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Demoteilnehmerzahlen 06.09.

Aachen 350, Altenburg 500, Angermünde


450, Apolda 200, Arnsberg 40, Aschersleben
Wittenberg 600, Wittenberge 300, Wittstock
200, Worms 110, Wuppertal 400, Zehdenick
550, Zeitz 2.000, Zittau 600, Zwickau 4.000
telegraph
o s t d e u t s c h e z e it s c h r i f t+ +
2.000, Augsburg 200, Balingen 100, Bamberg Insgesamt: 151.306
70, Bergkamen 70, Berlin 30.000, Bielefeld (Quelle: www.indymedia.org)
MONTAG, 13. SEPTEMBER 2004
200, Bochum 850, Bonn 200, Bottrop 150,
SONDERAUSGABE NR.1
Brandenburg 600, Braunschweig 160, Bremen
500, Bruchsal 80, Burg 300, Celle 300, Chem-
nitz 5.500, Cottbus 2.500, Darmstadt 250, Del- telegraph
menhorst 50, Dessau 4.000, Dortmund 1.200, ostdeutsche zeitschrift++ Ein ostdeutscher Sonderweg? es scheint der einzige Weg zu sein, wenigs-
tens für einen Tag den Westen der Republik
Dresden 4.000, Duisburg 500, Düsseldorf 600,
greifswalder str. 4 | 10405 berlin Ab dem 19. Juli verschickte die Bundesa- mit in die Bewegung hinein zu bekommen. Der
Eisenach 400, Eisenhüttenstadt 500, Erlangen
fon. (030) 444 56 22 | fax. (030) 444 56 23 gentur für Arbeit die Formulare für das ALG II, Termin ist aus einem Dilemma entstanden: er
70, Essen 400, Flensburg 166, Frankfurt/M.
Ende Juli begannen in mehreren ostdeutschen sollte so nah wie möglich sein, damit die ost-
1.000, Frankfurt/O. 1.200, Freiburg 250, Fried-
internet: www.telegraph.ostbuero.de Städten unabhängig voneinander Initiativen für deutschen Demos bis dahin durchhalten – und
richshafen 25, Fulda 70, Gelsenkirchen 850,
email: telegraph@ostbuero.de „Montagsdemonstrationen“ gegen Hartz IV. so fern wie möglich, damit Unterstützung aus
Genthin 300, Gera 2.000, Gießen 50, Glad-
nachrichten: www.ostblog.de Damit wurde aus der weit verbreiteten Angst Altgermanien mobilisiert werden kann.
beck 100, Görlitz 700, Göttingen 330, Gotha
100, Greiz 200, Güstrow 300, Hagen 250, vor der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe und
Der telegraph ging im Oktober 1989 aus der der Empörung über immer neue Zumutungen Die Gründe für das Entstehen der heutigen Be-
Halberstadt 300, Haldensleben 500, Halle/S.
linken DDR-Oppositionszeitschrift Umweltblät- für die abhängig Beschäftigten und Erwerbslo- wegung im Osten sind die gleichen, die eine
5.000, Hamburg 600, Hamm 120, Hanau 80,
ter hervor. Diese Samisdat-Zeitschrift wurde sen endlich öffentlicher Protest. Verallgemeinerung ausschließen. Auf dem
Hannover 750, Hattingen 100, Heilbronn 250,
zwischen 1986 und 1989 zum bedeutendsten Gebiet der vormaligen DDR hat sich eine, vom
Herford 110, Herne 250, Herten 150, Hettstedt
und meist verbreitetsten Informationsblatt der Mit der Demonstration in Berlin und Ansätzen Westen abhängige Ökonomie etabliert. Das
1.500, Hoyerswerda 1.600, Illmenau 450, Iser-
DDR-Opposition. in einigen westdeutschen Städten startete der Bewußtsein von dieser Abhängigkeit setzt je-
lohn 20, Jena 1.000, Kassel 600, Kempten 50,
Herausgegeben wurden die Umweltblätter Versuch linker Gruppen, das regional erfolg- dem breiten Protest sehr pragmatische Gren-
Kiel 350, Köln 1.500, Königs Wusterhausen
von der Ostberliner Umweltbibliothek. Im Ok- reiche Protestmodell zu verallgemeinern. Es zen.
