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Die Charismatische Bewegung im Licht der Bibel

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07/14/2013

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Vielfach werden die DŠmonenaustreibungen bei GlŠubigen mit dem Argu-
ment gerechtfertigt: ÈAber es steht doch in der Bibel! Der Herr fordert uns
doch auf, DŠmonen auszutreiben!Ç Das leuchtet bei oberflŠchlicher Betrach-
tung manchem ein. Die Wahrheit finden wir, wie so oft bei der PrŸfung
schwarmgeistiger Irrlehren, erst dann, wenn wir die heilsgeschichtlichen
Unterscheidungen in der Heiligen Schrift beachten. Wir mŸssen die Heilszeit
des alten Bundes mit Israel, die VerkŸndigung des messianischen Kšnigrei-
ches in Israel durch den Herrn Jesus und Seine Apostel und die neue Heilszeit
der Gemeinde deutlich unterscheiden, sonst geraten wir in Verwirrung und
Unklarheit.

Jesus Christus selbst macht deutlich, da§ die DŠmonenaustreibungen in
Israel ein messianisches Zeichen waren: ÈWenn ich aber durch den Geist
Gottes die DŠmonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekom-
menÇ (Mt.12,28). Es ging also um ein Zeichen,eine symbolische Handlung,
die auf eine Botschaft verwies, auf das Evangelium des anbrechenden Got-
tesreiches fŸr Israel und die Offenbarung des Messias. Diese Botschaft sollte
sichtbar bekrŠftigt werden Ð das ist auch der Grund, weshalb die Besetzung
durch die DŠmonen und die folgende Austreibung sichtbarundhšrbar
waren, wŠhrend in der Heilszeit der Gemeinde die bei einer Bekehrung er-
folgende Befreiung von DŠmonen in aller Regel von au§en nicht wahrge-
nommen werden kann.

InIsraelwurdendieDŠmonenaustreibungenausschlie§lichanUnglŠubi-
genvorgenommenundwarennichtdirektmitGlaubenundErrettungverbun-
den.Die allermeisten solcherma§en befreiten Israeliten, so mŸssen wir aus
der Bibel schlie§en, blieben im Unglauben und bekehrten sich nicht wirklich
vom Satan zu Christus, worauf der Herr in Seinem Wort von der RŸckkehr
unreiner Geister anspielt (Mt.12,43-45).
Der Auftrag des Herrn, das Evangelium des Reiches zu predigen und in
Verbindung damit Wunderzeichen zu tun, darunter auch DŠmonenaustrei-
bungen, bezieht sich eindeutig auf Israel und nicht auf die Gemeinde. Er
erging auch nicht an alle damaligen JŸnger, sondern nur an die zwšlf Apostel
und spŠter an die siebzig weiteren Ausgesandten.

Der eindeutige Bezug zu Israel wird besonders in Mt. 10,5-15 deutlich,
wo der Herr Seinen Auftrag mit den Worten einleitet: ÈGeht nicht auf einen
Weg der Nationen, und geht nicht in eine Stadt der Samariter; geht aber
vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses IsraelÇ (Mt.10,5f.). Auch
die anderen in diesem Zusammenhang ergangenen Anweisungen des Herrn
werden von denen, die den Auftrag derDŠmonenaustreibungfŸrdie
GemeindeundfŸrsichselbstinAnspruch nehmen, bezeichnenderweise
nicht konsequent eingehalten (vgl. Mt.10,8b-15; Mk.6,7-13; Lk.9,1-6;
Lk.10,1-12).

Als ein Wunderzeichen zur BekrŠftigung des neu geoffenbarten Wortes
Gottes finden wir das Ausfahren von DŠmonen auch au§erhalb Israels bei
dem Apostel Paulus (Apg.16,18; Apg.19,12), aber es trŠgt offenkundig

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2. Auflage Dez. 1997 27.08.1956 22:13 Uhr Seite 403

einen anderen Akzent als in Israel: es wird nicht allgemein und gegenŸber
allen befohlen oder praktiziert.
In den Briefen, der Apostellehre fŸr die Gemeinde, findet sich keine ein-
zige Anweisung Ÿber das DŠmonenaustreiben, weder in bezug auf UnglŠu-
bige noch in bezug auf GlŠubige. Wenn das Wort Gottes von bekehrten Hei-
den spricht, die in DŠmonie verwickelt waren (vgl. die Neubekehrten zu
Ephesus, Apg.19,18-20; die Korinther, 1.Kor.6,9-11; 12,1-3), dann wird
nirgends ein ÈBefreiungsdienstÇ erwŠhnt, sondern die Befreiung als durch
Umkehr und Glauben an Christus gegeben dargestellt. Dank der in der Evan-
geliumsverkŸndigung wirksamen Kraft des Wortes vom Kreuz (vgl.
Rš.1,16; 1.Kor.1,18) und dem vollbrachten Sieg Ÿber alle FinsternismŠchte
ist die DŠmonenaustreibung bei UnglŠubigen unnštig und unbiblisch; sie
lenkt nur vom wahren Evangelium ab.
Was aber die GlŠubigen betrifft, so findet sich in der ganzen Bibel kein
einziger Fall, wo bei einem wiedergeborenen Gotteskind DŠmonen ausge-
trieben worden wŠren! Die DŠmonenaustreibung bei GlŠubigen ist ein unbib-
lischer Irrweg, der die vollbrachte Erlšsung und Befreiung von aller Macht
der Finsternis in Christus verdunkelt und in Zweifel zieht, der von der Sie-
gesmacht und Herrlichkeit des auferstandenen Herrn ablenkt und dem Feind
einen Einflu§ und eine Wirkungsmšglichkeit zuschreibt, die er in Wahrheit
gegenŸber Kindern Gottes nicht besitzt.

B. Die gefŠhrlichen Folgen des unbiblischen
ÈBefreiungsdienstesÇ

Wir haben gesehen, da§ der ÈBefreiungsdienstÇ eine Form der Seelsorge ist,
die den Lehren des Wortes Gottes widerspricht und weder notwendig noch
wirksam ist. Es mu§ jedoch auch auf die besondere GefŠhrlichkeit dieser
schwarmgeistigen Praxis hingewiesen werden. Wie alle irrefŸhrenden Leh-
ren, die aus der bšsen List des VerfŸhrers stammen, ist auch die Irrlehre des
ÈBefreiungsdienstesÇ nicht nur einfach falsch, sondern sie hat bšse, fŸr GlŠu-
bige gefŠhrliche FrŸchte. Es ist daher nicht nur eine Ansichtssache, wie wir
zu ihr stehen; jeder bibeltreue GlŠubige sollte sich grŸndlich mit ihr ausein-
andersetzen, sie verwerfen und aktiv bekŠmpfen.

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