P. 1
auswege_oder_wege_ins_aus_sekte_sekten_zeugen_jehovas_zeuge_jehova_mormonen_scientology_fundamentalisten_religiöse_fanatiker

auswege_oder_wege_ins_aus_sekte_sekten_zeugen_jehovas_zeuge_jehova_mormonen_scientology_fundamentalisten_religiöse_fanatiker

|Views: 36|Likes:
Publicado porbiblemaster3

More info:

Published by: biblemaster3 on Mar 27, 2010
Copyright:Attribution Non-commercial

Availability:

Read on Scribd mobile: iPhone, iPad and Android.
download as PDF, TXT or read online from Scribd
See more
See less

12/17/2011

pdf

text

original

Begründer und Lehre

Die wohl bekannteste Therapie ist die Homöopathie, die von dem Arzt Dr. Samuel
Hahnemann (1755-1843) begründet wurde. Sein Denken war stark beeinfusst
von dem spirituellen Zeitgeist seiner Epoche, die das traditionelle Gedankengut
des Christentums mehr und mehr verdrängte und sich dem Weltbild des Deismus
zuwandte. Hahnemann sympathisierte mit den Freimaurern und war gleichzeitig
Schüler des Arztes F. Mesmer (1734-1815), der die Lehre von der Heilkraft des
Magnetismus, aus der die Hypnosetherapie entwickelt wurde, erfunden hatte.
Im Gegensatz zur Allopathie, einem Heilverfahren, das Krankheiten mit entgegen-
gesetzt wirkenden Mitteln zu behandeln sucht, stellte Hahnemann den Leitsatz auf:

Wähle, um sanft, schnell und dauernd zu heilen, in jedem Krankheitsfall eine
Arznei, welche ein ähnliches Leiden erregen kann, als sie heilen soll!

So, wie viele andere Heiler vor ihm, ging auch Dr. Hahnemann von der Annahme
aus, dass nicht er selbst, seine Essenzen oder Konzentrate die eigentliche
Heilung bewirkten, sondern eine kosmische Energie und Lebenskraft, die den
jeweiligen Pfanzen angeblich innewohnt. Er selbst sei nur der Entdecker dieser
Methode und die Heilkraft fnde auf mystische Weise den richtigen Weg, um
positive Informationen auf die erkrankte Seele zu übertragen und dadurch den
Selbstheilungsprozess des Patienten zu mobilisieren.

AUSWEGE ODER WEGE INS AUS?

142

143

ESOTERISCHES DENKEN IM NEW-AGE-ZEITALTER

Potenzierung

Um die kosmische Energie der Pfanzen voll wirksam werden zu lassen, kam er
auf die Idee, die Substanzen in eine Art »geistigen, immateriellen Zustand« zu
versetzen. Dies gelang ihm, indem er die Naturkonzentrate und Pfanzenessenzen
zigfach verdünnte. Diesen Verdünnungsprozess nannte er »Potenzieren« und »Dy-
namisieren«. So werden die homöopathischen Mittel auch heute noch nach einem
bestimmten Verfahren des Reibens und Schüttelns hergestellt. Man unterscheidet
Dezimalpotenzen im Mischungsverhältnis 1:10 und Centesimalpotenzen im
Verhältnis 1:100.

D 1 besteht aus 1 Teil Pfanzen- oder Mineralsubstanz, vermischt mit 10
Teilen Alkohol als Trägerstoff für füssige Mittel. (Bei den kleinen Kügelchen,
den Globuli, wird Milchzucker als Trägerstoff benutzt.) (Die Angaben über
das Mischungsverhältnis differieren, einige Autoren sprechen von 1 Teil
Pfanzensubstanz und 9 Teilen Alkohol.)
Um D 2 zu erhalten, wird dieser Mischung wieder 1 Teil entnommen, der
wiederum mit 10 Teilen Alkohol vermischt wird, das entspricht einem Verhältnis
1: 100. Bei einer D 6 Potenz hat man bereits ein Verhältnis von 1: 1 Million,
bei C 6 kommt man schon auf die astronomische Zahl von 1: 1 Billiarde. Man
kann davon ausgehen, dass bei D 6 nur noch wenige Moleküle der Ursubstanz
vorhanden sind und ab D 23 sind wissenschaftlich überhaupt keine Substanzen
mehr nachweisbar. Die gebräuchlichsten Hochpotenzen liegen bei D 20 bis D
30, doch die Mischungsverhältnisse gehen noch weit darüber hinaus, nämlich bis
zu D 2000 und C 200. Das Mischungsverhältnis D 30 ist vergleichbar mit einem
Tropfen Substanz für den gesamten Bodensee. Dazu stellt der Homöopath Dr. E.
Rehm fest:

Das chemisch-materielle Mittel wirkt auf den chemisch-materiellen Teil des
Menschen, auf seinen Körper. Das nicht-chemische, nicht-mehr materielle Mittel
(und jedes homöopathische Mittel ist etwa ab D 6 praktisch ohne Materie, ist also
nur noch Kraft) wirkt auf den nicht-materiellen Teil des Menschen, auf seine
Seele, auf seine den Körper leitenden Kräfte und auf die diese Kräfte leitenden
vegetativen Nerven (»Heilkraft durch Verdünnen«, S. 51).

