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Manfred Frank

Der unendliche Mangel
an Sein
Schellings Hegelkritik und die Anfänge
der Marxschen Dialektik

2., stark erw eiterte und überarbeitete A u fla g e

1992

Wilhelm Fink Verlag • München

Bayerisch«
Staatsbibliothek

München

Die Deutsche Bibliothek - CIP-Einheitsaufnahme

Frank, Manfred:
Der unendliche Mangel an Sein: Schellings Hegelkritik und
die Anfänge der Marxschen Dialektik / Manfred Frank. 2 ., stark erw. und überarb. Aufl. - München: Fink, 1992
ISB N 3- 7705- 2746-1

2. Auflage 1992
IS B N 3-7705-2746-1
O 1992 Wilhelm Fink Verlag, München
Herstellung: Ferdinand Schöningh G m bH , Paderborn

Inhalt

Statt eines Vorwortes

9

Einleitung

93

I Die philosophische Einsicht H ölderlins und ihr E in ­
fluß auf Hegel und Schelling
II

Die Reduktion des Seins auf Reflexion in Hegels L o g ik

Unmittelbarkeit des Seins, Scheins und Wesens
Vorausgesetzte und gesetzte Unmittelbarkeit
Reflexion als Selbstbestimmung im Anderen
Die Uneinholbarkeit der »Voraussetzung«
Eine Denkfigur Schellings - Vorform oder Alternative?

III Die wechselseitigen System kritiken
Schellings

Hegels

103
116
12 1
12 7

135
137
144
und

Hegels Kritik an Schelling in der Vorrede zur Phänomeno­

logie

* 5*

Schellings Erwiderung - der »Cirkel der Reflexion«
Voraussetzen und intellektuelles Anschauen
Bewährung der Schellingschen Kritik an Beispielen

153
159
164
169

IV Schellings Suche nach positiver Unm ittelbarkeit Die Problematik der Identitätsformel

187

Der Schritt über die Grenzlinie des Bewußtseins
Der ontologische Beweis der Reflexion
Der Seinsgedanke der Identitätsphilosophie und Hegels >bestimmende Reflexion« in Konkurrenz

V Schellings Lösung vom Sein

18 7
193

>97

Die Abhängigkeit der Idee

Sein, Identität und Erkennen
Die Frage nach dem Grund des Wissens - der >ordo inversus<
der Reflexion
Die Frage nach dem Grund des Seins
Die Kritik an der Seinsthese von Hegels Logik
Die Unmöglichkeit eines logischen Übergangs zur Wirklich­
keit
Der immanente >Umsturz der Vernunft«

205
206
208
216
220
“7
232
5

000 4 1 3 4 5

Die absolute Priorität des Seins vor dem Wesen
Die absolute Priorität der Identität und das Scheitern der
Selbsterkenntnis des Geistes
Dialektische Umkehr oder Umkehrung der Dialektik?

235
240
246

VI
L u d w ig Feu erb ach - V o m Prim at des
U n m ittelb aren
Zur Kritik der Hegelschen Philosophie (1839)
Die Kritik der Schellingschen Naturphilosophie
Das Verhältnis zu Schelling in Feuerbachs Selbsteinschätzung
Systematische Verwandtschaften zwischen Schellings und

255
256
264
267

Feuerbachs Hegelkritik
Zusammenfassung

273
289

V II
K a rl M a rx N a tu r

G esch ich te als Selb stverh ältn is der
293

Kritik der Hegelschen Dialektik und Philosophie überhaupt
(1844)
Wirklichkeit und Geschichte - Grundlagen des historischen

293

Materialismus

303

V III

M aterialism u s und G e sch ich tsd ia le k tik

(Schelling - M a rx - H egel)
Die ontologische Differenz von Wesen und Wirklichkeit Schellings Theorie der Zeit als Archetyp einer material be­
gründeten Dialektik
Geschichtlichkeit als Sündenfall und Entfremdung
Die Unaufhebbarkeit der Zeit
Schelling oder Hegel? - Eine geschichtsphilosophische Per­

3 19

spektive

346

Anhang
Heine und Schelling

361
36 1

6

322
331
341

41345

»Unser Ausgangspunkt ist der Satz: G ott ist das Seyende
selbst. Bedenken Sie ( . . . ) wohl diesen Begriff, von dem man
sagen kann, er sey aller Begriffe B e g riff ( . . . ) Erkennen Sie
( . . . ) vor allem ( . . . ) , daß er noch kein wirkliches Seyn in
sich schließt ( .. .).
Jenes Seyn aber, das in ihm damit schon gesetzt ist, daß
wir es als das Seyende selbst denken, ist eben das bloße
Seyn im Begriff, und Sie sehen ( . . . ) daraus, daß das Seyende
selbst, da es kein Seyn außer dem Begriff hat, selbst nur
als B e g riff existirt;
* dass (es) unmittelbar nur Wesen und also gänzlicher Mangel
des Seins ist.
Der unendliche Mangel an Seyn in dem einen kann nur durch
den unendlichen Überfluß von Seyn in dem anderen begnügt
und ersteres eben dadurch im Können erhalten werden.

Sie sehen ( . . . ) , wie dürftig, wie eng dieser Begriff ist. ( . . . )
Das Interesse der Philosophie ist es keineswegs, in dieser Enge
zu bleiben, und das wäre eine traurige und höchst beengte
Philosophie, welche von G ott nur wüßte, inwiefern in ihm
das Seyn mit dem Wesen eines oder selbst das Wesen ist.«
Schelling
( - WW II, 2, 29-32, 49 und * Pos. Phil. 32/II, 13 5 ; vgl. II, i , 294 und I, 7, 465£f.
[466/7])

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041345

Statt eines Vorworts
D ie folgenden drei Abschnitte werden dem Leser/der Leserin
sehr disparat erscheinen. Im I. sage ich etwas über die Genese
des Buchs selbst, das ja keine Premiere feiert, sondern als N eu ­
druck erscheint. Ein solcher ist immer zu begründen. Ich rede
davon, wie es aufgenommen wurde, an welchen Stellen meine
Ansichten sich von der ursprünglichen Anlage inzwischen fort­
entwickelt haben, was ich der K ritik zu entgegnen habe.
D er II. Abschnitt bietet einen Abriß der ganzen Abhandlung
(sozusagen ein Abstract in Vortragsform ) - für eilige Le­
serinnen).
Im III. Abschnitt mache ich einige theoretische Voraussetzun­
gen explizit, mit denen meine Schelling-Interpretation durch­
gängig arbeitet. Sie sind von Sartre beeinflußt.
I.
Als ich diese Abhandlung schrieb (1973/74), war ich Assistent
für neuere deutsche Literaturwissenschaft in Düsseldorf. Ich
erwähne das in der H offnung, daß man es dem Text vielleicht
nicht anmerkt. Damals freilich wurde in Philosophischen Fakul­
täten - unzerstückelt und Fachbereichsgrenzen übergreifend,
wie sie konstruiert waren - mehr an In terd iszip lin ärst gewagt
als bald danach und noch heute, da die Kompartementalisierung
der Fachbereiche auch in die Köpfe eingezogen ist und es für
Bewerber(innen) ungünstig macht, mehr als eine Kompetenz
nachzuweisen.
D er Keimgedanke war mir während der Arbeit an meiner D is­
sertation gekommen. Sie war dem Problem >2 eit< in der deut­
schen Rom antik gewidmet1 und hätte ein umfangreiches Kapi­
tel über Schellings Beitrag zur Zeit-Theorie enthalten sollen. Da

1 und 1972 beim Winkler Verlag erschienen.
Schöningh, München-Paderborn-Wien 1 990.

Erweiterte

Neuauflage

bei

9

000 4 1 3 4 5 das Buch lange schwankte. X X III ff. besonders Rüdiger Bubner. 1990. 1973. Ham burg: Philosophische Bibliothek 367.3 »seiner ersten Schriften sich w ie­ 2 Vgl. korrekt rekonstruiert war. außer auf die Büsten Rousseaus.in all ihrer Pluralität doch recht eingleisig angelegte . Das haben inzwischen andere für ihn versucht. wenn auch nicht unironisch.Vorgeschichte. ob es eine germanistische oder eine philosophische Doktorarbeit werden wollte. Gewiß. die Naturphilosophie. In mir arbeiteten unversehcn kräftig die Nachwehen der 68er Zeit. Ehrhardt edierten Briefwechsels zwischen Maximilian II. von Bayern und Schelling: Schelling Leonhergensis und M axim i - 10 . es eines Tages in eine Schelling-Studie einfügen zu können. So begann ich mich zu fragen. dann aber um ­ ständehalber für das erste sich entschied. die der offiziöse und der >undogmatische< Marxismus in seltsamer Eintracht den Anfängen des Marxschen Grundgedanken vorausgehen ließ. A ber nie­ mand ist ganz H err über die Bewegung seiner Gedanken. Dialektik und Wissenschaft. ließ ich das abge­ schlossene Kapitel in einem Ordner liegen. Pechmann und Martin Schraven besorgten) Edition des Tagehuchfs) 1848 . der französischen Materialisten und natür­ lich die der britischen politischen Ökonomen. erfährt man am besten aus H ans-Jörg Sandkühlers Kommentar zu seiner (zusammen mit Alexander v. M. hoffend. dessen Felsenmelodie den jungen Marx verzaubert und zeit seines Lebens in Bann gehalten hat. die aus verschiedenen (auch äußeren) Gründen in meine D isser­ tation keinen sehr sichtbaren Einzug gefunden hatten.2 Von Schelling war jedenfalls kaum die Rede. auf das alles überragende Standbild Hegels. In der Dissertation empfiehlt er dem inzwischen (angeblich) reak­ tionär gewordenen Schelling. gutschrieb. auch die Einleitungen zum und den Text des von Walter E. N och nach der Niederschrift des Kapital wollte er das viel umrätselte Verhältnis seiner W aren-Analyse zur Hegelschen Logik (vermutlich vor allem zu der der Reflexion) in einer eige­ nen Schrift aufdecken. auch wenn ihm Marx seinen »aufrichtigen Jugendgedanken«. 3 Wie weit dies Urteil berechtigt ist. man konnte sich auf Marxens eigene Hinweise berufen: Die zeigten. V gl. Frankfurt a. bes. ob die .

hatten Marxens Selbstäußerun­ gen erdrückendes Gewicht. wie der offiziöse Marxismus sich zeigte. daß es gerade des reaktionären Schellings Spätwerk war. H ölderlins und Schellings . sondern fundiert auf ein unvordenkliches Sein<. einer D ia­ lektik nicht als bloßer Gedankenbewegung. Stuttgart 1989. so darf es sein Sein nicht einer Bedingung verdanken. w er sie zu interpretieren gewagt. die schon darum nicht für ein Un-bedingtes gelten darf (ein Relat ist bedingt/bestimmt durch sein anderes. Dies war der übergangstiftende Gedanke: Schelling hat nach Hölderlins Verstummen als einziger die frühromantische Keim ­ idee gegen den (inzwischen durch Hegel repräsentierten) Stamm des deutschen Idealismus rein bewahrt und auf die Nachwelt gebracht (freilich drangen zu seinen Lebzeiten nur wenige Frag­ mente an die Öffentlichkeit außerhalb seiner Hörsäle). daß Selbstbewußtsein eine Beziehung bildet. von Bayern und Schelling . wer gar sine ira et Studio zu zeigen unternommen.der zu besinnen«. 4 Diesen Grundgedanken hat Dieter Henrich in drei eindringlichen Publikationen freigelegt: Philosophisch-Theologische Problemlagen im Tübinger Stift zur Studienzeit Hegels . Vgl. Lehrstunden der Philosophie. soll aber eines absolut heißen. Wählian von Bayern. An diesem auf Gedanken nicht reduzierbaren Sein gebrach es >unendlich< der Hegelschen Logik. in: H ölderlin-Jahrbuch 1986/ 87. das über Feuerbachs Vermittlung. 60-92. Geistig und moralisch unselbständig.). Kapitels des vorliegenden Buchs nachlesen. auch L. W o verläuft das Band zur Zeit-Problematik? Man kann im zweiten Abschnitt des V III. die außerhalb seiner läge: Jacobis Grundgedanke. König Maximilian II. in: . E r war die. bes. so lautete Marxens Diagnose in den Fußstapfen und unter wörtlichem Bezug auf die Schellingsche. was aus dem aus meiner Diss. Leist (H gg. der die Tübinger ebenso w ie die Jenaer auf den Weg brachte4). ausgelagerten und nun stark zusammengestrichenen Schelling-Zeit-Teil geworden ist. Briefwechsel. Stuttgart 1890. D ie Anfänge der Theorie des Subjekts (1789). Trost und Fr. 85 ff. Wer hätte genauer hinzuschauen.. aber auch in direkter Lektüre M arx zur Ausbildung seines entscheidenden Gedankens verholfen hat: dem einer Real-Dialektik.

bes. die in die Zukunft strebt. 1989. von Axel Honneth et aliis. bes. So wird die Zeit. Göttingen 1990. M . 10 6 -17 0 . daß Schellings Spätwerk. schon auf anderen Wegen. nämlich spätestens im Mai 1795. Im Prozeß der A ufklärung . hg. den ersten Gedanken seines Tübinger Freundes gegen Hegel verteidigen wird. In diesem Gedanken lag. schließlich in einer größeren Monographie D er G rund im Bewußtsein (im Druck). 12 . nach anfänglichem Schwanken zwischen der Hölderlinschen und der durch Fichte erfahrenen Anregung. und 159 ff. wie ich 1975 form u­ liert hatte.. (Ich hätte besser sagen sollen: >einer ontologisch fun­ dierten Dialektik<. Ausgang vom Unbedingten. wie gesagt. aber nicht aus sich erzeu­ gen. Für die Schelling-Interpretation hat die Kenntnis von Jacobis überragendem Einfluß zuerst fruchtbar gemacht die Doktorarbeit von Birgit Sandkaulen-Bock. Frankfurt a. 176 ff. und den kann das Bewußtsein gerade noch bezeugen.000 4 1 3 4 5 rend Schellings Schrift Vom Ich (mit dem Jacobischen Unter­ titel Ü ber das Unbedingte im menschlichen Wissen). es kann auch nicht als Identitäts-Relation gedeutet wer­ den. die ein ontisches... N u r ein prä-reflexives. Und den Wunsch nach Wiedereinholung der verlorenen Einheit trägt die >Sehnsucht< aus. D ies >Präveniertsein< durchs Sein (wie der späte Schelling gern sagt) wird vom Bewußtsein schematisiert als Überholtsein der Gegenwart von der Vergangenheit. 123 ff. der indes bei Fichte studiert hat. zum »Arche­ typ einer material begründeten D ia le k tik « . über das es nicht ver­ fügt. Über den Anfang in der Philosophie Schellings . Früher und klarer als Schelling. noch ganz Fichteanisch die >Ichheit< für das unbedingte Prinzip der Philosophie annimmt. die im M ärz 1795 in Druck ging. 71 ff. denn da bliebe es immer noch auf ein >Ur-teil< gegründet. Ich habe zu zeigen versucht. daß die Selbstverwiesenheit des Sub­ jekts auf dem Grunde eines Seins ruht. ist sein Stiftskamerad Hölderlin.. der Ausdruck >wirklich< hat offenbar eine Zwischenbetrachtungen. und nicht nur ein ideelles Fundament hat. 13 ff. prä-judikatorisches und aller Relation überlegenes >Seyn< könnte sein Grund sein. hatte er die Umrisse der prä­ genden Einsicht skizziert: Das Unbedingte kann nicht reines Handeln sein (da wäre es mit dem Gegensatz zum Denken be­ lastet).

5b die Existenz. und das gilt auch für die intersubjektivistischen Konsequenzen. sondern >das gesellschaftliche Sein<. 30. dessen ontische Fundierung der Dialektik meiner Schelling-Marx-Interpretation Pate stand (siehe hier den III. die nicht in Gedan­ ken aufzuheben ist.« 5 b oder der frühe Sartre.weitere Ausdehnung als der von >material/physisch<. and any objective conception o f reality must include an acknowledgment of its own incompleteness. auch Selbstbewußtsein ist wirklich. daß nicht das Bewußtsein das Sein. die zunächst in Klassenkämpfe verstrickt ist. sondern auf dem Sockel einer Wirklichkeit aufruht. daß gerade Schelling ein Held in der Verteidigung der Präreflexivität des Selbstbewußtseins gewesen ist. Ich habe mich seither methodisch von der sehr textimmanenten Arbeitsweise meiner ersten Schelling-Studie und sachlich von ihren Grundintuitionen entfernt. Frankfurt a. Main 1991 •) Dennoch hat er gegenüber Hegels Verkennung von >Fichtes ursprünglicher Einsicht< (D ie­ ter Henrich) vergleichsweise recht. B. Hirne) »nicht-physische Eigenschaften« haben. die ihrerseits eine ontisch fundierte Zeit zur Voraussetzung hat. wie Schelling. und 5 a In diesem Sinne kann Thomas Nagel sagen. . Abschnitt). Mit anderen Worten: Marxens Gedanke setzt die Wahrheit des Schellingschen als ein tragendes Moment voraus. und nicht schon in einem Heideggerschen Transzendental (oder >Existential<) namens >Geschichtlichkeit<. ihre volle Konkretion erwirbt. Die anti-idealistische Pointe von Marxens berühmten Satz greift indessen nur. auch wenn sie erst in der konkreten Geschichte der Menschheit. daß vielmehr das Sein das Bewußtsein bestimme.vor Hegel. die er . (Darum habe ich Texte aus seiner Feder nicht aufgenommen in meine neueste Sammlung von Selbstbewußtseins-Theorien von Fichte bis Sartre . aber nicht physisch. Gewiß meinte er damit nicht einfach. nämlich subjektive Erlebnisse ( The View from N ow here . 26: »Reality is not just objective reality. Vgl. O xford University Press 1986. Ich glaube insbesondere nicht mehr.5a M arx sprach davon. wenn dieses Sein kein blo­ ßes >Gedankending< ist (wie er gern mit Schelling sagt). 4). Das gleiche gilt von seiner Konzeption einer Realdialek­ tik. daß einiges Materielle (z.

das 3. auf Hegel und Mead sich berufende Tradition des Intersubjektivismus - insbesondere bei Habermas .000 4 1 3 4 5 auf viel überzeugendere Weise als dieser . SW I/ 3 . ganz in Übereinstimmung mit Schellings Rekonstruktion seines Ansatzes. 7 Das hat Michael Theunissen eingeräumt in seinem Aufsatz über Die A uftebung des Idealismus in der Spätphilosophie Schellings . 19 9 1. die am Ende gesetzt ist (L II 489). ohne welche die konkrete Totalität des Endes am Anfang nicht an sich schon anwesend sein könnte. S. und zw ar paradoxerweise gerade durch die Art. als das Organ der Antizipation. die wie das »System des transzendentalen Idealismus« 14 [vgl. 370] intellektuelle . 4 10-4 77.verteidigt in meinem Essay Subjektivität und Intersubjektivität .wie ich mir überhaupt die zu große Idealismus-Immanenz meiner Problem-Behandlung und meiner Terminologie vorwerfen muß. innerliches Anschauen nennen kann< (L II 488). 16: »Manfred Frank hat jüngst darauf hingewiesen. Denn das innerliche Anschauen benötigt Hegel. nicht nur im Kontext als das >reine. Gegen eine Theorie. bes. Die Inanspruch­ nahme eines innerlichen Anschauens entspricht der nachträglichen Selbst­ interpretation. »das man wegen seiner Unmittelbarkeit auch ein über­ sinnliches. das vom intellektuellen noch zu unterscheiden wäre. wie Frank annimmt. Stuttgart: Reclam. 1-2 9 . 13 ff. in der Form eines »verschämt eingeflochtenen Zugeständnisses« auf. wie Hegel die in der Vorrede zur Phänomenologie gegen sie gestarteten Angriffe scheinbar bloß wiederholt. um Hegels Kritik am Einsatz der Philosophie >wie aus der Pistole geschossen« gegenstandslos zu machen.7 Denn am Ende seines 6 Ich habe Schellings Grundgedanken seither gegen die ganze neuere. leere Anschauen« be­ zeichnet. für die damals dieser Ausdruck stand. Denn schon die Einleitung in die Seinslogik (L I 61) billigt der intellektuellen Anschauung eine konstitutive Bedeutung für den Anfang zu. in: Philo­ sophisches Jahrbuch 8j (1976).6 Hegels triumphale Polemik in der Vorrede zur Phänomenologie des Geistes könnte in diesem Punkte völlig unbegründet sein. Beispiel im dritten Abschnitt des III. sondern im Schluß­ kapitel der Logik darüber hinaus. Essays zur analytischen Philosophie der Subjektivität . nun mit deutlicher Bezugnahme auf Schelling. mit der meine Schelling-Verteidigung (aber schon nicht mehr Feuerbach und Marx) reichlich textimmanent arbeitet . Indessen taucht die Rede von ihm im Schlußkapitel der Logik keineswegs. in: Selbstbewußtsein und Selbsterkenntnis. derzufolge der Anfang »an sich* bereits die * konkrete Totalität* ist. Kapitels). als ein solches begreift. ist noch immer kräftig genug. daß Hegel das Denken. V gl. mit dem er das Sein am Anfang gleichsetzt.daraus gezogen hatte (vgl. Wir glauben zwar heute nicht mehr an die Möglichkeit einer >intellektualen Anschauung<. Aber die Einsicht.

konnte kein >Wissen< sein. daß an die Stelle des Gegenstandes hier eben das Subjekt selbst rückt. Viel spricht dafür. was wir subjektives Erleben nennen. nie verstan­ den hat und so gar unter dem völlig abwegigen Titel der »Reflexionsphilosophie« geißeln konnte. Die Selbstbewußtseins-Theorien der Nachwelt haben sich klar zugunsten Fichtes und Schellings und gegen Hegel erklärt. Grundsätzlicher: ich verfehle die Dimension der Subjektivität gleich im Ansatz. die freilich schon Walter Schulz in seinem wegweisenden Werk D ie Vollendung des deutschen Idealismus in der Spät - philosophie Schelling . Hegel scheint aber wirklich geglaubt zu haben.0 4 1345 Weges könnte der absolute Geist als sich nur erkennen. An dieser Ausgangslage wird auch nichts ver- Anschauung bloß als »subjektives Postulat« einführt. die epistemisch auch zugäng­ lich war (sonst trüge sie den Titel der >Gewißheit< zu Unrecht). . macht Hegel die Forderung geltend. der als die »Fortbewegung des konkreten Ichs vom unmittelbaren Bewußtsein zum reinen Wissen« nichts anderes ist als der G ang der »Phänomenologie des Geistes«. daß Selbstbewußtsein nur ein Spezialfall des GegenstandsBewußtseins sei. geht in den Anfang der Logik mit ein. weniger deutlich: durch Schelling . Wohl aber mußte Wissen auf Gewißheit gegründet werden. Von Objekten ist aber nicht zu lernen. »auch als die intellektuelle Anschauung bestimmt«.als infallibel . was ihm zuvor schon bewußt war. dann entfällt der Anlaß seiner Polemik gegen Schelling.auch ohne Kenntnis ihrer V o r­ zeichnung durch Fichte und. so. In diesem Prozeß erblickt er aber die Voraussetzung der Logik. Stuttgart-Köln 19 5 j (Neudruck: Pfullingen 1975) betont hatte. 17). welches auch immer die kosmetischen Abweichungen seiner Position gegenüber der Schellingschen gewesen sein mögen. wonach Selbstbewußtsein eben nicht als epistemische Relation eines Subjekts auf sich als Objekt beschrieben werden darf.. so daß aus seiner Argumentation folgt: Das Resultat. wenn ich sie von der Gegenstands-Seite der Vorstellung her aufschließen will. was Schelling in seiner Jugend »intellektuale Anschauung« nannte). ihre Herkunft aus einem Prozeß darzustellen.« Anerkennt freilich Hegel die Notwendigkeit. Und dieses Bewußtsein .e. Theunissen spricht klar von einer »Vorzeichnung der Marxschen Dialektik in der Spätphilosophie Schellings« (I. daß Hegel Fichtes »ursprüngliche Einsicht«. Ganze Schulen zeitgenössischen analytischer Geist-Philosophen haben sich dieser Konsequenz . daß der Antizipation des Endes auch ein epistemischer Modus zu Anfang entsprechen muß (eben das.angeschlossen.

Gesehen wurde sie früh. Philosophie der O ffenbarung 18 4 1/4 2 . meine Arbeit hat die tatsächliche Abhängigkeit reuerbachs und Marxens von Schelling und die StrukturHomologie zwischen ihrer H egel-Kritik nachweisen können. mit der Dim en­ sion subjektiven Erlebens vertraut war? Ich glaube. Heft 2/74. 188 f. aller Vergegenständlichung vorweg. Janvier-m ars 1976. >romantische Poetologie und poetische Praxis [von den] geschichtlichen Erfahrun­ gen der Romantiker und den objektiven sozial-ökonomischen Determinanten< her aufgeschlossen zu haben.) 8b V annee Schelling> in: Archives de Philosophie .9 behandelt R. wenn man mit Hegel annimmt. Geburtsjahr Schellings erschienen)'. 1 6 . sentent flechir leur elan«8b (mein Buch war zum 200. Subjektivität werde sich in interaktiven Zusammenhängen zuerst gegenständlich (und das heißt für Hegel zugleich: ursprünglich bekannt). daß mir die Phalanx der fremdgesteuerter (oder eher in selbstverschuldeter U nm ün­ digkeit verharrender) >Marxisten< dafür nicht danken oder mit den Worten Xavier Tilliettes attestieren würde: « L ’essai de Manfred Frank est symptomatique des preoccupations d’une nouvelle generation. auf die ich mich dabei stutze. Frankfurt a. (Eine um die Kierkegaard-Nachschrift erweiterte Neuauflage ist in der Reihe stw 18 1 in Vorbereitung. Schelling. Wie aber sollte mir ein frem des Subjekt als fremdes Subjekt einleuchten. wenn ich nicht. tome 39. W. Main 1977.83 Abzusehen war. J .. 91 ff. aber man begnügte sich allgemein mit dem Aufweis vager Parallelen. 8a D ie Quellen. tandis que les routiniers. sind ausgebreitet im Anhang meiner Ausgabe der Paulus-Nachschrift von Schellings erstem Berliner Kolleg: F. qui aborde Schelling sans prejuges et munie de questions fraTches. 9 In: Deutsche Literatury Akademie der Wissenschaften der D D R . die Liebe zum Detail als auch die Einbettung dieser Parallelen in die Systematik der Werke dieser drei sehr verschiedenen D enker. hier: 109. Während Inge Schiewek meiner (ganz unpolitischen) Dissertation das ungerechtfertigte »Verdienst« zuschreibt. Es fehlte sowohl die philolo­ gische Präzision.000 4 1 3 4 5 bessert. Cahier i. surmenes par cette periode jubliaire.

13 Jürgen Habermas hat Schelling nicht nur seine Doktorarbeit gewidmet {Das Absolute und die Geschichte .. bes. eine mutwillige Schelling. 12 Das Schelling-Jubiläum sjahr 197$. worin diese bestehen. die heftig über mein Schelling-Buch läster­ ten. Verdrehungen und direkte Fälschungen Hegelscher. Als mein Nahen unübersehbar 10 D er Nam e ist so passend für den Tenor der >Rezension<. 11 In: Referatblatt Philosophie . 627 ff. zitiert es doch an entscheidenden Stellen zustimmend Sartre. 1977. Es sei >die bisher schamloseste Marx-Fälschung des Westens seit Habermas«13. 323 ff. . . wehrt sich vehement gegen meine »»Strategie«.11 Leider wird an keinem Detail gezeigt. Seine Inspiration ist >existentialistisch<.Biederm ann10 (von der Friedrich-Schiller-Universität Jena) meinen Versuch als arglistige westlich-idealistische >Entstellung< und >Verfälschung< der wahren »theoretischen Quellen der marxistischen Dialektik«. »schei­ tert« an der gar zu offenkundigen ideologischen Befangenheit seines Verfassers.und Marx-Fälschung. Bonn 1954.). Und Wilhelm Raimund B eyer12. bei einem internationalen Schelling-Kolloquium in Zürich unversehener Zeuge einer Unterhaltung zwischen D D R-Philosophen (ihren mächtigen W ortführer inmitten) geworden zu sein. daß »Schellings Philosophie nicht zum wertvollen >Philosophischen Erbe< genommen werden [kann].« Mein Buch. daß ich ihn gern für ein Pseudonym halten möchte.Geschichtsphilosophische Folgerungen aus Schellings Idee . Diss. bes. Von der Zwiespältigkeit in Schellings D enken .Ich erinnere mich. wohl wissend. 639 f. ) Wie alle Frankfurter und Heidelberger der letzten Jahre ist die erarbeitete »Strategie« nur eine einseitige Interpreta­ tion der angeblichen Lehre des angezielten Philosophen. die Abhän­ gigkeit des Marxschen Gedankens von Schelling sichtbar zu machen. (588) A g 228/76/443. sondern auch einen in der D D R ungern gesehenen bedeutenden Aufsatz Dialektischer Idealismus im Übergang zum Materialismus . in: Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-U niversität 5. . Zentralstelle fü r die philosophische In formation und Dokum entation . ( . Solcher Betrug sei mir nur möglich geworden durch »Unterstellungen. das der MarxismusLeninismus zu pflegen die geschichtliche Aufgabe übernommen hat«. Feuerbachscher und auch Marxscher Anschauungen«.

gefiel eine Wendung aus Schellings (von M arx auf gegriffener) Kritik an Hegels Erklärung des »Ent­ schlusses der Idee zur Natur< so gut. 18 . . die Schellings Abhängigkeit von Hölderlin behauptet. Heft 1/19 8 8 .000 4 1 3 4 5 w urde. daß er das Buch auf Schellings (und Marxens) Spott taufen wollte: »Die >unendliche Langeweile< des bloß logischen Seins« (ich bewahre noch einen Probe-D ruck des Covers). Sozialphilosophische Studien * Frankfurt am Main 1971» 172 -2 2 7 . die Leser(innen) würden vielleicht nicht so sehr Langeweile am logischen Sein empfinden als am Buch selbst .14 Wo ich seither Akzente vereiner Contraction Gottes verfaßt. 19). . analytischer auszuführen hätte. Ich hatte diese These. aus der Textimmanenz zu befreien. Der zweite Brief an Hegel enthalte schon das voll entfaltete Programm derselben. ] « als eine A rt Vorstufe hervorgegangen ist« (A A 1. /. Januar 1795 und vom 2. in: Allgem eine Zeitschrift fü r Philosophie . Spätestens im ersten Quartal 1795 sei diese konzipiert und wohl auch ausgearbeitet gewesen. disponierte der Chefideologe gewandt und gefällig um. . Ich antwortete. ja schon im I. K api­ tel des vorliegenden Buches vertreten (als Hartmut Büchners Kom m entar zur /c/»-Schrift im Band 1.. die ich in diesem Buch vertreten habe. wo ich Thesen. Stuttgart 1980. warum ich >den unendlichen Mangel an Sein< zum Titel erkoren hätte. noch nicht erschienen war). mich fragend. besser zu stützen. und nicht den anderen: >Der unend­ liche Mangel an G eists an dem hapere es doch mehr. Februar 1795) rekonstruiert er »eine Arbeit.2 der »Historisch-kritischen Edition«.2 . in: J . Theorie und Praxis. 14 A m ehesten bestünde dazu Anlaß im Zusammenhang mit der K ritik.so rückte ein anderer (wieder von Marx übernommener) Schelling-Spott in den Titel. Ich sehe gut. Eine Einführung in Schellings Philosophie. . Für einen Einfluß Hölderlins komme also nur die Zeitspanne zwischen den beiden Briefen an Hegel in Frage. wo ich sie grund­ sätzlich zurücknehmen m üßte. Gestützt auf Briefe Schellings an Hegel (vom 6. Jacobs an meiner These über »Hölderlins Anregung« geäußert hat {M anfred Frank.]. hier herrsche eher Mangel an Sein. H ans-M artin Lohmann. nicht aber. aus deren weiter­ gestecktem Rahmen dann offenbar »Vom Ich [ . 77-80). die Wilhelm G . Ich fürchtete mit gutem G rund. der seinen Grundgedanken angemessener ausdrückt. damals Lektor im Wissenschaftlichen Program m bei Suhrkamp. und von Hölderlin ist aus dieser Zeit kein Brief nach Tübingen erhalten. anderswo sei der G eist teuer. H .

Niethammer und den G espräch­ zusammenhang. Im übrigen glaubte sich Hölderlin längst vor Schellings /c^-Schrift . ich habe ihn ja gehört. . Ein relativ spätes Zeugnis für diese Gesprächslage besetzen w ir in Niethammers Einleitungsaufsatz zum Philosophischen Jo u rn al (»Von den Ansprüchen des gemeinen Menschenverstandes an die Philosophie«).e.im Besitz eines Gedankens.und Schülerkreis verbreitete Überzeugung erstmals an die Ö ffentlich­ keit getragen. nämlich die »Überzeugung der Entbehrlichkeit eines höchsten und Einzigen Grundsatzes aller Philosophie« und die andere. 1794). Nicht so eine höchste Evidenz. D ie Begründung: ein Satz ist ein Urteil. w ird am leichtesten sichtbar aus dem Vergleich mit anderen Publikationen. sondern rekonstruiert ein nur in wenigen Dokumenten überliefertes Gespräch zwischen den Freunden. dessen Ich -Schrift er gekannt haben w ird. Und worin der bestanden haben könnte. Ü ber seine politische Haltung und seine Rolle an der neugegründeten U ni- »D ie Übereinstimmung zwischen Hölderlins und Schellings Gedanken. wie es die intellektuale Anschauung ist. Meine These bezieht sich indes gar nicht vorrangig auf Schellings /c^-Schrift. die mithin kein Satz .« In eben dieser Zeit war Hölderlin unterwegs zu einem Gedanken. Dieser (Hölderlin) gibt ihm dem zweideutigen T rost: »Sei du nur ruhig.verwandt und eng vertraut mit Niethammer . der unter den Jenaer Reinhold-Schüler vor Fichtes Berufung sich gebildet harte. dessen Nachricht wegen >jacobinischer Tendenzen« von der Polizei konfisziert wurde und so erhalten blieb). ist uns inzwischen bestens erschlossen durch die akribischen Recherchen Dieter Henrichs über den Einfluß. >grad" so weit [gekommen] als Fichte« einstuft. . die ich ihm seither gewidmet habe. 10. der deutlich über Fichte hinausschreitet (und dessen Form wir aus U n h eil und Seyn vom Mai 1795 kennen). 79). Darin wird eine von Reinhold nachweisbar seit 1792 im Freundes. du bist grad’ so weit als Fichte. ein Urteil könnte falsch sein. die sie beide zur gleichen Zeit entwickelten.schwerlich jemals ein (.) Fundament für das ganze Gebäude «der Philosophie» abgeben würde« (Bericht eines ReinholdVertrauten. deren einer (Schelling) noch unmittelbar nach dem Abschluß der Ich-Schrih dem anderen gegenüber klagt. besonders durch die gemeinsame Spinoza-Kenntnis hinreichend erklären. Schelling die Originalität abzusprechen« (Jacobs.. »daß ein Satz was immer für einer es sei . laßt sich durch die Beschäftigung mit denselben Gegenständen.nämlich im H erbst 1794 .schoben oder über Schelling anders zu denken gelernt habe. 10. den Hölderlin erfuhr durch Jacobi. wenn er also Schelling.vor seiner Veröffentlichung im Mai 95 kennenlernen konnte. Diese Übereinstimmung gibt keinen Anlaß. Reinhold. den Hölderlin . »wie weit er noch in der Philosophie zurück sei«. I. so hält er ihn damit für noch nicht so avanciert wie sich selbst. eines Kärtner Industriellen. durch den ein Schritt »über die Kantische Gränzlinie« möglich werde (an N euffer.

Sollte die Philosophie (was Jacobi bestritt. die Philosophie sei nicht auf »Sätze«. 96 an Niethammer schreibt. aus prinzipiellen Gründen nicht in Satz-Form w ird dar­ stellen können: Philosophie als »Sehnsucht nach dem Unendlichen«. ja sein Prinzip bis 1800 »Ich« nannte. noch nicht für eine ausweisbare Entität 20 . . (Diese Überzeugung. das Absolute. der sich. die Philosophie aus einem G ru n d w rz. wie so viele. die ihren Gegen­ stand. in welche sie durch die unglücklichen Untersuchungen über einen ersten Grundsatz (. Schelling sei mit seinen Überzeugungen inzwischen »einen besseren Weg gegangen«. so ist es widersinnig. (Das kann natürlich.« So kann auch Schelling im Rückblick des Oktobers 1796 seine »Ich«-Schrift charakterisieren als Versuch. weit hinausgeschritten .) Henrich schreibt (Der G ru nd im Bewußtsein . . wie ich 1975 und 1985 vermutet hatte. samt der Idee der U nvermeidlichkeit eines unendlichen Progressus der Philosophie. z. der vergleichsweise immer noch der Fichte-freundlichere von beiden Freunden war und lange geblieben ist.000 4 1 3 4 5 versität München 1827/8 (natürlich vor allem über sein Verhält­ nis zu Heinrich Heine. U nd von daher können wir erklären. auch ironisch gemeint gewesen sein. und so tauge auch der Grundsatz »Ich bin«. von der eine neue und von Fichtes G rundsatz­ philosophie wegführende Verzweigung der klassischen deutschen Philosophie nach Kant ihren Ausgang nahm. B. »die Philosophie von der Erlahm ung zu befreien. nicht als oberste Prämisse für theoretische Ableitungen (wie es Reinholds und Fichtes Elementar-Philosophie vorsahen). einen unter ihnen für ein irrtumsimmunes Prinzip der Philosophie zu halten. was Reinhold ab 17 9 1 und Niethammer seitdem aber annahmen) aus Sätzen (»Urteilen«) bestehen. bei Friedrich Schlegel. von einem V er­ ehrer in einen Gegner verwandelte) berichtet mein Aufsatz (von 1972) über H eine und Schellings im Anhang dieses Bandes. da Hölderlin Differenzen zu Schelling signalisiert. demgegenüber könnte Hölderlin meinen: er selbst sei über den Gedanken. . wieso Hölderlin in einer Zeit. dem des »Ich . die ihrer Kürze wegen erstaunen macht.Ich« zu fundieren.wobei der dunkle Jacobische Ausdruck »Sein« zunächst mal nur für einen begründeten Überwindungswillen steht.): »In den beiden Jahren zwischen der Krise von Reinholds Elementarphilosophie und dem Eintreffen Fichtes waren in Jena Überlegungen ausgebildet worden. . als er am 24. Es scheint. findet sich am ausgeprägtesten bei einem anderen Jacobiund Niethammer-Vertrauten. Schon im Sommer 95 hatte Schelling gesagt. zu einer Konzeption gelangte. 2. bevor er noch auf dem »schlechteren« zum Ziel gekommen sei. als A usdruck der Freiheit.) unausbleiblich fallen mußte«. die auch die intellektuale Anschauung als epistemischen O rt der Gewißheit oberster Grundsätze aufgibt. (sei er selbst ein Grundsatz) sein könnte. nicht als »absolutes Wissen«. . sondern auf »Forderungen« begründet. als habe H ölderlin diese (durch ihn mit herbeigeführte) Wendung Schellings im Sinn gehabt. an die Hölderlin durch Niethammer Anschluß gewann.

Er begründet sie mit einem unkantianischen Argument. als dem Fundament unseres relativen Daseins. im Lichte der neuesten Forschungen Henrichs. Sie bildet aber den Gegenstand seiner impliziten Kritik (in U n h eil und Seyn) und liefert gerade nicht die philosophische Semantik. die bei H ölderlin wiederauftaucht als Idee. Was die Rede vom »Seyn in allem Daseyn« betrifft. Dann aber »ging er einen besseren Weg«: fort von der Grundsatz. 21 . erweiterte Neuauflage im D ruck). Zweitauflage. mit der er selbst arbeitet. meine Emphase eher etwas zurücknehmen: Schelling war 179$ nicht so weit wie Hölderlin). »eine noch größere Gewißheit [haben]. daß w ir vom absoluten Sein. (stw 139) und spielen eine erhebliche Rolle auch in der Einleitung zur Neuedition der Paulus-Nachschrift von Schellings erstem Berliner Kolleg: Schelling. der am Jenaer Gespräch keinen Anteil hatte. 423 f. M.) Schelling. Diese Gewißheit war nur noch auf den Ausdruck >intellektuale Anschauung« zu taufen (wozu abermals Spinoza Handhaben bot). wie schon der Titel ankündigt. 1977 (stw 18 1. hielt darin ja gerade »das Ich« für ein »Prinzip«. so gilt sie dieser Auffassung. der judikative Seins-Sinn gründe in einem »absoluten«. der er sich zwischen 1796 und 1800 aber wieder annäherte.041345 Politische Aspekte dominieren ferner weitgehend die von G er­ hard K urz und m ir verfaßte Einleitung in die Materialien zu Schellings philosophischen Anfängen . als w ir von unserem eigenen bedingten Daseyn haben« (Spinoza-Büchlein. Denn Schelling. zugleich auch manifestiert. D er späte Schritt zurück zur Anerkennung der Priorität des Seins vor der Reflexion wäre dann der Schritt zurück zu »Hölderlins Anregung«. aber doch nur über eine Trennung. obwohl es sich als Unbedingtes im Bewußtsein. das allem Bewußtsein .).vorausliegt. Ich brauche im vorliegenden Buch den Hinweis auf Hölderlins philosophische Priorität und auch Superiorität in den Jahren 1794/95 zur Konstruktion der folgenden Hypothese: Schelling wurde zuerst durch Jacobi-Lektüre. konnten solche Gedanken nur durch Hölderlin bekannt geworden sein. Frankfurt a. deren Wortlaut ja sehr stark von der Vorlesungs-Edi- oder gar Struktur. so folgt Jacobi nicht nur Kants Unterscheidung von absoluter (existentieller) und relativer (kopulativer) Setzung. M.und Urteil . D er Gedanke ist: der Einheitssinn der Theorie ist aus einem Prinzip zu verstehen. dann durch den Einfluß Hölderlins auf den Gedanken eines transreflexiven Seins gebracht (und muß jetzt. Frankfurt a. der seinerseits die /c/>-Schrift kannte.und Ich-Philosophie. Philosophie der Offenbarung 18 41/ 42. und man ist mitten in den fragmentari­ schen Spekulationen von Sinclairs »Raisonnements« und »Urteil und Sein«. S. Und wenn es in der vagen Argum entations-Skizze Hölderlins irgendeine erkennbare Polemik gibt. welche Formulierungen seiner Schrift auch immer denen Hölderlins ähneln mögen.

D er Band bietet schließlich einige weitere Vorlesungsnachschriften oder Auszüge daraus (die von Friedrich Engels. begleitet. die die nach meiner Auffassung wesentlichen Texte versammelt. situiert den A uftritt des alten Schelling im H orizont von Erwartungen und Polemiken der Hegelschen Linken.sich schon im Anhang zum Materialienband fand). deren einer . berichtet über den Aufbau der späten Schellingschen Vorlesungen (von dem keine derzeit publizierte Ausgabe einen auch nur annähernd treffenden Eindruck verm it­ telt).sich aufs Berliner K olleg beziehend . die ja Schellings System eine Zeitlang den Nam en gab. sow ie dem Interesse seiner Philoso­ phie für moderne Theorien der Leib-Seele-Identität bin ich nachgegangen in einem größeren E ssay über Identität und Sub­ jektivitä t . ebenso Texte von Pierre Leroux. Essays zur analytischen Philosophie der Subjektivität .S. von Siegfried Unseld dazu aufgefordert. indem sie nicht den späten Schelling behandelt. von Arnold Rüge. Frankfurt a. M . 1985 (stw 520). in: Selbstbewußtsein und Selbsterkenntnis. Meine Einleitung zu dieser Ausgabe resümiert G ru n d ­ thesen meines Buchs. und diese Edition w ird durch eine kleine Einführung in Schellings Philo­ sophie . von Schopenhauers Adlatus Ju lius Frauenstädt und von Seren Kierkegaard) und versammelt Zeugnisse von Zeitgenossen und H örern (besonders solchen der Linken: Michail Bakunins B rief­ wechsel mit der Familie über Schellings K olleg ist erstmals übersetzt.eine Seiten-Konkordanz. D er im engeren Sinne logischen Bedeutung der Identitäts-Form el.000 4 1 3 4 5 tion durch Schellings Sohn abweicht (im vorliegenden Buch zitiere ich aus der Paulus-N achschrift nach der Originalpaginie­ rung. sondern dessen Anfänge bis hin zur Identitätsphilosophie rekonstruiert (etwa bis zum W ürzburger System von 1804. es gibt aber am Schluß meiner Edition . Kapitels). Ich habe später (1985). Sie bildet gleichsam das Kom plem ent der hier vorliegenden Arbeit. 504-6 . die diese Angaben leicht übertragbar macht). Stuttgart: 22 . mit dessen Diskussion die vorliegende Arbeit chronologisch einsetzt: siehe den SchlußAbschnitt des II. eine Studienausgabe von Schellings Ausgewählte[n] Schriften besorgt (stw 521-526 ).

Sollte der Leser/die Leserin eilig sein oder die Lektüre des gan­ zen nachfolgenden Buchs zu mühsam oder zu schwierig finden. Der Verlag zögerte mit der Neuauflage. Frankfurt a. und 7. vor allem die 6. eine ziemlich vollständige B ib lio ­ graphie. 8689 [6]. so fügte er es nur in neue. 1989 (es 1563).1 1 . ebenso unbeständige Zusam m en­ 15 O bw ohl ich. seine Grundthesen bündig zusammenzufassen und in Vortragsform zu bringen. 7 9 -15 7 ). so kann ich ihm /ihr die Lektüre des nachfolgenden Vortrags vorschlagen. Ich wurde nach Erscheinen des Buchs gelegentlich eingeladen. der noch stark an den Gedanken und Sorgen der 68er Generation trägt. der/die sich für meine übrigen Arbeiten zu Schelling interessiert. wurde ich gelegentlich nach ihm gefragt. M. überhaupt kein Buch geschrieben habe. das Werk. bei Fink neuaufzulegen. 23 . hie und da korrigiert und mit diesem V orw ort versehen. besonders in der Vorlesung 9 -13 (S. Vorlesung.[0041345 Reclam. daß es aus einem von den Zeitereignissen rasant überholten Kontext spricht. 1982 (cs 114 2 ). D ort w ird Schelling wichtig im Zusammenhang des »Ältesten Systemprogramms«. . und so nahm ich dankbar das freundschaftliche Angebot von Raim ar Zons an. Damit hat ein(e) Leser(in). Würde sein A u to r es beständig umschreiben. Das gilt für das Buch selbst ebenso. Frankfurt a.15 A ls die Auflage des im Wissenschaftlichen Hauptprogram m des Suhrkamp Verlags 1975 erschienenen Buchs D er unendliche Mangel an Sein erschöpft war. 137-2 30 ). Besonders gilt das natürlich für den ersten Teil meiner »Vorlesungen über die N eue Mythologie«: D er kommende G ott . N r. Daraus ist das folgende entstan­ den. M . glaube ich. sowie 9 . 19 9 1. Es ist klar. in dem Schelling nicht mehr oder minder starke Auftritte hätte. A ber schließlich entkommt kein W erk seinem Kontext. U nd die in früheren Arbeiten weitgehend übergangenen ästhetischen A spekte der frühen und identitätsphilosophischen Schriften Schelling kom ­ men zur Darstellung und werden gewürdigt in meiner E in ­ führung in die frühromantische Ästhetik . aber auch der D ionysos-Idee (und ihrer Identifika­ tion mit Christus) in seinen Münchener und Berliner Vorlesungen zur Philo­ sophie der M ythologie und der Offenbarung.

1990. mit deren Wandel sich auch ihre Bedeutung wandelt. Ist doch jede Rede Funktion bestimmender Kontexte. hg. den wir hiemit bezeichnen wollen. Frankfurt a. dem nicht nur abgesprochen wird. W ir fangen an zu begreifen. ^ II. Münchener Vorlesung 1827/28 in einer Nachschrift von Ernst von Lasaulx. daß die ewigen Wahrheiten eigentlich nichts anderes sind. so ächten nicht nur die Götter und . Als ein besonders auffälliges Beispiel ist mir immer der verspätete.000 4 1 3 4 5 hänge. System der Weltalter. aber eminente Nachruhm Nietzsches voc^ekommen. Es giebt im Grunde keine ewigen Wahrheiten in dem Sinne. 24 . Drängen sie voreilig und ohne sichtbare Anknüpfung an die Sinnerwartungen ihrer Epoche ans Licht. 16.ich ergänze . M. die eigentliche paradigmatische Revolu­ tion in der Willensmetaphysik der nachidealistischen Epoche eingeleitet (oder doch zum Durchbruch getragen) zu haben. O der mit Schellings Worten: Alles ist nur Werk der Zeit und wir kennen nicht das schlechthin Wahre. Diese Auszeichnung Nietzsches geht häufig Hand in Hand mit heftigen Ausfällen gegen Schopenhauer. er selbst entscheide über die Ökonomie der Werte. insofern man ihn als den Entdecker jener vor­ bewußten Lebenstriebkraft nennt. D ie Geschichte der abendländischen Philosophie bietet immer wieder Gelegenheit zur Bewährung einer allgemeinen Erfah­ rung: Theoretische Innovationen sind unmittelbar nur insoweit erfolgreich. die der machthungrige Wille entwirft.die Zeitgenossen ihr »unzeitiges Wachstum« (das läßt sich begreifen). von Siegbert Peetz. in denen sich der ursprüngliche Gedanke am Ende weni­ ger gut entfaltet. die den Intellekt in ihren M aja-Netzen ködert und wähnen macht. auch die Nachwelt versieht sie oft noch mit dem Index eines Tabu. sondern blos was die Zeit erlaubt in die wir eingeengt sind. sondern der auch für alle Impräzisionen und Erschleichungen 16 Schelling. wie sie die Integrationsfähigkeit der zeitgenössi­ schen Weltansicht nicht überfordern. als vom gegenwärtigen Zustand abstrahirte Sätze.

die das Werk seines Nachfolgers in so viel höherem Maße auszeichnen als das seine.mit Ihrer Zustimmung von dieser Lizenz Gebrauch mache. während Schellings logische Erschleichungen (vor allem die des Identitätssystems von 1801) . sondern auch zu rühmen: Jaspers’ und Heideggers Nietzscheinterpretationen sind klassische Beispiele für jenes Ritual. Ich rede nicht davon. einen anderen Namen . wie der Gedanke seines Werks eine gleichsam subkutane Wirkung tat.nicht nur zu dulden. daß der Kniefall von Hegels >Tiefsinn< . als müsse die offizielle Ideographie erst einen Namen aus ihrem Kanon streichen.dann und wann übertreiben.um der Zuspitzung willen .übergleichzeitig zu seiner Epoche sich verhielt: er war nicht eigentlich innovativ.der Selbstprofilierung von philosophischen Kärrnern dienten. Wer darauf .der Konsequenzen aus der getilgten Lehre gezogen hat . sondern weithin antizipativ. behaupte ich. Es sieht so aus. Ich meine vielmehr. daß Schellings ursprüngliche Einsicht< ein Gedanke gewesen ist.345 geradestehen muß. der sich im diskursiven Korsett der idealistischen Gram m atik nur unangemessen artikulieren konnte.im Blochschen Sinne . der . Auch davon nicht.uns viele Aufführungen des Stücks von des Kaisers neuen Kleidern beschert hat. das den A kt der Rehabilitation an das Schlachtopfer eines Ahnherrn bindet. Indem ich . Etwas Vergleichbares .scheint mir . daß in Schellings Werk ein Gedanke zur Sprache drängte (und sie oft genug nicht erreichte).hat sich mit Schellings Nachruhm abgespielt. In einem Vortrag darf man .und mit *5 . bevor sie sich dazu versteht.für Paradebeispiele eines unseriösen und geniali­ schen. In dem Maße. daß in den Seminaren eine Zeitlang schon seine Nennung neben Fichte oder gar Hegel ent­ weder für eine O bszönität oder für eine unfreiwillige Selbstent­ larvung galt und daß das hastige Übersetzen von Fichte zu Hegel in der C hronik der Geistesgeschichte eine Laküne der Verlegenheit überbrücken mußte.einer semantisch höchst frag­ würdigen Kategorie . verfolgte man seinen Namen. von Opium und Romantik umgetriebenen Gedanken­ taumels geltend .

sodann.weitgehend unpubliziertem .000 4 1 3 4 5 gewissen Recht . daß sie . die den Index einer Dekonstruktion trug und die . und zum Teil noch in unseren Tagen.der Phänomenologie sollte sich als außerordentlich erweisen: zunächst als das D oku ­ ment jenes Durchbruchs. die Wirkungsgeschichte dieses Werks . A ber in der Zwischenzeit .wenn über­ haupt . Von ihr her war es.gab der Weltgeist . sondern der Moderne überhaupt.und von der Studentenbewegung bis hinein in die Heidelberger Seminare) . B .Spätwerk. bezieht gegenüber den argu­ mentativen Schwächen des Schelling von 1801 die idealistische Position . stand und steht Hegel. daß auch Hegels Werk aufs neue studiert wurde (z. .nur an solche Traditionen anknüpfen mochte.und sie hat gut ein Jahrhundert gewährt und erhebliche Transformationen im institutioneilen Gefüge unserer gedanklichen und gesellschaftlichen Wirklichkeit hervorgebracht . in der eine Kritik an Hegels idealistischer Dialektik von wirklich grundstürzender Tragweite formuliert war. lag eben vor in Schellings .als Parole die Ü ber­ windung des Idealismus aus.den Akzent legt. die als der dialektische Materialismus registriert ist.z. als ein bedeutendes Korrektiv oder Pharmakon gegen die Skläroseanfälligkeit eines immer dogmatischer und subhu­ maner argumentierenden Materialismus.über Hegels eigenes Vermächtnis sich hinwegsetzend (wie es seine A rt ist) .Ich füge gleich eine weitere Übertreibung an: am Anfang und am Ende jener Bew e­ gung. also in studentischen Nachschriften seiner Erlangener. worauf ich hinauswill: die einzige in der Stunde N ull der materialistischen Idealismuskritik zuhandene Philosophie.zu hohen Preisen und 26 . Sie merken. Münchener und Berliner Kollegs. G ew iß. Kein Denken war . die wenn schon häretisch sich verhaltend zum Idealismus Hegels den Standards seines Argumentierens nicht unterbieten.unter der Hand und zum Kummer ihres Autors .neben dem Marxschen vergleichbar erfolgreich für das Selbstverständnis nicht nur des Materialismus. vom jungen und vom reifen Marx . mit dem der reife Idealismus sein Publikum gewann . von denen man weiß.aber das war eben eine Lektüre. der Hegelschen Phänomenologie . B.

Wie könnte das auch anders sein. Schellings H örer. M. wo Schelling seine Vorlesungen über Philosophie der Offenbarung hält. die Schel­ lings Berliner Auftritt im WS 18 4 1/2 umbrandete. B. B. die in den Hegelschen Tempel hinaufführt .. Denn für den Augenblick sind alle einzelnen Gegensätze. wo sie lebhaftes Interesse bei jenen adeligen Intellektuellen erreg­ ten. gestritten w ird.c . denn es ist ja eine Stufe. 457 *7 . also über Deutschland selbst. Herzen.-Sim ons (z. oder der sich das Aufblühen eines Gedankens. der auch nur eine Ahnung von der Macht des Geistes über die Welt hat.über das frühere hört man freundlichere Töne. auf dem um die Herrschaft über die öffentliche Meinung Deutschlands in Politik und Religion. die der Hegelschen Philosophie jene Herrschaft streitig machen. die mit solcher Lektüre so etwas wie ihre spekulative Feuerprobe zu bestehen hofften (wie Pavlov.)•*** Tatsächlich spielt Schellings Spätwerk .der zwar u. religiösen Sozialismus (z. und zwar das Auditorium N r. gegen die eine Opposition Schellings verdunkelt (. dort als erste Tat die Aufhebung der Zensur gegen die Halleschen Ja h r­ bücher erwirkte und von Arnold Rüge im August 1841 als 17 Ich haue das belegt im III. Frankfurt a. Lamennais und Leroux). da dieser A utor . Bakunin.. Anhang meiner Edition der Philosophie der Offenbarung 1841/42. nach dem Kampfplatze fraget. aber auch bei den Schülern St. wegen Einschränkung seiner Lehrfreiheit in München nach Berlin ging. Belinskij oder Turgenev).offiziell keine Rolle für die Genesis der Marxschen Dialektik. 18 L . Friedrich Engels. a. sehr unmarxistisch als den A kt einer Urzeugung vorstellt. 1977. Cadaev. der die Welt bewegt. . und das kann nur den verwundern. Prosper Enfantin) und bei Vertretern des sog.0 4 1345 bis nach Frankreich und Rußland hinein gehandelt wurden. beginnt seine Polemik gegen diesen Auftritt mit den pathetischen Worten: Wenn ihr jetzt hier in Berlin irgendeinen Menschen. der entweder keine Vorstellung von der unerhörter Publizität hat.17 M arx hatte von diesen Zusammenhängen und auch vom W ort­ laut wenigstens zweier Schriften des alten Schelling recht gute Kenntnis. 6. dieser Kampfplatz sei in der Universität. so wird er euch antworten.

daß man noch heute. S. D ie Angelegenheit scheint m ir freilich eines zweiten Blicks w ür­ dig. E r rät ihm dringend zu . Schelling ist daher Ihr antizipiertes Z errbild . müsse also. B .. M arx glaubte . Auflage des Wesenfs] des Christentums schließen zu können. - der aufrichtige Jugendgedanke Schellings (.. der B rief. Ein A n griff auf Schelling sei ferner »indirekt ein A n griff auf unsre gesamte und namentlich die preußische Politik«. da ja einige ihrer V er­ treter . da er gemäß Zensurinstruktion in Jourmalen nicht angegriffen werden könne. zur W irklichkeit. da die Angelegenheit alle Aktualität eingebüßt hat. 488 ff. N un.sei es notwendig.000 4 1 3 4 5 »politisch und religiös freisinnig« charakterisiert w urde19 .z. D er w ir dürfen das gute von unsrem Gegener glauben. daß gerade Feuerbach den A ngriff führe. da Schelling seine Lehre ja in den Dienst der »Diplomatie« gestellt habe.. . Erstens sei Schelling »38tes Bundesmitglied«.da also dieser A u to r als ein notorischer Reaktionär geführt wird.wenigstens auf den ersten Blick. O ktober 1843 an Feuerbach geschrieben hat20. zum folgenden I. Eine umfangreichere Arbeit sei aber schon darum geboten. den M arx am 3. als sei dies auch Marxens ureigenste Ansicht gewesen . in einem größeren Buch attackiert werden. unmittelbar das Zwiespältige in 19 L .)» der bei ihm ein phantastischer Jugendtraum geliehen ist.und nennt ein paar Gründe. rühmte und verteidigte . muß es in Dunst und Nebel zer­ fließen. .e. Schriftstellerwelt [zu ent­ hüllen] .c .die sich m erkwürdigerweise von ihm habe »ködern« lassen und besonders zu fürchten sei. der Schelling in einer Serie von Artikeln übersetzte. und sobald die W irklichkeit dem Zerrbild gegenübertritt.und nun horcht man auf . Ich denke. daß Feuerbach »mit einer ausführlichen Arbeit über Schelling beschäftigt« sei. zu männlichem Ernst geworden. um Schelling »vor der franz. 421 20 V gl. läßt sich so lesen. weil Sie der um gekehrte Schelling sind.fälschlich . aus einer Andeutung der V o r­ rede zur 2. er ist Ihnen zur Wahrheit. Endlich aber . 28 . »der geniale Leroux«.die Sache des Sozialismus vertreten. Sie sind grade der Mann dazu.

494 22 Ludwig Feuerbach.21 Marx hatte offenbar ein Traum a berührt: immer schon hatte Feuerbach versucht. tut sich leicht mit der A u fford e­ rung.22 Diese Konstellation muß sich vor Augen halten. Schellings offensicht­ liche Vorläuferschaft nur in dessen anmaßlicher »Phantasie« stattfinden zu lassen. »die wirkliche (nicht imaginäre) absolute Identität aller Gegensätze und Widersprüche« befasse. und wenn zweitens sein phantastischer Anstrich nur unter der Bedingung in eitlen Nebel sich auflöst. Berlin 1970. ein paar Wochen Arbeitszeit geopfert und gestanden. weil er das H eikle einer Konfrontation mit seinem eigenen Zerrbild . das in Feuerbachs »positiver Philosophie« seine natürliche Erbin und. D rei zum Teil umfangreiche Briefentwürfe spiegeln Feuerbachs Verlegenheit: er hat fleißig aus der Paulusnachschrift exzerpiert.obw ohl von keinem Zeitgenossen entschiedner als von Marx. in der Stunde des Abfalls von seiner ursprünglichen In ­ tention. Und wenn er über ein Jahrzehnt Scheu empfand.041345 Marxens Kom plim ent verspürt: N iem and. daß M arx dies zitiert. daß man sich seinem Anspruch »männlich« entgegenstellt. die freilich bei ihm. der um seine intellektuelle Identität ringt. durch den auch Schellings Philosophie sich charakterisierte: »positive Philoso­ phie«. sich hin und her gewunden.c. 260. Schuffenhauer. seinem eigenen antizipierten Zerrbild gegenüberzutreten.und das w ar ja. ihn zu tun. Feuer­ bach ist nicht erst von M arx zu einem solchen Schritt aufgefor­ dert worden . wer Aufschlüsse über sein Verhältnis zu Schel­ ling im Werk Feuerbachs sucht. im Gegensatz zu Schelling. von W. 29 . 9. seine natürliche Gegnerin gefunden hat. zumal wenn es sich erstens um ein Stück W eltphilosophie han­ delt. unter uns. 21 L. .N u n . Bd. (Es ist nicht ohne Delikatesse. Marx habe ihn da »in keinen geringen Zw iespalt mit mir selbst versetzt«. in: Gesammelte Werkey hg.scheute. Es gibt also etwas bei Schelling.) Auch fiel ihm zur Kennzeichnung seiner eigenen Position kein besserer N am e als derjenige ein. Vorläufige Thesen zur Reform ation der Philosophie . so wohl vor allem deshalb. keine quantite negligeable . dessen >Gutes< nicht verleugnet werden darf.

000 4 1 3 4 5

Mit diesen - ich weiß: viel zu fragmentarischen - Andeutungen
breche ich die biographisch-philologische Rechersche nach
Berührungspunkten zwischen dem Schellingschen und dem
Feuerbach-Marxschen Materialismus vorerst ab und gebe eine
weitere These vor: Es gab - nicht nur im Feuerbach-Marxschen
Materialismus, sondern auch im franz. Sozialismus, bei
Bakunin oder Cieszkow ski23 - eine mächtige Tradition hegel­
kritischer Argumente, die sich aus Schellings späten V orlesun­
gen gespeist und die materialistische Pointe ihres Einsatzes mit
hervorgetrieben hat. Die Unsichtbarkeit dieser Traditionsspur,
die sich bis in Lenins Notizhefte hinein verfolgen läßt, erklärt
sich zum einen daraus, daß Schelling kein einziges Kolleg zu
Lebzeiten veröffentlicht hat - die kurze Vorrede zu Cousin und
der Raubdruck einer Nachschrift des i. Berliner Kollegs waren
die einzig zitierbaren Dokumente seiner Wende zur »positiven
Philosophie«
zum anderen aber aus dem Umstand, daß den
meisten Theoretikern der Linken der Gedanke einer V orläufer­
schaft Schellings aus Gründen ihrer politischen Identität uner­
träglich war. (Es wäre reizvoll, die Nahtstelle zw. dem roman­
tischen und dem sozialistischen Antiliberalismus genauer zu
analysieren;24 hier kämen viele eingeschliffene Terme unserer
politischen Semantik sehr ins Schwimmen.) Übrigens bestand
diese Aversion nicht immer und vor allem nicht zu Anfang;
Ruges Interesse am Wortlaut der Schellingschen Kehre war so
groß, daß er sich ihm als Editor seiner Vorlesungen anbot;
Feuerbach, der sich in dieser Zeit an einer Schellingschen N ach­
schrift inspiriert zu haben scheint, schickte dem Philosophen
mit offenbar ungeheuchelter Ehrfurcht seine Dissertation (was
wäre wohl geschehen, wenn Schelling sie goutiert hätte? Z w ei­
fellos war ihm der Denkstil zu hegelisch); und C ieszkow ski 23 Ich habe diesen wenig bekannten Zusammenhang aufgedeckt in der Einleitung
zu Schellings Philosophie der O ffenbarung 18 4 1/4 2 , 25 ff.
24 Ich habe das seither versucht: Anti-bourgeoise Anarchie und RevolutionsKritik. Von der zwiespältigen Haltung der Frühromantik zur Französischen
Revolution , in: Henning Krauß (H g.), Folgen der Französischen Revolution^
Frankfurt a. M. 1989 (es 1579), 221-24 4 .

30

}41345

dessen Historiosophie Schelling gekannt zu haben scheint - hat
sich stets für Schelling - auch für dessen religiöse Option - leb­
haft interessiert und ließ sich vom Berliner Kolleg in die pol­
nische Heimat berichten (außerdem gibt es z Briefentwürfe von
ihm an Schelling). Bakunin schrieb nach Hause: »Ihr könnt
euch nicht vorstellen, mit welcher Ungeduld ich die Vorlesun­
gen Schellings erwarte.«25 Und Schelling, der sich im Grunde
seines Herzens immer für den mißkannten geistigen Vater des
Junghegelianismus ansah, hat seinerseits gesehen, daß diese jun­
gen Leute »auch etwas der A rt wollten«, wie es die positive
Philosophie war.
N u r suchten sie es mit immanent hegelianischen Mitteln, und
das könne nur scheitern: eine systemverändernde Praxis müsse
das Gebäude der »logischen Notwendigkeit« durchbrechen und
sich von der immanenten Legitimation eines teleologisch konzi­
pierten Intellektualprozesses emanzipieren.26 Man muß sehr
deutlich sehen - der junge Fr. Engels ist dafür ein Paradebei­
spiel
daß ein Teil der Affekte gegen Schelling typische G ru p­
penreaktionen von jungen Leuten sehen läßt, die ihre Solidari­
tätsbasis - den Konsensus in Hegel - bedroht fühlen, sobald
fundamentale Prämissen seines Idealismus ins Wanken geraten.
Das ist denn auch der wiederkehrende Reim ihrer Bittschreiben
an Schelling: E r sei willkommen als Hegels Lehrer in Berlin;
nur möge er des symbolischen Vaters Grab nicht schänden d. h. nicht etwa den Idealismus bekämpfen.
N un, diese Restriktion gilt ja für Marx offensichtlich nicht
mehr: E r rühmt Feuerbach nicht nur als den Überwinder des
junghegelianischen Idealismus von »Bruno Bauer und Konsor­
ten« (ebenso kritisch äußerte sich Bakunin gegen die ideali­
stische Linke), sondern deutet deren Ȁrger gegen eine Praxis,
die anders als die Auflösung einer bestimmten Kategorie in die

25 L .c., 461.
26 F. W. J. Schellings sämmtliche Werkre, hg. von K . F. A . Schelling, I. Abtlg.
Bde 1 - 1 0 ; II. Abtlg. Bde 1- 4 , Stuttgart 18 5 6 -18 6 1 (hinfort zit.: SWt römische
Ziffer verweist auf A btlg., arabische Ziffer auf Band), II/3 , 90.

31

000 4 1 3 4 5

>schrankenlose Allgem einheit des Selbstbewußtseins< sein
will«, in Schellings eigenen W orten.27 Ich mache gleich die
Probe: »In der Logik«, hatte Schelling gelehrt (und damit außer
Marx auch Bakunin und C ieszkow ski sehr beeindruckt), - »in
der Logik liegt nichts Weltveränderndes. ( . . . ) Die ( . . . )
Um kehrung kann nicht vom Denken ausgehen, ( . . . ) Mit dem
(. . .) Letzten der rationalen Philosophie [also: mit dem Gedan­
ken des absoluten Selbstbewußtseins] ist nichts anzufangen.
(. . .) D ie Vernunftwissenschaft führt ( . . . ) wirklich über sich
selbst hinaus und treibt zur U m kehr; diese selbst kann aber
doch nicht vom Denken ausgehen. D azu bedarf es vielmehr
eines praktischen Antriebs; im Denken aber ist nichts Prakti­
sches, der B egriff ist nur contemplativ, und hat es nur mit der
N othw endigkeit zu thun, während es sich hier um etwas außer
der N othw endigkeit Liegendes, um etwas Gewolltes handelt«
(SW I/ io , 153 und I I / 1, 565).
B evor ich nun - jenseits der Ebene der Polemik, die sich an der
Oberfläche abgespielt hat - weitere Dokumente für sachliche
Konvergenzen zwischen Schellings Spätphilosophie und dem
Ansatz von Marxens praktischem Materialismus herbeischaffe,
muß ich zunächst das schier U nm ögliche versuchen: nämlich
eine Skizze dieser Spätphilosophie und besonders ihrer Stellung
zu Hegel zu liefern: Man muß den D uktus und den Stil dieses
Denkens nämlich sehr genau vor Augen haben, wenn man bei
der Suche nach Intarsien von Schellinganspielungen in Marxens
Frühw erk fündig werden will. Daß diese Entzifferung nicht
längst geschehen ist, kann ich mir nicht anders als aus dem
Desinteresse der machthabenden Verw alter der Marxschen
D oktorin an Schelling erklären - und das ist ein Desinteresse,
das sich - dem Geiste und dem Buchstaben nach - nicht einmal
auf Marx berufen kann und selbst dann, wenn es dies könnte,
ein ziemlich anteduluvianisches Verständnis von dem, was einen
T ext im Gewebe einer Epoche konstituiert, zum Ausdruck
bringt.
27 D ie heilige Fam ilie, in: M EW 2, 204.

32

0 4 1345

N ach meiner Ansicht kann man den einen Gedanken, der
Schellings Philosophieren von Anfang an bewegt, sehr genau
angeben: Es ist die Überzeugung, daß das Sein (das als fu g en ­
lose Identität begriffen w ird) nicht aus Verhältnissen der
Reflexion abgeleitet werden kann. In gewissem Sinne w ar dies
freilich die gemeinsame Überzeugung der drei Tübinger
Freunde - etwa gegenüber Fichte. D ieter Henrich hat in liebe­
voller Restaurationsarbeit die Ruinen eines Gesprächs freizule­
gen versucht,28 in dessen Verlauf es H ölderlin gelungen sei,
auch Hegel - den N achzügler in der freien Spekulation - von
diesem Gedanken zu überzeugen und ihn über die »Gränzlinie
der kantischen Philosophie«,29 nämlich die Klippe des abstrakt
seinem Anderen entgegengesetzten Subjekts - hinauszuführen.
Hölderlin argumentierte etwa folgendermaßen:30 Absolutheit
und Selbstbezüglichkeit des Gedankens >Ich< schließen sich aus.
Denn wenn die Ichheit unter der Bedingung stünde, sich expli­
zit auf sich zu beziehen, dann könnte dieser Gedanke nicht im
strengen Sinne unbedingt genannt werden. A u f der anderen
Seite kann auf dies Unbedingte nicht einfach verzichtet werden,
da anders das Moment des Sich-Habens in der Entgegensetzung
der Relata - also das evidente Identitätsgefühl im Selbstbewußt­
sein - unerklärt bliebe. Es kann also nicht darum zu tun sein,
eines der beiden Momente zu leugnen, sondern lediglich darum:
zu betonen, daß nicht schon die aktive Beziehung des Selbst auf
sich zu erklären erlaubt, woher ich Kenntnis von der Identität
der Beziehungsglieder habe. Ich habe diese Kenntnis jedoch
untrüglich, und also - folgert H ölderlin - muß sich in der
»unendlichen Einigkeit« des Selbst »ein vorzüglich Einiges und
Einigendes [manifestieren], das an sich kein Ich ist«.31
28 Dieter Henrich, H egel im Kontext, Frankfurt a. M . 19 7 1: darin vor allem:
Hegel und H ölderlin, bes. 22 ff.
29 Hölderlin, Brief an N euffer vom 10. 10. 1794.
30 Vgl. Friedrich H ölderlin, Sämtliche Werke, hg. von F r. Beissner (« G roße
Stuttgarter Ausgabe), Bd. IV , 253/4 (die große Anm erkung der Verfakrungs-

weise des poetischen Geistes).
31 Brief an den Bruder von Mitte 18 0 1 (G roße Stuttgarter Ausgabe V I, 419).

33

000 4 1 3 4 5

Hölderlin und Schelling - der seinem Freunde weitgehend folgt
- nennen es das »Sein« oder die »Identität« - im Gegensatz zur
»Indifferenz«, die dadurch ausgezeichnet ist, daß sie die G leich­
heit ihrer Momente mit sich nur durch den A kt ihrer Synthesis
hersteilen kann und zu diesem Zw eck auf eine gänzliche
irreflexive Identität zurückgreifen muß, die dem Spiel der
Beziehung als solchem entgleitet.
Während Schelling - wie gesagt - in dieser Überzeugung mit
Hölderlin übereinstimmt (es gab Differenzen, die mir termino­
logischer N atur gewesen zu sein schienen: Schelling versuchte,
seinen Gedanken zunächst in der Sprache von Fichtes W issen­
schaftslehre zu artikulieren, um - wie er später sagte - mit
Fichte »nicht geradezu zu brechen«)32 - während also Schelling
mit Hölderlin weitgehend übereinstimmte, hat Hegel die von
Hölderlin empfangene Anregung von vornherein in einer redu­
zierten Perspektive angeeignet. Sie verhalf ihm zwar zu dem
entscheidenden Schritt über die kantianische »Gränzlinie«, in
dessen Folge er die »Vereinigung« der entgegengesetzten
Wesenstendenzen von Liebe und Selbstheit nicht länger mehr
von der abstrakten Subjektivität erhoffte. Dagegen war er nicht
bereit, diese im Medium der Reflexion selbst geschehende V er­
einigung wie Hölderlin aus einem transreflexiven »Seyn« oder, wie Sinclair sagte: aus der reinen »Athesis«33 - zu er­
klären, die der Beziehung noch vorausläge. >Liebe<, >Leben<,
>Geist< sind eben dies, in sich selbst den Gegensatz des Unend­
lichen und des Endlichen hervorzutreiben, ihn seiner U nwahr­
heit zu überführen und auf die in jeder Einseitigkeit ermangelte
Ganzheit hin zu überschreiten (pleroma). Sie bewährt sich mit­
ten in der Endlichkeit der Beziehung als die »wahre Unendlich­
keit«, die nun nicht mehr ein Bezogenes ist, sondern als der
32 Zum früheren Verhältnis Schellings zu Hölderlin vgl. jetzt Dieter Henrich,

Der G rund im Bewußtsein (im Druck) und Manfred Frank, Eine Einführung
in Schellings Philosophie , Frankfurt a. M. 1985, 61 ff.
33 Ein wiederkehrender Term aus Sinclairs »Raisonnements«, erstmals
abgedruckt in Hannelore Hegel, Isaac von Sinclair zw . Fichte , H ölderlin und
FIegelt Frankfurt/M ain 19 7 1, 243 ff.; Neudruck in der Anthologie s. Anm . j i .

34

argumentative Fundus einleuchtet, kraft dessen diese Beziehung
zugleich als Einheit oder kraft dessen die Substanz zugleich als
Subjekt gedacht werden kann. Ein solcher Einheits-Begriff dul­
det kein über ihn hinausgehendes Sein, das ihn zur Reflexions­
negation zwänge; als solches wäre er immer schon sein Relat,
d. h. ein bestimmter und unvollständiger Aspekt der unbegrif­
fenen Totalität.
Vielleicht stimmen Sie mir zu, daß dies keine böswillig verzer­
rende Charakterisierung von Hegels ursprünglicher Einsicht
gewesen ist. E r hat sie in der Jenenser Logik und besonders in
der Phänomenologie von 1807 vertieft und in großem Stil ange­
wendet. Die eigentliche methodische Reflexion auf den form al­
ontologischen Status seiner philosophischen Grundoperation
hat er aber erst in der Wissenschaft der Logik geleistet. Und
innerhalb dieses W erk ist für uns von besonderem Interesse der
O rt, an welchem das Sein den Nachweis erfährt, daß es in
Wahrheit als ein Moment der ganz auf sich gestellten Reflexion
besteht. Ich kann die außerordentlich komplizierte Argumenta­
tion Hegels - in die Dieter Henrich seit einigen Jahren und, wie
ich meine: als erster, einiges Licht gebracht hat - hier nicht
einmal in A bkürzung referieren. Statt dessen will ich einen
Geisterdialog erfinden, in welchem Hegel mit Hölderlin über
die Konsequenzen dieses Schritts sich verständigt (tatsächlich
hat er ja mit dem umnachteten Freund nie mehr gesprochen und auch das angebotene Gespräch mit Schelling tunlichst ver­
mieden). N un, Hegel hätte geltend gemacht, daß in die Kenn­
zeichnung jenes »reinen Seins, ohne weitere Bestimmung« nur
negative Prädikate eingehen können; z. B. dasjenige der U n ­
mittelbarkeit und das der Un-bezogenheit. Hölderlin hätte
zugestimmt. N un charakterisiert Hegel - scheinbar arglos diesen Ausdruck der Unbezüglichkeit des Seins auch so, daß er
es als ein »Nur«-auf-sich-bezogen-Sein kennzeichnet. Die reine
Negation mäßigt sich hier zu einer bloßen Restriktion, die
grundsätzlich die Möglichkeit der Beziehung-auf-sich nicht aus­
schließt. Ist das Sein aber einmal als unartikulierte oder wie
Hegel sagt, »einfache« Beziehung angenommen, dann ist es -

000 4 1 3 4 5

nach Hegels Prämissen - nicht nur nicht ausgeschlossen, son­
dern logisch notwendig auch zuzugestehen, daß es einen
Gegensatz in sich enthält, ohne den es ja übrigens völlig unbe­
stimmt bliebe (was sich nicht negativ gegen ein Anderes profi­
liert, könnte auch nicht es selbst sein). Charakteristischerweise
spricht Hegel auch stets - zumindest dem Sinne nach - vom
Sein als vom »Begriff Sein«: auch dadurch kommt er der Mei­
nung zuvor, hier gehe es geradezu um ein transreflexives Sein einen Gegenstand, der ja in einer Logik, also in einem formal­
ontologischen System , gar keinen O rt haben könnte. Der
Schritt, den Hegel im Ü bergang von der Indifferenz - also der
letzten Position der Seinslogik - hin zur Logik des Scheins also der ersten Kategorie der W esenslogik - vollzieht, läßt sich
mithin so charakterisieren: der Begriff einer Beziehung im
Zustand der Einsteiligkeit w ird mit ihr selbst im Zustande der
Zweistelligkeit geglichen, oder: es wird in der Reflexionslogik
eine verborgene Im plikation des Begriffs der »einfachen Bezie­
hung nur auf sich« expliziert; und damit kommt ans Licht, daß
diese Selbstbeziehung eine Beziehung auf Anderes einschließt.
Diese Konsequenz nun vollzieht sich nach Hegel im Rahmen
eines Gedankens und fordert das Zugeständnis heraus, daß die
Beziehung-auf-Anderes sich nicht lösen lasse von dem Begriff
der Beziehung des Selbst nur auf sich.
Hölderlin konnte nicht in persona antworten. An seiner Stelle
,hat Schelling das W ort ergriffen und zwar - vermutlich - zuerst
in seinen Vorlesungen über Geschichte der neueren Philosophie
vom Sommersemester 1822 in Erlangen (Schellings Sohn, der
des Vaters Werk aus dem Nachlaß ediert hat, hat der berühm­
ten Münchener H egelkritik aus den späten 20er und aus den
30er Jahren das Fragment eines älteren Manuskripts aus der
Erlangener Zeit angestückt, bei dem es sich eigentlich nur um
eine Vorstufe dieser Vorlesung handeln kann).34 Auch Schel34 Die Geschichte der Philosophie , die bei Schelling nie ein eigenes Werk war,
sondern in den Vorlesungs-Zusam m enhang seiner Grundlegung der positiven
Philosophie gehört, hat Schellings Sohn aus diesem Zusammenhang gelöst und
fälschlich auf 1827 datiert (sie stammt vermutlich aus einer Münchener Vorlesung

36

553. M. und zwar als der Begriff einer Selbstbeziehung. W. Dabei erlaube ich mir. ihrer) selbst besitzen (was Hegel .um der Bündigkeit willen . hg. Werke . mußte der Begriff (oder die Idee) schon eine implizite Kenntnis seiner (bzw . 35 G . was er ist. die über­ dies eine . Frankfurt a.unter Rehabilierung der »intellektuellen Anschauung« im Methodenkapitel der Logik . Schelling . wie man sagen muß. Dies ist Schellings erster kritischer Einsatz: der dialektische Fortschritt im Prozeß der Entfaltung der Idee verdankt sich einem spekulären oder narzißtischen Dialog der Reflexion nur mit sich selbst: eine implizite Voraus­ setzung wird expliziert und dann als ein Moment des Explikats überführt. von Eva M oldenhauer und Karl M arkus Michel.verschämt zugesteht). darin besonders S. wenn er von 1833/34). System der Weltalter. 6. ( . W.lings Replik verbirgt hinter der Anschaulichkeit ihrer Sprache eine ziemlich komplizierte Argum entation. F. Schelling erkennt in Hegels Vorgehensweise mit einer.Theorie-Werkausgabe)» Bd.abermals nur auf ihr G erippe hin freilegen kann. die ich . J .Hölderlin hatte es zuerst gezeigt dann kann man nicht länger behaupten. 1990. bis 16. D ie Version von 1827/8 (Schellings erster Münchener Vorlesung) ist seither in einer studentischen Nachschrift (der von Ernst von Lasaulx) ediert (und eingeleitet) von Siegbert Peetz. Hegel.wenn auch unreflektierte . so könnte das Sein in der Idee nicht als das Sichwissen gesetzt. gelegentlich Formulierungen aus Schellings W ürzburger System von 1804 einfließen zu lassen: sie zeigen unter der Oberfläche eines weitgehenden Konsensus mit Hegels Jenaer Philosophie bereits alle Bruchstellen ihrer späteren Auseinandersetzung. F. am Ende seines Weges sich erkennen zu können.Kenntnis ihrer selbst besitzt (verfügte sie über diese Kenntnis nicht. Feuerbach hat diese K ritik nur wiederholt. Vorlesung). den Gedanken des Selbst in einer Folge von Schritten aus dem Gedanken des selbstlosen Seins »voraussetzungslos« abgeleitet zu haben: Dies vorgeblich selbstlose Sein mußte schon als eine Selbstbeziehung gedacht sein. 22 ff.35 Ist dies jedoch der Fall . M. aufgehoben und zugeeignet werden). 1970 ff. ingeniösen Treffsicherheit den circulus in probando: U m als das. Frankfurt a. (etwa 6. 37 .

gebären könne. denn ein Blick auf Feuerbachs intellektuelle Entwicklung lehrt. 40.So etwas mag er in einer N achschrift Schellings zuerst gelesen haben. 15 5 / 6 . 38 L . 37 L . Edmund H usserl und Jacques D errida Übereinkommen.000 4 1 3 4 5 dem Beweisverfahren der Logik vorw arf. 152.37 . 37 f. Dieser Zw eifel besteht ganz unabhängig davon.c . daß der Zirkel einer unhaltbaren Theorie über die N atur des Selbst entspringt. den man durch ein eindeutiges und fast wörtliches Schellingzitat in einer Tagebuchaufzeichnung von 1828 genau datieren kann: dort schreibt er. daß sich das M erk­ mal des Selbst im W iderspiel zweier Reflexe konstituiere . in: Gesammelte Werke .36 A u f diese Weise führe die Dialektik. die sie selbst sich vor­ ausgeschickt hat«.eine fast allgemein verbreitete Vorstellung. 38 . vgl. ihre vorgebliche Voraus­ setzungslosigkeit sei eitle Beteuerung. daß sie dasselbe sind wie ihr anderes bzw . 36 Feuerbach. 10. sondern gezeigt.38 Schelling hat es bei diesem Zirkel-Einw and nicht belassen. 9 . daß die »unbefleckte Jungfer >Logik<« von sich aus niemals ein Sein. Bd. Schelling SW I / io .c. Abermals hören wir den ver­ stummten H ölderlin in Schellings Argumenten sprechen: die Reduktion des identischen Seins auf die Reflexion ist nicht nur zirkelhaft.. hinsichtlich deren so ver­ schiedene Positionen wie die von William James. lehrte Schelling schon 1804. ob man zugibt. sie glaubt außerdem auch daran. die doch eigentlich eine dialogische Disziplin sei. das nicht abermals bloß logischer N atur ist. »einen M onolog der Spekulation mit sich selbst«. wie das von ihr Erfaßte. sondern sich durch einen jähen Bruch vollzogen hat. »in den Gegensatz der Idee schon eine Prämisse einzubringen. Bd. daß seine H egelkritik nicht aus Prämissen seines eigenen Denkens erwachsen ist. läßt sich die Synthesis der Selbst­ erkenntnis nicht als R eal-G rund für unsere Kenntnis vom Ich begreifen: keinem der beiden Relate und auch nicht dem Begriff der Relation als ganzer steht es auf der Stirn geschrieben. Zur K ritik der Hegelschen Philosophie . Tatsächlich.

die nicht als E ffekt der N egation gedacht werden könnte: Existenz ist kein Im plikat ihres B egriffs: Wenn man sagt. daß es sich nicht wirklich um ihr eigenes Sein handeln kann. daß damit aber weder ihr eigenes noch das Sein des von ihr Negierten affirmiert worden ist. daß sie durch dieses Verm ögen nicht schon als zeugende Kraft des Seins überführt ist. Wenn sie in ihrem Widerspiel ein Sein (oder ihr eigenes Sein) bejaht. 185). Schon das Bestehen der Negation als N egation ist übrigens eine Sache. Was er geltend macht. ist lediglich: daß zwei auf­ einander bezogene Negationen (oder auch: die Selbstbeziehung der Negation) zwar notwendig sind. so ist eben dadurch ausgemacht. folgert Schelling. sondern eben nur als sein Ideal-Grund. weil analytisch. 358. muß es aus einer Erfahrung stammen. aber sie kann nicht erschaffen. ein­ zusehen: die Negativität kann vernichten (auch sich selbst).#0041345 daß sich das Bewußtsein des Selbst nur in der Einheit desselben Gedankens ergibt. so muß man zugleich sehen. der am Horizont einer Selbstaufhebung der Reflexion erscheint: darüber gibt es keine Differenz zwischen Hegel und Schelling. daß die Negation vermöge ihrer Selbstanwendung zwar zugunsten des Seins sich zu­ rücknehmen und ihm auf diese Weise zu erscheinen gestatten könne (sie ist Grund der Erscheinung von Sein). Was Schelling geltend macht. und Schelling bestreitet sie nicht. Das war bekanntlich Hegels Absicht. 1/ 6 . 39 . ist. Das ist unmittelbar. D a dieses Bewußtsein einer absoluten Positivität jedoch besteht.aber sie vermögen weder das Bewußtsein der Selbigkeit der Relate noch das ihres unbezweifelbaren Seins zu stiften. Zw ei einander negierende Reflexe vermögen einander das selbständige und unabhängige Sein wohl abzuerkennen . in dem auch die Relation ihr Spiel treibt. die dem Spiegelspiel der N egatio­ nen vorausliegt und sie in ihrem Sein begründet (SW I/4. um die existentielle Erfahrung des cogito-sum zu fundieren. aber nicht ausreichen. die Negation sei der G rund des Seins (denn sie besitzt ja in der Möglichkeit ihrer Verdopplung das Verm ögen ihrer Selbstaufhebung zugunsten eines Positiven). Man hat tatsächlich nicht mehr gesagt als dies: es gibt keinen Begriff von Sein außerhalb dessen.

müßte es sich in N ichts auflösen. Dies Programm war. daß das Wesen zwar Erkenntnis­ grund des Seins (und auch seines Seins) ist.daß die Logik ihr eigenes Programm nicht verwirklicht. Sodann die andere (die freilich eng damit zusammenhängt). Zum ersten die (ich form uliere sehr vereinfacht). der Gedanke eines Seins vor dem Begriff tangiere die Argumentation der Logik selbst auf keine Weise. die von M arx übernommen wurden) übergehe.den »ontologischen Beweis der Reflexion« nennen. Formen des Konflikts zwischen Gegensatz. Sobald es ist. daß das begrifflich Seiende . da es an sich unselbständig ist. Ohne auf dem Sockel des Seins.mit Sartre . daß Hegel ihn nicht mit dem Hinweis erledigen konnte. Schelling bemerkt nämlich . die sich von ihrem eigenen Existieren absolviert.000 4 1 3 4 5 Man könnte das . Sartre hat diesen Sachverhalt durch den Kunstausdruck des »etre ete« gekennzeichnet. Bis hierhin . w ie ich meine .und er hat seinen Entw urf so form uliert.zu Recht. A us ihm ergibt sich eine Reihe von K o n ­ sequenzen. daß gerade die Abstraktheit der Schellingschen H egelkritik ihre mögliche Allgemeingültigkeit und damit ihre tiefe. das nicht Reflexion ist. zu stehen.vom transreflexiven Sein »gewesen«. . Das heißt.vorab sein muß. also in seinem Sein unterhalten w ird. ist es »unvordenklicherweise seiend«. aber nicht sein Realgrund.und EinheitsBegriffen auf den B egriff einer beiden übergeordneten Einheit 40 . Bevor ich jedoch zu handgreiflicheren Konsequenzen (und vor allem zu solchen. Schelling hat Hegel auf dem Niveau von dessen eigener W esenslogik zu treffen versucht . daß es . indem sie das »transzendente Sein« auf eine Wesens­ bestimmung reduziert.Das ist die Bedeutung der Rede von der »negativen Philosophie«: sie kennzeichnet eine seins­ vergessene Spekulation. will ich anmerken. E r w ill sagen. wenn auch unterschwellige Wirksamkeit begründet hat.um auch nur die formalontologische Bedin­ gung des Wesen-Seins zu erfüllen .bleibt Schellings Kritik ziemlich abstrakt. daß das Sein dem Bewußtsein vorausliegt und daß diese Erkenntnis im Scheitern des immanenten Versuchs autonomer Selbstbegründung besiegelt wird.das Wesen .ich gebe es zu .

und entschließt sich. der O rt dieser existierenden Idee . Doch gerade die Anlage dieses Systems ist belastet mit der H ypothek desselben Zirkels. da. Der »bloß logische« B egriff empfindet sein Ungenügen seinen »Mangel an Sein« .findet auch keine Dissonanz statt. die er im /^ee-Kapitel als »Identität des Reellen und Ideellen« bestimmt. Man fühlt die Erstlingsfrucht der Naturphilosophie in Schellings Leibe hüpfen. sagt Schelling .sagt Schelling . 41 . 137. Hegel akzeptiert also den E in w u rf des Seinsmangels . die ihn tatsäch­ lich.bleibt vakant. es fehle der Hegelschen Logik an Wahrheit.und qualifiziert es in einem viel drastischeren Sinne als nega­ tiv. sobald er die­ sen Triumph ausspielt: D er E in w u rf war ohne Zweifel sein wirkungsgeschichtlich erfolgreichstes Argum ent gegen Hegel. erreicht sie nur den B egriff ihrer Wahrheit und muß die Wahrheit selbst . und nicht nur begrifflich von seinem Korrelatbegriff. endlich ihre wirkliche Wahrheit. wie Hegel sagt.als ein zu Postulierendes . Das tut sie denn ja auch in der Tat. Feuerbach. solange nicht der Term der Realität eine sinnliche Aufladung erfahren hat. die thun einander nichts. solcherart bereichert. abgrenzt. das Selbstbewußtsein des existierenden Geistes.0 4 1345 zu bringen.zwischen Seyn und N ichts (als bloßen Potenzen) ist kein Gegensatz.«39 Anders gesagt: Wenn die Logik ihre eigene Intention auf R eali­ tät nicht erfüllt. N u n . »Es geht alles ganz friedlich zu . er­ reichen. affiziert mithin Hegels gesamtes System . dem Ideellen. W o kein wirklicher. die schon auf der Logik lastete. 252/3. Bd.und Feuerbach wiederholt es fast wörtlich . Wie sollte denn ein des Seins gar nicht mächtiger B egriff die seiende N atur aus sich herausbringen? Das Zugeständnis. als Hegel lieb sein konnte. zur Natur: dort sollen die Rippen der Idee Fleisch und Blut ansetzen und.einer anderen Disziplin überlassen. V gl. 39 SW I/ io .insofern es aus der Logik entspringt . 9. sondern nur ein wesentlicher oder (was dasselbe sagt) potentieller Gegensatz stattfindet.sobald er die Logik zur O uvertüre seines enzyklopädischen Systems macht.

der der Reflexion eignet.000 4 1 3 4 5 und Feuerbach hat es ebenso gern wiederholt wie Marx. daß »Natur« ein Synonym für »Wirklichkeit« ist und daß dem System der Philosophie nur im Durchgang durch die Naturwirklichkeit eine mehr als nur logische (d. das ihn ins Werk setzt. Ich glaube. . J 74 . N un besteht Hegel darauf. daß der Unterschied.nach Hegels Anspruch . ist vielleicht die überraschendste. Schelling glaubte aus gewissen 40 42 MEW.40 Die letzte Konsequenz. Immerhin erkannte er. wendet Schelling ein. i. h. wie sie im SchlußKapitel der Phänomenologie aufscheint. Ich w ill Ihnen. bevor ich den Vergleich mit Marx beginne. hingewiesen. Also. die sich aus Schellings E in ­ wand gegen Hegel ergeben. in Alfred Schmidts immer noch unübertroffener Arbeit über den N aturbegriff bei Marx) versammelt .das an eine andere Wissen­ schaft (Schelling und Feuerbach würden sagen: an die »positive Philosophie«) appelliert: Marx hat in ähnlicher Weise auf die »Einseitigkeit und ( . Sie bleibt also auch im höchsten Satze des Hegelschen Systems ein Postulat .freilich ohne die Parallel­ führung zur Argumentation des alten Schelling. Ergänzungsband. daß diese absolute Aufhebung der Differenz von Anderssein und Selbstsein abermals im Spiegelspiel einer R e­ flexion bezeugt werden muß. Diese Idee bezeichnet den O rt. zwei weitere Konsequenzen vorstellen. bei dem man freilich ein minderes Interesse an naturphilosophi­ schen Konsequenzen spürt. Die eine betrifft das Finale des Systems in der Idee eines absoluten Selbstbewußtseins. sondern »sich vollkom ­ men durchsichtig« wird (wie Hegel gerne sagt). Die Wahrheit besteht darin. virtuelle) Realität Zuwachsen kann. ) Grenze Hegels«. B . zer­ stört sich der Gedanke der absoluten Identität durch das Mittel selbst.Belege aus Marxens Frühschriften schenken: sie sind anderswo (z. die ich hier vorstellen möchte. an dem dieses System . .zu dieser Frage .seine Wahrheit erreicht. Wieder spricht Hölderlin: eine reale Differenz vermöchte niemals Rechenschaft zu geben über eine ideale Einigkeit. ich darf mir . . hier nicht mehr die Qualität des Andersseins hat.

Bleibt die Reflexion 41 Hegel. Immerhin läßt seine Form ulie­ rung aus dem die Logik einleitenden Essay aufhorchen. auf den seine Argum en­ tation sich stützt. 5. die jenem Resultat vorangegangen. daß Hegel sich des abstrakt negativen Charakters seiner Reflexionsphilosophie selbst zu versichern begonnen habe. daß Hegel mit der Rede von einer Schöpfung nicht die Entäußerung der Idee zur Natur meint. heißt Umkehrung: sie verspiegelt den Richtungssinn jeder Sache. zu dem Ursprünglichen und Wahrhaften ist (I. erkannt. daß nur der Grund wahrhaft >sei< und daß von seinem Sein der Schein eines selbständigen Anfangs abhänge. Es heißt dort: So wird noch mehr der absolute Geist. sagt er dort.^^ D er Kontext dieses Satzes zeigt. was im Grunde .e. 70. . der als die konkrete und letzte höchste Wahrheit sich ergibt. 234 [im Kontext]). die sich in ihr darstellt.Formulierungen im Vorspann zur zweiten Auflage der Logik heraushören zu dürfen. Schelling hat den Sinn dieser Umkehrung in seiner ersten Erlanger Vorlesung eingehend analysiert: R e­ flexion.die sich innerhalb der Logik selbst näher ergeben wird daß das Vorwärtsgehen ein Rückgang in den G ru n d .). fiel und das durch diese umgekehrte Stellung mit seinem Anfang in ein von dem Resultate als dem Prinzip Abhängiges verwandelt wird. was in die Entwicklung. und gibt als das erste aus. welche alles das enthält.oder in Wirklichkeit das erste ist (SW I / i o . Hegels Tod habe dann die Fortsetzung dieser Revisionsarbeit unterbunden. H ier ist eindeutig die Rede von einer Umkehrung der logischen Dialektik selbst. und auch davon. als am Ende der Entwicklung sich mit Freiheit entäußernd und sich zur Gestalt eines unmittelbaren Seins entlassend. was im Grunde nur das zweite ist: und sie stellt als das zweite zurück. Werke . - zur Schöpfung einer Welt sich entschließend. E r denkt vielmehr in einem radikalen Sinne über die Implikate des Reflexionsbegriffs nach. Bd. Ein unserm Zitat vorangehender Passus lautet: Man muß zugeben. daß es eine wesentliche Betrachtung ist .

wird ihnen die Konvergenz der A rgu­ mente aufgefallen sein.auf.«42 Die Argumente. auch sich selbst zu reflektieren. sobald ihr das reale Hypokeim enon. 1. die Marx im Schlußkapitel seiner ökonomisch-philosophische[n] Manu­ skripte (von 1844) gibt. zu Symbolen dieses verborgenen unwirklichen Menschen und dieser unwirklichen Natur. was doch lediglich für sie das erste ist.nicht im Hegelschen Sinne. Die »Verkehrtheit« der Hegelschen Spekulation gegenüber der Wirklichkeit ist zweifellos der Favo­ rit unter seinen Einwänden. daß der dialektische Prozeß. sondern ihn aufheben. in Wahrheit von der Reflexion zum Sein führt.000 4 1 3 4 5 unkritisch. der vom Sein zur Reflexion führt. vermag sie die ver­ kehrte Stellung des Gedankens zur Wirklichkeit immanent zu korrigieren: sie begreift dann. die Seinsbasis der N atur.) bloß zu Prädikaten. Diese Konsequenz verfolgen. weitgehend aus den Schellingschen Ressourcen: die Negation. habe aus sich keine M öglichkeit. ja sie hebe sich . soviel ich sehe. Den Einwand des Zirkels im Gedanken voraussetzungs­ loser Reflexion strapaziert Marx nicht so stark wie Schelling und Feuerbach . . mit der Auflage freilich. Feuerbach hatte das mit den gleichen Worten wiederholt. 584. entzogen würde.bd. mehr als 42 MEW. mit denen Marx diese Vorstellung bekämpft. Subjekt und Prädikat haben daher das Verhältnis einer absoluten Verkehrung zueinander. bei Hegel werden »der wirkliche Mensch und die wirkliche N atur (. rekrutieren sich.aber er schließt sich Schelling. Aber da sie die Möglich­ keit hat. daß bei Hegel die Positionen des Subjekts und des Prädikats gegeneinander invertiert seien. heißt nicht: den Idealismus vollenden. das Positive zu generieren. Erg. als das in der Tat erste ausgeben. Wenn Sie die berühmte Hegelkritik kennen. Schelling hatte ihn bereits in die Form ulierung gekleidet. sagt er. 44 . so wird sie das. sondern absolut . . und noch M arx schreibt. daß dieses Sein nur als die G renze der Reflexion sichtbar wird und nicht mehr inner­ halb der Vernunftwissenschaft selbst thematisiert werden kann.

158 f. Das eine bezieht sich auf das Krude der Hegelschen V orstel­ lung. 2.44 In der Paulus-Nachschrift hatte Schelling gespottet. Es gibt bei Marx wenigstens drei Formulierungen. 1. ) der Mensch als ( . . nachdem er am Schluß seine verkehrte Stellung zum Sein erkannt habe. Philosophie der Offenbarung 18 4 1/2 . »gebiert der Sohn die Mutter. Bd. das Resultat den Anfang. wie in seiner Naturphilosophie«. der abstrakte Denker« habe die Idee nur darum zur Selbstaufgabe »in ihr Anderssein« sich entschließen lassen.e. ) hervor­ bringende Ursache der Thierwelt. I. der Geist die N atur. 12. weil sie in der Erfahrung nun einmal da sei.) hielt.45 Am besten scheint Marx aber der folgende Scherz Schellings aus der Vorrede zu Cousin gefallen zu haben. . . das Thierreich als hervor­ bringende Ursache des Pflanzenreichs. wie vorauszusehen. wieder an. 585/6. 45 . Schelling schrieb dort: Die logische Selbstbewegung des Begriffs (.0 4 1345 Feuerbach. so daß »durch diese Umkehrung ( .bd. sowie es den schweren 43 ME W .« (SW I/ io . »die Abstraktion . daß der abstrakte Denker die Natur nach Vollendung der Idee nur darum noch zu bearbeiten sich ge­ trieben fühlen mochte. so lang vor.. schreibt er. daß sie als selbstbezügliche Negation gerade diesseits der Schwelle ihres Seins stehen blei­ ben müsse. vgl.«43 An anderer Stelle schreibt Marx. nun über dieselben Stufen w ie­ der herabsteigen.). der Geist müsse. 44 MEW. . 178. als das System innerhalb des bloß Logischen fortging. wenn er die Unwahrheit des Hegelschen Finalgedankens damit begründet. weil er schon vorher »durch Erfahrung gewitzigt und über ihre Wahrheit aufgeklärt« gewesen sei. 130. 45 Schelling. . der Organismus über­ haupt als Ursache der unorganischen N atur erscheine usw. e. die christliche Religion das Heidentum. Erg. die ich mir nur als freie Schellingzitate erklären kann (bei vielen anderen könnte es sich um Feuerbach-Anspielungen handeln). Diesen U lk hat Marx ähnlich wiederholt: »In Hegels Geschichtsphilosophie. . auf denen er hinausgestiegen ist. i.

beigeht oder einfällt. ja für den Ideologen der preußischen Restauration gehalten . . Marx und Engels haben Hegel für den Seinsmographen. E rg. (. . Es 46 MEW. man weiß nicht.000 4 1 3 4 5 Schritt in die Wirklichkeit zu thun hat. reißt der Faden der dialektischen Bew egung gänzlich ab.). 46 . sich in ihre M om ente auseinanderfallen zu lassen. wenn ihre Differenzen im Geist unüberbrückbar sind. dem die gesamte preußische Polizei zur Verfügung stehe. womit die Natur entstehen soll (SW I/ io . U nd nun das Marxsche Pendant: D ieser ganze Übergang der Logik in die Naturphilosophie ist nichts andres als der .dem abstrakten Denker so schwer zu bewerkstelligende und daher so abenteuerlich von ihm beschriebene Übergang aus dem Abstrahieren in das Anschauen.4^ Ich beschließe den Katalog der Schelling-Exzerpte im Marxschen Frühw erk. was den Philosophen aus dem abstrakten Denken in das Anschauen treibt. erscheint bei Hegel das Aufgeben des abstrak­ ten. wie sie die Qualität seiner Argumente bestimmt. eine Nachschrift seiner ersten Berliner Vorlesung einigermaßen genau (und mit wiederholter Zustimmung) zu studieren. die Sehnsucht nach einem Inhalt.kann die politisch-moralische Position eines Autors immer nur insoweit belangvoll sein.) insofern diese Abstraktion sich selbst erfaßt und über sich selbst eine unendliche Langeweile empfindet. und ein anderes. A u f dem Felde der Wissenschaft .und doch nicht die geringsten Bedenken getragen. Sollte das für Schelling nicht auch gelten dürfen? Es ist eines. warum? wenn es nicht ist. von ihm zu lernen. nur im Denken sich bewegenden Denkens (. ist die Langeweile .und auf dem glaubten sich sowohl Schelling wie M arx zu bewegen . i. Das mystische Gefühl. um die Langeweile ihres bloß logischen Seyns zu unterbrechen. . . die N atur als Wesen anzuerkennen und sich auf die Anschauung zu verlegen. Ich habe in der nachfolgenden Abhandlung gezeigt. Ich bin mir dessen gar nicht so sicher wie Sie. 586/7.bd . 2 12 f. eine zweite Hypothese wird nöthig. Schelling als »38tes Bundesmitglied« zu bekämpfen. Indessen höre ich Sie seit langem fragen: Was nützt der voll­ ständigste Katalog der Schelling-Marx-Affinitäten dem Buch­ staben nach. welche Schätze er sonst noch birgt.) als Entschließung. nämlich daß es der Idee.

« D ie Freiheit aber erwirbt beim alten Schelling zentrale Bedeutung durch den Umstand. ihres praktischen Wesens wieder zu besinnen.hat Schellings Konzeption der Geschichte unleugbar größere Affinität zu der des historischen M aterialis­ mus als die Hegelsche.und ganz entblößt von den politisch-theologischen Interessen ihres A utors .. 1. 468 ff. zum folgenden 24 ff. Vgl. V gl. von Manfred Schröter. der nicht ihr Werk ist. z. Fragmente. Was Marxens Gedanken einer »Resurrektion der Natur« im Kommunismus betrifft. Wirklich gibt es ähnliche Formulierungen bei Schelling. B.den Staat als einen Zwangsverband in Tönen inkriminiert. Das waren Formulierungen. die Marx und Schelling 47 Ich habe Belege für diese Behauptung zusammengetragen in der Einleitung und im Dokum enten-Teil meiner Edition von Schellings Vorlesung 18 4 1/4 2 .). so will ich ihn hier nicht strapazieren. sich auf der Basis eines Seinszusammenhanges..47 Auch hat Schelling . Das bedeutet nicht. daß System e von späteren Generationen mit ganz anderem Erkenntnisinteresse zugeeignet werden. daß dadurch die Struk­ tur dieses Systems aufgehoben worden sei. für die zumindest Pierre Leroux. in den Urfassungen von 1 8 1 1 und 18 13 hg. $34 ff. 536. 48 Z.Man beobachtet in der Geschichte der Philosophie immer wieder. verweisen sie ja auf Traditionszusammenhänge. ohne das andere zu unterlassen. vgl..selbst wenn seine persönliche Haltung gegenrevolutionär genannt werden kann . was er »logische Nezessitation« nannte. B. MEW. »liegt nur im Reich der Freiheit: sie wird alle Rätsel lösen. E rg . 32. daß er den geschlossenen Stromkreis dessen. 538. 573 f. im ersten En tw u rf der Weltalter.b d . darüber abstrakt zu debattieren: denn M arx hat das eine getan. aufzubrechen versucht und der menschlichen Wirklichkeit aufgetragen hat. SW I I / 1 . deren ätzende Schärfe nur in Bakunins oder Proudhons anarchistischen M ani­ festen wieder erreicht worden ist (vgl. als es dasjenige ihres A utors gewesen ist. 460 ff.lohnt nicht recht. .. Ihrer Struktur nach . München 1946. lehrte er in Berlin. . Michail Bakunin und August Cieszkowski empfänglich w aren. 476 ff.48 doch selbst wenn sie Marxens Quelle gewesen sein sollten. »Wahre Dialektik«.

der jüdischen M ystik und Jak o b Böhme verdanken. die ihn an den »Staat« . ihrer Struktur nach. Die These vom Primat des Seins vor dem Wesen (und im Bereich des erscheinenden Geistes: der N atur vor der Vernunft) kennzeichnet ein ontologisches V er­ hältnis: nur dem Sein. auch zu Marxens Begriff der Entfremdung. daß der Mensch seine Wesenskräfte nun in den Dienst seiner leiblichen Erhaltung stellen muß.diesen Leviathan der Anti-Physis .selbstzerstörerisch zum O bjekt seiner Herrschaft und Ausbeutung degradiert und so jenen »Umsturz« verschuldet. Das war die Tat der »Entfremdung« des Menschen von der N atur. Diese Chance hat der Mensch . nicht der Würde nach. Der Ausdruck. sagt Schelling. 48 . von dessen inhumanen K onse­ quenzen uns jeder Blick auf die eigene wie auf die uns um ­ gebende N atur in trostloser Weise belehrt. Viel wichtiger ist die Konvergenz in ihrer Idee der »Entfremdung«. in der sein weiteres Schicksal auf dem Spiel steht: Es ist der Moment.ausgeliefert hat. bezeichnet bei Schelling ein Verhältnis der Verkehrung zwischen den dialekti­ schen Momenten des Realen und des Idealen. hat er sie . N un erreicht der Naturprozeß im Laufe der Evolution eine Stufe. der sich schon bei Franz Baader und Adam Müller im Kontext einer konservativen Kapitalismuskritik findet.so Schelling . also des Seienden und des Seinsollenden. da das menschliche Selbstbewußtsein produziert und das zukünftige Geschick der N atur einer indeterminablen Freiheit überantwortet ist. übertrifft das natürlich Seiende die menschlichen Wesenskräfte. Dies sind nicht nur Gedanken von unleugbarer Aktualität .sie stimmen. statt auf der Basis seiner N atur Freiraum für die Entfaltung seiner im eigent­ lichen Sinne menschlichen Möglichkeiten zu gewinnen. unter dessen Zuchtrute er nun seufzt und dessen Mechanismus seine Freiheit versklavt. was der Menschennatur zur Basis dienen sollte. und seiner eigentlichen Wesenskräfte bezeichnet mit der Folge. Durch ihn wird ja eben­ falls eine Verkehrung dessen.000 4 1 3 4 5 gemeinsam dem Neuplatonismus der Renaissance.vertan und vergeben: Statt die ontische Priorität sei­ ner N aturbasis als Ermöglichungsbedingung seines Freiseins anzuerkennen und zu achten.

Leider gibt es heute viele sich so nennende P ro gressive. die sich als P h ilo so p h en ausgeben. daß es nicht notwendig und gleichsam aus natürlicher Feindschaft der Sozialismus ist. W ie er so spüren auch w ir die G efah ren . Schelling hat auch Hegels totalitäre Staatslehre in einer Münchener Vorlesung attackiert: aber hier ist nicht der Raum. die heute die P h ilo so p h ie bedrängen. sondern des Menschen .den wissenschaftlichen Sozialis­ mus nennt.der immer eine religiöse Komponente anhaftet . den Anhängern aller G ö tzen d ien ste der Vergangenheit. und zw ar nicht nur von seiten ihrer natürlichen Feinde. sondern lediglich eine orthodox hegelianische Fraktion desselben. L eid er hat die [in m arxistischen und linkshegelianischen K reisen betriebene] u n w ah re A uslegung H egels viele Seelenkrafte erstarren lassen.und das haben ihm die hoffenderen unter den Sozialisten nicht ver­ gessen . daß 49 . die Wirkungsgeschichte dieser Kritik auf die Hegelsche Linke zu untersuchen.war immerhin gegen eines resistent: sie w ar nicht gezwungen. Schellings metho­ discher Materialismus eröffnet der Freiheit das Feld einer prin­ zipiell unabgeschlossenen und unabschließbaren Geschichte. . die sich in einem technokratischen und dogmatischen Marxismus fortgesetzt hat und von dem man bedauern muß.mithin abschaffbar. wie dies für Hegel aus systematischen Gründen notwendig war. und doch nur E k lek tik er sind. Aus ihm kann man lernen. daß keine denkbare Stufe der E vo lu ­ tion der Gattung legitimerweise von sich behaupten könnte.41345 Immerhin ist die Tat der Entfremdung kein W erk der N atur.zu einer hegemonialen Weltmachtpolitik und zu dem übergegangen ist. D er Pantheism us des M eisters hat den S k ep tizism u s und die G leichgültigkeit der Schüler nach sich gezogen.). sondern auch von seiten d e r­ jenigen. N un also das Leroux-Zitat: Zutiefst w ahr ist alles. die Wahrheit erreicht zu haben: Schellings religiöse O ption . . daß sie so gar rasch von den humanistischen Entwürfen einer sozialistischen U topie . was sie mit mißtönigem Eigenapplaus . mit der Wirklichkeit in irgendeiner Form Frieden zu schließen. der sich an Schellings Lehre stößt. die glauben. w as Schelling zu r gegenwärtigen Lage der P h ilo so p h ie sagt (. Denn aus dem Gedanken der Bewußtseinstranszendenz des Seins folgte für ihn auch. Das will ich Ihnen ersparen und lieber mit einem Zitat des französischen Frühsozialisten Pierre Leroux schließen.

De Dieu (. wenn ich einige dieser Anleihen explizit mache.000 4 1 3 4 5 die Philosophie darin ihr Ziel habe.: E N ) appelliert werden. *9 III.)t in: La Revue Independante. . sich praktisch glaubend für etwas zu engagieren. Schellings These über unser Verständnis der Existenz anderer Subjekte ähnelt der Sartreschen Kritik an Hegels >Herr und Knecht< außerordent­ lich. Kapitels. Den Übergang von der >noetischen Folge< im Bewußtsein zur >realen Zeit< denkt Schelling ganz ähnlich wie Sartre. wie etwas >Grund< heißen darf (Erkenntnisversus Seins-Grund) finden beim späten Schelling den gleichen Einsatz wie bei Sartre.. tome troisieme (Avril). 5° . alles in Zweifel zu ziehen. was ich mit Sartre den »ontologischen Beweis der Reflexion« genannt habe. so im 3. Warum eigentlich . Auch die beiden Weisen. Abschnitt des IV. daß mystifizierende Philosophen und Sophisten nun gar bereit sind. den ontologischen Beweis und Sartres Unterscheidung zweier Weisen von Nicht-Sein behandeln. Abschnitt des III. Essai d'une ontologie phenomenologique (Paris 1943. An entscheidenden Stellen dieses Schelling-Buchs w ird an auf­ schlußreiche Parallelen zu Jean-Paul Sartres V etre et le neant. 29/30. aber bei der Unterscheidung zweier Weisen von Nichtseiendem (ot>x öv und \it\ öv) ist es umgekehrt Schelling. Man wird rasch sehen. ist es wahr­ scheinlich am redlichsten. und 1. der Sartre zu wichtigen Differenzierungen verhelfen kann. die Philosophie zu verraten und sie an die Herrschenden zu verschachern. zit. daß ich mir bei Sartre »operative Begriffe« zur Deutung der gedanklichen Grundoperationen Schelling ausborge. und nicht darin. im 2.hat es so weit kommen können. warum dieser Vergleich für das Verständnis Schellings wirklich aufschließend ist. Und das gilt noch mehr für das. So will ich im folgenden die Interaktion zweier Weisen von Grund-Sein. ja die diesen Glauben für eine große Mystifikation erachten. . Da mehrere Leser(innen) bemerkt haben. 49 Pierre Leroux. die Theorie des prä-reflexiven Cogito.so muß man fragen . Abschnitt des V III.

das dem En-soi zum Erscheinen (zum qpafveoBai) verhilft. der in der Tradition gewöhnlich mit Positionen assoziiert wird. daß noch >das Sein< selbst zu einem Konstitut der Leistungen der Subjektivität wird. Epistemisch (oder transzendental) ist es eine ebenso selbständige Größe wie das En-soi. Zur Methode und Begründung seiner Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der S u b j e k t s Z e i t . Es kann (in der Sprache der Schulphilosophie) Seins. Mit der Ankündigung einer Ontologie hofft Sartre. Dieser notorisch dunkle Ausdruck soll hier nur eine echte 50 Sartres Dialektik. Wer (wie der mittlere und späte Husserl) den A us­ druck >transzendental< so stark faßt.und Wertheorie. Im ersten Fall fundiert es das Begründete ontiscb (seinem Existie­ ren nach). E r ver­ sucht es durch folgende Konstruktion: Das Sein-an-sich fun­ diert ontisch das Für-sich-Sein.'41345 Zunächst ein paar Worte zu den zwei Weisen. für den stellt sich mit dem Einsatz bei der Evidenz des sich selbst durchsichtigen Subjekts die Alternative zwischen Ontologie (Einsatz beim Sein) und Phänomenologie (Einsatz bei den reinen Gegebenheiten des Bewußtseins) in aller Schärfe. 5* . dem Idealismus zu entkommen. daß das Für-sich nicht einfach unselbständig. wie sie arbeitet. Sartres Methode als die der Dialektik zu interpretieren.oder Erkenntnis-Grund sein. Und genau dieser Alternative möchte Sartre durch die Entfaltung >einer phänomenologischen Ontologie* zu entkommen. die (wie Sartre) das Selbstbewußtsein für einen philosophischen Ausgangspunkt halten.50 vorgeschla­ gen. sondern nur ontisch unselbständig ist. wie etwas Grund für ein anderes sein kann. Gerhard Seel hat in dem nach wie vor besten Buch. Sehen wir jetzt in concreto zu. Bonn: Bouvier 19 71. insofern kann man sagen. im zweiten transzendental (hinsichtlich seiner Erkennbarkeit). aber es ist das Für-sich-Sein. Darum ist Sartres Philosophie als »phänomenologische Ontologie« auf den ersten Anhieb gut und korrekt charakterisiert. das es über den Philosophen Sartre in deutscher Sprache gibt.

was ans Licht kommt. (Man muß ein flinker und gelenkiger Spieler sein.Interferenz zwischen zwei Seins-Bereichen. Eine Bew egung im einen läßt Spuren im anderen. 11). W ir machen uns einfach klar. B.) Ich skizziere zunächst grob die Schritte. Zunächst ist vom >Phänomen< die Rede und wie es der zeit­ genössischen Phänomenologie gelungen sei.durch die Ankün­ digung einer O ntologie in Aussicht gestellt . um gegenüber dem SchnellD enker Sartre am Ball zu bleiben oder mit seinen raschen Finten m itzuhalten. also die W erke. wenn es da nichts gibt.so etwa den elektrischen Strom z. Aber auch: was jetzt wie eine Bewegung im En-soi aussieht (weil man seinen spekulativen Blick darauf konzentriert hatte). seines Betra­ gens usw . die die »Introduction« von E N durchläuft. seiner Rede. Sie heißt (mit einem Augenzwinkern an Marcel Prousts Rom an) »A la recherche de Petre« (E N 9. D ie K raft kennen w ir nur durch die Auswirkungen . durch die Elektrolyse oder noch einfacher: durchs Funktionieren des Eisschranks oder das Brennen der Glühbirne. von A k t und Potentia. daß >Sein< keinen Sinn für uns hat. von Innen und Außen. alle möglichen Dualismen hinter sich zu bringen: so die von Sein und BloßErscheinen. das sich zu Erscheinung bringt. von Kraft und A usw irkung usw. Damit scheint das Seins-Thema . V om Genie (als der Potentia einer Person) merken w ir nur das. Und so fliegt der dialektische Ball immer hin und her.). seines Geschm acks. erweist sich allsogleich als eine Struktur-Veränderung im Pour-soi.harmonisch im Projekt einer Phänomenologie aufzugehen. Sartre spricht sogar von einem neuen »Monismus des Phänomens« (11). im vorliegenden Fall: zwischen dem En-soi und dem Pour-soi bedeuten. Aber dann taucht unversehens ein neuer Dualismus auf: der von Wesen (als Synthesis der Erscheinungen zu einem konzeptualisierten Ganzen) und Einzelerscheinungen: ähnlich dem kantischen Unterschied zwischen dem Mannigfaltigen der E in ­ zelerscheinungen und der im O bjekt vereinigten und begriffe­ . D ie angeblich unergründliche Inner­ lichkeit eines Subjekts kennen w ir nur an seinem Stil (am Stil seines Lebens.

la raison et le but« der Synthesis der Erscheinungen (24. die über einen B egriff zur Einheit versammelt w ird. auf die der Em pirism us ä la Berkeley und Hum e ihn reduzieren will (I. vgl.3 . sein >Wesen< mittels eines Begriffs aussprechen.Und die w ird nie gegeben. tome 42.2). Ein O bjekt ist immer reicher als die Totalität aller Eindrücke. >die synthetische Einheit der Manifestationen« eines D inges. wie Sartre sagt. U nd so entsteht ein Dualismus des Unendlichen und des Endlichen. A ber was ich da tue. 1948. 50 sind alle Begriffsbildungen H ypothesen: sie ergänzen aus freiem Geiste. und 24. 51 Conscience de soi et connaissance de soi.: C C ) . ein antizipierendes V o r­ laufen auf die letzte. 64. . A ber: >wer O bjekt sagt.51 Denn nie habe ich alle Aspekte (Husserl nannte sie Abschattungen) vor meinem geisti­ gen oder sinnlichen Auge versammelt. und die Instanz. und 27/8). G ew iß kann ich. hier: 5 1.e.nie »adäquat« gegeben. von der echten »Transzendenz« eines O bjekts (I. sagt wahrscheinlich«. wenn ich einen Briefkasten von mehreren Seiten betrachtet habe. Diese Transzendenz rückt den vermeinten Gegenstand außer der Reichweite des Subjekts: er ist eben mehr als die subjektiven Empfindungen. Sartre nennt sie »la limite transcendante. (stw) 1991. ist ein >passage ä la limite«. die ich über es im Laufe einer Wahrnehmung (ja im Laufe eines Lebens) registrie­ ren kann.anders als Bew ußt­ sein . Frankfurt a. heißt O bjekt. Die Erscheinungs-M annigfaltigkeit. in: Bulletin de la Societe Franqaise de Philosophie . Ferner: wer »Erscheinung« sagt (sie sei einzeln oder synthetisch über einen Begriff zu einem einheitlichen Wesen vereinigt).e. was ihnen die Erfahrungswirklichkeit schuldig bleibt. In Husserls Sprache: O bjekte sind .nen Synthesis derselben. 4 9 -9 1 (zit. Sartre spricht von einer wahren >Unerschöpflichkeit (inepuisabilite)« der Erscheinungen eines Dings (E N 14). D as Wesen ist.2). ist der Begriff. auf die erschöpfende Inform ation. Dieser wichtige Text ist wiederabgedruckt unter den von mir herausgegebenen und kommentierten Selbstbewußtseins-Theorien von Fichte bis Sartre . die diese Einheit zuerkennt und feststellt. M.

Es kommt aber noch schlimmer: Unter den vielen Phänomenen (oder Erscheinungen) gibt es ein besonderes: das Phänomen >Sein<.53 Nehmen wir an. insofern es selbst erscheint. wieso Sartre gerade an diese beiden Gefühle denkt (man darf nicht vergessen. daß er das Sein. Sartre sagt nämlich. und Heideggers Sein und Zeit erschienen waren: also im Jahrbuch der phänomenologischen Schule. was vom Subjekt nicht verdaut werden kann und also >ausgekotzt< werden muß).des Ekels und der Langeweile. daß das Sein qua Existenz dem Wesen (als der 52 Dies G efühl ist beschrieben in der berühmten Szene aus La nausee. 1. ob jemand vielleicht ein anderes G efühl als Erscheinungsstätte des Seins vorschlagen möchte). daß das erscheinende Sein das Sein der Erscheinung voraussetzt . Erschiene es nicht. es gebe ein Bewußtsein. Sartres Vorbild ist die phänomenologische Analyse eines ungarischen Autors im Jahrbuch fü r Phänomenologie und phänomenologische Forschung . hat das Sub­ jekt kein selbständiges Sein so gibt es auch kein Phänomen. Wir haben ja schon gehört. macht es Sartre Spaß.und sinnlose Existenz denkt: als das. bare. denn nur darum geht es hier (nicht darum. Band. 54 . dem lesenden Bildungsbürger den Appetit zu verderben: Das Sein erscheint in den Gefühlen .und Gefühle sind Bewußtseinsmodi . Jetzt stehen w ir an der ersten Weichenstellung des Sartreschen Hauptwerks. wie könnten wir dann von ihm sprechen? So muß der Seins-Erscheinung ein Bewußtseins-Zustand entsprechen: Während Heidegger das Sein in den sogenannten >Existenzialien< zur Erscheinung gelangen läßt (das sind vor allem das Verstehen und die Sorge). N icht. rechtfertigungs. G ibt es kein Subjekt .d. als könnte uns das allzusehr verwundern.000 4 1 3 4 5 sagt: Erscheinung-für-ein -Subjekt. in dem das Sein-selbst sich zur Erscheinung bringt. E s ist das >esse apparens< (nach scholastischem W ort­ gebrauch): also das Sein. Und damit ist die auf seiten des Phänomens vermutete Selbständigkeit in unversehener Dialektik auf die Seite des Subjekts übergegangen. in dem auch H usserls Ideen . als die nackte. anders als Heidegger. Ich will hier nicht darüber handeln. von dessen Existenz sie abhängt. h.

wenn ich mich an seinen Eigenschaften (Wesenszügen. Ich kann nämlich die Eigenschaften eines Dings verändern . daß das Phäno­ men eine einzelne Erscheinung und das Wesen eine [ideale] Synthesis aus allen Erscheinungen eines Objekts ist. die Kant 55 . das Sein an-sich oder vielmehr in-sich: es erscheint selbst nicht. Das Sein ist überhaupt gar nicht etwas. was dieses Etwas ist: also sein Wesen (als .wie wir wissen . neu beschreibe. »kein reales Prädikat«.synthetische Einheit seiner Erscheinungen. Erscheinungsweisen) ver­ greife. Darum betrifft die These vom ontischen Primat des Seins vor dem Wesen die Erscheinung/das Phänomen ipso facto gleich mit. zerschnipsele oder verbrenne.41345 Synthesis der Erscheinungen) >vorausgeht<. es ist gleicher Art mit ihm [»homogene«. die ihm als ebensoviele Eigen­ schaften zukommen. Es ist. Denn aussagen kann ich von etwas (xi x a t ä tivög) nur. Seine Existenz habe ich damit nicht zerschnipselt oder verbrannt. Es ist überhaupt keine Eigenschaft (quidditas) des Objekts.z. eine Weichenstellung ausschlagend war. Da. und zwar so. ausradiere. die ich von einem Gegenstand aussage.) Aber das Sein-selbst. indem ich ein beschriebenes Papier durchstreiche. muß natürlich auch auf das Verhältnis des Selnsphänomens zum Sein des Phänomens Anwendung haben.1)]» ^er Unterschied beider liegt nur darin. sowohl für Schelling wie für Sartre. sagt Sartre (15. Damit ist der dialektische Ball vom Phänomen (das wir zunächst für selbständig halten mußten) an das Sein zurück­ gegangen. daß es das Wesen fundiert. über das ich Macht bekomme. (Das Wesen liegt ja mit dem Phänomen auf einer Ebene. B. wie Kant in einer berühmten Einsicht es form u­ liert hat. daß das Sein des Phänomens dem Phänomen des Seins zuvorkommt und das letztere allererst fundiert. sondern ist der inapparente Real%mnd alles Erscheinens: »condition de tout devoilement: il est etrepour-devoiler et non etre devoile« (i j ). Es gehört nicht unter die Bestimmungen. Und dieser Satz.) Der Punkt ist besonderer Wichtigkeit. von dem wir jetzt erfahren. dessen Begründung noch aussteht.

