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MNR 2003-08

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Grusswort
Kürzlich ging die Geschichte eines Bergsteigers durch die Medien, der seine eigene Hand amputierte. Das Drama hört sich fast unglaublich an: In einer einsamen Gegend löste sich ein Felsbrocken und klemmte den Unterarm des Kletterers derart unglücklich zwischen den Gesteinsmassen ein, dass dieser fortan gefangen war. Nach mehreren Tagen hoffnungslosen Wartens beschloss er, sich dadurch zu befreien, dass er sich mit einem unscharfen Taschenmesser seine Hand amputierte. Dadurch rettete er sein Leben. Ein ähnliches Bild gebraucht der Herr Jesus in Matthäus 5,30: «… wenn deine rechte Hand dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird» (Mt 5,30). Gleicherweise spricht Er auch vom rechten Auge, dieses auszureissen, falls es einen zur Sünde verführt (V 29). Es ist kaum vorstellbar, sich wirklich zu verstümmeln. Die Tat jenes Bergsteigers illustriert hingegen sehr treffend, was Jesus hier meint. Wir sollen uns von dem trennen, was uns hindert, das ewige Leben zu erlangen. Ein Verbleiben in der Sünde führt uns ins Verderben. In den vorangehenden Versen spricht der Herr über Ehebruch: «Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen» (V 28). Jesu praktische Schlussfolgerung lautet: Tue etwas, damit du die Ehefrau eines anderen nicht mehr sehen kannst, die du durch den Anblick begehrst. Entferne das, was dir Anlass zur Sünde gibt. Mit dem Hinweis, dann das Auge auszureissen, will Jesus sagen: Was du tun musst, könnte schmerzhaft sein. Es kann einen Verlust bedeuten. Aber du musst es so tun, dass es nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Was das im Einzelnen ist, muss jeder persönlich für sich entscheiden. Vielleicht müssen Sie sich von gewissen Freunden trennen oder das Abonnement einer Illustrierten kündigen. Möglicherweise ist der Fernseher Ihr Problem. Vielleicht müssen Sie einen anderen Arbeitplatz suchen? Was gibt uns Anlass zur Sünde und verunmöglicht uns, ganz mit Jesus zu leben? Was lastet wie ein schwerer Felsbrocken auf uns und blockiert uns? Jakob hatte auf dem Weg zurück ins Land Kanaan das Hindernis erkannt und befahl den Seinigen: «Tut von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und reinigt euch und wechselt eure Kleider» (1.Mo 35,2). Es ist bezeichnend, dass Jesus von der rechten Hand und vom rechten Auge spricht, sind doch die meisten Menschen Rechtshänder. Vom Hohenpriester Josua steht geschrieben, dass der Satan zu seiner Rechten stand (Sach 3,1). Es ist elementar zu wissen, wer zu unserer Rechten steht! Wo bewegen wir uns, in wessen Gesellschaft halten wir uns auf? Ist es Gott, der Herr, der uns zur Rechten steht, der uns mit seinem Schatten bedeckt? Oder steht uns Satan zur Rechten, der unsere Aktivitäten erfüllt, der von unserem Herz Besitz nehmen will? David, der durch das Ansehen einer Frau in Sünde geriet (2.Sam 11,2ff.), zeigt uns, wie wir davor bewahrt werden können: «Ich habe den Herrn allezeit vor Augen; steht er mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben» (Ps 16,8). So dürfen wir auch Psalm 121,5 erfahren: «Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand …» Es kann sein, dass Sie etwas Mutiges tun müssen, um aus den Krallen des Teufels zu entwischen. Es kann sein, dass Sie sich von etwas trennen müssen. Es kann sein, dass Sie eine «Amputation» vornehmen müssen. Tun Sie es! Jener Bergsteiger hatte nur ein stumpfes Taschenmesser. Wir aber haben das lebendige Wort Gottes, das «kräftig und schärfer (ist) als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens» (Hebr 4,12). In herzlicher Verbundenheit

Inhalt 08/2003
Biblische Botschaft
4 Was Gott aus dem Sohn einer Prostituierten machen kann

Im Blickfeld
8 Die neue Weltordnung 10 Die Angst vor Harmagedon 12 Eine Technologie für den Antichristen?

Aus der Arbeit des Mitternachtsruf
13 Neuland!

Fakten über die Ökumene
14 Die Ökumene im Licht endzeitlicher Entwicklung

Fragen – Antworten
20 Heiligung 20 Gebet des Glaubens 21 Buchstäblicher Strom oder künstlicher Kanal? 3 7 9 22 22 Grusswort Streiflicht Aufgegriffen Dir kann nur Jesus helfen Impressum

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

Mitternachtsruf > August 2003

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Biblische Botschaft

Was Gott aus dem Sohn einer Prostituierten machen kann
Im Alten und Neuen Bund hat Gott den Charakter von Menschen zum Guten hin verändert und in Seinen Dienst gerufen, wen Er wollte. «Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?» (1.Mo 18,14; Jer 32,27). Die Antwort auf diese Frage lautet: «Bei Gott sind alle Dinge möglich» (Mt 19,26).
■ NORBERT LIETH o wie der Herr Jesus zu Seiner Erdenzeit gewirkt hat, so kann Er es auch heute tun, denn Er ist «gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit» (Hebr 13,8). Im Folgenden einige Beispiele: Bei einem Einsatz in Italien lernte ich einen ehemaligen Nachtklubbesitzer, Sexartikelverkäufer und Drogenhändler kennen. Heute reist er mit einem Büchertisch von Ort zu Ort und verbreitet biblisch fundierte Literatur. Ich sprach mit einem ehemaligen Moslem, der früher Juden und Christen hasste und sich sehnlichst wünschte, als Selbstmordattentäter möglichst viele Juden mit in den Tod zu reissen. Heute betet er jeden Tag für Israel und verkündigt das Evangelium. Einige meiner Freunde sassen einst wegen verschiedener Verbrechen im Gefängnis. Einem von ihnen bestätigten die Psychologen, dass man ihm nicht mehr helfen könne. Heute gehen sie alle in eine christliche Gemeinde. Sie haben sich über Jahre hinweg als Christen bewährt, und sie helfen anderen Menschen. Ich kenne einen ehemaligen Funktionär der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), der das Christentum und vor allem die Juden bis aufs Blut hasste. Heute glauben er und seine Familie an Jesus Christus. Er sucht nach Wegen, um das Evangelium zu verbreiten. Statistiken belegen, dass die Heilungsquote bei christlichen Drogentherapien weitaus höher liegt als bei nicht christlich orientierten Einrichtungen. Diese Beispiele haben eines gemeinsam: Die Erfahrung, dass Jesus lebt und Leben verändern kann. Im Mai stand ich während unserer 30. Israel-Kongressreise am Ufer des Sees Genezareth, dessen Wasser mir fast bis zu den Füssen reichte. Wenige Monate zuvor war der Wasserpegel so niedrig, dass Experten sagten, es müsste in den nächsten drei Jahren während der Regenzeit sehr stark regnen, damit dieses grösste Süsswasserreservoir Israels wieder aufgefüllt würde. Aber es kam anders: Entgegen aller Prognosen füllte Gott den See Genezareth in einem einzigen Winter. Er kann auch Menschenherzen mit Strömen lebendigen Wassers füllen! Das tat Gott auch im Leben eines Richters in Israel, dessen Herkunft alles andere als vielversprechend war: «Und Jeftah, der Gileaditer, war ein tapferer Held. Er war aber der Sohn einer Hure, und Gilead hatte Jeftah gezeugt. Aber auch Gileads Ehefrau hatte ihm Söhne geboren. Als nun die Söhne der Frau gross geworden waren, vertrieben sie Jeftah und sagten zu ihm: Du erbst nicht mit dem Haus unseres Vaters, denn du bist der Sohn einer anderen Frau. So war Jeftah vor seinen Brüdern geflohen und hatte sich im Land Tob niedergelassen. Und es sammelten sich bei Jeftah ehrlose Leute, die zogen mit ihm aus. Und es geschah nach einiger Zeit, da kämpften die Söhne Ammon mit Israel. Und es geschah, als die Söhne Ammon mit Isra-

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el kämpften, da gingen die Ältesten von Gilead hin, um Jeftah aus dem Land Tob zu holen. Und sie sagten zu Jeftah: Komm und sei unser Anführer, damit wir gegen die Söhne Ammon kämpfen können!» (Ri 11,1-6).

Jeftahs Herkunft

Nach aussen hin gab es im Leben dieses Mannes nichts Rühmenswertes: Jeftah war der Sohn einer Prostituierten und sein Vater ein Ehebrecher (V 1-2). Diese Voraussetzungen waren alles andere als günstig. Jeftah hatte keine rosige, eher eine «rostige» Kindheit. Er hatte keine Eltern, die einander und auch ihn liebten und sich um ihn kümmerten. Jeftah muss traumatische Erlebnisse gehabt haben, genoss er doch … vom Nachtklubbesitzer zum Missionar höchstwahrscheinlich keine gute Erziehung. Sein Vater hatte musste er gar als Ausgestossener leben. Das Werk Gottes in Jeftahs Leben einen schlechten Ruf. Die Frau seines «So war Jeftah vor seinen Brüdern Vaters war nicht seine Mutter. Das war geflohen und hatte sich im Land Tob Der Name Jeftah bedeutet: «Er (Gott) keine gute Basis für eine hoffnungsvolle niedergelassen.» Das hebräische Wort öffnet.» Ausgerechnet er wurde von Zukunft. «Tob» heisst so viel wie «gut». Vielleicht Gott berufen und zum Richter erJeftah wurde von den Söhnen sei- drückt das sein Wunschdenken aus: «Ich wählt. Gott kann verschlossene Türen ner Mutter verachtet, erniedrigt, ver- will irgendwohin, wo es gut ist und wo auftun, einen neuen Anfang schenken trieben und sogar enterbt (V 2). Sicher ich machen kann, was ich will.» So den- und neue Möglichkeiten geben. Jesus hatte Jeftah schon während seiner Kind- ken heute viele junge Menschen. vermag verschlossene, in sich gekehrte heit unter den Hänseleien seiner HalbIm «Land Tob» ging Jeftah keiner ge- Herzen zu öffnen. Über Ihn heisst es: brüder zu leiden. Wenn diese etwas zu- regelten Arbeit nach. Er lungerte herum «Er allein hat als Nachkomme Davids den sammen unternahmen, schlossen sie ihn und wartete auf günstige Gelegenheiten. Schlüssel zum Heil. Wo er aufschliesst, kann niemand mehr zuaus. Er war das schwarze Schaf der Faschliessen; wo er aber zumilie, und so fühlte er sich allein und schliesst, kann niemand nutzlos. mehr öffnen» (Offb 3,7). Jeftah hatte offenbar keine ÄhnlichWir sehen an der Gekeit mit der Mutter seiner Halbbrüder, schichte Jeftahs, dass der während diese etwas in ihrem Äusseren Herr vor dem Hintergrund von ihr hatten. Und das blieb nicht unoder der Herkunft eines bemerkt. Jeftah hörte nie, dass einmal Menschen keinen Halt jemand gesagt hätte: «Der sieht aber seimacht. Der Allmächtige ner Mutter sehr ähnlich.» Ob er bei den lässt sich nicht beeinflusHänseleien den Beistand seines Vaters sen von Umständen, wie und seiner Stiefmutter erfuhr, ist zu besie auch sein mögen. Für zweifeln. Schliesslich war er der Sohn Ihn gibt es keinen hoffeines Ehebrechers und einer Prostituier- … vom Verbrecher im Gefängnis zum brennenden Christen nungslosen Fall! ten. Eine solche Situation bleibt für ein Lieber Leser, liebe Leserin, es ist nicht Kind nicht ohne Folgen und führt häu- Andere Männer mit einem ähnlichen fig zu seelischem Schmerz. Schicksal scharten sich um ihn, nach wichtig, wie Sie sich selbst sehen – als Als endlich die schwierige Zeit der dem Sprichwort: «Gleich und gleich ge- unwürdig, als Versager, als charakterKindheit und Pubertät überstanden war, sellt sich gern.» Mit ihnen unternahm schwach, als ausgestossen, misshandelt starb offenbar Jeftahs Vater. Jetzt liessen er Streifzüge, die wahrscheinlich nicht oder abgelehnt. Vielleicht fühlen sie sich seine Halbbrüder ihrem Hass und ihrer legal waren. Es ist anzunehmen, dass sie auch vernachlässigt, isoliert und voller Abneigung gegen ihn freien Lauf und ihr Geld nicht redlich verdienten, son- Komplexe. Es ist auch nicht wichtig, wie andere Sie sehen und beurteilen. verstiessen ihn. Alle waren gegen ihn. dern durch Einbrüche und Überfälle.

