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Martin Trebsdorf

Biologie

Anatomie

Ph y siologie

Lehrbuch und Atlas

Der Autor hat alle Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass etwaige Auswahl und Dosierungsangaben von Medikamenten im vorliegenden Text mit den aktuellen Vorschriften und der Praxis übereinstimmen.
Trotzdem muss der Leser im Hinblick auf den Stand der Forschung und mit Blick auf die Änderung staatlicher
Gesetzgebungen, mit dem ununterbrochenen Strom neuer Erkenntnisse bezüglich Medikamentenwirkung und
Nebenwirkungen unbedingt bei jedem Medikament den Packungsprospekt konsultieren, um mögliche Änderungen im Hinblick auf Indikation und Dosis nicht zu übersehen.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt
auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichenund Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

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Autor:
Dr. päd. Martin Trebsdorf
Illustrationsideen und Beratung:
Dipl.-Med. päd. Paul Gebhardt
Zeichnungen:
Sylvana Bardl, Halle
Mark Bitter, Hamburg
Andreas Busse, Suderburg
Steffen Faust, Berlin
Gerhard Schäfer, Bad Bevensen
Layout und Satz:
GS Werbeagentur, Bad Bevensen
Lektorat:
Karin Schanzenbach, Hamburg
Rüdiger Mackenthun, Suderburg
ISBN 3-928537-30-X
7. Auflage 2002
© 1993 by Lau-Verlag GmbH, Reinbek
Alle Rechte vorbehalten
Printed in Germany
Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier

Vorwort

3

Das völlig neue „Gesicht“ der 4. Auflage hat sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern großen
Anklang gefunden, nicht zuletzt weil das bewährte inhaltliche und didaktische Grundkonzept
beibehalten wurde. Das hat uns bewogen, auch die 5. Auflage weiter zu verbessern, was durch viele
neu gestaltete Zeichnungen sichtbar wird.
Bei der Arbeit mit dem Buch ist es deshalb von großer Bedeutung, stets den Text in engster
Verbindung mit den in unmittelbarer Nähe befindlichen Abbildungen und Tabellen zu studieren.
Gerade durch diese enge Nachbarschaft von Text und Bild – lesen und sogleich sehen – hebt sich dieses Lehrbuch unmissverständlich von allen anderen ab, zum Vorteil von Lernenden und Lehrenden.
Aufgrund dieser Tatsache war es auch möglich, einfache oder bereits bekannte Sachverhalte, wie
zum Beispiel makroskopische Strukturen, „nur“ aufzuzählen, um dadurch das umfangreiche anatomische und physiologische Wissen gerafft wiedergeben zu können.
Das Studieren wird durch den streng logischen Aufbau und eine übersichtliche Anordnung des Stoffes
erleichtert. In Merksätzen wird das Wichtigste immer wieder präzise zusammengefasst.
Wiederholungsfragen am Ende der Kapitel helfen, den Lerneffekt zu überprüfen. Hilfreich dabei ist
auch das umfangreiche Stichwortregister.
Darüber hinaus bietet die neugeschaffene, extra zu diesem Buch konzipierte CD-Rom die
Möglichkeit, mit Hilfe neuer Technik die Inhalte noch präziser anschaulich aufnehmen und erarbeiten zu können.

Reinbek, im Juni 2002

Martin Trebsdorf

Die positiven Resonanzen haben uns bewogen, das Konzept unverändert zu lassen. Mit der vorliegenden 6. Auflage zählt das Werk im Bereich „Biologie, Anatomie, Physiologie“ bereits zu den
erfolgreichsten Titeln in der Ausbildung der pflegerischen und medizinischen Berufe, was auch auf
die vielen Anregungen von Dozentinnen und Dozenten sowie den Auszubildenden selber zurückzuführen ist. Hierfür möchten wir uns bedanken, weil ein gutes und erfolgreiches Buch nur dann Ihren
Ansprüchen gerecht wird, wenn immer wieder Hinweise und Tipps aus der täglichen Praxis berücksichtigt werden.
Die mitgelieferte CD gehört selbstverständlich weiterhin zur Ausstattung und wird Ihnen ein hilfreicher Begleiter während Ihres beruflichen Werdeganges sein.
Reinbek, im August 2002
Lau-Verlag, Reinbek bei Hamburg

Uwe Hamann

Erläuterungen zu den Abkürzungen und Zeichen

4

Abk. Fachbez.

deutsche Bez.

A.
Aa.
Art.
Artt.
Col.
Gl.
Gll.
Lig.
Ligg.
M.
Mm.
N.
Nn.
Proc.
R.
V.
Vv.

Arterie
Arterien
Gelenk
Gelenke
Säule
Drüse
Drüsen
Band
Bänder
Muskel
Muskeln
Nerv
Nerven
Fortsatz
Zweig, Ast
Vene
Venen

Arteria
Arteriae
Articulatio
Articulationes
Columna
Glandula
Glandulae
Ligamentum
Ligamenta
Musculus
Musculi
Nervus
Nervi
Processus
Ramus
Vena
Venae

Sonstige Abkürzungen
ADH
ADP
AMP
ATP
BPH
dB
EEG
EPS
EZF
EZR
HCG
HMV
HPL
IgG
IZF
IZR
NNM
NNR
PNS
R
ZNS

antidiuretisches Hormon
Adenosindiphosphat
Adenosinmonophosphat
Adenosintriphosphat
benigne Prostatahyperplasie
Dezibel (Pegelmaß)
Elektroenzephalogramm, -graphie
extrapyramidal-motorisches System
extrazelluläre Flüssigkeit
extrazellulärer Raum
Choriongonadotropin
Herzminutenvolumen
human placento lactogen (Plazentalaktogen)
Immunglobulin G
intrazelluläre Flüssigkeit
intrazellulärer Raum
Nebennierenmark
Nebennierenrinde
peripheres Nervensystem
Molekülrest
Zentralnervensystem

Vorsätze vor Maßeinheiten
Symbol
Kilo
Dezi
Zenti
Milli
Mikro
Nano

Beispiele
1 kg = 1000 g
1 dm = 0,1 m
1 cm = 0,01 m
1 mm = 0,001 m
1 µm = 0,000001 m
1 nm = 0,000000001m

Element

Symbol

Calcium
Chlor
Eisen
Fluor
Iod
Kohlenstoff
Magnesium
Natrium
Sauerstoff
Stickstoff
Zink

Ca
Cl
Fe
F
I
C
Mg
Na
O
N
Zn

Chemische Verbindungen
Element

Symbol

Kohlendioxid
Kohlensäure
Salzsäure
Wasser

CO2
H2CO3
HCl
H2O

Funktionelle Gruppen
Element

Symbol

Aminogruppe
Carboxylgruppe
Hydroxylgruppe
Phosphatgruppe
Sulfatgruppe

NH2
COOH
OH
PO4
SO4

Besonders hervorgehoben sind einzelne Passagen
mit folgenden Markierungen:
Merke

Diese Merkesätze enthalten wichtige ergänzende oder zusammenfassende Informationen der vorangegangenen Inhalte.
P Die

nachfolgenden Informationen stellen
einen Praxisbezug dar.

Allgemeine Symbole
= Erhöhung, Anstieg
= Reduzierung, Abfall
✑ = siehe

Mikrosekunde (0,000 001 s)
Millisekunde (0,001 s)
Mikrogramm (0,000 001 g)
Milligramm (0,001 g)
Mikrometer (0,000 001 m)
Nanometer (0,000 000 001 m)
Mikroliter (0,000 001 l)
Nanoliter (0,000 000 001 l)
Pascal (0,0075 mmHg)
Millimeter Quecksilbersäule (133 Pa = 1,33 mbar)
Millibar (100 Pa = 0,75 mmHg)
Ampère (Stromstärke)
Volt (Potential)
Hertz (= 1/s)
Mol

Faktor

1000 (103)
0,1 (10–1)
0,01 (10–2)
0,001 (10–3)
0,000001 (10–6)
10–9

Chemische Elemente

Maßeinheiten
µs
ms
µg
mg
µm
nm
µl
nl
Pa
mmHg
mbar
A
V
Hz
mol

k
d
c
m
µ
n

Inhaltsverzeichnis

3

Vorwort

Vv.

Venae Erläuterungen zu den Abkürzungen und Zeichen

1

Der menschliche Körper
1.1
1.2

2

5

Inhalt und Aufgaben der Anatomie und Physiologie
Orientierung am Körper

Grundlagen, Bau- und Funktionsstoffe
Bau- und Funktionsstoffe des menschlichen Körpers
und ihre biologische Bedeutung
2.1.1
Wasser
2.1.2
Mineralstoffe
2.1.3
Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße
2.2
Zellen und ihr umgebendes Milieu
2.2.1
Bau und Funktion der Zelle
2.2.2
Flüssigkeitsräume des Körpers und Körperflüssigkeiten
2.2.3
Das innere Milieu
2.2.4
Säure-Basen-Haushalt
2.3
Arten des Stofftransports im Organismus
2.3.1
Passiver Transport
2.3.2
Aktiver Transport
2.4
Physiologie des Stoff- und Energiewechsels
2.4.1
Stoff- und Energiewechsel
2.4.2
Bedeutung energiereicher Phosphatverbindungen
im Stoff- und Energiewechsel
2.4.3
Enzyme
2.4.4
Stoffumsatz- und Energiefreisetzung
2.5
Genetik (Vererbungslehre)
2.5.1
Chromosomen
2.5.2
Nukleinsäuren als Trägerstoff der Erbinformation
2.5.3
Zellteilung
2.5.4
Gesetzmäßigkeiten der Vererbung – Mendel’sche Erbregeln
2.5.5
Mutationen
2.5.6
Modifikationen
Fragen zur Wiederholung

4

11
11
15

17

2.1

17
17
18
19
22
23
28
28
29
31
32
33
35
35
36
37
40
43
43
44
48
50
54
56
57

Inhaltsverzeichnis

6

3

Gewebe
3.1
3.2
3.3
3.4

Epithelgewebe (= Epithel)
Binde- und Stützgewebe
Muskelgewebe
Nervengewebe
3.4.1
Bau
3.4.2
Grundlagen der Erregungsphysiologie
Fragen zur Wiederholung

4

Hautsystem (Häute und Drüsen)
4.1

Äußere Haut
4.1.1
Schichten der äußeren Haut
4.1.2
Gefäßversorgung
4.1.3
Haut als Sinnesorgan
4.1.4
Altersveränderung der Haut
4.2
Anhangsorgane der Haut
4.2.1
Hautdrüsen
4.2.2
Haare (Pili)
4.2.3
Nägel
4.3
Schleimhaut (Tunica mucosa)
4.4
Seröse Haut (Tunica serosa) und seröse Höhlen
4.5
Drüsen (Überblick)
Fragen zur Wiederholung

5

Stütz- und Bewegungssystem
5.1

Allgemeine Knochenlehre
5.1.1
Aufgaben der Knochen
5.1.2
Knochentypen
5.1.3
Bau eines Knochens
5.1.4
Knochenwachstum
5.1.5
Knochenverbindungen
5.2
Allgemeine Muskellehre
5.2.1
Bau und Hilfseinrichtungen des Skelettmuskels
5.2.2
Kontraktion des Skelettmuskels
5.3
Spezielle Knochen- und Muskellehre
5.3.1
Wirbelsäule (Columna vertebralis)
5.3.2
Brustkorb (Thorax)
5.3.3
Schultergürtel und obere Extremität
5.3.4
Beckengürtel und untere Extremität
5.3.5
Kopf (Caput)
Fragen zur Wiederholung

59
60
62
68
69
69
71
76

77
77
77
80
80
82
82
82
83
85
85
86
86
88

89
89
89
89
89
90
91
95
95
96
104
104
109
111
118
128
135

Inhaltsverzeichnis

6

7

Leibeswand und Beckenboden

137

6.1
Brustwand
6.2
Bauchwand
6.3
Leistenregion (Regio inguinalis)
6.4
Beckenboden
Fragen zur Wiederholung

137
137
138
140
142

Die großen Körperhöhlen
7.1
7.2

Brusthöhle (Cavitas thoracis)
Bauchhöhle (Cavitas abdominalis)
7.2.1
Bauchfell (Peritoneum)
7.2.2
Lage der Bauchorgane
7.3
Beckenhöhle
Fragen zur Wiederholung

8

9

7

Hals (Collum)

143
143
144
144
146
148
148

149

8.1
Bau
8.2
Leitungsbahnen
Fragen zur Wiederholung

149
149
152

Kreislaufsystem

153

9.1
9.2
9.3

9.4
9.5

9.6

Aufgaben (Überblick)
Das Blut
9.2.1
Blutzellen (Blutkörperchen)
9.2.2
Blutplasma
Physiologie des Blutes
9.3.1
Transportfunktion
9.3.2
Blutstillung (Hämostase)
9.3.3
Fibrinolyse
9.3.4
Blut und Immunsystem
9.3.5
Unspezifische und spezifische humorale und zelluläre
Abwehrmechanismen
9.3.6
Verschiedene Immunreaktionen
9.3.7
Immunisierung
9.3.8
Blutgruppen des Menschen
Das Herz (Cor)
Gefäßsystem
9.5.1
Blutgefäßarten
9.5.2
Blutkreislauf
9.5.3
Lymphgefäßsystem
Physiologie des Kreislaufsystems
9.6.1
Erregung des Herzens
9.6.2
Mechanik der Herztätigkeit

153
153
153
156
156
156
157
158
158
165
168
168
168
172
176
176
178
187
189
189
191

8 Physiologie der Verdauung 12.8. Gebiss 12.8.6 Leber (Hepar) 12.4 Regulation der Atmung Fragen zur Wiederholung 12 Verdauungssystem 12.1 Nase (Nasus) 11.2 Gasaustausch 11.4 Verdauungsvorgänge im Dickdarm 12.2.1 Körpertemperatur des Menschen 10.1.8.1 Lippen und Wangen 12.3.6 Brustfell (Pleura) 11.7 Bauchspeicheldrüse (Pankreas) 12.3 Zunge (Lingua.1 Atembewegungen 11.3.1.2 Zähne.4 Regulation des Blutkreislaufes Fragen zur Wiederholung 10 Wärmehaushalt 10.1.3 Funktion der Gefäße 9.2.3 Magen (Gaster.2.3 Verdauungsvorgänge im Dünndarm 12.4 Dünndarm (Intestinum tenue) 12.2 Speiseröhre (Ösophagus) 12.4 Gaumen (Palatum) 12.1.1.1 Verdauungsvorgänge in der Mundhöhle 12.5 Lungen (Pulmones) 11.8.2.3.3 Atemgastransport 11.3 Physiologie der Atmung 11.2 Rachen (Pharynx) 11.1 Mundhöhle (Cavum oris) 12.6.5 Große Mundspeicheldrüsen 12.5 Regulation der Verdauung 12.4 Luftröhre (Trachea) 11.3.5 Dickdarm (Intestinum crassum) 12.2 Verdauungsvorgänge im Magen 12.8 Inhaltsverzeichnis 9.2 Wärmeproduktion und Wärmeabgabe Fragen zur Wiederholung 11 Atmungssystem 11.6 Funktionen der Leber (Überblick) Fragen zur Wiederholung 196 202 205 207 207 208 212 213 213 213 213 214 216 219 220 223 224 224 228 229 230 232 233 234 234 234 237 238 238 239 240 242 244 246 250 252 252 254 255 256 257 259 262 . Ventriculus) 12.3 Kehlkopf (Larynx) 11.2.1 11. Glossa) 12.8.2.2 Gliederung Bau der Atmungsorgane 11.8.6.

die durch die glandotropen Hormone gesteuert werden 15.1 Pankreashormone und Blutzuckerregulation 15.1 Hormone des Hypothalamus und der Hypophyse 15. Nephron) 13.1 Innere männliche Geschlechtsorgane 14.3 Oberflächen.1 Niere (Ren.2.3.2.3 Keimdrüsen.2 Regulationsfunktionen der Hormone Hormongruppen 15.2 Harnleiter (Ureter) 13.3.5 Physiologie der Niere Fragen zur Wiederholung 14 Geschlechtssystem (Genitalsystem) 14.2 Weibliche Geschlechtsorgane 14.3 Periphere Hormondrüsen.und Gleichgewichtssinn 9 263 264 267 268 270 271 276 277 277 278 280 281 281 285 286 294 295 295 298 298 299 301 301 302 304 307 307 308 310 311 312 313 315 . die nicht durch die glandotropen Hormone gesteuert werden 15.4.2 Hormonelle Regulation des Mineralhaushaltes (Überblick) Fragen zur Wiederholung 16 Sinnessystem 16.2 Nebennieren und ihre Hormone 15.1 Männliche Geschlechtsorgane 14.Inhaltsverzeichnis 13 Harnsystem.1 16.2.3.2.4. Funktionen der Niere 13.1 15.und Tiefensensibilität Chemische Sinne (Geschmack und Geruch) Hör.2 Äußere weibliche Geschlechtsorgane 14.3 Fortpflanzung und Individualentwicklung des Menschen bis zur Geburt (Überblick) Fragen zur Wiederholung 15 Hormonsystem (Endokrines System) 15.2 Äußere männliche Geschlechtsorgane 14.3 Harnblase (Vesica urinaria) 13.1 Innere weibliche Geschlechtsorgane 14.2 16.1.4 Harnröhre (Urethra) 13.1.1 Schilddrüse und die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) 15.4 Periphere Hormondrüsen.2 Hormone des Hypophysenvorderlappens 15. Sexualhormone und Menstruationszyklus 15.

10 Reflexe 17.4.7 Blutversorgung des Gehirns 17.6 Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) 17.8.3.2.3.2 Rückenmarksnerven (Nn.3.5 Schutzeinrichtungen des ZNS 17.3 Rückenmarksegmente 17.12 Zusammenwirken der Koordinationssysteme VNS.2 Gehörsinn 16.1 Bau des Auges 16.3. Gliederung 17.4.2 Schutz.3 Gehirn (Encephalon) 17.8.3.3.Inhaltsverzeichnis 10 16.4 Gesichtssinn 16. spinales) 17.3.8 Leitungsbahnen des ZNS 17.3.3 Physiologie des Hörens 16.3 Physiologie des Sehens Fragen zur Wiederholung 17 Nervensystem 17.1 Hirnnerven 17.4.1 Gleichgewichtssinn 16.3 Zwischenhirn (Diencephalon) 17.3.13 Wachsein und Schlafen Fragen zur Wiederholung ➥ Stichwortverzeichnis 316 318 319 321 321 323 326 330 331 331 332 333 333 335 335 335 335 341 342 343 343 344 344 345 345 346 348 349 349 350 352 353 357 361 364 371 372 375 377 .3.2 Endhirn (Telencephalon) 17.9.1 17.4 Mittelhirn (Mesencephalon) 17.9.2. animales Nervensystem und Hormonsystem 17.1 Masse.7 Verlängertes Mark (Medulla oblongata) 17.4 Hirnkammern (Ventriculi encephali) 17.8 Netzsubstanz (Formatio reticularis) und aufsteigendes retikuläres aktivierendes System (ARAS) 17.2 Innerer Bau 17. Lage.6 Kleinhirn (Cerebellum) 17.1 Sensible aufsteigende Leitungsbahnen 17.5 Brücke (Pons) 17.2. Form.2 Motorische absteigende Leitungsbahnen 17.3.11 Vegetatives Nervensystem (VNS) 17.und Bewegungsapparat des Auges 16.9 Peripheres Nervensystem (PNS) 17.2 Gliederung Rückenmark (Medulla spinalis) 17.1 Lage und Form 17.

1. um pathologische (krankhafte) Veränderungen festzustellen.1 .11 1 Der menschliche Körper 1.1 Inhalt und Aufgaben der Anatomie und Physiologie Anatomie und Physiologie ist keine Diagnose (Krankheitsbestimmung) und ohne Diagnose keine Therapie (Heilverfahren) möglich. Kopf (Caput) Hals (Collum) Rumpf (Truncus) obere Extremität (Membrum superius) Bauch (Abdomen) Becken (Pelvis) untere Extremität (Membrum inferius) Körperbau von Mann und Frau. Ohne die Kenntnisse der Anatomische und physiologische Kenntnisse sind die erste Voraussetzung für alle Pflege. Die genaue Kenntnis des gesunden menschlichen Körpers ist eine unabdingbare Voraussetzung. Abb.und Gesundheitsfachberufe.

1 12 Der menschliche Körper Der Mensch gehört als biologische Art zur Klasse der Säugetiere. oberflächliche Muskeln sind deutlicher zu erkennen Behaarung schwächer stärker. 1. – obere Extremität (Membrum superius). In ihm eingebettet sind die Brusthöhle (Cavitas thoracis). welches solche herausragenden Leistungen wie das Denken und Sprechen ermöglicht. Schildknorpel (Adamsapfel) kaum vorgewölbt dicker. in denen viele Organe geschützt untergebracht sind. stärkere Ausprägung von Oberund Unterkiefer und der Kaumuskulatur Hals zierlicher. in dem sich das Gehirn. Gesäß und Hüften) weniger abgerundet wegen des dünneren Unterhautfettgewebes. Unterschiede zwischen weiblichem und männlichem Körper. – der Gebrauch der Hände und – das stark entwickelte Endhirn (Großhirn). die durch den Beckengürtel mit dem Rumpf beweglich verbunden ist und sich unterteilt in • Oberschenkel (Femur).und Atmungstraktes befinden. die durch den Schultergürtel mit dem Rumpf beweglich verbunden ist und sich untergliedert in • Oberarm (Brachium). • den Anfangsteil der Speiseröhre (hinter der Luftröhre und vor der Halswirbelsäule) sowie • Blutgefäße und Nerven. Gliederung des menschlichen Körpers Der menschliche Körper gliedert sich in – Kopf (Caput). von denen er sich allerdings in einigen Merkmalen deutlich unterscheidet. schmaler breiter und kantiger Brustkorb enger. der aus der Wirbelsäule. 1. deutlich hervortretender Adamsapfel Schultern stärker abgerundet. dafür treten die oberflächlichen Muskeln deutlicher hervor Kopf kleiner. die Bauchhöhle (Cavitas abdominalis) und der Beckenraum (Regio pelvis). dem Brustkorb und dem Beckengürtel besteht. wichtige Sinnesorgane sowie die Anfangsorgane des Verdauungs. Er enthält als Verbindungsteil zwischen Kopf und Rumpf: • den Kehlkopf und den Anfangsteil der LuftTab. Dies sind – die spärliche Körperbehaarung. – untere Extremität (Membrum inferius). länger Rumpf länger kürzer Becken breiter schmaler Beine kürzer. leicht abfallend. – Hals (Collum). – der aufrechte Gang. – Rumpf (Truncus). Kehlkopf größer. welche zwischen Brusthöhle und Kopf seitlich verlaufen. • Unterarm (Antebrachium) und • Hand (Manus). zierlichere Fußgelenke länger. Bartwuchs Schambehaarung obere Grenze horizontal spitzförmig zum Nabel laufend .1 röhre (vorn). Kehlkopf kleiner. • Unterschenkel (Crus) und • Fuß (Pes). An erster Stelle wenden wir uns zunächst der äußeren Körpergestalt zu (✑ Abb. Kiefer und Kaumuskeln schwächer größer. Unterschiede Körper der Frau Körper des Mannes Körpergröße kleiner größer Knochen und Muskeln schwächer stärker Körperform abgerundet wegen des stärker ausgebildeten Unterhautfettgewebes (besonders an Brust.1). rundlicher. Betrachten wir also unseren komplizierten und zugleich interessanten menschlichen Körper näher. kürzer weiter.

Erst mit dem Laufenlernen und dem damit verbundenen aufrechten Gang bilden sich beim Kind die typischen Krümmungen heraus (✑ S. die in der Tabelle 1. • Verhaltenseigenschaften. • Körpergröße. 1. Aufgrund der unterschiedlichen biologischen Funktionen treten deutliche Unterschiede zwischen weiblichem und männlichem Körper zutage. Das diskontinuierliche Wachstum des menschlichen Körpers zeigt sich sowohl im 1/4 1/4 . Kap. Die Brustwirbelsäule des Neugeborenen ist nur leicht nach vorn gekrümmt. • Körpermasse. Abb.1 Inhalt und Aufgaben der Anatomie und Physiologie Unterschiede von Mensch zu Mensch Bereits im Kindesalter erkennen wir. • Muskelkraft. 5. 104. 13 Veränderungen der Körpergestalt und Körperproportionen Nach der Geburt erfolgt das Wachstum des Menschen diskontinuierlich und proportional verschieden. 1. Dazu gehören z. sind es beim Erwachsenen nur noch 1/8. dass jeder Mensch eine Reihe äußerer Merkmale besitzt.und Haartyp. was bei einem Vergleich zwischen Neugeborenem.. a. der gesamten Körpergröße 1/4 1/4 Neugeborenes 6-jähriger Erwachsener Veränderungen der Proportionen durch Wachstum. • Hautleistenmuster.und Lippenform. 6jährigem Kind und Erwachsenen deutlich zu erkennen ist (✑ Abb. Beim Neugeborenen liegt der Nabel.1 gegenübergestellt sind.1. Sehr gut erkennt man diese Proportionsveränderungen am Kopf.2 . Beim Neugeborenen sind Kopf und Rumpf relativ groß. Während beim Neugeborenen die Kopflänge 1/4 der Körperlänge ausmacht. B. Hals und Beine dagegen kurz. Der Rumpf ist im Vergleich zu den Extremitäten beim Neugeborenen wesentlich größer. m.. • Nasen.2). • Haut. P Die ❑ geschlechtsspezifischen Unterschiede sind genetisch festgelegt und werden maßgeblich durch die Wirkung verschiedener Hormone (auch durch künstliche Hormongaben) beeinflusst. beim Erwachsenen die Symphyse (Schambeinfuge) etwa in der Körpermitte.3). die ihn deutlich von allen anderen Menschen unterscheiden (Ausnahme eineiige Zwillinge). • Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und v. • Konstitution.

Das Ziel der Physiologie besteht darin. • Sinnessystem. Lebensjahr sowie während der Pubertät ein verstärktes Längenwachstum. Merke Biologie ist die Lehre von den Lebewesen. Mikroskopische Anatomie: Sie befasst sich mit den Körperstrukturen. dazwischen und nach der Pubertät ein erhöhtes Breitenwachstum zu beobachten. Makroskopische Anatomie: Das ist die Lehre der Körperstrukturen. • Nervensystem. die gleichermaßen für alle Organsysteme gelten. Vergrößerung des Kauapparates. Gestaltenwandel bezeichnet.und Bewegungssystem. bis 7. Der Bau und die Form einer anatomischen Struktur werden erst verständlich durch die Kenntnis ihrer Funktion.a. So ist im 1. wenn Bau und Form bekannt sind. Sie ist ein Teilgebiet der Biologie und bedient sich naturwissenschaftlicher Forschungsmethoden. Abnahme des Unterhautfettgewebes und Abflachung des Rumpfquerschnittes in den typischen Schulkindtyp. Im vorliegenden Lehrbuch werden im Kapitel „Grundlagen“ notwendige physiologische Kenntnisse und Gesetzmäßigkeiten aufgezeigt.als auch im Breitenwachstum. • Kreislaufsystem. Diese Körperformveränderungen werden als 1. Der 2. die ursächlichen (kausalen) Zusammenhänge der Lebensvorgänge zu ergründen. Die Regulation des Wachstums erfolgt durch das Erbgut. Auf diese Weise wird eine Vereinfachung und bessere Übersicht des menschlichen Körpers erreicht. Lebensjahr verändert sich der füllige Kleinkindtyp durch stärkeres Wachstum der Gliedmaßen. Im 5. 2. Gestaltenwandel vollzieht sich während der Pubertät und führt zu den endgültigen Körperproportionen des Erwachsenen. und 5. Gliederung der Anatomie 1.14 1 Der menschliche Körper Längen. Die mikroskopische Anatomie umfaßt die Histologie (Gewebelehre) und die Zytologie (Zellenlehre). In dieser Phase werden auch die Geschlechtsorgane funktionstüchtig. • Atmungssystem. Merke Anatomie und Physiologie bilden eine Einheit. Systematische Anatomie: Sie bietet eine Einteilung nach gleichen Funktionen. . 3. • Hormonsystem. Inhalte des Lehrgebietes Biologie. und es kommt zur Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale. Geweben und Organen des menschlichen Körpers einschließlich ihrer Funktionen. • Harnsystem. Geweben und Organen befasst sich die Physiologie. das Hormon.und das Nervensystem sowie durch Umweltfaktoren wie Ernährung u. • Verdauungssystem. seinen Zellen. Embryologie (Lehre von der Embryonalentwicklung): Dieses Teilgebiet befasst sich mit der Entwicklung des Menschen von der befruchteten Eizelle bis zur Geburt. • Geschlechtssystem. bis 7. Das Lehrbuch orientiert sich deshalb an der systematischen Anatomie und behandelt folgende Organsysteme: • Hautsystem (Häute und Drüsen). die mit bloßem Auge wahrzunehmen sind. In den weiteren Kapiteln werden die anatomischen und physiologischen Sachverhalte der einzelnen Organe anschaulich dargestellt. die nur mit Lupe und Mikroskop wahrzunehmen sind. 5. der Form und dem Bau der Organe und Gewebe. • Stütz. Anatomie und Physiologie Im Mittelpunkt des Lehrgebietes steht die Betrachtung des Baus von Zellen. Topographische Anatomie: Sie beschäftigt sich mit der Lagebeschreibung der Organe. 4. Umgekehrt lassen sich Funktionen erst richtig erklären. Mit den Funktionen und Leistungen des menschlichen Körpers. Anatomie die von der Lage.

oder Vertikalachse) Die Längsachsen verlaufen zwischen cranial und caudal. 4. 1. umgekehrt. umgekehrt. also von der Körperhinter. also bei aufrechtem Stand senkrecht zur Standfläche. 2. 3. Entsprechend den 3 Raumdimensionen werden jeweils 3 Gruppen von Hauptachsen und -ebenen unterschieden. Die Pfeilachsen stehen senkrecht zu den Längs.) Querachse (Horizontal. Jede Querachse steht senkrecht auf einer Längsachse. Es gibt also nur eine Medianebene.oder Transversalebene Pfeilachse Medianebene Hauptebenen Körperebenen sind gedachte Schnittflächen durch den Körper in den 3 Dimensionen des Raumes. Um dies möglichst exakt vornehmen zu können. 3. Abb. also von links nach rechts bzw.2 Orientierung am Körper Sowohl in der Anatomie als auch in der Medizin ist die Lagebeschreibung anatomischer Strukturen von großer Bedeutung. 15 Längsachse Frontalebene Querachse Horizontal. 1. Hauptachsen 1. Orientierung am Körper 1.) Frontalebenen Die Frontalebene zerlegt den Körper jeweils in einen vorderen und hinteren Abschnitt.) Pfeilachse (Sagittalachse) Die Pfeilachsen verlaufen zwischen ventral und dorsal. verwendet man Körperachsen und Körperebenen sowie eine Reihe von Richtungsbezeichnungen. .oder Transversalebenen Die Ebenen gliedern den Körper immer in einen oberen und unteren Abschnitt. die sich spiegelbildlich annähernd gleich sind. seine Organe legen.) Horizontal.) Längsachse (Longitudinal.) Medianebene (Sonderfall unter den Sagittalebenen) Die Medianebene liegt genau in der Mitte des Körpers und teilt ihn in eine rechte und eine linke Hälfte.3 2.oder Transversalachse) Die Querachsen verlaufen zwischen lateral und lateral.zur Körpervorderfläche bzw. Man kann beliebig viele Achsen und Ebenen durch den menschlichen Körper bzw.1. Körperebenen.und Querachsen.2.) Sagittalebenen Die Sagittalebenen liegen parallel rechts und links zur Medianebene. Durch sie ist der Körper von medial nach lateral in viele „Längsscheiben“ teilbar.

1 16 Der menschliche Körper Frontalebenen Es gibt unendlich viele Sagittal-. Hinzuzufügen ist noch. 1. dass für cranial häufig superior (= oben) und für caudal inferior (= unten) benutzt wird. aber nur eine Medianebene (Körpermittelebene).und Richtungsbezeichnungen auf einen Blick“ verdeutlicht. Medianebene Sagittalebenen lateral medial Horizontaloder Transversalebene proximal distal Abb. Mittellinie gelegen weiter hinten tief gelegen links oberflächlich gelegen weiter oben quer verlaufend bauchwärts gelegen Den Schädel betreffend basal – in Richtung Schädelbasis occipital – in Richtung Hinterhaupt frontal – in Richtung Stirn Die Extremitäten betreffend proximal – rumpfwärts distal – vom Rumpf weg Arm: radial – auf der Speichenseite gelegen (daumenwärts) ulnar – auf der Ellenseite gelegen (kleinfingerwärts) Hand: palmar – hohlhandwärts gelegen dorsal – handrückenwärts gelegen Bein: tibial – auf der Schienbeinseite gelegen fibular – auf der Wadenbeinseite gelegen Fuß: plantar – fußsohlenwärts gelegen dorsal – fußrückenwärts gelegen .und Richtungsbezeichnungen auf einen Blick Allgemein anterior caudal cranial dexter dorsal externus inferior internus lateral longitudinal medial median – – – – – – – – – – – – posterior profundus sinister superficialis superior transversal ventral – – – – – – – vorne steißbeinwärts gelegen kopfwärts gelegen rechts rückenwärts gelegen außenliegend weiter unten innenliegend seitlich längs verlaufend zur Mittelebene hin in der Medianebene bzw. Frontal. Lage. In gleicher Weise verwendet man statt ventral anterior (= vorn) und statt dorsal posterior (= hinten). Richtungsbezeichnungen.4 Merke ventral dorsal cranial caudal Richtungsbezeichnungen Die Richtungsbezeichnungen dienen ebenfalls der besseren Orientierung am Körper.und Horizontalebenen. Die wichtigsten sind in der Tabelle „Lage. Die Medianebene ist ebenfalls eine Sagittalebene.