Auch Kant gehört ja in die Reihe der Denker. daß in ihm nicht nur evidente >Selbstgewahrung<.der Essenz . sondern insbesondere auch Existenz -Gewährung garantiert sein soll. dessen Prinzip eben die Apperzeption ist. N un verteidigt Kant eine Zwei-Stäm m e-Lehre der Erkenntnis. Tatsächlich unterscheidet Kant durchgängig streng . also Sich-selbstGewahren) für den Ausgangspunkt der Philosophie gehalten hat. die Sartres W erk zu dem kantischen unterhält). h.dem Wassein . was sowohl verständig wie auch sinnlich ist. Existenz werde uns allein durch sinnlichen Kontakt mit der Erscheinung (durch »Empfindung«) erschlossen (K rV B 272 f.zwischen dem Sein des Selbstbewußtseins und seinem Sich-Erscheinen in der Zeit.und das macht ihn mit Sartre so gut vergleichbar . muß zunächst kurz von ihm die Rede sein. Ist das der Fall . gibt es keinen weiteren Kanal der Existenz-Erfahrung dann fragt man sich jetzt. die uns die vom (unerkannbaren) D ing an sich gelieferten Erscheinungen beschert.000 4 1 3 4 5 durchgesetzt hatte. daß Sartres Satz >im Selbstbewußtsein gehe die Existenz .das Sein . Ich behaupte. die Subjektivität (er nennt sie mit Leibniz >Apperzeption<.das ja eine >reine intellektuelle Vorstellung< ist .voran« genau auch so für Kants Theorie des Selbstbewußtseins galt (und das ist nur eine von zahlreichen Parallelen. . Kant nimmt aber an. wie das rein intellektuelle (also unsinnliche) C ogito selbst soll existieren können (oder anders: wie ich von dieser Existenz Kenntnis bekommen soll). dann entspricht dem Selbstbewußtsein selbst .keine Erkenntnis.d.). Letzteres sei nur als ein empirisches Faktum (mithin als Gegen­ stand einer Erkenntnis) denkbar. N un gehört es zu den Besonderheiten des >cogito<. Nun entsteht natürlich für Kant folgendes Problem: Wenn auf den Titel >Erkenntnis< nur das Anspruch machen kann. >Erkenntnisse< bilden sich nur in Synthesen aus beiden: also dann. Dagegen bleibe das erstere. wenn sinnliche Informationen außerdem noch vom Verstand begrifflich bearbeitet werden. und es gibt andererseits die Sinnlich­ keit. Es gibt einerseits den Verstand.

N un ist allein das Erscheinen die Essenz . Ich gewahre an ihm nur den actus purus seines nackten Daseins (vgl. d. A 355). Kant bemerkt dazu. nie: »was es ist« oder »wie es sich erscheint« (B 155—157). (das Denken) von dem bestimmbaren Selbst (dem denkenden Subjekt) wie Erkenntnis vom Gegenstände unterschieden sei. um überhaupt ein Objekt zu erkennen. also gleichwohl eine Wesensbestimmung desselben.einer Erkenntnis zugänglich (genau wie bei Sartre: man denke an seine Unterscheidung von >Bewußtsein< und >Erkenntnis<). das Ich habe zu seinem Sein Zugang nur über die Prädikate. womit ja nicht gesagt sein soll. B 15 7 f. von ihm weiß ich lediglich »daß es ist«.« 54 Eines Fehlschlusses dieser A rt (vom veritativen aufs existentielle Sein) hat Schelling in seinen Münchener Vorlesungen Zur Geschichte der neueren Philosophie Descartes bezichtigt: »Das in dem cogito begriffene sum heißt also nur: sum qua cogitans.54 Und doch ist es eben die trans­ 53 K rV A 402: »Nun ist zwar sehr einleuchtend: daß ich dasjenige. die Intelligenz habe über die Tatsache hinaus. ich bin als denkend. Anm. Man könnte einwen­ den wollen. nicht selbst als Objekt erkennen könne. durch die es sich zugleich bestimmt und in seinem Sein verstellt (A 366 und B 404). Und dennoch muß von ihm ein Bewußtsein bestehen. Da jedes Erscheinen des Ich sein Sein zur Voraussetzung hat. Dies Sein selbst. als Intelligenz zu erscheinen. bietet sich keiner Erkenntnis dar. die Rede vom Sein des Bewußtseins (im Gegensatz zu seinem Sich-Erscheinen) meine nur seine Seinswewe. soll »der höchste Punkt der Philoso­ phie« nicht seine Einsichtigkeit einbüßen. in dieser bestimmten 57 . was ich voraussetzen muß. als Ermöglichungsbedingung seines Sich-Erscheinens bloße Voraussetzung53. etwa im Sinne der Formulierung »ich existiere als Intelligenz« (B 158). noch ein subsistentes Seins außer dieser Bestimmtheit. Das solcherart V o r­ ausgesetzte ist ein Seiendes ohne alle Eigenschaft und Qualität (K rV B 404. vorprädikativ und vorkategorial (also nicht-propositional.). h. und daß das bestimmende Selbst.41345 das nackte Sein des Selbst. könnte man hinsichtlich seiner wirklich sagen (wie ich’s vorhin schon vorgeschlagen hatte). Kategorien sind ja kondensierte Propositions-Formen). in ihm gehe die Existenz der Essenz voraus.

von K. Stuttgart 1856—61 [zit. 55 V gl. Dort .): daß »das Bewußtseyn (. aufgerufen.wie übrigens im umgreifenden Kontext unterscheidet Kant die im Descartesschen Satz Cogito sum aus­ gesagte Existenz erstens in aller Deutlichkeit von Begriffen wie >Realität< und >Dasein< (damit sind Konzepte zweier Kategorien-Typen: derjenigen der Qualität und derjenigen der M odali­ tät.. daß er den Raum e r f ü l l t . die Kant der Zweitauflage des Paralogismenkapitels hinzugefügt hat (B 422/3). wenn das >sum< im Sinne von »ich existiere in der Weise des denkenden Wesens«. h. Welcher Bewußtseinsmodus könnte unter diesen Umstän­ den dem reinen Sein des Selbstbewußtseins entsprechen? Sicher­ lich nicht die Anschauung. Das in dem cogito eingeschlossene sum hat also nicht die Bedeutung eines unbedingten Ich bin. F. kann ich mich glücklicherweise auf eine kleine.) an sich nichts Empirisches ist«.für »ein analytisch Urtheil« erklärt (so in den »Selbständige[n] Reflexionen im Handexemplar der K ritik der reinen Vernunft [A ]«) (Refl. N r. Analytisch kann der Satz »cogito sum' freilich nur sein. B. U m das zu zeigen. A . welche denken genannt wird. welche man denken nennt« (Schellings sämmtliche Werke.55 Ebensowenig aber ein Gedanke. in dieser A rt zu seyn. von diesem Raum. und Kant unterscheidet zweitens die bare Existenz des reinen Ich von jedem »gebenden Bezug< auf »Empfindung«. Refl. durch welche das Dasein von (sinnlichen) Objekten verbürgt wird.nur sie könnte in einem radikalen Sinne >nackt< oder eigenschaftslos heißen . denn die Anschauung richtet sich auf die sinnliche Welt. im Rückschlag das Wesen des rein bestimmenden Ich zu charakte­ risieren). 58 . aber bedeutungsschwere Anmerkung stützen.A 7 [A A X X II I . und die nur eine a n d e re A rt zu seyn ist als z. 5661 (A A X V III. 10). sondern nur die Bedeutung eines »Ich bin a u f g e w is s e W eise<. hg. . 318 f. Schelling. die des Körpers. Begriffe mithin. A rt des Seyns. S.. also nicht in einem vom Denken unabhängigen Seins-Sinn genommen wird. dessen A rt zu seyn darin besteht. 2 1]). .im Gegensatz zu dem >synthetischen Urteil« »ein Körper existiert« . V I E 14 . an welche Kant denkt. Kant selbst hat gelegentlich das »Ich existiere. den er einnimmt. und die Existenz des reinen Ich enthält keine Spur von Sinnlichkeit. die auf Erfüllung durch Anschauungsinhalt angelegt und insofern ungeeignet sind. nämlich eben als denkend.000 4 1 3 4 5 phänomenale Existenz .: SW ] I / io . jeden ändern K örper ausschließt. d.

obwohl voranschauungshaft. Die in der reinen Apperzeption gewahrte Existenz überfordert mithin sowohl die begriffliche als auch die sinnliche Ausstattung unseres Erkennt­ nisvermögens. B 68). ) gegeben worden. . fügt er hinzu. den dieser Gegenstand mit vielen anderen gemein hat (A 68/9 = B 93/4). Das läßt sich leicht durch die Tatsache belegen. sie trägt in sich. jenseits deren die Unterscheidung von Anschaulichem und Begrifflichem allererst statthat und möglich wird. B 430. Wahrnehmung« (B 422) entsprechen. sowie Bewußtsein von ihr besteht. d.0 4 1345 denn das Denken ist niemals unmittelbar. die aber gleichwohl in sich die Existenz einschließt. sondern erreicht seinen Gegenstand vermittelst eines Begriffs. hinsichtlich deren Kant bemerkt. was Kant in anderen Kontexten »innere Wahrnehmung« nennt. h. Diese innere (und doch) empirische Wahrnehmung ist durchaus unterschieden von und hat gar nichts zu tun mit dem.). gleichwohl die Wahr­ nehmung eines Existierenden einschließt. daß sie der Apperzeption »[als] etwas Reales ( . »real« meint hier offenkundig »existent/wirklich«). daß die reine Apperzeption das unmittelbare Bewußtsein ihrer Existenz einschließt und daß dies Bewußtsein. d. = B 400 f. . B 430 f. die er früher schon einmal als »innere Erfahrung« oder auch »innere Wahrnehmung« qualifiziert hatte (A 342 f. durch welchen (sinnliche) Erscheinungen des (empirischen) Ich empfunden werden (vgl. also nicht als Erscheinung« (B 430 mit B 423. den Ursprung einer »lauteren Spontaneität« (etwa B 428. B 156. B 277. Das sind Kants eigene Worte: 59 . A 107. die offenkundig dem empirischen Ich fehlt. In Kants Augen steht also fest. wobei die Wendung ganz synonym gebraucht ist mit »innerer Sinn«. Kant läßt ihr die merkwürdige Konstruktion »einer unbestimmten empiri­ schen Anschauung. eines analytisch abgesonderten Merkmals. denn Existenz kann vom Denken nicht erreicht. sie muß gegeben werden. sie situiert sich entschieden diesseits der Schwelle. und zwar nur zum Denken über­ haupt. i.). daß Kant diese unmittelbare innere Selbstwahrnehmung oder -anschauung als »rein intellektuell« bestimmt. etwa B X L / X L I .

2. Refl. Ich existiere. daß schon Empfindung. 383 f. 60 . 658. .ihrer cartesianischen Evidenz unerachtet .) ein empirischer Satz. i. . aus. derjenigen Erfahrung zuvor­ kommt. N r. Buch IV. sondern nur innere Wahrnehmung. Sie ist eine Anschauung. d. 3921: »Das Ich. und enthält den Satz. 14 /5 . sondern eine [Empfindung] Anschauung ist (.000 4 1 3 4 5 Das Ich denke ist (. N r. I. Kant übersetzt den von Leibniz übernommenen Begriff »Apperzeption* gelegentlich auch durch »Selbstwahrnehmung« oder gar »Selbstempfindung« (A A X V II. in sich. Sie sei also »a posteriori«. die das Objekt der Wahrnehmung durch die Kategorie in Ansehung der Zeit bestimmen soll. S. die man streng zu unterscheiden hat von der Wahrnehmung psychischer Objekti­ vitäten. .). diesem Existenzialsatz zum Grunde liege. W ahr­ nehmung. .. IX [Paris: Garnier-Flammarion] 1966. S. 4723. durch welche das Anschauungsvermögen sinnlichen Stoff von außen aufnimmt und ihn dem Verstand zur kategorialen Bearbeitung weiterreicht. 465) nennt er »das Ich (. (. was bloß als Gegenstand äußerer Sinne gedacht wird). Ihr ist epistemisch mithin eine »innere Wahrnehmung« zugeordnet. Kap. Anm. Die Erfahrungshaftigkeit hindert mithin nicht. In den Metaphysi­ schen Anfangsgründen der Naturwissenschaft notiert Kant im gleichen Sinne: Der Gedanke Ich dagegen gar k e in B e g r i f f . 470. die folglich zur Sinnlichkeit gehört. . 4225 (A A X V II.« Vgl.e. ist es angezeigt.) geht aber vor der Erfahrung vorher.) E r drückt eine unbestimmte empirische Anschauung.56 Um die besondere Aporie dieser Überlegung zu verstehen.empirische Wahrheit.. 647. von der hier die Rede ist. . folglich auch nicht die Beharrlichkeit der Seele als Substanz gefolgert werden (A A IV .). nicht »a priori« begründet.) eine Unerklärliche Vorstellung.). 346. aus ihm kann also auch gar nichts (außer der gänzliche Unterschied eines Gegenstandes des inneres Sinnes von dem. Die Existenz des reinen cogito ist weder Anschauung noch Kategorie. S.* Schon Leibniz nannte das Sich-selbst-Gewahren (aperception) eine Tatsachen-. daß 56 Vgl.) In Reflexion N r. 688. 543 ). also eine . . und die Existenz ist hier noch keine Kategorie (B 422/3. ja eine »erste Erfahrung« (Nonveaux Essais sur VEntendement Hum ain . die unwandelbar ist. Z. wie sie im »inneren Sinn< vorliegen. (mithin beweiset er doch. daß die Em pfin­ dung. Z. sich Kants Überzeugung zu besinnen.e. . I. welches gleichwohl kein Begriff. S.

realitas. Und doch soll der Satz >cogito< den empirischen Sachverhalt >Ich existiere« nach Kant in sich enthalten. durch sie wird eine der Washeiten (Qualitäten) des betroffenen Gegenstandes beurteilt. in diesem Falle wird a das »Dasein« (wie Kant sagt) zugesprochen (vgl. Von dieser Art Setzung ist offensichtlich diejenige des Ich in der Aussage >Ich bin als Intelligenz«. sagt Kant auch [A 354/5]). auch K rV A 598 f. so beziehe ich mich nicht auf ein anderes oder auf irgendwelche Be­ stimmtheiten von a. so ist Intelligenz ein reales (zur Qualität des cogito gehöriges) Prädikat. Dasein ist Ergebnis einer absoluten Setzung. sondern auf a selbst. Sage ich >dies a existiert«. heißt es da. Ob ein solches >cogito< auch unabhängig von seiner Eigenschaft als denkend existiert. ist damit nicht ausgemacht. »Existenz ist kein reales Prädikat« heißt dann: Mit Existenzurteilen wird nichts über die Seins weise (qualitas. etwa im Aussagesatz >a ist B<. und das Urteil selbst ist analytisch (»unmittelbar«. Relative und absolute Setzung vollziehen sich indes in Form von Urteilen. ist Gegenstand einer relativen.).»Existenz (Sein) kein reales Prädikat« sei (K rV A 598/9 = B 626/7). Worin bestünde alsdann jener Uberschuß. sondern ich setze beziehungslos a als daseiend. Die Eigenschaft Realität konstituiert eine der drei Unterabteilungen der Hauptkategorie Qualität. seine realitas. Absolut wäre dagegen die Setzung von a nicht in bezug auf B. »tautologisch«. hier ist a lediglich in bezug auf sein B-Sein. den das Existenzurteil gegenüber dem die realitas betreffenden beanspruchen darf? In seiner kleinen Schrift von 1763 D er einzig mögliche Beweis­ grund zu einer Demonstration des Daseins Gottes hat Kant seine These von den zwei Bedeutungen des indefiniten V er­ balausdrucks >sein« zuerst zusammenhängend vorgestellt. Sein. Eine Setzung von etwas ist relativ. quidditas) geurteilt: Sein ist keine Eigenschaft in diesem Sinne. Sage ich >Ich existiere als Intelligenz«.). nicht aber absolut gesetzt. seine Sachheit oder Seinsweise (KrV A 143 = B 182 und A 597 f. = B 625 f. = B 626 f. wenn dies Etwas in bezug auf ein anderes (relativ auf dieses) gesetzt wird. Gewöhnlich verbinden Urteile Vorstellun- .

5710 [A A X V III. »haben das Besondere an sich: daß sie den Begriff. so. Dasein. die den Stoff zum Begriff hergibt. die Kant gewöhnlich synonym verwendet) berühren also lediglich die »Frage: ob ein solches Ding uns gegeben sei. . 332]: »Ich erkenne die Existenz [nur] durch Erfah­ rung«). sondern nur das Verhältnis zum Erkenntnisvermögen ausdrücken« (A 2 19 = B 266).wobei das 62 . der einer von ihm selbst unabhängigen Quelle entstammt). so folgt. als Bestimmung des Objekts nicht im mindesten vermehren. vgl.] durch Wahrnehmung vorgestellt wird. »was [. M ir liegt im gegenwärtigen Kontext lediglich daran. Die Kategorien der Modalität (unter welche die Existenz fällt). Denn. Diese Z u ­ sprechung von Existenz (durch welche die rein begriffliche Bestimmtheit der Sache überschritten wird) erfolgt über die sinnliche Wahrnehmung. daß der Begriff vor der Wahrnehmung vorhergeht. Refl. daß die Wahrnehmung des­ selben vor dem Begriffe allenfalls vorhergehen könne. dem sie als Prädikate beigefüget werden. sagt Kant. sondern der von ihm vermeinten Sache wird das Sein zugesprochen: sie wird ohne weiteren charakterisierenden Zusatz als solche »gesetzt«. Wirklichkeit oder Existenz (Ausdrücke.in Kants Terminologie . Trifft das zu. Im Urteil >a existiert« wird dem Anschauungsinhalt dagegen nicht ein Begriff übergestülpt. O b ein Begriff einen daseienden Inhalt hat oder ob ich ihn nur denke. bedeutet dessen bloße Möglichkeit. welche Gründe Kant haben bewegen können.000 4 1 3 4 5 gen verschiedener Klassen. A 374 f: »Wahrnehmung [ist] die V o r­ stellung einer Wirklichkeit«. . ist [. daß das Merkmal des absoluten Gesetztseins zusammenfällt mit dem des Sinnlich-Empfundenseins (denn nur dadurch nimmt das Erkenntnisvermögen Stoff auf.reale Bestimmtheiten.] auch wirklich«. ist der einzige Charakter der Wirklichkeit« (A 225 = B 272/3. . verständlich zu machen. davon kann nur die sinnliche Empfindung mich überzeugen oder abbringen. beide sind . dem Existenzurteil >Ich bin« . . Ich untersuche hier nicht die Problematik und Ambiguität dieser These. Im einfachen singulären Aussagesatz wird ein Anschauungsinhalt mit einem Begriff verknüpft (>a ist B«). die Wahrnehmung aber.

N u r sie vermöchte das absolute Gesetztsein des cogito zu bezeugen. in der Bewußtsein mit Existenz in Kontakt tritt. ein Anschauungs­ element zugeordnet sein . h.). Kant kommt schließ­ lich nicht umhin. und es besteht hinsichtlich seiner eine unmittelbare (d. da sie auf der reinen Spontaneität des Verstandes beruht und die Idee einer vollkommenen >Bestimmtheit« mit sich führt. vorbegriffliche und auch vorreflexive) Kenntnis. A ber die Leerheit des Ich besagt nur.?41345 Beurteilte hier die reine.und nach Kants Prämis­ sen scheidet eine andere Erklärung aus muß der A uto­ perzeption (oder: Ad-perzeption) des cogito. Wahrnehmung< (und mithin >Empfindung<) zuzuordnen.57 U m eine Anschauung handelt sich’s beim reinen Ich. d. B. von der »unbestimmten inneren Wahrnehmung« im Sinne der Leerheit. die von ihm so leidenschaftlich abgewiesene Möglichkeit einer intellektuellen Anschauung dennoch ins Spiel zu bringen.könnte Existenz (absolute Setzung) bezeugen. 239 ff. Zu Kants transzendentaler D eduktion und ihrer argumentativen Rekonstruktion . im Unterschied zur >Spontaneität< der Intelligenz . daß diese A rt von »intellektualer Anschauung« 63 .anders gesagt. ist diejenige Anschauungsspezifikation. Die einzige A rt und Weise.eine >unbestimmte empirische Anschauung. in: Wiener Jah rbu ch fü r Philosophie 8. Ist das der Fall . Wien 1975. Kant überführt (SW I / i . h. Darum folgt aus der Leerheit des >Ich denke« nicht die notwendige Mit-Gegebenheit von Empfindung. daß das Bezogene ein Empfindungshaftes (Empirisches) sein muß.als >Rezeptivität<. Freiburg/München 1984. Zum undialektischen B e g riff des Selbstbewußtseins bei Kant und Fichte . 58 Dieser unbeabsichtigten Konsequenz hat schon Schelling. die Anschauung ist gleichwohl intellektuell. Das reine Ich existiert also. E r war sich auch vollkommen im klaren darüber. mit den reinen Anschauungs­ formen). 401 f.58 57 So auch W. Mit den meisten anderen Interpreten deutet Wolfgang Becker (Selbst­ bewußtsein und E rfahrung . hier: 19. ihrer lauteren Spontaneität/Intellektualität ungeachtet.) die Rede von der Erfahrungshaftigkeit des Satzes >Ich denke« bzw. Lütterfelds. unter Berufung auf die Fußnote zu B 4 22/3. 7-38.i. daß es nur zusammen mit Sinnlichen auftritt (z. die Kant E m p fin ­ dung« nennt. nicht die empirische Apperzeption ist . nicht ist darin impliziert. Erfahrungsverwiesenheit des reinen Cogito (ähnlich Sartres »ontologischem Beweis« des für sich nichtigen Bewußtseins aus seiner Seins-Bezogenheit). denn nur sie . d .

15).den >ontologischen Beweise In ihm wird von seiten der Erschei­ nung nach einem Sein derselben verlangt: »il exige.in Analogie zum ontologischen Gottesbeweis des Anselm von Canterbury .000 4 1 3 4 5 So auch Sartre: die Existenz-Erfahrung des Subjekts kann nur über eine vorreflexive Kenntnis erfolgen. en tant que phenomene. Und doch wäre das Papier (samt allen seinen ErscheinungsWeisen bis hinein ins kleinste Atom) schlicht nicht. die Kant ausdrücklich ablehnt und in welcher die Spontaneität des Verstandes die Materie der Sinne autark erschüfe (I. Es löst sich auch in keines der Teile und in keine der Erscheinungen des Objekts auf . sondern wie Wirklichkeit und Begriff: sie haben nichts gemeinsam. 42 ff. so habe ich sein Sein nicht im mindesten berührt. h . die äußere Gestalt (das Wesen) einer Sache (bleiben wir bei dem beschriebenen Papier). Verändere ich. das Seinsphänomen) »bedarf ihrerseits eines Seins. Existenz und Wesen sind also nicht geschieden wie zwei Begriffe.scheint’s . U m zu rekapitulieren: Der erste Schritt war die Tilgung der Ontologie durch den Monismus des Phänomens: Sein ist nur als mit derjenigen nicht in Widerspruch treten wird.. die mich auf mein Wesen. So scheint das Sein-qua-Erscheinung (esse apparens) des nichterscheinenden.e. sie mißlingt auf dem Wege einer Er-kenntnis von Erscheinungen.vom Subjekt jäh auf das Sein zurück.: zur Erscheinung bringen] kann« (EN . I. un fondement qui soit transphenomenal« (16). Damit schnellt der dialektische Ball . Diese (ontische) Abhängigkeit des Seinsphäno­ mens vom Sein des Phänomens nennt Sartre . wie immer ich will. 1 81 f. wenn ihm die Existenz gebräche.e. auf Grund dessen (sur le fonde­ ment duquel) es sich enthüllen [d. des subsistenten Seins als seiner ontischen Voraussetzung zu bedürfen: die Erschei­ nung (und mit ihr das erscheinende Sein.. aber nicht auf mein Sein führen können.noch im Atom steckt es ganz und unzerstückelt.)* Ich habe die entsprechenden Belege ausgewiesen und interpretiert in meiner Arbeit Eine Einführung in Schellings Philosophie . 6 4 . obwohl der letztere sich auf die erstere bezieht.

erscheinendes.als O rt der Einsichtigkeit alles Erscheinens . ergo sum c er impliziert eine Seins-Garantie.ontisch ebenfalls von einem Sein abhängig ist. wem die Ehre der Priorität gebührt. Der Satz des Descartes heißt ja nicht einfach >cogito«. daß es den Beweis der ontiscben Priorität des Seins vo r dem Erscheinen (und. . daß es . Vorderhand sieht es aber im Gegenteil so aus. Dann stellte sich heraus.es stellte sich vom Subjekt heraus. Jetzt wollen wir nachvollziehen. Und dann würde sich der »ontologische Beweis« für das Subjekt so auswir­ ken. haben wir eben gesehen. was Sartre aus der Existenz-Implikation des Selbstbewußtseins macht.die Drehscheibe ist. daß es kein Phänomen (also kein Erscheinen. daß die Erscheinung sich in Nichts auflösen würde. daß es die Staffel der Selbständigkeit in letzter Instanz doch ans subsistente Sein abtreten müßte. dürfen wir auch getrost die Seins-Frage an das Subjekt delegieren. Und da das Subjekt . das es außerhalb seiner Sphäre aufsuchen müßte. da alles Erscheinen nur für-ein-Bewußtsein ist. Die Eleganz von Sartres »ontologi­ schem Argument« besteht darin.zweite Möglichkeit . Nun zeigt sich (drittens). auch vor dem Bewußt­ sein) aus der cartesianischen Evidenz des Selbstbewußtseins selbst sich erbringen läßt. an der sich überhaupt alle Einsichtigkeits-Fragen entscheiden müssen. Das war die Position der (Husserlschen) Phäno­ menologie. Was Kant aus diesem Doppelaspekt gemacht hat (und in welche theoretische Bredouille ihn das gebracht hat). das alle Inhalte außer sich lassen muß . warum das Subjekt für einen philosophi­ schen Ausgangspunkt hat gehalten werden können).als ein leeres Sich-selbst-Erscheinen. und es würde verständlich. Hier oder nirgends muß sich entscheiden. Damit konzentrieren sich alle Blicke auf das Subjekt . Entweder kann es dem Phäno­ men das ihm fehlende Seins-Fundament zurückerstatten (und dann hätte die Seins-Position im Subjekt ihren Ort. also für ein Subjekt. auch kein SeinsErscheinen) gibt als fü r ein Subjekt . sondern >cogito. würde sie nicht vom Sein ontisch fundiert. O der aber . als zeige sich. daß etwas Phänomen nur sein kann fü r jem anden .

ist es oder ist es nicht ? Und durch erneutes Einsetzen der Formel des George Berkeley >esse est percipi< kämen wir auf die A rt in einen unendlichen Regreß. in einem relativ Nicht-Seienden begründet: ein reductio ad absurdum.000 4 1 3 4 5 Die idealistische Position. Zweite Möglichkeit: Ja. Dann aber stellt sich jäh die Frage: die Erkenntnis selbst. Das ist die Position des Bischofs Berkeley. daß ein anderes Bewußtsein es reflexiv wiederaufnähme. Ihr zufolge besteht die Berechtigung einer Annahme von Sein nur relativ auf ein Bewußtsein. Wieder kämen wir auf dieselbe Alternative: das Erkennende (das percipiem). ist die (17. Erste Möglichkeit: Nein. daß ein anderes (zweites) Bewußtsein allererst nötig hätte. die Sartre zitiert: »esse est percipi« (das meint: Sein ist Erkannt­ werden). es reflexiv zu thematisieren. macht die Rede vom Sein abhängig von dessen Erkennbarkeit. Genauer gesagt: es müßte ein Bewußtsein geben. Dann müssen wir jetzt konsequenzhalber die oben benutzte Definition von Sein (daß es nämlich im Erkanntwerden besteht) erneut einsetzen und sagen: daß auch das Sein der Erkenntnis ein weiteres Mal im Erkanntwerden besteht. N och anders gesagt: es müßte ein Bewußtsein geben. die Erkenntnis selbst ist nicht . dann wäre das Sein in einem Neant. in deren Sog w ir uns gegenwärtig bewegen. das von ihm Kenntnis nimmt.1)»? A u f diese Frage gibt es nur eine klare >ja<>nein<-Alternative als Antw ort. Halten wir nun Descartes’ Schluß >cogito sum< für eine Gewiß­ heit (und das heißt: für eine unumstößliche Wahrheit). ohne das nicht einmal eine idealistische Position konsistent durchgeführt werden könnte: nämlich das Sein des erkennenden Subjekts. der das Sein auf immer unausgemacht lassen würde. in dem das Sein des vorigen Erkennens fundiert wird. dessen Sein resistent dagegen wäre. so muß das Sein des Bewußtseins andersworauf begründet sein als darauf. und damit auch dasjenige Sein. dessen Kenntnis von sich nicht darauf beruhte. die Erkenntnis (auf die wir den Gedanken des Seins begründen wollen) ist. Definieren wir nun die »Erkenntnis (connaissance)< als den expliziten Bezug des 6 6 . daß es von einem anderen (es fundierenden) Bewußtsein abhängt.

suspendiert sein. sagt Sartre. dit probable)« ( C C j i . daß die Transzendenz des Objekts sich daran kenntlich macht. durch die es sich uns kenntlich macht. Wenn Bewußtsein ist. Darum gilt ja auch das »Wer O bjekt sagt. hinsichtlich der Kenntnis.und der O bjekt-Pol nicht auseinandertreten. N och anders gesagt: der Satz >esse est percipi< muß. so nicht in der Weise.Bewußtseins auf ein ihm Anderes (eingeschlossen: auf ein ande­ res. sagt bloß wahrscheinlich (celui qui dit >objet<. die das Bewußtsein von sich hat.).). nach der wir suchen. 6.(oder Selbst-) Bewußtsein: es ist sich apodiktisch und adäquat gegeben. Darum ist keine ObjektWahrnehmung adäquat. das ich durch jenen passage ä la limite ideal ergänzen muß. kennen wir übrigens noch ein zusätzliches M otiv: Sie erinnern sich. und allein darum schon könnte das Subjekt keinen Inhalt haben (oder vielmehr: jeder Inhalt muß ihm äußerlich: auf der Gegen­ 67 . Das Bewußtsein muß sich seines Seins vergewissern können. in dem Subjekt und O bjekt des Bewußtseins eines und dasselbe sind und sich als dasselbe auch kennen. Dafür. daß wir dem Bewußtsein-von-sich unbedingt die Ungegenständlichkeit als Seinsart zuschreiben müssen. daß mir immer auf der Objekt-Seite etwas fehlt. daß sein Sein Gegen­ stand einer Erkenntnis ist. ist die wahre »transphänomenale Seinsdimension des Subjekts« (I. so müssen wir sagen: Selbstbewußtsein darf nicht ein Fall von Selbst-Erkenntnis sein. daß es immer mehr ist als die Reihe der subjektiven Erscheinungen. auf ein von ihm numerisch verschiedenes Bewußtsein). Allein darum schon könnte Selbstbewußtsein kein Objekt-Bewußtsein sein. A lso muß die Erkenntnis-von-sich (die es durchaus gibt) auf ein ««mittelbares Selbstbewußtsein begründet sein. wenn im Bewußtsein der Subjekt. Aber genau diese beiden Charakteristika gelten fürs Subjekt. D ie bloße Wahrscheinlich­ keit des O bjekt-Gewahrens hängt damit zusammen. Denn das Sein des Bewußtseins wäre nur zu retten. ohne sich zu vergegenständlichen. soll es ein Sein des Bewußtseins geben. wobei >adäquat< heißt: im N u in allen seinen Aspekten.e. geschweige apodiktisch. Und dieses unmittelbare (durch keinerlei Mittelbarkeit gestörte) Selbstbewußtsein.

Solches intentio­ nale Bewußtsein ist zweistellig. Es gibt da ein Bewußtsein und eines. Das gilt auch für den besonderen (für die Philosophie besonders wichtigen) Fall. ich begehre. das es normalerweise nicht selbst ich.e. in: Situation** I. Sartres lebhaft-anschaulichen K urz-E ssay Eine fundamentale Idee der Phänomenologie Husserls: die Intentionalität . Dann biegt es sich auf sich selbst zurück: es ist .): es ist mit sich schlechterdings vertraut. Dieses Bezogensein auf ein Außer-ihm nennt Sartre des Bewußtseins Transzendenz oder auch . ohne daß darum auch das Reflektierende sich in nichts auflösen müßte (so wie ich mich in der Bestimmung irgendeines Intentional-Objekts vertun oder gar halluzinieren kann.000 4 1 3 4 5 stands-Seite fern von ihm bleiben).59 Mit (dem von seinem Lehrer Franz Brentano erneuerten schola­ stischen Kunstausdruck) »Intentionalität« meinte Husserl des Bewußtseins Aus-Sein-auf-etwas. Nein. das Subjekt ist nicht durch Opazität. Sartre sagt gelegentlich: jedes Objekt sei »un centre d’opacite pour la conscience«: »il faudrait un proces infini pour inventorier le contenu total d’une chose« (E N 18). und meine Wahrnehmung des Palazzo Pitti ist nicht der Palazzo Pitti selbst). Auch hier ist das reflektierende Bewußtsein zumindest numerisch vom reflektierten unterschieden. so wie etwa die Psychoanalyse es untersucht. es kann keinen seiner Aspekte >ignorieren< (I. sondern durch Durchsichtigkeit ausgezeichnet.mit Husserl Intentionalität. von dem dies Bewußtsein besteht . ich lese etwas . meine Verliebtheit ist nicht die Geliebte. und das Reflektierte könnte (zur Not) sehr wohl nicht sein. daß das Bewußtsein sich selbst intentional vergegenwärtigt. Paris 1947» 29-32. ich sehe.mit einem lateinischen Kunstausdruck reflexiv. ohne daß ich darum von Zweifeln 59 Vgl. nach dem ich schmachte. ich meine. Wobei mit >sich< eben meint: nicht mit seinen Inhalten auf der Gegenstands-Seite .und dazu zählt Sartre auch alles >Psychische<. mir ist um etwas zu tun usw.und beide sind nicht dasselbe (mein Durst ist nicht das Wasser. 68 . Ich liebe jem anden .

und >Reflexion< heißt ja wörtlich: Widerspiegelung . was ich intentional ins Auge fasse. Sie hätte aber keinerlei Kriterium. daß dieses Bewußtsein sich nicht kennen könnte: dann dann würde ich sagen können. Auch wenn das. die ihm eignet.aber eben unter der Voraussetzung. un<3 ich weiß. und nur darin besteht die unumstößliche Seins-Gewißheit. Aber das kann ich nur. nicht sein sollte. weil ich. der reflexiven Rückwendung zuvor .an der Existenz des intendierende*? Bewußtsein beschlichen würde). mit mir präreflexiv schon vertraut war. daß dieser Akt existiert : ich weiß das. der sich darauf richtet (»toute conscience positionnelle d’objet est en meme temps conscience non positionelle de soi« [E N 19.2]). das aber nicht wisse. Andernfalls würde die Reflexion . Und es versteht sich von selbst. so wahr ich Bewußtsein von ihm habe: ein Bewußtsein. die Sartre >nicht-setzendes< oder >prä-reflexives Selbst­ bewußtsein« nennt. daß ein schon Bekanntes durch die Vermittlung der Reflexion auch explizit mit sich in Kontakt treten kann . So ist die Erkenntnisvon-mir eigentlich ein U7/e</er-Erkennen. Natürlich kann ich auf ein Bewußtsein. bereits fundiert war. Ich würde etwas völlig Unfundiertes und Unfundierbares gesagt haben. denn der Gegenstand der Reflexion mußte vor der Reflexion sich selbst schon bekannt (vertraut) gewesen sein. durch eine unmittelbare Selbstvertraut­ heit. auch dann habe ich noch Selbstbewußtsein von dem Akt. daß ich von etwas Bewußtsein habe.im Spiegel ihrer Erkenntnis zwar etwas vorfinden. die ich als­ dann von mir gewinne. das mit sich selbst un­ mittelbar bekannt ist. das mit dem A k t koextensiv ist und mit seinem Sein steht und fällt. Es wäre absurd anzunehmen. mittelbarerweise (durch eine reflexive Rückwendung auf mich selbst) in Beziehung treten. Das Selbst bewußtsein qua Bewußt­ sein meiner selbst als eines Existierenden verlangt vollkommene Prä-reflexivität (das ist Sartres Kunstausdruck). um dieses anonyme Etwas als sich . das von einem anderen abhängig ist. daß die Erkenntnis. Von genau der Art (eines auch nicht sein könnenden Gegenstandes) kann der von Selbstbewußtsein nicht sein: denn in ihm darf das Sein nicht in die Stellung eines geraten.

ist notwendig prä-reflexiv mit sich bekannt. The First Person.erstens richtig identifiziert und zweitens für einen Gegenstand gehalten wird. 19 8 1. N un soll aber erklärt werden. im Spiegel. beschreibt ein Experiment. in dem die Welt sich spiegelt [vgl. An Essay on Reference and Intentionality. so wischt es ihn sich nicht im Spiegelbild. Gallup. Man hat gesagt. wer sieht denn die Bilder in diesem Spiegel? Der Spiegel selbst? Keineswegs. und diese Frage ist es eben. Sieht das Tier den Farbfleck. und andererseits einem Subjekt. G . das Lacans These schlagend widerlegt und zeigt. damit die Polemik gegen diese Metapher in R. 1991. daß z. in: Science. die die bisherigen Philosophen [fast] gar nicht beantworten konnten. daß er mit sich zu tun hat. das von sich selbst . Vgl. mit einer im Wortsinne selbstbewußten Schimpansin im Baseler Zoo. 86 f.)61 60 Roderick Chisholm. (Man kann hier denken an Roderick Chisholms Unterscheidung zwischen einem auf ErkenntnisBasis richtig identifizierten Subjekt x einerseits. und diesen integral erkennen.und diese Information konnte es nicht aus dem Spiegel erworben haben ( Cimpanzees: Self-Recognition.also von x . das ohne alle Erkenntnis-vermittelte Identifikation etwas von sich selbst* glaubt.60 Das letztere. Brighton: The Harvester Press. sonst würde er im Spiegel zwar jemanden.). den man ihm auf die Stirn gemalt hat. die Freude des neugeborenen Menschenwesen über seine integrale Repräsentation im Spiegel sei Freude über sein Sich-als-sich-Erkennen. 6 June 1983. z. Es fragt sich aber.000 4 1 3 4 5 zu identifizieren. auch Schimpansen ein »Selbst­ gefühl« haben. auch die bemerkenswerten Äußerungen aus Fichtes Platner-Kolleg: »Ich bin unmittelbar nur meiner selbst und insbesondere meines Handelns mir bewußt. Man hat dieses Experiment verschiedentlich wiederholt. woher das Bewußtsein der Objekte entstehe. Ich habe die hierher gehörigen Verhältnisse ausführlich analysiert und interpretiert in Selbst bewußtsein und Selbsterkenntnis. Stuttgart: Reclam. nicht aber wissen. Essays zur analytischen Philosophie der Subjektivität . B. sondern auf der eigenen Stirn aus. Jr . der dieses oder jene Eigen­ schaft hat. wie sie’s doch im Selbstbewußtsein mit untrüglicher Sicherheit tut. 61 Jacques Lacan hat in einer berühmten Arbeit übers »Spiegelstadium« glauben machen wollen. C . B. Rortys Philosophy and the M irror o f N ature]. 17 ff. als zur Sicherheit seines epistemischen Selbstbezugs gelangt ohne alle kriterienvermittelte Erkenntis über sich. daß auch der >homo infans« ein SelbstGefühl als Kriterium seines Selbstbewußtseins schon hatte. die Seele sei ein Spiegel. Das ist natürlich denkbar. Über das Band zwischen dem Objekt und Subjekt ist oft gefragt worden. So mußte es wissen. daß das Spiegelbild nur eine Repräsentation seines Körpers war . setzt aber voraus. Man muß also noch ein 70 .

sahen wir. keine Paarigkeit (»La conscience de soi n’est pas couple«). dagegen ist das Subjekt sich adäquat und apodiktisch präsen­ tiert: also ungegenständlich.62 Wie kam das Subjekt in die Stellung des Platzhalters des subsistenten Seins? Dadurch. keine Reflexivität angetroffen wird. was eigentlich sehe.) Bedeutet das nun auch .unabhängig von einer Reflexion. verliebt zu sein. Selbstbewußtsein ist irreflexiv. So kann von ihm der Satz des Bischofs Berkeley >Sein ist relativ aufs Erkanntwerden< nicht gelten. c’est la conscience (de) conscience« (E N 29). daß. so ist dieses Bewußtsein auch immer.1). ist kein Sich-selbstErkennen oder Wissen von sich (18. kein Objekt-Subjekt-Gegensatz (19 .]« (Johann Gottlieb Fichte. (Wäre dem Bewußtsein dagegen ein O bjekt präsentiert. von Hans Jacob. aber der zweite Spiegel sieht auch nicht. sondern in-einem-Anderen-Haben. Ich tue das. Berlin 1937. 71 . daß in ihm keine Dualität. Denn Selbstbewußtsein. Man muß also etwas hinzunehmen. Bd. in dem sich eine Gestalt abdrückt. weil Sartre selbst es so hält: *C e qu’on peut nommer proprement subjectivite. oder die Frage nach dem Bande der Objekte und des Subjekts. »wer Objekt sagt. die ich auf den Inhalt dieses Bewußtseins schicke. das sieht.3). Sie läßt sich nun so beantworten: Das vernünftige Wesen kann kein Spiegel sein. es trägt seine Seinsgewißheit unmittelbar in sich selbst. und ist sich dieses Selbsttuns unmittelbar bewußt [etc. Also gibt es hier auch Sein-Sein-nicht-in-sich-.und damit wird die dritte und ent- drittes haben. man läßt Bilder in die Seele einströmen wie in einen Spiegel. so werden in ihn ebenso die Bilder hineinfallen. Stellt man da wieder einen Spiegel hin.41345 N u n haben wir folgenden Befund: das gesuchte trans-phänomenale Sein ist gefunden: es ist . selbsttätiges. Wenn ich Bewußtsein davon habe. so würde die Erkenntnis nie adäquat sein können: denn wir wissen ja. hg.so scheint’s jedenfalls .das Sein der Subjektivität selbst. 62 Sie werden vielleicht fragen. so bin ich verliebt . sondern ist ein Handelndes. Wenn es bewußt ist. Nachgelassene Schriften . II. mit welchem Recht ich die Ausdrücke »Subjektivität< und >Selbstbewußtsein< einfach pele-mele verwende. aber dadurch wird die Frage nicht vergessen. Dies ist kürzlich die Geschichte der bisherigen Philosophie. 40). wahrscheinlich sagt« [wegen der Abschattungs-Unendlichkeit aller Objekt-Präsentationen].

Aller Inhalt muß ihm von außen gegeben werden. so würde sich.2* 7* . wie wenn eine undurchsichtige (»opaque«) Klinge in es hineinführe und in ihm einen inneren Gegensatz aufrichtete. Seine innere Leere macht vielmehr. hg. U nd diese Antwort ist nach dem vorangehenden nicht gerade leicht nachzuvollziehen. antwortet Sartre. daß die vielbeschworene Selbstdurchsichtigkeit des Selbstbewußtseins mit dem Umstand erkauft ist. das Subjekt mit dem En-soi-Sein gerade­ hin identifiziert werden kann? Und daß w ir dasjenige Sein.c . auf dessen Fehlen gerade seine einstellige Reinheit beruht. das dem Erscheinen ontisch zuvorkommt. daß es ontisch vom En-soi abhängt (also ontisch unselbständig ist) . wenn Sartre sagt: Das Subjekt ist zwar der Ort.« 64 L . E N 26]). Außerdem gilt die Voraussetzung. toutes les valeurs sont hors de lui (. eben der des etre pour-soi. Esquisse d ’une description phenomenologique . .63 Das gilt auch für seine Kenntnis vom Sein.: le Cham p transcendental] c’est un rien puisque tous les objets physiques. Bewußtsein ist aber ein reines Sich-selbst-Erscheinen. in dem die Transphänomenalität des Seins zur Gewißheit wird. ist.was nicht ausschließt. daß Sein und Wesen heterogen sind: sie haben gar nichts miteinander gemein. Wie ist das denkbar? N u n.). wie Sartre mit einer drastischen Metapher64 sagt. Würde das Sein buchstäblich ins Bewußtsein eindringen. dessen Transparenz trüben.000 4 1 3 4 5 scheidende dialektische Runde zwischen dem Sein und dem Für-sich eröffnet daß. 23. es hat nicht ein­ mal eine Husserlsche i3Xr] [vgl. wenn die Seinsgewißheit nur im Sub­ jekt angetroffen wird. psycho-physiques et psychiques. toutes les verites. ein eigener Seins-Typs. daß das Selbstbewußtsein an ihm selbst oder durch sich selbst keinen Inhalt hat: es ist völlig substanzlos oder leer (wie übrigens auch das kantische >Ich denke<. daß es transzendental eine (auf En-soi) irreduzible Größe. dadurch. von Sylvie Le bon. nun endgültig im Selbst­ bewußtsein angetroffen haben ? Keineswegs. Was soll das heißen.. nicht aber ist das Subjekt selbst = dem En-soi. 63 In La Transcendartce de l ’Ego. . Paris 1978 (der Text selbst ist von 1936) hatte Sartre geschrieben: »En un sens [sc.

Mais c’est precisement parce q u ’elle est pure apparence. daß das Bewußtsein also ontisch vom Sein dependiert. daß es nicht Ursache sei ns Seins ist (sondern von diesem ontisch abhängt). selbst ohne Inhalt. en ce sens q u ’elle n’existe que dans la mesure ou eile s’apparait. Es kann aus diesem Verzicht sogar seine Erkenntnis-Struktur verständ­ lich machen: denn was. Zum Selbstbewußtsein gehört also neben der Seinsgewißheit auch die Selbstdurchsichtigkeit. ist nicht sorg­ sam genug mit der Evidenz-Erfahrung des C ogito umgegangen: er hat aus ihm eine Substanz oder ein D ing (>substantia< oder >res cogitans<) gemacht: er hat es verdinglicht. das neant. Das Selbst­ bewußtsein ist aber ein >Absolutum< dadurch. daß es aus dem Gedanken des Seins verständlich würde: Transzendental gespro­ chen »ist nichts Ursache des Bewußtseins«. Wir können es also vorläufig .). Das Bewußtsein durchschaut sich als relatives Nichts. il ne saurait etre con^u comme une substance. L ’erreur ontologique du rationalisme cartesien. seinen Inhalt anders­ woher beziehen muß.eben: ein Für-sich-Sein. c ’est de n’avoir pas vu que. Die macht ihm nun auch bewußt. Sagen. heißt nicht sagen. parce qu’elle est un vide total (puisque le monde entier est en dehors d ’elle).). Es ist . aber nicht selbst seiend ist. Anm . äußerlich auf das Sein bezogen. si l’absolu se definit par le primat de l’existence sur l’essence. daß es aus der Beziehung zu nichts verständlich wird (es ist nicht-relativ. das meint ja: absolut). dann ist es doch allemal »cause de sa propre maniere d’etre« (22. daß es leer.gegenüber dem Seienden im emphatischen Sinn . Descartes. La conscience n'a rien de substantiel. und eben damit kann es den ontischen Primat ans Sein abtreten. c'est ä cause de cette identite en eile de l’apparence et de l'existence qu’elle peut etre consideree comme l’absolu (E N 23). das existiert als Intentionalität. c ’est une pure »apparence«. das nicht es selbst ist (28 u. Ich zitiere Sartre: Aussi est-ce un absolu non-substantiel. Und so kann des Bewußtseins ontische Abhängigkeit vom Sein bei gleichzeitiger transzendentaler Selbständigkeit jetzt abschließend so erklärt werden: das Bewußtsein entsteht als auf ein Sein intentional bezogen (und von ihm getragen: portee sur). substanzlos.das nicht Seiende . sagt Sartre. Und wenn man zugibt.

»auf das es gerichtet und von dem es getragen ist<. aber zurechnungsfähig ist für alles. es ist vollkommen von sich selbst erfüllt. es gibt in ihm keinerlei Leere oder Binnendifferenzierung. .] est aussi un principe regional synthetique de l’etre« [33]): das Sein ist.. 4. gilt 3. wobei >kontingent« meint: nicht durch eine Potenz oder einen G rund mit einer Art >Notwendigkeit< geadelt.das Bewußt­ sein nicht ohne das En-soi. eignet dem En-soi Identität oder Einfältigkeit (»Le principe d’ identite [. lautere Unbewußtheit und Bestimmungsunabhängigkeit. reines fugenloses Mit-sich-Zusammenfallen. dann kann durch Schlüsse es negativo (oder per contrarium) dessen Seins-Charakteristikum i. Kurz: das Ansich-Seiende ist dem Bewußtsein in allen Merkmalen kontradik­ torisch entgegengesetzt: es ist von sich erfüllt. Das bedeutet aber nicht. . E r schließt ja auf die ontische Abhängigkeit des Bewußtseins vom Sein aufgrund der a b s o lu ­ ten Leerheit und Substanzlosigkeit< des Bewußtseins.verglichen mit dem eigentlich Seienden Nicht-Seiendes. ni ramene au necessaire« (I.e. daß das An-sich-Sein unbestimmt oder bestimmungs-indifferent ist: »II est lui-meme indefiniment et s’epuise ä l’etre« (34). es fällt mit sich selbst zusammen. reine Position/ Positivität. ist das En-soi durch Aktualität ausgezeichnet: » [L ’etre en-soi] ne peut etre ni derive du possible. im Gegenteil wäre .): es ist wirklich (»en acte«) und kontingent. daß das Sein-an-sich ohne die Zutat des Bewußtseins an den Status des »Seinsphänomens < gelangte.000 4 1 3 4 5 bestimmen als ein . Ist das Bewußtsein substanzlos. 2. was es ist.das besagt ja der >ontologische Beweis< . aber intentional auf subsistentes Sein bezogen. D a alle Bestimmung aus Negation ent­ steht. daß die (Heideggersche) Erschlossenheit 74 . D er >ontologische Beweis< des Bewußtseins hieße besser >me-ontologischer Beweis<. mit >Substantialität< oder >Selbständigkeit< angegeben werden (E N 32: »il [Petreen-soi] est son propre support«). So bedarf es zu seinem Subsistieren nicht des Bewußtseins. was es dem Sein in der Folge widerfahren läßt (und als was es das Sein interpretiert: das hermeneutische Monopol liegt beim Bewußtsein). das zwar nichts zu seinem Sein kann.

Sartre unterscheidet zunächst zwischen zwei Weisen. Cela signifie que Petre est anterieur au neant et le fonde. »II est frappant«. in denen von >nichts< geredet werden kann: zwischen dem Nichts als >neant< und als >rien< (E N 51). Da aber das Bewußtsein . die 65 »II faut que le Neant soit donne au coeur de PEtre.in jeder Hinsicht dem Sein ent­ gegengesetzt .). substanzlose) Bewußtsein kennengelernt haben. Jenes sei das . Mais ce Neant intra-mondain. son neant d’ etre ne se rencontre que dans les limites le Petre et la disparition totale de Petre ne serait pas Pavenement du regne du non-etre. ist Grund der Verneinung und dessen. Cela signifie que Petre n’a nul besoin de neant pour se concevoir et qu’on peut inspecter sa notion exhaustivement sans y trouver la moindre trace du neant. ne saurait avoir qu’une existence empruntee: c*est de Petre qu’ il prend son etre. schreibt Sartre.verglichen mit den Sein en-soi . pour que nous puissions saisir ce type particulier de realites que nous avons appelees les Negatites. dieses das in keinem Betracht. PEtre-en-soi ne saurait le produire: la notion d ’Etre comme pleine positivite ne contient pas le Neant comme une de ses structures« ( 58)- 75 .e. Par quoi il faut entendre non seulement que Petre a sur le neant une preseance logique mais encore que c’ est de Petre que le neant tire son efficace. leere. »que la langue nous fournisse un neant des choses (>Rien<) et un neant d’etres humains (>Personne<)* (I. Mais au contraire le neant qui n*e$t pas. C*est ce que nous exprimons en disant que le neant kante Vetre. Sartres Gedanke ist verständlich: dasjenige neant.nicht Seiende". mais au contraire Pevanouissement du n£ant: il n*y de non-etre qu ’ä la surface de Vetre (52).nichtig ist.1345 ihm von anderswärtsher zukäme als von seiten des Bewußt­ seins. das überhaupt nicht Seiende. richtet sich nun alle Aufmerksamkeit auf eine reichere Bestimmung dieses seines >me-ontologischen< Status (und hier fällt Licht auf Sartre durch eine zentrale Unter­ scheidung der Schellingschen Spätphilosophie). was Sartre die innerweltlichen negativen Größen (negatites) nennt (j8):65 also Größen wie die Fraglichkeit. Das Nicht-Sein von Dingen (ihr Nicht-Existieren) und die Verneinung der Präsenz von Personen (»niemand«) geschehen jedoch auf der Basis eines vorgängigen Seins. Ich glaube. als das wir das (sich selbst durchsichtige.

vom an-sich Seienden gleichsam gestützt und getragen werden muß. also in seinem Quasi-Sein unterhalten. So wird es transitiv vom Sein >gewesen<. auf das es intentional bezogen ist. von dem w ir doch gut sehen. als welches w ir das Bewußtsein kennen. daß es Sinn macht zu sagen: >Es gibt Bewußtsein«. daß das Bewußtsein. Es ist ja von vornherein klar. le Neant >est ete<: le Neant ne se neantise pas. U nd das meint er auch mit der auf Anhieb nicht leicht verständlichen Formel vom >etre ete<. . Es gibt im Deutschen einfach kein Passiv für das Verbum >sein<. ein neant d’etre zu sein: d. und an dieser Stelle greift die Unterscheidung von >rien< und >neant<. Das Nichts-an-Sein. Das meint Sartre. auf welche Weise dieses Wesen ist. ist in der Weise. wenn es doch zu dessen Seins-Auszeichnung gehört. wenn es doch seine Eigentümlichkeit ist.Entitäten. das Verbot. die Verleugnung. sich das Sein abzusprechen. die durch ihre Quasi-Gegenständlichkeit ein negatives An-sich vortäuschen. die Unbestän­ digkeit. h. 76 . durch Negation die Bestimmtheit widerfahren zu lassen (gemäß Spinozas berühm­ tem Wort: »Omnis determinatio est negatio« [50]). das Sein des Bewußtseins sei ein geliehenes Sein. N un ist aber die Frage.000 4 1 3 4 5 Widerständigkeit. soll es sich nicht in ein >gar nichts< (rien) auflösen. wenn er sagen wollte. sein eigenes En-soi zu dementieren und demjenigen Seienden. daß es nur durch ein solches Seiendes in die Welt kommen konnte. Wie gibt es also Bewußtsein. vom Gewesen-Werden des Bewußtseins: »Le Neant n’est pas. die Zerbrechlichkeit usw. sich auf ein Sein zu stützen (und intentional zu beziehen). ein >Nichts-an-Sein< (oder genauer: ein Nichts-an-En-soi) zu sein? Darüber wissen wir einiges schon aus dem Kontext des ontologischen (oder besser: des me-ontologischen) Beweises. vom absolutem und relativem Nichts. die Untreue. selbst des unabhängigen Seins beraubt. Darum hat schon Schelling auf das mittelalterliche >wesen< (das noch als Stamm im Perfekt >gewesen< überlebt) zurückgegriffen. das nicht es selbst ist. wenn er schreibt. le Neant >est neantise <« (58). dessen Seins-Auszeichnung es ist. die Unerreichlichkeit.

das Vermögen. 2 17 ff.'041345 Schon in den Aphorismen über die Naturphilosophie (von 1806) hatte Schelling den pantheistischen Gedanken. 293) mit dem Vermögen oder Können von etwas. um nicht geradezu das aller Potenz Beraubte. daß der Mensch nicht ganz und gar und geradehin weise ist. 205. Mehr findet sich zu diesem transitiven Seins-Sinn in Schellings Spätwerk. Anm . Jenes ist 77 . also das rien oder o i x öv zu sein. als vielmehr (invita latinitate) durch est res cunctas ausgedrückt werden müßte (SW I/7 . die Möglichkeit dazu habe (während er in Wirklichkeit sehr selten weise angetroffen wird). Eben dieß ist der Sinn des Satzes: G o t t is t a lle D i n g e . nun aber vermöge der Verknüpfung mit A ist). So sage der Araber nicht >homo est sapiens<. auch I I / 1 . vgl.Genauso meint es Sartre: Das En-soi durchwaltet transitiv das Bewußt­ sein (welchem es ja an eigenem Sein gebricht) und verleiht ihm damit . z. wird in der That nicht anderes ausgesagt als: A ist das E s s e (die Wesenheit) von B (welches insofern also für sich selbst n ic h t wäre. Die Griechen differenzierten zwischen dem öv und dem oi>x öv. sondern gewissermaßen >homo est sapientem<. als sei es das Vermögen.) Schelling schreibt: In dem Satz: A ist B.metaphorisch gesprochen . dessen es bedarf. mit einer kühnen Transitiv-Formulierung von >sein< mit nachfolgendem Akkusativ wiederzugeben versucht. (Auch das wird Sartre wiederholen. welcher lateinisch nicht sowohl durch est res curtctae. 227 ff. wenn er etwa sagt >Ich habe nicht meinen Leib. sondern nur: daß er die Potenz. ich bin mein Leib<. daß G ott aktiv alle Kreatur mit seinem Sein durchwaltet. Im Arabischen werde das copulative >ist< eben so mit dem Akkusativ kon­ struiert. wohl aber die griechische. und 1 1 . das gar nicht Seiende. Schelling vergleicht dort das Sein »im t r a n s it iv e n Sinn« (227. die Potenz des von ihm Gewesenen. B. . [zum Sinn der Iden­ tität als substantieller] und bes. in der 10. Vorlesung von seiner Philo­ sophie der O ffenbarung (SW I I / 3.).jenes bißchen Sein oder Quasi-Sein. Und in dieser Nuance komme zum Ausdruck. Die deutsche Sprache bietet unglücklicherweise keine vergleich­ bare Unterscheidung. 1).

Das nicht Seyende bei den Griechen bezeichnet nur das. was nicht das Seyende ist. etwa des Ausdrucks mich bedienen. sondern daß sie nicht der Erwähnung wert sind. wie das seiner B e w u ß t e . sogar mit der gleichen Worterklärung . Schelling unterscheidet (gewiß.ich sage: Schelling unterscheidet. O f)X öv.zwischen dem Nichtseienden und dem nur nicht S eien d e n . sondern allerdings etwas . nämlich das in jenem hohen und vorzüglichen Sinn Seyende. nämlich nicht der Rede wert war. Die Erklärung dieses Widerspruchs ließ sich schon bei Plutarch finden. nicht das Seyende seyn. indem sie von dem nicht Seyenden doch als von einem irgendwie Seyenden reden. und zwischen \if| öv e lv a i. an dem ich mich messe. die fürs Verständnis der Sartreschen Neant-Konzeption von großer Hilfe sind: Ich mag von dem. es sey g e g e n dieses oder verglichen mit ihm das nicht S e y e n d e . gar nicht und in keinem Betracht seiend ist dagegen. »nichtig«. es bezeichnet aber nicht das ganz und gar 78 . besonders in seiner Darstellung des philosophi­ schen Empirismus (aus einem Münchener Kolleg von 1836) sehr hilfreich . die war nichts!«. seyend ist. In d ie s e m S in n haben griechische Philosophen von dem ö v auf eine Weise geredet.allerdings seyend ist. daß eben dasselbe in sich selbst oder bloß mit sich selbst verglichen nicht nichts. nicht Seyn.000 4 1 3 4 5 das verglichen mit einem emphatisch Seienden (komparativ) nicht Seiende. womit er nicht meint. daß die Klausur gar und überhaupt nicht gewesen ist (also nicht stattgefunden hat) oder daß ich keine einzige Zeile zu Papier gebracht hätte. . das Matterhorn im Hörsaal. In diesem Sinne verstehen w ir Gottfried Kellers berühmte Verse: »Ein Tag kann eine Perle sein.und ganz genau in Sartre Sinne. Ich gebe Ihnen zwei größere Zitate. was vergleichslos der N ich ­ tigkeit verfällt: das. der in einer Stelle sagt: man müsse unterscheiden zwischen nt) e lv a t. was ich bewußt bloß halluziniere: das E in ­ horn. wobei ich nicht meine. den viereckigen Kreis und den Himmel auf Erden. sondern dies: daß das Ergebnis ver­ glichen mit dem Standard. / Und ein Jahrhundert nichts«. was nicht in dem hervorragenden Sinne. im Zusammenhang mit dem Gedanken der Schöpfung aus nichts aber das muß uns hier nicht interessieren). die manchen widersprechend schien. womit immer nur ein relatives nicht-Seyn ausgedrückt und gar wohl verträglich ist. wie wenn ich auf die Frage >Wie war denn deine Klausur?« antworte: >Ach. daß hundert Jahre nicht abgelaufen sind.

und 307 [ff. w o von etwas die Rede ist. daß Gott die Welt aus nichts (de rien) geschaffen. denn sonst würde ich sie ihm nicht verbieten. das bloß nicht S e y e n d e aber durch ein anderes (le Neant). Im ersten Sinn oder durch den Ausdruck jxf) ö v wird nur die P o s i t i o n . Wollte man aber demgemäß sagen. 235).)66 Das otix öv aber ist das ganz und in jedem Sinn n ic h t Seyende.aber das. doch zuletzt zu meinen philosophischen Begriffen Zuflucht nehmen. die Wirklichkeit der Handlung. Das nt) ö v ist das nicht Seyende. daß z. und daß er sie aus dem nicht Seyenden (dem Neant) gezogen hat. durch ein besonderes Wort (rien) ausgedrückt werde. wird die Negation des Seyns b e ja h t und selbst gesetzt. oder es ist das. durch den Ausdruck ot>x öv. glaube ich daraus schließen zu dürfen. nur die Ausführung. (. denn es kann ja beides richtig seyn. daß bei Imperativen ausdrücklich das iifj gebraucht wird. In diesem Sinn ist das Anerkenntniß. muß doch auf gewisse Weise seyn. von dem es zu verneinen. . sondern auch das Seyn überhaupt. es sey eben zweifelhaft. I I / 1. ja nach der allgemein angenommenen Vorstellung ist beides richtig (5 W I / io . B. . vgl.]). aber geschehen kann. wenn aber ein Verbrechen begangen worden. welcher auch nicht einmal den Vorsatz gefaßt hatte. denn er hat es nur nicht g e t h a n . von welchem nicht bloß die W i r k l i c h k e i t des Seyns.« 79 . in welchem Sinn die Schöpfung aus nichts gemeint sey. also auch die Möglichkeit geleugnet wird. ich verneine also in der Seele des so Angeredeten nur die Position. Daß darauf wirklich und allgemein der Unterschied jener beiden verneinenden Partikeln zurückkomme. Wenn ich sage: thue das nicht. was nur nicht geschehen und folglich nicht gesetzt ist. . ich mußte. daß dies nicht zweifelhaft sey. . das wirkliche Geschehenseyn. und der Thäter zweifelhaft ist. Noch ein anderes Beispiel! Wenn jemand den Vorsatz zu einer Handlung. so heißt dieß nur so viel: lasse es nicht zur Position jener Handlung kommen. das wirkliche Setzen des Seyns verneint . setze aber deren Möglichkeit voraus. einer der ersten Schritte zur wahren Erkenntniß (SW I / io . um denselben mir deutlich zu machen. in der französischen / Sprache das Nichts im e ig e n t lic h e n Sinn. bei dem aber noch die Möglichkeit ist seyend zu seyn. wo also auch die Möglichkeit geleugnet wird. weil es das Seyn noch als Möglichkeit vor sich hat. etwa zu einem Verbrechen gefaßt. ^83—5. von dem nur das wirklich seyend s e y n geleugnet wird.345 nicht Seyende. das man noch vor sich hat. daß cs nicht das Seyende seyn könnte. das also. 66 Den folgenden Sätzen geht im Original voraus: »Die Grammatiker scheinen über den Unterschied dieser beiden negierenden Parikeln [nt) Öv und o tx öv] nicht völlig im Reinen zu sey. die Position wird geleugnet. 288 f. Im ändern Sinn. (. das nicht S e y e n d e zwar ist. also da. nothwendig sagen müssen: otix ^Ttotyoe. so würde ich gut griechisch bloß sagen können: nt) ^TToCrjoE. das nur nicht seyend ist.) Man könnte auch noch anführen. aber nicht so ist. so antworte ich. wird man von dem. daß auch das nicht Seyende sey. ihn aber nicht ausgeführt hat. das o(jx Öv. Diesen gemäß will ich mich so erklären.

daß das bloße reine S u b je k t des Seyns nicht das Seyende sey. es ist nur nicht das Seiende selbst. Schellings Erklärung ist wirklich luzide und von großer Hilfe für das Verständnis von Sartres Subjekt-Konzep­ tion. Aber dieses Sein ist nicht des Subjekts eigenes. Denn die Unterschiede stellen sich ja gleich der einfachen Beobachtung dar.000 4 1 3 4 5 Ich glaube.noch einmal . Wenn Ihre Geduld reicht (aber sie wird belohnt). aber nur einer bestimmten A r t des Seyns. die dem Sein allerdings zum Erscheinen verhilft: also da Erscheinungen >Weisen zu sein< oder Quidditäten sind .zu einem Was. Zw ar wenn Subjekt. denn wie könnte das ganz und gar Nichtseyende auch nur Subjekt seyn? Eine andere A rt des Seyns ist 80 . Er erläutert das ganz anschaulich: denn eine andere Art zu seyn hat das Unorganische. Wie Sartre unterscheidet Schelling zwischen »verschiedenen Arten zu seyn« (SW I I / 1 . oder. dem es Objekt ist. Das Wie seines Seins (mit anderen Worten: seine Seinsweise) ist das vom En-soiSein-gewesen-Werden. zugleich. und müßte nicht vielmehr zugeben. eine andere das Thier. B. in dessen Umkreis wieder eine andere die Pflanze. möchte ich noch einmal Schelling das Wort geben. daß diese Arten zu seyn unmöglich ursprüngliche seyn könnten? Anzunehmen ist vielmehr. Wer könnte z. nicht des Seyns überhaupt. nämlich Subjekt zu seyn. Aber das Subjekt ist doch auch irgendwie . zu einem Wesen. Das Subjekt ist eine ontisch unselbständige Größe. Das Subjekt ist verglichen mit dem En-soi nichts. durch welche Mittelglieder immer. D er Gedanke des Subjekts schließt bei Sartre ein Sein ein (Schelling würde sagen: ein Sein im vorzüglichen oder. sagen. sondern existiert als ekstati­ scher (intentionaler) Bezug aufs Seiende. Wer fühlt aber nicht. es ist aber nicht so nichts. dessen späte Ontologie unter allen mir bekannten die stupendeste Ähnlichkeit mit der des frühen Sartre aufweist. so kann es nicht das in demselben Gedanken. daß eben dieses das erste dem Seyenden Mögliche sey. sondern zur Natur des S e y e n d e n selbst gehörigen Unter­ schieden desselben. aber doch zuletzt sich ableiten von ursprünglichen. eine andere das Organische. wie er auch sagt. wie man zu sagen pflegt. nicht mehr zufälligen. daß es nicht auf eine gewisse Weise wäre. Und diese Weise . 288).ist die des etre ete par l’En-soi.es nicht geradezu ein überhaupt nicht Seiendes. im emphatischen Sinn). daß diese durch Erfahrung gegebenen Arten. Denn was immer Objekt. setzt das voraus. es ist mit einer Beraubung gesetzt. das heißt im aussaglichen Sinne seyende s e y n .

äußerlich die Erkennbarkeit (Heidegger würde sagen: die Erschlossenheit. Und Schelling zitiert das IV. umständlicher zeigen werden [vgl. Es ist . Es bezieht sich.Darin ist übrigens eingeschlossen. und schließt im Gegentheil immer eine Bejahung nur anderer A rt in sich. wie wir dieß. Oder: es ist durch das Bewußtsein. das ihm . 4. die Verständlichkeit) wider­ fährt. Und indem sich das Bewußtsein aufs Sein bezieht (und so vor dem Untergang in Rien schützt). also erkennbar. daß es leer oder substanzlos oder neant ist. 73. wenn Zeit dazu ist.oder Erkenntnisgrund des En-soi. w o das ö v v ä |m öv mit dem jatj öv identi­ fiziert wird. wie sich später zeigt. reine Positivität und Fülle ist).Schellingisch gesprochen . Die bloße Beraubung des Seyns schließt seynkönnen nicht aus. das andere als urständliches Seyn bezeichnen. dennoch der Ideal. So ist das Sein der A rt nach toto ccelo vom Bewußtsein unterschieden. Beraubung aber ist keine unbedingte Verneinung. auch wird manchen ungewohnt scheinen. also ohne allen Bezug zur Existenz. der Seinsgrund seines .zwar des En-soi-Seins beraubt. Reines k ö n n e n . mit der einen A rt sey das Seyende das bloße S ic h . ist das N ic h tse y n (SW I I / i . daß dem Sein. könnten wir jenes [mit Novalis] das bloß wesende nennen. mit ihm in keinem Punkt gleich . Eine Beraubung also ist mit dem bloßen Subjekt gesetzt. dies geschieht ihm nicht durchs Sein (wie wäre das auch möglich. und als dieses mögen / wir das bloße Subjekt bestimmen. daß das Bewußtsein als Subjekt des Seins diesem gegenüber selbständig ist.sein Seinsgrund. Darum ist es. Ein solches nur dem Können nach Seiendes ist das Sartresche Subjekt. da das Sein reine Position. wenn wir das eine als gegenständliches. 288/9). . Buch der aristotelischen Metaphy­ sik (IV.zu >wesen< gestattet. nicht S e y n (jif) elv ai) ist nicht N i c h t seyn (otix clvai).als Potenz (als Idealgrund) des Seins . obwohl ontisch unselbständig.die des Subjekts. das aber wird man verstehen. mit der anderen das außer S ic h seyende. die contradictorische und die bloß conträre Verneinung jede durch eine eigene Partikel ausdrücken zu können. denn die griechische Sprache hat den Vortheil. Dies. 307 ff. sondern dies ist sein eigenes Werk (und. wenn wir sagen. darum doch aber nicht /«existent. aufs En-soi als auf das. eine andere die des Objekts. macht es das Sein erscheinend.]. 1-3). das an ihm selbst bewußtseinsabgewandt existiert. wenn wir nicht gern ungewöhnliche Ausdrücke vermieden. selbst ledig alles etre en-soi.

qui requerrait ä son tour un fondement dans PEtre. il est question du Neant de son Etre: Vetre par qui le Neant vient au monde doit etre son propre Neant. L ’Etre par qui le Neant arrive dans le monde est un etre en qui. Reste ä savoir dans quelle region delicate et exquise de PEtre nous rencontrerons l’Etre qui est son propre Neant (EN 58/9). le Neant ne se neantise pas. auf das uns der Schluß-Satz neu­ gierig machen will. Und dieses Seiende. dans son Etre. de l’etayer perpetuellement de son existence meme. un etre par quoi le neant vient aux choses. le Neant »est neantise «. Trotzdem redet Sartre von einem >Sein< (oder besser: einem Seienden). bald die W irklich­ keit insgesamt. d’autre part. s’il ne neantisait le Neant dans son etre ä propos de son etre. Mais comment cet Etre doit-il etre par rapport au Neant pour que. Lassen wir uns nicht ins Bockshorn jagen durch Sartres zahl­ reiche äquivoke Verwendungen des Ausdrucks >Etre< (der bald für eine Seinsweise. le Neant *est ete• . so fort (ich nehme den letzten Satz noch einmal auf): Lc Neant n’ est pas. Reste donc qu’il doit exister un Etre . le Neant vienne aux choses? II faut observer d ’abord que Petre envisage ne peut / etre passif par rapport au Neant: il ne peut le recevoir. de le supporter de son etre. II serait inconcevable qu’un Etre qui est pleine positivite maintienne et cree hors de soi un Neant d ’etre transcendant. Das Neant kann natürlich nicht das Werk des En-soi sein. ein Seiendes. das ich vorhin durch den ter­ minologischen Exkurs in Schellings Spätwerk unterbrochen habe.et qui a pour propriete de neantiser le Neant. PEtre par qui le Neant vient au monde ne peut produire le Neant en demeurant indifferent ä cette production. Mais. il courrait encore le risque d'etablir le Neant comme un transcendant au coeur meme de Pimmanence. ein Wesen. ist trotzdem deutlich. car il n’y aurait rien en PEtre par quoi l’ Etre puisse se depasser vers le N on-Etre. le Neant ne pourrait venir ä cet etre.000 4 1 3 4 5 Freiseins). durch das das Nichts in die Welt kommt. ist natürlich das Subjekt (später Pour-soi 82 . Erstens ist das En-soi toto coelo vom Neant unterschieden (sie sind von einander so radikal und verbindungslos geschieden wie bei Kant Sinnlichkeit und Verstand). meme ainsi.ce qui nous renverrait ä Pinfini. Was der Passus besagen will. Et par lä il faut entendre non un acte neantisant. comme la cause stoTcienne qui produit son effet sans s’alterer.qui ne saurait etre PEn-soi . Darum fährt das Zitat. sinon par un autre Etre . L ’Etre par qui le Neant arrive dans le monde doit neantiser le Neant dans son Etre et. mais une caracteristique ontologique de PEtre requis. bald für das En-soi einsteht). par lui. Andererseits könnte eine reine Seinsfülle nicht den Seinsmangel erschaffen.

also des ungegenständlichen Subjekts.Schelling würde sagen: die Tatsache. durch welches das Nichts in der Welt auftaucht. 423].»muß [sagt Sartre] sein eigenes Nichts sein«.wenn es nur die beiden SeinsTypen des En-soi und des Pour-soi gibt. .als intentionaler Bezug aufs En-soi zu existieren (und ganz wörtlich zu ek-sistieren: also aus sich heraus zu stehen. daß das Subjekt sein Sein darin habe. der Sartres Selbstbewußtseins-Philosophie vor Augen hat. durch welches das Nichts in die (oder auf die) Welt kommt .denn das ist nur ein anderer A us­ druck für dieselbe Sache . und wenn das En-soi nicht sein G rund sein könnte . daß er nicht das Seiende selbst ist sein eigenes W erk sein müssen. diese selbst­ gewirkte Seins-Beraubung ist der Keim von des Subjekts Frei h eit : übrigens für Sartre nicht minder wie für den anderen großen Freiheits-Theoretiker der Tradition.das Nichts nur durch das Subjekt selbst in die Welt kommen könnte. hatte Sartre diesen Zug des Sich-selbst-Bestimmens (als ontologischen Vorboten der später als Freiheit sich enthüllenden Struktur) hervorgehoben. Schelling sagt anderswo auch genau wie Sartre. ekstatisch aufs Sein hin geöffnet zu sein). es sei das Wesen des urständlichen. >das Nichts seiner selbst< zu sein [Pos. Anders gesagt: das Subjekt bestimmt sich selbst. keinen dritten. daß . Ph . mithin als Konse­ quenz aus der Einsicht. so wie sie sich in den Frühschriften seit La Transcendance de VEgo und beson­ ders in Conscience de soi et connaissance de soi ausspricht.also das Subjekt . für Schelling. Es ergibt sich aber logisch.) Schon früher. (Sie erinnern sich an dessen schöne und plastische Formulierung.genannt). Und dann wird die relative Nichtigkeit des Subjekts . im Kapitel über das präreflexive cogito. Es ist das Subjekt. Das klingt auf Anhieb unverständlich. Mithin ist das Nichts ein Struktur-Element des Selbstbewußtseins und hat ihm gegenüber keine selbständige Existenz (wie das vom En-soi der Fall ist). nicht zu sein (also ein >neant de son propre etre< zu sein) oder . nicht sich. Aber auf noch etwas müssen wir achten: dasjenige Seiende. Und diese Selbstnichtung und Selbstentschlagung. sondern außer sich zu sein. Ganz verständlich wird er nur dem.

und es genügt.gilt. in einen Selbstbewußtseinskontext versetzt (aus dem Heidegger es gerade heraushalten wollte). pour autant qu’il est possible en general d’en parier. daß >Sein = Erkannt-Werden< (Berkeleys >esse est percipi<) (denn wie sollte vom Sein gehandelt werden. Und vom Sub­ jekt . um wirklich Lust zu haben. daß es genügt. daß Sartre hier seine Rede von >Existenz< mit der scholastischen verwechselt.non point une substance soutenant ses qualites comme de moindre etre. Bewußt­ sein vom eigenen Verliebtsein zu haben. Und er würde sich auch ganz entstellend zitiert fühlen. Le plaisir est l'etre de la conscience (de) soi et la conscience (de) soi est la loi d'etre du plaisir. schien das Subjekt mit der These sich zunächst durchzusetzen. ä vrai dire.) d'abord une conscience qui recevrait ensnite une affection »plaisir«. C ’est ce qu’exprime fort bien Heidegger. . wenn Sartre dies Zitat i. daß nur in ihm ein Sein angetroffen werde. mais un etre qui est existence de part en part. II y a un etre indivisible. seine These vom Vorrang der Existenz (des Daß-Seins) vor der Essenz (dem Was-Sein) benützen will. Bewußtsein von Lust zu verspüren. comme un faisceau de lumiere. der Freiheit als die Unabhängigkeit des 84 . qu’ il n’y a d'abord un plaisir (inconscient ou psychologique) que recevrait ensuite la qualite de conscient. der zwischen dem En-soi und dem Subjekt hin.und herging. non de la conscience): »Le >comment< (essentia) de cet etre doit. in der >existentia< quodditas (Daß-Sein) meint.u ä partir de son etre (existentia)* (21). comme une eau qu'on colore. lorsqu*il ecrit (en parlant du »Dasein«. um wirklich verliebt zu sein . (Sartres ihm unbewußtes. aber wirkliches Vorbild ist hier wie oft Schelling.000 4 1 3 4 5 Soviel ist Ihnen aber zweifellos noch in Erinnerung: Bei dem dialektischen Kampf um (den Vorrang an) Selbstständigkeit. und wenn Sartre 2. wenn Sein gar kein möglicher Gegenstand einer Erkenntnis wäre)? Im Subjekt sind Sein und Sich-erschlossen-Sein ein und dasselbe. In der Welt mag gelten. Sartre schreibt im Kapitel über >das präreflexive Cogito und das Sein des perciperec II n’ a pas (. . das nicht mehr durch eine Erscheinung-für-anderes vermittelt sei. daß in ihm das Sein sein Maß am Bewußtsein hat. etre con<. Das meint. indissoluble . Natürlich würde Heidegger sich verbitten.und nur vom Subjekt . um die Freiheit des Subjekts zu erklären.

weitere Zitate in der Einleitung.41345 Wesens vom Daß verstanden hat und der von des Subjekts » F r e ih e it gegen das eigen e Sein « spricht [Pos. [. daß da ein ihm Äußeres ins Spiel käme. von dem es Bestimmungen erführe. auch sagt er: »Der Mensch muß von seinem Seyn sich losreissen.) Kehren wir vielmehr in unseren eigenen Zusammenhang zurück: Sartre sagt hier. 66 f. ob als Schmerz . daß Sartre in der Abhängigkeit des Seins vom Bewußtsein (innerhalb des präreflexiven Cogito) die Spur seiner künftigen Freiheit (und übrigens auch seiner Zeitlichkeit) erblickt: Im Selbstbewußtsein bestimmt das (nichtende) FormMoment das vergleichsweise materielle (das genichtete) Moment. ist die Aufgabe aller Bildung«67 . Darauf wäre .denn die strenge gläserne Selbstbezüglichkeit des Cogito schließt aus. Drastisch aus­ gedrückt (und so gewißt auf Dauer nicht haltbar): das Bewußt­ sein wählt frei. Ph.] Sich von sich selbst befreien. Frankfurt a. . dieses die Subjekt-Seite des Selbstbewußtseins. von Manfred Frank. jenes wäre sozusagen das Objekt-Moment. vgl. 1977. 443].. als was (unter welchem Inhalt) es existieren möchte: ob als Lust. das er >das Gesetz des Seins der Lust< nennt: offenbar die Bewußtseinskomponente.bei der Freilegung der Mikro-Struktur von Sartres >Selbstbewußtsein< . um ein freies Seyn anzufangen.daß das Sein und das Seins-Bewußtsein in der >conscience (de) soi< untrenn­ bar verbunden sind. So wird er später (E N 126) das >neant neantise« im Selbstbewußtsein vom >pouvoir neantisant< unterscheiden. So 67 In: Philosophie der O ffenbarung 1841/42 (« Paulus-Nachschrift). es gibt so etwas wie Selbstbestimmung im Bewußtsein (»cette determination de soi par soi« [22]). 85 .noch genauer zurückzukommen. obwohl (wie wir uns erinnnern) Sartre die Eintragung einer Subjekt-ObjektDifferenz ins präreflexive Selbstbewußtsein zwei Seiten früher (19) streng abgewiesen hatte. .aber das ist jetzt nicht unser Thema. hg. Ich muß mich mit dem Nachweis begnügen. M. Dennoch unterscheidet er zwei Momente: die Lust als Semfsmoment] des Bewußtseins und ein formales Element.

. I. von dem es doch wissen können sollte. etwas über sich zu glauben.Diese (jetzt noch undurchsichtigte) Struktur der inneren Selbst-Negation (an der aber seine Autonomie und Selbständigkeit gegenüber dem Sein hängt) macht dann für Sartre erneut einen Anschluß an Heidegger möglich. 86 . obwohl das Phänomen damit einen moralischen Anstrich bekommt. . aber in der Weise. Es prätendiert dann. der Sartres streng phänomenbezogene 68 Vgl. Heidegger sagt ja. was es sich bestimmt. darauf bewußt als a u f seinen immanenten Inhalt bezogen zu sein: als das. h. also nicht sein eigener vergegenständlichter Reflex selbst. das Dasein sei dasjenige Seiende. Man könnte ihm dann aufs Gesicht zu sagen: >Das glaubst du doch wohl selber nicht!< Diese >Schlechtgläubigkeit< heißt >mauvaise foi< (E N 85 ff. daß sich das Bewußtsein über sich selbst täuschen kann. Gerhard Seel. d. Und das versteht Sartre so: das Subjekt ist das sich selbst radikal fragliche Wesen: denn seine Seinsauszeichnung ist dies. dem es in seinem Sein um sein Sein geht. von dem es gleichwohl ontisch abhängt. daß es diesen Glauben über sich nicht hat. das normalerweise nicht es selbst. Wir müssen sie kurz ins Auge fassen. Und genau darin besteht seine Autonomie gegenüber dem En-soi. bevor der nächste Schritt einsichtig wird. 17 u. ist. daß es sein eigenes Sein in Frage stellt. dann würde es unabhängig von seinem Gegenstand existieren können68 . was es selbst nicht ist (oder: als das. selbst nicht zu sein) und wovon es apodiktisches Bewußtsein hat. Dieser nächste Schritt müßte darin bestehen zu zeigen.). (Käme ihm nämlich selbst substantielles Sein zu.) Hier deutet sich eine Spannung an in Sartres Konzeption des Selbstbewußtseins.000 4 1 3 4 5 nichtet das Bewußtsein sein eigenes Sein.präreflexiv mit sich selbst bekanntes . Normalerweise wird der Ausdruck durch >Unaufrichtigkeit< übersetzt. sich nichtet.e. Das übersetzt Sartre so: »la conscience est un etre lequel il est dans son etre question de son etre« (29).Bewußtsein von etwas.genau das kann es aber nicht: es ist immer nur ein .

obwohl ihr Herz stärker schlägt und sie größere Mühe hat. nehmen wir an: sanft und kaum merklich. sondern eben aus der Autonomie des Bewußtseins. Da Sartre Freuds Unbewußtes als eine »Mythologie« ablehnt. an einem herrlichen Konzert.dann ein Hinweis auf ein theoretisches Problem. es ist nicht die ihre. nicht aber die psychischen oder behavioralen Phänomene leugnet. aufgrund deren Freud die Hypothese eines Unbewußten aufgestellt hatte. den romantischen Diskurs mit schein­ barer Unbefangenheit fortzusetzen. am Duft der Linden. das in der Luft liegt. Es erklärt eine Verdrängungs-Leistung (eine in diesem Stadium wahrscheinlich harmlose. Zunächst eine Illustration des Phänomens . Die mauvaise foi ist das Werk einer Strategie des Bewußtseins. Beide haben den K opf voller sublimer Gedanken und entzücken sich an den Blumenrabatten. dient ihm die Analyse der »mauvaise foi« als Alternative zur Erklärung von Phänomenen wie Verdrängung und Verleugnung. diese Veränderung ein­ fach nicht zu registrieren. wie wir sie gerade kennengelernt hatten. Und sie bestimmt nun ihr Bewußtsein. das in Sartres Theorie aus Anlaß ihrer Analyse aufbricht. Die Hand löst sich in ihrem Geist von ihrem Körper ab.Analyse eher verstellt. sie ruht wie ein Stück Materie bedeutungslos in einem anderen sie anonym umschließenden Material usw. Wie oft bei Sartre ist das Beispiel schlagend. Eine durchgeführte »exi­ stentielle Psychoanalyse« (die Sartre merkwürdigerweise ganz an den Schluß seines Buches gesetzt hat) knüpft hieran an. an allem Romantischen und Lyrischen. aber nun ergreift der Mann die Hand der Frau. So geht es eine Weile. das eine ihm aktuell schwer verkraftbare Intenten- . Kurz: diese Frau glaubt selbst nicht. w ir tun dergleichen dauernd und überall) nicht aus einem magisch wirkenden Unbewußten. was sie sich da zu glauben einredet. Sie praktiziert die »Schlechtgläubigkeit« oder »mauvaise foi«. Sartre erzählt uns die Geschichte eines Paares. das sie gehört haben. eines Manns und einer Frau. die in einem Park Spazie­ rengehen. N u r ein Inhalt wird von ihrem Bewußtsein ausgeschlossen oder einfach nicht realisiert: der der Verliebtheit oder des aufkommenden Begehrens.

. daß es in ihm keinerlei Relation. Transzendenz des Bewußtseins. So kann gerade an solcherlei Phänomenen Sartre sehr ein­ leuchtend machen. durch die es seine unmittelbare Selbst­ vertrautheit umstellt und verstellt . Um den (ich sage mal sehr unsartreanisch: psychischen) Mechanismus der Unaufrichtigkeit auszulösen. mußte ich es als eines zuvor schon kennen. Anders gesagt: damit dieses angeblich unbewußte (oder vorbewußte) Weltding mich ängstigen oder verstören konnte. wie weit die Erklärungs-Kraft seiner These reicht. daß das Bewußtsein immer sich selbst transparent ist. aus sich auszugliedern. daß das Bewußtsein sich in gewissem Sinne über sich selbst täuschen kann. damit verbun­ den die Widerlegung des Idealismus usw. Substanzlosigkeit. Dagegen scheint die schöne Illustration der mauvaise foi zu fordern. Und das setzt wiederum voraus. Nun aber trifft Sartre auf ein theoretisches Problem. . den ihnen mein Verhalten ihnen gegenüber verleiht. vor allem kein Subjekt-ObjektGegensatz aufkommen kann. bestünde nicht ein sich selbst durchsichtiges Bewußt­ sein der Situation. daß hier zwei im Spiel sind: ein Täuschender und ein Getäuschter. Dinge. Aber gerade dieser Ausgliederungs-Versuch ist strategisch. Ereignisse nicht den Charakter. Wir konnten diese Konsequenz auch schon aus einem anderen Grunde vermuten: In dem Augenblick.<) Nun wissen wir.ich sage: die These der Präreflexivität des Bewußtseins hängt an der anderen. mit dem ich ein unliebsames oder meine Selbstdeutung bedrohendes Erlebnis verbinde: denn an sich oder von selbst haben Episoden. ir-relationalen. da Sartre seine Beschreibung der Struktur des präreflexiven.tion sich entschließt.reagiert. mußte das Bewußtsein irreflexiv mit sich bekannt sein.ich meine: auf eine gewisse Weise zweckmäßig .nicht zurufen können: >Aber das glaubst du <dir> ja selbst nicht. (Sonst würde es sich selbst bzw. auf die das Bewußtsein sinnvoll .an der theoretisch so überaus starkes Gewicht hängt: Sartres These von Leerheit. daß die Irreflexivität des Bewußtseins . E r käme gar nicht zustande. den Reflexionen. seine ontische Abhängigkeit vom Intentional-Objekt.

Wichtig ist.>41345 also schlechterdings un-mittelbaren Bewußtseins ersetzt durch Heideggers Formel vom »Dasein.und jetzt müssen w ir uns seiner meontologischen Deutung des Selbstbewußtseins wieder besinnen . . Heidegger (.e. de la nature du plaisir. la conscience est presque une sorte d’ interrogation ontologique sur le plaisir. dem es in seinem Sein um sein Sein zu tun ist«. Wir beobachten hier ein signifikantes Abdriften des Ausgangs­ gedankens. . daß es sich selbst bestimmt: Lorsqu’ il s’agit d’une realite qui decide d ’elle-meme de ce qu’elle est. Ich gebe ein Zitat für viele. mais qu’on peut tres bien comprendre. en meme temps que la conscience est plaisir. bonne foi.) et non pas de la conscience (. il est question de l’etre de la conscience. . dit-il (et nous dirons la conscience non-thetique). il se trouve evidemment que la conscience decide ä chaque instant d ’elle-meme par sa'simple structure d’etre de ce qu’elle est (I.. l’etre de la conscience n’est pas de recevoir du dehors ce qu'elle est. Da sind gleichsam zwei: ein Sub­ jekt. 66). daß Sartre . um dessen Sein es dem ersten zu tun ist: die klassische Figur der von Sartre zunächst mal abgewiesenen Reflexion.das >Zu-tun-Sein-umsein-eigenes-Sein< im Französischen wiedergibt durch ein >Sichselbst-in-Fragen-Stellen<. puisque la conscience de plaisir decide du degre. que. wählt er eine Formulierung. aber das ist im Augenblick nicht mein Belang. c’est presicement d ’etre toujours question sur son etre. und ein vergegenständlichtes anderes Subjekt. precisement parce que le plaisir n’est rien d ’autre que le conscience qu’on en prend. ou de mauvaise foi. joie en question. securite. 89 . C ’est toujours un plaisir qui pose une question sur lui. N ous verrons. clarte. ou de bonne foi. en effet. est un etre dont la caracteristique d ’etre est qu’il est en son etre question de son etre: formule un peu compliquee. La conscience est donc plaisir en question. . Sartre hatte gesagt. Dan son etre. mauvaise foi en question. Das bedeutet dann.eben wegen seiner transzendentalen Unabhängigkeit vom En-soi autonom heißen darf. En realite.) dit de l’homme (. un plaisir en question. in der das Dasein sich mittelbar zu sich verhält. daß das Bewußtsein . profondeur. Ich könnte sie bei Heidegger noch gründlicher belegen. .): rhomme. dem es zu tun ist. oü eile se trouve ( C C 66/7). . avec cette totale responsabilite qui lui incombe du fait qu’elle seule decide du degre de clarte.

es gibt ein nichtendes Formmoment und ein genichtetes Materialmoment (120. daß die Rede von der E n t­ scheidung im vorreflexiven Feld des reinen transzendentalen Bewußtseins eine Metapher oder eine Hyperbel ist. darum setzt Sartre in der Formel >conscience [de] soi< das >de< in Klammern). unartikuliertes Vertrautsein (nicht einmal mit sich. was 90 . 67). was es nicht ist. c’est etre perpetuellement en question. puisque Petre de la conscience. est une caracteristique interne de la conscience non-thetique. wenn ich so reden darf). Oder noch anders: auf der Basis eines unvordenklichen Seins entscheidet das Subjekt über seine Seinswe/se.e. n'est pas simplement soi. nous voyons que la conscience n'est pas ce q u ’on dit trop souvent. und ist nicht das. Das Bewußtsein ist vielmehr. U nd genau das ist Sartres Gedanke. Pexistence-precede-Pessence. Und das heißt: nie mit seinem Sein zusammenzufallen. sondern ins­ besondere in einem permanenten reflexiven Selbstwiderspruch. als ein negatives Selbstverhältnis zu existieren. ver­ urteilt es dazu. Mais puisque precisement il y a une question qui fait vraiment partie de Petre de la conscience. als über das N eant vermittelt.e.000 4 1 3 4 5 Man könnte mildernd einwenden. wenn er in diesen Zusammenhang die alte Formel wieder einbringt. question qui fait que la dependance de ce qu’ elle est est en eile.Rede von des Bewußtseins Sein-was-es-nichtist und Nicht-Sein-was-es ist (E N m ) . wonach das Sein dem Wesen vorausgehe (I. Nach der ersteren wäre es einstelliges. 126) . U nd diese Form el legt er nun so aus: Autrement dit..im Kapitel über die mauvaise foi zuerst auftauchenden. Es gibt da eines (das relativ seinsnähere Moment im Bewußtsein. Hegels >Zeit<-Definition entnommenen . Jetzt verstehen wir.. On ne peut pas dire que la conscience de soi ait comme caracteristique d ’ etre simplement soi (I. Gut: sie hat dennoch die klassische Struktur der Reflexion.). question ontologique si je puis dire. V on hier ist es nur ein Schritt zu der . daß die gleichzeitige Unmittelbarkeit und Nichtshaftigkeit des Bewußtseins sich schlecht vertragen. Seine Selbstbestimmung. das entscheidet über die Art und Weise seines SichErscheinens (also über sein Wesen). Nach der zweiten ist es nicht nur paarig .

ein Identitäts-Dementi mit sich.e. II n'est pas coincidence avec soi. um sie dann prüfend zu halten an die ursprüngliche Bestimmung von des Selbstbewußtseins interner Irreflexivität und Beziehungslosigkeit (die ihm ja allein das Attribut >unmittelbar< und >unbedingt<.nun die folgende unerwartete Wendung an: L ’ examen de la conscience non-thetique revele un certain d’etre que nous nommerons: existence.offensicht­ lich nach V or und Nach. daß sie . Diese Gliederung nun ist nicht einfach eine Zerstückelung.). Wohl aber können wir das Motiv für Sartres augenscheinlichen Selbstwiderspruch erraten. L'existence est distance ä soi.) Sartre möchte mit dem Ausgang vom Subjekt nicht .in die Falle des >Instantaneismus< geraten. du moins / est-il une Separation d’un type special: une division qui reunit« (E N 176/7).0 4 1345 es ist ( C C 71. Damit ist die Zeitlosigkeit des Selbst­ bewußtseins gemeint. womöglich gar nach Vergangenheit. Außerdem hat Sartre. kann sich also . (Es ähnelt wieder bis in die Details der Relation von unbedingter Einheit und zeitlicher Differenzierung des absolu­ ten Subjekts bei Schelling.. diese Struktur der negativen Selbst­ reflexion genauer zu untersuchen und zu entwickeln. z. L ’existant est ce qu’il n’est pas et n’est pas ce qu’il est. decalage.anders als die erste Bestimmung des präreflexiven Cogito . 50. Das Selbstbewußtsein soll vielmehr zeit­ lich sein oder doch wenigstens die Struktur der Zeitlichkeit aus sich verständlich machen.wie die cartesianische und die idealistische Philosophie .So nimmt die Formel >die Existenz geht dem Wesen voraus< . II se »neantise«. den Titel Id e n ti­ tät« an die Seinsweise des En-soi verschenkt. denn der bringt ja gerade eine Selbst-Anfechtung.2). Nun gilt für die Zeit. Dann fragt sich natürlich bei der Anlage von Sartres Selbstbewußtseins-Theorie sogleich: welche Instanz könnte diese Einigung besorgen? Sicher nicht der negative Selbst-Bezug. Gegenwart und Zukunft gegliedert ist.angewandt aufs präreflexive Cogito . Hier ist nicht der Ort. Sartre sagt sehr treffend: *Si donc le temps est Separation. mais il est pour-soi (I. wie wir sahen. selbst >absolut< einbringen konnte).

seiner nicht bedienen. die er später >reflet< und >refletant< nennt. Und um deretwillen hält Sartre auch wieder an der Bestimmung des Bewußtseins als indistinker Ein ­ heit zweier Momente fest. . Dennoch bedarf auch das Bewußtsein einer gewissen Einheit. um die innere Zugleich-Einheitlichkeitund-Gegliedertheit des zeitlich strömenden Bewußtseins zu charakterisieren.69 69 Ich habe das ausgeführt in meinem opuscula-Bändchen Zeitbewußtstin . Pfullingen 1990. um dem Zeitfluß Kontinuität (also Einheit im Wechsel) zu verleihen.

V . hg. den sie. Bd. 3 Heinrich H ein e . was da ist« 3. F ra n k fu rt/M . 1 8 1 . 16 7 /S ..1 N im m t man die Rüge ernst. D er Vergleich mit dem überlegenen politischen Bewußtsein des Freundes4 sucht eine Auseinandersetzung ins P rivate abzudrängen. 4 N o d i immer w ü rd e ein solcher Vergleich der nodi zu leistenden ein­ gehenden A u fa rb e itu n g und A usdeutung der Q uellen v o rg re ife n . w ie die Rezeptionsgeschichte beweist. als ein Allgemeines in sich verbarg? W ir danken dem dialektischen M aterialismus die Einsicht. vom Institut fü r M arxism u s-L en in ism u s beim Z K der S E D . 93 . von H a n s M a y e r. 2 Friedrich E ngels. daß historische Prozesse jederzeit das individuelle Bewußtsein des H an d eln ­ den übertrefTen. D er R u f des Reaktionärs klebt dem früheren Sym pathisanten mit dem Jakobinertum in ihrer maßgeblichen Philosophiegeschichtsschreibung ebenso hartnäckig an wie der P om ad en topf den Versen des Euripides in der aristopha­ nischen K o m ö d ie . so fehlt ihr doch viel zu einem Argum ent. 1 19 7 ff. Beiträge zur deutschen Ideologie. L u dw ig Feuerbach und der Ausgang d er klassischen deutschen Philosophie. den G ra d der Sdiellingschen »Justifikation dessen. I n : K a r l M a rx /F rie d ric h Engels. an der kom ­ parativen Fortschrittlichkeit Hegels zu messen.ihrer Epoche wider. H a tte sie darum nicht gleiches Recht mit H egel au f die Engelssche Unterscheidung ihres >relativen Konservatismus« von dem >absolut revolutionären Charakter«2. 2 1 .Übrigens scheint es nicht sinnvoll. B erlin 19 5 6 ff.-B e rlin -W ie n 1 9 7 1 . hg. bei 1 Frösche.durchaus noch nicht kom plett erschlos­ sen sind. die wenigstens w a s S d ie llin g betrifft . W erke. W arum sollte gerade Schellings historische Leistung in ihrem privaten Konservatism us sich erschöpfen? . A ls Zeitgenossin einer kom ­ plexen historischen W irklichkeit spiegelt Schellings Philosophie die Tendenzen — auch >progressive< .41345 Einleitung Schellings N am e hat unter M arxisten rechten Glaubens keinen guten K la n g . gleichsam w ider persönliches W ollen.

Friedrich Wilhelm Joseph Schelling . der ein wesentliches Wahrheitsmoment des M a r­ xismus vorweggenommen habe. möchten allerdings darau f aufmerksam machen. Sie kann darum nicht schon für eine A rtikulation des seiner selbst bewußt gewordenen dialektischen M aterialismus angesehen werden. den M a rx über beide glaubte errungen zu haben. M an muß überdies sehen. In : Theorie und Praxis. Die V ielfalt von Aspekten. 94 .V g l.und z w a r solche. die seither mit ihrem Nam en verbunden geblieben sind von Schelling übernommen haben. Im Unterschied zur M eh r­ zahl ihrer N achfolger waren sie sich dessen . aber vielfach anregende A rbeit von Friedrich W . unter denen sich sein W erk betrachten ließ. A u f dieser Ebene schwindet die D ifferenz beider voneinander zur Unerheblichkeit gegenüber dem F o rt­ schritt. Schließlich wissen wir.6 W ir pflichten dieser These bei.und kunstfrohen Klassizismus. Stuttgart 197 ° ' 6 So exemplarisch Jü rgen H aberm as.Geschichtsphilosophische Folgerungen aus Schel­ lings Idee einer Contraction G ottes . spiegelt sich in einer Fülle von Interpretationen verschiedenster Ausrichtung. Weitere Auskünfte gibt die B ib lio ­ graphie von Sandkühler.5 Einige Versuche nehmen ihn als Denker der Geschichtlichkeit in Anspruch.wenn auch zuweilen ungern . Schmidt. daß die frühe. Die westliche Schellingforschung bietet kein vergleichbar einheitliches Bild. besonders die Engelssche Polemik gegen Schelling fast durchweg im Nam en und zur Verteidigung Hegels ge­ schah.000 4 1 3 4 5 deren Beurteilung nur das philosophische Potential den A u s­ schlag geben darf.bewußt. Zum Begriff der N egativität bei Schelling und H egel . weil apoliti­ scher Innerlichkeit ebenso der Vergangenheit an w ie die E n t­ stellung des Schellingschen Ansatzes zu einem natur. F r a n k ­ fu rt/M ain 1 9 7 1 . Glücklicherweise gehört auch bei uns die Stilisierung Hölderlins zu einer Mimose edler. Stuttgart 1 9 7 1 . Dialektischer Idealismus im Ü ber­ gang zum Materialismus . daß es 5 Einen guten Überblick über die Forschungssituation gibt die B ib lio ­ graphie von H ans J ö r g Sandkühler. neuerdings die etwas oberflächliche. daß sowohl Feuerbach wie auch M a rx wesentliche Argumente ihrer H egelkritik .

Übrigens glauben w ir. aber auch des Marxschen Denkens zukom m t. M a rx zufolge. F ra n k fu rt/ M ain 19 7 3 . Die naturhafte G rundlage von P raxis (die. Stu ttgart 1969.7 Die Bedeutung. die der D ialektik der Marxisten zu einer materialistischen Fundierung verholfen haben. Praxis oder Struktur auf. Eine G e fah r sehen w ir allerdings in der Tendenz zur totalen Reduktion der N a tu r au f die sie aneignende und verwandelnde Arbeit und au f die solcherart vermittelten historischen Prozesse. in der sich das M arxsche Denken bewegt. die die D ivergenzen der beiden Systemtypen von der Basis eines grundsätzlichen Konsensus sich abheben lassen. eine >sinnliche<. der nach H ölderlins V er­ stummen .zwischen Schelling und H egel stattgefunden hat. sowie H ans Friedrich F u ld a und D ieter Henrich (H g . 7 .). Dergleichen läßt sich freilich nur in A n g riff nehmen. Hegel- sche D ialektik. Hegels Begriff der D ialektik und das Prinzip des Idealism us. wenn Kriterien zur V erfügu n g stehen. Andries Sarlem ijn.wie immer indirekt . ist wenn überhaupt . D er R e ­ konstruktion dieses philosophischen Dialogs und dem Aufweis historischer N ahtstellen der Schell in gschen mit der Feuerbadi-M arxschen K r itik an H egel ist unsere A rb eit gewid­ met.000 4 1 3 4 5 gerade Argum ente aus Schellings Auseinandersetzung mit H egels Logik gewesen sind. sie entferne sich im V erlau f der Bearbeitung immer mehr von jener und löse sich endlich in einen leeren Allgem einbegriff w ie Geschichte. die ihnen für die Selbstkonstitution des Feuerbachschen. Es gibt auch bis zur Stunde keine wirklich befriedigende philoso­ phische Rekonstruktion des Dialogs. 95 . »gegenständliche Tätigkeit« bleibt) w ird buchstäb­ lich dadurch zur Verdunstung und Ätherisierung getrieben. daß man zeigt. Berlin 1 9 7 1 . M aterialien zu Hegels >Phänomenologie des Geistes. daß ein Teil besonders der westlichen Forschung in konsequenter Ausrichtung auf Geschichtlichkeit und P rax is die wesentliche Dimension. wiedergewonnen hat.4 1 . 7 Das übersehen selbst neuere A rbeiten zu H egel und zur W irkungsgesdiidite seiner D ia le k tik wie Werner Becker.nur beiläufig gewürdigt w orden.

sondern sinnliche G ew ißheit ist. der nicht nur blind ist gegen seine Komplizenschaft mit den Mechanismen der bürgerlichen G e ­ sellschaften. . daß der von positivistischem Fortschrittsglauben unreflektiert genährte Instrum entalism us. sondern gleichsam mit H au t und H a a r.«9 8 Tendenziell beherrscht diese Ideologie selbst weite R egionen des soge­ nannten »klassischen Marxismus«. Aus dieser P ersp ek ­ tive fä llt dann freilich ein neues Licht a u f die >realidealistische< A n th ro ­ pologie des jungen M a rx . 1970*. der in der T rad itio n Schellingscher und Feuer­ bachscher N aturphilosophie keine Mühe beim G edanken einer »Wesens­ einheit« von N a tu r und Freiheit hat. 9 Jea n -P a u l Sartre.) und neuerdings A lfre d Schmidt (Emanzipatorische Sinnlichkeit. wie es bestimmbar ist (esse apparens). und w ird ein am Wesen selbst bestehender Schein.000 4 1 3 4 5 Dieser Rationalisierungsakt. ) Comme le bourgeois n’ a de rapport avec les forces naturelles que par personnes interposees ( . Jü rgen H aberm as (Erkenntnis und In ter­ esse. hebt sich ins Wesen au f. aber vo n menschlicher P ra x is zum T ätigkeitsobjekt degradierten E n titä t verw eist. als eine nur in gelegentlichen Aphorism en M a rx und Engels sich findet. Solche Destillation des puren Gedankens aus der Trübheit des Seins steht in genauem Zusammenhang mit der frü h ­ kapitalistischen Autonomisierung des Mittels gegenüber sei­ nem Ursprung wie seinem Zw eck. steht in der Nachfolge der Hegelschen L o g ik : D as Sein. il est le moyen terme £leve la toutepuissance. 9 6 . . sondern auch eine traditionsreiche Berührungs­ angst neuzeitlichen Denkens v o r der M aterie zum Ausdruck bringt. Ludw ig Feuerbachs anthropologischer M aterialism us . 3 ° A-) haben d a ra u f hingewiesen. Paris 1948. ( . F fm . die G e fa h r in der strikt undialektischen Antithese des »Reichs der Freiheit« und des von N atu rz w ä n g e n und deren Besiegung gekennzeichneten Prozesses zu durchschauen. nur scheinbar die Basis des Prozesses. . sagt Sartre.8 » D ’une mani&re ou d ’une autre«. aber nicht nur in dem Maße. choisi de donner la premiere importance au m oyen.• ) * il a . - eingeschränkte Inkonsequenz bereits bei Ohne Z w e ife l ist es. »le bourgeois fait fonction d’interm ediaire entre le producteur et le consommateur. . 1 5 6 und i$ 8 . 59 ff. leicht geworden. M ü n ­ chen 19 7 3. seitdem die »öko­ logische Krise« nicht mehr nur wissenschaftliche Prognose. Qu*est-ce que la litterature ? In : Situations / / .. der N a t u r au f den Status einer z w ar prähistorisch-fundam entalen.

). daß >Aufheben< nicht >Tilgen< heißt und daß die Materie. die M itte.Dem gegenüber hat zuerst Schelling geltend gemacht (und dabei die Unterstützung von Feuerbach und M arx gefunden). die sich einerseits in ein Moment der Arbeit bzw. 97 . die von der fortschreitenden Autonomisie­ rung und Entfesselung der Technik als Schein verleugnet worden sind. B ew ahrt wurde in W ahrheit nicht das Andere des Geistes. Die prätendierte Logik jener V eran­ staltung. hinter die Dimension der Vermittlung ihres Seinsgesetzes^a _ zurückzufragen.widersteht.). das von Gebrauch und Bedürfnissen sowie von den selbstlose A rb eiten .. der es nicht ernsthaft darum zu tun ist. des Geistes aufhebt. Die Entwicklung der durchs D ogm a der Vermittlung sich rechtfertigenden Produk­ tionsweise hat das Versäumnis dieser Frage recht bald mit genau der physischen G ew alt und Unmittelbarkeit zu Be­ wußtsein gebracht. Inzwischen verbietet die gesellschaftliche Realität jeden Z w eife l an der Irrationalität und Inhumanität des 9 a Hegel sieht den Zusam m enhang deutlich: G erad e den »Tausch« rühmt er als »das G eistig e. auf den dreifachen . H a m ­ burg 1969. wenn man gewöhnt ist. Realph. enthüllt sich mithin als eine List.mithin der Autonomisierung des M ittels . die. den H egel dem B egriff >Aufhebung< zugesichert hat. P o lizei usw. H offm eister. energisch in die Schranken eines bloßen Scheins zurückgewiesen wurde. vo n J .Sinn zu verweisen. hg. sondern seine eigene unmittelbare Gestalt. die der schlechthinnigen A u f­ hebung in Erscheinung . in der die frühkapitalistische Gesellschaft nicht ohne Stolz ihren vollkommensten spekulativen Ausdruck erkannt hat. sobald sie auf Selbständigkeit A n ­ spruch erhob. (Jen . daß das im A k t der A ufhebung Bew ahrte von A n fang an nur als ein Moment des Geistes in Anschlag gebracht w ar.ausdrücklich auch »bewahrenden« . 2 j6 f. der U nm ittelbarkeit Befreite« und behandelt seine In n e rlich k e it als V orgestalt des >Standes der Allgemeinheit« (V erw altu n g. Dieser Einw and mag überraschen. eine andere Seite hat. Die im Betrieb der U n i­ versitätsphilosophie erfolgte Kanonisierung der berühmten Form el hat freilich übersehen lassen.

denn die K u n st und T h ätigk eit des Menschen. was niemals in Praxis sich aufheben läßt. Heine und Schelling (in: Internationaler Heinekongreß 19 7 2 . daß L u d w ig Feuerbadi den V o r w u r f des 98 . den Zusamm enhang in der Interpretation von G erh ard K u r z . Beissner. Ausdruck v e r ­ schafft hat (Schellings WWt Bd. W ir fürchten. 10 u. bearbeitet. den U rsto ff. vo r den Blick zu bringen. den er in sidi trägt. D üsseldorf 19 7 5 .10 Das in der kapitalistischen Produktion und in all ihren uneingestandenen V ariationen fortlebende D ogm a totaler Verm ittelbarkeit des natürlich S ei­ enden steht seit langem im Widerspruch zur fortschreitenden Selbstermächtigung ihres Gegenstands. F ran k . die Hegels These von der »Ohnmacht der N a tu r« 11 ebenso wirksam Lügen straft wie 10 In der K r it ik an einer solchen Ansdiauung hatte S d iellin g schon frü h die entschiedene U nterstützung des Freundes H ö ld erlin . 329 f. W ir entrinnen jener Erfahrung nicht. aber die K raft selbst ist ew ig und nicht der Menschenhände W erk« (H ö ld e rlin . der den Menschen »als ein mächtig Triebrad« in der ihn übergreifenden »O rganisation« der N a tu r gründen läßt. ihr »Meister und H e rr« zu sein.Bemerkenswert ist. warum die aus ihm resultierende P raxis sich selbst nurmehr ideologisch zu rechtfertigen verm ag. >objektiven N eurose< behandelt. 11 § 2 jo der Berliner E nzyklopädie . V g l. daß sogar die unter dem Titel D ialektik der A u f ­ klärung geführte K ritik an diesem Dogm a Naturm acht zu sehr noch als ihrer Selbstbestimmung entglittene und insofern verblendete menschliche Praxis interpretiert.000 4 1 3 4 5 Glaubens. i$ o ff. W eit entfernt. Sämtliche W erket hg. muß sich der Mensch »in aller seiner K u nst und T h ä tig k e it bescheiden und from m v o r dem Geiste der N a tu r beugen. wie Sartre sie nennt. Schelling hat dies U rte il mit einigem Recht als N eu au flage jener.). n ) . M ittelbarkeit und Vereinigung . H am bu rg 19 7 3. Zum Verhältnis von Poesiet R eflexion und Revolution hei H ölderlin . V g l. d azu M . O ffenbar ist dies der Grund dafür. Diss. 2 8 1-3 0 6 ). nicht selbst erschaffen. . Stuttgart 19 4 3 . sie kann die schaffende K ra ft en tw ikeln . von F. 7. daß sie N a tu r zu sein aufhört und sich in ein M oment selbst­ genügsamer Praxis verw andelt. die sich zuerst in Fichtes Reduktion der N a t u r a u f »ein v o ll­ kommenes Non-ens«. kann doch Lebendi­ ges nidit hervorbringen. Arbeit könne N atu r so in den G riff bekommen. V I . die Eigengesetzlichkeit dessen. w ährend es an der Zeit wäre. den sie um w andelt. den er um sich hat. B d .19 7 2 . so viel sie sdion gethan hat. und der ihm Stoff und K räfte gieb t. »ein bloßes G e s A o p f der R eflexio n « .

nicht von Schaden.gleich welcher Art . ohne welchen ihre wirkungsgeschicht­ liche Macht nicht zu erklären wäre. die bis heute kaum wesentlich vertieft. von Werner Schuffenhauer. um den eigentüm­ lichen Gang des Hegelschen sowohl wie des Schellingschen Philosophierens aus der Art abzuleiten. in modifizierter Form übernommen hat und später »spiritualistisdien A utokratism u s und A b s o lu tis m u s der Idee in Hegels Behandlung der N a tu r w ied erh olt hat ( L . 99 . der logischen Ebene zu treffen. selten nur wiedergewon­ nen sind und zu deren Diskussion diese Arbeit anregen möchte. 14 5). n .reduziert werden könne. die über M arx und Feuerbach auf Schelling zurück­ geht. Trotzdem dürfen sie sich als Explikation und Anwendung einer Einsicht ver­ stehen. im Kontext der Geschichte begegne mensch­ liche Tätigkeit in alle Ewigkeit nur sich selbst und ihren Objektivationen. hg. wonach das Sein nicht auf ein Selbstverhältnis . Es ist nicht unangemessen. die philosophische Grundeinsicht Hölderlins zu skizzieren. ist weder unangemessen noch von Schaden. D aß ihr Urheber sie auf einem hohen spekulativen Ab­ straktionsniveau vorträgt. Dabei wird sich andeuten. daß Schelling .die Grundoperation der Hegelschen Logik mit Argumenten angegriffen hat.F . B d . denn ihr spekulativer Charakter hat der Aus­ einandersetzung einen G rad von Allgemeinheit und G rund­ sätzlichkeit gesichert.eine E nt­ deckung Hölderlins weiterverfolgend . Gesammelte W erke. Berlin 19 7 2 . Dabei hoffen w ir zu zeigen.. sondern auf der von Hegel selbst vorgegebenen. Diese Einsicht hat natürlich Konsequenzen für unsere eigene Darstellung. daß Schelling Hölderlins These. denn Schelling sucht Hegels Denken nicht von außen. Wir werden den Dialog zwischen Hegel und Schelling auf der logischen Ebene zu rekonstruieren versu­ chen. Wir beginnen unsere Untersuchung damit. wie sie auf diesen Denkanstoß reagiert haben. Sicherlich reichen solche Erwägungen weit über die manifeste Intention von Schellings Hegelkritik hinaus.000 4 1 3 4 5 die Behauptung.

Selbstreferenz als Identität zu hypostasieren. sondern zu positiven Konsequenzen führt. die Vorgängigkeit des Seins v o r der R eflexion . Aus der E r ­ fahrung mit der Schwierigkeit. indem w ir zunächst Hegels K ritik an Schelling der Schellingschen G egen kritik an Hegel gegenüber­ stellen. In einem zweiten A n la u f werden w ir die Problem atik der Schellingschen Identitätsform el untersuchen und zeigen. suchen w ir dadurch zu zei­ gen. K ap itels der >Lehre vom Wesen< läßt innere Widersprüche in dem von H egel vorgeführten G ed an ­ ken einer Logisierung des Seins zutage treten und legt es nahe. indem w ir zu­ nächst davon überzeugen möchten. w ie Schellings bislang nur erkenntnistheoretische K ritik unver­ sehens au f eine ontologische Ebene überspringt. D aß dieser Einw and sich nicht nur auf eine z w a r richtige. bringt Schelling Hegels Verabsolutie­ rung der V erm ittlung ins W anken durch den H inweis au f den Z irkel im G edanken voraussetzungsloser Selbstreflexion. an denen Hegels Philosophie scheitert: so an der Rechenschaftsgabe über die Phänom ene des G egenw arts­ bewußtseins. W ährend H egel dem Schellingschen Prinzip Verm ittlungslosigkeit vo rw irft.eigentlicher Kern seiner A u s­ einandersetzung mit Hegel . w ie Sartres Ontologie sich später seiner bedient hat. daß schon die A nlage von IOO .zu denken. im übrigen aber folgen­ lose M odifikation des Hegelschen Prinzips beschränkt. daß Schellings A nsatz eine Reihe von Aporien aufzu­ lösen verm ag. dem Schellingschen Lösungsversuch des Verhältnisses von Sein und Selbstbewußtsein unsere Aufm erksam keit zuzu­ wenden.000 4 1 3 4 5 gegen H egels Wesenslogik kehren sollte. der Gleichzeitigkeit von Theorie und Praxis und des Interaktionsverhältnisses von einander anerkennenden Freiheiten. D as tun w ir. Eine eingehende Interpretation des i. Auch dies demonstrieren w ir in zwei Phasen. w as schon im Stadium der U nm ittelbarkeit für sich bestanden hat. daß der absolute Geist am Ende seines Weges als sich nur das erkennen kann. E r weist nach. Dieser Beweis erlaubt. kommt Schelling zu einer A rt ontologischem Beweis in genau der Form .

daß Schelling das von ihm nie geleugnete Wahrheitsmoment der Hegelsdien D ialek tik auf­ gehoben hat im K o n zep t einer Geschichtsdialektik. zugunsten von dessen ontologischer Fundierung auf. die seither als marxistisches G edankengut kanonisiert worden sind.die E in w änd e vo r. ihre Quelle in der authentischen Lektüre von Schellings Schriften und kursierenden Kollegnachschriften nachzuweisen. M ir scheint.000 4 1 3 4 5 Schellings identitätsphilosophischem System eine implizite A lte rn ativ e zu H egel darstellt. Erst dann führen w ir . dächte man seinen Anteil an der Konstitution einer materialistischen D ialek tik damit er­ schöpft. daß er die P rio rität des Seins vo r dem Bewußtsein mit spekulativen M itteln >erwiesen< hätte. Schelling kann gerade darin als V o rb ild fü r M a rx gelten. w ir ver­ suchen auch. wird sich nicht nur zeigen. in einem vorgeblich ab­ IOI .auch ex­ p lizit gegen Hegels Logisierung des Seienden wendet und zu­ gleich über die Möglichkeit einer Rede von außerbewußtem Sein Rechenschaft ablegt. Im Gegenteil wollen w ir zeigen.a u f der Basis einer kritischen Revision ihrer früheren Position . D ie U n ­ aufhebbarkeit des Seins ist gerade die Ermöglichungsbedin­ gung für eine unendliche und prinzipiell offene Bewegung. H ie r taudien erstmals Argum ente zugunsten einer Einschränkung des Geltungsbereichs dialek­ tischen Denkens bzw . daß eine Strukturhom ologie zwischen diesen so verschieden m otivierten En tw ü rfen besteht. die ihre materiale Bedingtheit ständig a u f selbstentworfene Ziele hin überschreitet. daß er der K ritik der Feuerbachthesen . daß sich diese reife Position mit Recht als »Schellings Lösung« bezeichnen läßt. einer Reihe von intellektuellen Entdeckungen. Wenn w ir nun Feuerbachs und M arxens H eg elk ritik v o r­ stellen und mit dem Schellingschen Ansatz vergleichen.ahistorischer Anthropologisierung der »menschlichen W irk lich k eit nicht ausgesetzt w ar. die Schelling für den M arxismus gewinnen konnte. die nie in die G e fa h r geraten kann. Mißverstanden w äre die Bedeutung. ohne ihre Basis je >tilgen< zu können. mit denen sich Schellings sogenannte Spätphilosophie .in einem umfangreichen K ap itel .

000 4 1 3 4 5 soluten.« 102 . h. »ist nur im Reiche der Freiheit. die nicht dem anonymen Schicksal einer logisdien »Bewegung der Sache selbst« gehorcht. sich brechen läßt. sondern deren N egativität durch freie In itia­ tive solidarisch Handelnder. also durch eine aberm alige T at. so lehrte Schel­ ling im Berliner Wintersemester 18 4 1/4 2 . sie allein verm ag alle Räthsel zu lösen. Die geschichtliche R ealität der »Entfremdung« ist darum für Schelling nicht . Denn »wirkliche D ialektik«. ideologischen Begriff von Selbstbewußtsein zu stagnieren und einem solchen Zustand sich zu >akkomodieren<. d.eine bloße »Fessel der Abstraktion«. Sie ist eine ursprüngliche Tatsache.wie für Hegel .

der »Einheit« in der theoretischen Sphäre als eine der Mannigfaltigkeit angetane Initiative der Vernunft und die »praktische Tätigkeit« als »die Einheit selbst« interpretiert. gegen das Echo 1 D ieter Henrich. die ihr »Entgegengesetztes« nicht synthe­ tisiert. wie sie Hölderlins Denkanstoß aufgenommen und verwandelt haben. I. 14 . Hegels theologische ]ugendschrifleny Tübingen 1907.I D ie philosophische Einsicht Hölderlins und ihr Einfluß auf Hegel und Schelling A m Ursprung des Schellingschen und des Hegelschen Philosophierens steht eine gemeinsame Einsicht. 73-9 6 . in: Hegel im K on text . 1 9 7 1 . M ittelbarkeit und Vereinigung. die »Liebe«.: H ölderlin über U rteil und Sein . und G erh ard K u rz . Dagegen bringt die zweite Texthälfte ein vollständig anders gefaßtes Vereinigungsprin­ zip. mit der Hölderlin beiden zuvorgekommen war. N o h l (ed. V g l. son­ dern enthüllt sich als Aufarbeitung einer' Entdeckung. .).. H o ld e rlin -Jb .. Reli­ gion2 aufzuspüren versucht.e. N atur und Freiheit in eine Beziehung des Lebendigen zum Lebendigen im Medium des Lebendigen selbst auf: »Liebe kann nur statt­ finden gegen das Gleiche. 2 Dieter Henrich.. sondern können das Verhältnis der beiden Systemkonzeptionen ebenso wie ihre spätere Konkur­ renz aus der Art ableiten. ferner H annelore H egel. Sie kann gleichwohl keinem von beiden ausschließlich zugeschrieben werden. Zum Verhältnis von Poesie. Reflexion und Revolution bei H ölderlint I. Sie löst die wechselseitig alter­ nativen Abhängigkeiten von Subjekt und Objekt. 63 ff. Historische Voraussetzungen von Hegels System. Liebe. sondern »ganz (aufhebt)«. ders. Hegel im K ontext . D er T e x t H egels: H . H older lin und H egel t F ra n k fu rt/M . 3 7 4 -3 7 7 . Isaac von Sinclair zwischen Fichte . gegen den Spiegel. In bezug auf Hegel hat ihn Henrich an einem gedanklichen Bruch innerhalb des Fragments über Moralität.e. Seit den For­ schungen Dieter Henrichs1 sind wir nicht länger auf M ut­ maßungen angewiesen. 19 65/6. 1 9 7 1 . in Anschlag. Dessen erste Hälfte zeigt Hegel als orthodoxen Kritizisten. u. Bd. F ra n k fu rt/M a in .