Er konnte doch nichts dafür, dass er so und nicht anders auf die Welt gekommen war. Er hätte auch gerne richtige Eltern gehabt, und schliesslich war ihr Vater doch auch der seinige. Aber alles nützte nichts. Er sollte verschwinden und sich nicht mehr blicken lassen. Jeftah musste alles verlassen und das Weite suchen (V 3). Die Angriffe seiner Halbbrüder waren so unbarmherzig, dass er die Flucht ergriff. In der Familie war er nicht akzeptiert, und jetzt

Jesus Christus verändert …

Jeftah besass offensichtlich Führungsqualitäten (V 4-6). Wir können davon ausgehen, dass Jeftah einen gewissen Bekanntheitsgrad hatte und als äusserst mutig galt (V 1). Vielleicht war er ja so etwas wie ein «Robin Hood» seiner Zeit. Aber es ist ebenfalls denkbar, dass die Ältesten Gileads ihn auch jetzt nur für ihre Zwecke brauchen und ausnutzen wollten. Darum fragte Jeftah sie auch skeptisch: «Wenn ihr mich zurückholt zum Kampf gegen die Söhne Ammon und der Herr sie vor mir dahingibt, werde ich dann wirklich euer Oberhaupt sein?» (V 9). Er war misstrauisch, denn schliesslich hatte er im Laufe seines Lebens genug schlechte Erfahrungen gemacht. Jeftah nutzte die Gunst der Stunde (V 9-10). Er war klug genug, die Chance seines Lebens beim Schopf zu packen und diese voll und ganz zu nutzen. Vielleicht finden manche unserer Leser oder Leserinnen sich selbst in diesem Bild wieder.

Jesus Christus verändert …

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Biblische Botschaft
Vielleicht sind Sie in ihren Augen ein Nichtsnutz und Herumtreiber, jemand, auf dem man herumtrampeln und den man ausnutzen kann, über den man hinter vorgehaltener Hand lacht. Allein von Belang ist, wie Gott Sie sieht. In Seinen Augen sind Sie unendlich wertvoll. Gott sieht Sie durch die Augen Seines Sohnes als liebender Vater. Als Jesus Christus am Kreuz hing, lagen Ihre Sünden auf Seinen Schultern und Er trug Sie in Seinem Herzen. Und als Er aus dem Tod auferstand, hat Er Ihnen die Tür geöffnet. In Titus 2,11 lesen wir: «… die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen» (Tit 2,11). Ist bei «allen Menschen» jemand ausgeschlossen? Nein, also gehören auch Sie dazu! Gott will nicht, dass ein Mensch mit unvergebenen Sünden stirbt und ewig verloren geht. Es ist vielmehr Sein herzliches Verlangen, dass der Sünder zu Jesus kommt, Vergebung erlangt und durch Ihn ewig lebt. Johannes schreibt es so: «Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten» (1.Joh 4,9). Der Herr Jesus kann total verfahrene Situationen in Ordnung bringen. Er kann Türen öffnen, Herzen mit Seinem Geist erfüllen und nie erahnte Möglichkeiten schenken – auch in Ihrem Leben! Gott ist souverän. Der Herr erwählt Menschen nicht nach ihrem Charakter, ihren Vorzügen und ihrer Religiosität. Auch schaut Er dabei nicht auf gute Werke, die Moral oder den guten Ruf. In der Hölle wird es viele Menschen mit «gutem Ruf» geben, und im Himmel viele mit «schlechtem Ruf». Gott ist nicht an die Herkunft eines Menschen gebunden. Er verwirft Prinzen und erwählt sich Söhne von Verbrechern, Strassenkinder oder Kinder aus gescheiterten Ehen. Der Herr erniedrigt das Hohe und erhöht das Niedrige (vgl. Hes 21,31; Mt 23,12). Was nichts ist vor der Welt, das hat sich Gott erwählt (vgl. 1.Kor 1,26-29). Die Erwählung Gottes ist nicht vererbbar. So waren es in der Richterzeit praktisch nie die Söhne, die das Werk eines von Gott erwählten Richters weiterführten, sondern immer wieder ganz andere Personen, die Gott nach Seinem souveränen Willen bestimmte. Dazu ge-

hörten ein kleiner Junge wie Samuel, ein Angsthase wie Gideon, eine Frau namens Debora, ein kinderreicher Vater mit 30 Söhnen, der Jair hiess, und viele andere mehr. Gott beruft uns nicht, weil Er etwas Gutes in uns sieht, sondern Er beruft uns nach Seiner Wahl in Jesus Christus: «… wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe, und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens» (Eph 1,4-5). Ein Mensch hat den freien Willen und die Möglichkeit, das Heil in Jesus Chris-

Der Herr fragte nicht nach der Herkunft Jeftahs, wie er erzogen worden war und was er geleistet hatte. Gott fragte weder Jeftah selbst noch sonst jemanden. Er erwählte ihn einfach deshalb, weil es keinen Grösseren gibt als Ihn und weil Er Liebe ist (vgl. 1.Joh 4,8.16). Er berief Jeftah aufgrund Seines freien göttlichen Willens, wie Er es auch bei Israel getan hat: «Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein» (Jes 43,1). So geschah es auch beim Perserkönig Kyrus: «Ich gebe dir einen Ehrennamen, ohne dass du mich gekannt hast» (Jes 45,4).

Vom Saulus zum Paulus

Als Saulus von Tarsus (der spätere Apostel Paulus) sich bekehrte, fällt uns Folgendes auf: Die ablehnende Haltung des Saulus. Er wollte sich unter keinen Umständen bekehren. Da war absolut kein vorbereitetes Herz, keine Sehnsucht. Ganz im Gegenteil: Er verfolgte die Gemeinde und hasste Jesus. Er tat alles, um Menschen vom Weg der Nachfolge Jesu abzubringen. Später bekannte Entgegen allen Prognosen füllte Gott den See Genezareth in einem einzigen Winter er: «Ich habe diesen Weg verfolgt bis auf tus zu verwerfen und darum verloren zu den Tod» (Apg 22,4). Saulus folterte die gehen. Aber er ist aus sich selbst heraus Gläubigen an Jesus, zwang sie, diesen nicht fähig, das Heil im Sohn Gottes zu Namen zu lästern, gab seine Einwilligung wählen, denn es ist der Vater im Him- zu ihrem Tod, sperrte sie ins Gefängnis mel, der Menschen zu Seinem Sohn und verfolgte sie bis ins Ausland (vgl. zieht (Joh 6,44), und Gott will nicht den Apg 26,9-11). Die Begegnung des Saulus mit JeTod des Sünders, sondern dass sich diesus. Warum hat Gott ausgerechnet Sauser bekehrt und lebt (Hes 18,23). Gott verfolgt beharrlich Sein Ziel. lus errettet? Gab es dafür einen Grund? Der Herr hat Jeftah, den seine Halbbrü- Hatte er irgendeinen Vorzug? Die Antder verachtet, enterbt und verjagt hat- wort lesen wir in Apostelgeschichte ten, nicht aus den Augen gelassen. Gott 22,14: «Der Gott unserer Väter hat dich kann aus dem Anführer einer Bande von erwählt (a.Ü. «dazu bestimmt»), dass du ehrlosen Menschen einen Helden und seinen Willen erkennen sollst und den ein Oberhaupt Seines Volkes machen. Gerechten sehen und die Stimme aus Der Herr stellt sich oft hinter diejenigen, seinem Munde hören.» Saulus war gedie von Menschen links liegen gelassen gen Jesus Christus und damit gegen Gott – und doch von Gott erwählt. Das ist das werden. Gott fragte auch nicht den Vater souveräne Handeln des Herrn! Für die Erwählung konnte Saulus Jeftahs, ob er seinen Sohn berufen dürfe. Dieser hätte ihm sicher einen ande- überhaupt nichts tun: Er konnte weder ren seiner Söhne vorgeschlagen. Er frag- Glauben noch ein vorbereitetes Herz te natürlich auch nicht seine Halbbrü- vorweisen, auch hatte er nicht den Willen noch die Fähigkeit, sich zu Jesus hinder, die ihn verstossen hatten.

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zuwenden. Gott erwählte ihn dennoch, und zwar um Christi willen: «Gerade ihn habe ich als mein Werkzeug ausgesucht. Er wird meinen Namen den nichtjüdischen Völkern und ihren Herrschern bekanntmachen, und auch dem Volk Israel» (Apg 9,15). Nach Seiner freien Gnadenwahl erwartet Gott Glaubensgehorsam. Nachdem Saulus zum Paulus geworden war, musste er sich für den Glaubensgehorsam entscheiden. Das tat er ohne zu zögern: «… sogleich fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er wurde sehend und stand auf und liess sich taufen» (Apg 9,18).

Streiflicht

Der Herr sucht Frucht
«Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine» (Lk 13,6). Wie herrlich, wenn jedes Jahr bis in den Spätherbst hinein geerntet werden kann. Das ist nie selbstverständlich! Es sind die guten Gaben Gottes, die Er in Seiner Gnade versprochen hat und reifen lässt: «Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht» (1.Mo 8,22). Gott meint es gut mit Seinem Volk. «Ich will der Priester Herz voller Freude machen, und mein Volk soll meiner Gaben die Fülle haben, spricht der Herr» (Jer 31,14). Gott hat Sein Wort nie gebrochen. Umso mehr sollte Dankbarkeit Ihm gegenüber unser Herz erfüllen, wenn die Saaten auf den Feldern, die Kräuter, Sträucher und Bäume Jahr für Jahr getreulich ihre Früchte tragen, die wir nur noch einzubringen haben. Welche Enttäuschung aber, wenn die Frucht gelegentlich einmal ausbleibt und es nichts zu ernten gibt! Unser Herr Jesus wurde zornig über den Feigenbaum, der, obwohl er auf fruchtbarem Boden stand, keine Frucht hervorbrachte. Er verfluchte denselben und gebot, den unnützen Feigenbaum umzuhauen. Wir lesen dazu in Matthäus 21,19: «Und er sah einen Feigenbaum an dem Wege, ging hin und fand nichts daran als Blätter und sprach zu ihm: Nun wachse auf dir niemals mehr Frucht! Und der Feigenbaum verdorrte sogleich.» Ein Baum, der keine Frucht trägt, ist nutzlos. Obschon Jesus im Gleichnis primär Israel meint, redet Er für uns Christen die genau gleiche, sehr ernste Sprache. Fast 2 000 Jahre durfte die Gemeinde Jesu in Seinem Weinberg wirken. Gewiss, es wurde mancherorts eifrig gearbeitet! Aber jeder einzelne Christ wird sich vor Jesu Richterthron verantworten müssen. Ob wir dann die Frucht vorweisen können, die Er von uns erwartet? Da wird vorab die Frucht der Busse erwartet. Seine Güte und Langmut ist zwar gross: «Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weisst du nicht, dass dich Gottes Güte zur Busse leitet?» (Röm 2,4). Aber auch wenn Gott unsere Sünden nicht gleich ahndet, bedeutet dies nicht, dass Er es mit uns nicht so genau nähme – im Gegenteil! Jesus sagt in Matthäus 3,8: «Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Busse!», sei es Busse über tote Werke, seien es Unterlassungen oder Sünden irgendwelcher Art. Wir wissen es doch: «Denn die Zeit ist da, dass das Gericht anfängt an dem Hause Gottes» (1.Petr 4,17). In der treuen Liebe zum Herrn und im Glaubensgehorsam darf der ethische Wandel durch den Heiligen Geist als Frucht heranreifen: «Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue» (Gal 5,22). Das ist uns nicht in die Wiege gelegt worden, sondern Gottes Gnadenwerk durch den Heiligen Geist. Sodann erwartet unser Herr, dass wir die Gnadenzeit dazu gebrauchen, als treue Zeugen und Diener für Ihn zu wirken. Der Glaube an den Herrn Jesus Christus soll nicht bloss der frommen Erbauung dienen. Die Liebe, die wir von Ihm empfangen haben, erzeugt den Drang, sich liebend für Ihn zu betätigen. Die Zeit des Wirkens ist beschränkt, sagte doch der Herr Jesus: «Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann» (Joh 9,4). Wer aus Christi Liebe lebt, in dem wirkt der Heilige Geist Taten der Liebe. Das sehen wir deutlich im Leben des Apostels Paulus, wenn er in 2. Korinther 5,14 bezeugt: «Denn die Liebe Christi drängt uns …» Jakobus 2,17 mahnt uns: «So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.» Werden wir, wer weiss wie bald, vor Jesu Preisrichterthron stehen, wird nur das Bestand haben und belohnt werden, was wir aus Dank und Liebe für Ihn getan haben. Alles andere ist für Ihn wertlos und wird zur Vernichtung dem Feuer übergeben. Der Herr will ernten und einbringen, was wir für Ihn gewirkt haben. Wehe uns, wenn wir dereinst mit leeren Händen dastehen und Er keine Frucht findet! Die Konsequenzen sind furchtbar, weil das Liebeswerk Jesu an uns vergeblich war. Ja, dann gibt es nur ein Wehe! Findet Er aber Frucht, und sollte sie auch unter Tränen gewirkt worden sein, wird der Lohn königlich sein! «Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine grosse Belohnung hat» (Hebr 10,35). ■ B.V.

