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Avatare-ParasozialeBeziehung Zu Virtuellen Akteurenn

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M &K 49. Jg.

2001/3 H A N S - B R E D O W- I N S T I T U T

E 20039 F

Medien

Kommunikationswissenschaft

Thomas Vesting Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit Stefan Wehmeier Ökonomisierung des Fernsehens. Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur Nicola Döring Persönliche Homepages im WWW. Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Jan Pinseler Sprechen im freien Radio. Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks

&

Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden

Die neue Rundfunk und Fernsehen

Anzeige 2. Umschlagseite

II

M &K 49. Jg. 2001/3 H A N S - B R E D O W- I N S T I T U T

Medien

Kommunikationswissenschaft
Redaktion: Hardy Dreier, Uwe Hasebrink, Thorsten Held, Anja Herzog, Friedrich Krotz, Claudia Lampert, Christiane Matzen, Eva Rischkau, Hermann-Dieter Schröder, Wolfgang Schulz, Jutta Simon, Ralph Weiß

&

Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden

M&K 49. Jahrgang 3/2001 Anzeige .

. . . . . . 306 Stefan Wehmeier BERICHTE Nicola Döring Persönliche Homepages im WWW. . . . . . Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 389 Joan Kristin Bleicher Erika Fischer-Lichte / Isabel Pflug (Hrsg. . . . . . . . . . . . . 384 Stefan Frerichs: Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie. . 287 Ökonomisierung des Fernsehens. . 2000 . Tübingen: Francke. . 2000 395 Michael Bodin: Ausgebrannt . . . . . . . . . . . . . . . . 396 Karin Böhme-Dürr 285 . 369 Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Jan Pinseler LITERATUR Besprechungen Armin Scholl Weiterentwicklung oder Auslaufmodell? Systemtheoretische Ansätze in der Journalismusforschung – eine Sammelrezension Stefan Weber: Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung. . . . . . . . Ursachen und Auswege. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit . . 387 Martin Löffelholz (Hrsg. . .): Inszenierung von Authentizität. . . .. . . 2000 . . . . . . . . . . .): Theorien des Journalismus. . . Konstanz: UVK. . . . . . . . . . .. . . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . . . . . . . . . . .INHALTSVERZEICHNIS AUFSÄTZE Thomas Vesting Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. . 2000 . über den „Burnout“ im Journalismus. . 350 Sprechen im Freien Radio. . . . . Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks . . . . Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen. . . . . . . . . . . . . . . . . . Ein diskursives Handbuch. . Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand . . . . . . . . . . . . Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. . 2000 . . . . . . 325 Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren . . . . . . .

. .. . ... .... ... ....... . 2000 ..): Critical Dictionary of Film and Television Theory. . .. .. . .. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. ....... . .. . .... .. .. .. ...... ... .... ... 1999 397 Claudia Mast: Programmpolitik zwischen Markt und Moral..... Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Konstanz: UVK... ... .... ........ . ... . . .. .. .. 409 419 424 Manfred Jenke Klaus Plake Dagmar Schütte Jens Tenscher Hans J.. 426 .): Trans-Atlantik – Trans-Portabel? Die Amerikanisierungsthese in der politischen Kommunikation. 406 ..... .. ........ .. ......... . Entscheidungsprozesse über Gewalt im Deutschen Fernsehen – eine explorative Studie.......... 404 Roberta E... .... 400 Annette von Kalckreuth: Geschlechtsspezifische Vielfalt im Rundfunk...... .M&K 49. .... . ... . . 1999 . .. ........... .. . . . . .. . . Kulturwissenschaftliche Untersuchung medialer Diesseitsreligion... ...... . .. .. ...... . London/New York: Rootledge.. .... .. . .. ... Baden-Baden: Nomos.. 2000 .. ..... ... .. .... .. 2001 . .. .... . .. .. .. . ..... ..... . . . . 2000 .. 427 286 . .... London/New York: Routledge.. .. Wulff Zeitschriftenlese Literaturverzeichnis English abstracts Mitarbeiterinnen und Mittarbeiter dieses Heftes Hinweise für Autorinnen und Autoren .. . . . Pearson / Philip Simpson (eds.. ...... Ansätze zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees.... 399 Jo Reichertz: Die frohe Botschaft des Fernsehens...... Jahrgang 3/2001 Knut Hickethier Jostein Gripsrud (Ed.... ..): Television and Common Knowledge.. 402 Klaus Kamps (Hrsg........ . .. .

die Schwerfälligkeit der kooperativen Verfahren der Entscheidungsfindung der Landesmedienanstalten – all diese Phänomene konfrontieren das Rundfunkrecht mit Entwicklungen. denen das Rundfunkrecht durch neue informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen („Multimedia“) ausgesetzt ist. Diese Herausforderungen werden einer neuartigen Logik der Vernetzung zugeschrieben. der voraussichtlich Ende 2001 im Beck-Verlag erscheinen wird.. die Veränderung der Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer dynamischen Wettbewerbsordnung. Stand Sept. CR 1999. S. in: Kops/Schulz/Held (Hrsg. dass die eben genannten Ent- 1 Bei dem Beitrag handelt es sich um eine gekürzte und leicht veränderte Fassung meines Einleitungskapitels zu Hahn/Vesting. Rundfunkstaatsvertrag. Von der dualen Rundfunkordnung zu einer 287 . die. Die Regulierung von Telekommunikation und Medien im Zeitalter ihrer Konvergenz. die als Ausdruck einer neuartigen „Logik der Vernetzung“3 gedeutet werden können. 1. die Möglichkeit einer Fortschreibung des dualen Rundfunksystems in seiner derzeitigen Ausgestaltung auf lange Sicht eher unwahrscheinlich macht.und Massenkommunikation in wirtschaftlicher Hinsicht.. S.. RTkom 1999. bei der Einführung des digitalen Fernsehens2. Rechtliche Regulierung von Informationstechnologien und Standardsetzung. Einleitung Schon seit einiger Zeit wird das duale Rundfunksystem durch neuere informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen herausgefordert: Die Auflösung der stabilen Grenze zwischen Rundfunk und Telekommunikation auf technologischer Ebene. die Folgen dieses Modells für die Rundfunkregulierung näher zu konkretisieren. K&R 2000. 401 f.AUFSÄTZE Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit1 Thomas Vesting Der Beitrag stellt einige der Herausforderungen dar. Abschließend versucht der Beitrag. Das Internet als Herausforderung des „dualen Rundfunksystems“. der damit verbundene Aufstieg informeller Verhandlungen in politischen und administrativen Zusammenhängen z. 164. B. Vesting. § 53 Rn. Damit ist gemeint. Hartstein/Ring/Kreile/Dörr/Stettner. 2000. das an systemtheoretische Vorstellungen von „Selbstorganisation“ anknüpft.). die wechselseitige Öffnung der Grenze von Individual. 161 ff. 2 Darstellung dazu bei Ladeur. Vesting. so eine der Kernthesen des Aufsatzes. Fortbestand des Dualen Systems?. 1. 395 ff. 68 ff. Ladeur. S. 3 Vgl. Dieses neue Ordnungsmodell akzentuiert vor allem die Notwendigkeit der Erhaltung kultureller und ökonomischer Innovationsfähigkeit einschließlich der dazugehörigen Voraussetzungen. Kommentar zum Rundfunkrecht.. die Entwertung des Rundfunkstaatsvertrags (RStV) durch eine großzügige Handhabung vager Experimentierklauseln in den Landesmediengesetzen. Die Antwort auf die neuartige Logik der Vernetzung wird in einem neuen Ordnungsmodell gesehen.

Jahrgang 3/2001 wicklungen bei allen Unterschieden in den Details jeweils zu einer Unterwanderung. 2. die den Unterschied von Rundfunk (Dienst) und Telekommunikation (Netz) verwischt sowie die darauf aufbauenden rechtlichen Unterscheidungen relativiert – und in der Zukunft möglicherweise vollständig entwerten wird. Beispielsweise können jetzt auf stationären. Kabel) erbracht werden konnten. Medien und Informationstechnologie und ihre ordnungspolitischen Auswirkungen. S. Kurzum: Die informationstechnologische Entwicklung erzeugt eine neuartige Flexibilität und Variabilität.. 160 ff. das mit Hilfe der veranstalterbezogenen Zulassung einen „Grundstandard“ von Vielfalt im privaten Rundfunk zu sichern versucht. KOM (97). 2000. Grünbuch zur Konvergenz der Branchen Telekommunikation. 19 ff. auf denen die zentralen rechtlichen Unterscheidungen des dualen Rundfunksystems aufbauen. allgemein Guéhenno. Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen einer Informationsordnung. Diese Entwicklung wird in der Literatur zumeist unter dem Stichwort „Konvergenz“ oder „technische Konvergenz“ diskutiert. 288 .4 Konnten Rundfunk und Telekommunikation in der Vergangenheit einigermaßen plausibel durch die gegenständliche Unterscheidung von Inhalt/Technik voneinander abgegrenzt werden.und Massenkommunikation Eine wesentliche Ursache für die Auflösung ehemals stabiler Grenzen des dualen Rundfunksystems muss in der neueren informationstechnologischen Entwicklung gesehen werden. 623.M&K 49. dienstespezifisch diversifizierten Informationsordnung. S. wird die Grenze zwischen Programm und Verbreitungstechnologie durch die neuen digitalen Netzarchitekturen für wechselseitige Übertritte geöffnet. man denke nur an die erweiterten Möglichkeiten im Hinblick auf das Internet oder die künftigen UMTS-Handys. S. aber auch mobilen Telefonnetzen Leistungen angeboten werden. zur Logik der Vernetzung vgl. Holznagel. 275 ff. Drei Beispiele 2. die früher nur durch rundfunkspezifische Netze (Terrestrik. 218 ff. 1994.. S. Umgekehrt können jetzt auf Fernsehkabelnetzen neuartige Internetdienstleistungen jenseits der herkömmlichen Massenprogramme transportiert und damit künftig auch Rundfunk und E-Commerce miteinander kombiniert werden. Trute.. Schoch. des Jugendschutzes (§ 3 RStV) und der Werberegeln (z.. 1 RStV) zur Verfügung steht. Das zweckorientierte Recht des RStV.1 Die neuartigen Probleme der Abgrenzung von Individual. Damit wird die feste Zuordnung von Diensten (Programme) zu jeweils spezifischen Verbreitungstechnologien (Netzen) in Frage gestellt. VVDStRL 57 (1998). B. Diese These soll zunächst an drei Beispielen aus dem Bereich der eben genannten Entwicklungen belegt und plausibel gemacht werden. nur Hoffmann-Riem/Schulz/Held. MMR 1998. Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen einer Informationsordnung. VVDStRL 57 (1998). 12 ff. Destabilisierung oder auch Auflösung von Grenzen führen. Konvergenz und Regulierung. § 22 RStV). büßt dadurch ebenso an Leistungsfähigkeit ein wie das mit der vielfaltsorientierten Zweckprogrammierung verknüpfte ordnungsrechtliche Instrumentarium. Beilage zu Nr. S. Europäische Kommission. 2001. § 7 Abs. 182 ff. Das Ende der Demokratie. 3. 4 Vgl.. B. 170 ff. Rechtsprobleme der Konvergenz von Rundfunk und Telekommunikation.. das den Landesmedienanstalten als Aufsichtsorganen etwa im Bereich der Konzentrationskontrolle (z.

Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Diese neuartige Flexibilität und Variabilität wirft einmal die sehr grundsätzliche Frage auf. die nach wohl herrschender Auffassung als Rundfunk im Sinne von Art. insbesondere zum E-Commerce. B. und fällt hinein. 2000. wie unmittelbare Konkurrenzen zwischen herkömmlichem Rundfunk und neuen Verbreitungsformen wie z. B. 238 (302). S.. zu anderen Internet-Dienstleistungen. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Man geht auf ein Loch zu. AfP 1996.oder Real Player angeboten wird. 2000.N. 7 Nur hingewiesen sei hier darauf. und zwar sowohl auf der Ebene der Zulassung als auch auf der Ebene der Kabelregulierung.. 83. 229 ff. 3–5 RStV umgesetzt worden ist. 231. 1999. in 289 . Im Bereich des Fernsehens muss man mit Zukunftsprognosen zwar vorsichtig sein. 1 Satz 2 GG einzustufen wären. B. 3 ff. über Vivid.5 Würde man zur Bewältigung dieser neuen Flexibilität also einfach an das traditionelle Rundfunkrecht und seine Vorstellung von pluralistischer Meinungsbildung anknüpfen. Damit stellt sich das Problem.7 5 Vgl. was hier z. angesichts der Auflösung des Unterschieds von Fernsehkabelanlagen und sonstigen Netzen weiterführend ist. Musikspartensender wie MTV die neuesten Charts simultan auf dem Web anbieten und über Handys Zusatzfunktionen distribuieren. die durch die höhere Variabilität und Flexibilität der digitalen Verbreitungstechnologien aufgeworfen werden. entspricht mehr oder weniger Video on Demand-Applikationen. weiß. aufwerfen würde. Sie würde letztlich eine uferlose Ausweitung des Rundfunkrechts nach sich ziehen. Funkkorrespondenz 2000. BVerfGE 74. Der Rundfunkbegriff in der Differenzierung kommunikativer Dienste. welche neuen Dienste dem Rundfunk zuzuordnen sind und damit den Bestimmungen des RStV unterliegen. multifunktional. Vieles von dem. dass man hineinfallen wird. Einerseits lassen sich durch Innovationen in der Informationstechnologie neue Verwertungsmöglichkeiten erschließen. Heft 29. Da die Logik der Vernetzung durch eine Steigerung der Optionenräume gerade die Diskriminierungskapazität von Grenzbegriffen unterläuft. S. 9 ff.w. selbstregulierend etc. Fernsehkabel oder ADSL) dabei benutzt wird. ob der rundfunkrechtliche Teilzugriff auf digitalisierte Kabelanlagen. würde dies letztlich zu einer Ausdehnung des Rundfunkrechts insbesondere auf das Internet führen. einen Unterschied macht. 297 (350). weil sich bei Bewegtbildern zurzeit noch deutliche Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Netze und Endgeräte ausmachen lassen. wie diese eher ergänzenden Funktionen rundfunkrechtlich zu behandeln sind und ob es z. die angesichts der Struktur des Internets (weltweite Vernetzung. ähnlich wohl auch Hoffmann-Riem. B. wie er in § 52 Abs. 6 In diese Richtung Schulz. 80 ff. die an die meinungsbildende Wirkung anknüpfen. S. werden sich diese Abgrenzungsprobleme auch im Rahmen verbesserter Dienste-Typologien („Lizenzklassen“). B. wie man schon heute an den Angeboten der Pornoindustrie im Internet studieren kann. welche Technologie (z. A. Eine solche rechtliche Strategie lässt sich unter der Bedingung der Logik der Vernetzung aber auf Dauer nicht durchhalten. ders..) illusionär erscheint und auch praktisch gesehen kaum lösbare Abgrenzungsprobleme z. m. selbstorganisierend. Rundfunkrecht. Des Weiteren wird aber auch zu klären sein. dass die Lösung der neuartigen Probleme.. B. Hoffmann-Riem. indem z. Aber auch hier wird die Grenze durch neue Kompressionstechnologien immer durchlässiger. Web-TV aufeinander abgestimmt werden können und sollen. kaum bewältigen lassen. S. Hesse. Regulierung der dualen Rundfunkordnung.6 Ebenso zweifelhaft ist es. 5 Abs. (im Zusammenhang mit Online-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks). 229 ff. S.

an Multimedia-Bedingungen angepasste Wertschöpfungsketten 9 wird den veranstalterbezogenen Ausgangspunkt des RStV in Zukunft jedoch auf eine noch härtere Probe stellen. ZUM 1998.2. die aus den mit dem Film verbundenen sonstigen Produkten („Merchandising“). Regulierung der dualen Rundfunkordnung. 8 Vgl. Stars usw. UMTS-Handys etc..M&K 49. Jahrgang 3/2001 2.und Medienökonomie Die Autonomie des Rundfunks. auf Letzteres reagiert u. 2000. möglich werden. Vgl. aus Büchern. für eine Filmproduktion aus Kinoverwertung. S. die die Grenze von Rundfunk als publizistisch-programmlichem Medium und Wirtschaftsgut weiter durchlässig machen wird.2 Ökonomie der Aufmerksamkeit als Realisationsform einer neuen Kultur. hervorgehen. Filmmusik. aber auch der neuen.und Rundfunkrechts.1 Die Relativierung der Bedeutung des Veranstalters Die Logik der Vernetzung entwertet die ordnungsbildende Funktion des herkömmlichen Rundfunkrechts auch in medienökonomischer Hinsicht. die die Autonomie des Rundfunks künftig vor allem in Richtung Werbung und E-Commerce unterwandern werden. nur Hoffmann-Riem. 261 ff. S. Frequenzmanagement und förderale Abstimmungspflichten. stärker individualisierbaren Formen. Das Medienrecht wird also künftig eine Dynamik der Vernetzung von gleichzeitigen und ungleichzeitigen Verwertungsmöglichkeiten bewältigen müssen. Diese Verwertungsketten werden durch das Internet in Zukunft noch weiter ausdifferenziert und verfeinert werden. Zwar hat die Veranstalterzentrierung in der Form der strategischen Suche nach dem „günstigsten“ Ort für die rundfunkrechtliche Zulassung („forum shopping“) 8 und in der Auflösung der Einheit von Programmproduktion. 123. 2000. die sich auch in den Schwierigkeiten einer effizienten Kooperation der Landesmedienanstalten niederschlägt. Regulating Media. 82 f.und Medien- Deutschland durch weitreichende kompetenzrechtliche Folgen erschwert wird.und Landeskompetenzen auf den Gebieten des Telekommunikations. Free-TV-Zweitausstrahlung und den Verwertungen. Zur Notwendigkeit einer flexiblen Abstimmung von Bundes. Die wirtschaftliche Integration der (privaten) Rundfunkveranstalter in immer komplexere.und medienökonomische Seite der Entwicklung 2. 2. Internet-TV. Pay-TV. 9 Der Begriff der Kette wird hier bewusst gewählt: Die Wertschöpfung erfolgt nicht netzwerkartig. Schon heute besteht die typische Verwertungskette z. 144 f. Schulz/Vesting. dass Pay-TV und Free-TV in zentralen Programmbereichen nur mehr „Fenster“ innerhalb einer zeitlich und sachlich gestuften Verknüpfung von Verwertungsmöglichkeiten darstellen.10 Das bedeutet. 1996. 10 Vgl. 290 .2 Die kultur. Das gilt vor allem für die Veranstalterzentrierung des traditionellen Rundfunkrechts. S. wie sie durch „intelligente“ Fernseher. nur Hoffmann-Riem. § 28 RStV (Zurechnung von Programmen). wird insbesondere durch die wachsende Bedeutung der Kultur. -distribution und -vermarktung schon immer eine Reihe von Problemen erzeugt. Pay-per-View.a. Dies wird sich vor allem in neuartigen Kombinationen von kulturellen und ökonomischen Werten zeigen. B. nur Ladeur. FreeTV-Erstausstrahlung. sondern vertikal von gebündelten (Kino) zu zerstreuten (Internet) Vermarktungsformen.2. Videoverleih.

Prozedurales Rundfunkrecht. 1986. 132 ff. 35 ff. S.. 1998. Stars zu haben. Bekanntheit lässt sich etwa durch die strategische Bearbeitung von Erwartungen erzielen. Kultur. 1998. Wiedererkennungseffekte für die Zuschauer durch den Aufbau fester Genrestrukturen (Krimi. in juristischer Perspektive vgl. S. B. Kalte Faszination: Medien. B. S. 1998. S. m.und medienökonomischen Logik konfrontiert. 1997. Das Ende der Demokratie. 1994. dass die Risiken. Gebrüder Haffa).. Aber auch in den Organisationen der Wirtschaft entsteht jetzt ein zunehmendes Interesse daran. 96 ff. 12 Dazu Groys. Reputation kann dagegen in besonderen Aufmerksamkeitsaggregaten stabilisiert werden. Wirtschaft und Medien für zentrale Regelungen des RStV aufwerfen. Kommunikation. 11 Franck.12 Die Aufmerksamkeitsökonomie macht die vorübergehende Prominenz von Themen und Personen zur zentralen Form einer neuen „Währung“. Über das Neue. vgl. Dies führt z. Schmidt. 52. Rötzer. Medien. Alle diese Medien unterliegen letztlich den Zwängen der Ökonomie der Aufmerksamkeit11. vgl. weil die Aufmerksamkeit für das Markenimage und die daran gebundenen Produkte und Dienstleistungen auch wirtschaftlich ausschlaggebend wird..h. in: Maresch/Werber (Hrsg.. S. die Präsenz von Stars in den Medien dazu. The Entertainment Economy 1999. Wissenschaft in der Mediengesellschaft. unter der Bedingung eines laufenden Informationsüberschusses wird das personenorientierte Firmenmarketing für viele Unternehmen zu einem wirtschaftlich ausschlaggebenden Erfolgsfaktor. d. Diese Eigenlogik des Mediensystems. S. lassen sich vor allem an der Auflösung der Trennung von Programm. 2.). Die Gesellschaft der Gesellschaft. Macht. der Unterhaltungsfunktion der Medien unterworfen wird. die Rundfunkveranstalter und Medienunternehmen durch ihr Handeln beständig reproduzieren. weil auch die Politik den Zwängen zur Erzeugung von Aufmerksamkeit. 997 ff. S. Ökonomie der Aufmerksamkeit. hat wiederum Rückwirkungen auf andere Kommunikationsnetzwerke. Ökonomie der Aufmerksamkeit.14 Ein Teil der Probleme. Sennett. Diese Entwicklung muss jedenfalls im Zusammenhang mit einem allgemeinen Bedeutungszuwachs von Werbung. 296 ff. Public Relations. z. So führt z. Schmidt. die dadurch beeinflusst werden und sich unter der „Macht der Medien“ selbst verändern. B. deren Gesetzmäßigkeiten sie in ihrem Handeln antizipieren müssen. 291 . Ökonomie der Aufmerksamkeit. Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. 179. durch Bekanntheit und Reputation gebunden werden müssen. auch Franck. 71. 13 Vgl. Drama. Komödie etc. 1014 f. Die Realität der Massenmedien.N. 14 Vgl. dazu. S. die damit Züge einer „Entertainment Economy“ annimmt. München 1992. die mit der Produktion neuer Fernsehfilme oder -serien verbunden sind. B. 1996. Franck. Ja. 15.. 234 ff. Produktdesign und Imagepflege in der Wirtschaft gesehen werden. sondern auch mit Boris Becker und Sabrina Setlur. Kalte Faszination: Medien. Wissenschaft in der Mediengesellschaft. Kultur. 329. wenn sie mit ihren Programmen erfolgreich sein wollen. 210 ff. Aufmerksamkeit als Medium der Öffentlichkeit.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung ökonomie herausgefordert werden. durch den Einsatz von Superstars. 1997. 2000. die diese wechselseitige Selbsterzeugung von Prominenz und Bekanntheit in Politik. 2000.) aufgebaut werden. auch Luhmann. Luhmann. 13 ff. Guéhenno. auch Vesting.13 Gerhard Schröder konkurriert heute eben nicht mehr nur mit Angela Merkel. die eine „Ökonomie des Neuen“ ist.w. die in den Medien präsent sind (Ron Sommer. S. indem z. 69. dass die Politik den Star-Mechanismus adaptiert. 324 ff. S. Bd. Wolf. 1999.. Medienunternehmen – und insbesondere der werbefinanzierte private Rundfunk – sehen sich deshalb mit einer neuartigen kultur.

Der RStV formuliert zwar neben den grenzziehenden Verboten im Bereich der Werbung und des Jugendschutzes eine Reihe von positiven Programmgrundsätzen (vgl. Neue Werbeformen und der Grundsatz der Trennung von Werbung und Programm. die jedem Rundfunkteilnehmer unabhängig von seinem konkreten Nutzungsverhalten auferlegt wird (vgl. 315 u. wenn das Programm von den Zuschauern gerne gesehen wird.M&K 49. ist mit einer dynamischen. Die Landesmedienanstalten können das Programm der privaten Veranstalter aber doch allenfalls auf sehr grobe Verstöße hin kontrollieren. § 41 RStV). müssen auch die öffentlich-rechtlichen Veranstalter darauf bedacht sein. Prozedurales Rundfunkrecht. § 12 Abs. S. M&K 48 (2000). 2 RStV). ZUM 1999. auf Selbstorganisation und Selbstregulierung angelegten Wettbewerbsordnung nicht in Einklang zu bringen. 115 ff. Ordnungsmodell – sofern man hier von „Modell“ oder „Konzeption“ sprechen kann17 – läuft letztlich darauf hinaus. 17 Zweifelnd etwa Hoffmann-Riem. 295 (320).18 Damit verstellt die staatszentrierte Konzeption des RStV aber auch den Blick auf die kultur. Wenn eine Rundfunkordnung einmal auf Wettbewerb um Aufmerksamkeit umgestellt worden ist. S. Ausführlicher dazu Vesting. 24. Die Annahme.und medienökonomischen Zwänge und Folgen. 2000. die diese für die Stellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einem „dualen Rundfunksystem“ haben. 1997. 93 ff.. vgl. Und selbst bei solchen Verstößen sind Interventionen durch die Landesmedienanstalten dann schwierig. auf die die Rundfunkgesetzgebung bislang ohne erkennbares strategisches Konzept reagiert. 292 . dass vor allem durch Organisation und Verfahren ein an der Produktion von Vielfalt orientiertes Rundfunksystem auch den privaten Rundfunk mit einbeziehen könnte. Auf einer derartig politisch-rechtlichen Setzung der Gesamtvielfalt beharrt aber der RStV: Dessen Konzeption bzw. Legitimation ist auch für Landesmedienanstalten ein knappes Gut. Jahrgang 3/2001 Werbung und E-Commerce demonstrieren. Gerade wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk durch eine Gebühr finanziert wird.15 2. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. 672 ff. 30. 1 Satz 2 GG abgeleiteten verfassungsrechtlichen „Gewährleistungsauftrags“ vorab die Spielregeln festlegt. 16 Siehe nur BVerfGE 57. Etwas abstrakter gesprochen. muss sich auch das Verhalten der öffentlich-rechtlichen Anstalten verändern. innerhalb derer sich die Entwicklung der Rundfunkordnung einschließlich der Beziehung zwischen den beiden Säulen entfalten soll. das sich vor allem in der Selbstdefinition der Programminhalte im privaten Rundfunk niederschlägt. auch Ladeur. hat das duale Rundfunksystem eine Eigendynamik freigesetzt. ihr Programm attraktiv zu gestalten und einen be- 15 Ladeur.ö. 5 Abs. 18 Dies kann hier nur thesenhaft angedeutet werden. die sich in der Vorstellung einer „positiven Ordnung“16 nicht mehr abbilden lässt. S. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Eine „Programmsteuerung“ durch eine extern konzipierte Rundfunkaufsicht kann unter dieser Bedingung aus normativen und faktischen Gründen nur noch in sehr abgeschwächter Weise funktionieren. S.3 Duales Rundfunksystem und dynamische Wettbewerbsordnung Mit dem Übergang zum dualen Rundfunksystem ist ein Element der Selbstorganisation in die Rundfunkordnung eingebaut worden. dass der Gesetzgeber im Rahmen eines aus Art.

42 ff 293 .24 Andererseits kann die Konturierung der Grenzen der Programmautonomie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht einfach durch eine materielle. S. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. aber die Entscheidung der EU-Kommission vom 8. 1999. sich im Wettbewerb um Aufmerksamkeit zu stark auf „Strategien der Marktverstopfung“ einzulassen.. insbesondere Hörfunk. 1999. 226. 181 ff. 183 ff. 97. Hoffmann-Riem. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Wege zu einem Funktionsauftrag. weil der öffentlich-rechtliche Rundfunk angesichts des quantitativen Wachstums von Informations. S. Dieser Druck hat in den letzten Jahren – besonders ausgeprägt im Bereich des Hörfunks – zu einer weiteren Diversifikation der Programmangebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geführt. 20 Z. dass ein nicht hinreichend spezifiziertes Recht zur Selbstdefinition des „Funktionsauftrags“ rasch in die Nähe einer Tautologie führen kann: Der Funktionsauftrag ist das. S. Bleckmann. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. M&K 48 (2000). S. 2000. M&K 48 (2000).1999 (Sache Nr. 1999.20 Auf diese Vorwürfe reagiert die Diskussion über den „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. 1999.und Medienlandschaft ausgesetzt ist. 21 Hoffmann-Riem. 93 ff.19 Auch im Bereich des Fernsehens sind mit Phoenix und dem Kinderkanal neue Spartenprogramme auf den Markt gebracht worden. 2000. also letztlich durch eine Rückkehr zum „Integrationsrundfunk“.3. Öffentlich-rechtliche Spartenprogramme als Bestandteil der Grundversorgung?. 24 Hoffmann-Riem. 93 ff. 1999. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. Holznagel/Vesting. 23 Hoffmann-Riem.522).22 Die Bedenken. S. Sparten. 2000. eine Entwicklung. insbesondere Hörfunk. an kulturellen und politischen Zielen orientierte Limitierung in inhaltlicher oder quantitativer Hinsicht erfolgen. S.und Unterhaltungsangeboten und einer bislang nur sehr schwach ausgebildeten langfristigen Unternehmensstrategie23 der Selbstgefährdung ausgesetzt ist. S.. Sparten. was der öffentlichrechtliche Rundfunk als Funktion festlegt.. Die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Wege zu einem Funktionsauftrag. Der spezifische Funktionsauftrag des Zweiten Deutschen Fernsehens. vgl.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung stimmten Gesamtmarktanteil nicht zu unterschreiten. Holznagel. als er nach wie vor eine relativ stabile Grenze zwischen dem öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk unterstellt und die grundlegenden wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. die in Teilen der rechtswissenschaftlichen Literatur als mit dem Auftrag zur „Grundversorgung“ nicht zu vereinbarende „Programmexpansion“ qualifiziert worden ist. IV/36. die mit dieser Kritik formuliert werden. Holznagel/Vesting. 25 So insbesondere Bullinger.21 Diese Debatte hat einerseits gezeigt.26 19 Holznagel/Vesting. Regulierung der dualen Rundfunkordnung.. sind schon deshalb ernst zu nehmen.. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. 1999. 11 ff. ansonsten stellen sie ihre eigene Finanzierungsgrundlage in Frage.25 Jedenfalls ist dieser Weg insofern wenig überzeugend. S. Sparten. B. 22 Ladeur. näher Ladeur. 26 Vgl. 29 ff. nicht verarbeitet. 1996.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. 280 ff. insbesondere Hörfunk.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Bullinger. 2000. denen auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk innerhalb der insgesamt veränderten Kultur.

27 Der geltende RStV ist noch zu sehr einer Konzeption verpflichtet. die keinen Außenhalt in der Realität mehr findet. sehr viel flexibleren Strukturen der (wirtschaftlichen) Selbstorganisation in einer (post-)modernen Gesellschaft immer weniger passt. die sich an den Verhältnissen der Praxis orientieren. dass die informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen nicht nur zentrale Voraussetzungen einzelner Bestimmungen des RStV destabilisieren. die dauernde Selbstveränderung der Massenmedien und des Rundfunks könnte im Rahmen eines Staatsvertrages politisch „gesteuert“ und „verantwortet“ werden. S. 192. dazu Breuer. sondern das veranstalterzentrierte Konzept des dualen Rundfunksystems insgesamt in Frage stellen. die Vorstellung zum Ausdruck.1 Zur Notwendigkeit eines Neuansatzes im Rundfunkrecht und in der Rundfunkregulierung Die Bestandsaufnahme des vorigen Abschnitts hat gezeigt. 29 Ladeur. angesichts der neueren informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen praktisch obsolet. Durch die Dynamik der informationstechnologischen und medienökonomischen Entwicklungen verliert auch die bisherige Rechtsprechung des BVerfG einen Großteil ihrer Orientierungskraft. wenn dabei kognitive Beschreibungen zugrunde gelegt werden. die im Unterschied zu anderen (Medien-)Freiheiten des Grundgesetzes der (gesetzlichen) Umsetzung durch Organisation und Verfahren in einer „positiven Ordnung“ bedarf. 294 . und dieses Erbe ist letztlich der Grund dafür. Regulierung der dualen Rundfunkordnung.29 Deshalb kommt es gerade für die zukünf- 27 Dies betont seit langem auch Hoffmann-Riem. Das hängt vor allem damit zusammen. 2000. so bringt auch der RStV. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. dass das duale Rundfunksystem auf die neuen. Guaranteeing the Programming Mandate of Public Broadcasters and Restraints on Private Broadcasters’ Programmes in Multimedia Conditions.M&K 49. Und so wie die quantitative Expansion des Staates und der Staatsaufgaben in der Vergangenheit vielfach unter die Vorstellung einer „politischen Steuerung“ der Gesellschaft subsumiert worden sind. 17 f. S. so wie für den Staat der Industriegesellschaft die politischen Parteien und sozialen Verbände im Zentrum einer von territorialen staatlichen Grenzen her definierten Gesellschaft standen. Jahrgang 3/2001 3. Darin liegt das spezifisch deutsche kulturstaatliche Erbe des dualen Rundfunksystems 28.). in deren Mittelpunkt stabile Organisationen und die mit ihnen verbundenen gesellschaftlich „relevanten Gruppen“ stehen. Mehr noch: Die Logik der Vernetzung treibt das Regulierungskonzept des RStV zunehmend in die Nähe einer idealistischen Setzung. dies gilt insbesondere für die Bewältigung der Probleme der Zukunft. S. 2000. Zur Zukunft des dualen Rundfunksystems und des Rundfunkstaatsvertrages 3. als Teil dieser Entwicklung. Wie die Erfahrung lehrt. 1998. im Erscheinen 2001. Hoffmann-Riem. dass das Rundfunkrecht von der Stimmigkeit seiner Realitätsannahmen auch normativ auf paradoxe Weise abhängig ist. 28 Vgl. Jedenfalls wird die Vorstellung einer primär objektiv-rechtlich zu verstehenden Rundfunkfreiheit. in: de Witte (Hrsg. sind rechtsnormative Konstruktionen auf Dauer nur dann haltbar. 17 f. Der Staat. Schon weite Partien der Rechtsprechung zum dualen Rundfunksystem müssen in dieser Hinsicht als problematisch eingestuft werden. Public Service Broadcasting and European Law.

S. Nur wenn es gelingt. RStV) zugunsten ihrer Verlagerung auf das Bundeskartellamt bzw. dann wirft dies unweigerlich die Frage auf. das an die Stelle des alten Modells des Integrationsrundfunks treten könnte. können künftige rundfunkpolitische Weichenstellungen wie etwa die Frage nach der rechtlichen Einordnung der neuen Internet-Dienste beobachtet und Fehlentwicklungen ggf. eine Sichtweise. Dies wird nicht selten auch mit einer kompetenzrechtlichen Komponente verknüpft.bzw.und zivilrechtlichen Schutz öffentlicher Güter beschränken. ein solches Ordnungsmodell zu entwickeln. 24. EG-Ebene verstehen). und zwar gerade in kompetenzrechtlicher Hinsicht. 1997. Wenn Rundfunkpolitiker der Länder selbst zu verstehen geben. Aus dieser Entwertung des herkömmlichen Rundfunkrechts wird nun freilich vielfach der Schluss gezogen. Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK).2000. dass es eine Fülle von praktischen Einzelproblemen z. aus rechtlicher Perspektive korrigiert werden. die auch auf „praktischer“ Ebene gelöst werden müssen. wird es dabei entscheidend darauf ankommen. dass haltbare normative Lösungen auch dieser Einzelprobleme ohne eine theoretisch stimmige Konzeption sinnvoll im Rechtssystem diskutiert werden können (die Politik wird anders darüber denken!). hebt sich das Rundfunkrecht in seiner derzeitigen Form selbst auf. die Zukunft des Rundfunkrechts lediglich in der Breite und dann auch nur entlang „brennender praktischer Probleme“ zu diskutieren. das alte publizistische Modell so umzuschreiben und umzubauen.31 Dies ist jedoch eine ambivalente Forderung: Wird der spezifisch vielfaltssichernde (kulturrechtliche) Ansatz der Rundfunkregulierung aufgegeben. dass es wieder an die Realität der Massenmedien und ihre Eigendynamik anschließen kann.30 Dieses Konzept stößt auch im politischen Raum von Zeit zu Zeit auf ein positives Echo. Fortschreitende Medienkonzentration im Zeichen der Konvergenz. Damit soll hier natürlich nicht bestritten werden. 31 Vgl. und nicht lediglich mit strukturloser Abwägungskasuistik geantwortet. SZ v. sondern darum. 30 Z. den Trend einer Flucht in abstrakte Glaubensbekenntnisse. im Bereich der Werberegulierung gibt. Mestmäcker/Bullinger.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung tige Diskussion darauf an. dem Integrationsrundfunk. die europäische Ebene gefordert werden. Entgegen einer in Wissenschaft und Praxis verbreiteten Tendenz. den kulturrechtlichen Ausgangspunkt der Rundfunkregulierung aufzugeben. auf welcher Grundlage die Länder denn überhaupt eine Kompetenz für die Rundfunkregulierung beanspruchen können. wenn etwa die Abschaffung der KEK und der spezifisch rundfunkrechtlichen Konzentrationskontrolle (vgl. Es soll aber bestritten werden. umzukehren. 2000.9. 21. B. §§ 26 ff. in der vor allem der Bund und die Telekommunikationsregulierung einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren. der auch in der gesetzlichen Rundfunkregulierung weit verbreitet ist. In dieser Perspektive soll sich die Rundfunkregulierung auf traditionelle Materien wie den straf. 295 . Auch das BVerfG hat in den sechziger und siebziger Jahren des gerade vergangenen letzten Jahrhunderts auf gesellschaftliche und politische Umwälzungen mit einem Ordnungsmodell. Es kann also nicht darum gehen. Die Rundfunkaufsicht wäre danach eher in der ordnungsrechtlichen Tradition einer „Medienpolizei“ zu denken. dass die Rundfunkregulierung überhaupt zurückgenommen oder abgeschafft werden müsse. Multimediadienste. ergänzt durch eine allgemeine Wettbewerbskontrolle. B. dass sie den Rundfunk nicht länger als Kulturgut qualifizieren (und wie sonst soll man die Forderung einer Verlagerung der rundfunkspezifischen Konzentrationskontrolle auf die Bundes. ein theoretisch haltbares rundfunkrechtliches Ordnungsmodell zu entwerfen.

dass der Zugang zu einem neuen rundfunkrechtlichen Ordnungsmodell über eine Perspektive der Erhaltung gesellschaftlicher und vor allem wirtschaftlicher Innovationsfähigkeit gesucht werden muss..2. nicht aber – jedenfalls nicht primär – über eine staatszentrierte Vorstellung von „Meinungsbildung“ oder über Begriffe wie „Zugangsgerechtigkeit“ oder „Chancengleichheit“.2 Das öffentliche Interesse Auf rechts. Luhmann. es dürfte in rechts. Letzteres schließt praktisches Wissen ein. werden Vorstellungen wie „Zugangsgerechtigkeit“ oder „Chancengleichheit“ auf einer eher allgemeinen Ebene z. Normen und Werte. 296 . 1998. Jahrgang 3/2001 3. Während die staatszentrierten Vorstellung öffentlicher Meinungsbildung letztlich der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zugrunde liegt. 20. was Ökonomen. Sprachen. Gewährleistung kommunikativer Chancengleichheit als Freiheitsverwirklichung. so bildet kulturelle Vielfalt eine Voraussetzung für die Sicherung der laufenden Selbsterneuerung einer (post-)modernen Gesellschaft sowohl auf globaler als auch auf regional-staatlicher Ebene. und zu diesem praktischen Wissen gehört immer auch ein Unterbestand gemeinsamer informeller Konventionen. Access. 53 RStV. 33 Vgl. 1. Rifkin akzentuiert. Organismen ist. Mit der Wahl dieses Ausgangspunktes soll insbesondere akzentuiert werden. Bd. zu dem auch eine Vielfalt der (nationalen) Traditionen.und verfassungstheoretischer Perspektive unstrittig sein.2.. B. Gerade in einer „globalen Welt“ kann auf die Erhaltung kulturellen Reichtums im Sinne eines Varietät und Diversität erhaltenden „Ideenpools“. Schulz. dass die Erhaltung der Innovationsfähigkeit der Kultur einen positiven Beitrag zur Erhaltung der Flexibilität und Selbsterneuerungsfähigkeit der (post-)modernen Gesellschaft leistet. allg. B. S. 1997. Weltbilder und Werte gehört. Gewohnheiten. 588 („Bis heute ist keine klare Abgrenzung des damit gemeinten Phänomenbereichs gelungen“). für die Medien z. siehe aber auch ders. also das. 2000. Rifkin. In der „knowledge-economy“ ist Kapital immer weniger in Land. 2000.M&K 49. S. dass es ein öffentliches Interesse an der Sicherung kultureller Vielfalt gibt. 586 ff. nicht verzichtet werden. So wie biologische Diversität eine Voraussetzung für die Evolution lebender Systeme bzw.und verfassungstheoretischer Ebene kann ein solches Konzept unterstellen. So schimmernd der Begriff der Kultur aus sozialwissenschaftlicher Sicht auch sein mag 33. Die Haltbarkeit dieser Ausgangsüberlegung lässt sich auch deshalb schwerlich in Frage stellen. Im Rundfunkrecht stehen diese Vorstellungen insbesondere im Mittelpunkt der Diskussion um das digitale Pay-TV und die Regeln der §§ 52. Maschinen und Werkzeugen akkumuliert und immer mehr in Information und Wissen.1 Ausgangsüberlegung Ein solches Ordnungsmodell kann mit der Überlegung starten. weil die Erhaltung der Innovationsfähigkeit der Kultur für die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft mehr und mehr von ausschlaggebender Bedeutung ist.2 Normative Grundelemente eines neuen rundfunkrechtlichen Ordnungsmodells 3. 32 Vgl. Access. sehr stark bei J. dass der Rundfunk auch in Zukunft einen Beitrag zur Sicherung einer reichen Vielfalt von kulturellen Themen und Ideen in den unterschiedlichen Kommunikationsnetzwerken einer (post-)modernen Gesellschaft leisten sollte.32 3. Fabriken. Die Gesellschaft der Gesellschaft.

je nach Lage und Situation. Kultur muss unter den Bedingungen einer (post-)modernen Gesellschaft eher als eine Art zerstreutes und flexibles Gedächtnis verstanden werden. Wenn man diesen Gedanken etwas anders akzentuiert. als Filter des Erinnerns und Vergessens37. Das bedeutet. durch den man. Die Gesellschaft der Gesellschaft. 36 Dazu aus rechtswissenschaftlicher Perspektive Ladeur. S. Vergangenheit in Anspruch nehmen und den Variationsrahmen der Zukunft bestimmen kann.. dass die Massenmedien jene Welt. S.. nur Becker. 38 Vgl. Human Capital: A Theoretical and Empirical Analysis.h. S. Negative Freiheitsrechte und gesellschaftliche Selbstorganisation. B. Social Capital in the Creation of Human Capital. kann man daher sagen. Journal of Democracy 6 (1995). Die Realität der Massenmedien. „gemeinsames Wissen“ und „Kultur“ freilich nicht mehr im Sinne einer historisch gewachsenen Tradition und vorgegebenen Kulturgesamtheit verwendet werden. 65 ff. d. 1997. 2000. 39 Vgl. können Begriffe wie „Sozialkapital“. das z. also auch auf ein entsprechendes Klima des gegenseitigen Vertrauens. S. sondern durch die laufende Produktion und Präsentation von Themen kulturelle Stile und Moden erzeugen. S. 2nd ed.. dass Kultur im Laufe der Entwicklung der modernen Gesellschaft selbst dispers und kontingent geworden ist. 1996. dass die Massenmedien an dieser dauernden Selbstveränderung der Kultur in hohem Maße beteiligt sind. in bestimmten Phasen des letzten Jahrhunderts der Nationsbegriff vermocht hatte. selbst auf diese einwirken und sie dadurch verändern. wie es z. 2000. 31 ff. 297 . American Journal of Sociology 94 (1988).36 In einer (post-)modernen Konfiguration. auch Luhmann. Der große Aufbruch. Wozu Kultur?. Kultur ist heute von Situationen und Ereignissen abhängig38. Kultur ermöglicht weder eine übergreifende stabile Sinnstiftung. ders. an denen sich die Kommunikationsnetzwerke der (post-)modernen Gesellschaft innerhalb und außerhalb der Massenmedien orientieren und. 34 Vgl.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Soziologen und Politologen heute als „Sozialkapital“ beschreiben. 2000. Trust: The Social Virtues and the Creation of Prosperity. Privatisierung öffentlicher Aufgaben und die Notwendigkeit der Entwicklung eines neuen Informationsverwaltungsrechts. allgemein Fukuyama.und Gesellschaftsbeschreibungen produzieren. 174. Bowling Alone. Dabei ist für unseren Zusammenhang entscheidend.39 Deshalb besteht ein öffentliches Interesse daran. Fukuyama. 1. S. S.. 95 ff. 588. B. 225 ff. noch kann Kultur Lebensformen und Gewohnheiten in konsensualen oder „integrierten“ Formen von „Diskurs“ oder „Öffentlichkeit“ fest schreiben. Putnam. 250. gerade weil die Massenmedien Traditionen und Gewohnheiten nicht mehr nur wiedergeben. sie unterliegt einer dauernden Selbstveränderung. 1996. in: Schmidt-Aßmann/Hoffmann-Riem (Hrsg.). Bd. Baecker. Verwaltungsrecht in der Informationsgesellschaft. wie oben gezeigt. 37 Angelehnt an Luhmann. dass diese Selbstveränderung der Medien und des Rundfunks nicht in Selbstblockaden und unproduktiven Entwicklungspfaden anderer Kommunikationsnetzwerke endet. für den Aufbau von nicht-familienbasierten Großunternehmen unentbehrlich ist. 22 f. 1975. 2000. 35 Vgl. in einer Gesellschaft ohne Zentrum und ohne Spitze.35 Infolgedessen besteht gerade aus wirtschaftlicher Sicht ein nachhaltiges öffentliches Interesse an der Erhaltung der Intelligenz und Flexibilität dieses Sozialkapitals.34 Sozialkapital hat wiederum große Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Selbstverständigung und zu autonomer Assoziationsbildung. Coleman.

anders formuliert.M&K 49.1. die die „Ziele“ der Rundfunkregulierung in Form von „Meta- 40 Vesting. 78. 95.2. wie diese sich selbst sieht. Diese Ausdifferenzierung der Massenmedien zu einem eigenständigen Kommunikationszusammenhang und ihr Bedeutungszuwachs für das gesamte gesellschaftliche Leben rechtfertigen die Verschiebung des verfassungsrechtlichen Ansatzpunktes von Politik auf Kultur40 bzw. 1997. 41 BVerfGE 97. der Art und Weise. 1 GG. 1 BvR 2623/95 vom 24. die materiellen Vorgaben des BVerfG mit Hilfe von stabilen Zweckprogrammen und einer allenfalls leicht modifizierten Vollzugsverwaltung zu realisieren. 77. eine Strategie zu favorisieren. dass die Rundfunkregulierung auch in einer dynamischen Wettbewerbsordnung gewissermaßen von oben „Ziele“ festlegen könnte. das Rundfunkrecht von der veranstalterbezogenen Zulassung abzulösen. 214 ff.3 Verfassungsrechtliche Verankerung Durch diese Entwicklung werden die Massenmedien selbst zu einem zentralen Organ der Selbstbeschreibung der Kommunikationsnetzwerke einer (post-)modernen Gesellschaft. 298 . der Kultur. aber auch wie Organisationen und Individuen sich und ihr Handeln selbst verstehen. http://www. auf die Erhaltung kultureller und wirtschaftlicher Innovationsfähigkeit. Sie leisten einen nicht unerheblichen Beitrag zur Konstruktion ihrer kulturellen Deutungsmuster. An diesen (unendlichen) Fluss der Zeit wäre eine prozedurale Strategie der laufenden Fremd. der Massenmedien und des Rundfunks. 5 Abs.1 Zur Temporalisierung und Prozeduralisierung der Rundfunkregulierung Auf die beständige Selbstveränderung der Gesellschaft und ihrer unterschiedlichen Kommunikationsnetzwerke. 1 Satz 2 GG verankern. also die Fixierung des Rundfunkrechts auf die behördliche Entscheidung aufzugeben. S. Monaco. 12 Abs. Dagegen muss es künftig darum gehen. Deshalb lässt sich die Erhaltung reicher thematischer Vielfalt im Rundfunk und insbesondere im Fernsehen normativ-dogmatisch als objektiv-rechtliche Komponente in Art. Absatz-Nr. Prozedurales Rundfunkrecht. 361 (389 f. allerdings nur auf der Ebene der Beschreibung des öffentlichen Interesses als „Rechtfertigung“ für „Eingriffe“ in Art. und sich stärker auf den zeitlichen Fluss der sich von Moment zu Moment vollziehenden – und dabei Strukturen benutzenden oder Strukturen verändernden – Selbstreproduktion des Rundfunks und der Medienwirtschaft einzulassen. muss die Rundfunkregulierung mit einer stärkeren Temporalisierung und Prozeduralisierung ihrer rechtlichen und institutionellen Arrangements antworten.bverfg. 259) – Kurzberichterstattung. die noch stark in einem staatszentrierten rundfunkrechtlichen Modell verhaftet ist. Gegenüber der herkömmlichen Rundfunkregulierung wäre. er basiert letztlich auf der Vorstellung.de.und Selbstbeobachtung des Rundfunks und der Medienwirtschaft anzukoppeln.) – Caroline v. 228 (257. die eher auf nachbarschaftlich koordinierende und kooperierende Beziehungen zwischen Verwaltung und Privaten setzen müsste als auf den bürokratischen Stil einer „Vollzugverwaltung“. 75.3 Folgen für die Rundfunkregulierung 3. diese Umstellung erst in Ansätzen nachvollzogen hat.2001. BVerfG.3. auch wenn die Rechtsprechung des BVerfG. BVerfGE 101. Jahrgang 3/2001 3.41 3. Der RStV versucht. die durch geeignete verwaltungsrechtliche Mittel lediglich durchgesetzt werden müssen.

Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung Regeln“ auf einer Ebene zweiter Ordnung reformuliert. Diese Bedingungen und Restriktionen sind in jüngster Zeit vor allem im Zusammenhang mit der Bedeutungszunahme der Informations. Die Rundfunkveranstalter (und insbesondere der private Rundfunk) werden in den Massenmedien mit einer neuen Ökonomie der Aufmerksamkeit konfrontiert. 5 ff. 299 . von dem erwartet werden kann. Daher folgt die Aufmerksamkeitsökonomie nur noch sehr eingeschränkt einer vorhersehbaren wirtschaftlichen oder kulturellen Rationalität. Shapiro/Varian. Infolgedessen produziert die Ökonomie der Aufmerksamkeit einerseits – in ähnlicher Weise wie die Finanzmärkte – eine Fülle von Unwägbarkeiten und Schwankungen wie z. durch unmittelbare gesetzliche Zwecksetzungen implementiert werden. 2000. auf die Radio.und Netzwerkökonomie beschrieben worden. die als Effekte der dauernden Produktion von neuen Informationen in den Massenmedien entstehen. die Selbstorganisation und Selbstregulierung dieser Prozesse positiv im Sinne der Vielfaltssicherung zu beeinflussen. Andererseits können Rundfunkveranstalter unter dieser Bedingung nur dann Aufmerksamkeit erzeugen. B. die. 2000.43 Diese Diskussion hat gezeigt.und Gesellschaftsbeschreibungen. Insoweit lassen informationsökonomische Märkte durchaus bestimmte Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennen. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit produziert also ganz spezifische Bedingungen und Restriktionen. S. an die die Rundfunkregulierung auch künftig anschließen kann. Diese produziert eine Logik der fluktuierenden Bekanntheit von Themen und Prominenz. in: Engel/Keller (Hrsg. allg. anders als das Recht. 1998..und Fernsehprogramme reagieren müssen. Die Rundfunkregulierung muss infolgedessen auf die praktischen Anschlusszwänge und Anschlussmöglichkeiten der Rundfunkproduktion reagieren und versuchen. 43 Vgl.42 Das bedeutet. 124 ff. The Commercialisation of the Internet. Dazu müssen die normativen Ziele.und Medienökonomie einher gehen. S. den Flop. RuF 46 (1998).2 Die Kultur. dass es bei den Zuschauern ankommt. Die Rundfunkregulierung müsste sich stärker darauf einlassen. 75 ff. Social. 1996.und Telekommunikationsrechts in den hybriden Beziehungsnetzwerken der „Informationsgesellschaft. „steuern“ kann.3. die die Gesetzgebung realisieren will. mit denen Medienunternehmen umzugehen lernen müssen. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. dass die Massenmedien in der Wahl der Formen und Themen durch die Bedingungen und Restriktionen der Kultur. 174. Die vertikale Integration von Film-. durch die Setzung von rechtlichen Anreizen.. 3. während das Recht die Welt.. S. dass die Besonderheiten von Informationsgütern damit zusammen hängen. Hutter. S. B.). dass Information als Wirtschaftsgut nichts 42 Luhmann. S. die mit der neuen Kultur. Vesting. nur sehr mittelbar. dass Massenmedien eine zirkuläre Dauertätigkeit der „Erzeugung und Bearbeitung von Irritation“ einrichten und diese in eine unbekannte Zukunft hinein verlängern.und Medienökonomie als Ansatzpunkt Vor diesem Hintergrund muss der Ansatzpunkt für die künftige Rundfunkregulierung in den spezifischen Bedingungen und Restriktionen gesehen werden. Die Realität der Massenmedien. wenn sie erfolgreich sein wollen.und Videowirtschaft als Herausforderung der Medienregulierung. wenn sie Neues produzieren. Ladeur. Political and Cultural Values. schnell. Information Rules. flüchtig und rasch vergänglich ist.. 173 ff. Zur Zukunft und Konstruktion des Medien. Hoffmann-Riem. anders als z.und Medienökonomie bestimmt werden. im Erscheinen 2001. Fernseh. Understanding the Impact of Global Networks on Local.

aber sein Design und seine technischen Daten sind bekannt. Das zwingt Fernsehveranstalter dazu. Diese Dynamik ist der Grund für die unglaublich hohen Gagen. funktionieren auch im Fernsehen relativ gut. kann sein Markenzeichen nicht so schnell durch beliebig neue Stars ersetzt werden. Jahrgang 3/2001 Festes und Fertiges ist. 179. 300 . insbesondere wenn es hohe Investitionen in Produktion oder Rechte erfordert hat. Obwohl sich die Ausstrahlung teurer Programme oftmals gar nicht mehr durch Werbung oder Gebühren refinanzieren lässt.. Information hängt vom Stand vorgängiger Informiertheit ab. S. Neues wie z. neue Shows –. 46 Ladeur. das Bayern gegen einen anderen Verein bestreitet. sie vergeht im Moment ihres Entstehens. Premium-Spielfilme. Darin ist eine Bewegung der Selbstabschließung der Märkte bis hin zur Monopolbildung angelegt: Ist ein Star einmal erfolgreich. obwohl sie neu ist. das die in diesen Märkten tätigen Unternehmen in Grenzen halten müssen. die Paradoxie bewältigen. neue Formate. Stars. die Superstars heute im Film. 47 Zu den juristischen Konsequenzen vgl. Top-Fernsehfilme etc. 1998. K&R 2000. unendlich fallende Durchschnittskosten und exponenzielle Wertsteigerung durch Netzwerkeffekte. AfP 2000.). die.45 Informationsgüter produzieren deshalb ganz besondere wirtschaftliche Risiken. sonst büßt er seinen Neuigkeitswert und damit sein wirtschaftliches Verwertungspotenzial ein. S. sondern allenfalls mit dem nächsten Spiel. zu der sie mit den meisten Zuschauern rechnen können („Primetime“). 30 ff. und diese selbst erzeugte Exklusivität ist auch der Hintergrund für die enormen Preissteigerungen bei attraktiven Programmelementen im Fernsehen (Sportrechte. Für Harrison Ford oder Thomas Gottschalk lässt sich nicht so schnell ein Ersatz finden. wenn er auf einer Motorshow präsentiert worden ist.44 Daraus resultieren ganz bestimmte Produkteigenschaften wie vor allem hohe Fixkosten. zu der Zeit.46 Attraktoren wie Genrebildung. Wiedererkennungseffekte etc.M&K 49. Columbia Law Review 1997. 68. Ökonomie der Aufmerksamkeit. Ökonomische Eigenheiten des E-Commerce. Abstrakter gesprochen entstehen durch selbst erzeugte Exklusivität temporäre Monopole von geringerer oder längerer Dauer. Deshalb sind gerade Sportprogramme und Premium-Spielfilme so interessant: Diese Formate verbinden auf perfekte Weise das im einzelnen Unbekannte mit einem bekannten hohen Interesse an dem Genre. anders gesagt.und Fernsehgeschäft erzielen („Starpower“) 47. 524 ff. nur Goldberg. 45 Hutter. S. vor allem das Produktionsrisiko des Neuen – der neue Film. Genau so verhält es sich im Fußball: Ein Superklub wie Bayern München konkurriert im Wettbewerb um Aufmerksamkeit nicht mit Klubs aus der zweiten Liga. 171 ff. Fernsehunternehmen müssen. sind solche Programm- 44 Franck. Ansonsten ist das Programm. sondern an Aktualität und Neuigkeit gebunden bleibt. aber er muss unbekannt bleiben. Auch der neue Audi A4 wird zunächst mit Spannung erwartet. ja sie ist nichts anderes als „eine rekursive Funktion der Zeit“. B. auch und gerade mit einem neuen (unbekannten) Programm ein möglichst großes Publikum erreichen zu müssen. eine neue Show anzubieten. Rundfunkaufsicht im Multimedia-Zeitalter zwischen Ordnungsrecht und regulierter Selbstregulierung. die bei der nächsten Produktion zu einer Reduktion von Möglichkeiten führt. Dagegen kann der neue Film zwar angekündigt werden. ein wirtschaftlicher Fehlschlag. Information ist also an Zeitpunkte gebunden. S. Die Steigerung von Zuschauerzahlen durch den Einsatz von Mitteln der Aufmerksamkeitsansprache wird jedoch in der Regel mit dem Preis der Exklusivität bezahlt. The Net Profits Puzzle. die vertrauten Erwartungen der Zuschauer nicht allzu sehr enttäuscht.

49 Diese Verschiebung vom Veranstalter zur Dachmarke (mit dem Kerngeschäft Rundfunk) könnte zunächst mit einer weit gehenden Liberalisierung der Regulierung nach dem Vorbild des MDStV verbunden werden (insbesondere im Bereich Werbung/Unterhaltung). Public Service Broadcasting and European Law.a. 49 Vgl. 5 RStV festzulegen. 1 ff. laufendes Qualitätsmanagement. Guaranteeing the Programming Mandate of Public Broadcasters and Restraints on Private Broadcasters’ Programmes in Multimedia Conditions. 301 . Stattdessen müsste sich die Rundfunkregulierung auf eine strategische Schwerpunksetzung konzentrieren.. Schon dieser Zwang zur Mischkalkulation spricht dagegen. Auf weitere Aspekte. 93 ff. Die enorme Preissteigerung von Top-Events (Fußball. an die Dachmarke anknüpfen sollte. soll hier nicht näher eingegangen werden. 3.4 Skizze zur Umstellung der Rundfunkregulierung 3. Bei Erreichen dieses Schwellenwerts müsste 48 Bullinger. ob die Regulierung nicht künftig.4. dass die Veranstalterzentrierung sowohl auf der Ebene der Zulassung als auch auf der Ebene der (Kabel-)Weiterverbreitung zugunsten einer weit gehenden Liberalisierung des Rundfunkrechts aufgegeben werden sollte. Handys etc. Für Dachmarken mit größeren Marktanteilen (deren Errechnung auf unterschiedliche Weise erfolgen könnte) wäre jedoch ein Schwellenwert etwa nach dem Vorbild von § 26 Abs. S. M&K 48 (2000). Das bedeutet. Top-Spielfilme) muss von den Unternehmen durch dementsprechende Einsparungen im sonstigen Programm kompensiert werden. die u.. dann wäre zu überlegen.) zweifellos zunehmen. den damit verbundenen Umbau der institutionellen Strukturen der Rundfunkaufsicht. vielfaltssteigernde Umlenkung von Monopolrenten und eine bessere Strukturierung technologischer Innovationsprozesse umfassen müsste. Deshalb besteht die Möglichkeit. dass sich Fernsehprogramme in einem strukturlosen Raum von Möglichkeiten auflösen könnten..). dass die Rundfunkregulierung künftig an die Präsenz von Dachmarken in den unterschiedlichen Verbreitungsmedien anknüpft. Der Rundfunkbegriff in der Differenzierung kommunikativer Dienste. als die Alternativen beschränkt sind. ders. wie dies z. AfP 1996. anstatt am einzelnen Veranstalter bzw. 4 f.2 Vom Veranstalter zur Dachmarke Der Zwang zum Aufbau von Marken wird unter der Bedingung einer stärkeren Vielfalt von Verwertungsmöglichkeiten (Free-TV.4. S. dazu auch die Überlegungen bei Ladeur. Programm anzusetzen. im Erscheinen 2001. 101 ff. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. B. 3. in Bullingers Formel vom „elektronischen Versandhandel“48 nahe gelegt wird („Kioskmodell“).. Dies gilt umso mehr. Formel 1. Pay-TV. in: de Witte (Hrsg.1 Grundvorstellung Wenn sich der Trend einer Ablösung des herkömmlichen Programmfernsehens durch die Vermarktung eines Bündels von Programmelementen in komplexeren Verwertungsketten fortsetzen sollte („Multimedia“). Online. wie z. B.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung elemente für die Bindung an das Programm oder die Dachmarke doch unerlässlich.

Diese Umstellung des Rundfunkrechts auf eine flexiblere Markenregulierung hätte einmal den Vorteil. Rechtliche Möglichkeiten der Qualitätssicherung im Journalismus. die dann im Rundfunk oder auch Online vertrieben werden müssen. den Jugendschutz oder ganz generell auf Fragen der Programmqualität erstrecken. Jarren. ein eigenes. Überschreitet eine Dachmarke den rundfunkspezifischen Schwellenwert. weiterhin an das Gesamtangebot von Veranstaltergruppen anknüpfen zu können. Die Rundfunkregulierung müsste viel stärker an diese Praxisformen und die dort geltenden Maßstäbe und Konventionen anschließen.und B-Filmen artikulieren oder in der Einrichtung von eigenen Bewertungssystemen in Form von Preisverleihungen. oben). Ein solcher Ansatz könnte außerdem dazu beitragen. hat die Medienpraxis durchaus einen klaren Sinn für Differenzen entwickelt. die Erzeugung von Ordnung und Ordnungsmustern anzustoßen. S. B. Jahrgang 3/2001 eine spezifische Rundfunkregulierung greifen. 302 . die Abgrenzungsprobleme zwischen Rundfunk. Medienregulierung in der Informationsgesellschaft. Diese Anforderung könnte sich natürlich auch auf die Einhaltung des Pornografieverbots und die Begrenzung von Gewaltdarstellungen. Das wird in Zukunft auch deshalb wichtiger werden. S. könnte er durch neue Formen eines laufenden Qualitätsmanagements ersetzt werden. Die ergänzende Vermarktung im Grenzbereich zwischen Rundfunk und Telekommunikation würde dann allenfalls noch Anrechnungsprobleme für die Ermittlung des Schwellenwerts mit sich bringen. ermöglichen. B.50 50 Ladeur.M&K 49.und Zielgruppenprogramme Vielfaltsanforderungen an die Dachmarke formulieren zu können.4. Dies würde es u. a. unternehmensinternes Verfahren der Entwicklung von Standards und Konventionen etwa im Hinblick auf die Einhaltung des werberechtlichen Trennungsgebots in neuen Programmformaten zu entwickeln. Sie muss also versuchen. im Hinblick auf die Anteile von (werbefreien) Informationsprogrammen. 149 ff. z.. weil durch das Internet auch professionelle journalistische Qualitätsmaßstäbe unter Druck geraten werden. RStV in einem solchen Modell an Bedeutung verliert. in Preisunterschieden von A. könnte eine Verpflichtung für Medienunternehmen greifen.und Telekommunikationsdiensten zu vereinfachen (vgl. 3. Publizistik 44 (1999).3 Vom Zulassungsvorbehalt zum laufenden Qualitätsmanagement Soweit der Zulassungsvorbehalt der §§ 20 ff. Entscheidend wäre der Aufbau von Formen der Selbstregulierung. Publizistik 45 (2000). selbst bei einer weiteren Ausdifferenzierung der Angebotskomponenten in Sparten. Während solche Fragen heute vielfach auf Geschmacksfragen und damit auf nicht entscheidbare Fragen reduziert werden. wie sie sich z. aus der praktisch handhabbare Regeln und Konventionen entstehen. 442 ff. um deren Kapazitäten zur Selbstorganisation und Selbstregulierung zu steigern. die dann durch die Aufsicht nachträglich auf ihre Einhaltung überprüft werden. Abstrakter gesagt muss eine stärker auf Kooperation eingestellte öffentliche Aufsicht Formen der professionellen Selbstbeobachtung von Unternehmen anregen.

