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Geschichten aus der Realitaet

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From stepping out of the balcony door to the end of the world is just a short trip. You have to know German to take this particular trip. Enjoy!
From stepping out of the balcony door to the end of the world is just a short trip. You have to know German to take this particular trip. Enjoy!

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Published by: anon-316105 on Sep 04, 2007
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09/13/2014

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Draculix stand jetzt fast im Zenit. Sanft wie immer setzte die Wolke auf. In der
Nähe schlug eine Zentnerbombe ein. Die Wolke kippte zur Seite und entledigte
sich auf diese Weise ihrer vier Insassen.

"Wollt ihr jetzt immer noch auf das Fest?" fragte Isis.

"Ich hab nichts gegen gute Action," meinte Hansi. Der ferne Schlachtenlärm
stimulierte ihn.

"Seid ihr auch betrunken genug?" erkundigte sich besorgt die Katze.

"Nur ein bißchen in Stimmung," lallte Sezana. Sie leerte den Rest der
Sektflasche in einem Zug.

"Nun, dann viel Glück," meinte Isis. "Wir warten hier auf euch, oder vielmehr die
Reste von euch. Nehmt euch vor der Strahlung in acht."

Die Katze reichte den beiden Menschen die Springschuhe. Diese sahen aus wie
avantgardistisch geformte Plattform-Schuhe. Nur bestanden sie nicht aus Holz
mit Ledersohlen, sondern waren kompliziert geformte, schwarz eloxierte Federn.
Der obere Teil war ein Drahtgestell, in das man die Füße stecken konnte.

Sezana und Hansi zogen die Springschuhe an. Das Drahtgeflecht hielt ihre Füße
sicher fest, indem es sich hautnah anschmiegte (eine altbekannte
fünfdimensionale Technik. Auf dem Planeten Erde wurde so etwas im Jahr 2010
bekannt unter dem Namen 'Conscious Engineering').

"Damit solltet ihr in fünf Minuten im Stadtzentrum sein," meinte Isis.

Die ersten paar Schritte machten die beiden noch etwas unsicher, was
wahrscheinlich in erster Linie auf ihren Alkoholpegel zurückzuführen war. Dank
'Conscious Engineering' jedoch kamen sie schnell mit den Schuhen zurecht.
Dieses neue Laufen war ein fantastisches Gefühl. Schritte von fünf Metern Länge
waren überhaupt kein Problem. Die Springschuhe nahmen die
Bewegungsenergie beim Autreten derart sanft auf, daß man fast zu fliegen
schien. Außerdem glichen sie glücklicherweise auch Fehltritte so gut aus, daß die
beiden nie ins Stolpern kamen. Nach ein paar Proberunden um die Wolke
verabschiedeten sie sich von ihren beiden katzenartigen Freunden und eilten in
Richtung Huttington. Hansi hatte seinen überdimensionalen Patronengurt mit
Gins munitioniert. Sezana hielt eine Flasche zelotischen Champagner im Arm.

In der Stadt wichen sie geschickt den Granateinschlägen aus und bahnten sich
zügig den Weg durch die Staubwolken. Kurz bevor Draculix endgültig im Zenit
stand (und das Feuerwerk begann) sprangen sie bereits übermütig über die
dichter werdende Menge hinweg. Zwar waren anscheinend alle heftig mit Drogen
vollgepumpt, aber es gab niemanden, der nicht schnell genug gewesen wäre,
ihnen auszuweichen. Lediglich einmal verhakte Hansi sich in den Flügeln einer
Riesenwespe, die ihn giftig anstarrte. Er reichte ihr ein Gins rüber, und das
schien sie schnell zu besänftigen. Sezana machte einen gigantischen Satz und
war verschwunden. Hansi zielte ungefähr in die Richtung, wohin sie
verschwunden war. Er hatte gut gezielt. Neben ihm stand Sezana, und vor ihnen
beiden standen zwei überdimensionale Känguruhs und starrten sie verwundert
an. Ein Granateinschlag in der Nähe ließ ein paar Japtiden an ihnen
vorbeifliegen. Der Typ mit der Bazooka grinste verlegen.

"Mehr Zielwasser trinken!" riet ihm Jeer. Dann sagte er, zu den beiden
Neuankömmlingen gewandt:

"Bumm bumm Bumerang?"

Das war die Sprache der australischen Ureinwohner, und Hansi und Sezana
konnten den Sinn nur ahnen.

"Wir haben uns die Springschuhe nur ausgeliehen," meinte schließlich Sezana.

"Seid ihr etwa vom selben Planeten wie unsere beiden minderbemittelten
Freunde?" erkundigte sich Boko erstaunt.

Das ohrenbetäubende Gekreische und Gejohle der Menge unterbrach ihre
gerade begonnene Unterhaltung. Draculix stand im Zenit.

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