200, Köthen 400, Krefeld 200, Leipzig 35.000,
Lemgo 650, Leverkusen 100, Lübeck 400, tober 1989 stellte sich der zweimonatige Er- gelang nur in Berlin, wo im Zuge der „Wieder-
scheinungsrhythmus der Umweltblätter als zu vereinigung“ der Westen an den Osten ange- Wenn die Protestbewegung gegen Hartz IV im
Ludwigsburg 60, Ludwigshafen 60, Lünen 30,
schwerfällig und ungeeignet dar. Ein schnelles schlossen worden war. Unberührt vom politi- Osten auch nicht gewonnen werden kann, so
Magdeburg 8.000, Mainz 100, Mannheim 600,
Medium musste her, das alle paar Tage er- schen Konflikt unter den Organisatoren zogen kann sie doch im Osten verloren gehen. Denn
Marl 200, Marburg 200, Minden 150, Mühlheim
schien und das Wichtigste über die aktuellen am 16. August Linksradikale und Kreuzberger in der atomisierten sozialen und politischen
150, München 600, Münster 180, Naumburg
Ereignisse unabhängig und kritisch berichtete. Ureinwohner gemeinsam mit gesitteten Mitbür- Landschaft der fünf neuen Länder sind neofa-
200, Neukirchen-Vluyn 30, Nordhausen 1.000,
Das war die Geburtsstunde des telegraph. Bis gern aus allen Himmelsrichtungen und einigen schistische Gruppen längst zivilgesellschaft-
Nürnberg 800, Oberhausen 180, Offenburg
zum Dezember 1989 war er der einzige unab- ehemaligen DDR-Oppositionellen zur SPD- lich verankert. In einzelnen Orten haben Ne-
200, Oldenburg 550, Oranienburg 450, Osna-
hängige Berichterstatter über den Umbruch in Zentrale. Noch nie wurden so viele Damen- onazis die Proteste übernehmen können und
brück 100, Osterburg 500, Paderborn 70, Par-
der DDR. handtaschen auf einer Demo gesehen. am Ende blieb den gutwilligen Veranstaltern
chim 200, Peine 30, Perleberg 50, Pforzheim
Seit 1989 erscheint der telegraph regelmäßig nur die Resignation, um ihnen die öffentliche
100, Plauen 900, Plettenberg 200, Pößneck
und begleitete den Übergang von einem Sys- Da drehte sich schon der Wind. Die Regierung Bühne zu entziehen, zum Beispiel in Freital bei
200, Potsdam 300, Pritzwalk 300, Quedlinburg
tem zum anderen. Die Redaktion, die zu gro- machte klar, daß sie nicht im Traume an eine Dresden. Um dem entgegenzutreten,
600, Raststatt 60, Recklinghausen 180, Reut-
lingen 200, Remscheid 100, Rostock 4.000, ßen Teilen aus der linken DDR-Oppositions- Änderung der Hartz-IV-Gesetze denkt. Und
bewegung kommt, versucht das neue System die Gewerkschaftszentralen gaben ihren regi- Inhalt
Rüsselheim 50, Saalfeld 600, Saarbrücken
kritisch zu beobachten und sich im Rahmen onalen Gliederungen grünes Licht für Proteste :: Ein ostdeutscher Sonderweg?, S. Gerhardt
500, Sangerhausen 250, Schönebeck 2.500, :: Erklärung zu Montagsdemonstrationen
Schwäbisch Gmünd 80, Schwäbisch Hall 15, seiner Möglichkeiten einzumischen. Der tele- – und erteilten damit einer bundesweiten Mo-
:: Interview mit R. Schult
Schwedt 400, Schwerin 1.000, Senftenberg graph berichtet über neue Widerstandsformen bilisierung eine beiläufige Absage. Nur dort,
:: Die Montagsdemonstration, R. Herding
1.200, Sindelfingen 80, Staßfurt 600, Stendal unter neuen Verhältnissen, über Bürgerbewe- wo es lokalen Druck gibt, wird unterstützt: das :: NEWS zur Agenda 2010
900, Stollberg 700, Stralsund 1.500, Stuttgart gungen und Emanzipationsbewegungen in heißt aber, die Bewegung würde auf den Osten :: Initiative anders arbeiten: Tips zum ALG II
1.200, Suhl 250, Tübingen 450, Ulm 90, Villin- Ostdeutschland und international, wie auch beschränkt bleiben. Einzelinitiativen hier und :: Nazis auf den Montagsdemos,
über die Auswirkungen der neoliberalen Politik da ändern an der Sache nichts. Deshalb trifft :: Bleibt auf der Straße, J. Jansen
gen 70, Waren 100, Wedel 30, Weimar 250, :: Übersicht - Teilnehmerzahlen der Montags-
Weißenfels 400, Wetzlar 90, Wilhelmshaven und neuen Gegenmodellen. Bisher erschienen der Vorschlag einer bundesweiten Demo am 2.