17 2 Grundlagen. Dieser Dipolcharakter des Wassers ermöglicht es außerdem. Vitamine. Wasser). das als Dipol auf einer Seite positiv. die ständige Aufnahme und Abgabe von Informationen. Seite 18).und Funktionsstoffe Der Mensch ist ein Teil der belebten Natur. Besonders wichtig sind: 1. dass sich Wasser an andere elektrisch geladene Teilchen (Ionen) anlagern kann. Duftstoffe). Ohne Wasser gibt es kein Leben. Der Vorgang der Wasseranlagerung wird als Hydratation bezeichnet (✑ Abb. Merke Die Photosynthese ist der wichtigste Assimilationsprozess auf der Erde.1 Bau. Diese Eigenschaft ist eine wichtige Voraussetzung für die Regulation der Körpertemperatur. 2. sowie 2. Eiweiße. Farbstoffe. weil durch sie sowohl die stoffliche als auch die energetische Grundlage für alle heterotrophen Organismen geschaffen werden.und Funktionsstoffe des menschlichen Körpers und ihre biologische Bedeutung Alle Zellen bestehen aus organischen Stoffen (Eiweiße.1. . der Zelle. Im Folgenden beschäftigen wir uns mit allgemeinen Grundlagen der Lebensvorgänge. Bau. Diese Polarisierung ermöglicht es. Die Glucose wiederum dient der Pflanze zusammen mit einigen anorganischen Stoffen. nehmen organische energiereiche Stoffe auf. In den Zellen werden sie in der Regel in körpereigene Stoffe umgewandelt (= Assimilation) oder unverändert ausgeschieden. Das Wasser ist ein polarisiertes Molekül.1 Wasser Der erwachsene Mensch besteht zu 60 % aus Wasser. vollziehen sich durch Wechselwirkung mit ihrer unmittelbaren Umgebung die für das Leben notwendigen Funktionsabläufe. Heterotrophe Assimilation Alle Lebewesen ohne Chlorophyll. 2. Wasser kommt in Molekülverbänden vor. also auch der Mensch. auf der anderen Molekülseite negativ geladen ist. Fette. und wandeln diese in körpereigene Stoffe um (Stoffwechsel).und Stoffbewegungen zwischen intrazellulärer Flüssigkeit (IZF = Flüssigkeit in den Zellen) und extrazellulärer Flüssigkeit (EZF = Flüssigkeit außerhalb der Zellen in den Zellzwischenräumen).1. Insbesondere gilt dies für Flüssigkeits. im Prozess der Photosynthese die anorganischen energiearmen Stoffe CO2 und H2O mithilfe ihres Chlorophylls und unter Nutzung der Lichtenergie in den energiereichen organischen Stoff Glucose (Traubenzucker) umzuwandeln (= autotrophe Assimilation). Schwefel (S) und Phospor (P). z. dass Stoffe gelöst und mit der Flüssigkeit im Organismus transportiert werden können. die letztendlich immer von chlorophyllhaltigen Zellen stammen. 2.und Elektrolytverschiebungen eine wichtige Rolle. Fette. als Ausgangsstoff für die Synthese der verschiedensten Pflanzeninhaltsstoffe (z. Autotrophe Assimilation Die grünen Pflanzen sind als autotrophe Lebewesen in der Lage. Die physikochemimischen Eigenschaften dieser Substanzen bestimmen ihre biologischen Funktionen in der Zelle. Aufgrund seiner inneren Struktur kann es viel Wärme aufnehmen und transportieren. Kohlenhydrate) und anorganischen Stoffen (Salze. Zwischen allen Lebewesen und der Umwelt bestehen lebensnotwendige Wechselwirkungen. Stickstoff (N). Für jedes Lebewesen sind die aus der Umwelt aufgenommenen Stoffe körperfremd. B. Außerdem produziert sie den gesamten molekularen Sauerstoff auf der Erde. In der kleinsten lebensfähigen Struktureinheit. die ständige Aufnahme und Abgabe von Stoffen und Energie. B. Die Hydratation spielt für Wasser.

– als Reaktionsmedium und Reaktionsteilnehmer für die chemischen Reaktionen in der Zelle. HCl-Produktion im Magen. osmotische Regulation. Aminosäuren. Kupfer: Zentralatom vieler Enzyme.und Zahnaufbau.1 zeigt. wie die Tabelle 2.1. Die Elektrolytkonzentrationen sind in der EZF und in der IZF unterschiedlich. Knochen. Herztätigkeit. IZR EZR (mmol/l)1) (mmol/l) 10 145 155 4 Mineralstoffe Natrium (Na+) Kalium (K+) + 10-5 2.5 Magnesium (Mg2 ) Chlorid (Cl-) 15 1 8 102 Bicarbonat (HCO3-) 10 25 Calcium (Ca2 ) + hauptsächliche Funktion/ biologische Eigenschaften Grundvoraussetzung für die Erregbarkeit. Stoffwechselzwischen. Tab. – der Temperaturregulation. Muskelkontraktion. Bau. 1) 1 mol = 6 x 1023 Teilchen .1 Wassermolekül und Hydratation.2 18 Grundlagen. – als Lösungsmittel und Transportmilieu für: Elektrolyte. Glucose. Hormone. 2.2 Mineralstoffe Merke Wasser dient aufgrund seiner chemischen und physikalischen Eigenschaften im Organismus – als Baustoff (ca. 2. Alle übrigen Mineralstoffe kommen nur in sehr geringen Mengen vor und werden deshalb als Spurenelemente bezeichnet. Erregbarkeit. Spurenelemente (Bedeutung) Eisen: Zentralatom des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin). Pufferung. Blutgerinnung.1 Die Mineralstoffe (Salze) liegen entweder dissoziiert (= Elektrolyte) oder in gebundener Form vor. Bestandteil zahlreicher Enzyme. osmotische Regulation. 2. Elektrolytkonzentrationen. 60 % des menschlichen Körpers besteht aus Wasser).und Stoffwechselendprodukte.und Funktionsstoffe Wassermolekül positiver Ladungsschwerpunkt negativer Ladungsschwerpunkt Ionen mit Wasserhülle Abb.

Die Leberglykogenmenge wird mit ca. andererseits Glucagon u. Fluor: Knochen. Iod: Bestandteil der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin und Thyroxin. Durch regulierende Hormone (einerseits Insulin. 300 g. Bestandteil von Enzymen. 2. 100 g angegeben und ist sehr beweglich. Baustein und Reaktionspartner Fruktose (Hexose) Reaktionspartner Ribose (Pentose) Baustein der RNA Desoxyribose (Pentose) Baustein der DNA Glykogen Energiespeicherung Polysaccharide 19 Tab. Umgekehrt lässt sich Glucose sehr schnell in Glykogen umwandeln.4 mmol/l führt deshalb zu Ausfallerscheinungen des zentralen Nervensystems (ZNS). die aus den Elementen Kohlenstoff (C). Gruppe Vertreter Biologische Bedeutung Monosaccharide Glucose (Hexose) Energiespender.6 bis 1 g pro Liter bzw. Gespeichert wird es in der Muskulatur (= Muskelglykogen) und in der Leber (= Leberglykogen). Fette und Eiweiße Kohlenhydrate. als Messwert oft angegeben 60 bis 100 mg pro 100 ml Serum). Außerdem sind sie Bausteine für viele biologisch wichtige Verbindungen (✑ Tab.2). Glykogen ist die Speicherform der Kohlenhydrate im tierischen Organismus. Übersicht über wichtige Kohlenhydrate und ihre biologische Bedeutung im menschlichen Körper. Merke Kohlenhydrate sind der Energielieferant Nummer eins. P Vor ❑ allem Erythrozyten und Nervenzellen sind bei der Deckung ihres Eigenbedarfes auf Glucose angewiesen. Merke In allen Körperflüssigkeiten liegen charakteristische Elektrolytkonzentrationen vor.2.2 . im EZR Na+ und Cl-. Mangan: Bindegewebs. Fette und Eiweiße sind energiereiche organische Stoffe.3 Kohlenhydrate. Für diese Stoffe besteht ein Mindestbedarf. Im Blut gelöst wird Glucose als Blutzucker zu allen Zellen transportiert. P Veränderungen ❑ der Mineralstoffkonzentrationen führen zu schweren Funktionsstörungen. Besonders gefährlich ist der hypoglykämische Schock.1. Kobalt: Zentralatom des Vitamin B12. Die Mineralstoffe dienen dem Körper als Bausowie Regelstoffe und sind Bestandteile von Enzymen. a.5 mmol/l einreguliert (= 0. Der eigentliche Energieträger ist die Glucose (Traubenzucker).und Funktionsstoffe Zink: Bestandteil des Insulins und von Enzymen. Kohlenhydrate Die Kohlenhydrate. Der Muskelglykogenvorrat ist relativ stabil und beträgt ca. 2. Die Möglichkeit der raschen Umwandlung von Glucose in Glykogen und umgekehrt garantiert einen konstanten Blutzuckerspiegel. Sie werden als Bau-. Glykogen kann bei Bedarf rasch in Glucose umgewandelt werden. Sie sind an allen energieabhängigen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Ein Glucoseabfall im Blut unter 3.und Skelettentwicklung. sind die einzigen von den Zellen ständig benötigten und genutzten Energielieferanten. Die dominierenden Ionen im IZR sind K+ und Eiweißionen.4 und 5. ) wird der Glucosespiegel im Blut beim Gesunden zwischen 3.und Zahnaufbau. Bildung von Blutzellen. Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H) bestehen. 2.und Funktionsstoffe benötigt.1 Bau. Betriebs.

(✑ Hormonsystem. – Cholesterol (= Cholesterin) als wichtigstes Sterin des höheren tierischen Organismus und – Steroidhormone. H) stellen eine heterogene Stoffgruppe dar. Alle Fettstoffe sind wasserunlöslich. 15. – Phosphatide als zusammengesetzte Lipide. – Fettschicht unter der Haut der Isolation und der Temperaturregelung des Körpers.3. Außerdem ist es Ausgangsstoff für die Steroidhormone und Gallensäuren. Merke Fette leisten vielfältige und nützliche Aufgaben. So können Stoffe. Sie ist Ausgangsstoff für die Synthese weiterer Fettsäuren. andere müssen zugeführt werden. Cholesterol kommt in freier (unveresterter Form) in den Zellen und in gebundener (veresterter Form) im Blutplasma vor. durch Bindung an Phosphatide wasserlöslich.und Funktionsstoffe Fette (Lipide) Fette (bestehend aus den Atomen C. Cholesterol (oft noch als Cholesterin bezeichnet) befindet sich. Cholesterol . wie die Phosphatide. haben aber statt einem der drei Fettsäurereste einen Phophorsäurerest gebunden. Fettbildung G + FS l y c e + FS r o l + FS G l y c e r o l R e s t Fettsäure-Rest + H2O Fettsäure-Rest + H2O Fettsäure-Rest + H2O Einige Fettsäuren kann der Körper selbst synthetisieren. P Ungesättigte ❑ Fettsäuren sind besonders in pflanzlichen Fetten enthalten. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren werden besonders für den Aufbau von Biomembranen benötigt. Bau. Die wichtigste Fettsäure für den Menschen ist die Linolsäure. der sich an Wasser binden kann (hydrophiler Anteil). l basischer Bestandteil) lipophiler Anteil hydrophiler Anteil Phosphatide gleichen im Aufbau den Triglyceriden. die zusätzlich Phospor (P) und andere Atome enthalten.20 2 Grundlagen.: • Energiespeicherung Triglyceride • Schutz vor Auskühlung • mechanischen Schutz und dienen als • Bausteine der Biomembranen Phosphatide. wie z. Für unsere Betrachtung kommen infrage: – Triglyceride als einfache Lipide. Dabei kann es sich um gesättigte Fettsäuren (FS) handeln. Kap. S. die vor allem in tierischen Fetten vorkommen. in allen Zellen und wird ebenfalls für den Aufbau der Biomembranen benötigt.3. Deshalb sind diese für die Ernährung wertvoller als tierische Fette. Triglyceride sind Verbindungen (Ester) von Glycerol mit drei gleichen oder verschiedenen Fettsäuren (daher Triester). 304). O. Triglyceride dienen im Organismus als – langfristige Energiespeicher und Reservedepot (Glykogen dagegen ist ein Kurzzeitspeicher). die sich nicht in Wasser lösen. Fettsäure-Rest G l R y c e Fettsäure-Rest e r s o t Phoshorsäure-Rest (organischer. Steroidhormone P Ein ❑ erhöhter Cholesterolspiegel im Blut (Hypercholesterinämie) zählt neben Übergewicht zu den ernährungsbedingten Risikofaktoren für Arteriosklerose mit den möglichen Folgen eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles. die bei Mangel von Linolsäure ebenfalls essentiell werden. – Körperfett dem Schutz vor mechanischen Belastungen. B. die überwiegend Bestandteil pflanzlicher Fette sind. und dadurch mit der Blutflüssigkeit transportiert werden. Außerdem werden Phosphatide beim Aufbau von Zellwänden und anderen Biomembranen benötigt. oder um ungesättigte Fettsäuren mit einer oder mehreren Doppelbindungen. Ungesättigte Fettsäuren sind ernährungsphysiologisch günstiger.

– Tripeptide: 3 Aminosäuren. Leucin. von denen Isoleuzin. – in saurer Lösung (pH < 7): Kationen. Threonin.4 Zwitterion Das H+ der Carboxylgruppe wandert zur Aminogruppe R . O und H noch Stickstoff (N) und häufig Schwefel (S) und Phosphor (P) enthalten. Sie stellen den Hauptanteil der organischen Substanz des Menschen dar.CH . OH. Isoleucin).. Methionin. – saure Aminosäuren (Asparaginsäure. Methionin. Es entsteht ein Kation. Eiweißbildung Aminosäuren verknüpfen sich zu Peptiden bzw. Merke (= saure Funktion) Ab einer Kettenlänge von ca. Aminosäuren als Bausteine der Eiweiße Die Grundbausteine der Eiweiße sind 20 verschiedene Aminosäuren. sodass sich auch jedes Individuum in der Gesamtheit seiner Eiweiße von den übrigen unterscheidet. 100 Aminosäuren spricht man von Eiweißen (Proteinen). Leuzin. Threonin. Die Fähigkeit. Lysin. überschüssige H+ bzw. Je nach Anzahl der miteinander verbundenen Aminosäuren unterscheidet man: – Dipeptide: 2 Aminosäuren. – in basischer Lösung (pH > 7): Anionen. Protonenübergang Anion R . – Polypeptide: ab 4 Aminosäuren. S. die im Molekül Aminogruppen (-NH2) und Carboxylgruppen (-COOH) enthalten. – basische Aminosäuren (Lysin. (= basische Funktion) Verhalten von Aminosäuren in Lösungen mit unterschiedlichen pH-Werten. Valin. trägt zur Konstanthaltung des pH-Wertes der Körperflüssigkeiten bei (✑ auch Pufferung.chemisch zu binden.COOH NH3+ Bei H+-Überschuss in saurer Lösung nimmt die Carboxylgruppe ein H+ auf. Eiweiße sind Riesenmoleküle. Es entsteht ein Anion. die neben den Atomen C.COO- NH2 Bei OH--Überschuss in basischer Lösung verbindet sich das H+ der Aminogruppe mit dem OH. h.CH .und Funktionsstoffe Eiweiße (Proteine) Eiweiße.COONH3+ Kation R . sind die kompliziertesten Verbindungen der Lebewesen.2.3 Allgemeine Formel der Aminosäuren. H R C COOH NH2 21 Je nach Anzahl der Amino. d. .1 Bau. Tab.und Carboxylgruppen im Molekül unterscheiden wir: – neutrale Aminosäuren (Alanin. Tryptophan und Valin essentiell (unentbehrlich) sind. Aminosäuren bilden Ionen. Arginin). Phenylalanin. 2. 30). Jeder Zelltyp besteht aus spezifischen Eiweißen. 2. und zwar: – in neutraler Lösung (pH 7): Zwitterionen. diese Aminosäuren können vom menschlichen Organismus nicht synthetisiert werden. Eiweißen.CH .zu H2O. Tab. Glutaminsäure). Aminosäuren sind Stoffe.

• Stofftransport durch Transportproteine. Muskelgewebe. für die es eine gigantische Fülle von Möglichkeiten gibt. Knochen. Man unterscheidet vier Stufen: Primärstruktur: Genetisch festgelegte Aufeinanderfolge (= Sequenz) der Aminosäuren.2 Zellen und ihr umgebendes Milieu Zellen sind die Grundbausteine des menschlichen Organismus. die für ihre biologische Aktivität bedeutungsvoll sind.2 22 Tab. 2. -fasern.und Funktionsstoffe Einteilung der Eiweiße (Übersicht). B. Tertiärstruktur: knäuelartige Aufwindung der Sekundärstruktur durch intramolekulare Wechselwirkungen. B. In Anpassung an bestimmte Funktionen haben sich vielfältige Zellformen herausgebildet. vor – Glykoproteine (Schleimstoffe) (Protein + Kohlenhydrat) – Lipoproteine (Protein + Fett) – Nucleoproteine (Protein + Nucleinsäure) – Phosphoproteine (Protein + Phosphorsäure) allem in Muskelzellen bzw. • Stoffwechselsteuerung als Enzyme und Hormone. lange Peptidketten. • Bewegung durch kontraktile Eiweiße. • Pufferung in den Körperflüssigkeiten. Epithelzellen. Knochenzellen. Leber u. Knorpel. 5 Millionen Blutzellen. B. z. Eiweiße einfache Eiweiße zusammengesetzte Eiweiße nur aus Aminosäuren aufgebaut enthalten neben den Aminosäuren noch andere Bestandteile Globuläre Eiweiße Gerüsteiweiße – Albumine – Globuline – Kollagene – Keratine Räumliche Struktur der Eiweiße Die Proteine liegen in verschiedenen Strukturen vor. Sehnen. Nervenzellen.und Stützgewebe. Organe sind Teile des Körpers.5 Grundlagen.und Gewebsstrukturen. Die Eiweiße kommen bei Pflanzen und Tieren vor und sind für die Struktur und für die Funktion des menschlichen Organismus von großer Bedeutung. Lunge. • Festigung und Schutz durch Strukturproteine (z. Nervengewebe. Die wichtigsten biologischen Funktionen sind: • Baustoff von Zell. z. • Abwehr durch Antikörperbildung. Fettzellen etc. Ein einziger Blutstropfen enthält ca. Eigenschaften und Funktionen der Proteine liegen begründet in ihrer Strukturvielfalt und chemischen Reaktionsfreudigkeit. • Blutstillung durch die Gerinnungsfaktoren. . Quartärstruktur: räumliche Anordnung mehrerer Tertiärstrukturen durch weitere intramolekulare Wechselwirkungen. Gewebe sind Zellverbände aus annähernd gleichartig differenzierten Zellen und der von ihnen abgegebenen und sie verbindenden Interzellularsubstanz. Niere. Sekundärstruktur: Spiralform (= Helixstruktur). die aus verschiedenen Geweben bestehen und eine funktionelle Einheit bilden. 2. z. a. Epithelgewebe. Herz. B. Auge. Binde. Bau. Kollagen) in Haut.

unterschiedliche Gewebe bilden Organe. B.2.2. Verarbeitung. B. Mitochondrium) Ganzheit Der Mensch Gewebe (z. glatte Muskelzellen. – Stoff.1 Bau und Funktion der Zelle Die Zellenlehre (Zytologie) beschreibt den grundsätzlichen Aufbau und die Leistungen der Zellen.2 Zellen und ihr umgebendes Milieu 23 Zellen Zellorganelle (z. B. Endothelgewebe der Lungenbläschen) Organ (z. Lunge) Organsystem (z. Merke Der menschliche Organismus besteht aus Zellen. Organen und Organsystemen. Das Verdauungssystem z. 2. die aus mehreren Organen bestehen und geordnet zusammenarbeiten. Geweben. B. Alle Organsysteme bilden den menschlichen Organismus. . Weiterleitung. Zellen sind im Prinzip identisch gebaut. Beachte: Die Zellteilung wird im Abschnitt 2.3 Seite 48 beschrieben. Bindegewebszellen) (z.und Energiewechsel. B.und Funktionseinheit mit den Kennzeichen des Lebens. Speicherung und Abgabe von Informationen). – Formwechsel (Wachstum und Entwicklung). und Organe schließen sich zu Organsystemen zusammen.2 Die Zelle ist die kleinste selbständige Bau. Speiseröhre. Organsysteme sind Funktionseinheiten. 2. Diese sind: – Vermehrungsfähigkeit (Fortpflanzung). Abb.5. Sie variieren allerdings aufgrund unterschiedlicher Funktionen vor allem in ihrer Gestalt und ihren funktionellen Bestandteilen. – Informationsaustausch (Aufnahme. Atmungssystem) Viele gleichartige Zellen bilden durch Zusammenschluss Gewebe. Rachen. Magen und Darm. besteht aus den Organen Mund. B.

welche in ihrer Gesamtheit als Glykokalyx bezeichnet werden. CI-. B. Die Membranproteine spielen eine wichtige Rolle für den Transport hydrophiler Stoffe durch die Biomembranen. Grundbausteine tierischer bzw.und -innenseite) und einem hydrophoben (wasserabweisenden) Anteil (Membranmitte). 2. Man unterscheidet diesbezüglich zwischen Transportproteinen und Kanaloder Tunnelproteinen.3 Elementarmembran mit Glykokalyx. Fettsäuresynthese – ✑ S. • größte Zelle: Eizelle (150 µm). Extrazellulär werden der intravasale Raum (in den Blutgefäßen) und das Interstitium (die Räume zwischen den Zellen. B. Ca2+. die von Membransystemen umschlossen werden. Bau. Außerdem dient es dem Stoff. Glykolyse. Sie sind hauchdünn (wenige millionstel Millimeter) und bestehen aus einer Phospholipiddoppelschicht mit eingelagerten Membranproteinen. damit möglichst viele verschiedene Stoffwechselreaktionen gleichzeitig ablaufen können.und Informationsaustausch. • kleinste Zellen: Lymphozyten (5 µm). Die Glykokalyx ist mit Rezeptormolekülen ausgestattet. K+. Grundplasma (Cytosol) Das Zellplasma ist ein kolloidales System mit wechselnder Viskosität (= Zähigkeit) und besteht hauptsächlich aus Wasser. den Zellinnenraum in eine Vielzahl von Reaktionsräumen aufzuteilen. Kompartimente (membranumhüllte Organellen) Als Kompartimente werden Reaktionsräume bezeichnet. und hält die Zellen zusammen. Jede Phospholipidschicht besteht wiederum aus einem hydrophilen (wasserlöslichen) Anteil (Membranaußen. Ionen (vor allem Na+. 40/41). Mitochondrien). PO42-. Im Cytosol finden wichtige Stoffwechselreaktionen statt (z. menschlicher Zellen Zellmembran Zellplasma (Plasmalemm) (Zytoplasma) Grundplasma Zellorganellen • Zellkern (Nucleus) • Mitochondrien • endoplasmatisches Retikulum • Ribosomen • Golgi-Apparat • Lysosomen • Microbodies • Zytoskelett • Zentralkörperchen (Cytosol) Zellmembran (d = 9 nm = 910 = 9 m) Alle Membranen der Zelle sind im Prinzip gleichartig gebaut. EZR) unterschieden. Letztere durchdringen die gesamte Membran. Weitere Membransysteme bilden das endoplasmatische Retikulum und den Golgi-Apparat. . Eiweißen. Zellkern.4 zu sehen. Bakterien) • Botenstoffen durch Rezeptoren • Molekülen für deren Aufnahme Abb. SO42-) sowie löslichen Kohlenhydraten und Nukleinsäuren.5 µm. sodass durch den Kanal gelöste Stoffe fließen können. Die meisten Zellmembranen besitzen an ihrer Außenseite spezifische Kohlenhydratketten. Glykoprotein Proteine Fettsäuren Cholesterol Zytoplasma Wichtige Membranfunktionen – Abgrenzung von Zellen und Kompartimenten als selektive Barriere – Erkennen von: • körpereigenen Zellen • pathogenen Keimen (Viren. Sinn dieser Membransysteme ist. Intrazellulär sind es die Zellorganellen (z. 2. • längste Zelle: Nervenzelle mit Fortsatz (1 m). für Hormone und Antikörper.und Funktionsstoffe Menschliche Zellen • durchschnittliche Größe: 7. B. z. Die Beziehung der Flüssigkeitsräume zueinander ist in der Abb.2 24 Grundlagen. die vom Zellplasma getrennt sind.

geringe für Ionen Kapillarmembran – hohe Durchlässigkeit für Wasser und Ionen Darstellung der Kompartiments-Beziehungen.4 . Abb.2. 2.2 Zellen und ihr umgebendes Milieu Atmungssystem Verdauungssystem Harnsystem 25 Haut Schweißdrüse Blutgefäß intravasaler Raum extrazellulärer Raum (EZR) interstitieller Raum intrazellulärer Raum (IZR) Zellmembran hohe Durchlässigkeit für Wasser.

l = 1 – 5 µm („Kraftwerke“ der Zelle) Lang gestreckte Zellorganellen. Übertragung der Erbinformation bei der Zellteilung.5 µm („Müll-Recycling-Anlage“ der Zelle) Rundliche membranbegrenzte Zellorganellen. Aufgabe: Intrazellulärer Abbau (Verdauung) organischer Substanzen sowohl aus der Zelle als auch von außen. Entgiftungsfunktion. Aufgabe: Beteiligung an der Synthese aller sekretorischen Produkte einer Zelle. von zwei Membranen begrenzt (äußere Membran glatt. B.5 – 1. Membranen sind mit Ribosomen besetzt. Aufgabe: Bildung der Lipide und Steroidhormone. Ribosomen – d: 18 – 20 nm Kleinste kugelförmige Partikel. Hauptaufgaben: Speicherung der Erbinformation und ihre Weitergabe an die Orte der Eiweißsynthese während des Zellwachstums und der Zellentwicklung. der Glykoproteine zur ständigen Erneuerung der Glykokalyx. Lysosomen – d: 0. mit Verdauungsenzymen. z. Agranuläres (glattes) endoplasmatisches Retikulum Meist schlauchförmig und oft mit Golgi-Apparat verbunden. B. Enthalten Enzyme der Atmungskette. Aufgabe: Energiebereitstellung durch Oxidation.1 – 1 µm – variabel Vesikel (= Bläschen) meist vom Golgi-Apparat stammend. das Kernkörperchen und das Kernplasma. B.26 2 Grundlagen. Im Inneren befinden sich das Chromatin.und bläschenförmiges Hohlraumsystem. Glykoproteine. Entgiftungsfunktion (z. enthalten verschiedene oxydative Enzyme. Aufgabe: Mithilfe der Katalase wird z. dadurch mehrfache „Kammerbildung“ (Kompartimentierung) und Oberflächenvergrößerung.5 – 1 µm. Golgi-Apparat – netzförmig oder Knäuel („Verschiebebahnhof“ der Zelle) Membranumgrenzte flache Hohlräume (ein Zwischenstapel oder Membranfeld heißt Dictyosom). die aus ca. Proteine für den Aufbau der Lysosomen). das bei bestimmten Stoffwechselreaktionen entstehende giftige Wasserstoffperoxid (H2O2) in Wasser (H2O) und Sauerstoff (O2) gespalten. Bau. Aufgabe: Synthese der verschiedenen Proteine (z. innere eingestülpt). liegen entweder einzeln im Plasma oder am granulären endoplasmatischen Retikulum. Mitochondrien – d: 0. Granuläres (raues) endoplasmatisches Retikulum Dreidimensionales. Abbau von Nährstoffen. das Kernplasma vorwiegend aus Wasser und Eiweißen. B. 5 % RNS) und Eiweißen. des Zitronensäurezyklus und des Fettabbaus.und Funktionsstoffe Zellorganellen und ihre Aufgaben Zellkern (Nucleus) – d: 3 – 10 µm („Kommandozentrale“ der Zelle) Wird von einer Doppelmembran abgegrenzt. Microbodies (Peroxisomen) – d: 0. 40 % RNA und 60 % Proteinen bestehen. Membranproteine. Aufgabe: Eiweißsynthese. röhren. Chromatin und Kernkörperchen bestehen hauptsächlich aus Nukleinsäure (95 % DNS. die durch Abschnürung vom endoplasmatischen Retikulum entstehen. Entgiftung von Medikamenten in Leberzellen). . ohne Ribosomen.

Aufgaben: Stabilisierung von Form und Festigkeit der Zellen. in Zilien. vorwiegend aus dem Protein Tubulin bestehende Strukturen. Neurofibrillen in Nervenzellen. d: 150 nm Das Zentriol liegt in der Nähe des Zellkerns und besteht aus 9 Gruppierungen gleich langer Mikrotubuli. Man unterscheidet: • Mikrofilamente. Chromatiden. Transport von Zellbestandteilen (z. 2. Tonofibrillen in Epithelzellen). röhrenförmige. Zellkern (Nucleus) Mitochondrien Agranuläres (glattes) endoplasmatisches Retikulum Ribosomen Lysosomen Granuläres (raues) endoplasmatisches Retikulum mit Ribosomen Golgi-Apparat Microbodies Zytoskelett Zentralkörperchen Bestandteile einer Zelle. B.5 . Sie befinden sich z. die aus den fadenförmigen Eiweißen Aktin und Myosin bestehen und sich meist in Bündeln zusammenlagern. Vesikel) und Widerlager bei Bewegungsabläufen.2 Zellen und ihr umgebendes Milieu 27 Zytoskelett Die das Zytoskelett bildenden Strukturen sind für den Erhalt der Zellform und für die Stabilität der Zellen zuständig. B. • Mikrotubuli sind 25 nm dicke. Abb. Chromosomen bzw. Aufgabe: Die Zentriolen stehen funktionell in enger Beziehung zur geordneten Bewegung der Chromosomen bei der Zellteilung (Spindelapparat). Myofibrillen in Muskelzellen. welche dann als Fibrillen bezeichnet werden (z. Geißeln und Mikrovilli und bilden den Spindelapparat während der Zellteilung. Zentralkörperchen (Zentriol) – l: 400 nm.2. B.