Auf der Suche nach Wahrheit
Eine junge Frau aus Österreich war voller Ernst auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Sie interessierte sich sehr für die Philosophie, öffnete sich dem Okkultismus, versuchte es mit Astrologie, Tischrücken und medialen Kontakten. Das Medium sagte ihr, dass sie vor 1 000 Jahren schon einmal gelebt, damals Pallas Athene geheissen habe und die Tochter des griechischen Gottes Zeus gewesen sei. Später hat diese Frau unter vielen Mühen Philosophie studiert, um endlich eine Antwort zu finden auf die Frage nach dem Lebenssinn. Sie beschäftigte sich mit Sokrates, Aristoteles, Plato und Thomas von Aquin. Die Lebensgeschichte des Augustinus fand sie besonders interessant. Doch trotz allen Fleisses beim Studium musste sie zugeben: «Jetzt habe ich gedacht, die Wahrheit käme endlich ans Licht, und es ist wieder nichts. Warum muss das Leben immer so enttäuschend sein? Warum sind die Antworten nur so schwer zu finden?» Irgendwann bekam sie eine Bibel in die Hand. Sie begann darin zu lesen – und auf einmal klopfte ihr Herz vor Aufregung: Hier waren ja die Antworten, die sie ihr Leben lang gesucht hatte! Im Johannesevangelium las sie von einem Mann, der die gleichen Fragen gehabt hatte, die auch sie umtrieben. Es handelte sich um Nikodemus, der die Grösse Jesu erkannt hatte, aber nicht von neuem geboren war (Joh 3,1ff.). Sie ging nach Hause, kniete nieder und betete zu Jesus. Später bezeugte sie: «Ich wusste innerhalb eines Augenblicks, dass die Wahrheit in der Bibel stand und dass Jesus Christus die ganze Wahrheit ist; ich erkannte, dass ich Ihm nur glauben musste, um wirklich frei zu sein. Jetzt bin ich so glücklich.» ■

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Im Blickfeld

Die neue Weltordnung
Schon beim ersten Golfkrieg 1991 sprach der Vater des jetzigen amerikanischen Präsidenten Bush von einer neuen Weltordnung. Jetzt, nach dem Sturz Saddam Husseins und der Besetzung des Iraks, ist wieder vermehrt davon die Rede.
arkus Günther, Washington, USA diese Denkschule, die etwas ganz schrieb in den «Stuttgarter Nach- anderes im Sinn hat als irakisches Öl und richten»1: «James Woolsey, der amerikanische Sicherheitsinteressen. für einen Führungsposten in der iraki- Das Ziel ist eine neue Weltordnung, in schen Übergangsregierung vorgesehene der, unter amerikanischer Führung, die frühere CIA-Direktor, verblüffte seine arabischen Länder notfalls mit Gewalt Zuhörer in Washington mit einem er- demokratisiert und gefährliche Regime staunlichen Kommentar: Die rund um den Welt befindet sich derzeit im Globus gestürzt vierten Weltkrieg. Nicht nur die werden sollen. Zählweise ist dabei irritierend – Der Sturz SadWoolsey zählt den Kalten Krieg dams war da als den dritten Weltkrieg –, viel nur die Probe seltsamer mutet es an, dass er aufs Exempel.» diese Feststellung nicht mit Unter dem Schrecken und Entsetzen macht, Titel «Die neue sondern fast mit Begeisterung: Weltordnung» Endlich hat die freie Welt den veröffentlichte ultimativen Kampf gegen Terroder «Spiegel» risten, Fundamentalisten und einen Artikel, Diktatoren rund um den Globus in dem es unter anderem hiess: aufgenommen! – Woolsey ist ei«Nach dem ner der führenden NeokonservaSturz des Destiven in Washington, seine poten Saddam Freunde und Geistesverwandten James Woolsey Hussein reklasitzen in der Regierung, und sie denken ganz ähnlich wie er: Der Irak- mieren die Amerikaner das Recht, die krieg war nur der Anfang. Jetzt geht es Welt nach ihren Vorstellungen neu zu weiter – und um viel mehr. ‹Demokrati- ordnen. Diktatoren müssen künftig um scher Imperialismus› nennt man in den ihre Macht zittern, Rivalen dürfen gar

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nicht erst aufkommen. … Deutlicher könnte der Kontrast nicht sein: auf der einen Seite Europa, das sich zwar selbst als Modell versteht, dem aber nach aussen die rechte Strahlkraft fehlt. Auf der anderen Seite die Supermacht USA, die, abermals bestätigt durch einen Sieg ihrer Waffen, der Welt eine neue Ordnung auferlegen will. … Die Popularität des amerikanischen Präsidenten, der sein Prestige und seine Autorität in die Waagschale geworfen hat, stieg an der Heimatfront wieder in lichte Höhen. … Die Weltordnung, die Bush im Sinn hat, gründet auf der entfesselten Freiheit der Weltmacht, die im Krieg ein gewöhnliches Mittel der Politik sieht und Alleingänge allen Bindungen vorzieht. Aber lässt sich so mehr Frieden schaffen? … Nicht zufällig wird Bush in diesen Tagen vorzugsweise mit einem anderen Präsidenten verglichen, der ähnlich schlichter Denkungsart war und deshalb permanent unterschätzt wurde: Harry Truman. Der schuf die Grundlage für UNO und NATO, für Aufbau und Integration Japans und Deutschlands ins westliche Staatensystem – für die gesamte Architektur, auf welcher der Einfluss der Vereinigten Staaten in der Nachkriegsära vornehmlich beruhte. … Es gibt allerdings einen entscheidenden Unterschied zwischen Truman und Bush: Bush stellt alles in Frage, was von der damaligen Welt an Institutionen, Bündnissen und Verträgen übrig geblieben ist.

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Den Internationalismus der klassischen die menschliche Sehnsucht ausschlaggeUS-Aussenpolitik scheint ein rabiater bend sein, sondern allein das Wort GotUnilateralismus (Einseitigkeit) abzulö- tes. Übergeht er Gottes Wort, dann versen.» Über Europa hiess es im selben fällt er allzu leicht der Verführung, die Artikel: «Ökonomisch eine Weltmacht, genau an solche Menschheitssehnsüchpolitisch ein Zwerg – die künftige welt- te anknüpft. Die Bibel spricht von einem politische Rolle Europas hängt vom Bau- zukünftigen Reich, in dem Frieden und tempo des gemeinsamen Hauses ab. Nur Gerechtigkeit herrschen werden und in mit durchgreifenden institutionellen dem keine Träne mehr geweint wird. Sie Reformen, einer gemeinsamen Aussen- spricht davon mit grossartigen und einpolitik und dem Aufbau einer gemeinsa- dringlichen Worten etwa am Ende der men Interventionstruppe kann sich Eu- Johannesoffenbarung. Und doch wird ropa aus der politischen Selbstblockade deutlich, dass nicht der Mensch es ist, befreien.»2 der dieses Reich herbeiführt, sondern Alles bewegt sich auf die neue Welt- allein Gott der Herr, der spricht: ‹Siehe, ordnung zu. Fast scheint ein Wettlauf mit ich mache alles neu› (Offb 21,5). Vorher der Zeit angebrochen zu sein. Dabei darf aber wird der Antichrist sein kurzlebinicht übersehen werden, dass man in Eu- ges Scheinfriedensreich errichten, von ropa in diesen Tagen an einer Verfassung dem obiger Vers spricht. Es ist ein Friebastelt und eine gemeinsame Aussenpo- de und eine Einheit auf der Grundlage litik zu Wege bringen will. Europa will der menschlichen Sünde und des daraus bei der Entstehung einer neuen Weltord- hervorgehenden Grössenwahns, der nung unbedingt eine Rolle spielen. Dabei scheitern muss. So wichtig und notwendig menschscheinen Amerika und Europa sich immer mehr zu Konkurrenten zu ent- lich-politische Friedensbemühungen wickeln. Amerikanische Politiker fragen sind, so unmöglich ist es aber, dadurch bereits offen, warum die USA in Europa umfassenden und dauerhaften Frieden überhaupt noch ein Machtfaktor bleiben im Stil einer ‹Neuen Weltordnung› zu sollen, wenn die europäischen Staaten erreichen. Wer das behaupten wollte, des einstigen Warschauer Paktes in den Genuss einer erweiterten EU kommen. Der deutsche Aussenminister Fischer betonte andererseits, dass der Anlass für eine engere Zusammenarbeit der Europäer gegeben sei. Driften Amerika und Europa immer weiter auseinander? Spielen vielleicht beide für sich eine endzeitliche Rolle? Wie die politische Lage letztlich auch aussehen Die EU: «Ökonomisch eine Weltmacht, politisch ein Zwerg» mag, eines ist sicher: Die neue Weltordnung wird kommen, aber müsste die Macht der Sünde leugnen, welche die Herzen der Menschen erfüllt. alles andere als Frieden bringen. In Offenbarung 17,12-13 wird pro- Selbst ein Apostel Paulus musste bekenphezeit: «Und die zehn Hörner, die du nen: ‹Das Gute, das ich will, tue ich gesehen hast, das sind zehn Könige, die nicht, sondern das Böse, das ich nicht ihr Reich noch nicht empfangen haben; will, das tue ich› (Röm 7,19). … Die Zielaber wie Könige werden sie für eine vorstellung von einer ‹Neuen WeltordStunde Macht empfangen zusammen mit nung› geht – so schön und faszinierend dem Tier. Diese sind eines Sinnes und sie zunächst erscheint – von einem utogeben ihre Kraft und Macht dem Tier.» pischen und unrealistischen MenschenDazu schreibt Dr. theol. Lothar Gassman: bild aus, welches den biblischen Aussa«Betrachtet man die Ziele, die mit dem gen vom sündhaften Wesen des MenGedanken einer ‹Neuen Weltordnung› schen widerspricht, ja im Gegenteil: selverbunden sind, so erscheinen diese ber aus der Sünde entspringt! Lassen wir ■ N.L. zunächst faszinierend. Wer wünscht sich uns hier nicht blenden!» nicht endlich Frieden, Einheit, Gerechtigkeit und eine bewahrte Schöpfung? 1 Stuttgarter Nachrichten, 16.04.2003 Und doch kann für einen Christen nicht 2 Der Spiegel, Nr.17/2003
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Aufgegriffen
Sergio Vieira de Mello, Sonderbotschafter der Vereinten Nationen für den Irak, beklagte die Untätigkeit der UNO in Afrika: «Hier sterben die Menschen wie Fliegen … Aber wer kümmert sich darum?» Nachdem man entsetzliche Massaker in der kongolesischen Ostprovinz um die Stadt Bunai entdeckte, wurde jetzt das Weltgewissen wachgerüttelt und die UNO in Gang gesetzt. Vor allem Frankreichs Präsident Jacques Chirac machte plötzlich Druck … weil hier reiche Rohstoffvorkommen locken wie Öl, Gold, Diamanten und Kobalt. Die Stadt Zürich hat ihren ersten (öffentlichen) buddhistischen Tempel: Nach 14 Monaten Bauzeit wurde Mitte Mai der Kadampa-Tempel in Altstetten eröffnet. Darin sollen buddhistische Geistesschulung und Praxis gelehrt werden. 87 Prozent aller 10- bis 14-jährigen Kinder in Grossbritannien finden Gottesdienste «uncool und langweilig». Jede Woche treten 1 000 Kinder unter 15 Jahren aus den Kirchen in Grossbritannien aus. Nur 4 Prozent aller Kinder besuchen die kirchliche Sonntagsschule. Ein amerikanisches Missionswerk (Fort Lauderdale) in Florida will die Bibel Satz für Satz verfilmen. Die Kosten werden auf über 660 Millionen Euro veranschlagt, etwa 10 Millionen Euro pro biblisches Buch. Das Filmprojekt soll 2005 starten. Veranschlagt sind drei Jahre für die Produktion. Damit könnte eine grosse Zahl junger Menschen der «Video-Generation» erreicht werden, so die Argumentation des Missionswerkes. Mit welchen Sätzen sie ihren Pastor nicht ermutigen sollten, war in «Idea Spektrum» zu lesen: • Sie verstehen es wirklich grossartig, die Zeit auszufüllen. • Ich weiss nicht, was die Leute haben. Mir gefallen Ihre Vorträge. • Wenn ich gewusst hätte, dass Sie heute so gut sind, hätte ich mitgeschrieben. • Wissen Sie eigentlich, dass alle Fenster dieses Saales aus 242 Einzelscheiben zusammengesetzt sind? • Sie sollten nicht so oft vortragen müssen.