demonstrationen
50, Wismar 200, Witten 100, 110 Ausgaben. Oktober auf breite Zustimmung:
braucht es konfliktfähige demokratische Orga- Pflugbeil, Reinhard Schult und Wolfgang Temp- In Herne rief die die militante „Kameradschaft- eine Wahlkampfkundgebung durchgeführt. Auf
nisationen vor Ort. lin, aus zahlreichen ehemaligen Oppositions Herne“ zur „Nationalen Protestkundgebung dem Marktplatz sprachen Spitzenfunktionäre
gruppen sowie vom Bundesvorstand des Neu- gegen Hartz IV im Ruhrgebiet“ auf. Die De- der sächsischen NPD. (Antifa Annaberg)
Solche Organisationen können nur bestehen, en Forum und der Vollversammlung der Kirche monstration der militanten Neonazi-Szene im In Magdeburg war eine größere Gruppe ein-
wo es gemeinsame politische Ziele gibt, die von unten unterzeichnet. Ruhrgebiet wurde von knapp 30 Teilnehmern schlägig bekannter Nazis mit Transparenten
der Schärfe der Konflikte angemessen sind. besucht. Demgegenüber standen etwa 80 auf der Montagsdemo. Geduldet von den
Im Märchen heißt es, wer mit dem Teufel es- Erklärung von Angehörigen ehema- Antifas, die die Nazis mit lautstarkem Protest Organisatoren und beschützt von der Polizei
sen will, muß einen langen Löffel haben. Wenn liger DDR-Oppositionsgruppen störten. (Indymedia/Antifa Herne) liefen sie mitten in der Demo und starteten im-
Auf der Geraer Montagsdemo beteiligten sich mer wieder Provokationen und Angriffe gegen
wir die Vorstellung vom „Teufel“ als ein Bild
wieder Neonazis.Dies geschieht mit Duldung Linke Teilnehmer. (Indymedia/Magdeburger
für sehr irdische Mächte auffassen, läßt sich Wir protestieren gegen Hartz IV.
der Demoorganisation. Die Veranstalter, die Antifa)
dieser Hinweis auf unsere Verhältnisse anwen-
„Initiative für soziale Gerechtigkeit“, meiden
den: So lange Löffel, daß sich mit ihnen gefahr- Wir sind einverstanden mit der Wiederbele-
unter dem Deckmantel „Keine Gewalt“ jede BLEIBT AUF DER STRASSE!
los am Tisch des Kapitals speisen ließe, haben bung der Montagsdemonstrationen. Auseinandersetzung mit den Nazis und ließen
Es ging und geht um Gerechtigkeit, Selbsbe- bleibt auf der Straße. jedwedes gespräch ist
die Reformpolitiker aller Richtungen noch nicht sie gewähren. Versuche der Geraer Antifa eine ein austausch von fertigkeiten und schlägen.
erfunden. stimmung, Mündigkeit, Menschenwürde und Demoteilnahme der Nazis zu blockieren wurde der scheinbare versuch ein gerede zu führen
Freiheit. durch massives Einschreiten der Thüringer Po- zwischen ohnmacht und machtgeil verkleckert
Ohne eine radikale Verkürzung der Wochen- Verhältnisse, in denen der Mensch nur ver- lizei unterbunden. Die Antifas wurden bis zum im apparat systematisch. kein obermaier än-
arbeitszeit ist eine Überwindung der Masse- staatlichtes Objekt einer politischen Partei, wie Demoende festgesetzt. Die Nazis demonst- dert sich außer aus angst. „seine gedanken
nar-beitslosigkeit unmöglich. Radikal nicht der SED, oder für Siemens, Daimler und Co. rierten unter Polizeischutz bis zum Ende unbe- sind“ stets „von sorge erfüllt“ (wie er nun sagt)
nur im Ziel einer realen 30-Stunden-Woche, ein lästiger Kostenfaktor und armseliger Bitt- helligt mit. (Indymedia/Antifa Gera) aber um nichts als die eigene Stellung. also
sondern radikal vor allem darin, daß sie den steller ist, müssen bekämpft werden. In Cottbus kam es auf dem Oberkirchplatz zu bleibt auf der Straße bis er erkennt was fest-
Beschäftigten und Belegschaften Kontroll- und Wir wehren uns gegen Zwangsarbeit, gegen verbalen Auseinandersetzungen um ein ras- stand von je her - DER STAAT SIND WIR ODER
Mitbestimmungsrechte an die Hand gibt, um die Aufhebung des Datenschutzes, gegen sistisches Plakat. Die Polizei verwiesen die WAS. die straße ist die stärke der Ohnmacht.
Arbeitsverdichtung und Flexibilisierung zu be- Verarmung und Obdachlosigkeit in einem der Plakatträger ans Ende des Zuges, an dem jeder eingriff in den friedlichen umzug ob mit
kämpfen. Nur dann wird es wirkliche Neuein- reichsten Länder der Welt. Sympathisanten der rechten Szene mitmar- gewalt oder vorgeschobener diplomatie ist ein
stellungen geben müssen – nur dann können Wir setzen auf Widerstand in Ost u n d West schierten. Am Ort der Abschlusskundgebung eingeständnis der schwäche, also ein anfang.
sich die Beschäftigten gegen „immer mehr Ar- bei Arbeitslosen und Arbeitenden, bei selb- trennte die Polizei die Gruppe von den anderen doch nur endgültig geschwächt ändert sich
beit in immer weniger Zeit“ wehren. Es geht da- ständig und abhängig Beschäftigten. Demonstranten. (Lausitzer Rundschau) etwas. alles vorhergehende ist versuch den
Zum 6. September rief der Schill-Nachfolger oberen teil des gefüges im üblichen zustand
rum, ein Stück gesellschaftlicher Kontrolle über Stemmen wir uns g e m e i n s a m gegen die
„Offensive D“ in Frankfurt(Oder) zur Protest- zu halten. das hörsaalgeschwafel ist mittel.