• intravasaler Raum (= Raum in den Blut.5 l = 2. Verteilung und Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten (inneres Flüssigkeitsmilieu) und die Temperatur wichtige Bestimmungsgrößen sind. • der Einstellung des normalen Elektrolythaushaltes (Isoionie) und • der Einstellung des normalen pH-Wertes (Isohydrie). Die Permeabilität (= Durchlässigkeit) der Barrieren (= Kapillar-. Darüber hinaus spielt die Steuerung des Hormonhaushaltes. 2. körperliche Belastung.2 Flüssigkeitsräume des Körpers und Körperflüssigkeiten Flüssigkeitsräume Als Flüssigkeitsräume bzw. 70 kg ergeben sich bei 60 % Wassergehalt ca. Blutvolumen) bezeichnet. Bilanzierung Wasserzufuhr • durch Getränke • durch feste Nahrung • Oxidationswasser Wasserausscheidung Harn – Niere Kot – Darm Atemluft – Lunge Schweiß – Haut = 2.und Funktionsstoffe 2. Extrazellulärer Raum mit extrazellulärer Flüssigkeit: ca. 4 l). 2.3 Das innere Milieu Das innere Milieu ist die unmittelbare Umgebung der Zellen. Damit alle biologischen Reaktionen optimal ablaufen können.5 Liter. Kompartimente werden hier die Volumenbereiche des Körpers (z.4 (Seite 25) zeigt die Beziehungen der Kompartimente untereinander und zur Umwelt. Wasserbedarf Der Wasserbedarf hängt von den Faktoren Alter.und Lymphgefäßen) mit der Blutund Lymphflüssigkeit (ca. 2.5 Liter betragen. die wie folgt auf die Flüssigkeitsräume aufgeteilt werden. 2. Zellmembran) gilt nur für passive Transportvorgänge (✑ S. wobei Menge. die Regulation der Körpertemperatur. in dem eine Vielzahl an Stoffen enthalten ist. die Nieren und die Lunge reguliert. Klima und Kochsalzzufuhr ab.2. 32).5 l Die temperaturabhängige nicht wahrnehmbare Wasserabgabe durch Haut und Atmung wird als Perspiratio insensibilis bezeichnet. l. Die Abbildung 2. Die Körperflüssigkeiten sind Lösungen und bestehen aus dem Lösungsmittel Wasser. 42 l Wasser. P Säuglinge ❑ haben wegen ihres gesteigerten Stoffwechselgeschehens und erhöhter Wasserausscheidung einen im Verhältnis höheren Wasserbedarf und trocknen leichter aus (Lebensgefahr!). Die Homöostase des inneren Milieus wird durch das Blut. 14 l • interstitieller Raum (= Zwischenzellraum) mit der interstitiellen Flüssigkeit (ca. . • der Einstellung des normalen osmotischen Druckes (Isotonie). die Regulation des inneren Flüssigkeitsmilieus mit • der Einstellung des normalen Volumens (Isovolämie). Dies wird als Homöostase bezeichnet. Intrazellulärer Raum (= Gesamtheit der Zellinnenräume) mit intrazellulärer Flüssigkeit: ca. Die Regelung der Homöostase des inneren Milieus umfasst demnach: 1. 28 l. Bei einem Erwachsenen mit einer Körpermasse von ca. muss das innere Milieu dauerhaft konstant gehalten werden. Die durchschnittliche Wasserzufuhr pro Tag sollte ca. Merke Der Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) ist das wichtigste Integrationsorgan des inneren Milieus. Merke Der Mindestwasserbedarf pro Tag beträgt 1 bis 1. der Atmung und des Kreislaufes ebenfalls eine bedeutende Rolle.2. Bau.28 2 Grundlagen. B. 10 l).

sodass ein fallender pH-Wert eine höhere Wasserstoffionenkonzentration bedeutet. Milch. Die Isohydrie ist permanent Störungen ausgesetzt.und Phosphorsäure.00000000000001 pH-Wert = 100 = 10-1 = 10-2 = 10-3 = 10-4 = 10-5 = 10-6 = 10-7 = 10-8 = 10-9 = 10-10 = 10-11 = 10-12 = 10-13 = 10-14 Lösung sauer neutral alkalisch bzw. – Eiweißmangel bei Hunger oder Leberschäden.0 7.2.43 in der extrazellulären und 7.und Elektrolytzufuhr sorgen! dische Logarithmus gewählt. Die Zahlenangabe von 0 bis 14 kommt zustande. Gründe.: – Wasser. a. pH-Wert Der pH-Wert ist eine Zahl zur Kennzeichnung der Wasserstoffionenkonzentration [H+] in einer Lösung und somit der Stärke einer Säure oder Base.00000000001 0.28 bis 7.0 8.1 0. B. B.2 Zellen und ihr umgebendes Milieu 2. basisch Magensaft Urin destilliertes Wasser Blut Bauchspeichel Darmsaft Ammoniak 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 sauer können. Wichtig: Bei Verlust größerer Flüssigkeitsmengen für ausreichende Flüssigkeits. B. neutralen und basischen Lösungen das Produkt aus Wasserstoffionenkonzentration [H+] und Hydroxidionenkonzentration [OH–] konstant ist.00000001 0.0 12. Sind viele H+-Ionen enthalten (z.anfallen. Entscheidend für das Säure-Basen-Gleichgewicht ist die Einstellung einer festen Wasserstoffionenkonzentration (Isohydrie) mit einem pH-Wert von 7.000001 0.37 bis 7. lebensbedrohlich sein.0 bis 9. Um eine praktikable Anwendung mit einer einfachen Zahl zu haben.0001 0.0000000000001 0. Hauptsäurequelle ist der Energiestoffwechsel. die zu solchen Veränderungen führen.0 1. Durchfällen oder Erbrechen.0 Merke Der pH-Wert der intra.29 in der intrazellulären Flüssigkeit. Hier entsteht die flüchtige Kohlensäure.000000000001 0.4 Säure-Basen-Haushalt Für eine normale Stoffwechselfunktion müssen die Säure.0000001 0. – zu geringe Flüssigkeitszufuhr über längere Zeit.und Elektrolytverluste bei extremem Schwitzen. – Störungen des Elektrolythaushaltes bei Nierenerkrankungen.001 0.0 0.5 4. dann sind weniger OH–-Ionen vorhanden (10–10).0 > 7. wurde der negative deka- [H+] in mol/l 1. Die Isohydrie ist notwendig.00001 0.und extrazellulären Körperflüssigkeiten liegt im schwach alkalischen (basischen) Bereich.0 7. oft sehr eng begrenzte pH-Werte für ihre Wirksamkeit benötigen. – Einnahme bestimmter Medikamente.01 0.2.0 = 7. aber auch OH. im sauren Milieu pH 4 = 10–4). weil im Stoffwechselgeschehen ständig u. neutral alkalisch (basisch) P Größere Abweichungen des inneren Milieus ❑ 29 pH-Wert < 7. . Schon eine geringfügige Änderung der Wasserstoffionenkonzentration ist lebensbedrohlich. immer 10-14 mol/l. z.43 8. weil in sauren.37 bis 7. sind z. Darüber hinaus fallen nichtflüchtige Säuren an.7 bis 8. insbesondere bei Säuglingen und älteren Menschen. Der Organismus hält den pH-Wert von allen Messgrößen am genauesten konstant. H+.und Basenkonzentrationen in den Körperflüssigkeiten immer konstant gehalten werden.0000000001 0.000000001 0. weil die Enzyme bestimmte.

– respiratorische Regulation durch Abatmung von CO2 und – renale Regulation durch differenzierte Ausscheidung von H+ bzw. OH. im Reagenzglas I erst nach vielen Tropfen Salzsäure ein. bis ein Farbumschlag eintritt. Dies geschieht durch drei Vorgänge: – Pufferung. B.6 Nun gibt man nacheinander in beide Reagenzgläser so viel Salzsäure. B. z. Tab. Pufferung Pufferung bedeutet. Merke Die respiratorische Regulation des pHWertes erfolgt schnell. Für die Konstanthaltung des pH-Wertes im menschlichen Organismus sorgen hauptsächlich drei Puffersysteme: 1. im Blutplasma.6). Dieser Farbumschlag tritt im Reagenzglas II bereits nach wenigen Tropfen. 2.2 30 [H+] • [OH-] Grundlagen. Die Puffersubstanzen befinden sich in den Körperflüssigkeiten. Die große Bedeutung des Kohlensäure-Bicarbonat-Puffersystems liegt darin. P Bei ❑ den Störungen des Säure-BasenHaushaltes unterscheidet man: – respiratorische und nicht respiratorische Azidose (= Säureüberschuss) sowie – respiratorische und nicht respiratorische Alkalose (= Basenüberschuss). Phosphatpuffersysteme. 2. Erklärung Im Blutplasma befinden sich Puffersysteme (Kohlensäure-Bicarbonat-System. dass durch bestimmte Stoffe – Puffersubstanzen – überschüssige H+ bzw. Reagenzglas II: 5 ml destilliertes Wasser. Andererseits reguliert die Niere die Abgabe von H+ und HCO3. Regulation des pH-Wertes. 2 bis 3 Tropfen Methylorange. dass die Konzentrationen beider Pufferkomponenten (H+ und HCO3-) durch das System Blut – Atmung – Niere weitestgehend unabhängig voneinander verändert werden können. Versuch zum Nachweis der Pufferwirkung des Blutplasmas Zu diesem Zweck werden zunächst zwei Reagenzgläser wie folgt gefüllt: Reagenzglas I: 5 ml frisches Blutplasma. So zerfällt einerseits die bei H+-Überschuss vermehrt gebildete Kohlensäure in H2O und CO2.-Überschuß H+ -Überschuß OH- H2O H+ H2CO3 HCO3- H+ + OH- H2O H2CO3 CO2 Lunge HCO3- Niere . HCO3.chemisch gebunden und somit Schwankungen des pH-Wertes vermieden werden. 2.über die Nieren. z. muss der pH-Wert in sehr engen Grenzen konstant gehalten werden. OH. die durch chemische Bindung der H+ zunächst den pH-Wert konstant halten. Proteinpuffersysteme.und Funktionsstoffe Für neutrale Lösungen = konstant bedeutet dies: [10-7] • [10-7] = 10-14 Regulation des Säure-Basen-Haushaltes Wie zuvor ausgeführt. Bau. 3. Plasmaeiweiße).(✑ Abb. die renale dagegen sehr langsam. 2 bis 3 Tropfen Methylorange. Kohlensäure-Bicarbonat-System. Letzteres kann über die Lunge durch Intensivierung der Atmung abgegeben werden. Hämoglobin.

– Hormone. Trägertransport. – Mineralstoffe.+ CO2 CO2 HCO3CO2 Niere pH Wert Lunge Puffersysteme HCO3.3 Arten des Stofftransports im Organismus 31 Nahrung und Stoffwechsel H+ OH. Eine wichtige Voraussetzung für den geordneten Stofftransport stellen die Biomembranen als Barrieren mit veränderlicher Permeabilität (Durchlässigkeit) dar. – Vitamine. innerhalb der Zellen.oder H+ Proteinpuffersystem (Hämoglobin) HHb H+ + Hb- Kohlensäure-BikarbonatPuffersystem (Bicarbonat) H2CO3 H+ + HCO3- Phosphat-Puffersystem (Phosphat) H2PO4H+ + HPO42- Prinzip der Pufferung. Der vielzellige Organismus nutzt zu dessen Rea- Abb. . – Passive Transportformen (= Formen. – Aktive Transportformen (= Formen. – Atemgase. 2.6 lisierung verschiedene Transportformen. Osmose. zwischen den Zellen und aus den Zellen muss eine Vielzahl von Stoffen transportiert werden.3 Arten des Stofftransports im Organismus In die Zellen. 2. die ohne Energie aus dem Stoffwechsel ablaufen): Diffusion. – Harnstoff. die Energie aus dem Stoffwechsel benötigen): Bläschentransport. Filtration. Konvektion.2. Zum Beispiel: – Nährstoffe.

3. Membranen. z. befinden sich die Inhaltsstoffe einer Zelle in Kompartimenten.8 hypoton Osmose. – zwischen Blut und Zellen in den Geweben. Dieser Transportprozess verläuft relativ langsam und setzt deshalb im Organismus außer dem Konzentrationsgefälle hinreichend große Austauschflächen und sehr kurze Wege voraus. 2. Die Wasserteilchen bewegen sich ebenfalls vom Ort ihrer höheren zum Ort ihrer niedrigeren Konzentration (unsichtbar). B. können diffundieren. z. Eiweißmoleküle. 2. Vorkommen: Gasaustausch – zwischen Atemluft und Blut in der Lunge. nicht.8 dargestellt – soll uns Klarheit über die genaueren Vorgänge an einer solchen semipermeablen Membran verschaffen: Reines Wasser wird durch eine semipermeable Membran von einer Kochsalzlösung getrennt.und Funktionsstoffe 2. Was geschieht? l. Sauerstoff. größere Teilchen. Bau.1 Passiver Transport Merke Diffusion In einem Versuch (vgl. Die Farbstoffteilchen bewegen sich vom Ort ihrer höheren zum Ort ihrer niedrigeren Konzentration (sichtbar). die nicht alle Teilchen hindurchtreten lassen.7 Diffusion. . werden als halbdurchlässige = semipermeable Membranen bezeichnet. Unter Diffusion versteht man die Wanderung von Teilchen aufgrund ihrer Eigenbeweglichkeit vom Ort ihrer höheren zum Ort ihrer niedrigeren Konzentration bis zum Konzentrationsausgleich. Wasserteilchen Abb. Diese Membranen wirken ähnlich einem Sieb mit einer bestimmten Porenweite: Kleine Teilchen. 2.und Kohlendioxidmoleküle.7) geben wir in einen Glaszylinder zuerst etwas Wasser und danach wenige Kristalle Kaliumpermanganat oder einige Tropfen eines wasserlöslichen Farbstoffes. Wasser-.2 32 Grundlagen. Abb. Die Folge: Die Stoffe mischen sich allmählich. die durch Membranen (= dünne Häutchen) voneinander getrennt sind. 2. hyperton isoton Abb. 24 beschrieben. B. Osmose Wie auf S. 2. rote Farbstoffteilchen Ein Experiment – in Abb.

intrazelluläre Membransysteme) besitzen. die ansonsten die Biomembran nicht passieren können.3 Arten des Stofftransports im Organismus 33 Die Kochsalzlösung ist die Lösung mit der höheren Konzentration1) (= hypertone Lösung) und entspricht dem Zellplasma. 2. 1) Konzentration bezieht sich auf die Menge der im Lösungsmittel Wasser gelösten osmotisch aktiven Teilchen. Die größeren Teilchen werden als osmotisch aktive Teilchen bezeichnet. Filtermembran Erklärung: Die semipermeable Membran lässt nur die Wasserteilchen hindurch. Niere Merke Wird die Bewegung bestimmter größerer Teilchen (hier Na+ und Cl-) durch eine halbdurchlässige Membran behindert. können also nur kleinere Teilchen (hier Wasserteilchen) durch die Membran. spielt die Osmose bei der Wasseraufnahme der Zelle und beim Wassertransport innerhalb der Zelle eine bedeutende Rolle. Merke Voraussetzung für den Ablauf der Körperfunktionen ist. heißt er kolloid-osmotischer (KOD) oder onkotischer Druck. Das Wasser ist die Lösung mit der niederen Konzentration (= hypotone Lösung) und entspricht der Außenlösung einer Zelle.3. die durch die Poren passen. 2.9 Filtration Besteht zwischen beiden Seiten einer Biomembran ein Druckunterschied. B.2 Aktiver Transport Diese Transportform ist notwendig. Vorkommen: Da fast alle Zellen semipermeable Membranen als Grenzschichten (Zellmembran. werden alle Teilchen einer Flüssigkeit. Beobachtung: Das Flüssigkeitsvolumen im inneren Gefäß vergrößert sich allmählich. dass die Körperflüssigkeiten annähernd isoton (isoton = gleicher osmotischer Druck) sind. Verursachen Kolloide (z. Druck hoch niedrig Blutkapillare Interstitium niedrig hoch Zellen (Gewebe) Filtration. Eiweiße) den osmotischen Druck. spricht man von Osmose. – Filtration des Blutplasmas in der Niere. die entsprechend ihrem Konzentrationsgefälle von außen nach innen diffundieren.2. der von ihnen hervorgerufene Druck an der semipermeablen Membran als osmotischer Druck. Hier sollen einige Formen näher beschrieben werden: . um Stoffe gegen Konzentrationsgefälle und hydrophile Stoffe. Vorkommen: – Stoffaustausch im Gewebe. zu transportieren. vom Ort des höheren zum Ort des niederen Druckes gepresst. Abb. Osmose führt immer zu einer Wasserzunahme der hypertonen Lösung.

Konvektion Unter Konvektion wird Stofftransport durch Mitführung verstanden. – Stofftransport durch das Blutplasma und durch den Harn.: Fresstätigkeit einer Zelle) Amoeboid3) bewegliche Zellen. Zellmembran 1.: Ausscheidung von Stoffen durch eine Zelle) Verschiedene in der Zelle anfallende Stoffe. 2. vor allem Nähr. Die treibenden Kräfte sind Temperaturoder Druckdifferenzen. die meist vom GolgiApparat abgeschnürt werden. Flüssigkeitströpfchen EZR 1) Zellmembran IZR 2) Bläschen Abb. die als Bläschen abgeschnürt wird. 2.11 Pinozytose. eingeschlossen werden. 2. Es wird Flüssigkeit mit darin gelösten Stoffen aufgenommen. umfließen feste Partikel (z.: Trinken einer Zelle) Die Pinozytose läuft prinzipiell ähnlich der Phagozytose ab. B. Aminosäuren. z.und Funktionsstoffe verschiedene feste Partikel EZR 1) Zellmembran IZR 2) Bläschen Abb.12 Blutkapillare 3. von dort in das Blut und danach in die Körperzellen. c) Exozytose (griech. Bläschentransport a) Phagozytose (griech. Trägerstoffe Die zu transportierenden Teilchen. werden an spezifische Trägermoleküle – Transporteiweiße (Carrier) – gebunden (= Trägertransport) und transportiert. EZR 1) verschiedene. können ebenfalls in Bläschen. bestimmte weiße Blutzellen. Diese Bläschen verschmelzen vom Plasma her mit der Zellmembran und entleeren ihren Inhalt nach außen.und Kohlendioxidtransport bei der Belüftung der Lunge. 2. Bau. Trägermolekül (Carrier) Beispiele: – Sauerstoff. b) Pinozytose (griech. 1) Extrazellulärer Raum 2) Intrazellulärer Raum 3) Kriechbewegungen von Zellen ohne feste Zellwand . in der Zelle anfallende Stoffe Zellmembran IZR 2) Bläschen Abb. Exozytose. Vorkommen: – Aufnahme der Glucose. Zur Pinozytose sind im Gegensatz zur Phagozytose fast alle Zellen fähig.2 34 Grundlagen.und Mineralstoffe. B. z. B. 2. Bakterien).13 Substrat Trägertransport. Interstitium Abb. Sekrete. Vitamine und Mineralstoffe in die Darmzellen. An der Berührungsstelle der Zellmembran entsteht eine Vertiefung.10 Phagozytose.

Stoffausscheidung – Harnsystem: Harn – Atmungssystem: Kohlendioxid. 2.und Energiewechsel.und Energiewechsel Alle Lebensäußerungen lassen sich im Prinzip auf chemische Reaktionen im Körper zurückführen.und Energiewechsels 2. die der Aufnahme. – Verdauungssystem: organische. Stofftransport Herz-Kreislauf-System.und Energiewechsels 2. Wasser – Hautsystem: Wasser – Darm: Abbauprodukte des Stoffwechsels Herz-Kreislauf-System Atmungssystem Verdauungssystem O2 Nahrung CO2 O2 CO2 Nährstoffe Ausscheidung Ausscheidung Harnsystem Haut Stoff. Vitamine. Lymphsystem. Eiweiße). Wasser und Ballaststoffe (Letztere gelangen nicht in das Blut oder in die Zellen).und Energiestoffwechsels sind. 35 Stoffaufnahme – Atmungssystem: Sauerstoff. Fette.1 Stoff. energiereiche Stoffe (Kohlenhydrate.4 Physiologie des Stoff. Umwandlung und dem Abbau jener Stoffe dienen. Blut und Lymphe als Transportmittel.14 . die für die Existenz des Organismus und der Aufrechterhaltung seiner Lebensfunktionen notwendig sind.4. Merke Stoff.4 Physiologie des Stoff.und Energiewechsel ist die Gesamtheit der chemischen Vorgänge. die Bestandteile des Gesamt. Mineralstoffe. Abb.2.

Prinzip: Ausgangsstoff chemische Um. Intermediärstoffwechsel (Zwischenstoffwechsel) Intermediärstoffwechsel ist die Gesamtheit der in den Zellen ablaufenden chemischen Reaktionen.2 Bedeutung energiereicher Phosphatverbindungen im Stoff. Wird Energie freigesetzt.und Abbauvorgänge Endprodukt Die Stoffe werden einerseits zum Aufbau und zur Erhaltung der Körperstrukturen und andererseits als Energielieferant zur Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge benötigt.und Energiewechsel Energiereiche Phosphatverbindungen fungieren als Überträger Energie verbrauchender und Energie liefernder Prozesse.15 Stoffaustausch im Gewebe.und Betriebsstoffe aus einfachen Molekülen unter Energieverbrauch (z.und Funktionsstoffe Zelle Blutkapillaren interstitielle Flüssigkeit Abb.7 Energiereiche Phosphatverbindungen. B. – katabole (abbauende) Stoffwechselwege (= Betriebsstoffwechsel) – Abbau energiereicher organischer Verbindungen zum Zweck der Energiefreisetzung für Organleistungen. kehrt sich der Vorgang um: ATP ADP +  P + Energie AMP = Adenosinmonophosphat Merke ADP = Adenosindiphosphat ATP = Adenosintriphosphat ATP ist in allen Zellen die wichtigste energiereiche Phosphatverbindung und einziger unmittelbarer Energielieferant. . Adenin – Ribose –  P – P ~ P Adenosin energiereiche Bindung 2. Proteinsynthese). Die größte Bedeutung hat das Adenosintriphosphat (ATP). Bau.7). Bau. 2.2 36 Grundlagen. 2. Es besteht aus der organischen Base Adenin. läuft in der Zelle folgender Vorgang ab: ADP +  P + Energie ATP Wird Energie benötigt.4. 2. Dieser gliedert sich in zwei sich gegenseitig bedingende Bereiche: – anabole (aufbauende) Stoffwechselwege (= Baustoffwechsel) – Synthese körpereigener Tab. dem Zucker Ribose (Adenin + Ribose = Adenosin) und drei Phosphatgruppen  P (✑ Tab. Jeder Stoffwechsel stellt also gleichzeitig einen Energiewechsel dar. denen sowohl die aufgenommenen als auch die körpereigenen Stoffe unterworfen sind.

d. h. Diese Startenergie nennt man Aktivierungsenergie. dass man den frei werdenden O2 mit einem glühenden Holzspan nachweisen kann. in einen reaktionsfähigen Zustand zu bringen. Jeder Teilschritt benötigt so wenig Aktivierungsenergie. Sinn der Enzyme ist. indem sie die betreffenden Reaktionen in Teilschritte zerlegen.4.15. 43). 2. Die Enzyme ermöglichen die chemischen Umsetzungen unter äußerst günstigen Bedingungen: 37 °C. dass alle notwendigen Reaktionen unter Körperbedingungen koordiniert ablaufen können. die miteinander reagieren sollen. Die entscheidende Reaktion zur Energiefreisetzung: O2 (aus der Atmung) + H2 (aus dem Zitratzyklus) zu H2O unter Freisetzung von Energie würde unter Normalbedingungen als Knallgasreaktion ablaufen. Aminogruppen). 3. d. Sie wird gebraucht.2. Dabei geht das Enzym selbst unverändert aus der Reaktion hervor. die ein Zwischenprodukt eingehen kann. Ein einziges Molekül kann in der Minute bis zu 5 Millionen Moleküle H2O2 zerlegen. S. Besonders hohe Konzentrationen sind in Leberzellen und Erythrozyten vorhanden.und reaktionsspezifische Funktionseiweiße.8 + + Enzym 37 Substrat Enzym-SubstratKomplex Enzym Reaktionsprodukte . Für uns sind drei Enzymgruppen bedeutungsvoll (Einteilung nach dem Reaktionstyp): 1. Enzyme der Atmungskette). pH 7. 1) Katalase ist ein weit verbreitetes Zellenzym. Die Katalysatoren der Zelle heißen Enzyme (= Biokatalysatoren). Bezeichnung der Enzyme Die Enzymnamen enden in der Regel auf -ase. Tab. B. Enzyme sind substrat. die von ihnen umgesetzten Stoffe Substrate. h.4 und wässriges Milieu mit relativ hoher Geschwindigkeit.4 Physiologie des Stoff. um die Teilchen der Stoffe. B.und Reduktionsvorgänge (z. Wie ist das möglich? Jede chemische Reaktion benötigt für den Start einen bestimmten Energieschub. Oxidoreduktasen – katalysieren Redoxprozesse. Schritte der Enzymkatalyse. Es gibt aber auch Reaktionen. Hydrolasen – katalysieren hydrolytische Spaltungen. Verdauungsenzyme). Mithilfe der Katalase wird das beim Zellstoffwechsel anfallende Zellgift H2O2 beseitigt. Oxidations. Ablauf einer Enzymreaktion Wasserstoffperoxid (H2O2) zerfällt normalerweise sehr langsam in Wasser (H2O) und Sauerstoff (O2). wird nur eine katalysiert. Transferasen – katalysieren die Übertragung von Stoffgruppen (z.3 Enzyme Die chemischen Reaktionen in der Zelle laufen nur in Anwesenheit von Katalysatoren ab. Normaldruck. 2 H2O2 Katalase 2 H2O + O2 Die Katalase ist ein Biokatalysator. B. – Substratspezifität: Das Enzym reagiert nur mit einem ganz bestimmten Zwischenprodukt des Stoffwechsels. Alle Enzyme sind Proteine.und Energiewechsels 2. läuft diese Reaktion so schnell ab. die gebremst werden müssen. Spaltung durch Wasser (z. 2. Die Enzyme der Atmungskette sorgen dafür. Merke Katalysatoren – also auch unsere Enzyme – setzen die Aktivierungsenergie herab. dass die Körpertemperatur ausreicht und die Reaktionsgeschwindigkeit stark erhöht wird. 2. – Reaktionsspezifität: Von den vielen möglichen Reaktionen. dass die Energie schrittweise übertragen und in Form von ATP gespeichert werden kann (✑ Tab. Gibt man einem mit H2O2 gefüllten Reagenzglas nur wenige Tropfen des Enzyms Katalase1) hinzu.

oder H2CO3 H+ + OH-.+ CO2 H2O CA HCO3- Wirkungsweise der Verdauungsenzyme (Wirkung der Lipase zur Fettspaltung) Lipase G l y c e r o l Fettsäure-Rest + Wasser Fettsäure-Rest + Wasser Fettsäure-Rest + Wasser R e s t Lipase Abb. G l y c e r o l + Fettsäure + Fettsäure + Fettsäure .und Bicarbonat-Ionen HCO3- H+ CO2 H2O Carboanhydrase OHH2O + CO2 CA H+ + HCO3. Bau. OH.16 Enzymwirkung.und Funktionsstoffe Herabsetzung der Aktivierungsenergie durch Katalyse Energie Aktivierungsenergie ohne Enzym mit Enzym für die EnzymSubstratverbindung 2 H2O2 metastabiler Ausgangsstoff 2 H2O + O2 energiearme stabile Endstoffe Wirkungsweise der Carboanhydrase bei der Bildung von Kohlensäure bzw.2 38 Grundlagen. Wasser. Wasserstoff. 2.

benötigen die Anwesenheit eines Coenzyms. Silberionen. Dies sind niedermolekulare Stoffe (also keine Eiweiße). ATP ist das „Coenzym des Energiestoffwechsels“. Ca2+. Merke Jedes Enzym wirkt nur in einem bestimmten pH-Bereich.5 ml 1 ml 2 0. Ergebnis: Unterschiedliche Färbungen lassen erkennen. Säuren) hemmen bzw. Beeinflussende Faktoren der Enzymtätigkeit Aus der Eiweißstruktur der Enzyme ergibt sich. h.5 ml 3 0. Dies verdeutlichen zwei Experimente (vgl. d. B.0) Pufferlösung (pH = 8. Bestimmte Chemikalien (z. Kupfer.5 ml 1 ml 0.und Energiewechsels Coenzyme Für viele Enzymkatalysen sind unbedingt Coenzyme (= Cosubstrate) notwendig.u..9). Es handelt sich also nicht um Enzyme. Danach werden aus jedem Glas einige Tropfen in je eine Vertiefung einer Tüpfelplatte gegeben und mit 1 Tropfen Iod-Kaliumjodid-Lösung (verfärbt sich bei Vorhandensein von Stärke kräftig blau) auf Stärke geprüft. dass sich im Ansatz 2 (pH 7) kaum noch Stärke befindet. Mg 2+. . K+) aktiviert werden bzw. Experiment: Drei Reagenzgläser werden wie folgt gefüllt: Reagenzglas Wasser Pufferlösung (pH = 4. 2. Beeinflussende Faktoren der Enzymtätigkeit. dass ihre Aktivität insbesondere von der Temperatur und vom pH-Wert abhängt.4 Physiologie des Stoff.9 1 2 3 2 ml 4 ml 1 Tropfen 2 ml 4 ml 1 Tropfen 2 ml 4 ml 1 Tropfen in ein Wasserbad von in ein Wasserbad von in ein Wasserbad von 15 – 20 °C 35 – 40 °C 70 – 80 °C Ergebnis: Das Temperaturoptimum für die meisten Enzyme liegt zwischen 30 ° und 40 °C.2. 2. bei einem pH-Wert 7 ist der Substratumsatz optimal. also bei Körpertemperatur.8) Pufferlösung (pH = 7. Experiment: Drei Reagenzgläser werden nach folgendem Schema gefüllt: Die Reagenzgläser werden in unterschiedliche Temperaturbereiche gebracht: Reagenzglas Stärkelösung Amylaselösung Iod-Kaliumjodid-Lösung Reagenzglas Reagenzglas Reagenzglas 39 1 2 3 Tab. Manche Enzyme müssen durch bestimmte Ionen (z.0) Stärkelösung 1 0.5 ml 0.5 ml 1 ml 0. Tabelle 2. Als Bausteine oder Vorstufen für Coenzyme dienen verschiedene Vitamine. die im Gegensatz zum Enzym bei der Reaktion verändert und wieder regeneriert werden müssen.5 ml Jetzt wird in jedes Reagenzglas 1 ml Amylaselösung (spaltet Stärkemoleküle) gegeben und kurz geschüttelt. 1. B. Temperaturerhöhung über 60 °C zerstört die Enzyme. Enzyme haben meist eine geringe Temperaturund pH-Wert-Toleranz. blockieren die Enzymtätigkeit.

Anaerob (ohne O2) entsteht aus dem Pyruvat in Anwesenheit des Enzyms Lactatdehydrogenase (LDH) Milchsäure. glucoplastische Aminosäuren (durch Eiweißabbau verfügbar). 2. die den Blutzuckerspiegel beeinflussen. perniziöse ❑ anaerob (ohne O2) aerob (mit O2) Lactat (C3-Körper) CO2 + H2O (Milchsäure) ^ 2 ATP) 135 kJ (= ^ 38 ATP) 2847 kJ (= Vorkommen: • Erythrozyten • Muskelfasern • Krebszellen • alle Gewebszellen • Muskelfasern • Mikroorganismen Glukoneogenese Was geschieht bei Erschöpfung der Glykogenreserven? Der Organismus hat in einem solchen Fall die Möglichkeit. Abbau und Synthese der Triglyceride (Neutralfette) Fettabbau Die Fette werden im Dünndarm zunächst in Glycerol und Fettsäuren zerlegt. Glykolyse. Glycerol (aus eingeschmolzenen Fettvorräten).11 Glucose (C6-Körper) Glykolyse Pyruvat (C3-Körper) Abbau. 2. Lactat (aus Erythrozyten ständig. Fette und Eiweiße in vereinfachter Form dargestellt.und Funktionsstoffe 2. Der Blutzuckerspiegel wird hauptsächlich durch vier Faktoren beeinflusst (✑ Tab.4.12 Glycerol ATP ADP Pyruvat Glucose . aus Muskulatur bei Überbeanspruchung). 2. das bei Anwesenheit von Sauerstoff (aerob) im Zitratzyklus weiter bis zum CO2 und H2O oxidiert wird (= Hauptabbauweg).und Synthesewege der Kohlenhydrate Die Glucose (= Traubenzucker) ist das wichtigste Kohlenhydrat für den menschlichen Organismus. Glycerol kann zwecks Energiefreisetzung zu CO2 und H2O abgebaut werden.10 Faktoren. oder es dient als Ausgangsstoff für die Bildung von Glucose (siehe Glukoneogenese). P Lebererkrankungen. Eine Voraussetzung hierfür ist ein geregelter Blutzuckerspiegel.2 40 Grundlagen. Tab. Herzinfarkt. 2. Tab. Tab. LDH-Bestimmungen dienen deshalb sowohl der Diagnosestellung als auch der Verlaufskontrolle dieser Erkrankungen. akute Hämolysen und Erkrankungen der Muskulatur verändern die LDH-Konzentration im Serum. Bau. Die Glucose wird hierbei zu Pyruvat (= Brenztraubensäure) abgebaut.10). in der Leber aus „Nicht-kohlenhydrat-Material“ Glucose zu synthetisieren. Folgende Ausgangsstoffe stehen zur Verfügung: l. Nervenzellen und Erythrozyten können Energie nur durch Glucoseabbau bereitstellen. 2. Verstoffwechslung des Glycerols. Anämie. 3.4 Stoffumsatz und Energiefreisetzung In diesem Abschnitt werden die wichtigsten Reaktionswege der Kohlenhydrate. Dies nennt man Glukoneogenese. Glykogen Blutzuckerspiegel Nahrung Glukoneogenese Oxidativer Abbau Glykolyse Die Glykolyse ist die wichtigste Stoffwechselreaktion der Glucose und leitet deren Abbau zum Zwecke der Energiefreisetzung ein.