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Der jüdische Publizist Henryk M. Broder (Berlin) hat dem evangelischen Fernsehpfarrer Jörg Zink Antisemitismus vorgeworfen. In einer «Fliege»-Talkshow zu Beginn des Irak-Krieges habe Zink auf die Frage, ob man den irakischen Diktator Saddam Hussein nicht mit einem Attentat umbringen solle, geantwortet, dass dazu den Amerikanern der Mut palästinesischer Selbstmordattentäter fehle. Diese seien «mutige junge Leute, die sich voll hingeben für die Sache». Man dürfe sie nicht abschätzig als «Selbstmordattentäter» bezeichnen. Wie die Zeitschrift «Der Spiegel» berichtet, hat Russland bereits Saudi-Arabien als Ölexportland Nr. 1 überholt. Im ersten Quartal 2003 lag das Wirtschaftswachstum bei plus 6,4 Prozent. Belgische Zeitungen haben in den vergangenen Tagen einen antiisraelischen Boykottaufruf veröffentlicht. Darin werden die Leser aufgefordert, keine Früchte aus Israel zu kaufen. Unter der Abbildung einer bluttriefenden Orange steht in französischer Sprache: «Die israelischen Früchte haben einen bitteren Geschmack.» Weiter heisst es: «Lehnt die Besatzung Palästinas ab. Kauft kein israelisches Obst und Gemüse.» Verantwortlich dafür zeichnet die «Belgisch-palästinensische Vereinigung». Nach Angaben des amerikanischen Statistikamtes übersteigt in diesem Jahr die Anzahl der Juden in Israel die Zahl der jüdischen Einwohner der Vereinigten Staaten von Amerika. Somit leben zum ersten Mal seit knapp 2 000 Jahren, seit der Zerstörung des zweiten jüdischen Tempels, in Israel wieder mehr Juden als in jedem anderen Land der Welt. Berichten des Nachrichtensenders CBS zufolge lag im Monat Mai die Zahl der jüdischen Staatsbürger Israels bei 5,4 Millionen, während in den USA 5,2 Millionen Juden leben. Eine junge, jüdische Frau, die durch ein Selbstmordattentat auf einen Bus schwer verletzt wurde, sagte: «Ich hasse die Araber nicht, aber bitte sagt ihnen, dass sie aufhören sollen, uns zu töten.» In Afrika sterben täglich 6 000 Menschen an der Immunschwächekrankheit AIDS.

Im Blickfeld

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Die Angst vor Harmagedon
Unter dem Deckmantel des Friedens nimmt die Aufrüstung immer bedrohlichere Formen an. Die Angst geht um, und der Name Harmagedon wird immer aktueller.
n der Fernsehsendung «Monitor»1 war Folgendes zu vernehmen: «Die US-Regierung entdeckt eine alte Antwort auf vermeintliche Schurkenstaaten und Terroristen neu: Atomwaffen. Eine neue Nuklearstrategie soll den Einsatz atomarer Waffen auch gegen Gegner erlauben, die biologische oder chemische Waffen besitzen oder beschaffen. Neu entwickelte Atomwaffen würden danach tief unter der Erde verbunkerte Ziele sowie Bio- und Chemiewaffenbestände zerstören. Die ersten ‹Mini-Nukes› können noch in diesem Jahr freigegeben werden. Obwohl keineswegs sicher ist, dass die neuen Atomwaffen auch technisch funktionieren, fordern sie doch schon heute erste Opfer: Das nukleare Nichtverbreitungsabkommen steht damit auf dem Spiel und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Atomwaffen erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eingesetzt werden. Ein Wettrüsten der neuen AtomStaaten ist dann vorprogammiert. Der stellvertretende UNO-Generalsekretär Janawantha Dhanapala warnt, dieser Strategiewechsel könnte zu ‹einem Abgleiten nach Harmagedon› führen.» Alles ruft nach Frieden und Sicherheit, und dennoch bewaffnen sich die Nationen bis an die Zähne. Um Krieg zu verhindern, muss man Waffen produzieren, und um Frieden zu sichern, militärische Stärke zeigen. Verkehrte Welt! Krieg ist leider manchmal notwendig, um sich zu schützen, andere zu befreien oder Diktatoren zu stürzen. Allerdings decken Kriege das eigentliche Übel der Menschheit auf. «Der Mensch ist böse von Jugend auf», heisst es in der Bibel. Er ist verdorben und mit Sünde verseucht; das so genannte Gute im Menschen gibt es nicht. Jesus sagte: «Niemand ist gut, ausser Gott.» Und im Römerbrief lesen wir: «… es ist keiner verständig, keiner fragt nach Gott; alle sind abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; es ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer! Ihre Kehle ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen trügen sie; Otterngift ist unter ihren Lippen; ihr Mund

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ist voll Fluchens und Bitterkeit, ihre Füsse sind eilig, um Blut zu vergiessen; Verwüstung und Jammer bezeichnen ihre Bahn, und den Weg des Friedens kennen sie nicht. Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen» (Röm 3,11-18). Dem Menschen ist nicht zu trauen. Lüge und Hinterlist begegnen uns im alltäglichen Leben, in der Nachbarschaft und am Arbeitsplatz, im Kleinen wie im Grossen, zwischen Ländern, Nationen und Kontinenten. Schon kurz nach dem Sündenfall fand der erste Mord statt, und wenig später rühmte sich ein Mann namens Lamech, dass er einen Mann für seine Wunde und einen Knaben für seine Striemen erschlug (vgl. 1.Mo 4,23). Seitdem scheint der Frieden ein Traum zu sein, der sich in der Realität immer und immer wieder zum Albtraum feindlicher Auseinandersetzungen entwickelt hat. Er wird ein Traum bleiben, bis Jesus wiederkommt! Die Bibel sagt klar und deutlich, dass es in der Endzeit nicht nur zu weltweiten, zunehmenden Bedrohungen durch Kriege kommt, sondern dass sie auch geführt werden, weil der Mensch unverbesserlich böse ist. Unsere Welt wird beherrscht von der Macht der Finsternis (vgl. 2.Kor 4,4), und besonders Regierungen stehen unter deren Einfluss (vgl. Dan 10,13.20-21). Die Angst vor Harmagedon ist berechtigt, denn heute werden die Waffen produziert, die dort zum Einsatz kommen sollen. Doch wer treibt die Völker dorthin? Satan und seine Dämonen. Sie werden Zeichen und Wunder vollbringen, um die Regierenden der Erde in den letzten grossen Krieg zu treiben. Sicher geschieht diese Verführung nicht mit Pferdefuss und Mistgabel, sondern mit «vernünftigen» Argumenten über die «Sicherung des Friedens». Das wird jedem einleuchten (vgl. Offb 16,13-16), aber letztlich handelt es sich um einen Krieg gegen Gott und Sein Volk (vgl. Ps 2 und Ps 83). Wir sollten täglich darum beten, dass Jesus bald wiederkommt, denn dann

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werden unsere Träume vom Frieden wahr. Er wird Gericht, aber auch Gerechtigkeit und Frieden bringen, und alle Völker sollen unter Seiner Herrschaft in nie gekannter Harmonie leben. Es folgt ein Überblick über das, was Gott unserer Welt für die Regierungszeit Jesu auf Erden verheisst: Moab (Jordanien): «Aber ich werde die Gefangenschaft Moabs wenden am Ende der Tage, spricht der Herr» (Jer 48,47). Ägypten: «An jenem Tag werden fünf Städte im Land Ägypten sein, die die Sprache Kanaans reden und dem Herrn der Heerscharen schwören werden. Eine wird Ir-Heres heissen. An jenem Tag wird mitten im Land Ägypten dem Herrn ein Altar geweiht sein und ein Gedenkstein für den Herrn nahe an seiner Grenze. Und er wird zu einem Zeichen und zu einem Zeugnis für den Herrn der Heerscharen im Land Ägypten werden: Wenn sie zum Herrn schreien werden wegen der Unterdrücker, dann wird er ihnen einen Retter senden; der wird den Streit führen und sie erretten. Und der Herr wird sich den Ägyptern zu erkennen geben, und die Ägypter werden an jenem Tag den Herrn erkennen. Dann werden sie dienen mit Schlachtopfern und Speisopfern und werden dem Herrn Gelübde tun und sie erfüllen. Und der Herr wird die Ägypter schlagen, schlagen und heilen. Und sie werden sich zum Herrn wenden, und er wird sich von ihnen erbitten lassen und sie heilen» (Jes 19,18-22). Assur (Syrien): «An jenem Tag wird es eine Strasse von Ägypten nach Assur geben. Assur wird nach Ägypten und die Ägypter nach Assur kommen, und die Ägypter werden mit Assur dem Herrn dienen. An jenem Tag wird Israel der Dritte sein mit Ägypten und mit Assur, ein Segen inmitten der Erde. Denn der Herr der Heerscharen segnet es und spricht: Gesegnet sei Ägypten, mein Volk, und Assur, meiner Hände Werk, und Israel, mein Erbteil!» (Jes 19,23-25). Die Philister (Palästinenser): «Und ich werde seine blutigen Fleischbrocken aus seinem Mund wegreissen und seine abscheulichen Stücke zwischen seinen Zähnen hinweg. So wird auch er als ein Rest übrig bleiben für unseren Gott und wird sein wie ein Stammverwandter in Juda und Ekron wie ein Jebusiter» (Sach 9,7). «Moab ist mein Waschbecken, auf Edom will ich meine Sandale werfen; Philistäa, jauchze mir zu!» (Ps 60,10). «Ich will Rahab (Ägypten) und Babel

ren mich zu dir gesandt hat» (Sach 2,15). «Und Ferne werden kommen und am Tempel des Herrn bauen. Und ihr werdet erkennen, dass der Herr der Heerscharen mich zu euch gesandt hat. Und das wird geschehen, wenn ihr aufmerksam auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, hören werdet» (Sach 6,15). «So spricht der Herr der Heerscharen: Noch werden Völker und Bewohner vieler Städte kommen; und die Bewohner der einen werden zur anderen gehen und sagen: Lasst uns doch hingehen, den Herrn um Gnade anzuflehen und den Herrn der Heerscharen zu suchen! Auch ich will gehen! Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um den Herrn der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und den Herrn anzuflehen. So spricht der Herr der Heerscharen: In jenen Tagen, da werden zehn Männer aus Nationen mit ganz verschiedenen Sprachen zugreifen, ja, sie werden den Rockzipfel eines jüdischen Mannes ergreifen und sagen: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist» (Sach 8,2023). Wohnblock mit Friedensfahnen. Frieden wird ein Traum bleiben, bis Jesus wiederkommt! «Denn vom Aufgang der Sonne bis Alle Völker: «Dann aber werde ich zu ihrem Untergang ist mein Name gross den Völkern andere, reine Lippen geben, unter den Nationen. Und an allerlei Ordamit sie alle den Namen des Herrn an- ten lässt man Opferrauch aufsteigen und rufen und ihm einmütig dienen» (Zef bringt meinem Namen Gaben dar, und 3,9). zwar reine Opfergaben. Denn mein «Die Nationen werden den Namen Name ist gross unter den Nationen, des Herrn fürchten, alle Könige der Erde spricht der Herr der Heerscharen» (Mal deine Herrlichkeit. Denn der Herr wird 1,11). Zion aufbauen, er wird erscheinen in «Und alle Nationen werden euch seiner Herrlichkeit. Er wird sich wen- glücklich preisen, denn ihr, ihr werdet den zum Gebet der Verlassenen, ihr ein Land des Wohlgefallens sein, spricht Gebet wird er nicht verachten. Dies sei der Herr der Heerscharen» (Mal 3,12). aufgeschrieben für das künftige Ge«Und ich will dich nicht mehr die schlecht, und ein neu geschaffenes Volk Schmähung der Nationen hören lassen, soll Jah loben. … wenn die Völker sich und das Höhnen der Völker sollst du alle versammeln und die Königreiche, nicht mehr ertragen müssen; und du um dem Herrn zu dienen» (Ps 102,16- sollst deine Nation nicht mehr kinder19.23). los machen, spricht der Herr, Herr» (Hes «… an jenem Tag werden viele Natio- 36,15). nen sich dem Herrn anschliessen. So Maranatha – Herr Jesus, komme bald! werden sie mein Volk sein. Und ich wer■ N.L. de in deiner Mitte wohnen, und du wirst erkennen, dass der Herr der Heerscha- 1 ARD-Magazin Monitor, 25.04.2003
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erwähnen bei denen, die mich kennen; siehe, Philistäa und Tyrus samt Kusch. Dieser ist dort geboren. Von Zion aber wird gesagt werden: Mann für Mann ist darin geboren. Und der Höchste, er wird es befestigen» (Ps 87,4-5). «Und es soll geschehen: Ihr sollt es als Erbteil verlosen unter euch und den Fremden, die sich in eurer Mitte aufhalten, die in eurer Mitte Söhne gezeugt haben. Und sie sollen euch gelten wie Einheimische unter den Söhnen Israel. Mit euch sollen sie es als Erbteil durch das Los erhalten mitten unter den Stämmen Israels. Und es soll geschehen, in dem Stamm, bei dem der Fremde sich aufhält, dort sollt ihr ihm sein Erbteil geben, spricht der Herr, Herr» (Hes 47,22-23).