die Wirtschaft herzustellen. Ihre Realisierung Flutwelle der Raffgier, gegen Scheindemokra-
kundgebung gegen Hartz IV auf, es versam- herrschsüchtige die weder weiterdenken noch
würde jeder und jedem Einzelnen Freiräume tie und Menschenverachtung.
melten sich 15 Mitstreiter. Die Versuche der Wirkung wollen. ihr element ist eine tote spra-
schaffen, die für eine solidarische Lösung von
Organisatoren zu ihren Zuhörern zu sprechen che. keine anerkennbare „führungsrolle“ eher
Konflikten notwendig sind – in Ost und West, in Berlin den 29.08.2004 wurde von anwesenden Antifas mit Polonaise ein an krankheit grenzender führungswille sich
Nord und Süd. und Rufen quittiert. Die Kundgebung wurde
Leonore Ansorg (Initiative unabhäng. Gewerkschaften), Silke äußernd in der plötzlichen betonung von „ge-
Sebastian Gerhardt später entnervt beendet. (Inforiot)
Ahrens (Kirche von unten), Judith Braband (Vereinigte Linke), meinsamkeiten“ vor denen sie sich vorher zu
Haus der Demokratie und Menschenrechte In Bernau folgten dem Aufruf der Wahlvereini-
Frank Ebert (Umweltbibliothek), Bernd Florath (Unabhängi- schützen wußten. wir brauchen keine „gemein-
ge sozialist.Partei), Ekke- hard Forberg (Wolspelz Dresden), gung „Bürger rettet Brandenburg“ und ihren same kraft um zu lernen“. wir brauchen keinen
Bernd Gehrke (Vereinigte Linke), Renate Hürtgen (Initiative Landtagskandidaten von „PRO Brandenburg“ „dialog“ führen mit denen die nie ein Verhältnis
In einer Erklärung haben Dutzende ehemaliger unab.Gewerksch.), Daniela Hildebrandt (Kirche von unten), neben 20 Anhängern Mitglieder des rechtsra- hatten zu dem was sie „volk“ oder „abschaum“
Eckart Hübener (Pastor), Joachim Hürtgen (Initiative unab.
DDR-Oppositioneller gegen Hartz IV protes- dikalen „Märkischen Heimatschutz“. Die Ver- nennen je nach belieben. wir dürfen nicht ver-
Gewerksch.), Stefanie Hürtgen (Initiative unab.Gewerksch.),
tiert und die Wiederbelebung der Montagsde- Franz Habermann (Kirche von unten), Carlo Jordan (Grü-
anstalter sagten daraufhin ihre Kundgebung gessen - DIE HABEN SCHLAGEN LASSEN.
mon-strationen begrüßt. In der Erklärung wird ne Partei), Irena Kukutz (NEUES FORUM), Michael Kukutz ab. Die etwa 50 anwesenden Neonazis mel- die haben besonnenheit nötig. nicht wir. mit
u.a. betont, dass Verhältnisse, in denen der (NEUES FORUM), Thomas Kupfer (Vereinigte Linke Halle), deten eine Spontandemo an und zogen unter denen darf man nicht reden. die müssen ein-
Mensch „für Siemens, Daimler und Co. ein Wolfram Kempe (NEUES FORUM), Marinka Körzendörfer einem Großaufgebot der Polizei durch Bernau. sehen was not tut und umsetzen ohne zank.
lästiger Kostenfaktor und armseliger Bittsteller (Lesben in der Kirche), Dr. Arnim H. Krüger (Psychothera- Ein zeitgleicher Versuch der Antifa, eine Ge- bleibt auf der straße bis die endgültig das
peut), Friedrich Kühn (Kirche von unten), Sebastian Ketel
ist, bekämpft werden“ müssen. Ebenso wird gendemo anzumelden, wurde von der Polizei harte begreifen spüren ohne schummeln zu
(Kirche von unten), Daniel Kreuzer (Kirche von unten), Oli-
sich für ein gemeinsames Vorgehen in Ost und abgelehnt und ein Blockade versuch aufge- können. leipzig, den 16.10.89
ver Kloss (Arbeitsgruppe Menschenrechte Leipzig), Thomas
West eingesetzt. Klein (Vereinigte Linke), Burkhard Kleinert (illegale marxist löst. (Inforiot)
Gruppe), Astrid Kühn (Kirche von unten), Silvia Müller (Verei- In Annaberg/Buchholz ist die NPD den Mon- johannes jansen
Die Erklärung wurde von 59 DDR-Oppositionel-
nigte Linke), Ina Messer (NEUES FORUM), Dirk Moldt (Offene tagsdemo-Aktivisten mit der Anmeldung zu-
len, darunter bekannte Namen wie Sebastian (aus telegraph Nr. 6, 4. November 1989)
Arbeit), Prof. Dr. Ingrid , Miethe (NEUES FORUM), vorgekommen und hat am letzten Montag
Arbeitslosengeld II – Antiquitäten und den Sachbearbeitern im Arbeits- bzw. Sozi- Rainer Müller (Initiative Frieden und Menschenrechte), Chris- „Ostblog.de“). In Gänze abgedruckt ist die Er-
tian Noack (Demokratie Jetzt), Irina Pagel (Kirche von un-
Gemälde ( keine Rechtsberatung) alamt zur Begutachtung auf den Schreibtisch klärung im „Freitag“ und im „Publik-Forum“ (
ten), Bert Papenfuß (Zeitschrift Gegner), Sebastian Pflugbeil
stellen. Mag dies auch eher unüblich sein, so der Zeitschrift kritischer Christen).