4 Physiologie des Stoff. Auf diese Weise wird der Aminostickstoff in den ausscheidungsfähigen Harnstoff überführt. Dabei entsteht Ammoniak. 2. Oberarm) dienen. der FS FS unter Energieverbrauch in Glycerol FS Glycerol FS Harnstoff umgewandelt FS Phosphat + Alkohol wird.2. P Fettsucht ❑ (Adipositas) und das damit verbundene Übergewicht sind eine der häufigsten Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Acetessigsäure. 2.13 Synthese von Fettsäuren und Fetten. Bei Hunger und beim Diabetes mellitus mit extremer Mobilisierung der Fettreserven kommt es zu einer überschießenden Produktion dieser Ketonkörper. 2. Sie werden in den Mitochondrien zunächst in C2-Einheiten zerlegt und dann weiter zu CO2 und Wasser abgebaut. Transaminierung Transaminasen (ASAT = Aspartat-Amino-Transferase. B. Fettaufbau Die Tabelle 2. 230). Oberschenkel. In der Leber dienen die Aminosäuren entweder dem Aufbau körpereigener Proteine oder sie werden abgebaut. z. Erhöhte Konzentrationen im Blutserum deuten auf einen Leberschaden hin. Tab. 20). Sie werden dann mit dem Urin ausgeschieden (Obstgeruch!).und Energiewechsels 41 Die Fettsäuren bilden eine wichtige Energiequelle. Decarboxylierung Spezifische Enzyme (Decarboxylasen) spalten von Aminosäuren CO2 ab. Oxidative Desaminieim Mitochondrium im Zellplasma rung Durch Aminosäure-OxidaMit Glycerol können Fettsäuren Triglyceride oder sen wird in der Leber von Phosphatide bilden Aminosäuren die NH2Triglycerid Phosphatid Gruppe abgespalten. ALAT = Alanin-Amino-Transferase) übernehmen die NH2-Gruppe einer Aminosäure und geben sie an ein anderes Kohlenstoffskelett ab. Merke Auch aus Kohlenhydraten können Fettdepots gebildet werden. An dieser Stelle werden drei mögliche Reaktionswege stark vereinfacht beschrieben: 1. B. Überschüssige Kohlenhydrate können leicht in Triglyceride umgewandelt und so ebenfalls zur Auffüllung der so genannten Fettdepots (z. Ketonkörper (= Aceton.14 Decarboxylase Aminosäure CO2 + biogenes Amin 2. die normalerweise in den peripheren Organen abgebaut werden. 3. Fettspeicherung Triglyceride können in Fettzellen und begrenzt auch in der Leber gespeichert werden. Bauch. als Bausteine von CoenGlucose Pyruvat C2-Körper Fettsäuresynthese durch zymen oder Vorstufen von Verketten der C2-Körper Hormonen (✑ Tab. biogenen Amine.13 zeigt in stark vereinfachter Form die Synthese der Fettsäuren bzw. Fette (✑ S. Decarboxylierung. Dadurch entstehen die Tab. P ASAT ❑ und ALAT spielen eine wichtige Rolle in der Leberenzymdiagnostik.14). Außerdem führen sie zu einer azidotischen Stoffwechsellage (✑ S. . P Beim Fettsäureabbau in der Leber entstehen ❑ Abbau der Aminosäuren Der Stoffwechsel der Proteine beginnt mit der Zerlegung des Eiweißmoleküls (im Verdauungstrakt) in Aminosäuren. welche im Organismus vielfältige CO2 Aufgaben erfüllen. -Hydroxybuttersäure) als Stoffwechselprodukte.

Das heißt. Er ist ungeladen. 99 % aus der Glykolyse stammen. Stoffwechselwege zur Energiefreisetzung (Überblick) Der Mensch benötigt zur Aufrechterhaltung seiner Lebensvorgänge (wie z. Im Folgenden wird in einfacher Form dargestellt. die aus Oxidoreduktasen besteht. Aminosäure-. 2. gleichmäßige Körpertemperatur) ständig Energie. Die Endprodukte des Aminosäureabbaus sind: • Wasser • Kohlendioxid • Ammoniak. P Die ❑ zentrale Stellung des Zitratzyklus im Intermediärstoffwechsel kommt darüber hinaus beim Fettsäure-. Bau. wobei die Hauptmenge der Energie schrittweise freigesetzt wird. Häm) zum Ausdruck. Bewegung. Glycerol + Fettsäuren. Zerlegung der Makromoleküle in ihre Grundbausteine (✑ Kap. Die freigesetzte Elektronenenergie wird sofort durch ATP-Bildung in chemische Bindungsenergie umgewandelt (✑ S. Der so ionisierte Sauerstoff verbindet sich mit den entstandenen Wasserstoffionen (H+) zu Wasser. – Fette: Geringe Beteiligung. Merke Das CO2 entsteht im Säurekreislauf. wobei. Die beschriebenen Abbauwege zur Energiefreisetzung sind in allen Zellen gleich. aber die langkettigen Fettsäuren liefern bei hohem O2-Verbrauch viel Energie. Stoffsynthesen. Oxidation der C2-Körper zu CO2 + H2O. – Alle C2-Körper werden in den Zitratzyklus eingeschleust und weiter abgebaut. 1. B.und Funktionsstoffe Der Harnstoff besitzt folgende Eigenschaften. „bergab“ transportiert. Zuerst wird der Wasserstoff (enthält die Energie) ionisiert. wie die chemische Energie dieser Stoffe freigesetzt wird. dass ausreichend Harnstoff ausgeschieden wird.15): – Pyruvat und C2-Körper sind zentrale Stoffe im Energiestoffwechsel. 252): • Kohlenhydrate • Fette • Eiweiße Amylasen Lipasen Proteasen und Peptidasen Monosaccharide. 12. wobei drei grundlegende Schritte zu erkennen sind: Bei der Energiefreisetzung sind folgende biochemische Vorgänge zu erkennen (✑ Tab.8. Zum Schluss werden die energiearmen Elektronen auf molekularen Sauerstoff übertragen. . die seine Ausscheidung mit dem Urin problemlos ermöglichen. Bei Schwerkranken und Schockpatienten ist immer darauf zu achten. wie bereits gesagt. es kommt zu einer schrittweisen Energieabgabe. wobei Wasserstoff (wird an Coenzyme gebunden) und CO2 (wird abgegeben) entstehen. Zerlegung der Grundbausteine in C2-Körper. – Eiweiße: Spielen normalerweise keine Rolle. Grundsätzlich erfolgt der Abbau schrittweise mithilfe von Enzymen. B. Die bei der biologischen Oxidation hintereinander geschalteten Redoxreaktionen bezeichnet man als Atmungskette. die durch Abbau energiereicher Stoffe in den Zellen bereitgestellt werden muss. Biologische Oxidation des Wasserstoffs Unter biologischen Bedingungen werden Wasserstoff und Sauerstoff stufenweise in ihrer Reduktions-Oxidationsenergie angenähert. Die dabei entstehenden energiereichen Elektronen werden sogleich über die Atmungskette.42 2 Grundlagen. Informationsaustausch. Merke Die wenigen nicht als Baustoff oder Funktionsstoff benötigten Aminosäuren werden vor allem in der Leber zur Energiefreisetzung abgebaut. S. nicht toxisch und kann gut durch die Biomembranen diffundieren. 36). der O2 wird zur Wasserbildung verbraucht und nicht zur Oxidation von Kohlenstoff zu CO2. Als energiereiche Stoffe kommen infrage – Kohlenhydrate: 99 %. 3. 2. sodass es nicht zur Knallgasreaktion kommt. Glucosestoffwechsel und bei der Synthese körpereigener Stoffe (z. P Fast jede Erkrankung verursacht mehr oder ❑ weniger deutliche Veränderungen des Eiweißstoffwechsels. Aminosäuren.

Das Chromatin ist die „Funktionsform“. In der DNA sind die Informationen für die einzelnen Eiweiße hintereinander angeordnet.5 Genetik (Vererbungslehre) 2. die im Stoffwechsel der Zelle wirksam wird und sich verdoppelt. Diese relative Konstanz der Arten wird durch die Konstanz spezifischer Eiweiße gewährleistet. 2. . Man sagt. Eiweiße Kohlenhydrate Aminosäuren Glucose 43 Tab. Struktur und Anzahl der Chromosomen sind artspezifisch.5 Genetik Biochemische Vorgänge bei der Energiefreisetzung.2. Die „Anweisungen“ für die Bildung der Eiweiße sind in der DNA gespeichert. Alle Merkmale eines Lebewesens sind von seiner Erbinformation abhängig. sie werden vererbt. P Veränderungen ❑ der Chromosomenstruktur und Chromosomenzahl haben meist Krankheiten (Erbkrankheiten) zur Folge.5. die in ihren wesentlichen Merkmalen den Eltern gleichen.1 Chromosomen Bei der Fortpflanzung einer Organismenart entstehen immer wieder Nachkommen. welche sich in den Chromosomen befindet. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung werden sie von den Eltern auf die Nachkommen übertragen und bei der Zellteilung an die Tochterzellen weitergegeben. Merke Die Chromosomen stellen die „Transportform“ der Erbinformation während der Zellteilung dar.15 Fette Glycerol Fettsäuren Pyruvat C2-Körper Zitratzyklus CO2 Energie H2 Oxydoreduk-  38 ADP + 38 P  38 ATP oxidative Phosphorylierung tasen 2e2H+ + O2- 1 2 O2 H2O 2. Die nur während der Zellteilungsphase sichtbaren Chromosomen gehen aus dem Chromatin hervor und nach Abschluss der Zellteilung wieder in dieses über. und bezeichnet sie als Erbinformation oder genetische Information.

1) Merke Im doppelten (diploiden) Chromosomensatz sind immer 2 Chromosomen in Form und Größe gleich. P Der ❑ unterschiedliche Bau ermöglicht die Einordnung der Chromosomen in Karyogramme. ist die arttypische Chromosomenzahl in allen Zellen zweimal vorhanden. Zentromer Chromatiden DNS-Doppelhelix G C A T Matrix C T Abb. Halb. sie besitzen nur den einfachen Chromosomensatz. Feinbau Jedes Chromosom ist gekennzeichnet durch seine Länge und die Lage seines Zentromers. die am Zentromer (Spindelfaseransatzstelle) miteinander verbunden sind. Die Chromosomen bestehen aus: – DNA (enthält die genetische Information). Sie besitzen die für diese Funktion notwendigen drei Eigenschaften: – relativ stabil zu sein. Jede dieser Nukleinsäuren besteht aus vielen miteinander verbundenen Nukleotiden als Baustein. h.2 44 Grundlagen.und Funktionsstoffe Bei allen höheren Lebewesen. d. Die Nukleinsäuren sind hierfür die stoffliche Grundlage.und Y-Chromosomen bezeichnet und sind nicht gleich (✑ S. 2. Nur ihre reifen Keimzellen sind haploid. die bei der Befruchtung entstehende befruchtete Eizelle (Zygote) und alle aus ihr hervorgehenden Körperzellen besitzen 46 Chromosomen (✑ S.17) besteht aus 2 Chromatiden (= Längshälften..2 Nukleinsäuren als Trägerstoff der Erbinformation Bei je0der Zellteilung wird gewährleistet. Sie sind diploid. Merke In einem Chromosom ist die Erbinformation vierfach gespeichert. 2. – Eiweiße (haben Stütz.und regulatorische Funktionen). – RNA (ermöglicht die Umsetzung der genetischen Information. Jede Chromatide besteht aus einem doppelsträngigen DNA-Molekül. Sie werden als X. Eine Ausnahme bilden die Geschlechtschromosomen.17 G A Bau des Chromosoms. also auch beim Menschen. 2. Menschliche Keimzellen (sowohl Eizellen als auch Samenzellen) enthalten 23 Chromosomen. Sie heißen homologe Chromosomen.oder Tochterchromosomen). – zahlreiche Informationen speichern zu können. 48). – sich identisch zu verdoppeln. Deshalb werden sie auch als Polynukleotid bezeichnet. 49). dass die Tochterzellen die vollständige Erbinformation der Mutterzelle erhalten (✑ S. 45).5. Bau. 1) Bildliche Darstellung der Chromosomen eines Organismus Ein Chromosom (✑ Abb. Aufbau der Nukleinsäuren Für das Vererbungsgeschehen kommen zwei unterschiedliche Nukleinsäuren in Frage: – Desoxyribonukleinsäure (DNS) oder (englisch) Desoxyribonucleinacid (DNA). – Ribonukleinsäure (RNS) oder (englisch) Ribonucleinacid (RNA). 49). . ✑ S.

Die Speicherung der Erbinformation ist bei allen Lebewesen gleich. 2. Abb. rechtsdrehende Doppelhelix).Desoxysäurerest ribose P 45 Doppelhelix organische stickstoffhaltige Base Adenin Stickstoffbase P Desoxyribose Thymin P Guanin P Cytosin Phosphorsäure Wasserstoffbrückenbindung DNA.18 RNA Die RNA wird ebenfalls aus vier verschiedenen Nukleotiden gebildet. 2. – Sekundärstruktur (= Doppelstrang). . – organischer Stickstoffbase. für die meisten Aminosäuren gibt es mehrere Tripletts. Ein Nukleotid setzt sich zusammen aus: – Zuckermolekül. Merke Die Aminosäuresequenz der Eiweiße wird durch die Basensequenz der DNA verschlüsselt (codiert) gespeichert. Die sich im Doppelstrang gegenüberstehenden Basen heißen komplementäre Basen (= sich ergänzende Basen).18).19). Zur Codierung der 20 vorkommenden Aminosäuren gibt es aufgrund vier verschiedener Basen 43 = 64 Kombinationsmöglichkeiten. Die Speicherung der Erbinformation erfolgt verschlüsselt durch Anzahl und Reihenfolge der verschiedenen Nukleotide in der DNA bzw. Triplett-Code Die Aminosäuren werden durch Nukleotidbasentripletts codiert.2. 2. – Phosphorsäuremolekül. DNA Die DNA wird aus vier verschiedenen Nukleotiden gebildet (✑ Abb. – Tertiärstruktur (= Raumstruktur. Die spezifische Aufeinanderfolge der Nukleotide beinhaltet die Anweisung für die Synthese der Eiweiße. Der Doppelstrang lässt sich längs der Wasserstoffbrücken in zwei komplementäre Einzelstränge spalten. Dies besorgen bestimmte Enzyme. An der Stelle von Thymin steht Uracil im Nukleotid und die Desoxyribose ist durch Ribose ersetzt (✑ Abb. RNA. Merke Aufgrund der Molekülstruktur können sich durch Wasserstoffbrücken nur Adenin mit Thymin und Guanin mit Cytosin verbinden.5 Genetik 4 verschiedene Nukleotide Phosphor. Ähnlich den Proteinen sind auch bei der DNA verschiedene Strukturen zu unterscheiden: – Primärstruktur (= Nukleotidsequenz). Das heißt.

Es sind zwei genetisch identische Doppelstränge entstanden. Dieser Vorgang wird durch Enzyme gesteuert und verläuft in mehreren Phasen. halb aus altem und halb aus neuem Material.2 46 Grundlagen. 2. Bau. dass eine völlig gleiche Kopie des Ausgangsmoleküls entsteht (komplementäre Paarung der organischen Basen). Der Doppelstrang öffnet sich wie ein Reißverschluss. Ohne den Mechanismus der identischen Reduplikation wäre kein Wachstum und kein gleichwertiger Ersatz abgestorbener Zellen möglich. . Mittels Enzymen werden die Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den komplementären Basen gelöst. Die Abbildung 2. Nur dadurch ist es möglich. An die Basen jedes Einzelstranges lagern sich die jeweils passenden freien Nukleotide aus dem Zellstoffwechsel an und verbinden sich in der bereits bekannten Weise miteinander. 2.und Funktionsstoffe Desoxyribose Ribose Information Kernmembran Kernpore RNA DNA Proteinsynthese Uracil Abb. dass bei der Zellteilung zwei völlig gleiche Zellen mit identischen Eigenschaften und gleicher Erbinformation entstehen. Es entstehen zwei Einzelstränge. Die identische Reduplikation beruht darauf. Identische Verdopplung (= Reduplikation) der DNA Die identische Verdopplung des genetischen Materials bei Zellteilungen ist die Voraussetzung für die unveränderte Weitergabe und die Erhaltung artspezifischer Merkmale.19 Ribosom Merkmale DNA – RNA.20 stellt den komplizierten Vorgang schematisch dar. 1. dass die beiden Polynukleotidstränge eines DNSMoleküls aufgetrennt werden und sich dann die jeweils passenden Nukleotide aus dem Umfeld so anlagern.

schlüsselt. Deshalb kommt der Eiweißsynthese eine zentrale Bedeutung zu.3 (✑ S.2. Schritten: – Anlagerung der m-RNA an ein Ribosom. als Gen (= Erbanlage) bezeichnet (✑ S. DNA-Doppelstrang Wasserstoffbrückenbindungen organische Stickstoffbasen Desoxyribose Phosphorsäure Der Ablauf erfolgt in zwei Stufen: l.5 Genetik Realisierung der Erbinformation (Eiweißsynthese) In den Abschnitten 2. 2. 37) ist die Bedeutung der Eiweiße als Bauund Funktionsstoffe dargestellt. Entschlüsselung am Ribosom (= Translation) – komplementäre Basenpaarung zwischen Die genetische Information der m-RNA als 47 . 50).20 Lösen der Wasserstoffbrücken. – komplementäre Anlage Aminosäuresequenz eines Proteins wird entrung der m-RNA-Nukleotide. Der Proteinaufbau erfolgt mithilfe – Ablösen der m-RNA und Wanderung durch der t-RNA (= Transfer-RNA) in folgenden die Kernporen zu den Ribosomen im Cytosol.3 (✑ S. Dabei wird derjenige Abschnitt der DNA. 21 – 22) und 2. Abb. 2.1. Die Realisierung der Erbinformation besteht in der Synthese der individualspezifischen Eiweißstoffe (= Genprodukte). Schon der Ausfall eines einzigen Enzyms führt zu einer gestörten Zellfunktion oder gar zum Zelltod.4. der die Synthese eines bestimmten Eiweißstoffes steuert. Informationsabgabe im freie Nukleotide aus dem Zellkern Zellstoffwechsel (= Transkription) Die Information der DNA (Gen) wird in die Nukleotidsequenz einer m-RNA (m-RNA = Messenger-RNA: Boten-RNA) umgeschrieben. Dies geschieht Elternstrang Tochterstrang Tochterstrang wie folgt: – Aufspaltung des DNADoppelstranges durch Identische Reduplikation der DNA.

und Funktionsstoffe m-RNA und t-RNA und Verknüpfung der Aminosäuren. fehlerfrei auf die Tochterzellen übertragen wird. Entscheidend bei jeder Zellteilung ist. Sie kann in verschiedene Phasen untergliedert werden. und die Chromatiden werden sichtbar (Längsspalt). So können sich aus einer Zelle vielzellige Lebewesen entwickeln. 44).48 2 Grundlagen.und Steuervorgänge des Organismus liegen.und Zellerneuerungsprozesses. Formen der Zellteilung 1. B.22 Anaphase • Die Zentromere werden geteilt und die Chromatiden mithilfe der Spindelfasern an die Zellpole transportiert. S.5. der bei den Lebewesen zur Zellvermehrung führt. Die Zellteilung ist die Grundlage für das Wachstum und die Vermehrung der Organismen sowie die Regeneration abgestorbener Zellen.3 Zellteilung Die Zellteilung ist ein Grundvorgang. B. die ohne deutliche Grenzen ineinander übergehen. Zellgifte. die im Zellkern der Mutterzelle gespeichert ist. Chromatin 2. 2.17. Bei diesem Vorgang kommt es darauf an.21 Metaphase • Auflösung der Kernmembran wird abgeschlossen. Röntgenstrahlen. dass die beiden Chromatiden eines jeden Chromosoms getrennt werden. Die entstehenden Tochterzellen sind mit der Mutterzelle genetisch identisch. • Die Chromosomen werden in die Äquatorialebene verlagert und geordnet (die Chromosomenarme zeigen polwärts). Anordnung der Chromosomen in der Äquatorialebene Metaphase. Abb. Die Kernteilung geht stets der Zellteilung voraus. Das Zentriol teilt sich. Erbeinflüsse) kann die DNA verändert werden. Hieraus lässt sich das weitgehend ungehemmte Wachstum von bösartigen Tumoren erklären. • Bildung des Spindelapparates aus kontraktilen Plasmafäden und • Verbindung der Chromosomen am Zentromer mit den Plasmafäden. Viren) als auch durch innere Einflüsse (z. 2. 2. • • Das Chromatin formt sich zu den Chromosomen um (✑ Abb. Chromosomen Prophase. Prophase • Die spezifischen Zellfunktionen werden eingestellt und viele Zellorganellen sowie die Kernmembran beginnen sich aufzulösen. . Auf diese Weise können Zellen entarten und beispielsweise Krebszellen entstehen. die außerhalb der Regulations. radio❑ Zentriol aktive Strahlen. P Sowohl durch äußere Einflüsse (z. Abb. Bau. Mitose Als Mitose bezeichnet man die „indirekte Kernteilung“ im Sinne des Wachstums. – Lösen des neu gebildeten Eiweißes (Genproduktes) von der t-RNA. dass die Erbinformation.

2. aber die Kernmembran bleibt erhalten und die Zelle teilt sich nicht. 2. In jeder reifen menschlichen Keimzelle befinden sich somit 23 Chromosomen (n = 23). in den Samenzellen 22 Autosomen plus 1 Y. ein X.24 Bildung der Tochterzellen Telophase. Amitose (= direkte Kernteilung) Hierbei wird nur der Zellkern einfach geteilt. 49 . Bedeutung der Mitose • Grundlage des Wachstums (= Zellteilungswachstum): Ausgehend von der befruchteten Eizelle (= Zygote) entstehen alle Körperzellen durch Mitosen. die X-Chromosomen.25).bzw. 2. Polyploidie (✑ Abb. Damit dieser Chromosomensatz auch in den Folgegenerationen erhalten bleibt. In der auf die Mitose folgende Interphase (= Phase zwischen den Kern. 46). Vorkommen: Megakaryozyten des Knochenmarks. Vorkommen: Leberzellen und Harnblasenepithelzellen. Chromosomensatz des Mannes: 22 Autochromosomenpaare + 2 ungleich gestaltete Geschlechtschromosomen. Merke Bei der Mitose entstehen genetisch „gleichwertige“ Zellen. Der Chromosomensatz der Tochterzelle entspricht dem der Mutterzelle. 2. Sie sind haploid (= n). Ergebnis: Zellen mit zwei Zellkernen. 44). bösartige Tumorzellen. Die Samen.2. • Bildung des Chromatins.26) Die Meiose dient der Bildung der Geschlechtszellen (= Keimzellen = Gameten). • Grundlage der Wundheilung: Bei Verletzungen werden bestimmte Zellen wieder zur Mitose angeregt. 2. Zellteilungen) erfolgt die identische Verdopplung der DNA (✑ S.oder 1 X-Chromosom und in den Eizellen 22 Autosomen plus in jedem Fall 1 X-Chromosom. • Zwischen den beiden Tochterkernen bildet sich eine neue Zellmembran. ohne dass eine geordnete Aufteilung der Chromatiden erfolgt (✑ Abb. • 2 neue Tochterzellen sind entstanden.5 Genetik Transport der Chromatiden mithilfe des Spindelapparates an die Zellpole Abb. In jeder menschlichen Körperzelle befinden sich 22 Autochromosomenpaare und 1 Gono. Chromosomensatz der Frau: 22 Autochromosomenpaare + 2 gleich gestaltete Geschlechtschromosomen. In den Hoden werden die Samenzellen (Spermien) und in den Eierstöcken die Eizellen gebildet. Tochterkern Abb. 2. 3.und ein Y-Chromosom. Ergebnis: Zellen mit vielfachen Chromosomensätzen (= polyploide Zellen). 4.und Eizelle besitzen demnach einen einfachen Chromosomensatz. Sie sind diploid (= 2n).23 Anaphase. • Neubildung der Kernmembran. Die Körperzellen des Menschen besitzen einen doppelten Chromosomensatz (✑ S. Telophase • Spindelapparat löst sich auf.25) Im Zellkern entstehen Chromatiden. Meiose (✑ Abb.oder Geschlechtschromosomenpaar (2n = 46). besitzen also das gleiche Erbmaterial wie die Zygote. findet bei der Bildung der Geschlechtszellen eine Halbierung statt.

der die Information für den Aufbau eines bestimmten Eiweißes enthält. Bau.610 verschiedene Kombinationen möglich. Beim Menschen sind demnach 223 = 8. Dies wird noch erweitert durch den möglichen Austausch homologer Bruchstücke von Nichtschwesterchromatiden in der Prophase I. Grundlage für die Neukombination des genetischen Materials zwischen den Generationen. Dadurch können Veränderungen im Erbgut entstehen. Metaphase I Anordnung der homologen Chromosomen in der Äquatorialebene zufallsgemäß.25 Bedeutung der Meiose 1. Meiose II (2.388.und Funktionsstoffe Trifft bei der Befruchtung eine Samenzelle mit einem X-Chromosom auf die Eizelle. Ablauf der Meiose (= Reifeteilung) Die Meiose läuft in zwei aufeinander folgenden Teilungsschritten (Reifeteilungen) ab: Mitose Polyploidie Amitose direkte Kerndurchschnürung 1 Zelle mit 2 genetisch ungleichen Zellkernen Vergleichende Übersicht der Zellteilungsformen. Grundlage für die Konstanz der artspezifischen Chromosomenzahlen. väterlichen Chromosomen in die eine oder andere Tochterzelle gelangen.50 2 Grundlagen. Reifeteilung) Die Meiose II ist eine Mitose. Abb. Anaphase I Die mütterlichen und väterlichen Chromosomen gelangen entsprechend der zufallsgemäßen Anordnung an die Zellpole. genauer auseinander setzen. 2. 2. Reifeteilung) Prophase I Paarung der homologen Chromosomen (je 1 mütterliches mit dem entsprechenden väterlichen Chromosom). Während der Paarung kann es zum Austausch einzelner homologer Bruchstücke bei Nichtschwesterchromatiden kommen („crossing over“). – 1 haploide plasmareiche Eizelle plus 3 haploide plasmaarme Polkörperchen (Frau). Meiose I (1. 288). so entsteht ein weiblicher Organismus (XX). Er legte damit den Grundstein für die moderne Genetik. welche mütterlichen bzw. Zum besseren Verständnis der Erbgänge werden zunächst einige wichtige Fachbegriffe erklärt. den Mendel’schen Erbregeln. Beim Menschen entstehen: – 4 haploide plasmaarme Spermien (Mann) bzw. 2.5. Jahrhundert stellte Gregor Mendel durch zahlreiche Kreuzungsversuche als Erster das Auftreten von Gesetzmäßigkeiten in der Vererbung fest. Im Folgenden wollen wir uns mit einigen seiner wichtigsten Erkenntnisse.4 Gesetzmäßigkeiten der Vererbung – Mendel’sche Erbregeln Im 19. . Gen (= Erbanlage): Ein Abschnitt der DNA. Merke Bei der Meiose entstehen aus diploiden Urkeimzellen in zwei Teilungsschritten haploide Geschlechtszellen. 47). Eine Samenzelle mit einem Y-Chromosom bewirkt bei der Verschmelzung das männliche Geschlecht (XY) (✑ S. Bei Trennung der homologen Chromosomen hängt es vom Zufall ab. Telophase I Bildung von 2 haploiden Tochterzellen. heißt Gen (✑ S.

5 Genetik 51 1. 2.2. Reifeteilung (Mitose) haploide Tochterzellen haploide Geschlechtszellen Samenzelle (Spermium) – haploid – unbefruchtete Eizelle – haploid – befruchte Eizelle (Zygote) – diploid – Meiose – Bildung der Geschlechtszellen und Befruchtung.26 . Abb. Reifeteilung (Reduktionsteilung) Bildung der Chromosomen und Paarung der homologen Chromosomen Trennung der homologen Chromosomen Bildung der haploiden Tochterzellen 2.

Bei der Durchführung von Kreuzungen werden für die Kreuzungspartner die folgenden Bezeichnungen benutzt: P = Elterngeneration (Parentalgeneration). die sich in einem oder mehreren Merkmalen unterscheiden. AB. Dominant: Ein Gen oder eine Gengruppe herrscht in der Merkmalsausprägung vor. Monohybrider Erbgang: Kreuzung. werden als allele Gene oder Allele bezeichnet. – zwei gleiche Buchstaben für reinerbig.und Funktionsstoffe Jedes Gen hat eine spezifische Erbinformation gespeichert. Phänotyp: Äußeres Erscheinungsbild eines Individiums. Bei der Darstellung von Erbgängen werden zur Vereinfachung Buchstaben verwendet: – ein großer Buchstabe für dominant. Diese Individuen mit 2 verschiedenen Anlagen für ein Erbmerkmal werden als Hybride oder Bastarde bezeichnet. Genotyp: Gesamtheit der in den Genen verschlüsselten Erbinformation. zum Beispiel B. Geschlechtsgebundener Erbgang: Ein an die Geschlechtschromosomen (Heterochromosomen) gebundener Erbgang. Bau. h. Mendel’sche Erbregel (Uniformitätsregel) Kreuzt man reinerbige Individuen. Filialgeneration) usw. An der Ausbildung eines Merkmals (z. V = Vater. sind alle Fl-Bastarde gleich (= uniform). bei der sich die Eltern in einem Allelpaar unterscheiden. . F2 = 2. Tochtergeneration (2. Beispiel: Vererbung der Blutgruppen a) Dominant-rezessiver Erbgang AA = Blutgruppe A (Vater) oo = Blutgruppe 0 (Mutter) V P: AA x oo Keimzellen: A o M A A o Ao Ao o Ao (F1) Ao Ergebnis: Alle Nachkommen haben die Blutgruppe A und sind mischerbig. die in homologen Chromosomen den gleichen Platz einnehmen. – ein kleiner Buchstabe für rezessiv. – zwei ungleiche Buchstaben für mischerbig. zum Beispiel BB. Autosomaler Erbgang: Ein an die Autosomen (normale Chromosomen. Tochtergeneration (l. 1. Fl = 1. B. Reinerbig (homozygot): Für die Ausbildung eines Merkmals sind zwei gleiche Gene oder Gengruppen vorhanden. Dihybrider Erbgang: Kreuzung. Mischerbig (heterozygot): Für die Ausbildung eines Merkmals (z. nicht Geschlechtschromosomen) gebundener Erbgang. Solche gleichen oder auch unterschiedlichen Zustandsformen von Genen. je ein Gen vom Vater und von der Mutter. b) Intermediärer Erbgang AA = Blutgruppe A (Vater) BB = Blutgruppe B (Mutter) P: V A A AA x BB M B AB AB Keimzellen: A B B (F1) AB AB Ergebnis: Alle Nachkommen haben die Blutgruppe AB und sind mischerbig. B. M = Mutter. bei der sich die Eltern in zwei Allelpaaren unterscheiden. bb. zum Beispiel b. Intermediär oder kodominant: Zwei Gene oder Gengruppen sind in der Merkmalsausprägung gleich stark. d.52 2 Grundlagen. Filialgeneration). bA. Rezessiv: Ein Gen oder eine Gengruppe tritt in der Merkmalsausprägung zurück. Die Gesamtheit der Gene eines Lebewesens werden als seine Erbanlagen bezeichnet. zum Beispiel aB. Augenfarbe) sind zwei verschiedene Gene oder Gengruppen vorhanden. welches sich aus allen Merkmalen zusammensetzt. Augenfarbe) sind in der Regel Genpaare beteiligt.

Rh-.(mischerbig): 0. Rh. 0. Rh. AAdd (Vater) x ooDD (Mutter) A = Blutgruppe A o = Blutgruppe 0 d = rhD = Rh+ P: AAdd x ooDD Keimzellen: Fl Keimzellen: Ad oD AoDd AD. Blutgruppe B = 1x.im Verhältnis 9:3:3:1. Bei dominant-rezessiven Erbgängen: 3:1 = 75 % : 25 % Bei intermediären Erbgängen: 1 : 2 : 1 = 25 % : 50 % : 25 % Beispiel: Vererbung der Blutgruppen a) Dominant-rezessiver Erbgang Ao = Blutgruppe A (Vater) Ao = Blutgruppe A (Mutter) V P: Ao x Ao Keimzellen: A. b) Intermediärer Erbgang AB = Blutgruppe AB (Vater) AB = Blutgruppe AB (Mutter) P: V A B M AB x AB A AA AB Keimzellen: A. Rh+ (mischerbig): A. od M V o (F1) BB Ergebnis: Blutgruppe A = 1x. Rh.(reinerbig): 0. A. A. Spaltungsverhältnis = 3 : 1. Rh+. 3. Aodd (2x). ooDD. soweit sie nicht gekoppelt auf einem Chromosom lokalisiert sind. die in einem Merkmal mischerbig sind. sondern spaltet sich in einem bestimmten Zahlenverhältnis auf. 0. AoDd (4x). ooDd (2x). Blutgruppe o = lx. Mendel’sche Erbregel (Spaltungsregel) Kreuzt man Fl-Bastarde. oodd.o A.B A. Ad. oD. so werden die Merkmale unabhängig voneinander nach der Spaltungsregel vererbt. Mendel’sche Erbregel (Neukombinationsregel) Kreuzt man Bastarde.5 Genetik 2.o M A A AA Ao o Ao (F1) oo Ergebnis: Blutgruppe A = 3x. so ist die F2-Generation in dem betreffenden Merkmal nicht einheitlich. Die Genotypen AADD und oodd stellen reinerbige Neukombinationen dar. Rh+ (mischerbig): 0. Rh+ (reinerbig): 0. AoDD (2x). AAdd. Rh+.B B AB Beispiel: Vererbung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors. Rh. Spaltungsverhältnis = 1 : 2 : 1.(mischerbig): 1 8 1 2 l 2 l – }9 }3 }3 }1 9 Genotypen: AADD. Rh+ (reinerbig): A. Blutguppe AB = 2x. 53 AD Ad oD od AD AADD AADd AoDD AoDd Ad AADd AAdd AoDd Aodd oD AoDD AoDd ooDD ooDd od AoDd ooDd oodd Aodd (F2) Ergebnis: 4 Phänotypen: A. Rh.(reinerbig): A. die sich in mehreren Merkmalen unterscheiden.2. . AADd (2x).