Dies könnte auch institutionell zu einer neuen Arbeitsteilung von Rundfunk. § 26 Abs.und Wettbewerbsrecht führen. überlegen. Die Kooperation von europäischem Kartellrecht und mitgliedstaatlichem Rundfunkrecht.. Dabei sollte gerade das europäische Wettbewerbsrecht mehr Flexibilität für „gemischte“ Medienordnungen entwickeln. die heute weitgehend informell ablaufenden Verfahren der Standardsetzung mit Hilfe einer prozeduralen Regulierung besser auf die Erhaltung von Innovationsfähigkeit einzustellen. Andererseits räumt er den Landesmedienanstalten relativ pauschal eine umfassende Satzungsbefugnis zur Gewährleistung nicht-diskriminierender Bedingungen in technischer Hin- 51 Ladeur. Hier zeichnen sich vielmehr extreme Ungleichgewichte ab.). wenn sie diese Gelder in innovative Formate oder in den Aufbau unabhängiger Produktionsstrukturen investieren. Der Gesetzgeber hat dagegen mit der neuen Vorschrift des § 53 RStV gleichzeitig zu wenig und zu viel Flexibilität in die Zugangsregulierung eingebaut. So ließe sich z.und medienökonomischen Folgen und Zwängen der Aufmerksamkeitsökonomie beschäftigen. zu lenken. Stattdessen wäre die Aufmerksamkeit auf die Probleme der temporären Monopole und die Monopolrenten. im Erscheinen 2001. Daran wäre durchaus auch eine neue Rollenverteilung von nationaler und europäischer Wettbewerbsaufsicht anschließbar. die dadurch erwirtschaftet werden. WuW 2000. So ist es durchaus eine herkömmliche wirtschaftliche Modelle und Theorien sprengende Entwicklung. 968.5 Strukturierung technischer Standardsetzung Die Beobachtung von Prozessen der Selbstorganisation und Selbstregulierung sollte ferner den Ausgangspunkt einer rechtlichen Regulierungsstrategie bei der Erweiterung der Rundfunkregulierung vom Veranstalter auf die Zugangsebene bilden. Vesting. In diesem Zusammenhang käme es aber darauf an. The Impact of European Competition Law on New Programme and Service Strategies of Public Broadcasters. RÄndStV für Anbieter von Diensten mit Zugangsberechtigung in §§ 52. dass für ganz bestimmte Sportrechte heute Milliarden gezahlt werden oder dass das Jahreseinkommen von wenigen Spitzensportlern zweistellige Millionenbeträge überschreitet. Public Service Broadcasting and European Law. Einerseits setzt er bestimmte Standards selbst fest (§ 53 Abs. S. 303 . Das Offenhalten von Märkten und der Schutz der Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs könnte durch die herkömmliche Wettbewerbsaufsicht gewährleistet werden.4 Von der Konzentrationskontrolle zur vielfaltssteigernden Umlenkung von Monopolrenten Auch bei der rundfunkrechtlichen Konzentrationskontrolle müssten die Akzente der Regulierung künftig anders gesetzt werden. Die Landesmedienanstalten sollten sich dagegen mit den spezifischen kultur. Diese sollte nicht vorherrschende Meinungsmacht über die Begrenzung von Marktanteilen zu verhindern suchen (vgl.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung 3. den Preisauftrieb bei solchen Rechten durch Risikoabgaben oder besondere Formen der Steuer abzukappen. 1 RStV).51 3.4. Diese Erweiterung ist seit dem 4. die (private) Veranstalter zurückbekommen.4. 965 ff. 2 RStV). B. in: de Witte (Hrsg. 53 RStV – zu Recht – vorgenommen worden. die es so in der Vergangenheit nicht gab und die ein Eingreifen im öffentlichen Interesse durchaus rechtfertigen können. anstatt über eine rigide Handhabung des europäischen Wettbewerbsrechts und der Beihilfevorschriften mehr Probleme zu erzeugen als die Institutionen der EG selbst zu lösen vermögen.

S. Freilich muss man auch sehen. M&K 48 (2000). unter Wettbewerbsbedingungen und einer offensichtlich weiter voranschreitenden Fragmentierung des Angebots.. 93 ff. So wäre z. Sparten. Holznagel/Vesting. dass das gruppenpluralistische Integrationsmodell.52 Deshalb kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht auf einen stabilen „Funktionsauftrag“ und bestimmte tradierte Programmsegmente wie z. Dieser Orientierungs. Für die Festlegung des Programms. über das in der Vergangenheit insbesondere mit der Anstaltsverfassung eine Rückkopplung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an die Gesellschaft gewährleistet werden sollte. 304 . sind daher in erster Linie die Anstalten und das in ihnen verankerte professionelle Wissen in den Redaktionen verantwortlich („Programmautonomie“). Media-Parks usw.4. 2000. insbesondere Hörfunk. Online-Dienste.h. zu überlegen. Merchandising. stark an Orientierungs. 3. Event-Marketing. ist sicher nicht einfach zu bestimmen.) eine eigene Dachmarke entwickeln können.M&K 49. ausschließlich auf Vollprogramme festgelegt werden. das aber ande- 52 Näher Hoffmann-Riem. 595 ff. Jahrgang 3/2001 sicht ein. d. B. 201 ff. die nur schwer begrenzbar ist. das dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk einerseits eine Entwicklungsperspektive unter Multimedia-Bedingungen sichert. Der „Funktionsauftrag“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auf „Integration“ festgelegt oder selbst definiert?. Free-TV. S. die sich grundsätzlich auch auf andere Verbreitungsmedien als den Rundfunk erstrecken können müssen. 601. Eine Veränderung des Verhältnisses von Gesetzgebung und anstaltlicher Selbstverwaltung erscheint auch deshalb notwendig zu sein. 62 ff.. 202 ff. B.und Fremdevaluation der Markenbildung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss auch unter der Bedingung komplexerer Verwertungsketten (Pay-TV. S. Was an dessen Stelle treten könnte. man denke nur an die wachsende Bedeutung der Eigenwerbung durch Online-Dienste.und Funktionsverlust müsste vom Gesetzgeber jedoch erst einmal stärker zur Kenntnis genommen werden. weil die kultur. muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk sein Angebot im Wesentlichen selbst finden und definieren können.und Leistungsfähigkeit eingebüßt hat. aber die Rundfunkregulierung müsste selbst einen produktiven Beitrag zum Aufbau einer eigenen Programmstrategie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks leisten. Regulierung der dualen Rundfunkordnung. S.6 Selbst. ohne die Probleme der Selbstgefährdung der Landesmedienanstalten durch ihre relativ leichte Instrumentalisierbarkeit für Standortinteressen hinreichend zu berücksichtigen. 53 Kritisch dazu Hoffmann-Riem. ansonsten kann der Zugang zu größeren Publika nicht dauerhaft gesichert werden.und medienökonomische Entwicklung die öffentlich-rechtlichen Anstalten einer Dynamik der Ausweitung ihrer Tätigkeitsfelder aussetzt.. Eifert. Damit soll hier nicht für eine gesetzliche Präzisierung der Festlegung von Zahl und Art der Programme nach dem Vorbild des SWR-StV plädiert werden 53. Ladeur. Hier muss künftig ein Modell entwickelt werden. 1999. Die Zuordnung der Säulen des dualen Rundfunksystems.. S.und Zielgruppenprogramme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Handy etc. In einer sich schnell verändernden Medienlandschaft. ZUM 1999. der dazu notwendigen Dienstleistungen sowie der Formen der Eigenwerbung. ob die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorhandenen Ansätze zum Aufbau eines eigenen Qualitätsmanagements nicht durch Impulse der Gesetzgebung systematischer vorangetrieben werden können. Regulierung der dualen Rundfunkordnung.

denen das Rundfunkrecht durch neue informationstechnologische und medienökonomische Entwicklungen ausgesetzt ist. einschließlich der dazugehörigen Voraussetzungen. Die Antwort auf die neuartige Logik der Vernetzung kann jedoch nicht in der Umstellung auf eine unreflektierte Marktgläubigkeit bestehen. 305 . sondern muss die Rechtswissenschaft dazu veranlassen. Diese Herausforderungen sind in der hier eingenommenen Perspektive einer neuartigen Logik der Vernetzung geschuldet. die die Möglichkeit einer Fortschreibung des dualen Rundfunksystems jedenfalls auf lange Sicht unwahrscheinlich macht. Von einem solchem Ordnungsmodell kann auch die Rundfunkregulierung profitieren. an Dachmarken orientierten Qualitätsmanagement). jedenfalls hätte es ein Modell zu sein. ungewiss. Ob es dafür – unter den gegebenen politischen Bedingungen – in der Zukunft Realisierungschancen gibt. 4.Vesting · Rundfunkrecht und Vernetzung rerseits auch einer unstrukturierten Expansion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in sämtliche Felder der Aufmerksamkeitsökonomie entgegenwirkt. Die politische Realisierung wissenschaftlicher Vorschläge liegt jedenfalls außerhalb des Einflussbereichs der Wissenschaft. nach einen neuen Ordnungsmodell Ausschau zu halten. ist. Auch wenn der Gesetzgeber nicht alle hier gemachten Vorschläge akzeptiert oder akzeptieren kann (weit gehende Liberalisierung des Rundfunkrechts. so wäre es doch auch für die Rundfunkpolitik an der Zeit. Übergang zu einem kooperativen. insbesondere die Gesetzgebung. wie alle Zukunft. Ein solches Modell könnte an (systemtheoretische) Vorstellungen von sozialer „Selbstorganisation“ anknüpfen. die „Konzeption“ des dualen Rundfunksystems einmal grundsätzlicher zu überdenken. das die Schwächen der staatszentrierten Vorstellung des Bundesverfassungsgerichts überwindet und sich stärker auf die Notwendigkeit und Möglichkeiten der Erhaltung kultureller und ökonomischer Innovationsfähigkeit einlässt. Schlussbetrachtung Der Beitrag hat einige der Herausforderungen dargestellt.

Aufriss Mit Phänomenen einer Ökonomisierung massenmedialer Prozesse und Leistungen beschäftigt sich die Kommunikations.und Medienwissenschaft (Jarren/Meier 2001. Teils stehen sich auch heute noch System. 145) etwas relativieren kann. Anbieterstrategien innerhalb existierender wirtschaftsrechtlicher und -politischer Rahmenbedingungen erklärt (Kiefer 1996. Als Folgen einer Ökonomisierung des Fernsehens werden einerseits die Verzerrung des Codes des Funktionssystems Massenmedien durch den Code der Wirtschaft und andererseits ein Verlust an Vertrauen der Bevölkerung in das Expertensystem Massenmedien erkannt. Es wird argumentiert. Das Themenheft „Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. B. Systemtheoretiker schließen den Akteur weitgehend aus ihren Überlegungen aus. dass eine Integration systemtheoretischer und akteurtheoretischer Ansätze zusätzliches Erklärungspotenzial bietet und so die von den Herausgebern des Themenheftes konstatierte „Dominanz der Systemtheorie“ in der Kommunikations. Steininger 1999). 166) entwickelt. Jahrgang 3/2001 Ökonomisierung des Fernsehens Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur Stefan Wehmeier Dieser Beitrag steht in der Tradition der Überwindung des Dualismus von System.und Medienwissenschaft zwar nicht erst seit der Liberalisierung des Rundfunkmarktes. sondern erklärt gesellschaftliche Dynamik und Differenzierung mittels der Herausbildung funktionaler gesellschaftlicher Teilsysteme. Vor allem der in Deutschland sehr verbreitete Zweig der autopoietischen Systemtheorie nach Niklas Luhmann kennt keine Akteure mehr. Dieser Beitrag versteht sich als Ergänzung des Themenheftes. bis hin zu systemtheoretischen Deutungsversuchen des Zusammenspiels von Wirtschaft. Siegert 2001).und Akteurtheorie. Dabei werden zunächst einige Prämissen der die Kommunikationswissenschaft dominierenden systemtheoretischen Perspektive kritisiert und anschließend die integrierte System-/Akteurperspektive auf Basis der seit Mitte der achtziger Jahre am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung entwickelten Ansätze entfaltet. Massenmedien und Politik (Siegert 1996. doch seitdem hat sich Ökonomisierung zu einem „Makro-Trend“ (Weber 2000.und Akteurtheorien recht unversöhnlich gegenüber. 0. dass die Dimensionen und Mechanismen des strukturellen Wandels des Fernsehens durch eine verschränkte Betrachtung teilsystemischer Orientierungshorizonte. Die Übertragung dieser Perspektive auf die Kommunikationswissenschaft geschieht mittels des Prozesses der im Jahr 1984 einsetzenden Ökonomisierung des Fernsehens. Am Beispiel der Ökonomisierung des Fernsehens wird das Erklärungspotenzial einer integrierten System-/Akteurtheorie auch für die kommunikationswissenschaftliche Forschung aufgezeigt. Die Perspektiven wissenschaftlicher Betrachtung dieses Trends reichen von Rational-Choice-Ansätzen zur Erklärung des Verhaltens von Marktakteuren über die politische Ökonomie. die z.M&K 49. die strukturell gekoppelt sind und eigene binäre Codes zur 306 . will er doch am Beispiel der Ökonomisierung der Medien aufzeigen. institutioneller Ordnungen und Akteurkonstellationen besser aufgedeckt werden können als unter Zuhilfenahme einer rein systemtheoretischen Perspektive. Formen und Folgen“ (Jarren/Meier 2001) gibt dabei einen aktuellen und systematischen Überblick über einige wichtige Perspektiven.

da Massenmedien als Funktionssystem einen anderen Code haben als Wirtschaft.und Subsystembildung) erklärt die traditionelle systemtheoretische Differenzierungstheorie als Effektivitätsund Effizienzsteigerung sowohl in Organisationen als auch auf der Gesellschaftsebene. Eine funktional differenzierte Gesellschaft verfügt hingegen nicht über eine solche systemsteuernde Einheit. B.und Strukturierungsmodell auf den Sektor Fernsehen übertragen (2) und die Effekte von Ökonomisierung auf der Ebene der Strukturdimensionen aufgezeigt (3). lassen sich gesellschaftliche Strukturdynamiken wie etwa die Ökonomisierung der Massenmedien und auch mögliche Folgen dieser Ökonomisierung beschreiben und erklären. Mayntz/Scharpf 1995.“ (Nolte 1999. dass etwa eine Ökonomisierung massenmedialer Prozesse auf das System Massenmedien kaum Einfluss haben dürfte. Lindenberg 1990). dass es fraglich ist. 148). 422) hin – zwei Punkte sind dabei für sie entscheidend: 1. erklären diese aber weniger mit Hilfe übergeordneter. systemischer Strukturbildungen.und Akteurtheorie langsam und nicht ohne Widerstreben aneinander an (Nolte 1999). Mayntz et al. Kneer 1996. 362 – 377). 94). Luhmann 1996). Bei diesem Prozess der Annäherung gilt für die Systemtheorie. 1988. Hernach werden Folgen der Ökonomisierung als sozialer Prozess reflexiver Entwicklungen verhandelt (4). Schimank 1985 und 1988) und Uwe Schimank. die sich nicht mehr durch intendiertes Akteurhandeln erklären lassen.und Akteurtheorie entfaltet (1). Für eine Aufwertung des Akteurs plädieren vor allem die Forscher des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung (z. der sich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Institut noch der Frage einer Verbindung von System. Schimank et al. denn Organisationen haben eine Leitung. dass sie „[…] in vielfältigen Variationen das Verhältnis von Handlung und System reflektiert. weisen bei der Kritik an der Theorie funktionaler (System-)Differenzierung vor allem auf ein „genetisches Erklärungsdefizit“ (Schimank 1985. sondern geht von horizontaler Gleichrangigkeit der Teilsysteme aus (vgl. Theoretisch bedeutet dies. Auch sie kennen eigendynamische Prozesse. Dagegen wird zunächst eingewandt. Jarren/Meier sprechen davon.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens internen Verarbeitung von Umwelteinflüssen entwickelt haben (etwa Luhmann 1991. dass – autopoietische Teilsysteme vorausgesetzt – Ökonomie Massenmedien lediglich zu irritieren vermag (Jarren/Meier 2001. Anschließend werden das theoretische Differenzierungs. wobei insgesamt der Stellenwert der Akteure theoretisch aufgewertet wird. Verbindet man Systemund Akteurperspektive. Fortschreitende gesellschaftliche Arbeitsteilung (System. die als Systemsteuerung fungiert. Des Weiteren sind sowohl auf Organisationsebene als auch auf Gesellschaftsebene mit fortschreitender Differenzierung effektivitätsmindernde Nebenfolgen verbunden: Koordinationskosten und Flexibilitätsverluste auf 307 . Kritik an der Systemtheorie und Verbindung von System. Akteurtheoretiker dagegen rekurrieren häufig auf die Modelle des Homo Sociologicus und Homo Oeconomicus (Aretz 1997. Als theoretische Basis dient dabei die am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung Mitte der achtziger Jahre begonnene und heute noch von Uwe Schimank fortgeführte Erweiterung systemtheoretischer Differenzierungstheorien durch akteurtheoretische Elemente. Zunächst wird die theoretische Perspektive einer Kombination von System.und Akteurtheorie widmet (Schimank 1995. 1.und Akteurperspektive Seit Ende der siebziger Jahre nähern sich System. Schimank 2000). ob sich die Erkenntnisse aus Organisationszusammenhängen auf Gesellschaft übertragen lassen.

Veränderungen von Umweltbedingungen und den Einfluss dieser Veränderungen auf ein bestimmtes System zu modellieren und zu messen. Zweitens sollen die Perspektiven verbunden werden. Strukturelle Kopplung meint dabei. Zu fragen ist. besteht aus Variation. Der Mechanismus von Differenzierung bleibt damit unerklärt. das sowohl System als auch Akteur beinhaltet. Direkte Einflussnahmen eines Systems auf ein anderes sind somit nicht möglich (Luhmann 1985). Um zu erklären. ja können mit Hilfe dieser theoretischen Perspektive nicht erklärt werden. die aus Sicht einer übergeordneten Systemrationalität nicht funktional sind. wann und an welcher Stelle Einflussnahmen vorhanden sind. 347 – 352). Dieser Gedanke wird im vierten Abschnitt wieder aufgenommen. inwiefern ein solches Denkmodell in der Lage ist. Sie geht dabei weniger von rational handelnden Akteuren aus. Während Selektion das Aufgreifen von Strukturveränderungen regelt und Retention die dauerhafte Institutionalisierung von Strukturänderungen steuert. der Evolution und damit zunehmende Differenzierung und zunehmende Komplexität produziert. d. dass unterschiedliche Teilsysteme aufeinander angewiesen sind. Jahrgang 3/2001 Organisationsebene. wie gesellschaftliche Teilsysteme miteinander in Verbindung stehen. Allerdings handelt es sich nicht um eine zielgerichtete Evolution. Die Theorie funktionaler Differenzierung erklärt soziales Handeln durch funktionale Erfordernisse. Schimank schlägt in einem ersten Schritt vor. System. die aber eine höhere Komplexität und damit mehr Vielfalt zur Folge hat (Luhmann 1999. die funktionale Folgen haben. Auch hier wird auf eine Akteurebene verzichtet. dürfte eher in der Lage sein aufzuzeigen. Der Mechanismus. inwiefern. Die funktionale und autopoietische Systemtheorie soll hier aber nicht nur wegen dieser beiden Schwächen mit akteurtheoretischen Ansätzen verbunden werden. Zunächst muss es jedoch darum gehen.“ (Schimank 1985. 2. Modernere systemtheoretische Erklärungen funktionaler Differenzierung. handlungsprägende und handlungsfähige 308 . Eine Berücksichtigung dieser unbeabsichtigten Folgen zweckgerichteten Akteurhandelns muss versuchen. die diese funktionalen Erfordernisse produzieren. diese Perspektivenverbindung zu modellieren. denn alle evolutionären Vorgänge unterliegen damit auch dem Zufall und müssen. 18f. wie zum Beispiel die von Niklas Luhmann. Ein Mehr-Ebenen-Modell. dass gesellschaftliche Strukturbildung durchaus auch durch unbeabsichtigte Folgen zweckgerichteten. jeder Umwelteinfluss wird ausschließlich nach dem eigenen binären Code verarbeitet.M&K 49. berufen sich auf Evolution als Motor der Differenzierung. ist Variation die zufällige Veränderung der Systemstruktur. Bei diesem Punkt setzt die Kritik Schimanks und anderer an. Legitimationsprobleme politischer Entscheidungen und dadurch Rückkehr zu direkter Bürgerpartizipation auf der (politischen) Gesellschaftsebene. „Effizienz. als vielmehr von Systemrationalitäten.. Zwei weitere Gründe sind zu nennen: Erstens geht es dabei um die Verbindung und gegenseitige Einflussnahme gesellschaftlicher Teilsysteme. sondern um eine ziellose Strukturveränderung. 423 – Hervorhebung im Original). rationalen Handelns einzelner Akteure geschehen kann (Giddens 1988. Selektion und Retention. Teilsysteme treten miteinander in Verbindung über ihren jeweiligen binären Code. 363 – 369). die allgemein als Entdifferenzierungsprozesse beschrieben werden. um den Prozess gesellschaftlicher Strukturbildung klarer herauszuarbeiten. aber immer Umwelt füreinander bleiben. h.und Effektivitätsgewinne können [daher] nicht als allgemeine Antwort auf die Frage nach den Ursachen funktionaler Differenzierung gelten. führt Luhmann den Begriff der strukturellen Kopplung ein. wenn es um die Folgen und Nebenfolgen einer Ökonomisierung des Fernsehens geht. Giddens konnte indes zeigen. und wie diese – eventuell – ein System verändern können. Kneer 1996.und Akteurperspektive zu kombinieren.

Gesellschaftliche Differenzierung als das teils beabsichtigte. Durch diese wechselseitigen Annahmen werden teilsystemische Handlungslogiken zu „intersubjektiv stabilisierten Orientierungen“ (Schimank 2000.und Abstraktionsgrad eine oder mehrere Ebenen tiefer.) Erweitert man diese Perspektive um den akteurzentrierten Institutionalismus. soziale Bewegungen wie religiöse Sekten oder politische Protestbewegungen. Recht.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Sozialsysteme zu unterscheiden. Politik. nämlich durch die zwischen ihnen sich aufbauenden Interessen. Demnach weiß ein Akteur des Systems Massenmedien. noch Entscheidungen treffen. dennoch wirkt das Handeln auf die Differenzierungsstruktur ein) sprechen (Schimank 1985. zugleich produziert es aber auch die Struktur des prägenden Systems immer mit. als vielmehr handeln.und Einflusskonstellationen im Rahmen funktionaler Erfordernisse gesellschaftlicher Reproduktion erklärt werden.“ (Schimank 2000. 431f. konditionieren gesellschaftliches Handeln im Sinne einer Negativauswahl. sie werden von nun an teilsystemische Orientierungshorizonte genannt. Während handlungsprägende Sozialsysteme eben jene von der Systemtheorie ausgemachten funktionalen Teilsysteme der Gesellschaft wie Wirtschaft. Verbände. Die positive Auswahl des tatsächlich realisierten Handelns geschieht dann durch die Interaktion handlungsfähiger Sozialsysteme. was nicht intendiert wurde) und c) von unbeabsichtigten Differenzierungseffekten (keine bestimmte Gestalt soll erreicht werden. Mayntz/Scharpf 1995). Strukturen zu prägen. Erziehung. Parteien. da sie auf eine bestimmte Funktion hin ausgerichtet sind. Gesellschaftliche Dynamik ergibt sich aus dem Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Systemtypen: „In der modernen. die Teilsysteme von Teilsystemen sind. dass es um Information geht und nicht um Transzendenz wie etwa beim Religionssystem. Diese Orientierungshorizonte bestimmen die Richtung des Wollens. Handlungsfähige Sozialsysteme hingegen können weniger Strukturen prägen. es wird aber etwas erreicht. gelangt man von einem Zwei-Dimensions-Modell handlungsprägender und handlungsfähiger Sozialsysteme zu einem Drei-Dimensions-Modell (Schimank 1988. Jeder Akteur des Teilsystems kennt diese Handlungslogik und unterstellt den anderen Akteuren auch die gleiche Kenntnis. die zur Wahrung gesellschaftlicher Systemintegration erfüllt werden müssen. wie Schimank es nennt: Sie sagen dem Akteur. Schimank 2000. Funktionale Teilsysteme sind in der Lage.und Einflusskonstellationen. Wissenschaft sind. Als handlungsfähige Sozialsysteme werden anschließend Systeme definiert. lässt sich a) von einer ihr Ziel erreichenden Differenzierungspolitik (eine bestimmte Gestalt der Differenzierungsstruktur soll erreicht werden und wird erreicht). insofern lässt sich mit Giddens auch von einer Dualität von Handlung und Struktur sprechen (Giddens 1988. Handeln Sozialsysteme strukturverändernd. Als erste Dimension lassen sich hier die handlungsprägenden Teilsysteme nennen. 309 . 428). funktional differenzierten Gesellschaft sind die handlungsprägenden Sozialsysteme auf bestimmte funktionale Erfordernisse gesellschaftlicher Reproduktion spezialisiert. liegen handlungsfähige Sozialsysteme in ihrem Komplexitäts. der zum Teilsystem gehört.“ (Schimank 1985. sie können aber weder handeln. Diese funktionalen Erfordernisse. b) von einer ihr Ziel verfehlenden Differenzierungspolitik (eine bestimmte Gestalt soll erreicht werden. 77 – 81). 243) Teilsystemische Orientierungshorizonte reduzieren die Komplexität der Welt. teils unbeabsichtigte Ergebnis gesellschaftlichen Handelns muss daher aus gesellschaftlichen Interessen. etwa: Gruppen wie Forschergemeinschaften. Interorganisationsverbunde wie Kartelle und Verwaltungssysteme und schließlich formale Organisationen wie Unternehmen. Dieses Handeln bewegt sich in der Regel in den von den prägenden Systemen vorgegebenen Strukturen. „welcher Richtung des Wollens er sich zuwenden kann und welche anderen Richtungen er […] nicht in den Blick zu nehmen braucht.

245). Die Handlungssituation von Akteuren ist demnach definiert durch Wollens. Die dritte Dimension repräsentieren die handlungsfähigen Sozialsysteme. welche Handlungen den Ordnungen entsprechen und welche negative Sanktionen nach sich ziehen. Diese institutionellen Ordnungen prägen gesellschaftliche Vorgaben im Sinne eines Sollens. sondern mehr oder weniger ein Dutzend dieser Teilsysteme. also kollektive Akteure. Abbildung 1 greift diese Dimensionen in Bezug auf das handelnde Zusammenwirken auf.M&K 49. Gegenspieler und eine „träge Masse“ (Schimank 2000. Jahrgang 3/2001 244). 247 310 . Dies sind etwa Rechtsnormen. Teilsystemische Orientierungshorizonte sind stark generalisiert. es gibt Mitspieler. Akteure sind hier selbst Strukturbestandteile und fassen sich gegenseitig als strategisch kalkulierend auf. Verfahrensregeln oder auch Mitgliedschaftserwartungen von Organisationen. Aus gegenseitiger Beobachtung. Wie bei den teilsystemischen Orientierungshorizonten kommt es damit auch bei der zweiten Dimension zu wechselseitiger Erwartungssicherheit. Jeder Akteur weiß anhand der institutionellen Ordnungen. allerdings auf einer spezifischeren Ebene. Die Vielheit der Akteure schränkt die Kalkulierbarkeit von Handlungen ein. Die zweite Dimension besteht aus institutionellen Ordnungen. Auch die anderen Akteure kennen die Normen und wissen um die negativen Sanktionen. Damit gilt als Strukturbaustein dieser Dimension das Können der Akteure. Es existieren nicht beliebig viele. Die Hand- Abb.und Sollensvorgaben sowie Könnenskalküle. 1: Akteur-Struktur-Dynamiken Quelle: Schimank 2000. dem Sammeln von Informationen übereinander und deren Interpretation ergeben sich bestimmte Strategien und Konstellationen von Akteuren sowie dynamische (Handlungs-)Entwicklungen (Theis-Berglmair 1994).

Die institutionellen Ordnungen sind mittelstark generalisiert: Rechtliche Normen etwa schaffen in demokratischen Gesellschaften einen recht festen Handlungsrahmen. Es existieren mehr institutionelle Ordnungen als Teilsysteme. gleichwohl unterliegen Teile dieses Rahmens einem permanenten Wandel. Wehmeier 1998). Modelliert wird in Abbildung 2 zunächst das System Massenmedien. Im Gegensatz zu den Teilsystemen Politik. Fernsehen als Subsystem des Rundfunks und Rundfunk als Subsystem der Massenmedien zu definieren (vgl. die Systemgrenzen abzustecken. Wie schwierig es ist. konkret: auf die Ebene des Fernsehens. 2.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens lungslogiken in Form binärer Codes (zahlen/nicht zahlen. auf den sich Akteure einzustellen haben. da die Systemgrenzen schwierig zu ziehen sind. an dem sich Akteure orientieren können. dazu Gehrke/Hohlfeld 1995. ist allerdings der Status von Massenmedien als funktionales Teilsystem umstritten. sie sind weitaus zahlreicher als institutionelle Ordnungen. zeigt der Forschungsstand der vergangenen Dekade. Akteurkonstellationen sind vergleichsweise schnell und einfach zu ändern. so lässt sich bis 1984 folgendes Modell entwickeln. Wirtschaft. veröffentlichen/nicht veröffentlichen) sind kaum wandelbar. in der vielfältige System- Abb. das aus Gründen der Vereinfachung darauf verzichtet. Akteur-Struktur-Dynamiken im Fernsehsektor Überträgt man diese differenzierungstheoretischen Überlegungen auf das System Massenmedien. und damit ein schlüssiger binärer Code für das System noch nicht gefunden ist. ihre Regelungen verändern sich öfter und einfacher als teilsystemische Handlungslogiken. Recht etc. Vor allem ist er deswegen diskutabel. 2: Akteur-Struktur-Dynamiken im Bereich des Fernsehens bis 1984 311 .

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bezeichnungen und damit auch Objektbereiche wissenschaftlicher Untersuchung gewählt wurden: Publizistik (Marcinkowski 1993; Rühl 1993), Journalismus (Blöbaum 1994), Massenmedien (Luhmann 1996), Öffentlichkeit (Kohring/Hug 1997) und Medienkommunikation (Weber 2000) werden unter anderem als Systeme angeboten. Als binäre Codes stehen zum Beispiel veröffentlichen / nicht veröffentlichen und Information / Nicht-Information zur Diskussion. Es herrscht bis heute in der Kommunikationswissenschaft keine Einigkeit darüber, welcher Objektbereich der geeignetste wäre, welcher Code der schlüssigste ist. Eine Diskussion dieser Ansätze kann hier nicht geführt werden1. In diesem Beitrag ist es allerdings sinnvoll, von einem System Massenmedien auszugehen, da eine theoretisch-historische Beschreibung und Erklärung von Medienwandel angestrebt wird, die sich nicht nur auf journalistische Inhalte und Produktionsweisen beschränkt. Daher wird im Folgenden vom System der Massenmedien gesprochen, und daher bezieht sich der Aufsatz zumeist auf Sender als (Kollektiv-)Akteure und nicht auf einzelne Redaktionen. Als primäre Funktion von Massenmedien wird im Anschluss an Luhmann und Marcinkowski die Selbstbeobachtung und Selbstbeschreibung von Gesellschaft erkannt (Luhmann 1996, 173; Marcinkowski 1993, 113 – 133) 2. Während Luhmann den Code Information / Nicht-Information wählt, plädiert Marcinkowski für veröffentlichen / nicht veröffentlichen. Bei dem von Luhmann gewählten Code ist problematisch, dass er sehr breit angelegt ist und die erste Stufe des Drei-Schrittes jeglicher Kommunikation beinhaltet: Information-Mitteilung-Verstehen3. Daher wird im Folgenden von veröffentlichen / nicht veröffentlichen gesprochen, wenngleich diese Unterscheidung für das Anliegen dieses Beitrags weniger relevant ist, da eben keine genuine systemtheoretische Analyse vorgenommen wird. Als teilsystemischer Orientierungshorizont geben Massenmedien den systemeigenen Akteuren die Richtung des Wollens (Sebstbeobachtung, Selbstbeschreibung) vor. Da hier Fernsehen als Subsystem des Systems Massenmedien betrachtet wird, liegt auf der Ebene der institutionellen Ordnung das öffentlich-rechtliche System. Dieses zwingt die Akteure bis 1984, eine bestimmte Organisationsform anzunehmen (Sollen), die durch gesetzliche (Landesrundfunkgesetze) und staatsvertragliche Regelungen formuliert sind und durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts konkretisiert respektive variiert werden4. Die Akteure (ARD, ZDF, Dritte) beobachten einander, sammeln Informationen und agieren auf Basis des teilsystemischen Orientierungshorizonts, der institutionellen Regelungen und der Akteurkonstellationen strategisch. Es kommt dabei zwischen ARD und ZDF in erster Linie zu Konkurrenzbeziehungen, aber auch zu Kooperationen (etwa gemeinsames Vormittagsprogramm, gemeinsamer Videotext). Romy Fröhlich konnte anhand einer Auswertung der Public Relations-Strategien von ARD und ZDF diese gegenseitige Beobachtung und Strategie-

1 Für eine Diskussion siehe unter anderem Brill 1996; Marcinkowski 1996; Görke/Kohring 1996; Wehmeier 1998, 52 – 74; Weber 2000, 49 – 60. 2 Luhmann und Marcinkowski weisen ihren Systemen hier mehr oder weniger die gleiche Primärfunktion zu. Luhmann spricht jedoch vom System Massenmedien und sieht Öffentlichkeit/Publikum als Umwelt, Marcinkowski spricht vom System Publizistik, das nicht nur aus Massenmedien, sondern auch aus dem Publikum besteht. 3 Zu dieser Kritik vgl. Weber 2000, S. 54. Kritisch zu Luhmanns komplettem Ansatz vgl. Brill 1996. 4 Vgl. zusammenfassend zu gesetzlichen Grundlagen, Änderungen der Staatsverträge und den relevanten Urteilen des Bundesverfassungsgerichts Stuiber 1998a, S. 319-403; 424 – 459.

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bildung zeigen (Fröhlich 1994). Deutlich wird dies etwa in der Strategieveränderung der ARD nach der Zulassung des ZDF, als plötzlich auf eine Konkurrenzsituation reagiert werden musste. Gleichwohl konnte bis 1984 kaum von einer Ökonomisierung im Sektor Fernsehen gesprochen werden. Diese begann mit Einführung des privat-kommerziellen Fernsehens, das aufgrund technologischer Entwicklungen sowie wirtschaftlicher und politischer Interessen geschaffen wurde. Das so genannte duale System aus öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Rundfunkanbietern wurde installiert und ein Rechtsrahmen für privat-kommerziellen Rundfunk geschaffen. Neue Programmanbieter wie RTL, SAT.1 und ProSieben suchten und fanden im Lauf der Jahre den Marktzugang. Das oben entwickelte Modell muss unter Hinzurechnung privat-kommerzieller Anbieter nicht nur auf der Ebene der Akteure erweitert werden, sondern auch auf der Ebene der institutionellen Ordnung (vgl. Abbildung 3).

Abb. 3: Akteur-Struktur-Dynamiken im Bereich des Fernsehens seit 1984

Die Dimension des Könnens wird zunächst durch das Auftreten neuer Akteure verändert. Der Markt wird unübersichtlicher, mehr Beobachtung ist notwendig, um Information über die Strategien der alten und neuen Akteure einzuholen. Strategieplanung ist schwieriger geworden, da mehr Akteure um die Gunst der Zuschauer und der Werbekunden buhlen. Das Können wird zunächst nicht per se eingeschränkt, sondern durch

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die Zahl neu hinzugekommener Akteure ist diese Dimension mit mehr Aufwand verbunden. Alle Akteure unterstellen sich auf der Ebene strategischen Handelns expansives Verhalten. Handeln wird zu einem risikobehafteten Prozess in einer turbulenten Umwelt (Weyer 1993, 14 – 17). Dabei zeigen sich auf der Ebene des Programms sowohl Konvergenz- als auch Differenzierungsprozesse (Bruns/Marcinkowski 1996; Krüger 1991). Die Handelnden haben zwar den gleichen teilsystemischen Orientierungshorizont, der das Wollen lenkt, sie haben aber etwas unterschiedliche Sollenshorizonte, denn ihre institutionellen Ordnungen sind nicht identisch. Beide Akteursarten, die öffentlichrechtlich organisierten wie auch die privat-kommerziell organisierten, handeln auf den institutionellen Grundlagen von Gesetzen, Staatsverträgen und Bundesverfassungsgerichtsurteilen. Die Normen, die aus diesen Gesetzen, Verträgen und Urteilen abgeleitet werden, sind allerdings unterschiedlich. Während die nicht gewinnorientiert arbeitenden öffentlich-rechtlichen Anstalten die Norm der Grundversorgung zu erfüllen haben, kommt den privat-kommerziellen Unternehmen eine Zusatzfunktion bei der Grundversorgung zu5. Es lassen sich somit auf der Ebene der institutionellen Ordnungen Rollendifferenzierungen verorten, da Rollen eine Form von institutionalisierten Erwartungszusammenhängen sind. Das bedeutet, dass der Rolle des öffentlich-rechtlichen Sektors recht strenge (wenn auch interpretierbare) Sollens-Vorgaben zugewiesen werden, während die Rolle des privat-kommerziellen Sektors weniger strengen Vorgaben unterliegt, an privat-kommerzielles Fernsehen werden weniger hohe Anforderungen hinsichtlich des Programmauftrags gestellt. Dies hat wiederum Einfluss auf die Strategien der Akteure und damit die Könnensdimension. 3. Ökonomisierungseffekte in den Strukturdimensionen Um die Effekte von Ökonomisierung etwas näher betrachten zu können, müssen die einzelnen Dimensionen zunächst fokussiert werden. Zunächst die Akteur-Dimension: Ökonomisierung hat hier zu einer Erweiterung möglicher Konstellationen geführt. Vor der Liberalisierung des Rundfunkmarktes waren folgende Typen von Akteurkonstellationen möglich: a) jeder gegen jeden, b) zwei öffentlich-rechtliche gegen einen anderen öffentlich-rechtlichen, c) alle gemeinsam für etwas. Als Akteure fungierten: ARD, ZDF, ARD 3. Nach der Liberalisierung lassen sich folgende Typen von Akteurkonstellationen im gemischt öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen System ausmachen. Als Akteure fungieren hier: öffentlich-rechtliche (ARD, ZDF, ARD 3, 3sat, Phoenix etc.) und privat-kommerzielle (RTL, SAT.1, ProSieben, H.O.T., DSF etc.). a) jeder gegen jeden, b) n öffentlich-rechtliche gegen n privat-kommerzielle, c) n privat-kommerzielle gegen n privat-kommerzielle, d) n öffentlich-rechtliche gegen n öffentlich-rechtliche, e) n öffentlich-rechtliche gemeinsam für etwas, f) n privat-kommerzielle gemeinsam für etwas, g) alle gemeinsam für etwas.

5 Siehe dazu das Niedersachsen-Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 4. November 1986 (BVerfGE 73, 118).

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wie weit er in seinem Programm gehen darf und ob er. die Zuschauerzahl zu maximieren oder zumindest so zu optimieren. erlaubten es aber dann doch nachträglich. 6 Siehe dazu Media Perspektiven Dokumentation: Staatsvertrag im vereinten Deutschland in der Fassung des vierten Rundfunkänderungsstaatsvertrags (Gültig seit 1. dass auch die kommende überarbeitete Version des Rundfunkstaatsvertrags Split-Screen ermöglichen würde (werben & verkaufen online vom 22. je mehr Akteure um Geld und Aufmerksamkeit konkurrieren. Dabei sind im Laufe der Jahre die Richtlinien für die Werbezeiten immer stärker liberalisiert und damit den Forderungen der privat-kommerziellen Sender angepasst worden: Dies betrifft unter anderem die Umstellung von der Nettosendezeit einer Sendung als Grundlage für die Bemessung der Werbeunterbrechungen zur Bruttosendezeit (Dauer der Sendung plus Werbeblöcke) 6.de/archiv). bei der der Bildschirm in Werbung und laufendes Programm geteilt wird. nicht Normierungen zumindest aufweichen kann. die Sollens-Dimension der institutionellen Ordnung zu ihrem Vorteil zu verändern. Dies geschieht zum Teil mit Programmformaten. 143) der Spielpartner Medienunternehmen und Politik teils sogar bereit. www. Bei den privat-kommerziellen Akteuren manifestiert sich dies vor allem in der Aufweichung rechtlich normierender Grundlagen ihres Handelns. Beim so genannten Split-Screen-Werbeverfahren testete RTL diese Werbeart. Vor allem Reality-Formate wie „Big Brother“ oder „Inselduell“ haben hier in jüngster Zeit für nachhaltige gesellschaftliche Diskussionen gesorgt. wenn er nur beharrlich genug ist. denn man darf annehmen. dass vor allem die so genannten werberelevanten Zuschauer (14. obwohl diese Art der Werbung damals noch verboten war. Für den Sender war dies ein Testfall. Damit ist zugleich das von Akteuren ausgehende Strukturveränderungspotenzial erhöht worden.wuv. inwieweit die bestehenden programmlichen Normen (Teil der institutionellen Ordnung) im Sinne des expansiv agierenden Akteurs ausgelegt oder auch verändert werden können.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Leicht zu ersehen ist. Veränderungen werden dabei auf unterschiedlichen Ebenen angestrebt: programmlich.kress. dass die Öffnung des TV-Sektors für privat-kommerzielle Anbieter die möglichen Handlungsstrategien und damit die möglichen Akteurkonstellationen stark erweitert hat. dass. wie Teilnehmer der Show einen Waran.wuv. März 1999 (www. Dies zeigt sich etwa bei der Trennung von Werbung und Programm. www. für den Verzehr unsachgemäß töteten (täglich kress vom 14. Auf der Ebene des Programms wird versucht. 315 .bis 49-Jährige) erreicht werden. Dieser strategische Handlungsdruck spiegelt sich nicht nur in der Könnensdimension.2000. als sich abzeichnete. Zunächst beanstandeten die Landesmedienanstalten dieses Verfahren. 7 Vgl.de/suche).1 im „Inselduell“. um erstens Zuschauer zu gewinnen und zweitens zu testen. Februar 2000. werben & verkaufen online vom 1. der auf der Artenschutzliste steht. um durch das Schaffen von Fakten eine Rechtsänderung zu beschleunigen. April 2000). er wird auch in die Ebene der institutionellen Ordnung hineingetragen: Beide Akteurgruppen versuchen beständig. rechtliche Grenzen zu überschreiten. Die privat-kommerziellen Sender sind bei diesem Spiel von „List und Gegenlist“ (Beyme 1992. Auf der Ebene des Werberechts wird seit Einführung des privat-kommerziellen Fernsehens um Grenzen des Erlaubten gestritten. Solche Formate stoßen bewusst in moralische Grenzbereiche vor. desto mehr neue Strategien ausprobiert werden. die an Tabu-Grenzen stoßen oder sie sogar überschreiten. werberechtlich und unternehmensrechtlich.08. Grenzüberschreitung ist Teil des Spiels: So zeigte etwa SAT. erstmals Ende Februar 1999 bei einem Boxkampf 7.de/archiv).

dass bei der Frage. empirisch zu prüfen wäre zudem. ihr Leistungsspektrum ausgebaut und ihre Angebotspalette um die Spartenkanäle Phoenix und Kinderkanal erweitert. dass es sich beim Fernsehen nicht nur um eine publizistische (Dienst-)Leistung handelt. Allerdings wird die Leitunterscheidung durch den Code der Wirtschaft unter den Bedingungen fortgesetzter Ökonomisierung („Ökonomisierung der Ökonomisierung“ – Altmeppen 2001. B. welche Funktion und welchen binären Code. was man als Teilsystem definiert. in allen Bereichen den Code der Wirtschaft. Unter Verweis auf diese Entwicklungsgarantie haben die öffentlich-rechtlichen Akteure z. sondern Marktanteile. was beiden Codes entspricht. 238). 202) verzerrt. Überspitzt: Es wird vornehmlich das gesendet. Dies bedeutet. Die fortgesetzte Ökonomisierung lässt noch klarer werden. Februar 1991 (BVerfGE 83. Oben wurden Massenmedien bereits als Teilsystem modelliert. dass die veränderten Akteurkonstellationen im Anschluss an die Ökonomisierung des Fernsehens seit der Zulassung privat-kommerzieller Anbieter über das teils übergebührliche Ausschöpfen der Könnens-Dimension zu einer Veränderung der Sollens-Dimension der institutionellen Ordnung geführt hat. Berechtigt erscheint nun die Frage. dass die Sender. 971). 316 . Jahrgang 3/2001 Auf der Ebene des Unternehmensrechts haben die privat-kommerziellen Programme erreicht. Als These soll hier formuliert werden: Das Grundprinzip der Leitunterscheidung veröffentlichen versus nicht veröffentlichen wird zunächst nicht verändert. auf der Ebene der Rechtsprechung durch das Bundesverfassungsgericht. sondern um ein Kuppelprodukt. Gelungen ist ihnen dies z. Diese Beispiele zeigen. zahlen / nicht zahlen. B. Programmgeschäftsführer etc. konnte es nach der Änderung der Rechtslage offiziell in den Senderverbund aufgenommen werden. auch die Funktion des Systems bleibt bestehen. nicht mehr Besitzanteile zählen. Unterhaltungschefs. Auch die öffentlich-rechtlichen Akteure versuchen beständig. repräsentiert durch Redaktionen.und Entwicklungsgarantie einräumt8. Die Änderung der Rechtsnorm ist vor allem den beiden großen Senderketten von Leo Kirch auf der einen und Bertelsmann auf der anderen Seite entgegengekommen. an das sich publizistische und ökonomische Erwartungen richten (Altmeppen 1996): Bei der Produktion von Nachrichtensendungen etwa setzen vor allem (aber nicht nur) privat-kommerzielle Sender zunehmend auf Boulevardjournalismus (Krüger 2000). Auch bei der Veränderung des Werberechts konnten die Öffentlich-Rechtlichen Teilerfolge verzeichnen: Sie dürfen trotz Werbeverbot nach 20. das ihnen seit 1991 eine Bestands. Bis Ende der achtziger Jahre war Sponsoring dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk rechtlich noch „weitgehend verschlossen“ (Stuiber 1998b. die Normen der institutionellen Ordnung in ihrem Sinne zu verändern. B.00 Uhr im Abendprogramm die werbeähnliche Einnahmequelle des Sponsoring einsetzen.M&K 49. zuvor ProSieben rechtlich getrennt von Kirchs Sendern SAT. mitbedenken und bei der Entscheidung für diese oder gegen jene Sendung mitbeachten. wie viele Programme zu einem Unternehmen gehören dürfen.. Während z. dessen Leitunterscheidung veröffentlichen versus nicht veröffentlichen heißt. Eine Antwort auf diese Frage hängt entscheidend davon ab. ob und wenn ja inwiefern sich auch der laut Schimank nur langfristig wandelbare teilsystemische Orientierungshorizont verändert. welche Leitunterscheidung man ihm zuweist. inwieweit die Themenstruktur und die journalistische Aufbereitung der Themen auch bei nicht boulevardorientierten Nachrichtensendungen wie „RTL aktuell“ 8 Siehe dazu das NRW-Urteil des Bundesverfassungsgerichts.1 und DSF firmieren musste. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5.

Dies geschieht nicht nur bei Programmen. www. Zu sehen war dies unter anderem bei der Vorabendserie „Mallorca“. April 1998. die die falschen Zuschauer im Sinne der Werbekunden erreichen. dass Investitionen in verwissenschaftlichte Produktionstechnologien die Zahlungsfähigkeit stärker steigern als andere Investitionsmöglichkeiten. sich einen Zuschauerstamm aufzubauen. eine Zunahme an emotionsgeladenen Themen oder Themen mit Sensationscharakter). November 1999. so wird hier nahe gelegt. Die Autopoiesis wirtschaftlicher Zahlungen bemerkt wiederum. Zum Beispiel strich 1998 SAT.und Branchenkonjunkturen in der Wirtschaft hinaus.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens oder „18:30“ durch den Blick auf Einschaltquoten und damit durch den Code zahlen / nicht zahlen verzerrt werden (Messkriterien wären hier bspw. oder es verschwindet umgehend wieder von der Bildfläche. Zu bestimmten Preisen wird den Werbekunden häufig eine bestimmte Anzahl von Zuschauern garantiert (Tausend-Kontakt-Preis-Garantie). Den Begriff des Dirigierens beschreibt er durch eine gegenseitige Beeinflussung von teilsystemischer Autopoiesis und intersystemischen Leistungsbezügen. auch auf den teilsystemischen Orientierungshorizont. da er zu wenig werberelevante Zuschauer im Alter von 14 bis 49 Jahren erreichte und damit zu wenig Geld einbrachte (Berliner Zeitung. sondern immer auch um das Erreichen von Zuschauerkontakten für Werbekunden durch Veröffentlichung. die Ausstrahlung lohnt sich für den Sender nicht mehr. dass Werbe-Investitionen in bestimmte Programmumfelder zu mehr Zuschau- 317 .de/archiv). sondern auch bei Programmen. Es geht demnach nicht nur um das Prinzip des Veröffentlichens oder Nicht-Veröffentlichens. Im Ergebnis läuft dieses Dirigieren der Wahrheitskommunikation durch wirtschaftliche Anwendungsinteressen auf Themenkonjunkturen in der Wissenschaft. da sie hohe Zuschaueraufmerksamkeit und damit hohe Werbeakzeptanz generieren. Kann der Sender mit dem Programm diese Anzahl nicht erreichen. und das wiederum geht darauf zurück. www. weil diese Themen mehr Ressourcen aus der Wirtschaft anziehen. 179 – 181). 14. die ProSieben aufgrund schwacher Quoten nach kurzer Zeit wieder aus dem Programm nahm (Berliner Zeitung vom 30. das Programm wird gestrichen. die zu wenig Zuschauer erreichen. sondern.1 den „Bergdoktor“ trotz passabler Quoten aus dem Programm. 179) Von Einschränkung/Unterdrückung ist dann die Rede. 180) Beide Mechanismen können anhand der oben gezeigten ökonomischen Veränderungen für die Entwicklung des Fernsehens geltend gemacht werden: Die Autopoiesis massenmedialer Produktion bemerkt.berliner-zeitung.berliner-zeitung. sinken die Werbepreise. dass sie einer Serie oder Show immer weniger Zeit geben. Am Beispiel der Wissenschaft macht er auf folgenden Prozess aufmerksam: „So kann die Autopoiesis wissenschaftlicher Forschung merken.de/archiv).“ (Schimank 1998. sondern von einem Dirigieren von Leistungsbezügen der teilsystemischen Autopoiesis und von einem Einschränken oder sogar Unterdrücken teilsystemischer Autopoiesis (Schimank 1998. Auch Schimank sieht eine Beeinflussung des Codes autopoietischer Systeme durch den Code anderer Systeme.“ (Schimank 1998. wenn einmal entfesselte Autopoiesien durch „neu justierte Nutzenverschränkungen mit anderen Teilsystemen […] über die Entfesselung der Autopoiesis hinausschießen und in eine sachliche oder zeitliche Marginalisierung codegeprägter Kommunikationen münden. dass bestimmte Forschungsthemen besondere Chancen für Wahrheitskommunikation erzeugen. Entweder das Format kommt nach den ersten Wochen gut an. Produkt. Fortgesetzte Ökonomisierung hat demnach nicht nur Einfluss auf Akteurstrukturen und institutionelle Ordnungen. der Kunde bekommt Rabatte. dass bestimmte Themen besondere Chancen auf Veröffentlichung haben. er spricht aber nicht von Verzerrung. dass die Autopoiesis wirtschaftlicher Zahlungen bemerkt. Bei der Produktion und Ausstrahlung von Serien ist vor allem bei den privat-kommerziellen Sendern zu beobachten.

der durch andere Akteure [und Systeme – d. die weniger starr feststehende Strukturen besitzen. das sich in der Ausübung sozialer Praktiken realisiert und als „Erinnerungsspur“ ein Verhaltensmuster zur Orientierung bereitstellt (Giddens 1988. Schumpeters Prozess der schöpferischen Zerstörung (Schumpeter 1952). sondern um prozessuale Abläufe handelt. In Giddens‘ Theorie der Strukturierung sind beide ständig am Prozess der Reproduktion der sozialen Strukturen beteiligt.“ (Giddens 1988. Ökonomisierung als sozialer Prozess und Folgen von Ökonomisierung Nachdem bislang modelliert worden ist. Wichtige Elemente sind bei dem Prozess des handelnden Zusammenwirkens von Akteur und System die „Reflexivität und Rekursivität des sozialen Handelns sowie die strategische Orientierung am Kontext. indem etwa Werbekunden direkt oder über Mediaagenturen vermittelt. das wurde in den Kapiteln 0 bis 3 gezeigt. so fällt auf.und Marktlebenszyklen manifestiert und der auch im Fernsehen seit 1984 Gestalt angenommen hat (Wehmeier 1998. 77). In der Soziologie spricht man auch von Eigendynamiken sozialer Netzwerke (u. Aus der Ökonomie kennt man solche eigendynamischen Prozesse spätestens seit Joseph A. 69). Struktur versteht Giddens als „raumzeitliches Phänomen“. sondern „reproduzierte soziale Praktiken“. der sich in Produkt. die nicht intendiert waren und nur schwierig steuerbar sind. als vielmehr mehr oder weniger stark veränderbare Strukturmomente aufweisen. V.] gebildet wird“ (Weyer 1993. 4. Darunter sind die Bedingungen zu verstehen. Es wird hier vorgeschlagen.M&K 49. Betrachtet man die besagten drei Dimensionen in ihrem handelnden Zusammenwirken. Jahrgang 3/2001 erkontakten führen als andere und übt Einfluss auf die Veröffentlichungsroutinen der Sender aus. Strukturen lassen sich ferner als Regeln-RessourcenKomplexe beschreiben. Soziale Systeme sind für Giddens keine Funktionssysteme. welchen Einfluss Ökonomisierung auf die drei Dimensionen teilsystemischer Orientierungshorizont. Handeln und Strukturen sind hier unauflösbar miteinander verkoppelt. 14). Weyer 1993). das nicht mehr konkret auf intendiertes Handeln einzelner strategiefähiger Akteure rückführbar ist. die an der Vernetzung sozialer Systeme beteiligt sind. bestimmte Programmformate forcieren (und andersherum anderen die finanzielle Unterstützung entziehen). um neben dem analytischen Raster des dynamischen Prozesses auch mögliche Folgen der 318 . rücken nun abschließend der prozesshafte Charakter der Ökonomisierung und des Zusammenspiels von System und Akteur sowie mögliche Folgen dieses Prozesses in den Vordergrund. institutionelle Ordnung und Akteurkonstellation hat. eine Untersuchung des prozessualen Charakters und vor allem der Rückwirkungen nicht-intendierter Handlungsfolgen mittels einer Kombination der oben dargelegten differenzierungstheoretischen Betrachtungen (Schimank/Mayntz und andere) und der Theorie reflexiver Modernisierung von Ulrich Beck. Diese Bedingungen. Dieser reflexive und rekursive Prozess kann Eigendynamiken entwickeln. die ein Maß an Emergenz entwickeln. haben sich durch die Ökonomisierung verändert.a. 246). 201). Anthony Giddens und Scott Lash (Beck/Giddens/Lash 1996) durchzuführen. „die die Kontinuität oder Veränderung von Strukturen und deshalb die Reproduktion von sozialen Systemen bestimmen. in denen der Akteur eine wohl ebenso wichtige Rolle einnimmt wie das System. dass es sich nicht lediglich um Strukturbildung und -erhaltung. die Strukturmomente sozialer Systeme gelten als Mittel und Ergebnis der kontingent ausgeführten Handlungen situierter Akteure (Giddens 1988. Der Blick soll nun im Folgenden auf die Strukturierung gerichtet werden.

auf welche Prozessursachen diese aus normativ-demokratischer Sicht 9 negativen Entwicklungen zurückwirken und in welcher Form sie dies tun. und als es Beck und Giddens vor allem um die Folgen funktionaler Differenzierung geht – prozessual ausgedrückt: um die Analyse von Folgen. Zweitens geht es um die Rückwirkungen auf Prozessursachen. 319 . dessen normative Aufgabe unter anderem das Einnehmen einer Orientierungs. die sich im Laufe funktionaler Differenzierung (Arbeitsteilung) gebildet haben und exklusive Leistungsrollen einnehmen. 164 – 166). dann muss gefragt werden.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens Ökonomisierung in den Blick zu bekommen. als es Schimank um die Handlungsmöglichkeiten von Akteuren im Rahmen teilsystemischer Orientierungshorizonte und institutioneller Ordnungen geht. Fasst man als Nebenfolge erster Ordnung einer Ökonomisierung des Fernsehens (und damit als zumindest teilweise intendierte Folge) etwa eine Zunahme von Gewaltdarstellungen. Als Expertensysteme gelten nach Anthony Giddens Sinn. die mit weiterer funktionaler Differenzierung nicht mehr behoben werden können. Eine dieser nicht-intendierten Rückwirkungen könnte ein Vertrauensverlust in Expertensysteme sein.. ungewollt. Auch die relative Glaubwürdigkeit des Fernsehens hat im Vergleich zur Zeitung deutlich abgenommen (Berg/Kiefer 1996. das gesellschaftlich trag. Reality-Sendungen.und Kritikfunktion ist.und Handlungszusammenhänge. 1996. Mit Renate Mayntz und Brigitta Nedelmann heißt es daher. 651f. Sarcinelli/Tenscher 2000). ein Aufweichen klassischer journalistischer Standards durch Infotainment. 9 – Hervorhebung im Original) stattfinden und Folgeprozesse funktionaler Differenzierung sind. dass das Fernsehen hinsichtlich der Dimension Objektivität vor allem seit Anfang der achtziger Jahre massive Einbußen erlitten hat. die „unreflektiert. 40f. Verursachung entstehen und wie diese Formen auf die Prozeßursache selbst zurückwirken“ (Mayntz/Nedelmann 1987. Ulrich Beck spricht erstens von Nebenfolgen der Modernisierung und funktionalen Differenzierung (Nebenfolgen erster Ordnung). Auch Massenmedien können als Expertensystem begriffen werden. zunehmende Unterhaltungsorientierung (Krüger 2000) und eine Verstärkung des Trends zur symbolischen Politik (Sarcinelli 1987. Ein solcher Vertrauensverlust lässt sich sowohl für die Politik als auch für die Massenmedien empirisch belegen. „[…] sich auf die Analyse des Prozeßverlaufs selbst zu konzentrieren und zu fragen. 27f. Weyer und Mayntz kombinieren. die Beck als interne Nebenfolgen der Nebenfolgen bezeichnet (Nebenfolgen zweiter Ordnung) (Beck 1996. 88).). Die Theorie reflexiver Modernisierung lässt sich insofern mit den Perspektiven von Schimank. Empirisch geklärt 9 Zur Entfaltung einer normativen Integrations-Perspektive von Massenmedien vgl. So zeigt zum Beispiel die Langzeituntersuchung Massenkommunikation. als Weyer unter Bezugnahme auf Schimank die aus den unterschiedlichen Rationalitäten der drei Dimensionen entstehenden Spannungen und Reibungen anspricht. Unter reflexiver Modernisierung verstehen die Autoren dabei Transformationsprozesse. 251 – 254). Politik ist etwa ein Expertensystem. mit unabschätzbaren Konsequenzen“ (Beck/Giddens/Lash 1996. Diese Perspektive des Untersuchens von Rückwirkungen auf Prozessursachen wird in der Theorie der reflexiven Modernisierung entfaltet.und vertretbare Entscheidungen treffen soll. Jarren (2000). Dies sind jedoch nur einige Indizien. welche Prozeßformen durch zirkuläre Stimulation bzw. die für gesellschaftliche Dynamik sorgen.. Sie werden heute durch Institutionen repräsentiert und verleihen Gesellschaft durch ihr spezialisiertes und strukturierendes Wirken Stabilität (Giddens 1995.

für das Jahr 1984 und die Zeit von 1984 bis heute modelliert. durch privat-kommerzielle Programme mehr Vielfalt und eine ausgewogenere Politikberichterstattung zu bekommen. 4: Ursachen. Abb. die reflexive Wirkung zeigt. die 1984 eingesetzt und sich anschließend fortentwickelt haben. Als Nebenfolge zweiter Ordnung. inwieweit die Ökonomisierung der Strukturen und die Kommerzialisierung der Inhalte in kausalem Zusammenhang damit stehen. auf der Ebene der institutionellen Ordnung die dadurch bewirkte Normveränderung und auf der Ebene des teilsystemischen Orientierungshorizontes die durch Ökonomisierung bewirkte Verzerrung des Codes veröffentlichen / nicht veröffentlichen durch den Code zahlen / nicht zahlen. mediale publizistische und Gewinninteressen sowie der politische Wille. Abbildung 4 modelliert die bisher entwickelten Dimensionen und kombiniert dabei die Ökonomisierung des Fernsehens aus System. werden dabei als Ursachen der Ökonomisierung gesehen.M&K 49. Als Nebenfolgen erster Ordnung werden auf der Ebene der Akteurkonstellation z. Das Jahr 1984 wird als Beginn der Ökonomisierung gesehen. das Vorstoßen in gesellschaftliche Tabubereiche und juristische Grauzonen modelliert. wird hier ein Vertrauensverlust in Massenmedien und Politik gesehen (Rückwirkung auf Ursachen). Formen und Folgen einer Ökonomisierung des Fernsehens 320 . Jahrgang 3/2001 werden muss. in der das nicht-gewinnorientierte öffentlich-rechtliche System allein stehend war. technologische Entwicklung. Als Formen werden (recht statisch) die Ausprägungen der Startphase 1984/85 betrachtet und als Folgen die Dynamiken und Wechselwirkungen. Vor 1984 wird hier von einer Prä-Ökonomisierung gesprochen.und Akteurperspektive mit einer nach reflexiven Prozessen fragenden und Folgen abschätzenden Theorie reflexiver Modernisierung. B. Dabei werden die gesellschaftlichen Strukturierungsebenen (bezogen auf Massenmedien/Fernsehen) für die Zeit vor 1984. werbewirtschaftliches Interesse.

da Wirtschaft und Massenmedien unterschiedliche Codes und generalisierte Medien haben. Allerdings müssen hier noch empirische Nachweise erfolgen. 172 – 174). doch ist Interpenetration bei Münch ein zentralerer theoretischer Baustein. Dies lässt sich etwa an zwei Aufsätzen von Gabriele Siegert erkennen. Münch greift auf den von Parsons stammenden Begriff zurück. Uwe Schimank fordert: „Für die Betrachtung einzelner Teilsysteme käme es darauf an. der das wechselseitige Durchdringen von Systemen beschreibt. Doch die Luhmann‘sche Extremposition wird sowohl in der Soziologie als nun auch zaghaft in der Kommunikations. deren Ausdifferenzierung und weitere Evolution systematisch. Zwar benutzt auch Luhmann teilweise den Interpenetrationsbegriff (Luhmann 1991. 503 – 525). 286-344). und nicht bloß hier und da anekdotisch. dass es. die institutionelle Ordnung Stück für Stück variiert wird und es so unter den Bedingungen fortgesetzter oder „entfesselter“ Ökonomisierung (Knoche 2001: 184) zu einer Veränderung des teilsystemischen Orientierungshorizontes kommt. dass aber erst die Unterscheidung der drei Dimensionen teilsystemischer Orientierungshorizont. die noch 1996 erheblich strenger im Luhmann’schen Kontext kommunikationswissenschaftlich arbeitete.und Medienwissenschaft verlassen. Fazit Wird mit Luhmanns funktionaler/autopoietischer Systemtheorie argumentiert. Praktisch gesprochen: Nur wenn sich die Sendung (Unterhaltungsserien wie auch Informationsmagazine) rechnet. aus solchen Zusammenhängen zwischen der selbstreferenziellen 321 . so kann Ökonomisierung überhaupt keinen Einfluss auf massenmediale Prozesse haben. Dabei zeigte sich. Dieser Schwenk zu Münch und seinem Interpenetrationsmodell offenbart. anschließend. um neben der sozialen und funktionalen Differenzierung zu erklären. Als eine Folge dieser Verzerrung des Codes der Massenmedien wird ein Vertrauensverlust in das Expertensystem Massenmedien erkannt. dass die Ökonomisierung zunächst die Akteurkonstellation verändert. ökonomischer und kultureller Zusammenhänge sicher. Dies zeigt sich dergestalt. Inzwischen macht sie für eine Analyse der Ökonomisierung der Massenmedien Münchs Interpenetrationsbegriff fruchtbar. institutionelle Ordnung und Akteurkonstellationen ein ausreichend komplexes Analyseraster bietet. die den Zusammenhang von Ökonomisierung der Massenmedien und Kommerzialisierung/Banalisierung der Inhalte genauer untersuchen und damit einer auf die Massenmedien (das Fernsehen) angewandten Theorie reflexiver Modernisierung Futter geben. dass Gesellschaft ein Mindestmaß an Integration benötigt. um funktionsfähig zu bleiben. um die vielfältigen Prozesse der Ökonomisierung auf allen Ebenen und ihre Wechselwirkungen untereinander zu erfassen. wird sie auch langfristige Erfolgschancen auf weitere Veröffentlichung haben. Interpenetration stellt die gegenseitige Durchdringung politischer. mit Schimank gesprochen. dass es auch im Beziehungsgeflecht Massenmedien und Ökonomie zu Austauschprozessen und wechselseitiger Durchdringung der Systeme kommt (Siegert 2001. den er unter anderem in seiner Theorie des Handelns entwickelt hat (1988. durch veränderte Akteurkonstellationen und strategische wie eigendynamische Prozesse. Ökonomische Entwicklungen führen allenfalls zu einer Irritation von Massenmedien. In diesem Aufsatz wird für den Fall der Entwicklung des Fernsehens der Begriff der Verzerrung vorgeschlagen: Fernsehformate (auch journalistische) werden zwar nach dem Prinzip veröffentlichen / nicht veröffentlichen codiert aber (zumindest auf privat-kommerzieller Seite) häufig durch den Code zahlen / nicht zahlen verzerrt. In diesem Beitrag wurde argumentiert. zu einem Dirigieren von Codes oder gar zu einem Unterdrücken von Codes durch fremde Systeme kommen kann (hier wäre es die Unterdrückung des Codes der Massenmedien durch den Code der Wirtschaft).Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens 4.