Peinlich genau und ziemlich kleinlich prüfen (NEUES FORUM), Bettina Rähmer (Kirche von unten), Simon
können wir uns damit auf jeden Fall gegen den Raßlatt (Kirche von unten), Wolfgang Rüddenklau (Umweltbi- Informiert wurde das interessierte Publikum
die Bundesagentur für Arbeit und die Sozial-
Vorwurf der betrügerischen Erschleichung von bliothek), Dr. Edelbert Richter (SDP), Thomas Rudolph (AK erst durch ein Fernsehinterview mit Vera
ämter ab dem 19. Juli die Lebensverhältnisse
Sozialleistungen absichern. Ein praktischer Gerechtigkeit Leipzig), Peter Rösch (Jenaer Friedensge- Lengsfeld. Sie verfaßte einen Tag nach der
der Langzeitarbeitslosen um zu entscheiden, meinschaft), Sebastian Rautza (Kirche von unten), Reinhard
Tipp: organisatorisch lässt sich der Transport Veröffentlichung unserer Erklärung eine Ge-
ob sie denn auch bedürftig genug sind, das Schult (NEUES FORUM), Detlef Stoye (NEUES FORUM), Ro-
besser bewerkstelligen, wenn man sich hierzu generklärung.
Arbeitslosengeld II zu erhalten! ger Schaumberg (Neues Denken Leipzig), Gabi Trier (Kirche
zu mehreren zusammentut! Verschwiegen wurde die Erklärung nicht nur
In dem von der Bundesregierung vorgegebe- von unten), Christin Tetzlaff (Kirche von unten), Dirk Teschner
2. Wir können stattdessen aber auch ein Sach- (telegraph), Wolfgang Templin (Bündnis 90), Hans-Jochen in den so genannten bürgerlichen Medien,
nen knappen Zeitraum von weniger als einem
verständigengutachten in Auftrag geben! Vogel (AG Offene Kirche Sachsen), Paul Venuß (Kirche von
halben Jahr sollen dazu allein in Berlin bei sondern beispielsweise auch von der „jungen
Doch Vorsicht! Das wird vermutlich so teuer unten), Peter Wawerzinek (Schriftsteller), Martin Werneburg
mehr als 377.000 Arbeitslosen auf 16 Seiten (Kirche von unten), Erhart Weinholz (Vereinigte Linke), Diet- Welt“.
werden, dass wir uns das als Arbeitslose nicht
Daten erhoben und bearbeitet werden. Dabei mar Wolf) Friedenskreis Friedrichsfelde), Michaela Ziegs
so ohne weiteres leisten können. Also stellen
wird von der Annahme ausgegangen, dass der (Initiative Frieden und Menschenrechte), Marco Zimmermann Am Ende des Textes ist von einer „Flutwelle
wir zuvor schriftlich einen „Antrag auf Kosten-
Haushaltsvorstand jeweils auch die erforderli- (Kirche von unten), Jörg Zickler (Kirche von unten), Vollver- der Raffgier“ die Rede. Ist das nicht eher ein
übernahme für ein Sachverständigengutach- sammlung Kirche von unten Bundesvorstand und Länderrat
chen Angaben für die im Haushalt lebenden problematischer Begriff angesichts der vieler-
ten“. Dieser Antrag darf von der Behörde nicht NEUES FORUM
Personen macht. orts vermeldeten Teilnahme von Nazis an den
ignoriert werden, sondern muss beschieden
Bestehen diese auf ihrem Recht, einen eigenen Montagsdemonstrationen?
werden, ob positiv oder negativ. Im Falle einer Kontakt: Reinhard Schult,
Antrag auszufüllen, würde sich die zu bearbei-
Ablehnung können wir innerhalb von 30 Tagen Tel. 03338/707476, email: schultrein@aol.com
tende Papiermenge noch erheblich erhöhen. Ich finde, daß der Begriff „Raffgier“ genau den
Widerspruch einlegen. Sollte dies alles nichts
Einige Verwaltungsexperten zweifeln, dass Punkt trifft, und zitiere Marx sinngemäß, daß
diese Mammutaufgabe innerhalb dieses Zeit-
nützen, dann tragen wir an entsprechender Interview mit Reinhard Schult vom
nämlich das Kapital völlig durchdreht, je höher
raums zu lösen ist, Datenschützer monieren
Stelle im Fragebogen ein: „Wert in Euro kann Neuem Forum
die Profiterwartung ist, und wer sich diese Ver-
von mir nicht beurteilt werden“ und verweisen
rechtliche Probleme. treter der Industrie genau ansieht, erkennt die
auf unsere Bemühungen, ein Gutachten be- Wie kam es zu der Erklärung?
