses Thema und ähnliche, damit zusammenhängende
Themen diskutiert haben, glaube ich, dass ein biblischer Standpunkt aus
einer konservativen Sichtweise heraus noch fehlt.
In den folgenden Kapiteln werde ich versuchen, die biblische Darstel-
lung mit der gefährlichen Reise der Juden durch die Kirchengeschichte
hindurch in Beziehung zu setzen und die religiösen und sozialen Kräfte
aufzuzeigen, die zur heutigen Lage in Palästina führten. Verbunden mit
dieser Geschichte sind das Wachstum und die Philosophie des Islam,
dessen Entwicklung ich kurz beschreiben werde, um den arabischen
Standpunkt aufzuzeigen. Das Buch will jedoch weder die eine noch die
andere Seite verteidigen.
Auch wenn die Geschichte für die allgemeine christliche Öffentlich-
keit geschrieben wurde, habe ich viele Anmerkungen mit einbezogen,
um viele der unglaublichen Ereignisse und Ansichten, die erwähnt wer-
den, zu untermauern. Da es über dieses Thema viel Literatur gibt, habe
ich versucht, die authentischsten Quellen zu benutzen, die zur Verfü-
gung stehen, um das subjektive Element in einem zugegebenermaßen
emotionalen Meer der Kontroverse auf ein Minimum zu reduzieren. Ich
danke den vielen Autoren und Forschern für ihre langwierige und gute
Arbeit, von der die kurze Bibliographie Zeugnis gibt.
Ich bete, dass diese Auseinandersetzung mit den Brüdern des Herrn
ihm zur Ehre dient und etwas Licht auf ihre gefährliche Reise durch die
Kirchengeschichte und auf ihr Schicksal wirft.

Stanley A. Ellisen
1991

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