– Temperatur.a a (F1) Ergebnis: Aa (50 %): heterozygot. – Klinefelter-Syndrom: 44 + XXY. Mutationen in den Körperzellen hingegen führen zu veränderten Zellverbänden und damit zu Fehlbildungen des Individuums (z.und Wärmeschocks. Beispiele: – Trisomie 21 oder Langdon-DownSyndrom (Chromosom Nr. 21 ist 3x vorhanden).54 2 Grundlagen. Krebs). klinisch gesund. . klinisch gesunde Merkmalsträger. rezessiv. B. klinisch gesund. Bau. Nikotin. klinisch gesunde Merkmalsträger. – Viren. – Chemikalien.und Funktionsstoffe 2. klinisch krank. – Phenylketonurie und – Hämophilie. dominant. z. – Turner-Syndrom: 44 + X. B. Beispiele: – Sichelzellanämie. Heterozygote Merkmalsträger. AA (25 %) homozygot. Röntgenstrahlen. klinisch krank.5 Mutationen Mutationen sind spontan entstandene Veränderungen der Erbinformation. Beispiel 2: V a a A Aa Aa A Aa Aa M P: aa x AA Keimzellen: a A (F1) Ergebnis: Aa (100 %): heterozygot. Beispiel 3: V A a a Aa aa a Aa aa M P: Aa x aa Keimzellen: A. B. bestimmte Industrieabgase. Salpetersäure.a (F1) aa Ergebnis: aa (25 %) homozygot. Aa (50 %) heterozygote Merkmalsträger. Autosomal rezessive Erbgänge (typisch für Stoffwechseldefekte) A = gesundes Gen. aa (50 %): homozygot. a = krankes Gen. Merke Mutationen in den Keimzellen können zu Erbkrankheiten führen. werden aber nicht direkt vererbt. Beispiel 1: Arten Genmutationen betreffen ein Gen. sind also Veränderungen innerhalb der Basenfolge der DNA. Ursachen:– energiereiche Strahlen. klinisch gesund V M P: Chromosomenmutationen sind Strukturveränderungen einzelner Chromosomen. z. B. Aa x Aa A a A AA Aa a Aa Keimzellen: A. z. Kälte.a A.5. Beispiel – Katzenschrei-Syndrom. Genommutationen sind Änderungen der Chromosomenzahl. Das betroffene Individuum heißt Mutante. LSD.

Heterozygote Frauen werden als Konduktorinnen bezeichnet.XK X Y XX XY (F1) XK XXK XKY Ergebnis: XX (25 %): homozygot.a A X. Beispiel 2: V M P: Aa x Aa Keimzellen: A. Keimzelle: XKY x XX XK. Beispiel 3: V A A a Aa Aa a Aa Aa M P: XY x XXK X AA x aa Keimzellen: A a (F1) Ergebnis: Aa (100 %): heterozygot. heterozygote Konduktorin. Rotgrünblindheit und Sehnervenatrophie. rezessiv.2. . XKY (25 %): klinisch krank. XXK (25 %): klinisch gesund.XK XK Y X XXK XY (F1) XK XKXK XKY Ergebnis: XXK (25 %): klinisch gesund.Y X. Das Y-Chromosom des Mannes besitzt dieses Gen nicht. XK = krankes Gen. XY (25 %): klinisch gesund.5 Genetik 55 Autosomal dominanter Erbgang (typisch für Missbildungen) a = gesundes Gen. klinisch krank. Aa (50 %): heterozygot. Geschlechtsgebundener Erbgang Das defekte Gen liegt auf dem X-Chromosom und wird bei Vorhandensein eines Normalgens (heterozygote Frauen) von diesem unterdrückt.Y X. Beispiel 1: Beispiel 1: V M P: Keimzellen: aa x Aa a a A a a a Aa Aa aa V M P: (F1) Keimzelle: aa Ergebnis: aa (50 %): homozygot. klinisch krank. Beispiele sind Hämophilie. klinisch gesund. klinisch krank. Aa (50 %): heterozygot. aa (25 %): homozygot. XY (25 %): klinisch gesund. XKXK (25 %): klinisch krank. sodass es sich bei der Konstellation X-Chromosom mit defektem Gen plus Y-Chromosom um klinisch kranke Männer handelt. A = krankes Gen. heterozygote Konduktorin. klinisch gesund. Beispiel 3: V M P: Keimzelle: XKY x XXK XK.a A. a Beispiel 2: A a AA Aa Aa V (F1) aa M P: Ergebnis: AA (25 %): homozygot.Y X XK Y X XXK XY (F1) X XXK XY Ergebnis: XY (50 %): klinisch gesund. dominant. klinisch gesund. heterozygote Konduktorin. klinisch krank. XKY (25 %): klinisch krank. Es bedeutet: X = gesundes Gen. XXK (50 %): klinisch gesund.

z. Um das Gleiche im Leben zu erreichen. Intelligenz. Der Grund liegt darin. . Sinn der Modifikationen ist. z. Haarfarbe. Größe und Masse des Körpers. handwerkliche Geschicklichkeit und andere Begabungen. P Jeder ❑ Mensch besitzt andere Reaktionsnormen. B. – umweltlabile Merkmale mit großer Reaktionsnorm. die Blutgruppen. Dadurch wird die Erbanlage nicht beeinflusst. in der Folgegeneration können diese Veränderungen wieder fehlen.6 Modifikationen Kein Mensch gleicht völlig dem anderen. Wird bei Individuen mit gleichen Erbanlagen infolge unterschiedlicher Umweltfaktoren ein Merkmal verändert. spricht man von einer Modifikation. muss derjenige mit der ungünstigeren Reaktionsnorm mehr tun. P Beim Menschen können auch soziale Fakto❑ ren verändernd auf die Ausprägung körperlicher und psychischer Merkmale wirken. Der überwiegende Teil der Merkmale wird beim Menschen durch das Zusammenwirken von Erbanlagen und Umweltfaktoren geprägt. B. Bau. B.und Funktionsstoffe 2. – umweltlabile Merkmale mit geringer Reaktionsnorm. Nicht alle Merkmale sind gleichermaßen modifizierbar.5. dass selbst bei gemeinsamem Aufwachsen die Umweltbedingungen nicht absolut gleich sind. d. Selbst eineiige Zwillinge mit weitgehend identischen Erbanlagen sind nie völlig gleich. z. Die Ursache der Unterschiedlichkeit (Variabilität) zwischen den Menschen sind Modifikationen und Mutationen. h.2 56 Grundlagen. die nicht modifizierbar sind. Änderung von Merkmalen können durch die Gestaltung entsprechender Entwicklungsbedingungen (Umwelt) niemals über die Grenzen der genetisch festgelegten Reaktionsnorm erfolgen. dass sich die Organismen innerhalb eines bestimmten erblichen Spielraumes – der Reaktionsnorm – an veränderte Umweltbedingungen anpassen können. So gibt es beim Menschen: – umweltstabile Merkmale. Die Unterschiede (körperliche und geistige Merkmale) nehmen mit fortschreitendem Alter zu.

c) Diffusion. Was versteht man unter der Homöostase des inneren Milieus? 10. Erläutern Sie die Hauptfunktionen der Kohlenhydrate. wenn rote Blutzellen a) in eine hypotone. Was versteht man unter dem pH-Wert? – Nennen Sie den Normbereich des Blutes. 8.2 Grundlagen. j) Trägertransport. b) Konzentrationsgefälle. Erklären Sie die Begriffe Glykolyse und Glukoneogenese. k) Konvektion! 15. 12. Welche Eigenschaften und Aufgaben hat sie? 7. Worin liegt die besondere Bedeutung der biologischen Wasserstoffoxidation? 57 . f) kolloidosmotischer Druck. Skizzieren Sie aus dem Gedächtnis eine menschliche Zelle und ordnen Sie den einzelnen Bestandteilen die entsprechenden Funktionen zu. 21. 3.und Funktionsstoffe Fragen zur Wiederholung l. 9. Unterscheiden Sie Enzyme und Coenzyme. Nennen Sie die intra. 14. g) aktiver Transport. Erstellen Sie eine Übersicht über Menge und Verteilung der Körperflüssigkeiten. 16. Fette und Eiweiße im menschlichen Organismus. Erläutern Sie die Notwendigkeit des Stofftransportes im menschlichen Körper. 5. Bau. 6. warum schon geringfügige Abweichungen vom normalen pH-Wert lebensbedrohlich sind. Erklären Sie folgende Begriffe: a) Zelle. 19. 22.und extrazellulären Elektrolytkonzentrationen. 13. Erklären Sie folgende Begriffe: a) passiver Transport. b) Gewebe. h) Phagozytose. Überlegen Sie. Beschreiben Sie den Ablauf einer Enzymreaktion. l l. 2. was passiert.und Energiewechsel und die wichtigsten Teilprozesse. und geben Sie wesentliche Funktionen der jeweiligen Elektrolyte an. Welche Bedeutung haben Enzyme im Stoffwechsel? 20. Beschreiben Sie den Aufbau der Zellmembran. Nennen und erläutern Sie die drei grundlegenden Schritte der Energiefreisetzung. d) Osmose. i) Pinozytose. Begründen Sie. d) Organsystem. Erläutern Sie den Begriff Stoff. 4. c) Organ. 17. Beschreiben Sie die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Wassers und seine Bedeutung für den menschlichen Organismus. Wie erfolgt die Regulation des Säure-Basen-Haushalts? Erläutern Sie exakt die Pufferung. Nennen Sie Vorkommen und Funktion der Kompartimente. b) in eine hypertone Lösung gebracht werden. Was ist ATP und welche Bedeutung hat es? 18. e) osmotischer Druck.

Welche Bedeutung haben sie? 34. f) homozygot. h) dominant-rezessiver Erbgang. Bau. i) intermediärer Erbgang. c) Allel. Unterscheiden Sie Mutationen und Modifikationen.58 2 Grundlagen. f) Reduplikation. b) Chromatin. 32. b) Gen. Erläutern Sie Ziel und Ablauf der Meiose. e) Nukleotid. 29. Was verstehen Sie unter a) autosomal-rezessiven Erbleiden? b) autosomal-dominanten Erbleiden? 35. Kann der Vater Blutgruppe A haben? Begründen Sie Ihre Antwort. Beschreiben Sie die Mitose und ihre Bedeutung. d) DNA. 28. Beschreiben Sie die Eiweißsynthese. Polynukleotid. 26. Erklären Sie folgende Begriffe: a) Chromosom. 31. Was verstehen Sie unter X-chromosomal-rezessiver Vererbung? . 33. Was versteht man unter der relativen Konstanz einer Art? 30. Was versteht man unter dem Triplett-Code? 25. m-RNA. 24. c) Chromatide. Mutter und Kind haben Blutgruppe 0. e) Phänotyp. d) Genotyp. t-RNA. Erläutern Sie die drei Mendel’schen Gesetze anhand konkreter Beispiele. Erklären Sie folgende Begriffe: a) Erbinformation.und Funktionsstoffe Fragen zur Wiederholung 23. 27. Vergleichen Sie Mitose und Meiose. g) heterozygot.

interstitielle Flüssigkeit sowie – amorphe Grundsubstanz: Hierbei handelt es sich um ein Gel unterschiedlicher Konsistenz. Abb. Calciumsalze) und • wechselnder Menge Wasser (wenig). 3. Elastische Fasern Dieser Fasertyp verhält sich wie ein Gummiband.und Lymphflüssigkeit. retikuläres Bindegewebe 2. welche in die Zwischenzellräume eingelagert werden und vor allem für die Binde. Außerdem kommen sie im retikulären Bindegewebe vor. geformte Interzellularsubstanzen (= Fasern) Die Fasern ermöglichen als wichtiger Bestandteil des Körpers den Zusammenhalt und die Festigkeit der Organe. Lunge und Gallenblasenwand). B. Retikuläre Fasern Sie bilden Fasernetze um Zellen und um Blutgefäße.59 3 Gewebe Gewebe sind Verbände von Zellen mit annähernd gleichem Bau und gleicher Funktion einschließlich der von ihnen abgegebenen Interzellularsubstanz. Aus diesen Fasern entsteht beim Kochen eine leimartige Masse. Kollagen heißt „leimgebend“. 3. straffes Bindegewebe elastisches Knorpelgewebe Kollagenfasern (Sehne) Retikulozyten 1) Knorpelzellen elastische Fasern retikuläre Fasern weiße Blutzellen 1) netzförmig angeordnete Zellen in den lymphatischen Organen Geformte Interzellularsubstanz (= Fasern).und Stützgewebe von besonderer Bedeutung sind. b. B. • anorganischen Verbindungen (z. Bei den geformten Interzellularsubstanzen sprechen wir von drei Faserarten: 1. • Polysacchariden. das sich hauptsächlich zusammensetzt aus: • Proteinen. Gelenkkapseln und Sehnen. Wände der großen Arterien. Wir finden ihn vor allem in häufig beanspruchten Organen (z. Zu den Interzellularsubstanzen gehören a. Elastische Fasern bilden ebenfalls Fasernetze. Interzellularsubstanzen Die Interzellularsubstanzen (Zwischenzellsubstanzen) sind Stoffe.1 . Kollagenfasern Die Kollagenfasern sind die zugfesten Bauelemente in den Bändern. ungeformte Interzellularsubstanzen – Flüssigkeiten: Blut.

86). Nervengewebe. Pankreasund Nierenparenchym. 3. Epithelgewebe Deckepithel einschichtig Drüsenepithel mehrschichtig Plattenepithel kubisches Epithel Zylinderepithel mehrreihiges Flimmerepithel Übergangsepithel (Urothel) unverhorntes Plattenepithel verhorntes Plattenepithel Zylinderepithel mehrreihiges Flimmerepithel Flimmerhärchen Darmepithel Zellen (Cilien) Zellkerne Basalmembran Abb. – Abgabe und Aufnahme von Stoffen sowie – Reizaufnahme. S.: – mechanischen Schutz. Jedes Organ ist aus mehreren Gewebearten zusammengesetzt (vgl. Jeder Typ hat mehrere Untergruppen. die für die spezielle Organleistung der kompakten inneren Organe verantwortlich sind. 4. Gliederung der Epithelgewebe. B. Mikrovilli . Muskelgewebe. 3. 2. • Sinnesepithel (✑ Sinnesorgane. z. 3.2 Sinnesepithel Funktionell bedingte Ausstülpungen der Zellmembran. werden als Parenchymzellen bezeichnet. S.1 3.1 Epithelgewebe (= Epithel) Das zellreiche Epithelgewebe ist praktisch in allen Körperorganen anzutreffen.3 60 Gewebe Der menschliche Organismus besteht aus vier Haupttypen von Geweben: 1. Leber-. – Einschränkung der Verdunstung. 311). Tab. Nach ihrer Funktion werden die Epithelien in drei Gruppen eingeteilt: • Deckepithel. B. Diese Zellen bilden also das eigentliche Organgewebe (Parenchym). Binde. die anschließend beschrieben werden. Den Aufgaben entsprechend zeigen Epithelzellen ganz unterschiedliche Formen. Diejenigen Zellen. S.und Stützgewebe. Epithelgewebe. Es erfüllt sehr unterschiedliche Aufgaben. • Drüsenepithel (✑ Drüsen. Epithelgewebe sind fast ohne Interzellularsubstanz. wie z. 22).

ungedehnt) Tastkörperchen Hörsinneszellen Lichtsinneszellen Sinnesepithelien Formen der Epithelgewebe: Deck. Abb.3 . unverhornt) Plattenepithel (einschichtig) Hornschicht kubisches Epithel (einschichtig) Becherzellen Plattenepithel (mehrschichtig.1 Epithelgewebe 61 Plattenepithel (mehrschichtig. verhornt) Zylinderepithel (einschichtig) Flimmerepithel (mehrreihig) Übergangsepithel (mehrreihig.3. gedehnt) Übergangsepithel (mehrreihig.und Sinnesepithelien. 3.

Zum Binde.) Einschichtiges einreihiges Zylinderepithel • als Auskleidung des Magens und Darmes. Bedingt durch unterschiedliche Druck. 3.und Stützgewebe gibt dem Körper Festigkeit und Halt und verbindet seine Teile untereinander. 2.2 Binde.und Dehnungszustände ist die Anzahl der Zellreihen verschieden. 3.3 62 Gewebe Deckepithel (= Schutzepithel) Das Deckepithel bedeckt als flächiger.) Mehrschichtiges Zylinderepithel als Auskleidung der männlichen Harnröhre. . 2. – hochprismatisches Epithel (Zylinderepithel) mit hohen Zellen. wird von Mehrreihigkeit gesprochen.) Einschichtiges einreihiges kubisches Epithel • als Auskleidung der kleinen Bronchien.) Einschichtiges mehrreihiges Flimmerepithel • als Auskleidung der Atemwege. Die freie Oberfläche der Zellen kann verschiedene Strukturen tragen. Binde. Da die Zellkerne in verschiedenen Ebenen liegen.) Einschichtiges mehrreihiges Übergangsepithel (Urothel) • kleidet überwiegend die harnableitenden Wege aus. Harnwege) aus. 5. Nicht alle Zellen erreichen durch unterschiedliche Größe die Oberfläche. tubulär alveolär b) Nach der Zahl der Zellenlagen – Einschichtige Epithelien (die ein. Entsprechend den Funktionen weisen die Deckepithelien verschiedene Merkmale auf. – Flimmerepithel: Bewegliche Plasmastrukturen in der Schleimhaut der Atemwege sowie Eileiter dienen dem Transport von Staub bzw. – Mehrschichtige Epithelien 1.4 Formen der Drüsenepithelien.) Mehrschichtiges Plattenepithel: • unverhornt als Auskleidung von Mundhöhle. • als Epithel der serösen Häute (hier heißt es Mesothel). in sich geschlossener Zellverband die Körperoberfläche und kleidet die Hohlorgane (z.und Stützgewebe gehören: • Bindegewebe. dafür reichlich Interzellularsubstanz. Beispiel: Bürstensaum. tubuloalveolär Abb. 3. feinste Fäserchen (= Mikrovilli) der Dünndarmepithelzellen.oder mehrreihig sein können) 1. • Knorpelgewebe. Speiseröhre.und Stützgewebe besitzen im Unterschied zum Epithelgewebe relativ wenig Zellen.und Stützgewebe Das Binde. • verhornt als Bedeckung der Körperoberfläche (= Epidermis). Eizelle. aber alle Zellen sind mit der Basalmembran verbunden. Es ruht mit einer Grenzmembran (= Basalmembran) auf dem darunter liegenden Bindegewebe. • Knochengewebe. – isoprismatisches (kubisches) Epithel mit annähernd würfelförmigen Zellen. B. 4.) Einschichtiges einreihiges Plattenepithel • als Auskleidung der Blutgefäße und Lungenbläschen (hier heißt es Endothel). Verdauungstrakt. Man unterscheidet: a) Nach der Zellform – Plattenepithel mit abgeflachten Zellen. die an der Zelloberfläche entspringen und der Oberflächenvergrößerung und damit der besseren Stoffaufnahme dienen. Scheide und Bedeckung der Lippen.

Retikulum. Bänder und Gelenkkapseln auf • weißes: Fetttropfen im Zytoplasma als Bau.und Stützgewebe Bindegewebsformen 63 Tab. zur zitterfreien Wärmebildung . Plasmazellen. 3. Sehnen.und freie Zellen sind zur Phagozytose und Speicherung befähigt Fettgewebe zahlreiche Fettzellen keine Grundsubstanz mit wenig Fasern Baufett: bildet druckelastische Polster (z. Augenhöhle. außerdem stellt es eine Energiereserve dar und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Wasserhaushaltes Lockeres Bindegewebe Fibrozyten viele. Niere) Speicherfett: wirkt v.und Speicherfett im Körper verteilt • braunes: Fettzellen des Neugeborenen mit kleinen Fetttröpfchen und Mitochondrien.und Stützgewebe Retikuläres Bindegewebe.2 Bindegewebe fixe Zellen freie Zellen Interzellularsubstanz Vorkommen und Aufgaben Embryonales Bindegewebe.3. Milz. a.2 Binde. speichert Flüssigkeit. Ausgangsmaterial für alle anderen Binde.und elastischen Fasern füllt Lücken zwischen den Organen und verbindet sie beweglich. Retikulumnetzförmiges Bindegewebe zellen sehr viele flüssig (= Gewebsflüssigkeit) Verfestigung durch Retikulinfasern bildet das Grundgerüst von Knochenmark. liegt zwischen den Parenchymzellen der Organe. Histiozyten Gewebsflüssigkeit mit eingelagerten retikulären Kollagen. als Bestandteil des Unterhautfettgewebes als Wärmeisolator. Lymphknoten und Lymphfollikeln. B. Wange) und hält Organe in ihrer Lage (z. z. B. Mesenchym sternförmige Zellen zu einem räumlichen Gitterwerk angeordnet selten flüssig bildet Füllgewebe des Embryos. erfüllt Abwehraufgaben Straffes Bindegewebe wenig Fibrozyten selten sehr viel in dichten Geflechten oder parallel angeordnete Kollagenfasern. Gesäß. die von elastischen Fasern begleitet werden baut Lederhaut. B.

Abb. hyaline Knorpel zeichnet sich durch hohe Druckfestigkeit. Die Wand der Knorpelhöhlen heißt Knorpelkapsel. Eigenschaften • hohe Druckelastizität. Knorpelgewebe. Es bildet auch beim Menschen zunächst das Knorpelskelett. 3. Es ist die am häufigsten vorkommende Knorpelart. Knorpel Das Knorpelgewebe geht aus dem Mesenchym hervor.5 . Vorkommen: Skelettanlage. die von einer gallertartigen Grundsubstanz mit eingekitteten Kollagenfasern umgeben werden. Hyaliner Knorpel Die Interzellularsubstanz wird etwa zur Hälfte von amorpher Grundsubstanz und kollagenen Fibrillen (kleinste Fäserchen) gebildet. Das formgebende Prinzip ist die geformte und ungeformte Interzellularsubstanz. Beim Menschen tritt der Knorpel in 3 Formen auf: 1.und Stellknorpel des Kehlkopfes.2). – erfüllt Stoffwechselfunktionen und – speichert Fett. Dazu gehören das embryonale. Knorpelspangen der Luftröhre. Schild-. • geringe Zugfestigkeit.und Knochengewebe sind die Stützgewebe im engeren Sinn.64 3 Gewebe Bindegewebe Das Bindegewebe bezeichnet eine Gruppe recht unterschiedlicher Gewebsformen. Knorpelgewebe und Knochengewebe Knorpel. Der Grundsubstanz Knorpelzelle Knorpelkapsel Elastischer Knorpel Knorpelzelle Grundsubstanz elastische Fasern Faserknorpel Knorpelzelle Grundsubstanz kollagene Fasern Knorpelarten. Gelenkknorpel (ohne Perichondrium). Hyaliner Knorpel Merke Das Bindegewebe zeigt in seiner Ausbildung eine große Mannigfaltigkeit und übt im Organismus vielfältige Funktionen aus. aber nur geringe Zugfestigkeit aus. 3. Sie geben dem Körper durch ihre besondere Festigkeit seine Form. teilweise zur Wanderung befähigte Zellen vor. freie. es – umhüllt und verbindet die Organe. Nasenscheidewand. Das Bindegewebe erfüllt diverse Aufgaben. welches sich durch den Prozess der Knochenbildung in das Knochenskelett umwandelt. von der aus die Versorgung des Knorpels erfolgt. – bildet das Grundgerüst der Organe. Letztere wird als Grundsubstanz bezeichnet. Ring. Rippenknorpel. Mit Ausnahme der Gelenkknorpel werden alle übrigen von einer Knorpelhaut (Perichondrium) überzogen. Neben den fixen Zellen (= jeweilige Bindegewebszellart) kommen oft sog. retikuläre. Die Knorpelzellen liegen in Einoder Mehrzahl in den Knorpelhöhlen (= Aussparungen der Interzellularsubstanz). die Abwehrfunktionen ausüben (✑ Tab. Der Knorpel besteht aus den Knorpelzellen (Chondrozyten). lockere und straffe Bindegewebe sowie auch das Fettgewebe.

P Der Gelenkknorpel hat keine eigene Blut❑ versorgung. 3. wodurch dem Knochengewebe Druckfestigkeit und Elastizität verliehen werden. Der Rest ist Wasser. 3. 66). Vorkommen: Zwischenwirbelscheiben. Untereinander sind sie durch Plasmaausläufer innerhalb feiner Knochenkanälchen verbunden. Elastischer Knorpel Der elastische Knorpel ist dem hyalinen sehr ähnlich.und Scherbelastbarkeit bei relativ geringer Masse aus. Knochen Das Knochengewebe zeichnet sich durch seine besondere Druck. Im Zuge des Wachstums wandelt sich diese in Anpassung an die Belastung in eine lamellen. Die Struktur des Knochengewebes ist bei seiner Entstehung zunächst unregelmäßig und bildet die ursprünglichen Geflechtknochen (✑ Abb. Die Kollagenfasern überwiegen gegenüber der amorphen Grundsubstanz deutlich. Faserknorpel Der Faserknorpel hat große Ähnlichkeit mit dem straffen Bindegewebe. Die Knochenzellen liegen in Knochenhöhlen. 85 %) • kollagene Fibrillen Festigkeit Elastizität • knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) Elastizität Der anorganische Bestandteil beträgt 50 % und der organische 25 %.6.7. S. Vorkommen: Ohrmuschel. Diese ohnehin nicht optimale Versorgung reagiert zudem sehr empfindlich auf unterschiedlichste Störfaktoren. dafür weniger druckfest als der hyaline. 3. Diese Eigenschaften sind auf die Zusammensetzung und Anordnung der reichlich vorhandenen Interzellularsubstanz zurückzuführen. Die Anordnung des „Baumaterials“ ist den Belastungen angepasst. Die stoffliche Versorgung erfolgt durch Diffusion über die Gelenkinnenhaut und den unter dem Knorpel liegenden Knochen. P Mit zunehmendem Alter nimmt die Knochen❑ elastizität ab. Da die Zellen des erwachsenen Knorpels außerdem ihre Teilungsfähigkeit verloren haben.oder schalenförmig geordnete Knochenstruktur um und bildet die endgültigen Lamellenknochen (✑ Abb.und Stützgewebe 2. 66).3 Bestandteile des Knochengewebes Knochenzellen • knochenbildende Zellen (Osteoblasten) • Knochenzellen (Osteozyten) Interzellularsubstanz ungeformte (amorphe) Grundsubstanz anorganische Substanzen Fasern • Calciumphosphat (ca. Knochengewebe. Das Knochengewebe wird spröder (= Ursache für häufigere Knochenbrüche). Kehldeckel. 65 Knochengewebe. ist die Arthrose irreversibel. Er ist zugfester. Merke Die Interzellularsubstanz enthält große Mengen Calciumphosphat und reichlich kollagene Fasern. S. 3.2 Binde.3. Ohrtrompete. . Er zeichnet sich deshalb durch eine hohe Zugfestigkeit aus. Tab. die als Arthrose (= degeneratives Gelenkleiden) der entsprechenden Gelenke in Erscheinung treten. Minisci. Disci. Außer von kollagenen Fibrillen ist er von elastischen Fasern durchsetzt. Die Folge sind Abnutzungen des Knorpels.

und die Knorpelhaut wird zur Knochenhaut. 1. Knochenbildung (Ossifikation) Die Bildung der einzelnen Knochen beginnt in der Fetalzeit (ab 3.7 Lamellenknochen. Blutgefäßen. . Die Verknöcherung der „Knorpelknochen“ erfolgt sowohl von der Knorpelhaut. Diese wird allmählich nicht nur dicker. 3. sondern wächst auch in Richtung der beiden Epiphysen (✑ Abb. Gleichzeitig bildet sich innerhalb der Knochenmanschette die Markhöhle.. Bei den langen Röhrenknochen entsteht zunächst im mittleren Bereich der Diaphyse außen um den Knorpel eine Knochenmanschette.8). also von außen (perichondrale Ossifikation) als auch von innen (enchondrale Ossifikation).3 66 Gewebe Knochenzellen (Osteozyten) Interzellularsubstanz Kollagenfasern Abb. Chondrale Ossifikation Bis auf wenige Ausnahmen werden die Knochen zunächst aus Knorpelgewebe (geht aus dem Mesenchym hervor) vorgebildet („Knorpelknochen“). d. Bereits vor der Geburt beginnt der Abbau des Knorpels und sein Ersatz durch ungeordnetes Knochengewebe. Die Epiphysen verknöchern enchondral. 3. Monat der Schwangerschaft) und erfolgt auf zwei verschiedenen Wegen. sodass zuerst Geflechtknochen entstehen. im Havers-System (Osteon) Knochenbälkchen (Substantia spongiosa) Blutgefäße Havers’scher Kanal mit Bindegewebe. Nerven und freien Zellen Knochenhaut (Periost) äußere Lamellen Volkmann-Kanal mit Blutgefäßen Abb. 3. h.6 Geflechtknochen.

Fersenbein) vorhanden oder sie bilden sich zu einem späteren Zeitpunkt in einer ganz bestimmten Reihenfolge. In den übrigen Knochen sind entweder Knochenkerne (z. welche die Knochenzellen (Osteozyten) enthalten. Hüftbeine und Diaphysen der Röhrenknochen verknöchert. Wirbelkörper. Am Ende ist das Knorpelgewebe bis auf den Gelenkknorpel und die Epiphysenfugen vollständig in Knochengewebe umgebaut. 3. Mesenchym Knorpel Lamellenknochen Abb. der durch allmählichen Abbau des Knorpelgewebes größer wird. B. Schlüsselbein.8 Geflechtknochen 2. Desmale Ossifikation Unter desmaler Ossifikation versteht man die Bildung von Knochengewebe direkt aus dem Mesenchym. Beispiele: Schädeldach. Die Ossifikation der einzelnen Knochen geschieht zeitlich verschoben. Mesenchym Knochen Aufbau des Lamellenknochens (✑ Abb. . Knochenkern. 3.7) Diese Knochenart ist durch ein lamelläres Ordnungsprinzip der Interzellularsubstanz charakterisiert. Epiphysen der Röhrenknochen. So sind zum Zeitpunkt der Geburt lediglich Rippen.2 Binde. Merke Mit dem Längenwachstum der Knochen (✑ S.und Stützgewebe endochondraler Knochenkern 67 Gelenkknorpel Epiphyse Hyaliner Knorpel Markhöhle Diaphyse Knochenmanschette einwachsende Gefäße Epiphyse Metaphyse oder Epiphysenfuge Knochenbildung. 90) bildet sich der Geflechtknochen in den Lamellenknochen um. Die 5 – 10 µm dicken plattenförmigen Knochenlamellen werden aus parallel zueinander verlaufenden kollagenen Fibrillen und Kittsubstanz gebildet.3. Zwischen den Lamellen liegen die pflaumenkernförmigen Knochenzellhöhlen. Inneren entsteht ein sog. Schädelknochen.

89) kommend in das Zentrum der Osteone gelangen. die Osteone. bestehend aus den kontraktilen Eiweißen Aktin und Myosin. glattes Muskelgewebe. Muskelfasermembran Myofibrillen . welche um den glattes Muskelgewebe Bruchspalt eine „Knochenmanschette“ legen (= knöcherner Kallus). 3. 3. Nach morphologischen und funktionellen Gesichtspunkten gliedert man das Muskelgewebe in drei Muskelgewebearten: 1. wodurch die Bewegung der Körperteile ermöglicht wird. verlaufen die Lamellen um eine Aussparung.9 Zellkerne Muskelgewebearten. 3. quer gestreiftes Muskelgewebe Herzmuskelgewebe (Teil einer Muskelfaser) balkenförmige Herzmuskelzelle mit zentral liegendem Zellkern lockeres Bindegewebe Glanzstreifen lang gestreckte.3 68 Gewebe Die Knochenzellhöhlen sind durch enge Knochenkanälchen untereinander verbunden. Osteone (= Havers-System) Durch die konzentrische Anordnung der Knochenlamellen entstehen dünne mehrere Zentimeter lange Zylinder. verknöchert das Bindegewebe im Spalt. – Jetzt. 2. Zwischen den Myofibrillen befindet sich ein Netz feinster Kanälchen (= Tubuli). in denen die Arterien. die als Haver’scher-Kanal bezeichnet wird. Verantwortlich für die Kontraktilität sind die Myofibrillen. 3.7 zu erkennen.3 Muskelgewebe Das Muskelgewebe besitzt im besonderen Maße die Fähigkeit zur Kontraktion. Senkrecht zu den Haver’schen Kanälen verlaufen die Volkmann-Kanäle. nach Fixierung der Bruchstücke. quer gestreiftes Muskelgewebe. – Zum Schluss des Heilungsprozesses wird die Knochenmanschette abgebaut. Venen und Nerven von der Knochenhaut (✑ S. Herzmuskelgewebe. Das sind feinste Fäserchen. in denen sich die Ausläufer der Osteozyten befinden. Wie in Abb. spindelförmige Muskelzellen Abb. P Bei der Frakturheilung legt der Organismus ❑ um den Bruchspalt einen stützenden Verband in folgender Art und Weise an: – Zunächst wächst vor allem vom Periost gefäßreiches Bindegewebe in und um den Bruchspalt (= bindegewebiger Kallus). – Im Bindegewebe entstehen knochenbildende Zellen (= Osteoblasten). Er enthält die versorgenden Blutgefäße und Nerven.