Alle Angaben im Antrag müssen korrekt be- Dollarzeichen in ihren Augen!
zahlt zu bekommen. www.andersarbeiten.de
antwortet werden. Ein Hinweisblatt warnt vor Hartz IV ist noch lange nicht das Ende der Be-
Der Anlaß waren Äußerungen von Cle-
„unvollständigen bzw. falschen Angaben“ und gehrlichkeiten.
ment, Gauck und Vera Lengsfeld, die den
droht uns strafrechtliche Konsequenzen an! Andere Begriffe, die in der Diskussion waren
Derart eingeschüchtert sollten wir uns natürlich Nazis auf den Montagsdemos Montagsdemonstranten die Legitimation
absprachen, die Montagsdemonstrationen wie „Geld-, Profitgier und Ungerechtigkeit“ sind
beim Beantworten der Fragen um peinlichste zu schwach, sie treffen nicht ins Schwarze.
Genauigkeit und größte Gewissenhaftigkeit In verschiedenen Städten in Ost und West „Montagsdemos“ zu nennen und in einen
historischen Zusammenhang zu den De- In Bezug auf die mögliche Vereinnahmung
bemühen! versuchten auch letzten Montag verschiede-
ne Neonazigruppen und -organisationen auf monstrationen von 1989 zu stellen. durch die Nazis sollte man nicht wie das Ka-
Unvollständige und falsche Angaben könn-
den Montagsdemozug aufzuspringen und die Ein paar alte Opposinskis saßen bei Wein ninchen vor der Schlange sitzen! Den Begriff
ten uns sehr leicht bei den in unserem Haus-
Angst und Wut der Menschen vor und gegen und Essen am 22. August (Freitag) 2004 „Raffgier“ habe ich in den aktuellen Parolen
halt befindlichen Antiquitäten und Gemälden
Hartz IV für sich und ihre menschenverachten- zusammen und meinten, sich gegen diese der Nazis noch nicht gefunden, allerdings sol-
(s.Zusatzblatt 3, S.4) unterlaufen. Durchforsten
wir also Wohnung, Keller und Dachboden: ha- de Hetze zu nutzen. Arroganz der Macht äußern zu müssen. che Begriffe wie „Antikapitalismus, Widerstand
ben wir Omas Sammeltassen nicht vergessen, Um so mehr sind die Demoteilnehmer gefragt Ich schrieb am Samstag darauf einen ersten und Revolution“.
unseren Teddy aus Kindertagen (antiquari- und aufgefordert Nazis in ihren Reihen nicht zu Entwurf, den ich an einige Leute schickte. Sind diese Vokabeln deshalb nicht mehr ver-
sches Spielzeug!), das Ölgemälde mit dem dulden und sich ihren Versuchen, propagan- Dienstag war die endgültige Fassung fertig. wendbar?
röhrenden Hirsch, unsere Schnäppchen vom distische Hetze auf der Demo zu verbreiten, Innerhalb von vier Tagen haben ihn dann
Flohmarkt? Alles wertloses Zeug!? Wissen wir´s entgegenzustellen. Nazis haben auf den Mon- sechzig Opposinskis unterschrieben. Wie geht es nach dieser Erklärung bei euch
denn wirklich? Die kapitalistische Marktlogik ist tagsdemos nichts verloren. weiter?
auch hier unergründlich: so mancher Krempel, Schlaglichter aus einigen Städten:
Auffällig ist, dass die Erklärung in den bürgerli-
der vor 20 Jahren auf dem Sperrmüll gelandet Leipzig: Die BüSo hielt auf dem Willy-Brandt- Zu den sechzig Unterzeichnern der Erklärung
chen Medien kaum Beachtung fand.
war, ist inzwischen zu wertvollen Sammlerstü- Platz eine Kundgebung ab. Anders als bis- haben sich weitere zwanzig dazugesellt.
cken avanciert. Also gehen wir hier kein Risiko her waren die LaRouche-Jünger (ebenso wie Diese Beobachtung ist richtig! Es gab kurze Die Leipziger schlagen ein Oppositionstreffen
ein und geben alles an! andere offen auftretende Nazis) diesmal von Meldungen bei Radio EINS, im MDR (Fern- ehemaliger DDR-Oppositioneller vor. Viele fin-
Wie aber schätzen wir den Geldwert? den Demo-VeranstalterInnen für unerwünscht sehen „Länderzeit“), im TAGESSPIEGEL und den diese Idee gut. Wir werden uns in ca. vier
Hier gibt es zwei Möglichkeiten: erklärt worden - bis auf ein Schild war auch in Wochen treffen.