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ten. Dies geht aus Offenbarung 13 deutlich hervor. Doch auch die antichristliche Zukunft muss vorbereitet werden. Nie war unsere Welt weiter in der technischen Entwicklung als heute, und nie zuvor ist unser Planet so klein geworden wie im 21. Jahrhundert. Was undenkbar erschien, als die Offenbarung niedergeschrieben wurde, was über JahrhunderEs ist machbar, es spart Geld und Aufwand, es «dient ja nur dem Schutz» und te niemand für möglich hielt, was noch vor wenigen Jahrzehnten kaum jemand ist gut für alle – und dann …? glaubte, ist heute Wirklichkeit. Immer schneller, immer effektiver und vor aln einem Artikel des Wochenmagazins dung: Visa, Mastercard und American lem immer konkreter wird eine Tech«Focus»1 war zu lesen: «Lauschan- Express arbeiten daran. nologie erschaffen, die dem Antichrisgriff aufs Müsli. ‹Ein Internet der BilDatenschützer beobachten die Chip- ten nützlich sein wird. Alles wird lionen Dinge wird bald entstehen›, ver- Offensive mit Skepsis. ‹Was passiert mit miteinander vernetzt, vom Reiskorn bis sichert Kevin Ashton, Direktor des Auto- all den Informationen, wenn wir den zum Lkw, und das über den ganzen GloID Center am Massachusetts Institute of Laden verlassen haben?›, argwöhnt Ka- bus. Nichts bleibt dann mehr unentTechnology (MIT). Zu den 90 Sponso- therine Albrecht, Harvard-Doktorandin deckt; alles ist erkennbar und kontrolren seiner Denkfabrik gehören Kellog’s und Gründerin der US-Konsumenten- lierbar. Die Zeit, in der die Menschen und Kodak, Metro und Wal-Mart, Coca- initiative Caspian. ‹Stellen Sie sich vor, sich das Malzeichen an Hand oder Stirn Cola und Pepsi, Gillette und Nestlé, In- ich betrete ein Geschäft mit Lesestatio- anbringen lassen, ist nur noch der folgetel, SAP und IBM. Die illustre Runde hat nen, das meine Hose und damit mich richtige Höhepunkt einer langen Entihm den Auftrag erteilt, mit Hilfe der vom letzten Einkauf her kennt. Das ist wicklung. Weil die Offenbarung des Johannes Funk-Chips ‹an der Vernetzung von ein- dann wie im Kinofilm ,Minority Report’ von Gott gegeben ist (vgl. Offb 1,1), ist fach allem› zu arbeiten. Seine Mitarbei- – jedes Display erkennt mich …» ter nehmen das wörtlich: ‹Mit 54 Bit Die Angst vor dem Internet, vor Kre- sie absolut wahr. Darum wird alles so können Sie jedes Reiskorn durchnum- ditkarten, Datenerfassungssystemen kommen, wie es in ihr beschrieben ist. merieren, das auf der Welt produziert oder der Zahl 666 an einem Autoschild Unsere Blicke aber richten sich nach wird›, rechnet einer vor, ‹mit 138 Bit oder einer Hauswand ist unberechtigt. oben, denn auch am rasanten technijedes Molekül auf der Oberfläche des Als Christen sollten wir vielmehr die schen Fortschritt erkennen wir, dass die Planeten.› Gunst der Stunde nutzen und die mo- Erfüllung letzter Dinge näher rückt und (…) Spezielle Funkregale, derzeit derne Technik einsetzen, um möglichst das Kommen Jesu für Seine Gemeinde etwa in einem Supermarkt im britischen jederzeit stattfinCambridge im Einsatz, erkennen, welden kann. In Ofche Packungen ein Kunde herausnimmt. fenbarung ‹Sind es mehr als drei, schiesst eine 13,16-18 lesen Überwachungskamera automatisch ein wir: «Und es Bild, und das Personal wird informiert›, macht, dass sie erklärt Gillette-Sprecher Paul Fox. In allesamt, die einem Zukunftsladen in Rheinberg – eiKleinen und nem Gemeinschaftsprojekt von Metro, Grossen, die ReiSAP und Intel, das Ende April gestartet chen und Arwurde – kommen die smarten Regale men, die Freien erstmals auch in Deutschland zum Einund Sklaven, satz und kommunizieren dort mit Rasiersich ein Zeichen klingen, Shampoo und Frischkäse. machen an ihre 70 Milliarden Dollar im Jahr könnte rechte Hand allein die US-Warenindustrie mit der so Produkte im Einkaufswagen automatisch erfassen und von der Kreditkarte oder an ihre genannten Radio Frequency Identifica- abbuchen Stirn, und dass tion (Funkidentifikation, kurz RFID) einniemand kaufen sparen, glaubt Paul Fox. ‹Die verlieren viele Menschen mit dem Evangelium zu oder verkaufen kann, wenn er nicht das wir heute, weil wir bestohlen werden, erreichen. Wir müssen nicht nur deshalb Zeichen hat, nämlich den Namen des weil die Kunden vor einem nicht recht- keine Angst haben, weil die Gemeinde Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier zeitig nachgefüllten Regal stehen oder vor dem eigentlichen Auftreten des An- ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überdurch falsche Lieferungen.› tichristen entrückt wird, und zwar lege die Zahl des Tieres; denn es ist die (…) Wie IBM auf der Computermes- «… vor der Stunde der Versuchung die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist se CeBIT demonstrierte, kann ein Funk- über den ganzen Erdkreis kommen wird» sechshundertundsechsundsechzig.» tor die Produkte im Einkaufswagen au- (Offb 3,10), sondern auch darum, weil ■ N.L. tomatisch erfassen und von der Kredit- die moderne Technik erst antichristlich karte abbuchen. Auch die geht auf Sen- wird mit dem Auftreten des Antichris- 1 Focus, Nr. 17/2003

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Im Blickfeld

Eine Technologie für den Antichristen?

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Aus der Arbeit des Mitternachtsruf
Uelzen Braunschweig
ten die Versammlung stören. Unverrichteter Dinge verliessen sie den Saal, und auch dieser Abend war gesegnet. In dieser Situation zeigte sich erneut und in aller Klarheit, dass sich die Frage bezüglich der Juden und des jüdischen Staates nicht rational beantworten lässt. Es handelt sich hier, und das wurde durch das Thema auch immer wieder deutlich aufgezeigt, um ein geistliches Problem. Aber am Ende behält Jesus den Sieg, und Er kommt mit seinem Volk Israel zum Ziel. Viele neue Leser konnten während der Tournee hinzugewonnen werden. Das hat uns sehr ermutigt. Auch die Abnahme am Büchertisch war sehr gut. Viele Bücher, Kassetten und Gratisliteratur konnten verbreitet werden. Eine besondere Erquickung für die Besucher waren auch die Lieder, die von Govert Roos gesungen wurden. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Freunden bedanken, die mitgeholfen haben, diese Tournee vorzubereiten. Dies natürlich durch Ihre Gebetsunterstützung, aber auch, indem Sie für die einzelnen Orte Einladungszettel bestellt und verteilt haben. Diese Unterstützung war eine Stärkung für uns und trug gewiss dazu bei, dass so viele Besucher gekommen sind. Für das kommende Jahr planen wir erneut so eine Tournee, und wenn Sie, lieber Leser, liebe Leserin, uns einladen möchten, um einen aktuellen Vortrag im Licht der biblischen Prophetie zu hören oder wenn Sie in Ihrem Ort so eine Versammlung organisieren möchten, dann schreiben Sie uns möglichst bald. Die Adresse lautet: Missionswerk Mitternachtsruf, z.H.v. Jonathan Malgo, Eichholzstrasse 38, 8330 Pfäffikon ZH, Schweiz. ■ J.M.

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Osnabrück Paderborn Solingen Giessen

Werdau

Nürnberg

m Anschluss an die Tagung in Nürnberg (29. Juni 2003) starteten Govert Roos, Norbert Lieth und ich zu unserer diesjährigen Deutschlandtournee. Diesmal wollten wir als Missionswerk Mitternachtsruf die Versammlungen an Orten durchführen, wo wir selten oder noch nie gewesen waren, also sozusagen Neuland einnehmen. Die Tour begann in Werdau und führte uns weiter über Braunschweig, Uelzen, Osnabrück, Paderborn und Solingen bis nach Giessen. Immer wieder war an den einzelnen Orten eine gewisse Spannung da, wie vie-

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le Besucher wohl kommen würden und wie die Versammlung ablaufen werde, besonders bei dem brisanten Vortrag, den Norbert Lieth unter dem Thema «Anfang und Ende des Israelkonflikts» weitergab. Der Herr ist treu! Der Besuch war über die Massen gesegnet, praktisch überall waren die Säle voll. In Paderborn, wo gegen 400 Personen gekommen waren, mussten die Leute teilweise stehen. Und es war auch in Paderborn, wo wir sehr deutlich den Schutz des Herrn erfahren durften, denn Die Versammlung in Solingen zwei Antisemiten wollNorbert Lieth

Jonathan Malgo

Govert Roos

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Fakten über die Ökumene

Die Ökumene D im Licht endzeitlicher Entwicklung
Die heutige Ökumene ist ein weltumfassender, im Rahmen allgemeiner Globalisierungspläne eingebundener Prozess, der die Grundbedingungen für die endzeitlichen Szenarien der Bibel schafft, die im 18. oder 19. Jahrhundert so nicht gegeben waren.
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■ MICHAEL URBAN as Eine-Welt-Denken nötigt den Erdenbürgern ein völliges Umdenken in politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und den christlichen Glauben betreffenden Fragen ab, schafft aber letztlich die Bedingungen, die für die weltweite Herrschaft des antichristlichen Reiches nötig sind. Schon aus diesem Grund können wiedergeborene Gotteskinder nicht am ökumenischen Prozess teilhaben – oder wollen wir mitbeteiligt sein an der Vorbereitung für die Bühne des Antichristen? Hier nur vier Punkte, die die Vorbereitung skizzieren: • Politisch weitgehende Entscheidungen dürfen nicht mehr nur national, sondern müssen international akzeptiert sein. • Die Wirtschaft orientiert sich immer weniger an den Prinzipien der freien Marktwirtschaft (Angebot und Nachfrage), sondern ist mehr und mehr politisch reglementiert. • Die Gesellschaft ist fasziniert vom Toleranzdenken nach dem Motto: Es gibt keine absolute Wahrheit, ein Fünkchen Wahrheit ist überall. • In Glaubensfragen wird der bibeltreue Mensch immer öfter mit dem Begriff

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1. Verführung. Wenn der Herr Jesus in Seiner Endzeitrede auch nahe (Tempelzerstörung 70 n.Chr.) und fern liegende Prophetie über das Ende ausspricht, so geht Er doch vornehmlich auf die Frage der Jünger ein: «Sage uns, wann wird das sein, und was ist das Zeichen, wann dies alles vollendet werden soll?» (Mk 13,4), indem Er antwortet: «Seht zu, dass euch niemand verführe!» (V 5). Er bezieht sich damit nicht nur auf die Tatsache, dass in der letzten Zeit Verführungen sein werden, sondern dass eine dieser Verführungen in falscher Endzeitberechnung besteht: «Von jenem Tag aber oder der Stunde weiss niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater. Seht zu, wacht! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit ist.» Auch Paulus beschäftigte sich mit diesem Thema im zweiten Brief an die Thessalonicher (Kap 2,3). Falsche Berechnungen und Spekulationen sind eindeutig unter das Konto «Verführung» zu rechnen. Aber genauso handelt es sich um Verführung, wenn der Eindruck erweckt wird, dass der Herr noch Ökumene und Bibel lange nicht Wenn wir uns dem Prozess kommt. Und geder Ökumene in der Welt der nau das geChristenheit – und hier vor alschieht in zunehlem in der evangelikalen Chrismendem Mass in tenheit – zuwenden, muss leider der Welt der gesagt werden, dass der Geist Ökumene. Bis hider Ökumene in vielen Punkten nein in die Freider Bibel widerspricht, kirchen erntet besonders aber in einem: man UnverständDer Geist der Ökumene lehnt nis und Anfeines ab, zu scheiden und zu unterdung, wenn man scheiden, zu richten und zu bees wagt, die kataurteilen. Dieser Ungeist lässt uns strophalen Ereigim Glauben, wir hätten das Lie- Politisch weitgehende Entscheidungen dürfen nicht mehr nur national, sondern müssen nisse der letzten besgebot Jesu dann erfüllt, wenn international akzeptiert sein 20 Jahre mit Endwir jeder auch noch so unbiblizeitprophetie in schen Meinung mit einer gewissen Ach- schen, die dazu vieles im ökumenischen Verbindung zu bringen. Ja, nicht einmal tung und Anerkennung begegnen. Meist Bereich mit völlig ehrlichen Absichten nach dem 11. September 2001 waren wird dabei noch das Wort aus Matthäus tun. Geistliche bereit, hier ein deutliches Zei7,1 zitiert: «Richtet nicht, damit ihr nicht chen zu sehen, etwa dass die Endzeit in gerichtet werdet!» Interessanterweise nicht Ökumene als endzeitliches Zeichen ein neues Stadium getreten ist. Istkirchaber steht in Vers 6: «Gebt nicht das seither weltweit die Anstrengung Heilige den Hunden; werft auch nicht Anhand zahlreicher Bibeltexte kön- licher und politischer Kreise auffällig, eure Perlen vor die Schweine, damit sie nen wir sehr leicht erkennen, dass die den Islam als eine friedliche Religion diese nicht etwa mit ihren Füssen zer- Zeit vor dem Kommen Jesu für Seine darzustellen? Hat nicht der ökumenische treten und sich umwenden und euch Gemeinde und danach in Macht und Gottesdienst zu Ehren der vielen Opfer zerreissen!» Um zwischen dem «Heili- Herrlichkeit für Sein Volk Israel durch des Terroranschlags in New York klar gen» und den «Hunden» zu unterschei- mehrere Phänomene gekennzeichnet gezeigt, dass es der Welt schon heute den, muss ich ein Urteil sprechen: Ich ist, die die Menschheit in ihren Bann möglich ist, einen Gottesdienst unter muss nämlich beurteilen, was zu «Hei- ziehen werden. Auch die ökumenische Mitwirkung und Gebet von Moslems, ligen» und was zu den «Hunden» gehört. Bewegung steht auf diesem Boden. Zwei Christen, Juden, Buddhisten und andern Wenn der Apostel Paulus warnend dieser Phänomene seien hier herausge- zu feiern und dabei immer wieder zu schreibt: «Geht nicht unter fremdartigem griffen: beteuern, dass wir alle an einen Gott «Fundamentalist» gekennzeichnet, was ihn häufig mit aggressiven und militanten Gruppierungen auf eine Stufe stellt. So beklagt sich E. Geldbach, ein gern gehörter Redner auf Gemeindetagungen, darüber, «wie viele Christen sich für bibeltreue Auslegung anfällig zeigen». Sein Buch über den protestantischen Fundamentalismus in den USA und Deutschland ist laut einem Editorial der Schrift «Bibel und Gemeinde» eine regelrechte Abrechnung mit allen Bibeltreuen. Aber wieso hört die viel zitierte Toleranz in Kirchen und Gemeinden genau dort auf, wo es um bibelgläubige Menschen geht? Warum werden bibeltreue Geschwister als «ewig Gestrige» bezeichnet? Weshalb können freikirchliche Pastoren katholische Priester als Amtsbrüder bezeichnen, während sie verdienten Verkündigern das Recht absprechen, den Titel Pastor zu tragen, nur weil sie auf einer «nicht anerkannten Bibelschule» ihre Ausbildung gemacht haben? Und welche Anerkennung braucht eine Ausbildungsstätte? Die der Menschen oder die Anerkennung Gottes?
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Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis?» (2.Kor 6,14) – muss ich dann nicht zuerst feststellen, wer gläubig und wer ungläubig ist? Muss ich nicht beurteilen, wo Gerechtigkeit und wo Ungerechtigkeit ist? Muss ich nicht eine Trennlinie ziehen zwischen Licht und Finsternis? Dass wir nicht richten sollen, bezieht sich meines Erachtens auf unser Urteil über die Stellung eines Menschen vor Gott. Über diese Beziehung und vor allem ihre Folgen und ihren Ausgang kann nur unser Vater im Himmel etwas aussagen. Solches Richten steht uns nicht zu. Worüber wir aber richten und urteilen und was wir unterscheiden müssen, sind Werke, Wege, Haltungen und Einstellungen. Wenn wir im Folgenden den ökumenischen Prozess auf dem Hintergrund endzeitlicher Prophetie beleuchten, geht es in erster Linie um die Beurteilung eines falschen Weges und nicht um die Verurteilung fehlgeleiteter Men-