Sie werden aus einer Kette hintereinander geschalteter Herzmuskelzellen gebildet und von einer gemeinsamen Membran umgeben. Vorkommen: • Gesamte Skelettmuskulatur (= 45 % der Körpermasse) sowie in der Zungen. • kontrahiert schnell. Untereinander sind die Fasern durch Plasmaausläufer miteinander verbunden. Glattes Muskelgewebe zeigt keine Querstreifung.und Funktionselemente des Herzmuskelgewebes sind die quer gestreiften „Herzmuskelfasern“. Herzmuskelgewebe Bau. Dehnungszustand über längere Zeit aufrechterhalten. Sie lassen unter dem Mikroskop helle und dunkle Streifen erkennen. • Harnleiter. 69 . 71) bildet es das zentrale und periphere Nervensystem. • Gebärmutter. des Rumpfes. Glanzstreifen (= typisches Kennzeichen) als Verzahnungsstellen sichtbar. ermüdet also kaum.4 Nervengewebe 3. Harnblase. Steuerung durch das vegetative Nervensystem. So kann im schwangeren Uterus die Zellgröße auf das Achtfache gesteigert werden. • Blutgefäße. Vorkommen: • Verdauungstrakt. Quer gestreiftes Muskelgewebe Bauelement des quer gestreiften Muskelgewebes ist die quer gestreifte vielkernige Muskelfaser. P Besonders hohe Anforderungen führen zur ❑ Hypertrophie (= übermäßige Vergrößerung der Zellen). 3.und Rachenmuskulatur. • kann einen bestimmten Spannungs. 3. benötigt deshalb viel Energie und • ermüdet schnell. Um die Myofibrillen bildet das endoplasmatische Retikulum (hier sarkoplasmatisches Retikulum) ein netzförmiges Röhrensystem.bzw. • entfaltet nur geringe Kraft und benötigt deshalb nur wenig Energie.3. das bei der Erregung eine wichtige Rolle spielt. • die Arbeitsmuskelzellen (fibrillenreich) sind für die Kontraktion verantwortlich. auch für die Stimmbildung im Rachen wird die willkürliche Muskulatur eingesetzt. Aufgaben: • Bewegungen der Hohlorgane sichern. Glattes Muskelgewebe Bauelement des glatten Muskelgewebes ist die spindelförmige glatte Muskelzelle mit zentral gelegenem ovalen Kern. die eine Länge von wenigen Millimetern bis zu 10 Zentimetern erreicht.1 Bau Das Nervengewebe ist das am höchsten entwickelte Gewebe. • entfaltet viel Kraft. 2. Atembewegungen. Zusammen mit der Neuroglia oder Glia (✑ S. Vorkommen: • Herzmuskel. Es dient dem Informationsaustausch. glykogenreich) garantieren die Erregung des Herzmuskels. der Augäpfel. • kontrahiert langsam. die meist in gleicher Höhe liegen – daher die Querstreifung. In ihrer Gesamtheit bilden diese Faserbündel den Muskel. • Atmungstrakt. Eigenschaften: • ist nicht dem Willen unterworfen (= unwillkürlich). Die Zellgrenzen innerhalb einer Faser werden durch die sog. Hauptbestandteil des Nervengewebes sind die Nervenzellen (= Neurone). Eigenschaften: • ist dem Willen unterworfen (= willkürliche Muskulatur). Muskelfaserbündel Mehrere Muskelfasern werden zu Primärbündeln und diese wiederum zu Sekundärbündeln zusammengeschlossen. d. Die reichlich vorhandenen Myofibrillen durchziehen die Faser als parallele Eiweißfäden in Längsrichtung. Aufgaben: • Spezifisch differenzierte Herzmuskelzellen (fibrillenarm.4 Nervengewebe 1. Aufgaben: • Bewegungen der Extremitäten.. h.4.

. Die Gliahülle wird im ZNS (zentrales Nervensystem) von Oligodendrozyten und im PNS (peripheres Nervensystem) von SchwannZellen gebildet. Neurone besitzen ein stark ausgeprägtes granuläres endoplasmatisches Retikulum. welches als Nissl-Schollen oder Tigroidsubstanz bezeichnet wird. Soma) Ursprungskegel (Axon. und den von ihm ausgehenden Fortsätzen (Dendriten. d. Man unterscheidet je nach Beschaffenheit der Gliahülle 2 Nervenfaserarten. Sie dienen dem Transport von Vesikeln und Mitochondrien in die synaptischen Endknöpfe.10 Nervenzelle (Neuron). sodass eine isolierende Fetthülle entsteht. Neurone sind funktionell bipolar. Die Enden verdicken sich keulenförmig (= Endknopf). eine Schwann-Zelle immer nur einen. Außerdem enthält das Perikaryon eine größere Anzahl von Neurofibrillen.3 70 Gewebe Merke Nissl-Schollen Dendriten Neurolemm Synapse Zellkern Axoplasma mit Neurofibrillen Nervenfaser Zellkörper (Perikaryon. dem Stoffwechselzentrum. und zahlreiche Mitochondrien und Lysosomen im Perikaryon. • Markhaltige Nervenfasern: Die Gliazellen wickeln sich lamellenartig um das Axon. Neuriten). Neurit) Ranvier’scher Schnürring Axolemm Endbäumchen (Telodendron) Abb. h. h. Die meisten Neurone des Menschen sind multipolar. Nervenfaser und Hüllen Der Neurit bildet zusammen mit einer Gliahülle die Nervenfaser. man unterscheidet einen Rezeptorpol zur Informationsaufnahme und -weiterleitung in das Perikaryon und einen Effektorpol zur Informationsabgabe über das Axon. An den Kontaktstellen von 2 benachbar- . die sich in das Axon fortsetzen. sie besitzen mehrere Dendriten (baumartig verzweigt) und einen längeren Neurit (= Axon).. d. 3. Ein Oligodendrozyt kann mehrere Neuriten umhüllen. synaptische Endknöpfchen Neurone leiten Erregungen schnell über weite Strecken weiter. Das Axon zweigt sich am Ende zum Endbäumchen (Telodendron) auf. Diese wird als Markoder Myelinscheide bezeichnet. Neuron Das Neuron setzt sich zusammen aus dem Zellkörper (Perikaryon).

Die peripheren Nerven sind überwiegend gemischte Nerven. absteigende) Nervenfasern leiten die Informationen vom ZNS zur Peripherie. 3. wodurch eine Einschnürung erfolgt.4 Nervengewebe ten Gliazellen fehlt das Myelin. • Marklose Nervenfasern: Mehrere Axone werden einfach in eine Gliazelle eingeschlossen. Zentrale Glia: – Astrozyten.2 Grundlagen der Erregungsphysiologie Das Nervengewebe sichert den Informationsaustausch. außerhalb bilden sie den Hauptanteil der peripheren Nerven (✑ Abb. • Efferente (= motorische. Informationsaufnahme durch Sinneszellen (= Rezeptoren). Glianarben. das den Nerven umhüllt und seine Verbindung zur Umgebung herstellt) Endoneurium (lockeres Bindegewebe um die Nervenfasern. Abb. 4. Dies sind verzweigte Zellen. der in fünf Schritten dargestellt werden kann: 1. die die Neurone mit den Blutgefäßen verbinden und den Stoffaustausch ermöglichen. aufsteigende) Nervenfasern leiten die Information von der Peripherie zum ZNS. – Mantelzellen. Faszikel und periphere Nerven Die Nervenfasern sind zu Nervenfaserbündeln zusammengefasst. . Sie bilden den Hauptanteil der Neuroglia.11 Merke Die wesentlichen Aufgaben der Neuroglia sind: – Stützfunktion. Sie umgeben die in den Ganglien liegenden Perikaryen.3. 3. Je nach Funktion unterscheidet man verschiedene Gliazelltypen. Periphere Glia: – Schwann-Zellen. – Beeinflussung des Nervenzellstoffwechsels. P Gliazellen füllen Defekte in der Hirnsubstanz ❑ aus. Sie umhüllen die peripheren Neuriten.und (straffes BindeLymphgewebe um die kapillaren) Nervenfaserbündel) Perineurium Peripherer Nerv (Querschnitt). zur Drüse (= Effektoren). weil sie afferente und efferente Fasern enthalten. Nervenfasern 71 Nervenfaserbündel Merke Nach der Menge des Myelins (= Mark) unterscheidet man markhaltige (myelinreiche) und marklose (myelinarme) Nervenfasern. Sie kleiden Hirnventrikel und Zentralkanal des Rückenmarks aus. – Ependymzellen. Neuroglia (Glia) Außer den Neuronen befinden sich sowohl im ZNS als auch im PNS noch die Gliazellen. Diese heißt Nervenfaserknoten oder Ranvier’scher Schnürring. Informationsleitung durch efferente Nervenfasern zum Muskel bzw. Es entstehen die sog. Epineurium (lockeres Bindegewebe.4. 3. 5. Informationsabgabe an die Umwelt durch Muskelleistung und Drüsensekrete. Informationsverarbeitung und -speicherung im Zentralnervensystem. – Isolationsfunktion. Im Gehirn und Rückenmark werden diese als Faszikel bezeichnet. 2. die in ihrer Gesamtheit als Neuroglia bezeichnet werden.11). 3. sodass nur sehr wenig isolierendes Myelin vorliegt und keine Nervenfaserknoten entstehen. Informationsleitung durch afferente Nervenfasern zum Zentralnervensystem. mit Blut. – Oligodendrozyten. Einteilung der Nervenfasern nach ihren funktionellen Eigenschaften: • Afferente (= sensible. Diese sind weniger verzweigt und bilden die Markscheiden im ZNS.

18). Letztendlich überwiegen in der intrazellulären Flüssigkeit einige wenige Anionen (negativ geladene Teilchen) und in der extrazellulären Flüssigkeit einige Kationen (positiv geladene Teilchen). Im Folgenden werden beschrieben: die Erregungsbildung. Erregungsbildung Die Bildung einer Erregung bedeutet.und extrazellulären Flüssigkeit (✑ S. • unterschiedliche Permeabilität (Durchlässigkeit) der ruhenden Membran für die einzelnen Ionenarten. Grundlage für den Informationsaustausch ist die Erregung der Nervenzellen. Reize Ein Reiz ist eine energetische Veränderung physikalischer und/oder chemischer Natur in der Umgebung einer Zelle.Pumpe) sorgt dafür. Schallwellen. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für die Erregungsbildung. dass von einer erregbaren Zelle eine Information aufgenommen und in elektrische Impulse transformiert worden ist. Temperatur. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist das Ruhepotential. Folgende Faktoren bedingen die Entstehung des Ruhepotentials: • ungleichmäßige Verteilung bestimmter Ionen in der intra. für Na+ relativ gering und K+ relativ gut durchlässig. • ein aktives Transportsystem (= Natrium-Kalium.12 intrazellulär [K+ ] 160 mmol/l [Na+ ] 10 mmol/l Na+ Ruhepotential. bezeichnet man als Ruhepotential der Zelle (Innenseite negativ.und damit auch Ladungsausgleich kommt. Ruhepotential Merke Die Spannung (= Potential). Sie ist polarisiert. Beispiele: Änderung von Lichtintensität.3 72 Gewebe K+ extrazellulär [K+ ] 4 mmol/l [Na+ ] 140 mmol/l Na+ Natrium-Kalium-Pumpe K+ Abb. Erregung (Aktionspotentialbildung) Erregung einer Zelle bedeutet die Umwandlung des Ruhepotentials in das Aktionspotential (= AP) infolge Reizung. Außenseite positiv). Dies führt dazu. die bei einer nicht gereizten Zelle zwischen Zellinnerem und der Außenseite der Membran herrscht. . die Erregungsleitung und die Erregungsübertragung. dass die Innenseite der Membran im Ruhezustand gegenüber der Außenseite negativ geladen ist. die zu einer Änderung des Membranpotentials führt. Die Membran ist für Proteinionen undurchlässig. Druck und pH-Wert. 3. Entsprechend der unterschiedlichen Durchlässigkeit der Membran diffundieren im Ruhezustand ständig relativ viele K+ von innen nach außen und wenige Na+ im umgekehrten Richtungssinn. dass es nicht zum Konzentrations.

die die Membran bis zum Schwellenwert depolarisieren. d.3. so kann man feststellen: Reize verändern die Membranpermeabilität. –60 mV depolarisiert. Voraussetzung für die Entstehung eines Aktionspotentials ist eine Mindestreizstärke. Das durch die Mindestreizstärke ausgelöste Potential als Voraussetzung für das Aktionspotential heißt Schwellenpotential.60 . 3). Reize.40 . Anschließend wird die Membran wieder repolarisiert (4).13 Je nach Reizstärke wird die Membran mehr oder weniger depolarisiert. nennt man überschwellige Reize. also die Reizschwelle der Zelle erreichen. Als Folge kommt es zu einer Veränderung der Ionenverteilung. Beachtet man die Faktoren.80 (1+5) (2) (3) (4) 3 2 Schwellenpotential 1 5 1 Ruhepotential Depolarisation Ladungsumkehr Repolarisation 2 3 Ruhepotential (ms) 4 Reiz Na+ Ruhepotential + - + + K+ - - + - + - Aktionspotential + K+ Ruhepotential Aktionspotential. Der Verlauf der Potentialänderung bei Reizung ist in der Abbildung 3. dass bei Reizung das Ruhepotential (1) sehr schnell zusammenbricht. außen negativ.13 dargestellt. bezeichnet man als unterschwellige Reize. Es ist zu erkennen. Bei diesem Wert erhöht sich aufgrund der Ladungsänderung die Permeabilität der Membran für Na+ auf das 500fache. Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Millisekunden (ms). . h. Es ist Ausdruck einer Erregung. Den Verlauf der Spannungsänderung von der Depolarisation bis zur Wiederherstellung des Ruhepotentials nennt man Aktionspotential.20 . Für kurze Zeit findet sogar eine Ladungsumkehr bis ca. die die Membran nicht bis zum Schwellenwert depolarisieren und somit kein Aktionspotential auslösen. 3. +30 mV statt (Membran innen positiv. Reize. Folge: Rascher Na+-Einstrom mit weiterer Depolarisation und anschließender Ladungsumkehr. das Ruhepotential wird wieder hergestellt (5). welche die Membran auf ca. Die Membran wird depolarisiert (2). die das Ruhepotential bedingen.. - Abb.4 Nervengewebe 73 (mV) 40 20 0 4 .

desto mehr Aktionspotentiale werden in der Zeiteinheit ausgelöst. bleibt bei weiterer Verstärkung des Reizes die Amplitude der Aktionspotentiale trotzdem unverändert. dennoch unterschiedliche Reizstärken. Dagegen wird die Membranpermeabilität für K+ verbessert. B.74 3 Gewebe Die Permeabilitätsänderung für Na+ hält nur kurzfristig an.14 (AP = Aktionspotential). dass bei unterschwelligen Reizen Ein ausgelöstes Aktionspotential hat zur Folge. m • Geringerer Energieverbrauch.. Der AP Ladungsausgleich aus der Nachbarschaft bedeutet dort die Bildung eines neuen Aktionspotentials usw. Das hat Konsequenzen für die ErregungsleitungsgeschwinAusgleichsstrom digkeit und den Energieverbrauch. deund repolarisierte Membranabschnitte viel dichter beieinander liegen. Erregungsleitung Die Erregungsleitung besteht in der Fortleitung der Aktionspotentiale entlang der Neuritenmembran bis in die Synapsen. Im Anschluss daran sorgt die Natrium-KaliumPumpe dafür. h. die Ruhespannung wird wieder erreicht. Folgen: • Erhöhung der Leitungsgeschwindigkeit (zirka 100 gegenüber m 1 bei kontinuierlicher s Leitung). . Je stärker der Reiz. 3. Folge: Verstärkter K+-Ausstrom.ten ein Ladungsunterschied entsteht. Bei AP markscheidenlosen Neuriten erfolgt die Erregungsleitung kontinuierlich. Bemerkenswert ist. Das bedeutet. z. Bei der saltatorischen ErregungsAP leitung „springt“ das Aktionspotential von Schnürring zu Schnürring. dadurch Repolarisation. bei überschwelligen aber immer dass zwischen benachbarten Membranabschniteine Erregung in vollem Umfang erfolgt. zeichnet man als „Alles-oder-Nichts-Gesetz“. Wie ist das zu erAlles-oder-Nichts-Gesetz klären? Die Tatsache. d.und extrazellulären Raum kaum verändert werden. unterschiedliche Druckeinwirkung. keine Erregung. dass wieder die alten Konzentrationsverhältnisse (wie vor der Erregung) hergestellt werden. nachdem das Schwellenpotential erreicht ist. s da Natrium-Kalium-Pumpe nur Saltatorische Erregungsleitung an den Schnürringen tätig ist. wahrzunehmen? Die Reizstärke wird durch die Frequenz der Aktionspotentiale verschlüsselt. Bei markscheidenhaltigen Neuriten erfolgt die Erregungsleitung saltatorisch (sprunghaft) von Ausgleichsstrom Schnürring zu Schnürring. be. weil polarisierte. Abb. dass trotz der großen Permeabilitätsänderungen an der erregten Stelle der Membran die Ionenkonzentrationen im intra. Wie ist es aber möglich. Dieser führt zu einem Ladungsausgleich (= Ausgleichsstrom) längs der Faser (innen und außen).

P Die Repolarisierung benötigt viel Energie. Propranolol). Sie sind Bestandteil vieler Medikamente (z. P Es gibt zahlreiche chemische Substanzen. Muskelzellen und Drüsenzellen. ob eine Information weitergeleitet (= gebahnt) oder gehemmt wird. dass eine bestimmte Mindestzahl von erregenden Synapsen gegenüber den hemmenden vorherrscht. Der Überträgerstoff diffundiert über den synaptischen Spalt in die postsynaptische Membran (= Membran der benachbarten Zelle) und verändert dort die Durchlässigkeit für positive Ionen. B.3. Die Bildung von Aktionspotentialen in einem Neuron setzt voraus. Erregungsübertragung in der Synapse Unter Erregungsübertragung (= Informationsübertragung) versteht man die Übertragung einer Erregung von einem Neuron auf andere Neurone. Sauerstoffmangel.15 Folge: Es kann ein Aktionspotential in der anderen Zelle ausgelöst werden. Synapsen wirken demnach wie Ventile. Atropin. An einem Neuron können bis über tausend Synapsen liegen. Funktion der Synapse Im präsynaptischen Endknöpfchen treffen Aktionspotentiale ein und bewirken dort die Freisetzung eines bestimmten Quantums Transmitter (= chemischer Überträgerstoff). Das Verhältnis von erregenden und hemmenden Synapsenpotentialen bestimmt also. 3. die ❑ die Wirkung der natürlichen Transmitter nachahmen (imitieren) oder hemmen. Die Erregungsübertragung erfolgt an besonderen Kontaktstellen. niedrige Temperaturen und Narkotika lähmen die Tätigkeit des Nervensystems. den Synapsen. Es gibt erregende und hemmende Transmitter und damit erregende und hemmende Synapsen. . ❑ daher ist eine gute Durchblutung des Nervensystems notwendig.4 Nervengewebe 75 Axon Neurotubuli präsynaptische Bläschen (Vesikel) mit Neurotransmitter präsynaptische Membran synaptischer Spalt chemische Übertragung elektrische Weiterleitung Mitochondrien (Neurotransmitter) postsynaptische Membran mit Membranrezeptoren elektrische Weiterleitung Funktion der Synapse. Abb.

Erklären Sie die Erregungsübertragung in der Synapse. 18. 11. Nennen Sie Bauarten. 6. Was versteht man unter der Neuroglia und welche Aufgaben erfüllt sie? 13. Beschreiben Sie die Knochenbildung. Erklären Sie die Begriffe a) Gewebe. Vorkommen. Erklären Sie folgende Begriffe: a) Dendrit.76 3 Gewebe Fragen zur Wiederholung 1. Beschreiben Sie den Bau eines Lamellenknochens. Was sind Myofibrillen? 10. 2. Erklären Sie den Vorgang der Erregungsbildung. 9. 16. b) Aktionspotential. d) Synapse. Vergleichen Sie eine Nervenzelle mit anderen Zellen hinsichtlich Bau und Funktion. Erklären Sie die Begriffe: a) Ruhepotential. 15. 8. c) Alles-oder-Nichts-Gesetz. c) Nervenfaser. b) Interzellularsubstanz. b) des Binde. Erklären Sie den Vorgang der saltatorischen Erregungsleitung. c) des Muskelgewebes. Nennen Sie Unterschiede zwischen Epithel und Bindegewebe. Erklären Sie die Begriffe: a) Reiz. 14. einschließlich über. Vorkommen und Aufgaben a) des Epithelgewebes. 12. e) Transmitter.und Stützgewebes. b) Schwellenpotential. b) Neurit. Welche Eigenschaften besitzt Knorpel? Nennen Sie die Knorpelarten. Aufgaben und Eigenschaften. Was sind erregende und hemmende Synapsen? . c) Erregung. e) Nerv. Vergleichen Sie die Muskelgewebearten nach Bau. 5. d) Axon. 4. 3.und unterschwelliger Reiz. 7. Erklären Sie die Festigkeit der Knochen aus ihrer Struktur. Wie wird die Reizstärke verschlüsselt? 17.

Blässe bei Blutarmut (Anämie). 2. die aus einem Deckepithel und einer darunter liegenden Bindegewebsschicht bestehen. z. • Vermittlung von Sinneseindrücken.1 Schichten der äußeren Haut Die äußere Haut besteht aus: • Oberhaut (Epidermis) – mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel. deren Hauptaufgabe darin besteht. • Lederhaut (Corium) – vor allem straffes Bindegewebe. Die äußere Haut ist die Körperbedeckung des Menschen. sterben täglich Millionen ab und genauso viele werden neu gebildet. Hier finden ständig mitotische Zellteilungen zur Bildung neuer Epithelzellen statt. Besprochen werden in diesem Kapitel – die äußere Haut. Rötung der Gesichtshaut bei Bluthochdruck (Hypertonie). 4 kg und eine Fläche von 1. P Zu viel Horn kann Krankheitswert bekom❑ men (z. Körnerzellschicht (Stratum granulosum) und helle Schicht (Stratum lucidum). Oberhaut (Epidermis) Die Oberhaut ist ein mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel. • Wärmeregulation. Nicht zuletzt auch deshalb. hat sie für die Diagnostik besondere Bedeutung. hat eine Masse von ca. die den Organismus gegen die Umwelt abgrenzt und im weitesten Sinne Schutzaufgaben erfüllt. Periost (Knochenhaut) der Knochen.1 Äußere Haut Äußere Haut und Schleimhaut bilden die Grenzschicht zwischen Organismus und Umwelt.und Transportaufgaben. 50 Tage beträgt. Inkrete mit vielfältigen Funktionen im Körper produzieren. welches sich in 2 Hauptschichten gliedert.77 4 Hautsystem (Häute und Drüsen) Häute sind flächenhafte Gewebsstrukturen. Die unterschiedliche Dicke ist vor allem durch die Hornschicht bedingt. • Unterhaut (Subcutis) – Verschiebeschicht aus lockerem Bindegewebe zwischen Cutis und Muskelfascien bzw. Die hochprismatischen Epithelzellen der einschichtigen Basalschicht sind als einzige Zellen der Epidermis mit der Basalmembran verbunden. die Verschiebbarkeit der inneren Organe zu gewährleisten und – Drüsen. Merke Die wichtigsten Funktionen der äußeren Haut sind: • Schutz vor physikalischen und chemischen Einwirkungen. B. Stachelzellschicht (Stratum spinosum). 4. Die Dicke der Oberhaut schwankt in Abhängigkeit von der mechanischen Beanspruchung. Sie ist beim Erwachsenen durchschnittlich 2 bis 3 mm dick. 1. Hohlhand 1 mm). sie werden also am besten versorgt. Keimschicht (Stratum germinativum). bilden Schwielen. Besonders dünn ist die Epidermis an den Augenlidern. Hornschicht (Stratum corneum). 4.1. die als Cutis bezeichnet wird. die Sekrete bzw. – die Schleimhaut als innere Auskleidung vieler Hohlorgane mit wichtigen Schutz.5 bis 2 m2. P Da die äußere Haut wie kein anderes Organ ❑ in ihrer ganzen Ausdehnung der unmittelbaren Betrachtung zugänglich ist. die sehr stark beansprucht werden. Hautstellen. – die seröse Haut. „Hühnerauge“). Je größer die Beanspruchung. Da ihre Lebensdauer nur ca. Oberhaut und Lederhaut bilden die eigentliche Haut. . Blaufärbung (Zyanose) bei O2-Mangel oder Gelbfärbung (Ikterus) bei Lebererkrankungen. B. desto dicker wird sie (Fußsohle 1 – 2 mm. bestehend aus Basalzellschicht (Stratum basale). weil sich Erkrankungen anderer Organe in ihr widerspiegeln.

aus denen wahrscheinlich der Hornstoff (Keratin) entsteht. die nur sie betreffen. Durch den Wachstumsdruck werden die älteren Basalzellen in Richtung Oberfläche befördert. . P Wegen ❑ der raschen Regenerationsfähigkeit der Epidermis heilen Wunden.1 Hautschichten.4 78 Hautsystem (Häute und Drüsen) Oberhaut (Epidermis) Cutis Hornschicht Keimschicht Lederhautpapillen Lederhaut (Corium) Fettgewebe Blutgefäße Faszie Muskel Unterhaut (Subcutis) Abb. 4. schnell vom Rand her ohne Narbenbildung ab. Während dieser „Wanderung“ werden nach und nach Zytoplasma und alle Zellorganellen abgebaut. Die fest geschlossene Hornschicht dient als „Schutzpanzer“. Da in der Hornschicht die Verbindungen zwischen den Zellen (sog. Diese Zellen durchlaufen nun der Reihe nach alle Zellschichten der Keimschicht. Die Zellen produzieren das braunschwarze Hautpigment Melanin (= wichtigster Hautfarbstoff). Diese Schicht und das darauf folgende Stratum lucidum bilden also die „verhornende Schicht“. das die mitotischen Zellteilungen in der Basalzellschicht vor der schädlichen UV-Strahlung schützt. werden die verhornten Zellen laufend abgestoßen. wobei Zellgrenzen gar nicht mehr erkennbar sind. Merke Die Epidermis besteht aus der lebenden Keimschicht (Stratum germinativum) und der toten Hornschicht (Stratum corneum). Hornschicht (Stratum corneum) Die oberflächlich geschlossene Hornschicht besteht praktisch nur noch aus abgestorbenen keratinhaltigen Epithelzellen. Im Stratum granulosum bilden die Zellen Keratohyalinkörnchen und Tonofibrillen (feine faserige zugfeste Strukturen). Desmosomen) verschwinden. In den Hautschichten der Oberhaut (bei hellhäutigen Menschen nur in der Basalschicht) befinden sich zwischen den Epithelzellen noch Pigmentzellen (Melanozyten). An der Kopfhaut bleiben sie häufig aneinander hängen und bilden Schuppen. In der Basalschicht finden lebenslang mitotische Zellteilungen zur ständigen Regeneration der Haut statt.

Dadurch wird die Kontaktfläche zur Oberhaut Leisten. 4.vergrößert. was das große Wasserbindungsver. welche dementsprechend auch gröbere und zugfeste Geflechte bilden. Eingebettet in das Gewebe ist entweder Wasserspeicherung entsteht im Gewebe eine eine Kapillarschlinge oder ein Meissner’sches Spannung. Wasserbindungsvermögen abnimmt. ❑ die wegen eines Gendefekts kein Melanin synthetisieren können. fähigkeit. sodass diese mehr Halt bekommt. Auch die Grund. aber keine Talgdrüsen. Fußsohlensehnenplatte verankert. Die Lederhaut besteht aus 2 Schichten: – der Papillarschicht (Stratum papillare) und – der darunter liegenden Netz. Die Fasern besitzen außerdem eine gute Quell.1 Äußere Haut Hautfarbe Die Hautfarbe des Menschen wird bestimmt vom Pigmentgehalt. heißen Albinos.oder Geflechtschicht (Stratum reticulare). P Die Leistenmuster sind genetisch festgelegt ❑ (Beispiel: Fingerabdruck in der Kriminalistik). Die Hautpigmentierung ist nicht an allen Stellen gleich. Beide Schichten gehen ohne scharfe Grenze ineinander über. Die Netzschicht wird aus dickelässt mit zunehmendem Alter nach. sie sind blasshäutig.bzw. der Farbe des Blutes (abhängig vom O2Gehalt) und vom Grad der Durchblutung. 63). Merke Durch die Kombination von kollagenen und elastischen Fasern enthält die äußere Haut große Zugfestigkeit und Elastizität. Durch diese Geflecht. Abb. Hornhautschuppen Hornschicht (Stratum corneum) Hornbildungsschicht (Stratum granulosum) Keimschicht (Stratum germinativum) Lederhaut (Corium.2 nen Kollagenfasern mit eingelagerten elastischen Fasernetzen.Die Papillen bestehen aus zellreichem feinfaserimögen der Lederhaut erklärt. Zellen werden durch ständige Zellteilung an die OberDominierend sind die wellenartig fläche verlagert und als Hornschuppen abgestoßen.gem Bindegewebe. Dermis) Die Lederhaut ist der bindegewebige Basalmembran Anteil der Haut und enthält demnach Basalschicht alle typischen Bestandteile des Bindegewebes (✑ S. Er Tastkörperchen. eine wichtige Voraussetzung für sicheren Griff und Stand. weil das ren Fasern gebildet. Die Leistenhaut ist nicht behaart und sehr fest an der Hohlhand. angeordneten miteinander verflochteOberhaut (Epidermis). In der Leistenhaut befinden sich 79 . Die Fasern bilden ein dichtes substanz enthält relativ viel Wasser. Letztere sollen erstere vor Überdehnung schützen.und Felderhaut In der Epidermis der Handflächen und Fußsohlen spiegelt sich die Beziehung der in Reihen oder „Leisten“ angeordneten Lederhautpapillen deutlich wider und bildet die Grundlage für das Muster der nur hier vorkommenden Leistenhaut. des Afters und der Warzenvorhöfe. P Individuen. haben eine rötliche Iris und sind durch Sonnenstrahlung sehr gefährdet. Sie enthält Schweiß-. die als Hauttugor bezeichnet wird.4. Besonders stark pigmentiert ist die Haut der Geschlechtsorgane. Die Papillarschicht ist mit der Basalmembran des Epithels durch die Bindegewebspapillen (= Lederhautpapillen) verzahnt.

z. Ruffini. Von den Kapillarschlingen wird auch die gefäßlose Oberhaut versorgt.1. Die besonderen Aufgaben der Subcutis sind • Energiedepot und Wasserspeicherung. . 4.3).3 Haut als Sinnesorgan Merkel-Zellen Oberhaut (Epidermis) freie Nervenendungen Meissner’sche Tastkörperchen Lederhaut (Corium) RuffiniKörperchen Vater-PaciniKörperchen Nervengeflecht Unterhaut (Subcutis) Muskulatur Abb.1. Frei von Fettgewebe ist die Unterhaut der Augenlider. daher der Name „Felderhaut“. welches als Fettmantel in stark unterschiedlicher Ausprägung den Körper umgibt. Insulin zur Blutzuckersenkung). so auch die Merkel-Zellen in der Basalschicht (✑ Tab.4 80 Hautsystem (Häute und Drüsen) besonders viele Hautrezeptoren. Die Felderhaut ist die behaarte Haut. dem Periost der Knochen. 4. Sie besteht vor allem aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe und befestigt die Cutis mittels von der Lederhaut kommender Faserbündel mehr oder weniger verschiebbar an der darunter liegenden Körperfaszie bzw. In der Haut befinden sich zahlreiche Sinneszellen (auch Nervenendkörperchen genannt) und freie Nervenendungen zur Aufnahme von Reizen. Über sie können die Kapillaren im Sinne der Wärmeregulation umgangen werden.3 Fascie Sinneszellen der Haut. Die übrige Haut zeigt durch feine Furchen getrennte rhombische Felder. 4. Vater-Pacini ✑ Abb. B. bei subkutanen Injektionen (Heparin zur Thromboseprophylaxe. – Gefäßgebiet an der Grenze von Subcutis und Cutis. Die Fettzellen bilden das Unterhautfettgewebe (Panniculus adiposus). äußerer Gehörgang und Penis. 4. • Wärmeisolation und • mechanischer Schutz. Die Rezeptoren sind in allen Hautschichten vertreten und sind nach ihren Entdeckern benannt (Merkel. 4.1).2 Gefäßversorgung In der Haut liegen drei arterielle und entsprechende venöse Gefäßgebiete übereinander: – tiefes Gefäßgebiet unter der Subcutis. Meissner. In der Lederhaut existieren besonders viele arteriovenöse Anastomosen. P Die Unterhaut kann viel Flüssigkeit aufneh❑ men und eignet sich daher gut zur Aufnahme von Medikamenten. Unterhaut (Subcutis) Die Subcutis gehört nur funktionell zur Haut. von dem die Kapillarschlingen der Lederhautpapillen abzweigen. – Gefäßgebiet unterhalb der Lederhautpapillen.