im ND ( eingebaut in Artikeln, also schwer zu
1. Wir können unsere potenziellen Wertstücke der Demo von der BüSo nichts zu sehen. (In- Die Zukunft ist offen!
finden), auf einigen Webseiten („Super-Illu“,
in Kartons oder Waschkörbe verfrachten und dymedia)
Die Montags-Demonstration: ter Kardinal: „Begrenzte Regelverletzung, zi- schaftswachstum und die Beseitigung der Konjunkturbelebung setzt sich unvermin-
Sehr allgemein und sehr besonders. viler Ungehorsam“. Das steht nicht auf dem Massenarbeitslosigkeit, kaum im vorgegebe- dert fort
Ein Verfassungs-Orkan. Papier, ist aber anerkanntermaßen ernster als nen Zeitraum erreichen.“ Die konjunkturelle Belebung setzt sich nach
sonstige Meinungsäußerungen. So ist die Mon- Auf dem EU-Gipfel von Lissabon 2000 wurde Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirt-
Dass über eine Art „Titelschutz“ für den Begriff tags-Demonstration mehr als „irgendeine“ Ak- beschlossen, Europa bis zum Jahre 2010 zur schaftsforschung (DIW) „mit unvermindertem
„Montags-Demonstration“ gestritten wird, ist tivität, sie kommt der Volksabstimmung näher. wirtschaftlich stärksten Region der ganzen Tempo“ fort. Im dritten Quartal sei die deut-
nicht nur, wie es zunächst scheint: lächerlich. Ein Verfassungs-Orkan achtet auch auf die ei- Welt zu machen - natürlich in Konkurrenz zur sche Wirtschaft nach vorläufigen Berechnun-
Selbstverständlich ist es richtig, dagegen ein- gene innere Demokratie. Darum der intelligen- Wirtschaftssupermacht USA und zu den wirt- gen um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal
zuwenden: Die Montagsdemonstrationen als te, differenzierte, zivilisierte Rausschmiss der schaftlich boomenden Regionen der Zukunft, gewachsen, teilte das Institut am Donnerstag
BürgerInnen-Proteste gegen die Diktatur von (Neo?-) Nazis. China und Indien. Die Auswirkungen der ehr- in Berlin mit. Damit fiel die Wachstumsrate
1989 sind keine museale Tradition, sondern Darum auch neue Formen von Öffentlichkeit: geizigen Lissabon-Strategie sind, angefangen ebenso hoch aus wie zwischen dem ersten
lebendiger denn je. Offene Mikrophone, regelrechte Abstimmun- bei der Riester-Rente über die „Gesundheits- und dem zweiten Vierteljahr. Im Vergleich zum
Nicht zu vergessen: es gab ja auch die Mon- gen über Entschließungen auf Kundgebungen: reform“ bis hin zu Hartz IV, mittlerweile auch in Vorjahreszeitraum ergab sich im dritten Quar-
tags-Demonstrationen von 1991, gegen Treu- Dafür? Dagegen? Wer enthält sich? … Grotesk, Deutschland spürbar und stoßen zunehmend tal laut DIW ein Wachstum von 1,8 Prozent.
hand und De-Industrialisierung und Massen- dass dies zum Teil von einer maoistischen Sek- auf Widerstand. (Quelle: www.ostblog.de) (Quelle: AFP)
Entlassungen in den früheren DDR-Ländern. te eingebracht wird, unter deren Herrschaft ich
Sie waren zum überwiegenden Teil vergeblich. für die Meinungsfreiheit schwarz sähe. Aber Grüne regen soziales Jahr für alte Men- Gewerkschaften kuscheln wieder mit der
Dem Kahlschlag, gegen den sie sich wandten, „Erst im Plenum diskutieren!“ ist eine hilflose schen an Regierung
ist der riesige Anteil der Langzeitarbeitslosen Reaktion, erinnert an die Verräucherte-Hin- Hannover/AP: Die niedersächsische Grünen- Die Gewerkschaften haben nach einem Treffen
heute zu ver“dank“en, die sich jetzt der nächs- terzimmer-Demokratie der Parteien. (Mobil- Landesvorsitzende Brigitte Pothmer hat sich mit Kanzler Schröder versöhnlichere Töne an-
ten Verarmungs-Stufe gegenüber sehen. telefone, UMTS, WLANs will ich hier nur kurz dafür ausgesprochen, alten Menschen die geschlagen. Die Forderung nach zusätzlichen
Allmählich gehören die Montags-Demon-stra- erwähnen: die Demo-Öffentlichkeit wird nicht Ableistung eines „sozialen Jahres“ zu ermög- Korrekturen bei den Arbeitsmarktreformen
tionen zu Ost und West. Der Zorn gegen den nur größer, sondern auch kleiner, individueller, lichen. Bisher haben nur Schulabgänger die- bleibt aber bestehen. Gewerkschafter müss-
Abbau sozialer Grund- und Menschenrechte persönlicher.) se Möglichkeit. „Die alten Leute sind finanziell ten dafür sorgen, dass Veränderungsprozesse