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39.. 2. Frankfurt am Main. Jg. S. Kneer. Aufl. Jg. S. Meier (Hrsg. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. 648 – 668. Grundriß einer allgemeinen Theorie. in: Zeitschrift für Soziologie.. Scharpf (Hrsg. Frankfurt am Main. Renate. 177 – 194. in: Otfried Jarren. in: Media Perspektiven.. Jg. S. Oder: Wie alle – reihum – Presse und Rundfunk bezahlen. 38. 2. Renate et al. New York: Campus. Opladen: Westdeutscher Verlag. Opladen: Westdeutscher Verlag. S. in: Soziale Systeme. Bd. Sarcinelli. 727 – 748. S. Nr. Udo Michael (2000): Unterschiedliches Informationsverständnis im öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehen. 278 – 296. Aufl..): Gesellschaftliche Selbstregelung und politische Steuerung. 7. Heinz Pürer (Hrsg. Jens Tenscher (2000): Vom repräsentativen zum präsentativen Parlamentarismus? Entwurf eines Arenenmodells parlamentarischer Kommunikation. in: Rundfunk und Fernsehen. Nr. Rühl. 4. Georg (1996): Rationalisierung. 93 – 113. 429 – 440. Ein Review über einige Integrationstrends. Werner A. Nr. Krüger. in: Journal of Institutional and Theoretical Economics (JITE) / Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft. Niklas (1996): Die Realität der Massenmedien. Frank (1993): Publizistik als autopoietisches System. Werner A. S. Kohring. Matthias. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. S. Frankfurt am Main: Suhrkamp Luhmann.. 81 – 97. Richard (1988): Theorie des Handelns. SAT. Disziplinierung und Differenzierung. Frank (1996): Die Massenmedien der Gesellschaft als soziales System?. S. (1988): Differenzierung und Verselbständigung: zur Entwicklung gesellschaftlicher Teilsysteme. Nr. Marcinkowski. in: Walter Hömberg. (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik. Emile Durkheim und Max Weber. Eine systemtheoretische Analyse. Nr.. 4. 1. Fritz W.Wehmeier · Ökonomisierung des Fernsehens ren. RTL. Zur Bedeutung symbolischen Handelns in der Wahlkampfkommunikation der Bundesrepublik Deutschland. Ulrich (1987): Symbolische Politik. Münch.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Jg. Krüger. in: Soziale Welt. Scharpf (1995): Der Ansatz des akteurzentrierten Institutionalismus. Knoche. Nr. Niklas (1991): Soziale Systeme. 323 . 36. 2. Opladen: Westdeutscher Verlag. 2. 125 – 152. Lindenberg. Nr. in: Otfried Jarren. Programmanalyse 1999: ARD. Udo Michael (1991): Zur Konvergenz öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehprogramme. Zur Rekonstruktion der Beiträge von Talcott Parsons. in: Publizistik.. 1.und Kommunikationswissenschaft. Nr. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Zum Zusammenhang von Sozialtheorie und Zeitdiagnose bei Jürgen Habermas. ZDF. Zur Notwendigkeit der Beobachtung gesellschaftlicher Interdependenz. Manfred (2001): Kapitalisierung der Medienindustrie aus politökonomischer Perspektive. Entstehung und empirischer Gehalt einer Hypothese. Frankfurt am Main: Suhrkamp. New York: Campus. Niklas (1999): Funktion der Religion. 39. Ein systemtheoretischer Entwurf. Fritz W. Mayntz.. 402 – 446.. Manfred (1993): Marktpublizistik. Nolte.. Frankfurt am Main: Suhrkamp. 5. in: Renate Mayntz. Niklas (1985): Die Autopoiesis des Bewußtseins. Politik und Massenmedien.. Marcinkowski. 4. Michel Foucault und Niklas Luhmann. Luhmann. 22). Jg. Nr. Konstanz: UVK. Brigitta Nedelmann (1987): Eigendynamische soziale Prozesse. 49 Jg. 145 – 158. Helmut (1999): Annäherungen zwischen Handlungstheorien und Systemtheorien. Detlef Matthias Hug (1997): Öffentlichkeit und Journalismus. 2. Mayntz. 28. Aufl. 49 Jg. Meier (Hrsg. Luhmann. S. S.): Medien-Transformation: Zehn Jahre dualer Rundfunk in Deutschland. Opladen: Westdeutscher Verlag. Siegwart (1990): Homo Socio-oeconomicus: The Emergence of a General Model of Man in the Social Sciences. S. Mayntz. Nr. 39 – 72. Marie-Luise (1996): Das duale Rundfunksystem – wirtschaftstheoretisch betrachtet. Kiefer.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Formen und Folgen.1 und ProSieben im Vergleich. 15 – 33. Anmerkungen zu einem analytischen Paradigma. Renate. Ulrich. 146 Jg. S. Formen und Folgen. S.. 2. 83 – 96. Sarcinelli. Luhmann. in: Medien Journal. 2. Jg.

Geschichte des Rundfunks. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Uwe (1995): Teilsystemevolutionen und Akteurstrategien. 2. 167 – 176. Josef (1952): Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung. Themenheft Medien & Kommunikationswissenschaft. Jg.): Zerfall der Öffentlichkeit? Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Schimank. Kapital. 45. Schimank.) Siegert. Konstanz: UVK. November 1986 (BVerfGE 73. Schumpeter. 1.. Anna Maria (1994): Medienwandel – Modellwandel? Reflexionen über die gesellschaftliche Komponente der Massenkommunikation. S. Jg. 14. Zum Nutzen zweier soziologischer Paradigmen bei der Erklärung erfolgreichen Scheiterns. in: Zeitschrift für Soziologie. Jg. Schimank. Nr.. 1. Aufl. Johannes (1993): System und Akteur. Weyer. Roger Blum (Hrsg. (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik. Aufl. Band 2. 23. Nr. Nr.. Uwe (2000): Theorien gesellschaftlicher Differenzierung. Weber. Berlin: Duncker & Humblot. 5. 1993. (Original: 1911. Stefan (2000): Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung. Jg. Jahrgang 3/2001 Kurt Imhof. Publizistik zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und ökonomischen Zielen. S. Finanzierung des Rundfunks. Konstanz: UVK. 1886. Rundfunktechnik. S. Berlin: Vistas. Uwe (1998): Code – Leistungen – Funktion: Zur Konstitution gesellschaftlicher Teilsysteme. in: Soziale Systeme. Teil 2: Privater Rundfunk. (UTB. Konstanz: UVK. Steininger. Opladen: Leske + Budrich. Eine Bilanz. Die zwei Seiten struktureller Dynamiken moderner Gesellschaften. 421 – 434.): Medienwandel – Gesellschaftswandel? 10 Jahre dualer Rundfunk in Deutschland. Kredit. Bd. 43 – 55. Anmerkungen zur Rundfunkpolitik.und Kommunikationsforschung. Jg. Werner A. 238). Wien: Universitäts-Verlag. 1 – 22.. Konstanz: UVK. 1. Stuiber. in: Claudia Mast (Hrsg. Stefan (1998): Fernsehen im Wandel. 74 – 93. Band 2 – Rundfunk. Konstanz: UVK. S. in: Otfried Jarren.): Ökonomisierung der Medienindustrie: Ursachen. Stuiber. S. 49 Jg. Christian (2000): Zur politischen Ökonomie der Medien. Meier (Hrsg. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 4. Theis-Berglmair..M&K 49. in: Otfried Jarren (Hrsg. Zins und Konjunkturzyklus. S. 324 . S. Eine Untersuchung über Unternehmergewinn. Schimank. Gabriele (2001): Ökonomisierung der Medien aus systemtheoretischer Perspektive. 4. 1. Wehmeier. Teil 1: Zum Rundfunkbegriff.. in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Rundfunkprogramme. 118) Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. Februar 1991 (BVerfGE 83. Nr.): Markt – Macht – Medien. Differenzierung und Ökonomisierung eines Mediums. S. in: Soziale Systeme. Uwe (1985): Der mangelnde Akteurbezug systemtheoretischer Erklärungen gesellschaftlicher Differenzierung – Ein Diskussionsvorschlag. Siegert. 35 – 50. Rundfunkrecht.) 2. 175 – 184. 619 – 639. Nr. 6. 3.. Gabriele (1996): Die Beziehung zwischen Medien und Ökonomie als systemtheoretisches Problem.). Eine Untersuchung am Beispiel des dualen Rundfunksystems. Heinz-Werner (1998b): Medien in Deutschland. Heinz-Werner (1998a): Medien in Deutschland. S. Nr. Uwe (1988): Gesellschaftliche Teilsysteme als Akteurfiktionen. Organisation des Rundfunks. Formen und Folgen. 73 – 100. Schimank. 40.

or not. und zeigt Perspektiven für die zukünftige kommunikationswissenschaftliche Homepage-Forschung auf. zur Heimstätte der virtuellen Existenz im Internet. Der Aufsatz beschäftigt sich zunächst mit der Abgrenzung und Definition dieser personalisierten Form des Online-Publizierens und diskutiert seine kommunikationswissenschaftliche Relevanz. as you so desire. mündliche und schriftliche Befragungen sowie Experimente gewonnen wurden. Klassifikation und Rezeption persönlicher Homepages liegen rund dreißig empirische Studien vor. „Die Homepage ist nicht zu peppig. sondern auch dagegen. einen Werbebanner mit dem Teaser „Click here to shoot your boss“). das passt zu mir“. dass überhaupt „ein verurteilter. Log-File-Analysen. but because I simply don’t mind being watched. Die vorliegenden theoretischen Beiträge konzentrieren sich darauf. Zur Produktion. I am not 325 .BERICHTE Persönliche Homepages im WWW Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand Nicola Döring Persönliche Homepages sind Webangebote. dass persönliche Homepages nicht nur der Individual. habe der 57-jährige Wolfgang Thierse die von einer Agentur für ihn entwickelte Webpräsenz (www. die Adresse zur Homepage. ein Online-Tagebuch und die legendäre JenniCam enthält.jeremybamber. dass es sich bei der persönlichen Homepage um Identitätskonstruktion und Selbstdarstellung per computervermittelter Kommunikation handelt. die von einzelnen Personen betrieben werden. • „Thierse Online – Der Bundestagspräsident hat jetzt eine eigene Homepage“ berichtete die Berliner Zeitung im April 2001. Es wird argumentiert.a. wo sie heute mit sechs Katzen.“ (Storrer. eine unzensierte Nonstop-Live-Übertragung von Videobildern aus ihrem Haus in Kalifornien. seiner Schwester und seinen beiden Neffen. wollte sich mit seiner Online-Darstellung des Falles an die breite Öffentlichkeit wenden und seinen Bemühungen um ein Revisionsverfahren Nachdruck verleihen. sondern in unterschiedlicher Weise auch einen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation leisten können. So feel free to watch. • 1996 startete die damals 20-jährige Studentin Jennifer Ringley eine persönliche Homepage. Der 39-jährige Engländer war vor 15 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt worden für die Morde an seiner Mutter.com) ist momentan vom Provider gesperrt. mehrfacher Mörder aus dem Gefängnis heraus eine eigene Website betreiben kann“ (Birmingham Evening Mail.und Gruppenkommunikation dienen.de) kommentiert. der vor Gericht immer seine Unschuld beteuert hatte. • Die Homepage von Jeremy Bamber (www.wolfgang-thierse. It is more than a bit fascinating to me as an experiment. even (especially?) after five years. März 2001). Der Aufsatz berichtet die wichtigsten Befunde. 1999: 2). einem Hund und ihrem Freund Dex lebt: „I keep JenniCam alive not because I want to be watched. die durch Inhaltsanalysen. die Gedichte. Anschließend wird die teilweise schwer zugängliche Literatur zu persönlichen Homepages referiert. „Auf der Visitenkarte des postmodernen Menschen darf sie eigentlich schon fast nicht mehr fehlen. Doch Opferschutz-Vereinigungen protestierten – nicht nur gegen Inhalt und Aufmachung der Site (sie enthielt u. Freilich sind Internet-Nutzer und Visitenkarten-Besitzer sowohl global als auch national privilegierte Minderheiten – doch der Trend zur Veralltäglichung persönlicher Homepages ist unverkennbar. Bamber.

„Unsere Familien-Homepage“). Thimm. Wallace. „Homepage von Christoph G. Sie ist leidenschaftlicher Theater-Fan und als Sekretärin bei der Steiermärkischen Landesregierung tätig. B. „Sugianto’s Little Palace“. Wohngemeinschaft oder eine andere informelle Kleingruppe für das Webangebot verantwortlich zeichnet. Dominick. 1998. Die Homepage der 34Jährigen bietet eine Mischung aus Informationstexten und Erfahrungsberichten zu diversen Themen und Details aus dem Alltag blinder Menschen (http://members. 1. Perspektiven für die zukünftige kommunikationswissenschaftliche Homepage-Forschung werden im Ausblick aufgezeigt (Kapitel 4). Trotzdem ist bislang wenig systematisches Wissen gesammelt worden über die Determinanten. Verlinkung eines Webangebotes in einem dezidierten Verzeichnis 326 . 1997. 1999). die durch Inhaltsanalysen. wobei man durch eine kostenpflichtige Mitgliedschaft Bilder im Minutentakt erhält.com).. Eisenhardt“. eine Familie. Clique. Der Besitzstatus ist bei persönlichen Homepages fast durchgehend an personalisierten Seitentiteln und Überschriften abzulesen (z. „Renates Homepage“. Gräf & Krajewski. Kiesler.at/praissakis/). aber auch rund dreißig empirische Arbeiten. „Christina’s Corner“. In einschlägigen. im weitesten Sinne sozialwissenschaftlichen Sammelbänden und Monografien zum Internet (z. Sie umfasst eine Reihe theoretischer Beiträge (Kapitel 2). 2000) werden persönliche Homepages – abgesehen von wenigen Ausnahmen (z. Die persönliche Homepage Wie ist die persönliche Homepage von anderen Web-Angeboten abzugrenzen? Welche Relevanz besitzt sie als Gegenstand in der Kommunikationswissenschaft? Welchen Beitrag leistet sie zur öffentlichen Kommunikation? 1. Anschließend wird die teilweise schwer zugängliche Literatur zu persönlichen Homesites referiert.1 Definition der persönlichen Homepage Persönliche Homepages (personal homepages) sind Web-Angebote. die von einzelnen Personen eigenverantwortlich betrieben werden (vgl. „Steppo’s kleine Homepage“. 1999: 31ff. „Olli’s World“. Rössler. Gackenbach. Tausende von Website-Besuchern verfolgen. während die kostenlose Übertragung alle 15 Minuten eine neue Aufnahme liefert. Schlobinski & Siever. „Danielas Heimatseite“. Merkmale und Konsequenzen dieser neuen Publikationspraxis.) – nicht behandelt. 1999: 85. 1998.M&K 49. Jahrgang 3/2001 here to be loved or hated. Beck & Vowe. B. Runkehl. Liebes-. 1997. B. Auch die Platzierung bzw. Wenn statt einer einzelnen Person ein Freundes-. I am here simply to be me. 285ff. mündliche und schriftliche Befragungen sowie Experimente gewonnen wurden. präsentiert Kapitel 3. Dabei können Gestaltung und Programmierung selbst übernommen oder auch als Auftragsarbeit an Dritte delegiert werden.” (www. Jones. so handelt es sich um die Sonderform der kollektiven persönlichen Homepage. • Petra Raissakis aus Graz kam drei Monate zu früh auf die Welt und wurde durch eine Augenschädigung im Brutkasten blind. 1997. oder Geschwisterpaar. wie Ringley seit Jahren netzöffentlich „einfach sie selbst ist“. Der vorliegende Aufsatz definiert zunächst das Forschungsobjekt persönliche Homepage und diskutiert seine kommunikationswissenschaftliche Relevanz (Kapitel 1). 1998. 1998. Die wichtigsten Befunde.jennicam. Neverla. wie vielfältig und weitreichend kommunikative und soziale Implikationen persönlicher Homepages sind. „My Homepage“. Die vier Beispiele verdeutlichen. Döring. LogFile-Analysen. 1997. aon.

Döring · Persönliche Homepages

persönlicher Homepages (z. B. zu finden bei www.yahoo.com, www.lycos.com oder www.web.de) ermöglicht eine einfache Identifikation von Webangeboten als persönliche Homepages. Die hier favorisierte kommunikationswissenschaftliche Definition der persönlichen Homepage verwendet den Besitzstatus bzw. die Sender-Rolle des Individuums als zentrales Kriterium und nicht etwa bestimmte Inhalte. Was eine Person über ihre Homepage der Netzöffentlichkeit mitteilt, ist vielmehr eine empirische Frage, die durch die Homepage-Forschung zu beantworten ist. Inhaltliche Beschränkungen (z. B. auf autobiografische Informationen), die in diversen Homepage-Definitionen zu finden sind und typischerweise inhaltlich und motivational auf eine Psychologisierung hinauslaufen (z. B. bei de Saint-Georges, 1998; Walker, 2000; Wynn & Katz, 1997), werden hier als eine vorschnelle Beschneidung des Gegenstands abgelehnt (vgl. Kap. 3.2). Wir sprechen von „persönlichen“ Homepages unabhängig davon, wie privat oder intim ihre Inhalte sind. Wenn das Web-Angebot einer Person auf berufliche Aktivitäten beschränkt ist oder ein unkommentiertes Software- oder Geschichten-Archiv enthält, so handelt es sich gemäß der hier vorgeschlagenen Definition dennoch um eine persönliche (also personenbezogene) Homepage. Als Synonym für „persönliche Homepage“ (personal homepage) wird im Deutschen – seltener im Englischen – auch der Begriff „private Homepage“ (private homepage) verwendet. Storrers (1999) Definition, der gemäß die privaten Homepages „der Selbstdarstellung als Privatmensch und als Teil der ,Internet-Gemeinde‘“ dienen, während man auf der persönlichen Homepage die „berufliche Rolle im ,real life‘“ darstellt, wird hier nicht übernommen, da sie vom üblichen synonymen Sprachgebrauch beider Begriffe abweicht und zudem inhaltlich nicht trennscharf ist. Als Gegenbegriff zur „persönlichen Homepage“ wird oft die „kommerzielle Homepage“ genannt. Diese Kontrastierung ist jedoch irreführend. Zwar sind Web-Angebote kommerzieller Unternehmen durch die am Besitzstatus orientierte Definition hier ausgeschlossen. Ob und wie Individuen ihre eigenen Online-Publikationen mit finanziellen Interessen koppeln, ist jedoch wiederum eine offene empirische Frage und sollte nicht durch definitorische Einengung vorentschieden werden. Die Erfahrung, in Eigenregie gefragten Content anbieten zu können, scheint anekdotischen Berichten zufolge manche Personen erst zu einer Semi-Kommerzialisierung ihrer persönlichen Homepages anzuregen, etwa indem sie bestimmte Bereiche (z. B. Bilder-Galerien) mit Passwort-Schutz versehen und nur kostenpflichtig Zugang gewähren, wie das beispielsweise die eingangs erwähnte Jennifer Ringley tut. Die persönliche Homepage ist gerade für jene Personen von besonderer ökonomischer Relevanz, die selbständig tätig sind und somit neue Möglichkeiten des Selbst-Marketing und der Self-Promotion finden (z. B. Künstler-Homepage: www.eviniessner.de). Von persönlichen Homepages (definiert über den individuellen Besitzstatus) sind als nicht-persönliche Homepages solche Web-Angebote abzugrenzen, die von Organisationen, Institutionen oder formellen Gruppen betrieben werden (z. B. Homepage der Firma Nivea, Homepage des deutschen Bundestages, Homepage der Umweltschutzgruppe Greenpeace) und somit nicht das Individuum als Sender agieren lassen. Ein Grenzfall zwischen organisationseigenen und persönlichen Homepages sind Webseiten, die Mitglieder innerhalb von Organisationen vorstellen: Hier gibt es nicht selten im Sinne der Corporate Identity normative Vorgaben zur inhaltlichen und formalen Gestaltung, die den Entscheidungsspielraum der dargestellten Personen hinsichtlich ihrer individuellen Selbstpräsentation einschränken. Abgesehen von diesen im Sonderfall auftretenden sozialen Einschränkungen unter-

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liegt jedes Homepage-Projekt technischen Restriktionen, die sich etwa aus den Vorgaben des Webspace-Anbieters (z. B. Speicherplatz-Beschränkung) und des verwendeten Web-Editors (z. B. voreingestellte Farbauswahl) ergeben und nur bei entsprechendem finanziellen Einsatz und fortgeschrittener Webkompetenz zu umgehen sind (vgl. Berker, 1999). Alle genannten Typen von Homepages sind jedoch auf technischer und textwissenschaftlicher Ebene gleichermaßen als elektronische Hypertexte zu kennzeichnen (Storrer, 2000). Obwohl von der persönlichen Home-„Page“ die Rede ist, meint man nicht nur die Startseite eines Webangebots, sondern die gesamte Web-„Site“, also alle inhaltlich zusammengehörigen Web-Seiten, die eine Person(engruppe) als ihre persönliche Homepage anbietet. Der korrekte Begriff „Homesite“ hat sich jedoch in der Homepage-Forschung nicht durchgesetzt und wird deswegen auch in dem hier vorliegenden Überblicksaufsatz nicht verwendet. Zudem ist zu beachten, dass „HomeSite“ bereits als Name eines bekannten Web-Editors aus dem Hause Macromedia & Allaire eingeführt ist und sich somit als Suchbegriff für inhaltliche Recherchen zum Thema „persönliche Homepage“ nicht eignet. 1.2 Kommunikationswissenschaftliche Relevanz der persönlichen Homepage Eine Kommunikationswissenschaft, die in Anlehnung an die anglo-amerikanische Tradition einen weitgefassten Medien- und Kommunikationsbegriff favorisiert, der mediatisierte und nicht-mediatisierte Individual- und Gruppenkommunikation einschließt, hat keine Probleme, die persönliche Homepage als relevanten Forschungsgegenstand anzuerkennen. Denn als spezifische, in nennenswertem Umfang verbreitete (siehe Kap. 3.1.1) Variante der intra- und interpersonalen sowie intra- und intergruppalen OnlineKommunikation wäre sie per se untersuchenswert. Schließlich wissen wir noch immer zu wenig darüber, wie und mit welchen Konsequenzen sich Menschen das Internet und seine verschiedenen Kommunikationsdienste praktisch aneignen. Eine Untersuchung dieser Aneignungsprozesse, die am individuellen Verhalten und Erleben ansetzt, wird sich vor allem an sozial- und medienpsychologischen Theorien und Konzepten orientieren (vgl. Kap. 2). Eine Kommunikationswissenschaft, die den im deutschsprachigen Raum dominierenden publizistischen Medien- und Kommunikationsbegriff favorisiert, wird die persönliche Homepage dagegen auf den ersten Blick eher als randständig – wenn nicht gar irrelevant – einordnen: Nicht von Institutionen und Unternehmen, sondern von Individuen produziert, nicht von einem Massenpublikum, sondern oft nur von einzelnen Interessenten(gruppen) rezipiert, leistet die persönliche Homepage allenfalls einen marginalen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation, mag man einwenden. Diese Einschätzung ist jedoch diskussionswürdig, wobei nicht nur empirische Argumente (z. B. tatsächliche Reichweite persönlicher Homepages), sondern auch theoretische und konzeptuelle Überlegungen (z. B. Verständnis von öffentlicher Kommunikation) ins Feld zu führen sind. Der vorliegende Aufsatz plädiert für eine Betrachtung persönlicher Homepages gerade auch innerhalb der am publizistischen Medienbegriff orientierten Kommunikationswissenschaft. 1.3 Persönliche Homepages und öffentliche Kommunikation Der Stellenwert der persönlichen Homepage im Bereich der öffentlichen Kommunikation ist bislang kaum explizit diskutiert worden. Die fehlende Auseinandersetzung mit

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Döring · Persönliche Homepages

dem Thema könnte als Indiz dafür gewertet werden, dass viele Kommunikationswissenschaftler/innen persönliche Homepages tatsächlich für einen irrelevanten Gegenstandsbereich halten. Die zurückhaltende Thematisierung könnte jedoch auch der Tatsache geschuldet sein, dass sich die Homepage-Forschung erst etabliert und viele ihrer Beiträge durch sehr verstreute Publikationsorte und geringe wechselseitige Zitierung schwer zugänglich sind. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, den Forschungsstand zu persönlichen Homepages breiteren Kreisen innerhalb der Kommunikationswissenschaft bekannt zu machen, um damit einen dezidiert kommunikationswissenschaftlichen Diskurs zu persönlichen Homepages anzustoßen. Drei Thesen zur Bedeutung der persönlichen Homepage für die öffentliche Kommunikation könnten diesen zukünftigen Diskurs strukturieren. Sie werden im Folgenden anhand diverser Beispiele erläutert. These 1: Persönliche Homepages sind Medien der Massenkommunikation. Im Sinne einer publizistischen Egalisierung bietet das Internet die Möglichkeit, dass auch Einzelpersonen durch den Erwerb entsprechender Medienkompetenz bzw. die Inanspruchnahme einschlägiger Dienstleister zu vergleichsweise geringen Kosten professionelle Online-Publikationen erstellen und damit potenziell Massenpublika erreichen, was vormals nur institutionalisierten Medienanbietern möglich war. Zuweilen treten persönliche Homepages in ein Konkurrenz- oder Ergänzungsverhältnis zu herkömmlichen Massenmedien. Eine Vorreiterrolle nehmen hier Personen des öffentlichen Lebens ein, die via Homepage ihre ohnehin bereits etablierte mediale Präsenz direkt mitgestalten wollen. Prominente Beispiele sind etwa der Autor Stephen King, der in dem Bestreben, sich von Verlegern zu emanzipieren, den Fortsetzungs-Roman „The Plant“ von 2000 bis 2001 via Download über seine persönliche Homepage vertrieb und jede Woche mehrere Tausend Leserinnen und Leser fand (www.stephenking.com) oder die Justizministerin Herta Däubler-Gmelin, die auf den Vorwurf, ihre 1975 an der Universität Bremen eingereichte Dissertationsschrift sei nie publiziert worden, unmittelbar reagierte, indem sie das Dokument Ende 2000 auf ihre persönliche Homepage stellte (www. daeubler-gmelin.de). Mit Hilfe einer persönlichen Homepage wurde Anfang 2001 in der Joschka-FischerAffäre Mediengeschichte geschrieben (Welzel, 2001): „Bettina Röhl hat auf altem Photomaterial einen Polizisten-prügelnden Außenminister in spe erkannt und diese Nachricht an den Stern verkauft. Da man dort jedoch Bedenken hatte, als erstes Medium mit der Enthüllung der Fischerschen Vergangenheit aufzumachen, erschien nur ein 30-Zeiler im Stern. Eine Meldung, die es in sich hatte, denn sie nannte die Homepage-Adresse von Röhl und diese Homepage (www.bettinaroehl.de) wiederum zeigte die eigentlich altbekannten Photos, auf denen Fischer neu entlarvt worden war. Ein neuer Köpfe-Skandal war da, lanciert im Netz, und Röhls Homepage fand mit täglich 4000 Zugriffen, so ihre Aussage gegenüber politik-digital, regen Zulauf.“ Persönliche Homepages, die von Prominenten stammen, die brisante Inhalte anbieten, über die in den Massenmedien berichtet wird oder die aus anderen Gründen ein disperses Publikum anziehen, können unter Verbreitungsperspektive den Medien der Massenkommunikation zugerechnet werden, obwohl die Anbieter (bei unterschiedlichem Professionalisierungsgrad) als Individuen keine organisierten medialen Akteure sind.

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die sich online informieren. cyberchicks. um damit bestimmte Zielgruppen anzuziehen. B. können Interessierte und Außenstehende (sofern sie online sind) das Kommunikationsgeschehen unbemerkt beobachten und sich bei Bedarf auch selbst beteiligen.und House-Szene u.und Orientierungsfunktionen erfüllen. Legt man zugrunde.at/demo/) ist neben der netzöffentlichen Wirkung oft auch eine Resonanz in den Offline-Massenmedien angestrebt. Fangemeinschaften oder Scientific Communities) werden im Netz breiteren Kreisen zugänglich.eff. Im Bereich der Internet-Forschung finden die entscheidenden Diskussionen mittlerweile netzöffentlich statt über entsprechende Homepage-Publikationen und Online-Foren. Community Organizer interessieren sich dafür. Da ein Großteil dieser intragruppalen Kommunikation netzöffentlich verläuft. durch selbstbestimmte Webpräsenzen verändert und teilweise auch neue Stilbildungen hervorgebracht hat (z. Das Vorgehen bei einer Netzdemonstration ist einfach: Websites. was in der Fachöffentlichkeit durch Online-Kommunikation bereits bekannt ist.popo. so kann Online-Diskursen eine öffentliche Wirkung zugeschrieben werden. so dass wissenschaftliche Printmedien häufig nur noch mit zeitlicher Verzögerung das nachbereiten. „Free Speech Online.bzw. Richard (2000) beschreibt. www. Zeitschriften. 1999: 369ff. sich untereinander nach Maßgabe thematischer Ähnlichkeit zu Webrings zusammenschließen (z. B. die sonst selbstorganisiert entsteht. Im Zuge der gesellschaftlichen Individualisierung und der Pluralisierung der Lebensmodelle werden Gruppenöffentlichkeiten als Teilöffentlichkeiten wichtiger. Events). Februar 2001. konstituieren sich teilweise aber auch erst im Netz (vgl. Computerspiele-Fans oder von Depression Betroffene. Blue Ribbon Campaign«. B.M&K 49. werden womöglich von den zahlreichen. die sonst in nicht-öffentlichen oder schwer zugänglichen Räumen stattfinden (z. Indem persönliche Homepages explizit bestimmte Zielgruppen adressieren. auch wenn sie nur teilweise im Zuge intermedialen Agenda-Settings von den Massenmedien aufgegriffen werden. Chat-Rooms.webring. Die Netzöffentlichkeiten setzen teilweise auf bereits etablierte Offline-Netzwerke auf. bietet durch ihren öffentlichen Charakter trotz Differenzierung neue Chancen gesellschaftlicher Integration: Gruppenspezifische Diskurse. Gruftie sowie Techno. www. die sich beteiligen wollen. Treffen von Selbsthilfegruppen. Jahrgang 3/2001 These 2: Persönliche Homepages sind Medien der öffentlichen Gruppenkommunikation. B. qualitativ hochwertigen persönlichen Homepages ihrer Peer Communities stärker beeinflusst als von nicht-persönlichen Webangeboten oder Offline-Medien. www. wie sich die Position von Mädchen und Frauen in den Jugendkulturen Punk. Kundenbindung zu er- 330 . Publikums. dass in den hochtechnisierten Ländern die Internet-Adoptionsrate die 50%-Schwelle teilweise bereits überschritten hat. die darauf hinauslaufen. soziale Gruppen mit reger Binnenkommunikation geschaffen. dass die Beteiligten ihre Homepages dauerhaft mit einem bestimmten Banner versehen (z. Döring. a.org/br/) oder an einem bestimmten Tag den Content ihrer Site sperren (z. Bei politischen Kampagnen und Demonstrationen. man kann sich jeweils an den Quellen informieren und selbst partizipieren. Internet-Demonstration gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ am 2. B. wie sie öffentliche Gruppenkommunikation. netgrrls).com) und im Sinne von Crossmedia-Strategien zusätzliche Kommunikationswege integrieren (z. Newsboards. initiieren und vorstrukturieren können. können sich online in eine Liste eintragen und ersetzen ihre Startseite für 24 Stunden durch einen einheitlichen Banner. werden soziale Netzwerke bzw. die oft als Ursache von „Tribalisierung“ und Zersplitterung von Öffentlichkeit kritisiert wird. B. weil sie spezifische Identifikations. die den Mainstream-Medien fehlen.). Gerade die Gruppenkommunikation im Netz.

de) nach dem Vorbild der auf persönlichen Homepages publizierten Online-Tagebücher (Döring. was den Reiz authentischer persönlicher Homepages ausmacht und wie man dieses Format ansprechend umsetzt. produktzentrierten) teilöffentlichen Kommunikationsprozessen eingesetzt.und Gruppenkommunikation und dienen den Massenmedien als Ressourcen.Döring · Persönliche Homepages höhen und zielgerichtete Werbemaßnahmen zu realisieren (Döring.metropolis. auf die man ohne ihre persönliche Online-Präsenz nie aufmerksam geworden wäre. 2001b). wenn auch kaum systematisch untersuchten Einfluss auf die Massenmedien haben persönliche Homepages im Kontext journalistischer Online-Recherchen. Die solitäre Buchrezeption in öffentliche Kommunikationskontexte einzubetten. die wöchentlich in dreiminütigen Video-Clips zu sehen waren sowie fortlaufend über ihre persönlichen Homepages und sonstigen Online-Aktivitäten präsentiert wurden. Im Rahmen des Community-Building werden den potenziellen Mitgliedern typischerweise Möglichkeiten eingeräumt. ein persönliches Profil oder eine persönliche Homepage einzurichten. B. Je besser die kommunikativen Funktionen von persönlichen Homepages bekannt sind.de) als auch neue Akteure (z. sie können zum intermedialen Agenda-Setting beitragen und sie werden im Rahmen des Community Building zur Vorstrukturierung von spezifischen (z.diary. dass aktive Teilöffentlichkeiten entstehen.com) seine Kundschaft durch Leserrezensionen. bleiben indirekte Effekte zu berücksichtigen.und Fachöffentlichkeiten (mit)konstituieren. Als Community Organizer betätigen sich sowohl herkömmliche Medienunternehmen mit ihren Online-Präsenzen (z. sind in dreierlei Weise für die Auseinandersetzung mit öffentlicher Kommunikation von Belang: Sie können relevante Teil. www. Online-Foren und persönliche Profile in eine Kommunikationsgemeinschaft zu überführen. Einen möglicherweise sehr großen. Dies betrifft das Beschaffen von Ideen und Informationen sowie das Auffinden und Ansprechen von Interview-Partnern oder sonstigen Kontaktpersonen. die im Kontext netzöffentlicher Gruppenkommunikation publiziert und rezipiert werden. B. Bemerkenswert sind beispielsweise Versuche von Medienunternehmen und Medieninstitutionen. umso eher können entsprechende Vorgaben dahingehend optimiert werden. 331 . das Genre „persönliche Homepage“ als Format zu übernehmen: Die Diary Entertainment GmbH produziert seit 1999 eine Diary-Soap (www.amazon. Die im November 2000 ehrgeizig gestartete Web-Soap wurde wie ihr RTL-Pendant Zwischen den Stunden jedoch nach wenigen Monaten wieder eingestellt. These 3: Persönliche Homepages sind Medien der Individual.de). öffentlichen Gruppenkommunikation aufgrund zu geringer direkter Rezipientenbeteiligung in Frage stellt. mag jedoch abgesehen von den kommerziellen Implikationen auch rezeptionstheoretisch interessante (und möglicherweise sogar wünschenswerte) Folgen haben. die über Medienproduzenten vermittelt werden. Persönliche Homepages. www. So versucht der OnlineBuchshop Amazon (www. Selbst wenn man den direkten Beitrag persönlicher Homepages zur Massenkommunikation bzw. um damit weiteren Wareneinkauf anzuregen. Vielleicht hatten die Medienproduzenten unter anderem nicht richtig erkannt. Die vom ZDF produzierte Web-Soap Etage Zwo drehte sich um fünf fiktionale Start-up-Unternehmer/innen. wobei gecastete Diaristen gegen Honorar netzöffentlich über ihr „reales Leben“ schreiben.sat1. 2001a). B.

1998. 1997) Variante unserer intrapersonalen Kommunikation dar. sei es für eine begrenzte Lebensphase (z. Veränderung und Vielfältigkeit. 1997). „dynamisches Selbst“ und „dialogisches Selbst“ gemeinsam ist der Fokus auf Konstruiertheit. Eben diese Aspekte finden sich in persönlichen Homepages wieder: Die Homepage ist naturgemäß immer „under construction“.M&K 49. Döring. Die Theoriebildung in der sozialwissenschaftlichen Homepage-Forschung kreist bislang darum. Diese Aufgaben obliegen der zukünftigen kommunikationswissenschaftlichen Homepage-Forschung (vgl. 2. 1996). die sich aus diversen Selbst-Aspekten zusammensetzt (Hannover.1 Identitäts-Theorien Während der traditionelle Identitäts-Begriff von der Konstanz und Einheitlichkeit der Identität ausgeht. die freilich vorliegende theoretische Beiträge kennen und ggf. Theorien zur persönlichen Homepage Es ist ausdrücklich nicht das Ziel dieser Literaturübersicht.). Turkle. 1999: 255ff. Während die Selbst-Aspekte zusammengenommen sämtliche auf die eigene Person bezogenen Inhalte und die auf ihnen operierenden Prozesse umfassen. S. 1995: 259. 1997). Der Homepage-Bau fordert zum systematischen Beantworten der identitätskritischen „Wer bin ich?“-Frage auf und unterstützt die Internalisierung der jeweiligen Antworten. aufgreifen sollte. „Identität“ ist demnach der engere. Jahrgang 3/2001 2. Wynn & Katz. 1998: o. 1991: 150) von unabhängigen und teilweise auch widersprüchlichen Teil-Identitäten verstanden. sind mit Teil-Identitäten nur die besonders relevanten Selbst-Aspekte gemeint (vgl. 4). 1998. this can facilitate a sense of dialogue with oneself“ (Chandler & Roberts-Young. Wynn & Katz. wobei die einzelnen Selbst-Aspekte dann die Stimmen in einem inneren Dialog darstellen (Hermans & Kempen. Pennebaker. 1997) immer wieder neu zu konstruieren und aufeinander zu beziehen sind. „Selbst“ der weitere Begriff (Greve. wird postmoderne Identität als Patchwork (Keupp. 332 . 1993). Den Konzepten „Patchwork-Identität“. Kap. Das multiple Selbst wird auch als dialogisches Selbst theoretisch modelliert. ein bestimmtes kommunikationswissenschaftliches Homepage-Modell vorzuschlagen oder die im letzten Abschnitt entwickelten kommunikationswissenschaftlichen Thesen zur Bedeutung von persönlichen Homepages für die öffentliche Kommunikation theoretisch zu elaborieren und zu prüfen. 1997) oder Pastiche (Gergen. die in alltäglicher Identitätsarbeit (Keupp & Höfer. Analog wird auch das Selbst heute nicht mehr als homogenes und statisches Gebilde. dass es sich bei der persönlichen Homepage um Identitätskonstruktion und Selbstdarstellung per computervermittelter Kommunikation handelt. was das Gefühl von Selbstintegration und Selbstwirksamkeit fördern kann (Hevern. sondern als dynamische und multiple Struktur verstanden. sie wird durch Updates regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht und vereint in ihrer Hypertext-Struktur durch interne und externe Links mühelos diverse disparate und diachrone Selbst-Aspekte und Teil-Identitäten (Chandler. B. Lillie. 2000). Kein anderes Medium scheint so passungsgenau wie die persönliche Homepage die heutigen Anforderungen an Identitätsarbeit zu erfüllen: „Where webpages are experienced as being emotionally close to their authors as well as physically detached from them. 1998.). „multiples Selbst“. 2000. Miller & Mather. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf unsere marginalisierten Teil-Identitäten. Als Medium des Selbstausdrucks und der Selbstkonstruktion stellt die Homepage dementsprechend eine wichtige und potenziell heilsame (vgl. die sich im WWW selbstbestimmt definieren und mit anderen Selbst-Aspekten verknüpfen lassen.

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Studium, Schwangerschaft, Coming-Out, Bewältigung eines Traumas) oder für einen offenen Zeithorizont: „Die persönliche Homepage im Web ist […] die rund um die Uhr von überall her erreichbare Basisstation unserer Aktivitäten. Gut geplant und regelmäßig gepflegt repräsentiert sie unseren jeweils aktuellen Status als komplexes Individuum mit vielfältigen Beziehungen und Interessen. Sie unterstützt unsere Wünsche und Pläne für die Zukunft“ (Klinger, 2001). 2.2 Selbstdarstellungs-Theorien Da die persönliche Homepage im WWW veröffentlicht wird und potenziell ein großes und heterogenes Publikum erreicht, ist sie auch ein wichtiges interpersonales Medium der Eindrucksregulation (impression management) und Selbstdarstellung (self presentation). Wann immer andere Menschen unser Verhalten direkt beobachten oder davon Kenntnis erhalten können, achten wir darauf, welchen Eindruck wir hinterlassen (Leary, 1996; Mummendey, 1995). Aus Sicht des Impression Management sind nur Situationen „privat“, in denen wir allein und unbeobachtet sind. Alle anderen Situationen sind „öffentlich“, wobei je nach konkretem Adressatenkreis unterschiedliche Öffentlichkeiten zu unterscheiden sind. Wir bemühen uns in unserem öffentlichen Alltag generell um situationsadäquates Verhalten: Um nützliche Eindrücke zu erzeugen und schädliche zu vermeiden, setzen wir bestimmte assertive und defensive Techniken der Eindruckssteuerung ein. Dies können etwa Selbstlob oder Entschuldigungen sein, die man nebenbei im Gespräch äußert. In bestimmten Situationen tritt die Eindrucksregulation als explizite Selbstdarstellung ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dies ist etwa in Bewerbungssituationen, beim Blind Date oder beim biografischen Interview der Fall sowie in der medialen Kommunikation, die diesen Face-to-Face-Begegnungen vorausgeht oder nachfolgt (z. B. Bewerbungsunterlagen, Kontaktanzeige). Die Selbstdarstellungsforschung, die entscheidend von dem Soziologen Erving Goffman (1959) und seiner Metapher des „Theaterspielens im Alltag“ geprägt wurde, betont ausdrücklich die prosozialen Aspekte der Eindruckssteuerung und distanziert sich damit von dem negativ konnotierten Alltagsverständnis der Eindruckssteuerung als unfairer Manipulation und der Selbstdarstellung als egozentristischer Angeberei. Nach Jones (1990) sind vor allem fünf Selbstdarstellungs-Strategien zu unterscheiden: 1. ingratiation (sympathisch wirken), 2. intimidation (überlegen wirken), 3. self-promotion (kompetent wirken), 4. exemplification (moralisch vorbildlich wirken) und 5. supplication (hilfsbedürftig wirken). Für eine elaborierte Selbstdarstellung ist die persönliche Homepage gut geeignet (Chandler, 1998; Karlsson, 1998; Miller, 1995; Wynn & Katz, 1997): Man kann sich umfänglich und ungestört über sich selbst äußern, dabei auf diverse Modalitäten und Codes zurückgreifen, unterliegt in der Veröffentlichung keiner redaktionellen Kontrolle und erreicht mit vergleichsweise geringem Aufwand sowohl disperse als auch sehr kleine und spezialisierte Publika. Bisher war es wenigen ausgewählten Menschen vorbehalten, sich vor einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen; heute stehen große Bühnen der Selbstdarstellung prinzipiell allen webkompetenten Menschen offen. Dabei kann es darum gehen, bestimmten Publika einen Eindruck von der eigenen Person und personalen Identität zu vermitteln (z. B. potenziellen Arbeitgebern, Chat-Freunden, Fachkollegen), um damit Kontaktchancen und Vernetzung zu verbessern (Erickson, 1996). Es kann aber auch Aufklärungsarbeit intendiert sein für eine bestimmte kollektive Identität bzw. soziale Gruppe, zu der man gehört und deren Bild in der Öffentlichkeit man beeinflussen möchte (Hevern, 2000). Während das Eindrucksmanagement

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bei der zeitgleichen Kommunikation (Face-to-Face, Telefon, Chat) flexibel und nuanciert auf Adressatenreaktionen eingehen kann, sind Webautoren mit einem chronischen Informationsmangel konfrontiert, sowohl was die Zusammensetzung ihres Publikums als auch deren Erwartungen und Bewertungen betrifft. 2.3 Theorien der computervermittelten Kommunikation Bei der computervermittelten interpersonalen Kommunikation (CvK) tauschen räumlich getrennte Personen zeitversetzt oder zeitgleich digitale Botschaften (Texte, Bilder usw.) aus. Bislang ist die computervermittelte Kommunikation in der Praxis noch sehr textlastig, so dass sich CvK-Theorien auf die sozialen Konsequenzen einer digitalen Textkommunikation konzentrieren. Aus der Vielzahl der theoretischen Modelle, die jeweils einzelne Aspekte der computervermittelten Kommunikation in den Mittelpunkt stellen (siehe zum Überblick Döring, 1999: 209ff.), lassen sich zwei Kontroversen herauskristallisieren, die für persönliche Homepages besonders relevant sind: Zum einen die Frage nach der Vollständigkeit oder Unvollständigkeit und zum anderen die Frage nach der Authentizität oder Inauthentizität netzbasierter Selbstaussagen. Das technikdeterministische Kanalreduktions-Modell geht davon aus, dass die webbasierte Selbstdarstellung letztlich immer als defizitär wahrgenommen wird und allenfalls blasse und unvollständige Personeneindrücke vermittelt. Gemäß dem nutzerzentrierten Modell der sozialen Informationsverarbeitung (Walther, 1992) könnte eine elaborierte Website jedoch im Informationsgehalt mit einer persönlichen Begegnung mithalten. Denn das Modell der sozialen Informationsverarbeitung geht davon aus, dass Kommunikationspartner medienbedingte Informationsmängel erkennen und im Zuge ihres sozialen Austauschs aktiv durch Zusatzinformationen beheben. Die Theorie der hyperpersonalen Interaktion (Walther, 1996) sagt sogar voraus, dass bei einer positiven Einstellung auf Seiten der Rezipienten die Website als besonders evokative Informationsquelle andere Arten der Informationsgewinnung über eine Person übertreffen kann. Informationslücken werden nämlich gemäß dem Modell der hyperpersonalen Interaktion bei positiver Voreinstellung im Sinne von Wunschdenken gefüllt, so dass der Personeneindruck eine besonders positive Tönung erhält. Es werden im Einzelfall sogar Verliebtheitsgefühle als Folge der Homepage-Rezeption berichtet (vgl. Döring, 2000c). Prozesse der Eindrucksbildung beim Website-Besuch wären also mit der Eindrucksbildung bei anderen Formen der persönlichen oder mediatisierten Begegnung zu vergleichen (Sherman, End, Kraan, Cole, Martin & Klausner, 1999; Sherman, End, Kraan, Cole, Campbell, Klausner & Birchmeier, 2001). Dies gilt nicht nur für die Dimension der Informationsmenge bzw. sozialen Präsenz, sondern auch für die Authentizität. Bei der computervermittelten Kommunikation ist die Kontrolle über die Äußerungen erhöht: Wir können uns überlegter, selektiver und bei Bedarf auch anonymisierter präsentieren als in Face-to-Face-Szenarien und stehen nicht so stark unter Konfrontationsund Handlungsdruck. Dies kann einerseits zu erhöhter Selbstoffenbarung und Authentizität ermutigen (z. B. Selbst-Outing auf der eigenen Homepage), andererseits aber auch bewusste Maskerade und Täuschung begünstigen (z. B. gezielte Auslassungen oder Falschangaben). Indikatoren für den Grad der Authentizität einer Website sind subjektive Authentizitätsbewertungen der Besitzer und Besucher der Seite (Buten, 1996) sowie objektive Vergleiche mit anderen Informationsquellen über die dargestellte Person. Wo sich eine Homepage auf den Dimensionen Informationsgehalt und Authentizitätsgrad positioniert, ist dabei nicht vom Medium determiniert, sondern hängt wesentlich

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von unseren Nutzungsmotiven und Aneignungskompetenzen ab, die in den identitätsund selbstdarstellungsbezogenen Homepage-Theorien tendenziell hoch veranschlagt werden. 3. Befunde zur persönlichen Homepage Die meisten empirischen Arbeiten, die sich mit der Produktion, Klassifikation und Rezeption von persönlichen Homepages befassen, haben explorativen und deskriptiven Charakter. Hypothesenprüfende Studien auf der Basis der im vorigen Kapitel dargestellten Theorien sind bislang selten. 3.1 Produktion persönlicher Homepages Anhand der bisherigen Befundlage lassen sich sechs zentrale Fragen zur HomepageProduktion vorläufig beantworten. 3.1.1 Wer besitzt eine persönliche Homepage? Bevölkerungsumfragen zur Internetnutzung konzentrieren sich vorwiegend auf die Rezeption fremder Webangebote und vernachlässigen die Produktion eigener WWW-Seiten. So fehlen Fragen zu eigenen Web-Publikationen im GfK-Online-Monitor ebenso wie in den ARD/ZDF-Online-Studien. Die wenigen Daten, die über die Verbreitung des Homepage-Besitzes vorliegen, deuten darauf hin, dass bis heute nur eine Minderheit von maximal 10 Prozent der Vernetzten eine eigene Homepage betreibt: • Im SensoNet-Fragenspiegel (Giger, 1998) gaben von n=240 Befragungspersonen im deutschen Online-Panel 9 Prozent an, eine persönliche Homepage zu besitzen. • Doll, Petersen und Rudolf (2000) befragten Schüler/innen und Studierende aus Dresden und Halle schriftlich zu ihrer Internetnutzung. Dabei stellte sich heraus, dass in einer Stichprobe von n=440 Gymnasiasten (16–17 Jahre) 9 Prozent eine eigene Homepage eingerichtet hatten und in einer Stichprobe von n=244 Studierenden verschiedener Fachbereiche 11 Prozent (E-Mail-Mitteilung von Jörg Doll vom 4. Juli 2000). • Thomas Berker (1999) ermittelte für die Universität Frankfurt am Main anhand einer Log-File-Analyse des Web-Servers, dass von den n=11.706 eingeschriebenen Nutzer/innen des Rechenzentrums nur n=409 (3,5%) eine Homepage angelegt hatten (Stichtag 1.3.1998). • Anhand von Linklisten kontrastierte Döring (2001c) die Zahl der registrierten Homepages an verschiedenen bundesdeutschen Hochschulen mit der Zahl der Studierenden, wobei sich im Mittel eine Homepage-Prävalenz von 2,1 Prozent ergab. Unter den Homepage-Betreibern scheinen sich besonders viele Studierende zu befinden: Buten (1996) zog eine Zufallsauswahl von n=422 persönlichen Homepages im USBundesstaat Pennsylvania und kontaktierte deren Besitzer/innen per E-Mail. Von den n=121 Respondenten waren 73 Prozent Studierende. Auffällig ist zudem, dass Homepage-Besitz unter männlichen Netzaktiven verbreiteter ist als unter weiblichen: Im Sample von Buten (1996) befanden sich 14 Prozent Frauen. Zwei Jahre später stellten Miller und Mather (1998) bei einer Analyse sämtlicher im Yahoo!-Directory aufgelisteten Homepages fest, dass 75 Prozent von Männern stammten und 15 Prozent von Frauen (auf 10% der Homepages war keine eindeutige Geschlechtsreferenz zu finden). Obwohl der Anteil der Frauen unter den Studierenden bei rund 50 Prozent liegt, zeichnen sie nur

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B. 1999.0%) Homepages Frauen (% an HPs) 69 65 1 176 87 41 24 33 51 (13%) (10%) (03%) (19%) (20%) (06%) (08%) (13%) (12%) HU Berlin TU Berlin HS Bremen Universität Bremen Universität Gießen Universität Hannover Universität des Saarlandes TU Dresden Universität Jena Gesamt 34. Trotz des populären Narzissmus.6%) (1.) 3.0%) (3. (Die anderen FPI-Skalen waren nicht Teil der Erhebung. 2000). 1998). Angesichts der Heterogenität der Stichproben und Erhebungsinstrumente lassen sich die Befunde nicht aggregieren.000 25. 1998. Exhibitionismus-Verdachtes unterschieden sich die n=96 zufällig ausgewählten Homepage-Besitzer der Universität Hannover (96% Männer.. 68 Prozent der Respondenten von Buten (1996) arbeiteten mindestens einmal im Monat an ihrer Website.. Tab. Medienwissenschaft) erhöht die Wahrscheinlichkeit. 1). 1998).0%) (2.692 2. Darüber hinaus sind eigene Netzkompetenz (Berker. B. 2001c: 223. Homepage-Engagement im sozialen Netzwerk sowie die Beteiligung an Chat-Communities wichtige Prädiktoren eigenen Homepage-Baus (Karlsson.1% 13% Die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsfeldern (z. Durchschnittsalter: 26 Jahre) auf den Dimensionen „Offenheit“.5%) (2. GVU. 1997). ihre Homepage nach der Ersterstellung bereits mindestens einmal verändert zu haben und auch weitere Veränderungen zu planen. Jahrgang 3/2001 für 13 Prozent der auf Hochschulservern zu findenden Homepages verantwortlich (siehe Tab.bzw. Stand: Mai 2000) Hochschule Studierende Homepages Studierende (% an Studierenden) 521 651 29 919 429 639 281 257 409 (1.1.2 Wie intensiv werden persönliche Homepages gepflegt? 96 Prozent der n=110 von Killoran (1998) befragten Homepage-Besitzer (Angaben zur Stichprobenkonstruktion fehlen) gaben an.0%) (0.958 20.075 26. 4% Frauen. Von den n=96 zufällig ausgewählten studentischen Homepage-Besitzern an der Universität Hannover arbeitete laut Selbstauskunft die Mehrheit (56%) selten oder nie an der Homepage. sich eine Homepage einzurichten. dass 26 Prozent der Homepages an der Universität Frankfurt am Main laut Serverstatistik über ein ganzes Jahr hinweg völlig unverändert blieben. „Leistungsorientierung“ und „Lebenszufriedenheit“ des Freiburger Persönlichkeits-Inventars FPI nicht signifikant von der statistischen Norm (Albat et al.495 27.815 17.4%) (5. „Gehemmtheit“.1%) (2. 1: Homepage-Besitz bei Studierenden ausgewählter bundesdeutscher Hochschulen (Döring. Eine beträchtliche Bandbreite im tatsächlichen Homepage-Engagement 336 .111 14. „soziale Orientierung“.500 17.M&K 49. Webdesign) oder Studienfächern (z. während nur eine kleine Minderheit von 7 Prozent oft oder sehr oft Updates machte (Albat et al. Bundespolitik. Diesen Hinweisen auf intensive Homepage-Pflege steht der Befund von Berker (1999) gegenüber.0%) (1. was eher von Vernachlässigung zeugt.700 6.

Miller. 1999).3 Wie werden Form und Inhalt persönlicher Homepage erzeugt? Sowohl beim Design als auch beim Content wird auf bestehende Homepages als Vorlagen und Materialressourcen zurückgegriffen: 95 Prozent der n=121 Befragungspersonen von Buten (1996) gaben an. 2000). tabellarischer und/oder narrativer Lebenslauf. Abgesehen von solchen juristischen Implikationen ist ein Collage-artiger Produktionsprozess aus Sicht postmoderner Identitäts-Theorien durchaus als bedeutungsvolle Selbstkonstruktion zu lesen (siehe Kap. dass Homepage-Betreiber (zumindest auf Nachfrage) ein sehr heterogenes Publikum unterstellen.und Kinder-Fotos. 2. 3.3). 2001c.3. 1995. Kap. 1998. Arbeitskollegen und Menschen mit ähnlichen Interessen bis zu unbekannten Zufallsgästen („browsers“) erstreckt. 1998. Kap. 2. allerdings lässt sich anekdotisch auf manchen Homepages anhand einer „Update-History“ oder „What’s New“-Rubrik nachvollziehen. 1997. 1998. einander sogar teilweise direkt kopieren (Saint-Georges. mein Auto. 1999). Diese Textbeiträge lehnen sich an tradierte bürokratische. mein Haustier. Aus textwissenschaftlicher Perspektive vollziehen die heutigen Homepage-Autorinnen und -Autoren gerade den Prozess der Konventionalisierung eines neuen Genres (vgl.3): Sozialstatistische Angaben. In/Out-Listen. Online-Tagebücher. sind zu finden (Bates & Lu. Miller. zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen Wartungshäufigkeit und Umfang der Website (Berker. Das „Patchwork“-Publikum. Zeugniskopien und Arbeitsproben. Sprüche. 2000). Selbst-Interviews. welche Veränderungen wann vorgenommen wurden. mein Saxophon – derartiges Inventar wird durch detaillierte Beschreibungen und kommentierte Foto-Dokumentationen vorgeführt (Bates & Lu. Karlsson. biografische. Hochzeits. To-do-Listen. Witze) auch Eigenproduktionen angeboten.1). Gedichte. Zudem werden im Bereich der Texte neben Fundstücken aus alten und neuen Medien (z. mein Computer. Erzählungen. Eine Inhaltsanalyse von n=400 zufällig ausgewählten persönlichen Homepages von Studierenden an vier US-amerikanischen Hochschulen ergab. Dillon & Gushrowski. 3. Befragungen zur Art der Updates fehlen. das auf eine Homepage zugreift. 2001c: 228) spiegelt sich diese Vielfalt wieder.1. In direkten Publikumsansprachen auf der Homepage (Döring. Zeichnungen usw. ist aus Selbstdarstel- 337 . Walker. wobei tendenziell Mitglieder des eigenen sozialen Netzwerkes oder einer bestimmten Bezugs-Gruppe wichtigere Adressaten sind als die abstrakte Netzöffentlichkeit (vgl. Während die Update-Frequenz nicht mit der Bestehensdauer der Homepage korrelierte (Buten.. 3. die aufgrund von Sprachbarrieren ohnehin nur bedingt adressierbar ist.2). beim Bau ihrer persönlichen Homepage Elemente aus anderen Homepages zu übernehmen. meine elektrische Eisenbahn. B. Außerdem wird nicht selten die im Wort „Homepage“ steckende Metapher des elektronischen Zuhause aufgegriffen: Mein Fahrrad. indem sie sich inhaltlich und formal aneinander orientieren. 1998. Chandler.Döring · Persönliche Homepages bleibt festzuhalten. Urlaubsberichte. Miller & Mather. Kap. Familie) über Netzbekanntschaften. journalistische und künstlerische Textsorten an und weisen damit insgesamt einen hohen Grad an Identifizierbarkeit und Authentizität auf (vgl. das sich vom engsten persönlichen Umfeld (Freunde. 1998).1. Zitate. 1998). 1. 1997: 334ff. Döring.4 An welche Publika richten sich persönliche Homepages? Die Befragungsstudie von Buten (1996) ergab anhand von sechs (nicht ganz trennscharfen) Kategorien. dass 43 Prozent der Sites durch Verwendung von geschütztem Bildmaterial Copyright-Verletzungen begingen (Herbeck & Hunter.

um das autodidaktische Motiv. „linkage“ function).und intergruppalen Kommunikation.5 Aus welchen Gründen werden persönliche Homepages erstellt? Hevern (2000) betont auf der Basis von n=20 Interviews mit schwulen und behinderten Homepage-Besitzern. 1997). 2000. humanen Vision vom WWW. Ausdrücklich „nur für Lesben“ waren 17 Prozent der Homepages vorgesehen. 8 Prozent nur für Frauen. 1999. „knowledge net“) und Karlsson (1998. bin ich heute wieder unkreativ!! Aber der Prof. Auch politische Ziele und öffentliche Aufklärung. „socio-textual networks“) hervorgehoben und entspricht letztlich jener nicht-kommerziellen. dass die Homepage-Autorinnen jeweils ganz spezifische Zielgruppen im Blick hatten: In über der Hälfte der Fälle (57%) waren alle Interessierten unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung eingeladen. Haase (1999) analysierte n=48 Homepages lesbischer Frauen. wie eine Autorin es mit aufklärerischem und publizistischem Impetus formulierte. Der Hauptgrund für das Betreiben einer persönlichen Homepage ist aber nicht nur die Förderung der intra.und Transsexuelle angesprochen. Schließlich sind extrinsische Motive. 2001c: 229) eindrücklich illustriert: „Naja. hierzu Hevern.) propagiert. In 2 Prozent der Fälle wurden ausdrücklich Lesben. egal ob homo. Jahrgang 3/2001 lungs-Perpektive besonders schwer zu handhaben und weicht von Face-to-Face-Kontexten ab. die etwa auf schlichte Aufgabenerfüllung hinauslaufen. würde ich nie auf die Idee kommen eine Homepage zu machen …ich habe auch gar keine Lust dazu … schon deshalb nicht. Die interpersonale Ausrichtung von Homepages wird auch von Dominick (1999: 655. Nur bei 8 Prozent der Seiten wurde keine Zielgruppe spezifiziert. Ebenso kennzeichnet Killoran (1999) persönliche Homepages anhand einer Inhaltsanalyse gleichermaßen als personale Projekte (Motiv Selbstkonstruktion.oder heterosexuell und 8 Prozent nur für Schwule und Lesben. ebenfalls in Rechnung zu stellen (Befring. Erickson (1996. Freiheit von Fremddefinition) und soziale Projekte (Motiv Zugehörigkeit. „social hypertext“). wie sie beispielsweise in ganz unterschiedlichem Zusammenhang von dem eingangs erwähnten Jeremy Bamber sowie von Petra Raissakis anstrebt werden. die der Web-Erfinder Tim Berners-Lee (2000: 226ff. 3. wobei sich anhand der Publikumsansprachen zeigte. dass sich im Homepage-Bau die Motivation zu positiver SelbstKonstruktion (Self S-Motive) ebenso artikuliert wie die Motivation zur Kontaktaufnahme mit anderen (Other O-Motive). Bi. So berichteten etwa die von Chandler und Roberts-Young (1998) interviewten n=25 walisischen Jugendlichen.2). in denen wir es mit kleineren und segregierteren Publika zu tun haben (siehe Kap. wenn Mitschüler oder Lehrer ihre Homepages entdeckten. was ich schreiben soll!!! Gott. 2000. Groth (1998. die sie eigentlich für Chat-Freunde entworfen hatten. Hefele hat ja gesagt. Freiheit zur Kontaktaufnahme). Kennedy. mit der Webpräsenz Gewinne zu erzielen. 2000).1. wie der folgende Meta-Kommentar auf einer Homepage (zitiert nach Döring. wenn ich nicht müsste. durch die Link-Sammlung auf der Homepage schneller auf bestimmte Webseiten zugreifen zu können (Buten. Schwule. muss ein Landschaftsarchitekt kreativ sein können …aber das hilft mir im Moment auch nicht weiter! Nun gut. weil ich nicht weiß. ich gebe es ja zu.und interpersonalen sowie intra. sind nicht zu vergessen (vgl. um einen ersten Eindruck 338 . auch wenn man einen schlechten Tag hat.M&K 49. Nicht selten geht es auch um das ökonomische Motiv. die eigene Web-Kompetenz zu verbessern oder um das organisatorische Motiv. 1996). „am Leben einer Lesbe teilzuhaben“. 2. „social association“. dass sie sich teilweise schämten.