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Fakten über die Ökumene
glauben? Was wäre wohl passiert, wenn in diesem Gottesdienst einer gewagt hätte zu beten: «Komm bald, Herr Jesus!»? Unter dem Titel «Multireligiöse Regeln» erschien in der Presse folgende Verlautbarung: «Katholiken können mit Juden und Muslimen religiöse Feiern abhalten und beten. Sie verzichten dabei auf gemeinsame Gebetstexte und auf gemeinsam gesprochene Gebete. Das ist die Regel, die die deutsche Bischofskonferenz als Leitlinien für multireligiöse Feiern von Christen, Juden und Moslems aufstellt. Sie sollen bald veröffentlicht werden.»1 Kann die allgemeine Christenheit sich dieser Entwicklung überhaupt entziehen, wenn immer häufiger Toten- und Gedenkfeiern nach internationalen Katastrophen förmlich zu gemeinsamem

Die Wirtschaft orientiert sich immer weniger an den Prinzipien der freien Marktwirtschaft (Angebot und Nachfrage), sondern ist mehr und mehr politisch reglementiert
Handeln zwingen? Wir wissen gar nicht, wie weit die Verführung auf diesem Gebiet durch die Bemühungen der ökumenischen Bewegung schon gediehen ist. Ein weiterer Punkt der Verführung: In kaum einem der Texte der ACK (Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen) oder des Weltkirchenrates ist in den ehrwürdigen Präambeln der gemeinsamen Erklärungen von der Wiederkunft Jesu Christi die Rede. Und den Begriff «Entrückung der Gemeinde Jesu» werden wir in ökumenischem Schriftgut vergeblich suchen. Diese Vorstellung passt nicht zum Gesamtkonzept, denn sie ist weder in der protestantischen noch in der römisch-katholischen Kirche ein Thema. Wie heisst es doch so schön und doch so falsch: «In den Hauptsachen Einheit, in den Nebensachen Freiheit, über allem aber die Liebe.» Dieser Leitsatz vieler «überkonfessioneller» Werke ist in sich endzeitliche Verführung, wenn

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er auch in der Kirchengeschichte von Augustinus schon recht früh geprägt wurde. Dass wir selbst in unseren eigenen Gemeinden Spott ernten, wenn wir über die womöglich baldige Entrückung der wiedergeborenen Gotteskinder sprechen, zeigt die prophetische Qualität des Wortes in 2. Petrus 3,3-4: «… und zuerst dies wisst, dass in den letzten Tagen Spötter mit Spötterei kommen werden, die nach ihren eigenen Begierden wandeln und sagen: Wo ist die Verheissung seiner Ankunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so von Anfang der Schöpfung an.» Dass wir in den letzten Tagen leben, beweist sich dadurch, dass die Vereinigungsbewegung aller Kirchen für die seligste Hoffnung, die Gotteskinder haben, keinen Platz hat. Dies kann als ein Ergebnis des ökumenischen Prozesses gesehen werden: Endzeitfragen sind, wenn sie überhaupt vorkommen, Nebensachen. Verführung in den letzten Tagen kommt aber auch in anderen Bibeltexten vor, zum Beispiel in der Apostelgeschiche: Als Paulus von den Ältesten in Ephesus in bewegender Weise Abschied nimmt, weist er darauf hin, dass die Herde bewahrt werden muss vor solchen, die falsche Dinge reden und die Herde nicht verschonen werden (Apg 20,29-30). Im ersten und zweiten Timotheusbrief erwähnt Paulus Irrlehrer, die von bösen Geistern inspiriert sind (1.Tim 4,1-4), und solche, die das verkündigen, was die Menschen gerne hören möchten (2.Tim 4,3-4). Die so genannten «Gottesdienste für Kirchenferne» sprechen hier eine deutliche Sprache. Was die ökumenische Entwicklung angeht, kommt eine Verschleierungstaktik hinzu. Vor allem in Freikirchen wurde der ökumenische Weg jahrelang in versteckter Weise vorangetrieben, und den Mitgliedern wurde immer wieder gesagt: «Unser Gemeindebund hat mit Ökumene nichts zu tun.» Obwohl die ACK, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, in ihren eigenen Schrift-

sätzen offen und unverhohlen über ihren ökumenischen Auftrag Auskunft gibt und auch unter der Adresse «Ökumenische Zentrale Frankfurt» firmiert ist, wird weiterhin behauptet: «Wer Mitglied in der ACK ist, hat mit Ökumene nichts zu tun.» Die ACK selbst sieht das völlig anders. Die ökumenischen Beziehungen der Kirchen und folglich auch der ACK in Deutschland sind in die weltweite ökumenische Bewegung eingebettet. Deshalb bestehen Kontakte und Beziehungen zur multilateralen Ökumene auf Weltebene, zum Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), mit dem sie im Status eines «Associated Council» und über ihn mit den weltweiten Nationalen Kirchenräten (NCCs) zusammenarbeitet. Auf europäischer Ebene kooperiert sie eng mit der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und über sie mit den Europäischen Nationalen Kirchenräten, sowie mit dem Rat der Europäischen Katholischen Bischofskonferenzen (CCEE). Die Behauptung, die ACK hätte mit der Ökumene nichts zu tun, ist Verführung, wie sie in der Endzeit als «Geist der Lüge» auftreten wird. Paulus schreibt in seinem zweiten Brief an die Thessalonicher: «… deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit» (2.Thess 2,11-12). Der Irrwahn hat schon kräftig um sich gegriffen. Wie können wir ihm entgehen? Hierzu Gedanken von Rainer Wagner: «Da geistliche Verwirrung die grösste Gefahr für die endzeitliche Gemeinde ist, müssen wir alle führenden Persönlichkeiten der Christenheit, alle Entwicklungen, Bewegungen und Lehren im Licht des von Gottes Geist inspirierten Wortes prüfen. Personen und Bewegungen, die diese Prüfung als Beleidigung abtun, beweisen damit, dass sie nicht geistlichen Ursprungs sind. Denn Gottes Geist fordert zum Prüfen auf. Der Geist Gottes freut sich, wenn Christen tun, was Er in Seinem Wort verlangt: Prüfen. Nur Menschliches und Teuflisches, das sich hinter einer geistlichen Maske versteckt, ist über Prüfung empört, denn es fürchtet Aufdeckung.»2 2. Friedenssehnsucht. Wahren Frieden kann uns nur Gott selbst geben: «Er selbst aber, der Herr des Friedens, gebe euch den Frieden allezeit auf alle Weise!» (2.Thess 3,16).

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Seit den Anfängen der Menschheit hat die Friedenssehnsucht einen festen Platz im Leben der Menschen. Frieden und Harmonie sind ein menschliches Grundbedürfnis. Frieden ist das Endziel Gottes mit dem Menschen. Frieden ist ein Merkmal des Wirkens des Geistes Gottes. Frieden wird sowohl im Alten Testament als auch im Neuen Testament als ein Zustand beschrieben, der sehr erstrebenswert ist. So lesen wir zum Beispiel in Jesaja 52,7: «Wie lieblich sind auf den Bergen die Füsse dessen, der frohe Botschaft bringt, der Frieden verkündet, der gute Botschaft bringt, der Heil verkündet, der zu Zion spricht: Dein Gott herrscht als König!» Im Neuen Testament finden wir den eindrücklichen Vers: «Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird» (Hebr 12,14). Der Friede wird auch als ein Teil der Frucht des Heiligen Geistes erwähnt (Gal 5,22). Prophetisch wird der kommende Messias in Jesaja 9,5 so betitelt: «… man nennt seinen Namen: … Fürst des Friedens.» Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament sind die Bedingungen für ein Leben in wahrem Frieden aber festgelegt: «Kein Friede den Gottlosen, spricht der Herr» (Jes 48,22). Oder: «Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt» (Joh 16,33). Es gibt für den Menschen keinen tiefen, beständigen Frieden ohne die Bindung an Gott den Vater und unseren Herrn Jesus Christus. Besonders deutlich wird das bei der Geburt Jesu: «Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden …» (Lk 2,14). Hier wird der wünschenswerte Frieden auf Erden daran gekoppelt, dass Gott im Himmel Ehre erwiesen wird. Genauso war es bei Seinem Volk Israel: «Wenn ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Gebote haltet und sie tut, dann werde ich euch die Regengüsse geben zu ihrer Zeit, und das Land wird seinen Ertrag geben und die Bäume des Feldes werden ihre Frucht geben. Und die Dreschzeit wird bei euch bis zur Weinlese reichen, und die Weinlese wird bis zur Saatzeit reichen. Und ihr werdet euer Brot essen bis zur Sättigung und werdet sicher in eurem Land wohnen. Und ich werde Frieden im Land geben, dass ihr euch niederlegt und es niemand gibt, der euch aufschreckt. Und ich werde die bösen Tiere aus dem Land austilgen, und das Schwert wird nicht durch euer Land gehen» (3.Mo 26,3-6). Es gibt keinen Frieden auf Erden, solange dem Gott im Himmel getrotzt wird

und die Menschen nicht in Jesus Christus befriedet sind. Ist Frieden möglich? Ja! Aber nicht unter den derzeitigen Menschheitsbedingungen. Wenn der Mensch von Frieden spricht, dann meint er die Abwesenheit von Krieg. Durch eine gewaltige Kraftanstrengung mag es dem Menschen vielleicht gelingen, die Kriegsherde auf der Erde möglichst klein zu halten. Aber ist wirklich Frieden auf Erden, wenn kein Krieg ist? Was ist mit den Millionen von Kleinkriegen zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern, Alten und Jungen, was mit dem geistlichen Krieg zwischen den Mächten der Finsternis und den Mächten des Lichtes? Warum will man uns immer wieder einreden, es wäre Frieden auf Erden, wenn die Menschen nur zusammenhalten, aufeinander zugehen und mit einem ungeheuren Energieaufwand sich über alle Grenzen hinwegsetzend Einigkeit demonstrieren würden? Solange sich die Menschheit im Kriegszustand mit Gott befindet, kann sie keinen Frieden schaffen! Vielmehr erfüllt sich, was die Bibel für die Endzeit voraussagt und was der Prophet Jeremia als Gegenwartsanalyse für das Volk Israel vor der babylonischen Gefangenschaft, aber auch als Zukunftsvision für die Endzeit, proklamiert: «… sie heilen den Bruch der Tochter meines Volkes oberflächlich und sagen: Friede, Friede! – und da ist doch kein Friede» (Jer 6,14). Wir leben in einer Zeit, die Paulus ganz treffend so beschreibt: «Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit! dann kommt ein plötzliches Verderben über sie …» (1.Thess 5,3). Die Endzeit wird gekennzeichnet sein durch eine riesige Friedensbewegung, die letztendlich zur Vereinigung aller Menschen zu einer Menschheitsfamilie führen soll. Noch nie haben weltweit so viele Menschen gegen einen Krieg protestiert wie während der Irakkrise. Noch nie haben vor allem kirchliche Würdenträger sich so vehement gegen einen Krieg ausgesprochen, und noch nie gab
REUTERS