1 Strukturen Hornschicht: unterschiedlich dick. Nervengeflechte um die Haarwurzeln. Unterhautfettgewebe: Druckpolster. reagieren hauptsächlich im Bereich 17  – 36 C. wodurch dem Körper Wärme entzogen wird („Verdunstungskälte“). 5. sodass ein Säuremantel auf der Haut entsteht. Talgdrüsen: Talg bildet wasserabstoßende Fettschicht. Temperaturregulation. • Schmerzempfindung Freie Nervenendungen im Corium. • Berührungsempfindung Meissner’sche Tastkörperchen in den Lederhautpapillen. Strahlenschutz Melanin: schützt die Zellen vor schädlichen UV-Strahlen. Nägel: schützen die empfindlichen Finger. Infektionsschutz Schweißdrüsen: produzieren ein saures Sekret (= Schweiß). 7. durch den das Wachstum der Bakterien gehemmt wird. der Subcutis und in den unverhornten Schichten der Epidermis. Speicherfunktion Unterhautfettgewebe: besteht überwiegend aus Fettgewebe mit eingelagerten Kohlenhydraten. • Vibrationsempfindung Lamellenkörperchen (Vater-Pacini-Körperchen) in der Unterhaut. Sinnesfunktionen • Druckempfindung Merkel-Zellen in den untersten Schichten der Epidermis und Ruffini-Körperchen der Lederhaut. Wärmeschutz Die Hornschicht kann sich bei Überbeanspruchung von der Keimschicht lösen. P ❑ 2. Flüssigkeitsschutz Mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel. bei Verengung – Drosselung der Wärmeabgabe. 4. wird durch das fetthaltige Sekret der Talgdrüsen geschmeidig gehalten. Kälterezeptoren unmittelbar unter der Epidermis.1 Äußere Haut Übersicht über die Funktionen der äußeren Haut. 6.4. Eiweißen und Mineralstoffen. 3. Schweißdrüsen: Schweiß verdunstet. Funktion 1. P ❑ Größere Wasserverluste sind lebensbedrohlich. 4.und Wärmeempfindung Freie Nervenendungen. Lederhaut: garantiert Zugfestigkeit und Beweglichkeit. Unterhautfettgewebe: ist ein schlechter Wärmeleiter und wirkt daher wärmeisolierend (magere Menschen frieren leichter). Wärmerezeptoren liegen in der Lederhaut und reagieren maximal im Bereich 40  – 47 C. • Kälte. . Mechanischer Schutz 81 Tab. Fettgewebe dient auch als Energiereserve. Hautblutgefäße: bei Erweiterung – verstärkte Wärmeabgabe. es bildet sich eine Blase.und Zehenendglieder.

B. Mitesser – Komedonen). Besonders im Alter ist deshalb auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Nacken) durch verstärkte Verhornung zur Verstopfung der Talgdrüsenausführungsgänge (sog. 4. – Lippenrot.82 4 Hautsystem (Häute und Drüsen) 4. Außerdem wirkt der Schweiß aufgrund seines Säuregehaltes (pH = 4. Wird durch zu vieles Waschen mit Seife das Fett beseitigt. die Haare sowie die Nägel. Brust. 4. Altersflecken. Zusammenfassend werden diese Teile als Anhangsorgane bezeichnet. – an der Stirn. . an Unterarmen und Handrücken entstehen sog. 4. Besonders zahlreich sind sie – in der Achselhöhle. – an der Fußsohle und – am Rücken. Der Talg fettet Haut und Haare so ein. Besonders im Gesicht. – kleine Schamlippen. Ebenso nimmt die Wasserbindungsfähigkeit ab. – Peniseichel und Abb.1 Hautdrüsen Talgdrüsen (= Haarbalgdrüsen) Talgdrüsen sind einfache Drüsen. – Warzenvorhof. P Der ❑ natürliche Fettfilm schützt die Haut.5) antibakteriell.4 Altersveränderung der Haut Haar Mit zunehmendem Alter treten typische Hautveränderungen auf. – Anus. durch den sinkenden Wassergehalt lässt der Hautturgor nach. Darüber hinaus gibt es im äußeren Gehörgang Drüsen.und Sauerstoffversorgung der Gewebe führen bei älteren Menschen häufig zu Druckgeschwüren (Dekubitus). die Ohrenschmalz produzieren.4 – Augenlider.und Brustdrüsen). Von Haaren unabhängige Talgdrüsen kommen an folgenden Stellen vor: Hautdrüsen.2 Anhangsorgane der Haut Bestimmte Teile der Haut stellen Einzelorgane dar. Pore Haartrichter Talgdrüse Schweißdrüse P Länger stehen bleibende abgehobene Haut❑ falten lassen Rückschlüsse auf den reduzierten Flüssigkeitsgehalt des Körpers zu. Dabei handelt es sich um eine Hautentzündung verbunden mit lokalem Gewebsverlust. infolge eines Schlaganfalls) und schlechte Nährstoff. Es gibt sie nahezu in der gesamten Haut. können wasserlösliche Schadstoffe und Bakterien leichter in die Haut eindringen. weil hier die Tätigkeit der Melanozyten zunimmt. Schweiß-. Dazu gehören die Hautdrüsen (Talg-.und Talgdrüsen verringert sich. Bei zu starker Talgabsonderung kommt es in den talgdrüsenreichen Hautbezirken (Gesicht. – am Handteller. Rücken. Schweißdrüsen Schweißdrüsen sind Knäueldrüsen. So nimmt zum Beispiel die Elastizität der Haut infolge Verringerung der elastischen und Zunahme der kollagenen Fasern ab.1. Der Schweiß dient der Wärmeregulation und in geringem Maße der Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten. Dadurch wird die Haut trockener und neigt zu verstärkter Schuppenbildung verbunden mit Juckreiz. die den Schweiß produzieren. Die Schweißdrüsen münden mit einer Pore auf der Haut. Die Sekretion der Schweiß. dass sie geschmeidig und wasserabweisend werden. Duft. Immobilität (z.2. Ihr Ausführungsgang endet vorrangig am Haartrichter. welche den Hauttalg produzieren. Die Oberhaut wird dünner und die Rezeptoren nehmen ab.

4. Ohrenschmalzdrüsen. Beim Mann bleibt die Brustdrüse normalerweise in der kindlichen Form bestehen. Der Drüsenkörper liegt in der Unterhaut normalerweise gut verschiebbar auf der Faszie des großen Brustmuskels. Die Brustwarze wird vom deutlich stärker pigmentierten Warzenvorhof umgeben. Die Brustdrüse (= Mamma) entwickelt sich in der Pubertät beim Mädchen. Die Duftdrüsen münden in den Haartrichter.und Terminalhaare. Brustdrüsen (= Milchdrüsen) Die 2 Brustdrüsen sind die größten Hautdrüsen. wodurch ein unangenehmer Geruch entsteht.2.5 Brustdrüse (Mamma). Sie ist kein Geschlechtsorgan. 83 . P Durch Quellung kann das Ohrenschmalz zu ❑ einem Ohrschmalzpfropf werden und den Gehörgang völlig verlegen. der Reibungsminderung (z. Papilla mammaria) Milchsäckchen Einzeldrüse Fettgewebe Abb. B. die als einziges Drüsensekret nicht dem eigenen Körper. sollte eine regelmäßige Selbstuntersuchung vorgenommen werden. Der Busen ist im anatomischen Sprachgebrauch die Vertiefung zwischen den beiden Brüsten.2 Haare (Pili) Das Haarkleid des Menschen ist im Vergleich zu dem anderer Säugetiere stark reduziert. sondern der Ernährung des Säuglings dient. sodass die Duftdrüsen leicht von Bakterien infiziert werden können („Drüsenabszess“). großer Brustmuskel (M. P Durch Gabe weiblicher Geschlechtshormone ❑ zur Behandlung des Prostatakrebses kann sich auch beim Mann die Brustdrüse entwickeln. Lymphabflusswege Es gibt zwei Hauptabflussrichtungen: – außerhalb des Brustkorbes zum Achselbereich und – in das Brustkorbinnere. Genitalund Afterbereich. Das Sekret der Duft. die mit selbständigen Ausführgängen (= Milchgänge) an der Brustwarze münden. P Die Berührung der Brustwarze löst den Auf❑ richterreflex aus. Sie werden in erster Linie durch eingelagertes Bindegewebe (größtenteils Fettgewebe) bestimmt. Muskelkontraktionen führen zu ihrer Verlängerung. Er besteht aus 12 bis 15 Einzeldrüsen. Da bei Früherkennung gute Heilungschancen bestehen. 4. Außerdem zerstört es den Säureschutzmantel.2 Anhangsorgane der Haut Duftdrüsen Dieser Drüsentyp kommt beim Menschen nur in speziellen Hautarealen vor: Achselhaut.und Schweißdrüsen kann durch Bakterien leicht zersetzt werden. Der Brustkrebs ist der häufigste Krebs der Frau. Brustwarzen und Warzenvorhof. wodurch das Saugen erleichtert wird.und Schweißdrüsen sog. Sie kommen fast am gesamten Körper des Neugeborenen und auf großen Hautgebieten des Erwachsenen vor. Sie produzieren die Muttermilch. Haare dienen dem Wärmeschutz. kurze und nicht pigmentierte Haare. 4. sondern ein sekundäres weibliches Geschlechtsmerkmal. Wollhaare (= Lanugohaare) Wollhaare sind zarte. Äußere Form und Größe der Brustdrüsen sind sehr variabel. Man unterscheidet beim Menschen zwei Haararten: Woll. Ohrenschmalzdrüsen In der Haut des äußeren Gehörganges befinden sich neben Talg. Letztere produzieren ein hellgelbes Sekret. Ihr Sekret aber reagiert alkalisch und enthält individuelle Duftstoffe. pectoralis major) Milchgänge Brustwarzenvorhof (Areola mammae) Brustwarze (Mamilla. Achselhöhle) und der Berührungsempfindung. das gemeinsam mit dem Talg und Schweiß sowie abgeschilferten Epithelzellen und Staub das Ohrenschmalz (Cerumen) bildet.

Augenwimpern und Haare des äußeren Gehörganges gehören dazu. P Aus geraden Follikeln wachsen glatte und aus ❑ gekrümmten gekräuselte Haare. Sie bestehen aus 2 Hauptteilen. Terminalhaare Das sind die längeren. das Weißwerden auf dem Erlöschen der Pigmentbildung. der das Aufrichten des Haares bewirkt und dabei die so genannte Gänsehaut verursacht. Seine Teile bestehen aus verhornten Epithelzellen. die der Wimpern dagegen nur 3 – 6 Monate. . In ihr befinden sich die Blutgefäße für die Versorgung der Wachstumszone. arrector pili) an. kräftigeren und pigmentierten Haare wie Kopf-.6 Haar. In die Wurzelscheide mündet unterhalb des Haartrichters der Ausführgang einer Talgdrüse. Die bindegewebige Hülle um die Haarzwiebel nennt man Haarfollikel oder Haarbalg. Letztere entspricht der Lederhaut und bildet den Haarbalg. Haarschaft Der Haarschaft ragt aus der Haut heraus. der Haarwurzel (steckt in der Haut) und dem Haarschaft (ragt aus der Haut heraus). 3 – 5 Jahre.4 84 Hautsystem (Häute und Drüsen) Haarschaft Haarrinde Haarmark (bei dünnem Haar fehlend) Haartrichter Haaraufrichtermuskel (Musculus arrector pili) Haarzwiebel (Bulbus pili) (Bulbus pili) (Cuticula) innere epitheliale Wurzelscheide äußere epitheliale Wurzelscheide Glashaut bindegewebige Wurzelscheide Haarzwiebel Talgdrüse Oberhäutchen (=^ Lederhaut) Haarpapille mit Blutgefäßen Haarpapille mit Blutgefäßen Haarwurzel Wachstumszone Abb. Die Terminalbehaarung erfolgt zum Teil erst in der Pubertät unter dem Einfluss der Geschlechtshormone. Von basal liegenden Epithelzellen der Haarzwiebel (= Wachstumszone) geht das Haarwachstum aus. 4. Auch Augenbrauen. Haarwurzel Sie beginnt meist in der Unterhaut mit einer Anschwellung. Das Ergrauen der Haare beruht auf Einlagerung von Luftbläschen. 1 cm. Darunter setzt der Haaraufrichtermuskel (M. Die Haarwurzel wird von einer epithelialen und bindegewebigen Wurzelscheide umgeben. Achsel. Bart-.6) Haare sind schräg aus der Haut ragende biegsame und zugfeste Hornfäden aus Keratin (Hornstoff). Bau (✑ Abb. der Haarzwiebel (Bulbus). Haarwachstum Haar wächst von der Haarwurzel aus pro Monat ca.und Schamhaare. Die Lebensdauer der Terminalhaare beträgt ca. 4. Der in der Haarzwiebel vorhandene Raum heißt Haarpapille.

B. z. 4. Urothel. deren Lichtungen mit der Umwelt in Verbindung stehen. z. Unmittelbar unter der Nagelplatte befindet sich zuerst ein Epithel (Hyponochium). Abgabe von Schleim zum Schutz der Schleimhaut. Speiseröhre. B. Dünndarm.und Lymphgefäße des Schleimhautbindegewebes. Die Nagelmatrix ragt mit ihrem konvexen Rand immer etwas aus der Nageltasche heraus. Von ihr geht das Nagelwachstum aus. die in die ca. Es beträgt pro Tag 0. Die verhornten Zellen der Nagelplatte sowie jene des Hyponochiums entsprechen der Epidermis. dies sind: – Verdauungskanal. Dieser halbmondförmige hellere Teil heißt Lunula („Möndchen“). Blut. Harnblase.1 bis 0. Mundhöhle. – Geschlechtsorgane. Abwehr Tab. Atemwege.7 85 Fingernagel. Epithelium. B. Schleimhautbindegewebe. – Mittelohr. Ihre Aufgaben sind in der Tabelle 4.3 Schleimhaut P Sauerstoffmangel ❑ 4. Scheide.4. Proximal bedeckt der Nagelwall die Nagelwurzel. weil sie auf dem gut durchbluteten Nagelbett liegt.2 Struktur Unverhorntes mehrschichtiges Plattenepithel. Sie ist durchscheinend und sieht nur deshalb rosa aus. 2. 4. Harnröhre. Bau Der sichtbare Teil des Nagels ist die aus verhornten Epithelzellen bestehende Nagelplatte. – Harnwege.3 Schleimhaut (Tunica mucosa) Schleimhäute sind feucht und schleimreich. Funktion der Schleimhaut. B. 4. das aus Bindegewebe bestehende Nagelbett dem Corium. Der Schleim wird in Schleimdrüsen (Becherzellen) produziert. . dem Nagelwall. Falten. Ein schmaler Epithelsaum (Eponychium) der Nageltasche geht auf die Nagelplatte über.3 mm. das mit der Knochenhaut des Fingerendgliedes verwachsen ist. – Atemwege. Durchblutungsstörungen zur Beeinträchtigung des Nagelwachstums (erkennbar an Querlinien). Häufige Erkrankungen sind Entzündungen von Nagelwall und -bett sowie Pilzerkrankungen (Nagelmykosen). z. Die Nagelplatte wird von einer Hautfalte. umgeben. B. Funktion Schutzaufgabe • hohe mechanische Beanspruchung • Abtransport von staubigem Schleim • Schutz der Harnwege Stoffaufnahme (Resorption) Stoffabgabe (Sekretion) Stofftransport Abb. Weiße Blutzellen des Schleimhautbindegewebes. Das Hyponochium wird unter der Nagelwurzel (in der Nageltasche) zur Nagelmatrix. Danach folgt das bindegewebige Nagelbett. z. Nagelplatte Nagelbett Nagelfalz Lunula (= Teil der Nagelmatrix) Nagelwall oder Kälte führen zur Blaufärbung der Nägel. Magen.3 Nägel Die Nägel bedecken als Hornplatten die Endglieder der Finger und Zehen und dienen als Schutz und als Widerlager für die Tastballen und gewähren dadurch eine Verbesserung der Tastempfindung. Wir finden die Schleimhäute als innere Auskleidung solcher Hohlorgane. z.2. Jede Schleimhaut besteht aus mindestens zwei Schichten: 1. – Augenlider-Bindehaut. Zotten und Mikrovilli zur Vergrößerung der Oberfläche.2 genannt. Aufgaben: Die Schleimhäute sind in ihrem Bau der speziellen Funktion angepasst. Flimmerepithel. 5 mm tiefe Nageltasche eingeschoben ist.

Pleuraempyem). Die Realisierung dieser Aufgabe wird ermöglicht. drüsenloses Plattenepithel. B. Schleim.5 Drüsen (Überblick) Drüsen sind Organe. das dem jeweiligen Organ anliegt und • dem parietalen Blatt.12. 223). 4. Serosabindegewebe. Talg. 11. welcher durch Punktion beseitigt werden kann. der Herzbeutel (Perikard ✑ S. Die Abgabe der Sekrete heißt Sekretion. entspricht. seröse Höhle entsteht. Eine seröse Höhle besteht aus zwei Blättern: • dem visceralen Blatt. S. Sekret einzellige Drüse (Becherzelle) im mehrreihigen Flimmerepithel . Pyelonephritis). das sich mit der Umgebung verbindet. Andererseits verbindet sie die Organe miteinander.4 86 Hautsystem (Häute und Drüsen) P Schleimhautentzündungen sind häufig vor❑ kommende akute und chronische Erkrankungen der Atemwege (Bronchitis). Eine Vermehrung der Flüssigkeit im Serosaspalt führt zur Bildung eines Ergusses (z. B. des Verdauungstraktes (Gastritis) und der ableitenden Harnwege (Cystitis. B. 2. Gallenflüssigkeit. 4. Sie erfolgt entweder nach außen (Körperoberfläche) oder in das Blut. 145). Zwischen den beiden Blättern liegt die eigentliche „Höhle“. P Eiter in solchen Höhlen nennt man Empyem ❑ (z. Sekrete sind z. 1. Hormone. indem die Serosa die einzelnen Organe doppelwandig umgibt. so dass eine sog. Sie bestehen (wie die Schleimhäute) ebenfalls aus mindestens zwei Schichten. Die Endung „-itis“ weist immer auf eine Entzündung hin. Schweiß. 7. in dem sich etwas Flüssigkeit befindet. Pleuraerguss).3. 4. die aus spezialisierten Epithelzellen bestehen. S. Das wird durch einen Flüssigkeitsfilm erreicht. Serosaepithel: Es ist im Unterschied zur Schleimhaut immer ein einschichtiges. Aufgabe: Die Serosa ermöglicht einerseits eine äußerst reibungsarme Verschiebbarkeit der inneren Organe.8 Exokrine Drüsen. die in Wirklichkeit nur einem kapillaren Spaltraum (= Serosaspalt). Zu den serösen Höhlen gehören das Brustfell (Pleura ✑ Abb. 176) und das Bauchfell (Peritoneum ✑ Abb. Ausführungsgang mehrzellige Drüse Abb. welches als Mesothel bezeichnet wird. der durch Transsudation (= Übertritt von Flüssigkeit aus dem Blut) und Resorption (= Übertritt von Flüssigkeit in das Blut) konstant gehalten wird.4 Seröse Haut (Tunica serosa) und seröse Höhlen Seröse Häute sind spiegelglatt und feucht. Die spezielle Funktion ist die Bildung von Wirkstoffen (= Sekrete) mit einer bestimmten chemischen Zusammensetzung und physiologischen Bedeutung.

Merke Die endokrinen Drüsen (= Hormondrüsen) besitzen im Unterschied zu den exokrinen Drüsen keine Ausführungsgänge. Mit dem Blutstrom erreichen sie den Wirkungsort. b) unter dem Oberflächenepithel im Bindegewebe • es handelt sich immer um mehrzellige Drüsen. Klassifizierung der Drüsen 1. Mundspeichel. • mehrzellige schleimproduzierende Drüsen im Schleimhautepithel der Atemwege. Insulin). c) bläschenförmige (alveoläre) Drüsen • Duftdrüsen. die von einer bindegewebigen Kapsel begrenzt werden. Nach dem Sekretionsziel unterscheidet man: – exokrine Drüsen (= Drüsen mit äußerer Sekretion meist mit Ausführungsgang) und – endokrine Drüsen (= Drüsen mit innerer Sekretion ohne Ausführungsgang). 62): a) schlauchförmige (tubulöse) Drüsen • Darmkrypten. 3.5 Drüsen (Überblick) mit Follikelbildung 87 ohne Follikelbildung Drüsenzellen Follikel Drüsenzellen Hormon Blutkapillaren Hormon Blutkapillaren Blutkapillaren Hormon Endokrine Drüsen. b) beerenförmige (acinöse) Drüsen • Talg-. 2. Thyroxin. thyroidea) Nebenschilddrüsen oder Epithelkörperchen (Gl. suprarenalis) Eierstöcke Keimdrüsen Hoden (Gonaden) LangerhansInseln der Bauchspeicheldrüse Lage der endokrinen Drüsen (Schema). 4. Schweiß. Die Sekrete der endokrinen Drüsen werden Hormone (= Inkrete) genannt (z. Bauchspeichel-. Abb. Nach ihrer Lage zum Oberflächenepithel: a) im Oberflächenepithel • einzellige schleimproduzierende Becherzellen der Darmschleimhaut. Lieberkühn-Drüsen. parathyroidea) Nebenniere (Gl.4. S. B. Zirbeldrüse (Epiphyse) Hirnanhangdrüse (Hypophyse) Schilddrüse (Gl. welches das Sekret (z. Talg) aufnimmt und an die Oberfläche leitet. Die in den Zellen gebildeten Hormone gelangen entweder direkt ins Blut oder werden in sog.4. Bauchspeichel. In den mehrzelligen exokrinen Drüsen befindet sich ein Gangsystem. B. Ohrspeicheldrüse. Follikel sezerniert. Nach der Form (✑ Abb. 4. um von diesen Abb. Schweißdrüsen.10 . Adrenalin.9 ebenfalls ins Blut zu gelangen. Magendrüsen.

Nennen Sie die exokrinen und endokrinen Drüsen und die von ihnen gebildeten Sekrete. c) Sekret. 11. b) Sekretion. Erklären Sie die Begriffe: a) Drüse. Geben Sie einen Überblick über die Anhangsgebilde der Haut. Beschreiben Sie den Aufbau der Brustdrüse. Stellen Sie in einer Übersicht die hauptsächlichen Funktionen der verschiedenen Häute zusammen. Welche Beziehung besteht zwischen seröser Haut und seröser Höhle? 3. Schleimhaut und seröser Haut. 2. Erläutern Sie die Bedeutung der Selbstuntersuchung durch Abtasten. 8. dass die Haut atmen muss? Begründen Sie Ihre Antwort. Stimmt es. 14. Definieren Sie: Transsudation und Resorption. 13. 5. d) Hormon. Welche Rolle spielt die äußere Haut im Rahmen der Krankenbeobachtung und Diagnostik? 12. die zum Erhalt der Funktionstüchtigkeit der äußeren Haut beitragen. Vergleichen Sie den Aufbau von äußerer Haut.88 4 Hautsystem (Häute und Drüsen) Fragen zur Wiederholung 1. Beschreiben Sie kurz die Lage dieser Drüsen. Nennen und begründen Sie einige Maßnahmen. Welche Aufgaben erfüllen a) der Talg und b) der Schweiß? 9. 4. Wo kommen a) Schleimhäute und b) seröse Häute (seröse Höhlen) vor? 6. Unterscheiden Sie exokrine und endokrine Drüsen. 10. . 7.

Darmbeinschaufel) sind flache. Den Schaft eines Röhrenknochens (✑ Abb. 5. 66). Sie ist durch zugfeste Fasern im Knochen verankert. Oberkiefer. Oberschenkelknochen) sind längliche Knochen mit einem röhrenförmigen Schaft. Knochenmark Man unterscheidet • das rote Knochenmark im Bereich der Substantia spongiosa. kompakte Knochen mit einer festen Außenschicht und einer inneren aufgelockerten Knochenschicht.und Bewegungssystem Das Bewegungssystem ist die Gesamtheit der an der Fortbewegung des Menschen beteiligten Organe. . 4. B. Bewegungsfunktion: Knochenverbindungen bewirken zusammen mit den Muskeln Bewegungen.7. Unterkiefer. Handwurzelknochen. Man unterscheidet den passiven Bewegungsapparat (= Knochen. und • das gelbe Knochenmark (= Fettmark) in den Markhöhlen der Röhrenknochen bei Erwachsenen. Scheitelbein.89 5 Stütz. z. Gehirn in der Schädelhöhle. • platte Knochen (z. das proximale und distale Gelenkende Epiphyse.und Geschlechtsorgane im kleinen Becken. 5. Nasenbein.1. Gelenke und Bänder) und den aktiven Bewegungsapparat (= Muskulatur). Knochenhaut (= Periost) Jeder Knochen wird. Herz und Lunge im Brustkorb. es ist das Gewebe der Blutzellbildung. 5. während sie bei allen anderen Knochen überall zu finden ist. 2. S. Schulterblatt. Von ihr aus dringen Blutgefäße und Nerven in das Knocheninnere und versorgen den Knochen (✑ Abb.1 Aufgaben der Knochen Knochen sind Organe. Oberarmknochen. von einer Knochenhaut umgeben. Man teilt sie entsprechend ihrer Form und Funktion ein. außen einer dichten Knochenschicht (Kompakta) und innen einer aufgelockerten Struktur mit Knochenmark. S. Jochbein.1. bei denen das Knochengewebe den Hauptanteil darstellt. Fußwurzelknochen) sind größtenteils würfeloder quaderförmig. Die Knochenhaut ist gefäß. B. • unregelmäßige Knochen – auch kurze Knochen genannt – (z. • Röhrenknochen (z. Die Knochen erfüllen die folgenden Aufgaben: 1. 3. er hat einen intensiven Stoffwechsel.1. B. Fingerknochen. 90) nennt man Diaphyse. das maßgeblich die Körpergestalt bestimmt. 5. Bei den Röhrenknochen befindet sich Substantia spongiosa nur in den Epiphysen. Der Knochen ist kein totes Gebilde. Bildung der Blutzellen: Das rote Knochenmark ist die wichtigste Bildungsstätte der Blutzellen. Schutzfunktion: Das Skelett schützt lebenswichtige Organe. mit Ausnahme der Gelenkflächen.3 Bau eines Knochens Knochen bestehen aus der Knochenrinde (= Substantia corticalis. Harn.und nervenreich. kurz: Spongiosa – aufgelockerte Knochenschicht im Inneren).1 Allgemeine Knochenlehre Die allgemeine Knochenlehre befasst sich im Wesentlichen mit der Knochenstruktur und den Knochenverbindungen. 5. Wirbel. 3. Rückenmark im Wirbelkanal. B.2 Knochentypen Der Mensch besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Knochen.1. kurz: Kortikalis – äußere kompakte Knochenschicht) und den Knochenbälkchen (= Substantia spongiosa. Stützfunktion: Alle Knochen bilden das Skelett (Stützwerk). Der dazwischen liegende Abschnitt ist die Wachstumszone (Metaphyse oder Epiphysenfuge).

Keimdrüsenhormone) kann die Verknöcherung der Epiphysenfuge beschleunigt oder verzögert werden. Lebensjahr. Die Verknöcherung der Wachstumszone beginnt zwischen dem 15. Das Längenwachstum erfolgt unter dem Einfluss verschiedener Hormone von der Epiphysenfuge aus. und 17. B. B. Riesenwuchs.und Bewegungssystem P Das ❑ schwammartiges Gerüstwerk feiner Knochenbälkchen mit rotem Knochenmark (Substantia spongiosa) proximales Gelenkende (proximale Epiphyse) Fettmark kann unter besonderen Umständen (z. 5.5 90 Stütz. und beim Mann mit dem 20.und Dickenwachstum.4 Knochenwachstum Muskelansatzhöcker (Apophyse) kompakte Knochenrinde (Substantia compacta) nur im Diaphysenbereich der Röhrenknochen Knochenhaut (Periost) Schaft (Diaphyse) Beim Wachstum der Röhrenknochen unterscheidet man Längen. Gleichzeitig wird das Knorpelgewebe der Epiphysenfuge ständig nachgebildet. Durch Hormonwirkungen (z. (z. die zeitlebens funktionstüchtig bleibt.1 Bau eines Röhrenknochens (Oberschenkelknochen). bei großen Blutverlusten oder Leukämien) in rotes Knochenmark umgewandelt werden. Das Dickenwachstum geht von der Knochenhaut aus. B. Zu diesem Zeitpunkt ist das Längenwachstum abgeschlossen. Fraktur durch die Epiphysenfuge) und Knochenmarkserkrankungen können zu einem vorzeitigen Schluss der Epiphysenfugen führen. ungleiche Beinlängen zur Folge haben kann. die bis zum Wachstumsende aus Knorpelgewebe besteht. Folgen sind dann Zwerg. P Verletzungen ❑ Markhöhle mit gelbem Fettmark Knochenrinde (Substantia corticalis) distales Gelenkende (distale Epiphyse) Wachstumszone (Metaphyse oder Epiphysenfuge) Abb. Nach beiden Seiten wird Knorpelgewebe abgebaut und durch Knochengewebe ersetzt. .bzw. was z. B. 5. Lebensjahr und endet bei der Frau mit dem 18.1.

B.1 Allgemeine Knochenlehre P Bruchheilung erfolgt durch die so genannte ❑ Kallusbildung. kommen. Knochenumbau Einmal gebildete Knochen verändern sich im Laufe des Lebens ständig. Bandscheiben und Rippenknorpel. . So werden. c) die Gelenkschmiere (Synovia) im Gelenkspalt – sie wird von der inneren Schicht der Gelenkkapsel produziert. Dies erfolgt z. Synoviale Gelenke sind gekennzeichnet durch: a) mindestens 2 Gelenkkörper mit von Gelenkknorpel überzogenen Gelenkflächen. die größtenteils vom Periost ausgeht (✑ S. 5. – einseitige oder asymmetrische Belastungen z.und Knorpelgelenke haben nur sehr geringe Bewegungsausmaße. im Kindesalter die primitiveren unregelmäßig strukturierten Geflechtknochen in die kalziumreicheren und stabileren Lamellenknochen umgebaut. durch Zu. wie auf Seite 65 bereits beschrieben.1 Knochenverbindungen Bandgelenke Knorpelgelenke • Zwischen den Knochenteilen befindet sich ein Gewebe als Verbindungsmaterial. Schien. entsteht eine Osteomalazie (Knochenerweichung). besonders Schenkelhalsfrakturen. B. Frauen sind durch die verminderte Östrogenbildung (nach der Menopause) häufiger betroffen.und Knorpelgelenke werden auch als Haften bzw. 91 Dementsprechend gibt es verschiedene Arten von Knochenverbindungen (✑ Tab. P Ist der Mineralstoffgehalt der Knochen ver❑ mindert. • Band. bei Lähmungen oder einseitiger Arbeitsbelastung etc. Durch die „Entkalkung“ werden die Knochen brüchiger. synoviale Gelenke • zwischen den Knochenteilen befindet sich ein Gelenkspalt. unechte Gelenke (Fugen) bezeichnet. Es kann schon bei geringen Belastungen zu Frakturen. hat Ernährungsfunktion und dient gemeinsam mit dem Gelenkknorpel der Reibungsminderung. Knorpelgelenke (Articulationes cartilagineae) Knochen werden durch Knorpelgewebe miteinander verbunden.oder Abnahme der Knochensubstanz bzw. Bandgelenke (Articulationes fibrosae). spricht man von Osteoporose. Knochen werden durch Bindegewebe miteinander verbunden: a) Bandhaft (Syndesmosis) Zwischenknochenmembran zwischen Elle und Speiche bzw. sich auf veränderte Belastungen einzustellen. Änderung der Knochenstruktur durch Umbau der Substantia spongiosa als Anpassung an: – Veränderungen der Körpermasse und/oder der körperlichen Aktivität. Synoviale Gelenke (Articulationes synoviales) Wenn man vom Gelenk spricht. 3. d) die Gelenkkapsel zur Abgrenzung des Gelenkraumes.5 Knochenverbindungen Der Grad der Beweglichkeit von zwei oder mehr Knochen gegeneinander muss funktionsbedingt sehr unterschiedlich sein.1. Weiterhin findet eine funktionelle Anpassung statt. bestehend aus der Außenschicht (Membrana fibrosa) aus straffem Knochenverbindungen. b) Naht (Sutura) Verbindung zwischen den Schädelknochen. ist praktisch immer das synoviale Gelenk gemeint. Band. 68). 5. Beispiele: Schambeinfuge.und Wadenbein. 5.5.1): 1. Tab. die es dem Knochen ermöglicht. Wird im Alter vermehrt Knochensubstanz abgebaut. c) Einzapfung (Gomphosis) Federnde Befestigung der Zähne im Zahnfach. 2. b) einen Gelenkspalt (gewebefreier Raum zwischen den Gelenkflächen).