Dasselbe Resümee zogen auch die von Podlas (2000) persönlich interviewten n=15 in der Sexindustrie tätigen Frauen.) zeigt sich auf persönlichen Homepages eine große Bereitschaft.6 Zeigen sich Geschlechtseffekte bei der Homepage-Produktion? Entgegen der im Zusammenhang mit „virtueller Identität“ verbreiteten These von der Maskierung und vom Geschlechterwechsel (vgl. 2000). könnt ihr ja mal mein wunderhübsches Bildchen betrachten. Vergleicht man nun die Homepages von Frauen und Männern. 2000a). Ob und inwieweit der Online-Boom (semi-)kommerzieller Sex-Sites insgesamt geschlechtsspezifische Viktimisierung verstärkt oder reduziert. als Dozentinnen bzw. authentische und nachprüfbare Informationen über die eigene Person zu liefern. nämlich die Kollision von Weiblichkeit mit Kompetenz. Döring. ist auch beim Homepage-Bau virulent: So berichteten die n=27 von Miller und Arnold (2001) interviewten. 339 . Macht und Autonomie. 2001c: 229). Die Feinanalysen von Karlsson (1998) und Stern (1999) verdeutlichen anhand der Homepages von n=2 schwedischen und n=10 nordamerikanischen Schülerinnen. Dominick (1999). Insgesamt beschrieben sie jedoch genau wie die n=17 von Kennedy (2000) per E-Mail befragten feministisch identifizierten Homepage-Autorinnen die Publikationsmöglichkeiten im Web als einen positiven Beitrag zur Emanzipation. Miller und Arnold (2000) sowie Miller und Mather (1998) darauf hin.1. Das typische Selbstdarstellungs-Dilemma von hochqualifizierten Frauen. oder Euch an meinem .Döring · Persönliche Homepages von mir zu bekommen. etwa wenn Männer ihren Status betonen. 2000b: 200ff.tabellarischen‘ Lebenslauf erfreuen!! Außerdem habe ich noch ein paar Links und E-Mail-Adressen für Euch!“ 3. ihr als strukturell bedroht wahrgenommener professioneller Status könnte durch private Selbstdarstellung auf der Homepage unterminiert werden. dass sich bekannte geschlechtsspezifische Kommunikationsstile im Netz reproduzieren. dazu auch Stern. deren Arbeitsbedingungen sich dank eigener Homepage nicht zuletzt durch die stärkere Unabhängigkeit von Männern deutlich verbessert hatten. Lauper-DelPonte. Kibby (1997) argumentiert. während Frauen mehr Publikumsansprachen und autobiografische Narrationen einbauen sowie eher auf florale Muster zurückgreifen. Schlapbach und Witschi (1998) zeigte mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede zwischen Homepages von Männern und Frauen. nüchterne oder technikbezogene Designs wählen und die neueste Netztechnologie einsetzen. Dabei wird kein anderer Selbst-Aspekt so häufig und so deutlich (Namensangabe. unverfälschte Selbstdarstellungen. Hier sollten jedoch auf der Basis explorativer Studien nicht vorschnell affirmative Aussagen getroffen werden. Foto) präsentiert wie das Geschlecht (Döring. sondern auch ein selbstbestimmter Beitrag zur Identitätskonstruktion sein kann (vgl. Die überwältigende Mehrheit der von Buten (1996) befragten Homepage-Besitzer bewertete sowohl die eigenen Homepages (91%) als auch die Homepages anderer Menschen (78%) als zuverlässige. Döring. so deuten die Inhaltsanalysen von Befring (1997). wie sich subversive Gender-Konstruktionen qualitativ erschließen lassen. dass die Präsenz von Körperlichkeit auf der persönlichen Website Frauen nicht automatisch nur im Sinne ungewollter Sexualisierung viktimisiert. wird jedoch kontrovers diskutiert (vgl. Die quantitative Inhaltsanalyse von Dubi. Professorinnen an englischen und nordamerikanischen Universitäten tätigen HomepageBesitzerinnen von der Sorge.

1997). Bei den realisierten Homepages wiederum ist gemäß inhaltlichem Fokus zu unterscheiden. Obwohl die Heterogenität von persönlichen Homepages unbestritten ist. für einzelne Homepage-Typen differenzielle Aussagen zu treffen. um dann ggf. von Erickson. Sowohl für die kulturelle Bewertung des Homepage-Phänomens als auch für die empirische Wirkungsforschung ist es entscheidend.a. die schwerpunktmäßig der expressiven Selbstdarstellung gewidmet ist. 2001c: 225) 340 . als „typische Homepage“ postuliert (z. Einer inhaltlichen Betrachtung vorgeordnet sind grundlegende Differenzierungen gemäß Existenzform (Hompepage nicht abrufbar: „nominelle Homepage“ versus Homepage abrufbar: „faktische Homepage“) und Konstruktionsstatus (Vorankündigung einer Homepage: „projektierte Homepage“ versus Homepage mit substanziellen Inhalten: „realisierte Homepage“). Wallace. dass nur 42 Prozent der in Hochschulverzeichnissen aufgelisteten perAbb 1: Häufigkeitsverteilung von sechs Grundtypen persönlicher Homepages (HP) (Döring. Wynn & Katz.2 Klassifikation persönlicher Homepages Wechselt man von einer an den Homepage-Autorinnen und -Autoren orientierten Prozess-Perspektive zur Produkt-Perspektive so stellt sich die Frage. 1999. B. 33. ob das Webangebot u. Jahrgang 3/2001 3. Eine erschöpfende Taxonomie wurde bislang nicht entwickelt.M&K 49. wird doch immer wieder die gut gepflegte Website. Bei einer Inhaltsanalyse von n=279 zufällig ausgewählten studentischen Homepages fand Döring (2001c) jedoch. S. selbstbezogene Informationen enthält und somit explizit identitätskonstruierende und selbstdarstellerische Funktionen hat („expressive Homepage“) oder ob die Homepage auf eine Vorstellung der Person verzichtet und allein bestimmten Themen oder Services gewidmet ist („instrumentelle Homepage“). 1996. so dass hier nur Klassifikations-Ansätze berichtet werden können. das gesamte Spektrum der verschiedenen Homepage-Varianten zu kennen. anhand welcher Attribute persönliche Homepages sinnvoll zu beschreiben und zu klassifizieren sind.

2. dass nur wenige Webseiten mehrfach aufgesucht wurden. die Beteiligung an Webrings. persönliche Homepages aufzusuchen.3 Rezeption persönlicher Homepages Rezeptionsprozesse sind wesentlich seltener untersucht worden als Produktionsprozesse und konzentrieren sich im Wesentlichen auf vier Fragen.3. Zudem ist die Art der Publikumsorientierung – z. Sachund Fachinformationen. 2000: 106ff. 1999). 1998. vgl. Online-Tagebücher usw. 5. eigene Person als Organisationsmitglied. 3. 2000) oder Kollegen zu finden. die im selben Bereich arbeiten (vgl. eigene Familie. wie ihn instrumentelle persönliche Homepages in Reinform liefern (siehe Kap. Churchill & Sullivan.1998) des Proxyservers der Universität Frankfurt am Main aus und stellte fest. Cook. Von den 23 Untersuchungsteilnehmern besaßen 18 eine eigene Homepage. eigene Kompetenzen) oder von Walker (2000) gemäß Darstellungsstil (1. Persönliche Homepages auf kommerziellen Providerservern belegten jedoch mit 13 Prozent bereits den zweiten Platz bei allen Seitenabrufen der Frankfurter Hochschulangehörigen. 1998. Interessiert man sich dagegen für Fragen der Webkompetenz und Professionalisierung individueller Web-Autorinnen und -Autoren. während die meisten Abrufe nur einmal (60%) oder zweimal (19%) erfolgten. Navigation.1 Wie intensiv werden persönliche Homepages rezipiert? Berker (1999) wertete die Protokolldateien (20. Software-Sammlungen.2.). sollten auch instrumentelle Homepages in den Blick genommen werden. Komplexität. Originalität. Kap. eigene Person. Persönliche Homepages werden besonders dann zu beliebten Surfzielen. 4. Adressierung von persönlichen Bekannten versus Unbekannten – ein Faktor (Walker. wie sie etwa von Miller (1995) gemäß der dargestellten sozialen Rollen und Merkmale (1. In solchen Fällen steht dann auf Rezipientenseite nicht die Bildung eines Personeneindrucks vom Homepage-Betreiber im Zentrum. Als Klassifikationskriterien wären dann etwa die Reichweite im Sinne von Seitenabruf-Statistiken.). eigene Interessen.3). Archive mit erotischen Geschichten. die Positionierung in Suchmaschinen oder die Erwähnung in Massenmedien einschlägig.2). – 4. wenn sie bestimmte Services bieten (z. Interessiert man sich im Zusammenhang mit persönlichen Homepages für Effekte der Selbstdarstellung und Eindrucksbildung. sei es um Chat-Bekanntschaften besser kennen zu lernen (Karlsson. Auffälligkeit. Soll die Bedeutung von persönlichen Homepages für die öffentliche Kommunikation untersucht werden (vgl. categorical. 1999: 164). so sind Binnendifferenzierungen der Kategorie „expressive Homepage“ sinnvoll. wie sie auch zur Beschreibung nicht-persönlicher Homepages herangezogen werden (z. dass die meisten Seitenabrufe auf die Gruppe der sexualbezogenen Websites entfielen (24%). Wirth & Brecht. relational. Bly.1. Tauscher und Greenberg (1997) verfolgten sechs Wochen lang das Surf-Verhalten von n=23 erfahrenen Web-Usern und stellten fest. 2. wobei diese typischerweise zu den am häufigsten abgerufenen Webseiten der jeweiligen 341 . 3.Döring · Persönliche Homepages sönlichen Homepages dem Bild der typischen expressiven Selbstdarstellungsseite entsprachen (siehe Abb. 3. B. B. sondern vielmehr ein konkreter inhaltlicher Nutzen. Aber auch zum Zweck der sozialen Vernetzung und Kooperation besteht im privaten wie im beruflichen Bereich Anlass. die technische und strukturelle Kriterien berücksichtigen. Bickmore. so wären Klassifikationen einschlägig. Textumfang. 3. 1). der Verlinkungsgrad. B. Groth. 1. narrative) vorgenommen werden. Linkangebot. 3.

Fotografien.5).2): Bemerken Homepage-Autoren etwa. wie häufig und von welchen Rechneradressen aus einzelne Dokumente der eigenen Homepage von Besuchern heruntergeladen werden. untypischen) Elemente in eine Rangreihe bringen. lässt sich mit WebstatistikProgrammen registrieren. organisatorische) Aufgaben erfüllen (vgl. Die Popularität der eigenen Seite mag zu weiterem Homepage-Engagement anspornen. Kurzbiografie. Diese objektive Rangreihe konnte durch die subjektiven Urteile der Rezipienten repliziert werden. Wann. die nur selten auf existierenden Homepages zu finden sind und deren Vorhandensein von den Homepage-Rezipienten (bislang) auch nicht erwartet wird (z. Grundinformationen über das Publikum können zudem selbstdarstellerisch ausgewertet werden (vgl. 3. Jahrgang 3/2001 Person gehörte. Sound-Files). Kap. Anschließend legten sie die Liste der Elemente (ohne die Häufigkeitsangaben) einer Stichprobe von n=57 Studierenden vor. Nur bei 2 der 18 Homepage-Besitzer rangierte der Abruf der eigenen Seite nicht auf der Top 15-Liste. Von diesen Genre-definierenden Merkmalen sind Homepage-Elemente zu unterscheiden.3. welche Elemente der Liste auf einer guten persönlichen Homepage nicht fehlen dürfen. dass die Erwartungen der befragten Studierenden an gute persönliche Homepages mit der Häufigkeitsverteilung auf den vorfindbaren Homepages sehr gut übereinstimmten. Diese Homepages ließen sich nach der Anzahl der auf ihnen realisierten Genre-typischen (bzw.) und ihrer Auftretenshäufigkeiten. Bei 9 Homepage-Besitzern war die eigene Homepage sogar die am häufigsten abgerufene Seite überhaupt. mögen sie einen Ausbau des englischsprachigen Content in Erwägung ziehen. B. Die fünf wichtigsten Elemente sind in Tabelle 2 dargestellt.1.2 Welche Erwartungen werden an das Genre „Persönliche Homepage“ gestellt? Dillon und Gushrowski (2000) analysierten mehr als 100 persönliche Homepages hinsichtlich einzelner Elemente (z. Seitentitel. 2: Genre-typische Merkmale bei persönlichen Homepages (Dillon & Gushrowski. weil sie über ihre externen Links als Sprungbrett für Webrecherchen genutzt wurde. Tab. Udate-Datum. dass die eigenen Seitenabrufe nicht herausgefiltert werden und damit den Eindruck von der Popularität der eigenen Homepage deutlich verzerren. Gästebuch usw. B. Inhaltsverzeichnis. B. 2000: 203) realisierte HP-Elemente % von n=100 Homepages E-Mail-Adresse Externe Links Willkommensgruß 1-4 Grafiken Biografische Angaben 82 68 67 60 56 erwartete HP-Elemente % von n=57 Befragten 86 72 51 52 49 342 . In einem Experiment konnten Dillon und Gushrowski (2000) die Validität der Genre-typischen Merkmale überprüfen: Sie legten Versuchspersonen acht Homepages als Stimulusmaterial vor. wie gut ihnen die Homepages gefielen. Ein Manko vieler kostenloser Webstatistiken besteht darin. Dieser Befund bestätigt die bereits bei den Motiven zum Homepage-Bau getroffene Aussage. Es stellte sich heraus. die einschätzen sollten. 3.M&K 49. Kap. 2. dass Homepages neben der Selbstdarstellungs-Funktion auch noch ganz andere (z. die angeben sollten. E-Mail-Adresse. dass die eigene Homepage häufig von internationalen Rechneradressen abgerufen wird.

wird die Publikation von arbeits. den sie bei anderen hinterlassen.4 Unterscheiden sich webbasierte Personeneindrücke von den Erwartungen der Homepage-Besitzer? Unabhängig davon. Sherman et al. Zu Vergleichszwecken schätzten dieselben Versuchspersonen dann noch eine Person. (1999) ließen n = 30 Versuchspersonen jeweils Teilmengen von 86 authentischen Homepages auf vier Dimensionen einschätzen: 1. sondern zunächst provisorisch. 3. 2000). B. 2000. noch per se positiv. Sherman et al.3. Es stellte sich heraus. 1998. wie sympathisch und wie ähnlich sie von Homepage-Besuchern tatsächlich wahrgenommen werden (Sherman et al. dass überwiegend mit interessierten Homepage-Besuchern zu rechnen ist. Homepage-Anbieter und Homepage-Besucher treten teilweise auch in Diskurse über die Seitengestaltung ein. 1999. Hevern.3. 3. 2..und projektbezogenen Informationen zur Norm (vgl. schließlich ist das WWW ein Pull-Medium. die man sonst nicht betrachtet hätte. 2001). Und dies ist auch nicht vollkommen illusorisch. und eine Person. wenn im Experiment Homepages vorgelegt werden. wahrgenommene Ähnlichkeit und 4. Tatsächlich kann das Ergebnis am besten mit dem Modell der sozialen Informationsverarbeitung interpretiert werden (siehe Kap. nach einem Portraitfoto) anmelden. Vollständigkeit des Eindrucks. Wynn & Katz. In der Homepage-Bedingung ist diese Diskrepanz offensichtlich besonders groß: Die meisten Homepage-Besitzer scheinen es selbstdarstellerisch darauf anzulegen. 1999: 653) und überschätzen dabei. 60%) oder kompetent (ca. dass ein selbstwertschützender Positivitäts-Bias stärker zu Buche schlägt. 1997): Wenn Homepage-Besitzer Privates über sich offenbaren. ob Personen sich Face-to-Face oder auf einer Homepage präsentieren – in beiden Konstellationen überschätzen sie den Eindruck. die sie persönlich gut kannten. 343 . Diese Form der Selbstselektion des Publikums entfällt. 2. die sie nur flüchtig kannten. so dass Informationslücken durch weitere soziale Kommunikation schrittweise geschlossen werden könnten. Groth. 3. die sich eben auch in Gästebüchern und per E-Mail anerkennend und unterstützend äußern und somit intendierte Identitätskonstruktionen bekräftigen (vgl. Zudem könnte die homepagetypische einseitige Selbstoffenbarung eine Rolle spielen (vgl. 1999).. sympathisch (ca. imaginieren sie aufmerksame und wohlgesonnene Adressaten.Döring · Persönliche Homepages Wo persönliche Homepages im Berufsleben eine Rolle spielen. 30%) zu wirken (Dominick. jedoch hinter den positiven Eindrücken über vertraute Personen zurückblieben. Sympathie. (1999) interpretieren diesen Befund als Falsifikation sowohl des Kanalreduktions-Modells als auch des Modells der hyperpersonalen Interaktion. Kennedy. Der Mangel an unmittelbarem (und möglicherweise negativem) Feedback mag im Homepage-Szenario dazu führen. dass sich die Personeneindrücke auf der Basis des Homepage-Besuches im Durchschnitt nicht signifikant von den auf der Basis flüchtiger Faceto-Face-Kontakte gebildeten Eindrücken unterschieden.3 Unterscheiden sich webbasierte Personeneindrücke von Face-to-Face-Eindrücken? Sherman et al. etwa indem Homepage-Besitzer in ihrem Willkommensgruß das Publikum gleich um Gestaltungsvorschläge bitten oder Homepage-Besucher per EMail oder per Gästebuch Mängel monieren und Wünsche (z.3): Der computervermittelte Personeneindruck ist weder per se negativ. Gesamteindruck von der Person des Homepage-Besitzers. Dies hat zur Folge. auf denselben vier Skalen ein (einfaktorielles Messwiederholungsdesign).

ist aber für Dritte oftmals gelinde gesagt eine Zumutung ohne jeglichen Informationswert“ (Schierl. Schätzungsweise 10 Prozent der Onlinerinnen und Onliner beteiligen sich bislang an diesem Unterfangen. Privatheit und Öffentlichkeit) in die Homepage-Forschung ist wünschenswert. obwohl auf persönlichen Homepages häufig urheberrechtlich geschütztes Material verwendet und Privates über Dritte mitgeteilt wird. Wie verbreitet und nachhaltig identitätssichernde und selbsttherapeutische Effekte des Homepage-Baus sind.3 thesenartig entwickelt wurden. Entschuldigungen vorgebracht und Publikumsrückmeldungen erbeten (Berker. ist eine Sache. Glaubwürdigkeit. Döring. endlich auch jene Inhalte von persönlichen Homepages genauer unter die Lupe zu nehmen. dient wohl mehr dem eigenen Ego. Nicht zu vergessen ist.und Abbau von persönlichen Homepages führt. als man bislang meinte. 2001c). Eine systematische Untersuchung der vielfältigen Bezüge zwischen persönlichen Homepages und öffentlichen Kommunikationsprozessen. B. eine andere. Schließlich sind juristische und ethische Belange ein unterbeleuchtetes Feld. Während Netzbefürworter die persönliche Homepage gern mit heilsamer Identitätsarbeit in Verbindung bringen (z. Gut übertragbar sind die Vorarbeiten der experimentellen Selbstdarstellungsforschung auf den Einsatz von persönlichen Homepages im Rahmen von Public Relations-Maßnahmen: Dass die persönliche Homepage von Wolfgang Thierse bei ihm selbst als Auftraggeber gut ankommt. monieren kritische Stimmen einen Zuwachs an belanglosem und geschmacklosem Datenmüll: „Was so teilweise ins Netz gespeist wird. 1999. Jahrgang 3/2001 4. wobei Selbstironie ein verbreitetes Stilmittel ist. Doch vielleicht sind Homepage-Betreiber in Wirklichkeit schlechtere Psychotherapeuten und bessere Publizisten. 1. Auch publizistische Mängel – sowohl hinsichtlich Content als auch dessen Gestaltung – sind für engagierte Homepage-Anbieter/innen durchaus ein Thema: Versprechen zur Qualitätssteigerung werden abgegeben. etwa in Form der legendären Party-Schnappschüsse. dass ein breites Spektrum an mehr oder minder profanen.selbstironie. Andererseits gibt es jedoch die engagierten Homepage-Autorinnen und -Autoren. wie sie in Kap. wobei die Beteiligung häufig ohne großes Commitment erfolgt. Auch eine stärkere Integration einschlägiger kommunikationswissenschaftlicher Konzepte (wie z. Ausblick Wer eine persönliche Homepage anbietet. denen bewusst ist. 1995: 259). 1997: 72). welchen Eindruck sie bei unterschiedlichen Gruppen von Bürgerinnen und Bürgern hinterlässt. dass sie sich mit dem Betreiben einer persönlichen Website psychologisch und publizistisch auf Neuland begeben. wie die Fülle der nominellen und projektierten sowie der seit Monaten und Jahren unveränderten Homepages zeigt. im kommerzialisierten WWW die Methoden des Selbst-Marketing zu parodieren. der seine persönliche Homepage gleich unter der Domain www. andererseits aber auch eine kritische Reflexion über Sinn und Legitimität ihrer netzweiten Veröffentlichungen erkennen.M&K 49. die nicht der direkten Selbstdarstellung dienen und die Bestandteil gruppenöffentlicher Diskurse sind. steht aus. ist jedenfalls noch offen. Turkle. entdeckt Killoran (2000) subversives Potenzial darin. 344 . Sie lassen in Befragungen sowie in MetaKommentaren auf ihren Homepages einerseits Enthusiasmus. Mit der sozialen Riskanz dieser kulturell unvertrauten Form von Selbstexpression setzen sie sich auseinander. wie es etwa Alex tut. Es scheint lohnenswert. internen und externen Motiven zum Auf. B. Selektion. vollzieht im WWW als Individuum den Rollenwechsel vom Rezipienten zum Produzenten eines öffentlichen Medienangebots.de anbietet. Während Rubio (1996) diesen Stil aus marxistischer Sicht als postmoderne Eitelkeit ablehnt.

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Neben diesen instrumentellen Einsatzformen existieren aber auch Versuche. Multi-User-Dungeons (MUDs. Avatare – die Bewohner der digitalen Welt Wer heute im Internet surft. 1995). 2000. Entsprechend definiert Döring (1999. Virtual-Reality-Umgebungen aufsucht oder Computerspiele spielt.und kommunikationswissenschaftliche Forschung diskutiert. Dabei wird auf das Konzept der parasozialen Beziehungen von Horton & Wohl zurückgegriffen. Jahrgang 3/2001 Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer Mit der Verbreitung interaktiver Medienangebote sind auch virtuelle Charaktere. entstanden. Avatare als „Stars“ oder „Marken“ aufzubauen. virtuelle Repräsentanten der materiegebundenen Wesen. die sie ins Leben gerufen haben“. Ursprünglich stammt der Begriff „Avatar“ aus dem Sanskrit und bezeichnet eine Gottheit. Online-Spielen (Schmidt. Oftmals dienen „intelligente“ Avatare als Helfer. 1. 1997. die vollkommen von der Steuerung durch wirkliche Menschen abhängig ist. etwa indem sie den Besuchern einer Webseite bei der Navigation assistieren oder den Kunden einer Internet-Bank als „Berater“ zur Seite stehen. o. die in verschiedenen Medien erscheinen. 12). 1998) und Virtual-Reality-Umgebungen (Ueberhorst. insbesondere von Computerspielen und dem World Wide Web. Die Rede ist von „Avataren“. S. die sich als „Assistenten“.). Ihre Evolution vollzog sich weg von der „elektronischen Marionette“ (Fritz. Damit einher geht die Entwicklung und Veränderung der äußeren Erscheinung von Avataren. stattfinden. welche die Art und das Ausmaß der parasozialen Bindungen zwischen Mediennutzer/innen und verschiedenen Avataren beleuchten. der dank „künstlicher Intelligenz“ selbstständig mit Mediennutzern „interagieren“ kann. „Freunde“ oder „Stellvertreter“ anbieten. Der Beitrag stellt das Phänomen „Avatare“ vor und diskutiert die Frage. 98) Avatare als „Stellvertreter. in dem Begegnungen in virtuellen Räumen mit Hilfe von Avataren. Mit aufwendiger Technik wird das Aussehen der künstlichen Charaktere mittlerweile so „realistisch“ und attraktiv wie möglich gestaltet (vgl. Andere werden zu virtuellen „Stars“ aufgebaut. 2000). Krotz. So stand der Begriff „Avatar“ zunächst ausschließlich für grafische Repräsentationen von Nutzern in Chat-Rooms (Trzka. „Stellvertretern“ im Netz. die sich vorübergehend zu den Menschen herabgelassen hat (Klussmann. S. S. vgl. Im Zuge der technischen Weiterentwicklung interaktiver Medien. 1996). 1998). so genannte Avatare. Abbildung 1). 1996). trifft immer häufiger auf künstliche Personen. hin zum „virtual actor“ (Lombard & Ditton. wie sie von Mediennutzer/innen wahrgenommen werden. Im Kontext der Neuen Medien wurde er durch den Science-Fiction-Roman „Snowcrash“ von Neal Stephenson (1995) populär. Bente & Otto. Avatare arbeiten zum Beispiel als automatische Assistenten auf Internetseiten. entstanden in den vergangenen Jahren jedoch auch neue Formen von Avataren (vgl. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse und der prognostizierten Evolution virtueller Akteure werden abschließend Desiderata für die künftige medien.M&K 49. die in verschiedenen Medienangeboten und Themenumfeldern präsent sind und die innerhalb bestimmter 350 . Anschließend werden zwei voneinander unabhängig durchgeführte Befragungsstudien vorgestellt.

Bekannte und beliebte Avatare lassen sich von ihren Eigentümern für unterschiedlichste Zwecke einsetzen. Beispiele sind die Computerspiel-Figur „Lara Croft“ und der Internet-Avatar „E-Cyas“ (Endo-Cybernetic Artificial Star.tombraider. sondern erscheinen auch in Medienumfeldern. Als theoretischer Rahmen bietet sich das ursprünglich kommunikationswissenschaftliche Konzept der parasozialen Interaktionen und Beziehungen an. als dass man sie ernst nehmen könnte? Diese Fragen werden im Folgenden erörtert. Blittkowsky. Fernsehshows oder Publikumszeitschriften. Vor dem Hintergrund der Existenz und Evolution virtueller Akteure stellt sich die Frage. Kyoko Date (von www. dass sich die bislang existierenden Avatare sehr deutlich von menschlichen Prominenten unterscheiden. Schmidt. 1998. Fiktive Lebensläufe und Persönlichkeitsprofile sollen den virtuellen Stars „Charakter“ und „Tiefe“ verleihen. dass die angeblichen Kommunikate des Avatars in Wahrheit von Redakteuren verfasst werden. mit Mediennutzern sozial zu interagieren. Zum Aufgabenspektrum von Star-Avataren gehören unter Anderem Werbespots. die üblicherweise Prominenten aus Fleisch und Blut vorbehalten sind.co.com) Zielgruppen große Popularität erreichen sollen.jp) und Lara Croft (von www. die „Arbeit“ als Fotomodell und Auftritte als Moderator(in) in unterschiedlichen Medienangeboten (Jöckel.). Von links nach rechts: E-Cyas (von www.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Abbildung 1: Populäre Avatare. Über diese Entwicklungen darf allerdings nicht übersehen werden. wenngleich rudimentäre Formen der Interaktion bereits ohne menschliche Steuerung des Avatars möglich sind. die zu „dumm“ und „unecht“ wirken. 1998). 1999). unten: 2. ist in den meisten Fällen noch nicht sehr weit entwickelt und muss oftmals dadurch kompensiert werden. Die Fähigkeit. 1997. Sie treten beide nicht nur in ihrer jeweiligen digitalen „Heimat“ auf.e-cyas. Nach einer kurzen Einführung in dieses Konzept werden zwei unabhängig voneinander entstandene empirische Studien über parasoziale Beziehungen zu Avataren vorgestellt. Höflich. so zum Beispiel in Musikvideos. vgl. die erste Hinweise 351 . Werden Avatare als echte Stars betrachtet. Von vollkommen selbstständigen virtuellen Figuren kann also noch keine Rede sein. das die Relation zwischen Mediennutzern und Medienfiguren beschreibt und erklärt (vgl. wie die Nutzer interaktiver Medienangebote mit Avataren umgehen.com).horipro. die man bewundern und bejubeln kann? Oder gelten sie als virtuelle Abziehbilder.

2. soziale Vergleiche und Validierungen.1 Das interaktionistische Rezeptionsverständnis von Horton und Wohl und seine Weiterentwicklungen Das auf Horton und Wohl (1956.. wie zum Beispiel durch Nahaufnahmen der Personae. Lassen sie sich auf das Angebot ein. dass Rezipienten mit einer medial (durch Radio. die Personae also die Gegenwart und Aufmerksamkeit von Interaktionsteilnehmern nur antizipieren können. 1956/1986. über Darstellungseffekte. Fernsehen und Film) vermittelten Figur. wie Quiz-Master. . laden die Zuschauer zur Teilnahme an der Interaktion ein und versuchen. Obwohl die „Interaktionspartner“ durch die mediale Vermittlung voneinander getrennt sind. 41). In dieser Hinsicht ist der Umgang der Rezipienten mit Medienfiguren eine Spielart der normalen zwischenmenschlichen Interaktion (Horton & Wohl. Ihnen wird von den Personae des Medienangebots eine Rolle innerhalb des Geschehens nahe gelegt. und weil es – zumindest bei den nicht-interaktiven Medien – keinen Rückkanal von den Zuschauern zu den Medienfiguren gibt. Neben solchen direkt auf das (vermutete) Publikum bezogenen Interaktionsangeboten trägt auch die Kommunikation der Akteure innerhalb des Medienangebots zur Überwindung der Wahrnehmung medialer Vermittlung und damit zur Herstellung einer scheinbar sozialen Relation zwischen Persona und Rezipienten bei: „The most usual way of achieving this ambiguity is for the persona to treat his supporting cast as a group of close intimates. 185). geradezu freundschaftlichen Verhältnisses zwischen sich selbst und dem Publikum zu vermitteln. als ob sie sie sehen könnten. S. Ansager und Interviewer. 1957) zurückgehende Konzept der parasozialen Interaktionen und Beziehungen beschreibt das Phänomen. 1978). die Illusion von Nähe zum Publikum zu erzeugen (vgl. können die Zuschauer oder Hörer jedoch selbst entscheiden. Verhaltensantizipationen und personenbezogene innere Verbalisierungen“ (Gleich. die in nicht-fiktionalen Fernsehsendungen agieren. Zum Abschluss werden Perspektiven aufgezeigt. weil die „Anwesenheit“ der Personae nur medial vermittelt ist. Para-sozial ist diese Form der Interaktion. Die Rezipienten sind also ein eingeplanter Teil der medialen Inszenierung. therefore. den Eindruck eines positiven. 1997. 1956. Attributionen. … tends to believe that this fellowship includes him by extension“ (Horton & Wohl. genannt „Persona“. Gleich. Parasoziale Interaktionen und Beziehungen 2. Ob sie diese „appropriate answering role“ (Horton & Wohl. Als Persona betrachteten Horton und Wohl hauptsächlich Menschen. unten: 3. The member of the audience. verhalten sie sich – so die Annahme – wie in einer sozialen Kommunikationssituation: Die Medienfiguren sprechen die Rezipienten an.). 352 . S. Darüber hinaus wird versucht. 1996). erleben sie die Rezeption wie eine soziale Interaktion mit den Medienfiguren: Sie ist geprägt durch „Prozesse der Personenwahrnehmung und -beurteilung.M&K 49. Horton & Strauss. 189). Ausgangspunkt der sozialen Interaktion zwischen Persona und Rezipienten ist die „illusion of a face-to-face relationship“ (Horton & Wohl. verwenden mimische und gestische Signale der interpersonalen Kommunikation. unten: 4. S. 1956/1986. 191) akzeptieren. S. Jahrgang 3/2001 zu der Frage liefern. 1956/1986. inwiefern Mediennutzer Avatare schon heute als eigenständige soziale Persönlichkeiten auffassen und sie als Interaktionspartner ernst nehmen (vgl.). wie die Erforschung virtueller Akteure und ihrer Bedeutung für die Rezipienten theoretisch und methodisch weitergeführt werden könnte (vgl.. sozial interagieren. auch Meyrowitz.

die beiden Begriffe inhaltlich voneinander zu unterscheiden. können die Zuschauer das „conversational give and take“ (Horton & Wohl. dass die Personae ihre Reaktionen nicht registrieren. 1996b) oder Talkshows (Trepte. Denn zum einen gehen mit der medialen Vermittlung der sozialen Situation bestimmte Beschränkungen und Eigenheiten der Interaktion einher. 1989). können sie bei parasozialen Interaktionen im Vergleich zu ortho-sozialen Interaktionen zusätzliche Freiheitsgrade ausnutzen und genießen. In vielen Studien wurden die beiden Begriffe synonym verwendet (z. Wulff. im Druck): Sie können das Beziehungsnetzwerk von Mediennutzern bereichern und darüber hinaus für schüchterne (Vorderer & Knobloch. zweiseitiger Face-to-FaceKommunikation und mittelbarer. 1993) Rezipienten sogar als Ersatz für echte Sozialkontakte dienen. S. die ihnen zugedachte Rolle zurückzuweisen. S. Auch das am häufigsten verwendete Instrument zur Messung parasozialer Bindungen von Rubin. sie als getreue Abbilder echter Menschen 353 . 1956/1986. B. Aus einer Reihe parasozialer Interaktionen zwischen einem Rezipienten und einer Persona entwickelt sich in der Wahrnehmung des Rezipienten eine andauernde Beziehung zur Persona. Hervorhebung im Original) zu trennen. 2.Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren Wenn die parasozialen Bindungen an Figuren aus „klassischen“ Medienangeboten eine so zentrale Rolle für die Zuwendung der Rezipienten zu diesen Angeboten spielen. 1996). Perse & Powell. 1997). Aber auch wenn die Rezipienten die angebotene Rolle innerhalb der parasozialen Interaktion akzeptieren und selbst wenn ihnen die Medialität der Situation bewusst bleibt (Hippel. 1987. 1998. So ist es den Zuschauern zum Beispiel möglich. 1993. liegt es nahe. 1996). Entsprechend wird „die unmittelbare. zum anderen spielt das Wissen um die Medialität der Situation für das Erleben der Zuschauer eine entscheidende Rolle (Wulff. einseitiger Kommunikation mit Medienfiguren“ (Keppler. Perse & Rubin. 1996). während der Rezeption stattfindende . Hippel (1992) und Gleich (1996. Rubin & McHugh. auch Vorderer & Knobloch. 11. TV-Serien (Vorderer. das Konzept auch auf virtuelle Akteure in den „neuen“ Medien anzuwenden. dass es durchaus sinnvoll. In echten Kommunikationssituationen sind solche Verhaltensweisen sanktioniert. S. zum Beispiel durch eine kritische Abschätzung der Leistung einer Persona oder durch eine hämisch-herablassende Sichtweise „dilletantischer“ Auftritte von „Möchtegern-Stars“ (vgl. 186) einer parasozialen Interaktion wie eine wirkliche soziale Situation erleben.Begegnung‘ hinausgehende Bindung des Zuschauers an eine Persona als parasoziale Beziehung“ (Vorderer. wenn nicht gar notwendig ist. Perse & Powell (1985) heißt „Parasocial Interaction Scale“.Begegnung‘ zwischen Rezipient und Medienakteur als parasoziale Interaktion bezeichnet und die über die einzelne .Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Insofern erscheint es notwendig. Denn die Schöpfer von Avataren versuchen. 1996. 1997) argumentieren jedoch wie Vorderer (1998). „zwischen unmittelbarer. Sowohl bei Horton und Wohl (1956) als auch im überwiegenden Teil der an ihnen orientierten kommunikationswissenschaftlichen Forschung wurden die Konstrukte „parasoziale Interaktion“ und „parasoziale Beziehungen“ nicht ausreichend präzise voneinander getrennt. Dadurch eröffnen sich neue Wege. misst aber zumindest auch in Teilen parasoziale Beziehungen (Gleich.2. 698. die soziale Situation zu „lesen“. Hervorhebung im Original). Zapfe & Sudhoff. 1996) oder einsame (Fabian. Denn die über die einzelnen Rezeptionssituationen hinweg existierenden parasozialen Beziehungen gelten als ein zentrales Motiv für die regelmäßige Zuwendung zu bestimmten Medienangeboten wie Nachrichtensendungen (Rubin. 1985). Weil die Zuschauer aber wissen.

Entsprechend hat es bereits einige Versuche gegeben. Star-Avataren eine möglichst große Attraktivität für parasoziales Beziehungshandeln der Rezipienten zu verleihen. beispielsweise durch fotorealistische Gesichtszüge. B. 89) weist darauf hin. Vilhjálmsson & Cassel. „natürliche“ Gesten. Robinson 1997). Zu ähnlichen Ergebnissen kommen die ersten Erprobungen von künstlichen „Agenten“ in Virtual-Reality-Umgebungen (z. 1998).M&K 49. Entsprechend lässt sich die eingangs formulierte Fragestellung präzisieren: Wie stellen sich parasoziale Beziehungen zu den heute existierenden Avataren dar? Welche Personen entwickeln besonders starke parasoziale Bindungen an Avatare? Gibt es Unterschiede zwischen Avataren und Fernsehfiguren bezüglich der Bindungsintensität und -qualität? Obwohl bereits Horton und Wohl (1956/1986. B. Ein zweites Problem. S. ist deutlich erkennbar. Lombard & Ditton. dass die noch immer deutlich als Computergraphiken erkennbaren Avatare im Auge des Betrachters als „Personen“ und nicht als „Dinge“ erscheinen? Reeves und Nass (1996) konnten zeigen. S. wobei mittlerweile auch paraverbale Kommunikationsformen simuliert werden (Bente & Otto. sondern auch für „puppets … anthropomorphically transformed into . 2000). ist es offensichtlich. auch Bente. Schon seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wird an der kommunikativen Kompetenz von Computerprogrammen gearbeitet (Turing. 1996. müssen die virtuellen Akteure zunächst einmal von den Rezipienten als „soziale Wesen“ eingestuft werden. als Gegenstand von Beziehungshandlungen ausgewählt zu werden. sollen sie als „Anbieter“ parasozialer Beziehungen fungieren. Petersen. sich der Interaktion mit den neuen Medien und ihren Personae zu nähern. die direkte Ansprache der Nutzer oder durch E-Mail. mit ihm ähnlich wie mit einem Menschen zu interagieren (vgl. um seine Nutzer zu veranlassen. 1996. Bente und Otto (1996) skizzieren die Möglichkeiten. 1996. dass schon schwache Anzeichen sozialen Verhaltens seitens eines Computers genügen. 186) parasoziale Bindungen nicht nur für menschliche Personae. wesentlich stärkere Barrieren in der Wahrnehmung und den Einstellungen der Rezipienten überwinden müssen als Personen aus dem Fernsehen. Die Zielsetzung. 1994. Jahrgang 3/2001 zu gestalten. Insofern scheinen die technischen Voraussetzungen für eine parasoziale Beziehung zwischen Mediennutzern und virtuellen Akteuren auf Seiten der Avatare gegeben zu sein (vgl. ist ihre eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit. 1997). und dass der Zugang Horton und Wohls geeignet sei. die als „Ausdifferenzierung zwischen sozialer und parasozialer Interaktion“ (ebd. Reilly. Snoddy. auch Moon & Nass. dass Avatare. das Verhalten von Mediennutzern gegenüber virtuellen Akteuren als parasoziales Beziehungshandeln zu konzeptualisieren und empirisch abzubilden. 1950). nonverbales Kommunikationsverhalten mit virtuellen Figuren zu simulieren und parasoziale Interaktionen zwischen VR-Nutzern und diesen 354 . Was aber spricht dafür. dass sich durch Virtual-Reality-Technologien neue „Kommunikationsformen“ entwickeln.personalities‘“ angenommen haben. Die Erfolge dieser Bemühungen dokumentieren Evaluationsstudien wie die von Cassel und Vilhjálmsson (1999).und Chat-Kommunikation (z. Nur wenn eine vergleichsweise „natürliche“ Form der Konversation mit einem virtuellen Charakter möglich ist. in der Versuchspersonen einen Avatar mit weiter entwickelten Kommunikationsfähigkeiten „natürlicher“ fanden als einen virtuellen Akteur. Denn damit solche Bindungen zustande kommen. damit parasoziale Bindungen zu den Mediennutzern entstehen. So könnte die Virtualität der Avatare ein erstes Hindernis für die Entstehung parasozialer Bindungen sein. Krotz (1996. Bates. hat er die Chance. 1999). der mit weniger Konversationskompetenz ausgestattet war. das Avatare überwinden müssen. Krämer & Buschmann.) verstanden werden können.

inwiefern sich weibliche und männliche Internetnutzer hinsichtlich der Beziehungsintensität zu „männlichen“ und „weiblichen“ Avataren unterscheiden. Diese bedeutende Rolle im Beziehungsnetzwerk von Mediennutzern wird zumindest Fernsehcharakteren zugeschrieben (Gleich. oben: 1. Star-Avatare werden von ihren Schöpfern hauptsächlich für Maßnahmen im Bereich der Produktvermarktung und Kundenbindung eingesetzt (vgl. das Konzept der parasozialen Beziehungen auf virtuelle Akteure anzuwenden. steht die Forschung zur sozialen Bedeutung von Avataren noch am Anfang. Im Folgenden werden zwei Befragungsstudien vorgestellt. wobei 355 . Diese Frage ist nach den Erkenntnissen der bisherigen Forschung relevant für das Ausmaß und die Qualität von parasozialen Beziehungen (Gleich. wie attraktiv der Avatar in den Augen der Teilnehmer ist. sondern als eigenständige Persönlichkeiten konzipiert sind. S.). 1997). Interaktionseffekte zwischen dem Geschlecht der Rezipienten und dem Geschlecht der Persona haben sich bereits in früheren Studien als relevant für das Ausmaß der parasozialen Bindungen erwiesen (Vorderer & Knobloch. 1997) und wird zweifelsohne auch von den Unternehmen. angestrebt (Jöckel.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Figuren anzustoßen. Zwei empirische Studien zu parasozialen Beziehungen mit virtuellen Akteuren Trotz der oben erwähnten theoretischen und empirischen Ansätze. 219). wie viele Star-Avatare den Teilnehmern bekannt sind. Denn es ist nach wie vor unklar. 1996). um die Sorgfalt der Teilnehmer bei der Kenntnisabfrage zu kontrollieren. Die Kenntnis von Star-Avataren wurde mittels einer Liste von 15 virtuellen Akteuren abgefragt. [Name] ist attraktiv“ operationalisiert. 1996. Weiterhin wurde erhoben. ob sich eine empirische Anwendung des Konzepts der parasozialen Beziehungen auf virtuelle Prominente als fruchtbar erweist und wie sich die parasozialen Beziehungen zu Star-Avataren darstellen. also virtuelle Akteure. Außerdem sollte untersucht werden. ob „VR-Bewohner ebenso zu unserem Bekanntenkreis zählen [werden] wie wirkliche Personen“ (Bente & Otto. 1996. 3. die nicht als Assistenten oder Helfer. Studie 1 Fragestellung Im Mittelpunkt der Untersuchung standen so genannte Star-Avatare. Mit einer empirischen Untersuchung weisen sie nach. Es stellt sich daher die Frage. Außerdem bestand die Möglichkeit. welche die parasozialen Bindungen an Avatare wie E-Cyas und Lara Croft beleuchten. Daher sollte geprüft werden. ein nicht existierender Avatar („Leila Loo“) wurde aufgeführt. 1997). und wie intensiv ihre parasoziale Bindung zu ihrem bevorzugten Avatar ausfällt. Und Rettberg (1999) befasst sich mit dem „Star-Kult“ um Lara Croft und führt die Popularität der Videospiel-Heldin auf die parasozialen Bindungen der Spieler zurück. bis zu drei weitere Avatare selbstständig zu ergänzen. ob sich dieses Muster auch in den Beziehungen zu Avataren wiederfinden lässt. Methode In einer explorativ angelegten Online-Befragung wurde untersucht. Sie wurde mit dem fünffach gestuften Item „Ich finde. die hinter den StarAvataren stehen. dass die Mediennutzer das Verhalten der virtuellen Akteure ähnlich wie das echter Interaktionspartner bewerten.

de. SD = 7. Vergleicht man die Stichprobe hinsichtlich dieser Merkmale mit der Gesamtheit der deutschen Internet-Nutzer.29).80. 2000) beschrieben wird. die restlichen Nennungen bezogen sich entweder auf weniger bekannte Star-Avatare oder aber auf Helfer-Avatare (vgl.82.54 Mal [SD = 23. Über einen als „Umfrage über Avatare“ betitelten Hyperlink konnten interessierte Personen zu dem Online-Fragebogen gelangen. ausführlich zur Skalenbildung: Hartmann. jedoch sind Frauen in der Stichprobe im Vergleich zu den Ergebnissen der ARD/ZDF-Studie deutlich überrepräsentiert. Sie ist ein häufig verwendetes. Dennoch wurde die Skala als Grundlage für die Messung parasozialer Bindung herangezogen. Skalenmittelpunkt = 3). wie sie in der ARD/ZDF-Online-Studie (van Eimeren & Gerhard. der „Heimat“ von E-Cyas. Fasst man die Skala zu einem Mittelwert-Index zusammen. den nicht existierenden Kontroll-Avatar zu kennen. damit die Items besser auf den Kontext der Star-Avatare anwendbar waren (vgl. 63 Prozent waren ihm bzw. Ergebnisse Insgesamt nahmen 422 Personen an der Befragung teil.). Perse & Powell. 2001). Auf die Befragung wurde in Internetangeboten. Insgesamt sind den Befragten durchschnittlich zwei Avatare (M = 2. Drei Viertel der Befragten hatten ihren Lieblings-Avatar im vergangenen halben Jahr in Zeitschriften angetroffen. oben: 1. die eine thematische Nähe zu Avataren besitzen. Am häufigsten begegneten die Befragten ihrem Lieblings-Avatar in „sonstigen“ Medienangeboten (durchschnittlich 16. 19 Personen gaben an. Als Lieblings-Avatare wurden hauptsächlich Lara Croft (43 Prozent der Stichprobe) und E-Cyas (36 Prozent) ausgewählt. ergibt sich eine sehr schwache durchschnittliche Beziehungsintensität. Parasoziale Beziehungen zu Avataren. Über alle genannten Lieblings-Avatare hinweg erreicht die Skala zur parasozialen Beziehung einen vergleichsweise hohen internen Reliabilitätswert (Cronbachs α = . Jahrgang 3/2001 die Endpunkte mit „stimme nicht zu“ bzw. zum Beispiel auf www. 1985) eingesetzt. hingewiesen. Einer der Hauptkritikpunkte ist genau diese fehlende Differenzierung zwischen Interaktion und Beziehung. Der Mittelwert liegt deutlich unter dem Skalenmittelpunkt (M = 1. Das Durchschnittsalter betrug etwa 23 Jahre (M = 22. „stimme voll und ganz zu“ bezeichnet waren. ihr im Internet begegnet. allerdings um einige Items vekürzt und in Teilen umformuliert. Am häufigsten wurden die StarAvatare Lara Croft (72 Prozent Bekanntheitsgrad). die im vorliegenden Kontext nicht relevant sind. 41 Prozent männlich.80] in den vergangenen sechs Monaten). wenn auch wiederholt kritisiertes (Gleich. E-Cyas scheint insbesondere bei weiblichen Internetnutzern beliebt zu sein: 76 Prozent der Teilnehmer.77.06. waren weiblich (bei Lara Croft: 47 Prozent).cycosmos. Deshalb wurden auch ihre sonstigen Angaben zur Kenntnis von Avataren nicht berücksichtigt. Die beiden am häufigsten ausgewählten Avatare 356 . und an dritter Stelle folgt das Fernsehen (49 Prozent). 1997) Instrument zur Erfassung von parasozialen Interaktionen und Beziehungen.94).M&K 49. Kenntnis und Beliebtheit von Avataren.35) bekannt. 58 Prozent der befragten Personen waren weiblich. in „Software“-Programmen (14.04 Mal [SD = 19. die ECyas als Lieblings-Avatar nannten. ist somit also gut einsetzbar. so entspricht die Altersverteilung in der Stichprobe ungefähr der Verteilung in der Online-Nutzerschaft.20]) und im Internet (13. Zur Messung der parasozialen Beziehungen wurde eine modifizierte Variante der Parasocial-Interaction-Scale (Rubin.60]). SD = 1.25 Mal [SD = 23. Die Stichprobe war also selbst rekrutiert. E-Cyas (68 Prozent) und E-ve (21 Prozent) genannt. Die Endpunkte der Likert-Skala waren mit „trifft überhaupt nicht zu“ bzw. SD = . „trifft voll und ganz zu“ benannt.

dann fühle ich mich wohl Auch wenn ich gerade nicht auf der Homepage von [Name] bin.84 0.85) unterscheiden sich hinsichtlich der mittleren Beziehungsintensitäten sowohl vom Gesamtmittelwert als auch untereinander (t(295) = . Visscher & Vorderer. z.81 1. Personen.98 1. als wenn ich mit Freunden zusammen wäre.81 .45 dargestellt.73 .56.77.90 . Der erste Faktor umschreibt eine enge freundschaftliche Beziehung. Die Faktorenanalyse parasozialer Beziehungen ergab zwei Hauptkomponenten.74 Manchmal passiert es mir.83 . dann würde ich mir dieses Internetangebot bestimmt anschauen Ich finde es angenehm. Tabelle 1). Gleich. Standardabweichungen und Faktorenladungen der Items auf den zwei Dimensionen parasozialer Beziehung.70 .53 357 .70 2.59 .24 .42 0.19 . würde ich [Name] gerne einmal persönlich kennen lernen 1.41 1.91 1. SD = . in der die Medialität des Lieblings-Avatars von den Nutzern weitestgehend ausgeblendet wird. die hohe Werte auf dieser Dimension erreichen. wenn [Name] mal nicht wie gewohnt auf einem Internetangebot auftauchen würde Wenn es möglich wäre. versuche ich. das Bild von [Name] zu Hause auf meinem Bildschirm zu sehen Wenn in Zeitungen oder Zeitschriften etwas über [Name] stünde. B. um sie/ihn noch besser kennen zu lernen Wenn ich [Name] begegne. 1997) hat sich die Skala zur Messung parasozialer Bindungen als mehrdimensional erwiesen. die keinem der beiden Faktoren trennscharf zugeordnet werden konnten.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Lara Croft (M = 1. Item M SD Faktorladungen (n=320) Faktor Faktor 1 2 1. In verschiedenen Studien über parasoziale Beziehungen (z.77 . über ihre/seine Persönlichkeit In manchen Situationen fühle ich mich an [Name] erinnert Wenn [Name] auf einem bestimmten Internetangebot auftauchen würde. ns) nur in geringem Maße. kommt es mir vor.21 1. wurden ausgeschlossen.29 1. ist das jeweilige (Internet-) Angebot für mich attraktiver Mir würde sofort auffallen.12 1.50 1. Es werden nur Faktorladungen >. um die inhaltliche Qualität der parasozialen Bindung an Avatare differenzierter erfassen zu können (vgl. kann ich mir immer gut ein Bild über sie/ihn machen.81) und E-Cyas (M = 1. dass ich in Gedanken oder auch tatsächlich irgendetwas zu [Name] sage Ich glaube. Vorderer. betrachten also den Avatar als „echten“ Tabelle 1: Mittlere Zustimmung (auf einer Skala von 1-5).39 . Dimensionen der parasozialen Beziehung zu Avataren.37 1.67 1.03 0. Deshalb wurde auch in der vorliegenden Studie eine Faktorenanalyse (Hauptkomponentenanalyse mit VARIMAX-Rotation) durchgeführt. möglichst viel über [Name] zu erfahren.17 2.33 1. 1998.03 1.27 1. die zusammen 63 Prozent der Varianz aufklären.85 2.29 1. B. 1996a. Fünf Items. würde ich es auf jeden Fall lesen Wenn [Name] seine/ihre Meinung oder auch persönlichen Gefühle zum Ausdruck bringt.10 1. SD = .82 .86. [Name] und ich sind uns ziemlich ähnlich Wenn ich [Name] sehe.82 2.69 .

M&K 49. Die Beziehung zum Avatar ist durch das Wissen um die Irrealität des Avatars geprägt: Er kann zwar interessant sein und zu wiederholter Interaktion einladen. zu nutzen. wobei die mediale Beziehungsdimension (M = 2. Die zentrale Größe.83). neigt auch zu intensiveren medialen Beziehungen mit ihm oder ihr (r = . p < . Jahrgang 3/2001 Freund. Der Faktor „mediale Beziehungsdimension“ erklärt 31 Prozent der Gesamtvarianz.01). er erklärt 32 Prozent der Gesamtvarianz. die hohe Werte auf der zweiten Dimension erreichen. so ergeben sich vier mögliche Verknüpfungen. die mediale Beziehungen zu Avataren fördert.99.333) = 9. besitzen demzufolge Avatare eher ästhetische als soziale Qualität. SD = 1.28. vor Beziehungen von Frauen zu männlichen Star-Avataren. SD = 1. die Medienangebote. Der Faktor wird entsprechend als quasi-reale Beziehungsdimension bezeichnet.53. Das Item „Wenn es möglich wäre. welche die Vermitteltheit und Künstlichkeit des Avatars in den Vordergrund stellen. ihn persönlich kennen zu lernen. Innerhalb der medialen Beziehungsdimension besitzen Männer die intensivsten Beziehungen zu weiblichen Star-Avataren. Cronbachs α = . Die Mittelwerte der beiden Beziehungsdimensionen weichen kaum vom geringen Durchschnittswert der Gesamtskala ab.10.333) = 1.00) als die quasi-reale Dimension (M = 1.69. doch er bleibt an sein Medium gebunden. Diese Medialität ist ein bewusst erlebter Bestandteil der Relation zum virtuellen Akteur. dessen Virtualität einer engen Verbundenheit nicht im Wege steht. Demgegenüber entspricht der zweite Faktor einer medialen Beziehungsdimension. wenn man nur die Personen betrachtet. Vergleicht man die Intensität der Beziehungsdimensionen von Frauen und Männern zu weiblichen bzw. SD = . 358 .56. ist also motiviert. SD = . Insofern macht sich die Abhängigkeit virtueller Akteure von ihrer medialen Vermittlung im empirischen Beziehungsmuster bemerkbar: Die parasozialen Bindungen zu Avataren sind eher durch das Bewusstsein der Medialität geprägt und besitzen kaum die Qualitäten einer „echten“ sozialen Beziehung. p < . ist deren wahrgenommene Attraktivität.89) etwas intensiver ausfällt als die quasi-reale (M = 1. und die schwächsten Beziehungen innerhalb der medialen Beziehungsdimension besitzen Männer zu männlichen Star-Avataren (vgl.02.46. Cronbachs α = . SD = .78) Beziehungsdimension findet sich ebenso bei dem männlichen Star-Avatar E-Cyas. Wer einen virtuellen Akteur als attraktiv beschreibt.00) und quasi-realer (M = 1. würde ich [den Lieblings-Avatar] gerne einmal persönlich kennen lernen“ lässt sich im Rahmen dieses Faktors nur schlecht interpretieren.50. Tabelle 2). p < . Eine inhaltliche Verbindung zur medialen Beziehungsdimension könnte man darin sehen. Der Unterschied zwischen medialer (M = 2. Haupteffekte für das Geschlecht der Befragten (F(1. denn er umfasst Items. dass das Item eine Differenzierung zwischen „persönlicher Bekanntschaft“ und „medial vermittelter Bekanntschaft“ impliziert: Weil der Lieblings-Avatar nur aus den Medien bekannt ist. wobei dessen oder deren Aussehen allein noch keine „Freundschaft“ oder enge Bindung verursacht. die Lara Croft als bevorzugten Avatar angegeben haben. Die Rolle des Geschlechts von Rezipienten und Persona. ist die mediale Beziehungsdimension ausgeprägter (M = 2. die sich für den gleichen Lieblings-Avatar entschieden. Denn im Vergleich dazu spielt die Attraktivitätseinschätzung für die quasi-reale Beziehungsdimension eine geringere Rolle (r = .07. kann überhaupt erst der Wunsch entstehen. männlichen Star-Avataren. Die höhere Ausprägung der medialen Dimension findet sich auch wieder.49. Für Personen. in denen der Avatar erscheint. Etwas schwächere Beziehungen liegen ferner von Frauen zu weiblichen Star-Avataren vor.86).01). Bei Befragten.01).79. Eine Varianzanalyse bestätigt den Interaktionseffekt (F(1. SD = . Die Intensität der zwei extrahierten Beziehungsdimensionen lässt sich anhand der Mittelwerte der jeweils zugeordneten Items bestimmen.

Insofern legt die gefundene Zwei-Faktoren-Lösung nahe. 1996) darstellt.00) n = 93 Männlich Weiblich Innerhalb der quasi-realen Beziehungsdimension findet sich dagegen weder ein Interaktionseffekt zwischen dem Geschlecht der Befragten und des Star-Avatars (F(1.04) n = 107 Mediale parasoziale Beziehung zu weiblichen Avataren (M und SD.61.333) = . jedoch nicht.75 (. ns) oder das Geschlecht des Avatars (F(1. ns). indem sie starke parasoziale Beziehungen knüpfen. Es finden sich keine Hinweise darauf. zum Beispiel das Modell eines schönen Menschen verkörpern.333) = . weil die Mittelwerte der verschiedenen Avatare auf der Skala zu parasozialen Beziehungen sehr gering ausfallen. dass virtuelle Akteure bereits das Potenzial besitzen.03. sondern indem sie ästhetische Präferenzen bedienen. Tabelle 2: Intensität der medialen parasozialen Beziehung (Mittelwerte auf einer Skala von eins bis fünf) in Abhängigkeit vom Geschlecht der Befragten und des Lieblings-Avatars. dass gegengeschlechtliche parasoziale Beziehungen etwas intensiver zu sein scheinen als gleichgeschlechtliche.86) n = 35 2.333) = .26. wobei sie die Erscheinung der virtuellen Figuren sehr wohl als attraktiv empfinden können. 359 . Anzahl der Fälle) 2. ns) können hingegen nicht ausgemacht werden. ns). Anzahl der Fälle) 1. dass auch zu virtuellen Akteuren Ansätze parasozialer Beziehungen entstehen.333) = .Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare ns) und für das Geschlecht des Avatars (F(1. Avatare sind also offensichtlich in der Lage.30 (.95) n = 107 1. Diese Erkenntnisse können jedoch noch nicht als gesichert gelten. noch ergeben sich Haupteffekte für das Geschlecht der Befragten (F(1. Die Dimensionierung der parasozialen Beziehung in quasi-reale Beziehungsdimension einerseits und mediale Beziehungsdimension andererseits entsprechen recht gut der Einteilung. Die Rezipienten wahren ihnen gegenüber eine gewisse Distanz. Dafür spricht auch. Medienpublika an sich zu binden – wenn auch nicht sehr fest –. Dennoch gibt es Anzeichen dafür. Zukünftige Untersuchungen müssen hier weitere Klärung erbringen. dass zu Avataren strukturell ähnliche Beziehungsmuster bestehen wie zu Fernsehfiguren.26.10 (1. die Vorderer (1998) vornimmt. Geschlecht der Befragten Mediale parasoziale Beziehung zu männlichen Avataren (M und SD. feste „Freunde“ von Internetnutzern zu werden. was ebenfalls ein aus dem Fernsehbereich bekanntes Muster (Vorderer & Knobloch. Diskussion Die parasozialen Beziehungen der Befragten zu ihrem selbst ausgesuchten LieblingsAvatar sind nur schwach ausgeprägt.89 (1.

Für den Durchlauf. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden. Durch die Modifikationen sollte die 20-Item-Skala speziell die Qualität der parasozialen Beziehungen besser erfassen.M&K 49. dass Lara Croft den Mediennutzern und Computerspielern „Angebote“ für parasoziale Beziehungen unterbreitet. füllt dank ihrer „körperlichen“ Erscheinung ganze Bilderstrecken in Zeitschriften und ziert zahlreiche Fanposter (vgl. „trifft voll und ganz zu“ bezeichnet. Die Fragen konnten auf Wunsch auch online beantwortet werden. Jahrgang 3/2001 Studie 2 Fragestellung Studie 2 konzentrierte sich auf einen einzigen virtuellen Akteur. Er umfasste insgesamt elf Seiten. In beiden Varianten waren die Endpunkte der Likert-Skala mit „trifft überhaupt nicht zu“ bzw. inwiefern die parasozialen Beziehungen zu einer – besonders bekannten – virtuellen Figur hinsichtlich ihrer Intensität und Qualität den parasozialen Bindungen zu einer besonders populären Fernsehfigur ähnlich sind. denn während des Computerspielens agiert sie unter der vollständigen Kontrolle durch die Spieler. Insofern kann sie als Mischform aus Stellvertreter. Es liegt daher nahe zu vermuten.und Star-Avatar begriffen werden. auch Klimmt. und zum anderen ist Lara Croft auch in zahlreichen anderen Medienangeboten in Erscheinung getreten: Sie „spielt“ in einem Musikvideo („Männer sind Schweine“) mit. 1999). In der Studie wurde deshalb ein Vergleich der parasozialen Beziehung zu Lara Croft mit der Bindung an eine beliebte Figur aus Film oder Fernsehen angestellt. nannten anschließend ihre bevorzugte Figur aus Film oder Fernsehen und beantworteten dann die Skala erneut. Lara Croft in der nächsten Tomb Raider-Folge wieder zu sehen“ (siehe Anhang). Sie könnte ebenso als beliebter und bewunderter „Star“ fungieren wie zum Beispiel die Action-Helden aus Kino oder Fernsehen. Dazu kam die in der Forschung über parasoziale Beziehungen bewährte Skala von Rubin. Sie dürfte neben dem Videospiel-Helden Mario die bekannteste virtuelle Figur sein. bei ihren sonstigen Medienauftritten wird sie dagegen als selbstständige Persona inszeniert. Der Fragebogen wurde an 5000 Personen aus der Kundendatenbank eines großen ComputerspieleUnternehmens verschickt.und Videospiele (vgl. denn zum einen gehören die Tomb Raider-Spiele zu den meist verkauften Titeln weltweit. Die Teilnehmer füllten die Skala zunächst in Bezug auf Lara Croft aus. auf den wortgleichen Internet-Fragebogen wurde im Anschreiben hingewiesen. dieses Mal in Bezug auf die genannte Film. wurden einige Items so umformuliert. [Name der Lieblingsfigur] in der nächsten Folge wieder zu sehen“ umformuliert in „Ich freue mich darauf. wie viele Tomb Raider-Titel die Teilnehmer besaßen und wie sie diese bewerteten. So wurde beispielsweise das Item „Ich freue mich darauf. Zusätzlich wurde abgefragt. 2001. Klimmt & Vorderer. nämlich auf Lara Croft. Methode Im Rahmen einer größeren Studie über Computer. 2001) wurden die parasozialen Beziehungen zu Lara Croft und zu einer von den Teilnehmern genannten Lieblingsfigur aus Film oder Fernsehen erhoben. der Lara Croft betraf. dass sie besser zum Kontext der Computerspiele passten.bzw. auch Rettberg. Unter den Teilnehmern wurden zahlreiche Preise verlost. Perse und Powell (1985) in der modifizierten Form von Vorderer und Knobloch (1996) zum Einsatz. Fernsehfigur. die Protagonistin der mittlerweile fünfteiligen Computerspiele-Reihe Tomb Raider. gibt „Interviews‘. 360 .

Die Befragten besaßen im Durchschnitt zwei (M = 2.91 Jahre).90) ergeben sich akzeptable interne Konsistenzen. Vergleich der Indizes.80) fällt geringer aus als zur Lieblingsfigur aus Film und Fernsehen (M = 2. Insofern war der Avatar Lara Croft in der Stichprobe sehr gut bekannt. Die Auswertung beinhaltete vier Schritte. p < . Tabelle 3). Es folgten Al Bundy sowie Agent Moulder aus der Mystery-Serie „Akte-X“. das Durchschnittsalter lag bei etwa 21 Jahren (M = 20.06. besteht dieser Abstand zwischen TV-Figur und Lara Croft ebenfalls. Wie schon in Studie 1 erreicht der virtuelle Akteur also nur einen geringen Wert in der Skala zur parasozialen Beziehung und bleibt zusätzlich auch deutlich hinter der Lieblings-TV-Figur zurück. Rund 26 Prozent der Befragten nutzte das Internet zur Beantwortung.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Ergebnisse Insgesamt schickten 349 Personen den Fragebogen ausgefüllt zurück (Rücklaufquote: sieben Prozent). konnte eine Geschlechterdifferenzierung auf Seiten der Teilnehmer nicht realisiert werden.14. Im letzten Schritt wurden Zusammenhänge zwischen dem Ausmaß der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und bestimmten in der bisherigen Forschung als zentral erachteten Merkmalen wie Dauer der „Bekanntschaft“ zur Persona betrachtet. Unter den 131 genannten Personae befanden sich höchst unterschiedliche Charaktere.60. nur knapp 15 Prozent der Teilnehmer besaßen kein eigenes Tomb RaiderSpiel. Sowohl für Lara Croft (Cronbachs α = . Im dritten Schritt wurde eine Subgruppe von TV-Personae Lara Croft gegenübergestellt. übertrieben weiblichen Aussehens von Lara Croft lag es nahe. Mit Abstand am häufigsten genannt wurden Bart und Homer Simpson aus der Zeichentrickserie „Die Simpsons“. Zunächst wurden die Skalen zur parasozialen Beziehung zu Mittelwert-Indizes zusammengefasst und für Lara Croft und die genannte TV-Lieblingsfigur gegenübergestellt. Die überwiegende Mehrheit (95 Prozent) der Teilnehmer war männlich. Vorderer und Knobloch (1996) fanden ebenfalls. Da die überwiegende Mehrheit der Befragten männlich ist. den Vergleich der parasozialen Beziehungen zu verfeinern. Der Unterschied ist signifikant (t(321) = -11. Die Beziehung zu Lara Croft fällt im Vergleich zu den weiblichen TV-Figuren deutlich schwächer aus.36) der zum Erhebungszeitpunkt erhältlichen vier Tomb Raider-Titel. Lieblingsfiguren aus Film und Fernsehen nannten 325 Teilnehmer.01). die eine männliche TV-Figur bevorzugten.76 Jahre. Insofern lässt sich 361 . und zwar die Gruppe der Zeichentrick-Charaktere.80). Das Ausmaß der parasozialen Beziehung zu Lara Croft (M = 2. Sie sind hinsichtlich ihrer Darstellungsform ähnlich „abstrakt“ wie die Computerfigur Croft und wurden deswegen einem gesonderten Vergleich unterzogen. Die Skalen zur parasozialen Interaktion erzielten zufriedenstellende Reliabilitätswerte. dass männliche Befragte starke Bindungen zu weiblichen TV-Figuren wie Pamela Anderson berichten.43. SD = 8. zum Beispiel das Pokémon Pikachu und Marcel Reich-Ranicki. SD = . SD = 1. Die parasozialen Beziehungen zu weiblichen TV-Figuren erzielten den höchsten Wert im Indexvergleich. Bei den Personen. Anschließend wurden die Lieblings-TV-Personen nach ihrem Geschlecht getrennt betrachtet und die parasozialen Bindungen zu ihnen erneut mit Lara Croft verglichen. jedoch liegen die Werte im Vergleich zu der Subgruppe mit weiblichen Lieblingsfiguren etwa einen halben Skalenpunkt niedriger – sowohl für die TV-Figur als auch für Lara Croft.94) als auch im Durchlauf für die Lieblingsperson aus Film und Fernsehen (über alle genannten Figuren hinweg: Cronbachs α = . SD = . Angesichts des betont bzw. indem das Geschlecht der TV-Person berücksichtigt wird (vgl. Vergleich von weiblichen und männlichen TV-Personen mit Lara Croft.