Sicher ist. in: H egel im K on text.4 M an mag die E vid en z der zugrunde liegenden Quellen bezweifeln. daß Hegel nach mündlichen Auseinandersetzungen mit H ölderlin das Prinzip seines bisherigen Philosophierens aufgegeben hat.. mit welcher ein derartiger Überschritt »über die Kantische G rän zlin ie« 3. Sämtliche Werke.« W ir kennen kein Dokument aus Hegels eigener geistiger E n t­ wicklung.»Vorsehung« oder »Schicksal« genannt in dem es sich durch stoische Indifferenz (>Tapferkeit<) bewährt. als eine 'Konsequenz sich erkennen ließe. 4 Henrich. verfügt über keine selbsteigene A ktivität. verfügte aber nur H ölderlin über den Ansatz zu einer speku­ lativen Theorie der Vereinigung widerstreitender Strebensrichtungen. W altershausen bei M einingen. Stuttgart 19 54 . d. Sinclair und H egel über diese Frage stattgefunden hat. Es weiß sich als Moment eines es übergreifenden Prozesses . ist die Gottheit. Des M en­ schen Selbst. hg. 24 ff. 94. mit denen er sich damals im Gespräch befand.e. io . B rie f an N eu ffer. die Hölderlin an Hegel weitergegeben hat? U m sie beantworten zu können.000 4 1 3 4 5 unseres Wesens. Oct. W ir beschränken uns darauf. 1 3 7 (hinfort zitiert: StA V I). E r hat ihn an einer grundsätzlichen Schwierigkeit der Fichte­ 3 H ölderlin. bedarf es einer Vorstellung von M otiv und A rgu ­ ment des Hölderlinschen Schrittes über die »Gränzlinie« der Reflexionsphilosophie. das zwischen H ölderlin. innerhalb deren ähnliche Ansätze Schillers stecken geblieben waren. 88. gerechtfertigt werden konn­ te. aus dem diese unvermittelte Grundlagenrevision. Henrich hat den V erlau f eines Gesprächs rekonstruiert. I. Band. U nter seinen Zeitgenossen und insbesondere unter den Freunden. Hegel und H ölderlin. von Friedrich Beissner [ = Große Stuttgarter Ausgabe]) 6. (H ölderlin. so dachte er nun. deren Tragw eite jede später vorgenommene Modifikation sei­ nes Denkens übertrifft.« »Diese Liebe von der Einbildungskraft zum Wesen gemacht. eine noch offene Frage anzugreifen: Wie verhält sich Schellings philosophischer Ansatz zu jener Anregung. 104 . Diese Zusammenhänge sind bekannt. N r .

. die athetische Einheit werde durch die Selbstaufhebung der Reflexion in ihrem Ansichsein gesetzt (so würde sie ein ddexöv zu sein aufhören). h.im Wortsinne . 9 L . StA V I . Je n a . M anuskript (B)]). D . Das Ich kann das Setzen seiner selbst nur als ein Entgegen­ setzen realisieren.000 4 1 3 4 5 sehen Theorie entwickelt.c. Henrich. die nur als ihr Abbild begreifbar ist. doch sei der höchste Satz im Kontext des Wissens . das Faktum des S/cfe-Habens-in-der-Entgegensetzung aus eigenen Mitteln verständlich zu machen. als »Seyn«. in der sich das gründende Subjekt nicht >setzt<. bes.e. 7 StA IV . Ja n u a r 9 J . daß sie den Gedanken der Ichheit als unmittelbar-aktiver Selbstbeziehung einer ursprünglichen. d. »Vereinigung«. Man kann nicht einmal sagen. 9 4 ) . weiter ausgeführt und einen möglichen Einwurf Fichtes abzuweisen versucht. noch abheben5: als die Einheit. Beissner). und H annelore H egel. in der keine Setzung statthat.kein Thema der 5 H ölderlin an H egel. H älfte (hg. 16 . Sie erreicht nämlich die Evi­ denz der Unbedingtheit absoluten Selbstbewußtseins nur auf dem Umweg über eine Bedingung: die Beziehung auf sich. 1. »”j4dEoiq«.c . 24} ff.6 Sinclair hat Hölderlins Skizze über Urtheil und Seyn7.e. i j j (N r. I. Die in der aktuellen Beziehung des Ichs auf sich selbst manifeste »Urtheilung«9 sei nämlich außerstande. I. 2 16 / 7 . ebenso wenig Sinn hat es aber zu behaupten. ließ sich darum als deren absolute Voraussetzung von der Selbstreflexion. H ölderlin über U rteil und Sein.die »intellectuale Anschauung«8 . IOJ .. Ihr war vorzuwerfen..eine For­ derung und schließe die implizite Inanspruchnahme jener gründenden und in der Reflexion nicht thematisierbaren Ein­ heit ein. 6 Zum folgenden v g l.e.. von F. 2 16 . 245 [Programmzettel (b) und 267 ff. die diesen Gedanken erstmals formulierte. nicht als unmittelbares O bjekt seiner verhält und darum auch »kein Bewußtseyn« hat. diese Voraussetzung werde prinzipiell nichtgesetzt und sei also . nicht weiter ableitbaren Einheit inkonsequent in Anschlag bringt. Die unendliche Tätigkeit selbst. Das transreflexive Sein wird zw ar nicht gewußt. d. (Die Skizze des Sinclairschen Raisonnements bezieht sich auf die dort mitgeteilten Textauszüge. 8 L . I.

c. Jah res 18 0 1). StA V I . 253... 2 3 1 ) . so schreibt H ölderlin später an den Bruder. . 12 StA IV . mitzuthematisieren.00041345 Reflexion: denn sie ist transzendenter Ermöglichungsgrund der Selbstbeziehung als solcher. Selbstbewußtsein . Darum besteht die absolute Einheit jeweils nur »für ein drit­ lich Einiges Urtheil und Seyn vorzüg­ an sich kein Ich Einheit poetischen Geistes Verfahrungsweise des tes aber nicht für sich selbst«. 1 1 D ie große Anmerkung der 12 radikalisiert dieses Argument. die im A kte des »Selbstbewußtseyns«. komme nur »ungeachtet dieser Trennung« zustande und sei keinesfalls aus der Selbstbeziehung als solcher herzu­ leiten. 1 1 StA IV . Bewußtsein stellt sich aber v o r seinen eigenen Augen als eine nur zweistellige Relation dar.io Auch ohne Sinclairs Verm ittlung könnten w ir uns ein ziemlich genaues B ild von Hölderlins Entdeckung machen. ) erfunden. in welchem ich Getrenntes »als dasselbe er­ kenne«. w ird es als reines poetisches [meint: schöpferisches] Ich in seiner drei­ fachen N atu r ( .so lautet der K ontext des Gedankens . die ihr drittes Moment in jedem A k t der Selbstvergegen­ wärtigung mit struktureller N otw endigkeit verfeh lt: »in keiner dieser drei abgesondert gedachten Qualitäten. In der »unendlichen E in ig ­ keit« des Wissenden und des Gewußten manifestiere sich mithin. . im Gegentheile bleibt es mit und für sich selbst im realen Widerspruche«. 2 17 . 2. wohl M itte des .1 3 H ölderlin zeigt nun das Schei­ tern jedes Versuchs.13 Dieser W ider­ spruch entspringt der Unmöglichkeit für die Reflexion. Schon erklärt. in der die R elata zueinanderverhalten sind. 106 undadiert. diesen Widerspruch immanent und auf der Basis der Selbstbeziehung aufzulösen: 10 H ölderlin an seinen Bruder (H a u p tw il. ist«. das. im Augenblick der »Urtheilung« auch noch jene Einheit. was es ist.ist »dreifacher N a tu r« . und es ist drittens die Einheit seines Inhalts und seines Für-sich-Seins. fü r und durch sich selbst. 13 Es ist i. 4 19 (N r. »ein und Einigendes. 253/413 L .

d. die freie und ausdrückliche (nicht mehr nur »harmonische«) Entgegensetzung in einem von der Einbildungskraft entworfenen O bjekt. Ist diese D ifferenz als »Täuschung« überführt. H atte Fichte zu zeigen v e r­ mocht. daß Selbstbewußtsein jeder reflexiven Thematisierung 14 L. . zu zerhauen«) »als identisch mit dem harmonischentgegengesezten seiner N atur« setzen. und umgekehrt die Realität des Wechsels leug­ nen. mit anderen Worten.). N im m t das Ich. die Entgegensetzung »nicht reell«.t 254. daß diese Bedenken nur Fichtes ursprüng­ liche Einsicht16 radikalisieren. Sie wird eindrucksvoll vorgestellt in der Diss. so wäre die dissonante Ein ­ heit »nicht . . zerstören müßte. von G . da dieses Als . 16 Dieter Fichtes ursprüngliche ( = Wissenschaft und Gegenwart 34). das Ich würde in dem erklärten Phänomen nicht mehr »sich seihst.000 4 1 3 4 5 1. seinen A kt«. Seine Identität durch den materiellen Wechsel darstellend. ist hier nicht zu diskutieren.Wäre. Ist sie reell. . um die Identität setzen zu können. müßte das Ich die Identität »läugnen«14 . 15 L .e. . mithin ein HeteronomieErlebnis. Man erkennt leicht. K u rz (I. . und nicht Selbstbewußtsein erklärt haben. 2. Einsichtt F ra n k fu rt/M . um den Wechsel zu realisieren. Henrich. dessen R ealität den Zustand präreflexiv-ideellen »Allcinseyns« des Geistes beendet und so den gnoseologischen Knoten ästhetisch zerschlägt. 1967 107 . N un manifestiert sich die Identität eben nur durch die reale D ifferenz. erkennbar«.c.-Setzen »reelle« Entgegensetzung einschließt und also die Einheit durch den A k t selbst. der sie zum Bewußt­ sein brächte. die ihm entgleitet. und nicht »als Einheit durch sich« selbst erfahren würde. durch diese Erfahrung belehrt. so gibt es keine Erkenntnis des Sich. so verw andelt sich auch die durch sie mitdargestellte Identität in einen Schein. h. »die U nter­ scheidung von sich selber für (dogmatisch) real a n « 1 5 und setzt die Momente Identität und Differenz als faktische Fol­ gen einer transzendenten Realität. . da die Einheit als erlittene (»getriebne«). 3.c . . D as Ich kann sich schließlich auch nicht kurzerhand (um »diesen ewigen Knoten . so geht das Moment des Sich -Habens im Selbstbewußtsein verloren. H ölderlins Lösung. erkennen.

des Selbst als unmittelbare Gegebenheit zuvorbesteht und R e ­
flexion überhaupt erst möglich macht, so bemängeln nun H ö l­
derlin und Sinclair, daß auch in Fichtes »ersten« und
»schlechthin unbedingten Grundsatz« 17 ein K eim von Reflex iv itä t sich einschleicht und dennoch aus sich heraus für den
G edan ken absoluter und unhintergehbarer Einheit glaubt ein­
stehen zu können. Hegels A nfrage aus dem Ja h re 18 10 , ob
Sin clair »noch der hartnäckige Fichteaner«18 sei, ist v o r die­
sem H intergrund zu verstehen.
V on hier fä llt zugleich ein Licht auf das unklare V erhältnis
H ölderlins zu dem fü n f Ja h re jüngeren Freunde Schelling.
Im Gegensatz zu seinem unglücklicheren Stiftskameraden hatte
ihn eine B litzkarriere auf einen ruhmvollen Jen aer Lehrstuhl
befördert und neben der Hauslehrermisere auch aus dem K o n ­
text solidarischer Gedankenentwicklung entrückt. D ie N äh e
Fichtes, die Integration in den Rom antikerkreis, die stür­
mische Inangriffnahm e eigener und verhältnismäßig selbstän­
diger Projekte taten ein übriges, um Schelling recht bald den
Blicken H ölderlins zu entziehen.
D as ist nicht immer so gewesen. D er Briefwechsel beider
gibt z w a r nur spärliche Hinweise. Sie reichen nicht aus, einen'”
echten D ialo g zu rekonstruieren. Wohl aber lassen sich E ta p ­
pen größerer und geringerer geistiger A ffinität zwischen
beiden erkennen. Ein später B rief Hölderlins erinnert den
Freund bescheiden an das »Zutrauen, das D u ehemals
in meine philosophischen und poetischen K räfte zu setzen
schienst«.*9 V on ihm zeugt der Zuspruch, den H ölderlin dem
verzagten Freunde kurz nach Ostern 1795 auf dem H eim weg
nach Nürtingen spendete. Schelling »klagte damals, wie weit
17 § 1 der G rundlage d er gesammten Wissenschaflslehre (17 9 4 ), Fichtes
W erke, hg. vo n Im m anuel H erm ann Fichte, Berlin 18 4 5 / 6 , B d . 1,
9 1 (ff.)* (H in fo rt z it .: Fichte WVP.)
18 B riefe von und an H egel. H g . von J . H offm eister. I - I V . H am burg
19 5 2 , 19 5 3 , *9S4i *960. B d . I, 332 [z it.: H egel-B riefe],
19 H öld erlin an Schelling (H om burg im J u li 1799),
(N r . 186).

108

StA

V I,

347

er noch in der Philosophie zurück sei«20, und konnte von
H ö ld erlin authentisch getröstet w erden : »Sei du nur ruhig,
du bist grad ’ so weit als Fichte, ich habe ihn ja gehört«
(ebd.). M an muß die These von einem philosophischen V o r ­
sprung H ölderlins nicht für ein U rteil der Bescheidenheit
halten (vgl. Plitt I , S. 52 ff.). Schelling w a r nicht bescheiden.
E s ist bekannt, daß er die Lektüre des 3. Teils der Wissen­
schaftslehre erst im Frühjahr 1796 in A n g riff nahm (B rief
an Nietham m er, Stuttgart, 22. 1. 179 6 ); ebenso, daß er seine
überwiegend theologischen Studien mit exk lu siv philosophi­
schen erst im Sp ätjah r 1794 vertauscht hat. W ir wissen zudem,
daß H ölderlin um die gleiche Zeit im Besitz eines Arguments
zu sein behauptete, das ihn in ästhetischen Fragen »einen
Schritt weiter über die Kantische G ränzlinie« hinausgebracht
habe, als er Schiller gelungen sei (B rief an N eu ffer vom 10.10.
1794). D ie Skizze über JJrtheil und Seyn ist wahrscheinlich
im Frühjahr 1795 entstanden. Erst sie - obgleich ohne m ani­
feste ästhetische Intention - rechtfertigt aber eine solche B e­
hauptung; vieles spricht dafür, daß H ö ld erlin sich schon Ende
1794 zum Standpunkt eines transreflexiven Seins erhoben
hatte. D as sogenannte Älteste System programm - wen
immer man für seinen Autor halten m ag21 - ist ein D o k u ­
ment, in dem sich - so oder so verm ittelt - ein enger
wechselseitiger Gedankenaustausch H ölderlins mit Schelling
niedergeschlagen hat. Im Frühjahr 17 9 6 berichtet H öld erlin
(an Niethamm er, F ran kfu rt 2 4 . 2 . 96), daß dieser geistige
>Akkord« der Freunde gestört sei.22 Es ist die Zeit des w ie­
20 Aus Schellings Leben. In Briefen. H g . v o n G . L . P lit t , j B d e. 18 6 9 /7 0 .
Bd. 1, 7 1 . ( Z it .: P litt; N achw eise aus P litt künftig in K lam m ern im lau fenden T ext.)

21 V gl. dazu Friedrich Strack: Das System program m und kein E n de . Zu
Hölderlins philosophischer Entwicklung in den Ja h ren 179 S / 9 & und zu
seiner Schellingkontroverse. I n : Das älteste System program m . Studien zur

Frühgeschichte des deutschen Idealismus (H eg el-T a g e V illig st 1969). H g .
von R . Bubner, Bonn 1 9 7 3 » 1 0 7 - 14 0 .

22 Brief N r. 1 1 7 , StA V I , 2 0 3: »W ir sprachen nicht immer accordirend
miteinander.« V g l. H . Fuhrm ans (H g ) .: F. W ? J . Schellingt B riefe und

000 4 1 3 4 5

derholt festgestellten wadisenden Einflusses Fichtescher Ideen
auf Schelling, und H ölderlin kommentiert: »Er ist mit seinen
neuen Überzeugungen . . . einen besseren Weg gegangen, ehe
er auf dem schlechteren ans Ziel gekommen war« (ebd.).23
A u f der Basis dieser Vorbehalte hat man versucht, bereits
aus Schellings Schrift Vom Ich . . . eine latente Opposition
gegen Hölderlins Entdeckung herauszulesen. Dagegen ist gel­
tend zu machen, daß Schelling seit der Schrift Uber die M ög­
lichkeit einer Form der Philosophie überhaupt aus dem Jah re
1794 das Unbedingte - ganz wie H ölderlin - von der
es thematisierenden Reflexion (der gesamten Subjekt-O bjektRelation) unterschieden24, ja daß er die irreflexive Einheit
als »Seyn« bezeichnet hat.25 Als Beispiel für viele kann eine
Formulierung aus der Idi-Schrift dienen: »/c/? binl Mein Ich
enthält ein Seyn, das allem Denken und Vorstellen vorher­
geht« (I, 1, 167,0). Ein später getilgter Zusatz der ersten A u f­
lage ging so weit, des Idis »unbedingte Selbstmacht« nicht
in die Praxis, sondern in dieses Sein zu setzen. Daß dieser von
Fichte noch 1797 als eine »Absurdität« abgewiesene Gedan-

Dokumente

11

(Zusatzband 17 7 5 - 1 8 0 3 ) , 523 ff. (dort auch neue und starke

Argum ente für Schellings Verfasserschaft des Systemprogramms).

23 Eine etwas frühere Form ulierung (an N ietham m er, Löchgau, d. 22. Dez.
1795» StA V I , 1 2 1 ) : »Schelling ist ( . . . )

ein wenig abtrünnig geworden

von seinen ersten Überzeugungen«, setzt gerade voraus, daß H ölderlin
vor der fichteanisierenden Periode seines Freundes andere »Überzeugungen«
Schellings vertraut waren. (V gl. auch H öld erlins späteren B rie f an die
M utter vom 1. Sept. 179 8, StA V I , 280).

24 Friedrich Wilhelm Joseph von Schellings sämmtliche W erke , H g . von
K . F. A. Schelling. 1. A bt. Bde. 1 - 1 0 ; 2. A bt. Bde. 1 - 4 . Stuttgart 18 5 6 18 6 1 . V gl.

1. A bt.,

Bd. 1,

100. Z i t .:

A bteilung

durch

rÖmisdie, B an d ­

nummer durch arabische Z iffer (künftig in K lam m ern hinter der zitierten
Passage im laufenden T e x t ; also z. B. (I, 1, 100)).

25 Diese These verteidigt auch D. Henrich: »Dodi hätte er [Schelling]
kaum den W iderstreit der T ätigkeiten so viel deutlicher als Fichte dem
subjektiven Selbstbewußtsein vorausliegen lassen, wenn er nicht schon von
Beginn das Ich in einem absoluten Sinne zu nehmen geneigt gewesen
wäre (>Vom Ich als Prinzip der Philosophie«)« D . H .,

Über die Einheit

der Sujektivität, Philosophische Rundschau , 3. Heft 1955, 1/2 , 58).

IIO

00041345

k e 26 (Fichte WW I, 529) durch das terminologische Korsett
d er Wissenschaftslehre um seine eigentliche Pointe gebracht
w ird , ist ein Schicksal, das er mit den frühesten philoso­
phischen Verlautbarungen Hardenbergs und H ölderlins teilt.
V o n Schellings N äh e zu H ölderlin zeugt entschieden der ganz
und gar unfichtische Gedanke, die unendliche Tätigkeit von
der Selbstbeziehung abzuschneiden, in welcher sie als Refle­
xion a u f sich zurüdegebogen, freilich auch in ihrem »Seyn«
aufgehoben wird (vgl. I, 1, 324/5; Plitt I, 1 5 0 ,2; Brief an
Hegel vom 4. 2 .9 5 [Plitt I, 77] - und Hölderlins Brief
an H egel vom 2 6. 1. 95).27
Bekanntlich w ar Schelling überzeugt, mit Fichte zu einem
Ausgleich ihrer Differenzen zu kommen.28 Die enge Verbun­
denheit in Je n a steht ganz im Zeichen eines Verständigungs­
versuchs. U m Fichtes willen hat er jahrelang darau f verzich­
tet, seine Term inologie in der Weise zu revolutionieren, wie
es H ölderlin schon 1795 getan hat. Erst die Erfahrung der
prinzipiellen U nverm ittelbarkeit seiner und der Fichteschen
Position räumte in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts
solche Rücksichten aus dem W eg.29 Die Angriffe, die Schelling
26 E r hat ihn freilich in seiner Spätphilosophie, und z w a r nicht ohne
Schellings Einfluß, sich angeeignet und gelten lassen. V gl. Schellings Z ita t
I, 7, 16 und 26.
27 StA V I , 1 J 4 ff. (N r. 94), bes. 15 5 .
28 Die hierm it zusammenhängenden Verhältnisse und H ölderlins Besorg­
nis, den Freund an das L ag er der Fichteaner zu verlieren, sind in den
entsprechenden

Anm erkungen

und

Einleitungen

von

H orst

Fuhrmans

(H g .), F. W. ] . Schelling. B riefe und Dokum ente , Bd. 1. 17 7 5 - 18 0 9 , Bonn
1962, sehr gründlich beleuditet (vgl. $6 ff. und 457 ff.).

29 Noch in der V o rred e zu seinem System von 18 0 1 äußert Schelling,
es sei nach seiner Ü berzeugung »unmöglich, daß w ir (er und ich) in der
Folge nicht üBereinstimmen« und »daß seine Suche noch weit von ihrem
Ende sey« (I. 4, 1 1 0 ; v g l. das Z ita t 1 , 7 , 12 2 / 2 3 ) .
»Es w ar eine Z eit« , m eint er rückblickend im Ja h r e

1806, »in welcher

ich . . . H errn Fichte nicht ganz zu verstehen glaubte, obgleich er dieß selbst
meinte und in allew ege rühm te; es w ar die Z eit, w o ich etwas Höheres
und Tieferes in seiner Lehre suchte, als ich dort in der T h at finden konnte.
Wirklich gehörte nicht w eniger dazu, als die ganze Reihe seiner letzten
Schriften

(. . .), um

die

Überzeugung in mir hervorzubringen, daß

ich

111

000 4 1 3 4 5

nun ganz unvermittelt gegen Fichte mobilisierte, sprechen aber
genau die Sprache seines Freundes. Sie sind in einem solchen
Ausmaß - auch stilistisch - konform mit Hölderlins Ü ber­
legungen, daß man allein über die große und ständig v e r­
größerte N ähe von Gedanken aus Schellings späterer Zeit
zu den von Sinclair skizzierten Räsonnements, die Schelling
ja nicht gekannt haben w ird, auf die Gemeinsamkeit ihrer
Quelle zu schließen berechtigt wäre. W ir werden darauf zu ­
rückzukommen haben.
Führte die Entwicklung Schellings immer deutlicher auf den
zündenden Gedanken Hölderlins zurück30, von dessen »Meiihn vollkom m en verstanden, und daß diese G enügsam keit nicht mehr v e r ­
berge, als sie darstelle. N u n ich die Leerheit mir deutlich gemacht hatte,
fing das Nichtverstehen a u f H errn Fichtes Seite an und dauert bis zur
Stunde fort« (I, 7, 23). U nd w eiter: »Der Idealismus, betrachtet er nur
wirklich das absolute Erkennen, nämlich die Selbstbejahung, dringt sicher
bis zur Indifferenz derselben mit dem Seyn durch, und löst sich a u f in
sein Entgegengesetztes. A ls einen Idealismus solcher A rt hatten w ir die
Fichtesche Lehre / gedeutet, indem w ir das absolute Ich als die absolute
Selbstbcjahung und demnach als die ewige Form in dem ewigen Wesen
betrachteten. Die ausführlichen psychologischen Erklärungen dieses Id ealis­
mus durch den U rheber selbst, sein v ie lfä ltig bewiesenes U nverm ögen,
in dem Seyn die Selbstbejahung zu sehen, und die hieraus folgende E in ­
schränkung des wahren Lebens und Seyns a u f das Ich des Bewußtseyns
oder das Subjekt, haben uns überzeugt, daß w ir ihm diesen Standpunkt
nur geliehen hatten, und daß er die Idee desselben, wenn sie ihm je
vorgeschwebt, wenigstens vö llig w ieder verloren und also nie deutlich er­
griffen hatte« (I, 7, 53/4)*
30 Es könnte verwunderlich scheinen, daß w ir ein wesentliches Indiz für
die N äh e Schellings zu H öld erlin unbenutzt lassen: die R o lle , die beide
der Kunst als dem O rt der D arstellung eines mit M itteln des Begriffs
und der Reflexion U ndarstellbaren zudenken. Ohne Z w e ife l birgt dieser
Schritt das Potential zu einer vom Denken der M oderne (z. B. Adornos)
aufgegriffenen H eg elk ritik und läßt sich überdies - z. B. durch H ö ld er­
lins B rief an Schelling, H om burg, im Ju li 179 9 (StA V I , 345-349,
N r . 186) - als ein H auptgegenstand ihres Sym philosophierens oder rich­
tiger: als eine der mächtigsten Anregungen, die Schelling durch H ölderlin
empfangen hat, nachweisen. Freilich sind w ir der M einung, daß die v o r ­
züglichen und gründlichen Arbeiten von D. Jä h n ig ( Schelling . Die Kunst

in der Philosophie , 2 Bde. Pfullingen 1966 und 1969) einerseits und von
G . K u rz (I.e.) andererseits das Them a von beiden Richtungen her ersdiÖp-

1 12

raungen« er seit r79 5/6 vorübergehend abgewichen w ar, so
erw ies sich das genaue Gegenteil an Hegel, mit dem H ölderlin
so gut »akkordierte«. Im Gegensatz zu Schelling hat er sich
die von H ölderlin und Sinclair empfangene Anregung von
vornherein in einer reduzierten Perspektive angeeignet. Sie
v e rh a lf ihm zw ar zu dem entscheidenden Schritt über die
»G ränzlinie«, in dessen Folge er die »Vereinigung« entgegen­
gesetzter Wesenstendenzen nicht länger von der abstrakten
Subjektivität erhoffte. Dagegen w ar er nicht bereit, diese im
Medium der Reflexion selbst geschehende Vereinigung wie
H ölderlin aus einem transreflexiven »Seyn« zu erklären, das
der Beziehung selbst sich entzieht. >Liebe<, >Leben<, >Geist<
sind eben dies, in sich selbst den Gegensatz des Unendlichen
und des Endlichen hervorzutreiben, ihn seiner U nw ahrheit
zu überführen und auf die in jeder Einseitigkeit ermangelte
G anzheit hin zu überschreiten (nXriQcona). Sie bewährt sich
mitten in der Endlichkeit der Beziehung selbst als die »wahre
Unendlichkeit«, die nun nicht mehr ein Bezogenes ist, son­
dern als der Begriff der Beziehung selber einleuchtet. D ie­
ser Begriff aber duldet kein über ihn hinausgehendes Sein,
das ihn zur Reflexionsnegation zw änge; als solches wäre es
immer schon sein Relat, d. h. ein bestimmter und un voll­
ständiger Aspekt der unbegriffenen Totalität.
Dies Program m schließt eine entschiedene Absage an jede
Form von Ursprungsphilosophie ein, deren Prinzip eingefend

diskutiert

fu rt/M .

haben.

-

T h . W. A dornos

Ästhetische Theorie

(F ra n k ­

1970) hat überdies eine a u f soldier Basis anzusetzende K ritik

an Hegels Ä sthetik (darin mit Schelling einig, v g l. I.e., 12 0 und 197)
sehr genau bezeichnet: »H egels Philosophie versagt vo r dem Schönen: weil
er die Vernunft und das Wirkliche durch den Inbegriff ihrer V erm itt­
lungen [d. h. selbst nur m ittelbar über den B egriff] einander gleichsetzt,
hypostasiert er die Zurüstung alles Seienden durch S u b je k tiv ität als das
Absolute, und das Nichtidentische taugt ihm einzig als Fessel der Su b jek­
tivität, anstatt daß er dessen E rfah ru n g als Telos des ästhetischen Su b ­
jekts,

als

dessen

Em anzipation

bestimmte.

Fortschreitende

dialektische

Ästhetik wird notwendig zur K r itik auch an der Hegelschen« (I.e., 1 1 9 ,
vgl. im K o n te x t!).

00041345

wickelterweise die Gesam theit aller ihm entspringenden F o l­
gen enthält: D e r Ü bergang aus der Einheit zur D ifferenz
geschieht H egel zufolge nicht durch »Urtheilung« eines der
Reflexion entzogenen »unverfügbaren Grundes«. Im Gegenteil
verm ag die R eflexion selbst alle Momente ihres vollen B e ­
griffs, als welchen sie sich am Ende ihres Weges vom A llerleersten zum Konkretesten erweist, aus sich verständlich zu
machen. D azu bedarf es keiner transzendenten V orausset­
zung, deren sie sich im resultierenden A k t der Selbsterkennt­
nis erinnernd zu versichern hätte als des uranfänglich
sie durchwaltenden Seins. »Das Ganze« dieser schlechterdings
bodenlosen und nichts voraussetzenden Entwicklung ruht v ie l­
mehr, um eine Hardenbergsche Wendung aufzugreifen, »ohngefähr - w ie die spielenden Personen, die sich ohne Stuhl,
blos Eine au f der ändern K n ie kreisförm ig hinsetzen«.31
Es geht mithin in Hegels Philosophieren um den Versuch,
jenes »Seyn«, das H ölderlin und Sinclair als ein transreflexiv
die Reflexion ermöglichendes Faktum in Anschlag gebracht
hatten, aus dem Funktionieren der Reflexion (der Subjek­
tivität) selbst verständlich zu machen: Hegel glaubte diese
Gleichung dadurch leisten zu können, daß er die M erkm ale
des Seins (Unbezogenheit und Aus-sich-selbst-Sein) in der
aktiven und suisuffizienten Selbstbeziehung des Subjekts
wiederaufsuchte. Im vorhinein ließ sich absehen, daß diese
vollkom m en immanente Identifizierung nur über die These
zu erweisen w ar, daß auch die irreflexive Unbezüglichkeit und
In-sich-Verschlossenheit des Seins sich a u f der zweiten Stufe
als eine Form von Selbstbeziehung, von Ichheit herausstellte.
Das w ürde freilich nichts anderes bedeuten, als daß Sein als
ein am Subjekt selbst bestehender Schein überführt werden
31 N o v a lis , Schriften, hg. von Paul Kluckhohn und Richard Sam uel. S tu tt­
gart i960 ff., Bd. 2 ( = Das philosophische W erk I, 19 65), 242, N r . 445,
Z . 2 7 /8 .
V g l. H egel selbst: »D er K reis, der in sich geschlossen ruht und als Sub­
stanz

seine M omente h ält,

wundcrsam e V erhältnis«

ist das unm ittelbare und darum

ver-

(V orred e zur Phänom enologie des Geistes , ed.

J . H offm eister, H am b u rg 19 5 2 , 29).

114

nicht

. Ihm müssen w ir uns im folgenden zuwenden. so ist zugleich das U rteil über jenen ph ilo­ sophischen Ansatz gesprochen. der nach H ö ld erlin s Verstum ­ men in Schellings Philosophie w iederauferstand. D er system a­ tische O rt für einen solchen Nachweis ist der logische Ü bergang vom Sein zum Wesen. Gelingt dies.kann.

Ihm gegenüber nimmt sich die als eine Abstraktion aus. widerspricht diese Vermutung dem Selbstverständnis des Hegelsdien S y ­ stems«. die gedankliche Grundoperation zu exponieren. wenn es darum geht. D arum ist es mehr als nur methodische Erinnerung. mit der Hegels Philosophie von seinen V o r ­ gängern sich absetzte. das eben seiner Insichgeschlossenheit wegen durch und durch von logischer Seinsart ist. be­ zieht sich.00041345 II Die Reduktion des Seins auf Reflexion in Hegels >Logik< Bevor w ir in die Interpretation einsteigen. wenn wir Hegels A bw andlung der Seinsthese Hölderlins gerade an der demonstrieren. einer Frage nicht auszuweichen. so scheint Logik Logik >Sein< 116 >Begriff . eine befriedigende Auskunft des Geistes Wissenschaft der Logik Phänomenologie Phänomenologie über das Verhältnis des Seienden zum Begriff zu erhalten. a u f den des Seins«. tun w ir gut daran. und nur a u f dem Feld der Realität können w ir hoffen. Aber abge­ sehen davon. mit einem Einw urf rechnen: Die . so wird man sagen. daß sie allein auf die >realen Gestalten« (die E r ­ scheinungen«) des Geistes sich einläßt. In ihm wird die nicht nur als methodische Ouvertüre behandelt. die zu den meistdiskutierten der Hegelforschung gehört. und nur von ihm behauptet sie. wenn immer sie von spricht. wenn Hegel im Applikationsbereich ständig auf die verweist. er bestimme sich von selbst weiter zur Reflexion. daß >Sein< als Ermöglichungsgrund von R ealität (von Seiendem) nicht selbst erscheinen kann. ob der oder der der V o rran g ge­ bühre. Dennoch müssen wir. Es ist die. sie tritt vielmehr als Realgrund eines Gedankengebäudes auf. Für die scheint zu sprechen. Ist dies der F all. die die Methode der von der Materie abstreift und als Bewegung des reinen Gedankens unabhängig von seiner Erscheinung aufzeichnet und festhält. aus der der einzelne Gedanke seine Evid en z be­ Logik Phänomenologie Logik Wissenschaft der Logik zieht.

W ar es aber mit der rein logischen Bedeutung ernst. die insofern gleichsam auf eige­ nen Füßen steht und eine transzendente Voraussetzung nicht nötig hat. 12 6 / 7 ) . ”7 . E r befindet sich dann freilich in einem gründlichen Mißverständnis gegenüber der Funktion der Logik im Gesamt der Enzyklopädie . Offensichtlich verweist uns dieser E in w u rf an die N atur. Diese Vorverständigung soll. was jenseits ihrer Konstitution über die Idee des Logisdien hinausgeht. zugleich ein 1 Schelling zitiert den W ortlau t der ersten A u flag e der Logik.und die Geistesphilosophie als diejenigen Teile des >Systems<. sich über seinen Inhalt zu verständi­ gen. 88). Wir müssen zunächst dahingestellt sein lassen.2 Es besteht wesentlich in dem Nachweis. wo möglich. Mit Recht hat darum Schelling auf den zu Beginn der Logik erhobenen Anspruch hingewiesen.1 Wäre etwas anderes intendiert. mit dem Postu­ lat der »Zurückziehung auf das bloße Denken« dies zu meinen. Hegel reduziere die Bedeutung von Sein auf die negativer Selbstbeziehung und logifiziere so ein prinzipiell Außerlogisches. 2 »Hegel schien im A n fa n g die rein logische N atur jener Wissenschaft einzusehen. 3. gerade mit einer logischen Begründung des Seienden etwas gegenüber seinen Vorgängern durch und durch Neues begonnen zu haben. ist es allem voran notwendig. Das. Um in die Inter­ pretation des Satzes auch nur einsteigen zu können. wenn w ir von >Sein< sprechen. dies nachzuweisen. daß. was wir meinen. erweist sich als deren eigene Entäußerung: N atu r und Geist sind 'selbst nur Weisen des Sidi-Anderswerdens und Insichzurückkehrens der Idee. in einer Fehleinschätzung des Geltungsbereichs logischer Aussagen zu gründen. ob Hegel in der T a t gelingen wird. io. die >außer der Logik< zu gelten beanspruchen.00041345 unsere These. so mußte ihm die L o g ik nicht ein Theil seyn« ( I I . einen noch undurchsdiauten Modus der Reflexion betreffe. fallen also selbst in deren >Sphäre<. Hegels System hätte wenig Grund zu der Gewißheit. »daß der Begriff alles sey und nichts außer sich zu­ rücklasse« (I.

daß es nur scheinbar als in sich selbst gründend besteht. ( = L o g ik ). Freilich nicht in dem Sinne. »nicht ein solches sein. die sein V e r ­ fahren lenkt. au f dem Aspekt des Seins zu beharren und die Integration in die seinen Ort bestimmende Totalität als etwas Äußerliches abzublenden. den Hegel stets nur aus dem Erfolg seiner Anwendbarkeit rechtfertigt. und zw ar im laufenden T e x t (tiefergesetzte Ziffern hinter dem K om m a der Seitenangabe bezeichnen Abschnitte). Dasjenige Sein. von E v a Moldenhauer und K a r l Markus M i ­ chel. ( = Theorie-W erkausgabe ). die er Reflexion nennt. kann eben darum. daß das Sein sich an ihm selbst als Reflexion. 1970 ff. ( = 18/7) und Rechtsph. das eine Beziehung innerhalb seiner selbst enthält«. das Sein stelle . sofern nichts anderes verm erkt ist. F r a n k f u r t / M . enthülle . W erke . als eine Beziehung auf sich. dar. muß die Logik das Sein mit zwei verschiedenen und doch ineinander auflösbaren Bedeutungen ausstatten: Sie muß erklären. daß es erst als Moment einer negativen Selbstbeziehung in seine Wahrheit gelangt.00041345 Licht a u f die verborgene Motivation für jenen Schritt werfen. N . Enz ( = E nzy­ N ürnberger und H eidelberger Schriften 1808 G rundlinien der Philosophie des Rechts). B d . F. 1x8 . H. als bestünde die Möglichkeit. Hegel behauptet also. Diesen zwei Epochen seiner Selbst­ darstellung räumt die Logik je eigene Kapitel ein. ohne die intellektuelle Operation. an irgend einer Stelle der Logik eigens preis­ zugeben. mit welchem sie den A nfang macht.3 Insofern 3 G . w eil es nur den A n fa n g macht. und sie muß erklären. gege­ benenfalls mit Bandnum m er (röm. $ (Logik I ) t 75. Hegel meint vielmehr. nach dieser Ausgabe und unter folgenden Siglen: L ( = klopädie ) . H eg el. S. Hegelzitate werden im folgenden. derart.entgegen seinem im­ pliziten Anspruch — nur einen Aspekt innerhalb einer es um­ greifenden Struktur. Z w eifelh a fte Textwiedergaben wurden mit der Glocknerschen Ausgabe verglichen. W . hg. warum das Sein unter dem ersten Aspekt als ein in die Reflexionsstruktur nicht Integriertes und von ihr Unabhängiges sich behauptet. Natürlich ist jene nicht immer zuverlässig. Ziffer) und Seitenangabe belegt. . Um diese Enthüllung darzustellen. zurückgreifen können.Die Theorie-W erkausgabe hat den Vorzug der H andlichkeit gegenüber der Werkausgabe Berlin auf die der Leser in den seltensten Fallen w ird 1832-184$.

w ird niemand für erklärungsbedürftig halten. daß »die einfache Unmittelbarkeit . d. h. Daß es sich um eine Beziehung handelt. Dies sucht die Reflexionslogik. . dessen purer Bestand nicht abhängig ist von der Bestimmung durch ein anderes: sie bleibt ihm jedenfalls. die darum das H erz der Logik genannt werden kann. und nun stellt sich heraus. was Hegel das >Wesen< nennt . wenn w ir für einen Augenblick vom Wortlaut der Hegelschen Bestimmungen absehen und uns grundsätzlich fragen. ist das Program m des ersten Kapitels der »Lehre vom Wesen«. äußerlich.00041345 verdient es die Charakterisierung als »einfache U n m ittelbar­ keit«. Die N otw endigkeit dieses unvorher­ gesehenen Bedeutungswechsels zu erklären.als die Grundstruktur dessen. es begründen. Insofern ist sie offensichtlich fundamentaler als das vermittlungslose Sein.4). läßt sich ein zweiter Blick au f es richten. h. wenn sie erfolgt.andernfalls läge keine Selbstbeziehung. daß das N eg at dennoch nicht etwas anderes sein kann als das Negierende . das unmittelbare Sein als Modus der fundamentaler genann­ ten Reflexion zu überführen. welches gedankliche Motiv Hegel veranlassen konnte. Sobald das Sein einmal gesetzt und das heißt: überschritten ist. N egativ muß diese Beziehung darum genannt werden. D ie Selbstigkcit dieser Beziehung . Vermutlich erleichtern w ir uns die A nalyse dieses außerordentlich schwierigen Textes erheblich. 68. selbst ein Reflexionsausdruck (ist) und sich au f den Unterschied von dem Vermittelten (bezieht)« (L I.und das ist die dritte Auszeichnung hat ihre Voraussetzung darin. nachzuweisen. als ein solches. es läge gar keine echte Relation vor. sondern die äußerliche V erknüp­ ll9 . die Reflexion aber soll das Sein erst in seine Wahrheit bringen. Aber das gilt nur für den Anfang.ist eine negative Beziehung a u f sich selbst. welches der Logik der Reflexion gewidmet ist. d. Reflexion . Es gibt demnach zwei Bedeutungen von Sein: einfache U n ­ mittelbarkeit und Reflexion. was das andere ist. . da anders die Relate gegeneinander sich nicht abgrenzen ließen: eines wäre. für den ersten Blick.

daß es möglich ist. den vollen Begriff des Seins zu produzieren. Dies mag als Auskunft über das mögliche M otiv für Hegels These von der logischen Priorität der Negation vor dem Sein zunächst genügen. wird die Aufgabe unserer fo l­ genden Interpretation sein. Wie Hegel seine nur implizite These in der Reflexionslogik entfaltet. Die Reflexion verfügt also über eine ihr immanente Möglichkeit. weil in der . in welchem Kontext die 1 20 . Vermittlung.00041345 fung eines Sachverhalts mit einem ganz anderen vor. d. als was w ir früher das Sein definiert haben. Das ist aber offen­ sichtlich der Fall: die ganz abstrakt genommene Unmittelbar­ keit erklärt per definitionem nicht das Vorliegen von SelbstVermittlung. Rechenschaft ablegen kann.Selbstbeziehung die Negation sich selbst zurücknehmen kann. D am it ist ihre Selbstgenügsamkeit immer noch nicht bewiesen. ist aber reine Unmittelbarkeit. ist genau das. von der Negation auszugehen.von einem über sie selbst hinausgehenden Gegen­ stand befreiten . Der >Schein< ist an die Stelle des Seins getreten. U m das zu tun. >Für sich selbst« d arf also jedes der Relate nur >zum Schein< be­ stehen: nur zum Schein besteht das von der Negation Über­ schrittene unter dem Titel des unbezogenen Seins . in der es existiert. muß das Umgekehrte auch gezeigt sein.der Ausgang von der reinen Positivität des Seins die im Wesen vorliegende negative Selbstbe­ ziehung nicht zu denken erlauben würde. W ir sind darüber vorverständigt. daß mit anderen Worten .des Unmittelbaren . die sich selbst negiert. Welche N otwendigkeit besteht aber denn für die Spekulation. das Sein in eine Beziehung zur Negation zu bringen)? Hegels A n tw o rt müßte lauten: Die Negation hat darum Prinzipcharakter. erweist sich diese als des Seins Wahrheit. daß nämlich das Sein aus sich heraus nicht über die zweite Bedeu­ tung. sie zum Prinzip zu erklären (bisher ist allenfalls bezeigt. und da der Schein das N egat einer selbst­ bezüglichen Negation ist. h.fort.

und z w a r restlos.Schein usw.Begriffspaare einfache Unmittelbarkeit . Obwohl diese Gleichgültigkeit »gleichgültige« .als bestimmt. Scheins und Wesens Den Übergang vom Sein zum Wesen macht die »Indifferenz«. W ir sagten auch schon. 1 .negative Selbstbeziehung. Im Begriff der Indifferenz sind nämlich alle ihre Prädikationen . 1 ) .Vermittlung. sie bleiben einander »äußer­ lich*. daß Hegels Reflexions­ logik ihr Programm nur einlösen kann. differieren nur »quantitativ« und gehen das »Absolute« selbst nichts an (Z. mit welcher eine bloß äußer­ liche Relation . Mit diesem Zugeständnis gelangt die Logik des Seins an ihre Grenze. ablösen und ersetzen kann.wie in Spinozas Substanz .von einer innerlichen Beziehung. Unmittelbarkeit des Seins. Sein . indem sie das als V ermittlungslosigkeit definierte Sein einfach die verborgenen Im ­ plikationen dieser Definition auswickeln läßt und zusieht. daß Hegel die Logik nicht mit einer Grundsatzerörterung über die Fundamentalität und die A u s­ dehnung des Begriffs Negation beginnt. wenn die in der Refle­ xion vorliegende interne Beziehung das Seins-Merkmal abso­ luter Unabhängigkeit von Beziehung aus eigenen Mitteln. daß die Terme >reine Unmittelbarkeit< und >Reflexionslosigkeit< Spuren von Negation aufweisen. Irreflexivität . fungieren. wie sie im Wesen vorliegt. sich noch abgrenzen kann. Sie ist die exponierteste Position. durch die Hegel eine reine Selbstbewegung des B e­ griffs simuliert. Wir wissen darüber hinaus.Grundkriterium der Seinskategorien . und zw ar Spuren einer Zurücknahme der Negation durch sich selbst: das Sein ist die Negation im Zustande ihrer scheinbaren Nicht-selbst-Bezogenheit. 4 5 6 . erst rekonstruiert werden. aus welchen in ihr unterdrückten Elementen sie aufgebaut ist. Dabei zeigt sich. Die Verfahrensweise der Logik muß vielmehr aus jener Folge von dialektischen Schritten. Sie selbst gewinnt die Gleichung von Sein und Reflexion.

das seine Qualifikation als N egativität nur aus der »Beziehung auf das Wesen« gewinnt. D as im Wesen »aufgehobene Sein « (L II. D a m it sind die vordem zu äußerlichem Dasein zerfallenden Unterschiede als deren eigene »Momente• (ebd. Ihr gegenüber erweist sich das Wesen nicht als eine äußere und relative Negation des Seins. . die im >Wesen< vorliegt.) .00041345 gegen äußeres Bestimmtsein selbst noch in die Sphäre des bloßen »Ansichseins* fällt (I.) gegen das Sein« oder es ist nur relativ (in Beziehung a u f Anderes) das » A n ­ undfürsichsein«. Aber gerade die Bestimmung. also nicht (wie das Nichts) schon »an und für sich selbst« besitzt. Eine solche Bestimmung hätte das Wesen aber nur als »aufgehobenes Sein« . sondern als dessen 122 . Diese Position ist allerdings auch nur vorbereitet. was das Wesen nicht ist (ein » Unwesen « [L II. ihres A n ­ sichseins ist« (L I. . teilt er mit dem Sein. 19]). das die N egativität ihrer selbst. mithin selbst nur auf der Basis von seinslogischen Kategorien gefaßt.e. Erreicht w ird sie erst dann sein. in wel­ cher das Wesen das Sein als den an ihm selbst bestehenden Schein von Unmittelbarkeit durchschaut.0)... D a als Nachfolger-Begriff des Seins der »Schein« sich zu qualifizieren scheint. Das Wesen ist »damit nur als Anderes bestimmt ( . 456. w ird deren »Grund­ einseitigkeit« doch deutlich korrigiert: die Indifferenz tritt aus jenem »Widerspruch ihrer selbst und ihres [äußerlichen] Bestimmtseins« heraus und verwandelt sich in »ihr eigenes Beziehen au f sich. 4 5 7 . D er Schein ist »zunächst« einmal das.als daseiende Indifferenz . bedarf es zunächst einer Analyse der im Schein angetroffenen Weise von Unmit­ telbarkeit und Bestimmtheit. nicht »das Wesentliche« zu sein.. wenn die Charaktere des Seins ^B e­ ziehung nur au f sich« und »Unmittelbarkeit«) aus dem imma­ nenten Funktionieren derjenigen >Beziehung auf sich« abgeleitet und zugleich von ihr unterschieden werden können. 18) besteht allerdings als ein dem Wesen äußerlich gegenüberstehendes »Unwesent­ liches« weiter.) in ihr und von ihr gesetzt und ist diejenige Position vorbereitet.

sondern »sein eigener Schein« ist ( L I I . .). es *st ^ as Sein selbst.die insofern eben als innerlich sich bewährt .im Unterschied zum Sein . Zu diesem Zwecke müßten aber sowohl die »Beziehung a u f Anderes« wie jene »Unmittelbarkeit des Nichtdaseins< als in­ terne Strukturelemente des Wesens selbst überführt werden. als es absolut nicht ist. 21).»absolute N eg ativ itä t ( . 19). aber der Auflösung dieser Beziehung . Hegel zeigt in drei Schritten. aber nicht als ein Anderes bestimmt«. ) . 19). 19 /20 ). das »reine« und »unmittelbare Nichtdasein« (L II.kein unab­ hängiges und eigenständiges Dasein entgegensetzen könnte: »Der Schein ist dies unmittelbare Nichtdasein so in der B e ­ stimmtheit des Seins. daß er dem Wesen nicht als ein extern Anderes gegen­ übertritt. Es bleibt ihm also [da cs au f autonomes Sein keinen Anspruch geltend machen kann] nur die reine Bestimmtheit der Unmittelbarkeit* (L II. daß es nur in der Beziehung/auf A n d e­ res.nur insofern am Wesen besteht. müßten ohne Bedeutungsverlust in die Definition des Wesens sich integrieren lassen. Damit ist jene Alteritätsstruktur. im Verhältnis des Scheins zum Wesen in der Weise transponiert. N un wird jene »Beziehung auf Anderes«. d . als es »das an sich Nichtige« (L II. . das nur in seiner Negation ist. dessen Unmittelbarkeit . das Unselbständige.h . wie dies zu denken sei: . der nichtige Reflex des Wesens ist. 17 u. d . sondern als in beiden unmittel­ baren Relaten der äußerlichen Beziehung — also »sowohl als unmittelbares Sein wie als unmittelbare Negation« — sich aufhebend (L II. als sich nicht einwandfrei zeigen läßt.h . in welcher sich der Schein als Erbe jener von ihm überschrittenen äußerlichen Daseinsrelation enthüllt. daß jener zw ar auch als das Andere des Wesens bestimmt werden muß. Nichtigkeit und Unmittelbar­ keit gegen Anderes. die die äußere Beziehung des Seins zum Wesen charakte­ risierte. Anders gesagt: beide Merkmale. ein Nicht-Wesen. in seinem Nichtdasein Dasein hat. Als solches ist es »Schein«. von den Kategorien der Seinslogik so lange beherrscht bleiben.

Indem nämlich das N e g a t der N e ­ gation selbst nichtig ist. II. (Bestimmtund Negativsein ist aber Eines: »Sie ist negative Beziehung au f sich.3]. Diese Restriktion und die in ihr w ie d e r a u f­ erstehende R eflexivität ist für den Fortgang des G edankens. 22. Ein negativ sich auf sich Beziehendes hebt die Bewegung seiner Selbstvermittlung aber auf und setzt zugleich.) . (»Aber diese Bestimmtheit ist selbst die absolute N e g a ­ tivität und dies Bestimmen. Als eben diese hatte sich der Schein vermöge seiner Mitgift von der Vermittlungslosigkeit des Seins* erwiesen. Rückkehr in sich ist« [L II. 3 und L I. ist es anderer­ seits ebenso sehr Unmittelbarkeit. (»Die N egativität ist N eg ativitä t an sich. 2 2 . seine Unmittelbarkeit.um jeden Schein von expliziter Bezogenheit auszuschalten glcich«-Sein auch als ein »nur sich selbst (L I. indem sie eine »unabhängige Seite gegen das Wesen« kehrt (L II.e. 3 und L I. freilich als eine »U n ­ mittelbarkeit des Nichtseins «. nicht nur den Unterschied zum Wesen ausmachen. w a r das Wesen bestimmt als »negative Beziehung auf sich« (L II. vgl. so ist sie Unm ittel­ barkeit. wird gerade die N egativqualifikation der Relata Grund zur Wiederherstellung von U nm ittelbar­ keit.. 21. 82/3) von der Seinslogik erbt. w ie w ir sehen werden. 2 i . indem es »nur« auf sich selbst und nicht auf A n ­ deres sich bezieht.). o).Indem 2. 15). sie ist ihre Beziehung au f sich. 22. 2 1 . sie soll eine interne Verfassung des Wesens selber sein. diesen dritten Schritt noch von einer anderen 4 Ausdrücklich spricht H egel von der »reflexionslosen« o d er »einfachen Gleichheit [des Seins] mit sich« und erklärt die Formel . abstoßendes Negieren ihrer selbst. also bestimmte Unmittelbarkeit. 82 f. 124 . 82]. so ist die an sich seiende Unmittelbarkeit das N egative oder Bestimmte gegen sie« [L II.) W ir glauben. aber sie ist negative Beziehung au f sich« [Z. Auch das stimmt aber zur Definition des Wesens als negativer Selbstbeziehung.00041345 i.3].) Die negierte Unmittelbarkeit des Scheins soll aber ja 3. das Wesen zu­ gleich jene unbestimmte »Gleichheit mit sich selbst« (L II. die sich gegen die Verm itt­ lung profiliert. I. das unmittelbar als Bestimmen das Aufheben seiner selbst. von großer Wichtigkeit.

h. und diese Relation enthüllt sich als des natura suä sich selbst negierenden W e­ sens eigene Bestimmung durch sich selbst. in: D . d. . daß sich die von der N egativität des Wesens permanent dementierte Unmittelbarkeit in folgenden drei Schritten wiederherstellt: 1. Indem er als ein selbst N e g a ­ tives a u f die N egativität des Wesens trifft. 23. i j . als nicht auf Anderes. 18. . j). Hegels Logik der R eflexion . Solange nicht beide Term e in ein Verhältnis zueinander gesetzt sind. 1 1 4 . 2 3/4 ) und daß es gegen ihn bestimmt ist: wäre nämlich der Schein als eine von der negativen Selbstbeziehung des Wesens zumal differente Unmittelbarkeit nicht auch »aufbewahrt und erhalten« (L II. 22. Die unbestimmte und die be­ stimmte Unmittelbarkeit des Nichtseins erschöpfen offenbar die in der Formel von der »negativen Beziehung a u f sich< enthaltenen Forderungen nicht.e. H . »daß das Wesen (. ist nur gezeigt. Unmittelbar ist der Schein als einfache Selbstidentität. er fiele mit ihm so nahtlos zusam­ men. Halten wir fest. ande­ rerseits Negation des Wesens oder Bestimmtheit gegen das Wesen. sondern auf sich bezogene Nichtigkeit.. Hegel im K o n ­ text . hebt sich seine Bestimmtheit zugleich auf (L II. daß er von ihm gar nicht sich abheben ließe. t)..) den Schein in sich selbst enthält« (L II.1). mit dessen Resultat es sich freilich kritisch auseinanderzusetzen sucht. Erst diese im » G e ­ gensatz zwischen der negierenden und der negierten N e g a ­ tion«5 sich wiederherstellende »identische Einheit der absolu­ ten N egativität und der Unmittelbarkeit« (L II. I. . 3) ist aber die volle Bestimmtheit des Wesens als »negativer Selbstbeziehung< oder als negativer Einheit von Vermittlung und Unmittelbarkeit »in seiner [eigenen] Sphäre« (L II. Das vorliegende K apitel unserer Arbeit stützt sich w e it­ gehend a u f die minutiösen und für eine Erforschung der G rundoperation von Hegels Logik bahnbrechenden A nalysen dieses Aufsatzes.Seite her beleuchten zu sollen. das aber überdies an ihm selbst ein Negatives ist. Einesteils ist der Schein also negiertes Sein (Nichtsein). also ein vom Wesen Negiertes. Unmittelbar ist das Wesen (als synthetische Organisation 5 D ieter Henrich. 2.

sondern an ihrer Stelle die Un­ mittelbarkeit setzt (die allerdings im Gegensatz zur Unmittel­ barkeit des Seins keine gegen Beziehung indifferente mehr ist).0] verdoppelt) die Negativität nicht nur aufhebt. 22. nicht anders zustandekam als durch die Beziehung eines Negativen auf sich selbst und insofern von diesem Negativen gerade darin. weil sich in der Selbst­ beziehung des Negativen (wodurch es sich zu jenem reflexiven »Scheinen seiner in sich selbst« [L II. als Selbstaufhebung eines sich auf sich be­ ziehenden Negativen und schließlich als die Beziehung eines unmittelbar Negativen auf die Negativität seiner Verm itt­ lung. 3. Unter einem anderen Gesichtspunkt zeigt sich (für uns — noch nicht für sich -) diese Unmittelbarkeit zugleich als die 5e/^5fbeziehung eines Negativen. das sich damit in die gegeneinander sich bestimmenden und insofern auch unter­ schiedenen Momente der negierten (Schein) und der negie­ renden (Wesen) Negation auseinanderlegt. im Gegensatz zu der des Seins. Unmittelbar ist das Wesen also als irreflexive Sichselbstglcichheit des Scheins. In dieser expliziten Relation erweist sich das Wesen nunmehr als Beziehung der Unmittelbarkeit auf die ihr entgegenstehende Negation (Ver­ mittlung). handelt es sich nicht um eine suisuffiziente Unmittelbarkeit wie beim Sein. sondern um eine von Vermittlung (Negation) abhängige . weil sie.allerdings in einer bedeutenden Variation gegenüber der Unmittelbarkeit des Seins: Die der Vermittlung entgegenge­ setzte Unmittelbarkeit ist selbst aufgehoben im Wesen. 23. D a aber diese gesetzte Unmittelbarkeit von 2. aber in einem Anderen. Selbstidentität zu sein. dependiert. und zwar .qua Se/£sfbeziehung .00041345 aller in ihm befaßten Beziehungen).auf ihre eigene Negation (im Gegensatz zur äußeren Beziehung auf Anderes). »das [zwar auch] ein Sein hat.also uni die Unmittelbarkeit eines selbst Negativen. 126 . ein »Negatives« ist. in seiner Negation« (L II.4). In diesem Augenblick stellt sich aber die Bedeu­ tung von Unmittelbarkeit noch ein drittes Mal wieder her .

9 Henrich. »eine Differenz in sich«7 (stellt also eine echte Relation d a r 8. daß die ursprüng­ liche Bedeutung von Unmittelbarkeit (Sein) »in diesem A u f­ heben [auch wieder] aufbewahrt und erhalten« bleibt (L. 7 Henrich. 8 »Es ist«. d. daß die Wesenslogik nach ihren ersten Schritten ins Gravitationsfeld der Seinskategorien zurückge­ zogen w ird. 1 1 6 . 6 D o rt bczeichnete sic bekanntlich jene »reflexionslose« Gleichheit nur mit sich (L I. nämlich die ausdrückliche Beziehung der Negation auf sich selbst) und ist 2.w ie Henrich geltend gemacht hat . sie kommt kraft eigener Bestimmung aus der Differenz auf sich selbst zurück). sagt Hegel. wie H en ­ rich sagt. I. absolute Vermittlung mit sich« (L II. Durch den gelungenen Nachweis dieser »Bedeutungsverschie­ bung«9 könnte nun aber die umgekehrte G efahr beschworen sein. Hegels Logik der R eflexion. ihre »Unmittelbarkeit ist ein C h arakter suisuffizienter Vermittlung.. L I. Dem ließe sich zunächst durch den Nachweis begegnen. I. 1*7 .. »eine Bewegung durch / unterschiedene Momente. h. daß die Seinssphäre von der des Wesens verschlungen und auf diese Weise abermals nicht wirklich mit ihr vereinigt würde. II. Hegels Logik der R eflexion . 3 5 /6). aus dem die Negativität sie stets nur transito­ risch und letzten Endes erfolglos herausheben würde. m . ein Charakter der Selbstbezie­ hung«7 geworden. »nicht Unmittelbarkeit gegen die Vermittlung«7 (denn sie ist Unmittelbarkeit nur vermöge der Vermittlung . 82) könnte aber die G e ­ fah r verbunden sein. 82 und 83).als negierte Negation. daß sich .e.die Bedeutung des Ausdrucks >Unmittelbarkeit< »in zwei wichtigen Hinsichten« gegenüber der aus der Seinslogik vertrauten6 verändert hat: Die für die Selbstbeziehung des Wesens konstitutive Unmittel­ barkeit hat nämlich 1.e. Darum wird zusätzlich gefordert.41345 Vorausgesetzte und gesetzte Unmittelbarkeit M it der Behauptung einer Rückkehr in den Zustand »unbe­ stimmter Unmittelbarkeit« (vgl. sie ist also nur vermittelterweise das Unvermittelte oder.

. h. nur au f die­ se Bedeutungsidentifikation stützen kann. genügt es nicht.00041345 18).als eigene T at (Setzung) . daß Hegel seine G ru n d ­ these. erreicht. muß man sich klarmachen. U m nicht als spekulative Spitzfindigkeit zu verkennen. die Legitimität der Verschiebung selbst anerkannt werden müsse und wenn 2. wenn beide Bedeutungen von Unmittelbarkeit in dem vollen Begriff des Wesens in der Weise wiederauftauchen.e. I. 1 1 a Hegel. Das Subjekt muß überdies die aus der Selbstidentität der Substanz geerbte Unm ittel­ barkeit sowie sein Verhältnis zu ihr als sich selbst . der Begriff nach seiner Verschiebung in seiner früheren B e­ deutung wiederhergestellt sei (die Unmittelbarkeit als Irreflexivität wäre und wäre auch nicht gleich der Unmittelbar­ keit des >Scheinens seiner in sich selbst< oder der »Reflexion« [L I I . nicht nur voraussetzen. 1 1 6 ) . 19 / 2 0 .h . müsse gemacht werden. 24]). die Hegels Reflexionslogik sich auf einer noch fundamentaleren Ebene stellt. zu gewinnen.begreifen. 11 Ebd. D as S c h e i­ nen des Wesens in sich selbst« w ar in seinen beiden Aspekten . was in der T a t für die logische Validität des Hegelschen Systems einsteht. d . schreibt Henrich1 1 . die O pazität der Substanz in eine Relation aufzubrechen. d. wenn i. »was zu vor nur als Mittel gedient hatte. U m den C harakter der Ichheit. es muß das Sein aus dem Prozeß der Selbstbegegnung seiner qua N egativität ableiten können.. deren Momente nur an sich ihrer Identität mit der internen Organisation des Subjekts überführt werden. D as kann aber nur geschehen. >die Substanz sei als Subjekt zu denken« n a. ihn ein zufüh ren : Die Bedeutungsverschiebung im Begriff der Unm ittelbarkeit« (I. Dies ist in der T at die Aufgabe. daß erst aus ihm die zwischen ihnen stattfindende Verschiebung erklärt werden kann.e.10 Dies sei. des Für-sich-selbst-Bestehens einer aktiven Selbstbeziehung. Phänomenologie des Geistes.als unbestimmte Unmittelbarkeit und als Für-sich-Sein und in der wechselseitigen Implikation beider aus der R efle­ 10 »Zu einem Inhalt des Begriffs vom Wesen«. schreibt Henrich. 128 .

daß sich die Reflexion durch die Handlung selbst entgehe. h. dies zu sein. D a die Negativität die Bedingung dieser A rt von Sichselbstgleichsein ist. 26 o. 129 .)/ (ihr) Ubergehen als A u f ­ heben des Ubergehens« realisiere. Selbstnega­ tion) herstellt (I.). als »unmittelbares Z u ­ sammenfallen des Negativen mit sich selbst« (L II. (»Sie besteht also darin. die sich durch den sie konstituierenden A k t auch wieder zerstört. ) D a sie ihre »Gleichheit mit sich. die Unmittelbarkeit« (ebd.) bedeute. so übersieht man damit die materiale Nichtigkeit dieser Form.und beachtet nur den formalen Charakter von Selbst­ identität.12 Man kann darum sagen. des »Set­ zens« und des »Voraussetzens«. . Es handelt sich eben bei der Unm ittelbar­ keit des Wesens um eine sich zugleich aufhebende Selbstiden­ tität oder um eine solche >Gleichheit nur mit sich<. die sie zustandebringt. . und zw a r in einer Einheit zu sein« [ L II.xionsstruktur heraus verständlich zu machen.). h. Sieht man von der Bedingtheit dieser Unmittelbarkeit durch die Negation ab — hierin bestand die Bedeutungsverschie­ bung . h.. ihren Charakter als »sich selbst negierende Gleichheit« (ebd. daß dies » Z u ­ sammenfallen (. die es auch in der W ir k lic h k e it ist. Denn >Reflexion< ist weder nur die auf dem U m ­ w eg über ihre R elate hervorgebrachte Selbstidentität noch deren negativen Auflösung.e. . sie selbst und nicht sie selbst. 1 2 A u s diesem G r u n d e w i r d sie sich sp ä t e r als d e r logische G r u n d d e r Z e it enthüllen.) nur vermittels der Selbstbeziehung (d. Offensichtlich gibt sie Anhaltspunkte für eine Erklärung dieser zweiseitigen Beziehung. II. 26.. 24 u. . 2 j / 6 ) . wird der Behauptung einer positiven Koinzidenz mit sich gerade durch eine Reflexion auf deren Genese der Grund entzogen. Ihre Einheit dissoziiert sich damit in die separierten Prozesse.). d. kann gesagt werden.). was sie nicht ist« (Z. 2 j ] .) nicht Ubergehen der Negation in die Gleichheit mit sich als in ihr Anderssein« (L II. und »die Unmittelbarkeit« enthüllt sich als das »Negative ihrer selbst ( . sondern daß »die Reflexion ( . . d..

um überhaupt negativ sich 13 N o v a lis .) . B d .14 N u n w ird aber gerade. das Henrich um einige M ittelglieder zu bereichern versucht hat (Henrich. 12 0 ). daß sie von ihr durch den A kt..den »Schein«. insofern sie dies »A n ­ dere« ihrer selbst als durch den A k t der >Rückkehr des N e g a ­ tiven in sich< (der Selbstnegation also) generiert anschaut.. 26 u. Sthriflen.. Die im A k t der Position konstituierte Unmittelbarkeit des Scheins beruhte ja au f der Selbstaufhebung ihrer qua negativ qualifizierter. Indem die Negation sich als den Urheber jener Absetzung von Unmittelbarkeit (als des Produktes) durchschaut.00041345 U nter diesen Titeln hat Hegel die gegenwendige »H in und her D irection «13 von Schein und Widerschein im Wesen ent­ wickelt.also die aus der Selbstreferenz des N e g a t iv e n resultierende U nm ittelbarkeit Henrich z 6. 27. Ich deute diese P a s s a g e s o : I n d e m die selbstbezogene N e g a t i o n e in fa che s 130 . 2. 2). Z . der sie erzeugt. und 26. Als abhängig von der N egation erweist sich die Unmittel­ barkeit auch darin. auf Grund derer sich die Unm ittelbarkeit (die sich ja aus der Selbstaufhebung zweier sich Negierender wiederherstellte) allererst ergeben konnte. M it der Selbstdurchstreichung der Negation fällt dann aber auch die Ermöglichungsbedingung weg. 2/ 3) begreift sich die Reflexion als G ru n d ihrer eigenen Unmittelbarkeit.9 u. zumal überschritten und als Unmittelbarkeit negiert w ird (»Die Rückkehr des Wesens ist somit sein Sich-Abstoßen von sich selbst« [ L I I . ] ) . ihren »Anfang« von der unmittelbaren »Bestimmtheit des Scheins« genommen zu haben (L II. korrigiert sie . 2 7 . 14 D ie »Rückkehr in sich« oder das » N e ga tiv e seiner selbst« . I. die sie überschreitet.in ihrer Eigenschaft als >Rückkehr in sich< (L I I . 26. ) .e. 2 7 . . Im » Setzen « (L I I . Hegels Logik der R eflexion . I. 1 1 7 . »Uj«) - sei »ferner« selbst »aufgehoben«. . 32.e. Sie ist in­ sofern das »Aufheben des Setzens« (L II. sagt H egel (L (bei II. 2 7 ^ ) in einer m e rk w ü rd ig verkürzten Skizze seines Argum ents. Als » Voraussetzen « eben derselben gibt sie sich umgekehrt Rechenschaft über die (relative) Abhängigkeit ihrer N e g a tiv i­ tät von der Unmittelbarkeit.

also negativ q u a li­ fiziert (nämlich als sich selbst. .) zurücknimmt. kann sie diese Unmittelbarkeit auch nicht länger als allein von ihr e r w ir k t begreifen. dessen Aufheben das Wesen ist«. . ) 1 3 1 . sondern a u f seine form elle und abstrakte G leich­ heit nur mit sich nach A r t der »unbestimmten Unmittelbarkeit« des Seins (U j). den er nun seinerseits negieren und in Positivität »u m w en ­ den« kann (L I I . U nter diesem Gesichtspunkt kann gesagt w erden. »ist sie ebenso N e g a t io n des N eg a tiv en als eines N eg a tiven . C M 1 2 2 U . als gegen ein Anderes« [L I I . Z . 3$ und 3 3 -3) “ der Setzungsakt a u f einen Gegenstand. wodurch das Wesen erst die Gleichheit mit sich ist« [L II. nach der es vielm ehr Bestimmungslosigkeit ist« [L U t 36. D ie zu r Vollendung einer Position ( N . . »in dem Voraussetzen bestimme die Reflexion die Rückkehr in sich als das N e g a tiv e ihrer selbst. wesentlich das Voraussetzen dessen zu sein. nennt (L I I . die jene als ihr P r o d u k t begreift.. 27. Denn nur unter der V o r ­ aussetzung eines unabhängigen U nm ittelbaren — welches H eg el auch »Gleichheit mit sich in seinem N egiertsein« oder » N egation . nur dies. j). daß die U nabh ängigkeit der Voraussetzung mit der Setzung wieder verschwindet. als dasjenige. Die aus der Selbstbeziehung der Negation resultierende Unmittelbarkeit (>Uo<) enthüllt sich damit in ihrer A bhän Nichtsein in einfache Position v e rw a n d e lt. aus dem sie Rückkehr ist« (L I I .345 a u f sich beziehen zu können.9] t was offenbar nicht sein könnte. und unter diesem Gesichts­ punkt erweist sich »die Reflexion-in-sich ( .N ) ermangelte N ega tio n erfäh rt sich folglich als von der ihr entgegenstehenden U n m ittelb a rk eit ( U ?) präveniert und abhängig bzw. deren sie bed arf. als unmittelbar gegen eines.^]. 2 /3). 27 . 15 Das heißt: der Selbstbezug eines N e g a tiv e n nicht im Hinblick a u f seine materielle N e g a tivität.) Es ist klar. 26 /7 ).J . um den A k t der »Setzung« und sein Resultat ( U 9) überhaupt vollbrin gen zu können (L I I . N u n ist »die U nm ittelbarkeit (. . die M it w ir k u n g ihrer N e g a tiv itä t aus der Konstitution von U nm ittelbarkeit (U. 28. also auch als N e g a tiv e s). Dies ist seine Bestimmung. 28. wenn das A ufzuhebende nicht selbst negativ w ä r e : »es ist zugleich bestimmt als N egatives. die sich selbst gleich« ist. die negative U n m ittelbarkeit15 als negandum »vorausgesetzt. nicht U n m ittelb arkeit zu sein«. So ist sie Denn indem sie - Voraussetzen* (L nach ihrer Selbstaufhebung - II. reine Iden tität . (»Es ist [nämlich] das Aufheben seiner Gleichheit mit sich. (»Das Wesen ist zuerst einfache Beziehung a u f sich.). / I 2 3 O. erfährt die ohne ihre M it w ir k u n g daseiende (negativ q u a l i ­ fizierte) Unmittelbarkeit (qua irreflexives »Zusammengehen mit sich*) als ihre faktische Voraussetzung. l . Siehe Henrich.) als Rückkehren nur das N e g a t iv e ihrer selbst.

Die aus der Selbstbeziehung geflohene (materiale) N egativqualifika­ tion steht ihr nun gegenüber. über das sie hinausgeht und aus dem sie R ückkeh r ist. Die einfache (irreflexiv gewor­ dene) Unmittelbarkeit ( U t) stellt sich der hinter ihr zurück­ tretenden Negation (Beziehung) nunmehr als ein »ihr Ande­ res« (L II.00041345 gigkeit von der Unmittelbarkeit der Negation qua irreflexiver Gleichheit nur mit sich (>Ut<). Durch den Selbstbezug heben sich die negativ qualifizierten Relate auf (U 2).3) v o r. absolute Verm ittlung mit sich« ( I I I . w o h l: »zunächst«] das Voraussetzen des Vorgefundenen« (L I I . Setzen und Voraus­ setzen. es ist eine Bewegung durch / unterschiedene Momente.0): Der C h a ra k te r . daß beide Momente. h . einander wechselseitig implizieren und sich notwendig aus der Organisation der Reflexion als Widerspiel zweier Reflexe ergeben. Insofern kann sie sich gerade nicht als dessen G rund begreifen. um die solcherart >voraus^esetzte< unmittelbare Selbstidentität ihrerseits in die Sphäre der N egation einzuholen (sie zu >setzen<. 17 »D as Wesen als unendliche Rückkehr in sich ist nicht unmittelbare. 35/6). d. in U 2 rückzu­ verwandeln). Die selbstreferentielle Unmittelbarkeit (U L>)17 zerfällt also vo r den Augen der auf sie gerichteten Negation zur formalen Unmittelbarkeit der »Gleichheit nur mit sich< (Uj). So soll nachträglich auch die Voraussetzung aus einer >Setzung< begriffen und als eine auf Vermittlung bezogene U n ­ mittelbarkeit erklärt werden. sondern negative Einfachheit. h. 2 7 . V o r ­ aussetzung für die N egation zu sein. ohne welches die Negation gar nicht selbstbezüglich werden und U 2 ausbil­ den könnte. die der Schein auf der ersten Stufe seiner 16 »D ie Reflexion also findet ein Unmittelbares v o r [als dessen G ru n d sie sich eben darum nicht begreift]. Aber diese Rückkehr ist erst [ d . taucht ja erst am H o riz o n t als R esu ltat der Selbstzerstörung dieser N egatio n in der »Rückkehr und in sich« auf. I 32 . so wäre sogar die »Reflexionslosigkeit«.l^ Es ist offensichtlich. damit aber auch die konsti­ tuierende N egativität selbst. und zw a r als ein solches. Gelingt ihr das. 26. Die Setzung soll gleichsam das letzte Wort behalten.

Absicht Negativität jene Grund nicht als Grund 18 »Denn die Voraussetzung der Rückkehr in sich . Hegels Logik der R eflexion . wenn man Unmittelbarkeit überhaupt nur als Produkt einer >Setzung< in Anschlag bringt sondern er stellt fest.. aus dem Funktionieren der Reflexion einsichtig gemacht: Das Wesen fände seine Voraussetzung als Das Setzen käme.damit der Negation als solcher — als eine von Negation unabhängige Unmittelbarkeit übersteht.wie man vermuten müßte. Offenbar berührt diese Konsequenz den N e rv der Hegelschen Konstruktion. Henrich. daß sie die Auflösung der negativ auf sich bezogenen R elata . mit anderen Worten.das. D a ­ durch sieht Hegel aber nicht den Bestand von Unmittelbarkeit selbst gefährdet . die als Relat ihrer Selbstbegegnung für jene >Umwendung< in Unmittelbarkeit w ar. 27.19 sich. **9*3* 133 .nach Hegels eigener Voraussetzung . Ihre Dependenz nur von sich bekundet sich . und w ir sollten das deutlich machen. Nicht­ ableitbare absolute und uneinholbare Voraussetzung der V e r­ nunft zu sein schien. I. w o rau s das V esen herkommt und erst als dieses Zurückkommen ist ist nur in der Rückkehr selbst« (L I I .) erfährt.insofern durchaus abhängig ist.e. Unmittelbarkeit dieses in ihrer H ebt sich nämlich die selbstbezügliche N egativität auf.41345 Entwicklung vom Sein erbt und die als das Faktische. denn nicht im Namen T yps von Unmittelbarkeit (U*) erwies sich die Voraussetzung als von der Reflexion unab­ hängig (unbedingt). so hebt sich in demselben A k t eben auch Negativität auf.18 Andererseits kommt aber das Setzen immer schon zu spät. Denn die Selbständigkeit der Unmittelbarkeit gegenüber der Negation enthüllte sich als ihrerseits abhängig von der (logisch früheren) Selbstbeziehung der Negation (ohne die sie nicht w äre). dem V oraus­ setzen >in Wahrheit< zuvor. von der sie und das ist nur eine andere Formulierung desselben Sachver­ halts .vielmehr gerade darin.^). 19 V g l. daß sich die N e ­ gation in dieser ihrer Selbstdurchstreichung der (gesetzten) Unmittelbarkeit (U.

II. sondern allein ihres Nichtseins. an die G ren ze ihrer Autonomie stößt: Ohne a u f ein rein Unm it­ telbares sich zu beziehen. w ie sie in Gestalt des Scheins einer Voraussetzung noch zu sehen w ar. Im Unterschied zu einer N egation der N egation in der Aussagenlogik bleibt der selbst­ bezüglichen N egation der Hegelschen Reflexionslogik ja kein Gegenstand als sie selbst: Während die Selbstnegation der ersteren das intendierte Aussageobjekt affirmiert. ein Anderes« (Z. hat die Selbstreferenz der letzteren gar kein positives Resultat: ihr Ergebnis ist einfach dies.gegen Qualifi­ . .. die insofern nichts voraussetzt und ganz auf sich selbst steht. für dessen Bestand sie sich nicht als Urheber weiß. absolut daß die selbstbezügliche Negation nur unter Voraussetzung eines von selbstreferentieller Negation Unabhängigen stattfinden kann. aber in dem Vorausgesetz­ ten ist das Gesetztsein nur als aufgehobenes« (also negiertes [ I II. ] ) . daß sie in der Beziehung auf U .00041345 des K a p ite ls über >die setzende Reflexion« war. .. diese Bestimmtheit gehört nur [ !] der setzenden Reflexion an. daß. Ein anderer Ausdruck für diesen Sachverhalt ist. auszulöschen. indem dies zu gelingen scheint. . . höbe die doppelte Negation sich auf. die am H o riz o n t der Selbstzerstörung der Negation auftaucht. sondern Grund nur von dessen als eines » . muß die Funktion des Setzens eingeschränkt werden: Es ist dann nicht Urheber des von U . die letzte Sp u r eines von N egation unabhängigen und insofern positiven Seins. D as bedeutet aber.D ie doppelte Negation (ohne andere R e fe ­ renz als au f sich selbst) wäre mithin G ru nd nicht eines Seins. Wenn dies für ausgemacht gelten darf. daß Negation nicht besteht: > . geht dasselbe nichts an. hat mit ihr gar nichts mehr zu tun. 2 9 . Ohne dies könnte sie nicht einmal ihr Fehlen konstatie­ ren. N egatio n selbst en tfällt: denn die Unmittelbarkeit. N u n zeigt sich. 3): »D aß dies Vorausgesetzte ein Negatives oder Gesetz­ tes ist. »Reflexionslose« Unmittelbarkeit sollte sich als Produkt der Selbstbeziehung von Negation ent­ hüllen. i 8 . Bestands kation 134 Negativen .N < . .

ist noch nicht gezeigt. Solange das Wesen sein SichVerhalten-gegen-das-ihm-»Fremde« noch nicht als seine eigene Reflexion-in-sich sich verständlich gemacht und seine V o ra u s­ setzung als sich seihst begriffen hat. die den im vorausgegangenen Kapitel erreichten Nachweis. ist dessen Definition noch nicht erfüllt. Daraus folgert er: »Das Unmittelbare ist au f diese Weise nicht nur an sich. das hieße für uns oder in der äußeren Reflexion. daß auch Voraussetzen im Setzen gründe. aber sie ist es selbst. 29/30). daß das soeben bestimm­ te und >für uns« in seinen Aspekten durchsichtige Wechselim­ plikationsverhältnis seinerseits gesetzt und aus der internen Organisation der Reflexion für sie selbst intelligibel gemacht werde. daß Hegel den obsessiven C h arak te r der V o r a u s ­ setzung« in den folgenden Kapiteln über die >äußere< und über die bestim m ende Reflexion« zu überwinden trachtet. deren Absicht nicht ganz deutlich w ird. also umgekehrt »Aufheben des ihr negativen Unmittelbaren« (ebd. daß die Reflexion sich weiß als das Unmittelbare bestimmend (>setzend<). in keinem A spekt überschrei­ ten. D ie Abhängigkeit der doppelt-selbstbezüglichen N egation vo n einem »Anderen« widerstreitet nämlich entschieden dem G e ­ danken einer Se/^5fbeziehung des N egativen. dasselbe. Indem nämlich gezeigt wird. 29.).oder unmittelbare Vorausset­ zung .3) . welche dieses Bestimmen/negiert« (L II.also Negation des Setzens . Diese Konse­ quenz folgt aber keineswegs aus den Prämissen. Die negative Selbstbeziehung der R e ­ flexion sei zugleich >Negieren ihres Negierens« (Z . Es ist nämlich durch die Reflexion als ihr Negatives oder als ihr Anderes bestimmt.und »Setzen« der Unmittelbarkeit. die ja die Seins­ weise der Reflexion ausmacht. Hegel beginnt mit einer Rekapitulation. sondern es ist gesetzt. daß es dasselbe ist. was die Reflexion ist. daß sie sich weiß als die Identifikation ihrer als Sein135 .II. D a zu würde erfordert.41345 Reflexion als Selbstbestimmung im Anderen Sicher ist.

Die Reflexion-in-sich soll ihr negatives Verhältnis zur Unmittel­ barkeit als ihr Verhältnis zu sich anschauen.00041345 im-Anderen mit sich selbst als In-sich-Scheinen setzend. 136 . während die zweite dieselbe Relation in der Gestalt des Für-sich (Ver­ mittlung. 28). Henrich. D as kann nur geschehen. 12 9 /30 . 3 j/ 6 ) .e.2). 20 Hcnrich weist a u f die Inkonsistenz der Argum entation hin und v e r­ mutet. I. wie sie andererseits nur als Relate dieser sie überschreitenden »ganzen Relation« sind. die das Unmittelbare ist. die Prämisse argumentierend einzuholen. 22 V g l. das K apitel über die >äußere Reflexion« sei mehr aus formalen Gründen cingefügt.. D as folgende Kapitel über >die bestimmende Reflexion« ver­ sucht freilich. sie bezieht sich au f sich als auf jenes ihr Nichtsein« (L II. als jedes der Relate die ganze Relation (Hegel nennt sie »unendliche Beziehung auf sich« [ £ 11. der Symmetrie des Dreischritts zuliebe (I.wie in der »äußeren Reflexion« . D as andere M al ist sie die als negativ sich auf sich beziehende Reflexion. und es besteht Grund zu der Annahme.20 Diese Identifikation ist vielmehr schon vorausgesetzt. wenn das ihr Vorausgesetzte ihr getreues Spiegel­ bild ist und sich obendrein als ihr Spiegelbild zu erkennen gibt (sonst würde . aber nicht als sich). gleichsam von Angesicht zu A n ­ gesicht. Man könnte befürchten. Negation) widerspiegeln und negieren würde.. schauen.das Wesen sich zw ar unverstellt. In dieser Reduplikation herrscht ein echt dialektisches Verhältnis insofern. Hegels Logik der R eflexion . »bestimmter Schein«).22 Das läßt sich an der Interferenz der beiden konkret bestimm­ ten Relate recht gut demonstrieren. Die Reflexion müßte sich in allen bisher abgeleiteten Aspekten »verdoppeln«.e. Die erste Synthesis wäre dann ihr reflektiertes Doppel in der Gestalt des An-sich (Unmittelbarkeit. daß sie nur vorausgesetzt werden kann . sie sind daher selbst in sich reflektierte Bestim­ mungen« (L II. was sie sind. 12 6 . 2 1 »D ie Reflexion« als »das Scheinen des Wesens in sich selbst* / »scheint in diese seine Momente. 3 $]) in eben dem Maße in sich selbst enthält2 1. und z w a r »das eine M al als das Vorausgesetzte oder die Reflexionin-sich.

Die Uneinholbarkeit der >Voraussetzung< Damit glaubt Hegel den vollen Begriff der »unendlichen Be­ ziehung auf sich« (£. Die Reflexion ist durchaus autonom: in ihrer Verdopplung hat sie bewußt nur mit sich zu tun. Kann man sagen. die es in seiner ersten Gestalt ist. 9 ff. 33 *:ii 3 S Z. Durch solchen Rollentausch bewährt sich das Wesen in der T at als Se/&jfbestimmung: in seiner zweiten G estalt setzt. 3 j) abgeleitet zu haben. daß er sein Ziel. als wir in eine Interpretation der >Reflexionslogik< i 37 .1345 daß sie als äußerlich aufeinander bezogene und verglichene eine Differenz ins Wesen einführen. jene Diffe­ renz. 11. die sich zwischen >Voraussetzen< und >Setzen< einzu­ drängen drohte. 3 j).). Das scheint aber nicht der Fall zu sein: denn das als unabhängig von der Reflexion (von seinem Gesetzt­ sein) gesetzte Unmittelbare ist selbst Reflexion. In der >Zurücknahme< ihres Bezugs auf Anderes in die Selbst­ beziehung bewährt sich die »Reflexionsbestimmtheit« als »die Beziehung auf ihr Anderssein an ihr selbst* (L II. die das fugenlose E n ­ semble der unendlichen Selbstbeziehung paralysierte (£. I I . und für dieses läßt sich das ent­ sprechende zeigen. negiert und bestimmt es sich selbst als die Voraussetzung. Damit unter­ gräbt es seine Unabhängigkeit von der (äußeren) Reflexion aber durch seine eigene T at und geht von selbst ins andere R e la t über (wird gesetzt). D am it scheint Hegels Programm erfüllt: alles spielt sich ab. sie durchschaut sich in ihrer Bestimmung. erreicht hat? Und insbesondere: ist es gelungen. in eine Setzung der Identität beider aufzu­ lösen? D a w ir die Seinsthese Hölderlins und Sinclairs vor Augen hatten. als sei das Fürsichsein der ganzen Relation gesetzt. die Bedeutungsverschiebung in der Verwendung des Ausdrucks >Unmittelbarkeit< beim Übergang von der Logik des Seins zur Logik des Wesens allein aus dem immanenten Funktionieren der Reflexion zu erklären.

f ü r » d ie U n g e r e i m t h e i t a l l e r U n g e r e im t h e it e n « h ä l t ( I .) u n d sich selbst e n t f r e m d e t« w ä r e . d e r d ie H e r l e i t u n g der F o l g e aus e in e m ih r ä u ß e r e n P r i n z i p .e. daß Selbstbewußtsein ist und daß es . daß eine Selbstbeziehung ihre Momente als sich wissen kann.. Es sieht wohl auch.also die indiffe­ rente Gestalt des Seins . Das heißt aber zugleich. Zunächst muß man zugeben. . daß sich für diesen Anspruch gute G ründe ins Feld führen lassen. Hegel bestreitet das. daß sie sich nicht als G ru n d der in ihr sich manifestierenden Identität weiß. Das Resultat ist aber sie selbst. I J S ^ - D i e s A r g u m e n t g ib t ü b rig e n s auch Schelling z u . Zum einen würde eine der Logik transzendente Voraussetzung »in gar keiner Weise die Folge verständlich machen. und so bleibt sie bei dessen Resultat stehen. daß beide ihre Rollen tauschen und nicht an ihren O rt fixierbar sind. I. 138 . die aus ihr hervorgeht«. D ie Einheit aber dieser relativen Einheit und relativen D iffe­ renz läßt sich in der Beziehung nie mitthematisieren: sie ent­ gleitet der Reflexion als der G rund der dialektischen Selbst­ begegnung. Hegels Logik der Reflexion. . daß w ir diese Fragen an Hegel stellen würden. . ergab sidi ganz natürlich. auch das Fürsichsein der Reflexion aus der Negation verständlich gemacht zu haben. der] Bestimmungslosigkeit« ( I I I . und da sie sich durchsichtig ist.und dieser Punkt hängt eng mit dem 23 V g l . 7 . E r leugnet die Notw endigkeit irgend einer Voraussetzung und verspricht. also entweder die Einheit oder den Gegensatz.als solches . in ih re r E x i s t e n z a u ß e r sidi selbst (.ganz allein aus der Selbstbeziehung eines N egativen (der Reflexion) herzuleiten.über seine Einheit nur >cum alia ratione interveniente< sich Rechenschaft geben kann.00041345 eintraten. wenn sie wirklich in der Beziehung stehenbleibt. H e n r i c h . D araus folgert Hölderlin auf die Transzendenz dieses Grundes und begründet diesen Schluß aus dem Faktum. 36) . 57). w o d u rch jene »aus sich h e r a u s t r ä t e . E r beansprucht überdies. D a sieht eines der R elate nämlich immer nur sein Korrelat. Hölderlin hatte bestritten.2 3 Zum anderen kann . . weiß sie sich als solches. jene »reine Identität [ .

der unmittelbare Selbstbezug des Seins erweise sich in W ahr­ heit als Wesen. sondern die Reflexionen in den Potenzen des Seins und des Wesens sind geglichen worden. »kann Hegel nicht durch einen Fortschritt im G e d a n k en von der setzenden zur äußeren Reflexion komm en. » N u r wenn Unmittelbarkeit«. daß zwischen Voraussetzung und Reflexion kein äußeres V e r ­ hältnis besteht. In diesem Augenblick ist aber dem Sein ein außerlogischer Bestand abgesprochen: die Reflexivität der listigen Formulierung. und nun zeigt sie sich als einerlei mit der >Reflexion-in-sich<.e. 82) Identität bewahrt geblieben oder nicht? Hegel wird antworten. fährt Henrich fort. schreibt Henrich. gegebene Interpretation des zweiten Satzes aus Hegels K apitel über »die äußere Reflexion« [ = L I I .p 4 1345 vorigen zusammen . wenn sich dessen opake Gleichheit nur mit sich als ein internes M erkmal der Reflexion-in-sich überführen läßt. dazu veranlassen. und die Argumentation. so muß man gleichwohl folgende Frage stellen: Ist in der Aufhebung der C h arak ter des Seins als »reflexionslose« (L I. irreflexiv sei das Sein eben nur zum Schein. 28. die Vorgabe der Prämisse im nachgelie­ ferten Argument eingeholt zu haben (und dann nicht mehr supponieren zu müssen). die derjenigen der »Voraussetzung« noch vorgelagert ist. »Ohne diese Prämisse«. es sei »Gleichheit nur mit sich<. I. w ird beim Namen genommen. M it einem W ort: nicht Sein und Wesen. Henrich verw eist auf die 126. Hegels Logik der Reflexion . Sein T e x t benutzt sie auch gleich zu A n fan g. Aber es taucht ein Problem a u f: N im m t man nämlich an. 4 / 5 ] ) . Das V erfahren ist durchaus legitim. »grundsätz­ lich schon als Selbstbeziehung gefaßt ist. wie gezeigt worden ist« (eb d. es enthülle sich der Reflexion als eine vordem nur unartikulierte Beziehung.das Wesen nur dann für ein das Sein ohne Bedeutungsverlust in sich Aufhebendes gelten. in Voraussetzung und R e ­ flexion dieselbe Selbstbeziehung anzunehmen.. 4 Z . 139 . G ib t man das zu.«24 M it anderen Worten: die Schlichtung des Widerstreits von Setzen und Voraussetzen dependiert ihrerseits von einer Prämisse. G e ­ wiß glaubt Hegel. kann der Nachweis. die dafür einsteht.^ f. 128. 24 Henrich..

was wir über die Eigenart der doppelten N eg a­ tion bei Hegel im Unterschied zu der der Aussagenlogik ge­ sagt haben.wenn auch in einem problematischen Sinne . Nim m t die Negation einer Aussage sich zurück. das Sein und Wesen als wirklich unterschiedene auseinander­ zuhalten hilft. Erinnern wir uns an das. wenn sie ins Spiel kommt.sei stringent. um sie sinnvoll gebrauchen zu können . daß die Unmittelbarkeit.grundsätzlich dadurch wieder . Darum wird sie keine Voraussetzung als solche anerkennen. Wahrscheinlich reicht dieser Einwand nicht sehr w eit: Hegel wird erklären. Die in den R an g eines Prinzips er­ hobene Negation hat hingegen mit gar nichts Äußerem zu tun.w e­ nigstens gedacht werden kann? Mit der erfolgreichen Selbst­ negation hat die doppelte Negation ja nicht nur der U n m it­ telbarkeit Platz gemacht.das ist gerade die Prämisse der Logik . als ihr Resultat erscheinen. die als ihr R e ­ sultat . au f die die negierte Negation durch ein Ausschließungsverhältnis bezogen ist. Wir müssen auf die eingangs gestellten Fragen zurück­ kommen. Mit dem Ausfall dieses Kriteriums gibt es dann aber in der Folge der >Logik des Begriffs« auch kein echtes M o tiv mehr für eine Wiedervereinigung der getrennten in der restituierten Unmittelbarkeit der Idee. Sie verlangen Auskunft über das Verhältnis der selbstreferen­ tiellen Negation (U L>) zu ihrer Voraussetzung«. und die einfache Unmittelbarkeit muß ihr. au f das sie sich beziehen könnte: jede ihrer Beziehungen muß . sie scheint deren Bestand . mit derjenigen Unmittelbarkeit gleich ist. A ber läßt sich wirklich sagen.und wirkliche Differenzen kommen in einer Logik gar nicht vor. daß die Logik die Verwendungsweisen der Ausdrücke Sein und Reflexion trotz ihrer wesentlichen Identi­ tät hinreichend deutlich bestimme. K ritik an der Hypostasierung der R ela­ tion zum Prinzip der Philosophie hat also tiefer anzusetzen. dann sieht man das Kriterium dahinschwinden. so läßt sie den Gegenstand der Aussage stehen oder vielmehr: sie bejaht ihn indirekt.als einen von ihr produzierten .auf sie selbst gehen.

weil sie auch dann ist.)* Sie leitet aus diesem Einspruch den weiteren ab. Adornos N ega­ tive D ialektik ( F r a n k fu r t/ M . gilt.. weil sie ist.auch Th.e. aber unangemessen sie interpretierend . A dorno baut auf diesen Satz seine These vom »V orrang des Objekts« vor dem Subjekt a u f (I. daß sie nicht Resultat der Reflexions­ negation sein kann.e. sich eines feh­ lerhaften Zirkels zu bedienen. h. ) : ein in ihr »nicht Aufgehendes« (I.e. Im Gegenteil: wenn Unmittelbarkeit als das Andere der Reflexion auftaucht (Uj). 182 ff.aus einer anderen Perspektive . so hat man ihn noch nicht als die Unmittelbarkeit des Seins ausgewiesen.it ihr auch den G rund für die aus Selbstreferenz resultie­ rende reine Unmittelbarkeit.. A u f ihn läßt sie sich also nicht redu­ zieren. daß die Selbstaufhebung der Negation g a r nicht anders als in Beziehung auf diesen von ihr unab­ hängigen Zustand gedacht werden könne.. d. die doch . 172).. seine Seinsweise wäre der abstrakte Ausdruck reinen Nicht­ seins.41345 in Frage zu stellen. Gleichwohl behauptet Hegel als Resultat der Selbstbeziehung die unbezogene und von Negation unabhängige (!) Unmittel­ barkeit (Uj). 1 7 1 / i f i . daß sie Negation überhaupt aufhebt und rn. 141 . im K ontext). W. Denn diese Sichselbstgleichheit ist das Andere der Reflexion gerade darum.e. Das Produkt dieser ihrer Selbst­ vernichtung könnte darum auch nur ein Nichtseiendes s e i n 2 5 . daß sie jedenfalls nicht 25 Gegen die K onfun dierung der Position mit der negierten Negation wendet sich .als bestimmungsunabhängig schon im Namen trägt. 159 ff. 182 o. Sie dennoch unter dem Titel »Gleichheit des Negativen nur mit sich< der Reflexion gleichsetzen hieße. muß sie schon darum etwas anderes sein als der Schatten jener Selbstdurchstreichung der Negation (U 2). Unsere Arbeit w ill die Schellingsche Tradition sichtbar machen. in der sie . Selbst wenn man daran festhält.nicht bewußtlos (vgl. das Andere der eliminierten Negation sei selbst Negation. wenn Negation als ihre Seinsbasis entfällt. die unbezweifelte Verwiesenheit der Verm ittlung auf das Vermittelte (Unmittelbare) sei nicht ebenso umkehrbar: Es gibt einen V o rra n g der Unm ittelbarkeit vor der Vermittlung (I. I. und 200). das Nichtsein ihres >Grundes< überlebt. 1966.steht. der seine Prämisse nicht offen­ legt und auch nicht ableitet. Sagt man also.

Z w ei Gründe lassen sich vorerst für die Gegenthese anführen: i. das Wesen sei das >gewesene Sein« (Z.N . auf Reflexion gar nicht be­ ziehen. Anders ließe es sich als das. I I . Die Voraussetzung« ist der faktische und insofern positive Bestand von Negation überhaupt. Übrigens besteht gar keine Notwendigkeit. was es ist.Nicht-Negation . handelt. um den Satz. daß die Reflexion in jeder ihrer Beziehungen nur mit sich zu tun hat). muß. Die Negativqualifikation eines Bestimmbaren erlaubt jedoch keineswegs den Schluß. Die Analyse der Reflexionsstruktur kann in alle E w ig ­ keit nur wieder Reflexionsmomente zutage fördern (sie v o ll­ endet sich geradezu in dem Nachweis. die in solcher Urzeugung ja als causa sui sich bewähren müßte. Diese Unmittelbarkeit w äre es nur unter der zirkelhaft verwendeten Prämisse. daß von der >Irreflexität< dieses reinen Seins immer nur negativ sich reden lasse: indem man eine Negation negiert (Uo) und deren Resultat dann als Voraussetzung dieser Selbstnegation aus­ gibt. die es be­ stimmt. daß auch das bestimmungsun­ abhängige Sein in Wahrheit ein Modus der Negation sei. So zeige sich indirekt. das Sein schon vor seiner Vermittlung als solches bekannt gewesen sein. w o ra u f sie reflektierend sich beziehen könnte.überhaupt hervorbringen zu können. Wäre sie das nicht. so ist schon im voraus klar. G a n z sicher besteht Hegels Erinnerung zu Recht. daß es sich um das eigene Anderssein der Reflexion selbst und keineswegs um etwas . mit der Negation den A n fan g zu machen: den Charakter des Negativen erhielte das Sein unmittelbar. mit ihr vergleichen und vor allem von ihr unterschei­ den.00041345 Resultat von Negation sein kann. die Negation hätte nichts. sobald es als Relat in einer Beziehung aufträte. Auch darin erweist sich U..> mithin als bedingt durch den positiven Bestand von U . 13). auch nur möglich zu machen. daß dem Bann der Reflexion nicht zu entrinnen sei. Sollte sich unter ihnen Unmittelbarkeit befinden. 'aus dem die Reflexion zu sich selbst gekommen wäre. daß 142 . um den Z u ­ stand .

- D aß der Ausdruck »Sein« bei Hegel »als reine Bestimmungsmöglichkeit (. und zw a r für sich selbst aufeinander sich beziehen. 143 . daß die R e ­ flexion. Der Nachweis der Identität des Allgemeinen und des Besonderen hat dann nurmehr die Implikation aufzuzeigen. daß die so definierte A l l ­ gemeinheit die einzig mögliche Definition von »Sein« darstelle.3)2. A n ­ ders gesagt: Man kann sich zw ar vorstellen. esse apparens). daß es anders ist als anderes). kann offensichtlich aus keinem der Relate und ebenso wenig aus dem Begriff der >ganzen Relation« abgeleitet werden. es ist nicht diese Reflexion selbst« (L II. was es ist. ob das Phänomen von Vereinigung durch sie überhaupt er­ k lärt worden ist.) auftritt«. Nicht ableiten läßt sich aber das Bew ußt­ sein. 27. 32.Unmittelbarkeit Selbstbeziehung. reduziert .. so fragt sich. als solcher nur nicht in der Position der Unm ittelbarkeit schon einleuchtet. das letzte Wort behalten: »es [das Unmittelbare] ist nur in der Reflexion-in-sich. Eine Relation bleibt Differenz.26 Dann muß aber jener Satz. also Reflexion ist. Ohne Zweifel würde Hölderlin dies 26 Die phänomenale E vid enz für Hegels Schritt w ird zunächst gar nicht bestritten: Das Allgemeine als das allem Gemeinsame kann nur a u f sich selbst bezogen sein (außer ihm ist nichts). den Hegel nur aufschrieb. Hegelsche D ialektik . indem sie sich bestimmt. unterstreicht auch A. Denn daß die Relate sich aufeinander be­ ziehen.Sein (esse subsistens) a u f Allgemeinheit (unbe­ stimmte Bestimm barkeit. G ew iß läßt sich Einheit im Gegen­ satz darstellen: sie hat dann allerdings nicht in ihm ihren Grund. . dagegen ist das Besondere. sondern allenfalls die Stätte ihrer Manifestation. Freilich gelingt dieser Nachweis nur unter der Voraussetzung. Ein schwerer wiegender E in w urf muß den ersten ergän­ zen: Nim m t man die Suisuffizienz der Beziehung als ein ur­ sprüngliches Faktum der Vernunft einmal an.e. . nur durch N egation der Allgemeinheit und A bgrenzung gegen ein Anderes (es profiliert sich vor dem Hintergrund der leeren U n b e ­ stimmtheit und dadurch. daß die Reflexion sich in dieser Beziehung wirklich als mit sich identisch weiß. daß bei der »Beziehung nur a u f sich« in W ahrheit zugleich ein »Bezug a u f Anderes« und umgekehrt vorliegt. um im F o rt­ gang der Argumentation seine Vorläufigkeit zu erweisen. Sarlemijn. I. mit sich in ihrem A nders­ sein identisch ist.mit anderen Worten .

wird durch das »absolute Band oder die Copula« (»die reine Wesentlichkeit«) ausgedrückt. wenn sie sich .V orform oder Alternative? Hegels Theorem einer Selbstbestimmung der Reflexion ist nicht ganz unabhängig von Vorbildern der frühidealistischen Tradition entstanden. indem sie sich darauf beschränkt zu zeigen.00041345 seinem Freunde zu bedenken gegeben haben. 144 . weil die Reflexion eine nur zweistellige Relation ist. daß sie Selbstidentität als ein außerreflexives Faktum voraussetzen muß und tatsächlich im­ mer schon voraussetzt. daß sie die unbezogene Identi­ tät des Seins als einen Modus von Relation behandelt. Und er hätte zu zeigen gewußt.als »un­ endliche Selbstbeziehung«27 erweist. mit der Autonomie der Reflexion konfundiert habe. 2. 36 1). so hatte bereits Schellings Identitätsphilosophie gelehrt. daß. E r würde hin­ zufügen können. was Hegel unter dem Titel der >äußeren Reflexion< be­ schrieben hat. in ihrer eige­ nen Struktur begründet ist. Eine Denkfigur Schellings . Diese Voraussetzung erklärt zw ar befriedigend die Verfahrensweise der Logik. Übrigens hat Hegel Schellings V o rb ild anerkannt. Vorlesungen über die G e- Bejahen« (I. d . daß Selbstheit in Reflexion erscheint. wenn sie sidi nicht 27 Sdielling sagt: als »unendliches sich-selber-Wollen« oder »sich-selbst36 1). die Hegels Logik selbst zugibt und die darin besteht. dem zu entkommen. freilich als »ungenügend« bezeichnet (Hegel. »Die absolute Identität des Unendlichen mit dem Endlichen« (I.h . Diese Voraussetzung ist aber weit un­ terschieden von der Voraussetzung. daß Reflexion selbst eine Weise von Relation ist und deren Sphäre also nicht überschreitet. läßt aber die Gründe für einen möglichen Um­ schlag der Relation in das Bewußtsein der Selbstheit im An­ derssein (der Reflexion) im Dunklen. daß Hegel die Tatsache. Absolut kann diese Einheit nur genannt werden. In diesem Fall gibt es keine Möglichkeit.wie die bestimmende Reflexion bei Hegel .

. 440. 7.) bezieht die gründende Einheit den »Gegenwurf ihrer selbst« (I. 6 . das Affirmirende und das Affirm irte.{). . wenn durch eine »Doublirung des Wesens.absolut nur dann sein. . Als das »dem Begriff nach ewige ineinander-Scheinen des Wesens und der Form« (I. 2. schließt er sich Schelling an).und das ist nur eine andere Wendung desselben Verhältnisses . 6. 2. 7. 9). vgl. 2). 1 6 5 .gegen das durch sie Verbundene. also eine Steigerung der Einheit« ( 1 . Denn es wird nicht nur die Wechselimplikation an sich oder eine »ein­ fache Identität« Ungleicher. Anders: D as »Wesen« »als ein reines Eins« (I.). 7.. Dieser Gedanke entspricht offen­ sichtlich recht genau dem.).] ( . Bd. beides ist Gott«. zumal als »das ganze untheilbare [Absolute] (. 7 . I. ) das g a n z e Absolute« ist (I. also auch als das ihm relativ Entgegengesetzte (I. B d . auf »sich« zurück und enthüllt sich mithin in beiden Momenten als »Allheit oder absolute Totalität« (ebd. . Die Verbundenen als für sich bestehende sind in der Einheit ebenso »negirt« wie umgekehrt »die E in ­ heit (identitas)« »in der (ihr entgegengesetzten) Vielheit« (I. Z.. D ie Identität des Bejahenden und des Bejahten (des Vorausgesetzten und des Gesetzten) kann .e. sondern als die Identität ihrer als des Bandes mit den verbundenen Relaten definiert (I. Hier handelt es sich also um eine Relation. sondern dasselbe ( . in der nicht äußerlich »Ungleiches Ungleichem. . die Differenz ihrer Relata. durch den es sich als »ein Theil des Ganzen« präsent ist. 2.] das B e ja ­ hende und das Bejahte [. jedes für sich. 2. »Aller Regressus ins Unendliche ist hier abgeschnitten« (I.. 2 6 3 /4 ). I. 54) »wäre nothwendig ohne O ffen­ barung in ihm selbst« (ebd. 5 9 . 4 2 5 ) »jedes [.). 58.) sich selbst gleich gesetzt« wird ( 1 .e. . 100 ff. 4 ) . ist Identität des Affirmirenden und des Affirmirten« (I.16 5 . Jedes R elat weiß sich durch den A k t selbst.e. i 6 j .). Schon I. 6 . o). Theorie-W erkausgabe . 164. .) selbst« (ebd. Z.. 6. 165. 20. 4/5). »sondern es wird die Identität einer Identität gesetzt« ( 1 . Der Satz: »>Das A ffirmirende und das Affirmirte. . 6.6 .. 3 6 1/ 2 fT. . heißt also ebenso viel als: beides. ) . 1 6 5 . 164 u. was Hegel als das >Setzen< der schidtte der Philosophie .

).). das für seine Wahrheit einsteht. Hegel glaubt. 3 6 2 / 3 ). 138 f. die für Einheit. bei grund­ sätzlicher Übereinstimmung mit seinen Resultaten. 6. daß in jedem Relat die Einheit mit seinem K o rrelat und der ganzen Relation wiederaufersteht. daß die >Identität< beider rein und als solche ein C harakter des Sei­ enden wäre. die für Relation transpa­ rent ist (I. Im Gegenteil verhält sie zu ihm sidi so. Denn die Voraussetzung ist ja ihrerseits . 362 u. 137).hervorzubringen. die in der bestimmenden Reflexion für sidi gewordene Einheit der Relate nicht länger mehr voraussetzen zu müssen. Zugleich macht sich ein wesentlicher metho­ discher Unterschied im Verfahren geltend. Die Voraussetzung die­ ser jeder Relation vorgängigen Einheit wird uns. Sie hat mithin den Status einer notwendigen Ermöglichungs­ bedingung für die synthetische Organisation des Seienden und 146 . Schellings Philosophieren glaubt sich dagegen durch folgende Evidenz legitimiert: Unser Wissen findet die Realität und sidi selbst als »Totalität« strukturiert vor. Dagegen operiert Schellings These.und zw ar in Einheit mit dem Setzen . Einheit. mit anderen Worten. Jedem Seienden läßt sidi nadiweisen. durch den E in w u rf aufzudecken versucht. daß es Einheit in der Vielheit ist Relation. 2. 6.gesetzt. 2.also im V e r­ lauf des zu ihr führenden Weges selbst . Das bedeutet natürlich nicht. B e­ kanntlich hat H egel die Schwäche dieses Ansatzes. die bloße Hypostasierung einer niemals manifesten Einheit erspare jene begriffliche A r ­ beit. daß die ganzheitliche Organisation des Seienden »die Einheit (identitas)« nur »fordert« »und ohne diese auf keine Weise gedacht werden (kann)« (I. die Identität als Produkt der Reflexion . damit von der und in die Reflexion zurückgenommen. 32) be­ schrieben hat. »durch die Reflexion auf das Wissen selbst abgenöthigt« (I. gerade umgekehrt mit der im ersten Satz seines Würzburger Systems einbekannten » Voraussetzung « einer die Relation prävenierenden »absoluten Einheit« der Bezogenen (I.00041345 »Einheit der setzenden und äußeren Reflexion« (L I I .

2 9 Wäre es opake Einheit. Beide Bedingungen müssen also zugleich erfüllt sein. daß gezeigt w ird .. Während es leicht denkbar ist. so denkt man das Wissen als eine relative Einheit vo n Einheit und Gegensatz: »es besteht gerade aus Zusam ­ menhalten im Auseinandergehen und aus Auseinandergehen im Zusammenhalten «. d. es könnte nicht au f sich zurückkommen und würde kein Bewußtsein seiner selbst erwerben. 3 6 1/2 ff. Irtitia philosopbiae universae . W. 8 4 / j . 1 4 0 . . es würde nicht »sieb selbst«29 als das in bei­ den Einige erfahren können.. von H o rst Fuhrmans. es sey bei keiner ändern möglichen Voraus­ setzungen ein Wissen denkbar« (I. dieser S a tz kann hier nur indirekt. und er könnte insbesondere nur au f deren Basis die reflexive Erkenntnis der 28 D a ß *dieß die erste Voraussetzung alles Wissens. vgl. J . »I M 29 F.würde ihr äußerlich bleiben). Und der G ru nd dieser bewußten Selbigkeit fällt nicht in den Prozeß der Vermittlung als solcher. Schelling. Bonn 1969..28 Sagt man. . diejenige V o r ­ aussetzung ist«.). daß über das B e ­ zogensein beider hinaus die Momente ihrer Selbigkeit bewußt sind. des Wissens.seiner Wahrheit. das da weiß. Die Anlage der Schellingschen Philosophie be­ weist es hinlänglich: »unsere fernere Betrachtung ( . »ohne welche sich überall kein Wissen denken läßt. 6 . kann es die Relation nicht ohne weiteres dahin bringen. sidi als ein Einiges zu sidi zu verhalten (diese Einheit ..qua Bezogenes . Erlanger Vorlesung W S 1 8 2 0 / 2 1 . 6. 147 . 1 4 . Dennoch haben sie nicht den gleichen Rang. 2. daß es Ein und dasselbe ist. wäre es ein reines Auseinanderfallen der Momente. nämlich dadurch bewiesen werden. Im Wissen liegt aber eine solche B e ­ ziehung von Einheit und Gegensatz vor. erk lärt Schelling. W ird Einheit also nur hypothetisch in Anspruch genommen? Keineswegs. 0). 4. Ohne die Vorausset­ zung käme der Reflexionsprozeß nicht in G an g. hg. 138.nämlich als Manifestation . I. v g l.sei.sie w a r Einheit und w ird es bleiben . wird) Entwicklung und Ergründung der Voraussetzung seyn. 3 . wenn Wissen möglich sein soll. daß in ihm diese präreflexive Einheit »als solche« . die Einheit in eine Beziehung zu sich zu bringen . und das da gewußt wird« ( 1 . h. I.

auf dem Vorgegebensein von U . (»Wir wollen nicht mit dem Allgemeinen uns begnügen. N u r das B e­ gründungsverfahren weicht von dem seinen ab. einer unmittelbaren und irreflexiven Selbstidenti­ t ä t 3 1 .) affirmiert. Existenzansprüche der »Voraussetzung« der Id e n ti­ tätsphilosophie abzuwehren. Realität Einem Aktus der Verbindung eine prä-synthetische. D aß die »phi­ losophische Reflexion«. 2. weil dem erstes jedes wahr nichts hat.) »Dieser Voraussetzung zu geben. 2 2 3 / 4 ) Hegels >Setzen< sich begreiflich machen läßt. Aber er fügt an. . doch sofern es dem es sich mittheilen kann.30 Andererseits hat sich die Voraussetzung im Prozeß zu reflektieren. . als äußerste Armuth. Anders ge­ sagt: Unmittelbarkeit als Selbstvermittlung eines Negativen beruht. Auch diese Formulierungen erinnern an Hegel. 59). 9 .) zugrunde liegt. man kann bei ihr nicht stehen bleiben. . sie (.. daß sie das nur deshalb könne. ) . . Nicht damit. »kraft« deren das A b ­ solute » unmittelbar« (ebd.) als darzustellen. ideale Wiederholung« ( 1 . 31 D as Problem. indem sie selbstbezüglich w ird und sich aufhebt. 137). klammern w ir aus heuristischen G ründen zunächst aus.00041345 Einheit als Resultat erbringen. dieß ist eigentlich der subjektive. so ist jenes ihre nothwendige Voraussetzung« (I. 148 . h. unser Schluß ist nur hypothetisch: wenn P h ilo ­ sophie ist. als deren » n u r . soll sie möglich sein. . wenn es darum ging. ver­ borgene Impuls zu aller Philosophie« (I. . daß ein schlechthin Wesen. 6 . 8.Hegels U 2 gibt Schelling zu. 163) . d. . 3 5 2 ]. daß diese Selbstidentität (ihrer U nm ittelbarkeit ungeach­ tet) auch selbstbewußt sein muß. 6 . daß im Begriff A nfangs der Begriff eines Mangels liegt« [I. nämlich »abso­ lute « (ebd.Mit Recht durfte Schellings spätere H egelkritik a u f diesen S a tz sich berufen. Einfachheit sich selbst G äbe es nicht zwingende Evidenzen für die These von der »gänzlichen und absoluten Unabhängigkeit der oder der von dem Subjektiven und Objek- Gleichheit an sich selbst Identität 30 *E s ist mit dieser Schlußfolge noch keineswegs etwas fü r die R e a litä t dieser Idee bewiesen ( . als höchste B e­ dürftigkeit sich selber erscheinen muß. wenn auch an sich überschwengliche Fülle. die entgegengesetzten Momente »zu « ver­ binden kann (I.

in der sich Schelling mit Hegel weitgehend einig wußte und Hegels System noch nicht ausgebildet war. M an muß sich klar machen. daß die Selbstbeziehung der Negation jene Positivität gar nicht zum Resultat haben könnte (sie würde die 32 D a r a u f weist in anderem Zusammenhang auch Werner Becker. Die eine lautet. Das Absolute wäre dann keine Position . woher sie kommt. Dam it breche die Polemik gegen die »vorausgesetzte Indifferenz« in sich zusammen. so ist sein G ed an ke. indem sie gel­ tend macht. 6. daß diese Sätze aus dem Ja h r 1804 stammen. I. . 74 ff. und warum sie gerade dienen soll [. sich zu dirimieren. das Absolute sei ein von B e ­ stimmung unabhängiges Positivum. sondern ein durchaus mittelbarer. 163/4). wie Gegensatz sich in Einheit auflösen lasse. unbekümmert um mögliche Schwierigkeiten in deren Durchführung. 6.) kein unmittelbarer Gegenstand der Erkenntniß.d v e n « (I. wie präzise Schelling das Eigene seiner Position schon damals zu bestimmen wußte und wie konsequent der G a n g seiner Spätphilosophie war. hin. 16 3 . und das Problem. mit Einem W ort ein bloßes Gedankending« (I. 66 ff.e. Hegels Begriff der D ialektik . . bes. daß »►das Absolute nur das Produkt (wäre). . vo n der man nicht weiß. an dieser Stelle zunächst einmal skiz­ zieren wollen. nämlich die Negation einer Verschiedenheit [U z]. verschiebe sich bei ihm zu der Frage. D aß sie gleichwohl zu einem Einw and gegen die Grundoperation der Logik sich eignen3 2 . aus einer Zeit also. das hinterdrein erst durch die Vernichtung des Gegensatzes gesetzt wird« (I.] an ihrer Negation das Absolute zu demonstriren.. Aber »so wäre ja das Absolute alsdann bloß eine N egation . wie eine gründende E i n ­ heit d azu komme. nimmt sich selbst zurück.0 ).. (. die Dimension des Gegensatzes a u f die Einheit der R e la ta über­ schreiten zu müssen. son­ dern eine bloß negative Idee. 147. 6. so müßte man umgekehrt annehmen. die zweite liefert ein N e ­ gativargument für die Richtigkeit der ersten.3). kann deutlich machen. Schellings Überlegung schließt drei korrespondierende Thesen ein.. die wir. ein Produkt des synthesirenden Denkens. Hegels K r it ik an der Transzendenz von Fichtes und Schellings Begriff der Identität. indem er die innere N o tw e n d ig k e it anerkennt.

150 .es ließe sidi nicht angeben. was das Absolute. das am Horizont der negativen Selbstbeziehung auftaucht. denn diese Aussage geht über den von der Reflexion erbrach­ ten Befund weit hinaus . D am it würde aber drittens jedes Kriterium für die getane Behauptung fehlen. nicht ist: nämlich Reflexion). dasjenige. sei das Absolute. wenn es ist. was die allein a u f sich gestellte Negation zu diesem Urteil legiti­ mierte.00041345 Bestimmung des Absoluten wieder zurücknehmen und damit nur angeberi.

F . Sie ist im wesentlichen Schuld unserer Philosophiegeschichtsschreibung und hat ihr Fundament nur zum Teil in der von ihr dram a­ tisierten Sache. . : Phän. H a m b u rg 1 9 5 2 6 [ z i t . W. »ist das Z e u g n is ihrer Schellings A bhandlung menschlichen Freiheit (1809). die allenthalben und auf beiden Seiten den Stil der Auseinandersetzung färben. W ir sehen von einer Freilegung per­ sönlicher Motive. die Hegel erstmals in der V o r ­ rede zur Phänomenologie des Geistes1 öffentlich gegen ihn erhob. H eidegger. B riefe und Dokumente I. T ü b in g e n 1 9 7 1 . I h r e Z w i e t r a c h t « . 2 2 3 ) . über das Wesen der H e g e l B riefe I .]. 45I-$$ 8). ebenso wie von der un­ angemessenen Polarisierung der beiden A nsätze2 ab. E in h e it« 4 (M . 2 D i e b is la n g p la u sib e ls te u n d a m r e i f s t e n a u s Q u e lle n belegte B e g r ü n - dung H egels hat H orst fü r die Entfrem dung Sd iellin gs u n d Fuhrm ans g e lie fe rt ( H . sd ire ib t H e i d e g g e r m it R echt. hg. 1 59* IS* . Im Gegen­ teil wendet sich Hegels Schreiben vom 1. nur unter systematischen Gesichtspunk­ ten interessieren kann. Schelling. d aß eine K o n fro n ­ tation von K ritik und Gegenkritik. F. Phänomenologie des G eistes. H offm einer. 5. bietet keinerlei W inke fü r die Konstruktion eines unversöhnbaren Gegensatzes3 .«^41345 III D ie wechselseitigen Systemkritiken Hegels und Schellings Keim haft ist in diesen Überlegungen aus dem Ja h r e 1804 bereits das Potential von Schellings später G egenkritik an den V orw ürfen versammelt. W ir sind uns im klaren darüber. von der Forschung meist anachro­ nistisch im Licht der späteren Entzweiung der Freunde ge­ lesen. J . 1807 an Schelling« als an den kompetentesten Zeitgenossen mit der Bitte um Be­ 1 H e g e l . wie w ir sie im folgenden überwiegend au f der Basis der Vorrede und Schellings R eplik in den Vorlesungen über die Geschichte der neueren Philoso­ phie versuchen wollen. D er Briefwechsel zwischen Hegel und Schel­ ling aus dem Jah re 1807. v o n J . 3 .ebensowenig Pläne für ein neues Journ al und gemeinsame Berufung nach München. B o n n 1 9 6 1.

Plitt Damit ist der Verdacht gelindert. daß ich der Phän Plattheit. h. Fuhrmans* (I. 39).402. 519 ff. daß ein gut Teil dieser sprichwörtlich gewordenen A t ­ tacken frühe Polemiken Schellings gegen den gleichen Gegner frei zitiert. »nichts darin zu erkennen« vermögen (I. die besonders mit Deinen Formen soviel U n fu g und Deine Wissenschaft zu einem kahlen Formalismus herabtreibt. einige der ohne Zögern so interpretierten polemischen Wendungen.. N o v .»bei dem gerechten Maß der eignen Meinung von mir selbst« . die »in dem Wesen des Absoluten nichts als eitel Nacht« zu sehen. an dem kein Glied nicht trunken ist« und der eben dadurch. die er jeder anderen vorziehe. für die »einfache Ruhe« durchsichtig ist (Phän. denen Gott die Weisheit im Schlafe gibt« ( 15).e. 4. 6 D arauf hat schon K a r l Jaspers ( Schelling. ja womöglich um dessen Einführung ins Publikum.). wie etwa die von der Nacht. oder von jenen Phantasten. .. daß alle sich unmittelbar auflösen.) - übrigens so häufig aus den Ferneren Darstellungen . den 2.) V gl.* Unter diesen Umständen fällt um so mehr Ge- Phän Seinen 5 *In der Vorrede wirst Du nidit finden.in Schellings eigenstem In­ teresse . Die in der V o r­ rede geäußerte Polemik möchte . seien auf Schelling gemünzt. »durch die Einhüllung des Selbst­ bewußtseins und Aufgeben des Verstands.. Im Gegenteil läßt sich zei­ gen. glaubt an die Möglichkeit. H . Andere Bilder wie das vom »bacchantischen T aum el. M ü n ­ chen 19*5) hingewiesen. 1 2 1 ) . d.So bezieht sich beispielsweise der V o r w u r f gegen die nachtschwarze Identität eindeutig auf Schellings ähnlich motivierten Angriff auf jene »meisten«. in der alle Kühe schwarz sind ( 19). die zu sein [glauben]. 4.. Größe und Verhängnis . II. haben Schellingschc Vorbilder ( 1..« (ebd. 403..00041345 urteilung seines Werks. mit Hegel über die eventuelle Differenz in ihrer »Überzeugung oder Ansicht« ohne Mühe »kurz und klar« ins Reine zu kommen (München.als gegen »den Mißbrauch und die Nachschwätzer« der Naturphilosophie gerichtet verstanden werden . 18 0 7.) ausführliche und gründliche Interpreta­ tion.etwa au f sich zu beziehen. daß man vermuten könnte. Hegel habe diese Schrift bei *5 2 . ein wenig heikel im Abwehrgestus gegen die von Hegel ausdrücklich abgewiesene Anmutung. die. die Polemik gegen Kompromittenten seiner Naturphilosophie .5 Schel­ lings Antw ort. zu viel getan habe.

D er A n fan g. in dem Du den Begriff der Anschauung opponirst. »Eines ausgenommen. D u kannst unter jenem doch nichts andres meinen.j und I. 2. 4. 3 6 2 . der Niederschrift der V orrede benutzt (vgl. und zw a r unter dem Einfluß Schellingscher A r ­ gumentation und in einem gegen Hegel gerichteten Sinne. 76) ebenfalls a u f diese S<hrift berufen: I. das Ganze« bestimmt (Phän. So bekenne ich. eine Seite zu haben. und in welcher Weise artiku­ liert sie sich als ein echter Widerspruch gegen Schellings V er­ sion einer Identitätsphilosophie? Hegel hat in dem bekannten Satz der Vorrede »das Wahre [als] .% io . nach der Lektüre der >Vorrede<] Deinen Sinn nicht zu begreifen. daß es erst am Ende das ist.t 1 7 . ^ und 1 . werde sich zwischen ihnen »Alles« lassen. E r hat die vorgeschlagene 'Diskussion über »Begriff und Anschauung« bewußt gemieden. Es ist von dem Absoluten zu sagen. daß cs wesent­ lich Resultat. noch das Beispiel des A n a ­ tomen [Phän. . Hegels K ritik an Schelling in der Vorrede zur Phänomenologie Welches M otiv hat diese Opposition des Begriffs gegen die Anschauung in Hegels Vorrede. wirkliches Subjekt. schrieb er.j] . . h. 362. 5 7 0 / 1. von der sie Begriff. .Die Identifikation von Sub­ stanz und Subjekt konnte sich außer a u f Schellings B rie f vom 4. 4 . M3 . o) und hinzugefügt: »Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich v o ll­ endende Wesen. ..e. Bekanntlich hat H egel auf diesen recht freundschaftlichen Brief Schellings nie gean tw or­ tet. 4. oder Sichselbstwerden zu sein. als was Du und ich Idee genannt haben. das Prinzip oder das Absolute.^41345 wicht au f den Differenzpunkt. deren N a tu r es ist. Erst seine Schüler haben sie aufgegriffen. und hierin besteht seine N atu r.] und die Metapher von der Wissen­ schaft als dem »Allen dargebotenen und für Alle gleichgemachten Weg zu ihr« [Phän. bis jetzt [d... . 2 1 . 1795 (Plitt I. und eine vo n der sie Anschauung ist« (Plitt I. .). den Schellings Schreiben selbst anerkennt: »Versöhnen«.. w as es in Wahrheit ist. 12).