ist im Osten aus guten Gründen bitterer Erfah- Ja, die Straße – sie ist auch voller „Ratten“, versorgt, aber wir geben ihnen keine Heraus- „einigermaßen sozial“ auf den Weg gebracht
rung besonders stark ausgeprägt. Montags- deshalb die Sorge um „Rattenfänger“, und forderung mehr“, sagte Pothmer. Früher hätten würden, so der Chef der Gewerkschaft Berg-
Demon-stration heißt: aktive Demokratie aller verdreckt von Ungeziefer. Ein Verfassungs- die Älteren etwa bei der Betreuung von Enkeln bau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt. IG-
Basis-Initiativen, nicht nur so genannter Avant- „Orkan“ kann eines wundervoll: er fegt durch oder auf dem Bauernhof feste Aufgaben ge- Metall-Chef Jürgen Peters lobt die Bereitschaft
garden (es gab gute, es gab schlechte) wie bei die Straßen. Dabei lernen wir einiges Neue habt. Jetzt würden Menschen zum alten Eisen der Regierung zu reden. DGB-Chef Michael
der westdeutschen „Außerparlamentarischen über Demokratie. Vielleicht auch dank der titel- gezählt, die für die Gesellschaft noch wertvoll Sommer sagte, immerhin sei vereinbart wor-
Opposition“, der APO, seit 1967. schützenden Museums-Wärter der Montags- sein könnten. (Quelle: Nordwest Zeitung) den, „den Prozess der Umsetzung ständig zu
In diesem “heißen Herbst“ 2004 wird das Wort Demonstrationen: Kunstwerke brauchen gute begleiten“. (Quelle: netzeitung.de)
eines der wichtigsten DDR-Bürgerrechtler wirk- Pflege nach guten Regeln. Agentur für Arbeit appelliert an Betroffene:
sam, der leider gerade verstorben ist - Wolf- Und sie machen sehr, sehr stolz. Die 16 Seiten so früh wie möglich abgeben Montagsdemos: Schätzungen der Demon-
gang Ullmann sagte über die Demokratie (das Es wird höchste Eisenbahn für Empfänger des strationszahlen beeinflussen politisches
war in einer Ost-Berliner Kirche, auch der Ort Richard Herding Arbeitslosengeldes II, die noch keinen Antrag Verhalten
kein Zufall): „’Die Straße’ gehört dazu - das ha- Informationsdienst: für kritische Medienpraxis gestellt haben. Die Agentur für Arbeit appelliert Mit den seit Wochen anhaltenden Protesten ge-
ben wir gelernt“. Die Straße als neues Verfas- einmal mehr, die 16 Seiten möglichst früh ab- gen Hartz IV ist auch ein Streit um die Zahl der
sungs-Organ? Sagen wir: die Montags-Demo, zugeben. Wer zu spät kommt, steht womöglich Demonstranten entbrannt. Die Angaben, wie-
ein Verfassungs-Orkan. Kein Titelschutz, aber ohne Geld da. Es sind bislang zu wenig Anträ- viele Menschen sich an den Montagsdemons-
etwas Besonderes. ge zurück gekommen. trationen beteiligen, widersprechen sich zum
Es ist nicht schriftlich im Grundgesetz festge- NEWS zur Agenda 2010 „Wir bewegen uns bei neun Prozent.“ Da- Teil erheblich. Während die einen vom „Abeb-
halten, aber wenn über sehr lange Zeit sehr mit meint Wilfried Reihl, Leiter der Geschäfts- ben“ der Protestwelle sprechen, verkünden an-
viele Menschen aus sehr unterschiedlichen Gute Nachrichten kommen aus Brüssel stelle in Gifhorn, den Anteil der Anträge, die dere einen Zuwachs an Demonstranten. Dieter
Schichten und Milieus für sehr gewichtige ver- Der designierte EU-Kommissionspräsident seine Leute bereits komplett bearbeitet haben. Rucht, Protestforscher am Wissenschaftszent-
fassungsmäßige Ziele auf die Straße gehen, José Manuel Barroso nahm offensichtlich letzte „Wir hätten schon bei 30 Prozent sein müssen.“ rum Berlin für Sozialforschung (WZB), fordert
dann hat das eine besondere Qualität. Wir ha- Woche vorsichtig Abstand von der sogenannte Denn geplant ist ihm zufolge, dass Anfang Ok- jetzt ein Ende dieser Zahlenspiele. „Es könnten
ben ja auch sonst dazugelernt, dafür steht zum „Lissabon-Strategie“ der EU. tober alle Anträge ausgefüllt bei der Agentur Zählverfahren angewendet werden, um diesen
Beispiel Peter Grottian – Professor, Banken- „Die EU werde ihre »Lissabonner Ziele«, wie für Arbeit eingetrudelt sind. politisch motivierten Schätzungen entgegen zu
Skandal-Bekämpfer, auch mal verkleide einen internationalen Spitzenplatz beim Wirt- (Quelle: Aller Zeitung) wirken“, fordert er. (Quelle: ngo-online)