Zum Vergleich: Der Index-Wert der parasozialen Beziehung zu den übrigen (fotorealistischen) Personae (M = 2. nämlich zu Zeichentrickfiguren.79. Bei genauer Betrachtung erreicht Lara Croft nämlich bei den Items aus der Skala „… ist erotisch“ und „Ich finde … attraktiv“ die höchsten Werte und wird dort nur von jungen TV-Heldinnen wie Buffy. der Dämonenjägerin übertroffen. Daher werden die parasozialen Beziehungen zu Zeichentrickfiguren (u. Das von Vorderer und Knobloch (1996) berichtete Beziehungsmuster zwischen männlichen Rezipienten und weiblicher Persona scheint also auch auf Lara Croft zuzutreffen.78) –10. Vergleich der parasozialen Beziehungen zu Lara Croft mit den Beziehungen zu Zeichentrick-Figuren. aufgeschlüsselt nach Geschlecht der genannten TV-Figur Mittelwert PSBIndex zu Lara Croft (SD) Personen. SD = .M&K 49. Perse & Rubin. die die Befragten besaßen. Lara Croft unterscheidet sich von TV-Personae durch ihre vergleichsweise unrealistische Erscheinung.66) nur geringfügig (t(84) = -1. SD = . auch zu einer stärkeren Bindung an Lara Croft neigen. Vorderer. 1997. SD = . Im letzten Auswertungsschritt wurden daher die Zusammenhänge zwischen dem Index-Wert der parasozialen Bindung an Lara Croft und der Anzahl der Tomb Raider-Spiele. Darüber hinaus wurde untersucht. ob Personen.18.01 die parasoziale Beziehung zu Lara Croft eher mit der zu einer weiblichen TV-Figur als mit der Bindung an eine männliche Figur vergleichen.64 (47) α p < . die eine männliche LieblingsTV-Figur nannten (n = 274) 2.77) liegt deutlich höher als der Wert für die Zeichentrickfiguren (t(317) = 6. 1989). Je mehr Tomb Raider-Spiele eine Person besitzt. die auch Horton und Wohl (1956) schon postuliert hatten. In der bisherigen empirischen Forschung über parasoziale Beziehungen (im Überblick: Gleich.24. ns).31 (273) p < . Jahrgang 3/2001 Tabelle 3: Vergleich der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und zur Lieblings-TVFigur.77. so ist zu vermuten. 1998) fanden sich immer wieder Zusammenhänge zwischen der parasozialen Beziehung zu TV-Personen und anderen Merkmalen. Kenny und Stan aus South Park) mit den Bindungen an Lara Croft verglichen. die intensivere parasoziale Bindungen an TV-Figuren berichten. die eine weibliche LieblingsTV-Figur nannten (n = 48) Personen.01). Korrelate von parasozialen Beziehungen zu Lara Croft. sowie der Bewertung dieser Spiele betrachtet.54 (.77) 2.09 (.01 2. Insofern lässt sich die parasoziale Bindung an Lara Croft eher mit der an Zeichentrickfiguren als mit der an TV-Personae aus Fleisch und Blut vergleichen. Insgesamt wählten 87 Befragte eine Zeichentrickfigur als Lieblings-Persona.07. Homer und Bart Simpson. Die Analyse dieser Zusammenhänge kann 362 . desto mehr Zeit hat sie auch mit Lara Croft verbracht. zum Beispiel zwischen der parasozialen Beziehung und der Dauer der „Bekanntschaft“ mit der Persona (vgl.49 (. Dies gilt jedoch nicht im Vergleich zu einer Subgruppe von TV-Personae.78) t-Wert im Vergleich zu Lara Croft (df) –4.97 (.96) Mittelwert PSBIndex zur TVFigur (SD) 2. p < . Sie sind ebenfalls weniger genaue Abbilder von „echten“ Menschen. pflegt also eine länger andauernde „Bekanntschaft“ mit ihr.77) und die Lieblings-TV-Figur (M = 2. a. In dieser Subgruppe unterscheiden sich die Index-Werte für Lara Croft (M = 2.

wenn sich die Befragten nicht nur ihre LieblingsTV-Figur.42. Schließlich finden sich bei den parasozialen Bindungen an Croft Korrelate. So wirkt sich die wahrgenommene Attraktivität. 1998) deckt und dass sich in Studie 2 Zusammenhänge zwischen der parasozialen Beziehung zu Lara Croft. sondern auch ihre Lieblings-Spiel-Figur aussuchen dürfen. p < . Auch die über 10er-Skalen erhobene Bewertung der Spiele weist einen deutlichen Zusammenhang mit der parasozialen Beziehung zu Lara Croft auf (für Tomb Raider 3: r = . In der vorliegenden Studie war Lara Croft als Spiel-Figur vorgegeben worden und muss deswegen nicht zwangsläufig bei den Befragten so populär gewesen sein wie die selbst gewählte Lieblings-TV-Figur. so dass insgesamt ein Vergleich zwischen Croft und Fernsehfigur auch nicht völlig unangemessen erscheint.43.Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare weitere Hinweise zu der Frage liefern. Insofern hat die Studie einige Hinweise darauf geliefert. 1956. dass sich die Dimensionalisierung der in Studie 1 angewendeten Skala mit der Einteilung in anderen Untersuchungen zu parasozialen Beziehungen (Visscher & Vorderer. Für diese Bewertung spricht. Vorderer. parasoziale Beziehungen anzubieten. die als typisch für die Bindung an Personae gelten.01). p < . inwiefern sich das Verhältnis der Mediennutzer zum virtuellen Akteur Lara Croft mit dem zu einer TV-Persona vergleichen lässt. 4. Andererseits handelte es sich bei der Stichprobe um überwiegend intensive Nutzer von Tomb Raider-Spielen.01). was ebenfalls mit den Ergebnissen aus dem Fernsehbe- 363 . p < .60. 1998.48. dass diese Bindungen jedoch deutlich schwächer ausgeprägt sind als bei Fernsehcharakteren und vor allem von der von männlichen Mediennutzern empfundenen Attraktivität der weiblichen Persona Croft getragen werden.01 und für Tomb Raider 4: r = . Schlussbetrachtung und Ausblick Um die Frage zu klären. Wer sich also auf eine intensive Bindung an eine Fernsehfigur einlässt. sondern gezeichnete Darstellungsform der Figur Croft macht sie hinsichtlich der Beziehungsintensität vergleichbar mit TV-Zeichentrickfiguren und unterscheidet sie deutlich von „echten“ TV-Personae. der Dauer der „Bekanntschaft“ und der Bewertung der Tomb Raider-Spiele finden.oder Fernsehfiguren vergleichbar ist. in dem die Persona auftritt. Horton & Strauss. Jedoch ist es durchaus denkbar. dass sich die gefundenen Intensitätsunterschiede zwischen Lara Croft und der Fernseh-Figur einebnen.01). Diskussion Die virtuelle Akteurin Lara Croft ist offensichtlich nicht in der Lage. erweist sich der Zugang der parasozialen Beziehungen (Horton & Wohl. dass Computerspieler parasoziale Beziehungen zu einer virtuellen Akteurin entwickeln. die bereits bei TV-Heldinnen für intensivere Beziehungen sorgt. Ähnlich wie bei TV-Serienfiguren hängt auch bei Lara Croft das Ausmaß der parasozialen Beziehung mit der Länge des Kontakts zusammen. auch auf die Relation zu Lara Croft aus. 1957) theoretisch und empirisch als fruchtbar. Die Anzahl der von den Befragten besessenen Tomb Raider-Spiele korreliert relativ hoch mit der parasozialen Bindung (r = . fühlt sich auch eher dem virtuellen Akteur Croft verbunden. nämlich die Dauer der Bekanntschaft und die positive Bewertung des Medienangebots. p < . wie Mediennutzer mit virtuellen Akteuren umgehen. deren Intensität mit den Bindungen zu Film. Schließlich zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der parasozialen Beziehung zu Lara Croft und der Beziehung mit der Lieblings-TV-Figur (r = . Die nicht fotorealistische. Gleichwohl lassen sich Anzeichen zumindest für schwache Bindungen finden.

dass gegengeschlechtliche parasoziale Beziehungen intensiver ausgeprägt sind als gleichgeschlechtliche. Während ihre äußere Erscheinung also bereits auf die Zustimmung der Rezipienten trifft und zur Publikumsbindung beiträgt. 1997. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Virtual-Reality-Systemen in zahlreichen Anwendungsbereichen sollte die medienpsychologische Forschung mit der Entwicklung insbesondere virtueller Charaktere Schritt halten. wissen die Mediennutzer doch die ästhetischen Qualitäten virtueller Akteure zu schätzen. In diesem Zusammenhang ist auch das Ergebnis plausibel. nämlich der TV-Figuren. Klimmt. Kritik geübt (Hippel. Es ist jedoch abzusehen. 1989). Vorderer. Petersen. der Abhängigkeit des virtuellen Akteurs von der Darstellung in einer künstlichen Medienumgebung. bis zu welchem Maße sich die parasozialen Beziehungen zu ihnen tatsächlich denen zu menschlichen Prominenten angleichen werden. desto größere Erkenntnispotenziale bergen Untersuchungen darüber. 1992. also kognitiv repräsentiert. geprägt. Insgesamt scheinen also die heute verfügbaren Avatare in der Lage zu sein. wird abzuwarten bleiben. 2000. Bente. Perse und Powell (1985) wurde bereits im Kontext des ursprünglichen Einsatzgebiets. werden Avatare auch ihre „inneren“ Fähigkeiten verbessern. DeBecker & Giles. 1996. in der Perspektive der Rezipienten eine andere Kategorie darstellen als Figuren aus Film und Fernsehen. Vorderer & Knobloch. dass virtuelle Akteure. 1995). 1996). Die parasozialen Beziehungen sind wenig intensiv und von der Medialität. Wenngleich Avatare für die Befragten beider Studien keine Bedeutung im Sinne von Freunden oder guten Bekannten haben. Bereits die hier beschriebenen ersten Annäherungen an parasoziale Beziehungen zu Avataren stießen an Grenzen der Skala. Dies gilt nicht nur. 1997). sind die Beziehungen zu Avataren weit entfernt: Die Bezugspersonen (die Avatare) sind dem Namen und dem Aussehen nach den Mediennutzern bekannt. Entsprechend stellt sich die Frage. An der in den vorgestellten Studien zugrunde gelegten Standard-Skala von Rubin. Auf diese Weise für den Dialog mit den Mediennutzern gerüstet. Gleich. 1999). Weil jedoch mit verbesserten Konversationsfähigkeiten das Wissen der Rezipienten um die Virtualität von Avataren nicht gelöscht werden kann. Krämer & Buschmann.M&K 49. dürften virtuelle Akteure der kommenden Generationen auch als Bezugsperson für stärkere parasoziale Bindungen in Betracht kommen. 1999. Von der geradezu überschwenglichen Bewunderung und Verehrung. inwiefern das Instrument für die Anwendung auf virtuelle Akteure geeignet ist. Je mehr und je komplexere Avatare die digitalen Welten bewohnen. wie sie heute im Internet und in Computerspielen zum Einsatz kommen. So wahren die Mediennutzer eine gewisse Distanz zu den „neuen Prominenten“ wie E-Cyas oder Lara Croft. aber auch für den Bereich der interaktiven Unterhaltung (Durkin & Aisbett. Es ergeben sich also in den Daten strukturelle Ähnlichkeiten zu den Erkenntnissen der Forschung über parasoziale Beziehungen zu Fernseh-Personae. Für entsprechende Studien müssen allerdings neue Erhebungsinstrumente entwickelt werden. Jahrgang 3/2001 reich korrespondiert (Perse & Rubin. Die beiden vorgestellten Befragungsstudien über parasoziale Bindungen an Avatare zeigen. wie Mensch und Avatar miteinander interagieren. wie sie typisch ist für Fans von TV-Stars (Leets. dass virtuelle Akteure in Zukunft vor allem an Interaktionskompetenz gewinnen werden (Bente & Otto. sie besitzen jedoch nur eine geringe emotionale Relevanz. 2001). Der Zusammenhang zwischen der Attraktivität des Avatars und der Stärke der „medialen“ parasozialen Beziehung wird in beiden Studien deutlich und ist auch aus der Forschung im Fernsehbereich bekannt (Gleich. den Rezipienten bzw. 364 . ihren „Zielgruppen“ zu gefallen. als bewunderte Stars oder gar Freunde eignen sie sich weniger.

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Jurga (Eds.archiv/avatare/kyoko (03. Zeitschrift für Medienpsychologie. • Ich leide mit. J. • Lara Croft ist erotisch. W. 49. 8 (3). Turing. [online]. P. Derrick und Co. Parasozialität und Fernsehkommunikation.de/archiv/1995/41/index. Baden-Baden: Nomos. Opladen: Westdeutscher Verlag. wenn Lara Croft Probleme hat. • Wenn in Zeitungen oder Zeitschriften etwas über Lara Croft stünde. 153 – 171). Die virtuelle Lotusblüte.. Fernsehforschung in Deutschland. Akteure. dass Lara Croft ähnliche Dinge wichtig sind wie mir. (1996). & Sudhoff. P. (1998). S. Zapfe. Wulff. (im Druck). kommt es mir vor. In P. (2000). Themen. Parasoziale Beziehungen zu Serienfiguren: Ergänzung oder Ersatz? Medienpsychologie. Media Entertainment: The Psychology of its Appeal (S. wie ich mich verhalten würde. wenn ich in der gleichen Situation wäre wie Lara Croft. Mind.2000). Vilhjálmsson. Roters. NJ: Erlbaum. Brinkmann. H.de/archiv. (1950). • Manchmal überlege ich mir. • Ich finde Lara Croft attraktiv. In D. Mahwah. Interactive Entertainment and Beyond. S. Klingler & O. Avatar oder Agent. dass ich Lara Croft vermisse. P. (Hrsg. Vorderer. Zillmann & P. P. W. • Ich freue mich darauf. Inszenierungsgesellschaft (S. Snowcrash. S. Vorderer (Hrsg. Freunde in guten und schlechten Zeiten. (1996b). Verfügbar: http://www. 269 – 277). A.html (19. 689 – 707). Anhang: Items zur parasozialen Beziehung (nach Vorderer & Knobloch. Orientierung und Problembewältigung durch TVTalkshows: Empirische Ergebnisse und Erklärungsansätze.computerwoche. Zöllner (Hrsg. (1998). in der für die Anwendung auf Lara Croft modifizierten Variante • Wenn ich Lara Croft auf dem Bildschirm sehe. als Freunde der Zuschauer. 8(3). Verfügbar: http://www. Unterhaltung durch Fernsehen: Welche Rolle spielen parasoziale Beziehungen zwischen Zuschauern und Fernsehakteuren? In G. Trepte. 163 – 181. (1995). Vorderer (Hrsg. • Ich würde Lara Croft gerne einmal persönlich kennen lernen. 433 – 460. Bodychat: Autonomous communicative behaviors in avatars.). & Cassel.). S. Parasoziale Beziehungen von Vielsehern zu Charakteren einer Daily Soap. Vorderer.cfm?path=http://www. P.). (1998). als wenn ich mit Freunden zusammen wäre. Willems & M.01. N. Bild. In H. M. Ueberhorst. Vorderer. München: Goldmann. wenn ich Tomb Raider längere Zeit nicht gespielt habe. S. Proceedings of the Second International Conference on Autonomous Agents (S.de/service. P.) (1996a).Hartmann / Klimmt / Vorderer · Avatare Stephenson. Computing Machinery and Intelligence. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen (S. Visscher. P. Eine explorative Studie über parasoziale Beziehungen zu Serienfiguren. Fernsehen als „Beziehungskiste“.computerwoche.02. würde ich es auf jeden Fall spielen. 367 . Opladen: Westdeutscher Verlag.). [online]. S. Lara Croft in der nächsten „Tomb Raider“-Folge wiederzusehen. Trzka. Picard. Vorderer. 201 – 216. würde ich es auf jeden Fall lesen. J. • Wenn Lara Croft eine Figur in einem anderen Spiel wäre. • Ich habe den Eindruck. (1996). A. 1996). (1995). & Knobloch. Opladen: Westdeutscher Verlag. Medienpsychologie. Fernsehen als „Beziehungskiste“. • Es kommt sogar vor. Parasoziale Beziehungen und Interaktionen mit TV-Personen. H. Vorderer. Methoden (S. (1998).). & Vorderer. H. dann fühle ich mich wohl. In Association for Computing Machinery (Hrsg. 453 – 469). New York.2001). 21 – 36).

• Auf Lara Croft kann man sich verlassen. überlege ich mir manchmal. dass ich Lara Croft etwas zurufe. • Wenn ich Probleme habe. 368 .M&K 49. wie z. • In vielen Punkten ähnelt das Leben von Lara Croft meinem Leben. • Ich wäre gerne wie Lara Croft. „Pass auf“. • Ich bewundere Lara Croft. Jahrgang 3/2001 • In besonders spannenden Situationen kommt es schon mal vor. • Manchmal vergleiche ich das Leben von Lara Croft mit dem Leben von Verwandten. • Ich empfinde Lara Croft als echte Person. • Manchmal vergleiche ich mein Leben mit dem Leben von Lara Croft. wie Lara Croft sich selbst in meiner Situation verhalten würde. Freunden und Bekannten. B.

369 . dass die Besonderheit freier Radios darin besteht. Aus den Selbstbeschreibungen freier Radios und theoretischen Überlegungen aus ihrem Umfeld lässt sich ableiten. Nicht mitgezählt wurden Radiogruppen. Aus der Kontrastierung dieser Ergebnisse mit konversationsanalytischen Studien zu 1 Vergleiche www. 1. die im Rahmen des Bürgerfunks in Nordrhein-Westfalen senden. 2 Ausnahmen sind Weichler (1987).pdf (Stand: 28. In diesem Zusammenhang wird vor allem auf die Diskussion inner. den Hörfunk selbstbestimmt als Kommunikationsmittel zu nutzen.Sprechen im freien Radio Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks Jan Pinseler In den 90er Jahren hat sich die Zahl der lizenzierten freien Radios in der Bundesrepublik Deutschland vervielfacht. dass nichtkommerzielle lokale Hörfunkstationen nicht entstanden seien (1991: 355). der die freien Radios in den Gesamtzusammenhang einer „Theorie alternativer Kommunikation“ einbindet und dabei eine detaillierte Bestandsaufnahme Freier Radios in der BRD bis Mitte der achtziger Jahre leistet. gibt für Deutschland den freien Radios eine Mitschuld daran. Für die Hessische Landesmedienanstalt hat Merz (1998) die als nichtkommerzielle Radios in Hessen lizenzierten Sender untersucht.freie-radios. dass das Potenzial dieser Sender vor allem darin besteht. Daraus folgt. Kleinsteuber (1991). dass im freien Radio nicht nur andere Themen als in anderen Medien vorkommen können.und außerhalb freier Radios über die Möglichkeiten und Potenziale freie Radios eingegangen. Dabei ist die Situation in den verschiedenen Bundesländern sehr unterschiedlich. eine Sprache des Alltags auch im Hörfunk zu verwenden und unterschiedliche subjektive Standpunkte zu Gehör zu bringen. Während etwa in Baden-Württemberg. die eher Gesprächen im Alltag ähneln. werden sie von der Kommunikationswissenschaft fast vollständig ignoriert.2 Im Folgenden soll zunächst kurz die Entwicklung der freien Radios in der Bundesrepublik nachgezeichnet werden. das Medium Hörfunk zu „entzaubern“. Februar 2001). Daran schließt eine konversationsanalytische Untersuchung von Gesprächen in einem freien Radio an.de/bfr/bfr-karte. verkennt jedoch deren Formen von Zugangsoffenheit und wird daher deren Senderealität nicht gerecht. der hauptsächlich einen internationalen Vergleich nichtkommerzieller Radios vornimmt. die strukturell die Form von Nachrichteninterviews haben. als auch Gespräche. Obwohl es freie Radios also seit einigen Jahren fast in der ganzen Bundesrepublik gibt. Einleitung Derzeit gibt es nach Angaben des Bundesverbandes Freier Radios dreiundzwanzig freie Radios in der Bundesrepublik. dass hier sowohl Gespräche möglich sind. Anhand einer konversationsanalytischen Untersuchung von Sendungen des coloRadio in Dresden wird gezeigt. sondern dass es aufgrund der größeren Nähe zur Alltagssprache auch anderen Personen möglich ist.1 Die meisten dieser Radiosender haben erst in den letzten fünf bis acht Jahren eine Lizenz erhalten. werden freie Radios zum Beispiel in Bayern und Sachsen wie private Hörfunksender behandelt und sind in einer schwierigeren rechtlichen Lage. Vogel (1991) hat allgemein Formen der Bürgerbeteiligung am Rundfunk analysiert und geht dabei am Rande auch auf freie Radios ein. Hessen oder Niedersachsen nichtkommerzielle Lokalradios in den jeweiligen Landesmediengesetzen vorgesehen sind und dementsprechend viele solche Radiosender existieren.

was gesendet werden soll.und – vor allem – Hörfunksender entwickelt. das Medium Hörfunk eigenverantwortlich zu nutzen. Einer der ersten bundesdeutschen politischen Piratensender war 1975 der Piratensender Unfreies Westberlin.3 haben nichtkommerzielle Lokalradios feste Redaktionen. dass sie feste Strukturen haben. die über die auszustrahlenden Sendungen entscheiden. Während Offene Kanäle grundsätzlich offen für jede Sendung sind. dessen Ziel erklärtermaßen darin bestand. die sich selbst als „freie“ Radios bezeichnen und im Bundesverband Freier Radios (BFR) vereinigt sind. Das Ziel besteht darin. die Möglichkeit. 1994: 8). auch Weichler. 370 . Grothe & Müller (1994). 1987). 2. ein medium aus seinem verwertungszusammenhang zu lösen. Die Redakteure sollen miteinander über das kommunizieren und diskutieren. waren sie vor allem Ausdruck eines Bedürfnisses nach selbstbestimmten Medien. Freie Radios in den siebziger und achtziger Jahren wollten Medien der 3 Vergleiche zu Offenen Kanälen etwa Kamp (1989) oder Jarren. vgl. Dazu gehören einerseits schon länger eine ganze Reihe von Offenen Kanälen. V. Sie schließen Werbung als Einnahmequelle grundsätzlich aus.4 „freies radio ist der versuch. ein gemeinsames Senden zu befördern. Unterschiede bestehen jedoch auch innerhalb der nichtkommerziellen Lokalradios hinsichtlich ihres Selbstverständnisses. Freundeskreis Lokal-Radio Hannover e. 4 Vergleiche zum Beispiel Freies Sender Kombinat (1994). Eine große abgrenzbare Gruppe machen die Radios aus. Die Strukturen freier Radios sollen dementsprechend zum einen die Zugänglichkeit und die Offenheit nach außen herstellen und zum anderen Einschaltmöglichkeiten schaffen. Freie Radios zeichnen sich – so kann aus ihren Selbstbeschreibungen gefolgert werden – in Abgrenzung zu öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern sowie zu Ausbildungs. sondern die prinzipielle Austauschbarkeit von Hörenden und Sendenden. Ihre Finanzierung versuchen die freien Radios zu einem großen Teil aus Mitgliedsgebühren und Spenden zu sichern. das Werbung sendet. bisher „unterdrückte oder verfälschte Nachrichten“ an die Öffentlichkeit zu bringen (Network Medien-Cooperative.1 Entwicklung und gesellschaftliche Rahmenbedingungen In der Bundesrepublik hat sich vornehmlich in den letzten fünf bis zehn Jahren eine sehr vielfältige Szene nichtkommerzieller lokaler Fernseh. ziel ist dabei die emanzipation der hörenden und sendenden innerhalb der konventionellen medienlandschaft“ (Freies Sender Kombinat. die offen sind für Mitarbeit und diese zu ermuntern versuchen. andererseits eine Vielzahl nichtkommerzieller Lokalradios. Eine Ausnahme ist Radio Z. indem das Programm selbst klar und nachvollziehbar strukturiert ist. Mit Emanzipation ist dabei gerade keine medienpädagogische Erziehung zum richtigen Hören oder Senden gemeint.M&K 49. inwieweit sich freie Radios in ihrer Praxis von anderen Hörfunksendern unterscheiden. 1983: 134. Jahrgang 3/2001 Nachrichteninterviews einerseits und zu Gesprächen im Alltag andererseits soll schließlich abgeleitet werden. Ziel freier Radios ist nicht die vereinzelte Herstellung von Sendungen.und Universitätsradios dadurch aus. Freie Radios in der Bundesrepublik 2. sondern die gemeinsame Erstellung eines zusammengehörenden Produkts. Als die freien Radios in der alten Bundesrepublik entstanden. (1995) und Radio-Initiative Dresden (1994).

371 . die im Gefolge der Rebellion von 1968 entstanden waren und zunehmend erstarkten. stand plötzlich zur Disposition. Für die Praxis westdeutscher freier Radios wurden vielmehr die kritischen Medientheorien von Brecht (1932/1975) und Benjamin (1934/1966).6 Diese Sender füllten das Radioprogramm nicht (nur) mit anderen Inhalten. da sie „sich ständig vergeblich fragen müssen. Wichtigste Ziele dieser Radios waren dabei erstens die kollektive Produktion der Sendungen und die Selbstorganisation des Senders. wie sich das Me- 5 Vergleiche zur Rolle der Kommunikation in den neuen sozialen Bewegungen auch Roth (1991). Alternativen wurden überhaupt erst einmal denkbar. mit der die öffentlich-rechtliche Organisationsform als einzig mögliche Organisationsform von Rundfunk galt.Pinseler · Sprechen im freien Radio Gegenöffentlichkeit sein. vergleiche auch Eco & Grieco (1978). Anders (1956). Parallel dazu hatte sich ab Mitte der siebziger Jahre in Westdeutschland die Diskussion um die Einführung des privaten Rundfunks intensiviert. Sie wollten unterdrückte Nachrichten verbreiten. das lange Zeit kaum kritisiert wurde. 1978: 5). selbstbestimmte und selbst kontrollierte Strukturen für eine eigene Medienarbeit zu schaffen und nicht. Genannt seien hier die Anti-AKW-Bewegung. Mit dieser Debatte wurde zum einen die Selbstverständlichkeit aufgebrochen. die Hausbesetzerbewegung und die Friedensbewegung.5 Die Forderungen nach einer unvermittelten Kommunikation. Enzensberger (1970/1997) und Negt/Kluge (1972) wichtig. die in Italien bereits seit 1975 bestanden und großen Eindruck auf die westdeutsche Linke machten (vgl.2 Anspruch und Potenzial freier Radios Als Vorläufer der bundesdeutschen freien Radios können die radios libres gelten. die bestehenden Medien zu verändern (vgl. Network Medien-Cooperative. wo ihre unverstellte Alltagsrealität in den Programmen bleibt“ (Faecke & Haag.7 Diese italienischen Erfahrungen wurden zwar theoretisch reflektiert. 1983: 110). zweitens der freie Zugang für Betroffene zum Radio und drittens die Unvermitteltheit der Kommunikation. wer denn die ökonomische Kontrolle über die Sender ausüben solle. wie bis dahin Radio gemacht wurde. Le Paige (1977) und Ruoff (1978). 6 Für einen Einblick in die Praxis von Radio Alice vergleiche Kollektiv A/traverso (1977). Diese versuchte. wie etwa noch die Studentenbewegung. Network Medien-Cooperative. 1983: 106 – 107). 1977: 110 – 111). Sie alle kamen in den öffentlich-rechtlichen Sendern entweder gar nicht vor oder fühlten sich in ihren Anliegen ignoriert. allen voran Radio Alice in Bologna und Radio Popolare Milano. jedoch kaum praktisch auf bundesdeutsche Verhältnisse übertragen. Aus dieser Frustration bildete sich seit Mitte der siebziger Jahre auch eine alternative Medienpraxis heraus. die „Bürger“ begannen sich zu wehren. 7 Vergleiche FRED (1977). 2. Während Brecht und Benjamin einen Weg aufzeigten. sie brachen auch sehr weit gehend mit den Prinzipien. dass es privat-kommerzielle Betreiber von Hörfunk und Fernsehen geben würde. Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem. Zum anderen wurde aber auch die Frage gestellt. und es wurde immer klarer. Ruoff. Bedeutsam für die Wahrnehmung der italienischen freien Sender in der Bundesrepublik waren die „politisierten“ Radios. solche Meldungen. verzerrt oder falsch dargestellt (vgl. die in den öffentlich-rechtlichen Medien nicht zu hören und in den Zeitungen nicht zu lesen waren. nach eigenen Medien wurden immer lauter. Betroffen von der Nichtbeachtung durch die etablierten Rundfunkveranstalter sahen sich vor allem die neuen sozialen Bewegungen.

da die Sprache selbst nicht nur ein Mittel. sondern wollten diese umgestalten oder einem emanzipatorischeren Gebrauch zuführen. ohne sich an den bürgerlichen Medien zu orientieren und diese ständig korrigieren zu wollen.-gruppe (1998). Bedingungen zu schaffen. diese Theorien in diesem Sinne auch anzuwenden.M&K 49. sondern „Machtformation“ sei (1998: 68). Genau deshalb funktioniere der Versuch so selten. wahrere Informationen zu verbreiten (1998: 66). so die autonome a.k. versuchte insbesondere Enzensberger. in dem die Akteure selbst zu Wort kommen. Botschaft. das Medium durch Unterwanderung zu verändern.10 Aufgabe einer emanzipatorischen Radio- 8 Ein Beispiel. Und drittens die Debatte um die Informatisierung der Gesellschaft als kapitalistischem Prozess. Jahrgang 3/2001 dium (Brecht) beziehungsweise der Autor (Benjamin) zu verändern hätten. Gegenöffentlichkeit herzustellen (vgl. ist ein von Dieter Baacke (1974) herausgegebener Sammelband. richtigere. Das Konzept der Gegenöffentlichkeit orientiere sich an den bürgerlichen Medien. dass die repressive Form von Rundfunkästhetik in allen Formen von Radios stattfindet (Wenzel 1998a: 28). von Medienarbeitern aus diesen bürgerlichen Medien auf ihre Brauchbarkeit für deren Medienpraxis hin untersucht.r.a. wie im Radio gesprochen wird. 1993: 44 – 45).f. wie eine Botschaft gelesen werde. 1983. in dem Information zur Ware wird (1998: 71 – 79). also um die praktische Bedeutung dessen.). Kommunikationssituation und Code bestimme. dass erst das Zusammenspiel zwischen Adressat. Die Form des Gesagten sei aber genauso wichtig wie die Botschaft. Insgesamt zeichnen sich diese kritischen Medientheorien durch eine sehr große Nähe zu den bestehenden Medien aus. Weichler. spiegele dessen Inhalte nur. In Anlehnung an Enzensberger (1997) unterscheidet Ulrich Wenzel zwischen einer repressiven und einer emanzipatorischen Radioproduktion. Er betont. da es sich auf die Inhalte von Kommunikation konzentriere und es in diesem Modell darum gehe. 372 .8 War es in den 70er und 80er Jahren noch grundlegendes Prinzip freier Radios in der Bundesrepublik. Zweitens die Debatte um Sprache als Praxis. Radio Alice habe drei wichtige Debatten eingeführt: Erstens die Debatte um das Radio als Sender der Bewegung. Sendungen dieser Art informierten niemanden. sondern vereinheitlichten und verdichteten das Publikum. 10 Vergleiche zu der Verdichtung und Vereinheitlichung des Publikums durch eine repressive Radioästhetik auch Wenzel (1998b). J. 1987). so kam das Konzept der Gegenöffentlichkeit in den 90er Jahren immer mehr in die Kritik und war immer weniger für die Praxis freier Radios handlungsleitend. Freie Radios müssten sich hingegen das Recht nehmen zu senden. zur Diskussion um Einschaltquoten und Durchhörbarkeit im freien Radio auch Klug & Wenzel (1996). andere Inhalte über freie Radios zu transportieren. In Anlehnung an die Semiotik und die Cultural Studies argumentieren sie.9 Diese Strategie scheint auch weniger radikalen Vertreterinnen freier Radios die erfolgversprechendste: Das Konzept der Gegenöffentlichkeit. 9 Vergleiche auch Lovink (1992) und Agentur Bilwet (o. kritisierte zum Beispiel die Amsterdamer Autorengruppe Bilwet um Geert Lovink: „Das Ziel bestand in Korrektur und Ergänzung“ (Agentur Bilwet. die die bürgerlichen Medien angreifen und kritisieren. gehe vom Sender-Kanal-Empfänger-Modell aus. brachen mit diesen nicht grundsätzlich. In ihrer Auseinandersetzung mit der Praxis von Radio Alice in Bologna verwirft auch Katja Diefenbach (1998) das Modell der Gegenöffentlichkeit. Ziel künftiger Gegenöffentlichkeit müsse daher sein.i. unter denen von der Normalität abweichende Bedeutungen möglich werden (1998: 44 – 48). Network Medien-Cooperative. Darin werden Medientheorien.

dass Jeder ein Experte des Alltags ist. • Zweitens kann freies Radio den Akteuren das Wort geben und durch die Einbeziehung der Hörer Debatten initiieren. Aber nicht subjektiv im Sinne einer redaktionellen Linie. auch die der Manipulation und Verzerrung.Pinseler · Sprechen im freien Radio praxis wäre es hingegen. nicht die Sprache des Geschäftsgebrauchs. die Sprache des Alltags. die weitergeführt werden muss. drittens. dass in der Soundso-Schule das Direktorzimmer besetzt gehalten wird. sondern wichtig ist. ihren Gegenstand möglichst genau und eindeutig zu bezeichnen. Nur ein ungenauer Sprachgebrauch böte die Möglichkeit der Subversion und Abweichung. sondern Anstöße für eine Auseinandersetzung. nimmt es dem Radio in seiner herkömmlichen Form die Aura des allwissenden. und einem rednerischen Gebrauch der Sprache. keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. die italienische Vereinigung demokratischer Radiosender: „Es ist nicht wichtig zu berichten. sondern Sinn rekonstruktiv zu befragen und gleichzeitig zu dekonstruieren“ (1998a: 28). die Akteure dieser Ereignisse sind. Marcel Stötzler geht in seiner Analyse des Sprachgebrauchs im freien Radio von der Unterscheidung Humboldts zwischen einem Geschäftsgebrauch der Sprache. So sendet ein freies Radio keine abgeschlossenen Botschaften. • So folgt dann viertens auch. sich mit den Positionen der Sendenden auseinander zu setzen. welchen Beitrag sie zur Überwindung des Kapitalismus leisten könne. Freies Radio ist kein Stellvertreter gesellschaftlicher Kräfte. sondern es erteilt diesen Kräften selbst das Wort. wer gerade spricht. in dem Sprache als Zeichen gebraucht wird. dass Objektivität nicht die Zielstellung eines freien Radios sein kann. Zudem zeigt freies Radio. Über Ereignisse wird nicht aus einem anderen Blickwinkel berichtet. Indem freies Radio vorführt. der das Nicht-Ganz-Verstehen und das Missverständnis einkalkuliert. also „nicht Sinn zu stiften. der den Hörenden zwar sagt. lebt ein freies Radio gerade von einem ungenauen Sprachgebrauch. aus (1998: 7). Während Letztere darauf angewiesen ist. dass Jede Radio machen kann. Die Sprache des freien Radios ist daher. die Bedingungen des Sprechens und Hörens zu ändern. nur eben anders als die anderen Radiosender. Schon 1977 postulierte die FRED. Der rednerische Gebrauch der Sprache sei die Sprache des Feierabends und der befreiten Zeit und müsse daher auch die Sprache des freien Radios sein. Zusammenfassend lässt sich aus den angeführten theoretischen Überlegungen ableiten. in dem sie eine Sprache des Verstandes und des Gefühls ist. Da Medienpraxis eine Dimension gesellschaftlicher Praxis sei. daß die Schüler. und entblößt damit seine Techniken. • Eine solche Praxis hat zur Konsequenz. Freies 373 . sondern es wird darüber von denjenigen berichtet. was richtig und was falsch ist. die die Aktion durchführen. Diese Subjektivität wird vor den Hörenden nicht verschleiert. müsse sie sich fragen. Freies Radio bietet also keinen alternativen Journalismus an. je nachdem. es selbst sagen und sich beim Sprechen gleichzeitig über den Sender hören“ (1977:141). Freies Radio muss subjektiv sein. Erst dies ermöglicht eine produktive Auseinandersetzung mit den Inhalten des freien Radios. worin das emanzipatorische Potenzial freier Radios vor allem bestehen könnte: • Zum Ersten bietet freies Radio die Möglichkeit zur Entzauberung des Mediums Hörfunk. immer Recht habenden Mediums. sondern muss es ihnen ermöglichen. dass sich auch die Sprache des freien Radios grundsätzlich von der anderer Radios unterscheidet. sondern immer wieder subjektiv einen anderen Standpunkt einnehmend. wie Radio gemacht wird.

Clayman & Zimmerman 1988: 80) und zu zeigen. Aufgabe des Forschers ist es.M&K 49. Diese Methode ermöglichte es. Dabei geht es ihr um die Frage. ob und wie sich das tatsächliche Programm eines freien Radios von dem anderer Sender unterscheidet. wie oben angenommen. Ziel der Konversationsanalyse ist es. sondern zu untersuchen. wie diese Ordnung in den Gesprächen manifest wird (vgl. Der Kontext ist dabei in den Handlungen der an der Interaktion Beteiligten vorfindbar. Die Praktiken mittels derer alltägliche Gespräche geführt werden. 3. Jahrgang 3/2001 Radio macht gar keinen Journalismus. Er wird in der Interaktion reflektiert und verändert (vgl. an der sich die Beteiligten auch selbst orientieren und die sowohl wiederholbar ist. vor allem in dem von ihnen organisierten spezifischen Verhältnis von Hörern und Machern liegt. Heritage. den Schwerpunkt der Untersuchung also nicht auf die Inhalte der getätigten Äußerungen zu legen. Daraus lassen sich die 374 . 1991). Schegloff & Jefferson 1974: 699 – 700). Insbesondere im angelsächsischen Sprachraum sind eine Reihe von konversationsanalytischen Studien zu Nachrichteninterviews unternommen worden. da prinzipiell die Interaktionsform Gespräch bei jeglichem Grad von Bekanntheit der Gesprächspartnerinnen und zwischen jeglichen Personen möglich ist. ob die Besonderheit freier Radios tatsächlich. Gespräche im freien Radio: eine Konversationsanalyse 3. vor allem die Organisation der in diesen Sendungen geführten Gespräche zu analysieren. Heritage & Greatbatch 1991: 94). das zugrunde liegende System ist unabhängig vom Kontext des Gespräches. Grundannahme der Konversationsanalyse ist daher. Dazu wurden insgesamt zwölf aktuelle Informationssendungen der Monate Dezember 1998 sowie April und Mai 1999 bei coloRadio in Dresden mittels einer Konversationsanalyse untersucht. muss dieses System von Gesprächsregeln gleichzeitig kontextfrei und kontextsensitiv sein. soll im Folgenden empirisch überprüft werden. als auch wiederholt auftritt. indem die Hörerinnen prinzipiell jederzeit zu Macherinnen werden können. Psathas 1995: 2 – 3). Um dies zu ermöglichen. Institutionalisierte Interaktionen bauen auf diesen alltäglichen Praktiken auf und können durch ihre Abweichungen von diesen alltäglichen Praktiken beschrieben werden (vgl. grundlegende Strukturen und Regelmäßigkeiten in sozialen Interaktionen zu bestimmen (vgl. wie Menschen in ihren alltäglichen Interaktionen Wirklichkeit reproduzieren.1 Methodisches Vorgehen Da dieses Potenzial ausschließlich auf der Grundlage theoretischer Überlegungen zu freien Radios gewonnen wurde. indem die Rückkopplung der Hörer in die Sendungen eingeplant ist und der Sender selbst in der Verfügungsgewalt von Macherinnen und Hörerinnen liegt. Das heißt. diese Ordnung zu entdecken und zu beschreiben und sie vom konkreten Gesprächsgegenstand verallgemeinernd und abstrakt darzustellen (vgl. Ursprünglich wurde die Konversationsanalyse von Harvey Sacks und Emanuel Schegloff in den 60er Jahren für die Analyse alltäglicher Gespräche entwickelt. dass die Ordnung in den Gesprächen eine von den Beteiligten jeweils situationsabhängig produzierte. passt sich aber in dem konkreten Gespräch dem Kontext an (vgl. Eine solche grundlegende Ordnung muss es geben. in den Interaktionen ausgehandelte Ordnung ist. Bergmann 1981: 16). Es kann hingegen grundsätzlich das Verhältnis zwischen Hörerinnen und Macherinnen verändern. Heritage & Greatbatch. sind grundlegende Praktiken der Interaktion. Sacks.

Das Recht der Zuweisung von Redezügen ist extrem asymmetrisch verteilt. So kann herausgearbeitet werden. und Interviewte müssen große Anstrengungen unternehmen. wie sich also die Institution freies Radio in den Sendungen durch die Handlungen der Beteiligten bildet. welche Regeln die Beteiligten für die Organisation ihrer Gespräche im freien Radio verwenden. ihre Frage einzuleiten und zu begründen. In Nachrichteninterviews sind die einzelnen Redezüge meist sehr lang. 375 . bis eine Frage formuliert wurde. außer wenn mehrere Personen gleichzeitig interviewt werden. Sie bestehen aus vielen Einheiten. um im Frage-Antwort-Schema zu bleiben. wenn die Interviewten nur ganz kurz antworten. Mittels der konversationsanalytischen Untersuchung der Sendungen bei coloRadio in Dresden sollte nun festgestellt werden. Die Beteiligten vermeiden die Äußerung von Rezipientensignalen. was sich immer dann deutlich zeigt. dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme von Gesprächsorganisationen im freien Radio gibt. den freies Radio darstellt. Im Folgenden wird diese Vielfalt an einem Beispiel dargestellt. 2. Dann entsteht meist eine kurze Pause.2 Beispiele Die Untersuchung zeigt. Im Nachrichteninterview gibt es lediglich Redezüge der Formen „Frage“ und „Antwort“. Interviewerin und Interviewter arbeiten also gemeinsam an der Produktion der Form „Nachrichteninterview“. das Thema des Gespräches zu bestimmen. Die folgenden Ausschnitte 11 Vergleiche zum Folgenden Heritage. Während in alltäglicher Kommunikation das Verständnis des Gesagten durch Äußerungen wie „ah“. 3. „ja“ oder „hm“ bestätigt wird oder gerade Gehörtes durch Äußerungen wie „gut“ oder „genau“ bewertet werden. Der Interviewte erkennt aber den einleitenden Charakter dieser Fragevorbereitungen und wartet deshalb mit seinem Redezug. wenn sie eine Frage nicht beantworten wollen. Untersucht werden muss dazu die alltägliche Produktion der sozialen Wirklichkeit „freies Radio“. sie können sich selbst kein Rederecht zuweisen. Die Interviewerinnen haben das Vorrecht. Diese langen Redezüge erwarten Interviewerinnen auch von den Interviewten. 3. Die Interviewer enthalten sich sogar systematisch irgendwelcher Bewertungen. sind diese Signale in Nachrichteninterviews kaum zu finden. die in der Analyse vorgefunden wurden. um den speziellen Ausschnitt von Wirklichkeit und sozialer Ordnung. dann können – auch im Vergleich mit Studien zum Sprechen im Alltag einerseits und zum Sprechen in Nachrichteninterviews andererseits – Schlussfolgerungen gezogen werden. wobei die Art des Redezuges für die Beteiligten vorher festgelegt ist: Die Interviewerin fragt und der Interviewte antwortet. Die Interviewten können Gespräche weder eröffnen noch beenden. Heritage (1985) und Heritage & Greatbatch (1991). in dem sich die unterschiedlichen Systeme von Gesprächsorganisationen. die ohne Rezipientensignale aneinander gereiht werden. Ist diese Alltagsmethodologie freigelegt. wiederfinden. zu erzeugen. 4. Dies hindert die Interviewerin jedoch prinzipiell nicht daran. welche Alltagsmethodologie die Beteiligten verwenden. Clayman & Zimmerman (1988).Pinseler · Sprechen im freien Radio folgenden Unterschiede zwischen Nachrichteninterviews und Alltagsgesprächen beschreiben:11 1. was ein freies Radio tatsächlich leisten kann.

5. 11. 10. Elli-Moderatorin. und (-) die frau. 7. aus meißen. dass die Analyse nur für dieses eine Beispiel vorgenommen wurde. die einen. Elli: Vera: [a=ha. Dezember 1998 ausgestrahlt wurde und in dem sich die Moderatorin mit einer Abgeordneten über eine Sitzung des Dresdner Stadtrates unterhält.98. die de. 16. 12.die jetz gewählt worden is.) vielen frauen im stadtrat. 25. 9.eine andere kandidatin favorisiert. die wir uns fachlich und auch so von der zusammenarbeit der frauenprojekte her mit. Um den inhaltlichen Kontext deutlich zu machen. hat. Jahrgang 3/2001 stammen aus einem Interview. seine Wunschkandidatin. beschränkt sich die Darstellung der Ergebnisse im Folgenden auf ein Beispiel.als Gleichstellungsbeauftragte gewünscht hätten. 27. weil eben (. 38. 29. Ein Verzeichnis der verwendeten Transkriptionssymbole findet sich im Anhang. marianne schulz.] [und ] muss ne sehr große mehrheit geben.-) aber die diskussion hat=s nicht gegeben. und wie kam es jetz zu..) in der abstimmung favorisiert wurde? genau.M&K 49.12. 31. doktor pino olbricht aus dresden. 10. aber es war nich die frau. und das wurde ganz schnell abgestimmt. und eh frau (. 13. (. die frauenprojekte ham ne andere frau (-) favorisiert. 3. also es war (-) wir finden sie sympathisch. 23. 21. 2. dass wir im stadtrat dann noch mal darüber diskutieren können. Für die Organisation des Gespräches spielt es – wie sich aus dem Vergleich mit anderen Gesprächen ergibt – keine Rolle. 17.) die meisten stadträte sich dann dazu gar nicht geäußert haben. der andere ausschuss hat die. 4.war aber nich. 22. 6.der eine ausschuss hat die kandidatin des oberbürgermeisters favorisiert. 30. war vorschlag des obs.12 (01) Transkript: coloRadio-Magazin. 15. 32. zumal zwei ausschüsse sich damit beschäftigt hatten im stadtrat. 24. Vera-am Telefon 1. einer regelmäßigen Informationssendung auf coloRadio.) marianne schulz ist neue Gleichstellungsbeauftragte. Elli: Vera: (. die auch eine bündnisgrüne ist. 19. 14. dass es sich bei der Gesprächspartnerin um die Inhaberin einer (wenn auch sehr beschränkten) politischen Machtposition handelt. am 10. eh ich sag ma. und zu verschiedenen voten (-) gekommen sind.dass dass genau sie (. 8. nich die idealfrau von (. in dem sich alle diese Systeme finden. 376 . Ausschnitt: Stadtrat. und eh wir hatten eigentlich gehofft. Das heißt jedoch nicht. 26. 20.-) 12 Die unterschiedlichen Systeme lassen sich an vielen Beispielen aus unterschiedlichen Sendungen zeigen. das im Magazin. 18.

Elli produziert Redezüge. Vera am Telefon 33. 40. dass er mit einem verhältnismäßig langen Redezug von Vera. Diese hatte lediglich drei Zeilen (Zeilen 30 – 32) für ihre Antwort benötigt. Durch die stark fallende Intonation in Zeile 27 sowie den zusammenfassenden Satz in den Zeilen 25 bis 27 signalisiert Vera der Moderatorin. 45. die diese aber nicht beantworten kann. dass sie nun doch mit ihrem Redezug zu Ende ist und gibt Elli die Chance. die wollten einfach ne entscheidung treffen. 48. 50. 46. 44. Bis hierhin sieht das Gespräch zwischen Elli und Vera wie ein ganz gewöhnliches Nachrichteninterview aus. 43. Die Überlappung in den Zeilen 01 und 02 zeigt dabei. ich erlebe (. 49. beginnt. und damit gut. und (. Vera produziert Redezüge. 34. die als Antworten gedeutet werden können und Elli unterlässt – von ihrem „aha“ in Zeile 01 einmal abgesehen – spontane Empfangsbestätigungen. nu. Vera: Elli: Vera: Die Pausen in den Zeilen 33 und 35 machen deutlich. 35. 51. Elli: (. 41. dass Vera ruhig weiterreden soll (auch vorher ging es schon um das selbe Thema). Mit einem Rezeptionssignal zeigt Elli in Zeile 01 kurz an. also einen sehr kurzen Redezug getan. obwohl sie in dem Moment — wie die Pause in Zeile 35 deut- 377 . Vera nutzt die Gelegenheit dann auch ausgiebig. es gibt ja nun m=mehr leute die mit och ner gleichstellungsbeauftragten Zusammenarbeiten müssen. Dies ist typisch zumindest für den ersten Teil des Gespräches zwischen Vera und Elli. Dies tut Elli dann auch und nutzt ihren Redezug für eine Nachfrage zu Veras Ausführungen. 39. ja. 47. abstimmung.12. was ich wirklich sehr schade fi(h)inde. 37. 53. die entscheidensten leute sind meistens männer. 10. die im Prinzip schon für sich einen abgeschlossenen Redezug bilden könnten. 42.98 Ausschnitt: Stadtrat (Fortsetzung) Elli Moderatorin. ich bin nun inzwischen mit dreiundreißig immer noch die jüngste stadträtin. 52. die als Fragen interpretierbar sind.Pinseler · Sprechen im freien Radio Bei diesem Transkriptausschnitt fällt zuallererst auf. sich selbst als nächste Sprecherin auszuwählen.) wie könnte man das in zukunft verhindern?=weil. 38. ich glaube frauenpolitik is n thema was unheimlich eingefordert werden muss. der interviewten Stadträtin. es gibt relativ wenig frauen im stadtrat und noch relativ wenig jüngere frauen.-) also(. ja.. also will sagen. 36.-) ehm beschlussvorlage. dass Elli eigentlich eine längere Antwort von Vera erwartet hatte. Der sehr lange Redezug von Vera besteht dann aus einer Vielzahl kleiner Einheiten.) den stadtrat schon als also so ein eh man sagt oft old men network. (02) Transkript: coloRadio-Magazin. Ähnlich geht es auch erst einmal weiter. dass sie eigentlich auch noch gar nicht zum Ende gekommen war. Elli weist sich dann aber selbst das Rederecht zu.

M&K 49. machst=u mit bei der sendung? gerne. die Vera eigentlich nicht beantwortet.] Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: Vera: Elli: 13 Damit ist Heritages „cooperative recycle” gemeint (1985: 106 – 108). indem sie der Interviewten eine kooperative Wiederholung13 anbietet. 67.] was gab=s sonst noch? das war=s eigentlich. also mein vorschlag. Sie formuliert deren Positionen noch einmal zusammenfassend (Zeilen 36 – 37) und gibt Vera damit die Möglichkeit. 74. o=[kay ] [okay. Fortsetzung) Elli-Moderatorin. 56. die frauenprojekte ham darunter gelitten. seine schon dargelegte Position noch einmal ausführlich zu erläutern. wenn niemand sonst redet.98. also wir brauchen ja in jedem fall n neuanfang. 66. ham jetz auch eh im haushalt eh sehr sehr=sehr um ihre gelder ringen müssen. Jahrgang 3/2001 lich macht — gar nicht sofort etwas zu sagen weiß. wie die Fortsetzung des Gespräches zeigt. auf bald. könnten wir uns drauf einichen. In diesem Fall „rettet“ sich Elli in eine Standardformulierung von Interviewern. 61. ihre Äußerung noch einmal zu bekräftigen. nich völlig erfolglos.-) [( ) ] [und ] von=ner öffentlichkeit her müssen wir auch power machen. also auch zu reden hat. 68. aber auch nich völlig erfolgreich. (. 65. (03) Transkript: coloRadio-Magazin. 77. 71. 378 . 81. 59. das Rederecht zuzuweisen. (-) dann dank=ich dir erst ma für heute. und da auch in stadtrat kommen. 70. tschü=[hüß ] [tschüß. 55.12. 57. 58. 63. 79. gut. Damit erkennt sie an. dass eine Interviewerin einem Interviewer eine Nachfrage stellt. nun gut. 80. die situation is da natürlich auch prekär. das die Moderatorin gerne aufnimmt. dass sie als Interviewerin das Recht und die Pflicht hat. coloradio macht mal eine sendung über gleichstellungspolitik in dresden. 60. 76. und da power machen. 72. 78. In ihrem Redezug in den Zeilen 44 bis 53 führt sie stattdessen ein anderes Thema ein. die es ihm ermöglicht. 73. 64. 62. 69.. 75. Dies bedeutet. Elli: Vera: ja: [is auch ] [haha und] man muss. das amt war lange unbesetzt. was sie auch tut (Zeilen 38 – 39). man muss wirklich sehen dass jetzt mal jüngere frauen kandidieren. Vera-am Telefon 54. Ausschnitt: Stadtrat (2. Darauf stellt Elli eine Frage nach der Konsequenz dieser Entscheidung. 10.

Vera solle sich an der Produktion dieser Sendung beteiligen — zeigt. Noch erstaunlicher. noch ist diese verwundert über die Idee Ellis. coloRadio solle mal eine ganze Sendung der Gleichstellungspolitik widmen. dass sich eher an den Regeln von Alltagsgesprächen orientiert. Inhaltlich kehren die Gesprächspartnerinnen zwar noch einmal zum Interviewthema. Die Beteiligten 379 . dass es für beide nichts Außergewöhnliches ist. von der Form her. Sie trifft Vorkehrungen. sie stimmt dieser auch noch explizit zu. die daraufhin noch einmal zum Handeln auffordert. Die Moderatorin tätigt ausschließlich Äußerungen. ein Nachrichteninterview zu führen. ihre Neutralität aufrecht zu erhalten. Dies nimmt wiederum Vera zum Anlass. kurze Überlappungen und das Recht der Redezugzuweisung liegt nicht mehr alleine bei der Moderatorin. Mit dem Abschluss dieser Abmachung durch die Moderatorin in Zeile 74 erhält dieses Gespräch dann endgültig eine andere Struktur. in den Zeilen 55 bis 58 einen politischen Aufruf zu tätigen. das von den Regeln der Gesprächsführung her einem Nachrichteninterview sehr ähnlich ist. also insbesondere in Bezug auf die Regeln des Sprecherwechsels und des Rechtes der Redezugzuweisung. die als Antwort interpretierbar sind. sondern interessierten Laien produziert werden. Die Moderatorin reagiert darauf nicht sofort. In ihrem Gespräch im Radio sind sie dann in der Lage. Diese beinhalten jeweils mehrere Einheiten. übergegangen zu einem Gespräch. Dabei zeichnet sich die Orientierung auf eine formelle Interaktion dadurch aus. Elli überlässt Vera wiederum den Redezug. dass in diesem Sender öffentlich über die Art und Weise der Produktion von Sendungen geredet wird. ist die Reaktion der Moderatorin auf diesen Vorschlag. Insbesondere besteht es aus verhältnismäßig langen Redezügen. Nicht nur akzeptiert sie die Themensetzung durch die Interviewte. die jede für sich einen abgeschlossenen Redezug bilden könnten. was diese zusagt (Zeile 73). verlässt also ihren neutralen Standpunkt als Moderatorin. Diesen Übergang haben sie völlig unauffällig und anstrengungslos bewältigt. Diese beiden Pole kann man in Anlehnung an Atkinson (1982) als Orientierung auf eine formelle Interaktion und Orientierung auf eine informelle Interaktion bezeichnen. führen Elli und Vera nun aber ein Gespräch. dass sich das Gespräch nach den für Nachrichteninterviews üblichen Regeln richtet. dass sowohl Moderatorin als auch die Interviewte gleichzeitig zu reden anfangen und sich somit ihre Äußerungen für einen kurzen Zeitraum überlappen (Zeilen 60 und 61). Offensichtlich verfügen also die Beteiligten dieses Gespräches über die Fähigkeit. Mit einer Pause (Zeile 59) zeigt sie der Moderatorin dann an. Die Selbstverständlichkeit mit der beide diese Selbstthematisierung des Senders behandeln — weder reagiert die Moderatorin in irgendeiner Art irritiert auf den Vorschlag der Interviewten. der Sitzung des Stadtrates zurück. das eher nach den Regeln von Gesprächen im Alltag funktioniert.Pinseler · Sprechen im freien Radio In Zeile 54 beginnt Elli dann die Form des Interviews zu durchbrechen. Die beiden Gesprächspartnerinnen sind also von einem Gespräch. ebenso wie ein alltägliches Gespräch zu führen. die als Frage interpretiert werden können. ob sich Vera denn an der Produktion einer solchen Sendung beteiligen würde (Zeile 72). Die Interviewte hingegen tätigt ausschließlich Äußerungen. ohne dass bei einem einfachen Hören ein Bruch im Gespräch auffällig geworden wäre. Sie fragt nach. wenn Vera in den Zeilen 62 bis 64 vorschlägt. zwischen diesen beiden Gesprächsarten zu wechseln. Die an dem Gespräch Beteiligten enthalten sich der Äußerung von Rezipientensignalen. jedenfalls im Kontext eines Nachrichteninterviews. was dazu führt. und dass Sendungen nicht von bezahlten Redakteurinnen. Interessant ist vor allem. dass sie ihren Redezug beendet hat. Offensichtlich wird hier dieses Wissen auch bei den Hörern vorausgesetzt. Es gibt vergleichsweise kurze Redezüge. dass sie hier im Radio das Radio selber thematisiert.

Ihr bleibt es aber vorbehalten. Die Besonderheit von Gesprächen im freien Radio besteht also gerade in der Möglichkeit. dass von einer Orientierung zu einer anderen Orientierung gewechselt wird. das Gespräch zu eröffnen und zu beenden. die ansonsten sehr stark Gesprächen im Alltag ähneln. Die Moderatorin zeigt durch ihre Äußerungen. in dem diese Gespräche geführt werden. die Nachrichteninterviews sind. Die an dem Gespräch beteiligten Personen zeigen durch Rezipientensignale ihrem Gesprächspartner ihre Aufmerksamkeit und ihr Verstehen oder Nichtverstehen an. zumindest das Recht der Eröffnung und der Beendigung von Gesprächen beim Moderator liegt. Das Recht der Redezugzuweisung liegt nicht ausschließlich bei der Moderatorin. dass ihnen die Existenz des mithörenden Publikums bewusst ist. Zusammenfassend lassen sich damit folgende. In einer Vielzahl von Beispielen lassen sich die verschiedenen Ausprägungen dieser Regeln sowie das Vorkommen von Zwischenstufen in den Gesprächen im Magazin von coloRadio zeigen. Die Gesprächsbeteiligten lassen erkennen. und die Redezüge der Beteiligten sind stärker als bei der formellen Orientierung aufeinander bezogen. dass die Moderatorin aus einem Interesse für den Gesprächsgegenstand heraus fragt und ihr die Antworten nicht vorher bekannt sind. in der Institution „freies Radio“ mögliche kommunikativen Praktiken beschreiben: 1. da selbst in den Gesprächen. 4. aber kurzen Überlappungen. Insbesondere sind die einzelnen Redezüge relativ kurz. und benutzt den Bezug auf die Hörerinnen für Fragebegründungen. aber auch innerhalb eines Gespräches geschehen. Ihr Gespräch zeigt aber auch. die Rollen „Interviewer“ und „Interviewte“ zu verlassen. Es kommt zu vielen. Zusammenfassung Wie oben beschrieben. Dies kann von Gespräch zu Gespräch. 2. Zusätzlich können im freien Radio aber auch Gespräche geführt werden. Die Agierenden im freien Radio sind in der Lage. wobei beide (oder alle) Gesprächspartner nicht aus ihren Rollen als „Interviewerin“ beziehungsweise „Interviewter“ fallen. Sogar innerhalb eines einzigen Gespräches ist es möglich. Die Regeln des Sprecherwechsels sind in diesen Gesprächen in unterschiedlichem Ausmaß vorher festgelegt. auf Fragen zu Geschehnissen und Einstellungen zu antworten. die es den Beteiligten erlauben. Im freien Radio können Gespräche realisiert werden.M&K 49. Sie sind allerdings nie völlig undeterminiert. 380 . Jahrgang 3/2001 folgen in ihrem Gespräch im Wesentlichen einem vorher vor allem von der Moderatorin festgelegten Plan. 3. um seine Neutralität zu wahren. Eine Orientierung auf eine informelle Interaktion zeichnet sich hingegen durch die folgenden Eigenschaften aus: Das Gespräch weist die für Alltagsgespräche typischen Merkmale auf. zwischen diesen Gesprächsformen zu wechseln. Das Gespräch wird sowohl für die Beteiligten als auch für das mithörende Publikum geführt. dass der Interviewer keine Vorkehrungen mehr treffen muss. dass sie selbst das Erfragte schon weiß. und die Interviewte selber Themen setzen kann. Dies bedeutet insbesondere. Das Gespräch wird ausschließlich für das mithörende Publikum geführt. können Abweichungen vom Regelsystem für die Organisation von Gesprächen im Alltag zurückgeführt werden auf den institutionellen Kontext. Der Verlauf des Gespräches zeigt einen relativ hohen Grad an Spontaneität. die also Personen die Gelegenheit geben. Das Recht der Redezugzuweisung liegt ausschließlich bei der Moderatorin. zwischen diesen beiden Polen mühelos hin und her zu wechseln.

Baacke. 9 – 51. Medienwirkungstheorie und Kommunikationsguerilla.k. The Categorization and Production of ‘Formal’ Interaction. in: Schröder. trotzdem Gespräche im freien Radio zu führen. da werden auch die im Programm vorfindbaren Gesprächsstrukturen andere sein. als wenn sie ihre Gespräche nur über die Form des Nachrichteninterviews realisieren könnten.r. München. in: ders. die sich nicht als freie Radios verstehen. können Aussagen über Gesprächsorganisationen im Offenen Kanal immer nur in Bezug auf redaktionell zusammenhängende Programmteile gemacht werden. dass den dort Agierenden mehr Möglichkeiten der Äußerung zur Verfügung stehen. Ebenfalls nicht übertragbar sind die Ergebnisse dieser Untersuchung auf Offene Kanäle. zum einen das Verhältnis zwischen Hörerinnen und Machern zu verändern und zum anderen vorrangig diejenigen zu Wort kommen zu lassen. Bensheim & Düsseldorf. Philosophische Betrachtungen über Rundfunk und Fernsehen. in: klipp & klang radiokurse (Hrsg.i. Walter (1966): Der Autor als Produzent. Benjamin. New Age. 381 . Informationsfetisch. ein Nachrichteninterview zu geben. Peter & Hugo Steger (Hrsg.: Versuche über Brecht. eine andere als in professionellen Medien ist. Anders. issue 1. Dies bedeutet. Auf diesem Weg können sie das ihnen innewohnende Potenzial auch einlösen. ihre Meinungen im Rundfunk zu verbreiten. ermöglicht es auch denjenigen. die zum Vergleich herangezogen werden könnten. S. (1981): Ethnomethodologische Konversationsanalyse. Andere Themen kommen heute auch in anderen Medien vor. 44 – 59. 101 – 119 Bergmann.): Der Datendandy. wie Gespräche im freien Radio organisiert werden können. Agentur Bilwet (o. Konzepte und Kommentare. scheint eine Verallgemeinerung für alle bundesdeutschen freien Radios aufgrund ähnlicher Praxis zumindest plausibel. Atkinson. Jörg R. Literatur Agentur Bilwet (1993): Medien-Archiv. 97 – 211. Für beide Rundfunkarten wie für andere freie Radios gibt es jedoch bis jetzt keine empirischen Daten. Über Medien. Düsseldorf. München. J. 86 – 117. Da dort redaktionelle Strukturen – wenn überhaupt – nur in Teilbereichen existieren. In: British Journal of Sociology 33. S. Eine Verallgemeinerung der getroffenen Aussagen für nichtkommerzielle Radios. Frankfurt am Main. autonome a.a. dass im freien Radio nicht nur andere Themen als in anderen Medien vorkommen können. das Beteiligung ermöglicht und herausfordert. Dieter (Hrsg.: Die Antiquiertheit des Menschen. pp. Die größere Alltagsnähe.-gruppe (1998): What’s that Noise? Gegenöffentlichkeit. Für die freien Radios lässt sich konstatieren. Dieses gesellschaftskritische Potenzial können die freien Radios ihnen zurückgeben. scheint jedoch nicht zulässig. J. Maxwell (1982): Understanding Formality.Pinseler · Sprechen im freien Radio Obwohl sich die Untersuchung auf Sendungen in einem freien Radio beschränkt hat. werden dort aber häufig ihres gesellschaftskritischen Potenzials beraubt. die nicht über die Kompetenz verfügen. da die untersuchten Formen von Gesprächen eng mit dem eingangs beschriebenen Selbstverständnis freier Radios zusammenhängen.): Dialogforschung. wenn sie genau diese Art der Kommunikation in ihren Sendern befördern und nicht vorrangig alternativen Journalismus betreiben. wenn sie ein Sprechen im Radio aktiv befördern. Die freien Radios können also eine wesentliche Bereicherung der Medienlandschaft sein.f. Wo vor allem der Anspruch nicht besteht.) (1974): Kritische Medientheorien. die sonst kaum eine oder gar keine Chance haben. Günther (1956): Die Welt als Phantom und Matrize. sondern dass die Art. in: ders. S. die die Strukturen der Gespräche im freien Radio auszeichnet. Mannheim.). S. Technokultur.