Sie richtete sich au f die K o n 7 V gl. 16) kann die Wissenschaft sein. die absolute Erkenntnis aufgegeben w äre. Nicht »ein esoterisches Besitztum einiger Einzelner« (Phän. 20. wenn die Reflexion aus dem Wahren ausgeschlossen und nicht als positives Moment des Absoluten er­ faßt wird.) zu seiner »zu-sich-Kommen« Voraussetzung haben undurchschauten » G e ­ schichte« seines Weges zu sich versöhnt.3). das zurückgenommen w e r­ den muß. . Diese Tatsache ist bekannt. als ob dadurch. io. Diese aber ist das. einen Wert oder eine unbe­ schränkte und allgemeine G ültigkeit hätten« (zit. Behauptungen. »daß seine [des Idealismus] Sätze nur w a h r sind. daß sie nichts absolutes und im Absoluten gar nichts sei. . dann sukzessiv in Subjektivität sich potenzierenden Gestalten geschritten w a r. 10. 3. 95). . Id ea lis­ mus und Existentialphilosophie . der Übergang auch nur zu einem Satze. daß mehr aus ihr gemacht w ird denn nur dies. Gehlen. 634) von erst überwiegend objektiven.00041345 w ie es zuerst und unmittelbar ausgesprochen w ird. ist nur das Allgem eine . ob nicht gerade »die Tendenz zum Geschichtlichen« ( 1. d. 94) außer-sich-Seyn« mußte. ins Bewußtsein. Ew igen usw. . und Hegel hat sie nie geleugnet. oder abgesehen von der Bewegung.. Bd. 94) es w ar. Absoluten. Es ist daher ein Verkennen der Vernunft. 17). . d. . w as perhorresziert w ird . 12. die an und für sich. drücken in der T at nur die Anschauung als das Unm ittelbare aus.7 Nicht hierhin zielte die Kritik. solange man sie denkt und daß es für den Idealismus keine eigentlichen Sätze gibt. durch die Schellings Philosophie sich ausgezeichnet und dabei Hegels Zustimmung und Nachfolge gefunden hatte. . kommen« ließ (I.. deren letzte »jenes Ich des Bewußtseyns mit Bewußtseyn zu sich selbst. In : Theorie der W illensfreiheit. 154 .. h. a u f dem es »durch eine k o n ti­ nuierliche Stufenfolge« (I. in einem letzten Schritt mit der von ihm dessen (ebd. Schon Schelling hatte das Selbstbewußtsein. »Die w ahre Gestalt der Wissenschaftlichkeit« ist ferner darein gesetzt. (I. enthält ein Anderswerden . sie ist »der A llen dargebotene und für A lle gleichgemachte Weg zu ihr« (Phän. h. Mit Hegel w a r Schelling auch darin einig. 10. T heorie - Werkausgabe . Hegels Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie. . nach A . die Worte des Göttlichen. 4 2 0 / 1 und passim. ist eine Vermittlung. 23). »an dem Begriffe allein das Element ihrer Existenz zu haben« (Phän. Wir können an dieser Stelle die Frage unerörtert lassen. W as mehr ist als ein solches Wort. durch die sie erzeugt werden.« ( P h ä n 2 1).

h . nicht erh alten ist« (ebd ) z w a r ebenso h in au s w ie ü ber den In te lle k tu a lism u s eines Fid>’t e. die die W irk lic h k e it selbst a u f eine u n w irk lic h e W eise d a rstellt« (Phän.s tr u k tio n des W eges als eines solchen. . d e r. d er » d ie [ n e g a t iv e ] a ls s o ld ie .w i e d e r in d ie trä g e E i n f a c h h e i t z u r u d t . d as ihn z w a r in sich tru g . 1 1 . d a s D e n k e n a ls D e n k e n f e s t h ä l t .O b je k t (au s dem d ie S u b | e k m . . h e ra u sa rb e ite n . 1 9 .. D ie v o n S c h e llin g in A n ­ spruch g en o m m en e in te lle k tu e lle A n sch au u n g schien z w a r g e ­ gen d ie n o tw e n d ig e F o r d e r u n g . 2). / 1 3 <>. .. d a ß sie als R e at ( U n ­ en d lich k eit) gegen ein A n d e re s (F o rm ) b estim m t b lie b . so g e w iß d ie » S u b sta n z « in ih rer W a h rh e it als » S u b je k t ( . Fichtes I * d a s s u b je k tiv e S u b . *) in ih r e r A b s o ­ lu th e it d ad u rch sich a u fz u h e b e n schien. d as A b so lu te a ls K o n k r e t u m I d . ) a u fz u fa s s e n u n d a u sz u ­ drücken « ist (Phän. in w e l ­ chem »d as S e lb stb e w u ß tse in nu r u n te rg e g a n g e n .e k . f ä llt a b er »U -in te lle k tu e lle s A n s d ia u e n . S p in o z a s S u b sta n z ist das o b je k tiv e S u b je k t . S o v e r h a r r t e d as in d er in te lle k tu a le n A n sch au u n g su p p o m e rte » u n m itte lb a re W issen des A b so lu te n « als ein v o m B e g r if f nicht A r tik u lie r te s . 20. . 8 . . a b e r n u r an sich o d e r im M o d u s d er A n sch au u n g (Phän..)... . als p o s itiv e E in h e it v o n S u b sta n z u n d R e f le x .e k t (dem als sold iem d ie O b je k ts p h ä r e tra n s z e n d e n t b le ib t). u n d d a s B e so n d e re d e r S u b sta n z u n terg eh en lä ß t (eb d . nicht z u v e rs to ß e n .2 ) . noch b e v o r er e in e n S c h ritt g e ta n h a t..).O b . x u. u n d S d ie l- 155 . 2 2 . da sie d u rch ihre In d iffe re n z gegen die » D a rs te llu n g « ( P h ä n .t a t en t­ flohen ist). D e r im ­ p liz ie rte B e g r iff m u ß sich »aus d er U n m it t e lb a r k e it des sub­ sta n tiellen L eb en s« (Phän.. » d ie fü r in der T a t im m er n u r in ihrem A n fä n g e stehen« (Phä«. u . seines E n d e s schon g e w iß ist o d e r d e r n u r zum Schein v o llb r in g t . . d a ß sie das A b so ­ lu te z u ein em g e g e n seinen G e g e n s a tz B e stim m te n u n d m so(ern Je n se itig e n (Phän. w a s in d er e w ig e n Id e e im m e r schon geschehen u n d b e w u ß t ist. 1 2 U . ) . ) madien-. ])• . . o • j *1 A lle n drei P o sitio n e n h a ftet d er M a n g e l an . indessen b lie b sich w o h l w ah re Id e e . .o n - z u bestim m en . .. a n d e r n fa lls ist die P h ilo s o p h ie ü b er d en S u b sta n tia lism u s des S p in o z a . 1 4 . .

Phän . 23.0). diese Identität absolut aufgcstellt w ird. .nicht eine ursprüngliche Einheit als solche. ohne daß cs bewiesen w ir d . Dennoch trifft Hegels Gegenposition auf gewisse Schwierigkeiten. . H a t diese Einsicht Hegels eigene »Darstel­ lung« vor dem »Mangel« einer bloß äußerlichen »A n tizipa­ tion« der Subjektivität des Absoluten bewahrt? Anders ge­ fragt: H at Hegel die Subjektivität des Absoluten vorausset­ zungslos dargestellt.t)? Stellen wir den Text auf die Probe. 2 3 . sagt Hegel.. als ein >Non-existens< des Absoluten erscheint. Z u r Vorverständigung 8 Genau dies getan zu haben.. oder un­ m ittelbare als solche .. ist sein V o r w u r f gegen Schelling: »D as Mangelhafte in der Schellingschen Philosophie ist. ist ein­ leuchtend.00041345 lings absolute Indifferenz scheint den Prozeß seiner Selbster­ kenntnis als ein von ihm unbetroffenes Jenseits zu überstehen. *). . 2)> Denn nur so kann mit Recht gesagt werden. 4 3 $ . 20.ist das Wahre« (Phän. die das Unmittelbare einfach voraussetzen... Und »nur diese [im Resultat] sich w iederber­ stellende Gleichheit oder die Reflexion im Anderssein in sich selbst . 23. Von einem »sogenannten Grundsatz oder Prinzip der P h ilo ­ sophie«. D e r w ahre Begriff des Absoluten wird daher seine Unmittel­ barkeit oder Substantialität in seine eigene Sphäre. sondern als integrales Moment seines wirklichen Selbstvermittlungsprozesses zugleich affirmiert und negiert w ird. »wenn er w ah r ist.^). I. er sei. d. daß dies das W ahre ist« ( = IS6 Geschichte der Philosophie . insofern er nur Grundsatz oder Prinzip ist« ( Phän. daß der P u n kt der I n ­ differenz des Subjektiven und Objektiven vorn hingestellt. ohne sie »nur geradezu« (ebd.e. die Verm ittlung oder Reflexion. schon darum auch falsch ( . h. so setzen. daß das Absolute nichts außer sidi zurücklasse und die Indifferenz des Prinzips gegenüber der wirklichen Bewegung seiner Darstellung in de­ ren letzte und endgültige (vgl.e. daß sein »Sichanderswerden« nicht als ein Nicht-Ich.) und äußerlich gegen »die Selbstbewegung« zu setzen* (I. Die in diesen Sätzen formulierte K ritik an philosophischen Systemen. ) . nämlich in die Einheit seiner mit sidi selbst. auflöse.

o). D e r ­ gleichen läßt sich freilich nur aussprechen.MI 345 über den Gegenstand seines Werks bringt Hegel einen V e r ­ gleich der philosophischen »Wissenschaft« mit dem V erfah ren der Anatomie. d. so träte eine »Ungleichheit« ihres W e­ sens zu der verwendeten Methode auf (Phän. »die w ahre Gestalt. 3 . die ohne begriffliche N o t ­ wendigkeit.. 1J 7 . fährt Hegel fort. daß die Vorrede einen Dialog mit demjenigen aufnimmt. Ihr Allgemeines und Besonderes haben den gleichen Status: sie sind abstrakt. h. 10.. . 10 98 ). der die a u f Treu und Glauben anheimgegebene Lösung aller Probleme durch die Lektüre der Phänomenologie einholen w ird und zu dem sich der Autor der Vorrede verhält wie der »Meister« »in den Sokratischen Gesprächen« ( 1 .erklären wollen: Es ist klar. 12. von empirisch gefundenen und add itiv nebeneinander gestellten Daten. ist also zweifellos eine Antizipation vom T y p der Schel­ lingschen »intellektualen Anschauung« und hat zunächst kei­ ne argumentative Evidenz. kann allein das wissenschaftliche System derselben sein« (Phän.). 9/10). Es sagt am A n fa n g nicht mehr als: »Es wird als H y p o th e se angenommen.die in einem nichts v o r ­ aussetzenden W erk ohnehin in eine paradoxe Stellung gegen die folgende Darstellung geraten muß . bevor es darstel­ lend sich zu bewähren hat. wenn es der Darstellung der Phänomenologie gelingt. in welcher die Wahrheit existiert. Diese hat zu ihrem Gegenstand ein »A ggregat von Kenntnissen«. den 9 Schellings System des transcendentalen Idealismus setzt auch mit dieser A ntizipation bescheidener ein. Denn nur gegen das schon be­ kannte Wesen kann sich die historische Methode als unan­ gemessen zeigen. Diese P arad o xie läßt sich freilich nur dann entschuldigen. wenn das Wesen der Wissenschaft als solches schon bekannt ist. 4 ). verknüpft werden ( Phän. in unserem Wissen sey ein System # ( 1. Würde die Philosophie.. ebenso verfahren. also bloß »historisch«. D er gleich zu Beginn ausgesprochene Satz.^ Man w ird diesen Einwand nicht strapazieren und vielmehr aus dem C h a ra k te r der Vorrede .

2 4 .. der G e d a n k e werde nur durch eine in ihm selbst liegende N otw en d igkeit weiter getrieben. »daß der oder das Prinzip des Systems in der T a t nur sein ist« 2 4 . 3).: »dem im absoluten Anderssein. Dies geschehe. nämlich als »in seinem Dasein [Unmittelbarkeit] für sich selbst [Reflexion] in sich reflektierter Gegenstand [Unmittelbarkeit = Reflexion]« Grund Anfang an sich. »Dies Anundfürsichsein . nach welchem er hinstrebt. Substanz. .00041345 wahren Begriff der Wissenschaft voraussetzungslos her­ zustellen. Gegenstand. . zurückgekehrt ist. sagt Hegel. ist es erst für uns oder es ist die geistige Es muß dies auch muß das Wissen von dem Geistigen und das Wissen von sich als dem Geiste sein. . .. die Voraussetzung oder Forderung macht. daß Hegel. D er antizi­ pierte Begriff vom Geist als der konkreten Aufhebung der Substanz ins Subjekt und dessen Wiedervereinigung mit der Unmittelbarkeit kann also nur für eine »Vorstellung« (I. Die Selbstentäußerung als Bewegung seiner in sich selbst be­ greifend.10 reinen Selbsterkennen als solchen« Elemente (Phän. als des­ sen selbsterzeugter Inhalt dar. während er doch offenbar ein Z ie l hat. diesem Äther je schon] befinde« 24.. 24.) gelten. daß »der Anfang der Philosophie . gegen die er sich profiliert. für sich selbst. wie in der >Logik der Reflexion'. . .). Hierin.. 10 Diese Formulierung verrät freilich eine Kenntnis des »Resultats« schon a u f der Stufe der Unmittelbarkeit. Doch auch für sich selbst hat der Geist für sich zu werden. für uns (Phän. liegt eine »Täuschung (. 2)- Man sieht. und das. hat Schelling eingewendet. der eben dadurch auch in die Unmittelbarkeit. .e..« Anders gesagt: » « stellt sich bislang der als welcher der Geist in seiner Selbstvermittlung sich gegenübersteht. wenn der Philosophirende auch noch so sehr dessen Bewußtseyn sich 158 . nicht durch »Widerlegung« der Unmittelbarkeit des Anfangs.)> indem man sich vorspiegelt. erreicht er seine volle Bestimmtheit oder die wahre als dreifältige Einheit. . nur Wissenschaft (Phän. daß das Bewußtsein sich in diesem [sc. sondern durch darstellendes »Aufzeigen«. so auch hier keineswegs zu leugnen beabsichtigt.

allerdings »noch nicht gesetzt. A ber gerade in dieser methodischen Weichenstellung. das sich dadurch aufwirft. D er letzte A k t des Systems hat die bislang hypothetisch in Anschlag gebrachte Identität von Sein-im-Andern und Selbstsein seinerseits zu setzen als »das Sein. es kann dies für sich selbst in zirkelfreier Bewegung aber nur dann. darum nur um so entschiedener bewußtlos a u f den G ang des Philosophirens einw irkt« (I.. noch nicht fü r sich• (L II. 174 (vgl.).der »Cirkel der R eflexion«11 Die Parallele zur Situation in der Reflexionslogik liegt auf der Hand. Das Problem. 2 bis 556.D as Schlußkapitel der Logik spricht es geradezu aus. 3) . den dortigen K ontext). 2 4 . Schellings Erwiderung . die die Darstellung des Systems auf ein Gleis drängt. 554.in welcher er »seine Vollendung und Durchsichtigkeit selbst« gewinne (ebd. 1 3 2 . als den Hauptmangel von Schellings Philosophie kritisiert (vgl. 25 o. das die Ermöglichungs­ bedingung bereitstellt für die au f letzter Stufe erreichte zu verbergen sucht. 10. . ist leicht aufzuzeigen: Ein An-sichSeiendes kann wohl für uns als für-sich seiend sich herausstellen.. 436. H ier wie dort soll eine unumgehbare »Voraussetzung< in der wirklich gelungenen Darstellung ihres Resultats eingeholt werden.. E r sei sehr wohl »an sich die kon­ krete Totalität«. das die Reflexion in sich selbst ist« (Phän. wenn ihm auch auf der Stufe des An-sich-Seins irgendein Für-sich-Sein schon zukam. Dies werde er erst am Ende der Bewegung seines Werdens (Phän. j). . Noch in der Geschichte der Philosophie freilidi hat Hegel das »Voraus­ setzen« dessen. j . dessen V erlauf im vorhinein abzusehen ist.). »was bewiesen werden soll«.e. in welcher sie der Schellingschen Gegenkritik offensteht. ) . I.3 im K ontext). daß der A n fang oder das Allgemeine »nicht als bloß Abstraktes« genommen werden dürfe. gerät Hegels Philosophieren in eine grundsätzliche Schwierigkeit. 11 I.

die Reflexion könne nur im sozialen Interaktionszusammenhang zustande kommen. U n d Freiheit ist schon an sich als wirkliche Freiheit zu denken« und ders. D ie Rechenschaft über die Stru ktu r dessen. der ihre Bewegung erst möglich macht.). G .2 8 4 ) : »Im Unterschied zu Fichte ging Hegel immer davon aus. also aus ihrem Resultat. E r hat es aus einer Fichteschen Perspektive auch gegen Hegel geltend gemacht: »Hegel denkt die Einheit der Gegensätze nur dialektisch.00041345 Selbsterkenntnis seiner als des im An-sich-Sein bei sich sei­ enden Geistes. sie als u r­ sprüngliche Einheit zu fassen. 50. ist übrigens auch keineswegs des­ halb einzuschränken. 168. somit wiederum nicht als ursprüngliche Einheit der beiden. 1967. Fichtes ursprüng­ liche Einsicht. U n d er tut das. 28 i M). H .e. daß sie in der G estalt von Schellings H egelkritik historisch wirksam geworden ist. 12 I n diese 12 E s ist Henrichs Verdienst. Beharrlich beschreibt er das Selbstbe­ wußtsein als Zusichkommen eines solchen. das an sich schon Selbstbeziehung ist.somit ganz nach dem Reflexionsmodell. Kritische Einleitung in eine Theorie . In : Revue de metaphysique et de (I. 1 5 4 .e. Noch deutlicher hat Henrich seine K r it ik in einer neueren Publikation werden lassen (Selbstbewußtsein.. M e rk w ü rd ig erscheint. Diesen Zirkel für ein irreduzibles Faktum aus­ geben (Pbän. daß Selbstbewußtsein nicht aus sich selbst verständlich gemacht werden kann. obwohl ihm im Zusammenhang seiner A n aly se von R e l a ­ tionen ganz andere Mittel zur V erfügung standen. was auf diese Weise entsteht. 2. Je d e Entwicklung von Gegensätzen geschieht im R au m ihrer vorgängigen Ein heit [leur unite prealable].e. . ^ m orale%Ann£e 72. D as Phänomen des Ich verlangt aber. ohne zu erwähnen.y 20.. N O . daß der gesamte Hegelianismus in der Bewußtseinstheorie d o g m a ­ tisch und unproduktiv geblieben ist. die Voraussetzung nicht einholen. weil er meinte. I n : Festschrift für FI.1 6 9 . Gadam ert 1970. dies Argument zuerst und in großer K larh eit an Fichtes K r it ik an K a n ts zirkelhafter E in führu ng des ApperzeptionsTheorem s aufgedcckt und dargestcllt zu haben (D . Des weiteren denkt er die Einheit von W ir k ­ lichkeit und Freiheit nur als Verwirklichung der Freiheit. I. in dem die R e la ta voneinander unabhängig und doch notw end iger­ weise aufeinander bezogen sind: Anders als Fichte hat er sich aber niemals v o n der Reflexionstheorie des Selbstbewußtseins gelöst und damit d a fü r gesorgt. W ir werden d arau f zurückkommen.: La Decouverte de Fichte. w ird d avon in keiner Weise beeinflußt« (I.. der die A nalyse von Relationen des T y p s gegeben hat. ist er auch der erste gewesen. D ie Behauptung. 2 5 7 . A u s einer ga n z 1 6 0 an d e ren P ersp ek tive hat Louis A lthusser (Das K apital . sondern ihre Inanspruchnahme unmerklich machen. das bereits alles voraussetzt. Wie w ir heute wissen. daß er vom Reflexionsmodell nicht loskam. daß Henrich diesen E in w an d in G e sta lt einer imaginären K o n ­ frontation Hegels mit Fichte vorfü h rt. ^). 2) hieße.

da aus Objekt Subjekt nur werden kann. der Anfang sei »reines Seyn « (I. beim unmittelbaren Sein oder »bloßen O b je k ­ tiven « 13 (I. die Schelling dem »bloßen Seyn« durch den »Gedanken« glaubt hinzufügen zu müssen. Es ist vielm ehr gerade eine Pointe des Hegelschen Philosophierens. l 6l . 13 D aß Hegel Sein als lautere O b je k tiv ität denkt.Dieser E in w a n d gibt allerdings Hegels Ansicht nicht richtig wieder. werden Gegenstand einer später zu disku­ tierenden K r i t i k sein. seine Philosophie nehme in unmittelbarer Anschauung vo rw eg. freilich ein »nicht als solches schon gesetztes Subjekt« (ebd. io. sondern vo n dem Begriff des Seins. Er argumentiert so: Indem Hegels Philosophie ihren Anfang beim A llerunbe­ stimmtesten. 129) zu nehmen vorgibt. An anderem O rt spricht Althusser von Hegels » Kreissystem «. Reinbek 1974. ein »Seyn.. 68 ff.14 lesen . Der Begriff indiziere aber gerade jene Id ealität.. die sich daraus für den Übergang in die Sphäre der N atu rw irklich keit ergeben. »daß die A n g le i­ chung von Su b jekt/O b jek t der teleologische Ursprung jeder W ahrheit ist« (L . w as nur Resultat sein könne. so kann auch keine Notwendigkeit für dieses Sein an ihm selbst ein­ gesehen werden. 55). sondern ein Subjekt als in d if­ ferente >Gleichmöglichkeit< von Wesen (Subjekt) und Sein (Objekt): »Subjekt-Objekt«. Hegel rede nicht vom Sein. d. sich fortzubewegen. h. ist der B egriff das Sein (indem nirgends ein über den Begriff hinaus­ gehendes Sein in Hegels System vorkomm t). dessen G rundlage darin bestehe. .). verwickelt sie sich in einen Zirkel. das »Objektivste als Negation alles Subjektiven«. 14 Man könnte einwenden. Die Schwierigkeiten.e. Reinbek 1972. Das Sein wäre. Sagt nun Hegel. das ist alles. um eine Bewegung zustandezubringen. Das Sein wird ja innerhalb der Logik nicht etwa in den Begriff erst aufgehoben. daß die traditionellen »Erkenntnistheorien« von Hegel bis H eidegger ihre F rage vom Resultat her formulieren: in »zirkelhafter« Bewegung setzen Vernunft und Dasein sich selbst je schon voraus und unterstellen damit die S u b ­ jektivität des ihnen »Äußeren«. was es ist. läßt sich an vielen synonymen Verwendungen beider Ausdrücke belegen. 13 1).041345 Richtung zielt Schellings Verteidigung gegen den V o r w u r f. daß der Ausdruck »Sein« von vornherein nur als ein Begriff in seinem System zugelassen ist. Lenin und die Philosophie .) schon 1965 d a ra u f aufmerksam gemacht. in dem gar nichts von einem Subjekt ist«. 1.A . wenn es Subjekt schon war.

F r a n k fu r t / M . 13]). weil er . weil ein für sich selbst gar nicht Bestehendes den >Mangel< auch nicht empfinden kann. 162 . indem er den A nfang als an sich seiende »konkrete Totalität« bestimmt. D ie Abenteuer der D ialektik . Konsequent macht er nicht erst Engels. d. die es lediglich noch nicht für sich ist.). und Schelling sucht sie in einem zweiten Schritt aufzudecken. vom Unmittelbaren w egzu­ gehen. 1 3 8 . d. sondern schon H egel für eine latente Reifikation der geschichtlichen D ia le k tik verantw ortlich (M.00041345 W ir sahen. Auch in dieser Formulierung verbirgt sich eine P o in te von Schellings K r it ik .auf der Basis einer präreflexiven Vertrautheit mit der konkreten >Idee< seine Abstraktheit durchschaut. wenn er nicht G e d a n k e w ä re « (I. das Sein gehe aus sich selbst ins Subjekt über (ganz einfach deshalb. 10. . io. d. was man soeben als Sein zu fassen meinte: er ist irreflexiv (ohne Selbstbewußtsein) und würde »für sich selbst ganz unbeweglich liegen (.denn der Begriff verhält sich genau wie das. . A b er um 2. der beim Sein nicht stehen bleiben kann. als eine Indifferenz von Subjekt und Objekt. wenn er nicht der B egriff eines denkenden Subjekts. der synthetischen Verfaßtheit seiner Subjekt-Objektivität sich schon bewußt ist. 2. die die Priorität des wirklichen Subjekts v o r dem B e ­ griff erweisen will (vgl.1 4 1 ) . Allein diese Reduktion verschärft die Zirkelhaftigkeit. Wenn nicht gesagt werden kann. Ohne diesen Gedanken bestünde 1. gar keine Notwendigkeit. M erleau -Ponty. wäre nichts dadurch gewonnen. 1968). daß vom Begriff des Seins die R ede ist . I. so muß es »der G edanke « sein. j). auch nicht einmal die Möglichkeit. diese Synthetizität mit der Abstraktheit des reinen Seins v e r­ gleichend dessen Mangel enthüllt und ihn in der D ialektik des Fortschreitens . 10. 15 A ls solche verdächtigt bekanntlich M erleau -Ponty das Hegelsche P h i ­ losophieren. 13 2 .die nun vom Geruch einer Realdialektik der >Sache selbst«15 befreit ist . h. h. der es über sich hinaus zu konkreteren Bestimmungen drängt [I.sukzessiv aufhebt. h. von »Unmittelbarkeit« überhaupt zu sprechen. Hegels Unmittelbarkeit ist nichts als ein in der Vermittlung verschwindendes Moment. daß Hegel dies in gewissen Grenzen zuzugeben bereit ist.

das.Hegels stereotype Charakterisierungen dieses Ansatzes durch die A ttribute der Abstraktheit. so würde i.•11345 als verschwindend auch nur gewahrt werden zu können. Unvermitteltheit usw. Sie sind nach ihrer wirklichen Intention zu beurteilen. zeigt besonders eindrucksvoll eine Passage aus Glauben und Wissen (Theorie-W erkaus- &abet I. Dieser V o rw u rf ist freilich einer philosophischen Position nicht zu ersparen. 2. den ändern als Vermittlung ausspricht. die jener schlechthin zuvorgekommen sein und schon vor dem Faktum der einfachen Reflexion« fü r­ sich (mithin präreflexiv) bestanden haben muß.2).) Hegel hat diesen Zirkel als ein elementares Faktum der V e r ­ nunft ausgegeben (Phän.. 20. während sie gerade in der Art. be­ d a r f es einer über die Vermittlung selbst hinausreichenden Kenntnis dieses Moments. die das Ausder-Pistole-Schießen des Unmittelbaren glaubt verhöhnen zu dürfen. Leere. aber nicht für sich. zw ar bestanden. Unmittelbarkeit läßt sich nicht »post festum« dekretieren.. die bereits in aller Deutlichkeit den eigentümlichen und abweichenden G a n g des Hegelsdien Idealismus und den Scheincharakter seines Bündnisses mit Sdielling ent­ hüllt. daß er auch in der Argumentation wiederauftau­ chen darf. die Rede von »Vermittlung« unerlaubt. Bd.w ie die gleiche Stelle lehrt .16 16 D aß Hegel sdion in seinen frühen Jen aer Publikationen. w äre dasjenige Bewußtsein unerklärt. diesen und jenen Z u ­ stand vergleichend. Anders gesagt: Der Begriff der Vermittlung erklärt sich nur in Abhebung gegen eine für ihn konstitutive Erfahrung von Unmittelbarkeit. Ohne Zweifel kann das nicht bedeuten. 163 .e. 398/9). (H ätte sie. Die Analyse des in der Verm itt­ lung Implizierten bringt immer nur Vermitteltes zutage. wie sie ihr eigenes Prinzip einführt. Fidites »intellektuelle Anschauung« als die einfache Selbstre/Jejciow des formalen »reinen Wissens« verkennt. deren g rü n d ­ liche Reflektiertheit diejenige Schellings nidit selten übertrifft und diesen vielfach angeregt hat. mit vollkommener Sicherheit den einen als unmittelbar. i . die für ihn einsteht. hinter die philosophische Leistung ihres Z eit­ genossen Fichte zurückfällt. wie Hegel annimmt. A u f diese Verwechslung gründen sich .

»obgleich sie das Bewußtseyn erst ableiten will. die aber bloß form al ist. welches andere dann wiederum nicht vollständig seyn d arf. Fichte. 1 0 .9 3 ) . bis dann zuletzt der progressus in infinitum (die letzte Zuflucht aller Philosophie. 8 5 / 6). Fichtes Wissen­ schaftslehre. . der gegen Fichte folgendes zu bedenken gab: Wenn Bewußtsein aus der Selbstbeschränkung einer ins Unendliche gehenden Tätigkeit entsteht. sagt crt »setzt irgend eine Einheit. 4 . sondern nur die unzureichende in einem ändern Unzureichenden.) hängt von der gemachten A b straction ab. als begründetes Resultat«. D as »schon fe r­ tige Bewußtseyn« ( 1 . . 93) im Ich als seinem »Resultat« für sich werden (ebd.). 10. 97). um alles gleich in der Potenz darzustellen. 1 0 . 10. 8 5 / 6 ) findet sich mithin vor als R e ­ sultat einer sich ihm entziehenden Handlung. im A k t der intellektuellen A n ­ 17 In der Streitschrift gegen Fichte aus dem Ja h r e 1806 bedient sich Schelling eines (fast) Hegelschen Arguments gegen die Abstraktheit des P rin zip s. des Bewußtwerdens selbst« (I. ein U n vo llstän d iges. 1 4 4 .17 Nichts hinderte also. bedient sich doch nach einem unvermeidlichen Cirkel aller M ittel . wie weit die Mangelhaftigkeit reiche. in die es doch erst mit dem Bewußtseyn gehoben wird« ( 1 . (. und auch cs selbst erhält nicht seine volle E rg ä n z u n g in einem selbst Vollendeten a u f einmal. und insofern ist das Nicht-Ich vor dem Ich« (I. da sie nicht zugleich ihre M annigfaltigkeit begreift. sonach ein durch Abstraktion von diesem anderen Erzeugtes. 145. Er w ar es. als ein »Erzeugtes« zu denken. so lautet Schellings K ritik aus dem Jah re 1801. an-sich zu sein (vgl. als deren U r ­ heber es sich insofern nicht ansehen kann und die ihm fo lg ­ lich als von seiner bewußten Produktion unabhängige O b je k ­ tivität vorkommt (I. I. . 4 . die ihr das (im philosophischen Subjekt) schon /erf/ge/Bewußtseyn darbietet. so hört es eben durch sein Fürsich-Sein auf. sondern »wesentlich . . das eines anderen bedarf. »Kein Ich ohne Nicht-Ich.00041345 ♦\ I i * Voraussetzen und intellektuelles Anschauen Übrigens konnte sich Hegels Forderung. 227). 8. welche nicht die T o t a lit ä t schon 164 . das Absolute »nicht als eine bloße Voraussetzung«.2). aber­ mals auf Schellings Vorbild berufen ( 1 . 0 u. Dies v o r ­ bewußte Ansich konnte nur durch »die Arbeit des zu-sichselbst-Kommens.

d. mit welchem Fichtes Wissenschaftslehre wie aus der Pistole schießend anfängt. als Fürsichwerden eines solchen zu denken. w e l­ che mir das rein Objektive dieses Aktes zurückläßt. 4 7/8 . da es nur durch seinen Mangel wirksam ist. daß ihr Autor den Gedanken der intellektuellen Anschauung nicht richtig gefaßt hat. daß die Aufhebung der Sub­ stanz in Subjekt eine wenigstens potentielle Subjektivität auch der Substanz zur Voraussetzung hat . auch nur scheinbar Thätige in der Entwicklung.e.hätte freilich das soeben vorgeführtc Argument nicht den geringsten Sinn. Das Ansich w ar also zu dem Resultate erst hinauf­ zuführen. sondern lediglich im Denkenden. 88.. Der Zusammenhang. welches an sich bloß Subjekt-Objekt. o). keineswegs aber = Ich ist« (I. vgl. welches erst beim Überschritt über die Grenzlinie der theoretischen Philosophie »sich selbst als solches erkennt« (I.) . das an sich schon (potentia) Indifferenz von Objekt und Subjekt war. als das völlig T od te« (I. Es w ar nicht genug zu zeigen. I. N u r unter dieser Voraussetzung w a r der Prozeß des Zu-sich-Kommens zirkelfrei.e. es galt überdies den Nachweis. bevor sie resultierende Selbsterkenntnis werden konnte. das Princip selbst aber. das Bewußtsein aus einem ihm Fremden und Äußerlichen zu sich selbst zu führen. Diese ent­ hält nämlich in sich die Forderung. h. in der intellektuellen Anschauung erfahrenen Identität vom Subjekt und Objekt auch das Objekt an sich Subjekt-Objekt sei. der dadurch entsteht.. Und dazu w ar gefordert.was Hegel nicht be^ streitet . liegt nicht in den/D ingen oder im P rin cip selbst. träte es mit dem A n ­ spruch auf. Eine solche K o n stru k­ tion hätte nur gezeigt. Für einen Fichteaner .und da macht sich der Unterschied zu Hegel geltend . 7 4 ^ : Verhältnis des abstrakten Seins des Princips zum »or­ ganischen Einheitspunkt« als »Ende«). daß diese grün­ dende Indifferenz auch aktuell für sich selbst bestanden hat.e. im ersten Princip erkennt) der N oth ein Ende macht. daß kraft der absoluten.schauung von dem Anschauenden (dem abstrakten Für-sich) seinerseits zu abstrahieren (I. 8 8 . . 7.. dieses verhält sich als das einzige. die Potenz des Für-sichSeins nicht zu verlassen.e.. 87/8): »eine Abstraktion.

sondern darin. . wie Hegel vermutet hat. zu dem sich auffordern. 10. von keinem Daseyn. was es am A n fang schon war« ( 1. »denn was am Ende w ahr ist. die wahrhaft erste Definition des Absoluten sey: das Absolute ist das reine Seyn. die sämtliche V e r­ hältnisse im Medium der Reflexion betrachtet. muß der immediate Zugang zum uranfänglichen Wesen notwendig als »et­ was Mysteriöses . 3. 3 . daß als Subjekt »am Ende nur das sich zeigt . 117 ) . So gewiß Selbster­ kenntnis das Resultat der Philosophie ist. D er Prozeß der Selbsterkenntnis kann also nur darin bestehen. um das Dasein seiner selbst zu setzen. so notwendig ist es. das postulirt wird« (I. das muß auch gleich zu A n fa n g wahr gewesen seyn« (I. Dies ihr Dasein wird also 166 . l-c -> ”75 I» 3» 3 ^ 7 ) * a^s Sicfe« zu setzen und zu vergegenständlichen (I. 117). selbst nur etwas ist. 10. so konnte ich sagen: die w ah r­ haft erste Definition des Absoluten ist.2). Als un­ m ittelbarer Einheit von Anschauung und Angeschautem geht der intellektuellen Anschauung . daß »die Transcendentalphilosophie .Schellings späte Philosophie hat die Intelligibilität seiner Konstruktion au f eine eindeutige Weise demon­ striert. liegt darum keineswegs.die reflexive Distanz zu sich ab. das sich aber nicht demonstrieren läßt (I. 10 2 / 3 . 73). Subjekt zu seyn« (I. . sondern von einem freien Handeln aus(geht)«. »wie Hegel sagt.ein besonderer nur einigen vorgegebener Sinn« (I. Sie weiß sidi ausdrücklich der Fichteschen Entdeckung verpflichtet. »Gerade so«. Einer Philosophie. 10. 10. 14 5.00041345 Wenn es in diesem Punkte je eine Zweideutigkeit gegeben haben sollte . schreibt Schelling. daß schon das Erste als ein immediat in sich selbst Vermitteltes zu denken ist. als Princip der Philosophie. 3 7 0 / 7 1) . in der Scheu v o r der >Anstrengung des Begriffs«. 370 ). daß »das Ich. 3. au f die Einschränkung zu dringen. 370) erscheinen. Im Gegenteil ist d arau f zu insi­ stieren. 7. ein nicht-thetisches und prä-objektiv für sich be­ stehendes Wesen (I. das Prinzip zu postulieren.als einer Form des Denkens . die vonnöten wäre. D er G ru n d für die Notwendigkeit. das sich überdies als ein solches präsent ist.

138. der Einführung jener intellektuellen A n ­ schauung gegenüber . dem eine intellektuelle Anschauung zu liegt. aber nicht als »das existirende Absolute« (I. ohne sie unterzuschieben.. . 10. . d . (.0). Dagegen hat es wenig Sinn. als das »von Anfang vielmehr bloß (. sey einer allerdings anschauungslosen Philoso­ phie gegenüber gesagt« (I..e.ausdrücklich nur als eine »Idee«.fü r sie . im Denken bestimmt ist. . Die »intellektuelle Anschauung« ist mithin ein Denken. durfte sich zudem lu f Hegels eigene Worte berufen. weil diese Anschauung auch für sich selbst besteht und als das.gleichsam als das »Substrat. 10. durch diese ganze Philosophie« .) *. Seine »Entdekk u n g (. was sie ist.. .. sondern durchaus nur als eine unabweisliche Voraussetzung dieser Darstellung in Anschlag gebracht. 3. 370) .0) vor die Darstel­ lung der Philosophie gesetzt. fügt Schelling an. Als ein Akt deshalb. aber ein nicht-reflexives oder »nicht denkendes Denken« (I. 10. Man hat Grund. die Schlagkraft ▼on Schellings E in w u rf in Frage zu stellen. 149. weil das Prod u­ zieren des Objekts als des Angeschauten absolut nicht von dem Anschauenden verschieden ist (I.»hindurch. 10. 1 5 1 . Diese Voraussetzung kann als intellektuelles Anschauen be­ zeichnet werden. »das nie verwirklichte. Als deshalb. den Begriff des Seins mit dem in einer offenbar unangebrachten Hinweis zu illustrieren. keinen Schritt thun könnte« (I. das Sein sei (wie das Gewollte chende Verwirkli­ Anschauen intellektueller Grunde Anschauung Logik 1 67 . 149. io. 3.h . . Denn Hegel kommt nicht umhin.Hegels Skepsis zu bewahren. .!) . was das Denken trägt und unterstützt« (I.und in diesem Gedanken steckt das Potential für eine weitere K ritik an Hegel (I. »von einem anschauenden D en ­ ken nicht weit entfernt seyn. und insofern geht ein Denken. 148/9) . nur erst zu « (I.) Dieß .) .) in Anspruch genommen. Ein solches »wird aber wohl«. 369) und also jeder Selbständigkeit entbehrt. daß Hegel schon mit dem ersten Schritt seiner Logik voraussetzte und.solange ihre Struktur phänomenolo­ gisch nicht differenzierter aufgeklärt ist . i j i ) .

»der A n fan g ist. ist sein Inhalt ein aber ein solches. a u f A q u iv o k a tio n e n führen. 18 Diese Bestimmung taucht charakteristischerweise auch in der Einleitung von H om eyers Nachschrift der Rechtsphilosophie a u f (§ 4. A uf genommenes. lung. so wird schwerlich eine Interpretation die Eindeutigkeit des im Schlußkapitel der Logik verschämt eingeflochtenen Zugeständnisses erschüttern: »Weil er [sc. 553. die Anschau­ ung als Modus der Unm ittelbarkeit des Begriffs unterstellt. 2). leere Anschauen«! 8 (L I. Unmittelbares. passim) und w ird dort unter dem Titel »inhaltsloses Ansdiauen« dem »reinen Den­ ken« oder dem reinen Begriff geglichen. E r sei sonst ein In­ halt des oder des oder des so ist er insofern ein als er ein ist.: der A n fa n g der heißt es dort. hätten möglicherweise Konsequenzen gehabt zu­ gunsten eines eindeutigeren Ausdrucks. Assertorisches. sobald sie in Fichte.00041345 Nichts) das »reine.ein und « (usw. W ir kommen d a ra u f zurück. wie man einwerfen w ird. aber ist er nicht ein Unmittelbares der oder der sondern des das man wegen seiner Unmittel­ barkeit auch ein übersinnliches. sein A nfang daher auch . 168 . innerliches Anschauen Mannigfaltiges Denkens Einzelnes. I I . abstrakter Allgemeinheit Seins Wesens Begriffes. W ir werden darauf zurückkommen.Dies Bekenntnis trägt wider Willen der Einsicht Rech­ nung. Vorgefundenes. das den Sinn und die Form hat. mußte. 82 u. daß keine Reflexion die Macht jener unbedingten » V o r­ aussetzung« schmälern kann. Das Unmittelbare der sinnlichen Anschauung ist ein und Das Erkennen ist aber begrei­ fendes Denken. Diese Gleichung. 83). Einfaches nur im Elemente des Allgemeines L Logik. Unmittelbares Fürs erste sinnlichen Anschauung Vorstel­ Denkens. Ist diese Leere der Anschauung. was Fichte und Schelling intellektuelle Anschauung nennen. auch weit entfernt von dem.und Schellingkritik umschlug. . § 10 u. Modifikationen am K on zept der wie Hegel sie in seinen letzten Lebensjahren in A n ­ griff nahm. Logik]«. nennen kann.

be­ zeichnet die rein logische . . d a sie nur die Einführung des Prinzips zu modifizieren scheint. 2. ob Schellings K ritik am »Resultat« des Hegelschen Systems selbst etwas verändert.schon im S ta ­ dium der Unmittelbarkeit vermittelt gewesen ist. solange nicht zwei Bedenken ausgeräumt sind: 1. so scheint er nicht leicht von der Hand zu weisen zu sein. Seiendes haben darum in der Logik gar keinen Ort. N u r potentia geht das Sein dem Wesen und das Wesen dem B e ­ 169 . 1 0 . Hegel spricht vom »zeitlosen Begreifen. nach ihrer ewigen Bestim­ mung* (£«z.und d. II. . Zeit. 4 9 / jo ) .wie implizit auch immer . . das ..) . Die Logik entfaltet Gottes Gedanken vor der Schöpfung der Welt (L I..41345 Bewährung der Schellingschen K ritik an Beispielen S>chellings Nachweis eines erkenntnistheoretischen Zirkels in Hegels Gedanken reflexiver Selbstvermittlung . Das ist nach dem bis­ herigen zu befürchten. Raum. W ir müssen beide Einwände gesondert diskutieren und be­ ginnen mit dem ersten. N u r das Natürliche i s t . der Zeit untertan« (I. da die reflexive Selbstbeziehung wieder nichts anderes zu sein scheint als das Zusichkommen eines solchen. da er die Forderung einschließt.so könnte m an einwerfen . 9 ) heißt. Zum einen kann man bezweifeln. 2). Indessen bleibt er un­ befriedigend. die Theorie präreflexiven Selbstbewußtseins innerhalb der bisher abgesteckten Sphäre selbst phänomenal sich bewähren zu las­ sen. . Was m ihr Prozeß ( 1 . h.e. 1 3 7 . Es wäre also die Irreflexivität des Seins in seiner ersten Position au f ihre Identität mit der Selbstbeziehung überhaupt erst zu er­ proben. Was die Logik betrifft. daß sie nicht nur als eine verbesserte Version von Hegels Identifikation beider Bedeu­ tungen von Unmittelbarkeit auftritt.Folge. eben: keine wirkliche . in­ dem er die Stellung der Logik im >System der Philosophie< nicht bedenkt. »Die Idee ist ewig . auch der Zeit und aller Dinge überhaupt.mag legitim sein. 2 6 . Natürlich ist er kurzsichtig. 4 4 . Zum ändern ist sicherzustellen.

kraft dessen die (Enz. 137). Doch ist die Zeit ..) wird zu einer daseienden Abfolge.mö­ gen die Aporien des Hegelschen Reflexionszirkels illustrieren.eins aus der N atu r .. spottet Feuerbach. was . realisiert.). Und hier. Diese Äußerlichkeit in der Beziehung zwischen den Phasen II. Bruckberg. die einander v e r ­ schlingen. die Zeit sei »der Begriff selbst.00041345 griff voraus . wenn überhaupt. und die bloß >noetische Sukzession« (II. 27/8) manifest w e r­ den. um die verfehlte Totalität des Begriffs in vergeb­ lichem und daher unendlichem Streben wiedereinzuholen. Drei Beispiele .)i 9. 10 . 19 » N u r in der H e g e l’schen L o g ik « .an sidi oder in der Idee sind sie zugleich und eines (vgl.gerade in der negierenden Absonderung seine M o ­ mente auch wieder in ihrer Einheit .entsteht »wirklicher Gegensatz« (ebd . und als leere Anschau­ ung sich dem Bewußtsein vorstellt« (Phän. zwei weitere aus der Geistphilosophie . indem sie die »ewige Einheit« desselben nicht zusammenhält. Beispiel: Die Zeit und ihre Dimensionen Eine bekannte Bestimmung der Phänomenologie lautet. im Felde des Wirklichen.als Kontinuität einer stetigen und einheitlichen Folge . Schellings K ritik und ihre Fruchtbarkeit unter Beweis zu stellen haben. M ärz 1843 [B oiin/Sass. 170 . 3 11 f.als die Entäußerung des Begriffs ins Dasein . X I I I . w ird sich. R ü g e. I. 1. 558). (Enz. (Enz. der da ist. etwas 1.befaßt. io. Die Begrün­ dung wird wie folgt gegeben: Zeitlich ist. Erst wenn das Sein sidi selbst wird und das Nichtsein von sich ausschließt also im Übergang zur Verwirklichung der Idee in N a tu r und Geist . 12 0 ]).ebenso sehr als die Unangemessenheit ihres Sein an ihren Begriff zu bestimmen. 53 u. ist der Schein das Wesen« (B rie f an A .wie der Begriff . 49) steht ihrer inneren Durchdringung und W ieder­ vereinigung mit dem Begriff im Wege und läßt die »Unange­ messenheit ihrer selbst mit sich« II. Mit dem Terminus >Äußerlichkeit< bezeichnet Hegel das indifferente Außereinander II. sondern in Phasen zerschlägt. »aber nicht in der Wirklichkeit.

30 ff. indem es ist. 49. II. 2 7 . bestimmt werden: als ein negatives Selbstverhältnis (Enz. 5i-55>- Diese Darstellung ist problematisch. ist « (Enz. angeschaut. nicht zu sein. L. und doch nur im synthetischen Verband mit dem anderen. 48). ohne sie intern zu vereinigen (Enz... und indem es nicht ist. Wie diese hebt sie ihre Unter­ schiede unmittelbar auf. sein kann. R . 32. wie Sein (Ver­ gangenheit) und Nichtsein (Zukunft) einander äußerlich blei­ ben. Sie bleibt dem von ihr Negierten bzw. J . Affirmierten ebenso äußerlich. II. 48. das. 2 0 2 ff. Eine andere Definition der Zeit lautet.). 10 ff. die seine R e ­ flexionsphilosophie bereitstellt? Bezeichnen w ir die Zeitphasen der Vergangenheit und der 171 . als vom Sein eingeholtes Nichtsein die Zukunft. sondern existiert als Gegenwart nur insofern. nicht ist. vgl.0) oder als »das Sein. II. läßt sie aber als einander äußerliche stehen. /. sie sei die angeschaute logische Kategorie des Werdens. Im einzelnen gibt Hegel folgende Bestimmungen der Zeitdi­ mensionen: Als vom Nichtsein überholtes Sein wird die V e r­ gangenheit. für sich bestehende Existenzen auftreten und gegen die Auflösung in der Innerlichkeit des ihre Bezie­ hung regelnden Begriffs sich sperren (Enz._»). als Umschlag­ punkt von Sein in Nichtsein und umgekehrt. 5.. umgekehrt »hat das Sein des Jetzt die Bestimmung. II. 182. II. Im Unterschied zur konkreten Einheit des Begriffs ist die Einheit der Gegenwart freilich nur negativ.41345 Zeitphasen als eigene. die Gegenwart als deren indifferente Einheit. Die Zeit kann insofern paradox als die Verwirklichung eines Selbst­ widerspruchs der Substanz (Phän. und das Nichtsein seines Seins ist die Zukunft« (Enz. Im Zustand des Angeschautseins hat sich der logische und bloß potentielle Widerstreit nämlich in eine reale Spannung verwandelt: Jedes der Momente tritt als ein eigenes Seiendes auf. das es auch unabhängig von dem es Setzenden.). Sie ist nicht deren wahre »Mitte«. Kann Hegel eine R e la ­ tion solchen Typs mit den Mitteln denken. als sie die Vergangenheit nicht ist.

wie das Zitat zeigte. sondern von der objektiven oder N a t u r . unsere eigene Erfahrung zu Rate zu ziehen.Z e it. es ist mit der Äußerlichkeit der Relation (von selbst) ge­ sichert. der Sinn von Gegenwart vom Nichtsein der Vergangenheit und umge­ kehrt ab. Gegenwart bestünde nur als »das unmittel­ bare Verschwinden« (Enz. Wäre A jedoch nur als aufgehobenes B. Nim m t man an. 2) Sein wenigstens so lange verweilt.so wie das Sein im Übergang zum Wesen als Schein sich herausstellt. die sie dort nicht überwunden hat: Sie werden in einer Theorie des Z eitb e­ wußtseins nur a u ffä llig e r manifest. Hegel spreche nicht vom Ze'itbewußtscin . sein Nicht-mehr-B-Sein. so wäre zu fordern. ist innerhalb der Sphäre der Anschauung. 5 2 . so müssen w ir mit Hegel sagen. Kein Zeuge wäre zugegen. II. h. Andererseits hängt für Hegel. d. wenn B sich nicht vor seinem Übergang zu A schon als sidi gehabt hat? Daß B indessen ein eigenes Dasein zukommt. Dies ist freilich Hegels Mei­ nung: Zeit ist als angeschaute Reflexion zu denken. und das Sein der Gegenwart enthüllt sich als Gewesensein. Wie weiß denn B selbst. so wäre die Vergangenheit nur an sich verflossene Gegenwart. Natürlich läßt sich absehen. der beide Zustände aufeinander bezöge und unterschiede. $2. daß das »abstrakte in Nichts verschwindende« (ebd. um in A überzugehen .20 Mit einem W ort: unsere Erfahrung lehrt. nicht länger nur zu postulieren. daß eine vom Objektiven zum Subjektiven schreitende Philosophie des er­ scheinenden Geistes auch hier mit den M ängeln behaftet sein w ir d . daß B nur ist. daß die Urteile: »A ist meine Vergangenheit« und »A ist nicht B«. 172 . ohne es auch für sich selbst zu sein.00041345 Gegenwart als A und B und stellen sie in Parallele zu den korrespondierenden Begriffsmomenten Substanz und Subjekt (als deren Anschauung sie sind). au f die 20 Man w ird einwenden. und wie weiß A sein V e r­ gangen-. daß es als ein vom Vergangen­ sein Differentes sich festhalten. daß A sein eigenes Anderssein ist. j). in welcher w ir berechtigt sind. auf jenes als auf dieser be­ stimmten Gegenwart eigenes Gewesensein sich beziehen und von ihm unterscheiden lasse.

und Protentionen unterscheiden kann.e. 2. der erst nachträglich bewußt würde. deren jeweils gegen­ wartsnächste der vorletzten ihr Zeitlichsein verriete. ihr Zeitlichsein weiß.und Gegenwartsbe­ wußtseins unabweislich ist (I. . von der G e fah r bedroht. 2. Erst au f seiner Basis läßt sich der Sinn von Vergangensein als Negation der Gegenwart erklären. von O sk a r K ra u s . indem es sich selbst durchsichtig ist. Buch. 22 Vorlesungen zur Phänomenologie des inneren Zeithewußtseins . die Gegenwartsphase. 126 u. d. 1 7 3 . 2)..4 . Psychologie vom empirischen Standpunkte . gleichsam als eine K o n ­ taktinfektion der Retentionen. Wollte man. hg.e.. schloß Husserl. 129. 1 2 6 . wie die jeweils letzte.unbeeindruckt von Brentanos Wiederentdeckung des »sekundären Bewußtseins«2 l _ stets als Reflexion dachte. zu einer »nur . H a m b u rg 19 6 8 -7 3 . der Selbstbewußtsein . das. zu einem eindrucksvollen Zugeständnis ge­ zwungen. Husser- liana X . hat er ein »nicht setzendes« (I.e. Eben dieses Problem hat ein knappes Jahrhundert später Husserl. o) »Urbewußtsein« postuliert (119. so ist sein G edanke2 2 . Z.e.1 3 0 . subjektiven Vor21 Franz Brentano.. seine Zeitlichkeit und seinen jeweiligen Ort in der Zeit unmittelbar bestimmen und von seinen Re. D a das Faktum des immediaten Zeit.1 2 0 . $§ 1.). H a a g 1 9 66 . das Zeitbe­ wußtsein durch die Längsintentionalität von einander thema­ tisierenden Bewußtseinen erklären.0).11345 reflexive Abspaltung A ’s von B nicht zu warten brauchen.. 3 Bde. 1 1 9 .. »Es ist eben ein Unding«. 5/6). 1 1 1 . 113 . . h. »präphänomenales« und >präreflektives< (I. was der Erfahrung widerspricht. Bewußtsein ist notwendig Bewußtsein in jeder seiner Phasen« (I.1 0 und 3. K a p it e l. so müßte man entweder Zeitbewußtsein nur als in der unmittelbaren Vergangenheit stattfindend unterstellen. ohne auf die A b ­ lösung einer Retention warten zu müssen. 8 . oder man müßte erklären. »von einem >unbewußten< Inhalt zu sprechen. 2. und erst dann ist das Hinschwinden der Gegenwart in die Vergangenheit nicht mehr von der abstrakten Auslöschung einer der Phasen. K ap itel. sondern ihre Evidenz immediat in sich tragen.

2.als solche ist sie eben bloße und unbestimmte Unmittelbar­ keit sondern wird sich erst in der nachfolgenden Theorie objektiv. wie der K o n tex t lehrt). Erst Jean-Paul Sartres Bewußtseinstheorie hat diese Aporie befriedigend ge­ löst. Das Ansich der Handlung erhellt sich im Prozeß und wird unmittelbar zum Für-sich seiner. welche schon im Selbstbewußtseyn aus­ gedrückt ist«. Wenn die Logik die Abfolge ihrer Momente aus­ drücklich durch den Hinweis auf deren >ewige Simultaneität< im Gedanken »tilgen« zu können glaubt. ist hier die Fichtesche Gleichzeitigkeit von Praxis und Theorie tatsächlich gesprengt und in eine Sukzession aufgelöst: »Als der Gedanke der Welt erscheint sie [die Philosophie] erst in der Zeit. so kann sie nicht verhindern. D a sich Handeln im Feld wirklicher Geschichte v o ll­ zieht. 174 . Im Gegenteil. 0 ) zu verkümmern.00041345 Stellung« (Enz. 5 2 . daß sie in der zeitlichen Wirklichkeit auseinander­ treten. W ir werden darauf zurückkommen. H e ­ gel sieht gerade in der Trennung des Nichtichs vom Ich des unmittelbaren Selbstbewußtseins Unwahrheit. Nehmen w ir den Fall einer konkreten Handlung. nachdem die Wirklichkeit ihren Bildungs23 Im O riginal »und« (ein Druckfehler. Die unmittel­ bare Handlung erreicht ihre Wahrheit keineswegs in ihr selbst . 570). Für einen Fichteaner ist es kein Problem. 3. und zw ar nicht als Objekt einer Reflexion. II. das Fürsichsein des Bewußtseins ist die Ermöglichungsbedingung für das Gegebensein von O b ­ jekten. das Tun mit dessen Reflek­ tiertsein vereinigt zu denken: »Vermöge jener Identität des Seyns und Erscheinens. »ist also auch mein Wissen um 23 das freie Handeln identisch mit dem freien Handeln selbst« (I. Beispiel: Die Verspätung der Theorie gegenüber der Praxis Das zweite Paradigma hängt eng mit dem eben entwickelten zusammen. die erst unter der Voraussetzung präreflexiver V e r­ trautheit mit sich als Nicht-Ich entdeckt werden können.

ist die einzige Aufgabe« (zit. sich (als sich selbst negie­ rendes Moment) aufhebende . nach K a r l. F. deren Legiti­ mation nicht von ihr. die w ir erhalten «. W. daß der Handelnde im Hegelschen System die ab­ solute Verifikation der Summe seiner Einsichten und A k tio ­ nen (so wahr die unmittelbare Gewißheit selbst nur Moment im System des Denkens ist) >ad calendas graecas<24 vertragen m u ß 2 5 2 6.Wahrheit erst verbürgt. Umgekehrt wird nun die entmündigte Freiheit au f das R e ­ sultat des Systems der Philosophie verwiesen als an das Ziel.prozeß vollendet und sich fertig gemacht h a t .d. N othw endige). daß die Totalität sich allaugenblicklich 24 Jc a n -P a u l Sartre. G . Die Gewißheit des geschichtlich handelnden Men­ schen sinkt zur bloßen Wahrscheinlichkeit herab. die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug« ( Recht$ph. 1948 (Seance du 2. 25 G e w iß hat Hegel die abstrakte Differenz eines gegen ein Allgemeines sich definierenden Willens in deren an sich seiender Identität aufgelöst.] .H e in z Ilting [ H g . M it Recht verweist Ilting a u f die große Wirkung von Stahls K ritik 562). in welcher auch das Ansichseiende schon mit Selbstbewußtsein ausgestattet ist. damit ein unfreyes w ird. statt ihm vorauszugehen. ist. Das. Tom e 42. Band. das Wissen hat bloß den Zweck. »niemand darum besorgt seyn. 1 8 1 8 . so kritisierte schon Fr. .. Vorlesungen über Rechtsphilosophie . J .: Selbstbewußtsein und Selbsterkenntnis). 1. Aber diese Hypothetisierung un­ serer Selbstgewißheit »liefert keine Erklärung für die tatsäch­ lichen Ergebnisse. (hinfort z it. es als ein Nothwendiges zu begreifen. Juin 1947). Aber gerade w eil diese Identität nur an sich besteht. gerade a u f die Junghegelianer (I.1 8 3 1 . ist sie nicht für den Handelnden selbst . was ohne dies geschieht. Stuttgart-Bad C annstatt 19 7 3 . D a r ­ aus folgt. Conscience de soi et connaissance de soi> in: Bulletin de la Socicte Fran^aise de Philosophie . das eben. was seyn soll (das Vernünftige. der die Handlung als H andlung aufhebt. Die Übersetzung vom V f . sondern von der am Ende sich herabstel­ lenden Totalität erteilt wird. 26 »Es darf«. $7. Hegel. .oder fällt vielmehr in den Augenblick. Ohne Frage folgt diese Konse­ quenz aus der Abw ehr einer Voraussetzung. cs folgt dem H and eln.> 28). 568). nach. einzusehen. das ihre nur hypothetische . . daß das Rechte geschehe. Stahl im Ja h r e 18 30 .e.2 4 ih r Zu-Recht-Bestehen hinge freilich davon ab. h.

1 1 5 ) . der erst am Ende.27 Ohne diesen Beleg könnten w ir nicht sicher nachweisen. die M a rx und Engels in der Heiligen Fam ilie 28 formuliert ha­ ben und die so zündend auf den Lukacs von Geschichte und Klassenbewußtsein gewirkt hat. Werke . daß man seinen Gedanken aus der A rt entwickeln kann. Es beginnt post festum und daher mit den fertigen Resultaten des Entwicklungsprozesses« ( MEW 23» ^9> g)* 176 % . also auch ihre wissenschaftliche A n alyse schlägt überhaupt einen der w i r k ­ lichen Entwicklung entgegengesetzten Weg ein. der T a t kopräsent wäre. im gleichen Augen­ blick ihr Recht geschehen. So wäre der Forderung Hegels.. und der nichts zu thun hat. »das konnte freilich der Geist nicht seyn. 90 (hinfort im laufenden T e x t zitiert unter der Sigle MEW). M . eine Passage aus dem K a p itel über den »Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnis« im K apital: »Das Nachdenken über die Formen des menschlichen Lebens. Unter den Hörern seiner Vorlesung befanden sidi Sören Kierkegaard und Friedrich Engels. München 1962 (vgl. 9 1 ) . in welchem das Jetzt zum jewei­ ligen Erfüllungsort der totalen und aufgrund neuer selbstbe­ wußter Praxis total wieder aufgehobenen Selbstgewißheit würde. als alle vo r und unabhängig von ihm vorhandenen Momente des Processes unter sich au f­ zunehmen« ( 1 1 . post festum. daß die Wahrheit nur im Werden sich enthüllt.00041345 manifestierte und. 3 . den dort gegebenen T e x t der Kierkegaard-Nachschrift S. V g l. K ie r ­ kegaards Vorlesungsnachschrift bezeugt. mit der er diese K ritik an Hegels »Begriffsmythologie« zu seiner eigenen Sache gemacht 27 Siche A . vom Institut fü r M arxismusLeninismus beim Z K der S E D . Schellings Seinslehre und K ierkegaard . statt nachträglich ihr Urteil zu verkünden. hg. »Frei­ handelnde Persönlichkeit«. kommt. 2. aus welcher Quelle jene Hegelkritik geschöpft ist. 28 K a r l M arx/Friedrich Engels. S . so lehrte er im Berliner Winterse­ mester 18 4 1/2 . K o k ta n e k . B d . nachdem alles gethan ist. Schelling hat diese Herabsetzung selbstbewußter Freiheit zum Schein aus der Perspektive der am Ende sich herstellenden absoluten Selbsterkenntnis des Geistes scharf kritisiert. Berlin 1956 ff. daß Schelling diese Äußerung in einer der zitierten Fassung ähnlichen Weise getan hat.

. N e u w ie d und Berlin 197 1 80 ff. nach Ablauf der Bewegung nachträglich zum Bewußtsein kömmt. 6 1 : »Imaginiren«). einmal indem er die Philosophie für das Dasein des absoluten Geistes erklärt und sich zugleich dagegen verwehrt. D a der absolute Geist nämlich erst post festum im Philosophen als schöpferischer Weltgeist zum Bewußtsein kommt. D er Philosoph erscheint indessen nur als Organ. Geschichte und Klassenhewußtsein . in der Meinung und Vorstellung des Philosophen. der die Geschichte macht. die nur mit sich befaßte V er­ nunft sei bloße Einbildung (der R ealität beraubtes Imaginieren).«30 Sartre hat in einem Diskussionsbeitrag in populärer Form die Konsequenzen aufgedeckt. nur in der spekula­ tiven Einbildung. 10. in dem sich der absolute Geist. neben zahlreichen weiteren Belegen I. dann aber. ist seit den frühesten zeitgenössischen Rezensionen von Hegels Werken zum Topos der H e g e lk r itik geworden. indem er den absoluten Geist als absoluten Geist nur zum Schein die Geschichte machen läßt. so existiert die Fabrikation der Geschichte nur im Bewußtsein. Die Unterstellung. sagt er.29 D ie wesentlichen Wendungen dieser vermutlich auf Engels zurückzuführenden K ritik lauten: »Schon bei Hegel hat der absolute Geist der Geschichte an der Masse sein M ate­ rial und seinen entsprechenden Ausdrude erst in der Philosophie. 30 V on »einer selbst bloß illusorischen« Bewegung. 29 G e o r g L u k i c s . . A u f die­ ses nachträgliche Bewußtsein des Philosophen reduziert sich sein Anteil an der Geschichte. »und es einer gewordenen Totalität bedarf. welche die Ungleichzeitigkeit von P raxis und Theorie für den geschichtlich Handelnden haben w ürde: »Wenn (die Wahrheit ausschließlich) im Werden ist«.h at. Hegel macht sich einer doppelten Halbheit schuldig. A m nachhaltigsten hat ihn Feuerbach befördert. das wirkliche philosophische Individuum für den absoluten Geist zu erklä­ ren. denn die wirkliche Bewegung vollbringt der absolute Geist unbewußt. pflegte schon Schelling zu reden (vgl. um sie zu denken. in der »eigentlich nichts geschehen. . alles (. 7. Der Philosoph kommt also post festum. 12 4 /5).) nur in Gedanken vorgegangen« ist (I.

wie gewisse Historiker glauben . d . 2 1 3 / 4 ) . Als dessen Aufhebung bleibt es aber mit einem äußerlichen Objekt behaftet. als er dies oder jenes tat. werden w ir nie zu etwas kommen. .h . Es ist unmöglich.w ir brauchen unbedingt Kriterien. und das ist falsch. . sich auf die Ebene einer einfachen moralischen Wahrscheinlichkeit zu stellen . Beispiel: Das Bewußtsein vom Subjekt-Anderen (Herr und Knecht) H egel hat das Selbstbewußtsein die Wahrheit des Bewußt­ seins genannt. . 80. I. dies ist w ahr. danach. die absolute und realisierte T o ta ­ lität. sondern nur für eine Gewißheit. Man gibt sein Leben nicht für eine Wahrschein­ lichkeit hin. wenn w ir die Unendlichkeit der Zeit in Betracht ziehen müs­ sen. das Seinsollende. Aber wenn w ir . was die Totalität der Geschichte ist.00041345 verfallen wir geradewegs in einen Zustand der Kriterienlosigkeit.e. daß das Bewußtsein jederzeit für sich durchsichtig ist: »für sich<. Indem es sich als unmittelbare Gewißheit seiner Koinzidenz mit sich selbst (als Ich = Ich) von seinem Objekt zunächst noch unterscheidet. 3.. ob H itler Recht oder Unrecht hatte. und zw ar so­ w ohl für die Handlung wie für das Leben im allgemeinen. . um mit Grund sagen zu können. w ir brauchen Gewißheiten. eine Ausgangsgrundlage zu haben . wenn man von Menschen fordert. Es ist für uns unbedingt notwendig. um zu wissen. wenn w ir verpflichtet sind. 1 1 1 . ihr Leben zu opfern . was ihm mangelt. zugleich für das. Ich w ill damit folgendes sagen: die Geschichte ist im Werden. uns die Frage nach dem Sinn der Geschichte zu stellen.« 31 Die Möglichkeit einer solchen Gewißheit hängt aber offen­ sichtlich davon ab.wissen müssen. . dessen Selbständigkeit es durch Negation zu brechen und in sich zu überführen trachtet (Enz. zollt es seinen Tribut an die A b- 31 178 Selbstbewußtsein und Selbsterkenntnis . . welches dieser Sinn sei.

Hegel erreicht es . der seine V erwiesenheit auf Anderes konstituiert. oder] das affirmative Wissen seiner selbst im anderen Selbst« (Enz. die der subjektive Idealismus mit der RealitätsSetzung einer transzendentalen Fremdexistenz gehabt h a t : Wer mit der fertig daseienden Subjektivität einsetzt. nicht mehr von ihr loszukommen.gerade aufgrund seiner Opposition zu der These immediater und präreflexiver Selbstgegebenheit.41345 straktion oder Endlichkeit. Mehr noch: Selbsterkenntnis als eine 179 . daß das Sein des Anderen der Erkenntnis des eigenen Selbst vorangehen müsse. An keiner Stelle seines Systems lassen sich Vorteil und G e fa h r von Hegels Abweisung jeder Voraussetzung gerechter a b ­ wägen als an seiner Theorie des Selbstbewußtseins. 140. des Seins den Vorteil. . läuft G efahr.»).t 146. ä). Als solches ist es »das allgemeine Selbstbewußtsein [ .e. . Dagegen bot der Einsatz bei der quasi transreflexiven Unmittelbarkeit der A n ­ schauung bzw. wie Hegel sagt. als seine eigene Reflexion-in-sich überführt.) erreicht wird oder.e. seine Einzelheit auflöst und schließlich als sich selbst oder als »das allgemeine Selbstbewußtsein « (I. D er V o r ­ zug liegt auf der H an d : Die Reduktion der Wahrheit auf Reflexion hat Hegel von vornherein vor den Schwierigkeiten bewahrt. Und es wird sich von ihr nicht anders befreien. nur »durch ein anderes Bewußtsein mit sich vermittelt ist« (Phän... 141. dabei aber über die Abstraktionen des Nicht-Ich und der Individualität schon hinaus ist. wie sie von Fichte und in modifizierter Form auch von Schelling vertreten worden war. 21 j ) erkennt. I I I . das Bewußtsein seiner selbst aus einer Konstellation von Entgegensetzungen und Identifikationen erst hervorgehen zu lassen als deren Resultat. also nur a u f dem Wege über eine reflexive »Verdopplung« (I. ist von vornherein ge­ sichert. als indem es den Unterschied.. das nun z w a r rückwirkend die Wahrheit des bisherigen Be­ wußtseins als Selbstbewußtsein enthüllt.und das spricht entschieden für seine Konstruktion . 226). Indem »Se/£sfbewußtsein« stets nur »für ein Selbstbewußtsein « (Phän. ..

D er destruierten A n ­ sicht Fichtes setzt er also das von jenem überwundene Reflcxionsmodell entgegen: kein Wunder. Um diesen »doppelsinnigen« (Phän.Kenntnis von sich besitzt. weil sie sich keinesfalls als intellektuelle Anschauung mißkannt wissen möchte. in der Reflexion. die sie vielmehr außerhalb ihrer. als weil nach Hegels Ansicht das Selbstbewußtsein keine unmittelbare . als selbständiges Objekt fortzudauern. Der Andere ist mithin Bedingung meiner Selbsterkenntnis. Hegel be­ schreibt ihn als G efühl eigener Abstraktheit. p rä ­ objektive . 12 2 . muß freilich in der »un­ mittelbaren G ew ißheit seiner selbst« ein Mangel sich a u f­ drängen. hat. was Hegel unter die­ ser unmittelbaren Selbstgewißheit versteht.und Fichtc wie Schelling würden beistimmen daß die intellektuelle 180 . ohne damit aufzuhören.reale Erkenntnis dependiert von der Erkenntnis eines solchen Objektes. 142) Prozeß wechselsei­ tiger »Anerkennung« auszulösen. insofern es seinen Widerschein in anderen weiß (ich weiß. andererseits stellt sie die einzige Mitgift dar.. h. daß andere midi als sich selbst wissen)« et vice versa (N .H . Dies O bjekt durchläuft seinerseits den umge­ kehrten Prozeß . Betrachten w ir den S a tz : »D as Selbstbewußtsein ist sich nach [dieser] seiner wesentlichen Allgemeinheit nur real. das sidi infolge einer Negation in ein Subjekt über­ führen läßt. besonders darum. Einerseits geht ihr die Wahrheit ab.d. G ew iß hat Hegel die E vid en z auf seiner Seite . mit welcher die Anschauung die re­ flexive Vereinigung zweier Subjekte ausstattet. § 39).S. aus dem sich die >Begierde< durch Assimilation des in seiner undurchdring­ lichen O bjektivität ihm trotzenden Gegenstandes zu befreien wünscht. ohne ihn würde es sich nicht als Subjekt für sich selbst konstituieren und es also in Objektgestalt auch für ein anderes Subjekt nicht sein können. möchte indessen auf große Schwierigkeiten stoßen. und dies aus keinem anderen Grunde. der die folgenden Handlungen auslöst. daß er sich in dessen Aporien verstrickt.. Eine phänomenologische A nalyse dessen.

glaubt sie die Selbständigkeit der Frei­ heit dadurch sich manifestieren lassen zu können.'41345 Anschauung als solche keine R ealität im pliziert: die Realisie­ rung der intellektuellen Anschauung (Fichtes »Ich als Idee«) ist vielmehr das Postulat des transzendentalen Idealismus. 119 u.gezeigt. 295 (hinfort z it . Indem sie die sinnliche Einzelheit der konkurrierenden Sub­ jekte unter die phänomenologisch ungeeignete Kategorie des »Lebens« stellt und damit »O bjektivität« und »Leben« gleich­ setzt (Phän.dessen K ritik man in gewisser Weise als die postume Hegelkritik eines Fichte redivivus lesen kann . sondern von einer Erkenntnis. daß die Reflexion nicht nur die Wahrheit der unmittelbaren Selbstgewißheit ist. im G e w a n d der Äußer­ lichkeit gegebenes Subjekt als reale Subjektivität und nur in­ sofern als sich .]). Denn nur auf der Basis und unter der Voraussetzung einer vollkommenen Bekanntschaft mit sich v o r aller Reflexion kann die reflexive Erkenntnis den O bjekt-Anderen als sich selbst erkennen. A ber umgekehrt ist geltend zu machen. daß diese den Tod nicht scheue (»sich für ein anderes als frei vom natürlichen Dasein « darstelle [ N . Freilich schei32 Je a n .. eines Winks. V etre et le neant.). Paris 1943. 181 . Übrigens hat Sartre . daß Hegel nicht von abstrakter Selbstreflexion redet.als die allgemeine und impersonale W ahr­ heit des »Ich = Ich« . wie das die Moralphilosophien Fichtes und des jungen Schelling so pathetisch gefordert. freilich auch plausibel gemacht haben.anschaut.P a u l Sartre. a u f Freiheit hin zu überschreiten.. sondern umgekehrt toto genere von deren W ahrheit dependiert. einer Verhaltensweise a u f deren G rund.32 D aran ändert auch der E in w an d nichts. die ein anderes. H S . 142/4 f. sondern ihr selbstge­ setztes Ziel mit den eigenen Mitteln nicht einmal erreicht. Denn gerade diese Erkennt­ nis hängt von einer ihr zuvorkommenden Bekanntschaft mit der Seinsweise von Subjektivität ab: ohne sie w äre es nicht möglich.: E N im laufenden T e x t). die O bjektivität einer menschlichen Geste. daß Hegels Theorie wechselseitiger Anerkennung nicht nur in den Zirkel sich verstrickt. Essai d'ontologie phenomenolozique.

sich zu reflektieren. denn gerade für diesen A k t der Assi­ milation fehlt in dem Augenblick jede M otivation. wenn ich ihn zunächst als Objekt antreffe. ohne daß das Modell der >Selbstanschauung im Anderen< selbst zusammen­ bräche. » D a s Ich ist. 3. sofern es sidi unmittelbar präsent und in sidi für sidi lucide ist. Damit reduziert sidi die Kategorie »Le­ ben« auf die angemessenere der »Objektivität«. da es der Reflexion nicht nur nicht bedarf. I I I . dessen ich mir als des Anderen-meiner-selbst bewußt werde. ihn als Subjekt zu realisieren. da ich 33 V gl. 368). 182 . Enz . 298 ). Es hilft nichts. indem ich mir seiner Unabhängigkeit von mir als meiner eigenen Selb­ ständigkeit innewerde. U nd wenn Subjekti­ vität ein Modus präreflexiver Innerlichkeit ist. daß Hegel diese Objektivität als ein >negandum< bezeichnet.00041345 tert der >Kampf auf Leben und Tod< und erweist dadurch seine Untauglichkeit.S. 221).also eines »gemeinsamen Maßes zwischen Objekt und Subjekt« . bewohnt und verdunkelt werden? »£tre objet c’est n’-etre-pas-moi« (E N . so verfehle ich mit Sicherheit die Innerlichkeit des Anderen. G ew iß hat Selbstbewußtsein die Möglichkeit. die aus der Relation der »Sidiselbstgleichheit im Anderssein« ( N . »Objektscyn heißt: nicht Idi-Seyn«. Selbsterkenntnis wirklich herzustellen (vgl.3 3 Dieser Satz wartet vergeblich au f seine dialektische Modifikation. und sei es von einem Ich. sondern deren O bjektivität selbst nur auf der Basis vorgängig nicht-objektiver Bekannt­ schaft mit sich .H . * 9% i)Dagegen ist das Objektsein des Anderen ein grundsätzliches Hindernis. 12 0 /1) keinesfalls abstrahiert werden d arf.. Es fällt dann aber mit seinem Reflektierten nicht zusammen und hat das auch gar nicht nötig. was an sich nicht objektiv ist« (I. von einem O bjekt. um für-sidi zu sein. die Erfahrung des Bei-sich-Seins zu beschreiben? Kann Selbstbewußtsein. Aber ist nicht die Anschauung eines Objekts prinzipiell unge­ eignet.als sich interpretieren kann (E N .

in welchem »das einzelne Bewußtsein« als in sein »An sich«.H . . der den T od nicht scheut. § 39) ist über den Schein einer Alternative von Leben und Tod hinaus und enthüllt die verkappte Theologie hinter Hegels Theorem von »Herrschaft und Knechtschaft«: Der Herr. Es tritt aufs neue der Fall ein. daß er nichts zu verlieren hat. daß diese Konsequenz . ist über die Einzelsubjektivität immer schon hinaus. [als] in sich zurück« (Phän. d. h. W ir werden sehen. E N .in . in »sein absolutes Wesen . Ein überfliegendes Bewußtsein bezieht den Standpunkt der Totalität. hebt sie auch schon auf in eine neue »inhaltslose« Allgemeinheit ( N . § 2 2 / 3 . der die Einsicht in die Selbstheit des A n ­ deren stiftet.ganz unabhängig von der Verdrängung ihrer Ermöglichungsbedingung . läßt sich unter keinen Umständen aus dem Funktionieren der Reflexion deduzieren. § 438).S .> 175). und dem Einzelnen. . Wie soll sie sich in ihr als sich erkennen? D er Augenblick. A u f dieser Stu­ fe von Selbstreflexion hat er den einzelnen Objekt-Anderen. sondern mit ihm versöhnt ist« (Phän. I I I . § 424. Das »wesentliche Selbst « (N . die mir das Anderssein als mein A n ­ derssein zurückspiegelt. denn er vollzieht im Tode nur den vermit­ telnden Übergang in die konkrete Ewigkeit der >Vernunft< als in seine Wahrheit oder eigentliche Heimat..H . 12 2 . Sie ist und bleibt deren Voraussetzung. Das »allgemeine Selbstbewußtsein«.. Einen weiteren Mangel von Hegels Theorie der Selbsterkennt­ nis im Erkennen des Anderen enthüllt ihr Resultat (vgl. »welche es dem unwandelbaren Bewußtsein ausspricht. daß das Unwandelbare kein E x ­ trem mehr für es. in dessen Iden­ tität die ihrer Abstraktheit überführte Konkurrenz verschie­ dener Subjekte sich auflöst. der ihm sein Einzelselbst zurückspiegeln soll. daß das Einzelne auf sich Verzicht getan. 228.S . nicht mehr nötig. 299/300). 2 1 3 . kann wissen. den wir am Scheitern der »bestimmenden Reflexion< auffällig zu machen suchten: jene selbstbewußte Identität. 1 1 7 . Enz. . E r hat »die Mitte erreicht«. 175) geht.der Erfahrung meines präreflexiven Selbstbewußtseins midi zu entschlagen aufgefordert werde.

sidi selbst als sidi selbst frei bestimmend anzu­ schauen.5 5 7 .d.argumentiert folgendermaßen: Durch die Forderung. als etwas Bedingtes und insofern Necessitiertes vorstellen . h. 300). G . 542) vermittelt werde. ohne sie doch au f der anderen Seite aus einem vorangegangenen Handeln der Intelligenz ableiten zu dürfen (denn es soll ja als frei sidi objektivieren .unterstellt man für einen Augenblick.Dieser Z u sam m enhang. Fichte. 5 3 8 . 545/6) sei. daß >der Andere in­ sofern allerdings Bedingung meines eigenen Selbstbewußtseins< (I. daß es sidi diese H an dlu n g einerseits erklären . daß dessen Identität mit seinem Gegenstand .00041345 neue Unwegsamkeiten führt. die nicht ihrer­ seits »m 'etablit dans mon etre et pose le probleme d ’autrui ä partir de mon etre. 3. dem anderen kann es aber nur indi­ rekt den G ru n d bereiten. En un mot. Aufgelöst wird dieser 34 J . Es stimmt nicht zu der phäno­ menologisch verifizierbaren Seinsweise von Bewußtsein. entsteht für das Ich der Widerspruch. daß dergleichen denkbar wäre . der a u f der Basis unserer K o n fr o n t a tio n sehr leicht zu entwickeln ist. Merken w ir abschließend an. .und insofern etwas Unerklärliches v o ll­ bringen).um den Gedanken wenig­ stens zu skizzieren ..35 Beide sind unmittelbar sein V orbild durch den Gedanken. 3.von einer Blickw arte aus bezeugt werden kann.e. 184 . WW I I I . Schelling . daß jedem Individuum sein objektives Selbstbewußtsein durch »Spiegelung in einer ändern Intelligenz< (I. 35 Schelling I. 3 5 . lohnte eine eigene Untersuchung.5 2 . als dessen Urheber es in keinem Falle sich selbst anschauen kann (diese H andlung ist gleichsam nur fakultativ). le seul point de depart sur est Pinteriorite du cogito « (E N . daß H egel die Theorie wechsel­ seitiger Anerkennung freier Individuen von Fichte 3 4 und Schelling übernehmen konnte. indem es durch ein Nichthandeln fremder Freiheit R aum läßt für ein Geschehen. Das erste muß es sidi selbst zuschreiben: nur das Ich als ein theoretisches Vermögen kann das Bewußtsein der H andlung produzieren.soll.

[ . indem er mich individualisiert. was gleich gilt. wenn ich sie von A n fa n g an mit Bewußtsein (oder. mit Willen) vollbringe: Ich muß das Wollen (der freien Selbstbestimmung) selbst wollen (I. D as ist eine un­ mittelbare Konsequenz aus dem Zusammenfallen des B ew uß t­ seins meines Nichthandelns mit der Anschauung fremder F rei­ heit außer mir: W ürde ich diese Verbindung nicht hersteilen. . h. indem ich.). was aus der H an d lu n g erst resultieren soll. Insofern erblickt sich die Intelligenz . Indem ich mich nicht als Urheber dieses Universums anschaue.) und betrifft mich der Andere in meinem innersten Für-mich-Sein (auf der präreflexiven Ebene). gerate also. d. muß ich mir folgende Voraussetzung klar machen: Frei ist diese meine H an d lu n g nur. in einen »offenbaren C irk el« . in der T a t] im Spiegel einer ändern Intelli­ genz« (I.e. Ihm läßt nur dadurch sich ent­ gehen. c. 3..objektiv w ird (ich kann sie erfüllen.wie Hegel wiederholt hat indem sie »sich selbst re­ flektiert. 541).Widerspruch so: U m ein von mir unabhängiges H andeln als indirekten (als E rkläru n gs-)G run d meiner eigenen freien Selbstbestimmung ansehen zu können. 5 4 5 /6 ): »Kein Vernunftwesen [kann sich darum ] 185 . die T otalität des Seienden mit Bewußtsein produziert zu haben und die Unendlichkeit des Möglichkeits­ feldes durch meine H andlungen zu erschöpfen. 542 u. daß dieser Begriff freier Selbstbestimmung in Gestalt einer mir von anderer Freiheit angemuteten Forderung als ein »Sollen« . realisiere ich mich als Individualfreiheit und mache »eine Thätigkeit von Intelligenzen außer mir« zur »Bedingung des Selbstbewußtseyns« ( 1. die allen Freiheiten insgesamt sich eröffnenden Möglichkeiten au f einen mir sich darbietenden Anteil reduziert und so erst konkret motivierte und konkret intendierte H andlungen au f bestimm­ te Gegenstände fü r mich ermöglicht usw. Er tut es. . ge­ rade in Anspruch nehme: den »Begriff des Wollens« (ebd. indem er meine Welt allererst zu einer objektiven (von meiner Individualanschauung unabhängigen) Welt macht und meine materiale (wiewohl nicht meine formale) Freiheit einschränkt. ich müßte glauben.. ohne dazu genötigt zu sein).

d. sagt Fichte..und sei dieses Objekt eine Freiheit . Während Hegel aber das Selbstbewußtsein a u f eine reflexive Erkenntnis reduziert. aber ein Bewußtsein besaß ich von A nfang an von ihm durch »intellektuelle Ansdiauung<. A ll das erinnert sehr an Hegel und w ar historisch in der T a t sein Vorbild. 37 F id n e WW I I I . außerdem hat sei­ ne36 Aufforderung gar keinen Zweck. »Die gesetzte Ursache der A u f ­ forderung außer dem Subjecte«. daß das letz­ tere [sie] verstehen und begreifen könne.habe. d. ) . haben Fichte und Schelling ihr Theorem relativer Abhängigkeit des Selbstbewußtseins vom Fremdbewußtsein auf der Basis präre­ flexiver Bekanntschaft der Subjektivität mit sidi selbst ent­ wickelt ( 1 . h. Der >Begriff des Wollens< w ird mir demzufolge zw a r nur durch das Sollen zum Objekt. 3 . bes. 550).«37 36 = gen. als durch die Anerkennung ande­ rer« als unabhängig von ihm Existierender (I. ein an meine Freiheit ergehender Appell einer anderen Freiheit. 361 ff. obj. 3 3 . an welches sie ergeht..als solches bewähren ( . »muß dem­ nach wenigstens die Möglichkeit voraussetzen. h. die ich von einem O bjekt . Die Zweckmäßigkeit derselben ist durch den Verstand und das Freiseyn des Wesens. durch ein nicht-setzendes (das Spiegelbild nicht zum Gegenstand machendes) B e ­ wußtsein von mir als einer unmittelbar ihr Bewußtsein her­ vorbringenden Handlung.).e. . damit dem vitiösen Zirkel der Reflexionstheorie verfällt. . 365 ff. bedingt.

Ohne die In an ­ spruchnahme einer unbedingten Evidenz würde jeder ihrer 1 Z u m fo lg e n d e n v g l. und manches spricht dafür. denn er bezweifelt nicht den N u t ­ zen einer Korrektur an Hegels Versuch. Natürlich stellt die bewährte Position des unmittel­ baren Bei-sich-Seins den Ausgangspunkt für die Suche nach einem transreflexiven Sein dar. 187 . daß dieser zu ­ erst gefordert habe. M a n f r e d F r a n k . die w ir von H ölderlin und Sinclair her kennen. 22 ff. Der Schritt über die Grenzlinie des Bewußtseinsl Schelling hat den Schritt über >die Grenzlinie des Bewußtseins< mit Argumenten vorbereitet. so ist »Sein« in der Bedeutung von bewußtseinsunabhängiger Realität erst zu ge­ winnen. 353). Fichtes gültige Leistung sieht Schelling darin. »die Wissenschaft alles Wissens habe von dem Unbedingten auszugehen« ( 1 . 4 . Soll die Möglichkeit einer sol­ chen Identifikation. Wie jene hat er sie an einer Fichte­ kritik erarbeitet. wie Hegels >Logik der Reflexion< sie v o r ­ führt. E r ist von grundsätzlich an­ derer N atur als der erste. M ü n d i e n 1 9 7 2 . Das Problem >Zeit< in der deut­ schen Romantik. daß sie nur ein verbessertes Instrument für die Identifikation zweier B e ­ deutungen an die H an d gibt. Selbstbewußtsein auf Reflexion zu reduzieren-. grundsätzlich bestritten werden. sondern macht geltend.»41345 IV Schellings Suche nach positiver Unmittel­ barkeit — Die Problematik der Identitätsformel Noch ist nicht der zweite Einwand gegen Schellings K r itik am Reflexionszirkel entkräftet. sie für eine nach­ trägliche Einlösung der von Hölderlin empfangenen und durch den Einfluß Fichtes niedergehaltenen Anregung zu in­ terpretieren. Zeitbewußtsein und Bewußtsein von Zeitlichkeit in der jrühromantischen Philosophie und in Tiecks Dichtung.

»was schlechterdings nicht zum Ding. daß der Akt. 4 .also dasjenige. Jedes Differenzverhältnis beruht au f Relation. auch wieder auf. auf die Fichte seine Philosophie zu gründen versprach. 3 5 3 ) . 4.mit einem Wort . 4 . 4 . indem es »für-sich« gesetzt wird ( 1 . ledig. 3. Dadurch entsteht aber die paradoxe Situation. außer ihm Vorhandene « (I. der sie bezeugt. und Relativität ist das G e ­ genteil jener Absolutheit. zur Sache werden kann« (I. 3 5 6 / 7 ) .00041345 Sätze den Status einer an jedem ihm vorgehaltenen Maße zerschellenden Wahrscheinlichkeit annehmen und a u f einen Skeptizismus zutreiben. 357. Diese A u f ­ fassung läßt. so wahr es nur ist. 4. 3 5 6 . als dessen Resultat das Selbstbewußtsein seiner 188 . was . so lautet Schellings K ritik. Seine Unbedingtheit höbe sidi also durch den A k t selbst. welche dem Princip selbst fremd sind« ( 1 . 2) . N un ist Fichtes Absicht keineswegs. 353/4).lautere Suisuffizienz ist und keines anderen zu seinem Existieren bedarf. in ein erneutes »Differenzverhältniß des Ichs und des Absoluten« ( 1 .0] degradiert). 368). 356. 4. 2 ) in versteckter Form urständen. 4 . Fichte fordert indes dieses Zeugnis durch die »Beschränkung der Auffassung des absoluten Bewußtseyns auf/das im empi­ rischen gegebene reine Bewußtseyn« (I. das Ich von einem außer ihm Gelegenheit dependieren zu lassen. was aller »Beschränkungen der besonderen Reflexion und der D a r ­ stellung. würde das Unbedingte eben doch an eine subsidiäre Form der Reflexion gebunden (zu einem »Noumen« [I. 4. habe aber Fichtes Satz vom Selbstbewußtsein nicht standgehalten: Als präreflexivcs Bei-sich-Sein bestimmt. 3 5 4 ) sich auflösen und den durch Fichtes ingeniöse K an tkritik abgewehrten Reflexions-»Cirkel« ( 1 . Im Gegenteil zieht es das »unabhängig von ihm . Diesem A n ­ spruch. das sein Grund zu sein schien — in seine eigene Sphäre hinab und verwandelt es in sein Produkt (I. o): Das » An-sich « ist selbst ein vom Ich Produzier­ tes. 356. Un-bedingt kann nur heißen. was durch die Forderung einer jeder Reflexion zuvorkommenden Selbstgegenwärtigkeit des Ichbewußtseins erreicht war. der an sich selbst zuschanden werden müßte.

3 A n diesem Stadium der Argumentation läßt sich vorzüglich der ge­ meinsame U rsprung von Hölderlins wie von Hegels Schritt über die K a n tische G renzlin ie demonstrieren. und umge­ kehrt enthüllt sich »jenes außer-sich-Haben des Absoluten« ( 1 .e. vgl. noch nicht miteinander im K a m p f liegen. 356. Sie kann aber 3. deren eines Relat das An-sich ist: »Das außer-s ich-Setzen schließt das für-s idi-Setzen schon in sich und umgekehrt (außer mir ist das Absolute allerdings und in alle Ew igkeit nur für midi [nicht an sich. 2. die in folgenden Punkten in Widerspruch zu ihrem eigenen Anspruch gerät: 1. diese geheime Ausrichtung des unendlichen Prozesses. ein bloßes N o u men]« (I. in welchem das Fürsich dem Ansich 2 »In Ansehung des Absoluten oder An-sich besteht ein ew iger W id e r ­ spruch. daß das An-sich-Seiende als »Schein« entlarvt w ird. 0 ) verharrt die Wissenschaftslehre. 4. sondern aus der geheimen Anziehungskraft. Schein« (ebd. denn es soll etwas für das Ich. Die Bindung des Absoluten an dessen Fürsichsein hebt mithin Absolutheit prinzipiell auf. sonst wäre es kein An-sich. .). . 4 1 . D ieß ist der nie zu durchbrechende C irk e l. die beide gezogen haben. begreift sie ihr eigenes Funktionieren keineswegs aus der abstrakten Relation von Ich und Nichtich als solcher. da hier die äußerste Position erreicht ist.3 »G an z innerhalb dieses Scheins« ( 1 . sondern außer ihm seyn. suspendiert sie die R e a ­ lität des An-sich-Seins. 4 . ein Absolutum zu begründen: denn es impliziert ja eine Relation. 4 . 0 unten). 7. ohne sie wirklich tilgen zu können (da sie in der Realisierung des Fürsich wiederaufersteht). a u f welcher die unterschiedlichen Konsequenzen. dem seine Wahrheit in der Position des Für-sich-Seins zuge­ wiesen w ird. . und folglich in ihm. I.innewird. und doch zugleich nicht im Ich. daß das Für-sich von vornherein un­ geeignet ist. 3 5 7 .. umgekehrt als ein von diesem Ich Hervorgebrachtes sich enthüllen soll. die das als absolute Id en ­ tität in Anspruch genommene Ansich oder Absolute a u f diese Relation ausübt. als darin. 356). dessen Entdeckung das V e r ­ dienst der Wissenschaftslehre ist« (I. 3) als ein der Einschränkung des Unbedingten au f ein relationales Fürsichsein »unmittelbar vergesellschafteter . 25.2 Die Paradoxie besteht freilich weniger darin.

Schellings Alternative scheint ebenso einfach wie überschweng­ lich: Wenn das Ansich sich verflüchtigt.): die Aufhebung des »Scheins« einer Differenz im höch­ sten Sein (ebd. . so ist sein A r g u ­ ment.und Für-sich die einigende Klammer schlüge. 4.. 4. auf die lange Bank eines un­ endlichen Progessus hinausgeschoben. sich offenbaren können. daß dieser Erklärungsgrund je eingeholt w ird : »A uf diese Weise wird der Handel zwischen dem Ich und dem Nicht-Ich. Diese Konsequenzen. 359. nicht länger gehindert von einem es thematisie­ renden Intentionsstrahl. 358. . 4.-). im Wissen den Fall einer Synthesis von Vielheit oder 190 . so muß die Reflexion eben aus jener Stelle. wird man sagen. der geschlichtet werden sollte. die aber doch nur auf der Basis einer absoluten Einheit denkbar sind. 356/7). der um die Differenz von An. 4. so wird es auch/unmittelbar a u f­ hören bloß für dich zu seyn« (I. machen allem Philoso­ phieren im Keim den Garaus.) gibt sie weder Rechenschaft über den U r ­ sprung jener unterwegs konstituierten und zw a r »bloß rela­ tiven E in h e ite n (I.). 356. so wird das Absolute.). Anders: Abstra­ hiere im Selbstbewußtsein von dem es Denkenden. 3 5 8 . Schellings Gedanke ist besser fundiert. herausgesetzt werden: »Suche das An-sich nicht außer dir oder dich außer ihm. Wir haben. was Schelling selbst den »ersten entscheidenden Schritt gegen allen Dogmatismus« nennt (I. die Philosophie muß in der Zeit die Ewigkeit anticipiren« ( 1 . noch macht sie denk­ bar. .. 4 ..00041345 >nachläuft< und sich doch nicht assimilieren kann. Natürlich stellt sich dieser üb­ liche V o rw u rf gegen Schelling wie gegen Hölderlin blind ge­ gen die Motivation für das. . »durch ein Hinausschieben des Erklärungsgrundes ins Unend­ liche« (I.). ) . fiele selbst in die Sphäre des Fürsich und überließe das Geschick des Prozesses aufs neue dem bekannten »Cirkel« (ebd. mit den von ihr verwendeten Mitteln nicht erklären. 4.denn der letzte A kt des Progesses. von der aus sie das Ansich vergegenständ­ licht. als die oben gegebene Formulierung vermuten läßt.. mehr noch. 357. sobald die Reflexion »danach greifen will« (I.

Identität« sein muß (I. dies zeigt Schelling negativ am Scheitern jedes anderen Erklärungsversuchs auf der Basis der Annahme von Relation als einem nicht hintergehbaren Faktum der Vernunft: Die interne Beziehung zwischen Subjekt und Objekt. 0 f. . 150. manifestierte sich in ihm nicht unverfüglich transzendente Iden­ tität.}) — und d.J)41345 des Zusammengehens von Einheit und Differenz. daß es niemals »vermittelte. die sich in der Reflexion bewährt.). 7. von J . 191 . daß es einem ichhaft Struktuierten (I. 138 o.auf je ver­ schiedene Weise und in gemeinsamer Opposition gegen H ö l­ derlin und Schelling . 1 7 1 f. deren Gleichung von Begriff (Selbstbewußtsein) und Identität. das »in ihm selbst ein Anderes.. einem solchen. »das Subjekt und das Objekt [suisuffizient] auszugleichen« (I. 6.« dieser Versuche liegt nicht in der Inanspruchnahme einer E in ­ heit. 6 . 6. . Aber weder eine Analyse der Relate noch der ganzen Relation vermag den G rund für deren >Indifferentiirung< aus einem der M o ­ mente oder aus ihrem synthetischen Zusammenspiel zu erklä­ ren. Das Denken ist bloßes Verhältnis zu sich. kann nur gedacht werden 1) als entweder 4 Dies Argum ent wäre auch gegen die von Adornos Negativer Dialektik beschworene (unbewußt Hegelianische) Gleichung von »Identifizieren« mit dem (zugleich als »Vermittlung« gedachten) »Begriffsdenken« geltend zu machen (vgl. Daß das Absolute nichts sein kann. h. . nimmt er Identität nur in Anspruch.die frühe Wissenschaftslehre Fichtes und Hegels philosophisches System. 6 . Und genau diesen Anspruch erheben . 15 2 . und in diesem Anderen sich selbst das Eine« ist (I. die es doch ohne Inanspruchnahme dieser Identität als eines »etre transreflexif« nicht sein könnte.e. 54. als Se/£. Identi­ tätsverweigerung.fverhältnis aus eigenen Mitteln sich nun und nimmer reali­ sieren könnte. . Einheit und Differenz. 1 4 0 .) : G erade weil der Begriff Relate miteinander vermittelt. 2$. I. Sartre mit dem gleichen Argument destruiert w u rd e: Selbstbewußtsein ist ein negativer Bezug a u f sich. -) . sondern ganz unvermittelb a r e . das. wenn schon nicht nachhaltig genug vom späten Fichtc und Schelling. ohne daß diese a u f seine Rechnung ginge..Im G runde v e rfä llt Adornos Kontestation der Identität unbewußt Kantischer T rad ition . »was aus /Zusammensetzung hervorgeht« (I. 2 2 / 3). P.gelingen könne. Das »jt(><ötov i|>fC6o. sondern in der U n ­ terstellung.

weist aber zugleich darauf hin. 192 . Schelling pflichtet dieser Lösung übrigens als einer »Grundwahrheit« bei (I. 6 . Die W L von 1801 verw endet dies Theorem systematisch (vgl. sondern nur vermittels seiner Wirkung ins Subjekt weitergehen kann. D as O b ­ jekt dringt also selbst gar nicht ins Wissen ein. Sub­ jekt und Objekt. t). Die Wechselwirkung läßt nämlich die Schwierigkeiten von 1) und 2) nur in potenzierter Form wiederauferstehen. daß genau dieser »Grund-Reflex«5 nicht aus der Relation zu erklären ist. 2). 2) entweder vom O b ­ jekt aufs Subjekt oder vom Subjekt aufs Objekt zielend ( 1 .« Beide.Hegelisch gesprochen . und entzöge sich ihm. kann das reine Objekt als solches im Subjekt gar nicht ankommen. 6. oder relativ: dann wäre das Objekt erkennbar nur in dem Maße. dem Subjekt selbst aber zugleich die Möglichkeit. genommen.1 3 9 . wie es vom Subjekt bestimmt. 139 . von W.das Objekt zur Wahrheit des Subjekts gemacht und das Bewußtsein verdinglicht und ver­ dunkelt würde. 32 im K ontext). »Es bliebe also nur die Wechselwirkung übrig. D a das Objekt nicht als es selbst. 6 . WW I I . hg. sich gegen das Objekt als Sub­ jekt zu profilieren. insofern es von ihm nicht bestimmt wäre (I.00041345 einseitig oder wechselseitig erfolgend. 6. Also sei 1) das Objekt gedacht als einseitig bestimmend das Subjekt. 1 3 8 / 9 ) . F r a n k f u r t / M . Diese Bestimmung könnte entweder absolut sein. Eine solche externe Relation zwischen zwei Objekten bestünde aber nur für ein Subjekt. weil alsdann . 15 2 ). Zunächst sei die erste Möglichkeit der ersten Alternative auf beide Fälle der zweiten angewendet. das mithin wie­ der vorausgesetzt werden müßte (I. so w ü r­ de dem Objekt jede Selbständigkeit und mit ihr jedes K r ite ­ rium einer Unterscheidung vom Subjekt. in­ 5 Ein Ausdrude Fidites in seinem B rief an Schelling vom 1 5 . 1 . 1968. 2) Umgekehrt sei das Subjekt gedacht als bestimmend das O b ­ jekt. 30. seien je in sich durcheinander bestimmt (Sub­ jekt wäre selbst Objekt und umgekehrt). Schulz. 1802 aus Berlin ( Fichte-Schelling Briefwechsel.

'41 345

dem sie die beiden einseitigen Beziehungen chiastisch einander
verschlingen, also bald Subjekt durch Objekt, bald Objekt
durch Subjekt bestimmt sein läßt. Aber gerade die Möglichkeit
solcher vorgängig einseitigen Bestimmungen hat sidi aus dem
Begriff der Relation selbst auf keine Weise gewinnen lassen,
und ihre Hypostasierung ist nicht gerechtfertigt, mithin
»gleichfalls völlig nichtig« (I, 6, 139/40).
Selbstbeziehung ist nicht aus Reflexion, nicht aus Vermitt­
lung , zu erklären, und zw ar genau deshalb, weil das Moment
der Identifizierung der Relata (oder, wie Schelling sagt, »die­
ses Band eines Wesens als Eines mit ihm selbst, als einem V ie­
len« [I, 7, 5 j , 3]) der Relation selbst jederzeit sidi entzieht.
Überantwortet eine derartige Feststellung nicht automatisch
die Philosophie einer ihr transzendenten Voraussetzung? K e i­
neswegs. Sie klärt, ohne die Dimension der Vernunft zu über­
schreiten, in immanenter Evidenz, »daß beide [das Subjektive
und das Objektive] als Entgegengesetzte oder Verbundene
eben nur aus jener Identität begriffen werden« können (I, 2,
62). Diese Identität zu einem »außer dem Wissen« seienden
Absolutum zu machen, hieße gerade, ihre Absolutheit zu zer­
stören, sie nämlich der reflexiven Relativierung zu überant­
worten und im Fürsich zu begründen. »Die erste Voraus­
setzung« alles Wissens wird vielmehr »offenbar . . . in jedem
Wissen selbst gemacht« (I, 6, 140,0) - als dessen immanente
und präreflexive Bedingung. Und so wahr Wissen ist, so wahr
ist jene reine Identität »gänzlich und absolut unabhängig . . .
von dem Subjektiven und dem Objektiven« ( 1 , 6 , 1 4 7 , 3 ) a ^s
ihren Relaten.
Der ontologische Beweis der Reflexion
Schelling hat diesem letzten Gedanken eine ebenso überra­
schende wie weittragende Konsequenz abgewonnen. Wenn
Wissen ist (und der Zweifel daran potenziert die Gewißheit
nur), so ist zu fragen, worin seine Realität eigentlich gründet.
In ihm selbst, möchte man sogleich antworten, denn Selbstbe­
l 9 3

00041345

wußtsein ist Gegenwart nur bei sich. Die R elata der Refle­
xion fordern einander wechselseitig: Das »außer-sidi-Sex .zen« impliziert seine Differenz vom »/wr-sich-Setzen« (I, 4,
35 6,.>) - darum sind aber beide in dem Maße ungeeignet,
für Absoluta zu gelten, wie sie ihr Sein nicht in sich, sondern
in ihrem anderen haben: das außer dem Ich oder an sich
Seiende ist nur in seiner Äußerlichkeit zum Ich, und Ich ist
nur, für welches ein Äußeres ist. Als reflektierte erscheinen
die in der absoluten Selbstaffirmation identischen Momente,
»Unendliches und Endliches [,] getrennt« (I, 4, 369 Anm.), und
ihre » E in h e it. . . [kann] nur entweder im Unendlichen oder
im Endlichen reflektirt werden« (ebd.). Dem Blick des Wissens
dissoziiert sich mithin das absolut Eine in zwei »Reflexe«,
deren einer die »Einbildung des Wesens in die Form« als
reelle Tätigkeit oder erste Potenz spiegelt, während der zweite
die »Einbildung der Form in das Wesen« als ideelle Tätig­
keit oder zweite Potenz reflektiert (I, 4, 420,4/5). Beide
haben als Reflektierte ihr Sein nur im Nichtsein des sie
Reflektierenden und umgekehrt (sie sind, wie Schelling sich
ausdrückt, relative Negationen ihres Anderen, das insofern
ohne Realität ist [I, 6, 18 j , 2]). Der Satz, daß diese beiden
Reflexe ihr Sein nicht in sich, sondern in ihrem Anderen
haben, beraubt aber beide des Seins und verewigt jenen
»Cirkel . . . , innerhalb dessen ein Nichts durch eine Relation
zu einem ändern Nichts Realität bekommt« (I, 4, 358, 2). W ir
haben es mit einem Widerspiel von aufeinander bezogenen
Reflexen zu tun, die sich wechselseitig ihr Sein aberkennen,
ohne es aus eigenem Vermögen wiederherstellen zu können,
deren Realität mithin nur dadurch gewahrt werden kann,
daß man sie »gar nicht in dieser Relation betrachtet« (ebd. vgl.
I» 7. 196/7).
Anders gesagt: H ä lt man die unabweisliche Evidenz des cogito-sum an die Einsicht, daß die im Selbstbewußtsein ein­
ander reflektierenden Momente »Nichts« sind und »nur Bilder
ihrer eignen Nichtigkeit« anschauen, so drängt sich der Schluß
auf, daß das Sein der Reflexion prinzipiell nicht ihr eigenes

194

345

Sein sein könne oder daß endliches Wissen eine sich selbst
negierende und überschreitende Gegenwart-beim-Sein sei.
Man könnte dies mit Sartre den ontologischen Beweis der
Reflexion in dem Sinne nennen, »que la conscience nait portee
sur un etre qui n’est pas eile« (E N 28,
vgl. 16 o.)>
Dieser Gedanke erlaubt Schelling zugleich eine plausible E r ­
klärung für den Übergang aus jener gründenden und abso­
luten Identität von Subjekt und Objekt in den Zustand ihrer
relativen Getrenntheit. Denkt man sich das Absolute als fu­
genloses Zusammenfallen von Wesen und Form, von Set­
zendem und Gesetztem - derart, daß es Affirmierendes und
Affirmiertes »von sich selbst « ist (I, 6, 148)
so ist in ihm
jede Spur von Beziehung-auf-Anderes, von >Negation<, ge­
tilgt (I, 6, 124 o.). Das Absolute nimmt den »Gegenwurf« sei­
ner selbst ( 1 , 7 , 5 8 , . , ) - das Bild seiner »Selbstoffenbarung«
(I.e., 57) - immediat und ewigerweise in sich zurück, und
zw ar derart, daß die Auszeichnung dieser ewigen Selbstbe­
zogenheit durch ein Reflexivpronomen jeden Sinn verliert und
nur die Unzulänglichkeit der Sprache spiegelt. Es ist Identität
seiner und des Gegensatzes nicht nur de facto, sondern zu­
folge seines bloßen Begriffs (I, 6, 149).
A u f solche Weise an die absolute Identität mit dem Wesen
gebunden, ist die Form das Wesen nur, sofern sie jeder Selb­
ständigkeit entsagt. Als ein sich selbst negierender Reflex des
Absoluten kommt ihr Sein nur in dem Maße zu, wie sie
vom Absoluten Zeugnis ablegt. Eben darum ist sie »Nichts . . .
fü r sich selbst * (I, 6, 42)**, ein Nichts jedoch, das als Gegen­
6 Schelling selbst hat sich wiederholt a u f das ontologische Argument be­
rufen, um die Identität von Wesen und Sein in der absoluten Erkennt­
nis sicherzustellen, so z . B .
(N r. 83).
6a »Das

Erste

I, 7,

[Seynkönnende]

15 0

muß

(N r. 5 3);

Nichts

seyn

15 7

( N r . 77)

(nämlich

und

nichts

159
selbst

seyn), damit das überschwenglich Seyende ihm Etwas werde, und umgekehrt,
das Zweite muß das unendlich Seyende seyn, damit es das Erste in seinem
nicht-selbst-seyn erhalte« (I, 2, 51/2). Das Seinkönnende ist ein neant d’etre
seinem eigenen Sein nach: Es ist Grund nicht seinem eigenen, sondern dem Sein
des anderen (vgl. II, 3, 228).

195

00041345

wurf des Absoluten notwendig auch dessen Freiheit erbt und
kraft dieser Mitgift auch gegen das Absolute sich entscheiden
kann. Ergreift sich das Nichts als Realität ( 1 , 6 , 5 5 2 , . , ) , so
trennt es sich für alle Zeiten von jenem Zustand, in dem
es integrierendes Moment des Absoluten selbst war, und reali­
siert sich als »das wahre Nichts« (I, 6, 40,.,), als die boden­
lose und allein auf sich selbst gestellte Freiheit (I.e., 43, j).
So bringt das Ich jenes Nichts, das in der ewigen Identität
von Sein und Fürsichsein latitierte, an ihm selber zur E r ­
scheinung. Es verwirklicht das vormals nur potentielle Nicht­
sein in der Gleichung des Absoluten (I, 4, 397, 2) und bringt
unmittelbar die Bestimmung-durch-Anderes, »sonach das
nicht-an-sich-selbst-Seyn mit sidi« (ebd.).
Ein Nichtabsolutes ist die * Ichheit« also gerade dadurch, daß
sie sidi durch »ihre eigene That« (I, 6, 42 f.; 12 4 ; 149) in
Differenz zum Sein bringt. Fichtes Irrtum - so läßt sidi nun
präzise angeben - bestand mithin darin, dieses Nichts der
Freiheit als die höchste Realität selbst definiert zu haben
(I, 6, 12 5 ,0 u. 126 M.). Als das unter Verlust des Seins G e ­
setzte, als »das höchste Princip aller Endlichkeit« (I, 6, 124)
und Absonderung vom All, zerfällt ihm, was ursprünglich
das Affirmierende und das Affirmierte von sich seihst war,
in eine äußerliche Relation beider, deren Inneres als Grund
derselben sich entzieht. Das Sein - vordem »lebendiges Band«
(I, 7, 54,5) zwischen An- und Für-sidi - erstarrt zu »etwas
von meinem Denken . . . Unabhängigem« (I, 6, 149).6*5 Eben
dadurch erweist es sich als nur in dem Maße seiend, wie es
durch ein anderes bestimmt, wie nicht es selbst, sondern »ein
anderes . . . sein Affirmierendes« ist (I, 6, 149). Es hört, mit
einem Wort, auf zu sein und w ird Reflex einer sich auf sich
6b »In einer fortschreitenden Bewegung ist alles relativ. Jeder Punkt oder
Moment derselben ist an sich oder absolut, also noch nicht im Verhältnis
zu einem folgenden betrachtet, der Fortschreitung zugethan, angehörig, insofern
positiv; aber gegen den folgenden Punkt der Fortschreitung nimmt er eine andere
Natur an und wird negativ, sich ihm entgegensetzend und das retardirende
Princip« (II, x , 342).
196

selbst beziehenden und negierenden Reflexion, die ihre Alterität nicht mehr aus sich selbst zu tilgen vermag, sondern nur
ist , insofern sie nicht Reflexion ist. Gerade dadurch wird
ih r das Sein zu einer nicht länger reflexiven (relativen), son­
dern absoluten Voraussetzung, als deren Grund sie auf keine
Weise sich selbst anschauen kann.

Der Seinsgedanke der Identitätsphilosophie und Hegels
»bestimmende Reflexion« in Konkurrenz
D ie Frage, die unser Kapitel eingangs aufgeworfen hatte,
scheint mit dem Hinweis auf Schellings ontologisches A rg u ­
ment weitgehend beantwortet. Wir wollten wissen, ob Schel­
lings Identitätsphilosophie - also diejenige Position, auf die
Hegels K ritik sich bezog - den Gedanken einer außerre­
flexiven Identität plausibel machen kann. D a die Position,
die Schellings Philosophieren zwischen 1801 und 1806 ausge­
bildet hat, noch nicht explizit auf einer ontologischen Ebene
argumentiert und auch nicht aus der Absicht motiviert ist,
gegen Hegels logische Grundoperation sich abzugrenzen, soll­
ten wir die Differenz, die sich schon hier sehr deutlich aus­
prägt, eigens rekonstruieren.
Das ist um so leichter möglich, als Hegels und Schellings S y ­
steme in grundsätzlichen Bestimmungen einig sind. So hat
Hegel Schellings Unterscheidung von »reiner Selbstbeziehung«
(»Allgemeinheit«) und »Beziehung auf anderes« (»Besonderheit«) (vgl. I, 6, 184 f.) mit der gleichen Selbstverständlichkeit
aufgegriffen7 wie die These, »die absolute Position der Idee

7 V g l. L I I , 274 ff. Auch Schellings Illustration dieses Verhältnisses durch
eine je und je begrenzte, ins Unendliche fortlaufende und überall mit
sich identische Linie (vgl. I, 7, 184 ff.) hat Hegel gelegentlich benutzt
(z. B. L I, 1 3 7 f.). Natürlich sind beide Spinoza verpflichtet.

Gottes sei in der That nichts anderes als die absolute N eg a­
tion des Nichts« (I, 6, i j j , ,).
Es ist auch keineswegs so gewesen, daß Hegel den Gedanken
des Seins terminologisch abweichend von Schelling bestimmt
hätte. Beide nennen Sein die Beziehung der Substanz >nur
auf sich< oder unbestimmte Unmittelbarkeit<. Diese Feststel­
lung ist insofern bedeutsam, als w ir keineswegs unterstellen
dürfen, daß Schellings Identitätskonzeption den Ausdruck
»absolutes Sein< anders verwendet als den der absoluten Iden­
tität.
Trotzdem gibt es eine entscheidende Abweichung gegenüber
Hegels Verwendung des Ausdrucks. Bei Hegel enthüllt sich
nämlich die ausschließende Beziehung der Substanz nur auf
sidi in zweiter Instanz als einfache Negation, d. h. als Glied
einer echten Relation, die nur auf den ersten Blick unbestimmt
und unbezogen erschien, dem zweiten aber ebensowohl als
Bestimmung - nämlich als das >als unbestimmt Bestimmte<
- und damit unmittelbar auch als ein Negatives, und zw ar
als das N egative seiner selbst, einleuchtet. Als die Wahrheit
des Seins bleibt sein Inneres, die Vermittlung, stehen.
D aß die Reflexion Negation des Seins ist und Sein in Schein
verwandelt, in der Beziehung auf den Schein aber au f das
Andere ihrer selbst und somit mittelbar au f ihre eigene N e g a ­
tivität trifft - das ist offenbar Schellings eigener Gedanke.
Allerdings würde er hinzufügen, daß die vorgebliche D ia ­
lektik dieser Bewegung - wenigstens in der A rt, in der Hegel
sie vorführt - einer Tautologie nahekommt, in welcher R e ­
flexion einfach mit Reflexion gleidigesetzt wird.
Der Ausdrude >Selbstbeziehung< muß, um sie zu vermeiden,
in zwei radikal verschiedenen Bedeutungen Vorkommen, de­
ren zweite die erste nur »privativ« wiederholen darf. Schel­
ling läßt darum keinen Zw eifel, daß jene unmittelbare Selbst­
beziehung, sofern sie in der Bedeutung als »Negation der
wahren Realität« ( 1 , 6 , 1 2 7 u.) auftritt, das Sein qua Sein
nicht nur nicht in sich aufhebt und assimiliert, sondern über­
haupt nicht berührt. Die Reflexion (als Auflösung der Einheit
198

41345

in Differenz), so lautet sein Bescheid, »thut nichts zu dem
Positiven hinzu, und läßt das Reelle gänzlich unberührt. Das
Seyn ist wesentlich gleich dem Seyn; denn die reine Position
kann von der reinen Position nicht verschieden seyn« (I, 7, 61,
2). Noch deutlicher: Die »ihrer N atu r nach unreellen Reflexions-Bestimmungen . . . gehen das Positive gar nicht an«
(I, 7, 6 i , ;l). Die absolute Identität ist nämlich »das schlecht­
hin Beziehungslose« (I, 6, 150), »es ist in ihr kein Abstand
und keine Leere« (I, 7, 2 15 ); ihre »wahre Vollkom m enheit. . .
besteht also gerade darin, das zu seyn, was sie ist* (I, 7, 188).
Anders gesagt: Das Sein ist, was es ist, weil es seine reflexive
Differenz »in einem und demselben A kt schafft und vernich­
tet« ( 1 , 6 , 1 8 7 , 0 ) . Schelling erläutert diesen Gedanken, indem
er hinzufügt, geschaffen sei das endliche Seiende, insofern es
ist, was es ist; vernichtet sei es als ein besonderes, vom abso­
luten Sein abgespaltenes Abstraktum. Die abstrakte Existenz
unterhält mit anderen Worten überhaupt kein internes V er­
hältnis zum Sein (denn zu Nichts kann sich das Unendliche
auch nicht einmal im Verhältnis des Gegensatzes befinden:
1, 6 , 126); sie ist einfach nichts in Beziehung auf das Unend­
liche und ein relativ Seiendes nur in Bezug auf jenen Reflex,
der das abstrahierte An-sich-Sein der Identität jenem Relat
gewordenen Für-sich entgegenspiegelt (I, 6, 188 f.).
Gewiß hat Hegels »Idealismus« darin recht, die Ichheit als
ein »Negiren des an-sich-selbst-Seyns des Realen« zu behan­
deln (I, 6, 15 2,;,). Schelling selbst w ar ihm mit diesem G edan­
ken vorangegangen. Aber die Identitätsphilosophie zeigte zu­
gleich, daß diese Negation des Ansich sich als ein eitler und
zum Scheitern verurteilter Versuch erweist, die Realität des
Seins in der Reflexion aufzulösen. Denn Negation des All
ist die Reflexion stets in der Weise absoluter Negation ihrer
eigenen Nichtigkeit ( 1 , 6 , 1 5 5 , , ) . Das bedeutet, daß die
Selbstbezüglichkeit diese Negation nicht zum Anspruch auf
Autonomie verführt, sondern zum Verzicht auf jeden A n ­
spruch an das Sein zwingt: Die Reflexion ist ein Seiendes,
das auch sein eigenes Sein nichtet und zur bloßen Erscheinung
199

daß der »Schein« etwas ande­ res sei als ein internes Moment der Reflexion. das mithin selbst ein Absolutum wäre: I. . ) . insofern es V e r­ hältnis beider ist. Ein solches aus Sein und Nichtsein gleichsam gemischtes V e r­ hältnis. so gäbe es ein von Relation unabhängiges Nichtsein. ) der Wirklichkeit. »was sie ihrem Begriff nach seyn könnte« ( 1 .ab. *)• A u f dieser Ebene trifft sich Schellings Identitätsphilosophie sachlich mit Hegels Logik von Schein und Wesen. innerhalb deren das Allgemeine einen Teil seiner R e a ­ lität dem Besonderen einräumen muß.00041345 degradiert ( 1 . 6 . innerhalb deren jedes relativ Seiende sein positives Sein bei einem anderen seinesgleichen zu borgen sucht. 1 8 8 .gleichsam eine der »Limitation« fähige Totalität . und 1 . Die Bestimmung löst vom positiven Sein eine Sphäre . D a es jedoch nur relativ aufs Sein absolut nicht-ist. dieses sich ebenso auf ein drittes überschreitet und so eine prinzipiell unabschließbare Bewegung auslöst. 189. daß die Reflexion nur in Beziehung auf das absolut positive Sein. 4 . 190. 1 8 4 ) . muß freilich sichergestellt sein. weil sie Negation ihres Allgemeinbegriffs ist und diesen nur in wechselnden Abschattungen anschaut. Darum kann man allenfalls sagen. Dieser Mittelzustand zwischen Sein und Nichtsein konstituiert jenes »Scheinleben« ( 1 . 6. die gerade eine Folge der absoluten Unangemessenheit des Seins zu seiner relativen Wirklichkeit ist ( 1. 397. 1 8 7 . 6 . Um ihr diese relative Autonomie zuerkennen zu können. 6 . ist die »Be­ stimmung«. Es ist ja keineswegs Schellings Meinung. j). E r ist nicht 200 . j). 19s u. das sein Allgemeines (den Bezug nur au f sich) und sein Besonderes (den Bezug auf Anderes). Die bestimmte R e a li­ tät drückt infolgedessen »nur zum Theil« aus. . ist es in gewisser Weise auch als das­ jenige. (Die Probe: Wäre das letztere. . nicht aber als ein relativ Seiendes negiert ist ( 1. 6 . dessen Seinsweise die negative Beziehung aufs Sein ist. einfach deshalb. also als ein Absolutum. nicht absolut koinzidieren läßt. die Reflexion sei der Grund ihres eigenen Nichtseins und in­ sofern autonom. 6 .

der die Negation ihre Spezifizierung einbeschreibt. Die Relation von Allgemeinem und 201 . nämlich Widerschein des A ll. . selbst schon ein Nicht-Seiendes. das von der Relation im Modus der Bestimmung nur tangential berührt.zwingt die Ichheit. 195. . h. ist selbst nur jene Sphäre von Allgemeinheit. 6. ihre Realität .41345 nur das Nichts des All. sondern gerade als Nichtsein Ausdruck des All. als Folge einer nichtenden Abhebung vom Positiven. Die Offenbarung des Seins im Widerschein kann mit anderen Worten nur erfolgen. durch Reflex.).e. 6 . muß dieser Reflex im Augenblick der Offenbarung sich selbst zugleich wieder zurücknehmen. Dem Blick der Reflexion verschwindet das Reflektierende frei­ lich nur relativ. wodurch es sich selbst setzt. es nicht setzt: so setzt oder schaut das All sich selbst. durch Widerschein« ( 1. zum absoluten Nichts zerfallen würde. . Um aber mehr zu sein als bloßer Widerschein seiner selbst. und genau diese Sphäre ist. Diese radikale Unselbständigkeit der »absoluten Verneinung des an - sich-Seyns« (I. sich selbst sieht. nicht-schaut«).3) “ ^ as ^st von Schellings Argument . d. daß das Sein als Moment des Wesens begriffen und in jenem erhalten wäre. immer nur das Positive« (I. keineswegs aber aufgehoben wird. Die Selbstbeziehung der Negation entrinnt der Sphäre der Relation also auf keine Weise. in­ sofern das Sein seinen »Spiegel« gerade nicht setzt ( 1 . Aber als ein auf sein Reflektierendes bezo­ gener Reflex untergräbt die Bestimmung zumal ihr eigenes Sein und läßt als »unmittelbaren Gegenstand unserer Erkenntniß . . 1 9 8 : »wie es gleichsam Ein A k t des Auges ist. sondern mittelbar. . indem es das Besondere nicht-setzt. 6. im Gegensatz zur fugenlosen Identität von Sein und Selbsterkenntnis in der absoluten Position. »nicht unmittelbar. Was die Bestimmung erreicht.in jenem Sein aufzusuchen. 197). Die Versöhnung der einfachen Negation als des Bestimmenden mit dem bestimmten A llge­ meinen kann nicht für eine Aufhebung des Seins in dem Sinne gelten. und das Reflektirende nicht sieht.diesen unabweislichen Gedanken . ohne welches sie zum o i x öv. und zwar.

sondern >qualifiziert< es in dem Maße. als deren Verfehltes und Intendiertes.00041345 i Besonderem. sondern drückt gleichfalls eine bloße Negation aus« (I. sondern selbst realisieren zu können? Zugegeben. 192 I. würde Schelling antworten: aber in der Selbst­ negation steht Negation gegen Negation .e. Das Wesen kann . 1. h.nicht als suisuffiziente Selbstbeziehung beschrieben werden: denn als Bezie­ hung auf sich selbst als auf ein Nichts hebt es wohl sein Sein auf (vgl. 6 . 185. sondern »das Seyn ist hier das Wesen selbst« (ebd. 1 9 4 . Als Resultat der N egation des positiven Seins bleibt allein die Bestimmung. 6. Sie hebt das subsistente Sein nicht etwa auf. Ein »Allgemeinbe­ griff« kann das Sein aber prinzipiell nicht sein. 6.mit einem Wort . 3) anschauen können.esse subsistens aber sie bleibt absolute Voraussetzung des esse apparens (des durch Bestimmung qualifizierten A llg e­ meinen). 6. 6. 193 und 194.) auch 202 . in ihrem Nichtsein) bezogen. I. Identität nicht nur voraussetzen zu müssen.). auf . <>]).<). 19 0 . auf das Hegel sie zu reduzieren trachtet und mit dem sie keineswegs zusammenfällt. 6 . Spricht nicht ein letzter Argwohn noch zugunsten der H egel­ schen These. wie es als »Erscheinung« der Erkenntnis eine ihr zugängliche Seite entgegenhält und eben dadurch als »das Positive« sich entzieht (I. »enthält [wie Schelling aus­ drücklich anmerkt] nichts Positives .beide sind re­ flexiv (und d. 4) und ist insofern G rund seines »Nichtseyns« (dies ist der Aktus des Selbstbewußtseins) es wird sich aber niemals auch als »Grund seines Seyns« (I. selbst als >Synthesis< oder »Concretion« gedacht (I. daß doch in ihrer negativen Selbstbeziehung die Reflexion eine ausschließlich in ihrer eigenen Struktur ge­ gründete Möglichkeit besitze. 6. 194). denn das Positive ist nicht allgemein oder wesentlich (im Gegensatz der Realität als der Besonderheit [vgl.). Wohl leuchtet diese positive Identität am Horizont der sich selbst negie­ renden Negation. Das Resultat dieser Beziehung erlaubt darum die Identifikation mit jener unmittelbaren Selbstbeziehung des Allgemeinen ( U . I. 192 »Zusatz 2.

der sich nur zu sich selbst verhält. so ist Negation selbst für nichtig erklärt (außer K raft gesetzt. »das Endliche. mit intrastruktureller Notwendigkeit als A u f­ forderung verkennen. 572). was sie nur durch die Trennung und in der Tren­ nung erhalten hatte. suspendiert). Das unter dem Titel >Voraussetzen< beschriebene Phänomen in Hegels >Logik der Reflexion< behält mithin recht gegen den nachträglich unternommenen Versuch der Reflexion. was für sie immer schon feststand: daß Reflexion unmittelbar ihr selbst als ver­ mittelter gleich ist. 182). Unmöglich aber läßt sich durch immanente Wei­ terbestimmung aus dem Nichtsein das Sein gewinnen. keine wirkliche Auflösung des einen in das andere« (I. erklärt Schelling. beide erkennen einander wechselseitig die Realität ab. Die »Reflexion«. von dem es genommen ist«. sich post festum auch ihrer Voraussetzung noch zu bemächtigen: Die Zurücknahme der Negation durch sich ist gerade das Gegenteil der Position ihrer selbst als einer transreflexiven (»an-sich seienden«) Realität. sie ist daher zunächst die ein­ fache Beziehung auf sich.11345 nur unter der Voraussetzung. daß diese als latente Reflexivität im Zustande des bloßen An-sich von vornherein in A n ­ schlag gebracht war. muß die Anmutung. 6. so w ahr beide Reflexion sind. die beiden Abstrakta zusammenfügen (U o) und aufeinander zu beziehen. Sie gibt für logische Weiterbestimmung aus. welche Sein ist« (L II. Dies ist aber offensichtlich der F all: Hegels »Methode« bekennt sich als »der reine Begriff. aber keiner ist sein Anderes in der Weise einer Identifikation. Nicht ge­ zeigt ist aber die Möglichkeit dieser Identifikation selbst. 203 . Wenn die Selbstbeziehung der Negation das Sein von N e g a ­ tion überhaupt tilgt (und das ist auch Schellings Gedanke). A b er eine solche Argumentation bewegt sich im Kreise. »Sie begreift nicht. Besondere dem A ll wieder zu geben. Jene Identität des Endlichen mit dem Unendlichen bleibt daher eine bloße Synthese. Jeder der Reflexe ist negierende Gegenwart bei seinem Anderen. daß das Wiedergegebene eben durch diese Wiederauflösung das verliert.

sondern über die Mittel verfügt. ist das Terrain seiner »posi­ tiven Philosophie« betreten. sondern absolut voranstellt. die Schelling unter dem Titel >Seyn< der Reflexion nicht nur relativ. 204 . Zu ihm hin führen und von ihm aus argumentieren die im folgenden Kapitel angestellten E r ­ örterungen. Sobald Schel­ ling diesen Schritt nicht mehr nur implizit vollzieht. seine K ritik an Hegels Logik in reflexiver Explikation zu führen.00041345 Sie ist es.