Nicht einmal nach dem 11. September 2001 waren Geistliche bereit, hier ein deutliches Zeichen zu sehen, etwa dass die Endzeit in ein neues Stadium getreten ist

es eine so einheitliche weltweite Front gegen Amerika und England wie anlässlich des Irakproblems. Mehr und mehr wurde dieser Krieg als ein Religionskrieg definiert, wobei selbst in freikirchlichen Kreisen die Bereitschaft wuchs, den demokratischen Präsidenten George W. Bush mehr zu verteufeln und in die Ecke fundamentalistischer Aggressivität zu stellen als den Diktator und Menschenverächter Saddam Hussein. Diese Entwicklung ist höchst alarmierend! Selbstredend war der Krieg gegen den Irak keine unproblematische Sache. Aber die Tendenz, islamische Länder als friedliebend hinzustellen und im Gegenzug Nationen mit eindeutig christlicher Prägung als Kriegstreiber mit «missionarisch-fundamentalistischem» Auftrag zu brandmarken, zeigt, dass der «Frieden um jeden Preis», dem einmal auch Israel zum Opfer fallen wird, beängstigend nahe ist. Letztlich ist die ökumenische Bewegung eine Friedensbewegung. Der katholische Theologe Prof. Dr. Hans Küng, der der Stiftung Weltethos vorsteht, hat es auf den Punkt gebracht: «Es gibt keinen Weltfrieden ohne Religionsfrieden.» Im Jahr 2002 wurde der «Göttinger Friedenspreis» eben diesem Herrn Küng verliehen. Dieser seit 1998 zum fünften Mal vergebene Preis der Stiftung Dr. Roland Röhl würdigte das Projekt Weltethos als «friedensstiftend, religionsübergreifend und kulturverbindend». Es sei zu einem friedensethischen Gravitationszentrum geworden und es sei ihm eine sinnstiftende Rolle für die Gestaltung des globalen Friedens im 21. Jahrhundert zu wünschen. Prof. Dr. Hans Küng hat seine Vision in vier Sätzen zusammengefasst: • Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen. • Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen. • Kein Dialog zwischen den Religionen ohne globale ethische Massstäbe. • Kein Überleben unseres Globus ohne
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Fakten über die Ökumene
ein globales Ethos, ein Weltethos. Die neue Weltordnung braucht zwei wesentliche Eckpfeiler: Religiöse Einheit und Weltfrieden. Dabei wird der ersehnte Weltfrieden zum Zugpferd der Einheit. Der Papst hat dazu erklärt, Weltfrieden sei nur zu erreichen, wenn Christen mit allen anderen Religionen zusammenarbeiteten. Da es hierbei um ein politisch-religiöses Ziel geht, müssen sich die Führer aus Politik und Religion zusammentun. Das aber bedeutet, dass es zu einer Vermischung der Religionen mit humanistischen und atheistischen Kräften kommen muss. Zu dieser politisch-religiösen Friedensinitiative gehörte auch der politische Weg des Michael Gorbatschow, der durch die Öffnung des Ostens gegenüber dem Westen die Beendigung des Kalten Krieges be-

weltweiten Friedens, und daran sind die Führer der grossen Weltreligionen massgeblich beteiligt. Es gibt keinen Zweifel: Die Mächtigen der Erde sind bereit, die Menschen zu einer grossen Menschheitsfamilie zusammenzubinden, indem «Frieden auf Erden» wird. Dieser «Frieden» ist jedoch zum Scheitern verurteilt. Nur wer Jesus Christus uneingeschränkt als den Weg, die Wahrheit und das Leben ergreift, wird etwas Substantielles zum Frieden beitragen können, denn «er ist unser Friede» (Eph 2,14). Der «Frieden» des ökumenischen Geistes wird unter bedeutsamen Abstrichen vom Wort Gottes konstruiert und mündet in die Friedensbemühungen des Antichristen ein. Darüber müssen wir uns im Klaren sein: Nur der wird als Weltherrscher anerkannt werden, der Völker, Kulturen und Religionen zum «Frieden» führt. Allerdings werden parallel dazu die bibeltreuen Christen mehr und mehr zum Störfaktor des Friedens erklärt und in einem Atemzug mit militanten Gruppierungen genannt. Wer nicht in der Ökumene mitmacht, hat schon heute etliche Einbussen seiner persönlichen Lebensentwicklung zu verzeichnen. Und wer warnend auf den römisch-katho«…und das Land wird seinen Ertrag geben und die Bäume lischen Einfluss bei Pro des Feldes werden ihre Frucht geben» Christ 2003 hingewiesen schleunigt hat. Nicht nur politischer Frie- hat, wurde mit scharfen Worten in die den zwischen Ost und West war plötz- Schranken gewiesen. In der weltlichen lich möglich, sondern Gorbatschow traf Presse wurde Pro Christ aber unter ansich sogleich mit Papst Johannes Paul II. derem als «kleiner ökumenischer Kirund demonstrierte so den Willen, Frie- chentag» bezeichnet. Der erste offiziden auch zwischen Atheismus und Ka- elle ökumenische Kirchentag vom 28. tholizismus herzustellen. Die Mauer in Mai bis 1. Juni 2003 dagegen zeigte in Deutschland fiel, und zwischen den seiner Vielfalt bereits, wie weit der ProStaatsmännern des Westens und des Os- zess schon fortgeschritten ist und wie tens herrschte plötzlich nicht nur Diplo- selbstverständlich die Freikirchen intematie, sondern sogar Freundschaft. Ein griert sind. So sollten von 3 000 VeranStaatsmann nach dem anderen erschien staltungen nicht einmal 10 vom Titel plötzlich beim Papst und machte dem Va- her signalisieren, dass sie sich mit Jetikan seine höfliche Aufwartung. sus befassen wollen.3 Liebe Leserinnen und Leser, VerfühAuch in den arabischen Ländern formiert sich in der Bevölkerung vermehrt rung und falsch verstandene FriedensFriedenswille und Aufbegehren gegen sehnsucht sind der Nährboden für das antichristliche Reich (Offb 13,11-14). die Despoten. Wenn auch immer wieder kleine Die ökumenische Bewegung dient dieKriegsherde aufflackern, die Gesamtsi- sem Nährboden, vielleicht ohne es zu tuation auf der Erde strebt in Richtung wissen.

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Irrtümer der ökumenischen Bewegung und ihre Beurteilung durch das Wort Gottes
Im Laufe der Jahrzehnte haben sich in die Ökumene, die zu Beginn eine Bewegung war, die die Weltmission voranbringen wollte, Irrtümer eingeschlichen, die letztlich eine rasante und falsche Entwicklung erst möglich machten. Wir wollen zum Schluss einige dieser populären Meinungen beleuchten. 1. Das Gespaltensein der Kirche ist Sünde. Man hört in vielen Verlautbarungen, die die Ökumene verteidigen, zum Beispiel in der Charta oecumenica, den Leitlinien der KEK (Konferenz Europäischer Kirchen), den Leitsatz: «Im Bewusstsein unserer Schuld und zur Umkehr bereit, müssen wir uns bemühen, die unter uns noch bestehenden Spaltungen zu überwinden, damit wir gemeinsam die Botschaft des Evangeliums unter den Völkern glaubwürdig verkündigen.» Dieser irrigen Meinung stellen wir folgende Stellen der Heiligen Schrift gegenüber: • «Da aber etliche sich verstockten und sich nicht überzeugen liessen, sondern den Weg (des Evangeliums) vor der Menge verleumdeten, trennte er sich von ihnen und sonderte die Jünger ab und hielt täglich Lehrgespräche in der Schule eines gewissen Tyrannus» (Apg 19,9). • «Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht!» (Gal 1,8). • «Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen …» (2.Kor 6,17; vgl. auch V 14-16.18). • «… ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt» (Offb 18,4). • «Denn erstens höre ich, dass Spaltungen unter euch sind, wenn ihr in der Gemeinde zusammenkommt, und zum Teil glaube ich es; denn es müssen ja auch Parteiungen unter euch sein, damit die Bewährten offenbar werden unter euch!» (1.Kor 11,18-19). Dass Spaltungen und Trennungen nicht ohne Sünde abgehen, ist unbestritten. Wenn aber die Loslösung von biblischen Heilswahrheiten und das Aufge-

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ben biblischer Normen sowie die Vermischung des Gottesdienstes mit weltlichen Methoden in Kirchen und Freikirchen unwidersprochen hingenommen werden, wenn man sich sogar gegen die Lehr- und Gemeindedisziplin sträubt, ist Absonderung vom Wort Gottes gefordert. Dabei ist es das Wort Gottes selbst, das trennt (vgl. Hebr 4,12) und oft das Wort der Menschen, das spaltet. Die ökumenische Bewegung sollte bedenken, dass durch ihr Handeln ja ebenfalls nicht wenige Spaltungen in Kirchen und Gemeinden hervorgerufen wurden.

Nur wer Jesus Christus uneingeschränkt als den Weg, die Wahrheit und das Leben ergreift, wird etwas Substantielles zum Frieden beitragen können, denn «er ist unser Friede»

2. Die Kirche muss sich den neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen. Dieser zweiten irrigen Meinung stellen wir wiederum eine Bibelstelle gegenüber, und zwar Jakobus 4,4: «… wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes!» Die weltweite Gemeinde Jesu ist Gottes heiliges Volk des Neuen Bundes. Heilig bedeutet auch heute noch: Vom Wesen und Geist der Welt abgesondert und Gott geweiht zu sein. Wir können das Evangelium nicht vorantreiben, wenn wir es gleichzeitig dem Zeitgeist anpassen. Volle Kirchen bei Gottesdiensten für Kirchenferne sind noch keine Gewähr dafür, dass hier Gemeinde im Sinne des Neuen Testaments gebaut wird. Ganz abgesehen davon, dass selbst bibeltreue Verkündigung noch nicht beweist, dass in den Versammlungen auch bibeltreue Hörer sitzen. Gottes Geist lässt sich nicht durch Anleihen beim Zeitgeist aktivieren. Gottes Geist und der Geist dieser Welt sind unvereinbar. 3. Die Einheit der Kirche verleiht politischen Einfluss. Dieser dritten irrigen Meinung stellen wir einmal mehr ein Bibelwort entgegen: «… er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne. Darum habe

ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um des Christus willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark» (2.Kor 12,910). Es steht der Gemeinde Jesu nicht zu, eine sichtbare, imposant organisierte und aktionsfähige Grösse in der Welt darzustellen. Sie bleibt in Unterwerfung unter dem Kreuz, dem Zeichen des Ärgernisses. Der Einfluss des «Leibes Jesu» (vgl. Eph 1,22-23; Kol 1,18) auf die Geschäfte und politische Entwicklung dieser Welt muss ein geringer bleiben. Ihre Kraft ist nicht politische Macht, sondern geistliche Vollmacht in aller Stille und Bescheidenheit. Vor allem ihre Anpassung an die demokratischen Mittel der Meinungsbildung in Form demokratischer Entscheidungen geistlicher Fragen hat in der Vergangenheit verhängnisvolle Fehlentscheidungen und Fehlentwicklungen hervorgebracht. Die Einheit aller wiedergeborenen Gläubigen kann nie etwas wie Macht und Ansehen hervorbringen. Im Gegenteil, sie ist vor allem in der letzten Phase der Endzeit zum Leiden berufen, gerade weil sie sich nicht Bewegungen und Programmen ausliefert, die sich dem vom Geist Gottes inspirierten Wort widersetzen. 4. Die Einheit aller Religionen bringt den Weltfrieden. Wie falsch auch diese vierte Meinung ist, ersehen wir aus 1. Thessalonicher 5,3: «Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit! dann kommt ein plötzliches Verderben über sie …» Der letzte Frieden auf Erden, den Menschen hervorbringen werden, wird ein falscher und darum verhängnisvoller Frieden sein (Dan 9,27). Das ständige Reden von der Erneuerung bestehender Gesellschaftsstrukturen unter Preisgabe der biblischen Botschaft von der Erneuerung des Menschen, ist das Zeichen eines katastrophalen Abfalls von der Bibel. Wenn der Mensch zur Hoffnung für den Menschen gemacht wird und wenn sich ökumenisch aus-

gerichtete Kirchen und Gemeinden zu solchen Weltgemeinschaftsprogrammen bekennen, dann können diese kirchlichen Körperschaften den Anspruch, «Leib Jesu» zu sein, nicht erfüllen. Liebe Leserin, lieber Leser, wir beschliessen diese Reihe mit einem Zitat von Theophil Rehse, einem Kenner der ökumenischen Bewegung: «Sich der ökumenischen Bewegung auszuliefern, ihren Programmen und ihrem ‹geheimnisvollen Ziel› wird keinem möglich sein, der ‹Ohren hat zu hören, was der Geist den Gemeinden sagt› (Offb 2,29). Die Gemeinde Jesu wird es schwerlich fertig bringen wollen, eine sichtbare, imposant organisierte und irdisch aktionsfähige Grösse in dieser Welt darzustellen. Sie bleibt in Knechtsgestalt, unter dem Kreuz, dem ärgerlichen Zei■ chen.»4
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Tageszeitung Zollernalbkurier, 1.3.2003 Rainer Wagner, Alle in einem Boot, CLV-Verlag, S. 9 3 Topic, Nr. 5/2003 4 Theophil Rehse, Ökumene auf dem Weg zur Weltkirche?, S. 143