Roland (1991): Kommunikationsstrukturen und Vernetzungen in neuen sozialen Bewegungen. 18. 5. Roth. 20. 77 – 109. Praxis einer subversiven Kommunikation. in: Roth. in: alternative. Texte zur Radioarbeit. S. (1994): Antrag auf Zulassung zur Veranstaltung eines Hörfunkprogramms in Dresden. H.) (1994): Form. Negt. Hans J. Oskar.und Programmstrukturen nichtkommerziellen lokalen Hörfunks am Beispiel Hessen. 20. S. V. H. Dresden. (Hrsg. The Study of Talk-in-Interaction. Freies Sender Kombinat/AG Radio (Hrsg. Rom (Auszüge). klipp & klang Radiokurse (Hrsg. Jg. 130 – 135. John M. Organisations. Don H. Berlin. in: fsk-transmitter. (1995): In: Megahertz. S. Ulrich Wenzel (1996): Inwiefern sich freies Radio von der Inquisition unterscheiden könnte. Torsten Grothe. Kollektiv A/traverso (1977): Alice ist der Teufel. Bertolt (1975): Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. Erfahrungen mit nichtkommerziellen Lokalstationen in 15 Staaten. Zimmerman (1988): Discourse and Message Analysis.) (1983): Frequenzbesetzer. Andreas.): Advancing Communication Science.): Talk & Social Structure. Enzensberger. Eco. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. Bonn.): Neue soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland.): Handbook of Discourse Analysis. Jg.) (1991): Radio – das unterschätzte Medium. Faecke. 141 – 143.. Zimmerman (eds. (ed. George (1995): Conversation Analysis. Heritage. Diskussionspapier der FRED zum nationalen Kongreß. Roy Müller (1994): Bürgermedium Offener Kanal. Zur Organisationsanalyse von bürgerlicher und proletarischer Öffentlichkeit. Katja (1998): Die Liebe zu den sprechenden Mikromedien. Struktur & Konzept. In: Hawkins. 2. Studies in Ethnomethodology and Conversation Analysis. Robert P. Jahrgang 3/2001 Brecht. Die Radio-Zeitung von Flora. H. V. H. Bd. 250 – 258. In: Boden. Thousand Oaks. Heritage. 95 – 117. Boston. 261 – 279. Reinbek. Hugues (1977): Die „Freien Sender“ in Italien. S. Arbeitsbuch für ein anderes Radio. Jg. Suzanne Pingree (eds. Cultural and Ideological Diversification.) (1998): kurze Welle — lange Leitung. in: alternative. 110 – 111. in: ders.. Merz. Roland. Teun A. Aspects of the Production of Talk for an Overhearing Audience. The Case of News Interviews. pp. John (1985): Analyzing News Interviews. S. Heritage. Ruoff.: Gesammelte Werke. Erfolge und Strukturen. Steven Clayman. Frankfurt am Main.). S.. Berlin. Network Medien-Cooperative & Freundeskreis Freie Radios Münster (Hrsg. pp. 114/115. 1. Alexander Kluge (1972): Öffentlichkeit und Erfahrung. Bonn. Frankfurt am Main. Wiemann. S.Federazione Radio Emittenti Democratiche (1977): Thesen zur Theorie und Praxis der demokratischen Sender. H. The Micro-Structure of Mass Media Messages.) (1989): Der Offene Kanal. Berlin. Jarren. in: van Dijk. Kamp. 114/115. Don H. München. Umberto & Allen J. Otfried. 5-Minuten-Radiotheorie der Bewegung. Geert (1992): Hör zu – oder stirb! Fragmente einer Theorie der souveränen Medien. Zürich. Cambridge. Dieter Rucht (Hrsg. Psathas.. Lovink. 114/115. Ulrich (Hrsg. FRED . in: Cultures. Le Paige. 20. John & David Greatbatch (1991): On the Institutional Character of Institutional Talk. Peter & Gerd Haag (1977): Wer spricht für wen?. Jg. in: Media Perspektiven. John. Kleinsteuber. Radio Alice (Bologna). Deirdre. H. Freundeskreis Lokal-Radio Hannover e. S. Pia (1998): Bürgerfunk zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Klug. Amsterdam. Merging Mass and Interpersonal Processes. 122 – 132. Hans Magnus (1997): Baukasten zu einer Theorie der Medien.. Berlin. Mai ‘77. 127 – 134 Diefenbach. 63 – 79. Robert (1978): „… und da haben die Leute gemerkt. 5. in: alternative. Wer spricht für wen?. Hamburg. Grieco (1978): Independent Radio in Italy. 93 – 137.M&K 49. pp. daß das Instrument wichtig und inte- 382 . Radio-Initiative Dresden e.

S. mittlere. Emanuel A. in: Language. Berlin. längere Pause (0. Wenzel. in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. 0. . Stötzler. Vogel. 85 – 124.). 50. 696 – 735.Pinseler · Sprechen im freien Radio ressant ist. 0. Schegloff. . Marcel (1998): Der Sonntag des Sprechens.). Theorie und Praxis alternativer Kommunikation. in: Ästhetik und Kommunikation. unmittelbarer Anschluss sehr kurze Pause. Weichler. Andreas (1991): Rundfunk für alle. Berlin. waruBeginn einer Überlappung oder Simultansprechen Ende einer Überlappung oder Simultansprechen schneller. Gail Jefferson (1974): A Simplest Systematics for the Organization of Turn-Taking for Conversation. 9.“ Zu den demokratischen lokalen Radiosendern in Italien. pp. Zum Potential emanzipatorischer Rundfunkästhetik.. 4 – 9.25s. Transkriptionssymbole [ ] = (. H. Ulrich (1998a): Produktionsweisen und Rezeptionsweisen. 3. kurze. Partizipation und zugangsoffene Sendeplätze in Hörfunk und Fernsehen.75s) Äußerung unverständlich Lachpartikel beim Reden betont gesprochen stark steigende Intonation schwach steigende Intonation schwach fallende Intonation stark fallende Intonation Abbruch eines Wortes oder einer Äußerung 383 . Wenzel. S. Bürgerbeteiligung. Kurt (1987): Die anderen Medien. Jg. 5 – 21. in: karoshi. Ulrich (1998b): Warten auf Mitternacht.-) ( ) so(h)o ja ? . in: klipp & klang Radiokurse (Hrsg. Harvey.-) (.5s. 17 – 39. S. Die Geburt des Subjekts im Geiste des Mediums. Sacks. vol.. S.) (-) (.

wenn man die Studie in erster Linie als Versuch auffasst. Wenn ein (soziales) System von vornherein als autopoietisch und autonom bestimmt wird. Kritik konstruktiv zu verarbeiten und Fehler zu beheben. In der Journalismusforschung könnte man durchaus zu diesem Eindruck gelangen. wie sie von den Mainzer Kommunikationswissenschaftlern Hans Mathias Kepplinger und Wolfgang Donsbach in zahlreichen Studien vertreten wurde. – 579 S.LITERATUR Besprechungen Weiterentwicklung oder Auslaufmodell? Systemtheoretische Ansätze in der Journalismusforschung – eine Sammelrezension Stefan Frerichs Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Zum einen wird der betreffenden Theorie damit zugeschrieben. Insbesondere stellt sich die Frage. zum anderen ist es nicht gerade intellektuell anregend. und dafür eignen sich die drei im Folgenden näher vorzustellenden Publikationen. denn das würde bedeuten. dass vor dem Aufkommen der Systemtheorie dieses Gebiet ziemlich untheoretisch beforscht wurde. Ab Mitte der 70er Jahren knüpfte Siegfried Weischenberg daran an. Ein diskursives Handbuch Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. allerdings resultiert er daraus. Nicht nur Weischenberg selbst und nach wie vor Rühl blieben im Geschäft. die Defizite der Systemtheorie im empirischen Bereich zu beheben. 12). 1. Dominierendes Paradigma blieb jedoch die empirisch-analytische Verhaltenstheorie. vorentscheidet ihre Beantwortung.) Theorien des Journalismus. aber von hier aus lassen sich viele Anstrengungen Webers plausibel machen. den Mainstream zu bilden – man will doch lieber zur Avantgarde gehören. lässt sich nur schwer beurteilen. Für Weber ist die Systemtheorie Luhmanns zu voraussetzungsreich und zugleich zu restriktiv. ISBN 3-531-13341-1 Stefan Weber Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung Konstanz: UVK. dann kann eben dies nicht mehr empirisch überprüft (und gegebenenfalls kritisiert) werden. Weber deutet sichtbare Trends 384 . 2000. Die asymmetrische Modellierung von System und Umwelt sperrt seiner Auffassung nach zu viele Fragestellungen aus bzw. sich intern auszudifferenzieren. dass sie einen wichtigen Platz einnimmt. ob die Entwicklung der mittlerweile etablierten Systemtheorie stagniert und einen saturierten Stillstand erreicht hat oder ob sie sich weiterentwickelt und möglicherweise sogar konkurrierende Paradigmen einbeziehen kann. Ob sie diese tatsächlich dominiert. – 200 S. Es mag eine eigenwillige Interpretation des gleichermaßen theoretisch ambitionierten wie empirischen Forschungsberichts sein. ISBN 3-89669-293-3 Einer Theorie zu bescheinigen. Um es vorwegzunehmen: Die konstruktivistische Systemtheorie ist noch lange nicht am Ende ihrer Erklärungskraft. sondern durchaus in der Lage. sondern etliche Dissertationen vertieften den systemtheoretischen Ansatz. dass sie (bereits) den Mainstream der Forschung ausmacht. 2000. Eine breite Übernahmewelle der Systemtheorie rollte erst im Gefolge des Funkkollegs „Medien und Kommunikation“ zu Beginn der 90er Jahre an. Die Systemtheorie hat sich zweifelsohne in der Journalismusforschung etabliert. Stefan Weber: Was steuert Journalismus? Ein System zwischen Selbstreferenz und Fremdsteuerung Die Monografie von Stefan Weber mit dem absichtlich doppeldeutigen Titel „Was steuert Journalismus?“ zeugt von einem Unbehagen mit einigen Prämissen und Konsequenzen von Systemtheorie und Konstruktivismus. (Reihe Forschungsfeld Kommunikation. – 446 S. dass sich die Mehrheit der WissenschaftlerInnen diesen Ansatz einverleibt hat und andere Paradigmen nur (noch) einen minoritären Status haben. Praktisch im Alleingang hat Manfred Rühl seit Ende der 60er Jahre die Systemtheorie in die Journalismusforschung eingeführt und in der Folgezeit einige Redaktionsstudien angeregt. 2000. ist ein ambivalentes Kompliment. Anfang des neuen Jahrzehnts ist die Zeit reif für eine Bilanz. ISBN 3-531-13505-8 Martin Löffelholz (Hrsg.

Diese Probleme lösen sich auf. Dazu ergänzt er Luhmanns Systemtheorie mit Rodrigo Jokischs Distinktionstheorie. Sie umfasst als Systemelemente neben Kommunikation (auf der gesellschaftlichen Ebene) auch Entscheidungen (auf der organisatorischen Ebene) sowie Handlungen und Erfahrungen (auf der Akteursebene) und ist insofern (vermeintlich?) empiriefreundlicher. Es mag sein. Method(ologi)e. dass Luhmanns Systemverständnis zu wenig offen ist für empirische Forschung. überschätzt meines Erachtens die Möglichkeiten der Empirie – darauf komme ich weiter unten zurück. Sein Vorschlag: Wenn die theoretische Modellierung mit weniger Prämissen belastet wird. verständlich.Besprechungen des Journalismus als Indizien für eine mögliche Entdifferenzierung des Journalismus. sonst würde er etwas anderes beobachten. dass Journalismus eher nach ökonomischen Profitabilitätskriterien seligiert als nach genuin journalistischen Kriterien. Dazu zählen die zunehmende Orientierung am wirtschaftlichen Kriterium der Profitabilität. Empirie und Praxis scheint mir für die Problemlösung nicht ausreichend. aber in Form der methodischen Operationalisierung auch das Zentrum. sondern schon vorausgesetzt. dass die Erfahrung die Welt erschafft. aus einer Richtung. dass die (objektive) Welt die Erfahrungen schafft. Scholl. Armin. weil nicht evolutionär. wenn nicht asymmetrisch. Trotzdem ist die Motivation Webers. Grundlage dafür war die grundlegende Differenz (in Jokischs Sinn nicht Unterscheidung) von Theorie und Empirie. setzt er mit dieser Unterscheidung (und nicht Differenzierung?) die Autopoiese des Systems Journalismus voraus. dass der Konstruktivismus die Richtung des realistischen Dualismus nur umdreht. sich mit der Empirieferne Luhmanns nicht abzufinden. Siegfried (1998): Journalismus in der Gesellschaft : Theorie. Während im (hypothetischen) Realismus davon ausgegangen wird. Neben der Ergänzung der Systemtheorie mit der Distinktionslogik geht es Weber auch darum. mit dem Dilemma umzugehen. weil nicht messbar. 147 ff. Wenn Weber etwa beobachtet. dass es soziale System gibt oder eben nicht. behauptet der Konstruktivismus. Jede Empirie belastet die Theorie mit logischen Problemen. ist aus seiner Position konsequent. die Anreicherung journalistischer Berichterstattung mit Unterhaltungselementen oder auch die organisatorische Vermischung der journalistischen Redaktion mit der Anzeigenabteilung. deren Überbrückung logisch nicht bruchlos. wenn Autopoiese graduell verstanden wird: Es gibt dann ein Mehr oder Weniger.. Opladen. ob mit einer symmetrischen Differenz oder mit einer asymmetrischen Unterscheidung gestartet wird. eine völlig offene Theorie zu entwickeln. Weischenberg. Allerdings – und hier setzt meine Kritik ein – benennt Weber die Kosten dieser prämissenarmen Variante der Systemtheorie nicht. Der Grund liegt darin. 385 . und unzeitlich. Dass Weber diesen Vorschlag ablehnt. Diese Paradoxie auf Kosten der einen (nämlich theoretischen) Seite aufzulösen. unempirisch. dass sie autopoietisch und autonom sind oder nicht (logische Dichotomie) und dass sie sich trotzdem entwickelt haben müssen (empirische Gradualität). Methodologie und Empirie. Autopoiese im theoretisch-logischen Bereich kann demzufolge nicht identisch sein mit Autopoiese im empirischen Bereich. aber nicht aufhebt. für die Aufhebung seiner Autonomie und Autopoiese. Diese lässt offen. den (radikalen) Konstruktivismus um eine non-dualistische Erkenntnistheorie zu erweitern. Die (empirische) Erforschung von Journalismus setzt immer bereits ein (theoretisches) Vorverständnis von Journalismus voraus. aber der Umkehrschluss. ist meines Erachtens illusionär. sondern nur per plausibler Inferenz erfolgen kann. Luhmanns Autopoiese-Verständnis ist binär (dichotom). aber meines Erachtens mit zu vielen theoretischen Folgekosten verbunden. S. in den meisten Fällen nur deren Peripherie. weil in der Forschungspraxis die Zirkularität unterbrochen werden muss (und auch ständig wird!). lautete seinerzeit1. 51 ff. also perspektivisch einseitig bzw. Wenn wir für die Erforschung des Journalismus mit einer (theoretischen) Distinktion starten. um nur einige Faktoren zu nennen. Die non-dualistische Philosophie Josef Mitterers will auf solche Polarisierungen 1 Vgl. was a) messbar ist und b) historisch-evolutionär differenziert werden kann. Ein anderer Vorschlag. Autopoiese und Autonomie sowohl theorielogisch als auch empirisch zu verstehen und die Begriffe damit zu verdoppeln. Der Verweis auf einen zirkulären Konstitutionsprozess von Theorie. kann sie empirisch offener sein. Es ist wahrscheinlich eine Paradoxie in Luhmanns Theorie. wie sollen wir dann Journalismus definieren (also aus seiner Umwelt ausgrenzen).

dass sie informativer und damit für Forschungszwecke konkreter sind. Die non-dualistische Erkenntnistheorie ist wie der radikale Konstruktivismus eine typische Beobachtung zweiter Ordnung. In diesem Zusammenhang ist die Analogie Webers zum Agnostizismus interessant: Ist der Agnostiker nicht doch ein praktischer Atheist. Diese lässt 386 . Der Dualismus wird in der non-dualistischen Philosophie nur nach unten gereicht in den Bereich der Beobachtung erster Ordnung. Systeme auf mehreren Ebenen zu beobachten: Akteure bzw. Gemeinsam ist die (praktische) Ablehnung des Realismus. während der repräsentationistische Journalist (etwa einer Qualitätszeitung) subjektiv wahrhaftig berichtet. Gesellschaft. dass alle Beobachtung Konstruktion sei. Beobachter erster Ordnung sind dagegen in erster Linie Realisten. Allerdings sehe ich in dem Ordnungsversuch einige konkrete Schwierigkeiten: Mit der abstrakten Modellierung des Systems Medienkommunikation handelt sich Weber auch noch die medienvermittelte Individualkommunikation (Telefon. um ihn damit zu gradualisieren. bewusste Fälschungen (wie im Boulevardjournalismus) und dergleichen handelt. wenngleich theoretisch interessant. weil der Weltbegriff der Realisten und der (radikalen) Konstruktivisten völlig unterschiedlich ist. beraubt ihn seiner kritischen (soll man sagen dekonstruktivistischen?) Funktion und suggeriert. Interaktionen. Das Beharren von (vielen) Journalisten an der objektiven Wirklichkeit und der wahrheitsgemäßen Berichterstattung ist ein Beleg dafür. ist deshalb nicht tautologisch. Es ist kein performativer Widerspruch.). Die externe Hierarchisierung ordnet die unterschiedlichen Systemmodellierungen von Luhmann. Auf der obersten oder abstraktesten Ebene differenziert er das System Medienkommunikation gegen interpersonelle Kommunikation aus. dass es sich dabei um Erfindungen. Über eine unerkennbare Wirklichkeit wird nichts gesagt. deswegen muss ihre Kontroverse auch unentscheidbar sein. nur aus verschiedenen Gründen? Der Streit zwischen Konstruktivisten und NonDualisten ist in (forschungs-) praktischer Hinsicht irrelevant. nicht einmal.) ein. Jahrgang 3/2001 völlig verzichten. Werbung. dass sie unerkennbar ist. Sein Vorschlag zur theoretischen Flurbereinigung mündet in eine zweifache Hierarchisierung der Modellierung von Systemen: Die interne Hierarchisierung sieht vor. verschiedene Konstruktionsmechanismen (empirisch) zu erforschen. bleibt aber dort beste- hen. auch wenn dieser angeblich nur hypothetisch oder kritisch ist. Diese Verlagerung des Konstruktionsbegriffs in das subjektive Bewusstsein verschenkt jedoch seinen logischen Wert. Deshalb bedeutet Heinz von Foersters Satz. weil nur der Gläubige gläubig ist. Marcinkowski. sondern es ist nur eine reflexive Selbstanwendung.M&K 49. Organisationen. auch keine bloße Umkehrung der realistischen Präferenz für die objektive Welt. denn wie sollte ich das wissen? Ziel einer solchen nochmaligen Radikalisierung des Konstruktivismus ist die Auflösung dieses konstruktivistischen Paradoxes und die Freisetzung des Konstruktionsbegriffs für die empirische Forschung. denn er unternimmt einen klassifikatorischen Ordnungsversuch zur Integration der verschiedenen systemtheoretischen Ansätze. Die Rede. Zur Realität wird eine konsequent agnostische Haltung eingenommen. Produkte (Texte). Konstruktivismus und Realismus bewegen sich demzufolge nicht auf einer logischen Ebene. während der Agnostiker und der Atheist beide ungläubig sind. An diesem Punkt endet die theoretische Arbeit Webers noch nicht. E-Mails usw. in zynischen oder selbstkritischen Momenten sind sie sich der Konstruiertheit ihrer Fakten bewusst. dass die Erfahrung die Welt erzeuge. Die Welt ist bei von Foerster nicht der Gegenpol zur Erfahrung. Ich stimme mit Weber überein. Allerdings sollte auch hier an mögliche Folgekosten gedacht werden. Konstruktivismus ist der Startpunkt der Beobachtung (zweiter Ordnung). danach Publizistik als Subsystem der Medienkommunikation gegen Öffentlichkeit und auf der gesellschaftlich konkretesten Ebene Journalismus gegen andere publizistische Formen (PR. Hierarchisierungen haben gegenüber additiv-heterarchischen Ordnungen den Vorteil. Unterhaltung usw. Die Verlagerung des Konstruktionsbegriffes auf die Beobachtung erster Ordnung. Das Ziel besteht auch hier in der theoretischen Vorbereitung empirischer Forschung. Blöbaum und anderen Autoren. der dazu dient. dass viele Konstruktivisten begrifflich dem Dualismus noch ein wenig verhaftet sind. sondern dessen Produkt. weil die Konstituenten der Konstruktion unterschiedlich sind. um damit ontologisierenden Vorstellungen zu entkommen. Kohring/Hug. dass diese Erforschung selbst wieder eine Konstruktion ist.

Interessant erscheint aus einer Metaperspektive. aber eine Überbrückung dieser Differenz wird nicht argumentativ hergestellt. wie viel Prozent der behandelten Themen auf journalistischen oder virtuellen Quellen basieren. Interessant ist dabei. die ermitteln sollen. alle ambitionierteren Versuche nehmen logische Inkonsistenzen – meines Erachtens ohne Not – in Kauf. Inwiefern kann Öffentlichkeit Produkt von und gleichzeitig Bedingung für Publizistik sein. sondern dass sich das Verhältnis von Theorie und Empirie ebenfalls verändert. Die expliziten Fragen nach Unterschieden zwischen früher und heute sind dagegen erneut eher vage und in ihrem Wert begrenzt. nicht nur zu anderen Ergebnisinterpretationen führt. Seine Beobachtungen sind nicht streng methodisch kontrolliert. Umgekehrt sind einige systemtheoretische Interpretationen der Daten nicht zwingend. Die theoretische Modellierung muss allein dem Forschungszweck folgen. Dennoch gibt die Studie eine Menge von Indizien für die Richtigkeit systemtheoretischer Analysen. dass sich Frerichs explizit von Luhmanns Systemtheorie absetzt und soziale Systeme personal definiert. Die von Weber aufgeführten Autoren behandeln eben unterschiedliche Probleme. sondern auf der 387 . Insgesamt betont Weber mehrfach die Differenz zwischen tatsächlichen Phänomenen der Heteropoietisierung und dem subjektiven Bewusstsein. Außerdem macht Weber eine Menge von Aussagen über zeitliche Unterschiede. wonach journalistische Nachrichten (mehr oder weniger gut) eine außerjournalistische Wirklichkeit abbildeten bzw.Besprechungen sich in den disjunkten Untereinheiten der Publizistik und Öffentlichkeit nicht wiederfinden. Zwar ist es nicht prinzipiell falsch. wenn sie aus systemtheoretischer Warte durchgeführt wird. sondern könnten auch in einem verhaltenstheoretischen Kontext gestellt werden. Verschiedene Systemmodellierungen müssen wohl ferner heterarchisch bleiben. Die Fragen sind nicht notwendig dem systemtheoretischen Paradigma verhaftet. Insofern muss ihre systemtheoretische Interpretation immer erst begründet werden. Stefan Frerichs: Bausteine einer systemischen Nachrichtentheorie – Konstruktives Chaos und chaotische Konstruktionen Einen empirisch wesentlich bescheideneren Anspruch als Webers Studie hat die Abhandlung von Stefan Frerichs über die journalistische Nachrichtenproduktion. Wahrscheinlich genügt doch allein eine unterscheidungstheoretische. von den Befragten Einschätzungen zu verlangen. sondern ist beidseitig und wechselseitig begründungsbedürftig. wenngleich nahe liegend. wenn beiden Subsystemcharakter zugeschrieben wird? Wieso wird ferner Öffentlichkeit in Publikum und andere Öffentlichkeiten und das Publikum wiederum in aktuelles und potenzielles Publikum unterteilt? Wieso wird dem Leistungssystem Journalismus ein aktuelles und ein potenzielles Publikum gegenübergestellt? Die hierarchische Klassifikation scheint logisch nicht zwingend zu sein. Die Kopplung wird nicht mehr einseitig wie im Kritischen Rationalismus zugunsten der Empirie interpretiert. Mit dem Konstruktivismus verabschiedet er sich in struktureller Hinsicht von repräsentationistischen Vorstellungen.und Fremdsteuerung weniger ein empirischer Befund als eine (sinnvolle) theoretische Behauptung. obwohl die Befragung eine Querschnittsuntersuchung ist. sodass ihre Modellierungen nicht ineinander überführbar und hierarchisierbar sind. Besonders begründungsbedürftig sind mehrere Selbsteinschätzungsfragen. Damit argumentiert er a) nicht auf der Makro-Ebene funktionaler Gesellschaftssysteme. dazu in der Lage seien. 2. weil die Problembestimmungen zu unterschiedlich sind. Weber stellt einige Fragen. das die Journalisten davon haben. asymmetrische Modellierung von System und Umwelt dem Kriterium logischer Konsistenz. Der empirische Teil der Studie besteht aus einer standardisierten Befragung von 522 österreichischen Journalisten. weil diese scheinbar eher auf das Bewusstsein journalistischer Akteure zielen als auf systemische Parameter. dass empirische Forschung. ob der Journalismus sich selbst steuert oder fremdgesteuert ist. In prozessualer Hinsicht impliziert die Chaostheorie eine Abkehr von linearer Aussagenproduktion hin zu nicht-linearen Zusammenhängen bei der Entstehung von Nachrichten. sondern Reinterpretationen des journalistischen Alltags aus der Perspektive des (radikalen) Konstruktivismus und der Chaostheorie. wonach theoretische Behauptungen verifiziert oder falsifiziert werden. denn sie sind ja private Kommunikation. So ist auch das Oszillieren zwischen Selbst. Der Autor ist Journalistik-Wissenschaftler und tätiger Journalist. allerdings dürfen diese nicht vage sein wie etwa die Frage danach.

Kooperation. Dem jeweils ersten. baut er die beiden „Ecksteine“ der Chaostheorie und des Konstruktivismus auf. die einen echten empirischen Test ermöglicht. sondern bemüht sich um eine explorative Empirie. Konvention. ist eine Formalisierung der Thesen. Beide Kapitel sind so klar und übersichtlich geschrieben. Kreativität und Kontrolle. der über die beispielhafte Illustration hinausgeht. 298 ff. sondern beschreiben eher die Operationalisierungsbereiche der einen Variablen Qualität der Nachrichtenkonstruktion. werde ich weiter unten erörtern. Frerichs gebraucht die Theoriebegriffe wie Unschärfe und Selbstorganisation nicht als schön klingende Wissenschaftsmetaphorik. Die individualistische Ausgangsbasis des Konstruktivismus führt dazu. In diesen Kapiteln werden zudem populäre Missverständnisse korrigiert. Oft argumentiert Frerichs mit bekannten Nachrichtentheorien gegen diese selbst. dies allerdings nicht durch eine Definition. Für die Untersuchung der Ereignisentwicklung und die „Überprüfung“ der chaostheoretischen Thesen sammelte er das vollständige Material von sieben Nachrichtenagenturen zu einem unerwarteten Ereignis. Sie sind präziser und – der Autor weiß das aus seiner vielfältigen journalistischen Praxis – praxisnäher trotz ihres hohen Abstraktionsgrades.) enthalten zumeist nicht Zusammenhangspostulate mehrerer Variablen. Der Autor definiert alle Begriffe sehr verständlich und hat dafür penibel recherchiert – sogar die vollständigen zweiten Vornamen der zitierten WissenschaftlerInnen. Dies ist nicht die schlechteste Art. sondern konkret als Beschreibungs. was zunächst jedoch nur eine Begriffsübertragung und Beschreibung mit neuer Perspektive ist. die üblicherweise nur abgekürzt erwähnt werden. Es handelt sich hierbei nicht um eine systematische Einzelfallstudie. Der Qualitätsbegriff als abhängige Variable wird selbst allerdings nicht definiert. Mit dieser Methode identifiziert er 13 Arbeitsschritte von der ersten Ereigniswahrnehmung bis zur publizierten Nachricht und klassifiziert er die Redaktionsorganisationen. sondern eher um einen unsystematischen Vergleich. vier privat-kommerziellen Hörfunksendern und von drei Nachrichtenagenturen der Beobachtung der stundenaktuellen Berichterstattung. Als „Stützsteine“ bezeichnet er die folgende Kritik der klassischen Nachrichtenforschung. Auf diese Weise entsteht eine konstruktive Auseinandersetzung. welche die klassischen Theorien – diese freundlich einvernehmend – in die eigene Konzeption integriert. Alle Ausführungen werden ausführlich belegt und immer wieder durch Definitionen systematisiert. Jahrgang 3/2001 organisatorischen Meso-Ebene und konzipiert b) nicht Kommunikationen. gleichermaßen induktiv und deduktiv zu Thesen zu gelangen. Damit wird die Theorieninnovation bis zum vorletzten Schritt vorangetrieben. Ebenfalls zu den Stützsteinen gehören die konstruktivistischen und chaostheoretischen Reinterpretationen der Nachrichtenproduktion. dass man sie hervorragend als Lehrbucheinführung benutzen kann. Konsens. Dem Autor gelingt es. Geradezu nebenbei wird der im Konstruktivismus und in der Systemtheorie so wichtige Kopplungsbegriff präzisiert. sondern durch die qualitativen Auswirkungen der Kopplung: Koordination. Was noch fehlt. Immerhin bleibt Frerichs nicht bei seinen theoretischen Überlegungen stehen. Diese Kritik bezieht sich auf die Vorstellung eines linearen Nachrichtenflusses und die Konzeption objektiver Nachrichten. Auch dies ist ein Ausweis der Seriosität seines Vorgehens. Dass dies nicht unproblematisch ist. die in das gesamte Buch einführt.M&K 49. die für sich genommen bereits eine Dissertation voll gerechtfertigt hätten. sondern Kognitionen und Handlungen als Basiseinheiten von Systemen. beschreibenden Teil folgt die Ableitung der Thesen. etwa dass Chaos mit Zufälligkeit und folglich mit Unerklärbarkeit gleichzusetzen wäre oder dass Konstruktion Beliebigkeit von Welterzeugung impliziere. bestimmte Prozesse der Nachrichtenentstehung chaostheoretisch zu interpretieren und daraus chaostheoretische Thesen abzuleiten.und Erklärungsinstrument. Deutlich wird aber auch der Mehrwert dieser Theorien gegenüber den bisher gehandelten Theorien. Problematisch ist ferner die oben bereits erwähnte Unterstellung einer Emergenz vom 388 . Die Thesen (S. Nach der „Grundsteinlegung“.bis dreitägiger Besuch bei den Nachrichtenredaktionen von acht öffentlich-rechtlichen. Im fünften und sechsten Kapitel werden die beiden Leittheorien auf den Nachrichtenjournalismus angewendet. Darüber hinaus diente ein ein. dass auch informale Rollen und Persönlichkeitseigenschaften als Erklärungsfaktoren berücksichtigt werden (sollen). Dennoch setzt hier die Kritik an Frerichs’ Vorgehensweise ein.

sondern in der Auswahl der relevanten Variablen: Wie weit reichen das Geschlecht. Und das ist einigermaßen gelungen. der sich die Mühe gemacht hat. um Resonanz im Journalismus zu erreichen. die politische Einstellung usw. Das Hauptproblem besteht dann nicht in der Identifikation aller möglicher Einflüsse. theoretisch zu arbeiten.): Theorien des Journalismus – Ein diskursives Handbuch Ein sehr ambitioniertes Buch zu den aktuellen Journalismustheorien hat Martin Löffelholz herausgegeben. Vielleicht sind nicht alle Arten von Journalismustheorien vertreten. wenn man nachweisen kann. Der Erkenntnisgewinn der Systemtheorie besteht gerade darin.als 389 . ausreichend beantworten zu können. sondern hat quantitativ wie qualitativ eine klare Präferenz für systemtheoretische Ansätze.Besprechungen System „Mensch“ bzw. die in bestimmten Situationen handlungsrelevant werden könnten. von der Person auf das soziale System der (Nachrichten-)Redaktion. Allerdings geht sie weit über den Tagungsschwerpunkt hinaus und wird mit Sicherheit ein Standardwerk. dass sie nicht umkehrbar ist. Frerichs stellt sich damit gegen das Verständnis von Luhmann und Rühl. da diese Basistheorien selbst stets den Zusammenhang zur Ethik hergestellt haben. Der Grund dafür besteht darin. sondern prinzipiell alle individuellen Eigenschaften – zurückführbar. das wiederum als Teil des Systems Nachrichtenjournalismus angesehen wird. bei der seinerzeit (Januar 1998) ebenfalls die Systemtheorie im Mittelpunkt gestanden hatte. dass die Norm auch funktioniert und nicht als bloßes Ideal unerreichbar ist. Dies lässt sich aus dem Entstehungskontext erklären. Emergenz ist gerade dadurch definiert. Die Akzeptanz der Norm kann man – neben einer guten Begründung – dadurch steigern. wenn es die Umstände erlauben und die betreffenden Normanwender die Normbegründung als solche akzeptieren. ohne die Frage. Es wäre schon forschungsökonomisch unmöglich. ist nicht vorhersehbar – so müsste man mit dem Chaostheoretiker Frerichs gegen ihn selbst argumentieren. Persönlichkeitsmerkmale interferieren a) eher zufällig statt systematisch und b) eher punktuell statt generell. die Mikrostrukturen der individuellen Persönlichkeit als Rauschen auszublenden und trotzdem die Makrostrukturen beobachten zu können. er ist jedoch theoretisch deutlich besser hergeleitet und besser an die Praxis angepasst. Allerdings ist deutlich zu trennen zwischen der Normbegründung und der Normdurchsetzung. systematisch (= überzufällig) in systemische Abläufe hinein? Frerichs dehnt schließlich den Anspruch seiner Studie über den analytischen Wert aus und formuliert qualitätsbezogene und ethische Implikationen aus Chaostheorie und Konstruktivismus. deckt sich dabei durchaus in weiten Bereichen mit herkömmlichen Anforderungsprofilen. ist die Konzentration auf systemisch-professionelle Eigenschaften der Journalisten und der Organisationen erforderlich. Ein Buch wie dieses ist glaubwürdig und einer verständnisorientierten Beziehung zwischen Wissenschaft und Praxis förderlich. Es trägt im Untertitel den verblüffenden Titel „Ein diskursives Handbuch“. Welche Persönlichkeitsmerkmale im Einzelnen eine Rolle spielen bei der Nachrichtenkonstruktion. das sowohl für Einführungs. Der Katalog. wie der Übergang von Person zu Organisation und zu Funktionssystem möglich sei. um für die Praxis einen Nutzen zu erreichen. denn die Veröffentlichung basiert auf den Ergebnissen einer Tagung der DGPuK-Fachgruppe „Journalistik und Journalismusforschung“. Für die Journalistik und Journalismusforschung bedeutet dies. als dies ohne Konstruktivismus und Chaostheorie und deren Übertragung auf die Redaktionsorganisation und die Nachrichtenkonstruktion möglich gewesen wäre. Dies ist keineswegs ungewöhnlich. den Frerichs zusammenstellt. 3. aber alle vertretenen erhalten genug Raum. dass trotz Makrostabilität (des Journalismus) Mikrodiversität (der Journalisten als Personen!) möglich und notwendig ist. so ist dies nicht mehr auf eben diese persönlichen Eigenschaften – und Frerichs meint hier nicht nur die berufsbezogenen. Da folglich nur wenige Variablen erhoben werden können. wie wir von Habermas lernen können. Eine Norm lässt sich nur dann durchsetzen oder anwenden. um je individuell diejenigen zu identifizieren. weil es von einem Praktiker stammt. Martin Löffelholz (Hrsg. Dabei ist das Buch nicht neutral. alle möglichen individuellen Eigenschaften zu erfassen. dass sie ihre normativen Vorschläge gut und verständlich begründen muss. will also sowohl den Stand des Theoriewissens kanonisieren als auch diskutieren. Wenn tatsächlich persönliche Charakteristika der Nachrichtenredakteure in einzelne Entscheidungen der Nachrichtenkonstruktion eingehen.

stellt sich allerdings die Frage nach ihrer Differenzierbarkeit.M&K 49. ist hervorragend als Einführungstext geeignet. etwa in den Aufsätzen von Klaus. von so genannten Supertheorien eingehen. dass dies nicht ohne Weiteres möglich ist. diesen zu begegnen. Kohring und Görke mit beiden Beinen im Paradigma. die im Rahmen der Systemtheorie argumentieren. Dass der Autor dabei nur auf den Nutzen systemtheoretischen Denkens eingeht und die Kosten ziemlich pauschal abweist. Dagegen stehen die Vertreter der Systemtheorie Rühl. Auf Webers Aufsatz will ich nicht mehr gesondert eingehen. Der Artikel macht deutlich. dass sie über den oder jenseits der Paradigmen steht. In einigen Fällen erweist sich bereits der Weg (der Argumentation) als das Ziel (der Rechtfertigung der Systemtheorie). Lünenborg oder Renger. Öffentlichkeit. Für nicht sinnvoll halte ich den Akteursbegriff. Der didaktische Wert wird noch gesteigert durch die zwölf eingebauten Textausschnitte. weil die darin dargelegte Position im Wesentlichen der im oben besprochenen Buch entspricht. Diese Eröffnungsbilanz ist deshalb unbedingt empfehlenswert für Einführungsseminare in die Journalismusforschung. sie birgt eine Menge kreatives Potenzial. Dafür geht Alexander Görke mehr auf die theoretischen Einwände ein und weist Wege. es geht in erster Linie um systemtheoretische Modellierungen des Journalismus. die nicht der des Buches entspricht. aber auch. Welche Arten von Kritik werden in dem Buch an der Systemtheorie geübt? Da ist die Kritik zu nennen. Raabe und Weber. auch anderen Ansätzen (Handlungstheorie und Steuerungstheorie) gerecht zu werden. Die folgende Auseinandersetzung erfolgt deshalb nach dieser selbst gewählten Ordnung. Ferner kommt die Kritik aus einem anderen Paradigma zu Wort. Dieser Artikel fasst den Theorie. Publizistik und Massenmedien gegeneinander abwägt und insofern eine Art Flurbereinigung durchführt sowie den Blick frei macht für die nachfolgenden spezielleren Themen.und Empirie-Begriff ebenso hervorragend zusammen wie die Theoriegeschichte der Journalismus. die ihrerseits ihre paradigmatische Herkunft verschweigt und zu dem Eindruck verleiten könnte. dass er die unterschiedlichen systemtheoretischen Modellierungen von Journalismus. was sozialwissenschaftlich gesehen allemal anschlussfähiger ist als den Organismus einzubeziehen und die Akteure damit auf monadische Individuen zu reduzieren. Jahrgang 3/2001 auch für fortgeschrittene Lehrveranstaltungen wertvoll ist. Bucher. Manfred Rühls zweite Einführung in die Theoriegeschichte kann durch diese Vorlage direkt auf den Wert der Systemtheorie bzw. Auch die dritte „Einführung“. Wenn beide als Leistungssysteme von Öffentlichkeit angesehen werden und beiden die Funktion der Herstellung von Öffentlichkeit zugeschrieben wird. Der Autor äußert seine Bedenken gegenüber einer Verunreinigung der Systemtheorie durch den theoriefremden Import empirischer Forschung. denn die Einnahme einer MetaPosition kann an dieser Stelle des Buches (immerhin schon Kapitel 3) nicht mehr der Zweck sein. Dies gilt für die Aufsätze von Kepplinger. Esser und Haller. Den anspruchsvollen Versuch der Paradigmenverbindung unternehmen Neuberger. Der Herausgeber selbst eröffnet den Blick auf das gesamte Buch aus einer metatheoretischen und historischen Position. insofern sind Görkes Ausführungen ein Beleg für die theoretische Flexibilität (nicht Immunität!) der Systemtheorie. Martin Löffelholz thematisiert das Verhältnis von Journalismus und Public Relations als ko-evolutionäre Intersystem-Beziehung. tut dem Artikel keinen Abbruch. organisatorischen und funktionalen Inter-Relationen von PR und Journalismus stellt den Versuch dar. Frank Marcinkowski und Thomas Bruns weisen darauf hin. mit denen sich systemtheoretische Journalismusforscher beschäftigen. Akteure werden in der Handlungstheorie eher als Einheit der Differenz von Bewusstsein und Handlung modelliert. Die Ausdifferenzierung in die drei Ebenen der interaktionalen. denn sogar die meisten kritischen Artikel beziehen sich auf die Systemtheorie. Beginnen wir mit denjenigen Autoren. die Matthias Kohring in die Systemtheorie Luhmanns gibt. der Akteure als Einheit der Differenz von Bewusstsein und Organismus versteht. Mit seinem Beitrag ist jedenfalls die theoretische Ausrichtung des Bandes markiert. dass die Ausdifferenzierung von Autopoiesis und struktureller Kopplung 390 . Ob und wie empirische Forschung ohne methodische Individuen möglich überhaupt ist. Der Zusatznutzen dieses Artikels besteht darin. damit setzt sich der Autor nicht auseinander. dass sich die Systemtheorie um die Integration anderer Ansätze bemühen muss. wenn diese auf einen methodologischen Individualismus hinausläuft.

Die Differenz der beiden Theorien sehe ich eher durch die unterschiedlichen Bezugsebenen bedingt. Während die Systemtheorie Luhmannscher Prägung konsequent makroanalytisch vorgeht. weniger eine kategorische oder ontologische Differenz. Allerdings fehlt derzeit die Kompetenz sozialwissenschaftlicher Empiriker. Die Autoren verweisen auf neue statistische Methoden neuronaler Netze und auf Klassifikationsmodelle. kann aber nicht beantwortet werden. Während Bucher zwischen Handlungsmuster und vollzogener Handlung differenziert. bemühen sich die handlungstheoretischen Ansätze eher um eine Meso. Eine Alternative bietet vielleicht die nicht-kausale Interpretation bestehender statistischer Verfahren. Hejls konstruktivistisches Verständnis von synreferenziellen Organisationen anschließbar. Die Systemtheorie hat durch die Konzepte der Interpenetration und der strukturellen Kopp- 391 . Diese Konzeption ist an Peter M. Sowohl Neuberger als auch Raabe scheinen davon auszugehen. sondern haben indexikalischen Charakter und dienen der Rekonstruktion von Funktionen.und Außenperspektive. was sicherlich berechtigt ist. denn Kausalität ist diesen Methoden nicht inhärent. dass Systemtheorie nur routiniertes Handeln erklären könne. Neuberger reaktiviert die Akteurstheorie unter Bezugnahme auf Schimanks systembezogene Akteurskonstellation. Beide Vorschläge lassen sich in erster Linie auf Organisationen beziehen. Die handlungstheoretischen Gegenvorschläge zur Systemtheorie sind ihrerseits sehr heterogen. die nicht im Widerspruch zu verschiedenen Abhängigkeiten auf organisatorischer Ebene steht: Da funktionale Teilsysteme der Gesellschaft von Organisationen abhängig sind. bietet sich auf der strukturellen Ebene ein Einfallstor für externe Einflüsse. Die Integration des theoretischen Individualismus basiert nicht zuletzt auf einem Missverständnis vom Konstruktivismus: Kognitive Autonomie wird nämlich von Raabe fälschlicherweise als Abgeschiedenheit von sozialen Einflüssen interpretiert. dann ist eine auf Kausalität und Linearität begründete Empirie ungeeignet.Besprechungen nötig ist. Die dringende Frage. weil nur deren historische Entwicklung beschreibbar ist. wird am Schluss gestellt. Individuelle Hand- lungen und ihre Intentionalität müssen nicht mentalistisch interpretiert werden. Wenn die Beziehung von Massenmedien (Journalismus) und Politik in der Beschaffung und strukturellen Verfestigung von Irritationschancen und Resonanzhoffnungen besteht. Die Verknüpfung funktioniert allerdings nicht reibungslos. Das gilt auch für Raabes Versuch. denkbar wäre auch ein Bezug zu Achim Baums an Habermas angelegte Theorie journalistischen Handelns.oder Systemebene. Hans-Jürgen Buchers Verknüpfung von Binnen. dass Akteur und/oder Bewusstsein zunächst zu trennen seien vom Sozialen. sondern eine wissenschaftstheoretische Zuschreibung. die als Rahmenbedingungen organisationellen Entscheidens limitierend. um die scheinbar paradoxe Beziehung zwischen operativer Geschlossenheit und informatorischer Offenheit zu begründen. Dies ist jedoch eher eine Frage der Referenz.oder Mikroanalyse. wohingegen die Beiträge von Christoph Neuberger und Johannes Raabe stärker auf das Individuum. unterscheidet Altmeppen zwischen Handlungsentwurf und Handlungsvollzug. Auch KlausDieter Altmeppen beschäftigt sich mit der funktionalen Autonomie des Journalismus. sodass man auf die Systemfunktion immerhin indirekt schließen kann. von Handlungs.und Systemtheorie wird argumentativ über Phänomene dritter Art – unbeabsichtigte Folgen individuellen Handelns – hergestellt. Dazu setzt er sich sowohl vom zu engen Handlungsbegriff Luhmanns ab als auch von Akteurstheorien. ob sich ein Strukturwandel irgendwann auf die Funktionserfüllung des Systems auswirkt. auf den einzelnen Journalisten abzielen. aber damit noch nicht steuernd wirken. Bernd Blöbaum nimmt in seinem Aufsatz eine evolutionstheoretische Perspektive ein und beschäftigt sich mit den Strukturen des Journalismus. So gesehen ist etwa der Verweis auf logistische Regressionen als vermeintliche Verbesserung gegenüber linearen Regressionen einseitig. Meines Erachtens basiert diese Verbindung von Akteurstheorie und Systemtheorie jedoch auf dem Missverständnis. die mehr den Handelnden als die Handlung im Fokus haben. In eine ähnliche Richtung geht auch Klaus-Dieter Altmeppens Analyse des Entscheidungshandelns in Redaktionen als koordinierendes Handeln. weil beide Verfahren an dem Prinzip der Kausalität festhalten. das Verhältnis zwischen dem gesellschaftlichen Phänomen Journalismus und dem (individuellen) Bewusstsein journalistischer Akteure im Anschluss an den Soziologen Wil Martens zu klären. diese Verfahren anzuwenden oder auch nur zu verstehen.

Aus diesem Grund bin ich skeptisch gegenüber derartigen Versuchen der Theorienintegration. weil diese nur für die Integrationsleistung werben. wie sie von Löffelholz und Marcinkowski und Bruns angedacht werden.und Wirkungsforschung. unter denen sie entstehen. Insofern sehe ich auch die These. Unterhaltungsjournalismus oder Unterhaltungsphänomene allgemein zu untersuchen? Dass kulturelle Unterschiede im Ländervergleich eine Rolle spielen. So benennt Rudi Renger das Interesse der Cultural Studies dahingehend. dass Geschlecht ein sekundäres Merkmal darstellt oder dazu geworden ist. Die Benennung offener Forschungs- felder ist jedenfalls kein hinreichender Grund für einen Theorienwechsel. die sich aus der Beziehung zwischen Text und Leser ergeben. Allerdings gibt es Gegenbeispiele: Männer sind besonders im prestigearmen Sportressort sehr stark überrepräsentiert. Den drei in diesem Band versammelten AutorInnen gemeinsam ist die Umstellung der Kommunikator. dann ist dieser differenzlose Begriff seinerseits zu begründen bzw. schwer gemacht wird. ob ein methodologischer Individualismus ohne einen theoretischen Individualismus zu haben ist. Viel wichtiger erscheint mir dagegen die Kopplung von Theorie und Empirie als zwei nicht aufeinander zu reduzierende Programmtypen des wissenschaftlichen Systems. Mehr auf Konkurrenz als auf Integration setzen die VertreterInnen kulturwissenschaftlicher Ansätze. indem sie entweder vom psychischen oder vom sozialen System aus denkt und beobachtet. ist der Einzug von Frauen in die Nachrichtenredaktion besonders hart umkämpft. sondern versuchen. die ihrer Meinung nach die Analyse der Machtverhältnisse ermöglichen. Elisabeth Klaus reinterpretiert in ihrem Beitrag empirische Ergebnisse zur Geschlechterdifferenz im Journalismus aus der Sicht der Cultural Studies.auf die Publikumsperspektive. Dabei vereinseitigt sie konsequent den Blickwinkel. Ebenfalls nicht erklärbar mit dieser Argumentationslinie ist der starke Anteil von Frauen in der Öffentlichkeitsarbeit. Möglicherweise sind dies Indizien dafür. beschäftigt. vor allem die Vernachlässigung des Publikums und die Zentrierung auf politischen Nachrichtenjournalismus. so dass die Cultural Studies eher komplementär als kompetitiv zu verstehen wären. Mit einer kulturwissenschaftlichen Perspektive wäre auch der europäische Vergleich sinnvoll zu bewerkstelligen. ob diese Interessenverschiebung nicht eher ein Ausweichen gegenüber der systemtheoretischen Journalismusforschung bedeuten. aber wie dominierend diese im Vergleich zu anderen Unterschieden sind. aber überkommene und gegenwärtige Funktionszuschreibungen überlagern. Ebenfalls grundlegende Kritik an der systemtheoretischen Modellierung des Journalismus üben mehrere Autoren. so die Autorin. durchaus nicht im Widerspruch zur konstruktivistischen Systemtheorie. ist plausibel. während Machtfragen von der Systemtheorie ausgespart oder untergeordnet werden. Warum sollte es mit systemtheoretischer Perspektive nicht möglich sein. die ei- 392 . eine Metaperspektive hält sie dagegen nicht für möglich. dann spricht vieles für die These. die einen Vergleich überhaupt erst möglich machen. Hier ist es in der Tat überlegenswert. Da Informationsjournalismus höher bewertet wird als Unterhaltungsjournalismus und höheres Prestige verspricht. ohne den Gegenstand zu reontologisieren. dass dieser Ansatz sich weniger mit den journalistischen Aussagen und den Bedingungen. deren sich die Cultural Studies annehmen wollen. Sollten sich Frauen auch in Männerdomänen etablieren können. dass alles Kultur ist. dann müssen Sekundärdifferenzen eingeführt werden. Margret Lünenborg nennt als konkrete Forschungslücken. ob die Behebung vermeintlicher Lücken nicht auf einen ganz anderen Forschungsgegenstand hinausläuft. bleibt zu klären. Jahrgang 3/2001 lung bereits den Weg der Verbindung vorgezeichnet.M&K 49. ohne den Preis der geringeren logischen Kohärenz zu nennen. Dehnt man allerdings den Kulturbegriff so weit aus. dass Geschlechterdefinitionen nicht eindeutig seien und dass Geschlecht eine vieldimensionale Kategorie sei. Insofern konkurrieren die Cultural Studies überhaupt nicht mit anderen Theorien der Journalismusforschung. sondern mit Theorien im Bereich der Publikums. sondern vielmehr mit der Alltagsressource journalistischer Inhalte und dem kulturellen Handeln. Auch hier ist zu fragen. Es stellt sich dabei jedoch die Frage. sondern dass sich historisch gewachsene. die scheinbar nicht aus der Perspektive eines bestimmten Paradigmas argumentieren. dass Frauen nicht qua Geschlecht der Zugang zu bestimmten Berufssparten schwer fällt bzw. Frauen gelten als unterhaltungsorientierter als Männer und sind in Informationsressorts unterrepräsentiert.

dem Eingeständnis. Am Beispiel der vergleichenden Journalismusforschung bewertet Esser die diesbezüglichen systemtheoretischen Bemühungen als wenig empiriegesättigt. Ein Theorienvergleich aus einer Metaperspektive ist nicht möglich. Die Tatsache. bestreitet damit auch die Möglichkeit eines Vergleichs wissenschaftlicher Journalismusdarstellungen mit ihrem Gegenstand und stellt sich folglich außerhalb der empirischen Wissenschaft. Dies schmälert die Leistung einer Theorie mittlerer Reichweite nicht. sondern zum Beispiel auch die Kritische Theorie) nicht und müssen – folgt man der Doktrin des Kritischen Rationalismus – sich selbst als Gegen- stand ausnehmen. impliziert nicht in einem Nullsummenspiel. die Differenz von Identität und Differenz in den Griff zu bekommen. empirische Gegenstände auf der Basis einer einheitlichen methodischen Grundlage miteinander in Beziehung zu setzen. weil sie praxisrelevante Aspekte des Journalismus ausblende. Schuld an dieser Kluft sei in erster Linie die (System-)Theorie. Hypothesen über künftige Ergebnisse und Veränderungen zu bilden. dass sich zahlreiche Annahmen (hier: Hypothesen) nicht aus der Systemtheorie ableiten lassen – mit diesem an sich trivialen Pauschalurteil können Systemtheoretiker leben. 138) Was beinhaltet diese Forderung anderes als das Postulat der Reflexivität. 134). bedeutet nicht nur.Besprechungen gene Position jenseits von Paradigmen überhaupt zu markieren. Als ob dies ein Merkmal einer Theorie an sich wäre. Man wird also die Systemtheorie nur mit anderen Supertheorien vergleichen können und dabei einen (zu legitimierenden) Standpunkt einnehmen müssen. Eine verblüffende Selbstbezichtigung finden wir in Kepplingers Problemaufriss des Journalismus: Der Autor ist seit Mitte der 80er Jahre Systemtheoretiker. was als Identisches und Differentes überhaupt beobachtbar ist. Auch Haller lehnt die Supertheorie Systemtheorie ab. weil in seinem Theorien-Supermarkt systemtheoretische Konzepte wie System. die Systemtheorie sei nur ein Systemmodell. dass eine Theorie einen abstrakten Theoriekern hat. denn oberhalb von Supertheorien kann niemand stehen.“ (S. 90) Wahrscheinlich führt dieses Wissenschaftsverständnis zu der Ansicht. Einflüssen und Wirkungen (auf die Rezipienten) sowie Eigeninteressen (der Journalisten) platziert werden. ohne die überhaupt keine Differenzen beobachtet werden können. Dort hatte er gefordert. die sich in die falsche Richtung entwickelt habe. Vielmehr hängt der Empiriegrad einer Theorie von der jeweiligen Ausarbeitung in Bezug auf die Fragestellung ab. Nur eine reflexive Theorie ist in der Lage. Das „Eigeninteresse“ des Autors scheint darin zu liegen. Dies scheint eine vornehme Reformulierung seines Redebeitrages auf der Tagung der Fachgruppe zu sein. Autonomie und Autopoiesis unsortiert neben Personen (Journalisten). Preise für Wissenschaftsfähigkeit zu verteilen: „Wer die Möglichkeit eines Vergleichs zwischen journalistischen Realitätsdarstellungen mit der entsprechenden Realität erkenntnistheoretisch bestreitet. steht er doch selbst mit einem Bein hier und mit dem anderen dort.“ (S. dass ihr deshalb der Empirieteil fehle. Auf die daraus geschlossene reduzierte Leistungsfähigkeit der Systemtheorie und ihrer Restkategorisierung als bloßes Ordnungsschema wird man sich dagegen nicht einlassen können. Einen Vergleichsmaßstab zu entwickeln. denn das käme einer Selbstimmunisierung und damit Untauglichkeit der Systemtheorie gleich bzw. unter denen die Aussagen gelten sollen und sie sollte die Möglichkeit zulassen. S. was wohl deshalb eines besonderen Hinweises bedurfte. sondern theoretisch (also vor der empirischen Beobachtung) bestimmte Gleichsetzungen vorzunehmen. ohne ständig dezisionistische (also nicht theorieimmanente) Begründungen anführen zu müssen. Umgekehrt fehlt den (rein) empirischen Theorien mittlerer Reichweite die Grundlagenlogik – hier zum Beispiel die Entwicklung einer Theorie des Vergleichs. So argumentiert auch Esser in seinem Artikel (S. dass Systemtheorie als Supertheorie und Theorien mittlerer Reichweite auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt sind. die wis- 393 . also die Auffassung. er klassifiziert die Systemtheorie (abfällig?) als totale Theorie und führt aus: „Eine Theorie sollte immer Angaben über die Voraussetzungen und Randbedingungen enthalten. Die Theoriebrille entscheidet folglich. zeigt allerdings. 105). Alles andere ist Vorspiegelung einer erkenntnistheoretisch naiv-realistischen Objektivität. Der Autor beklagt sich über die Distanz zwischen Wissenschaft und Praxis („disparate Paradigmen“. eine Theorie solle als ihr eigener Gegenstand vorkommen? Gerade die Theorien mittlerer Reichweite vermögen dies im Unterschied zu Supertheorien (und dazu gehört nicht nur die Systemtheorie.

Alle diese Bemühungen um Konkretisierungen sind nicht falsch. Etwa so versteht auch Ulrich Pätzold die Aufgabe der Journalistik. deren Zielsetzungen außerwissenschaftlich bestimmt werden. Diese Amputation hat allerdings zur Folge. Die aus dieser normativen Sichtweise abgeleiteten Qualitätskriterien des Journalismus seien gegenstandsund publikationsbezogen. So ist das vergiftete Lob an die „demoskopische Unternehmung“ (S. Kommen wir abschließend zur Kritik des Bandes: Der Theorienüberblick ist auf keinen Fall vollständig. einen Binärcode für Journalismus zu formulieren. den Baum im Anschluss an Habermas vertritt. dieser wird aber nicht zitiert. Hallers Gegenvorschläge laufen auf eine Entkleidung der (System-)Theorie von ihrem logischen Gehalt hinaus. versuchen also. allerdings schließen sie kaum noch an den theoretischen Diskurs des gesamten Buches an. wohingegen der theoretisch ambitioniertere kulturelle Konstruktivismus. Auch wenn dies nicht so gemeint war. dass viele empirische Ergebnisse schlechter interpretierbar gewesen wären. 114 f. Horst Pöttker überträgt solche normativen Vorstellungen auf den Journalismus selbst. auch nicht Gottschlich oder Baum. Starkulla und deren Weiterführungen oder der kritisch-theoretische Ansatz. die journalistische Praxis. Die Ablehnung eines solchen Wissenschaftsverständnisses sollte nicht in die Richtung gedeutet werden. zu rechtfertigen (was man für weite Teile der PR-Forschung durchaus feststellen kann). Eine verständigungsorientierte Herangehensweise halte ich für berechtigt und anstrebenswert. den Siegfried J. damit sie empirisch überprüfbar sind. welche die Übereinstimmung zwischen den Kommunikationsabsichten der Journalisten und den Kommunikationserwartungen des Publikums ziemlich überzeichnet. Bei den kulturwissenschaftlichen Ansätzen sind die Cultural Studies gleich mehrfach vertreten. dass er als Gewährsmann Helmut Spinner. der „an den Realien“ vorbeiziele.). deshalb eine provozierende oder distanzierende Haltung einnehmen sollen. In dem Artikel werden Theorieversatzstücke von Habermas verwendet (S. weil sie die Praxis nur irritieren können. als dies im systemtheoretischen Rahmen erfolgte. dass wissenschaftliche Bemühungen. Jahrgang 3/2001 senschaftliche Beschäftigung mit Journalismus hätte ihren Gegenstand. die das Konzept des verständigungsorientierten Handeln in die Journalismusforschung eingeführt haben. sie wollen die Qualitätsdebatte und die Ethikdebatte durch Ausdifferenzierung der Ebenen von den gesellschaftlichen Randbedingungen bis zu den journalistischen Akteuren voranbringen. Die Sollvorstellungen resultieren aus der Kombination mit anderen benachbarten Wissenschaften und beschränken sich auf realisierbare Vorschläge. wenn er ihm die Aufgabe zuweist. und das auf der Basis eines erkenntnistheoretisch realistischen Empirieverständnisses. um den als negativ bewerteten Folgen der funktionalen Ausdifferenzierung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Thorsten Quandts den Band abschließende Frage nach dem Ende des Journalismus durch die Herausforderungen der Online-Kommunikation macht ein ganz neues Fass auf und will nicht so recht zum Gesamtthema passen. wenn man bedenkt. kann man sich gut ausmalen. einen dogmatischen Popperianer. sie hat jedoch mit purer Auftragsforschung nichts zu tun. 116) der Studie „Journalismus in Deutschland“ zu verstehen bei gleichzeitiger Kritik ihrer systemtheoretischen Argumentationsbasis. Weiterhin werden die im fünften Hauptkapitel behandelten ausgewählten Problemfelder 394 . anführt. denn der Autor ignoriert ziemlich konsequent die im Titel seines Aufsatzes selbst gestellte Frage und beschäftigt sich mehr mit dem Erklärungswert von Theorien der Wirkungsforschung. Es geht um die Zurechtstutzung von Theorie zu einem logisch billigen Empirielieferanten. Dazu passt auch die harmonisierte Sichtweise vom Gegenstand der Journalismusforschung. dass jede einzelne journalistische Entscheidung legitimiert werden soll. So fehlt etwa der Ansatz der Münchner Schule um Wagner.M&K 49. impliziert die Forderung doch ein unkritisches Plädoyer für angewandte Forschung. Öffentlichkeit herzustellen. Haller kritisiert die Unfähigkeit der Systemtheorie. unberücksichtigt bleibt. Er bringt Beispiele für vermeintlich fehlerhafte Zuordnungen und kritisiert systemtheoretische Bemühungen als abstrakten Griff ins Leere. Was Haller darüber hinaus mit der Synchronisation der formalen und materialen Bedingungen von Theorien meint. sondern sollte kritische Impulse geben. Schmidt entwickelt hat und der Journalismus als makroanalytische Handlungsrolle konzipiert. den prägenden Charakteristika des Journalismus gerecht zu werden. Ähnlich argumentieren auch Hans Heinz Fabris und Barbara Thomaß.

Brandstetter. die Überzeugung vom besonderen Charakter der europäischen Kultur in Frage..und Theatralitätsbegriffs heraus. Dabei nimmt der Herausgeber schon mutig Stellung in seinem hervorragenden einleitenden Aufsatz. Korporalität und 4. dafür ist die Qualität der Beiträge zu unterschiedlich. ISBN 3-7720-2941-8 Der vorliegende Sammelband präsentiert Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Teil- projekten des seit 1996 bestehenden DFGSchwerpunktprogramms „Theatralität. – 366 S.“ (13) Grundlegende Aspekte der aktuellen Untersuchungen zur Theatralität seien: 1. Die Einleitungen der Hauptkapitel durch Löffelholz und Quandt sind für eine Schnellorientierung hilfreich. Auch in dieser Doppelrolle zeigt sich der Kompromisscharakter des Buches in Konzeption (Handbuch und Diskurs) und Komposition (Grundlagenbeiträge und anwendungsbezogene Artikel). Jahrhundert der Theaterbegriff bewerkstelligen sollte. Dieses Problem der Unterscheidbarkeit bildet neben der „Debatte um Status und Begriff von Wirklichkeit“ (23) einen thematischen Schwerpunkt der laufenden Forschungsarbeiten. musikali- 395 . als ob sie die folgenden Artikel jeweils rechtfertigen müssten. zwar sind viele AutorInnen sehr meinungsfreudig und regen damit möglicherweise einen Diskurs an. Außerdem scheint es eher ein heterogenes Restkapitel zu sein.) Inszenierung von Authentizität Tübingen: Francke. Inszenierung von Authentizität in den Medien und Inszenierung von Authentizität in fremden und vergangenen Kulturen.. 2.Besprechungen nur sporadisch an die Theoriedebatte der vorigen vier Hauptkapitel zurückgebunden und die Dringlichkeit ihrer Bearbeitung wird nicht begründet. „dass sich das Selbstverständnis einer Kultur außerhalb Europas/Nordamerikas nicht nur in Texten und Monumenten formuliert. der nicht immer gelingt. Malkiewicz. wohingegen Quandts Frage nach dem Ende des Journalismus weniger als theoretische Herausforderung oder Weiterentwicklung denn als spezielles Problemfeld (des Online-Journalismus) anzusehen ist. so die Herausgeberin Erika Fischer-Lichte. Dennoch ist das Buch wichtig. Performance. denn die Aufsätze von Lünenborg und Klaus sind teilweise grundlegend und gehören zu den Herausforderungen der Systemtheorie. Vier Schwerpunkte strukturieren die Präsentation der Forschungsergebnisse in dem Buch: Begriffsgeschichte von Authentizität. um die Theoriedebatte auf hohem Niveau zu institutionalisieren. Und dazu ist das Buch bestens geeignet. Inszenierung. 3. „Unsere Gegenwartskultur konstituiert und formuliert sich zunehmend nicht mehr in Werken. also auch innerhalb der Artikel nicht diskursiv angelegt. Inszenierung von Authentizität in den Künsten. Ausgangspunkt der Projektarbeiten des DFG-Schwerpunktprogramms bildete die mittlerweile etablierte Überzeugung. Pätzolds Definition der Journalistik ist ebenfalls eher programmatisch als anwendungsbezogen. Aus ihrer Sicht wird eine Verlagerung der Anwendungsbezüge im Verlauf der historischen Entwicklung erkennbar: „Was im 17. sondern auch (. so dass ihre Auswahl etwas willkürlich erscheint. Reher) lassen sich ebenso analysieren wie filmische (Meyer).“ (11) was wiederum die Überzeugung von der Unterscheidbarkeit der europäischen Kultur brüchig werden lasse. aber die Auseinandersetzung ist nicht wechselseitig oder mehrzügig und in der Regel noch nicht einmal die eigene Position abwägend. Theater als kulturelles Modell in den Kulturwissenschaften“. 2000. Erika Fischer-Lichte arbeitet in ihrer den vorliegenden Sammelband einleitenden begriffshistorischen Übersicht grundlegende Aspekte des Inszenierungs. Die Attraktion des Inszenierungsbegriffs liegt in seiner vielschichtigen Anwendbarkeit. das sich mit der zunehmenden Bedeutung theatraler Prozesse für die europäische Kultur auseinandersetzt.“ (11) Gleichzeitig stellen neuere Entwicklungen. Formen der Performancekunst (Bormann. Wahrnehmung. scheint heute der Begriff der Inszenierung leisten zu sollen. Ein richtiger Diskurs findet nicht statt. sondern scheinen vielfach automatisch erstellt worden zu sein und oft beliebig. Mit dem Inszenierungsbegriff lassen sich Phänomene aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft und Kultur beschreiben.) in theatralen Prozessen. aber fast immer zu brav formuliert. Ebenso sind die vielen handbuchtypischen Querverweise nicht immer hilfreich und notwendig. sondern in theatralen Prozessen. Armin Scholl Erika Fischer-Lichte / Isabel Pflug (Hrsg.