Wir hoffen gezeigt zu haben. das Überlegene von Hegels Bestimmung des Absoluten als »Identi­ tät von Einheit und Differenz« sich zu eigen zu machen. Solange die Opposition der Angegriffenen mächtig und fühlbar war. hatten Hegel und Schelling Grund. daß schon die sogenannte »Iden­ titätsphilosophie« den Keim der späteren Polemik Schellings gegen die Geistphilosophie Hegels in sich enthielt. 4 2 1 . zu welchem sich Schelling und Hegel eine Zeitlang gemeinsam bekannt haben. Erst jüngeren Forschungen ist es gelungen. der die Naturphilosophie zur Philosophie ihrer Zeit machte. 20). dessen intellektuelle Biographie nicht ebenso offen einzusehen war. daß Schellings Identitäts1 H eg el. Aber der Augenblick. die Entgegensetzungen der »Re­ flexionsphilosophie« auf eine höchste Einheit hin zu über­ schreiten. tra f sich mit ihm jedoch in gemeinsamen Intentionen. Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie (== Werkausgabe Bd. U m ­ gekehrt hat Hegel nie übersehen. die nur die N o t der Stunde versöhnt zu haben schien. ihn. als den Lehrmeister Hegels darzustellen. Theorie - . lockerte den Zusammenhalt ihrer Partei und lenkte die Aufm erksam ­ keit au f grundlegende Differenzen.was ihn nicht hinderte. der »seine philosophische Ausbildung vor dem Publikum ge­ macht«! hat. Licht auf den Ursprung und die Entwicklung von Hegels Grundeinsicht zu werfen. ihr Bündnis nicht zu gefährden.V Schellings Lösung — Die Abhängigkeit der Idee vom Sein D er Begriff >Identitätsphilosophie< bezeichnet ein Programm. Im Gegen­ satz zu ihm hat er Identität schon damals nicht als Resultat von Selbstbeziehung und -differenzierung der autonom ge­ setzten Reflexion gedacht . Ihnen zufolge hat er das Eigentümliche seines philo­ sophischen Ansatzes z w a r nicht unmittelbar in Auseinander­ setzungen mit Schelling erarbeitet. Die rasche Universitätskarriere des jüngeren Freundes hat die Philosophiegeschichtsschreibung verleitet.

der D iffe­ renz seines positiven Begriffs von Identität gegenüber Hegels negativer Begründung desselben sich bewußt zu werden und Strategien zu entwickeln.c.eine Verbindung hersteilen zu seinen philosophischen Anfängen? G ew iß ist der Nachweis. relative Identität. Identität und Erkennen Läßt sich . in ihm selbst als das Verfehlte mitgesetzt ist. 199). Sein. 1. daß »der Mensch die Bedingung [seines l a L. Als solches kann es sich aber nur bestimmen. kann nicht nur als Abkehr von der >Identitätsphilosophie< beschrieben w er­ den. Implikationen im K o n ­ zept seiner Philosophie reflektierend zu entfalten. mit denen seine Einsicht in die Unvermittelbarkeit des Seins ins Recht sich setzen ließ. Schon hier würde. der Integrität ihrer Selbstdarstellung ungeachtet. Schon die Schrift Vom Ich aus dem Jah re 1795 operiert mit den vorgeführten Argumenten: Selbstbewußtsein ist gerade das unter Verlust des Seins oder der Identität Gesetzte (I. 1 8 0 / 1 ) . der U nter­ schied bleibt immer dahin. das nidht Reflexion ist. 4 ) i .bevor w ir Schellings Spätphilosophie um eine Erklärung dieser These angehen . ob sidi Schelling unabhängig von Hegels K ritik zum Eigentümlichen seines Ansatzes so enga­ giert bekannt hätte. nach deren Realisierung es in der unendlichen Folge der Zeit strebt und die ihm imperativisch Identität vorschreibt (I. kein N ovum der Identitätsphilosophie. 206 .00041345 formel. Auch darin ist freilich ein Teil der Philosophiegeschichtsschrei­ bung zu korrigieren: Was Schellings Spätphilosophie in stän­ diger Auseinandersetzung mit Hegel gewann. wer Schellings Einsicht. Sie zwang ihn. 1. daß Selbstbewußtsein sich nicht aus sich selbst begründen kann.« 1» Man kann bezweifeln. bringt jene zuerst auf den allein ihr angemessenen Begriff. eine geheime Feindschaft gegen die Differenz in sich schloß: »Es ist nur wesentliche Beziehung. wenn die Idee. Die Einsicht in die Abhängigkeit der Reflexion vom Sein..

was es ist. Schellings Gedanken zu verdunkeln. die gleichsam in der sukzessiven Auflösung komplexer Implikationen fortschritt. vielmehr »die immanenteste aller Behauptungen« (I. daß Ich als das.41345 Existierens] nie in seine G e w alt bekommt« (I. dadurch wieder aufgehoben zu haben. nur verständlich gemacht werden kann auf der Basis und unter Voraussetzung dessen. zu kurz greifen. V o r allem zwei Zusammenhänge bedürfen der Aufklärung. Schelling hat diese Zweideutigkeiten und Widersprüche er­ kannt. »Eine Philosophie. was ihm selbst fehlt: der absoluten und fugenlosen K o in zi­ denz der beiden Relata. noch ist sie überhaupt zu erklären ohne ursprüngliche Identität. 399).ein Umstand. die Identität gleichsam mit H ilfe der Reflexion zu syntheti­ sieren. 3.Nach dem Scheitern von Hegels Versuch. Die Differenzierungen. »wird daher jene Übereinstimmung nie erklären kön­ nen. zum Teil miteinander unverträglichen Bedeutungen . Allerdings hat die Terminologie der Identitätsphilosophie das ihre dazu beigetragen. Für geleistet kann sie nur gelten. ohne die Endlichkeit des Ich zu über­ fliegen. 1. Zum einen scheint Schelling seine Einsicht. 506). . daß Wissen immer nur das unter Verlust seines identischen Seins Gesetzte sei. die vom Bewußt­ sein ausgeht«. 7. heißt es im System des transcendentalen Idea­ lismus. verdient Schellings Alternative ernst genommen zu werden. für eitel Resignation hielte. die er der Identitätsformel zu­ teil werden ließ. Zum anderen fungiert der Ausdruck »Seyn« in mehreren. der Hegels Argw ohn gegen Äquivokationen im Titel der absoluten Identität verständlich macht. bezeichnen den G ang seiner späteren Philo­ sophie. deren Princip nothwendig jenseits des Bewußtseyns liegt« (I. Denn dieser Satz w ill durchaus als eine positive Bestimmung des Verhältnisses von Ich und Sein verstanden werden. die sich vor Hegels System entwurf sogar durch einen grundsätzlichen Vorzug auszeichnet: Sie erklärt. daß er gerade das Sein mit dem Wissen in der »absoluten Erkenntniß« identifizierte. 205). 207 . nämlich: relative Einheit von Einheit und Gegensatz.

U r fassungen. D ie W eltalter. Im Gegensatz schaut sich das Eine als sich selbst an: Vielheit und Einheit interpretieren einander. eben weil sie weder 2 In den WV//4//er-Fragmenten ist die Formel von der »Einheit der E in ­ heit und des Gegensatzes« bereits terminologisch konstitutiv geworden. so muß es sich offenbaren in ihm selbst. cs offenbart sich aber nicht. die ohne dies nur »als reines Eins« w äre ( 1 . ist. als »Widerhall dieser Einheit«. Das Wissen. Nachlaßband... 55. 5 4 . von M anfred Schröter. »die Selbst­ offenbarung« ( 1 . Vielmehr muß die Identität beider.00041345 wenn es gelingt. einen wenigstens latenten »Gegensatz« (eine potentielle Alterität) in die Identität ein (ebd.. wenn es bloß es selbst. Indessen schleppt Reflexion. Schelling legt Wert d a ra u f. also wenn es nicht überhaupt das lebendige Band von sich selbst und einem Anderen ist« ( 1 . 7 . 7 . I V ] ) . 208 I. das Verhältnis von außen zu statu­ ieren. 7 .). . ob Wissen und absolute E r ­ kenntnis nicht kollidieren und ob es Schelling gelingt. WA 6 3. 55/6). 7 . so hatte Schelling gezeigt. Z iffe r : Fassungen I und I I . röm. E ntw ürfe und Fragmente I I I .4). München 1946. sich schon früher »oft dieses Ausdrucks be­ dient [zu] haben« (Schellings W erke . so­ fern ihr Realität zugesprochen werden kann. genügt es nicht.der >ordo inversus< der Reflexion Untersuchen wir also zunächst. 54. Dieser Satz aus dem Jah re 1806 . die Reflexion. 54m) der »schlechthin untheilbaren und identischen Position« ( 1 . das Verhältnis beider befriedigend aufzuklären. hg. . wenn es nicht in ihm selbst ein Anderes. ) . an dem sie ineinander Umschlägen und sidi zu einem Gedanken vereinigen. und in diesem Anderen sich selbst das Eine. »Soll es [jedoch] als Eins seyn . Die Frage nach dem Grund des Wissens . beide Problemstränge bis an den Punkt hin zu verfolgen.vermutlich bereits Reflex des wachsenden Einflusses durch H e g e l2 räumt der Identität selbst eine Differenz ein. 63 [Z it . Um jedoch jenem In-einander-Scheinen von Wesen und Form Selbstbewußtsein zusprechen zu können.

117) der Idee zurückfällt.noch aus dem Objektrelat noch aus dem Begriff der ganzen Relation erhellt. die sie im aktuellen Selbst­ bewußtsein hat. i j o f f . daß sie die in Wesen und Form gedoppelte Reflexion-des-Absoluten-in-sich wirklich als Reflexion aner­ kennen und vom Positiven selbst noch unterscheiden.dann ist aber die Identität dieser Erkenntnis Voraussetzung . Ihnen ist gemeinsam. 10. Eine Reihe von in Nebensätzen versteckten Zugeständnissen zeigt. Sollte es je zu einer Trennung der Potenzen im Felde des Wirklichen kommen. daß »der Grund der Identität z w i­ schen dem absolut Subjektiven und dem absolut Objektiven« auf keine andere Weise mit dem an die Bedingung der D upli­ zität gebundenem Bewußtsein vermittelt werden kann als im . die »Existenz«.aus dem Subjekt. »das Seyn« und als die »unmittelbare Selbsterkenntniß jener ew i­ gen Gleichheit« oder »intellektuelle Anschauung« (I. die selbst in den Status einer »bloßen Manifestation« (I. Ansätze dazu gibt bereits das System des transcendentalen Idealismus . so w ar diese Differenzierung im Begriff des Absoluten nötig. 7 . Denn entweder findet Erkenntnis nur dort statt. an welchem sich herausstellt. ) bestimmt. Damit wird unausgesprochenermaßen die Autonomie der intellek­ tuellen Anschauung aufgehoben. und z w a r an jenem Punkt der Deduktion. 6 0 / 1 ) : eine bloß potentielle Selbsterkenntnis könnte die Folge nicht erklären. Schwierigkeiten stellen sich jedoch prompt ein. als etwas Innerliches vo r­ ausgesetzt werden (andernfalls würde die Behauptung der absoluten und irreversiblen Unabhängigkeit der Identität von ihren Momenten aufgehoben und damit der Begriff des im Wortsinne Ab-soluten zerstört sein). wo der Gegensatz gesetzt ist. wenn Schelling die Selbstoffenbarung des Wesens in ihm selber zugleich als das »Positive«.oder die abso­ lute Einheit des Wesens negiert das Fürsichbestehen der V iel­ heit in einer Weise. daß Erkenntnis sich nicht mehr realisieren kann ( 1. wo der Reflex über das Reflektierende a u f sich zurückkommt . daß Schelling sich des Problems bewußt war. C.

Wenn nämlich die Möglichkeit einer Selbsterkenntnis des Wesens nicht gleich im A n fan g gesichert ist. 600/1). Diese Einsicht hat auch der Höhenflug des Würzburger S y­ stems nicht ganz zu verdrängen vermocht..00041345 Modus »des ewigen Voraussetzens« (I. Wir müßten das Resultat der Wissenschaft schon haben. 6. Der Systemgedanke selbst scheint zusammenzustürzen. sei »unmittelbar wieder ein Wissen dieses Wissens« (I. 210 . daß der Zirkel. 27. . daß die intellektuelle Anschauung. wird es auch im Ende. heißt es im Würzburger System. 2)Damit ist freilich nichts geringeres zugestanden. die w ir in diesem Kapitel problemati­ sieren. Bonn 1969.14 6 ) zu betrachten sei und daß »in der Vernunft . die die fugenlose Identität des Affirmierenden und des Affirmierten in einem »Satz« ausspricht. Das Problem ist be­ kannt. 1 5 1 . 6.e. 603). in den Hegels System durch die Gleichsetzung von Selbst­ bewußtsein und Selbsterkenntnis sich verstrickt. sich nicht als sich erkennen können ( Initia . 6 . als daß die Vernunft die Stelle des Prinzips verläßt und als seine bloß ideale Reproduktion4 hinter das Absolute zurückfällt. auch auf der 3 Das absolute Wissen.e. nämlich nach dem Übergang in sein Anderes..: Initia). . W. Die Schwierigkeit besteht jetzt darin. 28 (zit. Selbstbe­ wußtsein . Initia philosopbiae universae. Gleichsam sub lineis gibt es zu verstehen. die erste Selbstaffirmation Gottes . . . Einerseits ist Selbsterkenntnis Resultat des Prozesses.e. . von Horst Fuhrmans. J.kann den Grund seines eigenen Funktionierens nicht aus sich selbst aufklären und nimmt sich als eine »nie ganz ge­ schehene Offenbarung des Absoluten« (I.also der Ort präreflexiver Lucidität für sich selbst^ . um die Wissenschaft nur anfangen zu können« (I. andererseits kann auch der Ausgangspunkt nicht bestimmt werden. der zu ihm führt. ohne daß je schon Wissen über ihn be­ stünde.. 36). . hg. 143). in Frage gestellt. wiederhole« (I. In die­ sem Augenblick ist nicht nur die Gleichung von Wissen und absoluter Erkenntnis. 4 F. sich nur . 31). selbst nur »als reeller Ausdruck« der »Idee« (I. »Hier ist also ein offenbarer Cirkel. vgl. Erlanger Vorlesung WS 18 2 0 /2 1. Schelling.

).). selbst zur Definition gemacht« w ird (Initia. . conscientia « (I. Läßt ein derartiges Wissen sich nachweisen.. ohne Inanspruchnahme von G la u ­ ben oder Divination. 36) zu verstehen. die das Wesen erst in der Posi­ tion seiner Form Erkenntnis von sich gewinnen läßt. »Als das.. Die bloße Anmutung einer präreflexiven »Mitwissenschaft. Tatsächlich kann keine Beteuerung über die Reflexivität der Formulierung hinwegtäuschen. 66). kann sich das Subjekt nie habhaft werden. so ist es als nichts« (I. Immer bleibt doch der Grund von seinem Resultat geschieden und die reine Identität des Subjekts wird nur über ihr A nde­ res sich selbst vermittelt. 21). und sich selbst Ungleiches.e. 40. . 32).e. denn eben im sich-Anziehen w ird es ein anderes . unangemessen bleibt (I. was es Ist. Die Lösung.) Läßt es sich [hingegen].e. $9). Und genau dort muß Schelling.. .. Denn zu dieser Negativqualifikation des Wesens wird immerhin eine Kenntnis vorausgesetzt. . ihn auflösen (I. weil nur so der Anfang der Wissenschaft legitimiert werden kann. Die »ewige Freiheit« von allem äußeren Sein und von jeder Bestimmung soll selbst »ins unmittelbare Bewußtseyn geführt werden« (I. 10 1). die wir früher der Hegelschen Vergangenheitsmetaphorik absprechen mußten. die dem in die Position der Form gesetzten Wissen ein criterium dijudicationis seiner von seinem Grunde an die H and gibt. Es bedarf einer positiven Bestim­ mung dessen.. (. »die es w a r « (I. so kann die Selbstoffen­ barung des Absoluten in seinem Anderen mit eben der Legi­ timität als Verlust jener ewigen Freiheit. eben w eil sie Bestimmung ist.Ebene des unmittelbaren Selbstbewußtseins sich schließt. Wenig ist gewonnen. . die Schellings berühmte Vorlesungen (aus dem . und zw ar in »unmittelbarer Erkenntniß« (I. io.e.e. ... beschrieben werden. Sie wäre durchaus nicht anders denn als Wissen der ewigen Freiheit um sich selbst ( Initia. dem jede Bestimmung. wenn »das Indefinible jenes absoluten Subjekts . 20).e. 23 f. 20) unter­ stellt eine ursprüngliche und substantielle Gleichheit der urständlichen Freiheit (des »Könnens«) mit dem Wissen (I.e. 23) mit dem »Unfaßlichen« (I.e.

4 . son­ dern Nachweis der Denkbarkeit jener 1802 in den Ferneren Darstellungen abstrakt erhobenen Forderung.. Durch ihn befreit sidi das absolute Subjekt von dem Blick der Reflexion. 47). was es an ihm selbst . sind nicht Korrektur.. da das Wesen seine Innerlichkeit veräußert.irreflexiverweise . in welcher Reflexion und absolutes Subjekt als in einer unverträglichen Einheit befangen waren. ver­ wandelt sidi das äußerlich gewordene (nichtwissende) B e ­ wußtsein in Wissen (kehrt in die Innerlichkeit zurück). 40-43)* Durch diese Entscheidung ist nun die Spannung.e. das Ich möge aufhören. Den ersten Schritt zur Korrektur jener falschen Stellung des Wissens gegen sein inneres Wesen sieht Schelling in einem A k t der »’ ExaTOunc. Darum sei der L a u f seiner Argumentation hier kurz entwickelt. sich gegen seinen eigenen Grund als Subjekt zu verhalten ( 1 .00041345 Erlangener Winter 1821) anbieten. innerhalb dessen die beiden »als gleichsam sympathisirende Organe« miteinander korrespondieren: Das Wissen reflektiert jede SelbstofFenbarungsphase des Wesens. 3 5 6 / 7 und Anm. Z u ­ folge dieser Umkehrung verhält es sich aber wieder als Sub­ jekt gegen die absolute Innerlichkeit. Zugleich verwandelt sidi das reflektierende Wissen in absolutes Nichtwissen: es läßt das Wesen sein. h. 42). als »absolute Äußerlichkeit« oder »Nichtwis­ sen« (l c.e. in Wissen übergehen. aufgesprengt und deren wahres V e r­ hältnis hergestellt. In diesem Augenblick. 2) und ihn so zum Objekt zu entfremden ( Initia .. Schelling hat sidi an keiner ande­ ren Stelle seines nachgelassenen Werks mit ähnlicher Klarheit über diesen Gegenstand geäußert. 44).ist (I. Jenseits der Thesis des Bewußtseins gewinnt es sein urständlidies Wesen zurück. Aber das Subjekt muß sidi in einem zweiten Schritt offenbaren. A u f diesen Zustand rein wesenden An-undvor-sidi-Seins reagiert das Wissen als reine »Selbstaufgegebenheit« (I. kann das unbedingte Subjekt seine »absolute Innerlichkeit« geltend machen.«. die es in ein Objekt verzaubern will. Von dem es vergegenständlichenden Blick des Wissens befreit. die jenem gegenüber 212 . d.

1345 zum Äußeren w ird und auf solche Unangemessenheit ihres Wesens zu ihrer Objektivierung in einem dritten Schritt so reagiert.e..e. daß sie sich aus ihrer Veräußerlichung in ihr Inneres zurückzieht..Folge (II. als deren bloßes Urschema das Wissen gelten kann und die gerade durch die These in Anspruch genommen wird. daß die Selbst­ offenbarung nur durch eine . Korrigiert wird freilich die Opazität der frü­ heren Identitätsformel. Sie bleibt auch hier Voraussetzung. was ihm als das Wesen erscheint. 1. 46). 45) und nicht-setzendes Bewußtsein seiner selbst ausgewiesen.0). 43) . das es in aktuellem Bewußtsein ist. präveniertc Moment. das Erkenntnismoment aber in der irreflexiven und fugen­ losen Einheit mit dem Wesen untergehen ließ. der »Correlation« (I. die zw ar auf Selbstoffenbarung laute­ te.. der »Reflexion« (I. 47). absolutes Sub­ jekt und Bewußtsein stünden im Verhältnis des »Rapports« (I. Das Bewußtsein reflektiert diesen Entzug not­ wendig als erneute Veräußerung (Umwandlung von Wissen in Nichtwissen). Damit ist aber das Eingeständnis verbunden. Damit ist aber die im zweiten Schritt vollzogene Thesis des Grundes zurückgenommen und die docta ignorantia als ein wahrhaft »unmittelbares« (I.e.e... »Für-sich« (I. j i ) kann nur ein solches Wesen bestehen. 47.wenn schon nicht real­ zeitliche. da es ja ein »aus Wissen zurückgebrachtes« Nichtwissen ist. sondern »wissendes Nichtwissen«. Der Unterschied zum früheren Nichtwissen liegt jedoch auf der H a n d : Es ist jetzt nicht mehr lautere Selbstaufgegebenheit. In ihr erfaßt sich das Für-sich als das nachträgliche und von dem.. Eine Pointe von Schellings Erlangener Vorlesungen ist gerade diese Freisetzung des ursprünglichen Sinnes von »Reflexion«.e.also unter dem Gesetz »ursprünglicher Einheit« (I. 3 1 1 / 2 ) begreif­ lich wird. 43. beschriebe man sie als Rechenschaftsgabe über die Wißbarkeit der abso­ luten Identität. 213 .e. Selbstverständlich wäre Schellings A ufklärung über die Funk­ tion unmittelbarer Selbstgewißheit mißverstanden. so doch »noetische« .

durch eine Wiederumwendung (I.]. 44). d. 47/8).e. Die Folge dieses Realitätsaustauschs ist leicht abzusehen: Was eine Entäußerung des nur potentiellen Wesens in den Aktus der Objektsphäre zu sein schien. d.e.00041345 Der Ausdrude bezeichnet nämlich nicht nur die Umwendung des Wissens auf sich selbst. h. sondern es w ird gestaltet« (I. 214 .. sondern auch die spiegelbildliche Verkehrung ursprünglicher Verhältnisse ( Initia .. Erst durch eine weitere Reflexion. Ausdrücklich erklärt er. 47). wie sich das Wissen in der Ekstasis zugunsten des in ihm sich Manifestierenden zurück­ nimmt und irrealisiert (als »nicht-Realität« setzt [ebd.»seine jedesmalige G e ­ stalt ist nur der Reflex (das Um/gekehrte> daher Reflexion!) von der in der ewigen Freiheit« (I. 48) existiere. nimmt sich vor den Augen des Bewußtseins nach dem Gesetz der Spiegelung als Potentialisierung eines u r­ 5 Unter dieser Sigle geben wir Z ita te aus Schellings zweisemestriger M ü n ­ chener Vorlesung 1 8 3 2 / 3 Grundlegung der positiven Philosophie (Torino 19 72). 64) der Verkehrung erreicht es den ursprünglichen Zustand selbstlosen Außer-sich-Sexns wieder. die es nicht sich selbst qua Wissen zuschreiben kan n : »nicht mein Wissen gestaltet sich um. daß die ewige Freiheit ja »unmittelbar [nur] durch den Reflex in mir.} 32/II 155]5). gewinnt das absolute Subjekt an Realität ( Initia . also »nicht-setzt« [Pos. wie der hartnäckige Dogmatismusverdacht immer wieder gegen Schel­ ling hat geltend machen wollen. Ph. ermöglichte mir liebenswürdigerweise schon früh die K o p ie des bedeutenden M a n u ­ skripts in einer K orrekturfahnenfassung..e. Andererseits erfährt das Wissen in dieser U m ­ wandlung den Einfluß einer ihm sich entziehenden A ktivität. Darum registriert ja das Wissen die Veräußerlichung seines Inneren als Verinnerlichung seines Äußeren . der sie für den Druck bearbeitet hat. Horst Fuhrmans.e. S e ite n a n g a b e n beziehen sich a u f d ie am R a n d m ita n g e g e b e n e N u m e r i e r u n g d e r beiden H efte der O rig in a lh a n d s c h r ift . 47). durch die Veränderung in meinem Wissen« (I. A u f diesen Urzustand des Bewußtseins wird reflektiert keineswegs auf das transzendente Offenbarende. h.. In dem Maße aber.

und das Selbstbewußtsein schaut die Verdunkelung des ihm Innerlichsten. Vorlesung der Erlangener Vorlesung 18 2 0 / 1 eine besonders eindrucksvolle Form ulierung: Initia. Dazu ist aber zu sagen. Damit enthüllt sich ihr die für sie bestehende Priorität des Wesens vo r dem Sein gerade als eine in ihrem spiegelnden Fürsich begründete Täuschung. daß das Wesen erst im zweiten Schritt sich offenbart und dort auf das Wissen trifft. nicht mehr nur logische Priorität des Seins vor dem Wesen als Wahrheit einleuchtet. daß das Wissen den absoluten Erkenntnisakt nur reprodu­ ziert. Mit dieser Einsicht ist das Gebiet der positiven Philosophie beschritten. Erst in diesem Zustand w ird sidi das Wissen vollkommen durchsichtig.6 Unsere zu Anfang dieses Kapitels gestellte Frage ist damit zum Teil beantwortet: Durch seine Aufklärung über die Inversionsstruktur der Reflexion hat Schelling sowohl gezeigt. welches sich in der nichtenden Beziehung auf sidi selber sogleich jn Nichtwissen zurücknimmt. als auch eine Begründung dafür geliefert. daß mithin schon diese indifferenteste aller Bestimmungen gegen die w e ­ senhafte Bestimmungslosigkeit des Absoluten verstößt. 2 *J . 6 Für die Nachträglichkeit des Wissens gegenüber dem Sein gibt die 14.41345 sprünglichen Akts aus. die sich selbst im gleichen Augenblick korrigiert. Die logische Folge ist als Inversion der realen Folge überführt. E r hat dies letzte freilich als eine notwendige Täuschung dargestellt. als Bild des Seins. daß selbst die Ekstasis (also die vollkommene Äußerlichkeit) ein Bewußtseins­ modus w ar und daß überdies im ganzen Selbstvermittlungs­ prozeß nur auf ihn reflektiert werden konnte. um die Reflexion insgesamt zur Selbstaufhebung zu treiben. in welchem die absolute. als Scheitern jedes Versuchs an. warum das Wissen sich selbst als unhintergehbaren Anfang behaupten muß. sich aus sich selbst zu begrün­ den. 76. und zw ar als bloßer Reflex. g. Es bedarf nur der einfachen Überlegung. des Wesens.

welches das Sein wesen läßt und ihm R aum gibt. während der Erkenntnis oder Form Realität nur zugestanden wurde in der Indifferenz mit jenem. 1 1 .unabhängige Positive. 6 6 ^ ).der von Äquivokationen ver­ stellte Sinn von Sein aufgeklärt. .Die Frage nach dem Grund des Seins Gleichzeitig mit der transzendentalen Rechtfertigung einer In­ anspruchnahme des »Unfaßlichen« hat sich . aber in der Möglichkeit des >Abfalls< als einziges Moment der Idee die Gelegenheit zu eigenständiger und empirischer Realität ergreifen kann. insofern es auch Ist. Später erscheint umgekehrt das nichtseiendc Wesen. H ieß dort der negative Wille noch »Hunger nach Wesen« (W A I I . daß er zw ar nur innerhalb des identischen Einen-von-sich-selbst-Unterschiedenen fungiert und insofern inaktuell (bloße Potenz) bleibt. Der Unterschied zur ersten Bedeutung von Sein ist erheblich und bereitet eine dritte vo r: denn mit dem Begriff »Wirklichkeit« tritt ein weiterer Prätendent au f den Seinstitel auf.und Wesen ist bloßes Relat . 7. so heißt er in der Philosophie der M ythologie »H unger nach Seyn« ( I I . der überdies das Bedrohliche hat.und darauf kam es uns weiterhin an .oder Existenzgrund. 216 Selbsterkennens . w as uns die reine C o p u la des oder Selbstbejahens. 1» *94)* 8 »Das Seyn ist hier. Zugleich jedoch w ar Existenz gefaßt als die C opula zwischen Wesen und Erkennen. ist« (I.8 Schellings Gedanke w ar. sondern nur. j . 7 . D ie­ 7 V g l . »absolute Realität« usw. 138). : »dem Seyn oder Wesen« (I. als das von seinen Relaten . als Seins. 630). “ D ie Philosophie der Kunst unterscheidet noch zwischen dem Absoluten »als G ru n d von E x i ­ stenz« und demselben »als Wesen. zukommen kann: »Aktuelle wirkliche Einheit ist es nur in und mit der Form« ( 1 . 7. als Absolutem« (I.). 2 2 0 ) . 5 7 0 . 3 . als copula aufgefaßt. Eine entsprechende Verschiebung gibt es zwischen den W eltaltern und der Spätphilosophie. In den identitätsphilosophischen Schriften ließ sich eine ein­ deutige Präferenz für die Zuordnung des Seinsbegriffs zu dem des Wesens nachw eisen 7 (es hieß »positives Seyn«. daß dem Wesen Realität schließlich nicht an ihm selber. vgl.

).1 8 5 . niemals erscheinen könnte« (ebd.« Ähnliche Formulierungen im Radiovortrag Zeit und Sein. $6. auf die der Gedanke absoluter Identität von Wesen und Wirklichkeit sich stützte. »welches ohne das. weil Wesen und Wirklichsein in ewiger Einheit zusammenbestehen.0 Z. 6. Doch fällt auf. übergehend. 1*7 . 9 Die Philosophie der Kunst nennt die »Identität« oder »das Absolute - [das] Nichtwirkliche« und ordnet »das Wirkliche« »der Nicht/identität des Allgemeinen und Besonderen« zu (I. 7.) als ein relatives Non-ens in dem Maße behan­ deln zu können. 239. 5. d. 7. Ü berw äl­ tigt von der Evidenz. hat Schelling eine Zeitlang als »ab­ strakte Existenz« (I. . 198) verschleiern soll. so sich in ihr faßt.). so erklärt Schelling nun. an ihr selbst nichts wahrhaft Reelles. welches das Seiende ist. Das >ist< spricht hier transitiv. dem »Realität [nur zukommt] im abstrahirenden. d. wie sie »nur an und mit dem Unendlichen*. 22 ff. Das Wesen. die seit der Weltalter -Phase nach einer genetischen Aufklärung des Sinns von Sein drängte. 3 7 0 / 1) . h. Pfullingen *19 5 7 . Das Sein west hier in der Weise eines Überganges zum Seienden. daß dieser Ausdruck eine systematische Verlegenheit an­ gesichts der zugleich wunderbaren und schrecklichen »Grund­ losigkeit des bloßen Daseins< (I. h.'41345 sen Seinstyp.6 . . kann Sein genannt w er­ den. 7. 241) terminologisch fixiert. 1 . wenn dieser Ausdrude eine dem verlorengegangenen V e r­ bum »wesen« gleiche »transitive« Bedeutung annimmt9a (vgl. ein solches ist. die Schelling schon 1804 jener »Frage des am Abgrund der Unendlichkeit schwindeln­ den Verstandes: warum ist nicht nichts. glaubte Schelling »die Stätte der E in zelh eit. als des an und für sich Unoffen­ baren« (ebd. h. vom Realen absehenden Denken« (I. die Schelling selbst mit »einer A rt von heiligem Schrecken« überfallen haben mag (ebd. Heidegger. Sie w ar es. warum ist etwas über­ haupt?« (I. N u r so läßt sich die Antwort deuten.)9.2: »Sein des Seienden heißt: Sein. vgl. 155) entgegenhält: Etw as ist. Daß sich freilich mit gleichem Recht auch das Umgekehrte sagen ließe und das Wesen ewig als nichts bleiben müßte ohne die Singularisierung in der »Existenz«. ist eine neue Einsicht. Identität und D ifferenz . 9 a Vgl. d.

28 ff. welches das Sein wesen läßt. welches ihm das Seyn ist« (I. daß. indessen ließe sich eben­ so gut das Umgekehrte sagen.00041345 II. sondern von imoxeCnevov (II. den positiven Sinn der Rede vom Sein des Wesens durch die Überlegung zu ret­ ten.9a Gewiß bedeutet das nicht. nun aber vermöge die V e r­ knüpfung mit A ist). Schon 1806 hat Schelling diesen sein System revolutionieren­ den Gedanken folgendermaßen vorbereitet: »In dem Satz: A ist B [Das Unendliche = A ist als dieses unmittelbar auch das Endliche = B ]. 1. . was darin aufgeht. 32/II i36 ). . dem. 205. ist in der T h at nichts anderes gesagt als: A ist das Esse (die Wesenheit) von B (welches insofern also für sich selbst nicht wäre. was ist) qualifiziert. hat z w a r die Seinsweise des »nicht Seyns (un eIvcu)«. einem ändern Ermöglichungsbedingung für dessen Sein zu sein (vgl. i. Denn »Grund ist gegen das.. als vielmehr (invita latinitate) durch est res cunctas ausgedrückt werden müßte« (I.nun nicht mehr im Sinne von Reflektierendem. 3 . ist darum aber doch kein absolutes »Nicht -seyn ( o t x elvcu)« (II. es kann das Prinzip zw ar begründen. daß. 208). nicht seiend« (Pos. Z w a r hat Schelling sich damals noch bemüht.2 ff. keine gleiche Realität mit dem zukommen [könne]. 1). welcher lateinisch nicht sowohl durch est res cunctae. Noch exakter wäre die folgende Beschreibung: das bloß 9 a II. Anm. inwiefern ein an­ deres es ist. 233. 288/9). 1 1 . daß »offenbar . einem anderen den Grund zu bereiten. vgl. selbst ein im »aussaglichen S i n n e . II. 218 . »Macht«) des Seienden und ein im V e r­ gleich zu diesem Negatives. 3» 2i2»i und 227. 562. 42: »was nur Grund ist. . . welches nur ist. h. was sich darin erschöpft. 1. 2 2 9 / 3 0 ) . 7. 288. 289). Eben dieß ist der Sinn des Satzes: Gott ist alle Dinge. D . Nichtseyendes« sein müsse (II. dem es Grund ist. 7.)* die es als Grund des Seienden (dessen. Ph.2) ~ des »Besonderen« zumal aktives Ver­ mögen (»Können«. 2. 1. Das transitiv gedachte Sein wäre dann als das allgemeine Subjectum . selbst schlechterdings gar nicht sei. II. ist immer selbst nicht seyend«. 3. Das Wesen. 2..^. ist aber nicht sein Urheber (II.

E N . 38 und 56). 7. die Sein nur außerhalb ihrer selbst gewinnt. Die Vernunft ist .10 Eine vollständigere Umkehrung der Bedeutung von Wesen gegenüber der der Identitätsphilosophie ist nicht denkbar. MEW 2. 1 3 5 . Für diese ekstatische Existenz (II. 2 8 .der Potenz. 10.) u n d J e a n . Und dies Objekt verbürgt sein und der identisch Verbundenen Existenz. ein »gänzlicher Mangel«. 2 3 1 u n d 206 f . verzichtet es gerade zufolge dieser Bestimmung auf Suisuffizienz und setzt das opak Sei­ ende außer sich ins Objekt (Pos. 3. 231). D a es jedoch als »selbstlos Seyendes« nicht Grund seines eigenen Seins ist. Von selbst kommt der bloß wesenden Idee .B ö h m e s c h e r T r a d i t i o n .ein B i l d aus J a k o b . i.überhaupt kein Sein zu. . 3. Das Wesen kann zw ar weiterhin als Grund des Seins bezeichnet werden. 466. . welches unter wechselnden Titeln (als Reflexion. 2.P a u l S a r t r e (vg l. p a s ­ sim. 6 j i ff. hat die deutsche Sprache keinen eigenen Terminus. Schelling bedient sidi darum neben der zitierten griechischen gelegentlich auch der französischen Unterscheidung von >rien< und >neant< (I. Pos. wenn es ist. Form oder abstrakte Existenz) scharf von ihm unterschieden worden war. 1 27 f f . enthüllt sich aber darum auch als das secundo loco Gesetzte: sein Quasi-Sein hängt ab vom Sein. Ph. was dort emphatisch als das Posi­ tive in Anschlag gebracht worden war. insofern es sich das nicht Sein selbst zum Sein gemacht hat (II. . und es müßte als Nichts zu existieren aufhören. welches ihm insofern schlechthin zuvorkommt als sein Realgrund.Schellings reifer Erklärung zufolge . ein »Hunger nach Seyn« nicht im Sinne eines >rien<: es ist ein Neant d ’etre. Das W e­ sen ist dann ein »Nichts«.y 3 2 / I I 135/6 ).. sobald es das im emphatischen Sinne Seiende würde. 3 2 / I I 135 u. 1 6 . Damit ist auch unsere zweite Frage nach dem Grund des Seins partiell beantwortet. der noch die M e t a p h o r ik v o n K a r l M a r x ( v g l. Ph. II. als genau jenes Neant.Wesende ist. Sein und 10 I. 285). wie Schelling sagt . » H u n g e r nach S e y n « . M it einem Schlag enthüllt sich. I I .) verpflich tet ist..zw a r der Erkenntnisgrund des Seins. 294.

den >ordo inversus< (Novalis). Beurteilung und Berichtigung der von (= 2 2 0 . die ursprünglichen Verhältnisse um und spiegelt der Vernunft als Schein des Seins vor. wie es zugleich Grund seines Nicht-das-Seiende-Seins ist. Sie reflektiert jedoch nicht sich selbst und ihr Seinsgesetz. an welchem die Frage nach dem Grund des Wesens umschlägt in die nach dem G rund des 11 Zitiert nach der von H . wie es die Hegelsche Logik tut. Diese zweite Reflexion würde an den T ag bringen. weil sie den Blick von ihrem wahren Prius abwendet und auf sich reflektiert. Gerade das freilich kann die Vernunft verleiten. Paulus in polemischer Absicht in A u f ­ trag gegebenen. daß die Vernunft sich selbst als das Erste nur darum voraussetzt. G . E. Indessen gehört zu der absoluten Durchsichtigkeit der V e r ­ nunft für sich selbst auch die Einsicht in ihre Reflexivität. wie w ir sahen. Aber sie tun es nicht im gleichen Sinne. Diese Reflexion aber kehrt. als Potenz. reich kommentierten und widerrechtlich in U m la u f g e ­ brachten Nachschrift von Schellings Vorlesung aus dem Berliner W S 1 8 4 1 / 2 Die endlich offenbar gewordene Philosophie der Offenbarung oder E n t­ stehungsgeschichte.00041345 Idee begründen einander also in der T at wechselseitig. Ansprüche au f das Sein geltend zu machen. Sie reflektiert in diesem Fall ihre innerliche Bezogenheit aufs Sein und sucht es durch Negation ihrer eigenen Nichtig­ keit einzuverleiben. Und an ihrer eigenen Grenze korrigiert sie ihren Anspruch auf positives Sein und durchschaut sich als ein bloßes V e r ­ mögen. Das Wesen ist Grund des Seins in genau dem Maße. als Wesen. was in Wahrheit nur ihre eigene Nicht-Wesentlichkeit ist. wie es zugleich nicht Grund seiner Qualifikation durch das Wesen ist. und das Sein ist Basis des Wesens in dem Maße. wörtlicher Text . Genau darum sind beide abstrakt und kommen nur mit und durch einander zur konkreten Existenz. Die K ritik an der Seinsthese von Hegels Logik Dam it ist der Ort angegeben.

von ihren Momenten unabhängige Identität wieder her (II. sein eigenes Sein »nicht setzenden« Wesens zum »gesetzten« Sein sich aus­ nimmt ( 1 1 . 2 . . müssen w ir uns an jenes Phänomen erinnern. nicht anders als das Wesen zu dem ihm Äußeren. 3. E . H . im verbalen Sinne. als Posterius von diesem (II. als das Existirende in actu puro existentiae«1 1 ) verhält sich zu dem. Freilich ist diese Formulierung mißverständlich. Ph. 221 . . 565). Um den Sinn dieser Umkehrung zwischen dem opaken Sein und seinen Bestimmungen verständlich zu machen. seit w ir an der Kierkegaard-Nachschrift einen gewissen (auch an Friedrich Engels zu legenden) Maßstab haben - eine durch nichts zu ersetzende Quelle für den wirklichen V o rtra g von Schel­ lings letzter Philosophie darstellt. Ihre Be­ stimmtheit gegeneinander kann im Zustand ihrer >Oberwirklichkeit< nur metaphorisch als ein Uberwiegen (»Obwalten«) Schellingschen Entdeckungen über Philosophie überhaupt.41345 Seins: das transitive Sein (»dies Reinseyende . D er allgemeinen P rü fu n g vorgelegt von D r. Paulus. das Schelling als >DoubIierung des Wesens< in der ewigen Affirmation seiner selbst beschrieben hatte. kehrt sich »objektiv betrachtet« um und erweist sich vielmehr als Folge. 1. D arm stad t 18 4 3 . 4 J I [zit. H ier stellt sidi unversehens die frühere Bedeutung von Sein als absolute. 248). 218). Was »für uns «■ als Bewegung des urständlichen. 1.: Paulus im laufenden T e x t ] ) . daß er vorderhand - vor allem. Dieser T ext. obw oh l stellenweise fra g w ü rd ig und zum Nachteil seines Urhebers konzi­ piert.y 3 2 / I I 15 4 /5 ). K raft »substantieller Identität« bleibt das Urwesen in jedem der Geschiedenen das G anze (II. was ist. M ythologie und O ffenbarung des dogmatischen Christentums im Berliner Wintercursus von 18 4 1/ 4 2 . G . Sie gibt für einen Parallelismus aus. was nach dem Gesetz der Reflexion besser als eine chiastische Verkehrung zu beschreiben wäre. 3. jedenfalls solange die Momente nicht wirklich als solche auftreten und einander ihre Existenz streitig machen. Pos . 6 7 / 8 Anm. weicht von der durch Schellings Sohn in K om pilation verschiede­ ner Handschriften (besonders wohl des Vorlesungsmanuskripts vom W S 18 4 2 / 3 ) herausgebrachten Fassung gelegentlich so entscheidend ab.

Anm. und das Dritte ist »nur das seiner N a t u r n ach Potenz und Actus zugleich Seyende«. In diesem Fall wird aber der Ausdrude Sein unstatthaft. 222 . 8o£f. 1). M ehr noch. I l a Es ist zwar »actus purus. Denn vom Begriff aus gesehen ist das Wesen oder »das Seyende« das Erste und »das Seyn nur das Zweite. aber nicht actu. so ist hier der Ort. das Sein nur als Selbstbegegnung der Vernunft zuläßt. So hat es Hegel gefaßt. also ein imma­ nenter Vernunftgegenstand geworden. sondern nur seiner Natur nach (potentia) Seyende. Wenn zutrifft. 83 U. II. 215. sondern seiner Natur nach« (II. 10.in A n ­ schlag bringe. ja durch tautologische Formulierung. da sie es ja von vornherein nur als Begriff.: überhaupt die ganze j . seine These von der Unzurückführbarkeit des Seins in einer Reihe von Argumentationsschritten an Hegels Logik sich bewähren zu lassen.1 lb Er ist Relat der Wesensbeziehung. 2.). nämlich als das »nur nicht nicht zu Denkende« (I. 10. Und einem Verhältnis./4 o. sie kenne das Sein nicht anders als in der Potenz des Ideellen (des Wesens). für sich gar nicht denkbare« (I. Innerhalb dieser Potenzenkette tritt der Ausdruck Sein nun selbst als Potenz auf:1 1 4 d. 7. 84 Anm. 425 ff.als natura necessaria . daß es in der Reflexion gründet. Vorlesung. ist ohne Mühe. Ihr wird vorgeworfen.00041345 der einen über die andere indiziert werden: Die absolute Identität affirmiert sich in der unterm Exponenten des Seins gesetzten Gestalt selbst als Position dieses Seins oder Wesen. 212) .). gegen welche die Bestimmungen (Schelling sagt: P o ­ tenzen) im Verhältnis einer nicht umkehrbaren Abhängigkeit sich befinden (I. h. Der reine Actus innerhalb der Drei-Einheit des »als solches seienden Wesens« ist vorerst auch nur das nicht actu. was Schellings Spätphilosophie für sich in A n ­ spruch nimmt: nämlich nichts anderes zu sein als methodische Entfaltung komplexer Implikationen in der Identitätsformel. nachzuwei­ sen. bleibt indessen in allen drei Formen bloße Manifestation der Identität. 11 b Vgl. er befindet sich selbst unter dem Exponenten des Wesens und ist als ein an sich Seiendes negiert. 2.

das mich von zwei Seiten ansieht« (Pos. Es hat. In Wahrheit. Diese Korrektur an Hegels Anfang der Logik scheint freilich deren Einsicht.> 3 2 / I I 110) als die in Wesen und Sein >gedoppelte< potentia anceps der absoluten Indifferenz. Ph. sondern nur Ein Subjekt. (Was nur sein kann . . daß Sein nur als Konsequenz aus dem Wesen verstanden werden könne. wirft Schelling ein. wieder in jene Nacht der Identität unterzutauchen. vgl. G ew iß hat es sämtliche in ihm befaß­ ten Momente aus seiner Struktur einsichtig gemacht. das es Ist«. 2 2 7 / 8 ) ijf nicht in ihm selbst schon das Sein. 1 1 . hat das Wesen durch das Theorem der selbstbestimmenden Reflexion nur den Beweis seiner selbst angetreten. welches als »natura anceps« (II. auch nicht sein zu können (ebd. weil in der rein logischen (und d. Diese Differenz aufheben hieße. den Grund seiner eigenen Seinsweise als Voraussetzung außer sich lassen müssen. Das Sein fällt nicht in des Wesens eigene Potenz. das sie sich gerade zu assimilieren und in ihre eigene Sphäre einzuholen anmaßte: Das Wesen ( = Begriff = Potenz. worum es eigentlich zu tun w ar. nur von hintenher (vom Standpunkt des Wesens aus) aufzurollen. und zw ar genau des­ halb. und insofern es Moment der unterm Exponenten des Wesens gesetzten logischen Indifferenz ist. mit anderen Worten. h.).die Identitäts­ formel herauszuführen suchte.das als Relat des Wesens eingeführte Sein ist selbst nur M o­ ment des Wesens. nämlich Rechenschaft abzulegen über den vollen B e­ griff des Geistes als des »Wesens.). aus der Schelling . unterscheidet sich ja auf der Basis substantieller Identität nicht wirksam von dem reinen und selbstlosen Aktus. potentiellen) B e­ ziehung des Seins auf das Wesen diese ganze Beziehung erneut in Opposition gerät zu dem Sein (Uj). sind »nicht zwei Subjekte gesetzt. 210} oder als das »rein Seynkönnende« in ihm seine andere M ög­ lichkeit ergreift: die.alarmiert von Hegels K ritik . 3. in dem keine Spur von Können angetroffen w ird: I I . um ihr übrigens Recht zu geben. 3. Indessen ist ihm in keiner Weise gelungen. 3 . 218 ff.

in früh romantischer Tradition - auch Gefühl (11. über das von ihm nie angezweifelte 12 E i n A u s d r u c k . u. . 5. h.gestützt auf E rfa h ­ rung . d. B 122.selbst im Positiven. 1 2 7 .. kann man sagen.. B 72 oben. II. 13 V g l . dem Wittgensteins Tractatus Resonanz verschaffen sollte (vgl. ist die Apriorität des Logischen .s f-.1. die das Denken mit sich selbst macht (II. K R V A 143. Schelling nennt sie . 315). S a rt r e .). passim).2. Denn nur durch Erfahrung wird ja Existenz verbürgt (ebd. es erfährt deren N o tw e n ­ digkeit jedesmal de facto.ein Gedanke. 3. begründet. an die Tatsächlichkeit der >Tatsache des Selbstbewußtseins<.. dessen Vernunft­ kritik Existenz einerseits vom Gegebensein durch Empfindung abhängig machte (vgl. dazu II.in welchem Schelling deutlich an K a n t sich anschließt . welches das Wesen a priori von sich gewinnen kann. STA I V . So muß es in der T a t sein: Wollte man nämlich das Sein des Logischen selbst aus der transzendentalen Logik herleiten. nicht logisch. Pos. . entzieht sich dem Begriff« (II. B 209 f.13 Kant. 326. ® 69 A n m . Das Wissen. 47). 224 1. kommt darum nur unter der Bedingung wirklich zu­ stande.3 0 3 / 4 . die Zufälligkeit dessen.). 3 1 5. J .t 3 2 / I 159 ff. scheint der Schwierigkeit. Ph. Selbstbewußtsein und Selbsterkenntnis. keine A ufklärung sich verschaffen (ebd.00041345 I I Die abstrakte Selbstthematisierung des Wesens im Zustande seines »Alleinseyns«12 wird darum an den reinen »Actus«. also kategorialen B e ­ stimmungen rechnet (z. Dieser Satz . daß es sich zumal a posteriori . 10. was ihm als Denkgesetz sich aufzwingt usw. I. Insofern. 3. vgl. u. gar nicht rühren können.4731) . B. den H ö l d e r l i n gelegentlich in d e r Verfahrungsweise des poetischen Geistes v e r w e n d e t . andererseits R ealität oder Dasein unter die nicht-sinnlichen.gilt ohne Einschränkung auch für jene Erfahrung. 2 1 9 f. denn »was nur Actus ist. 2 J7 .). i. A 3 7 3 / 4 . c. so geriete man unweigerlich in einen infiniten Regreß. indem es auf sich reflek­ tiert. 326). A 1 7 5 / 6 . 1.P . V g l . Als Grund von Intelligibilität kann es über seinen eigenen Bestand. der das Sein für immer in der Schwebe lassen müßte.erkennt.

10. I. 22S . Als einziger unter den Idealisten scheint Schelling diese. an sich rein intellektuell sein soll. aus Kants eigener Perspektive vermutlich unversehene. den K on text des Gedankens einbeziehende Inter­ pretation in: M anfred Fran k. 16 V gl. kann es sich bei der Seinsweise der reinen Apperzeption nur um eine präkategoriale ( K R V . intellektuellen] Anschauung«.t 3 2 / I 160. gegeben worden.. passim. h. A 1 0 7 .16 Ohne diese ebenso präreflexive wie transkategoriale Selbster/<j£r«. unbeschadet ihres latenten Verweises aufs Empirische. also nicht als Erscheinung« (B 4 2 3 . . B 6 8 .J41345 Sein des cogito14 Rechenschaft abzulegen. das sein O bjekt kategorial bestimmt. P h .jg17 würde über Existenz in keiner möglichen Erkenntnis geurteilt werden können. Das Problem >Zeit<y I. In dieser radika­ len Diesseitigkeit von Anschauung und Begriff fungiert Kants merkwürdig aporetische Konstruktion einer »unbestimmten ( . die K a n t dem menschlichen B e­ wußtsein an dieser Stelle abspricht (B 15 7 / 8 Anm.2 0 u. 0 2 7 7 . B 4 1 8 . . deren Existenz der Apperzeption als »etwas Reales . »inneren Erfahrung« (B 400/1 und B 4 2 2 / 3 ) 1 5 . d. A 3 6 7 . B X L / V L I ) .). 13 2 fr. B 4 30 ). im Gegensatz zu einem wissenden Thematisieren. z . in einer Anmerkung zur 2. Konse­ quenz entdeckt (vgl. 15 Deutlich unterschieden vom »inneren Sinn«. 17 Schelling nennt sie »ein mc&rwissendes Wissen« (Pos.aber vergleichbar mit jener »anderen [nämlich prätemporalen. vgl. und 442. B 4 2 2 /3. . gleichwohl aber eine Spontaneität begreift. B . Bearbeitung des Paralogismenkapitels bis zu einem ge­ wissen G rade sich bewußt geworden zu sein: D a von jedem »gebenden« Bezug auf Empfindung ebenso wie von Bestim­ mung durch Kategorien (die der Modalität eingeschlossen) abgesehen werden muß. Anm . die. B 2 7 7 . 87 im K o n te x t und 434. B 418/9) Existenz handeln. den reinen Actus der A p p e r­ zeption). B 1 5 6 . K R V .. der gelegentlich mit dem gleichen Ausdruck bezeichnet w ird (vgl. B. ) inneren Wahrnehmung« bzw. die ausführliche. und zw ar nur zum Denken überhaupt. 87) und zu der These erweitert 14 Genau genommen unterscheidet K a n t ein erscheinendes »Sein (in der Zeit)« und ein reines Sein-an-sich (2. - Z u m Sein des cogito vgl.e. .

K R V B 157-9). Eine vergleichbare Formulierung Hegels lautet: »Das Denken .19 V o r dem Hintergrund dieser Überlegung ist Schellings K ritik zu verstehen. daß Sein oder Anschauung als Modus des noch ab­ strakten Begriffs von A nfang an unterstellt.18 D as­ jenige Sein. wie sie sich im inneren Sinn erscheint verbirgt gerade.. . um es zu überwinden. die Erfahrung des Seins auf eine Kategorie .zu reduzieren. Das Sein der reinen A pperzeption ist der reine. L I I . 19 Weil das >esse< sich a u f kein >percipi< reduzieren läßt. das nur ist für das Wesen . so ist sein Wesen das Sein (siehe Schelling I I . und die Selbstreflexion kann es bei Hegel auch nur unter der Bedingung einzuholen meinen. 20 Ä sthetik . » [ . . 1 3 7 : »es geht . Bassenge. Dam it entzieht es sich als ein solches der Sphäre des Begriffs. 560 u. 3 1 6 .Kantisch gesprochen: die Apperzeption.vor allem Feuerbach gegen Hegel geltend gemacht.. . K R V .nach Schelling . es verflüchtigt die Form der Realität zur Form des reinen B e ­ griffs. 29-32). der die Erschei­ nung »bestimmt« [vgl. in welchem das Denken bei sich selber is t ^ o .) Das Denken ist nur eine Versöhnung des Wahren und der Realität im Denken «. in der Unmöglichkeit sich spiegelt. indem sie zu einer Selbst-Erkenntnis gerinnt (vgl. B 158 Anm . vgl. . ^ r Sein (wie sie ist [ K Ä V B 69]) und setzt es auf diese Weise voraus. in Hegels Logik treffe der Begriff nicht w ir k ­ lich auf das Sein. hat nur Gedanken zu seinem Resultat. . 141 f. ed. alles ganz 18 Dies hat . 2.]). daß die Unmöglichkeit. 1. . 2 2 6 . wie w ir sehen werden. 10. keine w ir k ­ liche Dissonanz« statt (I. II. das man von ihm hat . auch kein »wirklicher Gegensatz.20 N otw endig findet in dem »allgemeinen ideellen Element. ] daß hier das Wesen selbst bloß im Actus bestehe«.00041345 zu haben. nicht selbst wieder erscheinende »Aktus«. die Sphäre des Begriffs also gar nicht wirklich verlassen w urde. . $72. 8 8 1 / 2 . das transzen­ dentale Ich aber gar nicht angeschaut (und erkannt ) werden kann. 10.allgemein: das Sein auf das Bewußtsein. ( . Einheit auf Reflexion zu begründen. sondern habe »wieder nur den Begriff [also sich selbst] zum Inhalt« (I.

hg. Schellings K ritik richtet sich jedoch gar nicht gegen die Logik als solche. Feuerbach. was ist . was ist noch dieses bloße »ist«?« (ebd. 3*9). Und an diesem Punkt sieht er den erkenntnistheoretischen Zirkel von Hegels Theorie auch auf ontologischer Basis wiederauferstehen: »H e­ gel will nicht das Absolute. Schuffenhauer. [ E r will] durch seine Logik . ein abso­ lutes Wesen« (L. »Der S a tz: das absolute Wesen entwickelt sich aus sich - ist (. . **7 . Hegels Rede von einer Entwicklung. . die thun einander nidits«). . in dem Begriffe allein das Element ihrer Existenz zu haben« (Phän-. 2 J 2 / 3 ) . . io. beweisen« (I.e. B. V gl. die Existenz des A b ­ soluten . Diese Wahrheit w ird jedoch gleich im ersten Satz der Logik wie aus der Pistole geschossen: Hegel kennt als Sein (das er übrigens. von W. weglasse. sondern gegen den Gebrauch.l). abstrahiere ich von aller Bestimmtheit. . Der Unterschied.. den Hegel innerhalb des >Systems der Philosophie« von ihr als den >Gedanken Gottes vor der Schöpfung einer Weit« macht.) nur umgekehrt ein wahrer. so habe ich natürlich Sein gleich Nichts. . . das Sein nur in abstracto. sich auf einen programmatischen Satz Hegels zu berufen. Es muß (.zwischen Seyn und Nichts [als bloßen Polen zen ] ist kein Gegensatz. . 9.2 l Die Unmöglichkeit eines logischen Übergangs zur Wirklichkeit Vermutlich hätte Hegel derlei Einwendungen als schieres M iß­ verständnis des Programms seiner Logik abgetan. 21 Feuerbach hat diese spöttische K r it ik sich zu eigen gemacht. Berlin 1970. 3 26- 329: »Betrachte ich z. i 2 . die noch kein reales Außereinander (keine Zeit) annehme. . wie Schelling mit Recht anmerkt. . Bd.. I. Wieder ist es möglich.) heißen: N u r ein sich entwickelndes. . ein w irkliches . 0 ) . Bd. »in dem die Wahrheit behauptet wird. die ist. hält er für »ein wahres Meisterstück spekulativer W illkür «. die Grenze zwischen Sein und N id its ist ja allein die B e ­ stimmtheit. 9 (Grundsätze zu einer Philosophie der Zukunft ). sich zeitlich entfaltendes Wesen ist ein wahres . Wenn ich das . sondern das existirende Abso­ lute .741345 friedlich zu . Gesammelte W erke . 1 4 9 .

00041345 synonym mit O bjektivität verwendet) ohnehin nur den Be­ griff des Seins (esse apparens). Die Idee der L ogik . D ie N a tu r w e rd u n g wirkliches Dasein. um Geist zu w erd en . um als Geist zu 22 In der »Sphäre« des »sich begreifenden Begriffs« (L I I . mit welcher sie sich bereichert. sich zum Gegenstände hat« und so zur »R ealität« 57 *)23 Wirklichkeit und N a t u r sind hier der Idee ist die Voraussetzung für ihr lichkeit sie sich in einer Stufenfolge freit. korrigiert vielmehr ihre Abstraktheit in dem »freien Entschluß« (ebd. doch ist 228 573). bestimmt wird. so ist diese Bestimmung in dem Maße zirkelhaft. »der für sich w ir d (I. tatsächlich nur als die im reinen Äther sich vollziehende abstrakte Begegnung des Gedankens mit sich selbst in der Potenz des Seins zu­ standekommt. das [überdies] die Reflexion in sich selbst ist« ( P h ä n 25).. Von einer dialektischen Weiterbestimmung des leersten aller Gedanken zur Selbsterkenntnis könnte nur in einem problematischen Sinne die Rede sein. noch S yn on ym a. wie ein begrifflich gefaßtes Sein schon auf der ersten Stufe der Logik vorausgesetzt war und die Selbst­ reflexion des Geistes.. 573) selbst nur in der Potenz des Begriffs22 gesetzt ist. Durch diese a priori vorgenommene Reduktion des Seins auf den Begriff Sein ist aber für das Hegelsche System eine fol­ genschwere Vorentscheidung getroffen.und Schellings K ritik unterstellt. Natürlich ist dies nicht Hegels Meinung . Wenn nämlich die nach Durchgang durch sein Anderes erreichte »Vollendung und Durchsichtigkeit« des Geistes für sich selbst als »das Sein. oder als »dies Einfache. wie es als solches Existenz hat« (Phän.) zur äußeren Wirklichkeit der N a t u r 2 3. 24). daß sie es nicht ist. jeder Realität bar.e. aus dessen Ä u ß e r ­ sukzessiver Idealisierung z w a r be­ sie als durch die N a t u r geschrittene . nicht das sidi entziehende und bestimmungsunabhängige Sein des Wesens selbst (esse subsistens): Beide werden auf der ersten Stufe der Logik konfundiert. obwohl in der Identifikation von U j und U2 beide Bedeutungen wiederauferstehen. in welcher die »absolute Einheit des reinen Begriffs und seiner Realität« (L II.

die These. Schelling. in dem reinen Gedanken . sagt N o v a lis. Schelling hat eine vergleichbare Unterscheidung des »bloß Logischen« der Wissenschaftslehre von ihrem noch ausstehenden »materiellen Beweis« durch die Naturphilosophie schon in seinem Brief an Fichte. 19. J . 2. oder aber die N atur als bloße Entfaltung der in der Idee vereinigten Potenzen realisiert wird.'41345 ihrer vollen und nunmehr konkreten Bestimmtheit zurückzu­ kehren. indem alsdann ja die Idee der Logik ihre Realität noch außer sich hätte. »Insofern wir also wirklich sind«. . hat also selbst ihre naturhafte Seite in sich bewahrend aufgehoben (das gleiche gilt für die Geschichte. 573) als eine Herauswendung des »Moment(es) ihrer [eigenen] Besonderheit« (Enz. 144. 393) Idee selbst »erscheinender Geist«. .e.. [oder] in die Subjektivität ein­ geschlossen« sei24 und diese Abstraktheit in dem »Trieb «• empfinde. ihrer Einheit mit der Realität unerachtet (L II. 5 7 2 /3) andererseits wird die freie Entschließung der Idee in »die absolut für sich selbst ohne Subjektivität seiende Äußerlichkeit des Raums und der Zeit« (L II. . W. wenn die Entäußerung zur N a tu r als eine echte Bereicherung der Idee verstanden wird. Sichtbar antizipiert diese Passage die spätere Hegelkritik und die Unterscheidung einer positiven von einer negativen Philosophie. Idee in Fleisch und Bein. Einerseits w ird zugestanden.). daß der Begriff alles sei und nichts außer sich zurücklasse) gesprengt wird. Je n a . Hegels Erklärungen suchen die Mitte zwischen der Sk ylla einer transreflexiven Realität und der Charybdis einer abstrakten Idealität anzusteuern. 1800 [in: H . Bd. a u f der N a t u r b a ­ siert).e. Fuhrmans ( H g . »diese aufzuheben« und sich in * einer anderen Sphäre und Wissenschaft* zu komplettieren (L I I . N r . 73). daß. entweder die Immanenz des Hegelschen Systems (d. doch erst nur »logisch. .) : F. »sind w ir N atu r.j] vorgenommen. $72).. 229 . daß die Idee der Logik . die. 1 1 . um w irk lid jc Geschichte zu sein. Briefe und Dokum ente II (I. aber innerhalb derselben Sphäre gehalten« (L I I . 296. Alles Wirkliche in uns gehört der N a tu r« (N o v a lis . h. 572). Im vorhinein läßt sich freilich absehen. 24 »Die systematische Ausführung [der Idee innerhalb der Wissenschaft der Logik] ist selbst eine Realisation. I. I.

welche »Subjekt und Objekt. II.e. II. den mit der Entschließung zur N a tu r beschrittenen G ang vom reinen Können zum Sein zu rechtfertigen (I. Nim m t man dagegen an. und 15 3/4 ). die sie am Ende der Logik erreicht hat. sie fällt selbst in den Bereich der Logik zurück. 230 . .. daß der Begriff.00041345 interpretiert25.) aufsprengen usw. II. entschließt sich. als abstraktes Für-sich-Bestehen (I.) und die substantielle Einheit der »Poten­ zen« (I. welcher Existenz im »Außersichkommen« (Enz. ihrer selbst bewußt. Anders gesagt: der »Idee«.e. unter denen Realität — wenn sie ist . also als explicatio »des göttlichen Begriffs « (L II. 31 u.e. reell zu werden« (I. 31 o. D.existiert.). den zu verlassen 25 Der § 191 der ersten Ausgabe las: »Die Idee . als das Ideale auch das Reale« ist.e. so wird keiner Dialektik gelingen. diese »auf allgemeine Weise zumal« in die N atu r entäußern soll (Enz. II. im gleichen Akt abzuerkennen.).e. Schelling I. es sei in der T at Hegels Absicht gewesen. ein Bedürf­ nis ansinnen. 572). ihr die Wirklichkeit.. h.) der Momente.): Einerseits soll Existenz als M ani­ festation der Idee (Enz. 3 6 u. 30 u. die ihre Unterschiede äußerlich gegeneinander kehren (I. als »Unangemessenheit ihrer selbst mit sich« (I. 15 3). »weiter und auf andere Weise. 39 u. 23) verstanden werden. 10. andererseits Geist als die um die Existenz erst zu bereichernde und insofern selbst noch irreale Idee (Enz.) erst hinzu­ erwirbt... da eine solche Herleitung selbst nur wieder die Form (den Begriff) explizieren kann. 212 u.) in Gestalt von gegeneinander »gleichgültigen Existenzen« (I. als sie schon ist. 10. 32 o. 28). hieße. 152). sich als N a t u r oder in der Form des Andersseyns aus sich zu entlassen« (zit. . Der Zirkel besteht darin. in der Logik die Einheit von Wesen und Sein vorerst noch abstrakt (im Begriff) darzustellen. Bekanntlich bedient sich Hegel in den zur N a tu r ­ philosophie überleitenden §§ der Enzyklopädie ausgiebig des geschmähten Schellingschen Instrumentariums: E r bestimmt die Äußerlichkeit der N atu r als den »Abfall der Idee von sich selbst« (Enz. io.Aber diese A d a p ­ tation ist zum Scheitern verurteilt. 3 1 u. II. da man sie ihr zuspricht. .

) nur substantieller Geist. (.e.) Die Philosophie. D er Übergang von der Empirie zur Philosophie ist N otw endigkeit . . der G o tt. N u r auf solcher Basis ist Realität ins Spiel zu bringen. 1 5 4 . Ein solches von seinem Wesen (seinen Momenten oder Poten­ zen) relativ unabhängiges Sein hatte Schelling . I. . nicht der A n fa n g der Dinge. .\l v gl- 2 13 ) . 9. ein bloßer Begriff kann sich nicht entschließen« ( 1. Einige Bemerkungen über den >Anfang der Philosophie < von Dr. das Ist. die mit dem Gedanken ohne Realität beginnt. I. Bd.F . 147-9) . 14 5/6 ). (. 10. sofern er nur Ende ist ( . Fragmente zur Charakteri­ stik meines philosophischen curriculum vitae. sagt er. anfangende..er mag es nachträglich von der neugewonnen Perspektive her in Abrede stellen (I.26 N u r ein solcher Begriff. der bloß als Finalursadie. indem er das subsistente Sein unverzüglich auf den Begriff Sein verkürzt. der Übergang von der Philosophie zur Empirie luxuriöse Willkür. der vor seiner Entäußerung zur Wirklichkeit von dem reinen Aktus des Seins >präveniert< wird und dessen relative Nichtigkeit vor der absoluten Auflösung dadurch ge­ schützt ist. Bd. sie beginnt vielmehr mit der R ealität. 1 0 . »kommt nicht am Ende erst a u f die R ea litä t. 10.41345 sie sich aus freien Stücken angeschickt hat. in: Gesammelte W erke . in ihrer Existenz zuvor erwiesen sein. . ein solcher G o t t ist doch offenbar nur (. »Was sich frei entschließen soll.bereits im identitätsphiloso­ phischen Ansatz postuliert. .. F. 156). hervorbringende Ursache seyn kann. . die erste und einzige Möglichkeit seines philosophischen Systems 26 V gl. Hegel dagegen läßt. daß seine Potenz auf einem Sein basiert. . . . Reiff. »Gäbe es keine N atu r. schließt k o n ­ sequent mit einer gedankenlosen R ealität« (L . so mußte die Idee als das Wesen. F. . 10. der nidits anfangen kann. 1 5 5 : »der G o tt. ] .. kann sich realisieren und damit gefahrlos die Sphäre seines bislang »bloß wesenden Seyns« aufheben. (. *31 . der keine Zukunft hat.« L u d w ig Feuerbach hat diesem Argum ent gegen Hegel und den abstrakten Idealismus überhaupt lebhaft zugestimmt: »Die Philosophie«. ) .) dem Wesen nach Geist. a u f keine Weise Princip. Soll der Übergang zur N atu r die Herauswendung zur Realität erklären. muß ein wirklich Existirendes seyn. nimmermehr brächte die unbefledue J u n g fe r »Logik« eine aus sich hervor« (L.) der Geist ist das Ende.

so wäre allein damit der posi­ tiven Philosophie schon das Urteil und Hegels System Recht gesprochen.28 H at es diese Stufe jedoch erreicht. 374). sidi der Existenz aller nachfolgenden Bestim­ mungen zu versichern. 71*3* 23 2 15 6 . 27 I I . h. 386). Gäbe es eine vom Eingedenken des Seins (esse subsistens) unabhängige Möglichkeit zu philosophieren. Es ist die Stärke von Schellings Ansatz. wenn die Unterscheidung einer negativen (alle Verhältnisse in der Potenz des Wesens darstellenden) und einer positiven (d. als zumal »existirende Idee« ( Paulus . besitzen die in ihm versammelten Sätze eine nur h y p o ­ thetische Wahrheit. daß Schelling die Idee auch definiert hat als das Wesen. B. h. ihre Existenz erwei­ senden) Philosophie sidi mit der neutralen Feststellung eines gleichgültigen Parallelismus beider begnügen würde. das »Finale« des Systems im Hegelschen Sinne (Paulus. Hegel hat diese . das Ist. N un wissen wir. wenn sie sich sukzessiv bis zur Intellektion ihres eigenen >Inhalts< (der »Idee«) emporarbeitet. daß ei diese Möglichkeit bestreitet. Bevor das System des Geistes diese letzte Stufe erreicht hat. Allein diese Bestimmung beschreibt ihren Inhalt erschöp­ fend. 0 und Pos . Mit folgendem Argument: Eine negative Philosophie (alsc eine solche. so hat es zugleich die Sphäre des abstrakten Wesens überschritten und mit dem Sein Kontakt genommen. Der immanente »Umsturz der V e r n u n f t< 2 7 Übrigens wäre wenig gewonnen. z. 3. Denn das Sein wird. P h 3 2 / I I Unterstellung ausdrücklich abgelehnt. d. Ihr letzter Gedanke. L I. 150. dazu I I .00041345 verstreichen. 3* 1 5 28 V gl. die alle Verhältnisse unter dem Exponenten de« Wesens oder des Nicht-Seins darstellt) kann für abgeschlossen nur gelten. Nach solcher Weichenstellung vermag keine Dialektik sie mehr zu erzeugen. bestünde also in ihrer Selbsterkenntnis.

in welcher die Idee angesichts des ihr Unzugänglichen sich selbst zerstört und dieses als das reine »Daß«. U nexakt formuliert. nur dadurch erkannt. Bd. sich selbst über­ schreiten müsse auf »das actu Actus Seyende« (II.’41345 w ie wir zeigten. I. daß dasjenige. 1. könnte der Eindruck entstehen. das Sein ist ein Zusatz.). 304) wiederholt. 563).). m erkw ü rdiger­ weise fast in Sdiellings eigenen Worten.. existiert eben selbst nur in der Seinsweise des Neant. 10. Die Aufforderung an die Vernunft. daß das reine Denken über sich hinausgeht: als nicht-setzendes Bewußtsein von sich versteht sich das Denken gleichsam von selbst. j<>2 ff. *33 . . Die existierende Idee. Werke . als be­ lebe Schelling das ontologische Argument des Anselm: in der Vollkommenheit der Idee als der Einheit von Wesen und Sein sei Existenz notwendig mitgedacht. 1.e. als »Unerkanntes und für sie Unerkennbares stehen bleibt« (II. so muß es seine Potentialität transzendieren und die Grenze des bloß Logischen hinter sich lassen (I. Ihr ist mit intrastruktureller N o t ­ wendigkeit versagt. führt daher zur »letzten Krisis der Vernunftwissenschaft«. In Wahrheit macht er vielmehr Hegel den V orw urf. Actus« sei. w el­ ches nur »essentiä oder natura .). 152 ff. sich über den Grund ihres Seins Rechen­ schaft abzulegen. Schellings Meinung ist also keineswegs. 3 2 / I I . Schelling drückt diesen Schritt reichlich scholastisch so aus. daß der Ausgang vom Wesen eine selbstgenügsame Möglichkeit des Philosophierens neben der Erkenntnis des Positiven eröffne (so entfiele jede 29 Feucrbach hat diesen Gedanken in den Grundsätzen zu einer Philoso­ phie der Zukunft (Ges. zu deren Intel­ lektion die Vernunft sich erhebt. 151 f.29 Will darum das bloß potentiell existierende D en­ ken die Erfahrung seiner eigenen Realität machen. 9. die den not­ wendigen Gedanken des Seins als einerlei mit dem Sein dieses Gedankens unterstelle. der sich nicht von selbst versteht (Pos. Ph. den Begriff Sein nur durch die Erschleichung dieser Denkfigur zu erreichen. den vollen Inhalt der Idee denkend zu erschöpfen.. .

und nun enthüllt die Idee als das Sich-siditbar-Sein des blindlings Seienden »dem vom Seyn gleichsam prävenirten das Zufällige seines Existirens « (Paulus. daß die Vernunft nicht Grund ihrer selbst.. nicht Erzeugnis von Vernunft.. h. als daß der er­ kenntnistheoretische Zirkel zwischen Selbstbewußtsein und Selbsterkenntnis im Zirkel von Begriff und Erkenntnis w ie ­ deraufersteht. Darum bleibt Hegels Versprechen.30 Sie wird darum gerade nicht innerhalb ihrer eigenen Sphäre. 440 u . 255).e. 2. Eine erschöpfende Erkennt­ nis ist. aber nunmehr als seiend. Dagegen bedarf jedes Erkennen des Begriffs und ist wesentlich ein W ie ­ dererkennen desselben. 462).00041345 ernsthafte K ritik an Hegels Logik).4 . 218). dazu Paulus. daß 30 V g l. Sie offenbart ihm. die innerhalb dieser Wissenschaft wenigstens nicht zur Existenz gebracht werden kann (I. Schelling behauptet also nichts Geringeres.. zur »bloßen Idee« (I. 462. 347 . und dies drückt sidi an ihr dadurch aus. 3 5 1 . 447. 488. 2 j8 . sondern daß die Idee der Logik selbst.g. 258. indem sie sich unfaßlich wird. 353.2 u. bleibt ihre Gültigkeit selbst in der Schwebe: die logische Philosophie vermag ihre eigene Recht­ fertigung nicht zu leisten.e. sondern erst durch die posi­ tive Philosophie begriffen ( Paulus. Indem Hegel Selbstbewußtsein auf Selbstreflexion zu reduzieren sucht. 543. sind ohne Erkennen möglich. 4 2 2 ).9 . sagt er.. uneingelöst..4 . als zugleich über das Begreifen hinausgehend (Paulus. sich umkehrt in die des unvordenklichen Seins. 447). Begriffe. i 9 &>2 i 3 9 I .2 . ohne diese wirksam aus dem Medium des Begriffs herauszuführen. mit anderen Worten. zu einer abstrakten Gedankenbestimmung. den existierenden Begriff am Ende dieser Wissenschaft denkend einzuholen. J 5 4 19 * ^ 459.3. 4 2 1 u . d. Und da die Wissenschaft vom K re d it dieser Versicherung lebt. in ihnen ist kein Anspruch auf Realität gedacht. daß sie nur zum Teil dem Denken zugänglich ist und hinsichtlich ihres Seins sich ihm entzieht. wird ihm die Idee. 2 j j ff. auch nicht einmal von der Idee selbst möglich. auf die hin der Begriff als au f seine Wahrheit sich bewegt. 234 .

i. wiederholt sich fundamen­ taler in der Unmöglichkeit. daß der Schlußgedanke des Hegelschen Systems. Die absolute Priorität des Seins vor dem Wesen Wir haben bislang die Gründe referiert. und sie zeigt 2. auf zwei verschiedenen Ebe­ nen gegen den Hegelschen Systemgedanken. aber »nicht die Wirklichkeit selbst« (II. Schellings Spätphilosophie richtet sich mithin. daß die Identitätsphilosophie und das Hegelsche System das so definierte Absolute nur in der Potenz des Wesens darge­ 235 . an seiner eigenen Reflexivität zuschanden wird. die existierende Idee vom reinen Begriff her zu erreichen. wollen wir in den folgen­ den Kapiteln demonstrieren. das Faktum von Selbstbewußt­ sein voraussetzungslos herzuleiten. Der Idealismus der V er­ nunft erklärt darum wohl die »Art«. der aus seiner Entäußerung in eine neue Unmittelbarkeit zurück­ kehrende Begriff. die Schelling bewogen haben. 563.ihr Sein grundlos und faktisch ist. ein fehlendes ontologisches Argument leihen mußten — in expliziter und stringenter Gedankenführung gezeigt. D am it hat Schelling . Dabei stellte sich heraus. seine Formel von der wesenhaften Identität des Seins und des Denkens zu differenzieren. die Seinsw m e des W irk­ lichen. Wie Schelling diese Aufgaben löst. wie an früherer Stelle. daß und wie die erkenntnistheoretische K ritik an der logischen Philosophie von selbst auf eine ontologische Ebene über­ springt: die Unmöglichkeit. 3). Sie bestreitet mit teils vertieften. Anm . dem D oppel­ aspekt des Zirkels entsprechend. teils ganz neugewonnenen Kriterien 1.ohne daß wir ihm. die Zurückführbarkeit des bestimmungsunabhängigen Seins aufs Wesen (also abermals Hegels Theorem der bestimmenden Reflexion).

4 . D as Problem ist als solches nicht neu. D as heißt aber. um die Wechselbeziehung beider angemessen zu erörtern. des Was). Aber die Fragestellung des Berliner 236 . 337) stets aus einer A n alyse des im Satz der Identität Implizierten. Sie läßt seine Existenz unausgemacht. wie aus der neugewonnenen Perspektive Schellings K ritik am Totalitätsanspruch des Wesens sidi ausnimmt. so zeigt sich. Die Bestimmung des Abso­ luten. aber nicht über das Bestimmungsunabhängige verfügen kann und dieses in der Schwebe lassen muß. sondern aus der Struktur der Subjektivität selbst als unvermeidbar sich aufdrängen ließen. Schon die Identitäts­ philosophie bestritt. h. Sie wird darum nicht von selbst. A b er sie operierte doch in einer ontologisch unaufgeklärten und an Äquivokationen reichen Terminologie. es sei Einheit seiner und seines Gegensatzes. die keine scharfe Grenze zwischen Sein und Wesen zu denken erlaubte. als auch sie den Gedanken des Unfaßlichen nicht durch transzendente Spekulation erschlichen.von sich aus nicht rechtfertigen kann. daß das Denken (als Vermögen des Bestimmens) seine Einheit mit dem reinen Sein . antwortet darum nur auf die Frage. sondern durch eine andere Instanz gerecht­ fertigt werden müssen. W ir wollen nun sehen. G erade darum aber verstößt sie zugleich gegen ihren eigenen Inhalt. Erst die positive Philosophie gibt ein geeignetes Begriffswerkzeug an die H and. denn sie behandelten das Sein als bloßes Moment der Identität und d. daß die Bestimmung z w a r über sidi selbst. was das Absolute sei.also die Idee der absoluten Identität . daß Identität gleichsam mit Mitteln der Reflexion synthetisiert werden könne. Die späten Berliner Vorlesungen erreichen jenes »allem Denken vorausgehende« oder »unvordenkliche Seyn« ( 11. Den Erlangener Einleitungsvorlesungen ist dies Verfahren in­ sofern analog.stellt haben. diese sei Einheit des Bestimmungsunabhängigen und des auf Bestimmung R elativen (also des D aß und des Wesens. zugleich: als bloßes R elat innerhalb der Selbstbegegnung des Ideellen. Faßt man die Formel der absoluten Identität nämlich ein wenig anders und sagt.

339. Eine solche Darstellung würde sich in den bekannten Z irk e l verwickeln.. ehe es sich denkt. 459. es ist seyend. weil mehr in ihm sich manifestiert. Genau das will das Wesen nicht: es setzt sich als dasjenige 237 . 4. über seine eigene Grenze hinausdrängt. A nalysiert man diesen Satz. als durch das Gesetz der E r ­ scheinung als solches zu fassen ist. w as von seinem Ausgangs­ punkt weg. Nicht. ist also unvordenklicher Weise seyend* ( Paulus. seinen Ausgangspunkt als sich selbst einholen zu wollen. aber von ihm kann nicht gesagt werden. Sie könnte Ausdruck des Versuchs sein. Das Wesen (die Potenz) ist ein nicht Seiendes (neant). das. D ie Temporalitätsmetaphorik dieser und ähnlicher F orm u ­ lierungen könnte A rg w o h n erregen. das Posterius des ihm z u v o r­ kommenden Seins zu sein. .). die K o n se­ quenzen aus der genauen Bestimmung seiner Seinsweise zu ziehen. das seiner selbst nicht .0). . W ir haben mit einem Phänomen zu tun. Schelling drückt das so aus: »Die N a tu r des nothwendig Existirenden (der Begriff.bewußt wäre. daß die bloße Erscheinung der Potenz ausgeschlossen w äre. der es von sich selbst abspaltet: es gäbe dann ein Wesen. daß er existirt.und a u f sich zuschreitet. . so w ird man finden. A ber das.41345 Wintersemesters 18 4 1/ 2 ist weniger an der Denkmöglichkeit des Seins als daran interessiert. D as Phänomen des Wesenseins selbst ist nur als eine implizite Forderung nach Sein verständlich zu m a­ chen : es existiert in der Weise. daß es überhaupt nicht sei (rien). ehe er sich selbst kennt. in die Selbstreflexion des Wesens einen K e il zu treiben. Dabei geht sie von dem Faktum des Wesens aus und verlangt. unter welchen Bedingungen dem Denken Sein zugesprochen werden könne. setzte man ihr nicht im plizit das Sein voraus (II.>noch nicht< . A ber das ist Schellings Meinung durchaus nicht: das Wesen verzichtet in keinem Augenblick seines Seins au f vollkom m e­ nes Selbstbewußtsein. als ob das Phänomen der Potenz logisch in sich ruhte und nur überdies als ein R u f nach Sein sich vernehmen ließe. von dem w ir ausgingen) bringt es mit sich. ist nicht schon vo r seiner Selbstreflexion ein in sich Reflektiertes.

h. 4. daß alles auch nur durch dieses existiert« (I. in Schein. d. 440. daß er sagte. als aposteriorischer Erweis seines Seins aus dem offenbaren Faktum seiner Seinsweise als potentia existendi (vgl. das Wesen) stelle »das bloß N e g a t iv e der E xisten z dar. 3 2 / I I 1 2 9 0 . muß von dem absolut A n ­ deren.ebenso I. Pb.00041345 Seiende. 10. das. aber nicht Potenz seines eigenen Potenzseins (»potentia potentiae«) ist. reiner A k t zu sein. 457/8). müßte dem Wesen nicht nur gelingen. sondern »zum absoluten Prius« (Pos. II. 1. 1 4 3 . anders gesagt. - Die Un­ terscheidung zwischen »erzeugen« und »realisiren« ( I I . zw ar Potenz. Hegels Argument beruht auf diesem Gedanken. Paulus. dem Sein-selbst. A b er das als Moment seiner selbst qualifizierte Andere. Vielmehr bewährt sich das Sein 31 Schelling pflegte dieses Verhältnis auch so zu charakterisieren. 57). . 219 /20 ]. Ist es einmal über sein Anderes hinausgeschritten. noch unterschieden werden. sidi nicht auch als Urheber seines Bei-sich-Seins setzen kann oder das. 337). 3 1 Das Denken hat das unqualifizierte und unqualifizierbare Sein nicht zum relativen.) und begreift sich selbst progressive als dessen »Folge«. 5 2 1). indem es vollkommen bei sich ist.3 . als ein solcher Schritt. »das Logische« (die Potenz. als Verw andlung des Actus purus in ein Wesensrelat.) das. . woraus aber noch lange nicht folgt.. Aber es würde nie ganz aufhören. so hindert nichts. sich in der Reflexion aufs Sein als dessen dialektische Alterierung gewahr zu werden (Paulus. 2. $ 6 2 . wie Hegel es beschrieben hat. 213/14). j87>2> II. 4. D a begriffe es sidi zw ar als Negation des verschlossenen Urseins. Um jedoch als causa sui qua eines Seien­ den sich ansehen zu können. 3. 10. G e w iß zeigt sich die Überwindung des blinden Seins in den Augen des Wesens als »ein dialektischer« (II. daß es dasselbe »mit zu einem Moment des Denkens« macht (Paulus. v g l. 459. (. das relative An-sich-Sein (II. 238 .j) bezeichnet den gleichen Sachverhalt. 337). ohne welches nichts existiren könnte [denn E xisten z ist ein K onkretum aus Wesen und Sein. v8^. II. für dessen Urheber sich die Reflexion post festum ansdiauen kann. 1.

. 3 3 7 . Aber es ist ohne sein Wollen. müßte das Wesen seine eigne Faktizität setzen. Ebenso 85.1 u.2): »aus Seyn in Wesen überwunden« (II. 464. gelten zu können. Ph.). . dann Aktus sein (Paulus 4 6 0 ). sowie es ist« (Pos. 32/II 133 u. II. . 474). daß es z u g l e i c h Objekt ist« (I. tritt die Gewißheit zutage. als wesenhafte Faktizität. so (. kann wohl die Modifikationen. sondern (. freilich in der Art. h. ist nur in der Form des Seins.^). .). daß es von dem rein Seienden in transi­ tivem Sinne gewesen wird (est ete. also unvordenklicherweise. wie Sartre sagt). 2.e. 32 a Vgl. D er Schein ist die Projektion seiner eigenen Nichtigkeit aufs Sein. 516. sondern das nur dem Ersten Seyende«. M it einem W ort: Gerade im A k t reflexiver Selbstbestimmung. das Ist. Durch den zeitstiftenden Schritt *39 . in dem das Wesen das Sein als Schein qualifiziert. daß » ab­ solute N e g a tio n ( .3 3 Aber das würde auf einen infi­ 32 Schon in der Schrift Vom Ich (17 9 5) hat Schelling gezeigt.41345 gerade erst durch die Negation als das nicht A ufzuhebende3 2 (Paulus. 2). es hat sich nicht annihiliert. das selbst nur ist als das »Überseyende« ( Paulus . 463. . . Paulus. »Nicht Subjekt v o n s ic h s e l b s t . daß die Reflexion sich selbst nur als ein Nicht-Seiendes bestimmt.) herausstellt. als in sich gegangenes (»sich selbst gewordenes»)32® Sein uns zugänglich: als Wesen (Paulus 457. sondern nunmehr als das auch seinem Wesen nach Unaufhebliche. auf dessen Basis es Wesen sein darf. 468 u. 52: Das rein Seiende ist »das nicht S ic h Seyende. Anm .e. 4. d. daß durch ihn das Sein zugleich ver­ stellt w ird. als das gewesene und »überholte Seyn« (I. in dieser Form: »Es ist in ihr. Das Sein ist zu einem n£ant geworden. D a müßte es freilich zunächst Potenz. 438). Das Seiende.. sich selbst zuschreiben. 2. 470). erwie­ sen (II.j) . die es dem Sein widerfahren läßt. nicht aber als Ursache ihrer E x i ­ stenz (Paulus.) sich nicht selbst hervor(bringen könne).). 1 . Um als causa auch des Seins. Im Gegenteil ist das Wesen vor seiner absoluten Auflösung ins Nichtsein (etre rien) nur dadurch geschützt.. 1 9 1 .) nur im Gegensatz gegen absolute R e a litä t bestimmbar« sei (I. aber als faktische Existenz entbehrt es jeder Rechtfertigung. 33 Im Selbstbewußtsein geht die Existenz der Essenz v o r a n : das Wesen. 456 u.

ist die A u fg ab e aller Bildung« (I. um aus eigener Macht zu sein. das zu »Vergangenheit« v e rfä llt. eines ihm vorausgehenden Könnens bedürfte und dadurch sich zerstören müßte. Es ist nur. aber nicht dieses Sein selbst aufheben kann« (Pos. die aus sich die Einheit nicht begründen kann.e. ergeht es der absoluten Einheit von Sein und Wesen au f der letzten Stufe des H egel­ schen Systems: im Selbsterkennen ihrer als des Geistes zer­ bricht sie wieder in die nur scheinbar überwundene Reflexion. der » Z u fä llig k e it seines Existirens« (I. Das blindlings Existierende könnte schon seiner Definition nach nicht Folge eines Vermögens sein.e. Sich von sich selbst zu befreien . Ein seines Seins beraubtes Können würde sidi unverzüglich in ein Nichtkönnen verwandeln. Die absolute Priorität der Identität und das Scheitern der Selbsterkenntnis des Geistes Wie dem reinen Aktus des Existierens. der. 447/8). um ein freies Seyn anzufangen . sondern ist entäussert. Es ist in ihm das Antipodische aller Idee . geradezu das Seyende ist. 240 .t 3 2 / I I 13 7 ) . (). daß sie z w a r »die Form des Seins zerbrechen. durch der den »unverbrüchlichen E n tw u r f einer (.). . Das Wesen hat sich nicht entäussert.. um ein seiendes Wesen zu seiner Folge haben zu können. läßt cs das Sein..00041345 niten Regreß führen.. ausser sich gesezt. aber’ in diesem Gegensaze ist es selbst Idee.. 464/5).. Diese Einsicht treibt das Wesen zur Ekstasis. 5 2 1 .e.) Welt zu entgehen: • Der Mensch muss von seinem Seyn sich losreissen . Aber auch dieser in die Zukunft zielenden Freiheit ist vorherbestimmt. -gewollten 455. P h . ehe es sich denkt. 462.. Je d e H a n d lu n g der neugewonnenen »Freiheit* kann als ein Versuch angesehen werden.) d v a y H i] selbstgeschaffenen des und Seyns« (I. von dem es nun »sein Wesen befreien« kann ( Paulus . sondern ganz ekstatisch. da das Können selbst sein müßte. Dadurch macht es das »unvordenkliche Seyn« »zu einem Moment von sidi«.^). und nur ein solches würde im Ausgang vom abstrakten Wesen zur Verfügung stehen. als »ein Überwundenes « »hinter sidi« ( Paulus . wegen dieser vollkommenen Um keh­ rung« (ebd.. . wenn es »gar nicht als Wesen gesezt.

I. die ausgezeichnet und basal ist und a u f die stets - im plizit oder explizit - zurückgegangen werden muß« (I. 35 Das müßte sie aber.e. In der bloß wesentlichen Beziehung des Allgemeinen und des Einzelnen liegt folgender T y p von Relation v o r: Die Relate stehen als Glieder einer Selbstbeziehung in einem Innerlich­ keitsverhältnis zueinander: Das Allgemeine qua reiner Selbst­ bezug (»Unmittelbarkeit«. . »Nach innen in Beziehung auf sich« ist das Einzelne selbst allgemein. 574. »Negativität«) als dessen Anderes bestimmt. samt ihren Erweiterungen und V e r ­ schiebungen der Bedeutungen ihrer Terme vom Begriff des Wesens als einer Voraussetzung dependieren.e. wird durch sich selbst in der Gestalt des Einzelnen (der »Reflexion«. 241 . daß »das Wahre wesentlich Resultat« sei. wenn der Punkt der Einlösung endlich gekommen ist (vgl. Hegel im K on text .11345 Es ist erstaunlich zu beobachten. »ob dieses Buch [die L o g ik des Begriffs] einen originären G a n g hat.3 4 Man kann füglich bezweifeln.) Grenze H e ­ gels« hin ( M E W . nicht schon erreicht« ist (Dieter Henrich. der es secundo loco auch ist. .3). in der] L ogik der Reflexion nur vorbereitet. . daß der »Gedanke v o m sich selber spezifizierenden Subjekt [. 13 5 ). 3 5 Dieser Zw eifel ist an einem V er­ gleich der reflexiven zur begrifflichen Selbstbeziehung zu erhärten. sowie das Allgemeine in der Beziehung »nach Außen« auf 34 Schon M a r x wies a u f den Schlüsselcharakter des letzten K apitels der Phänomenologie zur Darlegung der »Einseitigkeit und (. der ebenso ele­ mentar beginnt wie die L o g ik des Wesens in der Entfaltu ng des Begriffs der negierten N egation zur bestimmenden Reflexion. 13 5 / 6 ) . . »Sein«) unter Absehung von sei­ nem negativen Inhalt. ob die »Logik des Begriffs< (und das »Finale« des ganzen S y ­ stems) ein gegenüber der Wesenslogik grundsätzlich neues A r ­ gument ins Spiel b r i n g t . Die A lternative dazu wäre. wenn anders der Satz Recht behalten soll.. »Grenze«. den Schluß der Phänomenologie ). Nachlaßband. i .. durch Rhetorik zu ersetzen hat. wieviel Überzeugungskraft der Grundgedanke der Hegelsdien Methode. daß alle folgenden Analysen. Henrich fügt selbst die Frage an.

296. Nachgel. D.t 3 2 / I i J 7 . H am burg 1969 ( = Phil. W. aber ebenso ist nur eins das Allgemeine« und das Andere sodann das Einzelne und umgekehrt (/. daß es »für es ist«. und WW I X . sagt Schelling.37 Die bestimmende Reflexion< korrigiert freilich den Schein. »zeigte sich. neben J . hg. F. »beide beziehen sidi [je] auf sich oder sind Allgemeine. das jenes zw a r ist. 45 ff* 242 . Die Unmöglichkeit. aber in der aktuellen Relation kann nur jeweils eines gerade dieses. Jenaer Realphilosophie . 190).38 Erscheinung den Charakter der Ichheit a u f­ Indessen kann die bestimmende Reflexion diesen identifizie­ renden Aktus weder separat darstellen. außer ihm zugleich als das Andere« ( 1. dass jene objektive Bewegung [des Geistes] sich nicht behaupten liess« (Pos. (bes. c. hg. besonders WW I I . und dann muß das andere jenes sein und umgekehrt: »Jedes hat hiermit das. Bibi. nicht aber zumal auch als sich weiß. der einer prägt. Vorlesungsmanuskripte zur Philosophie der N a t u r und des Geistes von 1 8 0 5 .00041345 sein Anderes selbst negativ (singulär) w ird 3 6.. löst sie aber nicht actualiter in sich auf (so verfiele sie zu opaker Identität des Seins und würde aufhören. zur Erscheinung eines Ande­ ren. a. 37 »Im letzten Abschluß«. h. Bd. 1 9 0 / 1 .1 8 0 6 . d. Das innerliche Sein eines jeden verstellt sich mit anderen W or­ ten dadurch. 355 ff. Sie setzt ihn in dem Maße. bes. dissozi­ iert Sein und Fürsichsein ohne Möglichkeit einer Koinzidenz beider. wie sie Reflexion bleibt. als den Aktus bezeichnet. 38 V g l. G . noch aus sich selbst erklären. h. Sie durchdringt die Erscheinung des Anderen au f ihren Grund. Die Überführung einer blinden Anschauung in die Innerlichkeit des Gedankens hat aber schon Fichte als ihren unmittelbaren Begriff. für sich sie selbst zu sein). von J . 2). L I I . B and 67). 36 G . 31 ff. P h .eine Grundeinsicht Hegels etwa gegen Fichte . Schriften . R . 364/5). V g l. 191). (Z it... Fichte.: /. Berlin 19 37 . I I .). was er innerlich ist. von H ans Ja c o b . beide sind zumal Allgemei­ nes und Einzelnes. Hegel. H o f f ­ meister. R . im Sein zumal Zeuge des Seins zu sein .

). .).e.. 3 (zit.). für den die Formulierung. 183. 182. sondern als wiedergewonnene »unmittelbare Einheit« (L II. L. ein besonders gutes Beispiel liefert. 1 8 1 . hieße: sie doch wieder der Reflexion zu überantworten und nicht in ihrer Unmittelbar­ keit zu denken. von G eorg Lasson. Hegel. c. 3 0 / 1) als Unendlichkeit sich enthüllen und begreift sich über­ dies als in der Beziehung auf Anderes »unendlich« auf sich selbst bezogen »und so sich selbst gleich« (I. wie Hegel seine Formel selbst erläutert.: J .Denn »dadurch . der absolute Geist finde das Andere seiner (das »Sichselbstgleichsein«) »als sich selbst« (I. Im Sichselbstgleichsein. sagt er. Und den sich selbst »vollkom m en durchsichtigen Unterschied « als die »eine und dieselbe Reflexion« in ihren beiden Aspekten bestimmen ( 1. H am burg 1967. hg.e.. . Jenenser Logik. D ort soll die Reflexionsbeziehung unmittelbar als solche mit der sie ermöglichenden Einheit zusammenfallen. diese ist noch nicht als >für sich selbst< seiende Selbstbeziehung gesetzt. als was es gesetzt ist« (I. . . enthüllt sich die Entäu­ 39 G . 18 2 /3 ). A b er in der Unmittelbarkeit ist kein Zeuge. Metaphysik und Naturphilosophie. j u.). und z w a r nun nicht mehr im Modus der Reflexion. D er resultierende Begriff wäre demnach zu bestimmen als die für sich selbst bestehende Identität der »unmittelbaren Selbstbeziehung< mit sich selbst als »Reflexion-in-sich«. möchte man einwerfen. L . Läßt sich ein solcher Begriff denken? W ir lassen den Zirkel.. a u f sich beruhen und sehen zu.. Wie löst Hegel dieses Dilemma? Im absoluten Begreifen. sieht die Endlichkeit seines Sichungleichseins ihrer »wahrhaften N atur« entsprechend (J . erklärt er. 240)... durchschaut der Geist das ihm entge­ genstehende »Unendliche« als seine eigene »Sichselbstgleichheit«. . F. ist nur die >passive< Beziehung au f sich. 181. das Ungenügen an einer solchen Bestimmung treibt das Wesen über sich hinaus in das Feld des Begriffs.e. W.voraus. daß das Gesetzte an sich sich selbst das absolut andere dessen ist.39 E r durchdringt also den für die Ebene der Reflexion konstitutiven >ordo inversus<.

[auch] für ihn« ( 1.. wenn die erste 244 . 18 3 u. worin der Unterschied noch kein Anderssein.) und schließlich als er selbst zu sein. sondern sidi vollkommen durchsichtig ist und bleibt« (L II. wiedergegeben w er­ den muß. L . Eine entsprechende Formulierung der Logik modifiziert. so daß ihm deren Differenz selbst zum Schein herabsinkt und nur die Endlichkeit unserer Sprache schuld ist. herstelle ( 1. 548). . c. 569. Beiden ist gemein. 550). in dem reinen Gedanken. D er Geist schafft nämlich nicht nur den Brückenschlag zwischen dem Sidigleich.. Nun ist das »Erkennen« diese abschließende Reflexion. c. daß die Reflexionsnegation den Geist »wieder [in] seinem ersten Moment.so L II.) . Unendlichkeit«. 184)..er vollbringt noch mehr: er sieht die ab­ solute Identität der Separata. die als »das Ansich der Unend­ lichkeit das absolut Gleiche in der absoluten Ungleichheit. Diese D i f ­ ferenzierung bleibt aber dann wirkungslos. . die Einheit der einfachen Beziehung [Unmittelbarkeit] und der Unendlichkeit [(Reflexion) setzt].. [als] . oder die­ selbe in ihrer Realität.und dem Für-sich-selbst-sidi-gleidi-Sein (dem Als-sidi). .00041345 ßerung des Geistes als eines weiteren Aktes bedürftig. 184 u. c. x . wenn dieses fugenlos dichte Zusammensdiließen des Geistes mit sidi selbst noch durch reflexive Wen­ dungen wie die von der »reinen [Beziehung] nur auf sich selbst. Bis in sein spätes System hat Hegel daran festgehalten. <>). Eine andere Formulierung lau­ tet: »Die Idee i s t . daß bei dieser neuen Unmittelbarkeit »nicht [so sehr an] die Wiederherstellung« .als vielmehr an »deren Aufgehobensein« gedacht sei (L II. nicht au f ein Anderes« (I.). [als] die einfache Beziehung überhaupt. . um als »Beziehung auf sidi se lb st. . daß sie auf die totale Identifikation des Unterschieds mit der Identität abheben. . daß er den Bezug auf Anderes als Selbstbezogenheit und den Selbstbezug als Beziehung auf sein Anderes durchschaut (/.e. die in dieser [der R e ­ flexion] auseinanderfielen und selbst ihre beiden Arme oder Momente sind« ( 1. indem er jeweils die Anderheit des Anderen dadurch negiert. 183.

. wenn eine implizit Reflexives zur Reflexion weiterbestimmt und in jenes zurückgenommen werden soll. daß es nicht ist. Enz. . hat er sich gelegentlich der Form u­ lierung bedient.41345 Form von Unmittelbarkeit bereits implizit als die unendliche Reflexion in Anschlag gebracht w ar und nun von ihrer e x ­ pliziten Form unterschieden werden soll. d. 1 68 ff. Für Hegel ist das Denken der Differenz schon zugleich ein Dementieren der Eigenständigkeit ihrer Realität. ebensowenig dadurch. N u r darum kann Hegel sagen. so hebt sich die Reflexion gar nicht erst auf und verhindert also schon dadurch den Gedanken der Identität. 2. aber keineswegs schon ein Positives gesetzt. V gl. aber das Werden ist nicht w a h r .mit ihr die nidit-identische Reflexion.als der anschaubar daseienden Reflexion . Das Problem besteht in der Identifikation als solcher.. 17 2 ff. Wenn zutrifft. daß Identität und D ifferen z in ihrer Hegelschen Gleichung doch nicht gleiches Gewicht besitzen: Z w a r ist die W ahrheit nur im Werden.auf 40 Es gibt eine Reihe ähnlicher Formulierungen (etwa Enz. Wird jedoch umgekehrt das Irreflexive selbst als Reflexion behandelt. Bd. 41 D ie Formel verrät unfreiw illig. 2 4S . Ein Problem taucht ja bei Hegels Ansatz nicht auf. W ir zeigten es. die vermeintliche >Wahrheit< der gestrigen N a c h t sei heute mittag »schal geworden« (Phän. Hegel hat diese Schwierigkeit genau gesehen: um die Fugenlosigkeit im Gedanken der Identifikation des Denkens mit sich zu gewährleisten. . d aß die » W a h r ­ heit durch Aufschreiben nicht verlieren [k an n ]. (Das Sein denken. heißt sprechend: beweisen. h. ] . Reflexion kann sich zurück­ nehmen. I I . 4 o Dies Tilgen der Z e it* ! bzw . 2 5 /6 . daß w ir sie aufbewahren« (ebd. N o v a l is : »D enken ihm ent­ [ist] der Ausdruck . 146. des Nichtseyns« [I. 55 8 ).e.. I..t 1 7 2 / 1 und passim).. 8 1). R . nicht die Zeit tilgt« (Phän. Anders gesagt: Einheit von Unm ittelbarkeit und Reflexion könnte als solche nur für die Reflexion be­ stehen und höbe sich dadurch in ihrer Identität auf. »als er nicht seinen reinen Begriff erfaßt. 83])..erscheinen müsse. N r . hat die Geschichtlichkeit a u fg e h ö rt. daß der Geist »so lange in der Zeit« .). Damit ist sie suspendiert. der eigene O r t des Wahren zu sein .

wie Schelling sagt. daß Hegel sich um eine Lösung des spannungsvollen und heiklen V erhält­ nisses bemüht hat. sondern einfach als ein Faktum ausgegeben (vgl. so befindet man sich un­ versehens wieder auf der Ebene der Reflexion. [im Original gesperrt.der Reflexion beraubt indessen die »Ewigkeit« eines Zeugen. z . Damit erhärtet sich die anfängliche Vermutung. 570 ff. wie sie das »transcendente Seyn« (II. Z.00041345 der Ebene der Idee . $70). M. Aber gerade sie hat den Begriff noch außer sich: sie schaut ihr Anderssein als sich. Dialektische Umkehr oder Umkehrung der Dialektik? Einzelne Reflexionen auf die >Methode< zeigen. in die eine K ritik 246 . D er bestim­ menden Reflexion. F. B . Und läßt man diesen Zeugen zu.]) als ihre uneinholbare Voraussetzung anerkennt.). das dem G ang der >Sache selbst< entspreche. Damit sind die schlechten Alternativen. die in dieser >Krisis<. E r hat die Zirkelhaftigkeit seiner Philosophie auch nie geleugnet.in der Welt des erscheinenden Bewußtseins . sondern in welcher sie selbst den B e­ griff entwirft. ebenso analytisch wie synthetisch sein.der Zeit erwiesen. 12 7 . diese Dimen­ sion der Logik sei in einem ganz anderen Sinne unüberholbar. I I . A ° (die irreflexive Identität) aus ihrer Sphäre heraus­ werfen müßte und sich als >Einig-von-sich-Unterschiedenes< stets nur in dem Maße präsent wäre. 3. gewiß. Die M e ­ thode der dialektischen Philosophie müsse gleichermaßen prowie regressiv (L II. für den sie als Ew igkeit da ist. in welches sein System die Pole der U n ­ mittelbarkeit und der Wahrheit gegeneinander versetzt. unter dem sie antritt. D er Verzicht auf die ewige Einheit von Denken und Sein eröffnet der Vernunft das unendliche Feld einer prinzipiell unabschließbaren G e ­ schichte. Es wäre die Unüberholbarkeit der Reflexion und letztlich . als Hegel will. ohne es doch geradezu zu tilgen. in der ihre freie Initiative nicht vom Begriff als Schein entlarvt wird.

0). Es ist. als Abstrak­ tionen abgewiesen: Analytisch kann die Methode genannt werden. daß man sie (als sein »Jenseits«) in erneute Abhän­ gigkeit von dem bringt. sie ist synthetisch. die resultierende >Wahrheit< des Systems wieder dadurch hypothetisch zu machen. Rückblickend erweist sich darum auch der Anfang als »abgeleitet« (L II. weil sie von Anfang an im Element des Begriffs sich bewegt. mit anderen Worten. 568/9). der sein eigenes Identitätsmoment nicht setzen könnte und von der »schlechten Unendlichkeit gar nicht weit entfernt wäre. sich bereichert und sich als existent »erweist« . weil der Begriff sich anders w ird . entstünde. 247 . in welcher jede Modifikation vorherbestimmt w a r (L II. das sie als Schein gerade hinter sich gelassen hat. Hegel habe die Dialektik auf eine solche Bewegung reduzieren wollen? Dem widerspricht energisch seine These. nach A rt jener »ersten verkehrten Welt< (Phän. In dem Augenblick. ein »Kreis von Kreisen « ( L II. 567 und 570. Sie würde dann nämlich selbst dialektisch ge­ dacht.41345 vom T y p der Schellingschen sie verstricken will. Ihr gegenüber ließe sich das problematische Wechselbegründungsverhältnis von Unmittelbarkeit und Wahrheit keinen Augenblick lang rechtfertigen. »somit auch Wiederher­ stellung der ersten Unmittelbarkeit«. da das Resultat aufs neue zu einer fugen­ losen Identität gerinnt. 566/7).ein neuer und letztlich infiniter Regreß. der nun (retrospektiv) als »vermittelter«. die Wissenschaft sei wesent­ lich »System«. Soll man sagen.). welches das Gesetz ihrer Beziehung aus dem Grund ihrer Einheit begreift und regelt.> 1 2 1 f. hätte es nicht einen über die Relation hinausgreifenden Bestand in einem Prinzip.aller­ dings nur innerhalb der von der Analyse beschriebenen Sphä­ re. Denn einesteils ist die Bestimmtheit des Resultats die »Wahrheit« des unmittel­ baren Anfangs. 5 7 1 u. unmöglich. als der im wörtlichen Sinne >wahre Anfang< sich enthüllt (L II. Andererseits ist die Bestimmtheit des Resultats Selbst­ negation ihrer eigenen Bestimmtheit. muß sich jedoch der nach Bestimmung rufende Mangel des ersten Anfangs wiederauftun .

h . der Begriff Gottes noch nicht erschöpft« (ebd.. fällt sie selbst in dessen Sphäre. dahinge­ gen das Gesetz dieser Dialektik so wenig selbst dialektisch sein darf. fügt er hinzu.00041345 und 25 u. .42 . II. aber: sie würde selbst als Moment einer sich noch nicht vollkom ­ men durchsichtigen dialektischen Bewegung gefaßt. auf überraschende Weise einge­ schränkt: Eben w eil die Dialektik (im Gegensatz der »Speku­ lation«) nur die »immanente« Negation des Endlichen ist. II. bei dem bloß nega­ tiven Resultat der Dialektik [auch] nicht stehen«. wie Hegel sagt. Enz . kraft dessen das Selbständige (das eigentliche Sub- 248 . vgl. ist »die Tiefe des göttlichen Wesens. die nicht mehr nur Beziehungspunkt ist (Enz. L. . G ew iß kann man die »Wahr­ heit«. 23 o. Anders gesagt: das Phänomen der Dialektik. 158) oder. sondern durchschaut es als eine >Abstraktion< (Enz. daß das Endliche nur w ahr sei »durch sein zu-Grunde-Gehen« (I. die noch nicht zur »positiven« Einheit gefunden h at. auch so wenden. 17 2 /3 und /. worin die Einseitigkeit und Beschränktheit der Verstandesbe­ stimmungen sich als das. 176. das A n fang und Ende aufein­ ander bezieht. 3 1. D . dessen Wahrheit über die Dialektik hinausgeht. Alles Endliche ist dies. S. bedarf zu seiner eigenen Begründung eines Prinzips. 175). sein »zu Gericht gehen« vor dem »Ewigen« (Enz.). I. 1 5 7 / 8 ) . 1 0 .).In diesem 42 Diese »positive Identität« ist also nicht länger eine Funktion des d ia le k ­ tischen »Widerspruchs«. »Die Dialektik dagegen ist [nur] dies immanente Hinausgehen. in der seine Schüler die Seele seines Philosophierens verkörpert fanden.e. was sie ist.0). In seinen letzten Lebensjahren hat Hegel die Tragweite jener Dialektik. Aber mit dieser Bestimmung. I. als welche sich das unbewegte übersinnliche Gesetz gegenüber dem Wandel der Erscheinungen erwies.). Darum »bleibt die Philosophie .). wie jene »Tilgung der Zeit< von einem ihrer eige­ nen Momente (in der Mythologie ist dies gewöhnlich die Z u ­ kunft) erwartet werden d arf (Enz. sich selbst auf/zuheben« in die wahre Unendlichkeit. § 81. 50 o. 1. nämlich als Negation darstellt. »daß in das Letzte alles als in seinen G ru n d /1 ingehe« ( 1 .

I. »auf dem K o p f zu gehen« ( Phän . [ I . Hegelsche D ialektik . mit Fremdartigem.) selbst prozeßlos«). N r . J ) . der endlich »einen Punkt erreicht (. . 10. S. das nur für es und als ein anderes ist. nur ist in der Beziehung auf das Unselbständige. daß der A n fang schon als solcher ein Abgeleitetes sei« (L II. 1 6 1 . welches »in einer zeit­ lichen Bewegung es [bloß] nicht antizipieren [kann]. Indem sidi die gesamte Bewegung des Zusichkommens als ein bloßer »Schein« enthüllt (vgl. . bemerkt A . die aus der Perspektive des Individuums die völlig grundlose A n ­ mutung einschließt.) den Kreis des Dialektischen schließt..).e. kann der Ausgang bei der scheinbar »unbe­ stimmten Unmittelbarkeit« als bloße Augentäuschung des em­ pirischen Bewußtseins erklärt werden. Enz. und wird zur Verkehrung der Verkehrung. $5. der Enz .41345 Augenblick verkehrt sich jene erste »verkehrte Welt<. 570). auf welchem er seinen Schein ablegt. 249 . 156.e. 25 u. 0 ) . oder wo die Erscheinung seinem jekt). Bd. . sondern (. H ätte Hegel diese Einsicht in allen Konsequenzen verfolgt. den § 472 der ersten Aufl.. erweist sich die auf Differenz unbe­ zügliche Identität als der positive G rund sowohl wie Schlußstein des S y ­ stems (vgl. aber es ist nicht T eil des Prozesses. was es ist. . 1 1 . Und nun zeigt sidi definitiv »die an und für sidi seiende Welt [als] die verkehrte der erschei­ nenden« ( £ . 43 N o v a lis.. »läßt sich also nicht auf das G a n z e anwcndcn« (A . denn der immanente Ostrazismus des Endlichen43 w ird ja nun selbst aufgehoben. »D ie­ ses »Insofern««. 5 1 : »Das Allgemeine ( . Damit gewinnt aber unversehens auch Hegels Rede von der resultierenden »Existenz« einen neuen Sinn: die Bewegung des Bewußtseins zu seiner Selbsterkenntnis kann dann nämlich als Prozeß sukzessiver Des-illusionierung beschrieben werden. Wenn aber erst diese widerspruchslose »völlige >Sichselbstgleidjheit<« (ebd. 2. nicht im Prozesse.. I. . . Sarlemijn genau in diesem Sinne. 395. Freilich gehört zur aufgehobenen E r ­ scheinung diesmal auch die (phänomenologische) Dialektik mit hinzu. behaftet zu sein. 103). sie hätte sein System von Grund auf revolutioniert. ) lebt nur als Prozeß . in der das Wahre sidi manifestieren kann.). I I .

D. 27 fr. eröffnet eben dadurch eine (zwar nur ne­ gative) Beziehung zur »wahren Existenz« (ebd. D am it ist Hegels Rede von der >Tilgung< der Zeit im letzten Gedanken des Systems noch nicht legitimiert. denn sonst hätte diese Philosophie nicht ent­ stehen können« (I. Z . K u r z .00041345 Wesen gleich wird« und mit ihm »zusammenfällt« (Phän. Kleist und Kafka. V gl. In: Geist und Zeichen . Festschrift für Arthur Henkel. »Im ersten Entstehen«. dessen Selbsterkenntnis nicht in der Dementierung jener als des fü r sich wesenlosen Scheins. 5 57/8).. Unglücklicherweise kleidet die Phänomenologie diese Beobachtung in eine Formulierung.). 1 1 5 . die das »in der Wirklichkeit« von dem »in dem Begriffe« Stattfindenden unterscheidet (I.e. »mußte dieses Bewußtseyn vorhanden seyn. Pfaff. 10. daß er Konsequenzen für eine Neubestimmung dessen. F r a n k / G .97 - 250 . sondern in der Durchleuchtung der eigenen »Ver­ k e h r th e it und Nachträglichkeit gegenüber dem »im Grunde« ersten sich vollendet. äußert sich Schelling zu dieser Konse­ quenz des Hegelsdien Systems. Die Reflexion. Heidelberg 1977» 75. N r .. 557).. 156). 75). Hölderlin . von der abschließenden »Begriffsgestalt desselben« (Phän. Gajek. von H.). I. 2.44 Hegel hat seine E in ­ sicht auch nicht derart radikalisiert. hg. »für« welches der unmittelbare Inhalt der Vernunft. dazu: M. was er die »positive Identi­ 44 N o v a lis hat schon im Ja h r e 1795 das »im Bewußtseyn « sich darstellende von dem »im G runde• stattfindenden Verhältnis des Seins und der R e ­ flexion unterschieden und jenes als dessen genaues »Gegentheil« durchschaut (Schriften. und verstrickt sich dadurch in den >ordo inversus< der Reflexion. B.e. Bd. der auch die Terminologie Schellings während der identitätsphilosophi­ schen Phase zweideutig werden ließ. 18 . aber Schelling erkennt ihr M otiv als be­ rechtigt an: denn Hegel unterscheidet implizit das erschei­ nende Bewußtsein. Anders als bei Hegel behält bei ihm aber — »ordinc inverso« — die Wirklichkeit gegenüber dem Begriff recht. in welcher die selbstbewußte Totalität als der eigentliche Anfang sich ausnimmt. Anton. die ihre Gegenstände insgesamt als nicht­ seiend durchschaut. >Ordo inversusu Zu einer R e­ flexionsfigur hei Novalis ..

gewinnt Hegels Formulierung. Schelling verweist auch a u f Formulierungen der R e­ ligionsphilosophie.4 3 1 ) .in ihren »Grund« . und Schelling hat ihn zustimmend zitiert.3 . und pas­ sim). I. daß die selbstbezügliche N egativität die ursprüngliche und positive Bedeutung des Seins nicht »wiederherstellen« könne. 176 f.t 17 9 . Für die Bestimmung des Prinzips hat seine Befürch­ tung. Implicite ist damit aber der romantisdie A nsatz. 59). die in vielen Rücksichten an Schelling sidi annähert. F. Der die Logik einleitende Essay >Womit muß der A nfang der Wissenschaft gemacht Wer­ dern deutet in diese Richtung.45 Wenn der A n fang beim Unmittelbaren nur scheinbar der wahre A nfang ist. (»Widerspruch« und >Grund<). R .. durchaus an Hölderlins oder Fr. als daß sie . 46 Von mir kursiv (M. M . Das Problem >Zeit <. sind schwerlich anders zu verstehen. keine Folgen gehabt. B. * 5* .wie Friedrich Schlegels Zeittheorie das getan hatte . einen unerwartet neuen Sinn. gezogen hätte (vgl. . der als die konkrete und letzte höchste Wahrheit alles Seins sich ergibt.d. Schlegels Begriff der »Erinnerung« an: Satze wie dieser: »Es ist die Wahrheit der Zeit. . während der Überarbeitung des ersten Teils der Logik . ins R ed it gesetzt. I. daß nicht die Zukunft.das Sein zur Wahrheit der Reflexion machen (vgl.ordine inverso oder >in W irklichkeit . /. 14 u. I I . im K on text.zur Schöpfung einer 45 V gl. Der Krebsgang der Vernunft in ihr Inneres . io . 1 $6 ff.als freie Initiative des Inneren zur Welt.zurück enthüllt sich dann . als am Ende der Entwicklung sich mit Freiheit entäußernd und sich zur Gestalt eines unmittelbaren Seins entlassend. 7 0 / 1 und 4 2 9 . als vermittelte »Rückkehr« zum »Ausgangspunkt« - beschreibt. dicht vor seinem Tode. sondern die Vergangenheit das Ziel ist« (Enz. F ra n k . 47 Z . Enz .).. L I I . Wohl aber hat er sich. I. I. der Begriff gehe beim Übergang vom Sein zur Reflexion eigentlich »in sich zurück«* 6 oder als »Erinnerung« in sein »Inneres« ein4 7. Es heißt dort: »So wird noch mehr der absolute Geist. 64 ff. den Hegel kritisiert.41345 tät< genannt hat..e. einem Grundge­ danken des späten Schelling geöffnet. indem er die Bewegung des Dialektischen als »Kreisbewegung« .e. ü 8 m .Übrigens knüpft H egel. erkannt. 1 8 1 u . h.