LITERATUREMPFEHLUNG
Dave Hunt, Globaler Friede und Aufstieg des Antichristen Allan Morrison, Ökumene – Das Trojanische Pferd in der Gemeinde Lothar Gassmann, Zukunft – Zeit – Zeichen Norbert Lieth, Zukunftsaussichten – Perspektiven aus dem Daniel-Buch (bei uns erhältlich!) ■ Band 1: Gebunden, 192 Seiten, Bestell-Nr. 18733, CHF 10.50, EUR 7.– ■ Band 2: Gebunden, 192 Seiten, Bestell-Nr. 18734, CHF 10.50, EUR 7.–

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Fragen – Antworten
Heiligung
Frage: Der Begriff «Heiligung» ist mir nicht klar. Ist es ein Vorwärtsgehen im neuen Leben? Oder bedeutet es, sündlos zu sein?
er das Opfer Jesu Christi persönlich in Anspruch genommen und Ihn als Heiland und Erlöser angenommen hat, ist ein für allemal geheiligt: «Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für allemal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi» (Hebr 10,10). Das ist die Stellung des Wiedergeborenen vor Gott. So lesen wir es auch im 1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther. Nachdem er zuerst deren Situation vor der Bekehrung schildert, schreibt er dann in Kapitel 6,11: «Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.» gierden der Jugend! Jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen» (2.Tim 2,22). Das gilt für alle, die Jesus ähnlich werden wollen! Jesus ähnlich sein, das ist das Hochziel Gottes für die Seinen! Johannes schreibt: «Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist» (1. Joh 3,2). Darum sollten wir mit Philipper 3,12 sprechen: «Nicht, dass ich’s schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich’s wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.» Die von Gott in uns gelegte Heiligung muss im Glauben zur Entfaltung kommen. Das ist der erklärte Wille Gottes für unser Leben (1.Thess 4,3). Wunderbarerweise sind wir dabei nicht auf uns selbst gestellt: «Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des grossen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus» (Tit 2,11-13). Man beachte: Die Gnade Gottes nimmt uns in Zucht! Wer den Willen Gottes ablehnt und sich nicht heiligen lässt, der betrügt sich selbst, wenn er meint, ein Kind Gottes zu sein. Denn seine innere Haltung offenbart, dass er sich nicht wahrhaftig von den Abgöttern (wie immer diese auch heissen mögen!) zu dem lebendigen Gott bekehrt hat. Er mag dann zwar einen frommen Anstrich haben, aber er wurde nicht wiedergeboren und somit auch nicht ein für allemal geheiligt. Die tragische Folge wird sein, dass er den Herrn nicht sehen wird, wenn er nicht aus seinem Selbstbetrug aufwacht und ernstlich Busse tut! ■ E.V.

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LITERATUREMPFEHLUNG
Wim Malgo

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Du sollst ein Beter sein
Finden Sie gemeinsam mit dem Autor den Schlüssel zu den Schatzkammern Gottes! Dieser Schlüssel ist das Gebet. ■ Taschenbuch, 112 Seiten, Bestell-Nr. 17009, CHF 7.50, EUR 5.–

W

«Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes»
Dass ein Wiedergeborener der Stellung nach geheiligt ist, bedeutet nicht, dass er in seinem Zustand nicht doch noch sündigen könnte – was jedes Gotteskind aus trauriger Erfahrung selbst weiss. Darum schreibt Johannes ja auch an seine geistlichen Kinder: «… dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist» (1.Joh 2,1). Aber das Neue Testament lehrt, dass Stellung und Zustand des Gläubigen immer mehr in Einklang kommen müssen. Denn Kinder Gottes sind dazu bestimmt, «dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes» (Röm 8,29). Darum schreibt Paulus zum Beispiel an den jungen Timotheus: «Fliehe die Be-

Gebet des Glaubens
Frage: Darf ich Sie fragen, welches das «Gebet des Glaubens» ist? Ist es etwas Unerlaubtes? Wenn nicht: Darf dieses Gebet nur von Auserwählten gesprochen werden?

V

om «Gebet des Glaubens» lesen wir in Jakobus 5,14-16: «Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.» Die Antwort auf Ihre Fragen lautet also: a) Es ist nichts Unerlaubtes! b) Dieses Wort spricht nicht von «auserwählten» Heilungspredigern, wohl

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aber von «Ältesten der Gemeinde», die gerufen werden sollen. Sodann darf nicht übersehen werden, dass ein Gotteskind, das um das Gebet des Glaubens bittet, sein eigenes Leben überprüfen und sich vor dem Herrn (je nach dem auch vor den Ältesten) unter seine Sünden beugen und Ihn um Vergebung bitten soll, sofern das noch nicht geschehen ist. Weil uns oft gar nicht alles bewusst ist, womit wir gegen den Herrn gesündigt oder Ihn betrübt haben, ist es ganz sicher nicht verkehrt wie David zu beten: «Verzeihe mir die verborgenen Sünden!» (Ps 19,13). ■ E.V.

Buchstäblicher Strom oder künstlicher Kanal?
Frage: Ich habe eine Auslegungsfrage. Das Ende des dritten Verses von Hesekiel 29 wird normalerweise so übersetzt: «Der Strom ist mein, und ich habe ihn mir gemacht.» Das ergibt meines Erachtens keinen Sinn. Nun las ich in einem Buch, dass es sich hierbei um einen künstlichen Fluss handle. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie sich dazu äussern würden. Es wäre ja immerhin möglich, dass in diesem Vers der Suezkanal prophezeit ist, oder nicht?

ch persönlich gehe davon aus, dass es sich hier buchstäblich um einen Strom handelt und nicht etwa um einen künstlichen Fluss (Suezkanal). Dies zum einen deshalb, weil Hesekiel 29 eine Weissagung über Ägypten bzw. über den Pharao Ägyptens ist. Und zum anderen, weil hier konkret der Hochmut des ägyptischen Pharao angesprochen wird. Der prächtige Nil war weltbekannt und berühmt, weil Ägypten seinetwegen ein fruchtbares Land war, wo man selbst dann noch ernten konnte, wenn die Bewohner anderer Länder Hunger litten. So konnte Ägypten aufgrund des Nils viel Getreide usw. exportieren und war von daher sehr gesegnet. Der Hochmut des Pharao bestand gerade darin, dass er nicht Gott die Ehre gab, sondern dass er im Blick auf den Nil sagte: «Mein Strom gehört mir, und ich selbst habe ihn mir gemacht.» Das bedeutet nicht, dass er den Nil selbst gemacht hat, wohl aber alles das, was mit dem Strom zusammenhängt: Aussaat und Ernte und vieles andere mehr. Der Pharao identifizierte sich mit diesem Strom. Im Übrigen ist es auch sehr interessant, dass die Elberfelder Studienbibel hierzu die Anmerkung macht: «Das hebr. Wort bezeichnet stets die Arme und Kanäle des Nil.» Diese Aussage unterstreicht meine Gedanken. ■ N.L.

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Ein Wort von Deinen Lippen
Ein Wort von Deinen Lippen, von Dir, o Herr, ein Wort, nimmt die geheimsten Schmerzen, nimmt Bann und Bürde fort. Ein Wort von Deinen Lippen – und Well’ und Sturm sind still; zerbrochen liegt am Boden das trotzige «Ich will». Ein Wort von Deinen Lippen hat wundersame Macht, baut überm Abgrund Brücken, durchleuchtet finstre Nacht. Ein Wort von Deinen Lippen macht, was da krank, gesund; ein Wort von Deinen Lippen heilt, was zum Tode wund. Wer solch ein Wort vernommen, o Herr, aus Deinem Mund, der folgt Dir nach mit Freuden und trauet Dir zur Stund! So lass mich stets begierig nach Deinem Worte sein; gib täglich neu mir Speise, sieh, Herr, ich warte Dein!
Verfasser unbekannt

Der prächtige Nil war weltbekannt und berühmt, weil Ägypten seinetwegen ein fruchtbares Land war

In eigener Sache
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Korrigenda – MNR 072003, Seite 13, «Radio Mitternachtsruf». Im zweiten Abschnitt, dritter Satz, hätte es heissen sollen: «Deshalb verstärkten Jan und Isabelle Eisses (nicht: Ramseyer) einige Zeit später unser kleines Team.» Wir bitten Sie, dieses Versehen zu entschuldigen. DIE REDAKTION

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Vorschau
Die nächste Ausgabe erscheint am 25.08.2003, mit u.a. diesem Thema*: «Der Mensch ohne hochzeitliches Gewand»
*Änderung vorbehalten

Dir kann nur Jesus helfen Eine Rechnung, die nicht aufgeht!
Ein Atheist forderte einen an Jesus Christus Gläubigen heraus, mit ihm in einer öffentlichen Versammlung darüber zu disputieren, ob es einen Gott gebe oder nicht. Der Gläubige antwortete ihm in einem Brief: «Wozu sollen wir lange disputieren? Bringen Sie mir 12 Leute, die durch Ihren Unglauben von ihren sündigen Gewohnheiten befreit und bessere Menschen geworden sind. Ich werde meinerseits mit Freuden 12 Leute bringen, die durch ihren Glauben an den lebendigen Gott von ihren Gebundenheiten freigekommen und andere Menschen geworden sind.» Als der Atheist diese Antwort las, hat er nichts mehr von sich hören lassen, denn er wusste, dass er lange suchen müsste, bis er zwölf – ja, bis er auch nur einen Einzigen finden würde –, bei dem der Unglaube diese Wirkung hervorgebracht hätte. Der Glaube an Jesus Christus ist das einzige Mittel, Menschen von ihren Gebundenheiten freizumachen. Ohne Glauben Wenn Sie nicht an Gott und nicht an Seinen Sohn Jesus Christus glauben, werden Sie in Ihrem Leben eine falsche Rechnung machen. Die Bibel sagt in Psalm 14,1: «Die Toren sprechen in ihrem Herzen: ‹Es ist kein Gott.›» Ein Mensch, der auf der Strasse Apfelsinen verkaufte, sah eine fröhliche Schar von Teenagern an seinem Stand vorbeigehen und fragte einen Jungen: «Wo kommt ihr denn her?» «Von einem Gottesdienst», antwortete der Junge. «So, so!», sagte der Mann, «da will ich doch gleich mal etwas fragen.» Damit griff er in seine Rocktasche, holte eine Apfelsine heraus und fuhr fort: «Diese Apfelsine sollst du haben, wenn du mir sagst, wo Gott ist.» Der Junge, nicht verlegen, sah den Fragenden vergnügt an und sagte im Vollgefühl seines eben gelernten Wissens von Gott: «Und ich gebe Ihnen zwei Apfelsinen, wenn Sie mir sagen, wo Gott nicht ist.» Betroffen liess der Mann die Hand mit der Apfelsine sinken. «Wo Gott nicht ist?», wiederholte er, den Jungen gross anblickend. Dieser, tief Atem holend, gab die Antwort, die er vorhin im Gottesdienst gehört hatte: «Gott ist nicht in den Herzen der Ungläubigen.» Der Mann holte eine zweite Apfelsine aus der Tasche und gab beide dem Jungen. Ein schmutziges Herz Mit einem Fernrohr betrachtete ein Schiffskapitän den ganzen Himmel und murmelte vor sich hin: «Ich sehe ihn nicht, ich sehe ihn nicht!» «Sie sehen Ihn nicht?», fragte ein Mann, der auch auf dem Schiff war. «Nun, das kann auch nicht anders sein, denn in meiner Bibel steht: ‹Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.›» Nun wissen Sie, Herr Kapitän, warum sie Gott nicht sehen können. Solange unreine Dinge und unsaubere Gedanken Ihr Herz belasten, bleibt Gott Ihnen unter allen Umständen verborgen.» Sie begehen den grössten Fehler Ihres Lebens, wenn Sie nicht an Jesus Christus glauben, denn die Bibel sagt in Johannes 3,18: «Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.» Der grösste Rechenfehler ist der, dass Sie leben und arbeiten, aber Jesus nicht haben, denn wiederum steht geschrieben: «Wie wollen wir entrinnen, wenn wir ein so grosses Heil nicht achten …?» (Hebr 2,3). Erkennen Sie diesen fatalen Fehler, weswegen Ihre Rechnung nicht aufgeht. Solange Sie Jesus nicht in Ihr Leben aufnehmen und an Ihn glauben, geht die Rechnung nicht auf. Deshalb bitte ich Sie, Jesus Christus in Ihre Rechnung einzubeziehen, das heisst, mit Ihm zu leben. Der Beginn dieses neuen Lebens fängt da an, wo Sie Ihre Sünden Jesus bekennen und Ihn in Ihr Leben einlassen. Machen Sie nicht weiter den Fehler, ohne Ihn zu leben! ■ E.K.

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Mitternachtsruf > August 2003

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