Die nachweisbar umfangreichen und unregelmäßigen Arbeitszeiten.. In den unterschiedlichen Schwerpunkten des Sammelbandes treten Bruchstellen zwischen den Disziplinen in Erscheinung. über den „Burnout“ im Journalismus Ursachen und Auswege Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. in der Medizin). weil JournalistInnen zum einen psychische Abwehrmechanismen gegenüber größeren und kleineren Katastrophen entwickeln müssen und zum anderen bei ihnen durch die ständige Aktualisierung und Addition von Informationen eine kontextlose Sinnleere entstehen könnte. weshalb TV-JournalistInnen nicht einbezogen wurden. ob die HörfunkjournalistInnen für öffentlich-rechtliche Sender oder private Anbieter arbeiteten. ISBN 3-531-13448-5 Sind JournalistInnen gestresster und früher „ausgebrannt“ als VertreterInnen anderer Berufsgruppen? Einige Fakten und Fiktionen. dessen Ursachenkomplexe und mögliche Gegenstrategien) sowie neun. Jahrgang 3/2001 sche (Zenck) oder literarische (Neumann) Inszenierungen von Authentizität. Joan Kristin Bleicher Michael Bodin Ausgebrannt . Die Inszenierungen von Authentizität stehen im Zentrum der Untersuchungen. wie das Sample zustande kam und ob die Nicht-BeantworterInnen vielleicht deshalb nicht geantwortet haben. – 142 S. Unklar ist auch. immerhin drei Jahre mehr als die der Gastwirte. legen eine Bejahung dieser Frage nahe. weil sie zu gestresst waren. aber nicht die einzige Komponente im Burnout-Prozess. selbst in denen. Arbeitsunzufriedenheit und Burnout hängen zusammen. Agentur. aber auch in der Wirtschaft. wenn nicht gar in den meisten Berufen beobachtet werden. Möglich ist auch. obwohl beide Phänomene nicht gleichzusetzen sind.und siebenstufigen Rating-Skalen beantworteten 66 von 213 angeschriebenen Zeitungs-. Die sich ständig aktualisierenden vielfältigen Inszenierungsformen in Politik.. willkürlich zusammengewürfelte Hypothesen geleitet. B. Beide Ursachefaktoren bedingen möglicherweise Zynismus und Unempfindlichkeit.“ (22) Inszenierungen ersetzen die Argumentationsführung verbaler Diskurse. Den Fragebogen mit fünf. Wissensdefizite und verschiedene soziale Stressoren (Stichwort „Redaktionsklima“) können zum Gefühl von Überforderung beitragen.M&K 49. wie sich etwa durch den Einfluss der Medienvermittlung das Erscheinungsbild der Politik gewandelt hat: „Politik wird nur noch als symbolische Inszenierung in den Medien erfahrbar: Kohl und Mitterand Hand in Hand auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges von Verdun oder ein britischer Gesundheitsminister. dynamische und unangenehm erlebte Interaktion zwischen Individuum und Umwelt ist eine zentrale. die jedoch wieder als Ausgangspunkt für neue Forschungsarbeiten dienen können. 2000. Kultur. Die in etlichen Studien gefundene hohe Arbeitszufriedenheit von JournalistInnen scheint gegen ihren vermehrten Burnout zu sprechen. Zeitdruck. Eine Mischung aus ethnologischen und kulturhistorischen Analysen kennzeichnet die Beiträge. denn eine hohe Arbeitszufriedenheit kann in sehr vielen. Sie zeigen.und HörfunkjournalistInnen. wobei nicht thematisiert wird. Doch solche Befunde sind nur wenig aussagekräftig. bieten sicherlich eine Vielzahl von Forschungsgebieten für die unterschiedlichen Disziplinen des Schwerpunktprogramms. Stress als komplexe. die sich mit der Inszenierung von Authentizität in vergangenen und fremden Kulturen befassen. Hier hätte statt der isolierten Untersuchungen die Fragestellung nach den Besonderheiten der europäischen Kultur stärker herausgearbeitet werden können. die Michael Bodin in seinem Buch zitiert.und Film-Mythos des unablässig rauchenden und Whisky oder andere Rauschmittel konsumierenden Reporters. die eine überproportionale Frequenz an Ausgebrannten aufweisen (z. Michael Bodins eigene Untersuchung wurde durch drei Forschungsfragen (Ausmaß des Burnouts im Journalismus. und wann die Untersu- 396 . In Schweden hingegen unterscheidet sich die Mortalitätsrate der schreibenden Zunft nicht vom Bevölkerungsdurchschnitt. Empirisch lediglich schwach belegt ist der Roman. der auf dem Höhepunkt der BSE-Krise Rindfleisch verzehrt. dass der Stress größer und der Burnout im Journalismus deshalb häufiger sind. Zum Beispiel beträgt einer Studie von 1983 zufolge die gemittelte Lebenserwartung von deutschen JournalistInnen lediglich 61 Jahre.

indem er in der von ihm konstatierten Partikularisierung der Öffentlichkeit. Die Literaturliste von Bodin ist nachlässig: falsche Namenswiedergabe.und außermediären sowie die gesellschaftlichen Einflussfaktoren auf das Stress. New York. das Zwiebelmodell von Weischenberg (vgl.. vor allem von den Publika.. Theories of influences on mass media content.) Television and Common Knowledge London/New York: Routledge.und/oder Burnout-Erleben von JournalistInnen zu wenig systematisiert wurden. Eine Gegenposition bezieht Daniel Dayan (Oslo). – 209 S. dass die sozialisatorischen. wie man den Burnout im Journalismus in den Griff bekommen kann. Shoemaker. eine Chance für soziale. S. Buchdopplungen. Doch im Vergleich zu anderen Sozialberufen ist das Ausgebranntsein im Journalismus eher unterdurchschnittlich verbreitet. dass die Daten bereits 1996 erhoben wurden. Dienst. mehr Feedback von Vorgesetzten. bleibt letztlich unklar. A.. sondern auch aufzeigt. haben die journalistischen Ansprüche nur einen geringen Einfluss auf den Burnout. Partnerschaft. (1998): Journalismus in der Gesellschaft. So wäre es hilfreich gewesen. Sabbatjahr. 62: „Prozentwerte geben an. Bodins Ergebnisse vermitteln zwar zahlreiche Denk. D. etwa durch langfristige Planung. Ausgebrannte erhalten zwar für ihre Arbeit wenig Feed-back. sondern auch relativ aktuelle. St. die den Stellenwert des Burnout im Journalismus verdeutlichen. B. mit denen Fernsehen auf einer allgemeinen Ebene sozialwissenschaftlich untersucht werden kann. Ein Satz im Vorwort legt die Vermutung nahe. (1991): Mediating the message. B. der Entstehung zahlreicher Teilöffentlichkeiten. Reflexion. Knowledge. Eine idealistische (pädagogisch motivierte) Berufsauffassung selbst ist offenbar kein Grund für Ausgebranntsein. Was unter „Common Knowledge“ wirklich gemeint ist und wie dieser ja etwas schillernde Begriff zu fassen ist. flexible Arbeitszeiten.. „in Bezug auf die Verlockungen des Aktualitäten-Konsums“). doch sind die Korrelationen zwischen Burnout und Rückmeldung zu schwach. Weischenberg. J. Obwohl wenig Recherchezeit und Zeitdruck Stress erzeugen. Mediation“ an der norwegischen Universität Bergen. vor allem Jüngere. um klare Aussagen treffen zu können. Job-Rotation. Im ersten Abschnitt werden Konzepte der Öffentlichkeit(en) (public sphere[s]) skizziert.“) präsentiert Bodin die hypothesenrelevanten Ergebnisse systematisch und übersichtlich. B. JournalistInnen mit hohen Burnout-Werten erleben zumeist beruflich-private Rollenkonflikte. kultu- 397 .und damit Forschungsanstöße. Nach einer zumeist redundanten Methodendiskussion (z. Scholl & Weischenberg. wenn Michael Bodin seinen Hypothesen z. Jostein Gripsrud (Ed. B. dass sich Bodin nicht auf die empirische Darstellung beschränkt. Der Band liefert einen Überblick über mögliche Theorieansätze und Konzepte.und Urlaubspläne.Besprechungen chung überhaupt stattfand. z. ISBN 0-415-18929-2 Das Buch ist – bis auf drei Beiträge –das Ergebnis eines 1995 durchgeführten Colloquiums des Projekts „Rhetoric. P. Freundschaft) vereinbaren. eher Frauen und insbesondere Agenturjournalist/innen. inner. als dass er sie wirklich ausführlich erörtert. aber generell ist zu bemängeln. S. Zwar leidet jede/r fünfte Journalist/in an Burnout. empirische Daten. Lobenswert ist. Trotz aller inhaltlicher und formaler Kritik sollte man Bodins Buch dennoch nicht ignorieren. wie groß der Anteil der Befragten (bezogen auf 100) ist. Graham Murdock (Bergen) folgt einem an Habermas orientierten Modell und sieht die umfassenden Funktionen der Öffentlichkeit mit ihren festgeschriebenen bürgerlichen Rechten durch eine „Politische Ökonomie des Populismus“ unterminiert. Karin Böhme-Dürr Literatur: Scholl. 1998) oder das von Shoemaker & Reese (1991) zugrunde gelegt hätte. Reese. denn es bietet nicht nur einen Überblick über die vorhandenen theoretischen Ansätze zu Stress und Burnout. einen veränderten Führungsstil („primus inter pares“). Vom Allgemeinen zum Besonderen voranschreitend umkreist der Reader allerdings eher die eingangs umrissene Problemstellung. Supervision (in Seminaren) sowie individuelle Gegenstrategien (z. 1999. Opladen. fehlende Zeitschriftenseiten und uneinheitliche Auflistung der Publikationen.. Sie können signifikant häufiger als ihre KollegInnen die Anforderungen an ihren Beruf nicht mit ihrem Privatleben (Familie.

Dies erklärt sich nicht zuletzt auch aus der wissenschaftlichen Herkunft der Referenten. ist als Einsicht nicht besonders neu. die Kartensymbolik. Als Beispielmaterial. Sonya Livingstone (London) beschäftigt sich explizit mit der Wissensvermittlung und -erzeugung durch das Fernsehen und unterscheidet Wiedererkennen und Entdecken als zentrale Aktivitäten. Formatproblematik) und Wissenserzeugung in einem engen Zusammenhang. die nicht zum akademischen Habitus gehören. die er in den achtziger Jahren publiziert hat. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit den soziokulturellen Funktionen der Medien. aber die Reisetopik setzt ja wiederum ein bestimmtes Bild von Bewusstseinsorganisation voraus. John Ellis (Bergen) sieht im Fernsehen eine Institution. bedient er sich dabei seiner Produktionsanalysen von Wissenschaftsdokumentationen. Technik und Bewusstsein in einem Zusammenhang zu sehen. die sich für Akademiker und Journalisten kulturell als Öffentlichkeit herausbilden. Dass umgekehrt für die Vermittlung von Wissenschaft im Fernsehen heute besondere Qualifikationen benötigt werden. die jedoch breiter als durch einige plakative Beispiele nachgewiesen werden müsste. Fernsehen. und der Mangel zeigt sich besonders an der nur peripheren Beschäftigung mit dem großen 398 . Sport.) und arbeitet verschiedenen Strategien und Formen heraus. die sie in einen größeren Rahmen der Kontextualisierung mit unterschiedlichen Aneignungsformen einordnet.und Kulturwissenschaften kommenden Ansätze. Ein klassisch hermeneutisches Problem also. Der dritte Abschnitt betrachtet das Thema des Bandes stärker von den Produkten aus. Dramaturgie. Klaus Bruhn Jensen (Kopenhagen) und David Morley (London) beschäftigen sich mit den Nachrichten. liegt nahe. Anders Johansen geht mit Hilfe von Versuchsreihen. Dass sich die Wissenschaften im Fernsehen unterschiedlich präsentieren und diese Differenz sich wiederum auf die gesellschaftliche Bewertung der Wissenschaft auswirkt. Jostein Gripsrud (Bergen) untersucht mit Blick auf Bourdieu die „Felder“. in der Fülle der Ansätze aber auch einen gewissen Grad von Beliebigkeit aufweisen. wie der unterschiedliche Habitus der beiden Gruppen mit der Struktur der Fernsehöffentlichkeit kollidiert. sind weitgehend ausgeblendet oder kommen nur sehr am Rande in den Blick. liefern einen explizit sozialwissenschaftlichen Einstieg. weiterhin (zumindest medial vermittelt) in der Gemeinschaft zu leben. Fiction etc. Überraschenderweise gibt es hier keinen Verweis auf die Physiognomik. die hier von den verschiedenen Autoren zum Verhältnis von Fernsehen und Alltagswissen vorgestellt werden. Vor allem die versprengt lebenden Mitgliedern einer Gemeinschaft erhalten durch die Medien die Chance. Ellis diskutiert diese These anhand verschiedener Genres (Soaps. zu „Stories“ verarbeitet. wobei die Reisemetaphorik. Jahrgang 3/2001 relle und ethnische Minderheiten sieht. Corners Auseinandersetzung mit den Dokumentarismusdiskursen und den verschiedenen Stilen des Dokumentarismus mit Blick auf die BBC-Produktionen der neunziger Jahre führt immerhin dahin. sie „in Formen“ bringt. die von allgemeinen Kulturtheorien über die Rhetorik. Roger Silverstone (London) stellt Zugänge zur Produktionsanalyse vor. die den mimisch-gestischen Ausdruck einer Person im Fernsehen dokumentieren. „Travel Stories“ etc. die in einem „offenen Prozess“ die gesellschaftlichen Themen. weil dem analytischen Beobachter das „Rohmaterial“ für diese mediale Verarbeitung selbst immer nur in medialer Form präsentiert wird. ist eine weitere These Gripsruds. auf das aber nicht weiter eingegangen wird. eine Identität zu erhalten.und Formanalyse beziehen.und Performance-Theorien bis zu Narrationstheorien reichen. Die Zugangsweisen. Heuristisch ist ein solcher Ansatz interessant. John Corner (Liverpool) untersucht Dokumentationen und Suzanne de Cheveigné analysiert französische Wissenschaftssendungen. die sich auf Textanalyse. vielleicht auch einmal problematisiert werden könnte. an Michel de Certeau und betrachtet Fernsehen unter dem Gesichtspunkt der Herstellung kultureller Räume.M&K 49. analytisch bleibt das Problem. Morley vor allem mit der Herstellung eines Verständnisses von Welt durch die Nachrichten. Die eher aus den Text. Dokumentationen. Probleme etc. „durcharbeitet“. sieht Genre-Konstruktion (bzw. So spannend Ellis’ Ansatz ist. Peter Larsen (Bergen) orientiert sich in seinem Ansatz. ohne jeweils Lösungen anzubieten. dass er verschiedene Konzepte kurz skizziert und vier Trends im BBC-Fernsehdokumentarismus ausmachen kann. Hier wird eine sonst im Buch seltene Konkretion erreicht. auf die Traditionen der Genre. Das ist bedauerlich. dass dieser „Verarbeitungsprozess“ letztlich nur theoretisch gefasst wird. Spiel.

so kühl analysiert. Esther Lorenz. Bei knapper werdenden Werbegeldern und einem dadurch schärfer werdenden Wettbewerb um Werbeaufträge ist es also keineswegs zwingend. Programmplaner. die sie als geeignete Grundlage vor allem für Erwachsenenbildung und Schulunterricht empfiehlt. Diese Vorgehensweise stärkt damit die mögliche Suggestion deutschsprachiger Leser. – 392 S. Rundfunkunternehmen und Journalismus. leitende Redakteure sowie Vertreter von Aufsichts. Dadurch bleibt vieles im Ungefähren.Besprechungen Bereich der Fernsehfiktion. zwischen denen kein Zusammenhang bestehe. Anette Scharf) Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Dabei kommen zuweilen unerwartete Erkenntnisse zu Tage. aber keineswegs voraussetzungslose Herangehensweise der einzelnen Autorinnen und Autoren. ISBN 3-531-13346-2 Über wenige Themen ist seit der Ausbreitung des Fernsehens. bleibt damit vielen deutschsprachigen Lesern eher unsichtbar. Trotzdem ein lesenswerter Überblick. weiterführende Aspekte abgewinnen? Die von Claudia Mast vorgelegte Studie rechtfertigt ihr Erscheinen durch drei gewichtige Vorzüge: Zum einen durch die überzeugende Gliederung der Beschreibung von Entscheidungsprozessen über Gewaltdarstellungen in fünf ausgewählten Verantwortungsbereichen: Markt.und Kontrollgremien. so doch zumindest offenlegen können“. dadurch entstehe insgesamt der Eindruck von bruchstückhaften. Zum Zweiten durch die vorurteilsfreie. „die mit realistischer Aussicht auf Erfolg Entscheidungsprozesse wenn schon nicht modifizieren. So beispielsweise. der einerseits die Interdependenz verschiedener Teilsysteme des Mediums Fernsehen in den Blick nimmt und genauer untersucht. Medienpublikum. die ihre sehr lesenswerten explorativen Studien präzise an Personen. vor allem seit der Entstehung privater Programme so heftig gestritten. Ebenso nachteilig. Dem setzt Claudia Mast einen Ansatz entgegen. durch deren Entscheidungsverhalten Gewaltdarstellungen entweder ermöglicht oder verhindert werden können. Produzenten und Kommunikatoren als Handelnde in einem medienspezifischen Interaktionsprozess begreift. ist der Verzicht auf die Anwendung der Konzepte auf Beispiele. Produzenten. Lassen sich dieser Frage heute noch neue. aber bei einem solchen Konferenzband wohl nicht anders möglich. Marc Liesching. Medienrecht. aber auch so folgenlos gewarnt worden wie über Gewalt im Fernsehen und deren Wirkungen auf das Publikum. 399 . wurde für die Studie durch Gespräche mit 55 im Anhang namentlich genannten Experten ermittelt. den im Grunde nur Ellis anspricht. zerstückelten Befunden. andererseits Medienmanager. Dass gelegentlich mit bestimmten Kategorien Anderes gemeint ist als im deutschsprachigen Bereich. darunter Jugendschutzbeauftragte. Claus Hoffmann. 1999. was sich nicht von allen Publikationen zum Thema Mediengewalt sagen lässt. dass die Werbewirtschaft als wichtige Finanzierungsquelle vor allem für die privaten Fernsehanbieter gegenüber Gewaltdarstellungen eher negativ eingestellt ist. Werbung und Image. und zwar sowohl bei ARD und ZDF als auch bei sieben Privatsendern. wenn diese in einem gewaltbesetzten Programmumfeld erscheinen: „Werbung wirkt sich eher regulierend in Richtung familienfreundliche Programme aus“. „Die vorliegenden Forschungsarbeiten sind zwar thematisch vielfältig. man könne die hier angesprochenen Konzepte problemlos auch auf deutsche Fernsehverhältnisse anwenden. Programmeinkäufer. dass es Einflussfaktoren benennt. Und zum Dritten durch den sowohl medientheoretischen als auch medienpraktischen – zugleich damit auch medienkritischen – Gehalt der Arbeit. Überzeugend begründet wird dieses Forschungsinteresse „hinter den Kulissen“ damit. Sachen und Zusammenhängen orientiert haben. Wie sich diese Entscheidungsträger im Spannungsfeld zwischen Markt und Moral bewegen. weil sie – ungeachtet hoher Reichweiten – nachteilige Auswirkungen auf ihre Produkte befürchtet. aber auch disparat“ zitiert die Herausgeberin eine Feststellung der DFG-Kommission Medienforschung. ergänzt um ein Kapitel zu den drei Einflussfaktoren Kontrollinstanzen. die einander sogar widersprächen. Drehbuchautoren. Medienforscher. so ideologiebelastet spekuliert. Knut Hickethier Claudia Mast Programmpolitik zwischen Markt und Moral Entscheidungsprozesse über Gewalt im Deutschen Fernsehen – eine explorative Studie (unter Mitarbeit von Karen Exner. interessante.

die Transzendenzbedürfnisse erfülle.“ Gleichwohl verzichtet das Kapitel über den Verantwortungsbereich Medienrecht nicht auf eine umfangreiche Darstellung der juristischen Vorgaben und Kontrollinstanzen für das Programm. In diesem Bereich gibt es keine juristische Handhabe. ihrer Mitautorinnen und Mitautoren. Reichertz’ Studie nimmt mit den Ausführungen zu funktionalen Äquivalenten und zur sozialen Differenzierung auf Denkfiguren des Strukturfunktionalismus Bezug. Für medienwissenschaftlich und medienpraktisch Tätige mögen viele der in der Studie mitgeteilten Erkenntnisse und Einsichten nicht unbedingt neu oder überraschend sein. dem sowohl die geisteswissenschaftliche Hermeneutik als auch die (qualitative) Sozialforschung methodische Riegel vorzuschieben versuchen. Dargestellt werden auch die Aufgaben und Arbeitsweisen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. dass Institutionen in ein Konkurrenzverhältnis treten. daß Sie die Wirklichkeit schönen. wobei die durch die EG-Fernsehrichtlinie von 1989 und durch die Vereinbarung des Europarates von 1989 aufgeworfenen Fragen ebenfalls berücksichtigt werden. Mehr als andere Systeme ist Kultur im hohen Grade kohärent und erfordert daher den Vorgriff auf das Ganze. doch habe man dort bald eingesehen. 10) ISBN 3-87940-744-4 Die Wechselwirkungen zwischen dem Fernsehen und kulturellen Kontexten können als ein besonders schwieriges Gebiet der Kommunikationsforschung angesehen werden. Sie umfasst den Jugendschutz. Das ist ein sehr schmaler Grat. da sie sich der empirischen Überprüfung weitgehend entziehen. Am Anfang hätten Privatsender. Dieser Gedanke einer religiösen Sinnhaftigkeit der TV-Unterhaltung ist keineswegs neu. Unfälle und ähnliche Themen gesetzt. damit es „Sinn macht“. Andererseits macht sich im journalistischen Bereich. mit der die komplexen Sachverhalte gesehen und dargestellt werden und vor allem durch das erkennbar starke. Doch Regelwerke helfen nicht viel weiter: „Jede Gewaltszene ist wieder neu und unterscheidet sich von der anderen. der Wettbewerb zwischen den Programmveranstaltern dadurch nachteilig bemerkbar.M&K 49. Fortschreitende soziale Differenzierung sorgt nach seiner Ansicht dafür. häufiger auf Gewalt. die andere zeigen“ wird ein Redakteur einer öffentlich-rechtlichen Anstalt zitiert: „Dann wird Ihnen nämlich vorgeworfen. dass Redaktionen meinen. Dennoch überzeugt die Arbeit durch die Kohärenz. wenn diese in konkurrierenden Programmen gezeigt werden. (Reihe: Passagen & Transdenzen. sondern da gibt es nur diesen sensiblen Umgang mit täglich neuen und anderen Szenen. auf dem Sie sich da bewegen“. auf bestimmte Bilder nicht verzichten zu können. dass das Fernsehen Angebote bereithält.und die zivilrechtlichen Bestimmungen und die Grundsätze für die Programmverantwortung bei den öffentlich-rechtlichen wie bei den privaten Anbietern. der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften und der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen. „Sie können die öffentlich-rechtliche Messlatte der moralischen Werte nicht so anlegen. die in früheren Zeiten der Volksreligion vorbehalten waren. Der Verfasser geht davon aus. Das Fernsehen sei im Verlaufe dieser Entwicklung zu einer Art Gnadenanstalt geworden. daß Sie Dinge gar nicht zeigen. Aufgaben neu verteilt werden und Spezialisierungen stattfinden. also Filmen und Unterhaltungssendungen. – 277 S. das belegbare Detailwissen muss ausgedeutet werden. bei den Gewaltdarstellungen in Nachrichtensendungen etwa. dass mit allzu sensationellen Darstellungen auf Dauer keine Kompetenz zu gewinnen sei. in der Sache begründete Engagement der Herausgeberin. Manfred Jenke Jo Reichertz Die frohe Botschaft des Fernsehens Kulturwissenschaftliche Untersuchung medialer Diesseitsreligion Konstanz: UVK. die straf. Jahrgang 3/2001 dass es zu der oft beschworenen Spirale der Gewalt in fiktionalen Sendungen. 2000. Die Gefahr allzu weit reichender Schlussfolgerungen ist umso größer. Besonders in den 50er Jahren – worauf Knut 400 . je weniger der Analyse ein theoretisches Konzept zugrunde liegt und je mehr sich wissenschaftliches Tun auf einzelne Plausibilitätsbefunde verlässt. Allerdings öffnet sich auf diese Weise auch der abschüssige Weg zur Spekulation. kommen muss. um sich von ARD und ZDF abheben zu wollen und um beim Publikum Aufmerksamkeit erregen zu können.

für einen schlichten. zahlreiche Folgen. die sich seit Beginn der Sendung im Jahre 1992 vor laufender Kamera das Jawort gaben. Den Schwerpunkt der Analyse bildet die Traumhochzeit. genauer. Für die tendenzielle Nivellierung von Intimgrenzen. um quasi-liturgische Formen des Umgangs zustandekommen zu lassen. Warum sollte Willi Weber aufgrund einer Ansprache. die Einhaltung der eingegangenen Verpflichtungen zu kontrollieren. Gemeint sind also die Beichtund Bekenntnis-Talkshows sowie Kontaktund Surprise-Shows. dass „es dort zu . Dass die Traumhochzeit derartigen Erwartungen nachkommt. Wenig überzeugend ist die Schlussfolgerung. Die Allgemeinheit werde aufgefordert. die Gesellschaft habe die FernsehTraumhochzeit geschaffen. das Fest. 29). so wird argumentiert. Tatsächlich beziehen sich diese Erwägungen ja auf die Kandidaten. sich selbst und den Partner in die Rolle glücklich Verheirateter zu bringen und damit andere Optionen auszuschalten. um durch Potenzierung der Zahl von Zeugen zur Stabilität von Ehen beizutragen. sich für die Traumhochzeit zu bewerben. ist die Traumhochzeit also ein eher ungeeignetes Beispiel. die Formate für performative Fernsehauftritte. und auch eine banale Formulierung „das Schöne an dieser Sendung ist“ muss noch nicht auf den „Sendungscharakter“ seiner – zumal simulierten – Amtshandlung schließen lassen. Das Treueversprechen vor Zeugen. bis zur Möglichkeit der Klage auf Schadensersatz (Kranzgeld). Handlungen kommt. sie potenziert nur.. ja die Show. Im Zentrum der Überlegungen steht das „performative Fernsehen“. meint Reichertz mit der Analyse der TrauRede nachweisen zu können. die bei den Akteuren und den Beobachtern Affekte auslösen“ (S. von ihr auserwählt zu werden und die Beziehung durch diese von außen kommende Macht heiligen zu lassen. mit dem Ziel der „Kontinuitätssicherung“ betriebener Aufwand etwas hoch. zivilen Text. Aus demselben Grunde. wie sie bei solchen Anlässen auch in ganz normalen Standesämtern üblich ist. mehr als 100 Seiten des Buches widmet er der von der niederländischen Moderatorin Linda de Mol moderierten Sendung für Heiratswillige. Der Ertrag der Studie ist allerdings eher bescheiden.als auch Außendruck das Paar verbinden. den großen Auftritt. deren Logik man nicht kenne. wäre ein derartiger. ergaben sich doch daraus. das Fernsehen sei für die Kandidaten eine heilige Instanz. Aber auch mit Blick auf aktuelle Erscheinungen wurden immer wieder Parallelen zwischen Fernsehnutzung und religiösen Praktiken herausgearbeitet. ein „praktizierender Magier“ (S. die in der Regel ohne Fernsehkameras stattfindet und im Grenzfall nur durch die beiden Trauzeugen hergestellt wird – ausreichen. 189) sein? Reichertz kommt zu Schlussfolgerungen. die 401 . nämlich das religiöse Bedürfnis. die schon bestehende Verbindung zwischen den Partnern werde durch das Fernsehen verklärt und ins Transzendente erhoben. der Standesbeamte aus der Traumhochzeit. Für die 83 Paare. so dass sowohl Innen.Besprechungen Hickethier hingewiesen hat – war das Medium Fernsehen faszinierend genug. Im bürgerlichen Zeitalter hatte selbst das Eheversprechen dokumentiert zu werden. Die Bewerbung zur Traumhochzeit folge einem irrationalen Impuls. mag die Hoffnung auf Stabilität eine Bedeutung haben. das heißt für den Niedergang des Privaten. dass ihr gekommen seid. Neben dem materiellen Zugewinn könnte die Definitionsmacht des Publikums als Mittel herhalten.. Mit „Herzlich willkommen“ begrüßt er das Brautpaar und fährt fort mit „Schön. Tatsächlich aber entscheidet sich Willi Weber. Die Besonderheit dieser Sendungen ist darin zu sehen. Dazu muss – von der makrosoziologischen Perspektive aus gesehen – die Öffentlichkeit der zivilen Trauung. setzt sich aber kaum mit ihr argumentativ auseinander.. das feierliche Ritual. den Vertrag. nicht auf die Zuschauer. nämlich der Kontinuitätssicherung. die nach Ansicht des Verfassers ein eigenes Format darstellt. was in der Hochzeit ohnehin schon angelegt ist. Als Motiv für die Paare. Diese Deutung der zu Protokoll gegebenen Emotionen wird mit strukturell-funktionalen Argumentationen in einen Zusammenhang gebracht.“ Seine Rede ist nicht religiöser als die seiner TV-losen Kollegen. ziele auf die Exklusivität der Beziehung ab und regele den Umgang mit anderen. eine höhere Instanz anzurufen. Reichertz kennt diese Forschung. Für Reichertz ist allerdings etwas anderes entscheidend. der sich ebenso gut auf Hochzeitsbräuche allgemein beziehen könnte. Die Fernsehhochzeit kontrastiert nicht mit traditionellen Vermählungsritualen. war die Hochzeit zu den verschiedensten Epochen nicht privat. an dem in früheren Zeiten häufig als Vertreter des anonymen Teils der Öffentlichkeit auch völlig Fremde teilnahmen.

unter denen die Ausstrahlung des stereotypen Frauenbildes erfolgt bzw. die junge Paare ins Fernsehstudio bringen. dass es den Kandidaten nicht in erster Linie um materiellen Gewinn geht (S. Klaus Plake Annette von Kalckreuth Geschlechtsspezifische Vielfalt im Rundfunk Ansätze zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees Baden-Baden: Nomos 2000. und zwar sowohl der männlichen als auch der weiblichen. 155) aus. dass bei der Traumhochzeit die „Erlebnisrationalität“ im Vordergrund steht. Im Augenblick ist davon aber nicht viel zu spüren. Was ein vielfältiges Frauenbild anbelangt. Gerade eine allgemein kulturwissenschaftliche Fragestellung bedarf einer stringenten Bearbeitung. Auch das Bedürfnis nach Beachtung könnte die Kandidaten dazu veranlassen. wie er selbst zugibt. von einer „schlichten Hermeneutik“ (S. So wird apodiktisch festgestellt. 18). Jahrgang 3/2001 durch das Material und die Methoden nicht gedeckt sind. Wenn das Fernsehen die Kirchen beerbt.M&K 49. Zuweilen. einer umfassenden Analyse zu unterziehen. 211) führt an die Grenze des empirisch Verkraftbaren. Diese Wiederholungen sind freilich nicht der Autorin anzulasten: Wer sich wie sie aufmacht. wird der Rundfunk diesem Anspruch in seinen Programmen jedoch nicht gerecht“ (S. – 245 S. 17). geht der Autor. zum Beispiel die. Am wenigsten dürften es die von Reichertz zitierten Scheidungsziffern sein. die sich wegen materieller Gewinne sogar mit völlig Fremden in einen Wohncontainer begeben. Schließlich gibt es genügend Freiwillige. der darf sich auf traurige Déjà-vu-Erlebnisse gefasst machen. Die eher randständig behandelten SurpriseShows bieten gleichfalls nicht mehr Belege für die religiös-kirchlichen Funktionen dieser Fernsehformate. Mit dieser Hypothese eröffnet die Autorin die Einleitung ihres ursprünglich an der Universität Augsburg als juristische Dissertation entstandenen Werks. Mag sein. das auf fast 250 Seiten eine zermürbende Vielzahl von Feldern beschreibt. Die präzise und – wie in juristischen Arbeiten üblich – detaillierte Gliederung des Werkes verstärkt diesen Eindruck noch. werden die religiösen Tendenzen ja wohl noch zunehmen. An anderer Stelle wiederum wird herausgearbeitet. wie Reichertz feststellt. unter denen eine Regulierung des Fernsehfrauenbildes möglich ist (…)“ (S. für die „Traumhochzeit“ oder andere Formate des performativen Fernsehens melden. wie die umfangreichen methodischen Überlegungen (S. dass das Medium und seine rheinisch-niederländischen Repräsentanten Wünsche erfüllen. Aber wird damit ein grundlegender Funktionswandel im Kontext langfristiger sozialer Differenzierungsprozesse bestätigt? Zwischendurch ist performatives Fernsehen. die – in der Hoffnung auf Stabilisierung – die Paare bei Linda de Mol vorstellig werden lassen. dass sich Traumpaare primär wegen der zu erwartenden Sachpreise und Geschenke. Aber zwei Interviews mit Teilnehmern der Show können wohl nicht die Möglichkeit ausschließen. Der Verfasser vermag mit Hilfe seines Auswertungsverfahrens diese These ebenso wenig auszuschließen wie andere. zumal die – sehr hilfreichen – Zusammenfassungen am Ende der Kapitel jeweils wie Variationen desselben Themas anmuten. Überhaupt ist nicht nachvollziehbar. deren Wert auch im fünfstelligen Bereich liegen kann. Vielleicht sind es – genau so wie bei Big Brother – wenig religiöse Motive. Auch die Frage „Halten die Ehen der Traumhochzeitspaare wirklich länger?“ (S. Es scheint.) in der Untersuchung zum Tragen kommen. Die Arbeit konzentriert sich fast ausschließlich auf das Fernsehen und dort wiederum auf 402 . dass das Fernsehen ein funktionales Äquivalent für Pädagogik (!) sei. auf denen es im Bereich des Rundfunks um die Gleichberechtigung der Geschlechter (tatsächlich oder vermeintlich) schlecht bestellt ist. 45ff. ISBN 3-7890-6693-1 „Die Verpflichtung des Rundfunks zu Pluralität bindet ihn [daher] auch an die Darstellung und Vermittlung der unterschiedlichen Lebensrealitäten der Bevölkerung. auch „Turnier“ und „Groschenroman“ (S. Reichertz nimmt zu viele Argumentationslinien auf und hinterlässt Verwirrung. die „(…) rechtlichen Rahmenbedingungen. ihr Treueversprechen vor einem Millionenpublikum abzugeben. 201). als wenn sich einem vorgegebenen Interpretationsschema auch widerständige Sachverhalte fügen müssen. 147). so zum Beispiel bei der Interpretation des Interviews mit dem Kandidatenpaar Eva und Ralf. manchmal auch auf wunderbare Art und Weise.

S. Kinder säßen „immer häufiger und länger“ vor dem Fernsehgerät (S. Frauen seien im Fernsehen „(…) in der Mehrheit sexuell attraktiv und provokativ angezogen(…)“ (S. Dabei weist sie nicht wenige der bestehenden gesetzlichen Grundlagen als „blutleere[r] Verweis[e]“ (das Gebot der Meinungsvielfalt. daneben fehlten Sanktionsmittel oder überhaupt die Kenntnis sanktionsfähiger Vorgänge. in dem die Ergebnisse zahlreicher mehr oder weniger einschlägiger Studien nur sehr knapp referiert werden können. 87). Von Kalckreuth hält es für zulässig (und wohl auch für geboten). 156). 97) zurück. denn gerade „staatliche Abstinenz“ (S. 23). trägt nicht zur Deutlichkeit bei. S. die besondere Problematik des Frauenbildes in der Werbung bleibt demnach unberücksichtigt. 36) oder der – nicht zutreffenden – Behauptung. So muss dieses Kapitel. Insbesondere die Programmnormen seien zurzeit in hohem Maße auf die Konkretisierung durch Rundfunkanstalten und Rundfunkaufsicht angewiesen. wo die Regulierung von Geschlechtsrollenklischees bereits einen deutlichen Vorsprung habe. nachdem sie im dritten Kapitel die entsprechenden normativen Grundlagen aufbereitet hat. so schildert es die Autorin im ländervergleichenden sechsten Kapitel. Grundrechtsgewährleistungen zu stören. Zwar habe sich keines der in Kanada erprobten diesbezüglichen Regulierungsmodelle wirklich bewährt. Frauenfördermaßnahmen. die die Autorin im Anhang des Buches abdruckt. das sich faktisch nicht nur mit der Darstellung. aber es habe sich ein Bewusstsein für das Thema entwickelt. 57) könne hier dazu beitragen. durch das Einbeziehen objektiv-rechtlicher Grundrechtsdimensionen zu begegnen. formalisierte (Beschwerde-)Verfahren der Aufsichtsinstanzen (Rundfunkräte und Landesmedienanstalten) und (tatsächliche oder vermeintliche) Defizite der Kontrolle unter die Lupe genommen. 138) fest. Das Fazit der Autorin: Im Bereich der öffentlich-rechtlichen Veranstalter stellt sie „(…) eine sehr begrenzte Sensibilisierung (…)“ (S. 52). 91) oder „nicht umsetzbare[n] normative[n] Proklamation“ (die verschiedenen Gleichberechtigungsklauseln der Landesmediengesetze. 22) kann. Das zweite Kapitel befasst sich mit den verfassungsrechtlichen Implikationen für eine Regulierung von Geschlechtsrollenklischees im Fernsehen. wenn der Gesetzgeber ein Kriterium „geschlechtsspezifische Vielfalt“ entwickeln und regeln würde. Ziel der Untersuchung ist zu ermitteln. im Bereich der privaten Veranstalter „(…) ein relativ diffuses Problembewusstsein (…)“ (S. die sich beispielsweise als blind für die strukturelle Benachteiligung von Frauen erweise. Im ersten Kapitel „Das Frauenbild im Rundfunk und seine Wirkungen“ versucht die Autorin zunächst eine „Bestandsaufnahme der Stereotypisierung und Sexualisierung von Frauen im Rundfunk“ (S. wie Geschlechtsrollenklischees im Rundfunk durch rechtliche Steuerung – und zwar sowohl im Hinblick auf die programmliche als auch im Hinblick auf die personelle Ebene – vermieden werden können und „(…) die bestehende Bandbreite weiblicher Lebensrealitäten angemessen zum Ausdruck gelangen (…)“ (S. und auch die mangelnde Differenzierung der Darstellung von programmlicher und personeller Ebene im Unterkapitel „Die geschlechtsstereotype Darstellung von Frauen im Rundfunk“.Besprechungen den Programmbereich. den „(…) Defiziten abwehrrechtlicher Grundrechtsdogmatik (…)“ (S. sondern auch mit der Repräsentanz von Frauen im Rundfunk befasst. Dieses Kapitel ist eines der schwächeren des Buches. Die Autorin schlägt dabei vor. die ihr kaum operationalisierbar und insofern ungeeignet für die Absicherung eines vielfältigen und gleichberechtigten Frauenbildes scheinen. untersucht die Autorin für den öffentlich-rechtlichen (Kapitel 4) und den privaten (Kapitel 5) Rundfunk separat. Die folgenden Kapitel sind weitaus erhellender. 55). Die Wirkungsdebatte wird naturgemäß sehr verkürzt wiedergegeben. sei es in Kanada. Ob man sich ein Pendant der kanadischen „Guidelines on Sex-Role Portrayal“. wirklich wünschen sollte? Immerhin hat man es dort mit durchaus komplexen Leitlinien wie der folgenden zu tun: „Stereotyping in CBC programs is acceptable only when it is essential 403 . Wie und in welchem Maße dies bereits erfolgt. Struktureller Konservativismus des Systems sei zu beklagen. Ganz anders dagegen. Sie kommt zu dem Schluss: „Nur durch eine geschlechtsspezifische Betrachtungsweise der Rundfunkfreiheit können die Defizite in der Wahrnehmung grundrechtlich geschützter Freiheiten für Frauen sichtbar werden“ (S. Vorschläge für eine mögliche Ausgestaltung des gesetzlichen Rahmens macht die Autorin im weiteren Verlauf der Arbeit immer wieder. etwa der Aussage. selbst mit einigen Stereotypen leben. Ausführlich werden hier redaktionelle Maßnahmen.

2000. Noch unklar 404 . dass Kommunikationsphänomene zur selben Zeit sowohl auf wissenschaftliche als auch auf publizistische Resonanz stoßen – und sich dann auch noch derselben Begrifflichkeiten bedienen. Dabei wird deutlich. Viele dieser Vorschläge wird man weitaus schneller gutheißen als umsetzen können. Man muss der Autorin zugute halten. in denen sich die Zuschauer „ein Bild über die Eignung des Bewerbers“ (S. Die so genannte „Amerikanisierung“ der politischen Kommunikation ist einer dieser Fälle. gäbe es eine entsprechende konkretisierende Vorschrift. die sich einen Überblick über die – mindestens aus weiblicher Perspektive oft mit Recht so bezeichneten – Schwächen des Systems verschaffen wollen – und über Möglichkeiten. begriffsdefinitorische Beiträge (Klaus Kamps. Christina Holtz-Bacha). Präsentiert werden zunächst drei theoriegeleitete bzw. dass es bei der Frage der „Amerikanisierung“ vor allem um den Grad der Professionalisierung moderner politischer Kommunikation geht. Wer einen substanziellen Überblick über die entsprechende Forschung sucht. kleinere oder größere Schritte in eine andere Richtung zu tun. Symptome und Einzelphänomene der so genannten „Amerikanisierungsthese“ beleuchtet. deren Anspruch es ist. Hier reiht sich der vorliegende Sammelband nahtlos ein. die „Amerikanisierung“ als moderne Form der Kolonialisierung betrachten. Sie schließt ihre Arbeit daher mit einer Vielzahl höchst unterschiedlicher Vorschläge zur Regulierung von Geschlechtsrollenklischees ab. der wird ihn in diesem Buch nicht finden. ISBN 3-531-13508-2 Nur selten passiert es.“ Viel Fantasie braucht man nicht. die im Import von Wahlkampfelementen aus den USA das beginnende Ende der politischen Kommunikationskultur in Deutschland sahen. 199) machen können. Es spricht aber für das Buch. dass die Autorin auf allen Ebenen nach Lösungen des von ihr als Problem beschriebenen Phänomens sucht – und dies tut sie in sehr übersichtlicher. muss denn auch nicht am Buch liegen. – 340 S. um sich auszumalen. Als Einstieg zu empfehlen ist hier vor allem der Beitrag von Donges.M&K 49.) Trans-Atlantik – Trans-Portabel? Die Amerikanisierungsthese in der politischen Kommunikation. Eine gute Anschaffung ist es jedoch für diejenigen. bis auf wenige Ausnahmen sorgfältig recherchierter und auch für NichtJuristen gut verständlicher Form. Dass das Buch die Leser trotz dieser Fülle an Informationen recht ratlos zurücklässt. den diffusen Catch-All-Begriff „Amerikanisierung“ zu entwirren und von seinen negativen Konnotationen zu befreien. bemühen sich die seit Mitte der neunziger Jahre sprunghaft angestiegenen wissenschaftlichen Publikationen zumeist um eine differenziertere Analyse der vielfältigen Veränderungen der politischen Kommunikation in Deutschland. wie Veranstalter und Regulierer auch hierzulande in endlosen Debatten die Frage der dramaturgischen (Nicht-)Notwendigkeit stereotyper Darstellungen diskutieren würden.und Modernisierungsansätzen konfrontiert. Dagmar Schütte Klaus Kamps (Hrsg. Aus unterschiedlichen Perspektiven werden in insgesamt sechszehn Beiträgen Ursachen. Zulassungsverfahren grundsätzlich als öffentliche Anhörungen durchzuführen. der die verschiedenen Implikationen. Zuletzt haben insbesondere der Bundestagswahlkampf 1998 und der nordrhein-westfälische Landtagswahlkampf 2000 in diesem Zusammenhang für eine Fülle meist kritischer und besorgter Medienstimmen gesorgt. Patrick Donges. dass ihr dieses Problem wohl bewusst ist. Subjekte und Gegenstände der Amerikanisierungsthese ausdifferenziert und sie mit Globalisierungs. andere wiederum scheinen schon recht weit von der Praxis entfernt – etwa der Gedanke. Vordringlich scheinen ihr dabei der Erlass eines ergänzenden Programmgrundsatzes zur Herstellung geschlechtsspezifischer Vielfalt einschließlich der entsprechenden Konkretisierungen (in Form etwa von Richtlinien oder Strukturkonzepten) sowie das weite Feld der personellen Frauenförderung. Entgegen derartiger publizistischer Stereotype. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Jahrgang 3/2001 to the realization of a program purpose.

o. ob ein Vergleich zwischen den USA und Deutschland nicht zu immer demselben Ergebnis kommen muss.T. zu referieren. Vowe/Wolling kontrastieren mit Blick auf Deutschland das Oberflächenphänomen „Amerikanisierung von Wahlkämpfen“ mit dem Konzept des politischen Marketings. Als analytisch sinnvolle Alternative böte sich vor allem der im Band mehrfach angesprochene Modernisierungsansatz an.. Dieses können sie überzeugend als dauerhaftes Muster politischer Kommunikation skizzieren. die dann die Rolle eines Vorreiters und nicht. Angesichts solcher relativ stabiler Constraints stellt sich jedoch die Frage. Innovativ ist jedoch ihr Ansatz. 104). jedoch spielt der Aspekt der politischen Kommunikation in dem vergleichend angelegten und parteiengeschichtlich orientierten Beitrag von Christoph Strünck eine eher marginale Rolle. ob es sich hier tatsächlich um ein „amerikanisches“.). Langfristig sehen die Autoren angesichts kultureller Unterschiede keine „Amerikanisierung“. Ebenso mit der Clinton-Administration beschäftigen sich Klaus Kamps und Heike Scholten. kulturell spezifisches oder gar um ein „neues“ Phänomen handelt. zwei einschlägige US-amerikanische Publikationen. Im ersten Abschnitt finden sich die Beiträge von Christina Holtz-Bacha (s.bzw. deren gemeinsamer Anker die Rolle des Journalismus darstellt. „Personalisierung“. sondern eher einen ökonomisch bedingten Trend zur Globalisierung. ob die Amerikanisierungs. B. Holtz-Bacha versucht dies anhand eines Vergleiches der politischen Kommunikationsberater in den USA und Deutschland sowie auf der Ebene der Kampagnenstrategien. die sie anhand von Arbeits. Gerhard Vowe/Jens Wolling und Christoph Bieber. Am Beispiel der so genannten „Lewinsky-Affäre“. die Einblicke hinter die Kulissen politisch-medialer Interaktionen geben. Die Bedeutung des Internets für politisches Marketing unterstreicht Christoph Bieber mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahlen des Jahres 2000. In abgewandelter Form findet es sich auch in fast allen Beiträgen des Bandes wieder. Die Einzelbeiträge sind vier größeren Abschnitten („Wahlkämpfe und Strategien“. „Spin Doctoring“ etc. wenn auch die empirische Überprüfung anhand einer Befragung in Dresden nur exempla- rischen Charakter hat. wobei andere Bündelungen sicherlich auch denkbar und sinnvoll gewesen wären. dass sich die interaktiven Potenziale des Netzes auf dem Rückzug befänden: virtuelle Gemeinschaften würden durch den virtuellen Markt ersetzt werden (S. die sich mit „Akteuren und Medien“ beschäftigen. z. wonach die zu beobachtenden Veränderungen der politischen Kommunikation ihre Ursache in sich wandelnden sozialen und medialen Rahmenbedingungen haben. eines Vorbildes einnähmen.Besprechungen ist jedoch. Dem umfangreichsten Abschnitt des Bandes sind fünf Beiträge zugeordnet. in (empirisch) vergleichender Perspektive (USA und Deutschland). 405 . Allerdings wird nicht ganz deutlich. „Macht und Beobachtung“. Frank Essers Fokus ist im Gegensatz dazu ausschließlich auf die USA gerichtet. Den umfassendsten Blick richten hierbei Miriam Meckel und Armin Scholl auf deutsche und amerikanische Journalismuskulturen. ob und wie man diesen messen kann. der Professionalität der politischen Kommunikation die USA als Vergleichsobjekt ersetzen. Inwieweit das Konzept des „Spin Doctoring“ auf andere Kontexte übertragbar ist. bleibt weitgehend unbeantwortet. 52) kann nicht widersprochen werden.T. „Entertainisierung“. wie es die „Amerikanisierungsthese“ suggeriert. Als Bezugspunkt würde hier der – zeitlich variierende ( Grad der Modernität bzw. „Importthese“ nicht prinzipiell auf die falsche Spur führt. wo er die Professionalisierung der Politikvermittlung am Beispiel des „Spin Doctoring“ der Clinton-Administration beschreibt. deren Rezeption in Deutschland und der Diskussion um die Rolle der Medien wird Skandalisierung als weiteres Merkmal von „Amerikanisierung“ herausgearbeitet. Die Digitalisierung der Kampagne wird hier als ein wesentlicher Bestandteil der „Amerikanisierung“ herausgestellt. „Akteure und Medien“ sowie „Pop und Prognosen“) zugeordnet. am Beispiel von Einzelfallanalysen (USA oder Deutschland) verschiedenen Facetten moderner politischer Kommunikation wie z. Ihrem Fazit einer „bedingten Amerikanisierung“ (S. Neben diesen einleitenden und grundlegenden Beiträgen widmet sich der Band z. Leider beschränkt sich Esser vor allem darauf. die kulturelle und strukturelle Adaptionsgrenzen formulieren. Ernüchternd ist jedoch die Einschätzung des Autors. die Notwendigkeit politischen Marketings aus Sicht der Nutzer und nicht – wie üblich – aus Sicht der Parteien zu begründen. Der Abschnitt „Macht und Beobachtung“ umfasst drei Beiträge.und Berufsrollen vergleichen.

Hier führt die programmatische Frage des Bandes „Trans-Atlantik – Trans-Portabel?“ auf die richtige Spur. Leider schimmern durch beide Beiträge die zu Beginn formulierten. wobei die Wahlparteitage von SPD. Die Autoren entdecken im Vergleich der Jahre 1977 und 1998 eine Zunahme an Symbolisierung und Hierarchisierung.M&K 49. Structuralism. wobei die Beiträge von Stefanie Kuhne („Bilder-Krisen – Krisen-Bilder“) und Rudolf Maresch („Europa – mon amour“) den primären. Hier irritieren insbesondere die essayistisch formulierten Bedenken Mareschs gegen das „amerikanische Interface“. In sechs Kapiteln gaben die Autoren einen konsistenten Überblick über Großbereiche der 406 . die die neuen Trends und Themen der Filmtheorie zusammenfassten. von denen der vorliegende Band wohl eigentlich Abschied nehmen will. Pearson / Philip Simpson (eds. ISBN 0-415-16218-1 In den letzten Jahren sind mehrere Überblickswerke entstanden. In diesem Sinne spiegeln die Beiträge in ihrer Vielfalt der Perspektiven und der präsentierten Befunde die Komplexität eines sich im Fluss befindenden Forschungsgegenstandes. publizistisch verbreiteten Stereotype des modernen US-amerikanischen Imperialismus durch. zeremonielle Strukturen von Parteitagen der Jahre 1999 und 2000 in den USA und Deutschland. auf politische Kommunikationsprozesse bezogenen Fokus des Bandes ausweiten. und dass auch die Professionalisierung des Kommunikationsmanagements nicht zwangsläufig in ein verstärktes Wissen über das Parlament münden. 260). indem sie solche Studien in Frage stellt. Dieses steht im Mittelpunkt der longitudinal vergleichenden Inhaltsanalyse von Frank Marcinkowski und Volker Greger zur Frage der „Personalisierung“ der TV-Nachrichtenberichterstattung. gesellschafts. Jens Tenscher Roberta E. sondern um vielfältige modernisierungsbedingte. Müller. Die inhaltsanalytischen Befunde belegen vielmehr. Robert Stam. Überzeugend arbeitet der Autor zudem heraus. denn „blindes Kopieren verbietet sich allemal“ (S. was unter „Amerikanisierung“ zu verstehen ist. Einen Blick auf die Selbstdarstellung und das sich professionalisierende Kommunikationsmanagement des Bundestages wirft letztlich Stefan Marschall. So zeigt sich eine „wechselseitige Verstärkung“ (S. während der Grad der Privatisierung der Berichterstattung auf niedrigem Niveau verharrt. CDU und FDP Ähnlichkeiten und eine Orientierung am US-Vorbild offenbaren. Post-Structuralism and Beyond (London/New York: Routledge 1992) den Anfang. die im Ganzen deutlich machen. dass es derzeit noch keinen common sense darüber gibt. Auch der Blick Patrick Rösslers und Artur Meinzolts auf den „Pseudo-Wahlkampf“ im Vorfeld der deutschen Präsidentenwahl 1999 verdeutlicht. die sich auf die Überprüfung des Transfers US-amerikanischer politischer Kommunikationselemente auf den deutschen Kontext beschränken. wodurch sich der Band auf jeden Fall zur kritischen Lektüre empfiehlt. Tatsächlich geht es eben nicht um das Übertragen oder Kopieren. Im Beitrag JörgUwe Nielands wird dagegen wiederum ein größerer Bogen geschlagen. dass „Amerikanisierung“ kein allumfassendes Phänomen ist. deren Blick auf die expressive Seite von Parteien gerichtet ist. Jahrgang 3/2001 Anders ist dies bei Marion G. der die Verschmelzungen von Populärkultur und politischer Kommunikation sowie deren Auswirkungen für das Verständnis von Politik unter Jugendlichen betrachtet. 194) von Parteien.) Critical Dictionary of Film and Television Theory London/New York: Routledge 2001. – 498 pp. Am deutlichsten wird hier der oben beschriebene Modernisierungsansatz vertreten und eine Absage an „Importthesen“ erteilt. dass zunehmende Transparenz des Parlaments dessen Effizienz eher blockiert. Der letzte Abschnitt des Bandes beinhaltet drei Untersuchungen zum Komplex „Pop und Prognosen“. ohne dass mit dem gewählten Instrumentarium die Ursachen dieser Veränderungen benannt werden könnten.und kulturspezifische Veränderungen der politischen Kommunikation. dass sich das in diesem Fall wenig professionelle Kommunikationsmanagement kaum in der Presseberichterstattung niederschlägt. Gewohnt detailreich vergleicht sie rituelle bzw. Leider wird die Rolle des Fernsehens hierbei nicht untersucht.und Medienpersonalisierung. Robert Burgoyne und Sandy Flitterman-Lewis machten mit ihrem nützlichen New Vocabularies in Film Semiotics. Insgesamt bietet der Band eine Fülle an unterschiedlichen Ansätzen und Einzelstudien.

queer theory oder auch das ältere marxistische base and superstructure. fehlen vollständig. series. Auf diese diversen Felder beziehen sich vor allem die größeren. live television. unklar. meist fünfseitigen Artikel. der aus der postkolonialistischen Diskussion bekannte Edward Said und der amerikanische Filmkritiker Andrew Sarris. dance and film.oder der Fernsehgeschichte (und ihrer gegenwärtigen Praxis) verzeichnen will. quiz shows. situation comedy. und das von Thomas Koebner herausgegebene Sachwörterbuch des Films (Stuttgart: Reclam i. Nur der Sportartikel geht über fünf Seiten und gibt einen einigermaßen angemessenen Eindruck von der Komplexität der Materie. Barry Keith Grant und Jim Hillier herausgegebene The Film Studies Dictionary (London: Arnold 2001).V. Die dritte Großgruppe schließlich heißt media studies und benennt Felder wie cognitive theory. aus denen die Film. Nach eigenem Bekunden haben die Herausgeber den Zugang in drei große Felder gegliedert: Unter contexts verstehen sie solche Bezüge der Film. documentary. Text und Zuschauerschaft. cop show/police drama. John Hartley oder David Morley dagegen fehlen. Susan Haywards Key Concepts in Cinema Studies (London/New York: Routledge 1996) und das von Steve Blandford. Brecht. auf Syntagma 407 . B. Die Liste ist sicherlich unvollständig. der Internet-Philosoph Howard Rheingold. Die Einträge sind zum großen Teil ungemein kurz gehalten und können darum nur selten über die Stereotypifizierung von Programm und Produktion wirklich Bericht ablegen. Die Mischung der Zugänge ist nicht unproblematisch und führt immer wieder zu Überraschungen. Feuilleton und Feature. ob das Wörterbuch eher Genres der Film. die nicht nur wichtige Vertreter der Film. memory oder the popular). Das Critical Dictionary. Es folgen Nietzsche. drama. Da stehen Namen wie Adorno.) wird den Reigen ergänzen. infotainment/infomercials. Von den Genres ist z. 80 Namen in die Liste des Wörterbuchs aufgenommen wurden – so ist John Fiske genannt. die für Medienfragen zentral gewesen sind (Konzepte wie body. Kulturtheorie oder Philosophie benennen. John Reith (der erste BBC-Direktor). sport and television und western. Propp. Sie gliedert sich in die vier Unterbereiche Produktion. so bedeutende Programmgruppen wie Werbung. versucht nicht nur zu referieren. serial. die in Nachbardisziplinen verweisen und allgemeinere Konzepte der Soziologie. melodrama. Roman Jakobson oder Ferdinand de Saussure. Narratologie. Kurze Zeit später entstanden gleich mehrere Lexika. single play. Stärker als alle anderen Nachschlagewerke der letzten Jahre berichtet es vor allem von der in England geführten medientheoretischen Diskussion – mit ihren gesellschaftspolitischen Traditionen und Untertönen in der Tradition der Theorien Althussers und Gramscis. Außerdem werden biografische Kurzeinträge angeboten. soap opera. Es ist durchaus unklar. Ähnliche Irritationen verursachen auch die Sachtermini. fantasy. Pudovkin. Figuren wie John Berger oder Friedrich Nietzsche scheinen für eine Geschichte der Filmtheorie eher peripher zu sein. die ausschließlich auf englischsprachige Texte verweisen. science fiction. In deutscher Sprache erschien das von Rainer Rother koordinierte Sachlexikon Film (Reinbek: Rowohlt 1997). romance. Die zweite und komplexeste Gruppe ist media systems benannt. sondern auch einen eigenen inhaltlichen Akzent zu setzen. mit der massiven Zuwendung zu Fragen des Neo. sondern auch Theorieproduzenten. die in der Medienanalyse einflussreich gewesen ist. Marketing. musical. Aufgelistet sind: chat/talk show. Peirce. mit den neueren Ansätzen zu einer Gender-Theorie des Kinos und des Fernsehens.und Fernsehwissenschaft vorstellen. Magazinsendungen etc. nach welchen Kriterien die ca. Psychoanalyse und Intertextualität. faction.und Fernsehtheorie. family melodrama. music and film. die eigene medienanalytische Zugänge fundiert haben.oder Postkolonialismus. sind oft bis zur Oberflächlichkeit reduziert. das hier anzuzeigen ist. horror. So finden sich zwar Hinweise auf die linguistischen Größen Phonem und Morphem.Besprechungen Forschung wie Filmsemiotik. Daneben verzeichnet das Wörterbuch eine Vielzahl von Stichworten. Beavers Dictionary of Film Terms – The Aesthetic Companion to Film Analysis (New York: Twayne Publishers 1994). die oft nur sehr kurz erläutert werden (im Umfang von einer Viertelseite bis zu etwa einer Seite). Die meisten Artikel umfassen kurze bibliografische Hinweise. Die Bezüge zu den Bezugswissenschaften. die auch über filmtheoretische Fragen informieren wollten: Frank E. Freud oder Gadamer neben Gérard Genette.und Fernsehtheorie Modelle und Terminologien gewonnen hat.

die unter ihrem Rubrum entstanden sind. Ähnliches ließe sich sogar von einer Beschreibungssprache des Films selbst behaupten. der psychoanalytisch vereinseitigte Artikel pleasure oder der ausschließlich auf Foucault eingeschränkte Absatz discourse analysis).M&K 49. Der 21-Zeiler framing bezieht sich auf Goffmans Rahmenanalyse.und Fernsehwissenschaft offensichtlich ein angemesseneres Mittel der Selbstdarstellung und -vergewisserung als ein glossarisches Verfahren. die anstehen. manche sind recht neutral (aber dennoch informativ. Ein äußerst zwiespältiger Eindruck entsteht also. man nehme reading and reception theory). dass manche der kürzeren Artikel oft auf eine disziplinäre Sicht des Gegenstandes eingeengt sind (wie z.B. Wulff 408 . Überlegungen zur Bildkomposition. Differenzen zwischen den beiden Medien und auch mediengenealogische Informationen können in dieser Kürze nicht mehr artikuliert werden. des Sozialen. Von größerem Belang sind die langen Artikel: Hier können die verschiedenen histori- schen Stufen. eingehender dargestellt werden. Hans J. So findet die Kamera (als camera lens/camera style sowie als depth of field) zwar einen Eintrag. dass sich Wissenschaften konsolidieren. der noch dadurch verschärft wird.und Fernsehwissenschaft ausmacht. den Stoff wissenschaftlicher Arbeit am Gegenstand in Lehrbuchwissen umsetzen. Weniger wäre mehr gewesen – mehr artikellange Nachzeichnungen von manchmal komplizierten und langwierigen Diskussionen sind in der gegenwärtigen Situation der Film. die das Dictionary anbietet. Darum ist das Format der Enzyklopädie eher dem angemessen. die eine Diskussion oder ein Themengebiet durchlaufen haben. doch fehlen in allen Fällen übergeordnete Artikel. zum BildRahmen oder zur Bedeutung des off-screens gibt das Dictionary nur in äußerst verknappter und unbefriedigender Form (image. diese Artikel machen den Wert des Wörterbuchs aus. institution oder cult film and television). So zentrale Beschreibungsgrößen wie „Stil“ oder „Text“ werden nur kurz in einseitigen Artikeln vorgestellt und können die komplexen Arbeiten kaum repräsentieren. und auch die Montage ist genannt (als continuity editing sowie als point-ofview shot). Terminologien der Beschreibung entstammen vielfach anderen Disziplinen – die Adaption der Modelle aus allgemeineren Theorien des Psychischen. Manche Artikel sind höchst informativ geraten (z. Die Wissenschaften von Film und Fernsehen haben sich nicht so sehr terminologisiert als vielmehr diskursiviert.und Fernsehwissenschaft in deren Horizont sind die Aufgaben. Für die Kritik des enzyklopädischen Wörterbuchs zur Medienwissenschaft ist der Befund folgenreich. mise-enscène). doch sind die produktiven Auseinandersetzungen um eine „Sprache des Films“ kaum in diesem terminologischen mickymousing wiederzugeben. als die Mischform. des Signifikativen etc. auf Denotation und Konnotation. und die Kontextualisierung der Gegenstände der Film. Lexika und Einführungswerke deuten darauf hin. B. Jahrgang 3/2001 und Paradigma. was heute Film. die Zeitbehandlung ist mit flashback erwähnt.