»w ar im A n fa n g nicht verlassen von dem B ew u ß tseyn der N e g a t iv it ä t dieses Endes. 157) und aus einer gewissen Skepsis gegen die M ö g ­ lichkeit motiviert schien. 1 0 . daß Hegel diese »Umkehrung« doch nur für ein strikt logisches Problem hielt. sondern der nachfolgenden Naturphilosophie zuzudenken scheint. »Prinzip« und »Grund« bezeichnen ein der Realität nach erstes. io. zu einer 48 » A u d i H egel«. den Keim einer R e v i­ sion. wie es überhaupt der a n d rin ­ genden Macht des Positiven. was in die Ent­ wicklung. Dennoch macht der K o n text deutlich. die Befriedigung in dieser Philosophie v e r ­ langte. dem Identitätssystem das Bewußtseyn seiner N e g a t i v i t ä t zu entziehen« (I. daß an ihn nicht oder nicht in erster Linie gedacht ist. 70. die in Richtung auf eine »positive Philosophie< zielte (I. fiel und das durch diese umgekehrte Stellung mit seinem Anfang in ein von dem Re­ sultate als dem Prinzip Abhängiges verwandelt wird« (L I. zu dem Ursprünglichen und Wahrhaften ist. 70. von dem das. w ie wir zu sehen Gelegenheit hatten. 156). und auch davon. abhängt und in der T a t hervorgebracht wird« (L I. schreibt er. die jenem Resultate vorangegangen. welche alles das enthält. daß nur der >Grund< wahrhaft >sei< und von seinem Sein der Schein des Anfangs abhänge. H ier ist eindeutig die Rede von einer Umkehrung der logischen D ialektik selbst. Diesen Übergang hat Hegel.. indem sie die Verkehrung der Ohnmacht des Resultats in die freie T at des Prinzips nicht der Logik selbst. und er hat seinen Spott über die krude Vorstellung.>).00041345 Welt sich entschließend. daß es eine wesentliche Betrach­ tung ist — die sich innerhalb der Logik selbst näher ergeben w ird daß das Vorwärtsgehen ein Rückgang in den G rund . 1 5 9 / 6 0 ) . *$2 . 2). die »Negativität« zu verabsolu­ tieren. nur allmählich gelang. Ohne Zw eifel hat diese Wendung aus Schellings Perspektive etwas Zaghaftes und Ungefähres ( 1 . Ein unserm Zitat vorangehender Passus lautet: »Man muß zugeben. an seinem Ort in der T a t mit ähnlichen Worten dargestellt.48 G ew iß ist ihm nicht entgangen. Wie dem auch sei: Schelling sah in dieser Wendung. wom it der A n fang gemacht wurde. die ihm erst nach Hegels T od bekannt wurde. 10.

der G eist die N a t u r .50 Aber >Umkehr< ist kein rein logisches Problem. .. . . Bd. ( . so daß »durch diese Umkehrung ( .e. Möglicherweise hat Feuerbach von Schellings Vorlesung Kenntnis gehabt. ) der Mensch als ( . io.e.51 Natürlich bemüht sich dieser Passus. . . 17 3 ). 51 V gl. *53 . U m ­ kehrung kann nicht vom Denken ausgehen. während es sich hier um etwas außer der Nothwendigkeit Liegendes.Nichtsein N o v a l i s : »Handeln ist der Ausdruck/die Äußerung/des Seyns. . gebiert der Sohn die Mutter. . Wir werden d a ra u f zurückkommen.3). 19). 50 M a rx hat den U lk wiederholt: »In Hegels Geschichtsphilosophie... zu dem Verhältnis von H andeln . vgl. ) wirklich über sich selbst hinaus und treibt zur U m kehr. der 1841 Vergleichbares aus Schellings Mund gehört hat. 146. das Resultat den A n fa n g « (MEW 2. Das Wesen der Religion .e. die christliche Religion das Heidentum.) Letzten der rationalen Philosophie ist nichts anzufangen. . Ges. des Ichs. Immer noch schimmert hinter ihrer philosophisch zugerichteten Bedeutung der ursprüngliche Sinn von >Revolution< hindurch und erklärt das Pathos in Schellings Polemik. der O r ­ ganismus überhaupt als/Ursache der unorganischen N a tu r er­ scheinen u. 23 (N r. Z . W erke . einer H a n d lu n g oder gar einer T h at weiß das reine Denken nidits.Als Vermittler kommt auch Engels in Frage. 565). der R e a l i ­ tät. ) hervorbringende Ursache der Thierwelt. 9. I.41345 praktischen * Schöpfung * bedürfe es nicht mehr. (. 49 L u d w ig Feuerbach. die man hinaufgestiegen ist« (I.2. um etwas Gewolltes handelt« (II. 178.) Die Vernunftwissenschaft führt ( . Bd. Denken der Ausdruck/die Außerung/des Nichtseyns« ( Schrif­ ten . . 153). ebd. . »als dieselben Stufen wieder herabzusteigen. 3. » D ie . Dazu bedarf es vielmehr eines praktischen Antriebs..s. . 1.w. schreibt er. das T h ier­ reich als hervorbringende Ursache des Pflanzenreichs. diese selbst kann aber doch nicht vom Denken ausgehen. Eine andere Stelle bei Schelling: »Von einem Entschluß.« (I. 1 58).Sein und Denken . im Denken aber ist nichts P r a k ­ tisches. 158/9). .). wie in seiner Naturphilosophie. . 10. »In der Logik«. . 12. ) M it dem (. 2. und hat es nur mit dem Nothwendigen zu thun. der Begriff ist nur contemplativ. I. über F e u e rb a c h * 9 an K a r l M a rx weitergegeben. 24 ff. in welchem alles mit N othw endigkeit sich entwickelt« ( I I . »liegt nichts Weltveränderndes« (I.

). die »selbst auch etwas der A rt [wie die positive Philosophie] w ollten « (II. 2 S4 . Plitt III. d. kann in der Folge eine dialektische B e ­ wegung Realität erwerben. die »in einem steten F o rt­ gange. Ihnen. die noch etwas anders als die Auflösung einer bestimmten Kategorie in die >schrankenlose Allgem ein­ heit des Selbstbewußtseins< sein will« (M EW 2. h. Erst wenn die außerlogische Wirklichkeit des Prinzips gesichert ist. 2)* gib* er zu be­ denken. und gegen eine Theorie. z. die M arx unter dem Titel der »kritischen Kritik< ganz ähnlich wie Schelling verspottet hat: »Die spekulative m ysti­ sche Identität von Sein und D enken «. Indem es den logisdien C harakter des Hegelschen Systems dem Außerlogischen der Praxis überhaupt entgegen­ stellt. Offensichtlich will Schelling mit solchen Überlegungen gerade bei der Hegelschen Linken Interesse für seine >positive P h i­ losophie« erregen. Darum muß ihr Insistieren auf der kritischen Veränderung letztlich zur bloßen Bewußtseinskritik verküm ­ mern.) von der Negation zur Position durchzustoßen hofften. 90 ff. sucht es die Junghegelianer selbst einer Inkonsequenz zu überführen. eine Philosophie der wirklichen Praxis auf den Fundamenten eines durch und durch logisdien Systems zu errichten. B. 3. 165/6. 184/5. die darin besteht. 90. 3. für deren geistigen Vater Schelling im Grunde seines Herzens sich immer gehalten hat (vgl. die noch etwas anders als Theorie. D aher ihr Ä rger gegen eine Praxis. daß es unmöglich sei. >positiv< fundierte D ialektik könnte gewiß sein. Aber sein Programm erschöpft sich'nicht in einer rhetorischen Geste zugunsten eines kritischen A k tio ­ nismus. 3). 204. Anders gesagt: erst eine material. den Reduktionen der Hegelschen Logik zu entrinnen. ohne Unterbrechung und ohne alle Umkehrung« (ebd. daß sie am Hegelsdien S y ­ stem festhalten. schreibt er. ja daß sie. in einem schweren Mißverständnis gegenüber der methodischen Grundeinsicht eines nur auf Gedanken gegründeten Systems sich befänden.00041345 die junghegelianischen »Philosophen der Tat< anzusprechen. »wiederholt sich daher in der K ritik [der Junghegelianer] als die gleich mystische Identität von Praxis und Theorie .

weil sie allein die Fessel des idealistischen Denkens sprengt und der Marxsche Ansatz. daß . hatte Ludw ig Feuerbach den nachhaltigsten Einfluß auf das Denken von M a rx und Engels. das weder von M a rx noch von Engels. suchte sie den Hegelsdien Idealismus selbst zu treffen. dessen K ritik nicht mehr nur auf immanente Korrektur des grundsätzlich anerkannten >Systems< abzielte. sowohl der. N a tü r­ lich kommt innerhalb einer solchen Darstellung. durch welchen sich Feuerbach vom Hegelschen Idealismus absetzt. die er aus ihm zu ziehen unterläßt. sondern auch deshalb. die grundsätzliche methodische Einsichten seines Philosophierens für unaufgebbar hielten. sondern Konsequenzen. weil M arx seinen Einwand gegen die Ungeschichtlichkeit einer bloß naturali­ stisch fundierten Anthropologie zum Teil wieder mit A rgu ­ menten bestreitet. E r w ar der erste unter den Vertretern der sogenannten Hegelsdien Linken. Feuerbachs Grundlegung des M a ­ terialismus ein vordringliches Interesse zu: nicht nur. die auf Einsichten der idealistischen D ialek­ tik zurückgreifen. sie zu­ gleich voraussetzt. radikaler im Ansatz. mit denen Feuerbach den Idealismus bekämpfte. lassen sich als Kapitel der ungeschriebenen Wirkungsgeschichte Schellingschen Denkens im 19. haben dem Materialismus der Marxisten zu einem N iveau der Reflexion verholfen. Jahrhundert darstellen. Die Argumente. übertroffen w or­ den ist. ihn aufzu­ heben im A k t seiner totalen Verwirklichung. indem er darüber hinausgeht. Beide Argumentationsgänge. die w ir im folgenden versuchen wollen.VI Ludwig Feuerbach — Vom Primat des Unmittelbaren Unter jenen Kritikern Hegels. Uns muß daher zuerst an dem Nachweis gelegen sein. durch welchen M arx diesen Ansatz seinerseits überschreitet. Deren K ritik an seiner Position betrifft denn auch keineswegs seinen erkenntnistheoretischen Ansatz. wie derjenige. die zunächst vollkommen an Feuerbach sich anschlossen.

: K ritik ).1 Wird sie als vollständig gedacht. so argumentiert Feuerbach. Eine Diskussion der frühesten systematischen Abrechnung Feuerbachs mit der Hegelschen Philosophie ist für unsere A b ­ sicht heuristisch besonders geeignet. K arl Löwith zum 70. I. ihre Unangemessenheit ans Wesen (2 1). 45o)* 256 . B d . Berlin. 20 f. I n : N atur und Geschichte. das die Wirklichkeit zur Wirklichkeit macht: ihre Geschichtlichkeit. an K a r l Däub. da sie zugleich mit Schel­ ling auf einen D ialog sidi einläßt und unserer Suche nach Belegen für Feuerbachs Schellingrezeption einen Leitfaden an die H and gibt. den »Untergang der W elt« 2 .e. in welchem Feuerbach begeistert »den Untergang der Welt« als »den ersten A n fa n g aller Philosophie« begrüßt (L.. M ainz 1967. Stuttgart.). K ö ln . Gesammelte W erke. (zit. I. Wird unterstellt. 25 u. so denkt man »ein absolutes Wunder«. 20 (Zitate aus dieser Schrift werden bis a u f weiteres durch cingcklammcrte Zahlen im laufenden T e x t belegt). so ist mit der erfolgreichen Arretierung der Zeit und der damit verbundenen Aufhebung der be­ stimmten zeitlichen Verwurzelung (»Voraussetzung *) die 1 L u d w ig Feuerbach. Geburtstag. denn man denkt die Aufhebung desjenigen Prinzips. Zur K ritik der Hegelschen Philosophie (1839) Hegels Philosophie. sieht eine » In ­ karnation« der Idee in der raum-zeitlich beschränkten W irk ­ lichkeit v o r. von C a r lo Ascheri.e. 9..00041345 Argumente von Schellings Auseinandersetzung mit Hegel in dem von M a rx und Engels übernommenen Feuerbadischen Ansatz wiederzufinden sind. F. Berlin Ende 18 2 4 . Z u r K ritik der Hegelschen Philosophie . daß im resultierenden A k t der absoluten Selbsterkenntnis W e­ sen und Wirklichkeit fugenlos koinzidieren und die Vernunft die Sphäre ihrer zeitlichen Erstreckung restlos in sich zurück­ holt (vgl. Wie sehr dieser Ansatz zu einer K r it ik des Hegelschen Inkarnationsgedan­ kens zumal Selbstkritik des früheren Hegelianers ist. zeigt ein Brief aus dem Ja h re 1824. hg. 2 K ritik. ihr Sein außer der Idee.

Abschied von »dem Sein selbst. I. Vorläufige Thesen zur Reformation der Philosophie . Mit dieser Supposition erweist sie sich aber als Nachfolgerin der Fichteschen Wissen­ schaftslehre. d. und beginnt statt dessen mit »dem Begriffe des Seins« (23). dem wirklichen Sein« (23).: Thesen]). eben w eil sie .[ Z i t .. gar nicht nicht-zudenkenden Inhalt der Vernunft (23/4). Tatsächlich nimmt Hegels Negation jeder außerlogischen Voraussetzung der als Unter­ werfung alles Partikulären unter die Einheit des Systems ge­ dachten Wissenschaft (25) mit dem ersten Schritt. . zollt in Gestalt einer ebenso absichtslosen wie folgenreichen Voraussetzung ihren Tribut an die mißach­ tete Geschichte: Hegels Phänomenologie widerspricht ihrem eigenen Programm und hört auf. ja weil sie die Voraussetzung als solche nur statuieren konnte auf der Basis ursprünglicher Bekanntschaft mit ihrem vollen Begriff. h.Realität und Individualität3 einer so sich verstehenden Phi­ losophie in Zweifel gestellt (2 2/3). mit dem unmittelbaren. im Zugeständnis einer Voraussetzung nicht wirklich aus ihrer Sphäre herauszutreten. ein Lernprozeß der Vernunft zu sein. die beim Allerleersten fühlt nicht stehenbleiben zu können und so bis zur Einlösung ihrer konkreten Totalität sich weitertreibt. N un ist die N otw en ­ digkeit eines Gedankens offensichtlich nicht ohne weiteres ab­ hängig von dem zufälligen raum-zeitlichen Kontext. die als sein Inhalt sich affirmiert. und zw ar keineswegs nur in einem logisdien Sinn (den sie selbst anerkennt).jeder >Erfahrung< zuvor . Aber gerade dieses Argument. in dem er sich aufdrängt: An seiner Voraussetzungslosigkeit zweifeln hieße mithin: an der Vernunft zu zweifeln.ihrer Wahrheit schon gewiß w ar.e. sondern als empirischer Reflex einer 3 »Entwicklung ohne Z eit ist soviel als Entwicklung ohne Entwicklung* (Feuerbach. w eil sie sicher sein konn­ te. daß die Vernunft als notwendiger »Kreislauf« in sich selbst zurück­ führt und darum »schon vorher des Ausgangs (ihrer) Sache gewiß« (24) ist. das die Voraus­ setzungslosigkeit des »Gangs der Wissenschaft« (24) in der Unabweisbarkeit der Wahrheit zu garantieren sucht. h. den sie tut. d. Bd* 9» *53.

00041345 ganz bestimmten zeitgeschichtlichen Konstellation. ist er v o r jenem Rückfall hinter sich selbst geschützt. nur wenn er mit seiner Darstellung gleichen Schritt hält. indem sie sich als das erste und letzte. Diese Bekanntschaft schließt aber eine relative Indifferenz der Idee gegenüber der Reflexion ein. während die Idee ihre reale Vermittlung.»nimmt ja selbst ihren Vermittlungsprozeß zurück. G e w iß steht Feuerbach zu wesentlichen Einsichten der H egel­ schen Fichtekritik: Der reine Gedanke hat sich wirklich und zeitlich vor seinen eigenen Augen darzustellen (25).). um die abstrakte Unbestimmtheit seines Anfangs in die für ihn selbst und für andere sichtbare Fülle seines Wesens zu entwickeln. der w ie bei Fichte . faßt den Prozeß in sich zusammen . als das eine und alle zeigt« (26). Uber dem Prozeß der Repräsentation muß dieser Inhalt dem Darstellenden (der Reflexion) infolge einer notwendigen A b ­ straktion als das.nur scheinbar voran-. daß sie nur au f­ grund ihrer vorreflexiven Bekanntschaft mit der Unm ittel­ barkeit der Idee überhaupt in Gang kam. denn die Darstellung (Vermittlung) hat ihr Material sowohl wie ihren K om paß an der Unm ittel­ barkeit der Idee. Indessen ist jede Darstellung intern auf ihr Darzustellendes bezogen.wenn die Darstellung ihren Inhalt erschöpft hat .durch eine weitere Umkehrung korrigiert werden: »Die absolute Idee« . in Wahrheit in sich zurück­ schreitend (25) . hebt die Realität der Darstellung auf. 258 . G e w iß enthüllt sie sich in letzter Instanz als die mit ihrer Reflexion identifizierte (von ihr also keineswegs losgelöste) Unm ittelbar­ keit: doch ist von der Reflexion zu sagen. ihre »extensive Existenz« (26) wieder aufheben muß. Mit anderen Worten: Die wieder unmittelbar gewordene Idee erweist sich am Schluß a u f eine nicht umkehrbare Weise als gegenüber ihrer D arstel­ lung wesentlich (33 ff. was er an sich selbst ist (Undargestelltes). die über ihr Selbstverständnis hinausragt. die im nachhinein gleichsam laut ausspricht.das Sein vom Sollen (24/5) trennt. aus dem Blick geraten (»Ich setze das Darzustellende als nicht seiend« [25]). Diese Inversion muß dann aber am Schluß .

so daß das betrachtende Bewußtsein seiner selbst um so sicherer ist.innerhalb des Denkens « (I. weil die Konzeption der Identität von Subjekt und O b je k t das G an ze tragt. »ist die A u fh ebu n g des Widerspruchs von Denken und Sein (. Statt aber die Einheit der Unmittelbarkeit in ihrer ersten mit der in ihrer letzten Bedeutung bewiesen zu haben. »kann sich nicht wie Hegel auf das »reine Zusehen« verlassen. ihren Vorgängerinnen zur Lehre. wohlgem erkt. . daß sie die Brücke zwischen dem »in sich selbst eingeschlossenen 4 Eine neue philosophische Methode. w ar die Hegelsche Philosophie. nämlich der relativen Unselbständigkeit des unmittelbaren Anfangs gegenüber der Vermittlung (Bestimmung). nur innerhalb des Widerspruchs . heißt es in den Thesen . 5 »Die Hegelsche Philosophie«.e. sondern diese an jener ihre Wahrheit schon hatte.. hat sie nur die Einheit der Darstellung und der Selbstaufhe­ bung eben dieser Darstellung (im eigenen Medium) hergelei­ tet. 33). D ie Voraussetzung. aber. besteht also in der Supposition eines transreflexiv Unmittelbaren und der gleichzeitigen Reduktion dieses Unmittelbaren au f die V e r ­ mittlung. erwiesen. 2 $7). U n d für den Beweis des genauen Gegenteils. die als Unmittelbarkeit in Anschlag gebrachte V e r ­ mittlung bestätigt im Resultat die Vernünftigkeit dieser V o r ­ aussetzung. welches nicht Vernunft. Ein echter Fortschritt der Erfahrung findet nicht statt. . . je vollkommener es im Gegenstand untergeht« (Philosophie der neuen Musik .). Sie ist »daher (. 1958-. auf den Plan getreten. . auf die sie sich unbewußt stützt.4 Aber nun zeigt sich wider Willen. das die Wahrheit einzig darum verspricht.w as ihr schon anfangs bewußt w a r: Die Idee tritt ihren Selbstbeweis in der und durch die Reflexion nur unter der Voraussetzung eines ihrem Beweis zuvorgekommenen Selbst­ bewußtseins an. Anders gesagt: sie hat die vorausgesetzte Einheit der Vernunft mit sich selbst. . welches echter Gegensatz der Vernunft ist.) (nur) eine V e r ­ mittlung des Gedankens in und für den Gedanken selbst« (28 ). sagt A dorno.innerhalb des einen Elementes . nicht aber deren Einheit mit einem Sein. daß nicht die Unmittelbarkeit an der Vermittlung ihre Wahrheit haben w ird. F ra n k fu r t/ M .5 Von einer reellen Vermittlung erwartet man aber.

. selbst »absolute Form« ist (eine wirkliche Differenz der R elata träte erst auf. daß der S a tz : >Das Absolute (A) vermittelt sich (A*) mit seiner F orm (B. seinem Anderssein). denn es setzt das mittelbare. so läßt sich Schellings P o si­ tion so differenzieren: >Das Absolute (A) vermittelt sich (A*) in der Form (B). weiterhin Pos. Statt dessen aber »macht (H e­ gel) (. .) die Form zum Wesen« (3 3 ). wenn diese ins absolute Wesen sich aufhebt. . Sobald ihr Ziel erreicht ist.7 Seine Absicht ist. 426 f. negiert die Form und w ird konkretes A b s o ­ lutum ( A = B)< für beide Systemtypen gilt. . Diese Unterscheidung trifft Schelling . beschränkt und v e r ­ derbt den Geist. 10. einen Zuschauer? Aber w o ist dieser? A m Ende soll sie sich doch nur für den Philosophen bewähren« (I. 29). sich zu durch­ schauen und zurückzunehmen. . . Jedes System ist nur Ausdruck . formale Denken an die Stelle des unmittelbaren. sagt Feuerbach. alle Demonstra­ tion«. in den Stuttgarter Privatvorlesungen von 1810 ( 1 . erläutert Feuerbach. seiner Darstellung - sie ist nicht es selbst. Jedes System. hätte sie als eine wenn auch unabdingbare Form. sie artikuliert die vordem v e r ­ schlossene Identität als Sichselbstgleichsein. welches sie (.) zu ihrem Endzweck den Erkenntnisakt des ändern« (I.).hierin Fichteaner - explizit z. . »hat nur und kann nur haben die Bedeutung eines Mittels. ein »Dw« (I. 7 » Je d e Darstellung der Philosophie«. materialen Denkens« (I.e. als bloßes Medium der Darstellung. . daß sie im Andersseyn nicht untergehen w ird (. 1 5 3 . 7 . aber diese ist die Position von jenem. . die Unmittelbarkeit des Seins vollständig aus dem immanenten 6 Dieser Ausdruck meint ebensowohl ein Ansdiauungsobjekt wie einen Su b jekt-A n d eren . In diesem Punkt trifft sich Feuerbachs methodische K r it ik an Hegels P h i­ losophieren mit dem Selbstverständnis des Schellingschen.t 34 I I / 196 [ = 3 2 / 1 1 5 0 ] !) . D ie Form ist bloß Medium seiner Reflexion. nur B ild der Vernunft.) von sich unterscheidet und sich gegenübersetzt.) durch die Abhebung des »Wesens an sich« (A) von dem »Wesen in der Form «: Beide treten nur zusammen a u f . »Alle Darstellung.e. P h . den K o n tex t. daß die reflexive Beziehung eine absolut identische SW^Jfbeziehung nur sein kann.00041345 Denken« und seinem »Anderen« (z*))6 schlage. welches nicht als bloßes Mittel erkannt und angeeignet w ird.. w o von der E i n ­ gebundenheit beider ins absolute Wesen abgesehen würde). . d h.e. »hat ihrer ursprünglichen Bestimmung zufolge (. bes. freilich in der Weise. B.. 32). . ) für wen soll sich die Idee [durch ihre Darstellung in der Wirklichkeit] bewähren? Für sich selbst? A ber sie ist die ihrer selbst sichere und gewisse und weiß voraus. Also hätte sie sich zu bewähren für einen Dritten. 4 2 1 ff. N u r so kann aber Rechenschaft abgelegt werden über den Gebrauch der R eflexivpron o- 260 . vgl.. h. daher nur Objekt für die Vernunft. 32). G e h t man d avon aus. G anz ähnlich hatte Schelling gegen Hegel argumentiert: » ( . d. ursprünglichen.

Die Hegelsche Reflexion »ver­ stellt« sich mithin: »Sie tut nur so. damit Vermittlung sein könne. die Reflexion als »bloßes Mittel« zur Darstellung eines seinem eigenen Begriff nach Undarstellbaren (nicht als »Selbstzweck«) zu behan­ deln (I. sie spielt« (ebd. den Schelling damit verbinden konnte. des abstrakten Begriffs« vgl. Über Spiritualismus und Materialismus . 42 ff. Ein solches Argument trifft übrigens noch den geheimen Idealismus der modernen Hermeneutik und Sprachphilosophie. Wirkliche Unmittelbarkeit kenne Hegels Philosophie gar nicht. I. daß B. 424). cs sei das Absolute selbst (A ). aber es ist nicht ihr Ernst. - die Vermittlung selbst zum Inhalt des Absoluten (»das Absolute selbst ist die Vermittlung von A und B<).A nders: Um sagen zu können. sten. zumal die Unselbständigkeit der sie beweisenden Form ans Licht kommt (40). Denn was sie für eine Leistung der v e r­ mittelnden Reflexion (also für die relative Abhängigkeit der 1.Funktionieren der Vermittlung zu erklären (33. I. a u f den Fetisch Sprache reduzieren (vgl. von der z. 406-440) hat in einer luciden A nalyse den Sinn verteidigt.).e. 8 Zur Kritik an Hegels Verwendung des Begriffs der Unmittelbarkeit als einer bloß anstrakten »Eigenschaft«. und z w a r als eine nicht selbst vermittelte (reflexive oder negative) Größe. das sich in seiner Form (seinem Spiegelbild) darstellend entfremdet und durch »Reflexionsnegation« aus der Macht man hingegen - wie Hegel - Entfrem dung zurückgewinnt. muß es sich schon als Absolutum ansetzcn. ihre N otw end igkeit zu erk lären ). I. . In: N atur und Geschichte .Unmittelbarkeit)8 ausgibt. 261 . um als die Wahrheit von A zu durchdringen. K r itik . daß. W olfgang Wieland ( Die Anfänge der Philosophie Schellings und die Frage nach der Natur. 151. das Unmittelbare schon vorausgesetzt werden müsse.e.vermittelten .).. B d .e. eines »Moments des Allervermittelt- Feuerbach.. eine prä-form ale Kenntnis von A sich zu seiner V o r a u s ­ setzung haben und die für sich gesetzte Form a u f diese Weise sich als jenem gegenüber unwesentlich erfahren müßte. Feuerbach steht in dieser Streitfrage sachlich a u f Schellings Seite. die das Sein ihrer G e g e n ­ stände auf das fetischisiertc historische Bewußtsein bzw. Feuerbach. Z. das sich (A*) mit der Form (B) vermittelt. als daß in dem Maße. Beide denken nicht daran. mina in dem S a tz: »Das Absolute vermittelt sich in der Form mit sich<. . besonders in Beziehung auf die Willensfreiheit .. 1 1 . Aber was wäre durch den förmlichen Nachweis der Unm ittel­ barkeit gewonnen? Nicht mehr...e. 9-12)... so entsteht die Schwierigkeit. die R ealität der V erm ittlung zu leugnen (ihr P h ilo so ­ phieren besteht nicht zuletzt darin. wie er glückt. sie bestehen jedoch a u f dem Zugeständnis.

10 Was unter diesem Titel abgehandelt wird. und sagt: Das.). Anders gesagt: Die Idee. . . sämtliche Gegenstände in der Potenz der Reflexion darzustellen. Nun gibt sich Feuerbach keineswegs damit zufrieden. aber uneinge­ standene Ermöglichungsbedingung. was sie am A n fa n g ausgesagt..) in den M a ­ schen des Reflexionsnetzes hängen bleiben w ird . legt von vornherein fest. 46). ist kein wirklich Anderes der Idee . inwiefern cs Selbsttätigkeit ist« ( 1. die sie selbst sich vorausgeschickt hat« (40).. darum das Nichtwissen der Idee von sich am A n fa n g nur ein ironisches Nichtwissen.also innerideali­ stisch . daß »nun und nimmermehr ein Unmittelbares« (ebd. aus dem sie sich erzeugen soll. wie sie d en kt.ebenso gut möglich gewesen). nahe genug stehen. seht. sondern er denkt schon den Gegensatz. d. am A n fa n g und im V e r la u f. für ein anderes Wesen gehalten habt. was ihr bisher. sie sagt »Wesen«. und: »Das Denken ist eine unmittelbare T ä tig k eit. 4 1 ) . 2 6 2 . V e r­ mitteltes« (34) gelten zu lassen. vgl. scheinbares Resultat der selbstbezüglich gewordenen Negation. ist in Wahrheit deren ursprüngliche. Die Idee spricht anders. E r zeigt vielmehr. »Hegel hat sich nicht entäußerty nicht die absolute Idee vergessen. eine unmittelbare Wahrheit (. das angeschaute Sein oder das Unmittelbare (35) nur als »ein Gesetztes. c.e. Hegels Philosophieren eines fehlerhaften Zirkels zu überführen (das wäre von einem Fichteschen point de vue9 . N u r am Ende spricht sie. 34). aber sie denkt dabei nur sich.00041345 w a r ihr »schon vorher .als ein solches kann Hegel es nicht denken. die Realität des Unmittelbaren in den Blick zu brin­ gen. . Die Entscheidung. Der Beweis ist so nur ein form eller* (40). . 1 7 ) . Abhängiges. h. Die Darstellung »abstrahiert [ja] von der Präexistenz des Verstandes«. welche »in dem Gegensatz der Idee schon eine Prämisse erkennt. »von dem vor der Darstellung Gewußten« (33). sie sagt »Sein«. unter ihrer Voraussetzung « (39. daß bei solcher Anlage seines Systems Hegel außerstande sein mußte. als sie d e n k t.e. das bin ich selbst« (I. Damit unter­ liegt sie aber der Zirkelbewegung eben jener Reflexion .. hier widerruft sie aber auch. 10 »Das Sein [ist für H egel] nichts anderes als die Idee in ihrer Unmittel­ barkeit. weil 9 dem Sätze wie diese: »Das Denken ist früher als das Darstellen des Denkens« (I.

140 und 138. sich selbst als das wirklich Unm ittelbare begreift (ebd. also die Idee schon an sich als das erste vorausgesetzt ist?« (36) N u r unter der Voraus­ setzung nämlich.<41345 er die Erkenntnis mit der Vermittlung erst beginnen läßt sondern nur der als immediat aufgegriffene (und als sol­ cher verschwindende) eigene Inhalt der Reflexion. daß. sich selbst zu bezweifeln. »nur das Resultat sein« (35). darstellen« müsse (35/6). die eben darum.n Der Gegensatz zu einem in sich selbst einge­ 11 Sehr ähnlich schon Schelling: Die »natürlich fortschreitende. ihren »Gegen­ satz« (3 7 /8 ). 139/40). nicht als eine Wahr­ heit aufrechterhalten: Es »wird am Ende revoziert. in sich »aufzulösen « (37). es erweist sich als der nicht wahre Anfang« (35). es als Implikat der Idee betrachtet.): die Reflexion. welche sich aus ihrem Gegensatz er­ zeugt« (38 ). weil sie das Sein nur über den Begriff (mediat) erreicht. 10. »Wirkliches Denken 263 .. Als wahrer A n ­ fang enthüllt sich statt dessen. die das R ea le noch außer sich haben« (I. welche die Freiheit und den Mut hat. Denn zu fragen bleibt: »Wie erweist es sich denn. 10. als was die sich selbst gleiche Vernunft ihre erste Gestalt immer schon unterstellt hatte (ebd. wenn das Sein selbst schon die Idee voraussetzt. führt sich mithin selbst ad absurdum. Einem solchen System kann es mit der Entzweiung nicht ernst gewesen sein: statt das schlechthin »Andere« der Vernunft. wer das Sein zugibt. Sie kennt darum auch keine »Begriffe.). hat diese »Dialektik« nur als ein »Monolog der Spekulation mit sich selbst« be­ standen (3 7 ): »Die einzig voraussetzungslos beginnende P h i­ losophie ist die . die durch Anschauung vermittelte N a tu r r e a litä t (I. wirklich von vorn anfangende Philosophie« erreicht die Ebene des Begriffs erst nach dem Durchgang durch ihr Anderes. Darum ist sein Formalismus auch zur Selbstaufhebung gezwungen: Er kann seinen Satz.. weil es sich »als solches be­ weisen.). d. h. Hegels These. Diese Voraussetzung bewährt sich dann freilich am Schluß auch nur als Gewißheit einer zuvor schon garantierten (prästabilierten) Gleichung der Reflexion mit sich selber. das Wahre könne. das Sein sei das erste. ist die Idee die Wahrheit des Seins.

. weil es nur »für sich (. Indem er aber so weit gegangen sei. dessen »positives V e r­ dienst« (51) er ausdrücklich würdigt. sein. 1 4 1 ) .opponiertes irreflexives Sein bzw. Schellings »Anschauung« für ein unwesentliches Moment der allein wahren Idee zu erklären. 37)* 13 Z w a r erklärt Feuerbach es für Hegels Verdienst. als ein des Seins Beraubtes12 .e. aus einem wirklichen Gegensatz zur Idee sich zu erzeugen. K r itik . daß die »Naturphilosophie« von dem Fichte.13 V o r der Philosophie der Ichheit (39) zeichne ist. wenn »der Gedanke diese Sich-selbst-Entgegensetzung bestanden und überwunden hat. I... und sie w ird die Logik »mit den Worten: Du bist judex in propria causa« (36). da hat das Denken nichts zu überwinden« (I. Ihm ist aber zu »Recht« die A n ­ schauung «zu opponieren«. das eben darum. Um zu ihr zu gelangen. dem nimmst du alles« (Feuerbach. wodurch ein dem Denken Entgegenstehendes überwunden wird.und Hegelschen S y ­ stem sich darin unterscheide. io. Wo man nur wieder das Denken und z w a r das abstrakte Denken zum Inhalt hat. Erst wenn es aus ihm zur Einheit zurückfindet. die »sinnliche Anschauung« (36). habe er das »pure Verstandeswesen « der Transzendentalphiloso- 264 .e. »den Schoß der abso­ luten Identität mit dem Samen des Begriffes (des Fichteschen Ichs)« (I. Die K ritik der Schellingschen Naturphilosophie In diesem Punkt besinnt sich Feuerbachs K ritik an Hegel der Vorläuferschaft Schellings. zur Rechen­ schaft ziehen. muß das Denken ganz mit sich abbrechen. 12 »Wem du das Sein nimmst. »an sich« (35) das zweite ist.die Dialektik kein Schein mehr. dessen Advokat. .00041345 schlossenen Denken kann nur ein dem Begriff des Seins der natura necessaria . über seine Immanenz hinausschreiten und sich auf »einen D ia ­ log der Spekulation und Empirie« einlassen (37). Z w a r bestreitet er. 39) befruchtet zu haben. ist er ein bewiesener« (37) . daß es ihr etwa ernst damit gewesen sei.) das erste«. Vor dem schwebt sie im widerstandslosen Äther< der Reflexionsbestimmungen.

und zw ar »so. so erweist sich nach Feuerbachs Anschauung diese Voraussetzung selbst als steril und bringt Schelling um den Erfolg seiner übrigens wahren Intuition: Diese »war ( . 48/9).) in Widerstreit geraten. Insofern verkörpert Schelling Hegel gegenüber »das materiali­ stische Prinzip«.) vom Geiste Gesetzten hatte« (46). 282 und 298). zu dessen Selbsterkenntnis. und es läßt sich absehen. ) der umgekehrte Idealismus« (46). .sie sich indessen dadurch aus. 46). daß dieser »Zwiespalt zwischen dem die N atu r negierenden Idealismus und der den phic erneuert. das nicht schon Begriff ist. von Geist und Natur« antrat. daß sie ihre Voraussetzung unter dem Titel der »intellektuellen A n ­ schauung« (40) ehrlich einbekannt habe (vgl.14 Freilich konnte diese Umkehrung nicht ra­ dikal werden. . 256. . daß sie mit dem von Schelling eingeschlagenen »Weg« (ebd.e. 26 J .e.. Trotz­ dem ist die bloße Anerkennung ihrer relativen Eigenständig­ keit transparent für eine dem abstrakten Idealismus diametral »entgegengesetzte Anschauung« (47) der N a tu r. 14 Thesen . I. 9. Erübrigt sich unter diesen Umständen Hegels unfruchtbare Polemik gegen den Anfang der Naturphilosophie. . die mit einer nicht einge­ standenen »unmittelbaren Voraussetzung ihrer selbst« (45) be­ ginnt und ihre sinnliche Entäußerung nur simuliert. Auch hier wird nämlich kein echter Gegensatz überwunden: die N a tu r als die unterm Exponenten der R eali­ tät befaßte Identität ihrer und des Geistes enthüllt sich als eine sich selbst undurchsichtige Entäußerung eben derselben Identität unterm Exponenten des Geistes (vgl. Grundsätze ]. daß die N atu r in dieser Einheit nur die Bedeutung des (.. . die Schelling gerade überwunden hatte (Feuerbach.. ) in der Tat ( . I. wenn sie inkonsequent unter der Prämisse einer prästabilierten »Identität von Subjekt und Objekt. G rund­ sätze der Philosophie der Zukunft [zit. und vor der Hegelschen. Bd. nämlich der Weg von der Anschauung eines Seins. daß sie das rein »negative V e r­ hältnis zur N atur« (50) als dem Inbegriff aller Realität au f­ gegeben.

wo allein ihr Wesen sidi zu bewähren verm ag: in der erscheinenden Wirklichkeit. und »wenn du mit der Anschau* ung wahrhaft. sondern stets nur das eine Absolute. zum Subjekt « zu machen (ebd. Fragmente ]. Feuerbachs Radikalisierung des Schellingschen Ansatzes besteht also nur darin.e. so »kann (ich . d. »das Absolute gewußt. so w ird es nur gewußt entweder als Geist oder N a t u r . nur Vorstellungen von Unterschiedenen. G ew iß durfte der Genie­ streich.. und als Absolutes erscheint es nicht. erklärt Feuerbach (K ritik. nicht bloß pro form a beginnst. für sidi in A n ­ spruch nehmen.. sondern »nur in der N<a£wrphilosophie«. die ganze Alternative von Idealismus und Naturalismus unter sidi zu lassen. daß N a tu r und Geist dort. I.. h. an das Licht des B e ­ griffes gezogen.00041345 Idealismus negierenden Naturphilosophie« (48) die Schellingsehe Einheitsthese gefährden mußte. 266 [zit. d.oder Geistesgestalt zu fassen.).. . Fragmente zur C h a ra k­ teristik meines philosophischen curriculum vitae Bd.15 Nicht sie aber hatte Schel­ lings Philosophie zum Objekt. aber keine realen Erkenntnisbestimmungen sind« (50). . und in ihr auch 15 »Wird«. [mußt du] zuletzt auch wieder a u f die Anschauung zurückkommln« (L.e. »das Prädikat . 10. Aus diesem Grund liegt aber nach Feuerbachs Anschauung »die positive Bedeutung der Sdiellingsdien Philosophie« nicht in der Identitätsthese. daß er den am Ende sich herstellenden »Begriff der N a tu r als Subjekt-Objekt« als die von der Superstition eines Absoluten befreite »Wiederherstellung der N a t u r überhaupt« (I. h. wird es aus dem Dunkel der absoluten Bestimmungslosigkeit. Eine Wissenschaft des Absoluten als solchen gibt es nicht.« Bekomme ich es sowieso nur in N a tu r. .e. w o es nur ein O bjekt der Vorstellung und Phantasie ist. Aber die von ihren Relaten entblößte und zum Absolutum hypostasierte Identität (48/9) konnte nicht verhindern.) geradezu das Absolute aus der Naturphilosophie wegstreichen« (I. worin beide übereinstimmen [die A b ­ solutheit]. I. nämlich »das Absolute als N atur« oder »das A b ­ solute als Geist« (49). auseinanderklaffen. die in Wahrheit nur imaginäre . zu D i f ­ ferenzen und Bestimmungen. 179). $0). »Die Naturphilosophie brachte es daher auch nur zu v er­ schwindenden Bestimmungen und Differenzen..e. Erscheinend verwandelt sich dies A b ­ solute in ein non-ens. F . Denn »das erste muß auch das letzte sein«. 49). 50) interpretiert.

e. seiner inhaltlichen Wahrheit ungeachtet.es möge sich wenden. Während Schelling nur in dem einen Punkte durch Hegel korrigiert wird. d. Das Verhältnis zu Schelling in Feuerbachs Selbsteinschätzung Ohne Zw eifel zeugt Feuerbachs K ritik der Hegelschen Phi­ losophie .. 9. daß ein ideali­ stisches System .nur durch die Voraussetzung einer intellektuellen Anschauung in G a n g komme und Hegel 2 67 . nämlich als eine Schrift »über die Schellingsche und Hegelsche Philosophie«16 gefaßt wissen will. absolut negativ sich verhielt ($0). Thesen .■41345 nur so weit. so verfällt als Form des Absoluten bei Hegel der Begriff zur >bloßen Form<. I. daß die K ritik das sachliche Gewicht ihrer Einwendungen nicht ganz gleich zwischen beiden verteilt. gibt seiner These recht. das an der Unmittelbarkeit der N aturw ahrheit ebenso zuschanden wird wie das »nihil negativum« Schellings (50). die Form mangelt. daß er das Moment der Reflexion unterbewertet habe. radikalisiert Schellings »Opposition der Anschauung gegen den Begriff«. Nicht daß sie Realität auf die Idee reduziere. die er in einer N ote zu den Vorläufigen Thesen weiter. wie es wolle . w ar ihr vorzuwerfen. das Sein von A n fa n g an als Reflexion vorausgesetzt zu haben. Daran ändert auch der Umstand nichts. Eben darin kommt ihr aber Hegels Reduktion des Seins auf die Form wenigstens gleich: denn wenn Schellings Absolutum. bedienen sich Feuerbachs Einwürfe gegen Hegels Idealismus einer Reihe von Schelling­ schen Argumenten17 und folgen insgesamt ziemlich genau der 16 Feuerbach. sondern dies: daß sie mit der Aufhebung des »diszernierenden und determinierenden D en­ kens« (51) die These von der Irrealität jeglicher Bestimmtheit verband und so zur erscheinenden Wirklichkeit. 17 E r wirft Hegel den fehlerhaften Z irkel vor. h. als sie dem Gedanken die Realität opponiert (jo ). wie Hegel es tat. ihrer ge­ heimen Vorliebe zum Trotz. zu einem als Wesen sich verkennen­ den Nichtwesentlichen (52). Bd. 254. noch in der P o ­ lemik von einer Präferenz für das System des Berliner Leh­ rers.

bald einen »hochmütigen Fasler« (an A .für ein dreist m ysti­ fiziertes Böhm eplagiat (ebd. I. ja als »den Judas-Ischariot der Philosophie« (an den­ selben.wenigstens seit den 30er Jahren . D ie Freiheitsschrift aus dem J a h r e 1809 hält er .e.: Briefe ]. I. ohne G r u n d . 15 . K a p p . 18 V g l . 18. Feuerbach. ohne Zusammenhang« (an A . - Übrigens fand Feuerbach in der Naturphilosophie sein »materialistisches P rin zip« ( Thesen .. pure Träum erei. Bd. Sämtliche Werke. Briefe X I I I .e.X I I I ( = Ausgewählte B riefe ). schon des frühesten Schelling's« darstelle (an denselben. 2.. das noch A dorno ausdrücklich gegen Hegel a n erkan n t hat ( Negative D ialektik . Zieht man auf der Suche nach Bekenntnissen direkter Übernahmen aus Schellings Werk Feuerbachs Korrespondenz zu Rate. I. 3 8 3 ) .]). durch einen wesenlosen Formalismus erkauft ist. »die von Paulus ans Lieht gezogene Offenbarungsphilosophie* (an K a p p .00041345 Richtung von dessen K ritik seiner früheren und der Hegel­ schen als einer bloß >negativen Philosophie«. 1844. Rüge. 3. B d . Stuttgart-B ad C a n n ­ statt 1964 [z it.). A u fg ru n d der von Wilhelm Boiin [und Friedrich J o d l] besorgten Ausgabe neu hg. Frank. für ein »Scheusal« (an denselben. er bezeichnet ihn als einen »Schurken« (an C h r. I. und erweitert von HansM artin Sass. daß er mit jenem intensiv sich auseinandergesetzt hat.e. 5. etwa dem Gedicht H eine und Schelling . Schelling habe die Anschauung des Abso­ luten nicht mit der Form vermittelt. 92). v g l. I. 286). 18 4 3 . 1844.. 9. 10. ja nachgerade kein gutes H a a r an ihm läßt. B riefe . das gerade darum »die O ffenbarung des ganzen. Bruckberg. 2. Feuerbachs Ausfälle zehren nicht selten von kurrenten Bonm ots. I. 131) für einen »schamlosen Unsinn«. treulos. Bd... 182). 14. 2.. der in genauer Um kehrung des wirklichen Verhältnisses die M itte lb ark eit zur Wahrheit des Unmittelbaren macht.ungleich schärfer als in seinen Publikationen attackiert. Bruckberg. Heineschen M.e. 2. X I I . I. I. warum Feuerbach in seinem philosophischen Werk nirgends diese Beziehung selbst herstellt. 18 4 2 .18 sic der Sache nach eben so in Anschlag bringe wie jener.e. lästerm äulig« (an Bertha L ö w . 1 1 . 383/4). 5.e. 256) vorgebildet. B a ld nennt Feuerbach ihn »falsch. 132. I. Bruckberg. 268 »Kirchenrat Prometheus«. daß Hegels V o r w u r f . L . .. 1 8 4 1 . 12 9 / 3 0 ). 1 1 .) »unter aller K r itik . 9. so zeigt sich z w a r. 78 [ff.e. R ugc. 1 8 3 5 . eine solche Deutung hätte dann freilich zu erklären. 1 8 4 1 .e.wie Schopenhauer mit ihm . Dies M ißverhält­ nis ließe sich sehr leicht als ein sachliches Bekenntnis zur N a ­ turphilosophie deuten. und er zeigt schließlich. ihn aber ..e. X I I .

). Bd. 20 Feuerbach hat beider Systeme schon in den Grundsätzen unter dem gemeinsamen Titel >Identitätsphilosophie< vereinigt und mit charakteristi­ schen Modifikationen gleich behandelt ( Grundsätze .e. 1844..e. instinktartiges G e fü h l von der R e a litä t und Uncntbchrlichkeit der Materie« ( Thesen . 132 ). 18. die ihn ja allein gehoben und gehalten«. I. I. das Geheimnis der N a t u r in G o tt nichts anderes ist als das Geheimnis der menschlichen N a tu r . 300).e. daß 19 Der heftige A ffekt gerade gegen diese Schrift besagt nichts gegen den mächtigen Einfluß ihrer Gedanken a u f Feuerbach. also letzten Endes über den Hegelianismus selbst (an C h r. 3 .e. 2. die ihren Autor nur graduell von Hegel unterscheidet20 und ihn der Reaktion in die Arme treibt. siegreiches Urtheil über ihn nur möglich (wäre) durch ein Urtheil über die ganze Richtung der speculativen P h i­ losophie. I. 299 und 302 im Kontext). »sind zuletzt doch nur m ystificirte. 9. 5. Einerseits sieht er in dessen Weg von der N a tu r.. I.A u fs Sachliche reduziert. enthalten Feuerbachs Briefe zw eier­ lei Urteil über Schelling: 1.nichts anderes als eine fortschreitende Theologisierung. K a p p . Andererseits hat er »das Realprincip. nichts ist als ihr eignes dunkles . 251.wie die Formulierung zeigt . A u flag e des Wesens des Christentums sowie die Passage der Thesen (I. daß die Nacht . weil »ein vollständiges. um aus ihr das Licht des Bewußtseins zu erzeugen. Nicht selten sind Hegelsche Theoreme in der T e rm in o lo ­ gie Schellings vorgetragen (vgl. die Schelling in Berlin spielte. »Hegel und Schelling«t schreibt Feuerbach noch im Ja h re 1858. 20 a A n C h r. mit der er sich gründlich auseinandergesetzt h at19 . das der Schurke in Berlin sucht.e. 256/7) treffen Schelling und Hegel gleichmäßig. so e r­ schließt sich als Wahrheit der Schellingschen Schrift der Feuerbachsche G e ­ danke. -daß z. Bolin. 1842 (I..besonders seit der Freiheitsschrift. Briefe X I I I . Er hält die »Urtheile der Hegelianer« gegen Schelling darum für »so machtlos«.. 226). 2. ohne freilich . K a p p . durchaus als den eigentümlichen Gegenstand der Schellingschen Spätphilosophie zur Kenntnis genommen. durch den Absolutismus der Idee des einseitigen Idealismus schein­ bar entkleidete Kantianer« (an W. weil er kein H erz h at«20 a..e. Der »Schurke« geht natürlich a u f die reaktionäre Rolle. 1 8 5 8 ..). eine Tendenz am Werk.überzeugt zu sein. Anthropologisiert man nämlich nach Feuerbachs Anweisung die idealistische Theologie. h.zur positiven Philosophie .. die sie in G o t t setzt. B. d. 2. 2 6 . D ie Attacken der V orrede zur 2. . aber nicht findet.

daß diese Äußerungen eindeutig sind. in dem dieser Brief steht. 24 M a r x spielt an a u f den Skand al um die mißglückte Behandlung der Auguste Böhmer durch Schelling. Geschmacklose Legendenbildung hat ihn als Klatsch (Schelling inspiriere sich durch Opium) bis in die gehässigen A usfälle einiger Hegelianer tradiert. 22 K a r l M a rx an L u d w ig Fcuerbach. keine Energie als die Eitelkeit. F. Feuerbachs Bayers Die Idee der Freiheit und der B eg riff des Gedankens . H ie r und in den Briefen zeigt sich. »Schelling ist daher Ihr anti­ zipiertes Z errbild «. 27. 3. zur Wirklichkeit. Kreuznach. (. G ibt man zu.) er ist Ihnen zur Wahrheit. daß das »Hauptinteresse« seiner Polemik a u f »eine gehörige Beleuchtung seiner späteren Lehren« gerichtet ist (Brief an R ü g e. auch »das Gute von unse­ rem Gegner (zu) glauben« und »den aufrichtigen Jugendge­ danken Schellings« nicht zu vergessen..c. 4 2 1 . O ktober 18 43. mahnt er Feuerbach brieflich dazu.00041345 hier eine gangbare Weiterentwicklung des naturphilosophi­ schen Ansatzes21 geleistet sei. sonst nicht eben voreingenommen für Schelling. 129). die »Verwirklichung« dieser Intuition. 420. ja »indirekt« für einerlei mit »einem Angriff auf unsre gesamte und namentlich auf die preußische P o litik « 22 hält. Schon M arx. 3 16 . die Hegels V o r w u r f des P h a n ta sti­ schen und Irrationalen der N aturphilosophie in gröberem R a ster nachbilden. sei niemand anderm als Feuerbach gelungen. zu des­ sen Verwirklichung er indessen kein Zeug hatte als die Im agi­ nation. 8. so bleibt zu prüfen. 13 9 ). Briefe X I I . immer noch aller Ehren wert (vgl.. Werke ( I. zu männlichem Ernst geworden. 270 .«23 Der Kontext.e. 23 L. kein Organ als die Irritabilität eines w eib­ lichen Rezeptionsvermögens. die »bei ihm ein phantastischer Jugendtraum geblieben ist«2 3.. dieser aufrichtige Jugendgedanke Schellings. Als er vom Plan einer Streitschrift gegen ihn erfährt. Ges. E r fügt bezeichnend hinzu. . M EW Bd. die er übrigens be­ grüßt. sein »aufrichtiger Jugendgedanke . keinen Treiber als das O pium 24. . hat dies vermutet. Bd. in: L. und X I I I . ob die Schärfe von Feuerbachs Polemik ein unaus­ gesprochenes M otiv verschleiert. lohnt die Rekonstruk21 Ihn fand Feuerbach Besprechung von K.

zu reden.«28 M erkw ü rd ig bleibt nämlich.Ausarbeitung und Publikation einer vermutlich eingehenden und engagierten Polemik.26 Wenngleich nie zustandegekom­ men.. A u flage des »Wesens des Christentums«25 schließen zu kön­ nen. 27). Briefe X I I . R üge . Feuerbach unter­ ließ zu dieser Zeit . W erke . so wäre es thöricht. daß »die neuschellingsche Philosophie . 3 1 6 u. .an ihn ergangenen Aufforderungen zu einer pole­ mischen »Charakteristik Schellings«2 9 stattzugeben. hat sidi Feuerbach eine solche Schrift immer wieder v o r­ genommen.e.e. 419. und 12..c . Bd.. 18 37 .durch die Zeitungen förmlich als »Staatsmacht proklamiert« worden« (L. 271 . 5. daß (Feuerbach) mit einer ausführlichen Arbeit über Schelling beschäftigt [sei]«. 286 und 287/8. M a rx glaubte. 15. Das Wesen des Christen­ tums . 286. zu der ihn Schellings Vorrede zu Cousin sowie die dort ausge­ sprochene und »Partei« machende Hegelkritik veranlaßt ha­ ben w ird. I.diese Philosophie des schlechten Gewissens..e. Es werden aber nicht nur solcherlei »Rücksichten« gewesen sein.) den Verweis hinzu: »Die urkundlichen Beweise von der Wahrheit dieses Bildes sind in einer demnächst erscheinenden kategorischen Schrift über Schelling in H ülle und Fülle zu finden« (I. die ihn an der Wahrnehmung seines »Scharf­ richteramtes« »im Namen der Wahrheit und ihrer Tochter. Rüge. so fügt er ein wenig orakelhaft an. I. passim. 27 Briefe X I I . E r über­ 25 D o r t macht Feuerbach seinem Ä rger Luft. 2.so auch von A. ) . welche seit J a h ­ ren lichtscheu im dunkeln schleicht ( .. . den wiederholt . 26 B r ie f von M arx an Fcuerbach. 1835 an Bertha L ö w 27 auf. der Philosophie« verhinderten: »Würde ich«. Eine Fußnote fügt dem Hohn gegen »diese theosophischc Posse des philosophischen Cagliostro des neunzehnten J a h r ­ hunderts« (ebd. Erstmals taucht das Projekt in den Briefen vom 3. 26). F. 28 L .J41345 tion. 12. 29 B r ie f Fenerbachs an A . »auf dem Wege des Schweigens zu mei­ nem Ziele kommen. aus dem >Postskript< zur »Vorrede der 2.offenbar aus Opportunitätserwägungen wegen seiner Bewerbung um außerordentliche Professur in München (Frühjahr 1835) . daß Feuerbach sidi auch später nie bereitgefunden hat.

c. 27» 4^o). Kein Wunder also.e.Daß hier ein Traum a berührt wird. die allein wahre positive Philoso­ phie«3 4 und befaßt . passim.e. ziemlich gewaltsame B e ­ mühungen. 2 7 2 aus Böhme in der Freiheits~ .35 . an dessen umfänglicher A rbeit30 er freilich lebhaft Anteil nahm.»kommt also nicht in Betracht«. daß Feuerbach Schelling die Erfindung dieser »neuen« oder »Philosophie der Zukunft« nur durch den V o r ­ w u rf abzusprechen weiß.Dies muß sich bewußt machen. »ist die alte Philosophie mit der E inbil­ dung [ . 33 Grundsätze . .] der Illusion.^ u. 31 E r bedachte sie mit häufigem Zuspruch. 30 M a r x fand sie » an erk en n e n sw ert. 34 Thesen . 9. 32 Thesen .33 Die Wahrheit der großen Geste ist... 35 L.ganz wie jene . die neue Realphilosophie zu sein«32 . »Schelling«. mit Hinweisen (etwa zur Aufdeckung wörtlicher Übernahmen schrift). 259. . 294. I. nicht eben ungewichtigen Gestalt au f­ zunehmen haben. I. heißt es paradigmatisch in den V or­ läufigen Thesen . wer Auskünfte über das Verhältnis zu Schelling im Selbstzeugnis des Feuerbachschen Werks sucht. Schellings Vorläuferschaft zu seiner eigenen P h i­ losophie nur in dessen anmaßlicher »Phantasie« stattfinden zu lassen..e. mit R a t .00041345 ließ dergleichen seinem Freunde Christian K a p p .31 Den wirklichen Grund für diese öffentliche Zurückhaltung scheint allein M a rx (der übrigens eigene Äußerungen Feuer­ bachs über Schelling wiederholt) sehr gut getroffen zu haben: Feuerbach würde in der Schellingstreitschrift den heiklen K a m p f mit seinem »antizipierten Zerrbild«.. 257. Bd. aber zu umständlich« und »unge­ schickt« wegen der Trennung »des Urteils von den Tatsachen« (M EW Bd. 260. daß sie bei jenem ein »Traum« ge­ blieben sei. I. daß er ihr durchaus keinen anderen Namen als den der Schellingschen Spätphilosophie weiß: Sie heißt »die neue. darauf deuten Feuerbachs eigene.»die wirkliche (nicht imaginäre) absolute Identität aller Gegensätze und W ider­ sprüche«. also mit sich selbst in einer anderen.

9.■41345 Systematische Verwandtschaften zwischen Schellings und Feuerbachs Hegelkritik Feuerbach hat Schellings Umwerben der transreflexiven E x i­ stenz nicht als Konsequenz seines »aufrichtigen Jugendgedan­ kens« gelten lassen. hieße nicht nur. F. Affinitäten dieser A rt a u f bloße. Grundsätze. in ihrer argumentativen Substanz auf Schel­ lings Vorbild zurückverweisen. D ie erste K ritik des seither als ein eigenes philosophisches Gebäude konstituierten und aus der bloß negativen Bewegung gegen die Tradition in sidi selbst zurückgekehrten Feuerbadischen Gedankens betrifft die a. I. der solche Konstellationen vermittelt. Das ist umso bedauerlicher.e. die so nachhaltig au f die Konstitu­ tion des Marxschen Denkens gewirkt haben wie sonst nur diejenigen Hegels. in der Sache gegründete Wahlverwandtschaft na­ turalistischer Ansätze zurückführen. als unter den Vertretern der Hegelschen Linken keiner so sehr wie Feuerbach der Naturphilosophie sich nahe wußte — nur dar­ um drängten ja gerade ihn die Freunde zu einer »Charakteri­ stik Schellings«. das sich in einigen Fällen fast sicher auch als Quelle erschließen läßt..36 Offenbar hat der Nachweis solcher K o ­ inzidenz nur Sinn. Bd. Im Gegenteil w ar er fast eigensinnig ent­ schlossen. und es hindert auch nicht den Nachweis. son­ dern schlösse das Versäumnis einer Diagnose des objektiven Geistes ein.) 273 . sie für den G ipfel theologistischer Wirklichkeitsver­ weigerung zu halten. 302 (Zitate aus den Thesen und den Grundsätzen werden unter diesen Siglen bis a u f weiteres im laufenden T e x t nachgewiesen. wenn das Denken als 36 L . rekon­ struierbare Abhängigkeiten auf sidi beruhen zu lassen. wenn die vereinigten R elata vor ihrer Identifikation für sich unterschieden. Unmöglichkeit einer Reduktion des Seins auf den Begriff Hegels Philosophie hat zu ihrem Resultat die »Identität von Denken und Sem «. daß zumal jene Schriften..

30 4 -30 8 )3 8.e. 304).e. mit anderen Worten. Statt dessen tritt Hegels »absolut voraussetzungslose< Philoso­ phie unter der stillschweigenden Voraussetzung an. Statt also vom Denken » unterschiedne Zeugen [zu] vernehmen« (I. wird »reduziert«37 auf die allgemeine und bloß dem Wortgebrauch nach »konkrete« Identität des Denkens nur mit sich (I. »Das Denken v in d i ziert sich. was nicht dem Denken. sondern die Einheit sein. Damit verleugnet sie in letzter Instanz den phänomenalen Bestand von Realität selbst: denn real ist nur der Gedanke. Zur Beurteilung der Schrift >Das Wesen des Christentums<t I. muß eben nicht das Denken. um deren H erstel­ lung es zu tun war. Die Vereini­ gung beider muß.. interpretiert das Denken seinen Schritt über die »N aturgrenze «■ (I.e. daß nicht die ganze Alternative als solche. die nicht Begriff ist.das andere des Denkens« >übergreift< (I.. ist [fü r H egel] nichts . sie muß Negation einer ihrer Vorläufigkeit überführten Alternative sein. Der Zirkel ist offensichtlich: Die Identität des Denkens mit dem Sein.. sie macht sich durch eine rigorose >Abstraktion< von allen das Denken überschreitenden Objekten frei »und macht diesen A k t der Abstraktion von aller Gegenständlichkeit zum Anfang von sich« (I.. Dem ent­ sprechend sucht sie. der auf » j ein andres . . ein m eta ­ physisches Gespenst « (L. sondern nur die R ealität eines dem Denken Entgegengesetzten Schein sei. Bd. sondern dem Sein zu37 »Das Sein reduziert sich a u f das Bewußtsein (. was gedacht w ird . 308) hinaus als Herstellung von deren Wahrheit in der Identität des Begriffs. . h. 38 G e w iß muß auch die Einheit des Denkens und Seins. D a s heißt: D as Sein für sich. F . *74 . 308).)..).e. D. die schon im Lichte der Reflexion gesich­ teten Seinscharaktere verlustlos durch die Menge der R e ­ flexionscharaktere zu ersetzen. in einer den Gegen­ satz übergreifenden Sphäre erfolgen. das Wesen a u f die Reflexion.. der Begriff auf den logischen Denkakt.e. gedacht werden: aber das. hatte Schelling gezeigt. abgetrennt vom Bewußtsein .00041345 solches Negation des Seins ist und umgekehrt.e. 239 Anm . der seiner abstrakten Innerlichkeit durch T r a n ­ szendenz auf sinnlich Gegenständliches entgeht. 9. D aß dies die Reflexion aus sich selbst nicht verm ag. 281)..

302 f.. .41 345 kom m t « (I. als was sie sich explizit weiß. vgl. sondern »nur mittelbar denkbar .e. *75 .e. gedachtes . Es ist gerade nicht sein »unbestimmt Unmittelbares<. 305).er will das Ding selbst ergreifen. So aber verfällt das Konkrete zur Selbstidentität des jeden Seins beraubten Denkens. 3 0 2 /3 ) für den unmittelbaren Begriff. die Rede ist.. das absolut im Widerspruch steht mit dem wirklichen Sein« (I. zu einem »puren Gespenst. der »abstrakten . mit dem. . w ar nichts leichter.) selbst w ieder [n u r] im abstrakten D enken* (I.. Philosophie* sein kann 39 » N u r *was ist < hat die Philosophie nach ihm [H egel] zum Objekt.. Hegel ist ein sich im Denken überbietender Denker . nämlich das abstrakte Denken. welches .nur denkbar durch die Prädikate.e. [er w ill] außer dem Denken sein.gar kein Gegenstand der nega­ tiven. Diese haben ihre Wahrheit im transreflexiven Sein..) und raubt der Synthese so wieder den Charakter echter Konkretheit. In solcher K ritik wiederholt Feuerbach Schellings Bedenken gegen Hegels Unterstellung. den >konkreten< Begriff zu fassen« ( Grundsätze . von welchem in seiner Philosophie. aber im Gedanken des Dings. aber im Denken selbst — daher die Schwierigkeit. welcher die N atur des Wirklichen an sich trägt« (I. ausweisen zu können. als dem Sein seine Selbigkeit mit der Reflexion nachzuweisen: diese identifiziert.e. 308).eben seiner Transreflexivität halber . Das Sein. absoluten .e. den Begriff.39 Um diese Sichselbstgleichheit des G e ­ dankens dennoch als den »>konkreten< Begriff.e.). 3 1 3 / 4 ) .. muß Hegel freilich auch den Gedanken selbst negieren. 313). eine logische Darstellung des Seins zu liefern. insofern allerdings ein »Jenseits« (I. Dieses ist die wahre Äußerlichkeit des eitel in sich verschlossenen Denkens. (. welche das Wesen eines Dinges begründen« (I. 305 f. ist »unmittelbar« nur als der von allem ihm Entgegengesetzten absehende Gedanke (I. der Logik sowohl als der Phänomenologie . als was sie sich heimlich voraussetzte. 277. Allein »er negiert das Denken. aber dieses >ist< ist selbst nur ein abstraktes . Von A nfang an nur als der Gedanke-in-seiner-unmittelbaren-Gestalt in Anschlag ge­ bracht.e.. 306).

indem die Wahrheit » Fleisch und Blut« w ird. .) als absoluter Einheit des reinen Begriffs und seiner R e a li­ tät« (L II. München 1973» K o n t e x t ) .scheint dem Versuch Feuerbachs.2 ). Sinnlichkeit sind identisch«. 304. 305). pas­ sim). 40 Welche Feuerbach in seinem gesamten Werk der »Anschauung« oder dem »Sinnlichen« gleichsetzt (vgl. 308). daß Hegel jener Abstraktheit der »Idee (. Das inverse Verhältnis von Subjekt und P rädikativ* M an erinnert sich. 3.Feuerbach dieser Lösung entgegengehalten: Zum einen könne die Entäußerung eines reinen Begriffs nur selbst wieder Begriff sein. 3 1 4 . Thesen.. vgl. erst »anfangen« kann (I. so ent­ hüllt sich die N atu r als die Wahrheit der Idee.mit Schelling . Als das Jenseits der Reflexion ist Sein allerdings »etwas Unsagbares«. 3 16 . indem er ihre »Realisation« von ihrer Entäußerung in die N atu r abhängig machte. 249 ff.einer Einheit. 269. .00041345 (I. W irklichkeit . an dessen Grenze das Denken z w a r sich aufhebt. 3 1 4 / 5 u. selbst »noch« im Medium des »Begriffs« ist (L II. 29 1. § 3 2 ..e.. 3 1 s ] 40) als Verwirklichung der Idee 39 a »W as sonst das P ra d ic a t ist.weitgehend orientiert an Analogien zu Adornos N egativer D ia­ lektik . 16 2 .. seinen Materialismus »erkenntnis­ 276 . 254. Beginnen w ir mit einer Explikation dieses zweiten E in ­ wurfs. 573) . Wenn H e ­ gel den Überschritt des Gedankens in sein Anderes (die Sphäre des »Nic&fdenkens« [I. D ie Notw endigkeit einer »Realisation der Idee« im Reiche des Realismus macht »die Existenz zum Kriterium (ihrer) W ahrheit * (Grundsätze . zum anderen verstricke die in der Notwendigkeit dieses Übergangs signali­ sierte systematische Verlegenheit Hegels Philosophieren in einen Widerspruch: Bed arf der als Idee schon konkrete Begriff noch einer Bereicherung durch die Naturwirklichkeit. Zw eierlei hat . »das Leben« aber. b. Grundsätze . I. A lfr e d Schmidt (Emanzipatorische Sinnlichkeit .e.e.). da doch diese zum Gradmesser der Wahrheit von jener sich aufgeworfen hatte. I I . ist hier das Subjekt« (Schelling. die es selbst nur »logisch«. » Wahrheit . 572) Rechnung getragen hat.e.

die Idee oder den Gedanken zum Subjekt« (ebd. dessen reifer D ia le k tik er doch gar nicht fern steht. die allein wahre) R e a litä t in A bhängigkeit von jenem '•einzigen Fädchen«. so ist seine Absicht aber nicht. Sinnlichkeit für den G e g e n ­ stand selbst zu erklären - er bringt sie ja nicht als einen bestimmten M odus der Intentionalität des Bewußtseins in Anschlag. hier werde einmal mehr der Versuch unternommen. d. sondern hält sie für den Inhalt des Denkens. Ähnliches gilt für Louis Althussers Versuch. die sin­ nenhaft palp able (und d. 12 3 ) .).) zu einem Prädikat. B e ifa ll zu spenden. ohne zu sehen. »som a­ tische und gesellschaftliche« Vermitteltheit des Bewußtseins zu begründen. . taucht erst auf. an welchem sie - nämlich dem »jedesmaligen Bew ußtsein* Schopenhauer zufolge - zu hangt (zit. Wahrheit auf W irk ­ lichkeit zu reduzieren. 2 9 1). Dadurch gerät aber die Sphäre der Wirklich­ keit in eine »verkehrte« Stellung zu der des Denkens.später Rückschlag gegen die Fehlleistung seiner kurz angebundenen und unverständigen A b ­ urteilung des französischen Existentialismus. zwischen dem GeschichtlichRealen (dem >Real-Konkreten<) danken-Konkretum «) einen und dem Erkenntnisobjekt unüberbrückbaren Graben (dem >Ge- aufzureißen.. Offen tritt hier die dogmatische Seite von Feuerbachs Bewußtseinstheorie ans Licht. in dem diese Wcchselvcrmittlung gründet und intelligibel wird .e. vielmehr macht er die »Sinnlichkeit (. 200 oben. Wir kommen d a r a u f zurück. D aß R e a litä t durch Anschau­ ung verm ittelt werde oder vielmehr mit ihr identisch sei. h. I. . Übrigens läßt sich Entsprechendes auch gegen A dorno. a u f den Schmidt sich beruft. und z w a r durch den H inw eis a u f die sinnliche. die mit einer a n ­ deren Weise selbstbewußter Selbsttranszendenz. darüber besteht g a r kein Streit zwischen den Idealisten und Feuerbach. dem Denken.. bringen. als theoretisch«. I.bezeichnet. passim). 304) der B erei­ cherung durch eine Reihe von Mittelgliedern. den Bezirk anzugeben. mit der bekannten E rw id eru n g entgegentritt. Schmidt.e. Eine D ifferenz. ohne den G r u n d ihrer Differenz gegen einen Einheitsgrund sich profilieren zu lassen [in der These einer »Identität von Begriff und realem (historischem) *77 . I. unterläßt er doch. Er H eg elian er - denkt Sinnlichkeit - und erweist sich gerade darin als als den Opponenten des Denkens oder Bewußtseins. wenn Feuerbach auch dem S a t z : »Erst das Bewußtsein des Sehens ist die Wirklichkeit des Sehens oder wirkliches Sehen« ( Grundsätze .. Indem er Geist z w a r nicht a u f M aterie redu­ ziert. h.e. zusammenbe­ stehen kann. sondern beider »Ineinander« betont (N egative D ialektik . 203 u. geltend machen. wenigstens zu Fichte und Schelling. In Wahrheit bedarf der A p p ell an die »Sinne« als »Zeugen« einer transkognitiven R e a litä t ( Grundsätze. daß er auf diese Weise genötigt ist.

Dieser Gedanke . wenn wir das Reale.e. 13 9 u. . so w ird die Wahrheit der Sinnlichkeit erst hintendrein ausgesprochen und die Sinnlichkeit nur zu einem Attribut der Idee gemacht. geht unmittelbar a u f Schelling zurück. Dieser G e d a n k e . ) als das abso G egen stand« sieht er nidits als die »unglaubliche Macht« des sich ausdrüdtt - wie er »empiristisch-spekulativen Vorurteils« am Werk (L. das Sinnliche. was in Gestalt einer >unbewußten Voraussetzung< auf die Konsequenz von Hegels Gedanken eingewirkt hatte: daß »dem Gedanken die R ealität ( . .und darin liegt seine Bedeutung . . göttliche. als Wahrheit vorausgesetzt ist. I. A . 17 3 u. Ohne die Substitution einer Existenz und Selbstbewußtsein mit einem Schlage vermittelnden Theorie bleibt auch Feuerbachs Existenzanleihe bei der Anschauung ebenso ohnmächtig wie sein Eifern gegen »die Anschau­ ung. ..e.) Weil aber gleichwohl bewußt von der Wahrheit des Gedankens ausge­ gangen w ird. . Basis eines A nderen.. 3 1 5 ) .00041345 dessen Wahrheit sie sich ja erwies. nicht erst von der Idee abgeleitete Bedeutung geben« (I.läßt die vordem nur erkenntnistheoretische K ritik an Hegels Reflexionsphilosophie auf eine ontologische Ebene überspringen. primative. mit dem Verstände verband« und die bei jenem »nur Phantasie. zum Subjekt41 seiner selbst machen. 29 4 ^ ). wieder zugewiesen hatte.. daß »das Reale oder Wirkliche« nur deswegen in die Stellung eines »notwendigen adjectivum des Begriffs« geraten konnte. die Schelling. »also nicht in Betracht« komme ( Grundsätze . .). ) unabhängig von dem G edanken. V o n diesem Widerspruch erlösen w ir uns nur. weil sie keine wirklich bewußtseins­ unabhängige Anschauung sei.) Feuerbachs Übertragung des Begriffs »Subjekt« a u f die außermensch­ liche (N atur-)W irküchkeit besondere A u fm erksam keit gewidmet. 44 ff. . was aber ein Widerspruch ist (.)]. weil die Reflexions­ philosophie »von vornherein den Begriff ( . dessen Wirkungsgeschichte über M a r x bis hin zu Marcuse und Bloch sich verfolgen läßt. Was hindert also. keine Wahrheit« sei. wenn w ir demselben absolut selbständige. dies Verhältnis abermals umzukehren und offen auszusprechen. . Konnte jene nachweisen. (Als ein Gegenbegriff zum absoluten Sein fungiert »Subjektivität« bei Schelling gar nicht. der dem B egriff des Subjekts seine alte Bedeutung als V)n0X£t^£V0V. Das K a p ita l lesen . im Gegensatz zu Fichte. 41 M it Recht hat A lfr e d Schmidt (Emanzipatorische Sinnlichkeit. ( .) 278 .

w eil der Gedanke sie als das für ihn zweite reflektiert.).. 9. »das Denken aus dem Sein.e. . . ) . 241 u. 258) . 262) des Begriffs ist sie zumal dessen Wahrheit. wenn auch gegen ihn gewendet. d .seine eigene »po­ sitive.im »Sein (als) Subjekt« (Thesen.44 Nicht nur mit dieser M etapher45 hat er Eindruck au f M a rx und Engels gemacht.e. ohne sie aus sich ableiten zu können. a u f Hegel zurüdegeht. 44 L . als naturgegebene Abhängigkeit des Geistes von der W ir k ­ lichkeit darzustellen wußte. 259/60) gegrün­ det. . Die Wirklichkeit ist eben darum. B d . Bd. Beide haben seine K ritik an der ver­ kehrten Stellung von Subjekt und Prädikat in Hegels P h ilo ­ 42 L . aber das Sein nicht aus dem Denken« ist (I. 10 . die sich selbst als anmaßliehe Empirie. Zur Beurteilung der Schriß >Das Wesen des Christentums< . 43 Ebd. I. 28. I.e.i. wahre Philosophie« (I.. ..e. die als solche durchschaute Voraussetzung ihrerseits auf deren w ahre Voraussetzung im »Sein als Sein« . Dann zeigt sich aber. so liegt nun die ontologische Konsequenz auf der H and. welche als »umgekehrte . 2 79 . Mehr noch: Als die * natürliche Basis« (I..zu überschreiten..anders gesagt: nur infolge seines A u s­ gangs von sidi ..in der doppelten Nachfolge Schellings . 240.. das Konkrete früher als das Abstrakte«43.lutey allein wahre Wesen voraussetzte* (I.e. bei ihm freilich den fortgeschrittensten Stand bürgerlicher A ufleh nung gegen die Fessel der Feudalherrschaft signalisierte. 45 D ie natürlich. F. A u f die Entdeckung dieser Inversionsstruktur hat Feuerbach . das an sich oder unabhängig von dem Gedanken erste. daß das Denken sich selbst im Weg steht: nur zufolge der Supposition seiner selbst . 313). religiöse Spekulation« oder als deren Negation die »negative Philosophie< »geradezu au f den K o p f oder vielmehr auf ihre wahre Basis [stellt]«.e. Das Wesen der Religion . auf die der Gedanke mit immanenter Notwendigkeit zutreibt.konnte es den Schritt zur N atur als etwas dem Gedanken nach Späteres interpretieren4 2 . F. »obwohl es in der Wirklichkeit gerade umgekehrt ( .

9. und vollbringt a u f diese Weise eine radikale Selbstkritik der von jenem sich absondernden R e ­ flexion. Thesen 2 5 1 . ebd.e.e. ders. 259 und 263. auch L . I. io.e. 14 und 1 5 . K ritik 49/50 u. ist teils verbürgt. Zur Beurteilung der Schrift >Das Wesen des Christentums*! I. 2 4 1 .. zu 46 V gl. 2 5 J ! ^ 5 7 / 8 . . 54 oben. a u f Schelling berufen (vgl. 238. Z u r Beurteilung der Schrift .. sagt Schelling. F. vgl. In beiden Schritten erweisen sich Feuerbach und seine Nachfolger als Denker in der Tradition Schellings4 8. 280 .e. 48 Auch der G edanke der Selbstaufhebung der Philosophie durfte sich. Thesen und Grundsätze . »hat Hegel den bloß logischen C h a ra k te r des Ganzen dieser Philosophie erkannt. 1 ) : In der Rückkehr der Reflexion in den Naturzustand überwindet die Philosophie »das letzte Bedürfniß derselben. 2. 47 L . 2 8 4 / 5 . I... Anm . L . durch ihren »nebulösen >Entschluß<«. daß die Negation der negativen P h i­ losophie zugleich die Aufhebung der Philosophie als einer »besonderen Fakultät»*? in sich schließe und so praktisch sie verwirkliche. D er Schluß der Enzyklopädie beweist es hinlänglich: der Geist wendet seine Entäußerung wieder um in seine anfängliche Identität nur mit sich. 258) zur N atur komme die Idee nicht wirklich aus der Sphäre des Ideellen heraus:49 beide sind aus demselben Stoff.. 30 j . Bd. c. Der Übergang von der Logik zur Naturphilosophie D er andere E in w u rf Feuerbachs. 3 ” » 3 I 2 ^3 un^ passim.. »So wenig«.. 2 0 9 -2 17 ) bekannt. als einer besonderen Wissenschaft«. 12 8 ^ ) . mehrmals in München und in Berlin vorgetragen) sowie aus seiner Vorrede zu Cousin (vgl. 49 V gl. Darüber hinaus gibt der Zeitpunkt. I. 239 f . daß er mit der Naturphilosophie aus ihr herauszu­ treten erklärte« (I. Daß Feuerbach und M a rx wenigstens die letztere gekannt haben. I. 421 und Schelling I. den w ir hierdurch aufgrei­ fen.00041345 sophie46 vollkommen sich zu eigen gemacht und Feuerbach auch darin zugestimmt. 10. teils sicher zu erschließen. F. 1 4 4 / 5 . (Thesen . F. Das Argument ist aus verschiedenen Vorlesungszyklen Schel­ lings (vielleicht 1822 in Erlangen. wie W olfgang Wieland gezeigt hat. lautet..

K oktanek. B d . vollkommenen Idee? D aß sie nur noch im Elemente des Denkens ist? Woher weißt du nun/aber. M. mit der sie ja nicht etwa noch in sich selbst fortschreiten könnte (denn das ist unmöglich. sondern unlogisch deduziert.c. 10. wie einzelne Z itate aus der von A .52 Sie steht auch auffällig quer 50 So lautet der Titel einer N o tiz in den Fragmenten . 51 L. h. d. d.e. Diss. 52 Zum Vergleich (wir zitieren den von Schellings Sohn gegebenen A us­ zug aus den WW. Was ist denn nun aber das N egative in der absoluten. «51 Diese N otiz erinnert nicht nur sehr stark (bis in den Wort­ laut) an den (in Fußnote gegebenen) Passus von Schellings Münchener Vorlesung 18 2 7 / 8 . weil das denkende Subjekt außer der >Logik< ein unmittelbares Dasein. und zw ar in der Form. x j j . die >Logik< geht nur deswegen in die N a tu r über.. I J 5 / 6 . Gäbe es keine N atur.51 Erstmals in seiner intellektuel­ len Biographie problematisieren sie Hegels logische Gleichung von Denken und Sein.) in der Idee liegt überhaupt keine N othw endigkeit zu irgend einer Bewegung. daß sie nach dem »Prinzip (des) Übergangs« der Idee zur N a tu r fragen.dem Feuerbadi seine frühesten » Z w e i f e l « 5 0 am Hegelsdien Systemgedanken artikulierte. M . in Verbindung mit ein paar wei­ teren Umständen einen Wink für die Rekonstruktion einer direkten Abhängigkeit von Schellings Münchener Vorlesung 18 2 7 /8 . Feuerbadi hat diese »Zweifel« nämlich nach eigener Angabe zwischen den Jahren 1827 und 1828 in Form einer Tagebuchnotiz festgehalten. Schellings erste Mün<hener Vorlesung .i. von deren Fassung Schellings Münchener Vortrag abgewichen zu sein scheint. Stand­ punkts dieselbe anzuerkennen gezwungen ist. denn eben die >Logik< weiß aus sidi selbst nur von sich. daß es noch ein andres Element gibt? Aus der >Logik<? Nim m erm ehr. I. Also w ird das Andre der >Logik< nicht aus der >Logik<. nicht logisch. nimmermehr brächte die unbefleckte Ju n g fer >Logik< eine aus sich hervor. nur vom Denken. »ist die eigne N egativität der logisdien Bestimmungen. . a. heißt es dort u... natürlichen. weil sie ihre Vollendung schon hat). eine N atu r vorfindet und vermöge seines unmittelbaren. »Die N otw endigkeit des logischen Fortgangs«. sondern 281 . K o k tanek skizzierten Vorlesungsnachschrift vermuten lassen [A . . München 19 5 9 ]): »(.

e. das also kein Bedürfniß mehr hat. 53 L . daß etwas der A rt geschehen. 282 . 54 Feuerbachs Selbstcharakterisierung in den Fragmenten gibt an. weil die N a t u r eben existirt« (I. F .. 15 9 ) . 172). 10 . nicht in der N a t u r aufgehoben (I.00041345 zu dem von Feuerbachs Dissertation markierten Reflexions­ stand. B. Paulus . 1 8 4 1 / 2 u. und die zwischen 1829 und 18 32 gehaltenen Erlangener Vorlesungen über Logik und Metaphysik seien. sondern lediglich.einer Schrift.. 3. Schelling hat seine K r it ik mehrmals in München (z. 105) a u f die ihm »unerwartete Bundesgenossenschaft« Schellings beiläufig hingew ie­ sen. Wird also doch angenommen. 158).. 1828 mit dem Ausdrude »ungeheuchelter Hochachtung und Vervielmehr ganz von sich abbrechen müßte. z. B d . Auch der W ortlaut einzelner Formulierungen taucht wieder a u f (vgl. in den 18 30 ausgearbeiteten Gedanken über Tod und Unsterblichkeit sei »der alte Z w iespalt zwischen Diesseits und Jenseits« noch immer nur in der Vernunft. 1 8 3 2 / 3 . Will man eine E in w irku n g der Münchener Vorlesung a u f Feuerbach nicht annehmen ( es gibt Z w e ife l an der Richtigkeit der Datierung durch Schel­ lings Sohn)* ohne seine Anlehnung an Schelling zu leugnen. Bedenkt man. Übrigens hat A lfre d Schmidt ( Emanzipatorische Sinnlichkeit . w o nicht dem Buchstaben. D ie Idee am Ende der Logik ist Subjekt und O bjekt. II.. I. I. daß Feuerbach keinesfalls vor 18 3 2 zu einer eindeutig von Hegel sich abgrenzenden Position gelangt ist54 und daß er seine Dissertation am 18.e. 10. so wird es nicht angenommen wegen einer N o th w e n d ig ­ keit in der Idee selbst. als sie es schon ist. 377/8 und 379/80). und liefert damit ein extremes Beispiel für die nach­ mals so scharf an Hegel kritisierte Reduktion des Seins auf die Reflexion. 7. so bieten sich vergleichbare Wendungen aus Schellings Streitschrift gegen Fichte aus dem Ja h re 1806 (I. B . doch dem »Geiste« nach. ihrer selbst bewußt. 158. 152). 18 3 6 / 7 ) sowie in Berlin (z. reell zu werden. die auch anderer P a r ­ allelen halber als Quelle für die Ausbildung von Feuerbachs N a tu r g e ­ danken sich aufdrängt. hegelisch (I.. Fragmente . . 1 . Diese fast gleichzeitig vollendete Arbeit deutet nämlich im Gestus unerschütterter Gewißheit das »Verhältnis des Daseins (zur Vernunft)« als deren »Verhältnis zu sich selbst«53. 12. 18 4 2 / 3 ) wiederholt und zum Teil in einer Feuerbachs »Zw eifeln« eng verwandten Weise präzisiert (vgl.e. ohne ihr nachzugehen. als das Ideale auch das Reale.1 2 6 ) an.e. B . weiter und a u f andere Weise.

Schleiermacher. . Berlin 18 6 10 . markiert eine bedeutsame Wende in der Geschichte des G edanken s: dasselbe P a ra d ig ­ ma unverfüglichen Selbstseins wird nicht länger mehr religiös. die die relative Einheit der Selbstbeziehung erst erklärt und als Verweigerung . (Mit einem A nhang unveröffentlichter Briefe von L . 1968. F. die Möglichkeit. 2]). 333 )?57 55 D as B rie fz ita t aus: H . M olitor [an Schelling]. Feuerbach. 56 Das ist auch Sandkühlers M einung: I. A . 168 f. so fällt es sdiwer. 3 . Bd. 245. grundsätzlich an die Methode des Idealismus zu richtende. Fr. der in der Identität seiner E n t­ äußerung mit sidi seiner Logizität innewird. über das Gefühl von Abstraktheit. R ü g e und J . 57 D a ß Feuerbach sich geradewegs a u f Schleiermachers Definition der R e l i ­ gion als »Gefühl Schlechthinniger Abhängigkeit vom All< beruft und als »Abhängigkeitsgefühl des Menschen oder des Bewußtseins von der Natur< uminterpretiert (L. Das Wesen der Religion . Frage zusammen­ drängen: H a t der Gedanke. Bd. daß seine Abwendung von Hegel mit einem von Schelling empfangenen Denkanstoß zusammengegangen ist.5 ) . 1.. son­ dern nur die relative »A bhängigkeit des endlichen Einzelnen von der G a n z h eit und Gesamtheit alles Endlichen« aussage [vgl.56 d.ehrung«55 an Schelling geschickt hat. Rechenschaft abzulegen.e. Der christliche Glaube . I. Sandkühler. Das ontologische A priori der Natur Feuerbachs K ritik an Hegel läßt sich in die eine. als daß sie in ihrer » W ahrheit « von der Einheit ihrer und des Seins übertroffen wird und insofern von ihr >abhängt< (<Grundsätze . = § 32. F. Erstaunlicher fast als diese Wende ist aber die strukturelle Invarianz des Parad igm as: Schon bei den R om antikern als das im Selbstbewußtsein »mitgesetzte B e­ wußtsein« von dessen sich entziehender Basis in Anschlag gebracht.) F ra n k fu r t/ M .. das ihn in die Sphäre der N a tu r hinaustreibt. 10 . daran zu zweifeln. sondern materialistisch ausgelegt (wogegen Schleiermacher freilich den E in w an d be­ reithält.J . daß eine solche Deutung nicht wirklich die »schlechthinnige«. Zur D ialektik von Politik und Philosophie bei Schelling. wenn er den G ru n d für dies Abstraktheitsgefühl ausschließlich sidi selbst zuschreibt? Anders gesagt: Läßt das in der Sidiselbstgleichheit der Subjektivität sidi aufdrängende Gefühl von Unselbstän­ digkeit anders sich verstehen.e. Freiheit und Wirklichkeit .

). 9. läßt sich das menschliche Bewußtsein als eine selbst seiende Offenheit zum Sein verstehen. Über den Anfang der Philosophie . Konsequent destruiert er das religiöse Bewußtsein durch eine >kritisdi-genetische< A nalyse. läßt sich übrigens eine ontisch fundierte D ialektik etablieren. 244 ff..den C harakter des Seins aus der Selbstreferenz eines >nihil negativum< (oux öv) zu gewinnen hätte . stünde er nicht auf einem von seiner N egativität unabhängigen Fundament.00041345 Ohne Zweifel höbe der Gedanke in seiner Selbstbeziehung sich auf. I. dessen Bestand nicht seinerseits rela­ tiv auf Reflexion ist. das ihn an seiner ab­ soluten Irrealisierung hindert. die im abstrakten Selbstbewußt­ sein sich aufdrängende Gew ißheit von dessen Abstraktheit ihm selbst zu ­ zuschreiben. 6 1). Zur Theogonie.. io. In diesem der Utopie einer causa sui sich reflektieren macht. 284 . F . interpretiert noch F eu er­ bach es als Bewußtsein der Unmöglichkeit. 134) sich machende N a tu r sein (vgl. wenn er nicht selbst real (selbst aus dem Stoff seiner Gegenstände gemacht) wäre. Und ebenso sicher ist. das nicht etwa nur in Beziehung auf das Sein das Nichtseiende (nf) öv) wäre.. U m dem Gedanken auch nur die logisch-abstrakte Seins-Weise eines |if| öv zu sichern.eine offensichtliche Absurdität. daß das vom Bewußtsein überschrittene Sein keine bloße Reflexionsstufe ist. daß keines der ihm begegnenden Objekte Anspruch auf Realität machen dürfte. L . die dessen G lauben an ein suisuffizientes A bsolutum als trügerische Projektion aus der E rfah ru n g seiner eigenen U nrechtfertigbarkeit (als eines ens non causa sui) en tla rvt (vgl. und dies kann in der raum­ zeitlichen Wirklichkeit nur die ihm zum >Subjekt< (I. 57 a L . h' nur wenn die Reflexion auf ein Sein zurückgeht. und zw a r aus der Selbstbeziehung eines solchen. N u r wenn sichergestellt ist. das Sein aus der Selbstbeziehung eines für sich Nicht­ seienden (und seines Nichtseins qua Selbstbewußtsein G ew is­ sen) abzuleiten. F . würde ver­ suchen.e.weil ein seine Immanenz überschreitendes subsistentes Sein gar nicht ins Spiel käme ... K ritik . Bd. D. B d . i i . I. bedarf es der Voraussetzung eines Substrats. sondern das . I.e. 147. Wer dieses »unfreiwillige G e ­ setztsein des Ich von seiten des Objekts«5 7a selbst wieder in Abhängigkeit vom Begriff bringen möchte.e.

e. und zw ar »aus dem einfachen Grunde.Sinne kann Feuerbadi sagen. Fragmente . daß »das erste (.. 10. I. Weil sie als »der Inbegriff der Wirklichkeit in ihrer Wahrheit und Totali­ tät« ( K ritik . 13 7 ) angesehen werden und d arf darum .. 60 Ebd. kann mit Recht »als eine wirkliche Bewegung (nicht [nur] als ein Fortschreiten im bloßen Denken)« ( 1. Bd. und 182 ff. Aber gerade durch solche definitorische Rückbeziehung au f seinen Ursprung erweist er sidi als im Aktus der Aufhebung von ihm abhängig: »Das nicht unter­ scheidende Wesen ist der Grund des Unterscheidenden . so w ird man im Aus­ gang von der Anschauung eben deshalb »zuletzt auch wieder a u f die Anschauung zurückkommen«..61 D. h. io. der au f R ealität gründet (mit der »Materie« als dem »primum existens« anhebt) und beim realen Selbstbewußtsein endigt. 146 (u. 6 1) zumal die »Basis des G e i s t e s « 5 8 ist.. gleich »mit den ersten Schritten in der N atur..ordine inverso . w o r a u f schon A l ­ fred Schmidt aufmerksam gemacht hat.e. F . 25 f. weil das Höhere etwas unter sich haben muß.. 259). fast wörtlich Schelling WA I. um höher zu stehen. Logisch freilich geht dem Niederen das Höhere voraus. 14 .e. also in der Sphäre des Empirischen 58 L . Bd. F . 1 7 1 f.wie Schelling von der Naturphilosophie sagt .).) stützt sidi. I.e. wirklicher Dissonanz« beruhende »Steigerung« (I. passim). 59 L . a u f diesen Gedanken.) auch das letzte sein (muß)«. ein Prozeß.v g l. 61 L . .die N a t u r also der Grund des Menschen« (ebd.. I. F. N egative D ialektik .gerade umgekehrt. Bd. »seiner realen Genesis nach«59 ist es aber . sondern »das von der N atu r sidi unterscheidende Wesen« (<Grundsätze . Noch A dornos These vom »Vorrang des Objekts« vor dem Subjekt (vgl. ist die menschliche Selbsttranszendenz vor dem Verlust des Seins gesichert. 9.. .e.von sidi in Anspruch nehmen.vgl. Das Wesen der Religion . Ü ber den Anfang der Philosophie . 179 .. I.«60 G ibt man Hegels Satz Recht.e. 10. 6 .t I. 17. I. Über den Anfang der Ph.e.. 12 3 /4 ) oder als eine auf »wirklichem Gegensatz. . I. Natürlich ist die R ed e von einer »Basis des Geistes« Anleihe bei der N atu rph iloso­ phie. der Mensch sei nicht Natur. 9.

64 V g l. d. nur etwas Subjektives. in der berühmten D iagnose des inversen V e r ­ hältnisses des Realen zur Bewegung des G edanken s in der >Einleitung< zum R o h c n t w u r f (Grundrisse der K ritik der politischen Ö konom ie . io. 6. D a stellt er denn die abstraktesten Begriffe voran. für Wirklichkeiten gehal­ ten werden. Daseyn u. (. Anm. Hegel nahm sie von ihrer natürlichen Stelle hinweg. s. künstlich objektiv Gemach­ tes sind.14 0 ) weist den Begriffen der Hegelschen L o g ik * * erst ihren realen Ort an und entzaubert durch eine real-genetische Konstruktion die logische Illusion. sie sind also objektiv genommen nach der N atu r. 10. ein Daseyn nicht eher als ein Daseyendes« (I. D ie Naturphilosophie. und 505 ff. . sowie I . wovon sie abstrahirt sind. Abstrakta aber können doch natürlicherweise/nicht eher daseyn.64 62 Deren Fehler w a r also. w as sie durch ihre eigne. ein Werden kann nicht eher seyn als ein Werdendes. . während sie da. I . indem er sie an den A n fan g der Philosophie setzte.) m itge­ nommen« zu haben (I.. nicht vo r derselben. als das ist. 138). B. als die »wirklich von vorn anfangende Philosophie« (I. Berlin 286 . »die Methode der N atu rp h ilo so p h ie« in die Sph äre einer ihr angeblich vorgeordneten »abstrakten L o g ik (. dazu I I . 2. 1 : »H ier sieht man. Werden. 467 ff. als w o sie zuerst in die Wirklichkeit eintreten (mit dem Bewußtseyn). 10 . 10. . die in den vorausgegange­ nen Naturprozeß als dessen bewußtlose Konstituenten einge­ gangen waren. w ie die logischen B e ­ griffe zugleich reale. w o sie Hegel abhandelt. 3. am Ende der Naturphilosophie und im A nfang der Geistesphiloso­ phie. . 509 ff. Dieser T y p von K ritik taucht an exponierten Stellen der Marxschen P h i ­ losophie w ieder auf. h. 63 V g l . 14 0 /4 1).63 An dieser Stelle sind die Begriffe selbst auch wieder etwas wirklich Objektives. 93/4. die Existenz aus dem Denken hervorbringen zu können. w . lebendige Begriffe sind. selbst wieder/bloß logische Bew egung niemals w erden können. 138). Die Begriffe als solche existiren in der T h at nirgends als im Bewußtseyn.00041345 und somit auch der Anschauung« zu stehen (I. Die Begriffe sind nämlich nichts als ideelle und für sich selbst bestehende R e p ro ­ duktionen derjenigen Handlungen. z.)«. und konnten daher für eine »natürlich fo rt­ schreitende (Philosophie) nicht eher da seyn.

. nichts zu sein. 22): »Hegel g e r i e t .. . wie das der Hegelschen Logik (vgl. . Das Wesen der Religion .« Diese Illusion habe Hegel z. konkretre/Verhältnisse sind. Grundlage/der Existenz eines ändern Wesens und insofern ein untergeordnetes Wesen. der Geist ist das Ende. Mithin ist die ganze Vorstellung jenes Processes und jener B e ­ wegung/eine selbst illusorische. I.e. d . das die Ehre hat. und aus sich selbst sich bewegenden Denkens zu fassen. ..e. »das Individuum ein anderes. sich das K onkrete anzueignen. das hat auch die Ehre. 66 L. es als ein geistig Konkretes zu reproduzieren. 22/3. I S°) grundsätzlich anerkannt und die Natur als eine G e ­ schichte von realen.. es ist eigentlich nichts geschehen.. I. 10. sondern unter dem hervorgebrach­ ten.41345 Solchen Einsichten der Schellingschen Naturphilosophie schließt Feuerbach bis in die Terminologie hinein sich an. aber es ist auch zugleich bloßes Mittel und Stoff.«67 Auch Schelling hatte die »Priorität des Physischen« (WA 44. den Louis Althusser (Das Kapital lesen . . a u f die Illusion das R eale als Resultat des sich in sich zusammenfassenden. .. »Wohl setzt«. um einen radikalen »Bruch< in der E n tw ic k ­ lung des frühen zum späten M a rx aufzuzeigen: gerade hier tritt die Schellingsche T radition ins Licht. Aber in der R e a litä t »existiert . 17. aber das hervorbringende steht deswegen nicht über. in sich vertiefenden. 59 ff«) von ihm ma<ht. B. . . während die Methode vom A bstrakten zum Konkreten aufzusteigen.) Das konkrete immer vorausgesetzt« (ebd. ü b e r den Anfang der Philosophie . die viel Substrat (. 65 L. . 145. . Bd. 68 Wäre das Geschehen »zeitlos-ewig«. 9.und Knechts­ verhältnissen.c. dazu verleitet. Dies D oku m ent ist ein glänzender Beleg zugunsten der K ontinuität des Marxschen Denkens und gegen den Gebrauch. .^). sukzedierenden68 Steigerungen be19 5 3 . F. kein Besitz v o r der Familie oder Herrschafts. nicht der Sinn a u f den Geist. I. Bd.«65 »Ein W e­ sen.e. F. 22 /3). 10.) ist . 136. (. I. den realen A n fa n g der Rechtsverhältnisse in den abstrakten Begriff des Besitzes zu setzen. schreibt er. alles ist 287 .h . nur die A rt für das Denken ist. Das hervorbringende Wesen ist zw a r die Ursache der Existenz und insofern erstes Wesen.«66 »Der Geist folgt auf den Sinn. nichts vorauszusetzen. so geschähe gar nichts: »Ein ewiges Geschehen ist kein G e ­ schehen. es hervorbringendes Wesen voraus. K e i ­ neswegs aber der Entstehungsprozeß des Konkreten selbst. nicht der A n fang der D inge. 5 1 / 2 . 67 L..

schon während seiner identitätsphilosophischen Phase gemieden. Ihr eignet der N am e »Naturphilosophie« nicht nur in Gedanken vorgegangen. Hier ist nicht nur Feuerbachs emphatische Gleichung von sinnlich Angeschautem und Wirklichem vollzogen. . wäre auch nicht Anschauung)« ( 1.69 Schelling hat diese Dichotomie. die von »dem. Eine solche Methode vermeidet zugleich jene »Verdoppelung der Wahrheit< in die unbekümmert um den Menschen >für sich selbst« und die »für den Menschen« daseiende (G rund­ sätze. 70 Wie bei Feuerbath geht sie a u f »das eigentlich Unmittelbare (. ist es mit dem ersten Schritt in der N a tu r.trägt auch schon den Namen der »positiven «7 0 (I. 9 6 ^ . und diese ganze Bewegung eigentlich nur eine Bewegung des Denkens« (I. ein logisches und ein reales. sondern sie ist eine Wissenschaft ( . hat nicht zu tun mit »einem Wesen. 69 »Das frühere System kennt nicht ein doppeltes Werden. h. Dies Höhere aber stand jedesmal auf einer seienden Basis und begriff sidi als Moment eines mehr als nur logisdien Prozesses (WA I. das da ist. u. in eine negativ-logische und eine positiv­ anschauliche Wahrheit. oder allein durch diesen [sic!] kann ergriffen werden. . io. 29. eben daher auch allein Anschaulichen und in allem Anschaubaren allein Angeschauten: (denn eine Anschauung. 146). 7. .00041345 griffen. durch welche jede nachfolgende Stufe (>Potenz<) ihre »etwas seyende« Voraussetzung sidi unterwirft und als »das Höhere zugleich (zum) Begreifenden und Erkennenden des Niedereren« (sic) sich macht (I.) das bloß M itte l­ bare. 7. von der wirklichen. d. 30.e. Die Naturphilosophie. sondern von dem abstrakten Subjekt. schrieb er 1806. 25 f.4) handelt . 103). die »wahre Philosophie« . .).G). so wie dagegen [eine anschauungslose Philosophie] (. 1 2 4 / j ) .diejenige. . das bloß in Gedanken ist. d.). von der seyenden N atur« (I. . und es bedarf nachher keiner weiteren E rk lä ru n g des Übergangs von dem L o g i ­ schen in das Reale« (I. dem Subjekt in seiner Abstraktion ausgehend. die in Hegels Unterscheidung von Logik und Psychologie aufer­ steht. 10. passim). lediglich zu Erkennende« abstraktiv verallgemeinert (I» 7 . 10. die nicht Anschauung des Wirklichen wäre. 340). h. ) des allein-Wirklichen. vgl. 34 » 93 / 4 )- 288 .

71 Statt der Geschichte ihr Recht streitig zu machen. ohne die frappanten Übereinstimmungen auf sich beruhen zu lassen. denn sie setzt sich selbst (in der Potenz des Begriffs) voraus. sondern weil Realität nur dem geschichtlichen Gedanken zugesprochen werden kann. der »das Positive der wirklichen oder N aturw elt« in sich aufbewahrt (I. 30. weil sie die Realität des Gedankens und der G e ­ schichte leugnet.3). 7. befreit sic sie vielmehr aus der Abstraktion des rein Geistigen und läßt als ein Selbstverhältnis der lebendigen N atu r sichtbar werden.Daß Feuerbadi sie kannte. . voraussetzungslos. wissen w ir aus dem Briefwechsel (s. mit welchen Feuerbachs Hegelkritik an Schelling sich anschließt: 1. Ihre Negation der Wahrheit des Unmittelbaren nimmt des­ sen Wahrheit gerade in Anspruch. N u r indem Feuerbach gegen die Anmaßung eines geschicht­ lichen Idealismus diese Wahrheit der Naturphilosophie wieder zur Geltung brachte. o. Hegels Philosophie beginnt nicht. Vollendete Darstellung der Unmittelbarkeit muß darum in der Negation ihrer selbst zur Unmittelbarkeit zu­ rückkehren und bewahrheitet sie so. Als Selbstreflexion der >Sache< des Geistes hat sie notwendig an ihr ihr >Selbst<: die bloß sich überlassene Darstellung hätte keinerlei Kriterium 71 Will man eine Abhängigkeit Feuerbachs von der Münchener Vorlesung 1 8 2 7 / 8 nidit annehmen. was als die negative Beziehung des >Weltgeistes< auf sich verkannt war. denn Vermittlung ist nur als formelle >Darstellung< eines für sich selbst nicht offenbaren Inhalts. 289 . läßt a u f diese Schrift sich verweisen. 2.>041345 deshalb. konnte er indirekt zum Begründer des historischen Materialismus werden.). wie sie behauptet. Darüber hinaus stammt Feuerbadis kleine Abhandlung Uber das Wesen der Religion aus dem J a h r e 1845 und stützt sich a u f die Bekanntschaft mit der Paulusschen Nachschrift von Sdiellings Berliner Vorlesung 1841/2 (erschienen 1843!). Zusammenfassung W ir haben sechs Einwände diskutiert.

6. nimmt sidi ihm als das Erste aus. 3. 290 . seine reale Entäußerung (Anschauung) in sidi einholt und überwindet (sich gleich macht). 5. erweist sidi mithin als petitio principii. Sie verhält sidi darum gegen die eigentliche Realität nur negativ (hat nicht sie zur Basis). auf dem K o p f zu gehen.00041345 für die Erkenntnis der Identität ihrer und ihres Inhaltes. 4. Was für die Reflexion als ihr unmittelbarer Inhalt sidi darstellt. was wirklich nur das Erste der Reflexion ist. E r scheitert an der Erklärung der N atur. wenn man ihn auf den K o p f oder (um im Bild zu bleiben) wenn man ihn vom K o p f au f die Füße stellt. die Vermittlung als die Wahrheit des Unmittelbaren zu überführen. sondern spiegelt nur die abstrakte Selbstbegegnung des Ideellen. D a Hegel nur scheinbar vom transreflexiven Sein ausgeht. Sie reduziert im ersten Schritt das Sein a u f den Begriff Sein und kann infolge dieser Weichenstellung nicht die E in ­ heit des Seins mit dem Gedanken.oder der Realität nach .Zweite. ist gegen Hegels Idealismus zu wenden: E r ist w ahr nur. es in Wahrheit aber nur als unentfaltete Implikation der Reflexion voraussetzt.Hegels Versuch. die in keinem Falle als Entäußerung eines abstrakt Ideellen begriffen und doch in Hegels System auf andere Weise nicht zugelassen werden kann. Die Aufforderung. .mit demselben Begriff in der Potenz der Idee rechtfertigen. ist gerade darum das an ihm selbst . Feuerbadi verkürzt es auf die 72 Dessen E vid enz Hegel nie gesehen zu haben scheint: beharrlich be­ schreibt er intellektuelle Anschauung als eine Selbstreflexion des Denkens. Hegels Philosophie zeigt nicht. Die V ielfalt dieser Gesichtspunkte läßt sich a u f zwei mitein­ ander eng verwandte Einsichten zurückverfolgen: die eine ist Fiditesdien Ursprungs und besagt: Selbstreflexion ist denkbar nur unter der Voraussetzung einer unmittelbar mit ihrem Begriff einigen Anschauung (Schelling bedient sich dieses Arguments72 ausdrücklich. sondern nur die Einheit des Begriffs in der Seins. wie der Begriff seinen w ir k ­ lichen Gegensatz.

seine Q uasi-Realität vom Ich nur geborgt7 3 ). 4 6 3 . erkennt und m odi­ fiziert das Sein. Die Identitätsthese ist damit nicht grundsätzlich außer K r a ft ge­ setzt: konkret (d. In diesem Augenblick sind Voraussetzungen für eine material begründete Dialektik der Freiheit (vgl. 10. 291 . aber es ist nur. aber die Gewichte der synthesierten Relata sind anders verteilt. ihm den G rund bereitet.zu einem Prädikat des subjectum gewordenen Seins (II. Feuerbach übernimmt diesen Gedanken von Schelling und wendet ihn gegen Hegel. § i . reicht allerdings gefährlich weit an die Grenze einer 73 V gl. ohne es einerseits in sich aufzulösen (gelänge dies. 162.t) ge­ schaffen: diese überschreitet und negiert. daß das Ideelle umgekehrt erst durch seine Äußerlichkeit Realität gewinnt. Was ihn gegen dessen Idealismus ins Recht setzte: die Insistenz au f der Selbständigkeit des Seins gegenüber der V e r ­ mittlung. Die andere wendet sich gegen einen Grundsatz idealistischen Philosophierens: die Ableitung der Realität aus dem Geist. Dadurch w ird das Selbstbewußtsein .41345 Thesis einer der Vermittlung schlechthin vorgängigen U n ­ mittelbarkeit). empirisch) Seiendes ist stets eine Synthe­ sis des Ideellen und des Reellen . hat Schelling auf dem Höhepunkt seines idealistischen Systems der Erkenntnis sich geöffnet. im Wortsinn ihm >sub-jectum< wird. mithin nur sein kann auf der Basis der N atur. Das Ideelle oder »Seyende« ist zw a r nach wie vor das. 3. Während Fichtes frühe Wissenschaftslehre Realität für einen C h arakter des Vom-Idi-Gesetztseins erklärt (die Sphäre der Ichheit erschöpft die Sphäre möglicher R ealität. was sein soll. h. . Paulus . sie würde damit selbst zu sein aufhören) und ohne an­ dererseits durch prästabilierte Harmonie mit rein logischer Notwendigkeit auf eine transnaturale Synthesis des Begriffs mit seinem Anderssein zugetrieben zu werden. Fichtes WL von 1794.statt das Sein zu seinem Attribut zu haben .>). wenn ihm das »Seyn« zuvorkommt.für sich allein ist keines der raum-zeitlichen Existenz mächtig. Abschnitt. das Nicht-Ich ist zugleich das Nichtseiende.

. daß sie aber mit jenem nicht zusammenfällt. 62 ff . sondern sich als ein freies Verhältnis mit ihm vermittelt. als was sidi das Sein erkennend und han­ delnd bestimmt. xx. aber zugleich: von einer die A b ­ straktheit beider R elata übergreifenden Identität in Regie genommen weiß. daß z w a r nur das Sein die Realität der Reflexion sichert. h. das es Ist«.7 4 74 292 V g l . I. L . Zweifellos signalisiert die Umgewichtung des Verhältnisses von Denken und Sein eine Wende in der Geschichte der Moderne. . bestimmten und zeitlichen Synthesis zu­ sammen wächst.e. B d . >Konkret< heißt fortan nur der Gedanke noch. F . Ihr ist mit Schelling entgegenzuhalten. der jenseits seiner selbst mit dem Sein sidi einläßt und mit ihm zu einer wirklichen.00041345 neuen Abstraktion: der Reduktion des Erkennens aufs Sein. Der Wille innerhalb der Z eit . d. Sie erst ist der Grund des Konkreten. näm­ lich des »Seyenden. der substantiellen Einheit des Seins und dessen.

1 MEW t /. die Beiträge »in den »Anecdotis<« und die Philosophie der Zukunft (ebd. Seine K ritik an Hegels Philosophie bekennt sich ausdrücklich zu Feuerbachs Vorbild. als Entdecker der geheimen Verschwisterung des Hegelianismus mit der Theologie . 569). in denen M arx Feuerbachs Hegelkritik fast ganz sich zu eigen macht. Erg. Teil.)« *93 . ein kritisches Verhältnis zur Hegelschen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem G e ­ biete gemacht hat..(I. >1 . den Begründer des historischen M a ­ terialismus in die Tradition der »positiven Philosophie< einzu­ ordnen. 2. durch seinen Ausgang von einem sol­ chen Positiven.. t. 57 °)- K ritik der Hegelschen Dialektik und Philosophie überhaupt (1844) Gemeinhin werden zwei Phasen in Marxens Verhältnis zu Feuerbach unterschieden: die Zeit der Arbeit an den soge­ nannten ökonomisch-philosophischen Manuskripten. als Begründer »des wahren Materialis­ mus*« auf der Basis eines gesellschaftlichen Interaktionsverhält­ nisses der Menschen. das nicht Resultat selbstbezüglicher Negation..$041345 V II K arl M arx — Geschichte als Selbstverhältnis der N atur Es ist nicht schwierig. E rg .bd. sei er der erste und »einzige.e. Im Unterschied zu den Junghegelianern. sondern durchaus »positiv auf sich selbst begründet« ist (I. Und z w a r in drei Rücksichten: 1.e. der ein ernsthaftes. Berlin 1968. Im Schlußkapitel der Philosophisch-ökonomischen Manuskripte bezieht sich M arx ausdrücklich a u f Feuerbachs Thesen . $68 (hinfort zit. deren K ritik »vollständig«1 im Magnetfeld Hegelscher Abstraktion verharrt. 3.beide »entfremden« des Menschen Wesen zu einem übermenschlichen Subjekt-Ob­ jekt . 569). bd.< im laufenden Text). Ergänzungsband ( = Marx* Schriften bis 1844). /. überhaupt der wahre Überwinder der alten Philosophie ist« (M EW .

in welcher er von Feuerbach abrückt. B. 583 u. 294 .. Freilich läßt M a rx den heuristischen Vorzug des Feuerbachschen G e­ dankens nicht unbenutzt: Um die »menschliche Wirklichkeit * (/.e. 585. als die Aneignung Feuerbachs schon in der früheren Schrift unter einer ganz bestimmten Perspek­ tive erfolgt ist. ganz außer sich zu sein vorgibt (I. das die Reduktion ihrer geschichtlichen Realität auf eine bloß logische Kategorie verhindert. und kehrt in den selbstbewußten Geist als in seine wesentliche Wahrheit und Heim at zurück.e. 571).. bedarf es nämlich eines Kriteriums. D aran w ar grundsätzlich festzuhalten.e. 2 V g l. nicht Gedanke ist. nämlich als ideellen Reflex realer Entfremdung des Menschen und der b ü r g e r ­ lichen Gesellschaft« zu deuten (I. der er ein anderes Gewicht einräumt als Feuerbach. die nicht Idee. Schon darin äußert sich ein Vorbehalt gegen die ahistorische Anthropologisierung des »Positiven«. bd. das Mißverständnis aufzuklären. M EW 2t 203 und passim..e. also nur als ein Ideelles. Erg. passim). Dazu eignete sich der über Feuerbach tradierte Schellingsche Nachweis.00041345 und die Zeit der Arbeit an der Deutschen Ideologie . Diese Darstellung bedarf der K o rrektu r insofern. daß das Reelle nicht abhängt von der >Selbstbeziehung der Negation« (I.2 Ein von der N atur. kennt N a tu r und Wirklichkeit nur als das Zwischenspiel seiner »Selbstvergegenständlichung«. 540) unter Bedingungen ihrer Entfremdung ver­ stehen zu können. wenn es darum ging. an Marxens Behand­ lung der N egativität.^ u. abstrahierendes Denken hat aber nur mit sich selbst zu tun und bleibt auch da noch * abstrakt wo es ganz mit sich abzubrechen. Eine »Verkehrtheit« dieses T yps besteht nach M a rx in der ganzen Anlage des Hegelschen Systems: Es beginnt als Logik »mit dem reinen spekulativen Gedanken« (I.). das inverse Verhältnis von Realität und Ideali­ tät in Hegels Philosophie selbst historisch.. in welchem Hegels Philosophie als Zeitgenossin ihrer »Welt« notwendig auch sich selbst ge­ genüber sich befand. J72v>). Das wird manifest z. 5 7 1..

und zw a r »nicht nur fü r uns oder an sich..e.41345 N u n besteht die »Illusion der Spekulation« gerade darin. daß unter den Blicken der Reflexion der Gegenstand von selbst als eine »Abstraktion* sidi ent­ hüllt. M EW 2.... In diesem Fall ist es gar nicht mehr nötig. kann der Gegenstand nicht anders bestimmt werden denn als ein relativ aufs Wissen Nichtseiendes: er ist nur als dessen unmittelbare »Selbstentäußerung* (/. und die Beziehung des negierenden auf den negierten 295 . 203]).R e ­ flexion (bzw. läßt man sidi auf seine Voraussetzung ein.e. Erg. daß ihr. 576). 580). als welche das vollendete Selbstbewußtsein sich durch­ sichtig ist (ebd. ist das Bewußtsein »in seinem Anderssein als solchem bei sich« (I. 57 5 /6 ]). indem sie jedes Bewußtsein von etwas als undurdisdiauten Modus des Selbstbewußtseins unterstellt.) seine eigene »Nich­ tigkeit* an. die vermeintliche Positivität eines transreflexiven Seins durch Reflexion zu brechen (die Gegenständlichkeit als solche zu »überwinden« [I. 580. Dies vorausgesetzt.e. bd. die den Keim ihrer eigenen Aufhebung in sidi trägt. Von ihr als dem selbstgewissen Wesen ausgehend.. auch der >Gegenstand< den C harakter der Selbstheit annimmt (I. In diesem Augenblick scheint sich der Schelling-Feuerbachsdie V o rw u r f bloßer N egativität ad absurdum zu führen: denn die (zugestandene) »Nichtigkeit des Gegenstandes« ist gerade in einem die »Selbstbestätigung* (I. 580). 580) seiner ursprüng­ lichen Einheit mit der unhintergehbar selbstbezogenen N e g a ­ tivität der Reflexion und deren Umwendung ins Positive... Das Wesen schaut also im »Schein eines Gegenstandes« (ebd. Diese lautet auf die Autono­ mie der . was dem Reflex als Substrat zu dienen versprach.. j 75/6 ).).e. u.e. In diesem Augenblick enthüllt.e. sondern für es selbst « (I. ihrer »einzigen Daseinsweise«. des »Wissens* [I.als negative Selbstbeziehung gedachten . Die Konsequenz dieses Gedankens ist unumstößlich. als des Wissens eigener Reflex. selbst sidi als des Seins beraubt. Anders gesagt: die Selbstnegation des Gegenstandes als eines negativen enthüllt gerade seine positive Einheit mit der N e g a ­ tion. Es genügt zu zeigen.

.. Der Versuch.e. Sie kann nun in ihren verschiedenen Aspekten aufgedeckt werden: Wenn die Selbstentäußerung des Gedankens und die Aufhebung der Entäußerung nur verschiedene Ausdrücke für die Seinsweise des Gedankens sind. 296 .. das Sein des Objekts von der Seinsweise der Reflexion abhängig zu machen. Ihm muß der C h a ra k te r vonSelbstbeziehung-unabhängiger Positivität zukommen. E rg .b d . wenn die Autonomie der Reflexion als solche bestritten werden kann: Sie muß es sogar. kann sie es nur bei einem toto coelo von ihr Unabhängigen borgen.. er meine »die A r t. 570).e.e.. 580. bringt also die bodenlose Irrealität und Abstraktheit einer Philosophie ans Licht.. denn wenn die au f sich gestellte N egation ihr eigenes Sein aus sich nicht zu begründen vermag. ist irreführend und w äre sinngemäß durch M a r x gibt selbst an. Solcher G efahr ist nur zu begegnen. des Geistes »wirkliches Dasein (sei) die Abstraktion* (I. 585]).e. ausdrücklich von Feuerbach. denn Realität 3 Der Ausdruck »Dasein« >Seinswcise< zu ersetzen.00041345 Reflex läßt die ganze Relation im Abgrund des Nichtseins verschwinden (»die sich als Abstraktion erfassende A b strak­ tion weiß sich als nidits« [I. D aß er »Dasein« nicht als ontologische K a te g o rie verwendet.e. 572). indem er hinzu­ fügt. ohne daß Realität auch nur ins Spiel käme (I.. welche M arx in au ffälliger R a d i­ kalisierung von Schellings K ritik »absoluter N egativität * und »abstrakter Logizität« bezichtigt (I. 585). Übrigens übernimmt M a r x das Argument. die als »Negation der Negation« gefaßte »Position« könne »nicht durch ihr D asein 3 sich selbst«. andern­ falls fiele es augenblicklich wieder mit dem Resultat der Selbstnegation zusammen und enthüllte sich als ein Seins­ merkmal des Wissens.^). nur mithilfe seiner lasse sich die Abstraktheit des Hegeischen Systems als solche entlarven.. wie das Bewußtsein ist. und wie etw as fü r es ist« (/. nämlich ihre Wirklichkeit. 5 8 2 / 3 ): beide A k te sind »nur formell« und folglich »abstrakt* (I. zeigen Form u lie­ rungen w ie diese. 584).e. unter Beweis stellen (I. gibt es Äußerlichkeit und Aufhebung je nur im Denken selbst.

e. .). I.) keine R ed e mehr sein. I. . was M a rx den »falschen Positivismus Hegels oder seinen nur scheinbaren Kritizismus« nennt (I.e.e. Ja n . 3 0 9 .e. Lit. 582). j 8 2 m). Ich hebe sie mithin nur im Denken au f (I. I. »stehn« und erreiche ihre W ahrheit im »Denken«...a u f sidi beruhen.3 5 1 . . Der allgemein M a rx zugeschriebcne V o r w u r f. geht wörtlich auf die brillante Besprechung der Rechtsphilosophie durch einen anonymen Fichteaner im Hermes zurück. d. ebd.). Es gibt Wirklichkeit nur in der Potenz des Ideellen (als logi­ sche Kategorie).bd. K rit... das die Realität als eigenständige Kategorie schon hinter sich gebracht hat (I.e.. Die eine Möglichkeit signalisiert. . Ilting (ed. was sie ist. 18 22. die zweite exkulpiert die Toleranz gegenüber dem »Scheinwesen oder dem sich entfremdeten Wesen in seiner Verneinung« (ebd.e. 581) — seine » A k k o m o ­ dation ( . Erg. da diese Lüge die Lüge seines Prinzips ist« ( . . daß es durch kontemplative Rück»Verwandlung [des Scheins] in das Subjekt« (ebd.« (ebd..) jederzeit »eigentlichen bei sich zu sein vermöge. vgl. lasse hingegen ihre sinnenfällige Wirklichkeit als >aufgehobene< .)4 sein impli­ zites Einverständnis mit dem Genügen der »Vernunft« an der »Unvernunft« als dem undurchschauten Anderen ihrer selbst (ebd.. Frank.).) damit.) gegen Religion. andererseits seine Indulgenz gegen das dem Begriff Äußere: ist es substan­ tiell eines mit dem Selbst. H eine und Schelling. als Basis der Reflexion zugelassen. welches in ihm ja nur bei sich ist. 3 0 1 . dort 3 x 0 / 1 1 . Hegel »accomodire« sich der jeweils herrschenden politischen »Tageordnung«.H . V g l .(041345 ist nicht als wirklicher Gegensatz. 2 97 .. 403. Hermes oder Leipz. Dem entspricht einerseits Hegels Reduktion sämtlicher A kte des Selbstbewußtseins au f ihre letztlich rein theoretische Funktion als »Wissen« (I. Jahrb.. Durch solche Reflexion lasse ich aber die bestimmte und individuelle Existenz der uneigentlichen Gestalten des Geistes als das.aber nicht zerstörte .. Hegel 4 D avon »kann (. wieder abgcdruckt bei K .). 580. so w ird der Rückzug in seine eigentliche und wahre (weil angemessene) Gestalt zu einem sowohl vermeidbaren wie jederzeit möglichen Luxus. sondern als internes Moment in ihr untergangen. V o r M a r x hatte sich auch Schclling schon ähnlich geäußert. . Staat etc.

