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Auswege oder Wege ins Aus?

Auswege oder Wege ins Aus?

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Die Lehren von Karma und Reinkarnation wurden erstmals in der nachvedischen
Zeit von den Brahmanen entwickelt. Heute sind sie in unterschiedlichen Versionen
sowohl in verschiedenen fernöstlichen Religionen, als auch in esoterisch-
neugnostischen Weltanschauungen, vorhanden. Wiedergeburt oder Reinkarna-
tion bedeutet, dass sich nach dem Tod des Menschen seine Seele (Atman) wie-
derverkörpert und eine neue Lebensform als Mensch, Tier oder Gott annimmt.
Durch gute Taten im Leben sammelt er positives Karma an, durch schlechte Taten

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negatives. Die Summe seiner Handlungen und Taten bestimmt die nächste Stufe
seiner Wiedergeburt. Wenn seine schlechten Taten die guten übertreffen, wird er
als »Shudra«, in die unterste der vier Kasten, als »Unberührbarer« oder Ausländer,
und im ungünstigsten Fall sogar als Tier oder Insekt wiedergeboren. Hier liegt
auch die Ursache für den im fernen Osten und in der Esoterik weit verbreiteten
Vegetarismus. Dabei geht es viel weniger um gesundheitliche Aspekte, als viel
mehr um die Angst, beim Schlachten eines Tieres vielleicht einen Verwandten zu
töten, der in dieses Tier inkarnierte. Überwiegen die guten Taten, erreicht er die
nächst höhere Stufe im »Samsara-Rad« der Wiedergeburten. Dave Hunt macht an
einem Beispiel deutlich, welch ein negativer Kreislauf durch das Karma-Gesetz
in Gang gehalten wird:

Da Reinkarnation eine Grundüberzeugung der Hexerei ist, überrascht es nicht,

dass sie in ihrem Wesen unmoralisch ist. Wenn ein Ehemann seine Frau schlägt,

verursacht das Gesetz von Ursache und Wirkung des Karma, dass er in ein nächstes

Leben wiedergeboren wird, in welchem er dann eine Frau ist, die von ihrem Mann

geschlagen wird. Dieser Ehemann (der von seinem Karma zum Frauenschläger

bestimmt wurde) muss wiederum in seinem nächsten Leben als Frau wiederkommen,

die von ihrem Mann geschlagen wird; ein Mörder muss beim nächsten Mal als

Opfer eines Mörders wiederkommen und so weiter und so fort, ohne Ende. Anstatt

das Problem des Bösen zu lösen, setzen Karma und Reinkarnation es in einer

unendlichen Wiederkehr fort (»Die okkulte Invasion«, S. 21).

Während die Menschen im Westen oft große Anstrengungen unternehmen, um
sich aus einer sozialen Unterschicht hochzuarbeiten, muss der Hindu seine soziale
Stellung als unabänderliches Schicksal akzeptieren. Ein Bettler ist deshalb ein
Bettler, weil er in diesen Stand hineingeboren ist. Es ist sein Karma, gegen das
er nichts auszurichten vermag. Aus diesem Grund wird ihm auch kaum Mitleid
entgegengebracht, denn nur dadurch, dass er sein Schicksal klaglos annimmt, hat
er die Chance, negatives Karma abzuarbeiten. Das Karma-Gesetz zwingt den
Gläubigen in ein unerbittliches Schicksal, aus dem es kein Entrinnen gibt.
Menschen, die ihr Leben bedingungslos einer mystischen Macht unterstellen,
werden kaum Schritte zur Verbesserung ihrer sozialen Situation unternehmen.
Ihre Anstrengungen sind vorwiegend darauf ausgerichtet, ihr negatives Karma
aus dem früheren Leben abzuarbeiten. Das geschieht aber weniger durch so-
ziale Taten, sondern eher durch Götterverehrungen, religiöse Riten, Askese
oder Meditationen, die letztlich einen Rückzug des Menschen aus der Realität
bewirken können. All diese Anstrengungen sind egozentrisch auf das eigene
»Ich« ausgerichtet. Dagegen fordert die Bibel den Menschen auf, im Sinne der
Nächstenliebe Gutes zu tun, mildtätig und barmherzig zu sein. Nicht umsonst

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sind die meisten sozialen und caritativen Einrichtungen in Indien von Christen
ins Leben gerufen worden. Hier drängt sich die Frage auf, ob die allgemeinen
sozialen Missstände in Ländern, in denen der Hinduismus vorherrscht, nicht auch
auf das Karma-Denken zurückzuführen sind.
Wenn man bedenkt, dass das Ziel jedes Hindus darin besteht, die Kette der
Wiedergeburten zu durchbrechen und »Moksha« (Befreiung) vom Dasein zu
erlangen, wird es völlig unverständlich, warum gerade die Lehre von Karma und
Wiedergeburt vielen westlichen Menschen heute so attraktiv erscheint.
Die Reinkarnation darf auf keinen Fall mit der christlichen Wiedergeburt
verwechselt werden. Die Wiedergeburt im biblischen Sinne ist ein rein geistlicher
Prozess (siehe Seite 35). Sie vollzieht sich in dem Prozess der Bekehrung des
Menschen. Erst wenn der Mensch sein ganzes Vertrauen auf Jesus Christus setzt,
seine Schuld vor ihm bekennt und ihm die Leitung über sein weiteres Leben
anvertraut, wird Gott, als Antwort auf diese Umkehr, seinen Heiligen Geist in
das menschliche Herz ausgießen. Durch diesen einmaligen Akt ist der Mensch
wiedergeboren durch den Geist Gottes. Dadurch wird er ein lebendiges Glied am
Leib Christi und erhält gleichzeitig sein Bürgerrecht im kommenden Reich Gottes
(Joh.1,13; Kap. 3; 1. Petr. 1,3.4).
Eine Seelenwanderung im Sinne der hinduistischen und griechischen Mystik
wird an keiner Stelle der Heiligen Schrift gelehrt, sondern sie sagt voraus, dass die
geistig-seelische und personhafte Struktur des Menschen nach seinem irdischen
Tod erhalten bleibt. Er wird überkleidet mit einem geistlichen Leib und dann zu
einer einmaligen Auferstehung kommen (1. Kor. 15,44-50; 2. Kor. 5,8).

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