Was sagt die Wissenschaft?

Die Naturwissenschaft hat sich wiederholt mit der Homöopathie auseinandergesetzt.
1976 befasste sich der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer mit der
Frage, ob Homöopathie ein wissenschaftlich fundiertes Therapiekonzept sei, und
kam zu dem Ergebnis:

AUSWEGE ODER WEGE INS AUS?

144

145

ESOTERISCHES DENKEN IM NEW-AGE-ZEITALTER

Der Beweis einer naturwissenschaftlich begründeten Wirksamkeit homöopathischer
Mittel ist bisher nicht erbracht worden. Die Literaturberichte, die eine solche
Wirksamkeit behaupten, entsprechen nicht den wissenschaftlichen Erfordernissen
eines Wirkungsnachweises.

1993 wurde die so genannten »Marburger Erklärung« herausgegeben in der es
heißt:

Der Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universität Marburg verwirft die
»Homöopathie« als eine Irrlehre. Nur in diesem Sinne kann sie Gegenstand der
Lehre sein. »Wir betrachten die Homöopathie nicht etwa als unkonventionelle
Methode, die weiterer wissenschaftlicher Prüfung bedarf. Wir haben sie geprüft.
Homöopathie hat nichts mit Naturheilkunde zu tun« (Manfred Schäller in »Bibel
und Gemeinde«, 4/99, S. 311, 312).

Wenn in den Hochpotenzen keine Moleküle der Ursubstanz mehr vorhanden
sind, wovon versprechen sich die Therapeuten dann noch eine Wirkung? Kann
es sein, dass ein ganzer Berufsstand von vornherein auf Placebo-Effekt oder
Autosuggestion setzt? Der Esoteriker Thorwald Dethlefsen beschreibt, woran
man bei der Homöopathie tatsächlich glaubt. Krankheit an sich versteht er als
eine Art von Entwicklungsstufe des ganzheitlichen Menschen, die sich lediglich
in körperlichen Symtomen ausdrückt. Der Mensch als Mikrokosmos wird als
Entsprechung des Makrokosmos gesehen. Beide werden durch die gleichen
Urprinzipien am Leben erhalten.

Alle Prinzipien sind im Makrokosmos als Mineralien, Tiere oder Pfanzen
individualisiert. Das Wesentliche einer Heilpfanze ist gerade ihre Individualität,
ihre Seele als Repäsentant eines Urprinzips, die sich in ihrem körperlichen
Organismus ausdrückt. Fehlt einem Mensch ein Urprinzip …, so kann man es
im Makrokosmos suchen und dem Kranken diese Information einverleiben.
Dafür ist es aber notwendig, die Information einer Pfanze, eines Minerals, Tieres
usw. von seiner korporalen Erscheinungsform zu lösen, sie aus dem materiellen
Verhaftetsein zu befreien und diese befreite Information an einen geeigneten
Informationsträger zu koppeln, um sie weitergeben zu können. Genau das
geschieht durch die Potenzierung in der Homöopathie. Bei dem beschriebenen
Vorgang wird schrittweise (!) das Wesentliche der Pfanze, ihre Individualität, von
ihrer korporalen Form gelöst und gleichzeitig die frei werdenden Informationen
an einen neuen, neutralen Träger – Alkohol, Milchzucker – gebunden … [Anmk.
d. Verf.: Diesen Gedanken liegt die Annahme von morphogenetischen Feldern
zugrunde, siehe Seite 125.]

AUSWEGE ODER WEGE INS AUS?

144

145

ESOTERISCHES DENKEN IM NEW-AGE-ZEITALTER

Wer die Potenzierung als schrittweisen »Vergeistlichungsprozess« der Materie
verstanden hat, erkennt auch den Unterschied zwischen einer Verdünnung und
einer Potenzierung eines Stoffes. Daher hat das Bild von dem einen Tropfen
in den Bodensee keinen Bezug zur Homöopathie, denn es kommt nicht auf die
Verdünnung des Stoffes an, das Wesentliche besteht im Potenzieren. Homöopathie
im Sinne Hahnemanns ist nicht eine Therapie »mit ganz geringen Arzneimengen«,
sondern eine ohne materielle Arznei (»Das große Praxisbuch der Esoterik«, S. 134,
135).

Man könnte auch sagen, die Homöopathie ist ein Versuch, nicht mehr vorhandene
substanzielle Elemente zu vergeistigen.

You're Reading a Free Preview

Descarga
scribd
/*********** DO NOT ALTER ANYTHING BELOW THIS LINE ! ************/ var s_code=s.t();if(s_code)document.write(s_code)//-->