..5 5 Vgl. Sein Sein hat er in der unaufhebbaren Positivität seines w ah ­ ren Subjekts. . Subjekt und Prädikat haben daher das Verhältnis einer absoluten V e r­ kehrung zueinander ( . der Substanz sukzessiv in Subjekt um­ wendet. sondern über die Alternative von realem Äußeren und realer Verinnerung immer schon ideell hinaus zu sein w ähnt dieser Prozeß erweist sich in der substanzlosen N egativität seines »Resultats« unversehens als abhängig von der R ea li­ tät. Darum bringt er kein ur­ sprüngliches Interesse auf für die empirischen Modifikationen der Entfremdung.. durch Bearbeitung sich vollziehenden Vermenschlichung der an sich seienden N atu r als von einer fundamentalen R ealität: wenigstens behandelt er sie nicht aus der M otivation eines autochthon philosophischen Erkenntnisinteresses.e. da er die Wahrheit der »Menschlichkeit der N a tu r und der von der Geschichte erzeugten Natur« erst in den »Geist«. M EW 23.e. 209.00041345 nimmt auch weniger an dem »bestimmten C h arakter des Gegenstandes« als an seiner kategorialen >Gegenständlichkeit< als solcher Anstoß (I. 203) vor ihrer »Verhimmelung« in Gestalt einer verselbständigten (I. sondern faßt sie grundsätzlich als Weisen von Selbstvergegenständlichung des Gedankens (I. setzt (I. 83) H y p o ­ stase des »nur von sich selbst wissenden und von keiner gegenständlichen 298 .e... Ebenso wenig redet er von einer sinnlich-gegenständlichen.). ) « (I. 224 f. in die »logische« Form derselben.e. 577). Der Prozeß jedoch.). deren Eigenständigkeit er gerade aufgehoben hatte: er ist nur. 27 und MEW 3.. 26): Ihr alleiniger Sinn ist die Insistenz auf dem nicht hintergehbaren Primat der »menschlichen Wirklichkeit« (M EW 2. Subjektivität indes nicht als irreduzibel positiv-sinn­ liche. 573 f. der »menschlichen Wirklichkeit«.) bloß zu Prädikaten. Die Entdeckung dieses >ordo inversus« steht im Hintergrund jener berühmten Metapher des >Vom-Kopf-auf-die-Füße-Stellens< (vgl. I. 584). menschliche Tätigkeit anerkennt (vgl. wenn er mehr ist als Selbstbewegung des Begriffs. . zu Symbolen dieses verborgenen un w irk­ lichen Menschen und dieser unwirklichen N atur.e. . 572/3). . 580.. d. M E W i. Bei Hegel aber werden »der wirkliche Mensch und die wirkliche N a tu r (. h.e.

des wirklichen. A lfre d Schmidt. Ihre ek-statische Entsetzung aller R ealität in ein für sich des Seins nicht Mächtiges (ebd. statt das Selbstbcwußtsein zum Selbstbewußtsein des Menschen. . 204) Selbstbewußtseins.also die D ialektik von »Darstellungs-« und »Forschungsweise« (MEW 23. daß er das inverse Verhältnis von R e a l. Geschichte und Struktur. Sie ist darum weder geeignet. noch erschöpft sie sich darin. indem der G ed an ke verwirklicht (MEW i. daher auch in einer w i r k ­ lichen.hat ihren G rund in einer nicht seinerseits in Frage sich stellenden Reflexion: V on sich als einem nur »sich selbst abspiegelnden Spiegel«6 aufbrechend. 6 3 1 ff. 2 0 3-2 0 5 u.) ist daher von dem ihr nicht gebührenden O r t zu entfernen. . gegenständlichen. 82-84 u.) . 206-208. passim) ebenso anschaulich w ie ausführlich w iederholt: Hegels Philosophie ist die » ver­ kehrte W elt « (MEW 1 . Dam it knüpft M arxens Methodologie an die materialistische Revison der Hegelschen These an. was ausschließlich in der V e r ­ kehrung der Reflexion gründet (MEW 1 3 . Fichte.M a rx rekonstruiert nämlich nicht nur die D ia le k tik z w i ­ schen dem. hg. führt die Negation der eigenen >Wesentlichkeit< lediglich au f die »Abstraktion (eines) wirklichen W elt mehr genierten« (MEW 2. 204). passim)» in der Heiligen Familie ( MEW 2 . 145 ff*. G . 2. w as logisch »Resultat« und wirklich »Ausgangspunkt« ist (I. . a u fg e ­ hoben wird. . daß dieser für ein Gesetz der R ealität halt. 2 4 0 / 1 u. gegenständlichen Welt lebenden und von ihr bedingten Menschen« macht (MEW 2.M a rx bezieht sich direkt auf den durch Feuerbach vermittelten Gedanken des alten Schelling . von H ans Ja c o b .•41345 Solche Inversion . Marxens A n v erw an d lu n g von Hegels »regressivprogressiver Methode« zu dokumentieren (vgl. 6 J . 6 3 . Althussers These von einem >Bruch< zwischen dem frühen und dem späten M a r x zu verifizieren. 632) . im K ontext)..an Einsichten seines Frühwerks also. h. 27) er schließt sich gerade darin an Schellings H eg elk ritik an. .) des sich aus sich selbst bewegenden Denkens zu fassen« (ebd. in: Nachgelassene Schriften. 6 3 2 ) . Bd. passim) und in der Deutschen Ideologie (MEW 3. 299 .e. Fragen einer marxistischen H istorik . 377. »das Reale« sei als »Resultat (. . 378). München 1 9 7 1 . Noch die berühmte methodologische Reflexion aus der Einleitung zur K ri­ tik der politischen Ökonomie von 1 857 (MEW 1 3 . Berlin 1 937. 384) und sein »verkehrtes Weltbewußtsein « selbst verkehrt.) muß als A n w e n ­ dung der Einsicht in das inverse Verhältnis von R ealität und B eg riff ge­ lesen werden. indem sie »den Menschen zum Menschen des Selbstbewußtseins . M a r x hat dies A r ­ gument in der K ritik des Hegelschen Staatsrechts (MEW 1 . d. 62 ff.und logischem Prozeß allein dem »Denken« anlastct und Hegels »Illusion« in den Umstand setzt. Wissenschaflslehre 1798 (nova methodo).

j . 5 7 0 / 1 ) . d.e. D aß M a rx den Gedanken vom Primat des Positiven vor 7 Bekanntlich hat M erleau -Ponty seine phänomenologische Ontologie des Leibes a u f diesen Sachverhalt gegründet. »weil es [das Subkekt] von Haus aus Natur ist« (ebd. 577. Sinn außer sich haben oder selbst Gegenstand.e.e. müßte sie wie der Flie­ gende H olländer am Jüngsten Tage in Nichts zergehen. Damit verkehrt sich aber das Hegelsdie Verhältnis von Wesen und Äußerung.). . d. h.. B . resultierende »Negation der Negation« stellt daher die an­ fängliche »Entfremdung« der >menschlichen W irklichkeit wieder her (I. das Äußere madit seinen Primat als basales Subjekt. verhält sich nicht gegenständlich. sondern allenfalls »der wirkliche.von der Selbstentfrem­ dung des Menschen zu seiner totalen Negation. Ohne ein reales Substrat. als v>k o x e I|ie v o v ei­ nes Prozesses von Verinnerung und Rückentäußerung seiner und der N atu r geltend . M a r x ist sich dessen bewußt. N a tu r . Dagegen schreitet Hegels Philosophie von dem.0): N u r für ein Selbst-Objekt kann es Objekte geben (ebd.) Mensch « sein (I. sinnlich sein und sowohl Gegenstand. natürlich.ordine inverso . 578 )- 300 /. Erg. welches dem neant der R e ­ flexion zur tragenden Basis würde. was in Wirklichkeit Entäuße­ rung.. hat kein Wesen zu seinem Gegenstand. leibliche (. h.bd . wie freie Z itate beweisen: »Gegenständlich. Die Negation der N e g a ­ tion kann diese Idealität daher auch nicht wirklich in Position umwenden: sie bleibt potenziertes >Bild< ihrer eigenen Nich­ tigkeit.. I.einfach darum.0): in den Augen der Reflexion von Position über Negation zu Position sidi bewegend. welches nicht selbst Gegenstand für ein drittes Wesen ist. auf einen ideellen Reflex seiner eigenen Geistig­ keit (auf den »Schein « [I. u n d : »Ein Wesen. Das w ahre Subjekt kann darum nicht das logische »Setzen«. Die abschließende. z . zu dem. dies spekulative Gespenst eines des Seins beraubten Bewußtseins.)7 : mit deren erfolgreicher Negation hätte die Reflexion sidi selbst geniditet.00041345 Dings«. unmittelbar a u f Feuerbach zurück. was wirklich Wesen ist. schreitet seine Philosophie . N a tu r . . sein Sein ist kein gegenständliches« (MEW . Das Argum ent geht mittelbar a u f Schelling (vgl. Sinn für ein drittes sein ist iden­ tisch«. 5 8 6 . 577]).

habe die Idee nur darum zur Selbstaufgabe »in ihr Anderssein« sich entschließen lassen. auf deren Kenntnisnahme M arx die französische Schellinglektüre ja nicht zuletzt zurüdtführt. A lfre d Schmidt (Der Begriff der Natur in der Lehre von M arx „ F ra n k fu r t/ M .). I.zeigt sich M arx in dem besagten Brief an Feuerbach erstaunlich gut informiert. B. 1 5 1 ) . 10 Audi über Begleitumstände der Publikation dieser Schrift wie über­ haupt über Einzelheiten von Schellings Rezeption in Frankreich - neben Cousin werden Pierre Leroux. R om antiker.der Reflexion . ist m an i­ fest in einer Reihe von terminologischen Anleihen. Über den Inhalt von Schellings Berliner Vorlesung 1841/2 war M arx ja ohnehin durch Friedrich Engels informiert.e. 420). »die Abstraktion . dafür gibt es glücklicherweise einen Beleg. 301 ..und darum ist uns vordergründig zu tun .zu der weder er noch Engels je anders als anerkennend sich geäußert haben . weil er schon vorher »durch Erfahrung/gewitzigt und über ihre Wahrheit aufgeklärt« gewesen sei (I. M ystiker und M aterialisten als Adepten genannt . 1962) hat d a r a u f sowie auf die »nicht unbedeutende Rolle« der Schellingschen H eg elk ritik für M arx (und Engels) hingewiesen (2. 13 f. der abstrakte Denker«. der nicht auf Feuerbach als Vermittler. 585/6). e. bezeugt ein direktes Zitat die Kenntnis von Schellings 1834 erschienener » Vorrede zu einer philosophischen Schrift des Herrn Victor Cou$in«A 0 Schelling schreibt dort: 8 Wir begnügen uns mit dem H inw eis a u f diese Übernahme. Der dritte Abschnitt bringt manifeste A n s p ie ­ lungen an Schellings Selbstdarstellung in der Cousin-Vorrede (M EW 27. sondern geradewegs auf Schelling selbst zurück­ verweist8: Die Schlußpassage der ökonomisch-philosophi­ schen Manuskripte lehnt sich in ihrer Polemik gegen Hegels Konstrukt einer Entäußerung der als abstrakt sich durch­ schauenden Idee in die N atu r durchweg paraphrastisch an Schelling an: Während Anklänge solcherart.. i.einiges verdankt. 9 M arx hat sich zu dieser Publikation gelegentlich geäußert. so e tw a in dem schon zitierten B rief an Feuerbach {MEW 27..e.nicht unabhängig von Schelling entwickelt hat. a u f die Bekanntschaft mit der Paulusschen Nachschrift schließen lassen*. 420). 73 f. 43. D a ß M a r x der Schcllingschen Naturphilosophie . Aus ihm kann man ohne G e w a lt auf eine Kenntnis des Inhalts schließen: wenigstens spricht er von den Zusätzen ihres Editors verächtlich als von der »Suppe des alten Paulus« (ebd.

587/8). Das mystische Gefühl. reich an offensichtlichen A n klän gen an Schelling. sich in ihre Momente auseinanderfallen zu lassen. I I . um für immer die Kluft zwischen dem V o lk und »seinen Weisen und Priestern« zu überwinden. 426 ff. 573 ■ I.e. welches die Versinnlichung der Ideen verlangt.e. der »Resurrektion der N a tu r « (I. J38). womit die Natur entstehen soll« (I.. 212/3). man weiß nicht.e. so lang vor.. dem geraten w ird. wie vorauszusehen..in einer ganz anderen G e sta lt - v o r das V o lk gebracht werden« ( I p 1. b d 537).dem abstrakten Denker so schwer zu be­ werkstelligende und daher so abenteuerlich von ihm beschriebne Übergang aus dem Abstrahieren in das Anschauen.. 430) hat mit Recht d a r a u f aufmerksam gemacht..e.) hielt.. sowie es den schweren Schritt in die Wirk­ lichkeit zu thun hat. I. 9. 3 6 8 . io. 194.00041345 * ( . reißt der Faden der dialektischen Bewegung gänzlich ab. als das System innerhalb des bloß Logischen fortging..e.e. dessen Schriften M a r x .. M a rx beschreibt den gleichen Sachverhalt mit folgenden W or­ ten: »Dieser ganze Übergang der Logik in die Naturphilosophie ist nichts andres als der .e. . eine zweite Hypothese wird nöthig.. dem »Band (der N a tu r) mit dem M en­ schen« (MEW. 5 6 5 /6 0 . »einigermaßen« gekannt hat: D ie Anmerkungen zur Dissertation beziehen sich ein paarm al sehr zustimmend a u f Schelling (I. 1. M a r x nimmt ihn interessanterweise als Gewährsm ann zur E n tla rv u n g des entweder tautologischen oder schlecht-metaphysischen C h a ra k te rs der Hegelschen Gottesbeweise in Anspruch. warum? wenn es nicht ist.. In diesem Z u sa m ­ menhang zitiert er Schellings W ort: »Es ist Verbrechen an der Menschheit.. Dieser Forderung entspricht ein anderer Satz Schellings aus dem Ja h r e 1 7 9 5 : Die »Principien« der Philosophie »sollen und müssen (. 302 . 5 39*j) usw. ihrer These von der Unterschiedenheit des Denkens und Seins in ihrer gleichzeitigen Einheit (I. 1... E r g . »seiner ersten Schriften sich wieder zu be­ sinnen« (I. Grundsätze zu verbergen. 1 837 (I. dem P lä d o y e r für die »Anschauung« (I. W olfgang W ieland (I. . 341) und bezieht sich so indirekt auf das Älteste Systemprogramm .) auch . 10. 369). beigeht oder einfällt. was den Philosophen aus dem abstrakten Denken in das Übrigens sind die ökonomisch-philosophischen Manuskripte mit ihrer Rede von des Menschen »realer Basis«. 1 1 . 589/90).. nämlich daß es der Idee. 280). wie nicht bloß der B rie f an den V a te r vom 10. 1.. um die Langeweile ihres bloß logischen/Seyns zu unterbrechen. daß hier ein erster Ansatz zu der von M a r x geforderten »Verwirklichung der Philosophie« geleistet sei (vgl.e.3 7 3 ) .p) beweist.) die logische Selbstbewegung des Begriffs ( . die allgemein mitteilbar sind« (I..

. Verführt aber der Satz. das Wesen müsse zumal außerwesent­ lich existieren.M arx würde sagen: ein selbst gegenständliches Wesen .. 538). um die >menschliche W irklichkeit unter Bedingungen ihrer E n t­ fremdung zu begreifen? Zweifellos gewinnt Feuerbachs N e g a ­ tion der Hegelsdien Veräußerung des wirklichen Menschen an die Theologie des absoluten Geistes den ursprünglichen Sinn der Schellingsdien Identitätsformel wieder: Indem sie das negative Denken in ein Verhältnis zum Positiven und nicht abermals zu dem bloßen Gedanken dieses Positiven setzte. daß er die Natur. Wirklichkeit und Geschichte .e.könnte in die Sphäre der Wirklichkeit sidi entäußern (I. /. nur ein selbst Existierendes könnte handeln und objektive Spuren seiner Tätigkeit an den Dingen der Welt hinterlassen..e... bd. nicht zu einer ungeschichtlichen Ontologisierung jener »Identität von N atu r und Mensch« (M EW 3. erscheint bei Hegel das Aufgeben des/ abstrakten.) insofern diese Abstraktion sich selbst erfaßt und über sich selbst eine unendliche Langweile empfindet. »abstrakt* nennt: N u r ein vom Sein präveniertes Denken .) als Entschließung. i. die Natur als Wesen anzuerken­ nen und sich auf die Anschauung zu verlegen« (MEW. ( . 587). die Sehnsucht nadi einem Inhalt. Erg. nur im Denken sich bewegenden Denkens ( . 586/7). 577). die nur als Evolut der reinen Idee zustande­ kommt. bd. 303 . ist die Langweile. erreichte sie schon Jahrzehnte vor Feuerbadi und M a rx den Begriff jener »vollendeten Wesenseinheit des Menschen mit der N atur« (MEW. M arx hat auch darin an Schelling sich an geschlossen. welche M a rx als die »beide vereinigende Wahrheit« »sowohl von dem Idealis­ mus.*41345 Anschauen treibt. als dem Materialismus unterscheidet« (I..Grundlagen des historischen Materialismus Gibt der Rüdegriff auf Schelling Mittel an die H and. Erg...

Indem er sie jedoch . fiel er hinter eine fundamentale Einsicht des Idealismus (insbesondere Fichtes und Schellings) zurück. die es ohne einen Schritt vermittelnder Distanzie­ rung auch für sich selbst (als Begriff) ist. (Nur im >setzenden< Abstandnehmen der Reflexion vom Sein kann ja der Schein entstehen. Die dem Gegenstand gleichgesetzte Anschauung dem Bewußtsein opponieren. d. indem wir uns a u f G e d a n k en beziehen. die Independenz des Positiven von der Selbstbeziehung der Negation nachgewiesen zu haben. Die einzige Möglichkeit.y 574). Dies versäumt zu haben ist der Kern des Vorwurfs. seine Anerkennung als einer unmittelbar ihr eigenes Sein »bestätigenden« (I. w äre die A ner­ kennung des Bewußtseins als eines nicht-thetischen V erhält­ nisses zum eigenen Sein. Zugestanden wird Feuerbach. Band der MEW beziehen sich a u f die Thesen Feuerbach (5-7 ) und das von M a rx und Engels gemeinschaftlich verfaß te grundlegende Feuerbachkapitel der Deutschen Ideologie von 1 845/ 6. daß sie konsequent als ein Verhältnis gefaßt wird..in unpräziser Verquickung mit der Praxis . heißt nämlich: sie zur totalen Blindheit eines an sich seienden und opaken Dings verurteilen und Hegels Abspaltung der sinnlichen Gewißheit von deren erst nachträglicher Bewahrheitung durch die R e ­ flexion applaudieren. als höbe sich dessen Bestand in das N eant des 11 Z ita te über aus dem 3. /. ihnen zu entkommen. Aus heuristischen Gründen blenden w ir den Engelsschen Anteil an d ie­ sem M anuskript vorläufig aus. bd. 304 .00041345 3 1 ) 1 1 ? Nicht unter der Bedingung.») A n ­ schauung. deren Genese eindeutig a u f die Ökonomisch-philosophischen Manuskripte und die Fcuerbachthesen sich zurückverfolgcn läßt. den M a rx Feuerbach macht.e. h. In diesem Augenblick treffen Schellings Ein w ände gegen Hegels transzendente Behandlung des Seins als der »unbestimmten Unmittelbarkeit« auch Feuerbach.. darin ent­ schieden zur Hegelsdien »Dialektik der N egativität als dem bewegenden und erzeugenden Prinzip« sich bekennend (MEW. 579. Erg.unter dem Titel der A n ­ schauung abhandelte und von der Selbsttranszendenz und Durchsichtigkeit des Bewußtseins abtrennte.

e. . indem er jeder der menschlichen >Wesenskräfte< . unter­ scheidet. Er ist es. ein Sein-und-nicht-sein-Könnendes. h.). er macht sie . sondern er ist menschliches N aturw esen .. inso­ fern >er sidi nicht von der N atur. In Wahrheit kann.. b d $79). i .) Dieser Einsicht weiß sidi auch M arx verpflichtet. . Es ist nicht eine B e ­ stimmtheit. 516.4).P . als) eine Q ualität der menschlichen N atur. Aber er geht in der Bewußtlosigkeit reinen Innestehens in der >Lebenstätigkeit« nicht auf.« bestimmt (I. des menschlichen Auges etc.rien. nur exi­ stieren a u f der Basis eines >esse subsistens<. h. d. I n ­ dem er es als deren unmittelbaren Reflex zu einem notwen­ digen Prädikat der menschlichen Seinsweise macht. Das wäre schon deswegen unmöglich.r Wesens auf. 578). .e.und zw ar >unmittelbar< »zum Gegenstand seines Wollens und seines Bewußtseins. wie Sdielling12 gezeigt hatte. insofern >er sie i s t (I. dessen nur relative Negation .in ein >esse apparens< . sondern ein absolutes Nichts . Dieser Rückgriff auf ein durch Feuerbachs Realismus gleichsam korrigiertes Fichtesches >Selbstbewußtsein< verschafft M arx die Möglichkeit. w id er­ spricht er der Hegelschen Verkehrung des Verhältnisses beider und steht zu der Feuerbadisdien Entdeckung der Priorität des Seins vo r dem Bewußtsein. E r g . ein N eant. ) der Mensch ist nicht nur N atu rw esen . mit der er unmittelbar zusammenfließt« (ebd. . weil sein rein-natürliches 12 U nd nach ihm natürlich J . ..). an dessen Terminologie w ir uns mit Absicht anlchnen. Er überschreitet sie zugleich. 305 . für sich selbst seiendes Wesen« (MEW.e. 13 >Bcwußtsein< hat offensichtlich die Bedeutung von >Selbstbewußtsein<. d. Sartre.also auch der Anschauung und der Praxis .»die Eigensdiaft der Selbstigkeit « zuspricht (ebd. An anderer Stelle macht M a rx das deutlich: » ( . Hegels Dialektik der autonomen Negation widerspruchslos auf den Gedanken transreflexiver Positivität aufzustocken: Unm ittel­ bar ist der Mensch ein Naturwesen (I. E r hat [selbst-]bewußte13 Lebenstätigkeit. wenn er das »Selbstbewußtsein (. 575). deren Teil er ist. dessen Erkennen es ist: andernfalls w äre das Bewußtsein nicht nur eine ideali­ stische Abstraktion..

00041345

Sein als unmenschliche Abstraktion seiner vo llen deten Wesenseinheit< mit dem Begriff widerspricht (vgl. I.e., 514/5).
M a r x drückt das so aus: »Weder die N atu r - objektiv noch die N a tu r subjektiv ist unmittelbar dem menschlichen
Wesen adäquat vorhanden« (I.e., 579). Insofern beide A b ­
straktionen - Schelling unterschied sie als >rein Seiendes<
und >rein Wesendes< - ihrer konkreten Bestimmung (dem
>Wesen, das es Ist<) notwendig unangemessen (»inadäquat«)
sind, kann man in der T at davon sprechen, daß die Selbst­
transzendenz die ontisch-ontologische Grundverfassung des
Menschen sei: Menschliche Wirklichkeit ist N egation ihres
naturhaften Seins nur, insofern sie als Negation ihrer eigenen
N eg ativität zugleich für dessen unaufhebbare Positivität ein­
steht; und sie ist »Selbstbestätigung« ihrer Positivität nur,
insofern sie die dem Sein widerfahrene Nichtung als Reflex
ihres eigenen Nichtseins durchschaut. Beide Momente sind in
der Konkretheit der »menschlichen Wirklichkeit« - d. h.
eines selbst seienden Bewußtseins - zusammengehalten. Sie
ist Negation ihres Seins nur auf der »Basis« eines von ihrer
Selbstbeziehung nicht tangierten (ihr zuvorkommenden) Seins,
in welchem sich die untilgbar faktische »Priorität der äußeren
N atu r« (MEW 3, 44) behauptet und welches die Reflexion
als Totalität dessen, was sie selbst nicht ist, bestimmt, bezeugt
und zugleich von sich als Bestimmendem unterscheidet. In
den Augen des Bewußtseins zerfällt das natürlich Seiende
mithin in die Abstrakta einer Widerspiegelnden und eines
Widergespiegelten.14 Das Bewußtsein ist der Spiegel (Fichte
würde sagen: das >Bild<) des Seins, das als bezeugtes Sein
in ein Gespiegeltes (in einen Reflex) sich verwandelt.
14 Fichte spricht in seinem B rie f vom 1 5 . 1 . 1 8 0 2 (an Schelling) vom
* G rund-R eflexe• (Fichte-Schelling, Briefwechsel , hg. von W . Schulz, F r a n k ­
furt/M .

1968,

1 5 2 ; v g l.

Fichtes WW I I ,

32 im K o n t e x t ) . Sartres

Be­

wußtseinstheorie hat die Bestimmung des »cogito prereflexif« als >reflet
refl6tant< ( E N passim und S. bew. u. S. erl r.) - vermutlich ohne Kenntnis
Fichtes - wiederaufgegriffen, Hegels Wesenslogik gleichsam unbewußt aus
einer Fichteschen Perspektive revidierend.

306

■?41 345

D e r Unterschied zu jenem »sich selbst spiegelnden Spiegel«,
als welchen Fichte das Selbstbewußtsein beschrieb, liegt auf
der H a n d : Statt Ausstrahlung eigener Realität auf das dem
Bewußtsein Äußere und insofern Nichtseiende ist es vielmehr
die nichtende Aufspaltung und Aufhebung des allein realen
»Naturstandes« in zwei für sich des Seins nicht mächtige R e ­
flexe (vgl. I, 2, 12 [ff.])- Schelling w ar es, der bereits im Ja h r
1797 die >Negativität< der Reflexion für »jene Trennung z w i­
schen dem Menschen und der Welt« (I.e., 14) verantwortlich
machte und ihre R olle Fichte gegenüber auf ein bloßes »M it­
tel « (I.e., 1 3 ) drastisch einschränkte. Die >a-thetische< N a tu r
durch Thesis aufbrechend und mit sich selbst vermittelnd,
bleibt die Reflexion freilich an ihren Ursprung gebunden:
die vordem opake und positive Identität des Naturstandes
zerfällt durch ihre Intervention zu einem Selbstverhältnis.
M a rx greift diesen Gedanken auf: »Daß das physische und
geistige Leben des Menschen«, schreibt er, »mit der N a tu r
zusammenhängt, hat keinen andren Sinn, als daß die N a tu r
mit sich selbst zusammenhängt, denn der Mensch ist ein Teil
der N atu r« (M EW , /. Erg. bd., 5
5
Dieser G edanke eröffnet eine Fülle weitreichender Konsequen­
zen:
Er verhindert zunächst die zeitlos-kontemplative Fixation
und Apotheosierung eines abstrakt-»menschlichen Wesens«
(vgl. M EW 3, 38 u. 42); denn als aktive Beziehung au f seine
eigene Natürlichkeit koinzidiert der Mensch nun und nimmer
mit seiner N a tu r (essentia). Zum anderen verbietet er die
Reduktion der Geschichtlichkeit auf eine vom Z ufall diktierte
und ihrer N o rm wieder zustrebende Abweichung von der
Eintracht >des Seins eines (. ..) Menschen (mit) seinem Wesen<
15 M a x H o rk h e im e r und Th. W. A dorno haben aus dem Gedanken eines
»Eingedenkens der N a t u r im Subjekt, in dessen V ollzug die verkannte
Wahrheit a lle r K u lt u r beschlossen liegt«, in ihrer D ialektik der Aufklärung
(Amsterdam 19 4 7 , 55) weitreichende Konsequenzen gezogen. V g l. J4 im
K o n te x t: »In der Selbsterkenntnis des Geistes als mit sich entzweiter N a t u r
ruft wie in der V o rz eit N a t u r sich selber an.«

307

00041345

(M EW 3, 42), wie Feuerbach sie in den Grundsätzen faßt.
Zugleich bestimmt er den Menschen als ein Seiendes, dessen
Seinsweise die Tätigkeit ist - denn er ht gar nicht* andtrts
als ein sich selbst und seinen Gegenstand bestimmendes (d. h.
negierendes) Verhältnis (vgl. M E W , 1. E rg .b d ., 5 1 3 ff.), das
aber - im Gegensatz zur Hegelschen >Reflexion< - nicht
in logischer Selbstreferenz sich erschöpft, sondern, da es auf
einer »wirklichen Basis«, einem »realen Grund« (M EW 3,
38; 28 u. passim) steht, ein selbst reales Verhältnis darstellt.
M a rx nennt es in den Feuerbach-Thesen die »praktische
menschlich-sinnliche Tätigkeit« (M EW 3, 6), die eines ist mit
der >Arbeit<. In der A rb eit geschieht ja abwechselnd eine
Entäußerung menschlicher Wesenskräfte an die äußere N a tu r
und deren Rückverinnerung in die menschliche N a tu r - eine
Synthesis also, die sich nicht im Austausch von ideellen Q uali­
täten erschöpft, sondern allaugenblicklich Zeugnis ablegt für
die seiende Wesenseinheit des Menschen und der N a tu r (vgl.
M EW 3, 38).
Weiterhin ist M a r x über den Z w iesp alt von wirklichem
H andeln und dessen ideeller Widerspiegelung im Medium des
Begriffs - eine C r u x schon des Hegelschen, erst recht des
Feuerbachschen Denkens - durch seinen viel zu wenig beach­
teten und vielleicht unbewußten16 Rückgriff auf Fichte immer
schon hinaus, indem er Arbeit als einen A k t faßt, der im
V ollzug seiner unmittelbar sich selbst erhellt: denn jede
menschliche Lebensäußerung ist ja - M a rx zufolge - un­
mittelbar »selbstisch« (M EW , 1. Erg. bd., 575). Fichte hatte
von der im »Fürsichseyn« gelegenen »absoluten Möglichkeit«
gesprochen, »in jedem Seyn zugleich Reflex desselben zu
16 Jü rg e n H a b e rm a s hat aus einer etw as anderen Perspektive sowohl a u f
den S y n th e sis-C h a ra k te r der A rb e it w ie die A n a lo g ie zu Fichte als erster
im Zusam m enhang hingewiesen ( J . H ., Erkenntnis und Interesse , F fm .
1970^, 36 ff. und 52 ff.). - D a ß M a r x Fichtes Schriften einigermaßen g e­
kannt hat, d a f ü r gibt cs Belege. Übrigens scheint die Formulierung, als
Selbst kehre der Gegenstand in sich zurück (M E W t i . E rg .b d ., 575), g e­
radewegs a u f Fichte sich zu beziehen, der Ichhcit stets als >in sich zurück­
kehrendes H a n d e ln (bzw . Denken)« beschrieben hatte (vgl. WW I, 523).

308

seyn «1 7 : »Es ist das innere Wesen des Sehens und unab­
trennbar von ihm und seinem Sein, daß es sich sieht, daß
es seinen Reflex, oder sein unmittelbares Fürsichsein bei sidi
fü h rt.«18 M arx übernimmt diesen Gedanken, indem er frei­
lich die »Selbstigkeit« zu einer Eigenschaft nicht nur des D en ­
kens, sondern der menschlichen Wirklichkeit - ihres Seins
- macht: »Der Mensch ist selbstisch«, d. h. Selbstsein ist keine
das Sein des Menschen ersetzende oder absorbierende » A b ­
straktion«, sondern dessen unmittelbare Weise zu sein (sa
maniere d ’etre): »Das Selbstbewußtsein ist (. . .) eine Q ualität
der menschlichen N a tu r« (M EW , /. Erg. bd.., 575).
Diese prinzipielle Identität seines Seins und Sicherscheinens
- in dem besonderen Sinne, daß jede A k tiv itä t des »wirklich
tätigen Menschen« (M EW 3, 26) sidi ohne U m w ege über die
Reflexion als das präsent ist, was sie ist - erkennt M a rx
durchaus an: »Die Produktion der Ideen, Vorstellungen des
Bewußtseins«, sagt er, »ist zunächst unmittelbar verflochten
in die materielle Tätigkeit«. D er »wirkliche Lebensprozeß
[entwickelt unmittelbar auch die] ideologischen Reflexe und
Echos dieses Lebensprozesses«.19 »Das Bewußtsein ist nie
etwas Anderes als das [ s e l b s t b e w u ß t e Sein, und das Sein
der Menschen ist ihr wirklicher Lebensprozeß« (M EW 3, 26).
Es ist - und z w a r »unmittelbar«! - nichts »Anderes als
das Bewußtsein der bestehenden Praxis« (I.e., 31). Schließlich
bietet es, als ausdrückliches Selbstverhältnis (I.e., 30 u.), eine
dem Tier verweigerte (rein menschliche) Möglichkeit: es ist
aufgehobener, in eine explizite Beziehung zu sidi getretener
oder >bewußter Instinkt< (I.e., 3 1 ) . 20
17 Fichte, WL 180t, WW I I , 3 j .
18 Fichte, W
I X , 77..,.
19 Die materialistische Geschichtsforschung »erklärt nicht die P r a x is aus
der Idee, erklärt die Ideenforschung aus der materiellen P rax is« und be­
kämpft darum auch nicht -

wie die Ju n gh egelian er -

das Bewußtsein,

sondern dessen wirklich-praktisches Substrat (M E W 3, 38).
20 D aß in Wahrheit auch der aporetisch so genannte >tierische Instinkt«
alle Bedingungen zu erfüllen scheint, die gegeben sein müssen, um ihn
als ein nicht-reflexives Selbstverhältnis anzusprcchen, ist eine andere Frage,

00041345

Ein letztes Im p likat21 jenes >Selbstverhältnisses der Natur<
ist der Gedanke der »Produktion von Lebens weisem (vgl.
M EW 3, 25 f., 37 f.): A u f der 3 asis eines Seins, für dessen
Urheber sie sich nicht anschauen können und das nur in einer
die hier allerdings insofern von Interesse ist, als die hartnäckige Leugnung
dieses Sachverhalts legitimierende Funktion zu leisten hat fü r die jah r­
hundertelange skandalöse Behandlung und Knechtung des Tiers, das - wie
H o rk h e im e r und Adorno wieder zu Bewußtsein

gebracht

haben -

auf

exponierterer Stufe das Schicksal der Frau in der abendländischen G esell­
schaft antizipiert. Den ideologischen C h a ra k te r jener R eservation des Selbstbewußtseins für den Menschen und des Vollbesitzes reflektierter Geistes­
kräfte für den Mann wenigstens in Ansätzen aufgedeckt zu haben, ist
eine der bleibenden Leistungen der Rom antik.
A n Schelling sei erinnert, der die angemessene E rklärung nicht etwa der
R efle xio n , sondern der »Erscheinungen des thierischen Instinkts« als den
»wahren Probirstein achter Philosophie« bezeichnet hat und in ihnen, nicht
erst im menschlichen Geist, den endgültigen Durchbruch des Ideellen in
der N a t u r - wenn auch erst »implicit oder potentiell« - Ereignis werden
läßt (vgl, I, 7, 4 J5 f. und I, 6 , 4 56 /7 ff.). W er für die spezifische A u s­
zeichnung des Menschen hält, daß nur er reflexiv für sich sein kann,
muß, wi l l er dem vitiösen Z irkel der Reflexionstheorie des Selbstbewußt­
seins nicht verfallen, die im >Instinkt< vorliegende nicht-reflexive Selbstbe­
ziehung zur eigenen N a t u r gerade voraussetzen.

21 B e v o r w ir es entwickeln, scheint angebracht, unsere Interpretation mit
der sogenannten >Widerspiegelungstheorie< zu konfrontieren.
Dieser orthodox marxistische Versuch, das unmittelbare

Fürsichsein der

realen T ä tig k e it als ein Reflexionsverhältnis zu fassen, das der T a t w o ­
möglich -

wenigstens logisch -

nachfolgt, muß nicht nur angesichts der

E vid enzen, die Fichtes Theorie hat, zusammenbrechen: er hat auch die
Möglichkeit verspielt, Marx* eigenen Hinweis a u f die - wie er ausdrücklich
sagt - »unmittelbare Selbstigkeit< der P raxis für eine sinnvolle Auslegung
zu nutzen (womit nicht bestritten w ird, daß spätere Äußerungen von M a r x
und besonders von Engels nicht ohne weiteres an den Gedanken der Ö ko -

nomisch-philosophiscben Manuskripte anschließen).
Erst Je a n - P a u l Sartre hat in einem -

vermutlich ebenso unbewußt an

Fichte orientierten - hochdifferenzierten Begründungsgang den realistischen
V o r r a n g des »etre transreflexif< v o r dem Bewußtsein mit dessen unmittelbar
negativer Selbstbezogenheit zur Einheit eines Gedankens verbunden (EN).
E r w a r es auch, der M a r x ’ H in w eis auf die »Selbstbeziehung der Natur«
a u fg riff, um aus ihr in der Critique de la raison dialectique die Seinsweise
von selbstbewußter materieller P raxis allererst abzuleiten: »Die Praxis*,
schreibt er, »ist (. . .) ein Übergang des Objektiven zum O b jektiven durch

310

041345

idealisierenden Abstraktion die N atur selbst ist, entwerfen
und produzieren die Menschen ihre Weise zu sein. Strukturell
ist dieser Gedanke dem Schellingschen gleich, daß das >Wesen<
im Sog seines vollendeten Begriffs seine bloß faktische E x i ­
stenz »überschreitet und das >Was< seines Seins entwirft. H in ­
sichtlich dieses ihres Seins ist die »menschliche W irklichkeit
nicht frei: Im Rücken jedes Entwurfs lauern je »bestimmte
materielle und von ihrer [sc.: der Menschen] Willkür unab­
hängige Schranken, Voraussetzungen und Bedingungen«
(MEW 3, 25 u.). G ew iß bleibt »die Priorität der äußeren N a ­
tur bestehen« (I.e., 44); aber sie ist faktisch je und je ge­
schichtliche Synthesen mit menschlicher Tätigkeit eingegangen
(ebd.). Als »Konsolidation« geronnener gesellschaftlicher P r a ­
xis ist es die synthetische Totalität überkommener »Produktivkräfte<, die als »reale Basis«22 jedes zeitliche Bewußtsein a
tergo beherrscht (M EW 3, 38), seinerseits überschritten wird,
die Spuren gesellschaftlicher Modifikation in sich aufbewahrt
und als sachliche, d. h. scheinbar natürlich wirkende G e w a lt
einer nächsten Generation von Produzierenden zum Schicksal
wird.
Solcher ständige Wechsel zwischen Bearbeitung von Materie
auf ein bestimmtes Ziel hin und Veräußerlichung dieser sinn­
gerichteten Tätigkeit; zwischen erneuter Verinnerlichung einer
gegebenen »Entwicklungsstufe« von Welt konstituierenden ge­
sellschaftlichen Aktivitäten (MEW 3, 37 ff.) und deren RückVerinnerlichung; der E n tw u rf, der sich als subjektive Überschreitung der
O b je k tiv ität auf O b jektivität hin zwischen den objektiven Verhältnissen
des Milieus und den objektiven Strukturen des Möglidikeitsbereidis er­
streckt, stellt an sich die bewegende Einheit der Subjektivität und O b je k ti­
vität, dieser Grundmomente der A k tiv itä t, dar. Das Subjektive erscheint
mithin als notwendiges Moment des objektiven Geschehens« (Je a n -P a u l
Sartre, Marxismus und Existentialismus. Versuch einer Methodik, Reinbek
19686, 79).

22 Auch in dem berühmten V o rw o rt zur K ritik der politischen Ökonomie
wird »die Gesamtheit dieser Produktionsverhältnisse« als »reale Basis« be­
zeichnet (K . M a rx , Zur K ritik der politischen Ökonomie, Berlin

1971,

3”

00041345

entäußerung in diese oder jene Gestalt objektiver V erhält­
nisse, läßt sich nur unter der Bedingung denken, daß die
menschliche Wirklichkeit ein existierendes Verhältnis zu ihrer
empirisch-sozialen Basis darstellt: auf reinen Geist könnte ein
reales Nicht-Ich keine Wirkungen haben. Begreift man >Geist<
jedoch als die Vermittlung, durch welche die N atu r in ein
Verhältnis zu ihrer eigenen O bjektivität tritt, so macht es
keine Schwierigkeit zu sehen, daß der Mensch seine N e g a tiv i­
t ä t 23 selbst zu realisieren gezwungen und hinsichtlich seiner
Wirklichkeit den Gesetzen dieser Wirklichkeit mitunterworfen
ist. Dann zeigt sich, daß der auszeichnende C harakter der
>realite hum ainec die negative Selbstbeziehung, weit davon
entfernt, in der idealistischen Abstraktion eines >Selbstbewußtseins< von der Realität ihn abzuspalten, für immer an
»das ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse« (M EW 3, 6)
ihn ausliefert: die Beziehung zu sich erweist sich als Beziehung
zur T o talität der von menschlichen Aktivitäten geprägten
Wirklichkeit. - D am it enthüllt sich zugleich die Abstraktheit
einer bloß naturalistisch fundierten Anthropologie (I.e., 44/5),
der über dem Begriff >des Menschen< als harmonisch mit ihrer
N a tu r ausgesöhnter >Gattung< die konkrete geschichtliche B a ­
sis von deren Selbstverhältnis aus dem Blick gerät. Der heuri­
stische V o rzu g einer Priorisierung der N atu r schlägt um in
Blindheit gegen die menschlichen Variationen des >Naturverhältnisses<: Konsequenzen und Tendenzen eines bestimmten
Stands der Produktionskräfte und Kapitalien, aus ihnen her­
vorgetriebene soziale Verkehrsformen (Produktionsverhält­
nisse), bestimmte Praktiken der Arbeitsteilung, die klassen­
spezifische Distribution der geistigen und der Handarbeit (vgl.
M EW 3 , 3 1 / 2 ) - kurz all die zu Sachgewalten geronnenen
23 M a r x hat tatsächlich nie behauptet, daß die N e g a tiv itä t der Praxis
kausal a u f deren »reale Basis« reduziert bzw. aus ihr abgeleitet werden
könne. Schon die Deutsche Ideologie bekennt sich zu der an exponierten
Stellen späterer Schriften von M a rx und Engels wiederholten D ialektik
von Tun und Leiden (. . . »daß also die Umstände ebenso sehr die M en­
schen, w ie die Menschen die Umstände machen« [M EW 3, 38]).
3 1 2

und er reproduziert zweitens seine 24 »Die Geschichte ist die wahre Naturgeschichte des Menschen. den Menschen als Selbstverhältnis der N a tu r zu fassen. 538) .. von denen Feuerbach w ie von unveränderlichen Wesensmerkmalen der >realit£ humaine< ausging ...Bestimmungen. und das >wahre Wesen< des Menschen wird zum Maßstab der N egativität seiner historischen R e a li­ tät. I. welches den von Feuerbach als invariante anthropologische Konstante angesetzten >Stoffwechsel mit der Natur< unter je und je anderen V o rau s­ setzungen.b d . rea­ lisiert (ME W 3. 543 u. vgl. der durchgeführte Naturalismus des M en ­ schen und der durchgeführte Humanismus der N atu r« (MEW. Bekanntlich unterscheidet M a rx zwei Seiten des Arbeitspro­ zesses: der Arbeitende produziert aus dem S to ff der »sinn­ lichen Außenwelt « ein Objekt. welches die Verwirklichung seiner Tätigkeit darstellt. nämlich als ein von der »Summe der Produktions­ kräfte ( . i. 57924. Dem entspricht nicht seine Wirklichkeit unter Bedingungen der Arbeitsteilung. das erst sein soll. .).e. die gegenwärtige Realität erweist sich nicht als das Wesen des Menschen. 32) im Gefolge..historisdien Aktionen.. . . ohne ihn dadurch als ein geschichtliches Wesen zu fassen { MEW. durch die der Mensch sein Verhältnis zur N a tu r vermittelt. ) historisch geschaffenes Verhältnis zur N atu r« .« .als ein allererst Herzustellendes: als r e g u ­ lative Idee< der Weltgeschichte. vgl. so ent­ hüllt sich die »vollendete Wesenseinheit des Menschen mit der N a tu r ( . vgl. Anders gesagt: die vermeint­ liche Wesensbestimmung bezeichnet ein Nichtseiendes.bd. 1. Mit einem W ort: es ist unmöglich.e. 38. Seinem >wahren Wesen< nach ist der Mensch ein »univer­ sell« (»frei«) zu seinem Allgemeinen (zur »Gattung«) sich verhaltendes Besonderes (I. 3 2 -3 4 ). 39). . sowohl quantitative wie qualitative Verteilung der Arbeit und ihrer Produkte« (I..e.5. 515. E rg . Aus dieser K ritik sind Konsequenzen zu ziehen: H at etwa die einer existierenden Gesellschaft zur Basis ihrer Lebensproduktion gewordene Teilung der Arbeit die » un­ gleiche.). M EW 3. Erg.

Erg. das P h ä ­ nomen der E n tfrem d u n g sich nicht verstehen läßt.). /.. seine Lebenstätigkeit. 5 12 / 3 u. Unter Bedingungen klassenspezifischer A r ­ beitsteilung kann er sich indessen hinsichtlich seiner Prod uk­ tion weder als wesentlich erfahren noch zu seinem Gegen­ stand als zu sich selbst verhalten..).U m die Struktur heraustreten zu lassen» durften w ir d avon abstrahieren.]). bd.e. die zur physischen Selbsterhaltung des A r ­ beitenden aufgebracht werden muß. 25 N atürlich ist diese Beschreibung unvollständig in dem Maße. (I. 516 u. ..). 5 12 / 3 ) . Dieser tritt ihm »als ein fremdes Wesen. Eine weitere Konsequenz ist der Rollentausch aller Charaktere des unter Bedingungen der Entfrem dung bearbeiteten Produkts25 mit Merkmalen des Produzierenden und umgekehrt: Die Verwirklichung seiner selbst schlägt um in seine Entwirklichung. . als ein bloßes Mittel dem Zw eck einer möglichst weitreichenden Freisetzung des w ahr­ haft produktiven oder Gattungslebens sich unterzuordnen.. und andererseits das »Lebensmittel*. Die N a tu r ist ihm mithin einerseits Zweck der Selbstentäußerung seiner Wesens­ kräfte. die Vergegenständlichung seiner Wesenskräfte in » Verlust und Knechtschaft des Gegenstandes.). die Aneignung ( . daß der Mensch eben. sein Wesen nur zu einem Mittel für seine Existenz macht« (I.zur Aufrcchterhaltung seiner »physisdien Subsistenz« (MEW. .e. Entäußerung « usw. 512 [ff. der Klassenherr­ schaft und der ungleichen Aneignung der Arbeitsprodukts (usw. w ie ohne eine Ökonomische H erleitung der Ursprünge jener Behandlung der A rbeits­ kraft als einer W are a u f der Basis der Tauschabstraktion. . weil er ein bewußtes Wesen ist. . in) Entfremdung ( . in welchem der Produzierende sein Produkt als Resultat der Selbstentäußerung seiner Wesenskräfte vo r sich stellt (I. D am it ist aber die als sein >wahres Wesen< unterstellte ideale Beziehung des Menschen zu seiner und zu der äußeren N a tu r auf den K o p f gestellt: »Die entfremdete Arbeit kehrt das Verhältnis dahin um. 5 1 1 u. 516 f.e.e. 314 . als eine von dem Produzierenden unab­ hängige Macht gegenüber« (I..345 zur Produktion notwendige Lebenskraft.).Im Idealzustand >naturgewordener Humanität« hätte die Arbeit..

dem eigentlich Nicht­ seienden als der Entäußerung des Positiven zugesprochen. 6). die Hegelsdie Philosophie habe die Realität. deren Zeitgenosse Hegel ist. keine bloß gemeinte . 1. Grundrisse der K ritik der politischen Ökonomie . Dieses »Faktum der religiösen Selbstentfremdung.. 716. 27 In diesem Sinne hat die oft zitierte Wendung von der Logik als dem »G eld des Geistes« eine mehr als nur metaphorische Bedeutung (MEW. »ist diese Verdrehung und Verkehrung eine wirkliche . und die alles in sich absorbierende Vermittlungskraft der Logik im Hegelschen System reflektiert genau die Verabsolutierung des Geldes als des abstrakt-allgemeinen Tauschäquivalents der warenproduzierenden Gesell­ schaft27. Es seinerseits »aus der Selbstzerrissenheit und [dem] Sidiselbstwidersprechen dieser weltlichen G rundlage zu erklären« ( MEW 3.e. gibt M a rx zu bedenken. also ein durchaus negatives Verhältnis zur Existenz hatte. 571). I...e. 42). E rg . der Verdoppelung der Welt in eine religiöse und eine weltliche« (ME W 3.festhält« ( MEW. behält sie gleichsam wider die individuelle Intention ihres Urhebers gegen Feuerbach recht: Hegels Negation des sinnlich-natür­ lichen Menschen ist der »abstrakt sich erfassende entfremdete Geist der Welt« (I. 315 . D ie Realität kapitalistischer Produktion widerspricht darum auch Feuer­ bachs Deutung. 6).wenn auch der Mensch nur in der Gestalt des Geistes erscheint . Indem er trotz seiner 26 K a rl Marx. das »religiöse Gemüt« mithin als Reflex »einer bestimmten Gesellschaftsform« (I. die sie dem Positiv-Sinnlichen entzogen. 573). 7) zuzu­ ordnen. w ar ihm nicht in den Sinn gekommen. bloß in der Vorstellung der Arbeiter und Kapitalisten existie­ rende«^ 6 Indem Hegels Philosophie »die Entfremdung des Menschen .41345 Feuerbach hatte sidi damit begnügt zu zeigen. galt ihm als bloß reflexive Verkehrung eines zeitlos >Bestehenden< ( ME W 3. daß Hegels Philosophie von der Negation der sinnlichen Realität des Menschen ausging und zu ihr zurückführte.b d .e. S o ­ weit der Prozeß der Entfremdung »in fact als Prozeß der Entäußerung vom Standpunkt der Arbeit aus oder der A n ­ eignung fremder Arbeit vom Standpunkt des K ap itals aus erscheint«..

M a rx sagt: daß ihm »bloß historische N o t ­ wendigkeit. wie diese Form des Prozesses. die Verwechselung und Vertauschung aller natürlichen und menschlichen Q ua­ litäten« (I.e.. 29 »Notwendigkeit des Faktums« (oder »Notwendigkeit de facto<) in der doppelten Bedeutung des Ausdrucks: als Seiendes und als Niederschlag einer Tätigkeit. daß der »Verkeh­ rungsprozeß«28 von »Existenz und Wesen« (I. die so lange in jener Spannung auszu­ harren hat.e. 316 . 716. I. keineswegs eine Wesensnotwendig­ keit darstellt . 28 Grundrisse .e. aber keineswegs eine absolute N o t ­ wendigkeit der Produktion [zukom m e].. oder Basis aus.. die nur im Modus der Negation ihrer Unmittelbarkeit »Wert< besitzen. Die Enthüllung menschlicher Freiheit im Faktum läßt sich auf Fichte und Novalis zurückverfolgen. E r g . vielmehr eine v e r­ schwindende.e.. b d 571): M arx begreift die Autonomisierung der Reflexion als unmittelbaren Reflex der Autonomisierung des Mittels in der warentau­ schenden Gesellschaft. und das Resultat und der Zweck (immanente) dieses Prozesses ist diese Basis selbst aufzuheben. wie »die wahrhafte Auflösung des Widerstreits zwischen dem Menschen mit der N a tu r und mit dem M en­ schen. die als erste die Doppelbedeutung sich zunutze gemacht haben. 536) bloß eine >n£cessit£ de fait<29.00041345 tiefen Einsicht in die konkrete Gewordenheit des als faktisch sich Aufspreizenden die Geschichte im Gedanken ihrer sich vollenden (zum Kreis in sich zurückbiegen und aufheben) läßt und gerade darum dem gesellschaftlichen Status quo gegenüber einen »falschen Positivismus« an den T ag legt (I. Beiden ist entgegenzuhalten. $ 66 ). die wahre Auflösung des Streits zwischen Existenz und 1. Diese Unangemessenheit seines Daseins an sein Wesen enthüllt sich als (konstitutiver) G rund einer historischen Bewegung. bloß Notwendigkeit für die Entwicklung der Produktivkräfte von einem bestimmten historischen Ausgangs­ punkt aus. weil die Materialisierung des Menschen seinem >wahren Wesen< widerspricht. Sit >st darum die existierende »verkehrte Welt. teilt er im Grunde die Invarianzhypothese des Anthropologen Feuerbach.«! M it anderen Worten: das positive F a k ­ tum der Entfremdung trägt den Keim seiner Aufhebung in sich. 581).

e. Tatsächlich attackiert er gerade solche Sätze Schellings.). »Es ist ein trauriges Schauspiel. Dagegen läßt sich bezwei­ feln. um »des großen Meisters Grab vor Beschimpfungen zu schützen« (I.sei cs auch kritisch . nicht so im Sturm umgerannt werden kann« (I.eine unbestrittene Autorität besaßen. während wir für die Marxsche Schellinglektüre nur schwierig an Nachweise gelangen konnten. auf Schellings Berliner Vorlesung 18 4 1/2 authentisch sich beziehen zu können. das cogito. nur mit der tiefsten Ehrfurcht von uns allen genannt wird« [ebd. den Wert von Einsichten abzuwägen. ergo sum. die wenigstens seit Feuerbachs Hegelkritik in den Köpfen der linken Intelli­ genz . daß die Existenz allerdings in den Gedanken fällt.etwa dem von Karl Marx .und Engelsphilologie. zwischen Freiheit und Notwendigkeit. Engels hat nämlich keineswegs darum zur Feder gegriffen. gegen ihn [Schclling] zu beweisen. die an den Idealis­ mus Hegels zu rühren wagen. um mit den von Schclling gegen Hegel vorgebrachten Argumenten ernsthaft .e. 169).3) den Status einer regulativen Idee noch nicht verloren hat. Ganz sicher hat sie den Vorzug.. Erg. 536. sobald er als Hegels Vorgänger auftritt.3 0 30 Am Ende dieses der Marxschen Schcllingrezeption und Hegelkritik ge­ widmeten Kapitels wird man vielleicht fragen. reinen Äther in das Gebiet der sinnlichen Vorstellung herabreißt. zwischen Vergegenständlichung und Selbstbestätigung. ihm die echte Goldkrone vom Haupt schlägt und ihn zum Spott der Straßenjungen mit einer goldpapiernen Krone..e.. wie Schelling den Gedanken aus seinem erhabenen.sich auseinanderzusetzen. »und sei der Gegner noch so furchtbar« ([I.e.. warum wir die umfang­ reiche und eingehende Auseinandersetzung des jungen Friedrich Engels mit Schelling nicht mit herangezogen haben. 169. das Sein dem Geiste immanent ist und der Grundsatz aller modernen Philosophie. 167]. Immerhin erstirbt Engels in rhetorischem Respekt vor dem »Greis«. 163).Wesen. ob seine Polemik unserer Fragestellung nach der Wirkungsgeschichte der Schellingschcn Hegelkritik auf die Ausbildung der materialistischen Dialektik überhaupt Hinweise liefert. 2. Bd. Vielmehr tritt er ausschließlich darum als getreuester aller Paladine Hegels vor die Schranken »der ö f ­ fentlichen Meinung Deutschlands« (MEW. zwischen Individuum und Gattung« (I.]).2). Die bedingungslose Identifikation mit dem Junghegelianismus hindert Engels denn vollständig daran. Erst deren Verwirklichung löst »das Rätsel der Geschichte und weiß sidi als diese Lösung« (ebd . Engels* Paraphrase der SchelHngschen Vorlesung ist ein wertvolles D o ­ kument für die Schelling. der »immer der Entdecker des Absoluten bleibt und. von dem Nebel und 317 . Wir geben einige Proben (sie wären ver­ mehrbar): »Es ist hier nicht der Ort.

Man sollte meinen. Übrigens wäre es reizvoll zu zeigen. schon aus diesem Zitat zu schließen. Diese Unvordenklichkeit kann nur zum Materialismus und höchstens zum Pan­ theismus führen« (I. .. .) ist nichts als eine kahle Abstraktion von der Materie (. wie es in seiner Schellingpolcmik zutage tritt.). Daß Engels den Grundgedanken Feuerbachs damals nicht begriffen hat. 3 18 .I.). hätte man Anlaß. wo Engels Feucrbach mit dem jungen Schelling vergleicht und seine Leistung darin sieht. daß sie als Materie gefaßt werde und durch die Natur zum Geist sich entwickle (. . in diese starre Kategorie Selbstbewußtsein zu bringen.t 1 86. »daß die Vernunft schlechterdings nur als Geist und dieser nur in und mit der N atur existieren könne«). in die Engels1 eigenes Denken sich entwickelt hat. 202.e. . daß diese letzte Bestimmung ziemlich genau die Rich­ tung bezeichne. 19 0 0 . . Es ist durch keine Entwicklung möglich.?). es sei denn. »Das unvordenkliche Sein (.. umhertau­ meln laßt« (l. sind seine Schriften gegen Schelling nur Negativdokumente für seine Konzeption einer materialistischen Dialektik. erkannt zu haben. Aber gerade weil das der Fall ist und Engels sein Verhältnis zum Idealismus. später genau umgekehrt hat.00041345 Dunst der ungewohnten. .e. wieviel Schellingianismus gerade Engels’ En tw u rf einer D ialektik der Natur sich bewahrt hat. Es gibt aber einen deutlicheren Beleg . romantischen Atmosphäre berauscht.c.

als reproduziere seine K ritik auf einer anderen Ebene die K ritik Hegels an Schellings Abstraktheit. Natürlich ist die These. 26). Nim m t man an. ihren Ahistorizismus aber nicht aufrechterhält. verfolgten w ir die Strategie. daß M a rx die von Feuerbach gegen Hegel bezogene Position grundsätzlich z w a r über­ nimmt. die Philosophie sei »ihre Zeit in Gedanken erfaßt* ( Rechtsph .V III Materialismus und Geschichtsdialektik (Schelling — M arx — Hegel) Überschauen w ir kurz den Stand unserer Argumentation. M a rx argumentiere als Hegelianer gegen Feuerbach. Es zeigt sich nämlich. w as w ir früher behauptet haben: daß auch die Argumentation. so muß der Schein entstehen. daß Hegels berühmtes Diktum. daß diese Wahrheit nicht selbst geschichtlich-relativ mehr ist. son­ dern durch eine Rückbesinnung auf Einsichten der Geschichts­ dialektik korrigiert. in der Entwicklung von Schellings »positiver Philosophie« v o r ­ gezeichnet gewesen sei. In diesem Falle müßten w ir befürchten. M it dem Nachweis. mit der sich M a r x über den Naturalismus Feuerbachs hinwegsetzt. mit der A n alyse von M arx. nur scheinbar sich vereinigen läßt. wonach Hegels Logik auf eine ihr selbst unbewußte Weise die Entfrem dung der frühkapitalistischen Arbeitswelt reflektiere. die A b h än gig­ keit auch des Marxschen Gedankens von Schelling sichtbar zu machen. Aus systemati­ schen Gründen muß nämlich Hegel die Zeitgenossenschaft sei­ nes Systems zur historischen Realität seiner Tage anders inter­ pretieren als das Verhältnis aller früher in Erscheinung getre­ tenen Gedanken zu ihrer Zeit: Sein Urteil glaubt die W a h r­ heit über die Geschichte in dem Sinne auszusprechen. N u n zeigt sich. daß die Ausbildung von Feuerbachs N a tu rg e ­ danken ebenso wie seiner Hegelkritik deutlich in Schellings Tradition steht. Ihr gegenüber erweist sich ihre zeitgeschichtliche Verw urzelung .. nicht stützen zu können. daß M a rx als Hegelianer gegen Feuerbach argumentiere. erst zu prüfen.

00041345 als unwesentlich. Enz.. um sie aus ihrer Äußerlichkeit durch Negation herauszuführen und in ihrer Wahrheit wiederaufzurichten. z. ja wenn es gelänge zu zeigen. In diesem Augenblick verhält sich das Resultat des Hegelschen Systems nicht anders zur empirischen Geschichte als Feuerbachs Wesensbestimmung der >menschlichen W irklich keit: mögliche Differenzen des Daseienden an die Idee haben den Status zufälliger Abweichungen. G ew iß ist die >Unangemessenheit von Wirklichkeit und B e ­ griffe ein wesentliches Element gerade von Hegels Dialektik und ihrer Gleichung von Substanz und Subjekt. 137 o. Anders gesagt: Die Einsicht. Enz. § 24. ist eins mit dem Bekenntnis zur Unüberwindbarkeit der für die Wirklichkeit grundlegen­ den Entzweiung. gibt es keinen Grund. Wenn Wirklichkeit von vornherein als Seinsweise der Idee unterstellt w ird. 2. Ä sthe­ tik (ed. 320 . die die wesentliche Identität beider nicht tangieren. die durch das Gefälle zwischen beiden Bestimmungen ausgelöst wird. daß man auch die in der historischen Realität zutage tretende Differenz beider für konstitutiv und unauflöslich erklärt. ist in seinem System die immanente Korrektur. der Vernunft die Anschauung der Koinzidenz beider abzusprechen. 46 j f. § 248. 176-180.. Natürlich hängt diese Konsequenz mit Hegels Idealismus zu ­ sammen. I. daß jene von M a rx als Auszeichnung der Geschichte betrachtete »Unange­ messenheit von Wesen und W irklichkeit prinzipieller N a tu r w äre. Zusatz.. B. die das Konkrete an seiner abstrakten Erscheinung vornimmt. Bassenge). 133 f. denn die zeitkonstituierende Differenz von Wesen und Wirklichkeit ist >getilgt< in der >ewigen< Selbst­ erkenntnis des Geistes. M arx bekennt sich. indem er seine Geschichtskonzeption durch die Kategorie der 1 Vgl. L II. II.3» »53»j> 1 73. D as wäre nur möglich unter der Voraussetzung. daß die Wirklichkeit in Hegels Verabsolutierung des Logischen (der Vermittlung) au f dem K o p f steht. daß man die v e r ­ kehrte Stellung des idealistischen Gedankens zur Wirklichkeit nur dadurch korrigiert.. 144. 130 u. Die B ew e­ gung.

von der D ia ­ lektik insbesondere: »Sie steht bei ihm a u f dem K o p f. durch den Hinweis auf Schel­ ling wenigstens partiell beantworten. Darum gilt. Wer von ihrem Kern die mystische Hülle entfernt. dessen Seinsweise das im­ 2 Was dies betrifft. . a priori Bewegungs­ gesetze des Seienden zu sein. ist offenbar mehr als nur eine von Hegel abweichende Begründung der Dialektik. daß diese Kategorie in einem viel rad i­ kaleren Sinne konstitutiv ist für die »positive Philosophie« Schellings. daß zwischen beiden keine logische. $7) in Bezug auf Hegel beschrieben werden muß. ist Louis Althussers Interpretation durchaus beizu* pflichten. Was gefordert wird. 66 ).e. Indessen sahen wir. die das Marxsche Denken zu dem ihm eigen­ tümlichen Begriff von >Dialektik< geführt haben . In diesem Augenblick hören logische Strukturen auf. I.. die Ausbildung der Marxschen >DiaIektik< also wesentlich durch die Diskontinuität (vgl. sie »mystifiziere« in ihrer bloß logischen Gestalt die Realität der geschichtlichen Bewegung. 3 21 . um den rationellen K ern in der mysti­ schen H ü lle zu entdecken« (ME W 23..eine Frage.2 Die Frage lautet dann nicht mehr. den die Geschichte austrägt. daß die Entwicklung von Marxens eigener >Untersuchungsmethode< »nur um den Preis eines Bruchs mit Hegel möglich war« (I.41345 Unangemessenheit von Wirklichkeit und B egriff erläutert. tut auf ihren Idealismus und damit au f die Möglichkeit Verzicht..e. bildet sie unmittelbar die K ritik von M a rx an H e ­ gels D ialektik vo r: E r macht ihr nämlich den V o rw u rf. un­ zweideutig zur Hegelsdien Dialektik. Sie muß nach Schellings Vorbild so gestellt werden: G ib t es ein seinem Begriff zuvorkommendes Seiendes. die er selbst für >unbewältigt< erklärt (I. 27). den realen Widerspruch. Sicher trifft auch zu.Wir möchten im folgenden Althussers Frage nach »mög­ lichen positiven Modellen«. Man muß sie umstülpen. aus der ihm unan­ gemessenen Entäußerung in sich zurückzukehren.e. sondern eine ontologische Differenz bestehe. ob es dem Begriff eigentümlich ist.. w as der gesamten A n ­ lage des Hegelschen Systems vorzuwerfen w a r. D a sie die absolute Vermittelbarkeit von Idee und Wirklichkeit mit dem Argument bestreitet. 66 ) . in der Selbstbegegnung des G e ­ dankens als in seiner einigen Wahrheit aufzulösen.

daß dem »primum existens«. 18 3 /4 ) . der keine Möglichkeit vorangeht« ( 1 1 . 2 ^2)> abzusichern versuchte und die folgende Bewegung insofern ontologisch begründete. der erste ge­ wesen.Unter diesem Gesichtspunkt gewinnt aber Schellings Ableitung von Zeit und Geschichte ein ganz eigenes Interesse für die G ru n d ­ legung einer materialistischen Geschichtsdialektik.3 . der die Voranstellung der Logik in Hegels Enzyklopädie als Folge einer Inversion der sich selbst nicht durchdringenden Reflexion kritisiert hatte. 1. das sich um das Moment der R ealität in der N atu rw erd u n g erst zu bereichern hat. das Ist«. es als Abstraktum zu bestimmen. Die ontologische D ifferenz von Wesen und Wirklichkeit Schellings Theorie der Zeit als Archetyp einer material begründeten D ialektik In der T a t ist Schelling. fällt auch die Notwendigkeit hinweg. 262 u. der sein Ausgehen vom Subjekt-O bjekt durch eine »Wirklichkeit.ein Schritt. des Wesens und des »Wesens. Indem gleich die erste konkrete Bestimmung seiner Philoso­ phie (»primum existens« oder »erstes Wirkliches« nennt Schel­ ling den Geist) ein selbst Seiendes ist. als 322 . Im Gegenteil w ird die Selbst-Thematisierung . die Möglichkeit eines in ihm begründeten außergeistig Seienden genommen sei. Ihr werden w ir uns im folgenden zuwenden. konnte er mit Recht als Auszeichnung seiner Philosophie geltend machen.00041345 manente Sich-Transzendieren a u f sein Wesen ist? .die faktische Dreieinig­ keit des Seins. da das Selbstbewußtsein eines Seienden seiner reellen Selbstentfremdung zuvorbesteht. daß eine Entäußerung vom T y p des Übergangs der Hegelschen Idee in die Wirklichkeit in ihr funktionslos werde. Das bedeutet aber nicht. so wie es auf sich reflektiert. durch den das In-sichSeiende gleichsam von seiner eigenen Vergangenheit Abstand nimmt (vgl.8. In dem Augen­ blick.

Nichts anderes ist der Sinn der Formel. I. daß das »rein Seiende« zum »Träger des Nichts« (WA I I . was Schelling Geist nennt. mit der Differenzierung des potenzlos Seienden (vgl. das Ist: Sie soll zum A u s­ druck bringen. so v er­ drängt es das vormals rein Seiende von seiner Stelle: Des 323 . Stünde jene Potenz nur a u f sich selbst. WA II. II. daß die N eg ativität des »rein-sein-Könnenden« vor der absoluten Auflösung nur dadurch geschützt ist. im gleichen Augenblick zusammen. nur sein zu können. Aber w eil die Potenz des Schellingschen Geistes in ihrer a b ­ strakten Logizität nicht aufgeht. 312). nur auf sich selbst gestützt. so stürzt die Schranke. als Differenz eines potentiell außer dem Geist Seienden erschließen. da die Potenz des Widerspruchs selbst aufs Sein Anspruch erhebt. nicht wesentliche Möglichkeit eines außerwesentlichen Seins. steht nicht in wirklichem Gegensatz zu dem. gibt es keinen w ir k ­ lichen Widerspruch (vgl. L äß t sich. 1. was . so ist Schellings Frage. 87) in das Außereinander der Potenzen Hegels Anspruch a u f Außerzeitlichkeit aller im absoluten Begriff sich entwickelnden Beziehungen vereinbaren? Anders gesagt: Ist der »Widerstreit zweyer Principien« ohne jeden Rekurs au f Zeitverhältnisse überhaupt denkbar (WM II. sondern selbst ist. seine eigene Rechtfertigung zu vollbringen hätte. das Absolute sei das Wesen (oder die Potenz). der. Solange das Sein selbst wesentlich bleibt. mit der die Logik von einer realgeschichtlichen Bewegung sich abzugrenzen suchte. Im Unterschied zur Hegelschen Logik ist. 172) sich macht. 124). 2 17 ): Was sich darin erschöpft.41345 eine potentielle Differenz bzw. Macht das Wesen selbst Anspruch aufs Sein. ihre B e w e ­ gung gliche dem bodenlosen Insichkreisen eines Begriffs. 122)? Wenn es G ründe gibt.aller Potenz beraubt . sondern Sein einer Möglichkeit zu außergeistig Seien­ dem.nicht sein kann: »Das ist auch der Sinn v o n : >In der Idee sey alles zugleich«« (II. sich von der Gleichursprünglichkeit des Widerspruchs mit der Zeit zu überzeugen (vgl. 3. 4. hat sie ein gegenüber Hegels Logik radikal verändertes Verhältnis zum >Widerspruch<.

da »mein Für-sich-Sein in der Nichtuntcrschiedenheit von Vergangenheit und Zukunft sich vernichten würde« ( E N t 392. wenn näm­ lich. 324 .y 3 2 / I I .e. Ph. 3 1 2 ) . Frank. w ird es zur Potenz. . »da unsere Gedanken [jedoch] successiv sind«. ( . die sich ins Sein w iederauf­ zurichten strebt. das kann aber nur sukzessiv geschehen.. w o das Ende ist (Pos. Erstmals in der Geschichte der neueren Philosophie . Ohne die materielle Realität meines Leibes z. 3°6).. 1 1 5 / 6 .). 175). I.. Sie gliedert die wesentliche Einheit des Seinkönnenden und des Seins in deren »Vor und Nach«. 4 Vgl. was hier bloß noetisch gemeint ist. »was Subjekt und O bjekt in Einem ist. Bonn 19 7 1. Vgl. . zum realen Proceß w ird« ( I I . denn Sein und Wesen sind unmittelbar voneinander gesdiieden.der A n fa n g ist da. (vgl. 42 ff. 3. Begnügt man sich bei der bloßen Inteüigibilttät einer Differenz.. zu diesem Problem die ausgezeichnete Arbeit von G. so stürzt die Grenze ein. . es kann nur mit verschiedenen Momenten.i. Seel. 3 11 f. 71 ff. Das Problem >Zeit<t I.).) [und] auch nicht mit einer und derselben Zeit gesetzt werden. das beide zugleich trennt und verbindet. 570/1) wäre kein aktiver Entwurf meiner selbst möglich. Handlung und Traum einer Handlung trennt. II. nicht mit einem Moment. die bloß noetische und virtuelle Folge des Vor und Nach durch Intervention eines Reellen in eine wirkliche Folge zu befreien. Zwischen dem Zustand reiner Möglichkeit des Widerspruchs und dessen Wirklichkeit muß etwas »in der Mitte« liegen ( 1 1 . 3. sie unterscheidet »A n fan g und Ende« und sichert au f diese Weise dem »reinen Denken« eine wirkliche Erkenntnis des ihm Innerlichen. die Zeit des Gedankens oder die noetische Folge ( I I . 273) .sieht man von Friedrich Schlegel ab4 3 A u f die Notwendigkeit. 1. die Wunsch und Erfüllung.Schelling nennt dies >Interstitium< »zwischen der absoluten Ew igkeit und der Zeit« (ebd.00041345 Seins beraubt. Sartres D ialektik . [doch] .3 D ie U n au ffälligkeit. kann über die eminente wirkungsgeschichtliche Bedeutung dieses G e ­ dankens nicht hinwegtäuschen. mit der Schelling sein Theorem einer virtuellen Zeitlichkeit des Absoluten selbst einführt.3 . vgl. 16 5-176 . Z w a r hebt sie deren unvordenklichen Z u ­ sammenhalt noch nicht au f . hat mit gleicher Intensität Sartre hingewiesen. kann. B.

frei ist und doch den Kriterien dialektischer Einheit des Äußeren mit dem Inneren standhält. daß in diesem Sinn. So kann Schelling gelegentlich von einer Vorrangigkeit des »Grundes« vor dem »existirenden Subjekt«. 2. in einer Sphäre außer der Zeit sich zu bewegen.w ird die dialektisch einige Subjekt-O bjektivität. 8. nicht wie insgemein gedacht wird. 77). muß . Im Grunde ist dies eine Konsequenz des Schellingschen Ansatzes beim Positi­ ven. 259/60). als daß Zeit und Denken als ausdehnungs­ gleich unterstellt werden. die Marx der Hegelschen Dialektik vorhält.wie Sartre gezeigt hat 5 Einer der W eltalter -Entwürfe geht so weit zu sagen. eine Folge von in-sich-seienden. ein­ ander äußerlichen Momenten (wie Hume es tut) durch den Rekurs auf die Gewöhnung als Zeitfolge zu erklären.aus Z eit­ strukturen abgeleitet.||>41345 . dessen Inbegriff gerade die Zeit ist. 177. vgl. daß also die Zeit der Wirklichkeit nach vor der Ew igkeit. denn die Zeit ist. das von der mystischen Verkleidung. gegen die Prätention der L ogik . Das teilt sie aber mit der Z e it. die eine Rückführung der logisdien au f Zeitbestimmungen ermöglichen? D ie Idee der Logik ist Einheit ihrer und des Gegensatzes. Der Versuch. Die Zeit ist ein existierendes In­ nerlichkeitsverhältnis. »une Separation d ’un type special: une division qui r^unit« (E N . wohl aber der Zeit nach«. 106). sondern umgekehrt die Ewigkeit ein Kind der Zeit ist« (WA I I I . Das bedeutet nichts Geringeres. daß sie nur durch die Zeit ist. die Zeit von der Ewigkeit gesetzt. Wirklichen. ohne in A eine auf B sich überschreitende Negation und also eine interne Verbindung anzuerkennen. sondern als äquipollent gesetzten Kräfte« (WA I. 229/30).5 Welche C h araktere sind es denn. Natürlich richtet sidi die W arnung vor der Vorstellung. sprechen (I. »Im Ew igen [selbst schon ist] eine innere Zeit gesetzt«. 173). »daß die Ewigkeit von sidi selbst nicht ist. zw ar »nicht dem Begriffe. 63) bestimmt wurde . 8. »als gäbe es einen von aller Beimischung der Zeitbegriffe v ö llig reinen Begriff der Ew igkeit« (I. 32 5 . wie Sartre sagt. die mit einem anderen Ausdruck als die »Einheit der Einheit und des Gegensatzes« (W A I. »denn Zeit entsteht unmittelbar durch Differenziirung der in ihm nicht bloß als Eins. II. erklärt Schelling.

passim) . 245. 2 7 3 /4 u.3 . Schelling sagt. muß eine »rotatorische Bewegung« entstehen (vgl. 245). I. passim). »Dualisirung« aber ist der » A n fan g der Zeit« (WA I.. 37 ff. die als solche seiende. 80).) Auseinandergehen im Zusammenhalten« (Initia. L I V / L V Anm. 7 Diese Beschreibung erfüllt die von Hegel gegebene Definition des Geistes als Identität der Einheit und der Differenz ( Initia . 8. WA I. des Wesens und des Geistes läßt sich nur als eine äußerst instabile Verbindung denken: denn in ihr wird die Nichtunterscheidung ohne wei­ teres als eines mit dem Unterschied. 86. die Totalität des Geistes in sich zu befassen.»unerklärlich« (K d U . h. 11. es ist ein potentieller Widerspruch gesetzt. WA II. Sie ist die die Potenzen auseinander haltende und eben dadurch zusammen­ haltende ewige Freiheit«. B. I.wie er es faktisch ständig in Anspruch nimmt .00041345 .). ohne daß sich die Zeit selbst verewigte oder das Denken verzeitlichte (EN. 9. 1 77 ff. 2 3 0 / 2 3 2 . damit »auch die sich selbst wissende ewige Freiheit* sei diejenige.j).ebenso scheitern wie K ants umgekehrter Versuch. . A n fan g und Ende zu trennen und in eine »geradlinigte Bewegung« zu befreien 6 Unzweideutig nennt Kant das Zusammengehen des Intelligiblen (ein­ schließlich der »reinen Apperzeption«) mit dem Zeitlichen . Initia . 174) des Seins. Indem beide gleichen Anspruch d arau f geltend machen. 323 ff.e. . deren Resultat sich auf ihren A n fa n g zu­ rückbiegt. »welche die Potenzen zusammenhält im Auseinandergehen. 8 . die gerade nichts anderes sind als das »Zusammenhalten im Auseinander­ gehen und (. Deren Streben kann nur sein. ein außerzeitliches einiges >Ich denke« den zeitlich Unverbundenen ihre zeitliche Einheit aufprägen zu lassen. 2 3 1 .).vergleichbar jener Kreisbe­ wegung der Logik . damit Ursprung des »Wissens« und der »Zeit«. 84 f. 326 .7 Jene dreieinige »Simultaneität« (vgl. d. Um eine solche handelt es sich hier: der Widerstreit im »ersten Wirklichen« spielt sich zwischen »äquipotenten« Wesen ab ( 1. 141 ff. I.6 Angesichts dieses Dilemmas erklärt Schelling den Übergang aus dem Unzeitlichen in die Zeit analog zum Über­ gang des Seins in die Reflexion (ins »Wissen«): nämlich als einiges Fortbestehen der transzendenten Einheit in der reali­ sierten Differenz ihrer Momente... u.

3 . 19 ff. 14). Jede einzelne Zeit­ dimension und Zeitphase erhält ihren Sinn aus der je be­ stimmten Negation ihrer Totalität (ebd. Z. wäre umgekehrt die Zeitphase in der T o ta ­ lität »wirklich gesetzt. Indem jedes der in die Wirklichkeit herausgewendeten Momente seinem Wesen ge­ genüber als eine inadäquate und abstrakte Inkarnation auftritt. 1. Die Zeit hebt erst mit dieser reellen Scheidung des Einigen an: die vorm als erste Gestalt wird durch die andere zu deren eigener Vergangenheit verdrängt und hat darum sich selbst als »die wiederhergestellte Einheit zur Zukunft« ( 11. löst die »Aufhebung der Simultaneität ( . d . . Im Zustand bloß virtueller Geschiedenheit der Momente A und B bleibt der Widerspruch inaktiv. 8 . Sobald aber eines der Principien (A) a potentia ad actum entlassen wird. Wäre die »ganze Zeit« nämlich realer Bezugspunkt. 3 . »eine beständige Sucht nach der Ewigkeit« (WA II.) . 81). . sondern sich in seinem K o rrelat zu ergänzen trachtet. zu einer negierten Dimension der Zeit selbst. so verfiele sie zu einer schlechten (relativen) Unendlichkeit.freilich nur »als Idee«. 297. h.). auf Differenz unbezügliche Sein nach einem Ausdruck Sartres eine >Kompressionsverminderung< erleiden. bey welchem jenes zu seiner Wirklichkeit dieses schon als vorhan ­ den in der Idee voraussetzt« (WA I. 174) einen unendlichen Sog aus (vgl. die bestimmte. insofern es für sich nicht das Ganze ist. 3° 7 )* In dieser Restitution der Einheit als Zukunft bewährt sich aber das andere dialektische Moment der Zeit: ihre Einheit. h. schließt es notwendig das andere Princip (B) in der Weise von sich aus. 235). die sie ist« (ebd. so wäre sie nicht die einzelne. die Zeitlichkeit wäre 3*7 . Die Zeit ist »organisch« verfaßt (WA I. d. 124 und 1.d.J041345 ( 11. sie ist »ein solches Verhältniß des Einzelnen zu einem Ganzen. ) in eine Folge« (WA II. 8. 274/5)Augenblick einer »Entscheidung« (WA II.h .). 174) zwischen den konkurrierenden Ansprüchen des Einen und seiner Momente auf den Titel des Existierenden zugun­ sten der Existenz der Relate wird das vormals opake. die negativ in ihr waltet . daß es dasselbe zugleich als seinen Nachfolger fordert.

sondern die Einheit. h. als die wirkliche Existenz des internen Widerspruchs im Gedanken des Abso­ luten selbst sidi enthüllt. das Ewige« (1. die ganze ungeteilte Identität. Vielmehr bewährt sidi das Wesen als ständige »Zurückrufung des unendlichen Begriffs aus der unendlichen Flucht« (1. . solange sie sidi im Sog jener unauflösbaren Identität (A°) fühlt.9 Dagegen sind die Phasen des Seienden durch Beziehung aufeinander. Unter deren Bann stellt sich »die Zeit im Ganzen« (WA I. 81) auch nicht als reine Identitätsverweigerung dar. ob es ein ursprünglich Seiendes gebe.4. Ihm gegenüber ist sie mit einer * Beraubung « gesetzt (ebd. Indem der einige W i­ derspruch. 188).Der Relation ist mithin »genommen (. nur durch Relationen hindurchleuchtet« (1. 3. 62).00041345 aufgehoben in der fugenlosen Identität des Seins. in V or und Nach vermittelt: Sukzession ist unmittelbares Implikat der Relation (der Vermittlung). 274 uI ^4 ). Jeder Punkt des Zeitflusses ist.3 . I. der sidi im Wesen der Zeit auftut. der stets Vergangenheit aas sidi absetzt und auf Zukunft sich zu ergän­ zen trachtet. 175).7. . d. die es jedoch nur sein kann. d. 496.8 So aber realisiert sich der Ablösungsprozeß der Potenzen. was zu ihrem Begriff gehört« (1. h. Identität seiner und des Gegen­ satzes zu sein.7. ist aber die Frage beantwortet. die wieder­ vereinigt. die sich an die Stelle des Absoluten (des unbestimmt Unmittel­ baren) gesetzt hat (11. eben als eine »Trennung. . dessen Seinsweise die D ia ­ lektik ist. 328 . inwiefern sic zwar der Unendlichkeit eingeboren. also bestimmt wird).) ist nicht die reine Einheit in der Unendlich­ keit. 9 »Die zeitliche Natur (.): als sidi offenbar 8 »Das Seyn.7. durch partielle Negation ihres Seins und partielles Sein ihrer Negativität. als ein kontinuierliches Fließen (vgl. In der Bestimmung. was sie trennt<. 119).). . ist der mit sidi zusammenschließende Geist vor der >Furie des Verschwindens« ja nur dadurch geschützt. d.3 im Zusammenhang).). h. >ausspridit< (WA II. nicht auf Anderes bezogen. beide Ausdrücke gelten in diesem Zusammenhang als synonym. daß jene Fuge inmitten seiner Selbstbeziehung ihn zugleich differenziert. insofern er unmittelbar ist (d. 12$ ff. h.

Wolfgang Wieland. 106): sie sind Einheit ihrer und der Abgrenzung von dieser Einheit (Initia 84/5).^041345 macht. auf die Potenz des Seinkönnens um 10 Vgl. 7. Dem. 8 . absolut es selbst ist. Die Einheit hat ihre Wahrheit mithin an ihrem »Gegentheil« (1. 184. 125). Heidelberg 1956. 2. das »seiner N atur nach alle Potenzen ist« (1. oder [!] der absoluten Identität des Unendlidyen und des Endlichen . als des Höchsten« ( 1. Schellings Lehre von der Z eit . Erst mit der Verzeitlichung w ird jene Fuge zwischen Einheit und Differenz als die exi­ stierende »Nichtigkeit des Unterschiedes« (1. an die existierende und außerwesentliche Beziehung dieser P o ­ tenzen selbst ausgetragen wird. 45: »Die Struktur ursprünglicher Zeitlichkeit ist demnach: Scheidung der Scheidung und des Ungeschiedenen.7.7. 150) oder die »Identität schon von selbst und bevor (sie) sich erkennt oder setzt als irgend etwas seyend« (WA II. Zeitlich ist ja nur ein solches Seien­ des. Bleibt der Widerspruch indessen nur virtuell.« 11 Wir haben diese Bestimmung oben unter dem Titel der »abstrakten 32 9 . 81).7. Wir kön­ nen also sagen. und doch bewährt sich der Sinn dieser Beziehung in der negativen Präsenz der Einheit in ihr. die es nur beziehungsweise ist. »das reine. un­ mittelbare Wissen der Vernunft ( . so vergeht die Idee im rotatorischen Umtrieb eines von seinem Ursprung nicht wegkommenden Resultats. die inso­ fern in bloßer Relation zerfallen ist« (1. 168).10 Aber Geist und Zeit sind nicht das Differenzieren insbesondere (vgl. . auf das es sich überschreitet als auf seine verlorene Einheit hin. II. 428). muß aber diejenige Einheit von Einheit und Gegen­ satz unangemessen sein. sei) ein Erkennen des Wi­ derspruchs.d . was. 2) zum einen selbst Wirklichen: denn »die Zeit ist die Erschei­ nung der Einheit im Gegensatz der Unendlichkeit. das sein Sein außer sich in seinem Korrelat hat. jeder Reflexion zuvor. . In diesem Sinne kann Schelling gelegent­ lich zu der paradoxen Formulierung greifen. insofern für sich »das schlechthin Bezie­ hungslose« (I. 424).7. »Contrahirt« sich nämlich der Geist auf seine abstrakte E in ­ zelheit11 . daß als Zeit die absolute Unangemessenheit dessen. Anm.h .

13 Ein Verhältnis dieses Typs läßt sich in der Tat in jeder einzelnen Zeitdimension und in deren wechselseitiger Beziehung nach weisen: Zeitlich ist das mit Differenz seiner Realität von seinem Wesen Gesetzte (I. die sie von ihrem Korrelat ausschließt. so gerät er in einen notwendigen Widerspruch zu seinem Wesen. 6. In der zweiten. und sie gleichfalls wieder in einem ändern sucht« (1. (I. 272). vgl. Jede Zeit erweist sich darin als nicht-wesentlich (d . ohne je mit ihm zusammenzufallen. 239 und I ( 6.. 1. Waren Zukunft und Vergangenheit »nur [als] einseitige Synthesen des Bejahenden mit dem Bejahten« bestimmt (I. das ei nicht mehr vollständig ausdrückt. C C X X X I . I. 7. 195. In der ersten Zeitdimension. 238). die es an sich nicht hat. fast wörtlich L II. dessen Wirklichkeit von dem Wesen übertroffen wird.e. 241.7. entsteht ein stän­ diges Fortschreiten »und damit eine Zeit« (1.12 In einem W ort: »Jedes Ding ist zeitlich. sondern in einem ändern hat« (I. I. D a sie jedoch mit dem. was ihr mangelt. Nr. wird dieses Mißverhältnis als des Seins beraubte Möglichkeit Schelling sagt auch: als Unangemessenheit des Bejahten ans Be­ jahende oder als Differenz der Identität zur Totalität . der Zukunft.4. aber von der folgenden Zeit seiner­ seits in ihrem Sein gesetzt und also negiert w ird . 1. Seine erste Verwirklichung wird daher über die Grenze. als es der Wirklichkeit nach fassen kann« (I. 2. vgl. Erst jetzt enthüllt sich ihre Zeitlichkeit (vgl.6.). cs sucht sic in einem ändern. 275). so ist Existenz« behandelt. 7. als der Möglichkeit beraubtes Sein . 12 »Ein Nicht-Wesen sucht in dem ändern seine Realität. vgl. welches selbst keine hat. der Vergangen­ heit. stets nur im Modus der Beziehung K on takt nimmt. ihres Seins nicht mächtig). 364).2). 33° . 6..h . welches die vollkommene M ö g­ lichkeit seines Seyns nicht in sich selbst. ohne zugleich von seinem substantiellen Inhalt zu lassen.angeschaut ( = Zeit im emphatischen Sinne). oder in dessen Wesen mehr enthalten ist.00041345 den anderen Gestalten Raum zu geben.Schelling sagt auch: als Mißverhältnis des Bejahenden zum Bejahten oder als Unangemes­ senheit der Totalität an die Identität (als Raum). 6. 275 ff. 397*2)* 13 »Zeitlich ist nämlich alles. daß sie zw a r das Setzende der von ihr negierten Zeit ist. 2 16 ). 465. 238 f. 45.7. 1. 428.7. hin­ ausgetrieben und auf es bezogen.

Im Gegenteil enthüllt sich der wahre Sinn von Sein als Vergangensein. Bezogen auf sie enthüllt sich näm­ lich gerade die anmaßliche »Realität« der Gegenwart als das eigentlich Nichtscicndc. 239). 276. [Vgl. 2 2 9 .oder »Durchkreuzungs«-Punkt von »Seyn und Werden« (I. C C X X ) . ist damit keineswegs ein Nichtscicndes. 6.Widcrsprüchc dieser Art löst ja die Befreiung aus der Rotation in die Geradlinigkeit. was es nur in ihr ist.]) Auch Hölderlin (Das Werden im Vergehen) spricht vom Übergang der Zukunft zur Vergangenheit als von einem Prozeß der »Realisierung des [vordem] Möglichen und Idealisierung des [vordem] Wirklichen« ( S M IV . 239.gleichsam als der Umschlag. 7. 229 u. Aber auch nur in der Beziehung auf das Sein einer bestimmten anderen Zeit ist das Seiende der bezogenen Zeit ein relativ Nichtsciendcs. 46). aber sic ist darum doch nicht »als ein zukünftig Seyendes« mit ihr zugleich. 276) der Abstraktionen eines unter Verlust des (Gewesen-)Seins gesetz­ ten Werdens mit einem unter Verlust des (Sein-)Werdens gesetzten (Gewesen-)Seins.13a »Weil sie für die Seele nie wf«.'41345 die Gegenwart der »bloß relative Indifferenzpunkt« (I. 6. Rein äußerlich bildet sie so die singuläre Realität des Ewigen ab: durchdringen sich in ihr doch Vergangenheit und Zukunft zur Einheit (I. 331 . 6. Das Seiende einer bestimmten Zeit kann natürlich nicht als das. I. und in derselben Beziehung zugleich das Seiende einer anderen Zeit sein . enthüllt sie sich als Realisation jener Fuge zwischen dem Sein und der Potenz . 7. C C X X . cs ist nicht »aufgehoben«. zerfällt ihrem zeitlichen »Abbild« zur bloßen »Synthesis« (I. I. Insofern ist die abwesende Anwesenheit des Gewesenen bei seiner Gegenwart kein Zumalsein des V er­ gangenen »als eines Vergangenen mit dem Gegenwärtigen«. Was die Ewigkeit jedoch durch unmittelbare Thesis in sich zusammenhält. daß das Sein von Vergangenheit und Zukunft nur in Gedanken bestehe.8.7. Das Entsprechende gilt für die Zukunft: Auch sie ist zumal mit der Gegenwart als deren bestimmtes Nichtsein. 1. Sie können durchaus »zumal seyn» (1. (Schelling drückt diesen Sachverhalt reichlich irreführend so aus. 302): Was im Modus des »cs war« existiert. D aß man erst 13a Diese Konstruktion erlaubt zugleich klaren Bescheid über den ontologi­ schen Status der »verschiedenen Zeiten«. § 1 1 6 u. 283). I. Geschichtlichkeit als Sündenfall und Entfremdung Schellings Theorie der Zeit gehört zu den großen und bleiben­ den Leistungen der idealistischen Philosophie. vgl. sondern die je und je sich zeitigende Berührung des Seins mit dem Nichtsein. E N t 150 ff. 6. 239. 6. dazu Sartre.

78). Indem er . jedem Seienden sei die demiurgische Zeit innerlich (I. Man könnte sich nämlich leicht denken. durch die sich in »jedem Augenblick« das Wesen über seine Vergangenheit hinwegsetzt (WA I. 88). 123). Die >Unangemessenheit des Wesens an seine Wirklichkeit« (vgl. gelingt ihm eine ontologische Begründung des­ jenigen Phänomens. 1. beim Übergang in die Freiheit des Geschichtlichen auf eine ähnliche Weise »stodet« (II. denn was immer ist. 3.. wie Schelling ihn denkt.a . der sich ihm ansonsten weitgehend anschloß .00041345 seit den joer Jahren .e. die w ir in der Zeit wahrnehmen« (WA II. E r fügt hinzu. »alles (sei) nur Werk der Zeit« (WA I. ohne dem Bann der in ihm waltenden Einheit zu entgehen. 1. 12). 89).e. habe seinen Ursprung in den »Principien. Sie müssen getan werden.die späte Edition der Weltalter Urfassur. Diese Bestimmungen be­ treffen indessen nur den allgemeinen Naturprozeß.. G ew iß sagt Schelling. bedarf es offenbar einer Reihe von weiteren Schritten.meist auf Heideggers Spuren auf sie aufmerksam wurde . daß der N a tu rp ro ­ zeß.6. das Hegel unter dem Namen der D ialek­ tik logifizierte und nur durch einen coup de force mit der Wirklichkeit vermitteln konnte.anders als Hegel.gcn trägt nur zum Teil die Schuld daran ist erstaunlich: denn in vielen Einzelheiten hat Schelling Ein­ sichten der Heideggersdien und Sartreschen Zeitontologie vorweggenommen. 395. also den Menschen bloß insoweit. 158/9 u . 4 4 7/8 . 11 .Zeit als Schema einer im Sein gründenden und in all ihren Erscheinungsformen realen Bewegung denkt (vgl. und die in ihr tätige »Realität« sei »die eigentliche Schöpfungs­ kraft« (I. wie er es für den Übergang von Hegels Logik in die 332 .) als Konstituens auch der menschlichen Geschichte zu überführen. 86). soll sich die Dialektik der Zeit als Schema auch der historisch sich produzierenden menschlichen Gattung bewähren. M it einer Ableitung des Schemas existierender Selbsttranszen­ denz ist dazu freilich nur ein Anfang gemacht. In dieser Hinsicht ist er ein Wegbereiter der materialistischen Dialektik geworden. als er in seiner Natürlichkeit aufgeht. 78).3 .4.

dem »Objektiven in ( . und das sie in Richtung auf relativ ideellere Synthesen überschreitende Wesen wird so lange »den Stachel des Fortschreitens« (WA I. bes. 461). 457. Durch die göttliche »Universio« (I. die Welt der Geschichte.1345 Naturphilosophie nachgewiesen hatte. 333 . 14 *Ü btr der Natur erhebt sich eine neue Welt. 11. 91) . Initia . teils tätige Glieder wir selbst sind« (Pos. 118. 7. 6 . 3 1 1 . 116 ff. das sein natürliches Sein insgesamt in Vernunft aufhebt und doch Natur zur Basis behält .»dieses Wunder der Umstellung oder Umkehrung der P o ­ tenzen« (H .passim) . der nur tran­ sitorisch in relativen Synthesen beider zur Ruhe kommt. 11 .wendet sich das Eine hinaus in die existierende D reifalt der Gestalten. 161). geschieht dies in den Erscheinungen des »thierischen Instinkts«.. in welchem das Wesen seinem Sein sidi vollständig gleich ge­ macht hat (I. Der Widerstreit löst einen Prozeß aus. 1 1 . Ph. 6. 14) in sidi tragen.7. ein noch immer fortgehender. 32/II. 310 f. I. bis im Wechsel beider ein natürlich Seiendes produziert ist.3). dessen teils lei­ dende. 16 9 /7 0 . ist die Voraussetzung zu einer menschlichen »Geschichte« gegeben. 456 ff. dieses sucht sidi in seiner Aktualität wiederaufzurichten (Pos. 90 ff.»sich zu der N a tu r verhält« ( 1 .14 In diesem explizit gewordenen oder für sidi selbst bestehenden Selbstverhältnis tritt die N a tu r nicht länger mehr als ein relativ ideell Seiendes in Beziehung zu sidi als einem Seienden verhältnismäßig rea­ ler Ordnung.nämlich das selbstbewußte Wesen. 454 ff.3 . sie verhält sich vielmehr als »das absolute Sub­ jekt« zu dem von ihm überschrittenen »absolut Objektiven«... Erst in dem Augen­ blick. Das selbst ins Sein ge­ tretene vormals reine Wesen schließt als »Materie« das v o r­ mals wesenlose Sein als ein zur Potenz >verdrungenes< ideell Seiendes von sidi aus. } ° 4^5 u. höchst lebensvoller Process. I... im Kontext). 136 ff.2. .2 . 2 .) seiner Totalität *r (1.y 3 2 / I I . Die Materie als die >Basis< der Bewegung wird so lange der V e r­ gangenheit anheimfallen.io . da »das in der N atu r erweckte A2« . 10.. Solange diese vollkommene Versöhnung der Identität und der Totalität »selbst noch unter der Potenz der O bjektivität steht« ( 1. 7 . 457). Ph.3)..

. . 3 2 / I I . d.. 2. 16 1 f. sondern »absolut« ihrem Wesen an.2 . im Nicht-Wollen.. P h . 132). h.e. 169) zurück in das realisierte In-sich-Stehen (»gvotaoig« [ Initia .00041345 Gleicht die N atu r im Menschen ihr Sein nicht mehr nur »par­ tiell«. P h . I. D a das menschliche Selbstbewußtsein Differenz zu seiner B e ­ dingung hat. indem sie durch einen »neuen. 119). Nicht-Wissen Gott setzende Princip« (I. Initia. er ist nur »das im Nicht-Actus.. Kurz. kann es diesen Sturz in die Zeit nicht sich zu ­ schreiben: Der »Anfang der Geschichte« muß ihm darum als ein ebenso sehr »übergeschichtliches« wie »unvordenkliches Verhängniß«15 erscheinen (11. d . so kehrt sie aus »ekstatischer« oder »peripherischer* Existenz (vgl.). »weil er der Vorgang ist. 153). so erfährt er die Macht des »allem Denken und Wissen vorausgehenden 15 Als solches hat auch Hölderlin den Ursprung der Geschichte gedacht. warum »statt dessen alles in der Zeit stehengeblie­ ben « ist (Pos. ist der Grund des menschlichen Geistes seiner N atu r nach eben das »Gott Setzende« ( 11 . 334 . den nicht beabsichteten. in Gestalt eines geschichtlichen Prozesses >den Widerspruch verewigt« (WA II. ) .). Mittelbarkeit und Vereinigung (. weil sich der Wille durch den E rfo lg.h . 3 2 / I I . D as bedeutet nicht.. »Ein Verhäng­ niß aber ist er ( . »Bewegt« sich der menschliche Geist aus seiner wesentlichen Einheit zum Sein. d a ­ zwischengetretenen Umsturz« (Pos. 354 im Kontext. Aber er ist dies auch nur wesentlich. Pos. die. Um begreiflich zu machen. sie hebt die zeitkonstituierende »Unangemessenheit ihrer Wirklichkeit an ihren Begriff« auf.). Ph. 93]) des göttlichen Geistes (II. Belege gibt G. 3 2 / I I .e.) zum zweitenmal in die Wirklichkeit sich hinauswendet. 120). bedarf es der Inanspruch­ nahme einer »That«. . .2 .. 93 u. daß es seinen Ursprung sich nicht erklären könne: Zurückgekehrt in die Innerlichkeit der Nichtunter­ scheidung seiner Prinzipien.). 1 1 9 f. Unvordenklich. auf eine ihm selbst in der Folge nicht mehr begreifliche Weise überrascht sieht« (ebd. 170). nämlich nichts sich erinnern kann« (ebd. vor dem sich das Bewußtseyn nidits den­ ken.

•41345 Grund(es)« (I. das seine Wahrheit nicht im nachfolgenden »Setzen« erwirbt. 352). nachdem einmal jene mit dem Verhängnis der transreflexiven >Urhandlung< erfolgte »Katastrophe« ihr »Bewußtsein zer­ rissen«. ohne seine eigene Wirklichkeit aufzuheben.. daß das Bewußtsein die in seiner zeitlichen Ekstasis dennoch waltende Einheit sich selbst schlechterdings nicht zuschreiben kann (vgl.2 .3. sondern [auch] extra Deum« hat die menschliche Wirklichkeit zu existieren. 2. durch eine Thesis sich entfremdet und dadurch für alle Zeiten von sich ausgeschlossen. als sein Wesen — im Gegensatz zu Gottes Wesen . um sich als Gott zu realisieren. son­ dern in sidi selbst hat. und so entzieht sidi ihm sein Grund als transzendente Bedingung des in sidi zurückkehrenden Verhältnisses. sagt Schelling (11. 154). das Sein ihres Gegenstandes affirmierendes Bewußtsein1 7 . Aus diesem Faktum gewinnt Schellings 16 Vgl. de­ ren G e w alt er umso sicherer anheimfällt. 1 2 1 ) als eine unvorhergesehene Realität. 154). ihre dem Wesen nach Gott gleiche N atu r der »Äußer­ lichkeit« überantwortet und unter die Peitsche der Zeitlichkeit gebracht hat (11. 120). was nur »nichtsetzend (zu) setzen« war (I. 335 ..16 Die V o r ­ aussetzung jenes mythischen »Vorgangs« enthüllt sich darum auch nicht als der Schein. Zweifellos ist dies mythische Rekonstruktion. Durch unvordenkliche Tat hat das menschliche Selbstbe­ wußtsein. Hölderlin.durch kein ihm z u v o r­ kommendes Sein vor dem Verlust seiner Einheit geschützt ist. schon 1.e. 68). anderer­ seits die Wirklichkeit dieser Einheit ebenso wenig leugnen kann. 17 Gott ist die zugleich transzendente und immanente Voraussetzung des Bewußtseins selbst: »Das Bewußtseyn hat Gott an sich. Und Erinnerung ist ein thetisches. Es müßte ihn im An-sich zu­ gleich für sich haben. 479-488).e.3 . oben 22/3. Ihre Berechti­ gung besteht darin. durch welche das »erste wirkliche Bewußtseyn« die Grundlosigkeit seines Geschichtlichseins zu deuten sucht (II. nicht als Gegen­ stand vor sich«. als das er ist.2. Gerade das ist ihm aber versagt. als den Hegels »Logik der Reflexion« ihn entlarven w ill: Ihr entspricht der Bewußtseinsmodus der »Erinnerung« (11. »Nicht bloß praeter.

7. so überstünde die Entäußerung seines Wesens an die Materie . 120) sich fortbewegend zur Äußerung. die Realität des Zustandes erneuter Veräußerlichung des Wesens sei nicht dadurch schon von vorn­ herein gebrochen. O ffenbar kommt diese Verkehrung mit derjenigen. verliert das Selbstbewußtsein auf immer seine »Substanz« (11.00041345 Forderung nach einem von der Geschichte nicht betroffenen Sein ihre vorläufige ontologische Rechtfertigung. 357 ).Sie ist nicht H err mehr über den »materiellen « Bestand ihres Naturseins . im verständigen Bearbeiten) eines unabhängig von menschlichem Willen Be­ stehenden. Schel­ ling fügt freilich hinzu.. 357 ). Sie macht sich »vorzüg­ lich in der G ew alt « empfindlich. 459/60).7. Diese Einheit zerbricht vielmehr.) So fällt. eben weil sie nur wesentlich ist. »die das / Aeußere in diesem Leben über das Innere hat« (I. Statt dessen ist der Mensch nur.3 .2 . dem Hegel zu­ stimmen würde: Die Negativität der Äußerlichkeit hat ihren Maßstab in der Versöhnung ihrer und des Innerlichen. was die ganze N atu r aus der Fessel des blinden Seins erheben sollte (1. 32).9.. sondern auch »seiner N atur nach das Prius der Potenzen«. im Bestimmen und Formieren (d . aufs neue der »Uebermacht des Seyns« (I.Seine eigene Macht verschmilzt mit der Naturmacht.e. 385]. nicht bloß de facto.und muß es sein. was zum »Verklärungspunkt der N atur« bestimmt war (1. welche 3 3 6 .3 . D as ist ein echt dialektischer Gedanke.e. der es seine wesentlichen Zwecke einbeschreibt: Wäre es.ihr Können erschöpft sich in der »formellen Macht [über die] Dinge« (11. » bedingt « (11.h . Des Menschen Freiheit ist relativ. daß die >Wesenseinheit des Menschen mit der Natur< sie überstünde. Vom Zustand reinen »Innestehens« (11. 459) anheim. wie Gott. Die Einheit ist aber nicht nur Seinsgrund der Geschichte sie ist zugleich Grund für die Erkenntnis ihres Entfremdet­ seins. 297/8). (»Das Wesen des Menschen ist wesentlich seine eigene That* [1.wie Gottes >Universio< .3.dessen Auflösung. Es ist der vorgängigen Entfremdung durch Arbeit abgerungen . zu dem er si<h macht. 454).

7. . Denn das Subjekt des menschlichen B e ­ wußtseins erkennt sich nicht [mehr] als das allgemeine. 462. 165).. 547). Eine selbst physisch gewordene Tätigkeit muß freilich. Zeitkritik und Geschichtsphilosophie des jungen M arx . Popitz.7. 212: »Entfremdung von dem göttlichen Selbst*.e. 19672. 460). Ph. jenes wahre V e r ­ hältnis. i. die seinen Anspruch auf U nterord­ nung seiner >Basis< umwendet in die Selbstermächtigung des »Physischen« über das Vernünftige.e. h. »gleichsam mit dieser äußeren G ew alt in Bund treten« (I. 3 2 / I I . son­ dern nur als das besondere und individuelle. strukturell überein1 8 : Die wesentliche Bestimmung des Menschen. Frankfurt/M.. 168). I. 459 u. Einheit mit der N a tu r zu sein. ist verkehrt in den » K a m p f [der Menschheit] um ihre Existenz« (1.. ebenso II.. aber zugleich: mit dem Z w an g zur Materialisierung seines Wesens) sühnt der Mensch die »Schuld« seiner Zerstörung der mit sich und mit ihm einigen N atur. vgl. 462). D er entfremdete Mensch. ist die vordem >universelle< menschliche Gattungs­ tätigkeit »nur [noch] auf die Erhaltung dieser äußeren G ru n d ­ lage des Lebens gerichtet« (I. h. I. Mit dem Z w an g zur Arbeit an der Materie (d. Ebenso erkennt es das Moment der N atu r [heute] als das Moment eines ande­ ren und fremden Lebens« (ebd. deren Zusammenhalt das ek-sta- 17a Schelling selbst hat in seinem ersten Berliner Kolleg (1841/42) von der »durch die Tat des Menschen außer Gott gesetzten Welt« als von einem Werk der »Entfremdung« gesprochen (P. . H. um in einer physisdien Welt etwas vor sich bringen zu können. »Ganz zum Physisdien . 460).. in dem »Subjekt des letzten Bewußtseins sich als allgemeines Subjekt« wissend zu verwirklichen (Pos. d.).. 18 Zur idealistischen Tradition des Marxschen Entfremdungsbegriffs vgl. Was bestimmt w ar. 337 . vgl. »ist nicht so geworden.1041345 die ökonomisch-philosophischen Manuskripte des jungen Marx unter dem Titel >Entfremdung< beschreiben17*. herabgesunken« (1.e.e. ist zerstört durch eine >verkehrte< Realisation des Wesens. in welchem die Existenzerhaltung das Mittel zum Zweck der Verwirklichung des Wesens darstellt.

4).das Böse in großen Massen« .wie die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. er hat den nur wesen­ den Widerspruch in der verheerenden G ew alt der die verlo­ rene Einheit suchenden und nie findenden Kriege realisiert (1. indem 338 .über Schelling hinaus mystischer Tradition verpflichteten . bd. die wahre Resurrektion der Natur« (MEW. von welcher der Mensch die N a ­ tur gerade »erlösen« sollte. Schelling: »(.) entfrem­ det. . aber so. und zumal »das Bild der ganz zum Physischen herabgesunkenen Menschheit« (1. .). die »Armuth . wie es unläugbar der Fall ist.).3). 462) ist der »Staat«. Ph 3 2 / I I . Er hat auch über »das Reich der Natur« den »Fluch« verbreitet. zahlreiche »Laster« . 462. »In der griechischen Mythologie ist ein Rückgang zum Materiellen. und II. kurz die Wesens­ beziehung in verkehrter Gestalt unter die Vormacht des ab­ strakt Materiellen gebracht. Pos . .e.) Gäbe es nicht einen solchen Punkt wo Geistiges und Physisches ganz in einander sind. die die entfrem­ dete Menschheit an die Stelle jener ersten gesetzt hat. wie das christliche Dogma von dem seligen oder unseligen Zustand der immateriellen Existenz nach dem Tode ins Materielle zurückgeht.) früh finden sich Geistiges und Leibliches als die zwey Seiten derselben Existenz ein. »Die Gesellschaft«.Gedanken bekanntlich aufgegriffen. 352. 583). 16 7 ff.) von der Höhe harmonischer O r­ ganisation aufs neue »in ihre Momente« hat auseinanderfallen lassen (ebd. »ist die vollendete Wesenseinheit des Menschen mit der N atur. Erg. . 32).7. 169 f. Inbegriff jener »zweiten Natur« (1. das freie Verhältnis der Menschen »ganz in das Verhältniß von Naturwesen gegeneinander« (ebd.00041345 tisch gewordene und »zerrissene Bewußtsein« (vgl. so würde die Materie nicht. schreibt er in den ökonomisch-philosophischen Manuskripten und meint die kommunistische Gesellschaft.3. 3 2 / I I . Ph. der Wiedererhöhung in dasselbe fähig seyn« (WA I.. aus dessen Bann er es »zu erlösen« bestimmt w ar (Pos. 538 )-19 19 Vgl. 3.7. /.. M a rx hat diesen .»erst entwickelt« (I. . der das zur Freiheit bestimmte Interaktionsverhältnis der Individuen durch physi­ schen Z w an g regelt. (. 462.

.sie selbst ist als transi­ torisch anzusetzen.041345 Aber auch darin stimmt M a rx mit Schelling überein. 32/11.e.) von jener blos logischen Bewegung« (Pos.etwas. E r g . 169). sie eine geistige Palingenesie oder Wiederauferstehung des Materiellen behauptet« (II.. auch den »Ring« ewig in sich selbst zurückkehrender Notwendigkeiten durch freie T a t nicht brechen. 171 ff. ein Sinn sich verbinden (vgl.. N u r wenn »Schuld« . der keine wirkliche Erlösung in Aussicht steht . P h 3 2 / I I . 32/II. Ph. Die Sphäre jener rotatorischen Bewegung.. kann er das »Unechte und Falsche« (ebd.. 171) die Vernunft ihre logische Selbstrechtfertigung zu vollbringen sucht. daß das Bewußtsein der Entfremdung der unverlorenen »Erinnerung< an »das ursprüngliche Verhältnis des Menschen zu der N atu r« (Pos.) seines gegenwärti­ gen Zustands empfinden. das jenseits logischer Konsequenz menschlicher Freiheit anzulasten ist für die Zerstörung der Wesenseinheit des Menschen mit der N a tu r verantwortlich gemacht werden kann. Rechtsph . 168) verpflichtet ist. diese ewige Wiedergeburt aus ewigem Untergang20. über sie und ihre kreisende Zeitlichkeit selbst ist »hinauszugehen« (I. dem die Malaise seiner jetzigen Existenz nicht angemessen ist. Pos . Ph.e. 169). Während Hegel die Wirklichkeit der Entfremdung auf die Kategorie der Entäußerung reduziert und ihre Ü b e rw in ­ dung für die Überwindung einer logischen Abstraktion aus­ gibt (vgl. hat dieser »Kreisbewegungslehre« eine gründ­ liche Interpretation geliefert. . 339 . nicht zu einem wirklichen Ende erlösen kann (ebd. 2.e. läßt mit der Forderung an die »gegenständliche T ä tig k e it des Menschen. b d 538) hin überschrei­ ten. die das Seiende im Lichte seiner V er­ nunftwahrheit verklärt und die. in deren verzweifelter » Wiederholung « (I.). die Natur zu humanisieren. 26 u. sagt die positive Philosophie ein für allemal sich »los (. nämlich auf den Begriff »naturge­ wordener Humanität< ( M EW . 578)20 Andries Sarlemijn.. N u r weil der Mensch ein unmittelbares Verhältnis zu seiner Wahrheit hat.).. /.). weil sie einen der Reflexion zuvorkommenden wirklichen Anfang nicht zugibt. I.

. also die B ew e­ gung ist im Bewußtseyn selbst doch eine objektive « (11. als sei über die Zeit selbst hinaus­ zugehen. alles befassende. Zur K ritik der politischen Ökonomie.3). der Ewigkeit gleiche. 34O .. 22 »Die Mythologie erzeugende Bewegung ist eine subjektive.wie Schelling sagt . ist nicht zu entrinnen.00041345 Freilich nicht in der Weise.nur mit dem »Widerspruch« zusammenbesteht (WA II. es hieße auch. Sie ziehen hieße nicht nur. 12 3 ) . x). 123 Anm. . im allgemeinen Ozean rein logischer >Necessitation< zu er­ tränken. . nicht außer demselben. die in der Abgrenzung von Hegel 21 M arx. h. jene dagegen einen mythologischen Prozeß meinen würde.22 Abweichend ist Schellings von Marxens Formu­ lierung keineswegs darin. I. In dieser Differenz drückt sich zw ar energisch ein radikal ver­ schiedenes Erkenntnisinteresse aus.e. 2. ihre Folgerung bestreitet. Der Marxsche Gedanke. ) bestimmte. welche . aber das Bewußtseyn selbst vermag nichts über sie.2 . . daß M a rx der Schellingschen These. Die wahre Differenz besteht darin. cs sind vom Bewußtseyn selbst (wenigstens jetzt) unabhängige Mächte. welche lautet. ein von der Freiheit und dem Denken der Menschen unabhängiger . welche die Bewegung erzeugen und unterhalten. daß diese etwa einen wirklichen. damit zugleich bestimmte »Vorstellungen« ihres Zustandes produzieren. von ihrem Willen unab­ hängige Verhältnisse ein(gehen)«2 1. Zeit in einem Wesen entwickelt worden«. 174. daß die Menschen »in der gesellschaftlichen Produktion ihres L e­ bens (. bis die ganze . notwendige. 87. inwiefern sie im Bewußtseyn vorgeht.0). ) realer. i j . Der Positivität jenes Sündenfalls. daß dies »auf der höchsten Stufe der Entwicklung nothwendig geschieht« (WA I. also nur durch Erzeugung von Vorstellungen verläuft« (II. doch denken beide den ideo­ logiegeschichtlichen Prozeß als unmittelbaren Reflex des w irk ­ lichen. d. ist Schelling in charakteristischer Abwandlung durchaus vertraut als ein »an sich ( . die »Freyheit«. der als unvor­ denkliches Verhängnis die geschichtliche Tat a teigo determi­ niert.[der] doch nur im Bewußtseyn.insofern objektiver [Prozeß]. . der zufolge »ein ewiger Wechsel von Entstehen und Vergehen [so lange währen müsse].

der an der K raft der Argumente zuschanden wird.. G anz sicher läuft ein solches Programm auf einen ebenso flauen wie unhaltbaren Kompromiß hinaus. au f die Verwirklichung ihres Endes hinzuarbeiten. Jede Arbeit be­ dient sidi endlicher Mittel zur Erreichung eines endlichen Zwecks: logische Unendlichkeit könnte nie ihr konkreter G e ­ genstand sein. 206 (ff. Wer die Welt für die Schädelstätte einer au f ihre eigene Vernichtung hinstrebenden. Wenn sich zeigen ließ. denn nur ein wirklicher A n fang kann die T at geschichtlich existierender Wesen ermutigen. dem wird alles d ar­ auf ankommen. 207) wiedereingesetzt.e.. ihre »Korruption« auf einen wirklichen A n ­ fang zurückzuführen. 341 .41345 erarbeitete Entdeckung prinzipieller Unzurückführbarkeit des Positiven auf die Selbstbeziehung der Negation zu verleug­ nen. 2 1 1 / 2 ) gegenüber der von Hegel angebotenen Lösung eines ohne transzendente Rechtfertigung nur in sich kreisenden logischen Prozesses verteidigt hatte. Dialektischer Idealismus im Übergang zum Materia­ lismus .e. Die Unaufhebbarkeit der Zeit Mit Recht hat Jürgen Habermas Schellings Unentschiedenheit zwischen einer Emanzipation der endlichen Wirklichkeit und einer durch die Hintertür wiederhereingelassenen Unendlich­ keitstheologie23 für die »Spaltung des Systems«24 in eine >positive< und eine »negative Philosophie« verantwortlich ge­ macht. weil korrum ­ pierten und umgewendeten Vernunft hält.). daß Zeit die existie­ rende. Habermas sagt. mit denen Schelling selbst die Notwendigkeit eines »wirklichen Anfangs« (WA I I I .e. und zw a r gerade in dem Sinne 23 Jürgen Habermas. 24 I.Geschichtsphilosophische Folgerungen aus Schellings Idee einer Contraction Gottest I. die konkrete Dialektik. unter bloßer Beschneidung ihres Existenzanspruchs werde die Vernunft in die verlorenen Rechte vollende­ ter »Erkenntnis des Wesenszusammenhangs alles Existierenden« (I.

das es Ist«. die wesentliche Einsicht der 24 a 342 I. als eine transhistorische Realität intakt läßt und so gegen das Risiko. Sie erspart zudem weder die Prüfung der Qualität jenes Arguments. daß sie zweideutig bleibt. daß Schellings eigener E n tw u rf einer Geschichte das »Wesen. Das Mindeste.dann steht nur diejenige D ialektik wirklich auf den Füßen. die. weil sie die Geistigkeit des Weltprozesses von A n fang an unterstellt. 463). 201 . . . Schellings Inkonsequenz zu reproduzieren. sondern ihre bloß ideelle Abstraktion darstellt. daß die ursprünglich berechtigte Polemik gegen die Logizität einer Konstruktion.wie H ab er­ mas annimmt . seinen ersten W eltalter-Entwurf so nicht ste­ hen zu lassen. das mit unterlegenen Mitteln Hegels >Tilgung< der Zeit im Begriff ihrer kopiert.ein Konzept.00041345 ist. der endlichen Versöhnung der Wirklichkeit mit dem Begriff absolut sicher sein kann. die Schellings erster W e/fa/fer-Entwurf ansatzweise vorführt.auf eine Revokation jener vollkommenen »Selbstpreisgabe Gottes an die Geschichte«2 4a hinausläuft.e. ohne auf jene sich einge­ lassen zu haben . daß die logische Dialektik nicht ihr Prinzip.. Darum befindet sich Schellings kühner Satz: » Wirkliche Dialektik ist nur im Reiche der Freiheit. die der Sphäre der G e­ schichtlichkeit nicht zu entrinnen versucht. der Allmacht des Wirklichen und ihrer Form: der Zeitlichkeit anheimzufallen. Allerdings bleibt zu fragen. Anders gefragt: Muß man befürchten. heimlich sich feit? Diese Befürchtung ist durchaus angebracht. was Schellings Antw ort au f diese Frage sich Vorhalten läßt.muß man befürchten. ob schon die bloße H ypostasie­ rung eines von der Zeit nicht betroffenen Seins . sie allein vermag alle Räthsel zu lösen « (Paulus. Aber diese Feststellung verpflichtet die Interpretation nicht. noch erlaubt sie.A b ­ dankung an die logisch prästabilierte Gewißheit einer Rück­ führung der Zeit in die Ewigkeit . das Schelling bewog. ist. in einem offenbaren Widerspruch zu deren im Konzept einer negativen Philosophie erwogenen .

Tübingen I96j2. »sidi stets erzeugend und. Wenn also der Seinsgrund der Geschichte von radikal anderer N a tu r ist als sie selbst. vom gegenwärtigen Standpunkt zukünftig . so läßt sidi im vorhinein absehen.y|041345 I i I [ [ Weltalterspekulation dogmatisch auf den Buchstaben ihrer wirksam gewordenen Verlautbarung einzuschwören.3. Wahrheit und Methode. Man kann dessen Autonomie-Anspruch nicht brechen. gerade im A rgu ­ mentationsverfahren Sdiclling recht nahe. nie im Sich-Wissen wird auflösen kön­ nen. jeder auf Wahrheit abzweckende Diskurs geschehe im Vorgriff auf die ideale Gesprädissituation. als an eine nie völlig aufgehobene Bedingung gefesselt«. daß sie ihn nicht in sich einholen. also unmöglich (1. Ihre Realisation müßte die ewige Einheit nämlich als eine Zeitdimension.26 Denn nie und zu keiner Zeit »vorhanden«. 26 Hans Georg Gadamer. die mit­ hin auf die dissonante Einheit des dialektischen Begriffs nicht zu reduzieren ist. das nicht nur Hegel fremd geblieben ist. so enthüllt sidi ein M otiv. ihr Geschichtlichsein mithin. 479).). wie Gadam er sagt. sagt Schelling. kann jene Einheit seyn« (WA I. ohne auf der prinzipiellen Abhängigkeit der im Geschehen der Verzeitlichung sidi manifestierenden K o n ­ tinuität von der außerdialektischen Einheit des Seins zu be­ stehen. *85. mithin als ein NichtEwiges wirklich machen und also zerstören. »ist an die ursprüngliche 343 Duplicität. mit einem Wort. »Die Rückkehr in diese Identität«. so wie sie umgekehrt den in ihr waltenden Zusammenhalt nicht sich selbst zuschreiben kann.25 Im Unterschied zu Hegel denkt Schelling jene als Zeit ausgetragene Unangemessenheit des Wesens an seine Wirklichkeit ja nicht nur als eine logische. Jeder Augenblick 25 Übrigens steht seine These. in deren Unendlichkeit die Urhandlung den Menschen wirft. 3. . 66 ). sondern immer nur im Werden. sondern dessen Bedeutung auch Habermas unterschätzt. sondern als eine existierende (ontologische) Differenz. Blickt man hinter sie zurück. 308]) in Beziehung auf das »Ewige« (ebd. gewinnt den Charakter ihrer Unendlichkeit gerade erst aus ihrer prinzipiellen Unwesent­ lichkeit (» Zufälligkeit « [ I I . Anders gesagt: Die Zeit.

Daß er es nicht eindeutig getan hat. Bonn 1 9 J 4 » § 29* 3 3 ° ff-) deutet Schöllings Rede von der Gänze der Zeit als deren aktuelle Totalität in jedem ihrer Augenblicke. Seine Absicht geht vielmehr auf eine »wissenschaftliche« Aufklärung des »mythischen« Sinns unserer Rede von der »Zukunft oder der letzten Zeit [als] der ganzen Zeit«. 78 ff.nicht sein kann. A u f ihren eigentlichen und angemessenen Ausdruck gebracht.e. Daran. deren N otw endigkeit er so k la r darzustellen vermag. 80). in welcher die »bloß äußere. h. 8 1 ). unwesentliche« Einheit der Kontinuität (I. D as verkleinert natürlich nicht sein Verdienst.). sagt Schelling. d.). »ewig« w äre nur diejenige Zeit. Die Konsequenz hätte gefordert. A b er eine solche Totalität überträfe alle Zeit (1. 344 . daß Schelling diese Lösung. 3^6. denke er hier »nicht bloß« (WA I. 1 9 5 4 . als einziger unter den Denkern des sogenannten deutschen Idealismus Ansätze zu einer materialistischen Theo­ rie der Geschichte geliefert zu haben. also die innerliche Unteilbarkeit aller Z ei­ ten hinsichtlich ihres Wesens. die es doch . und ebenso >allaugenblicklich< w ird jene Einheit verfehlt (WA I. 243) und müßte sich den zeitlich Existierenden gegenüber zu einer »regulativen Idee< ver­ flüchtigen. 7 6 )27 als Sündenfall ins Außerzeitliche projizierte Überschreitung des gewesenen Seins.. 8 i) 2 8 .7 . die als ew ig verfehltes Ziel die Geschichte in Atem hält und an keiner historischen W irklichkeit ihr Genügen fin­ den läßt. 65) durch eine »neue K o n tra k tio n « 29 »nach innen« zusam­ mengezwungen w ürde ( WA I. »G an z«. läßt sich Schellings Ge27 Im Gegensatz zu der allein angemessenen »wissenschaftlichen Betrach­ tung« (ebd.e. ist ein Problem seiner Generation und der in ihrer Spekulation sich manifestierenden objektiv-histo­ rischen Möglichkeiten.. Diss.00041345 der Zeit wie jede Periode der Geschichte wiederholt jene nur »bildlich oder mythisch« (WA I. Fuhrmans. 29 H .eben weil sie Z u ­ kunft ist . Von der Z w ie­ spältigkeit in Schellings D enken . entschie­ den bejaht und gegen die theologischen Erschleichungen der sogenannten »negativen Philosophie« abgrenzt. Schellings Philosophie der W eltalter . 28 Jürgen Habermas (Das Absolute und die Geschichte. die »nicht mehr zukünftig wäre« (I.

.) des Grundes. 3 2 / I I . so verlöre die Geschichte der Menschheit mit jenem »Compass der Freyh eit«30. . von der die M ythen erzählen: sie kann ihre nie endende Endlichkeit nur begreifen als Unangemessenheit ihrer W irklichkeit an ihr Wesen.‘§041345 i . das sich ihr im gleichen M aße entzieht. D ie Geschichte erkennt sich als Resultat einer übergesdiiditlichen K atastrophe. B d .). vgl. .2 . von der Folge her.. Um gekehrt könnte eine ideale Einheit von Wesen und W irklichkeit deren reale D ifferenz nicht aufheben.e.e. 289/90. der die zeitliche R ealität im Lichte des 30 N o v a lis . bes.) Dieser G edanke im pliziert aber weiterhin die »wesentliche Unauflöslichkeit• (Pos. rein potentielle oder rein logische . I. wie es ihr als eine wenngleich nur a posteriori. . Schrifltrt. nicht nur faktisch.d. hinsichtlich dessen die unendliche Bewegung der Geschichte sidi als unangemessen erfäh rt: W äre er. als die Idee (. N r . . (Eine inexistente . die (er) in sich auszudrüdeen sucht« ( 1 1 . wie die synthetische Einheit der >menschlichen W irklich­ keit«.. 649. 2. 1 1 7 ) .existierende Voraussetzung zuvorkom m t. sondern auch wesentlich aufgehoben. nach der (er) sich richtet.) gleichsam als M uster. h. 1 3 6 .Voraussetzung könnte keine reale Folge haben . das vo r der K onkretheit des Seienden nicht bestehen könnte. 345 . erschlossene . Schelling sagt. 13 8 / 9 und 174 u. dem Prozeß diene »das eigentlich seyn So llen d e (.sie schwände zu jenem >relativen Nichts<. I. käme also für eine aufrichtig positive Philosophie als Schluß­ stein des Systems nicht in Betracht. die je als verschiedene Aspekte eines und desselben Sachverhalts sidi enthüllen und deren M a rx sidi in wechselnden K ontexten bedient: D ie Fundierung der D ialektik in einem transdialektischen Sein ist nämlich einesteils unlösbar verbunden mit der Anerkennung der Geschichte als eines positiv Seienden und andererseits als einer prinzipiell unabschließbaren Bewegung. die über ihren Sinn je und je selbst entscheidet und durch keine prästabilierte Teleologie sich gegängelt weiß. Ph.1 I i: danke in eine Reihe von untereinander streng kohärenten Konsequenzen entfalten.

ohne Un346 . der Geschichte aufgegeben ist (MEW. Schelling oder H egel? . wie M a rx sagt. .. 38 . über ihr Gewordensein in eigener Initiative sich hinwegsetzt. diese positive Philosophie müsse auf dem Grunde des Hegelschen Systems aufgebaut werden. »waren sie der Meinung. /. »N u r« .) auch etwas der A rt (wollten)« (II. das. 4 8 -5 0 ). vgl. um jeder nachfolgenden G enera­ tion geschichtlich H andelnder a u f gleiche Weise und für alle Zeiten zum Verhängnis zu w erden. Erst M arx und Engels haben freilich Schellings Einsicht in den Bestand von N egation unabhängiger Positivität . 3. daß Schelling den Ansatz der junghegelia­ nischen H egelkritik grundsätzlich anerkannte. . sich ins >Selbstbewußtsein< als >Geist vom Geist< aufzulösen« (M E W 3. und lasse sich auf keinem ändern aufbauen. 536). meinten sie. D as fo rtw äh ­ rende Interesse eines A rn old R üge. dem Hegelschen Systeme fehle weiter nichts.»Seynsollenden« zugleich als ein N egatives enthüllt und sie auf einen transzendenten Sinn hin überschreitet. als daß sie es ins Positive fortsetzten. und daß die »U n­ auflöslichkeit« jenes Grundes die notwendige Voraussetzung darstellt für die andauernde U naufgelöstheit jenes Rätsels.Eine geschichtsphilosophische Perspektive W ir erinnern uns. ständig bedingt von der F ak tizität vergangener E r ­ eignisse und H andlungen. könne in einem steten Fortgange. E rg. 90). daß sie. daß »sie selbst (.Leit­ m otiv seines ganzen Philosophierens wie seiner H egelkritik .unzweideutig zu dem Argum ent erweitert. aber auch anderer Lin ks­ hegelianer an der »positiven Philosophie« mußte ihm die Augen dafür öffnen. »daß die G e ­ schichte nicht damit endigt. dieß. auch ihre Unendlichkeit: die faktische G egen w art und der sie reflek­ tierende Begriff würden sich aufspreizen und vorschnell das Endziel der Weltgeschichte ausrufen. fügt er hinzu.bd .