Soma. als je zuvor. 345 – 389 Der Aufsatz setzt sich mit der Frage auseinander. – S. Alkohol. 59 – 65 Blöbaum.: The talent agencies act: does one year really mean one year?. Danach scheinen heute Werbeäußerungen für derartige Produkte. die Verbreitung schädlicher Produkte (Tabak. dass im Hinblick auf Werbung für schädliche Produkte ein erheblicher Wandel der Auffassung des Supreme Court zu beobachten ist. dispute resolution and the problem of cybersquatting. Michael: Der Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts in Österreich und die Rechtsfolgen bei Verletzungen. die die Benachrichtigung über bekannt gewordene Copyright-Verletzungen. 98 – 100 Schricker. im Folgenden geht er auf die Frage der Vereinbarkeit der Rundfunkgebühr mit höherrangigem Recht ein (dabei stellt sich insbesondere die Frage der Verhältnismäßigkeit einer Gebührenpflicht). – S. bei der Internet Service Provider in das Verfahren einbezogen werden. Hans-Bernd. Der Beitrag analysiert die Rechtsprechung des Supreme Court von 1986-1999 und kommt zu dem Ergebnis. Der Verfasser untersucht die Frage zunächst anhand des Rundfunkbegriffes. – S. Bernhard: Ist der Journalismus autopoietisch?: Thesen und Anregungen zur Debatte über die Art der Steuerung und die Eigengesetzlichkeit eines sozialen Systems. – S. Für sie sollten international einheitliche Verfahrensregeln verbindlich werden. – S. McPherson. Information ihrer Kunden über Copyrights usw. Rivera-Sanches. Bernd: Autonom und abhängig: zur Autopoiesis des Journalismus. eine pragmatische Lösung anzustreben. Stephan: Die Umsetzung der Free-TVSchutzliste der TV-Richtlinie in den EU-Mitgliedstaaten. enthalten sollten. Den Autoren zufolge erhält damit kommerzielle Kommunikation heute einen höheren Schutz durch das First Amendment. 453 – 507 Der Beitrag gibt einen Überblick über das Verfahren. – S. wenn wir Big Brother sehen: sieben Lesarten eines Medienereignisses. wird sie sich bei den Mobilfunkangeboten mit Einführung der UMTS-Handys stellen. – S. Edwin F. wer du wirklich bist…“: was wir sehen. – S. Norman. Dittl. John T. 93 – 97 Der Beitrag untersucht die Gebührenpflichtigkeit des Internet. Stacey H. 9 – 29 Rademacher. Axel: Gebührenpflichtigkeit des Internet. pyright procedural guidelines for internet service providers. 441 – 452 King..: International take-down policy: A proposal for the WTO and WIPO to establish international co- 409 . Michael. 52 – 58 Pörksen. Karl: Die Stimme erheben: Würdigung von Medienbischof Hermann Josef Spital. 30 – 51 Pörksen. Milagros: „Vice“ advertising under the supreme court’s commercial speech doctrine: the shifting CENTRAL HUDSON analysis. inwieweit damit ein faires und objektives Verfahren zur Verfügung steht. Natalie A. – S.a. – S. Gerhard: Gratisverteilung von Tageszeitungen und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. 106 – 109 Communicatio Socialis Jg 34 (2001) Nr 1 Lehmann. 101 – 106 Stahlschmidt. welche Möglichkeiten der Regierung zur Verfügung stehen.und Handy-Rundfunks?. – S. solange sie der Wahrheit entsprechen und den Verbraucher nicht irreführen. – S.und Handy-Rundfunks. Lars: „Zeig mir. 5 – 8 Brosius. Maturana. wie Äußerungen etwa im politischen Kontext. das amerikanische Grundrecht der Kommunikationsfreiheit. Ziegler. den gleichen Schutz zu genießen. – S. Der Beitrag zeichnet die Entstehung nach und diskutiert.) zu regulieren.: The „law that it deems applicable“: ICANN. Matthias: Autopoiesis und Autono- Comm/Ent Jg 22 (2000) Nr 3-4 Hoefges. Während die Frage insbesondere hinsichtlich des Internetradios schon als aufgeworfen gelten kann. Walther: Massenmedien und Suizid: praktische Konsequenzen aus dem Werther-Effekt. das die „Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) für Beschwerden über die Vergabe von Internet-Namen etabliert hat. – S. Glücksspiel u. 66 – 76 Kohring. 391 – 440 Die mit der Nutzung des Internet verbundenen Risiken im Hinblick auf Verletzungen des Copyright sind Gegenstand dieses Beitrags. Bernhard: Sind soziale Systeme autopoietisch?: Im Gespräch mit Humberto R. Angesichts der globalen Struktur des Netzes schlägt der Beitrag vor.Zeitschriftenlese Zeitschriftenlese AfP Jg 32 (2001) Nr 2 Tschentscher.

Stryker. 225 – 231 „Zwischen Dezember 1997 und Ende 1998 stellte die Deutsche Telekom AG (DTAG) insgesamt drei Entgeltgenehmigungsanträge für den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL).2000. – S. Arielle: Reading Music Videos: A Study Among Israeli Adolescents. – S. TKG und der subjektiven Rechte der Wettbewerber des marktbeherrschenden Unternehmens angesprochen. Werbeagenturen und EDV-Dienstleistern beim Werkvertrag. da sie jeweils erwartete. Jan. 99 – 106 Kopp. Peiser. Ellen. Holger. indem nicht nur grundsätzlich die Möglichkeit der Durchführung des Entgeltgenehmigungsverfahrens als Amtsverfahren. Frank: „Vorvertragliche“ Vergütungsansprüche bei Webdesignern. – S. 387 – 405 Hijmans. – S. – S. Friedman-Pappo. 357 – 370 Klengel. trotz der erfolgten Antragsrücknahme über die TAL-Zugangsentgelte zu entscheiden. Jürgen Detlef W. Stefan: Journalismus: autopoietisches System oder oszillierende Form?. die Höhe der TAL-Zugangsentgelte festzusetzen. Kim. Frank: Autopoietische Systemvorstellungen in der Theorie der Massenmedien: Vorschläge und Einwände. Frank.9. – S. 139 – 155 Anhand eines Datensatzes von der amerikanischen Präsidentenwahl von 1948. dass die Entgeltgenehmigungsentscheidung aus ihrer Sicht negativ (d. Renckstorf.h. Social Norms. – S. Sei-Hill: The Spiral of Silence in the 1948 Presidential Election. – S. 208 – 239 Communications Jg 25 (2000) Nr 4 Huysmans. – S. Die Verfasser begrüßen den grundlegenden Ansatz des Verwaltungsgerichts hinsichtlich der drittschützenden Wirkung des Entgeltgenehmigungsverfahrens und entwickeln diesen fort. Wolfram. […]“ Mit der Entscheidung des VG Köln vom 7. – S. 107 – 111 Die Predigt von den Dächern: das Evangelium im Zeitalter globaler Kommunikation. 407 – 432 Computer und Recht Jg 17(2001) Nr 4 Alpert. Carol J. Lammers. Bosch.. Heckler. bei der zur Überraschung aller Truman gewann. – S. 156 – 180 Leshner. 112 – 114 Hollander.“ Communication Research Jg 28 (2001) Nr 2 McDonald. Daniel G. Tobias: Rechtsschutz für Wettbewerber im Rahmen des telekommunikationsrechtlichen Entgeltregulierungsverfahren: zugleich eine Besprechung zu VG Köln vom 7. Ed: Online Communities as Community Media: A Theoretical and Analytical Framework for the Study of Digital Community Networks. Jo: Mass Media. Jahrgang 3/2001 mie des Journalismus: zur notwendigen Unterscheidung von zwei Begriffen. Glenn: Critiquing the Image: Testing Image Adwatches as Journalistic Reform.2000 – 1 K 10354/98. Chava E.. wurde die RegTP auf die Klage eines Wettbewerbers der DTAG hin verpflichtet. sondern darüber hinaus auch ein eigenes Antragsrecht der Wettbewerber gefordert wird.M&K 49. zu niedrig) ausfallen würde. – S. dass soziale Isolation Furcht im Hinblick auf die Äußerung abweichender Meinungen erzeugt und sich dies auf Wahlen auswirkt. 90 – 98 Marcinkowski. Matthias: Die Nachrichten (wie die Vögel) von den Dächer verkünden … Anmerkungen zur Papstbotschaft anlässlich des Mediensonntags 2001. Itzhak. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel im Jahr 2001. Vincent: Grounded theory in media research and the use of the Computer. 181 – 207 Yanovitzky. Jochen: Explaining Individual Differences in Third-Person Perception: A Limits/Possibilities Perspective. – S. „In der Entscheidung des VG Köln werden wesentliche Fragen des Drittschutzes des Entgeltgenehmigungsverfahrens gemäß §§ 24 ff. Papstbotschaft zum 35. Andreas: Geltung des deutschen Strafrechts für vom Ausland aus im Internet angebotenes Glücksspiel: ein Beitrag zur Frage des Erfolgsorts bei abstrakten Gefährdungsdelikten und zugleich 410 .9. Dies hatte zur Folge. die in diesem Beitrag besprochen wird.. – S. Stets nahm sie diese Anträge kurz vor Ablauf der Entscheidungsfristen der Regulierungsbehörde (RegTP) wieder zurück. wird die Theorie der Schweigespirale überprüft. Glynn. and Health Promotion Efforts: A Longitudinal Study of Media Effects on Youth Binge Drinking. – S. Peters. Peter. 213-219 Neumamnn. Karsten: Television viewing and the temporal organization of daily life in households: A multilevel analysis. dass sich die RegTP außerstande sah. 371 – 386 Tidhar.. 77 – 89 Weber. Für diesen Fall scheint die Annahmen der Theorie zu stimmen.

33 – 38 Lubitz. einen Rahmen für die Beschreibung und das Verständnis solcher Kunstwerke zu geben und ergänzt seine Darstellung durch eine umfangreiche Chronologie zur Entwicklung dieser Kunstform. – S. 260 ff) auseinander. Lisa: „Ananova“ in The Kingdom of Shadows. an dem dieses Medium von technischer Perfektion weit entfernt war. 4.2000 (CR 2001. In den Beitrag wird der Inhalt dieses Gesetzes skizziert. Neil. Er versucht.: Napster and the „New“ Old Copyright. – S. 191 – 238 Dem Beitrag zufolge stellen sich staatlicher Regulierung von Kommunikation durch das Internet neue 411 . Darüber hinaus sind zahlreiche Änderungen des Teledienstedatenschutzgesetzes (TDDSG) geplant. – S. – S.12. S. 39 – 45 Nimmer. complex epistemologies.: Cyber. H. Daniel: Mobile media: the convergence of media and mobile communications. das Dargestellte mit theoretische Debatten zu verknüpfen. Für den Autor ist dabei das Erleben des „Groove“. das grundlegende Änderungen des Teledienstegesetzes (TDG) vorsieht.Zeitschriftenlese eine Besprechung der Entscheidung des BGH vom 12. ein Zeitpunkt. – S. 243 – 248 Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage des Erfolgsortes bei abstrakten Gefährdungsdelikten und setzt sich mit der Entscheidung des BGH vom 12. Andreas. Hamilton. Sheeryl N. bei der es um die Strafbarkeit der Verbreitung der Auschwitzlüge im Internet von einem im Ausland stehenden Server aus geht. Nilsson. die allerdings nicht im Zusammenhang mit der Umsetzung der Richtlinie stehen. 17 – 24 Der Autor beschreibt die Bedeutung von Programmierkenntnissen. Das EGG ist ein Artikelgesetz. die für die Entwicklung von interaktiven computerbasierten Kunstwerken unerlässlich sind. – S. Dabei wird versucht. Hulsbus. Dabei werden die Möglichkeiten verschiedener Endgeräte und Übertragungsstandards und die jeweiligen Angebote diskutiert. die Entwicklung dieser Figuren im jeweiligen Kontext darzustellen. nachzuweisen. – S. Gerlach. Bock. 34 – 39 Anhand von drei Fallstudien zu Großereignissen stellen die Autoren verschiedene Elemente mobiler Kommunikation vor.: Filth. Federal Communications Law Journal Jg 53 (2001) Nr 2 Bell. Andreas: Verbraucherschutz durch elektronische Agenten?: ein Plädoyer für die Reform des Gütezeichenrechts. Christopher: Digital dispute resolution: Internet Domain Names and WIPO’s Role. die sich in Bewegung ausdrückt. 11 – 16 Als „Königreich der Schatten“ beschrieb Maxim Gorki seine ersten Eindrücke von der Begegnung mit dem Medium Film im Jahr 1896. and the First Amendment: ruminations on public libraries’ use of Internet filtering software.2000. die vor allem neoliberale und kapitalistische Elemente enthält. um das interaktive Potential dieser Kunstform auszuschöpfen. 249 – 259 Härting. – S. 25 – 33 Am Beispiel verschiedener Kinofilme. 271 – 276 Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie erarbeitet. Computer und Recht international Jg 2 (2001) Nr 2 Gibson. wird versucht. Nuldén. Andrew: Deeper conversations with interactive art: or why artists must program. nachdem die Bundesministerien für Wirtschaft und Justiz bereits am 1. Stern. Inc: business restructuring literature and/as cybertheory. 76 – 113 Der Autor gibt einen Überblick über die Entwicklung der „Robotic Art“.2000 ein erstes Arbeitspapier vorgelegt hatten. filtering. Peter: Machines drumming. die unmittelbare körperliche Erfahrung. – S. Kac. die sich mit Hackern beschäftigen. – S. Monica: Virtual practices. Bernard W. Markus: Jurisdiction and Choice of Law for Electronic Contracts: an English Perspective. die Beschreibung des alten „neuen“ Mediums Film durch die Zeitgenossen mit den Berichten zum Launch der virtuellen Nachrichtenpräsentatorin (Ananova) zu vergleichen. welche Auswirkungen der Einsatz automatischer Rhythmusgeräte auf die Entwicklung der Musik haben. die sich als Kunstform etabliert. 46 – 49 Valsamis. Niko: Gesetzentwurf zur Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie. von besonderer Bedeutung. Die Verfasserin versucht. – S. 61 – 73 Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht die Frage. Olsson. dass Literatur zur Unternehmensentwicklung in vielen Fällen „Anleihen“ bei der Kybernetik nimmt. Die Richtlinie soll durch ein Gesetz über rechtliche Rahmenbedingungen für den elektronischen Geschäftsverkehr (Elektronischer Geschäftsverkehr-Gesetz – EGG) umgesetzt werden. Convergence Jg 7 (2001) Nr 1 Bode. – S.12. – S. Urban. Raymond T. – S. Eduardo: The origin and development of robotic art. und damit zur Bildung einer „Cybertheory“ beiträgt.12. 40 – 60 Die Autoren bemühen sich.

als lokaler oder überregionaler Verkehr einzustufen ist. Jennifer: Majority-Minority Influence: Identifying Argumentative Patterns and Predicting Argument-Outcome Links. – S. dass eine starke. 56 – 78 Albada. Arvind. – S. Michael J. dass das Verständnis der Verschlüsselung und der rechtlichen Grundlagen in der Bevölkerung dafür eine zentrale Bedeutung erhält. Dale E. Clifford: Conceptualizing Sources in Online News. Der Beitrag kommt zu dem Schluss. Anthony J. Tricia E. im Beitrag ausgeführten Bedingungen. – S. Nicole A. Valerie. Kelly Fudge: The Public and Private Dialogue About the American Family on Television. dass der Wandel der Politik der US-Regierung in diesem Bereich auf die Erkenntnis zurückzuführen ist. 133 – 156 Roberto. Jg 51 (2001) Nr 1 Barker. 31 – 55 Harwood.. Johnson. unter welchen Bedingungen die Entwicklung von GII besonders erfolgversprechend erscheint. and New Visions for Communication Studies.: Taking Account of the World as it will be: the shifting course of U. – S. Der Beitrag stellt die Konzeption vor und beschreibt die Akteure. Der Beitrag thematisiert dies anhand der Frage. Während es früher vornehmlich um die Frage ging. allerdings nur unter bestimmten. S. – S. Linda L. encryption policy. 79 – 110 Stromer-Galley. mit Folgen für die Regulierungskompetenzen. 315 – 342 Die International Telecommunications Union (ITU) hat dem Beitrag zufolge eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer Global Information Infrastructure (GII) erlangt. nach denen der Staat selbst Zugang zu Informationen schafft.: Shifting Voices. wie es verfassungsrechtlich zu bewerten ist. Rothstein. 38 – 51 Sundar. 3 – 37 Putnam. Hernan: Regulatory Reform in the Broadcasting Industries of Brazil and Argentina in the 1990s. Hanner. Oppositional Discourse. Dave.: Protecting privacy and enabling pharmaceutical sales on the Internet: a comparative analysis of the United States and Canada.: Connecting the world: the development of the global information infrastructure. Allen.. tritt nun die Frage in den Blick. – S. der zu Internet Service Providern (ISP) entsteht. – S. 3 – 30 Papa. 289 – 314 Die Verschlüsselungstechnologie ist in den letzten Jahren Gegenstand zahlreicher Debatten über Sicherheit im Internet gewesen. Nass. Kimberly: The English-Only Movement: A Communication Analysis of Changing Perceptions of Language Vitality. – S. Journal of Communication Jg 50 (2000) Nr 4 Meyers. 343 – 376 412 . Katherine: Gay Readers. integriert sind und welche Folgen dies für die Telekommunikationsregulierung hat. Singhal. Amy Janan: Using the Extended Parallel Process Model to Prevent Firearm Injury and Death: Field Experiment Results of a VideoBased Intervention. das Internet. – S. der eine technikneutrale Wettbewerbssteuerung im Telekommunikationsbereich ermöglicht. Jahrgang 3/2001 Aufgaben. – S. Black. die auch zu neuen verfassungsrechtlichen Problemen führen. 176 – 191 Bonnett. Sweety: Entertainment-Education and Social Change: An Analysis of Parasocial Interaction. Der Beitrag stellt dar. Abschließend wird dargestellt. Es ist Rechtsstreit über die Frage entstanden. Der Beitrag merkt an. – S. Gary. dass öffentliche Bibliotheken über Filter-Software die Nutzung bestimmter Inhalte sperren.. inwieweit Datenverkehr. – S. – S. Noels. Der Beitrag mahnt einen regulatorischen Paradigmenwechsel an. Tanya L. Thomas W. Shyam. wie die „Publicly Switched Telephone Networks“ (PSTN) in das „network of networks“. unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Mitteln der Staat beschränkend Informationsquellen regulieren konnte. Brashers.: Is ISP-Bound Traffic Local or Insterstate?. 239 – 280 Der Beitrag setzt sich mit einer Frage auseinander.M&K 49. – S. Giles. – S. Reneé A.S. Social Learning. Howard. die die Kompetenzabgrenzung zwischen bundesstaatlicher und einzelstaatlicher Aufsicht im Telekommunikationsbereich zum Gegenstand hat. Law. and Paradoxical Communication. wie die Regeln zu beurteilen sind. 157 – 175 Galperin. and a Dominant Gay Habitus: 25 Years of the Advocate Magazine. Collective Efficacy. dass dies vor dem First Amendment – dem Grundrecht auf Kommunikationsfreiheit der amerikanischen Verfassung – zulässig ist. – S.. 111 – 132 D’Alessio. Meyer. Der Beitrag stellt dar. 73 – 99 Yarbrough. nicht regulierte Verschlüsselungstechnologie für die Weiterentwicklung des Internet und der damit verbundenen Wirtschaftsbereiche essentiell sein wird. 52 – 72 Sender. Jennifer: On-Line Interaction and Why Candidates Avoid It. Jake: Communication Media Use in the Grandparent-Grandchild Relationship. die bei der Implementation eine zentrale Rolle erhalten. Consumers. Mike: Media Bias in Presidential Elections: A Meta-Analysis.

. Vorderer. 143 – 164 McCoy. 184 – 199 Kommunikation & Recht Jg 4 (2001) Nr 4 Habersack. Georg: Prozessuale Formvorschriften und der elektronische Rechtsverkehr. – S. – S. Mathias: Die besondere Missbrauchsaufsicht gemäß §32 PostG – Teil II. – S. – S. – S. – S. 190 – 196 Borges. 238 – 241 „In der Antike war die geöffnete . 94 – 113 Lynch. 233 – 237 „Obgleich zum Hörfunk und Fernsehen in den Gemeinschaftsverträgen der Europäischen Union bisher ausdrückliche Regelungen fehlen. werden der Einfluss des Gemeinschaftsrechts und die Frage der Finanzierung des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks in Zukunft immer größere Bedeutung gewinnen. Brosius. Pinkleton.“ Strunk. um schließlich den Anwendungsbereich des §32 PostG zu bestimmen. – S. Peter: Psychological Escapism: Predicting the Amount of Television Viewing by Need for Cognition. Bram Dov: The Specter of Diaspora: Transnational Citizenship and International Cinema. 196 – 208 Wimmer..“ Eschweiler. – S. Nancy: A Division of Labor: Dividing Maternal Authority from Political Activism in the Kenyan Press. Dieter: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Gebührenregelung unter dem Druck des Gemeinschaftsrechts. 213 – 216 Jg 4 (2001) Nr 5 Dörr. Weintraub Austin. das alle Götter mit ihren Gaben ausgestattet hätten. Bruce E.Werke und Tage“ erzählt Hesiod (um 700 v. – S. 147 – 166 Worthington. die geeignet ist. 164 – 193 Journal of Communication Inquiry Jg 25 (2001) Nr 2 Abramson. 208 – 213 Spoerr. Norbert: Die erweiterte Nutzung privater Grundstücke für Telekommunikationslinien. 114 – 131 DeChaine. Teil I des Beitrags führte zunächst in Regelungshintergrund.. – S. Julie L. sondern auch die bisherige Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seine verfassungsrechtlichen Aufgaben im dualen System der Bundesrepublik in Frage zu stellen.: Questioning the Value of Realism: Young Adults’ Processing of Messages in Alcohol-Related Public Service Announcements and Advertising. Wolfgang: Zusammenschaltung und Telekommunikations-Entgeltregulierung in der Krise?: Anmerkung zu VG Köln. Christopher: Ritual Transformation through Michael Jackson’s Music Video. Linda Jean: Deaf President Now!: Positive Media Framing of a Social Movement within a Hegemonic Political Environment. Hat der Gesetzgeber im Telekommunikationsbereich mit der Institutionalisierung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) als obere Bundesbehörde und der Einräumung eines Weisungsrechts des Bundes- 413 .12. In der Dichtung . aus der alle Übel herausgeflogen seien. Wilhelm: Die Regulierungsbehörde im Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit und Weisungsunterworfenheit. 167 – 183 Bekerman. 100 – 120 Andsager. – S.). Bernd. Konzeption und Zielsetzung des PostG ein. Mary E. Günther: Umstellung des Vertriebs auf das Internet: Betriebswirtschaftliche Motive und steuerliche Konsequenzen. Robert: From Discourse to Golf Course: The Serious Play of Imagining Community Space. 177 – 190 „§ 32 PostG sieht eine sektorspezifische Aufsicht über das Verhalten marktbeherrschender Postdienstunter- nehmen vor. – S. Teil II des Beitrags hat Tatbestand und Rechtsfolgen des § 32 PostG sowie einzelne Missbrauchstatbestände zum Gegenstand. Yair: Joining Their Betters Rather than Their Own: Modern/Postmodern Rhetoric of Jewish Fundamentalist Preachers. Der Beitrag setzt sich mit den europarechtlichen Entwicklungen auseinander und kommt dabei zu dem Schluss. 121 – 142 Rössler. – S. Zvi. Neuman. 132 – 146 Kensicki. Chr. – S.Büchse der Pandora“ Sinnbild für Unheil. wie das Übel in die Welt gekommen sei: durch ein Weib. dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der gewohnten Form sehr wohl mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbaren lässt. – S. Erica. Urteil vom 18.: Dark Alliance: News Repair and Institutional Authority in the Age of the Internet. Hans-Bernd: Do Talk Shows Cultivate Adolescents’ Views of the World?: A Prolonged-Exposure Experiment. – S.2000. stellte sodann die einzelnen Regulierungsinstrumentarien des PostG dar. D. das aber den Deckel von einer Büchse hob.Zeitschriftenlese Henning. – S. Dies ergibt sich nicht zuletzt aus der Beihilferegelung im EGV. nicht nur die gewohnte Finanzierung über Gebühren. Patrick.

00 Uhr auf Sendung ist. 200 – 205 und 222 Barisoth. – S. 242 – 250 Imping. Bewertungen: ARD-Studie „Repräsentativbefragung von Digital-TVNutzern“. und außerdem sind öffentlich-rechtliche Angebote im Westen Deutschlands beliebter als im Osten.und Themeninteressen der ab 50-Jährigen: Ergebnisse der SWR-Studie „50+“ und weiterer Studien.: Media and Democracy in the Phillipines. – S. Klingler. Glenda M. 197 – 199 Giok-Ling. – S. während ab einem Alter von zwölf Jahren spezielle Kinderprogramme kaum noch gefragt sind.. Susanne: Tendenzen im Zuschauerverhalten: Fernsehgewohnheiten und Programmbewertungen im Jahr 2000. – S. 202 – 219 414 . Klaus-Ernst: Musik-Erleben: Abnutzung durch Überangebot?: Eine Analyse empirischer Studien zum Musikhören Jugendlicher. Dagegen wird die Informationskompetenz der Privatsender deutlich geringer bewertet. … Marktführer bei den Drei. gefolgt von RTL. 142 – 148 (2001) Nr 4 Darschin. – S. 176 – 188 „Die Fernsehnutzung von Kindern im Alter von drei bis 13 Jahren hat sich in den letzten Jahren quantitativ kaum verändert. Christa-Maria. Engel. Kayser. 183 – 189 und 199 Gloria. Nutzerprofile. und auch die verschiedenen Nutzungsschwerpunkte öffentlich-rechtlicher und privater Programme blieben bestehen. Spaß und gute Laune. – S. – S. glaubwürdig und anspruchsvoll. Ekkehardt: Aufmerksamkeit und Zuwendung beim Radio hören: Ergebnisse ei- Feierabend. der allerdings nur von 6. Bernhard: Massenkommunikation 2000: Images und Funktionen der Massenmedien im Vergleich: Ergebnisse der 8. Peter: Die „Biet & Flieg“-Entscheidung: Preisangaben und Internet?.: Democracy and the Press: The Reality and the Press. kann die Fernsehnutzung in den letzten Jahren insgesamt als stabil bezeichnet werden. – S. 102 – 125 Steemers. – S. 126 – 132 Oehmichen. 257 – 259 Media Asia Jg 27 (2000) Nr 4 Anuar. Freizeit. Andreas. Neue Angebote führen also nicht generell dazu. Öffentlich-rechtliche Programme gelten als seriös. So zeigten sich auch im vergangenen Jahr erneut die bekannten Unterschiede im Fernsehverhalten der west. Walter. sie erscheinen kompetenter in Sachen Entspannung.“ ner Repräsentativbefragung in Hessen. Mädchen schalten öffentlich-rechtliche Programme eher ein als Jungen. allerdings verschieben sich die Marktanteilsverhältnisse der Programme. …“ Vellen. Mustafa K.00 bis 19. Ooi: Civil Society. – S. Andreas. RTL II. Wolfgang. – S.bis siebenjährigen Kindern belegt der Kinderkanal hinter Super RTL den zweiten Platz. Michael: Vorsteuerabzug aus elektronischen Rechnungen.bis 13-Jährigen. ProSieben und dem Kinderkanal von ARD und ZDF. 191 – 196 Merrill. Erik: Was Kinder sehen: eine Analyse der Fernsehnutzung 2000 von Drei. 133 – 141 Behne. – S. Bei den drei. – S. … Diesen unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten entsprechen auch die Images der Sender. Jahrgang 3/2001 wirtschaftsministeriums (BMWi) im Telekommunikationsgesetz (TKG) bildlich gesprochen die . – S. also um die sensible Frage. Welle der ARD/ZDF-Langzeitstudie zur Mediennutzung und -bewertung.M&K 49. dass Kinder mehr Zeit mit dem Fernsehen verbringen.und ostdeutschen Bürger. 162 – 175 „Auch wenn im Jahr 2000 durchschnittlich fünf Minuten länger ferngesehen wurde als 1999. – S. …“ Grajczyk. ihre tagesaktuelle Berichterstattung und ihre Professionalität werden geschätzt. Sibylle: Mediennutzung. Democracy and the Role of the Media in Singapore. Pohle. ob rechtliche Eingriffsmöglichkeiten des zuständigen Ministeriums als Aufsichtsbehörde zulässig sind. Jan: Der Mobilfunkvertrag: Rechtsnatur und Gestaltung. 206 – 209 und 220 – 222 Media Perspektiven (2001) Nr 3 Ridder. Sek: Media and Democracy in Cambodia. 251 – 256 Mankowski. Simon. John C. Jeanette: Onlineaktivitäten der BBC: Gratwanderung zwischen Public-Service-Verpflichtungen und kommerziellen Zielen. – S.Büchse der Pandora“ geöffnet und damit Raum für eine Vielzahl von Einflussmöglichkeiten in diesem volkswirtschaftlich wichtigen Bereich geschaffen? Oder ist insbesondere die im Schrifttum kontrovers diskutierte Frage eines Weisungsrechts im Einzelfall lediglich ein akademischer Streit ohne praktischen Bezug? In diesem Beitrag soll es um das Verhältnis der RegTP zum BMWi gehen. Sabine. Schmitt.bis 13-Jährigen bleibt SuperRTL.: Malaysian Media and Democracy. 189 – 201 Digitales Fernsehen in Deutschland: Markt.

53 – 67 ARD-Richtlinien zur Sicherung des Jugendschutzes vom 22. einen Überblick über das Curriculum des Zusatzstudiums. wie sich Computer im Kindergarten integrieren lassen und schildert Erfahrungen aus verschiedenen Praxisprojekten. Medien und Kultur: Überlegungen zu Aufgaben der Medienerziehung. – S. – S. 14 – 18 „Natürlich brauchen Kinder Medien.Zeitschriftenlese „… Die hier vorgestellte. November 2000. 74 – 78 „Mit den Veränderungen der Medienlandschaft. – S. 86 – 93 „In jugendkulturellen Szenemedien gibt es eine Sonderform von Medienreferenzen: Durch Bezugsrahmen auf Bravo.a. kommunikative und soziale Einflüsse der Mediennutzung. Viva und andere Massenmedien grenzen sich „Experte“ von der breiten Konsumentenmasse ab. – S. Januar 2001: 1 BvR 2632/95. 95 – 100 Die Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule scheitert häufig an der fehlenden medienpädagogischen Qualifikation der Lehrenden. Norbert: Computereinsatz in Kindertagesstätten: Erfahrungen und Praxisvorschläge. 81 – 83 „Für das in den 70er Jahren eingeführte Genre der medienkritischen Magazine im Fernsehen scheint heute kein Interesse mehr zu bestehen. aktiv. Die Kritik am eigenen Medium findet weder bei den Machern noch beim Publikum Beifall. Susanne: Der schwierige Umgang mit der Selbstreflexion: Wie berichtet das Fernsehen über das Fernsehen?. eine Eroberung und Inbesitznahme der Welt zu erproben. – S.“ (S.“ Neuß. Pullich. Jannis: „selbst. Michael u.a. – S. – S. – S. wenn es in der Bravo steht“: Medien über Medien in der Jugendkultur. 4 – 7 Medien und besonders den sogenannten neuen Medien werden häufig pauschalisierend negative Wirkungen auf Kinder und Jugendliche unterstellt. 18) Schmiderer. – S. Annette.“ Schenk. 1 – 52 Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Zulässigkeit von Fernsehaufnahmen in Gerichtsverhandlungen und bei der Verkündung von Entscheidungen vom 24. 220 – 234 Ernst. April diesen Jahres bietet das „Fernstudium Medien“ (FESTUM) der Fernuniversität Hagen Lehrerinnen und Lehrern ein umfangreiches Weiterbildungsangebot. und das können auch Zielgruppenangebote sein. aber insbesondere auch außerhalb der Medien. 19 – 22 Der Autor beschreibt exemplarisch. – S. Der Autor bricht diese Vorurteile auf und skizziert anhand kognitiver. …“ Androutsopoulos. Chancen bekommen. Demnach sind Männer und jüngere Altersgruppen unter den Digitalnutzern überrepräsentiert. 69 – 71 medien praktisch Jg 25 (2001) Nr 2 Aufenanger. 415 . – S. Dieter: Brauchen Kinder Kindermedien?: ein Plädoyer für ein neues Verständnis von Kindheiten im 21. das heißt mit der Einführung des privaten-kommerziellen Rundfunks in Deutschland hat sich auch die Medienkritik zumindest in der Presse etabliert.“ Erlinger. Media Perspektiven Dokumentation (2001) Nr I Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland in der Fassung des fünften Rundfunkänderungsstaatsvertrages (in Kraft seit 1. die sich vorrangig auf bestimmte Altersgruppen orientieren. Seit dem 1. kommunikativer und sozialer Fähigkeiten sowohl positive als auch negative Trends zur Veränderung von Kindheit durch Medien. medien + erziehung Jg 45 (2001) Nr 2 Pickl. der über ein vergleichsweise hohes Einkommen verfügt. Darüber hinaus werden Anregungen zur Planung und Realisierung von medienpädagogischen Projekten mit dem Computer gegeben. 1 BvR 622/99. Stefan: Wie die neuen Medien Kindheit verändern: kognitive. Der typische Digitalnutzer ist ein Pay-TV-Konsument. gesellig und an Technik interessiert ist. Sie müssen aber auch in und durch die Medien. 8 – 13 Wiedemann.: Nutzung und Akzeptanz des digitalen Pay-TV in Deutschland: Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage. Der Beitrag gibt u. – S. Daniela: Von der Kunstkritik zum Medienjournalismus: Zur Geschichte der deutschen Medienberichterstattung. Januar 2001). Juni 1988 in der Fassung vom 28. in dem sowohl anwendungsbezogene als auch analytische und konzeptionelle Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden. Leif: Fernstudium Medien (FESTUM): ein medienpädagogisches Zusatzstudium. Hans Dieter: Kinder. 79 – 80 Vollberg. Claudia: Sich in den Medien über Medien informieren: Fragen zur Medienseite der Süddeutschen Zeitung. im Auftrag der ARD-Medienkommission durchgeführte Repräsentativ-Befragung von rund 1000 Digital-TV-Nutzern ab 14 Jahren zeichnet ein Nutzerprofil des digitalen Fernsehens. Jahrhundert. Digitaluser besitzen außerdem eine überdurchschnittlich hohe formale Bildung und sind meistens berufstätig. – S.

ob und wie sich über virtuelle Communities neue Reflektionsinstanzen und darauf aufbauend eine . – S. Dies gilt insbesondere bei der Erstellung von Internetseiten. wird am Beispiel zweier Falldarstellungen illustriert.: New media and the ‘pluralization of life-worlds’: A role for information in social differentiation. 7 – 28 Die Autorin stellt auf der Basis neofunktionalistischer Konzeptionen Überlegungen dazu an. gibt es das?: zur Diskussion eines neuen Medienphänomens. Richard: The internet in everyday life: Computer networking from the standpoint of the domestic user.Voice in the Internet’ ausbilden. die Anstalten seien nicht im Hinblick auf den vollen Umfang ihrer Aktivitäten betraut und seien somit in verschiedenen Geschäftsbereichen tätig. – S. Patrick: Between online heaven and cyberhell: The framing of ‘the internet’ by traditional media coverage in Germany. Dabei wird auf den Framing-Ansatz Bezug genommen und empirisch auf die Daten einer Inhaltsanalyse von Spiegel. Hausmanninger.M&K 49. Der folgende Beitrag befasst sich mit Fragen des technischen und rechtlichen Schutzes des Programmierer-Know-hows. 54 – 59 Robert. die bereits im Kindergarten zur Entwicklung von Medienkompetenz beitragen können. – S. 48 – 53 Buschmann. da im Quelltext das Wissen und die Fähigkeiten des Programmierers kodifiziert werden. wie sich die neuen Medien auf soziale Differenzierung und Pluralisierung von Lebenswelten auswirken Mitra. Zuweilen jedoch ist der angestrebte Rössler. Leah A. um weiterhin „im Geschäft zu bleiben“. Bakardjieva. – S. Die Programmvorlieben beim Fernsehen konzentrieren sich auf die Unterhaltungsangebote. – S. Kellermann. welche Ethik braucht das Internet?. ist es dessen Bestreben. – S. insbesondere für Immigranten aus und beschäftigt sich mit der Frage. Multimedia und Recht Jg 4 (2001) Nr 4 Boehme-Neßler.: Die Europäische TransparenzRichtlinie und der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland. Gerd: Das Exodus. Das Amsterdamer Protokoll über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schließt seiner Ansicht nach die Anwendung der Richtlinie auf die Anstalten nicht von vornherein aus: Die Rundfunkgebühren stellten staatliche Beihilfen dar. dass dem Computer – von den Jungen mehr als von den Mädchen – ein größeres Interesse entgegengebracht wird als dem Fernsehen. 29 – 48 Der Text geht der Bedeutung des Internet für Marginalisierte. 23 – 28 Kohm. Stern und Focus zurückgegriffen. 203 – 208 Ernst. Auch das KEF-Verfahren könne nicht zum Ausschluss der Geltung der Pflicht zur doppelten Buchführung im Hinblick auf die Anstalten führen. 67 – 83 416 . Sven: Internetsucht. – S. Christian: National Roaming im UMTS-Markt. 60 – 63 New media & society Jg 3 (2001) Nr 1 Lievrouw. auch um vom Programmierer unabhängig zu sein. Doris: Medienwelten als Lernwelten: Ergebnisse eines Projekts des Deutschen Jugendinstituts. 28 – 32 Anhand der Dimensionen Medienkunde.“ von Hammerstein. Roland: Medienkompetenz in Kindergarten: ein Begriff in der Anwendung. Während der Anwender die umfassende Übergabe aller sein Programm betreffenden Informationen anstrebt. Stefan: Die Verfügbarkeit des Source Codes: Rechtlicher Know-how-Schutz bei Software und Webdesign. Thomas: Angriff der Kontrolleure: Teil 1. – S. 49 – 66 In dem Text geht es um die Frage. ob nach der Änderung der Transparenzrichtlinie für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland die Pflicht zur getrennten Buchführung besteht. – S. 32 – 36 Den Ergebnissen aus dem DJI-Projekt „Lebenswelten als Lernwelten“ zufolge rangieren Medien hinter den Freizeitinteressen Sport und Bewegung. Jahrgang 3/2001 Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen: ein pädagogischer Blick auf das Fernsehangebot und die Nutzung durch die Kinder. – S. so viel wie möglich geheim zu halten. – S. Ananda: Marginal voices in cyberspace. Überraschend ist. Schutz aus unterschiedlichen Gründen lückenhaft. Karl-E. 214 – 218 Hain. Mediennutzung. Medienkritik und Mediengestaltung beschreibt der Autor Realisierungsmöglichkeiten von medienpädagogischen Projekten. – S. 208 – 213 „Fragen der Offenlegung und Herausgabe des Source Codes gehören zu den grundlegenden Problemen des Softwarevertragsrechts. – S. wie die . Welche subjektive Bedeutung und welchen Informationswert diese für Kinder und Jugendliche haben können.und WegSymbol in der Werbung: zur religiösen Grundierung der Warenästhetik. Spiel. – S. Volker: Steueroase Internet?: Eine Einführung in steuerrechtliche Probleme im E-Commerce. 219 – 224 Der Verfasser nimmt zu der kontrovers diskutierten Frage Stellung. Smith.alten’ Medien das Internet zur Kenntnis genommen und es dargestellt haben. Maria.

André. 429 – 451 Blais. Jens: Skandalberichterstattung in den Medien und die Folgen für die Demokratie: die Bedeutung von Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung für die Einstellung zur Legitimität des politischen Systems. – S. Marco: A language for artificial agents. Stanley. Gidengil. Dabei stellte sich heraus. einen negativen Effekt auf die Einstellung zum demokratischen System Studies in Communication Sciences Jg 1 (2001) Nr 1 Colombetti. 413 – 428 Todorov. 1 – 19 Wolling. 129 – 166 Venzin. Paulweber. 452 – 463 RTkom Jg 53 (2001) Nr 1 Wilmer. 20 – 36 „Die Befürchtung. – S. Eleanor: The effects of response rate changes on the index of consumer sentiment. ob eine häufige Berichterstattung über politische Skandale einen negativen Effekt auf die Beurteilung der Legitimität des demokratischen Systems hat. 57 – 68 Public Opinion Quaterly Jg 64 (2000) Nr 4 Curtin. dass neben anderen Faktoren die Nutzung bestimmter Zeitungen und die Nutzung von Informationsangeboten. – S. Thomas: Das neue Fernabsatzgesetz: ein Segen für den E-commerce?. Edmund: „. Markus: The concept of foresight in times of uncertainty and ambiguity. – S. Singer. verstärkt diskutiert. – S.Zeitschriftenlese Die Autoren gehen auf der Basis kulturwissenschaftlicher Überlegungen und in einem . ein Begriff. – S. 50 – 55 417 . Richard. 1 – 32 Cantoni. Da die Bürger vor allem durch die Medien von solchen Skandalen erfahren. – S. Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung. Anhand von Umfrageund Inhaltsanalysedaten wurde überprüft. Richard: Insurance and the e-commerce revolution. – S. stellt sich die Frage. – S. and EU Antitrust Law: the European Approach to Market Analysis of R&D Competition.96 nach Holsti“: zur Reliabilität von Inhaltsanalysen und deren Darstellung in kommunikationswissenschaftlichen Fachzeitschriften. Presser. Paolo: Hypermedia Analysis: Some insights from semiotics and ancient rhetoric. die viele unpolitische Beiträge enthalten. dass durch politische Skandale der Demokratie Schaden zugefügt werden könnte. 85 – 105 haben. Giuseppe: Das digitale Fernsehen und die Entwicklung der audiovisuellen Industrie Europas. Nicholas: Information society theory as ideology: A critique. Weiter gehende Analysen zeigen dann aber. 167 – 194 Tolley’s Communications Journal Jg 6 (2001) Nr 2 Spiller. das Politikverständnis und die Einstellungen zum politischen System stellen ein komplexes kognitives Gefüge dar. Josef: Das Geschäft mit der Prognose. – S.quasi-ethnographischen’ Design der Frage nach. Paolini. Michael: High Technology Industries. – S. das sich als nicht unproblematisch erweist. Janne.little behavior genres’. Rantanen. Trappel. Lorenzo. – S. Klaus. wird immer dann. 37 – 56 Lauf. Alexander: The accessibility and applicability of knowledge: predicting context effects in national surveys. Private Restraints on Innovation. Nevitte. – S. 5 – 12 Kairo. wenn politische Affären öffentliche Aufmerksamkeit erregen. – S. dass die Wahrnehmung und Bewertung der Berichterstattung einen deutlichen Effekt auf die Einstellung zur Legitimität der Demokratie haben. Elisabeth: Do people have feelings toward leaders about whom they say they know nothing!. ob ein Einfluss der Berichterstattung auf die Einstellung der Bevölkerung gegenüber dem demokratischen System festzustellen ist. 107 – 127 Garnham. 13 – 28 Publizistik Jg 46 (2001) Nr 1 Averbeck. – S.“ Schrape. wie und wozu häusliche Internet-user das Internet nutzen und wie sie darin neue Sinnzusammenhänge für sich konstituieren. Neil. Negative Wirkungen der Skandalberichterstattung konnten dagegen nicht nachgewiesen werden. den Volosinov verwendet hat. Dies geschieht unter dem Begriff der . 33 – 53 Richeri. – S. Terhi: The old and the new: Communications technology and globalization in Russia. Stefanie: Die Emigration der Zeitungswissenschaft nach 1933 und der Verlust sozialwissenschaftlicher Perspektiven in Deutschland.

. 289 – 299 Kreile. – S. – S. 273 – 275 Dietz. – S.. 300 – 305 Weber. 276 – 281 Reber. V. Opdemom.und Fernsehproduzenten. – S. – S. Nikolaus: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus rechtsvergleichender Sicht (Deutschland/USA). Frank. Adolf: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urheber- 418 .und Medienrecht Jg 45 (2001) Nr 4 Hucko. Elmar: Zum Sachstand in Sachen Urhebervertragsgesetz: ein Blick in die Werkstatt des Bundesministeriums der Justiz. Günter: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO). – S. Peter: Convergence and Regulation: Deutsche Telecom’s Perspective. – S. 306 – 310 Schaefer.: Convergence on the next generation Internet. Wolfgang: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht von Journalisten und Schriftstellern. Helen: Protecting the advertising functions of trade marks. 317 – 323 Trends in Communication Jg 31 (2001) Nr 7 Melody. 55 – 68 Zeitschrift für Urheber. – S. 46 – 49 vertragsrechts: ein Beitrag aus der Sicht der Entwurfsverfasser. Lidia: The impact of EU competition law on the financing of public service broadcasters. – S. William H. Jahrgang 3/2001 Márton. 282 – 288 Schimmel. 311 – 314 Poll. Wolfgang: Was sagt uns die „Zauberflöte“ zum Urhebervertragsrecht?: ein Beitrag aus der Sicht der Deutschen Orchester Vereinigung e.M&K 49. Peter: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. 39 – 45 Corbett. – S. – S. Martin: Einige Bemerkungen zum Professorenentwurf für ein Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Deutschen Landesgruppe der IFPI e. V. Susan: The digital photograph: intellectual property of … whom?. 56 – 61 Norman. Bertram: Broadcasting via Internet: New Models of Business and Financing. 15 – 39 Pieper. – S. – S. – S. 41 – 53 Hoogenboezem. – S. Johannes: Die Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Regelung des Urhebervertragsrecht: ein Beitrag aus der Sicht der Film. 7 – 13 Konert. 315 – 316 Spautz. – S. Jaap: Convergence and Regulation: Comments and Recommendations.

– 76 S. 2001. – 670 S. 2001.). Heike: Wirtschaftsdidaktik. Die Zeitung zwischen Print und Digitalisierung/ Bucher. – 259 S. – Berlin: Logos Verlag. – Köln: IRÖ.und Weiterbildung. 2001. (Reihe Arbeitspapiere des Instituts für Rundfunkökonomie an der Universität zu Köln. – Neuwied: Luchterhand.KG. 4) 22 Journalismus. Olaf (Hrsg. – Berlin: Logos. 2001. (Hochschulwesen) Krainer. Aus. – 213 S. – 330 S.. 2001.). Mediennutzung Rezeptionsforschung Kinder Jugendliche Medien Literatur zu einzelnen Ländern 31 Kommunikation 32 Kommunikationspolitik 33 Lokalkommunikation. – München: Fink. Bundesländer 41 Massenkommunikation Politik 42 Massenkommunikation Gesellschaft 43 Massenkommunikation Kultur 12 Jahrbücher. – Aachen: Shaker. (Berliner Arbeiten zur Bibliothekswissenschaft. 2001. 419 . Thomas: Ein automatisches Indexierungssystem für Fernsehnachrichtensendungen. Bibliotheken. (Kommunikationsforschung aktuell. 143) 21 Kommunikationswissenschaft und -forschung Medienwissenschaft: ein Handbuch zur Entwicklung der Medien und Kommunikationsformen: Teilband 2/ Leonhard.). 2000. 24 Medieninstitute. über 700 Adressen. Bibliotheken. 2001. Martin: Die Berichterstattung über Bibliotheken in der Presse: eine computerunterstützte Inhaltsanalyse. allgemein Medien Bildung Medien Ökonomie Medien Recht Rundfunk Werbung Publikum. Johannes. – München: Econ & List. 2000. Medienpädagogik und Wirtschaftsjournalismus: Probleme und Perspektiven der Vermittlung ökonomischer Themen. 1) Massow. Gaus. – 156 S. (Handbücher zur Sprach. Hans-Jürgen. 2001. – 138 S. Lexika 12 Jahrbücher. – München: KoPäd Verl. Wiest.und Kommunikationsberufe: über 180 Berufsporträts. Multimedia 61 Internationale Kommunikation 62 Europa Kommunikation 71 72 73 74 75 76 81 82 83 91 Massenmedien. Martin: Atlas neue Werbe. 2001. Medienberufe Publizistische Persönlichkeiten Medieninstitute. 2001. 3) Kemp. Datenbanken 51 Telekommunikation. (Kopäd Medienethik. Joachim-Felix (Hrsg. – 115 S.Literaturverzeichnis Literaturverzeichnis 11 Bibliographien. – Berlin: Walter de Gruyter GmbH & Co. Christoph: Marktforschung via Internet: eine Delphi-Studie zur Einschätzung zukünftiger Möglichkeiten kommunikativer Erhebungsinstrumente. – Essen: Stamm Verlag. Geschäftsberichte 21 22 23 24 Kommunikationswissenschaft und -forschung Journalismus. – 184 S. – Bochum: Bochumer Universitätsverlag. Datenbanken Götz. Einstieg. Larissa: Medien und Ethik: zur Organisation medientechnischer Entscheidungspro- zesse. – Wiesbaden: Westdeutscher-Verlag. 15/2) Mönchhalfen. Informationsgesellschaft 52 Neue Technologien. (Berichte aus der Informatik) 31 Kommunikation Bolz. Geschäftsberichte Stamm 2001: Leitfaden durch Presse und Fernsehen. Medienberufe Journalistisches Schreiben für Wissenschaftler/ Wildt. – 1788 S. Ulrich (Hrsg. – 2 Bde Tätigkeitsbericht für die Jahre 1999 und 2000. Norbert: Weltkommunikation. – 420 S. Püschel.und Kommunikationswissenschaft.

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– 430 S. Frank: Die Folgen der Globalisierung für das senegalesische Mediensystem. – 191 S.Literaturverzeichnis 2001. 17) 423 . 2001. Marc. Claus (Hrsg). – Wien: öbv und hpt. – 192 S. Afrika-Kunde. Michaela: Freies Radio in den USA: die Pacifica-Foundation. 2001. Panzieri. 2001. 826) 91 Literatur zu einzelnen Ländern Hampf. culture and politics in Indonesia. – 206 S. – 52 S. Ralf: „Wir sind das Netz“: Chancen und Risiken des Internets für Kinder und Jugendliche – ein praktischer Leitfaden. (Hrsg. Wittmann. (KoPäd Hochschulschriften) Teletubbies & Co: schadet Fernsehen unseren Kindern?/ Neuß. – 144 S. – Weinheim: Beltz.) . 14) Decius. (Aktuelle Medien. Hill. – New York: Oxford University Press. 15) Kinder. (Beltz Taschenbuch. – Weinheim: Beltz. Norbert: Fernsehen im Kontext jugendlicher Lebenswelten: eine Studie zur Medienrezeption Jugendlicher auf der Grundlage des Ansatzes der kontextuellen Mediatisation. – München: KoPäd.und Jugendmedien in Österreich: Traummännlein Teletubbies Talkshows/ PausHaase.: Media. – Münster: Lit.a. – Hamburg: Institut f. 53) Kutschera. – 560 S. 2001. 2001. Koch. – 245 S.und Kommunikationsforschung. 1946–1965. Krishna. David T. (Beltz Taschenbuch. 2001. Robert. 2000. Ingrid u. (Studien zur Geschichte. (Focus Afrika. Politik und Gesellschaft Nordamerikas. Sen.

M&K 49. Ein Beitrag zur Verbindung von System und Akteur). This new model accentuates. Reflections on a horizontal broadcasting order for the economy of attention (Das Rundfunkrecht vor den Herausforderungen der Logik der Vernetzung. institutional orders and actor constellations than by using a purely systems-theoretical perspective. An article on the combination of system and actor (Ökonomisierung des Fernsehens. pp. which are operated by individual persons. the distortion of the code of the functional system mass media by the code of economics. the need to retain cultural and economic innovative capability including the accompanying requirements. pp. The application of this perspective to communications research is taking place through the process of the economicisation of television that began in the year 1984. on the other hand. 306 – 324 This article stands in the tradition of surmounting the dualism of systems and actor theory. Stefan Wehmeier: Economicisation of television. Ein kritischer Überblick über den Forschungsstand). the article attempts to concretise in greater detail the implications of this model for the regulation of broadcasting. The answer to the new brand of networking logic is seen in a new organisational model. but can also make a contribution to public communication in different ways. It is argued that personal websites not only serve individual and group communication. These challenges are attributed to a new kind of networking logic. 325 – 349 Personal websites are web offerings. tends to make the possibility of sustaining the dual broadcasting system in its current form improbable in the long term. Finally. A critical overview of the state of research (Persönliche Homepages im WWW. which takes up systems-theoretical notions of “self-organisation”. Jahrgang 3/2001 English Abstracts Thomas Vesting: Broadcasting law faces the challenges of networking logic. Überlegungen zu einer horizontalen Rundfunkordnung für die Ökonomie der Aufmerksamkeit). first and foremost. It is argued that the dimensions and mechanisms of the structural change of television can be better exposed by a dovetailed observation of partially systemic horizons of orientation. which. The literature on personal 424 . The following consequences are identified: on the one hand. 287 – 305 The article highlights some of the challenges facing broadcasting law as a result of new developments in information technology and media economics (“multimedia”). according to one of the article’s main theses. A number of premises of the systems-theoretical perspective that predominates in communications research are initially criticised and the integrated systems/actor perspective subsequently outlined on the basis of approaches developed since the midEighties by the Max Planck Institute for Social Research. pp. Nicola Döring: Personal websites on the WWW. With exemplary reference to the economicisation of television the explanatory potential of an integrated systems/actor theory is also outlined for communications research. The article begins with the delimitation and definition of this personalised form of online publication and discusses its relevance for communications research. a loss of trust by the population in the expert system of the mass media.

to use a language of everyday life on radio too. which is sometimes hard to access. Based on the results of these studies and the anticipated future development of virtual characters. Some avatars are used as automatic personal assistants to visitors of websites. is subsequently discussed. which were gathered via content analyses. The concept of parasocial relationships (Horton & Wohl. With reference to a conversation analysis study of programmes broadcast on coloRadio in Dresden the article shows that the special characteristic of free radio is the fact that both discussions are possible which have the structural form of news interviews as well as discussions which tend to resemble discussions in everyday life. pp. Eine Fallanalyse zu Möglichkeiten alternativen Hörfunks). Tilo Hartmann / Christoph Klimmt / Peter Vorderer: Avatars: parasocial relationships with virtual characters (Avatare: Parasoziale Beziehungen zu virtuellen Akteuren). This means that the topics voiced on free radio not only differ from those in other media. but that. suggestions for further research are discussed. due to the proximity to everyday language. The theoretical contributions presented focus on the fact that the personal website constitutes a construction of identity and a presentation of self via computer-mediated communication. pp. classification and recipience of personal websites. two surveys which address the quality and intensity of parasocial relationships with avatars are presented. Subsequently. Jan Pinseler: Talking on free radio. A case analysis on the possibilities of alternative radio broadcasting (Sprechen im Freien Radio. different persons are also given the possibility to use radio as a means of communication in a self-determined way. The article reports of the most important findings. log file analyses. 425 . and experiments.websites. 1956) is used as a theoretical framework. 369 – 383 During the Nineties there was a sharp increase in the number of licensed free radio stations in the Federal Republic of Germany. Approximately thirty studies exist on the production. oral and written surveys. and outlines perspectives for future website research in the field of communications research. This article introduces the phenomenon “avatars” and discusses the question how virtual characters are perceived by media users. Their own self-descriptions and the theoretical reflections voiced in this environment indicate that the main potential of these radio stations is their ability to “demystify” the medium. 350 – 368 The rise of interactive media has fostered the development of virtual characters (“avatars”). and to articulate a variety of subjective points of view. others are promoted as virtual stars and appear in various media.

Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. W u l f f . Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. Landesanstalt für Rundfunk. Karin B ö h m e . Juristische Fakultät.A.de Dr. Hochschule für Musik und Theater. Armin S c h o l l . Universität Hamburg. M. Christoph K l i m m t . Hohenzollernstr. Institut für Germanistik II. Universität Koblenz-Landau. Dr. Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung. Hans J. D-98684 Ilmenau. E-Mail: Boehme-Duerr@philfak. Joan Kristin B l e i c h e r .de Dr.-Medienwiss. VonMelle-Park 6.uni-leipzig.de Prof. E-Mail: plake@unibw-hamburg.de 426 . 24118 Kiel. Institut für Publizistik. Hochschule für Musik und Theater Hannover. Dr. Institut für Germanistik II. Universität Leipzig. Postfach 10 05 65. E-Mail: nicola. Hohenzollernstr. Knut H i c k e t h i e r . Dr. Dagmar S c h ü t t e . M. 30161 Hannover. Thomas V e s t i n g . 47. Lehrstuhl für Erziehungssoziologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialisationstheorie.und Kommunikationswissenschaft.klimmt@ijk.vorderer@hmt-hannover. 47. 47. Institut für Medien. E-Mail: tilo. 22039 Hamburg. EMail: dschuette@lfr. Jahrgang 3/2001 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Heftes PD Dr.uni-kiel.de Jan P i n s e l e r .D ü r r . 76829 Landau.de Dipl. Falkenweg 7. TU Ilmenau. Heinrich-HeineUniversität. Stefan W e h m e i e r .de Prof. E-Mail: hickethier@snafu. Tilo H a r t m a n n . E-Mail: hwulff@litwiss-ndl.pinseler@ gmx. E-Mail: Thomas. Dr.de Dr.Vesting@Jura.doering@tu-ilmenau.hartmann@hmt-hannover. E-Mail: peter..und Kommunikationswissenschaft. Institut für Medienwissenschaft.de Prof. Universität Hamburg. 86135 Augsburg. Dr. Postfach 700822. Dr. Universitätsstr. Universität der Bundeswehr Hamburg.de Dr.uni-duesseldorf. Institut für Kommunikations. E-Mail: tenscher@uni-landau. Kamenzer Straße 19. 20148 Hamburg. Zollhof 2. Bispinghof 9-14. Leibnizstraße 8. Universitätsstraße 1.de Prof. Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien. 30161 Hannover. E-Mail: scholl@unimuenster. 2.de Manfred J e n k e . Hohenzollernstr. Universität Kiel. E-Mail: christoph.de Jens T e n s c h e r . E-Mail: jan. Nicola D ö r i n g . 30161 Hannover. Universität Augsburg. 48143 Münster. Institut für Politikwissenschaft. 04109 Leipzig.A.M&K 49. Klaus P l a k e . 40225 Düsseldorf. Westfälische-Wilhelms-Universität. 01099 Dresden.Uni-Augsburg. 40221 Düsseldorf.hmt-hannover. VonMelle-Park 6.de Prof. 23683 Scharbeutz Dipl. E-Mail: fs5a097@uni-hamburg. E-Mail: wehmeier@rz.-Medienwiss.. Lehrstuhl Öffentlichkeitsarbeit/PR.und Medienwissenschaft. Hochschule für Musik und Theater Hannover. 20148 Hamburg. Peter V o r d e r e r . Augustusplatz 9-11. Kaufhausgasse 9.net Prof.

Im Sinne der Förderung des wissenschaftlichen Diskurses und der kumulativen Forschung sowie der Qualitätssicherung legt die Redaktion bei der Begutachtung von Beiträgen besonderen Wert darauf. die Möglichkeit einer Erwiderung ein. • Die Redaktion bietet außerdem die Möglichkeit zur Stellungnahme und Erwiderung zu publizierten Beiträgen der oben genannten Kategorien. die innerhalb eines wissenschaftlichen Diskurses Position beziehen und die Diskussion voranbringen können. ausgewählte Literatur zu bestimmten Problemstellungen systematisch und vergleichend zusammenfassen und eine Übersicht über den Stand der Theorie und/oder Empirie geben. eines ohne Anführung der Namen und Adressen. Stellungnahmen und Erwiderungen. die den in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ üblichen inhaltlichen und formalen Standards entsprechen und geeignet sind. Die Redaktion räumt dabei dem Autor bzw. Die Zeitschrift ist ein interdisziplinäres Forum für theoretische und empirische Beiträge aus der gesamten Medien. die wissenschaftliche Diskussion zu fördern. ausreichend dokumentieren. Zugleich erklären sie sich bereit. Manuskripte. der Autorin des Beitrages. Das Manuskript selbst darf keine Hinweise auf die Autorinnen und Autoren enthalten. auf den sich die Stellungnahme bezieht.und Kommunikationswissenschaft. den Zugang zu Datenbeständen. B. Dabei können auch spekulative Betrachtungen fruchtbar sein. um so die Voraussetzungen für Sekundäranalysen und Replikationen zu schaffen. sind zwei Titelblätter erforderlich: eines mit Angabe des Titels und der Namen und Anschriften der Autorinnen und Autoren. dass größtmögliche Transparenz hinsichtlich der verwendeten Daten hergestellt wird. die zur Publikation in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ eingereicht werden. • Da die eingereichten Manuskripte anonymisiert begutachtet werden. Formalien: • Manuskripte sind der Redaktion in dreifacher Ausfertigung zuzuschicken.und Kommunikationswissenschaft“) wird seit 1953 vom Hans-Bredow-Institut herausgegeben und redaktionell betreut.Hinweise für Autorinnen und Autoren Die wissenschaftliche Vierteljahreszeitschrift „Medien & Kommunikationswissenschaft“ (bis Ende 1999 „Rundfunk und Fernsehen – Zeitschrift für Medien. Unter der Rubrik Diskussion sollen Beiträge erscheinen. 427 . einen theoretisch weiterführenden Argumentationsgang bieten. die verwendeten Daten bei wissenschaftlich begründeten Anfragen im Rahmen der jeweils gegebenen Möglichkeiten für weitere Analysen zur Verfügung zu stellen. die von Dritten (z. dürfen nicht anderweitig veröffentlicht sein und bis Abschluss des Begutachtungsverfahrens nicht anderen Stellen zur Veröffentlichung angeboten werden. Literaturberichte/-aufsätze sollen Literatur bzw. Datenbanken) zur Verfügung gestellt worden sind. • • Berichte sollen Befunde zu einem ausgewiesenen Problem von theoretischer oder medienpraktischer Relevanz darstellen. Für die Publikation in „Medien & Kommunikationswissenschaft“ kommen folgende Textsorten in Betracht: • Aufsätze sollen ein Moment originärer theoretischer Leistung beinhalten bzw. dass sie die Art und Weise der Datenerhebung bzw. Autorinnen und Autoren empirischer Beiträge verpflichten sich mit der Einreichung des Manuskripts. werden im nächstmöglichen Heft publiziert.

Dem/der Autor/in wird die Redaktionsentscheidung schriftlich mitgeteilt. 20148 Hamburg (Tel. Das Begutachtungsverfahren ist in der Regel sechs Wochen nach Eingang des Manuskripts abgeschlossen. . b) über durchnumerierte Anmerkungsziffern. Bestellungen nehmen der Buchhandel und der Verlag entgegen. 0 40/45 02 17-41) Anschrift der Redaktion: Medien & Kommunikationswissenschaft Herausgegeben vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg ISSN 1615-634X Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Telefon: (0 72 21) 21 04-0. Nomos Verlagsgesellschaft. Einzelheft 29. • Für Hinweise und Literaturbelege bestehen wahlweise zwei Möglichkeiten: a) durch Angabe von Autor.– DM (gegen Nachweis). bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. Dazu werden die anonymisierten Gutachten. die unverlangt eingereicht werden. wobei der Text der Anmerkung auf der entsprechenden Seite aufgeführt wird. • Gliederung des Textes: Jedes Kapitel und Unterkapitel sollte mit einer Überschrift (in Dezimalzählung) versehen sein. Erscheinungsjahr und Seitenziffer im fortlaufenden Text – z. Postscheckk. . –. • Die Manuskriptseiten müssen im DIN A4-Format (einseitig).: . . Telefax: 21 04 27. anderthalbzeilig beschrieben und mit ausreichendem Rand versehen sein. Zahlung jeweils im Voraus an Nomos Verlagsgesellschaft. 76520 Baden-Baden. auch nur in Auszügen. MwSt). Abbestellungen vierteljährlich zum Jahresende. (Müller. . Baden-Baden. Im Falle einer Entscheidung für Überarbeitung. die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist. Bearbeitungen. 1990: 37 – 40) . Über eine Annahme des Manuskripts und den Zeitpunkt der Veröffentlichung entscheidet die Redaktion auf der Grundlage redaktionsinterner und externer Gutachten. insbesondere auch das Recht der weiteren Vervielfältigung zu gewerblichen Zwecken im Wege des fotomechanischen oder eines anderen Verfahrens. Neueinreichung oder Ablehnung legt die Redaktion die Gründe für ihre Entscheidung offen. zugesandt. Verlag und Anzeigenannahme: Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co.M&K 49. 15 Zeilen). Jahrgang 3/2001 • Beizufügen ist eine kurze Zusammenfassung des Beitrags (max. Mit der Annahme eines Manuskripts erwirbt der Verlag von den Autorinnen und Autoren alle Rechte. Karlsruhe 736 36-751 und Stadtsparkasse Baden-Baden. KG. • Hervorhebungen im Text sind kursiv oder fett zu kennzeichnen. • Der Umfang der Beiträge soll 20 Manuskriptseiten (55.– DM. wobei der vollständige bibliographische Nachweis über ein Literaturverzeichnis im Anschluss an den Beitrag erfolgt. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen.000 Zeichen) nicht überschreiten. 2001. Übersetzungen. Versandkosten (inkl. evtl. Bezugsbedingungen: Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich (4 Hefte jährlich). Konto 5-002 266. falls die Begutachtung längere Zeit erfordert. Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Jahresabonnement für Studenten 50. jeweils zuzügl. Verlag und Redaktion haften nicht für Manuskripte. Printed in Germany. Jede Verwertung. die dem Leser als selbständiger Text einen hinreichenden Eindruck vom Inhalt des jeweiligen Beitrags vermittelt. 428 . werden die Autor/inn/en benachrichtigt. B. Weitere Sonderdrucke können bei Rückgabe der Fahnenkorrektur an die Redaktion schriftlich gegen Rechnung bestellt werden. Hans-Bredow-Institut Heimhuder Straße 21. Jahresabonnement 98.– DM. Von jedem Originalbeitrag werden 20 Sonderdrucke kostenlos zur Verfügung gestellt.

M&K 2001/3 Medien & Kommunikationswissenschaft .

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