E r steht in Widerspruch schon zu Schellings mythologischer Konstruktion eines Sündenfalls. 3 5 2 ) . statt dessen aber zur Fortsetzung des Prozesses sich entschlos­ sen habe. Meisenheim am Glan 19 7 2 . W ir konnten zeigen. indem sie das Verhältnis von R ealität und Selbstbewußtsein »umstülpt«. das menschliche Selbstbewußtsein als ein explizites Selbstverhältnis der N atu r. daß bei Schelling schon die organische N atu r nicht zur Indifferenz gelange und nur dadurch die fol­ gende Höherpotenzierung des Prozesses begründet sei. denn diese Konstruktion setzt immerhin voraus. kein weltlich Seiendes sei des »Einheitspunktes« mehr mächtig ( 1 1 . 3 . daß ein natürlich Seiendes die Unangemessenheit seines Seins an sein Wesen in sich hätte überwinden können3 1 . wie Schelling. Dennoch sieht es so aus. Diese M einung reproduziere aber das M ißverständnis des H e ­ gelschen System s sich selbst gegenüber. D ie D ialektik in Schellings Ansätzen zu einer Naturphilosophie . 31 Übrigens hat Werner H artko p f (Studien zur Entwicklung der modernen Dialektik. dessen dialektische Vereinigung Widerstreitender den Identitätsgrund stets sich voraussetzen muß.schon gar nicht das Selbstbe­ wußtsein. 80 f. D en kt man nämlich. wie er es den Junghegelianern v o r w a r f: in­ dem er erw og. das in seinem Resultat die Existenz des Absoluten bewiesen zu haben glaube. die ontologische K lu ft zwischen Sein und R e ­ flexion (für welche die >Ungemessenheit der E w igkeit an die Zeit< nur ein anderer Ausdruck ist) a u f logischem Wege zu schließen. als habe deren Urheber die Grundeinsicht seiner »positiven Philosophie« in eben dem Sinne verraten. 347 . Seine D ialek tik geht in der T a t aus einer totalen »Um kehrung« des logischen C h a ­ rakters der Enzyklopädie hervor. Offensichtlich befindet sich dieser Schritt in Schellingscher T radition. O hne Z w e ife l steht ein Beschwichtigungsversuch dieser A rt im Widerspruch zu der These. mit der »Zerreißung des Bewußtseyns« habe die N a tu r a u f immer ihre »Mitte« verloren. daß M a rx diese K ritik an der Hegelschen Schule sich zu eigen gemacht hat.) gezeigt.).1345 terbrechung und ohne alle U m kehrung geschehen« (ebd.

eben deßwegen. 509/10) oder es sei ein seiner Endlichkeit unm ittelbar zugeselltes Unendliches.e. Weit entfernt. denn ich weiß auch. 33 »Auch das Einzelne. 6 . und mit dem Begriff auch wieder der Begriff des Begriffs gesetzt. G lau­ ben und Wissen) orientierten Sprache. seine Iden­ tität zu retten und im fortreißenden Strom des Wechsels sich selbst w ieder zu ergreifen strebt« (I. das Ich zu verlieren.) Die Ichheit ist die Identität des objektiv gesetzten unendlichen Erkennens mit dem Begriff des unendlichen Erkennens« (1. weil unendliches Erkennen gesetzt ist. was Schelling in einer seiner frühesten Publikatione»i V om Ich sagt: »Selbstbewußtseyn setzt die G e fa h r voraus. weiß ich unendlich. welche den N aturprozeß über jedes seiner Produkte in einer unendlichen K ette von Steige­ rungen hinausdrängt. was über­ haupt gesetzt ist. vgl. w ie es sich etw a in der dissonanten Einheit der magnetischen Reihe manifestiert hatte ( 1 . daß ich weiß u. Es ist kein freier A k t des U nw andelbaren.). 5 1 0 ). unmittelbar auch der Begriff.e. was ich weiß. insofern ich es mit Bewußtseyn weiß. 5 1 1 ). I.. in sich zur Ruhe zu bringen. wie das Existiren des unendlichen Erkennens und der Begriff dieses Existirens eins sind. 4 5 5 .33 32 Und zw ar in einer deutlich an Hegels Vorbild ( Differenzschrift . »Nun ist aber in dem unendlichen Erkennen von allem.). Schelling hat dies in seinem W ürzburger System (1804) so ausgedrückt3 2 : das menschliche Selbstbewußtsein sei. Umgekehrt ist Hegels Präferenz für realphilosophische Probleme in den Jenaer Jahren ein Dokument seiner Beeindruckung durch die Naturphilosophie (mit Sicherheit hatte die Logik noch nicht den späteren Totalitätsanspruch). jene >Unruhe<. i .« (I. 348 . die er damals noch für die gemein­ same Terminologie der »Identitätsphilosophie« halten mochte. durch Nicht-Ich bedingt. 324 fr. Aller Regressus ins Unendliche ist hier abgeschnitten. 104).00041345 so gilt nicht erst von seiner erneuten Veräußerlichung. 6 . sondern bereits von ihm selbst.w. sondern ein abgedrungenes Streben des w andelbaren Ichs. 6. das.6.s. ist das menschliche Bewußtsein vielm ehr die Verinnerlichung des v o r­ her nur »objektiven Selbstbewußtseyns« der N atu r. indem es sich als sich erkennt (I. . (. So ist also jene Identität und der Begriff dieser Identität im unendlichen Erkennen ebenso eins. .. ein seiner objektiven Existenz unmittel­ bar verhafteter B egriff derselben (I. 512 o.

Setzt man dies Argum ent in Schellings Theorem des Sünden­ falls ein. nicht aber. als Subjekt zu sidi selbst als seiendem O bjekt sidi verhält. h. 517. D arum kann Schelling »das ganze System des reflektirten Wissens« als eine ausdrückliche Beziehung des Idealen au f sein Reales bezeichnen (I. §§ 2 8 3/4 ) in sidi selbst den Widerspruch austrägt. so läßt sidi zw ar sagen. Anders gesagt: So w a h r das Selbstbewußtsein selbst »existirt« (als »aktiv« gesetzt ist). aber als ein A u s­ einanderklaffen des seinem B egriff nach Möglichen von seiner jedesmaligen R ealität (ebd. 5 10 . j i j ) . d. ist es seinem G ru nd in genau derselben Weise unangemessen. Erwächst nämlich.41345 D ie Pointe dieser Bestimmungen3 3» |st) d a ß » d J e Ichheit« durch die Restriktion ans O bjektive (I. so läßt sich die mythische V erkläru n g (und d.4). wie dies für alle an ­ deren Naturwesen auch galt. 349 . daß es vo r den Synthesen der N a tu r dadurch ausgezeichnet ist. ist »nicht unabhängig von der Zeit (denn Bezug auf das Zeitliche)« (I. also das »unendliche Erkennen«. das seiner Einheit nie anders als im 33a Die freilich nodi mit einem unaufgeklärten Begriff von Identität ope­ rieren. Selbst die »Erkenntniß a priori«. h. 512). In diesem Fall bedarf es keiner >Bewegung< in die Äußerlichkeit. Sofern es selbst ist. (d)as zwischen Möglichkeit und W irklichkeit zwischeneingcsdioben wird« (I.). der sie der Zeit unterwirft. daß es in seinem Sein unm ittelbarer Zeuge seines Seins ist.denn »die Zeit [ist] eben [das Schema]. sagt Schelling unm ißver­ ständlich. 6. zugleich: die Logifizierung) des Selbstbewußtseins leicht k o rri­ gieren. h. um die Zeitlichkeit und den Widerspruch zu verew igen: E r ist die wesentliche Bestimmung eines reflexiv Seienden. das Selbstbewußtsein a u f der Basis des Seins (konkret au f der Basis einer bestimmten Organisationsstufe der N atu r.e. ist es auch zeitlich . 6. daß es mit seinem Sein zusammen­ fällt. als deren U rheber es nicht sidi ansieht). d. 6.. f. wodurch Schellings System schon dam als fundam ental vom Hegelsdien (wenigstens seit der Logik) sidi unterscheidet.

jeder Akkom odation des A b ­ soluten an das. vo r dem C harakter eines bloßen Im perativs dadurch zu bewahren. einer regulativen Idee. 3.00041345 Modus des Voraussetzens und des Strebens sich vergewissern kann (vgl. w as da ist. Diese erst von M a rx und Engels beschrittene wirkliche A lte r­ native zum Hegelianismus (auch der Junghegelianer) hätte für Schelling nur dann offen gestanden. auf den hin die menschliche Geschichte sich überschreitet und mit dem sie nicht koinzidieren kann. Statt dessen sucht Schelling das. die. bevor es sich wußte). wie er es nur in widersprüchlichen Ansätzen erwägt. weil ihre Seinsweise den Abstand vom Sein im p li­ ziert. weil sie W irklichkeit und B e­ griff nie zusam m enfallen läßt. 479 ff. A k t und Potenz. widerspricht. Es hätte genügt zu zeigen. statt vom >Selbstbewußtsein< vom wirklichen Menschen ausgeht und zugleich.) und darum natura suä zum U n ge­ nügen an seiner W irklichkeit verurteilt ist. und daß sie den Grund. daß er ihm unter dem Titel Gottes Existenz zuspricht. wenn seine Theorie ihre rein affirm ative H altu n g dem Absoluten gegenüber a u f­ gegeben hätte. Einheit und D ifferenz abso­ lut zusammenbestehen. eines absoluten Wertes. was sein soll. durch eine Reihe logischer Operationen sich selbst als den U rheber der in ihr sich manifestierenden unbezüglichen Einheit zu überführen. nicht aber ihres Seins sich erfä h rt. daß sie w ohl als Grund ihrer N eg ativität (und also der Bestimmungen. als eine notwendige Voraussetzung ihrer Weise zu sein fordert. weil sie auf dem G runde der N a tu r steht. daß die dialektische Einheit des Selbstbewußtseins nicht in der Lage ist. er hätte in folgerich­ tiger W eiterentwicklung seiner Einsicht in die Irreduzibilität der Identität und des Seins au f die Reflexion zu einer Theorie der Geschichte kommen müssen. Diese Voraussetzung hätte dann freilich nur den Status eines Seinsollenden. die seinem B e­ wußtsein immer schon zuvorgekommen ist (es w ar. die sie dem Sein zufügt). H ätte Schelling diese Konsequenz radikalisiert. Diese Z u ­ sprechung konfundiert freilich Identität und Existenz in der­ 350 . I. in welchem Sein und Nichts.

glaubt Feuerbach. die zum Ungenügen an der Wirklichkeit und zur »Sehnsucht nach dem Unendlichem drängt. N egativ w ar von frühester Ju gen d an sein Verhältnis zum Staat. über deren Sein nichts auszu­ machen ist. Was aber hintergründig als ein Verlust an Tiefe sich darstellt. über den Z w e ife l an der Möglichkeit. und dann zeigt sich. M .) 351 . eine Verhim m elung menschlicher We­ senskräfte ist.. daß jene eine Projektion aus dieser. 298 ff. was der menschlichen Freiheit Gesetze vorschreibt ( Systemprogramm ). Offensichtlich knüpft diese Ü berlegung an eigene Einsichten aus Schellings Jugen d und die P raxis rationaler Theologiekritik an. revolutionär zu be­ seitigen. die Schelling w ährend der W eltalter.aufgegriffene Organismuskonzept des Staates aus der Zeit der Identitätsphiloso­ phie eir^e deutliche Ausnahme. Diese H ypostasierung einer seienden Identität verdient Feuerbachs Reduktion a u f die konkrete Selbster­ fahrung des Menschen.e.Spekula­ tion so hellsichtig als den größten M angel des Identitätssy­ stems durchschaut hatte: die ekstatische Existenz des Selbst­ bewußtseins verdrängt gerade die Identität au f den Status einer logischen Im plikation. Paulus in seiner Rezension der Rechtsphilosophie richtig gesehen hat . den Grund fü r dies Im p likat in der daseien­ den N a tu r gefunden zu haben und ein sie überfliegendes V er­ langen als Superstition kritisieren zu können. I. Frank. G. den »Himmel auf Erden« zu realisieren (Stuttgarter P rivatvorle­ 34 A u f diesem Wege macht das von Hegel . weil dies ihr Sein das Ende des Bewußtseins be­ deuten würde. (Vgl. Heine und Schelling . im Selbstbewußtsein ein Unbedingtes mitzusetzen. E. M otiviert w a r sie gleichwohl anders: Während die Generation der Idealisten die N otw endigkeit entdeckt. bewahrte die Generation der Realisten v o r dem Glauben an die E x i­ stenz eines übergeschichtlichen Wesens.wie schon H . welcher Schellings ab­ solut negativer H altung dem Daseienden gegenüber den Ernst und das Risiko der Konkretion nahm.5^41345 selben Weise. Von der anarchischen Forderung. G ew iß blieb ihm und seiner Generation überhaupt die T iefe jener W elt­ erfahrung verborgen.

3. 551) und gesteht dem M en­ schen entschieden »ein Streben [zu. die mit physischer G ew alt den Sündenfall der Freiheit an die Materie bestraft (II.«39 Ein größerer Gegensatz zu Hegels Bestim­ mung des Staates als der »Wirklichkeit der sittlichen Idee< 35 Vgl. 15 7 ). 548. D ie P u b likation seiner Friihschriflen (19 7 3 ) e rö ff­ net die M öglichkeit. 553). so hatte H ölderlin gewarnt. 36 B akunin hat ja . uner­ träglichen Druck.). führt ein gerader W e g 3 4 z U der A n­ schauung vom Staat als einer Geißel Gottes.. 1. 35* . 37 D ie m akabre M etapher erinnert nachgerade an K a fk a s Strafkolonie . erklärt sich noch in den Jahren der deutschen 48er R e ­ volution engagiert gegen »das bloße (im Grunde negative) Erhalten«! 8 des Staates. selbst in »vollkommenster« Gestalt eine Staatsform als »Ziel der Geschichte« anzuerkennen (II. knechtendes Gesetz. 39 StA I I I .]). 19 57) unüber­ holt. 534 ff.w ie K ierk egaard und Engels . L eist. B erlin 20. 4 6 1)..und Staatsphilosophie . 7. daß ihn der Mensch zu seinem Himmel machen w ollte. H g . als etwas dem menschlichen »Willen gleichsam Eingewebtes und Eingestochenes «37 (I. Noch immer. Frankfurt/M. die selbst von zeitge­ nössisch sozialistischen Manifesten nicht immer erreicht wurde und an Bakunin gemahnt36.e. 585).35 M it einer Deutlichkeit. Zur Dialektik von Politik und Philosophie hei Schelling (Frankfurt/M. vgl. »hat das den Staat zur H ölle gemacht.Schellings B erlin er V orlesung m it angehört. 461 f. J u l i 1848 (in : K ö n ig M a x i­ m ilian I I . Trotz H ans-Jörg Sandkühlers jüngerer Publikation über F rei­ heit und Wirklichkeit . 1890. 1968) ist die gründliche und besonnene Arbeit von Alexander Hollerbach (Der Rechtsgedanke hei Schelling. kritische Äußerungen gegen Schelling m it offensicht­ lichen Anregungen zu vergleichen. 554): er prophezeit ihm eine »immer nur preeäre und temporäre« Existenz (I. T rost und F. 38 B rie f Schellings an M ax im ilia n . Quellenstu­ dien zu seiner Rechts. von B ayern und Schelling. 3 1 f. ihn] zu überwinden« (I. dessen Revolutionierung er schon immer für »unvermeidlich« hielt (I.e. lehnt es ab. 1.00041345 sungen [I. ebd. von L . als Entfremdung eines bloßen Mittels zum Selbstzweck. inkriminiert Schelling den Staat jeder beliebigen Form als Zuchtrute. Briefwechsel . 7.

wenn das.4 0 Die äußerste Schärfe der Negation schlägt um in die Affirm ation des Nichtbestehenden. für die V er­ söhnung zum ontologischen Jenseits wird. Natürlich steht Schellings Anarchismus dem allen sehr fern. was ihr zumeist vorgeworfen wurde.. I.zubestimmt ist. die ihrem Wesen nach aus gleichem Stoff gemacht ist wie das W irk­ liche. als eine sinn­ volle Verbesserung erscheinen. kurz: zur »Seligkeit der C o n t e m p l a t i o n «. in welche Hegels Rechtsphilosophie-Vorlesung von 18 1 8 / 9 die Idee ihrer W irk­ lichkeit gegenüber versetzt.und Staatsrecht aus dem W S 18 18 / 9 ). wenn kein Daseiendes als Alternative sich ausweist? Z u r Verinnerlichung (II. zum Eingedenken der Ew igkeit. 41 H egel. Iltin g .nämlich lo­ gisch . glaubt er. D a eine Geschichtskonzeption dieses Typs nur aufrechtzuerhalten ist. ( = H om eyers N ach­ schrift der V orlesung über N a tu r. V or dieser H altung hat die Spannung. daß in dieser Auseinandersetzung zwischen H ölderlin/Schelling und Hegel die abstrakte Vorform jenes erbitterten Streits sich andeutet. läßt die Überwindung der Unangemessenheit der be­ stehenden Verhältnisse an das. unübersehbare Vorzüge. ed.zur A b ­ wendung von der Geschichte.e. das Schlechte pessimistisch toleriert und das Gute für nicht besser hält. weil ihr alles Seiende für gleich (näm­ lich für gleich wenig) gilt. Rechtsphilosophie.e. Die These sei wenig­ stens eingeflochten.. was ist. Wohin. gerät eine Philosophie. Eine Idee.. 2 j j .* 1 Nicht der geringste ist. die von jenen so genannt werden) ausgekämpft wird und der sich in der realen Geschichte zuerst an der Opposition Bakunins gegen den Staatsgedanken des Hegelianers M arx manifestiert hat. der bis zur Stunde zwischen M arxisten und Anarchisten (die eingeschlossen. I. daß sie der Wirklichkeit sich akkomodiert. w ird den Menschen sein staatsüberwin­ dendes Streben führen. Mehr noch: der unprätentiöse Realismus der Hegelschen Konzeption 40 Schelling an M axim ilian . seinem Begriff in prästabilierter Harm onie . 353 . was sein soll. 548) . § 257) läßt sich nicht denken. ins Zwielicht. 1. 2 3 1 ff. die.41345 ( Rechtsph .

17 . B 34 /70 . und auf ihm w ill sie erörtert werden. Geht es freilich um eine Freilegung der M otive. M a rx ’ Auseinandersetzung mit Hegel spielt sich zu­ nächst auf dem Feld philosophischer Argumentation ab.. heißt es in der Vorrede zur gedruckten Fassung der Rechtsphi­ losophie .00041345 empfiehlt sich vor der oft weltlosen Positivität von Schellings Aufmerken auf den unüberwindlichen Schmerz der Ent­ zweiung und auf das vorbegrifflich Seiende durch den lebhaft zupackenden Blick auf die vielfarbigen und mannigfaltigen Einzelheiten der historischen Wirklichkeit und der zwischen­ menschlichen Beziehungen . 43 Jü rgen H aberm as. meint H ans Jö rg Sandkühler. so verw andelt sidi die Frage. 22. 42 H a n s-Jö rg Sandkühler. Hegel - Theoretiker der bürgerlichen G esell­ schaft'.) immer zu spät« kommenden »G edanken• sie sidi erfaßt (I. ob eine Spannung zwischen beiden mit der A nlage seines ge­ samten philosophischen Systems sidi verträgt. wie H egel persönlich sich über das Verhältnis der Idee zur empirischen Wirklichkeit geäußert hat. . als dessen »ohnehin (... Sie delegiert ihr subjektives Rechten an das unverbrüchliche R edit des >Weltlaufs<. Akzeptiert man dies. in das grundsätzliche Problem . 354 . daß Hegels Gleichung von Vernunft und W irk­ lichkeit nicht ohne weiteres ein J a zur Restauration der Zw anzigerjahre einsdiließt. A ugust 19 70 . »sich Hegels D ialektik in einem zuerst durch Schelling explizierten Vorverständnis anzueignen«43. die M arx dazu veranlaßten. 2 15 . Philosophie. . so sind Dokumente über die wirkliche historische Gestalt von Hegels oder Schellings politischem Credo von zweitrangigem Wert. B eilage zur W ochenzeitung Das Parlament .e. in : Aus Politik und Zeitgeschichte. w ird aus den durch K a rl-H ein z Ilting mitgeteilten Dokumenten sidi über­ zeugen lassen. »Hegels Progressivität ist unbestreitbar«* 2. soll keine Belehrungen austeilen. die »Schel­ ling grau in grau malt. Theorie und Praxist I.e. Auch w er der Leerform el mißtraut. 27).Aspekte des Seienden. »wie die Welt sein soll« ( Rechtsph . 26).

d. so w ird zur logischen Unmöglichkeit die Konsequenz. 2 7 )44.e. deren Verwirklichung grundsätzlich ausgeschlossen wäre. Paulus’ K ritik der Rechtsphilosophie schon 355 . d. daß Hegel nachweislich nicht daran gedacht habe zu behaupten. . welches Geschichte konstituiert. welches die Auflösung von Realität und Begriff in der wiederhergestellten »reflexionslosen Unmittelbarkeit« des selbstbewußten Geistes verheißt: Ohne die Bewahrheitung dieser Verheißung schlösse Hegels Philosophieren sich über­ haupt nicht zu einem >System<. mit diesem Gedanken könne eine Zeit zusammenbestehen. in K ra ft.Diese E in ­ w ände verkennen nicht nur den Totalitätsanspruch der Logik im System H egels. ist mit der in Hegels System hervorgetretenen Selbstdurchdringung des >Weltgeistes< >getilgt<. »Philosophie [sei] ihre Zeit in Gedanken erfaßt• (ebd. M an kann sogar d arau f hinweisen. die Geschichte immer schon früher zeigte (ebd. daß. das Ungleichgewicht zwischen W irk­ lichkeit und Begriff. wie sic in der Idee sei. »was der Begriff lehrt«. die nicht auf der gleichen H öhe steht. daß der philosophische Gedanke sich nur in der trans­ historischen Sphäre der Logik vollendet habe. »Frieden [zu machen] mit der Wirklichkeit« (I. die ja von 44 Es hilft wenig. Übrigens hilft es wenig. darauf hinzuweisen. G . sein Prinzip verflüchtigte sich zu einer bloß regulativen Idee.). E.sie mag den Zusammenfall der historischen Realität mit der Selbsterkenntnis des Geistes noch ein paar Ja h re hinauszögern oder nicht . sie nehmen auch das Resultat desselben nicht ernst.11345 M an muß die Voraussetzung. h.dazu..das ist seit H. Aber gerade einer solchen Konzeption gilt Hegels Polemik. daß Hegels »Wirklichkeit« die Wirklichkeit meine. also die wesentliche Wirk­ lichkeit .). M it einem W ort: D er logische C h arakter seines Systems zwingt Hegels Theorie . h. Bleibt auch ihm gegenüber der Satz. mit dem Selbstverständnis des Hegelschen Systems konfrontieren: Ihm zufolge ist die Wahrheit der bisherigen und der Geschichte überhaupt erkannt . daß die erkannte Idee Geschichte wirklich aufhebe. d a ra u f aufmerksam zu machen.

hieße eine Position repressiver T o le ­ ranz zu beziehen. wie M arx sagt . die sich von der des alten Schelling kaum unterschiede und überdies den Idealismusverdacht Feuerbachs und Marxens ganz und gar ins Recht setzte.das >Geld des Geistes<. Dies ist freilich die w ir k ­ liche (von M a rx durchschaute) D ialektik seiner Selbsterken­ nung.e. aber um als Niederschlag des Ew igen sich auszurufen. die ihn trägt: sie liegt ja als aufge­ schlagenes Buch vo r den Augen des Geistes. 45 Feuerbach sieht in dem Zusammentreffen jener »Krankheitserschei­ nungen der Hegelschen Psychologie und Hegelschen Zeit und Wohnstätte (.inthronisieren w ird..weil er angemessene Realisation der die Geschichte lenkenden Idee zu sein behauptet .00041345 vornherein nur als das eigene Andere der Idee in Anschlag gebracht w ar. 356 . 27) bezeichnet scharf die Grenze einer logisch be­ gründeten D ialektik. I. . Werke. dessen Vergegenwärtigung er applaudiert. der mit imperialer Geste das Allgemeine gegenüber den Eigen­ tümlichkeiten der besonderen Verhältnisse geltend machen. 1 1 . er unbewußt seine Abhängigkeit von den allerspeziellsten Örtlich­ keiten und Zeitlichkeiten beweist« (Ges. M it solcher Verblendung zollt es w ider Willen seinen Tribut an das >Unwesen< seiner eigenen Epoche. Hegels A ufforderung. . den) schlagenden Beweis. muß es seinen nicht-ewigen Grund verdrängen. Bd. daß gerade da. die abstrakte und formale Gleichheit des Naturrechts verw irk ­ lichen und mit der Vernunft die M ittelbarkeit . 26).e.45 G ew iß schaut es sich in seiner Verwirklichung als sich an. sich als das Wesen eines unentrinnbar in der Geschichte Situierten enthüllt. wo der Geist seine U n ab ­ hängigkeit von Raum und Zeit im allgemeinen mit Bewußtsein demon­ striert. 1 5 0 ).e. daß jenes »zeitlose Wesen«. D er Z w an g zur endgültigen » Versöhnung mit der W irklich­ keit« (I. Ihren P rä ­ missen zufolge wird dies ein bürgerlicher N ationalstaat sein. »das Ew ige« in zum Topos der Hegelforschung geworden.. und einen wirklich existierenden Staat »als ein in sich Vernünftiges« anzuerkennen (I.. der . der in ihr nicht mehr seine Odyssee liest. sondern die geheime Logik seiner vermeintlichen Irrfahrten begreift . Es wird ein Staat sein. Bei der Gleichung der Vernunft nur mit sich selbst sich zu begnügen.sich blind macht gegen die Historie.

ist dem Stillstand der Geschichte zu entgehen. die es. 26).. weil er nicht logisch ist.). schlägt wie bei Schelling um in spekulative C lairvoyan ce. Dialektisch d a rf dieser Prozeß gerade darum genannt werden. J e und je auf den verfehlten Wert absoluter Koinzidenz des Seins und des Bewußtseins sich überschreitend. ist die menschliche Gattung ständig ein Resultat der Tätigkeit.). h. die die Selbstdurchsichtigkeit des Bewußtseins an die Bedingung seiner totalen Verzeitlichung knüpft. das. N u r unter der Bedingung. Dann freilich hört >Selbstbewußtsein< auf. daß prinzipiell keine äußere. zur großzügigen Toleranz gegen »die äußere Existenz« bringt (ebd. und verw andelt sich in die Funk­ tion eines realen Prozesses.»41345 der »Gegenw art« zu erkennen (ebd. »was zwischen der Vernunft als selbstbewußtem Geiste und der Vernunft als vorhandener Wirklichkeit liegt. d. das nicht zum B e­ griffe befreit ist« (I. ja die sich in der Form ulierung selbst entlarvt. weil sie »in dem Scheine des Zeitlichen und Vorübergehenden [immer nur] die Substanz«. U nd nur eine solche Theorie. gewahrt. G ew iß kann man sagen. nur die »Fessel eines Abstraktums< trenne die selbstbewußte gesellschaftliche Wirklichkeit von dem abso­ luten Wert der Identität beider. weil keine der unendlich vielen möglichen Synthesen der N a tu r und des Geistes die Totalität der Idee in sich darstellt und so eine jede ihr gegenüber in realem Widerspruch verharrt. dessen jeweilig-unmittelbarer Reflex es ist. kann vo r der Erfahrung der Geschichte bestehen. h.e. Diese Abstraktion besitzt 357 . dem es mit der Entfrem dung nicht ernst ist. Eine solche Reduktion realer Differenz au f eine logische A b ­ straktion verdient den Feuerbach-Marxschen V o rw u rf eines »falschen Positivismus<. das Außerzeitliche. d. zeitliche Existenz der Idee gleich sein kann. was jene Vernunft von dieser scheidet und in ihr nicht die Befriedigung finden läßt. die zeitlose Schlich­ tung des Widerspruchs von Wirklichkeit und Idee für sich beanspruchen zu können. durch welche sie in einem ihre materielle Existenz und deren Bewußtsein produziert. [sei nur] die Fessel irgendeines Abstraktums.

und die Beharrung. G e w iß wechselt es unter der Zurichtung menschlicher T ä tig ­ keit unentwegt seine G estalt. mit der die N a tu r der Auflösung durch die vermittelnden Aktivitäten der G e ­ schichte trotzt.e. und zw ar deswegen. ist ihnen proportional. autonom sich wähnend. die. V g l. 294 (»da w ir selbst zur N a tu r im w eitesten V erstän d e gehören«). sondern von der N atur ihren Ausgang nimmt: von einer selbst seienden N atu r. sondern aus der N atu r. I. Insofern läßt sich allerdings sagen. passim .ist. u. sondern Stoffwechsel prim är ist das in der Geschichte verzeitlichte Selbstverhältnis der N atur. Nicht D ialektik von Begriffen allein. sondern a u f unverfügbare Weise als deren K orrelat sich findet. arbeitet unbe46 K a n t. Existenz gewinnt dies Selbstverhältnis freilich nicht aus der L ogik. den technischen Z u g riff und das Mittel in den R a n g eines letztbegründenden Faktum s erhebt. D ie K ritik an der logischen Verabsolutierung des M ittels macht vielmehr seine außerlo­ gische R ealität erst sichtbar. K ritik der U rteilskraft. daß es zahlreiche ihrer Erscheinungs­ formen mit der Vernichtung bedroht. daß ein U nm ittel­ bares vom L a u f der Geschichte schlechthin nicht betroffen w ird.00041345 aber Realität von einer W iderständigkeit. B 15 . wie Feuerbach und Schelling in der T at behaupten. au f das Sein hat die P raxis aber keinen Einfluß. 352 u. und nur darum verm ag es die natürliche R ealität in einer Weise zu modifizieren. Diese durch Schelling in die idealistische Diskussion eingebrachte Erkenntnis form uliert keineswegs eine Rückzugsposi­ tion gegenüber der Geschichte.das »tierische. die sich niemals a u f ein logisches Verhältnis zurückbringen läßt. aber doch vernünftige Wesen«* 6 . die den G rund ihres Seins nicht in der Idee hat. D as M ittel ist selbst unmittelbar. 358 . Eine Praxis. mag Gelassenheit dem gegenüber für angemessen halten. und wer die »mensch­ liche W irklich keit in das Selbstverhältnis eines Geistes v e r ­ flüchtigt. weil sie nicht von einem nur unentfalteten Begriff. D as Reich des Logischen scheint davon nicht betroffen zu sein. als dessen Erscheinungsform auch der Mensch . 2 8 2 ..

einzig authentisches M aß ihrer W irklichkeit . komm t freilich auch hier »zu spät«. die gegen die Selbstermächtigung des Mittels auftritt.41345 wußt an der Zerstörung ihrer eigenen materiellen Basis. denn die sinn­ liche E rfah ru n g der Selbstnegation . Die Spekulation.hat längst begonnen. 359 .

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351).gemeint ist die Ausgabe von 1809 »etwas gelesen« (an Immanuel W ohlwill. 74). G . hrsg. 7. wie z. F. Aber dieser Vorsprung Hegels und diese Voreiligkeit Heines sind nur Schein. Frankfurt/M . 2 Vgl. X X . 1 Ein einziger Briefbeleg gibt uns die Auskunft. es lehnt sich . 422 f. Denn während Hegel sein eigenes System für einen dialektischen Fortschritt über die »für sich wohl wahre«. Werke. »nur * H einrich Heines »Sämtliche W erke« werden mit Band und Seitenzahl zitiert nach der »H istorischen kritischen A usgabe«.3 Darum war Heines vorschnelles Urteil auch der List der geschichtlichen Idee ausgeliefert.-Berlin-W ien 19 7 1. Hegels Werke. W. Bd.so etwa über Ch. von £ .2 und es urteilt dort in der Vergangenheitsform. Dies Urteil ist in dreierlei Hinsicht typisch für Heines Auseinander­ setzung mit Schelling: Es anerkennt im Stil ironischer Skepsis die Bedeutung dieser Philosophie. A pril 1823 H SA X X . H am burg 1887 . Weißes Rezension der »Romantischen Schule.).bei nur gerin­ ger authentischer Kenntnis1 . nach Heines Worten. »wie allen großen Werken der Deutschen«. die mit der Fertigstel­ lung des Doms und dem Octroi der preußischen Verfassung seine Wahrheit ins Gegenteil verkehrt hat. ergangen: »er ward nie fertig«”' (Elster-Ausgabe. M. 19 7 1 ( . E lster.Theorie-W erkausgabe). 4 1 1 ff.9 0 . Frankfurt a. 3 Hegel. Berlin. B.Anhang Heine und Schelling Dem Gegenstände der Schellingschen Philosophie ist es. dem Kölner Dome und der preußischen Konstitution. Heine habe im Januar 1823 in Schellings »philosophischen Schriften* .(abgedruckt in: Heinrich Heines Beiträge zur deutschen Ideologie. Umgekehrt wird auch Schelling Heines Werk nur unter beschränkten Aspekten zur Kenntnis genommen haben . hg. H . von Hans M ayer.fast durchweg stark an Hegels Konzept einer »Geschichte der Philosophie< an. 4*3- 361 . II. 20. Schellings »Arbeit ihrer Evolution« noch zu überlassen. w o Heines Berliner Lehrer zu der Vorsicht greift.

163. so etwa in der M enzel-Rezension von 1828 (V II.5 unbe­ wußt jener durch keine Vermittlung einholbaren. ed. 2 5 1) und im zweiten Kap.00041345 immer in ihrem Anfänge stehen«4 gebliebene Idee Schellings hielt. J. 1. Mit Fichte war Schelling darin einig. Ergänzungsband. insofern w ir uns schlechthin und jeder Reflexion zuvor gewahren zufolge eines Aktes. der lebendige Schelling scheint gegen die »Todeserklärung«6 aufzustehen. das Bei-sich-Sein. daß es bis ins Ja h r 1929 sehr anerkennende U rteile Heines über Schelling gibt. auf nichts relativ. M EW . daß die Philosophie von einem unbedingten Grundsatz ihren Ausgang zu nehmen habe. 250.der Fortschritt des Hegelschen Geistes in Um lauf gebracht hatte.wie schon gegen Fichte . verurteilenden. der »Stadt Lucca< (III. mit anderen Worten. 18. 5 W ir werden diese Entwicklung im Folgenden nachzeichnen. in seiner zustimmen­ den. Ham burg 6 19 52 . daß seine große populäre Bestandaufnahme der neueren deutschen Philosophie das Hegelsche Schema und seine Abbildung auf die Phasen der französischen Geschichte seit der Revolution gerade bei der Einordnung Schellings in einige Schwierigkeiten bringt: Die streng fortschreitende dialektische Notwendigkeit ist durchlöchert. mit welchem Heine dem Schellingschen Argument sich geöffnet hat. Damit tritt bereits ein Motiv für die spätere Abwendung Heines von Hegel ans Licht. An den Anfang des Schellingschen Philosophierens setzt Heine in seiner »Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland< den Fortschritt über den Kant/Fichteschen K riti­ zismus. Phänomenologie des Geistes. die gegen ihn . D er Ernst. 6 F. Nehmen w ir vorw eg. in welcher der lebende Schelling sein System zu dem Hegelschen sah. was keines Weiteren zu seiner Existenz bedarf. erweist sich darin. weil ontologi­ schen Spannung gerecht.). was lautere Autonom ie ist. dessen Resultat »mit einem Schlage« das Bewußtsein seiner selbst. 381 ff. und wieder affirmativen Haltung. Engels. H offm eister. 4 Hegel. was. Un-bedingt kann aber nur heißen. wird Heines Urteil über Schelling. ist. Ein solches Prinzip finden w ir im reinen Bewußtsein unserer selbst. 362 .

folgert Schelling.N un impliziert die Formel »Bei-sich-Sein« eine Trias von Momenten: Das Unbedingte bedarf eines Reflexes. W. indem ihr Einsatzpunkt.9 Schelling hat dies grundlegende Wesen die »Potenz der N a tu r « genannt. »ist für die ganze Folge das Differenzverhältnis des Ichs und des Absoluten . innerhalb welcher ein verhältnismäßig »bewußtloses« einem verhältnismäßig »bewußten« Wesen so vorauszugehen scheint. als WA 124 ff. zit. München 1946. 84 ff. 93 unten f. um so­ 7 F. denn das Absolute b ed a rf des »Fürsich-Seins«. Schelling.. daß es ihm gleichsam die transzendentale Basis liefert. Seitenzahl). . B d . F. »bei« dem es Gegenwart ist . ist Fichtes Bei-sich-Sein nur ein abgeleiteter Modus einer (logisch wie ontisch) vorgeordne­ ten Struktur von »substantieller Identität«8. die freilich dem Zugriff der Reflexion verlorengeht. ständig in Anspruch genommen. das menschliche Ich. in welchem sie umgekehrt das Bewußtsein als vom Absoluten erst gesetzt hinnehmen muß. von M anfred Schröter. V gl. V f. und jener der besonderen Form des Idealismus der Wissenschaftslehre eigenthümliche und unüberwindliche Gegensatz des Ich und N icht-Ich entschieden und nothwendig gemacht. 340 ff. von K . A . I. A u f der anderen Seite ist damit gerade seine U n ­ bedingtheit aufgehoben. II. I.«7 Mithin wird Fichtes frühe Philosophie ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht. und D ie Weltalter. . J . I. 2 18 . Stutt­ gart 18 56 -8 6 1. 363 . anders ausgedrückt.. 22 £f. Fichtes Ich ist also nur unter der Bedingung der Differenz E in ­ heit mit sich selbst. Zeitbewußtsein und Bewußtsein von Zeitlich­ keit in der frühromantischen Philosophie und in Tiecks Dichtung. 4. München 1972 (Neudruck Paderborn 1830). U nd doch wird diese Einheit. Das Problem »Zeit« in der deutschen Rom antik. 7. 353/4 (■ A b t. vgl. indem diese Philosophie das Bewußtsein im gleichen Akte zur Bedin­ gung seines Absolutseins macht. sagt Schelling. 8 Schelling.denn sonst wäre es nicht Bewußtsein von sich selbst. H g. in den Urfassungen von 1 8 1 1 und 18 13 hg. 10.. 421 f.. und I. das Absolute noch außer sich hat oder. »Durch diese Beschränkung« des Absoluten auf das reflexive Bewußtsein. Also. 3. von Schellings sämmtliche W erke. 9 Schelling. 4.

O . daß seine N atur ichbeseelt sei. I. das Ich in der Gestalt des unbedingten An.a . während Fichtes fertig daseiendes Ich die N atur nur als den Gegensatz sowie das Absolute nur in der Differenz vom Für-sich-Sein kennt. I. der verschlun­ gene Zug der Seele«10.Das hat aber eine fatale Konsequenz. Schelling. 282) führe. 19. IV . jenen »Mosaismus der Moral«14. 1. 386. wenn er .00041345 gleich hinzuzufügen. Schelling. 1. sehr ähnlich wie H eine.13 den naturfeindlichen Spiritualismus der jüdisch-christ­ lichen Tradition. daß aber »Herr Schel­ ling .). 7. i. 6. 5 j6. . daß zwar beide Philosophen »die Iden­ tität des Idealen und des Realen« lehren. a . das Absolute muß in der Gestalt des absoluten Gebietens.a . das Reale zum Idealen« (IV. . 219 ff. Fichte scheint die politische Praxis der Franzosen nur auf den Begriff gebracht zu haben.unter Berufung auf Schellings »Vor­ erinnerung« zu seinem »System« von 18 0 111 . I. 45. 364 . Jedes Moment drückt schon in sich die Identität aus. Heine kommentiert diesen Gedanken ganz richtig. hervor­ blicken. 12 13 14 15 16 17 Schelling. 4. 27 u.O . die dem »finsteren Götzenbild der Subjektivität« und dem lebensfeindlich-»aushöhlenden Moralisiren«16 ganz ebenso zum O pfer gefallen ist wie seinerzeit die schöne Kunst dem abstrakten und fiebernden Eifer der »Bilderstürmer«17 . daß seine Differenz von dem geistigen Moment nur relativ und beide nur innerhalb einer identischen Sphäre separabel seien. 113 . 5. die Schelling so darlegt: »Es gibt für ihn (Fichte) keine Realität des Absoluten als in dem Verhältniß der Sklaverei und Unterwerfung des Ich unter jenes. a . so zu sagen. V gl.den Unterschied zu Fichte damit erklärt. 109 (f.ein 10 Schelling. Schelling. und »jede Pflanze ist.12 Hinter dieser Struktur sieht Schelling. 11 Schelling. ist ihm doch der »heitere und selige Gott« der Natur bloß eine »Schranke ohne alles Reale«15.und Aufnehmens dieses Gebietens erschei­ nen«. Schelling. 10. .

3. »von der Kunst zu fordern nur einem Zeitalter möglich ist. Krankheit« ist »alle Heilkraft .18 Für dieses und andere Symptome einer »socialen . »welches«. Göttingen 1970.«20 Als Hegelianer weiß auch Heine sehr gut. mit welchem sich Heine später.: Plitt I. »war die Welt (das Objekt schlechthin im Gegensatz gegen das Subjekt) . G . Heine. München 1964. 285). fährt Schelling fort. 19 u. Sämtliche Werke. ist der Spinozismus jener Tage (vgl. . L. gegen die kunstfeindlich-neobabouvistischen Kom m uni­ sten richten w ird . . von H . Kaufmann. 219. mit der er sich zunächst als mit »einer Restauration im besseren Sinne« (IV. 19 Schelling. die »lang verkannte« wird endlich »durchbrechen« und der ewigen Einheit »im Seyn und im Leben der Natur« auch »in der Wissenschaft und Erkenntniß« zum Sieg verhelfen. 1 7 . H . IV . daß das Ereignis der Kantischen Erkenntniskritik nicht rückgängig zu machen war und daß jeder Philosophie ihre Sphäre von der Geschichte zugewie­ sen wird (vgl. K . IV. 18 Vgl. Heine und der Kommunismus. 126. hg. wie er sagt. . 284) .: Runkelrüben] setzt« (I. 3 )7 f. passim) die oben zitierte Heinesche Passage inspiriert. und nicht etwa an den Marxismus denkt. Plitt. 7. v. 7. hat Leo Kreutzer bewiesen (L. sagt er. 19 im Kontext). 419.« Ebenso hatte Schelling gegen Fichtes Forderung gesellschaftlicher Nützlichkeit der Kunst gespottet. In Briefen. das die höchsten Efforts des menschlichen Geistes in ökonomische Erfindungen [A n m . zit. nur von der Natur« zu erwarten. 3 Bde. mir ist es das Ich . Dieser moderne Pantheismus korre­ spondiert nun nach Heines Vorstellung aufs genaueste der »restaurierenden Reaktion« in Frankreich. daß sich die großen »Kreisläufe« der Historie nur scheinbar wiederholen.Vergleich übrigens. . X I . so lautet Heines Kommentar. ähnlich 243 und V II.1 9 u. 76. H g.19 Schellings Philosophie. Heine scheint geradezu Schellings ästhetische Vorbehalte gegen Fichte zu wiederholen: »Sie [die Babouvisten] hacken mir meine Lorbeerwälder um und pflanzen darauf Kartoffeln. 622)... I.mit jener von Schelling formulierten »wesentlichen« Differenz: »Spinoza«.Daß Heine w irklich an den Babouvism us. . mit gleicher Pointe. Diese Parallele wird eine zusätzliche Bewährung für Moses Heß* Vergleich der Fichteschen Philosophie mit dem Babouvismus liefern.Alles. 3^5 . 20 Aus Schellings Leben. 1869/70. Möglicherweise hat Schellings Fichtestreitschrift (I.

289) eine andere Analogie im Hintergründe mit: die zum Saint-Simonismus. die »Materie rehabilitiert. die in ihrer naturgewordenen Humanität die Gottheit anbeten. die ohne die »revo­ lutionären Gifte« der Jakobiner. und die poetischsten Wendungen über den Stufengang der im Men2 0 a Zum Vergleich der Schellingschen Philosophie mit einer auf antwortenden »Reaktion« vgl.dem Napoleonischen »Despotismus«.00041345 290) identifiziert. u f f .und diese Erwägung ist. ohne die »Usurpation« einer »spiritualistischen Welteinrichtung« (IV. 282). daß Schelling. gleichsam als N ach­ flackern der feudalen Ständetrennung. in ihre Würde wiedereingesetzt« (IV. durchaus in Schellings eigenem Sinne . 281. und es ist zufolge dieser Komposition. 366 Fichte . die wir zu interpretieren haben werden.20* Hat sie doch . dessen Struktur er beerbte. 222). 222) hie und der abso­ luten Erhebung der Materie da eine natürliche Gleichheit aller Menschen begründet. Sie gewährte ihm die Vision einer sozialen Umwälzung von Grund auf. Schelling selbst: I. wie wir erinnern.3 Z. jene »Wiedereinsetzung des Menschen in seine Gottesrechte« (IV. der in diesen beiden Erscheinungsformen zum letztenmal. Sie bildet gleich­ sam die Achse. 276) des Fichteschen Idealismus damit aber dem Dualismus überhaupt. diesem Wirklichkeit geworde­ nen Anspruch auf »Alleinherrschaft« des »Gedankens« (VII. Mit der Naturphilosophie im Reich des Gedankens und der Restauration in der politischen Wirklichkeit ist jene »große Weltzerrissenheit« überwunden. 288. In wesentlichen Passagen liest sich Heines Eloge auf den Pantheismus wie ein Cento aus Schellings Streit­ schrift gegen Fichte oder aus dem >Heinz Widerporst<. 7. ebenso ein Ende bereit wie in Deutschland Schelling dem »kolossalen Irrtum« (IV. Während ihrer Niederschrift hatte sich Heine dieser pantheistischen Religion begeistert geöffnet. zu einer Schlüsselfigur in Heines Abhandlung wird. vors Bewußtsein trat. 3 7 . um die sich die Gedanken der Schrift über »Religion und Philosophie in Deutschland« bewegen. In Wahrheit denkt Heine für jene große »Versöhnung von Geist und Natur«. gar nicht genannt ist. auch w o er aus Gründen.

sind dicht am wörtlichen Zitat Schellings.Sätze. »nicht zu den Materiali­ sten. wiederholt und daß hinter der tiefsinnigen Erklärung vom Ursprung des Bösen überall die Lektüre von Schellings »Philosophie und Religion< sowie der Freiheitsschrift hervorblickt. wie Heine versichert. 528) . 367 . 546.-Simonisten sei wahr­ haft analog. 383. 101. 387. 22j und Schelling I.schengeist sich selbst erkennenden Natur sind weit entfernt von einem Reflex des trockenen »mos geometricus« bei Spinoza. daß er auch die Schellingschen Argumente gegen die Behaup­ tung. M. vgl. 23 Marx-Engels-Studienausgabe. die den Geist verkörpern. Simons. die. Bd. auch Heines Aphorismus V II. [allererst] eine speku­ 21 Eine solche Abhängigkeit wäre zu vermuten zwischen IV . Nicht weniger offensichtlich ist die Verwandtschaft zu jener gleichfalls durch Schelling und St. 2 (Frankfurt a. Da sind »Bekenntnisse«. 22 Vgl. Simon vermittelten Vision des jungen Karl Marx: »die Gesellschaft ist die vollendete Wesenseinheit des Menschen mit der Natur. die wir nicht lesen können. ^ 19 7 1) . 222. wie er sagt.21 Fügen wir hinzu. »meine Meinung ausspre­ chen«: »Ich gehöre«. »ja wesentlich identisch« mit Schellings N atur­ philosophie. auch 99. 223)22. der durchgeführte Naturalismus des Menschen und der durchgeführte Humanismus der N atur. die wahre Resurrektion der Natur. I. Moses Heß hat später die verborgene Analogie ans Licht gezogen: Die »französische Sozialphilosophie« der St. der Heine in den Schelling gewidmeten Passagen »ausschließliche Aufmerksamkeit zu leihen« verspricht. 6. ich gebe vielmehr den Körpern ihren Geist zurück. vgl. ich heilige sie« (V. »der neuen Religion St. ohne uns an Heines Paraphrase der Schellingschen Fichtekritik zu erinnern. ich durchgeistige sie wieder. wie der Restaurazion des alten Glaubens. »der Pantheismus führe die Menschen zum Indifferentis­ mus« (IV. sagt er nämlich. Schelling. 402. i. die »ganz nackt und bestimmt«.«23 Am deutlichsten aber wird unsere Vermutung bestätigt durch einen Hinweis auf die »soziale Wichtigkeit der erwähnten Philosophie«.

Evans glaubt (Evans. 24 M . Berlin 1869. Philosophische und sozialistische Schriften 18 3 7 -18 5 0 . Strodtmann. 240) . die sich geradezu auf Schelling beriefen. 259).27 Fügen w ir hinzu. Bd. 97/8 und H an s-Jörg Sandkühler. 200 f. X X V II. Pierre Leroux et ses contemporains.00041345 lative Basis« geliefert habe. hg. der sich über Schelling authentisch in München unterrichten wollte (vgl. Simons bzw. Plitt III. Zur Dialektik von Politik und Philosophie bei Schelling. 2. A nm . daß noch Prosper Enfantin. wie Marx an Feuerbach schreibt. ob Leroux »Deutsch gekonnt«. wie er selbst will.25 und selbst »dem genialen Pierre Leroux und seinesgleichen gilt Schelling«.28 Übrigens relativieren diese Belege ein wenig Heines Bemerkung. 1968. »Schelling und die Naturphilosophie« seien in Frankreich »fast ganz unbekannt«.24 Übrigens gab es St. so daß er. . 4 15) Leroux* mit Schelling später zuge­ standen. in seinem langen Antw ort­ schreiben mit Schelling stark sympathisiert und ihn gegen Heines V orw urf. 3 13 f. »noch immer für den Mann. den w ir im folgenden zu beleuchten haben werden. 420). O kt. 18). C orn u und W. Sah Heine doch im N eobabouvism us ebenso wie in Fichtes M orallehre den kunstfeindlichen »Calvinism us« W erk (vgl. 72 u. der an die Stelle des abstrakten Gedankens den Gedanken mit Fleisch und Blut. ankündigt. engagiert in Schutz nimmt.durch die gleichzeitige Parallelisierung des »Baboeuf’schen Com m unism us und des Fichteschen Idealismus« . Freiheit und Wirklichkeit. O . der an die Stelle der Fachphilosophie die Weltphilosophie gesetzt hat!«26 Heine selbst hat »eine gewisse Ähnlichkeit« (V I. der Adressat der Heineschen Widmung. um »beider Bedeutung zu erklären«. Heinrich Heines Leben und Werke. 1843 (M EW . das nie erschienen ist. Le socialisme romantique. M önke. M. und 288.. An eine historische Abhängigkeit ist hier nicht gedacht. »ein späteres Buch« (IV. 282). Heß. 87/8. rousseauistisch-jakobinischer Provenienz am 25 Im weiteren Sinne gehört zu ihnen der Lamennais-Schüler C lu xis. Paris 1948.-Simonisten. oder nicht.D er H eß’ sche Vergleich w irft . 2 Bde. Berlin 19 6 1. 28 Vide A . Frankfurt a. wie D. von A . 368 . 26 B rief vom 3.ob er also Schelling im Original habe lesen können.zugleich ein Licht auf die M otive für Heines Ablehnung beider Richtungen im Nam en St. Goethes und Schel­ lings. 27 Diese (strukturelle) Ähnlichkeit w ird nicht berührt von dem Streit. vgl.

I. 3. so wird man finden. auf eine scheinbar unbedeutende Differenz hinzuweisen. als ein Teil der Forschung Heines Frühw erk in einiger Abhängigkeit von Schellings Ästhetik sieht. 369 . nur dialektisch. Das gibt uns Anlaß zu einer grundsätzlichen Überlegung. 283) verspottet. heiterer. h. so notwendig ist es. statt daß die abstrakt Hegelschen Chiffren uns so grau.30 Wenige Jahre früher (1829) hatte er freilich Schellings »Darstellungsart« sehr bewundert. mit Stillschweigen übergeht und Schellings »Neigung zur Poesie« nur als dessen stilistische Eigentümlichkeit. pulsierend wärmer. das sich unserem Wissen prinzipiell versagt. als ein »Überschnappen in die Blumentäler der Symbolik« (IV. in welcher sie eine Zeitlang als geniale Verlegenheitslösung den Abschluß und Höhepunkt des Systems bildete: D ie Kunst vermittelt die empi­ rische Undarstellbarkeit der Idee in der symbolischen Darstel­ lung und gibt so einen bedeutenden W ink auf die Struktur des Absoluten. daß Schellings G ott doch nicht ganz als »Dieu-progres« in die N atur sich auflöst. 293) übereinzustimmen scheint. zugleich die eigentliche Leistung des jungen Schelling. sondern den Prozeß unvordenklich überdauert. die Gegenkritik Vorhalten: Denkt man Selbst­ bewußtsein. So sehr nämlich Heine in seiner ersten Pariser Zeit mit dem »früheren Schelling« (V. Liest man nämlich Schellings erstes Identitäts­ system aufmerksamer. 38 1. alles darin lebt. wie Hegel. sie sei »viel anmutiger. unter Benutzung die­ ses Arguments. 30 Das ist um so merkwürdiger. 627. 382]. Hegel hat in dieser anscheinenden Nuance den Mangel der Naturphilosophie erblickt. A ber selbst in der affirmativ gefaßten Wendung entgingen ihm Bedeutung und O rt der Kunst in Schellings Spekulation. so kalt und tot anstarren« (III. d. vom Resultat 29 Schelling. daß Heine eine weitere Wahlverwandtschaft. nämlich die Begründung der Kunst als des »einzigen wahren und ewigen Organon zugleich und D o ku ­ ments der Philosophie«29. und Schelling konnte ihm später.41345 Merkwürdig mutet auch die Beobachtung an.

32 Schelling.thetisch . 2. allerdings rein potentielle. und Schelling hat sich dieser Aufgabe zuerst in der von Heine etwas ausführlicher kommen­ tierten und zitierten kleinen Schrift über »Philosophie und Reli­ gion« (1804) (IV. 287)35 versuche er nun »zu sehen. 284) ist natürlich zum Teil ein Reflex des Hegelschen Vorbildes in der Vorrede zur »Phänomenologie« . 2 8 1. Damit ist das idealisierte Reale das genaue Spiegelbild des realisierten Idealen. . w o es weder etwas Ideales ist noch etwas Reales. »verläßt jetzt den philosophischen Weg und sucht durch eine Art mystischer Intuition zur Anschauung des Absoluten zu gelangen. 16 1 ff. 38.. und ders.00041345 her. N o . D . wie sollte er sich . Selbstbewußtsein. weder Gedanke noch Ausdehnung.»Herr Schelling«. 285. 286) Hiermit beginne die »Narrheit« »bei Herrn Schelling«. La Decouverte de Fichte. 6. erbt also dessen Autonom ie33 und kann vom Absoluten »abfallen«34. weder Subjekt noch Objekt. 39/40. deutlicher abgehoben werden als durch die Identitätsformel geschehen war. 35 Heines ziemlich undifferenzierte Aburteilung jener naturphilosophischen »Schüler des Herrn Schelling« (IV . Henrich. jeder Entäußerung zuvor. weder Geist noch Materie. I. schon in nicht-setzendem Selbstbewußtsein gewahrt. so lautet Heines Kommentar. 34 Schelling.im Menschengeist als sich wiedererkennen? So mußte also das reine Wesen Gottes von dem Wesen. Der Gedanke ist kurz folgender: In Gott selbst muß eine. er sucht es anzuschauen in seinem Mittelpunkt. die seine Identität nicht zer­ stört. 6. in seiner Wesenheit. sondern . 168. er habe sich der »Mystik« geöffnet.31 so macht man sich eines Zirkels schuldig: Hätte Gott sich nicht. was 31 V gl. 1967. was weiß ich!« (IV. I. 6. Annee 72.32 sozusagen nur unter verschiedenen Ü ber­ gewichten gesetzt. 286) unterzogen.eine K ritik. .-G . die 370 . Kritische Einleitung in eine Theorie. Gadamer 1970. 33 Schelling. insofern es Urform eines wer­ denden Gottes ist. 1. Das Ideale muß zumal auch Reales und das Reale zumal auch Ideales sein. in: Festschrift für H . Differenz angenommen werden. und mit »einer Menge« ihm nachschwätzen­ der »Faselhänse« (IV. . in: Revue de metaphysique et de morale.

Tiecks Entrüstung über die Parteinahme der Steffens bei der 48er-Revolution. die »gemeinschaftlich Begeisterte« keinem ändern untenan machen soll als »dem G o n . daß Schellings Philosophie. 284). Puchta. 7. 2 Bde. der aus allen redet« (Schelling. was nicht hörbar« (IV. München 1 9 10 / 1 3 . daß Schelling selbst Görres und Müller sowie die reaktionären Katholiken kaum weniger scharf abgelehnt hat als Heine und nur mit den liberalen unter seinen Anhängern (Pfaff. 48). genau wie diejenige Spinozas und Fichtes. 291). in größere Abhängigkeit von Schellings Lehre bringen zu wollen als den mit Schelling nach München berufenen und von Heine gepriese­ nen »Oken. 1 1 . vgl. der trotz seiner pietistischen Wendung immer ein Demokrat geblieben ist (vgl. Bd. 149). August G raf von Platen.) freundschaftlich verbunden geblieben ist. wie er sich auch oft genug »gegen die Falschmünzerei« sogenannter. 1 2 1 . insofern mit Heine darüber einig. Selbst dem Pietismus von Steffens denkt Schelling eine mit Heine vollständig konform e Kritik zu (V.nicht sichtbar. ohne sie Schelling selbst als nützliche »Polemik« gegen »den Misbrauch und die Nachschwätzer« seiner Lehre ausdrücklich gelten ließ (Plitt II. 146). 177 f. 371 . Frankfurt a. 14 1. 284). die reaktionären unter seinen sogenannten Schülern. zu hören. selbst nominierter Schüler zu wehren hatte. Oken u. 284) T or und T ür. an Hegel. Habermas. 12. 7. 6. 1807). Ein Bild seines geistigen E n t­ wicklungsganges und seines dichterischen Schaffens. 23 ff. Übrigens ist gegen die üblich gewordene Verzeichnung festzustellen. Dialektischer Idealismus im Übergang zum Materialismus Geschichtsphilosophische Folgerungen aus Schellings Idee einer Contraction Gottes. Plitt III. Sozialphilosophische Studien. 286)36. daß diese Leute seine Philosophie »kompromittiert« haben (IV . Zum anderen neigt sie dazu. 296. Kommt hinzu. 36 . »das Absolute intellektuell anzu­ schauen« (IV. 1. öffnet womöglich der »Narretei« und dem »Ridikül« (IV . >97 i. D ie von Heine angeführte Vorstellung Schellings von einer »Dichterschule« im Sinne der Alten (I. 145/6 . IV . die intellektuelle Anschauung nicht erst jetzt voraus­ setzte und daß es vielmehr Hegels Fehler war. sowie Steffens. Brief an Hanna Steffens vom 2 1. I. München. 583). Es ist wahr: Schelling hat versucht. Görres und Adam Müller. M. ist aber eben darum ungeeignet.und zwar in der von Heine zitierten Schrift letztmalig (Schelling I. den genialsten Denker und einen der größten Bürger Deutschlands« (IV .). 287). N u r ist dem Schüler Hegels entgangen. in: Theorie und Praxis. Schelling selbst für die Meinungen seiner Schüler zur Rechenschaft zu ziehen. mit dieser Anschauung schon auf der ersten Stufe seiner angeblich voraus­ setzungslos beginnenden >Logik< operieren zu müssen. daß Schelling wie Heine und Platen die Nazarener-»Narrheit« ablehnt (Rudolf Schlösser. den 2.. a. J.

553). 10. persönlichen G ott. hg. der in der Revue du N ord eine französische Übersetzung von Schellings Vorlesungen über Philosophie der M ythologie in Um lauf gebracht hatte (Schelling an Cotta. 18 33. die Welt zu erschaffen«« (IV .40 In Schellings Philosophie gehe die Welt aus Freiheit hervor. an eine V erschw ö­ rung »von dieser unter sich arg zusammenhängenden Partei« (an Cotta. wie so mancher »Freidenker«. 41 M. 2 0 1/ 2 . 33** un<^ Plitt H I. 6 [Ffm . »der die Torheit begangen habe. M EW . Vgl. Erg. die Heine vermudich vom Hörensagen aufgeschnappt hat. 80 f. Das ist eine Form ulierung aus der »Weltalter«-Phase.39 ohne sein fortgesetz­ tes Schweigen früher zu brechen als im Jahre 1834 durch die Vorrede zu Cousin. Briefwechsel 18 0 3-18 4 9 . h. auf die Heine dann nur mehr vage Ausblicke gibt.. 288). dem inzwischen auch Heines und anderer Hegelianer »Beschimpfungen« zu Ohren gekommen waren. freilich auf eine Weise. 27. »bekehrt« und »predige einen außerweltlichen. die Gottes und der Menschen Freiheit als unwesentliches Moment überschreite und ihre Selbstmacht enteigne. sowie E. 138. von H . nach Schel­ ling und Cotta. die nach Schelling »einen ganz falschen Begriff von meiner Tendenz« gibt (an Cotta. Lohrer.37 In der Differenzierung dieses Gedan­ kens liegt der Keim der Schellingschen Spätphilosophie. Fuhrmans und L. Und da ist schon jene von Moses Heß und Karl Marx wiederholte Kritik. 38 Schelling sei inzwischen.vieles deutet auf eine Bekannt­ schaft mit Schellings Schrift. was wußte der Zeitgenosse auch schon von dieser Spätphilosophie? Hat Schelling doch immer aufs neue in Umlauf gekommene Nachschriften seiner Vorlesungen und andere Informations­ quellen als nicht-authentisch dementiert. Interessanterweise glaubt Schelling.38 Freilich. 39 Winke lieferten der konservative Staatsrechtler Friedrich J . der in seiner »Philosophie des Rechts nach geschichdicher Ansicht« auf Schellings neueste Lehre zurückgriff. I. Stuttgart 1965. 1835. 1969]. 585/6 . C o llo w . 10 9 .41 daß Hegels Idealismus das Natürliche immer nur abstrakt. Briefwechsel 196. 8. Stahl (18 0 2 -18 6 1). zit. io . 37* . 204/5. 10.112 ) . Bd.00041345 faktisch anzuerkennen.42 so daß er sich in einem salto mortale 37 Schelling. nicht aus jener dialektisch fortschreitenden Notwendigkeit. vgl. vgl. 2 1 1 / 3 . 1 1 . 157). 40 Schelling. weiter Plitt III.. 99. d. 2. Hegels gleichlautendes verschämtes Zugeständnis am Schluß der »Logik« (Theorie-Werkausgabe Bd. darstellen könne. I. »in der Potenz des Ideel­ len«. Heß. Darin hieß es: Hegel habe das Logische an die Stelle des Wirklichen gesetzt. 197).

S. 43 Schelling. 330 f. also nicht das Positive der wirklichen oder Naturwelt sey. Das war nach Schellings Diagnose nur möglich. Kommentar­ band. so blieb doch das Sein dieses Begriffs als unvermittelbare Faktizität. I. so würde sie behaupten. die »das Seyende. 2. 10.ein wahrhaft neuralgischer Punkt in einem dialektischen System. das »Empirische und Besondere« an das leere »Allgemeine« verraten habe. Denn wenn alle Realität sich auf den Begriff reduziert.). 30). 44 An Varnhagen von Ense.41345 zur Wirklichkeit aus Fleisch und Bein erst zu »entschließen« habe . enthüllt sie sich als eine bloß »negative« oder »rein-rationale Philosophie«. daß Gott allein in der Gedankenwelt. alle Philosophie »nicht N atur­ philosophie. 28 (H SA X X . vermut­ lich in seiner Vorlesung. was Schelling zugibt. Hirths Kommentar (1. Mit solchen Gedanken trat Schelling 1827 in München als Leh­ rer der Philosophie wieder an die Öffentlichkeit.43 in den bloßen Begriff des Seienden aufgelöst. Indem die Hegelsche Logik ihr Selbstbewußtsein schon erreicht. 215 (ff. dessen bloßer Reflex sie ist. 7. schrieb Schelling schon 1806. h. 294) haben. zweimal als unerfüllt bekennen. Schel­ ling zu sehen. 10.).). seinen früheren 42 »Wäre«. er habe immerfort und immer aufs neue neidisch auf den größeren Hegel. da Heines Briefe den Wunsch. d. 322 ff. statt sich durch Quellen zu korrigieren. Erst damit. 12. paraphrastisch an Heines Darstellung. 18 1) lehnt sich. bevor sie noch Kontakt mit der »positiven« Wirklich­ keit genommen. 2. sie würde die Idee selbst aufheben« (I. daß die Selbstvermittlung an ihre Grenze geführt wird. indem Hegels »wer­ dende Wahrheit« ihre absolute Voraussetzung im Sein und in der Anschauung verdrängt hat. Vgl. das [da] /s£«. ist der in der Naturphilosophie beschrittene Weg an sein Ende ver­ folgt: Die Reflexion hebt sich selbst auf vor dem transzenden­ ten Sein. 138 (ff. I. Und was das Ärgste gewesen. May 1828 (H SA X X . dessen Negation. an Menzel. und Heine will ihn »daselbst zufällig mal gesehen« (V. München. München. 373 .44 »Wie ein arm­ seliges Mönchlein« sei der ehedem große Mann »geisterhaft her­ umgeschwankt« und habe »unter den ändern mediatisierten Herren zu München« einen »jammervollen Anblick geboten«.).

IV. 265. 46 ff. Frankfurt a.. Hollerbachs ausgezeichneter Arbeit über den Rechtsgedanken bei Schelling. I. die kein Augenzeuge mit Schellings selbstbewußtem und wirkungsmächtigem Gelehrtentum in Ver­ bindung gebracht hätte. Leipzig 19 10 / 1 5 . »seine Lehren praktisch anzu­ wenden«. II. 64. Nun winde sich dieser gewesene »Lichtmensch« (IV. darüber belehrt uns A . II. 3 5 1.a . 288) in den Klammern eines geistfesselnd-reaktionären Absolutismus.so im »Kirchcnrath Prometheus< (I. ist damit scharf getroffen . »der ihn supplantiert« (V. Hegels Siegeszug nie verwunden zu haben. . 374 . Strodtmann. 435 ff. 287).47 Hat aber diese Modifikation seiner Lehre. die sich 45 Schellings eigensinnige Reklamation seines geistigen Eigentums hat Heine wiederholt kritisiert . und ausgerechnet Prosper Enfantin war es. 454. . 47 Vide A . 314).freilich in Gestalt einer Karikatur. München 1959. »die unvergeßlich blüht in den Annalen des deutschen Denkens«. 405. Schellings Denken hatte sich seit langer Zeit der christlichen Offenbarung zugewandt.und Staatsphilosophie. 294. 295) habe. hg. aber divinatorischen Versuch würdigte. der diese Wendung als einen zwar unzeitgemäßen. daß Schelling in Mün­ chen in »die Schlingen der katholischen Propaganda« geraten sei. auch Schellings Äußerungen zu Bruno Bauers »frechem« Ideenraub. 295) mißbrauchen. immer ähnlich zugespitzten Verse sei­ ner späteren Gedichte inspiriert hat. IV . II.45 Schellings traumatische Schwäche. vgl.46 Keine Frage. M. daß er seine ehedem »große Idee«. »geschmäht«. 1957. 169 ff.O . 288) den »gefeierten Namen« als Köder für den Empfang ihrer »vergifteten Hostie« (V. 46 V gl.00041345 »Schüler«. I. 3 13 . Heine. Die hiermit zusammenhängenden Verhältnisse sind sehr gründlich diskutiert und analysiert in A . Quellenstudien zu seiner Rechts. Mit einem Schlag ist Heines fast schwärmerische Affirmation der Naturphilosophie in jene zornige Unduldsamkeit verwan­ delt. In Wahrheit verdeckt Heines Vorwurf auch nur leicht den schwerer wiegenden. a . Daß Schelling übrigens Äußerungen über Hegels Abhängigkeit von seiner Lehre getan hat. Koktaneks Kommentierung von Schellings erster Münchener Vorlesung 1827/28 »System der Weltalter*. M. 3 16 . Werke. von O skar Walzel. die die bekannten. Vgl. dieweil die Münchener »Jesuiten« (IV . 3 14 . Diss. 453. verraten« (V. »an die katholische Religion .

Bonn 1969. Bd. 78.50 Vergeblich bemühte er sich um eine Versetzung aus dem Lande. 291 und 351 ff.51 Gewiß hatte sich seither die von dem Landshuter Theologieprofessor und späteren Bischof Joh. J. Briefe und Dokumente. selbst ein so unverdächtiger Gewährsmann wie der Heine-Biograph A. ix . daß die Berufung Schellings an die Münchener Universität im Jahre 1827 jener »ultramontanen Klicke«. Ü ber die anfänglich »fast gänzliche Einsamkeit« in München berichtet ein Brief an Goethe vom 2. bis ihm der König 1821 eine unbefristete Beurlau­ bung als Honorarprofessor in das protestantische Erlangen gestattete. gewißt gab es Gespräche mit ihren 48 Strodtmann. Gleich nach Schellings Wechsel auf bayrisches Staatsgebiet im Jahre 1804 war bischöflich die Strafe der Exkommunikation auf den Besuch seiner Vorlesungen gesetzt worden.41345 freilich auf spekulative Ableitung der Denknotwendigkeit eines persönlichen. 49 Über diese Verhältnisse informiert erschöpfend H . geschichtlich sich offenbarenden Gottes beschränkte. 18 14 . 258. 1 1 2 . . vgl.. 9). Erlanger Vorlesung WS 18 2 0 /2 1.: F. 1: 17 7 5-18 0 9 . vgl. Schelling. Fuhrmans (in: ders. in: Goethe und die Romantik. 1 1 3 . Schriften der Goethe-Gesellschaft. W. Fuhrmans* »Einleitung« zu den von ihm erstedierten »Initia philosophiae universae«. von der Heine redet. 291 ff. a .hat diese Wendung Schelling wirklich den M ün­ chener Kongregationisten in die Arme getrieben? Nun. Fuhrmans.a . X III. Bonn 1962.49 Als äußere Umstände ihn zur Übersiedlung nach München zwangen. empfand er diese »Perspektive« als trostlos. 51 Vgl. 13 . und katholische Kreise um die »Oberdeutsche Literaturzeitung< erwirkten bald auch das Verbot der Lehre seiner Philosophie in Lyceen und Gymnasien. H . nachgerade ein Dorn im Auge gewesen ist.48 Das hatte natürlich seine V o r­ geschichte. 375 . Strodtmann berichtet uns. Michael Sailer ins Leben gerufene sogenannte katholische Erneuerungsbewegung für die jüngste Wendung der Schellingschen Philosophie zu interessieren begonnen. Bd.O . 1898. S. Plitt II. 50 Plitt II.

282/3 (fortan zit. 54 Schelling-Briefe aus Anlaß seiner Berufung nach München im Jahre 1827. Wirklich ist Schelling denn mit diesen »Leuten«. dazu die Arbeiten von Hans Kapfinger. S. Berufung). Jahrhundert. Fuhrmans. vgl. daß Schelling nach der Verlegung der Landesuniversität Landshut nach München 1827 die dezidiertesten Bedenken trug. 18 25.: Fuhrmans. 493. 27/8. zitiert nach Kapfinger. zu halten vermochten. und Schellings Rede vom 27.und Studienreform. Werke V III. hg.52 Doch überwogen. D er Eoskreis 1828 bis 18 32. A . Schellings Aversion gegen die bayrischen Bildungsanstalten. Über Schellings Auseinandersetzung mit dem Studienreformgegnern berichten außer den obigen Texten auch H . Kapfinger und Schellings Briefe Plitt II. Berufung. die sich nach eigenem Bekenntnis »mit Geist und Gemüth zur Rechten. 9. der den Beweis liefert für die ungeteilte Befriedigung der liberalen Kräfte über den R egie­ rungsantritt Ludwigs.53 die Differenzen so entschieden. 404). 432 und III. die Schel­ ling als einen engagierten Verfechter des Autonomieprinzips zeigen. 57 Fuhrmans. in wel­ chem Land ihn neben wenigen Anhängern nur der anerkannter­ maßen56 liberale König . Plitt III. nicht zur Linken hielten«55. Salzburg-Leipzig 19 35. Hollerbach. mit den »falschen Grund­ sätzen jener Personen neuerdings in Berührung zu kommen«54. in: Philosophisches Jahrbuch 64 (1959). 1 1 .00041345 Mitgliedern. Ein Beitrag zur Vorgeschichte des politischen Katholizismus in Deutschland ( . sehr hart aufeinandergetroffen und hat sich schon bald wieder um eine Loslösung aus dem bayrischen Staatsdienst bemüht. besonders in Fragen der Schul. 16. von H .Zeitung und Leben. 53 Vgl. die er unzweideutig »wahre geistige und moralische Mördergruben« nennt. 1829 ( . 55 G örres. Dargestellt am Entwicklungsgang Constantins von H öfler. der Kronprinz Maximilian. sowie Taras von Borodajkew ycz. 3. Band II). wie er an den König schreibt. den Brief des alten Feuerbach an Thiersch vom 6. 278. 56 Vgl. spiegelt sich in seiner fortwährenden Sorge um die Ausbildung seiner nach Württemberg geschickten Söhne. München 1928.der »die Berufung dieser Kraft so hoch wie einen Schlachtensieg« eingeschätzt haben soll57 sowie sein Schüler. mit Ringseis und Baader. 3.I. Deutscher Geister und Katholizismus im 19. Brief an den König vom August 1826. 376 . 41 ff. 52 Vgl.

der den gesamten Briefwechsel Schellings überschaut. Fuhrmans. 126 f.D ie Gruppe der Landshuter »Erneuerer« hatte sich seither vor allem um den Dichter und späteren Minister Ed. Anm. Berufung. 59 Baaders Schrift nannte sich »Bemerkungen über einige antireligiöse Philosopheme unserer Zeit« (1824. 10). was nach >Jesuitismus< und »Kongregation« roch« . Kapfinger. Als Platen. vgl. dessen Urteil damals sehr einflußreich war. von Schenk. 20 ff. Borodajkewyczs Bemühung. war für ihn ausgemacht. Auch Bischof Sailer. Die neuere katholische Literatur hat Schellings Position im Streit der Münchener Gruppen als die eines »antichristlichen«. von der Existenz einer katholischen Kongregation höne. Kapfinger.). 100) und wurde in beschwörenden Ein­ gaben an Fr. I. Schelling. 50. daß Schelling mit Baader. daß er weder mit ihm noch mit Görres noch mit Döllinger in München gesellschaftlich verkehrte. 35.61 ja daß sich seine Spannungen gegen die von ihm mit scharfen Worten gegeißelte »ultramontane 58 H . S. Plitt III. und die Münchener Akademie geschickt (Fuhrmans. den Theologiehistoriker J. Entgegen allen in Umlauf gebrachten und von der Heine-Forschung kritiklos ausgebeuteten Gerüch­ ten ist eindeutig zu belegen.dieses Aversion äußerte sich auch darin. um der These seines Buches willen. 60 Von »völligem Bruch mit Baader« spricht auch Borodajkewycz. 61 Herrn H. 216) spricht von der »ausgesprochenen Abneigung des Königs gegen alles. 85: »Das Mühen des Eoskreises um den König war ver­ geblich. mit der Gruppe um G örres in Verbindung zu brin­ gen.. danke ich für die Bestätigung dieser Vermutung. daß Ludwig Baader und andere Mitglieder von der Universität fernzuhalten wußte .ein von der Heine-Forschung gern übersehenes Faktum. Wilhelm III. der in intriganten Schriften Schellings »geist. Döllinger sowie um Görres ver­ mehrt und einen schon früh als >Kongregation< verdächtigten Zirkel gegründet. fand Schellings Berufung »nach reiflicher Überlegung« unverantwortbar (277).« . 377 .R. 276/7. der über die gescheiterte58 Einflußnahme auf den König für eine Restaurierung des katholischen Glaubens und der Politik kämpfte. der im Hause Schellings familiär verkehrte.und ruchlose Neologie« in Regierungskreisen verdächtig zu machen suchte. 14). »que Schelling ne va pas ä Puniversite de Munich« (zit. ja »heidnischen« (!) »Neuhumanismus« bezeichnet und damit eindeutig zur Gegnerschaft der »Erneuerer« gezählt (Borodajkew ycz. scheiten unfreiwillig an den von ihm selbst mitgeteilten Tatsachen.59 längst wegen religiöser Differenzen »zerfallen«60 war. Schlösser (II.

»bis zum Wahnsinn fanatischen Partei«65 irgend etwas zu schaffen. Daß die »Clique«67 religiöse Vorstellungen seinen V o r­ lesungen entlehnt habe. Ich halte für möglich. zuletzt mit Döllingers Streitschrift gegen Schellings Philosophie. Schelling an Brandis. Fuhrmans liebenswürdigerweise mitteilte. er habe mit jener. 64 Die einflußreiche Heine-Biographie von G . der irrigerweise auch Schelling unter den Mitgliedern des »Büchervereins< aufzählte (vide Kapfinger. die die Gegenseite nicht minder scharf erwiderte. Borodajkew ycz. Er habe sich lebhaft bemüht. 124. spricht Schelling auch von den »Professoren aus derselben Fabrik«. Möglicherweise hat Heine den Bericht des preußischen Gesandten von Küster aus dem Jahre 1830 gekannt. V gl. nennt er eine Lüge und lehnt Heines Unterstellungen als »Verläumdungen«68 ab. Plitt III. 68 »alle Verläumdungen Heine’s gegen mich«. daß Schelling nicht zur Kongregation gehört hat. Briefen und Gesprächen. die Rolle Döllingers in Heines Münchener Zeit erschlossen zu haben. daß unter jenen »Hegelianischen Seiden«. München. Berlin. die er als mit dem »christlichen Glauben« schlechthin unvereinbar ver­ urteilte. Karpeles (Heines Autobiographie nach seinen Werken. nach Borodajkew ycz.63 Schelling selbst hat das in Paris ausgestreute und von der Heine-Forschung bis heute wiederholte Gerücht64. Leipzig 1899). in den »Historisch-politischen Blättern« 1843 veröffentlicht.nur weil Heines Gedicht »Der Ex-Nachtwächter< seinen Namen dieser Assoziation preisgibt. 3 1. Schelling an Beckers. Ju li 1846. 63 »Die Schellingsche Philosophie und die christliche Theologie». 1836 (Plitt III. 127. 65 Zit.69 62 Plitt III. als »entweder schwachsinnig oder im höchstmöglichen Grade unaufrichtig«66 zurückgewie­ sen.). schon zufrieden. 3.eine Aversion. wie er sie nennt. gegen deren unwürdigen A ngriff auf Victor Cousin Schelling in jenem undatierten. nicht vor Anfang O ktober 1834 geschrieben). macht Schelling kurzerhand zu einem Mitglied der Kongregation . 95 ff. 199. Jedenfalls spielt diese Vorstellung in Enfantins Parteinahme für Schelling im Brief an Heine eine Rolle. wohl im O ktober 1834 geschriebenen Brief an denselben Stellung bezieht (Plitt III. »daß das österreichische Kabinett im Land selbst sich dieser Kongregationspartei anschließen und sich ihrer als eines Alliierten zu bedienen suche« (10 0 /1). 122). 378 . Wie mir H . Weiterhin hatte Küster das unbestätigte Gerücht verbreitet. deren Einfluß­ nahme auf die W ürzburger Universität zu vereiteln. 66 Schelling an Victor Cousin (undatierter Brief. 97 (von mir übersetzt).00041345 Fraktion«62 bis zum Unerträglichen steigerten . Dabei ist eindeutig zu belegen. 20. 100). 67 So nennt Schelling den Kreis in bisher unveröffentlichten Briefen.

Ju n i 1829 die »Allgemeine Akademische Gesellschaftsaula« gründete 379 . 363) werde von seiner eigenen Partei nicht für voll genommen . repute fou d’ ailleurs et traite comme tel par exemple par le poete Com te de Platen« (96). soviel ich sehe. 69 Zum Abschluß der Diskussion um Schellings Einstellung zum Eoskreis noch zwei indirekte Zeugnisse: I. W . Damals war der Rechts Wissenschaftler Puchta. aber. der seinerzeit »berühmte Mann« (V. N r. 35 und 36) . die am 26. welche die Kongregation mit großer Schärfe des »Mißbrauchs der Religion zu politischen Zwecken* sowie der gesetzeswidrigen Agitation ziehen (Kapfinger. Spricht dies für Hinrichs. der in der Tat in den »Berliner Jahrbüchern« gegen Cousins von Schelling eingeleitete und von Beckers übersetzte Schrift das Wort ergriffen hatte (A ugust 1834.O . que le parti lui-meme ne regarde que comme \*Enfant perdu de I'£cole. 96/7) das könnte sich ohne weiteres auf Heine beziehen. in welchen »on a imprime sur moi des faits. Redakteur des »Inland« (Borodajkew ycz. ein mit Schelling und Platen eng verbundener Mann.eine Besprechung. F. je ne peux empecher personne d'ajouter foi« (a . A ls die Reaktion auf die Julirevolution auch in Bayern zu einer temporären Sistierung liberaler Tendenzen führte. 110 ). sans les contredire. der. 2. wenn die Sache des »Inland« nicht einigermaßen auch die seine gewesen wäre. mais auxquels. Schellings gerade damals erhöhte Empfindlichkeit gegen »Dissidenten« unter seinen Freunden hätte schwerlich dazu geschwiegen. controuves. der sich zwar in einer Tagebuchnotiz vom 22. Hinrichs nirgendwo auch »traite comme fou«.denn auf welchen Hegelianer mochte aus Schellings Perspektive sonst der Zusatz stimmen. mit M arx und Engels gab es ja erst später auch bezieht sich Schelling im Plural (»leurs insultes«) auf die »Seides« und spricht generell von den »journaux de Paris«. so fällt es doch schwer zu glauben. D er Kontext und weitere Briefe Schellings deuten freilich auf den Althegelianer H . A u f Schelling (und Fichte) berief sich eine Gruppe von Studenten. während Platens »Romantischer Ödipus« und seine »insultes« gegen Heine von Schelling gutgeheißen wurden (obwohl gewiß nicht wegen der Angriffe auf Heine). A u f Heine deutet natürlich entschieden der Hinweis auf das Urteil Platens. Juni 1822 in Heidelberg über H inrichs’ reichlich »abstrakte* und im »Geist der Hegelschen Systemerei« konzipierte Faustauslegung amüsiert hat. es handle sich um »un hom me. waren es die bei Cotta verlegten Blätter »In-« und »Ausland«. 106/7).a . H inrichs. die Heine dann den »citations« der 1. wie Schelling mit Sicher­ heit aus Weißes Rezension wußte.Kollisionen mit den Junghegelianern.. in »L*Europe litteraire« sowie später in der »Revue des deux mondes« sich sowohl gegen Cousin wie gegen Schelling geäußert hatte. Auflage seiner franzöischen Fassung des Buchs >D l'Allemagne« in freier Übertragung beigefügt hat.41345 Was erklärt nun aber Heines Behauptungen und die durchgän­ gige Aggressivität seiner Schellingbehandlung? Ein biographiauch H eine wenigstens »subintelligiert* ist .

der nicht Schellings Rufname war (vgl. der Schelling 1841 in Karlsbad kennenlernte.). fand ihn im Gespräch »religiös und politisch freisinnig« (A. ferner ein paar dunkle Passagen. 50 ff. 23 6). Sein »Vorbericht« zur »Geschichte der neueren schönen Literatur in Deutschland« (18 33) spricht zudem unzweideutig seine Adressaten an (vgl. 380 . Heine war fast gleichzeitig mit Schelling nach München gekom­ men.da. dessen Beweistheorie. der Vernunft und der Emanzipation . in der durch Schenks Fürsprache begünstigten Hoffnung auf eine Literaturprofessur im liberalisierten München.all das drängt auf die Vermutung.und geriet damit in erklärte Opposition zu den Kongregationisten. 289) . E r war kaum nach Italien aufgebrochen. und nicht im Religiösen. teilweise Schüler aus Schellings engstem Zirkel (z. 43). 70 O hne Zweifel drängen die durchgängig ironische Anrede Schellings mit »H err«. Beckers). X L V III und S. wird gewiß daran liegen. S. Selbst A rnold Rüge. wird man zugestehen können. 1832. daß Schellings Christen­ tum keine Ähnlichkeit mit dem Görresschen hatte. als die »ultramontane aristo­ kratische Propaganda« (VII. apotheosierte die Ideale der Freiheit. daß Heines Rechenschaftsgabe über ein Kapitel ►Deutscher Ideologie« und ein für ihn selbst bedeutsames Vorbild in den H inter­ grund gerät und einem offenbar tiefsitzenden Enttäuschungsaffekt Raum gibt. 19. 40)71 aus Döllingers Feder in dem (Borodajkew ycz. die andeuten zu wollen scheinen.Um zu einer gerechten Einschätzung der objektiven Nähe bzw. 1. Bd. der Scheiterhaufen und dessen Rechtsideal die Anmaßung des Femeamtes sei. liegt offensichtlich der Unterschied. im Sinne der Burschenschaften). 71 Börne hatte ihn schon in Frankfurt darauf vorbereitet. daß Heine in einem trüben Kapitel seiner Biographie schon einmal mit Schelling zusammengetroffen sei und nun privat ein Hühnchen mit ihm zu rupfen habe (IV . Ruges Briefwechsel und Tage­ buchblätter. 432). die Benennung bei dem von bajuvarischen Assoziationen belaste­ ten Nam en »Josef«. nicht aber die politische Richtung. Dieser Kreis. H S A X X I. Berlin 1886. S. Plitt I. trat hinzu. die Absicht. mit den Münchenern »abzu­ rechnen« (Brief an Immermann. selbst Jacobi und Baader nicht. L III sowie V II. . hg. Distanz Schellings zum Eoskreis zu gelangen. . B. die Heine keinem ändern Philosophen. vertrat ein engagiert liberales Programm (z. . Dez. Daß Borodajkewycz »trotz Schellings überragendem Einfluß an der Universität . zukommen läßt. 2). keine Spur von christlich-religiöser Tendenz« unter diesen seinen Jüngern entdecken kann (54). wie das >Inland< geißelte. Höllerbach findet als Ergebnis eingehender Untersuchungen für Schellings Staatsauffassung die Formel »eines religiösen Liberalismus« ange­ bracht (261) . daß das christliche Engagement ein tertium comparationis bereitstellte. T . von Nerrlich. Walzel I.00041345 sches Moment70.

rühmend rezensiert. Windfuhr. Heinrich Heine. 4 5 1) auf Döllingers Agitation zu beziehen. von Platen« »bei König Ludwig I. 214 ff.74 Jedenfalls datiert von hier an das anhaltende Schweigen des Kongregationisten und Innen.sowie Kultusministers Schenk. Kassel 1973. Theorie und Kritik der Literatur. 155 . Heinrich Heine. die in Heines Judentum Feindschaft gegen den Katholi­ zismus und in seinem Liberalismus eine gefährliche Opposition bekämpfen.Parteiorgan >Eos<72 einsetzte. 13 2 -13 4 ).. Lebensbericht mit Bildern und Dokumenten. .. 2 Bde. Stuttgart-Berlin-K öln-M ainz 197*1 65-70. 216). Obendrein waren Platens Gedichte in einem jener Eos-Hefte. eine Berufung« verhindert (E. »meinen lieben Schenk« genannt (zit. J .. 2. 381 . Karpeles 116 ff. 2. Stuttgart 1969. 75 Heine hatte ihn in reichlich wohlwollenden Urteilen.(neuerdings M. läßt sich nicht verifizieren. etwas voreilig.75 Während Heine nach Motiven für diese unerwartete Fügung suchte. I. W idmungsversprechun­ gen und Briefen flattiert und gar. Bd. 74 Auch das bleibt ein bloßer Verdacht. Heine in Regierungskreisen verdächtig zu machen. Die allgemeine Tendenz dieser Artikel. Schlösser. da sie in sehr geringer Auflage vertrieben wurde und nie ein größeres Publikum erworben hat.ein paar Geschmacklosigkeiten gegen sein Judentum an die Öffentlichkeit. das Döllingers Antijudaismen brachte. Heinrich Heine. Revolution und Reflexion. 68). F rie­ drich.durch Gerüchte und Zwischenträgereien vorbereitet . und D . . Heine hat bekanntlich später im Gedicht >Der Ex-Nachtwächter« von dem »erzinfamen Pfaffen Dollingerius« gesprochen. Schlösser Bd. Heines Gedicht verspot­ tet im gleichen Atemzug auch Schelling (I. München 1899. 207 ff. R .. S. und W.73 verbindet sich möglicherweise mit der anderen. Eberhard Galleys Behauptung. Kuttenkeuler. G . von Döllinger. brachte Platens »Romantischer Ödipus« . 56 ff. wenn die Rezen­ sion auch von Platens »weder klerikal noch auch nur katholisch gesinnten Freunde« Hermann stammte und nur durch den kürzlich erfolgten Redaktionswechsel in Döllingers Blatt sich 72 V on der >Eos< war übrigens keine große Publizität zu erwarten. 405) und hat damit wohl den G rund gelegt für die Assoziationen der Forschung . Möglicherweise ist ein Zw ischen­ satz in der deutschen Ausgabe der »Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland«: »wie jüngst ein magnifiker Schurke in der Aula zu München« (Walzel V II. D öllin­ ger habe im Verein mit jungen Adeligen »aus dem Kreise des August . 73 Vide Kapfinger.

verbunden mit einer freien Anstellung bei der Akademie. 2.77 sich ferner für eine königliche Pension. vgl. 1. Neue Platenbriefe. Briefen und Berichten. Z u r Richtigstellung möge genügen. als Heines Gesuch abgewiesen wurde . 373). 37 (19 12 ). . Mittelglieder in dem großen Bunde der Ultramontanen und Aristokraten« (H SA X X . 382 .00041345 verirrt hatte. 1947) noch 1947: »Platen stand in naher Beziehung zu dem Kreis um Döllinger. II. behauptet C . 2 Bde. Bd. 80 IV . einsetzte78 . 79 Schlösser berichtet ausführlich darüber. 180 f. daß schließlich Platen und Döllinger alte Studienkollegen79 seien. Stuttgart 1900. formte..weit übers Jahr 1829 hinaus . Bd. Die Tagebücher des G rafen A ugust von Platen.76 Fehlt nur die Nachricht. 81 A n Immermann im Dez. 2. 216 ff. 98 ff. daß Heines Bemühungen um die Münchener Professur seinerzeit scheiterten« (207). und den Umtrieben beider [!] w ar es zuzuschreiben. 2 17 /8 . 288 sowie Anhang der >Bäder von Lucca«. in: Deutsche Revue. Reinhold (Heinrich Heines Leben in Selbst­ zeugnissen. 82 Schlösser. und passim. um den Stoff für das Gerücht beisammen zu haben. so Schellings und Platens katholisches Konversion80. zeigt seine huldigende Widmung zum »Gläsernen Pantoffel«. das der übersensibilisierte Heine.Daß Platen sich zu Schelling bekannte. daß Platen mit Schel­ ling schülerhaft-freundschaftlich verbunden war. Aus der Handschrift des Dichters hg. von G eorg von Laubmann und Ludw ig von Scheffler. E r hat reichlich eigene Erfindungen hinzugesetzt. hg. 1829: »Die Päderasten sind dienende Brüder. 78 V gl. 854. zu dem endlich auch die Schellingschule nicht schweigen konnte. daß Platen und Döllinger seit langem wegen religiös-politischer Differenzen gebrochen hatten. mit ihm die Forschung.82 N och das schwache Machwerk des »Romantischen 76 Schlösser Bd. 120 und 208. F...und zwar gerade um die Zeit. 896. sein Procedere mit ihm beriet und dieser Platens neues Opus sehr rühmte. auch macht er Platen zum »Freudenjungen«81. 77 Schlösser Bd. Aus dem Hin und Her erwuchs ein pein­ licher Klatsch . Schlösser offengelegt waren. von O tto Braun. 2. der zwischen »Junkern« und »Pfaffen« den Vermittler spielt. O bw ohl die Unterlagen über Döllingers Verhältnis zu Platen in großer Ausführlichkeit durch R .

496. ähnelt aber Platens Spott gegen Heines Judentum darin. 1829 im »Morgenblatt« erstveröffentlicht worden sind. 622 ff. 714 ff. Etwas über Naturalismus. 384 ff. 583 ff. Puchta... Dezember 1828). Marxismus und Literatur I. 1.. 373)84. sondern entschiedene Gegner der Eosclique .. 83 Franz M ehring nennt ihn als politischen Schriftsteller in einen Atemzug mit Heine (F. 953. (Nazarenertum). also auch auf Schelling.. 450 ff.. 187 ff. 84 Brief an Immermann vom Dezember 1829. II. 336 ff. 369 ff. 6 1/2 . 2.Ödipus< konnte als Beleg gelten für Platens politische E in ­ stellung. 85 Vgl. 358 -363... 393 ff. wissen wir aus seinen Briefen (vgl. 219/20). dazu vide Schlösser.83 Und wenn Heine Platen gelegentlich einen »Auswürfling der Adelskaste« (H SA X X .und zum Überfluß scheiterte Platens Anstellung bei der Akademie. die zeitlebens die eines liberal-oppositionellen Schrift­ stellers gewesen ist. 344 ff. 651 ff. Brief an Schelling vom 13. Ihn. 16 1 ff. wenn er sich auf seine Münche­ ner »Freunde« beruft.. die ihn mir angehetzt« (H SA X X . J . folge daraus. 373)84 nennt.. M ... Daß Platen mit Schelling sein Procedere beraten hat. Heine »gelegentlich mystifizieren« möchten (Brief vom 18. D a sie eines der anmutigsten Komplimente Heines an Schelling darstellen und womöglich nach der Absage aus München (O kt. Tagebücher. Schlösser: Bd. . Heine hat.. 86 Herrn W indfuhr danke ich für den Hinweis. 2.Über Platens (teilweise auch Schellings) Einstellung zu Fragen der Politik und der Offenbarungsreligion informiert einschlägig R . i.85 86 Wie Platen zu den ändern »Chefs« der Kongregation stand. Raddatz [H rsg. 371 f. 263 ff. Aber diese repräsentative Behandlung ging in die Irre: Gerade Platens »Freunde« waren weder Kommittenten nach Pakteure. Nachweisbaren herabgestimmt (Bd. wie er hofft. März 1828 an Fugger). in: F. Reinbek 1969. Fugger und Thiersch mag Platen vornehmlich gemeint haben. daß die beiden ersten Kapitel der >Stadt Lucca« sehr wahrscheinlich erst 1829 in Potsdam niedergeschrieben und am 6.. Platen nur als »Repräsentanten seiner Partei« treffen wollen. 63.. so signalisiert dies zweifellos ein Heinesches Trauma. 196). 60 ff. 192 ff. Die kühnen Phantasmen dieses merkwürdig erregten Briefes hat schon Schlösser auf das Maß des Wahrscheinli­ chen bzw. 338.]. die. Bd.. wie er in Briefen um die Jahreswende 1829/30 w ie­ derholt versichert hat. daß sich der V orw urf an der Geburt vergreift. 1 1 . Der Angriff ziele durch ihn hindurch auf »seine Kommittenten. daß der Bruch mit 383 . 28) konzipiert sind. Bd.

88 Plitt I. und seine Schriften sind erfüllt vom Pathos der Emanzi­ pation. »A und O « 88 seiner Philoso­ phie immer gelieben ist. daß Heine sicher nicht vor Mai 29 auf den Gedanken verfallen ist.in Heines Phantasie auftauchten. Aber vielleicht hat Heines Hellsichtigkeit ganz einfach eine gefährliche reaktionäre Disposition der neuesten Schellingschen Philosophie aufgespürt. 299. dieser Rückgriff auf die von Heine ebenso pathetisch wie vergeblich beschworenen »Zeugnisse« (V. E r gehörte bekanntlich zu den rebellischsten Geistern des Tübinger Stifts. 295). Wir müssen uns vorstellen. 295) hat die Spitze seiner Kritik gegen ihn selbst umgebo­ gen. 2. 87 Wie Heine selbst erwägt: V . »mit allen Feinden Abrechnung zu halten« (Brief an Varnhagen). A ber teils hätte diese Annahme die für Heine nicht eben schmeichelhafte Im plika­ tion. Schelling nicht in ursächlichem Zusammenhang mit dem Scheitern von Heines Berufungsverhandlungen zu sehen sei. 76. daß er seine bisherige natur­ philosophische Überzeugung mit Sicherheit unterdrückt haben würde. 295) bei? Und war dies nicht »längst vorauszusehen«? Gewiß.00041345 G ut. Schelling I. der.dann freilich rückwirkend . Bd. als »ein kühner Prote­ stant« (V. daß die Schellingschule erst im Novem ber 29 durch Puchta in die A ffaire eingriff (Schlösser II. wie Heine sagt. mit anderen Worten. ja der Vergöttlichung des Gedankens der Freiheit. 384 . mochte ihr Autor auch persönlich verhältnismäßig liberalen Gesinnungen huldigen und »einen uneigennützigen Zweck haben«87. 2 15 . daß Platens »Ödipus« erst im A pril 29 im Druck erschien. 7. daß der Autor der >Stadt Lucca< von seinen persönlichen Belangen grund­ sätzlich so wenig zu abstrahieren imstande wäre. 3 5 1. die in ihres Autors Munde »unschuldig (war) wie die Blume« und hinter welcher »die Schlange lauerte« (V. wenn er von Schellings privater Haltung in der Berufungsaffäre vorher Ungünstiges gemutmaßt hätte. objektiv zur »Rechtfertigung des Katholizismus« (V. wie er schrieb.und zwar als Protestant sowohl gegen die Fesseln der Religion wie gegen den Feudalismus. »Eins und Alles«. daß Indizien für eine Mitschuld Schellings erst allmählich . Schelling hatte. dem Heine ja auch 1834 noch alle Ehre widerfahren laßt. 234). 293) begonnen .passim) - kurz. daß das Jahr 29 Döllingers Attacken in der »Eos« fortsetzte (Schlösser. Trug nicht. wird man sagen. 208/9 u . teils urteilt das Eidechsgespräch nur über den N aturphiloso­ phen Schelling. diese Philosophie.

widerspricht. 89 D ie folgenden Zitate Schelling I. der »Freiheit überhaupt«. in welcher. spielt sich der »Kampf« zwischen den rivalisierenden Freiheiten »nach bloßen Naturgesetzen« ab (§ 1 66).womit die Forderung eines »Naturrechts«. ihrer Leerheit über­ führt ist. des Glaubens an eine in naturwüchsig-freier Wechselbeziehung sich herstel­ lende Chancengleichheit der Individuen. Indem diese unbedenklich den Vorrang (die »Priorität«) vor jenem hat. von der »individuellen Freiheit« her angezielt .dies ist der nächste Schritt in Schellings Theorie . die Ebene des Sozialen. meine Freiheit beeinträchtigt. so wird sie unweigerlich unter die Fessel der Knechtschaft geraten . Darum . 385 .bedarf es einer »zweiten Natur gleichsam« (I. enthüllt sich eine grundsätzliche Schwierigkeit jeder bürgerlichen Gesellschafts­ ethik. Gesellschaftlichen. Schelling hat in seiner frühesten dezidierten Äußerung zu diesem Thema. der >Neuen Deduktion des Naturrechts< (17 9 J/6 )89. 3. i. mit anderen Worten. 247-280. 583) der staatlich garantierten Rechtsverfassung. verfolgen wir den Wandel in Schellings Einstellung zu Fragen der Gesellschaft und des Staates. über das schwer bestimmbare Maß eines vernünftigen Gleichgewichtes hinaus. h. aber sie verdinglicht (wodurch es zugleich seine eigene Freiheit .die es ja nur hat als von mir anerkannte naturalisiert und verrät). Ist nun die physische Macht nicht zufällig auch auf seiten der ins Unrecht gestürzten. Denn über die »Ethik des allgemeinen Willens« wird es materiell eingeengt. verdinglichten Freiheit. die die physische Macht organisiertermaßen zugunsten der materialen Rechte der individuellen Freiheit einsetzt. welches seiner Freiheit nur als von ändern Freiheiten anerkannter und als andere Freiheiten aner­ kennender innewird. In dem Maße. d. h.Nehmen w ir also Heines Wink auf die »soziale Bedeutung« die­ ser Philosophie ernst. also den »allgemeinen Willen«. d. wird die Ermöglichungsbedingung seiner Einzelfreiheit im »allgemeinen Willen« zugleich zu deren Grenze.und nicht umgekehrt. Dem Individuum. wie das mir korrelative freie Individuum. was der reinen Form seiner Freiheit.

Frankfurt a. 92 Schelling I. 306 ff. .und Konkurrenzfreiheit« der »kantfichte’schen« Positionen zum »höheren Standpunkte« einer sozialen »Einheit« fortgeschritten werde. Seine Lebensäußerung . 279. 5. Schelling I. nicht das Ganze aus den Theilen. 12-20. . Statt der Abhängigkeit des Allge­ meinen vom Besonderen ist nun die Knechtschaft des Besonde­ ren vom Allgemeinen gesetzt.in undialektischer Umkehrung .-Simonismus. die »Gesellschaft« wieder als Abstraktion dem Individuum gegenüber zu fixieren. in: Situations II. dialektisch synthesierte Freiheit. 386 . Paris 1948.94) Wir haben damit in 90 Jürgen Habermas» 17 3 . 538/9).93 (Diese Wendung in Schellings Sozialphilosophie rühmt Moses Heß als »geniale« Antizipation des St. a . 91 V gl. Schelling stimmt. 553.Wien o. (19/20). ist daher eine Äußerung und Betätigung des gesellschaftlichen Lebens« (M EW . Damit sind im Grunde . Z. »Moralität« besteht sonach in der Preisgabe »der Freiheit als Selbstheit« an den »allgemeinen Willen«. 288. Karl M arx. M. denn die Freiheit jedes einzelnen kann nicht anders hervorgebracht werden.» 189. Ergänzungsband. I. in dieser Analyse mit Heines Kritik am Jakobinismus überein wie die Erfahrung der »terreur« wohl überhaupt als das Motiv für seine Polemik gegen die Willkürfreiheit des Individuums angesehen werden muß. Karl Marx: »Es ist vor allem zu vermeiden. als »insofern sie [schon] ist« und sich in der konkreten Handlung bloß »affirmirt« als mit ihrer Notwendigkeit. . in welchem die »Organisation als Ganzes ihren Theilen präexistirt. Vgl. H öller­ bach.00041345 l das Allgemeine »in der Art eines Naturmechanismus«90 über das Individuelle wacht. zur Problematik Jean-Paul Sartre. da in ihr zuerst über die »egoistische Handels. Berlin 1968.die Gewichte nur anders verteilt. 93 Schelling. 582/3. Zum folgenden A. I. 94 Moses Heß.a . Presenta­ tion des Temps Modernes. 3. Vgl. Das Individuum ist das gesellschaftliche Wesen. »nach dem Gesetz der Identität«. son­ dern die Theile aus dem Ganzen entspringen«92. wie w ir sahen. 3.. 6. 538 ff.O .J. vgl. In einem dritten Anlauf sucht Schelling nun die Lösung des Konflikts im Gedanken des Staates als eines »Organismus«91. 16 ff. 1. zweiter Hauptteil. Grundrisse zur Kritik der politischen Ökonom ie..

2. 1969. Schmidt. 6. die. 99 M E G A . Verfassung. in: H ölderlin. I. 5.O .der Tat die Situation.) geheißen. wie er sagt. das im W onsinne von jeder Relation Losgelöste. Freiheit ist nur Relatum in der Relation Freiheit-Notwendigkeit. Beißner und J. I / i . 647. Frankfurt a. der die schlimme erst folgte? Oder haben wir nicht viel­ mehr hier schon jene metaphysisch sanktionierte »Akkom oda­ tion«99 der Idee an. 168/9) “ » »sich der Freiheit als Selbstheit zu begeben« (I. das Hegelsche Diktum von der Einheit des 95 Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus.Es ist genau diese Phase seines Philosophierens. sondern als vom »Staate« repräsentiert sieht . was da ist« (V.96 sondern als »Selbstzweck« betrachtet. »nicht mehr Wissenschaft ist. hg. »freie Menschen als mechanisches Räderwerk behandeln«95 . Bd. Werke und Briefe. A bt. 97 »Der Staat«. Gesetz­ gebung«. in welcher der Einfluß des Freundes Hegel mit dem umgekehrten wetteifert und in welcher Schelling das A bso­ lute in die Identität mit der Wirklichkeit. 96 »Wir müssen also auch über den Staat hinaus«. der eben noch in anarchi­ scher Geste die Realisierung der Freiheit für einerlei hielt mit der Aufhebung und Zerstörung jenes »ganzen elenden Menschenwerks von Staat. von F. hatte es in dem ersten System ­ programm (a . sondern zum Leben wird«. S. sagt Schelling nun. Regierung. die Freiheit in die Einheit mit der Notwendigkeit zu setzen scheint und diese V er­ wirklichung generisch nicht länger als von der Kunst. daß Schelling.98 War dies die von Heine gepriesene »Restauration im besseren Sinne«. 307).. nicht das Absolute. die. 576. 553).die sich in Schellings Ablehnung des Privatrechts spiegelt (Höllerbach. wie »sie an sich selbst ist« (5 5 1). M. 64. .daß derselbe Schelling nun den Staat nicht länger als Mittel zu Höherem. 6. ist »der äußere Organismus einer in der F rei­ heit selbst erreichten Harmonie der Nothwendigkeit und der Freiheit« (I. »nichtig«. verkörpern. Bd.a .. wie Schelling sagt. 98 Schelling.97 . »das.in jener von Marx erwarteten »Philosophie«. Das frühere Pathos der individuellen Freiheit weicht entschieden jener Forderung . kann also. zum »Leben mit und in einer sittlichen Totalität«. 299)? Und trifft nicht Ruges Kritik. I.

.und Schelling kannte als »Communismus« nur jene auch von Marx kritisierten 100 Karl Löw ith. Schelling. führe über die »absolute Vergötterung des Staates« auf »einen wesent­ lichen Illiberalismus«. 462.105 .00041345 Wirklichen und Vernünftigen wende sich »lediglich an die Einsicht«. 29. wie sie auf ähnlicher Basis Friedrich Schlegel antizipiert hat. über »Das Problem »Zeit« in der deutschen Rom antik«.103 so daß »der Umsturz der Verfassung unvermeidlich w ird « . statt als Soll an den W illen. .in der Staatswirklichkeit »immer nur precär und temporär« darstellen. die Schelling die Mittel zu seiner traditions­ mächtigen Kritik an »Hegels Ausspruch: »Alles Wirkliche ist vernünftig< und umgekehrt« an die Hand geben sollte. $85. I. wird das Bestehende als »Selbstzweck« justifiziert und nicht zur »conditio sine qua non eines höheren Lebens« gemacht. I. Für Heine bedeutete das freilich damals nur eine »Narretei«. 102 aus 103 104 D ie folgenden Zitate aus einem von A . 101 Schelling. der kurzerhand das Wesen der Handlung in die Identität mit dem Erkennen setzt?101 N un. Statt das »Negative« der Staatswirklich­ keit an der »positiven« Idee zu messen und jene in die dialektisch-revolutionierende Spannung gegen diese zu versetzen. 6. 3. München 1972. denn er überblickte die Implikationen dieser R ück­ besinnung nicht.2 11. I.100 auch den mittleren Schelling. H ollerbach erstveröffentlichten Text einer Schelling-Vorlesung vom W S 18 33/4 . Schelling hat sich von dieser fatalen Konsequenz schon bald gelöst. 19 6 1. Staat« »wiedergeboren« sein läßt. 105 Ansätze zu einer solchen Interpretation liefen die Arbeit des V fs. 2 0 9 . vgl. 7. 540 f. 388 . D ie Hegelsche Linke. l f 7. 4 6 1. In Wahrheit läßt sich die transzendente Einheit . die den »speculativen Gedanken« adäquat in der Realität »als .104 Diese Struktur einer prinzipiellen Unangemessenheit der Idee an ihre wirkliche Erscheinung erlaubt mühelos den Gedanken einer »permanen­ ten Revolution«.aber sie muß alle jene Sozialutopien. die an einen »Himmel auf Erden« glauben .eben ihrer Transzendenz halber .102 Hegels Philosophie. Schelling.

O . von Bayern und Schelling. vgl. vgl. 223. 16). Trost und F . Schellings »Spekulation« habe . . Raddatz. G röß e und Verhängnis. Wollen w ir mit diesen wenigen Zitaten den tiefgegründeten Verdacht zerstreuen. II. 108 Karl Jaspers. vgl. Hegels »allzu bedenkliche Rechtfertigungen« der »Protestantischen Dogmatik« und des »preußischen (Polizei-)Staates«110 als wenigstens in der Theorie fortschritt106 K önig Maximilian II. zum Ideal (umdeutete). Maier (Leben. F. a . Lukäcs hat die dämonischen Perspektiven der N aturphilosophie. welche eine W irklichkeit im »emphatischen Sinne zu sein beansprucht.41345 Konzepte106 . 278 (Schellings scheinrevolutionäre Ü ber­ windung des Staats ähnelt sehr einer Reflexion des christlichen Tolstoi. Hg.O . 278. ja macht Praxis überhaupt möglich.. später bestätigt. 109 Brief an Maximilian. Leist. Charakter« der Hegelschen »Anschauungsweise« gegenüberzustellen (Kap. sagt »zur Rechtfertigung einer bodenlosen Faktizität der Gewalt dienen« können?108 Keineswegs. mit heimlich gegen Heidegger eingelegter Lanze. Bonn 1969) hat von einem »Dekom positionsprozeß« gesprochen. J. ihrem »relativen .-Simonistischen »Himmel auf Erden« unzweideutig ein »plumpes Skandal« genannt (I.O ..a. . München 19 55. Schelling. . von L. den »absolut revolutionären . 10. Konservativism us« I von »Ludwig Feuerbach und der Ausgang der 389 . 107 Schelling.als »(apokalyptische) Schwärm erey«107 be­ greifen. das sich gegen die schlechte W irklichkeit richtet« (18). 255.a . 110 Friedrich Engels* Versuch.wie Jaspers. I. Briefwechsel. 552. solange dieser wie Hegel sich auf »Bestrebungen nach einem hier zu erreichen­ den Ideal der menschlichen Gesellschaft«109 einläßt. Damit gerät gerade die Selbstrechtfertigung von Heines Existenz als eines Dichters »im Dienst der Idee« (17 ) in enge N ähe zur Schellingschen K ritik an Hegels »Rechtfertigung der Realität« (4 1. Tat und Reflexion. W. i ( 54 1. . ja er ist weitgehend bereit. 1890.» 278) ebenso wie den St. Schelling hat die Vorstellung einer Koinzidenz »der Idee mit der Gegenwart« (Brief an Maximilian.a . 7. 1. a . a. wir wollen vielmehr auf eine eigentümliche Inkonsequenz in Heines Argumentation auf­ merksam machen. 77): N u r die Entdeckung einer Distanz der Idee zur Wirklichkeit macht Heines kritische Praxis. die Heine beschwor (IV . II. indem Heine die »Idee. E r rühmt nämlich Schelling. Untersuchungen zu Heinrich Heines Ästhetik. 462). 293). dem Hegels Philosophie bei Heine unterzogen werde.

Ähnlich auch Marx: »Hegel ist nicht zu tadeln. und hat es nur mit dem Nothwendigen zu thun. während es sich hier um etwas außer der Nothwendigkeit Liegendes. muß als eine gutwillige M ystifikation angesehen werden. damit aber allen reaktionären Kräften in »repressiver Toleranz« offensteht. Dazu bedarf es vielmehr eines praktischen Antriebs. die nur ins andere Extrem fällt und sich an der trostlosen politischen Realität durch die »Seligkeit der Contemplation«111 schadlos zu halten versucht. wie Marx und Engels hinzugefügt haben (M EW z. scheitert daran. 200 f. . . 203 f. 111 B rief an Maximilian. für das Wesen des Staates ausgibt« (21). . während er Schellings radikaler Absage an den Pakt des Staates mit der Idee von vornherein die katastrophalsten Zeugnisse ausstellt. »Die Vernunftwissenschaft«. was ist. wie schon M. um etwas klassischen deutschen Philosophie«). . Heß richtiggestellt hatte (Heß. Januar 18 12 . Seine positive Philosophie verstand sich ausdrücklich als Wende von der Dialektik zur Praxis. . sondern ein »wahres und notwendiges Sein«. 62. 18). Briefwechsel S. seine Philosophie die »Konservativste«. sondern weil er das. Schelling an Cotta.wie schon Rüge richtig­ gestellt hat (vide Karl Löwith.112 so wenig war Schellings privater Konservatismus.) . über sich hinaus und treibt zur Umkehr.Hegel ist der eigentliche »Restaurationsphilosoph«. Hegel habe mit der »Wirklichkeit« nicht das Em pirische und Zufällige gemeint. die jede reale Veränderung zum bloßen »Schein« herabdrückt. Die allen Junghegelianern gemeinsame Betonung des negativ­ revolutionierenden Charakters der Hegelschen Dialektik abstrahiert mutwillig von deren synthetischer Struktur. 112 V gl. 223). so leicht zu zeigen.übrigens durchaus im Sinne von Schellings Hegelkritik. wie Heine behauptet. . Hanen doch gerade Bayerns Liberale die Kongregation zu Fall gebracht! 390 . diese selbst aber kann doch nicht vom Denken ausgehen. 3.. Dabei war die wirkliche Gefahr dieser Konzeption. weil er das Wesen des modernen Staates schildert. »führt .00041345 liehe Tendenzen gefährlich herunterzuspielen. im Denken aber ist nichts Praktisches. 255. Doch so wenig Hei­ nes affektiv verzerrte Einschätzung des bayerischen Staates das von allen liberalen Kräften damals bestätigte Gegenteil zu widerlegen imstande ist. sagt er. »längst vorauszusehen«. daß dieser wesendichen Wirklichkeit das allerdings empirische Prädikat des preußischen Staates hinzugefügt wird . der Begriff ist nur contemplativ. D ie an sich richtige Deutung.

M. Subjekt . Koktanek. ja den »wirklich religiösen Ernst«.besonders verräterisch in seiner unfreiwilligen Parteinahme für ein neues Journal »ä la Rüge und Bauer« (Plitt III. für den Parallelismus von politischer Praxis in Frankreich und bloßer Spekulation in Deutschland eine Erklärung.114 War es bei Heinrich Heine nicht ebenso? Blickt doch noch hin­ ter der Entscheidung für Hegel die alte Wahl hindurch. wodurch die mit der religiösen Reformation begonnene »That der Emancipation« und ihre Folgen: der Verlust der »äußerlichen Einheit« der Deutschen. Ein wie aufmerksamer Zuhörer Schellings der junge Engels gewesen ist. deren Zeuge Heine gewesen sein will.« Im Grunde seines Herzens hält sich Schelling auch für den geistigen Vater der Junghegelianer (Plitt III. 1 1 5 . vgl. was Hegel zu diesem Thema gesagt hat. II. i. ergibt ein Vergleich seines Kommentars zu der i84i/2er-V orlesun g mit dem Kierkegaardschen. 39* . S.) .Gewolltes handelt. Schelling deutet dort »das fortdauernde und immer wieder erregte Inter­ esse der Deutschen an Philosophie«. Schellings Seinslehre und Kierkegaard [. Ffm. Ohne die Frage einer geistesgeschichtlichen Kontinuität zu prüfen. II. 565. »geschichtlich« als eine Kompensation der durch äußeren Druck verhinderten und frustrierten emanzipatorischen Praxis. Habermas (215): »Marx eignet sich Hegels Dialektik in einem zuerst durch Schelling explizierten Vorverständnis an. Karl Löwith.Objekt (. 84/5). Und bot doch gerade Schellings Münchener Vorlesung. mit dem »in Deutschland Philosophie betrieben w o r­ den«. . S. »innerlich und auf dem 113 Schelling. .«113 Noch hinter der schärfsten Kritik der Junghegelianer. aber auch freie Zitate aus dieser Vorlesung in späteren Werken erinnern daran (so M EW 2.]. und J. S. 39 0 /1. die weiter reicht und Heines Analyse viel näher steht als alles. II. 90. sei hier nur der Nachweis versucht: daß Schelling an jenem materialistischen Wendepunkt seines historischen Idealismus gewisse Intentionen des historischen Materialismus vorwegnimmt. .). 114 Vgl. München 1962. mit Kierkegaards Nachschrift in A. 3. neben Ernst Bloch. Von Hegel zu Nietzsche. 19 7 1. 16 5/6 . 3. . 90 ff. noch hinter den Pamphleten des jungen Friedrich Engels steht das in die Sprache einer erst hochge­ spannten und dann desto schlimmer enttäuschten Hoffnung versteckte Bekenntnis zur Schellingschen Hegelkritik. 22 und Schelling. 130 ff. 91).

Kündigt auch der Gedanke der Emanzipation allem Dogmatismus und der konventionellen Religion auf. wie er sich von den frühen reli­ gionskritischen Arbeiten Schellings über Feuerbach und Strauß bis zu Heines pathetischer Verkündigung einer »Religion der neuen Zeit«. Beide stehen durchaus auf dem Boden der Rousseauschen Moraltheologie.00041345 Felde der Wissenschaft wiederhergestellt« werden solle.eine Verkündigung übrigens. So war es gerade die säkulare Wendung des Kritizis­ mus. 194/5. vgl.117 Eben weil die Freiheit das »Wesen des Menschen«. die den neuen Glauben an die Kraft der menschlichen Subjektivität entbunden hat. Man könnte diese mittelbare Abhängigkeit Heines von Rousseau für eine halten. 120 Zit. Denn Freiheit .(bes. Schelling. Schelling. Schelling.a . das reine Subjekt und als solches »indemonstrabel«118 ist. die nicht von unge­ fähr in der Sprache des Schlußwortes von N ovalis’ Europa­ 115 116 117 List für 118 119 Schelling» I. 1. der sie zum Bewußtsein ihrer bringt. 195. etwas Wahres und Richtiges zu Grunde liegen könnte. Franz Mehring. entgeht sie sich im gleichen Akt. 2. 2 12 . I.2 15 un^ 153/4- 39* . 179.«116 Ein weiteres: Im Mittelpunkt ihres Werks lebt sowohl bei Schelling wie bei Heine der Gedanke der Freiheit.. a . 194). nach A . die wir bei den ändern Völkern wahrnehmen. indem »die Freiheit alles Absolute außer uns aufhebt«119. 193 ff.O .das ist die Erfahrung einer Reflexion. I. mit welcher sich die Idee Heines etwas vordergründiger Parteinahme Voltaire empfiehlt. folgert Schelling unter V o r­ wegnahme jener Marxschen Einsicht. »am Ende genöthigt. Bd. 10. die eine »Religion der Freiheit« sein w ird . die im Überstieg noch ihre eigene Transzendenz mit in die Klammer einholt. io .120 erhalten hat . I. Strodtmann. 1. wenigstens für möglich zu halten. so bleibt doch das >Absolutein-uns< Gegenstand eines Glaubens und nicht eines Wissens.115 »Und so sehen wir uns doch«. daß jener Entfernung von der Philosophie im deutschen Sinn. 473.

184 ff. das »Paradigma der Moderne« genannt. Es bedurfte schließlich nur mehr einer Reflexion auf die Implikate dieser Freiheitsreligion. die unveräußerlichen Individualitätsrechte des Menschen«. wonach der Grund des Bewußtseins die dunkle Wirkungsmacht der Produktivkräfte. B. hg. 393 . 156) zu lösen. diese Konsequenz gezogen (vide z. I. Bd. 343 ff.aufsatz121 sich vernehmen läßt. an das andere knüpft. Man hat diese Reflexion. sich nur aus sich selbst erklären und rechtfertigen zu können. Sein letztes Bekenntnis weist jedenfalls auf die religiöse Tradition zurück. A u f mögliche Gemeinsamkeiten durch Einflüsse jüdisch-kabbalistischer Traditio­ nen sei wenigstens hingewiesen (vgl. . das nicht den Winkelgängen der dialektischen N o t­ wendigkeit sich fügt. Denn Heine reklamiert. von Paul Kluckhohn und Richard Samuel. 198 ff. 3. Danach zeichnete sich Heines Antwort durch eine Unentschiedenheit aus. 524. 123 Eine Nachwirkung von Heines früher Schelling-Lektüre ist nicht einmal aus­ zuschließen . und jener romantisch-religiösen schwankte. Auch Schelling hatte seine jugendliche Gleichung von Gottheit und Unpersönlichkeit124 ihrer abstrak­ ten Logik überführt: War doch Gott selbst die Einheit des Leiblich-Realen und des Geistigen.). nicht Grund seiner selbst zu sein. sondern in freier Initiative zu einer Welt 121 N ovalis. 485 ff. . Stuttgart 1968. die zwischen der junghegelianisch-marxschen Lösung. um Heine aus der Umklammerung der »spinnwebigen Berliner Dialektik«122 (IV. und 200 ff. 249 ff. die Heine offenbar gekannt hat. hatte Schelling doch schon in der Freiheitsschrift von 1809. Nachwort zum >Romanzero<. h. 124 Plitt I. Verschiedene Generationen haben diese Entdeckung auf eine Weise verschieden akzentuiert. ein lebendiges Indivi­ duum. .). d. und Sandkühler. Habermas. mit den gleichen Argumenten wie Schelling. die das Gefühl des modernen Menschen. den »persönlichen G ott«123 und verteidigt sie gegen die Usurpatio­ nen des bloßen Begriffs. die es ermöglicht. Epochen auseinanderzukennen. 77. 7. I. 122 Vgl. wonach der Grund die göttliche Transzendenz sei.. Schriften. »die Einheit und Unteilbarkeit unserer Existenz.

Fichte mit dem todkranken Heine überlief e n . Beide Male gab es äußere Faktoren. vgl. 21 4 ff. A . 21 3. daß uns die Bezie­ hung Heines zu Schelling kaum über mehr belehrt als über die Geschichte einer deformierten Kommunikation? Gleichwohl hat es Sinn. 256 ff. 219 /20. so enthüllt sich eine gemeinsame Tradition dieser Männer. Wie der späte Heine erträgt auch der späte Schelling nicht »den Gedanken des Aufhörens unserer Persön­ lichkeit. 252 f. E r denkt nicht daran.dem bürgerlichen 125 Plitt II. das durch sie Erreichte gegen die bisherigen Zustände einzutauschen. die sich beide einer Generation der Wegbereiter128 zurechneten und die beide wie sich besonders an der wechselnden Optik gegen die revolu­ tionären Ereignisse129 leicht zeigen ließe . 245. Plitt III. 129 Vgl. ja die ihn Schelling zum Gegner stilisieren ließen. Phase. Schelling hat seine Zeit sehr ähnlich als Krise interpretiert.-Simonismus und in seiner letzten.. Strodtmann. Denn Heine ist. 394 . Karpeles hat uns ein Gespräch des Schelling und seiner letzten Philosophie eng ver­ bundenen »Spätidealisten« I. 127 Ein Ausdruck von Moses Heß. wie wir sahen.00041345 sich entschließt. . Ju li 1848 . Was bleibt am Schluß außer der Erkenntnis. 128 Vgl. H. und erklärt sich engagiert gegen »das bloße (im Grunde negative) Erhalten « (Brief an M axim ilian. >deistischen<.126 das uns Heines außerordentliche Annähe­ rung an diese Gedanken des »Jungschellingianismus«127 lebhaft vor Augen führt. 4. 157 . 20. Plitt III. und Hollerbach. 158 /9 . die ins Positive führen werde. W A 1 1 . 263 ff. 484 unten.Schellings Einstellung zur 48er-R evolution war zwiespältig.Berlin.. 8. 2 1 1 . weiterhin I.und ebd. 126 Karpeles. S. diese historische Realität ins Unrecht zu setzen. ja nach eigenem Geständnis die Basis zu seinem >Romanzero<-Nachwort gelegt hat. der ewigen Vernichtung«125.). Walzel IV. 2. die Heine die Analogie ver­ kennen. Befreien wir dieses >Geistergespräch< von der Ungleichzeitigkeit seiner jeweils kommunizierenden Standpunkte. 218 ff. Bd. 297 f. 520 ff. aber keinesfalls blind ablehnend. während zweier für seine geistige B io ­ graphie entscheidender Phasen dem Schellingschen Denken objektiv sehr nahegestanden: während seiner Zuwendung zum St.

Februar 1 851 . Harich.130 Indem Heines Schellinginterpretation symptomatisch ist für die Fehleinschätzung einer Genera­ tion. 130 Im Falle Schellings wird dies nicht bestritten werden. die sich. Heine. Heinrich Heine und das Schulgeheimnis der deutschen Philosophie (in: H . ist zugleich der von Heine zeitweise übernommenen Geschichtskonzeption widersprochen. wonach Schellings Werk nicht mehr darstelle als die vorletzte Epoche auf dem in Hegels Philosophie beschlossenen Weg zur absoluten Selbsterkenntnis des Geistes. Schellings Brief an Maximilian vom 15. obwohl sie beide die Verelendung der Massen reflektieren (vgl.). Harich. Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. Kreuzter. Hg. L. Einig waren sich Schelling und Heine besonders in der Unterschätzung der ökonomischen Motive der Revolution (vgl. 47). W. Zu Heine vgl. 22). M. und eingeleitet von W. Frankfurt a. 395 . 200 f. wenigstens eine Zeitlang. 1966. für die Erben des Hegelschen Rationalismus hielt.41345 Denken verhaftet blieben.