2 Synoviales Gelenk (Kniegelenk). Schleimbeutel (= Bursa synovialis) als Ausstülpung der Gelenkkapsel und damit Reserveraum für die Gelenkschmiere. genus) von dorsal Handwurzelknochen Außenband (Lig. transversum genus) Kreuzbänder (angeschnitten) Meniscus medialis Abb. die die Kongruenzverhältnisse der Gelenkkörper verbessern bzw. Pl: Menisci). 4. Darüber hinaus können bei bestimmten synovialen Gelenken Besonderheiten auftreten. Beispiel: Hüftgelenk. 5. Pl: Disci) aus Faserknorpel zur Verbesserung der Kongruenz und Vergrößerung der Kontaktfläche. Gelenklippe (= Labium articulare) zur Vergrößerung der Gelenkpfanne. Beispiel: Kniegelenk. collaterale fibulare) Meniscus lateralis Gelenkknorpel Innenband Menisken Discus Radius Ulna Querband (Lig.5 92 Stütz. Bänder und Adhäsion im Gelenkspalt. die Bewegungsmöglichkeiten beeinflussen. Blut. Halbmondförmiger Faserknorpel (= Meniscus. Muskeln. die dem Zusammenhalt des Gelenkes dienen. die zahlreiche Nerven. radiocarpalis) von palmar (Art. patellae) Schleimbeutel (Bursa synovialis) Schienbein (Tibia) Abb.collaterale tibiale) Disci und Menisci. 3. und der Innenschicht (Membrana synovialis). Kniescheibe (Patella) Meniscus Oberschenkelknochen Merke Das synoviale Gelenk wird zusammengehalten durch Gelenkkapsel. 5.und Lymphgefäße enthält und die Synovia sezerniert und resorbiert. Bindegewebe. rechtes proximales Handgelenk rechtes Kniegelenk (Art. Gelenkzwischenscheibe (= Discus. bestehend aus lockerem Bindegewebe sowie Fettgewebe. (Femur) Gelenkknorpel (Cartilago articularis) Gelenkkapsel (Capsula articularis) Gelenkknorpel (Cartilago articularis) Kniescheibenband (Lig. Dies sind: 1. Körpergewicht.und Bewegungssystem e) die Gelenkbänder aus straffem Bindegewebe. die den Gelenkzusammenhalt sichert. Beispiel: proximales Handgelenk. Meniscus lateralis .3 (Lig. 2. Der Meniscus hat im Prinzip die gleichen Aufgaben wie der Discus.

1 Allgemeine Knochenlehre 93 P Bei Störungen oder Schwächung einer dieser ❑ Merke Komponenten kann eine Gelenkführung durch eine andere teilweise kompensiert werden. Beispiel: Wirbel-Rippen-Gelenk. • Kugelgelenk (dreiachsig) und • straffes Gelenk (Amphiarthrose). • Sattelgelenk (zweiachsig). • Radgelenk (einachsig). Fingermittel.5. Halswirbel Querfortsatz Atlasquerband (Lig. und 2. durch den Deltamuskel. 5. interphalangealis proximalis) Fingergrundgelenk (Art.5 . besser ausgeprägt als beim Schultergelenk). Gelenk zwischen Altas und Dreher. Oberarm-Ellen-Gelenk Fingergelenke (Art. interphalangealis distalis) Oberarmrolle (Trochlea humeri) Ellenbogen (Olecranon) Fingermittelgelenk (Art. M.und endgelenke. • Bänderführung (besonders ausgeprägt beim Kniegelenk). Zum Beispiel wird trotz einer Kreuzbandruptur die Funktion des Kniegelenkes aufgrund einer gut ausgebildeten Oberschenkelmuskulatur kaum beeinträchtigt. Die Bewegungsausmaße und Stabilität der Gelenke werden durch drei Komponenten beeinflusst: • Knochenführung (beim Hüftgelenk z. z. • Muskelführung (besonders ausgeprägt beim Schultergelenk. humeroulnaris) Fingerendgelenk (Art. Disci trennen den Gelenkraum vollständig. B. Axis Abb. 5. Beispiel: Ellenbogengelenk. B. Menisci nur teilweise. metacarpophalangealis) Scharniergelenk (einachsig).4 bis 5. Abb. Einteilung der synovialen Gelenke Nach der Form der Gelenkflächen und den sich daraus ergebenden Bewegungsmöglichkeiten sind verschiedene Gelenktypen zu unterscheiden (✑ Abb. transversum atlantis) Atlas Rippe Wirbel-RippenGelenke Wirbelkörper Radgelenk (einachsig).4 Gelenk zwischen dem 1. deltoideus). 5.6): • Scharniergelenk (einachsig). • Eigelenk (zweiachsig).

Sattelgelenk (zweiachsig). coxae) Schultergelenkpfanne (Cavitas glenoidalis) Oberarmkopf (Caput humeri) Hüftgelenkpfanne (Acetabulum) Oberschenkelkopf (Caput femoris) Abb.6 Eigelenk (zweiachsig). Schultergelenk Hüftgelenk (Art. 5. metacarpalis) Daumensattelgelenk (Art. Handwurzelknochen Trapezbein (Os trapezium) proximales Handgelenk (Art. radiocarpalis) Elle (Ulna) Speiche (Radius) distales Handgelenk (Art. Beispiel: rechtes proximales Handgelenk von palmar.5 94 Stütz. Beispiel: Handwurzel-Mittelhandgelenk II und III. 5.und Bewegungssystem P Häufige Gelenkverletzungen sind ❑ • Prellung (= Kontusion). • Bänderriss (= Ligamentruptur) und • Verrenkung (= Luxation). carpometacarpalis pollicis) Mittelhandknochen des Daumens HandwurzelMittelhandgelenke II + III (Os metacarpale I) (Carpometacarpalgelenke II + III) Abb. Straffes Gelenk (Amphiarthrose). Beispiel: Daumensattelgelenk.und Hüftgelenk. • Zerrung (= Distorsion). . Beispiel: Schulter.7 Kugelgelenk (dreiachsig). humeri) (Art.

Die parallel angeordneten kollagenen Fasern verleihen ihnen eine sehr hohe Zugfestigkeit. semimembranosus) Muskel mit Zwischensehnen spindelförmiger einbäuchiger Muskel mit einem Kopf (M.2 Allgemeine Muskellehre 5. Schleimbeutel und Sesambeine. • Ansatz Der caudal bzw. trapezius) zweiköpfiger Muskel (M. Hierdurch wird eine optimale Wirkungsweise aufgrund der unterschiedlichen anatomischen Erfordernissen bei den einzelnen Muskelfunktionen erreicht.9 . • Muskelbauch Der zwischen den Sehnen bzw. Muskelfasern Muskelfaserbündel Faszie Muskelbauch Ansatz Muskelbauch Sehne Ursprung Bau eines Skelettmuskels. Sehnen sind verschieden geformt. • Sehnen bestehen aus straffem Bindegewebe und befestigen die Muskeln direkt am Knochen oder Periost.2 Allgemeine Muskellehre 95 5. biceps brachii) Skelettmuskelformen. Abb. masseter) durch seine kurze und platte Form die zum Kauen erforderliche Kraft entwickeln. 5. An einem Skelettmuskel lassen sich in der Regel folgende Teile unterscheiden: • Ursprung Der cranial bzw. palmaris longus) (M. tibialis anterior) (M. Daneben finden wir straffes und lockeres Bindegewebe sowie Blutgefäße und Nerven.1 Bau und Hilfseinrichtungen des Skelettmuskels Muskeln sind Organe.5. die hauptsächlich aus Muskelgewebe bestehen (✑ S. distal befestigte Teil des Muskels. • Muskelfaszie (= Muskelbinde) Hülle aus straffem Bindegewebe um einzelne Muskeln oder Muskelgruppen. biceps brachii) muss dagegen eine große Strecke zurücklegen und ist deshalb lang und spindelförmig. orbicularis oculi) Abb. 5.2. Ansatz und Ursprung gelegene Teil. Muskelfaszien bilden gewissermaßen Führungsröhren für die Muskeln. 68). Der für die Beugung des Armes zuständige zweiköpfige Oberarmmuskel (M. Hilfseinrichtungen der Muskeln Zu den Hilfseinrichtungen der Muskeln gehören Sehnen. rectus abdominis) platter Muskel (M.8 beidseitig gefiederter Muskel einseitig gefiederter Muskel (M. runder Muskel (M. So kann zum Beispiel der Kaumuskel (M. proximal befestigte Teil des Muskels besteht aus einem oder mehreren Köpfen. Skelettmuskelformen Nach Lage und Aufgabe sind die Muskeln in unterschiedlichen Muskelformen organisiert. Sehnenscheiden.

flache Sehnen werden als Aponeurosen bezeichnet. S. Beispiel: tiefe Rückenmuskulatur. – Bewegungsmuskeln Muskeln. – er kann passiv gedehnt werden. die Sehnen der Bauchmuskeln und die sehnigen Platten unter der Haut der Hohlhand (Aponeurosis palmaris) sowie der Fußsohle (Aponeurosis plantaris). 5. Man findet sie dort. Bei der Beschreibung der Muskelmechanik werden u. besteht aus Skelettmuskulatur..5 96 Stütz. Die Muskelfasern.und Schutzhüllen für Sehnen. – Haltemuskeln Muskeln. – er ist erregbar. Das größte Sesambein ist die Kniescheibe. Breite.2 Kontraktion des Skelettmuskels Fast die Hälfte der Körpermasse. . a. an den restlichen Fingern unterbrochen. Muskeln und Sehnen dienen. folgende Begriffe verwendet: – Synergisten Muskeln. Beispiel: Muskeln der Extremitäten. er nimmt nach Kontraktion oder Dehnung seine Ursprungslage wieder ein. Dadurch bildet sich mit dem darunter liegenden Knochen ein synoviales Gelenk. Bicepssehne und Tricepssehne. wo Muskeln um einen Knochen gelenkt werden (✑ Abb.2. die der Druckverteilung und Reibungsminderung zwischen Knochen. nämlich ca. Halteband (Retinaculum) Sehnenscheiden Sehnenscheiden Haltebänder (Retinacula) Beachte: Abb. B. 5. Achillessehne. die bei einer Bewegung zusammenarbeiten. Tendovaginitis = Sehnenscheidenentzündung). die in eine Sehne eingebaut sind. • Sehnenscheiden sind Gleit. – er ist elastisch. um sie umzulenken. wie z. verleihen dem Skelettmuskel 4 grundlegende Eigenschaften: – Er kann sich aktiv verkürzen (= kontrahieren). sich kontrahierender Muskel) und Antagonist (= Gegenspieler). 92).10 Die Sehnenscheiden der Hand sind an Daumen und kleinem Finger durchgehend.und Bewegungsfunktion. Je nach Richtungssinn einer beabsichtigten Bewegung wirkt ein Muskel entweder als Agonist oder Antagonist. die überwiegend Halteaufgaben ausüben. h. – Agonist (= Spieler. • Sesambeine sind meist kleinere Knochen. Merke Muskeln haben Halte. 5. die überwiegend schnelle Bewegungen ausführen.und Bewegungssystem P Wichtige ❑ Sehnen für Reflexprüfungen sind: Kniescheibensehne.und Sprunggelenke. die eine Länge bis zu 15 Zentimetern erreichen können. d. 45 %. Sehnenscheiden. Sie werden durch Haltebänder (Retinacula) fixiert und befinden sich im Bereich der Hand.2. • Schleimbeutel sind bindegewebige Säckchen mit Flüssigkeit. Übermäßige Beanspruchung von Sehnenscheiden und Schleimbeuteln können zu deren aseptischer Entzündung führen (Bursitis = Schleimbeutelentzündung.

B. Es entsteht ein Aktomyosinkomplex.4. Die Abstufung der Muskelkraft geschieht durch die Erregung unterschiedlicher Anzahlen motorischer Einheiten und die Änderung der Aktionspotentialfrequenz. aber Kraftentwicklung. Beispiel: Bewegungen der Gliedmaßen.5. wenn die Frequenz der Nervenaktionspotentiale 50 bis 150 Impulse je Sekunde beträgt. Eine Dauerkontraktion (= Tetanus) kommt zustande. 40). 70) eines motorischen Neurons versorgt mit seinen Verzweigungen 5 bis 200 Muskelfasern.2 Allgemeine Muskellehre Die Skelettmuskulatur erfüllt drei Aufgaben: – Haltung des Körpers in sitzender oder stehender Position.. P Frauen ❑ haben geringere Skelettmuskelmassen als Männer (Männer ca. Der Kontraktionsvorgang eines Muskels wird stets durch Nervenimpulse von Motoneuronen gesteuert. der Aktomyosinkomplex wird gelöst. ATP ADP +  – Dadurch kommt es zur Muskelzuckung. • Isometrische Kontraktion: Keine Verkürzung. die Muskelfasern werden verkürzt. – Bewegung des Körpers und – Wärmeproduktion. 98). Der Ruhetonus (= Ruhespannung) wird durch geringere Aktionspotentialfrequenzen an einzelnen motorischen Endplatten verursacht.2. – Dort bewirken sie die Freisetzung von Ca2+ aus dem sarkoplasmatischen Retikulum. 97 . 30 kg. Das ist auch die Ursache der Totenstarre. 2. 2. welche zusammen mit den Regulatoreiweißen Troponin und Tropomyosin für eine Energiefreisetzung aus ATP sorgen (✑ Kap. Kontraktionsarten • Isotonische Kontraktion: Verkürzung des Muskels und Erzeugung einer Bewegung bei annähernd gleich bleibender Spannung. Energiequellen für die Muskelkontraktion Bei der Muskelkontraktion wird chemische Energie des ATP in mechanische umgewandelt (Wirkungsgrad: 20 – 30 %). 40). S. 3. 72 und 333). den motorischen Endplatten (✑ Abb. – Die Verbindungsstellen zwischen Aktin und Myosin werden durch ATP besetzt. die sich in der Muskelfasermembran ausbreiten und über Tubuli in die Tiefe gelangen. Erregungsumwandlung in Bewegung Kontraktion: – Nervenaktionspotentiale setzen in der motorischen Endplatte Acetylcholin frei. ✑ S. Je weniger Muskelfasern durch einen Neurit versorgt werden. d. Die Muskelfasern werden wieder schlaff und weich. S. Kreatinphosphat (KP) + ADP Kreatinin (K) + ATP. P + Kontraktionsenergie. bessere Feinmotorik der Augenund Fingermuskeln gegenüber der Beinmuskulatur). 24 kg). P ATP-Mangel ❑ verhindert die Erschlaffung. 5. Bildung von ATP aus Kreatinphosphat (= besonderer Energiespeicher der Muskeln). Frauen ca. setzt also Erregung voraus (✑ S. Anaerobe Glykolyse Glykogen Glucose Milchsäure + 2 ATP (✑ S. Der Neurit (= Axon.11. desto feiner abgestimmte Bewegungen des entsprechenden Muskels sind möglich (z. – Acetylcholin löst die Entstehung von Muskelaktionspotentialen aus. Meistens wirken beide Kontraktionsarten zusammen. 36). Die von einem Motoneuron versorgten Muskelfasern bilden eine motorische Einheit. Erschlaffung: – Die Ca2+ werden aktiv in das sarkoplasmatische Retikulum zurückgepumpt. Frauen können deshalb nur 65 % der Kraft eines Mannes entwickeln. Atmungskette Glykogen Glucose CO2 + H2O + 38 ATP (✑ S. indem die Aktinfilamente (bilden zusammen mit den Myosinfilamenten die Myofibrillen) zwischen die Myosinfilamente gleiten und sich mit ihnen verbinden. Beispiel: Haltearbeit vieler Rückenmuskeln. h. Das ATP als einzige unmittelbare Energiequelle wird durch drei Prozesse regeneriert: 1. Die Erregungsübertragung auf den Muskel erfolgt in spezifischen Synapsen. der Muskel verkürzt sich und entwickelt gleichzeitig Kraft.

Bei Dehnung des Muskels werden die dünnen Aktinfilamente wieder aus den dicken Myosinfilamenten herausgezogen.11 Muskelkontraktion und -erschlaffung. . Kraft entwickeln.und Bewegungssystem Motorische Einheit Markscheide motorisches Axon mer Sarko Z-Scheibe Erschlaffung ➞ ➞ Kontraktion Myosinfilament ➞ Aktin. Der Muskel verkürzt sich in diesem Fall nicht. auch ohne dass die Filamente ineinander gleiten. Weil die Myosinköpfe elastisch sind. Abb. 5.5 98 Stütz. können die Sarkomere.Z-Scheibe filament ➞ motorische Endplatte longitudinaler Tubulus mit Ca2+ + – + – + – + – + – Muskelfasermembran transversaler Tubulus Z Myosinköpfe Aktin Z Myosin Aktin Myosinschaft Z + – Myosin + – Z + – Kontraktion = Verkürzung der Sarkomere Aktin Aktin-MyosinBindung Gleiten Lösen Aktin-MyosinBindung Gleiten Myosin Die Myosinköpfe rudern durch die Kippbewegung die Aktinfilamente in Richtung Sarkomermitte.

pronator teres. was zwei. wenn der Muskelstoffwechsel noch auf Ruhe eingestellt ist. supinator.5. M. M. wie er verbraucht wird. Sowohl bei Tätigkeitsbeginn.und Atemzeitvolumen voraussetzt. als auch bei kurzzeitigen Höchstleistungen wird zusätzlich Energie benötigt. Bewegungsbezeichnungen der Muskulatur Je nach Lage und Ausgangsposition können Muskeln unterschiedliche Gelenkbewegungen ausführen. Bei der Kreatinphosphatspaltung und der anaeroben Glykolyse geht der Organismus eine Sauerstoffschuld ein.bis dreimal schneller erfolgt. Es herrscht also ein Fließgleichgewicht vor. extensor hallucis). In der anschließenden Ruhephase muss diese wieder abgetragen werden. Dabei kann die Muskeldurchblutung auf das 20fache zunehmen. dem Hämoglobin ähnlich großer Brustmuskel dreiköpfiger Oberarmmuskel Flexion 99 (M. Die begrenzenden Faktoren sind das Herz-KreislaufSystem und die Enzymkapazitäten. Skelett. pectoralis major) (M. Allerdings wird dieser Vorgang relativ rasch begrenzt. was wiederum eine entsprechende Erhöhung von Herz. flexor digitorum manus. Diese Energiemenge wird anaerob2) durch Glykolyse bereitgestellt. B.und Herzmuskulatur besitzen im Myoglobin3) einen besonderen Sauerstoffspeicher.12 . Die ATP-Bildung aus Kreatinphosphat und ADP erfolgt ebenfalls zügig.und KP-Speicher werden auf diese Weise wieder aufgefüllt. Abb. 5. biceps brachii) Deltamuskel breiter Rückenmuskel (M. trapezius) ➝ ➝Abduktion Adduktion Muskelbewegungen. deltoideus) (M. Es kommt durch die Anhäufung von Milchsäure und die damit verbundene Senkung des pH-Wertes (= metabolische Azidose) sowie die Anhäufung von ADP und Phosphat zur Ermüdung. wodurch kurzfristiger O2-Mangel während der Kontraktion überbrückt wird. triceps brachii) ➝ ➝ ➝ Adduktion Extension zweiköpfiger Oberarmmuskel (M. M. und die erschöpften ATP.2 Allgemeine Muskellehre Der ATP-Vorrat eines Muskels wird bei Dauerleistungen in dem Maße aerob1) regeneriert. latissimus dorsi) Trapezmuskel (M. M. Gelenkbewegungen • Adduktion • Abduktion oder • Opposition • Reposition • Flexion • Extension oder • Anteversion • Retroversion • Innenrotation • Außenrotation oder • Supination • Pronation = = = = = = = = = = = = Heranführen Wegführen Gegenüberstellen Zurückstellen Beugen Strecken Vornehmen Zurücknehmen Einwärtsdrehen Auswärtsdrehen Auswärtswenden Einwärtswenden 1) aerob = unter Sauerstoffverbrauch 2) anaerob = ohne Sauerstoffverbrauch 3) roter Muskelfarbstoff. Oftmals lässt bereits die Bezeichnung des Muskels Rückschlüsse auf diese zu (z. Die angesammelte Milchsäure wird unter erhöhtem O2-Verbrauch (trotz körperlicher Ruhe) in Leber und Herz verstoffwechselt.

13 Skelett (Vorderansicht).und Bewegungssystem Schädel (Cranium) Halswirbel Schlüsselbein (Vertebrae cervicales) (Clavicula) Schulterblatt Brustbein (Scapula) (Sternum) Rippen Oberarmknochen (Costae) (Humerus) Lendenwirbel (Vertebrae lumbales) Speiche Kreuzbein (Radius) (Os sacrum) Elle Hüftbein (Ulna) Fingerknochen (Ossa digitorum = Phalanges) (Os coxae) Oberschenkelknochen (Femur) Mittelhandknochen (Ossa metacarpi) Handwurzelknochen (Ossa carpi) Kniescheibe (Patella) Schienbein (Tibia) Wadenbein (Fibula) Fußwurzelknochen (Ossa tarsi) Mittelfußknochen (Ossa metatarsi) Zehenknochen (Ossa digitorum = Phalanges) Abb. 5.5 100 Stütz. .

5.Allgemeine Knochen.und Muskellehre 101 Schädel (Cranium) Halswirbel (Vertebrae cervicales) Schulterblatt (Scapula) Brustwirbel (Vertebrae thoracicae) Oberarmknochen (Humerus) Lendenwirbel Speiche (Vertebrae lumbales) (Radius) Elle Kreuzbein (Ulna) (Os sacrum) Steißbein (Os coccygis) Oberschenkelknochen (Femur) Schienbein (Tibia) Wadenbein (Fibula) Skelett (Rückansicht). Abb.14 .

gracilis) Schneidermuskel (M. serratus anterior) zweiköpfiger Oberarmmuskel (M. sternocleidomastoideus) Deltamuskel (M.und Bewegungssystem Kopfwendemuskel (M. tibialis anterior) Abb. sartorius) gerader Oberschenkelmuskel (M. pectineus) Hohlhandsehne (Aponeurosis palmaris) langer Anzieher (M. vastus lateralis) (Patella) innerer Oberschenkelmuskel vorderer Schienbeinmuskel vierköpfiger Oberschenkelmuskel Kniescheibe (M. adductor longus) schlanker Muskel (M. 5. rectus femoris) äußerer Oberschenkelmuskel (M. biceps brachii) gerader Bauchmuskel (M. rectus abdominis) äußerer schräger Bauchmuskel (M. pectoralis major) vorderer Sägemuskel (M. quadriceps femoris) .5 102 Stütz. obliquus externus abdominis) Unterarmmuskeln (Beuger) Leistenband (Lig. deltoideus) großer Brustmuskel (M. (M.15 Muskeln des Menschen (Vorderansicht). inguinale) Kammmuskel (M. vastus medialis) (M.

gluteus maximus) DarmbeinSchienbein-Sehne (Tractus iliotibialis) schlanker Muskel (M.16 . semimembranosus) Wadenmuskel (M. biceps femoris) halbsehniger Muskel (M. obliquus externus abdominis) Unterarmmuskeln (Strecker) zweiköpfiger Oberschenkelmuskel (M. gastrocnemius) Achillessehne (Tendo calcaneus) Muskeln des Menschen (Rückansicht). teres major) Caput laterale breiter Rückenmuskel (M.und Muskellehre 103 Untergrätenmuskel (M. trapezius) Deltamuskel (M. semitendinosus) halbmembranöser Muskel dreiköpfiger Armstrecker (M. latissimus dorsi) Caput longum Caput mediale äußerer schräger Bauchmuskel (M. infraspinatus) kleiner runder Muskel (M.Allgemeine Knochen. deltoideus) großer runder Muskel (M. triceps brachii) großer Gesäßmuskel (M. 5. Abb. teres minor) Trapezmuskel = Kapuzenmuskel (M. gracilis) (M.

Physiologisch sind Halslordose. die durch Halswirbelsäule (HWS) Bandscheiben und synoviale Ge7 gegeneinander bewegliche lenke gegeneinander beweglich sind. Bauelemente Die Bauelemente der Wirbelsäule sind • 24 bewegliche Wirbel.20. 5. S. der von den Wirbelbögen gebildet wird sowie • Federung und vielseitige Beweglichkeit durch Doppel-s-Form und zahlreiche einzelne Wirbel. 107).3.17 3 – 5 miteinander verwachsene Steißwirbel (Os coccygis = Co1 – Co3–5) Die 5 Abschnitte der Wirbelsäule und physiologische Krümmungen. 5. gegen den 5.und Bewegungssystem 5. Neben der Doppel-s-Form ist das Promontorium (= ventrale. Die menschlische Wirbelsäule gliedert sich in 5 Abschnitte (✑ Abb.und Muskellehre ▲ Die Wirbelsäule verleiht dem Körper zusammen In diesem Kapitel werden Wirbelsäule (Columna mit einer Vielzahl von Bändern und Muskeln vertebralis).Stabilität und Beweglichkeit. sie bilden den mehr oder weniger beweglichen Teil der Wirbelsäule. .1 Wirbelsäule (Columna vertebralis) 5. Lendenwirbel abgewinkelte Kante des Kreuzbeins) charakteristisch für die menschliche Wirbelsäule (✑ Abb. Die physiologisch bedingten Krümmungen heißen – Lordose: konvexe Seite der Krümmung liegt ventral. Halswirbel (Vertebrae cervicales = C1 – C7) Brustwirbelsäule (BWS) ▲ 12 gegeneinander bewegliche Brustwirbel (Vertebrae thoracicae = Th1 – Th12) Lendenwirbelsäule (LWS) ▲ 5 gegeneinander bewegliche Lendenwirbel (Vertebrae lumbales = L1 – L5) Kreuzbein 5 miteinander verwachsene Kreuzwirbel (Os sacrum = S1 – S5) ▲ Steißbein ▲ Lordose Kyphose Abb. Brustkorb (Thorax).17). sowie der Kopf (Caput) behandelt. Brustkyphose und Lendenlordose. Sie erfüllt folgende gürtel mit den oberen Extremitäten. Form Die normal gebaute menschliche Wirbelsäule ist doppel-s-förmig in der Medianebene gekrümmt. 5. – Kyphose: konvexe Seite der Krümmung liegt dorsal. der Hauptaufgaben: Beckengürtel mit den unteren Extremitäten • Stützung des Rumpfes durch die von cranial nach caudal größer werdenden Wirbelkörper. der Schulter. • Schutz des Rückenmarkes durch den Wirbelkanal. • 8 bis 10 miteinander verwachsene Wirbel (Kreuz.und Steißbein) und • 23 Bandscheiben (= Zwischenwirbelscheiben) zwischen den beweglichen Wirbeln (außer zwischen C1 und C2).5 104 Stütz.3 Spezielle Knochen.

– Wirbelloch (Foramen vertebrale) Die Wirbellöcher aller Wirbel bilden zusammen den Wirbelkanal (Canalis vertebralis). Halswirbel (= Axis) • mit Dens (= Zahn). P Die sattelförmigen Wirbelkörper der Hals❑ wirbel können sich seitlich gelenkig verbinden (= Unkovertebralgelenke). – Wirbelkörper (Corpus vertebrae) Ventral gelegenes massives Tragstück.5. seitliches Atlantoaxialgelenk Halswirbel. Buckel. 5.und Rundrücken. Halswirbel (= Atlas) • ohne Wirbelkörper und Dornfortsatz. gibt viele zum Teil krankhafte Verbiegungen. Halswirbel (Axis = Dreher) Ansicht von hinten oben vorderer Wirbelbogen (Foramen vertebrale) 105 Zahn Querfortsatzloch (Foramen transversale) Gelenkfläche für den Schädel (Dens) oberer Gelenkfortsatz hinterer Wirbelbogen Verbindung zwischen Atlas und Axis Zahn (Dens axis) Wirbelbogen (Arcus vertebrae) Atlasband (Lig.3 Spezielle Knochen. Flach. • mit vorderem und hinterem Bogen sowie zwei seitlichen Tragstücken für den Schädel. 1. 2. – Querfortsätze mit Löchern für die Wirbelgefäße. z. 7. (Man beachte die Größenzunahme von cranial nach caudal. B. 1. 2 obere Gelenkfortsätze. Halswirbel (= Vertebra prominens) • mit besonders langem Dornfortsatz (Tastpunkt). Abb. spinosus) linkes. Diese Verbindungen sind besonders verschleißanfällig. Halswirbel (Atlas = Träger) Ansicht von oben Wirbelloch 2. Bis auf die ersten beiden Halswirbel weisen die Wirbel folgenden Bau auf.und Muskellehre P Es ❑ Halswirbel – Wirbelkörper klein und sattelförmig. Skoliosen (= Krümmung in der Frontalebene). 2 Querfortsätze (Processus transversi). 2 untere Gelenkfortsätze.18 . transversum atlantis) Wirbelkörper (Corpus vertebrae) Dornfortsatz (Proc.) – Wirbelbogen (Arcus vertebrae) mit 7 Fortsätzen: 1 Dornfortsatz (Processus spinosus). Besonderheiten der Wirbelarten Die einzelnen Wirbeltypen zeichnen sich durch unterschiedliche Erkennungsmerkmale aus. – Dornfortsatz häufig gegabelt. der als Fortsetzung des Wirbelkörpers nach oben in den vorderen Bogen des Atlas ragt.

zwei Zwischenwirbellöchern und verschiedenen Bändern. – Dornfortsatz ist breit und steht horizontal. articularis superior) (Foramen vertebrale) Wirbelkörper (Corpus vertebrae) Gelenkflächen für die Rippen Gelenkflächen für die Rippen (Proc. spinosus) Abb. An Wirbel erinnern – Knochenkämme auf der Rückseite als Überbleibsel der Dorn-. P Mit zunehmendem Alter kann es zu Abnut❑ zungen (degenerative Veränderungen in Form einer Höhenveränderung der Bandscheiben = Osteochondrose) – besonders wegen des geringeren Wasseraufnahmevermögens – und damit abnehmender Elastizität kommen. Der Wirbelbogen fehlt. einer Bandscheibe (= Zwischenwirbelscheibe).19 Brustwirbel. – Gelenkflächen für die Rippen am Körper und Querfortsatz. Quer. articularis inferior) Wirbelbogen (Arcus vertebrae) Dornfortsatz (Proc. oberer Gelenkfortsatz Querfortsatz (Proc. Knochenverbindungen Die Verbindung der Wirbel geschieht durch die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern und Wirbelbogengelenke zwischen den Gelenkfortsätzen der Wirbelbögen sowie durch Bänder.und Gelenkfortsätze.5 106 Stütz. transversus) Ansicht von oben oberer Gelenkfortsatz Wirbelloch (Proc. Lendenwirbel – Sind die größten Wirbel. transversus) . articularis superior) unterer Gelenkfortsatz (Proc. Abnutzungserscheinungen der Bandscheiben sind besonders häufig im Lendenwirbelsäulenbereich zu beobachten. Ähnlich einer „Wasserkissenfunktion“ ermöglichen sie darüber hinaus eine Dämpfung zwischen den Wirbelkörpern. Den der Bewegung dienende Raum zwischen zwei Wirbeln bezeichnet man als Bewegungselement. Gallertmasse gelangt in die Zwischenwirbellöcher oder in den Wirbelkanal und kann dort die Nervenfunktion behindern (Schmerz. der von einem faserknorpeligen Ring (Anulus fibrosus) umgeben ist. Überlastung der Bandscheiben kann zum Bandscheibenvorfall führen (Prolaps des Nucleus pulposus). 5. – Kreuzbeinlöcher. Es wird gebildet von: Ansicht von der rechten Seite Querfortsatz (Proc. Der faserknorpelige Ring reißt. Lähmung). Sie verbinden die Wirbelkörper nach Art der Knorpelgelenke und erlauben Bewegungen. Steißbein (Os coccygis) Die ebenfalls verwachsenen Steißwirbel sind stark zurückgebildet. zwei Wirbelbogengelenken. Sensibilitätsausfälle. da hier die Belastung durch das Körpergewicht am größten ist. Kreuzbein (Os sacrum) Die fünf Kreuzbeinwirbel sind beim Erwachsenen zu einem einheitlichen Knochen verwachsen. – Kreuzbeinkanal als Fortsetzung des Wirbelkanals.und Bewegungssystem Brustwirbel – Lange schräg nach unten zeigende Dornfortsätze. • • • • Bandscheiben (Disci intervertebrales) Bandscheiben bestehen aus einem Gallertkern (Nucleus pulposus).

Das Lig. – 3 Längsbänder (lange Bänder).und Steißbein. Abb. supraspinale) an den Dornfortsätzen vom Kreuzbein bis zum 7. intertransversaria. Halswirbel. Im Einzelnen sind es 3 lange Längsbänder und mehrere kurze Bänder.und Muskellehre 107 von vorn Vorgebirge (Promontorium) Querlinien (Lineae transversales) Kreuzbein Kreuzbeinlöcher (Os sacrum) (Foramina sacralia pelvina) Steißbein (Os coccygis) Medianschnitt von rechts Vorgebirge (Promontorium) Darmbeingelenkfläche (Facies auricularis) Kreuzbeinkanal (Canalis sacralis) 5 verwachsene Kreuzwirbel Vorderfläche (Fascies pelvina) Hinterfläche (Fascies dorsales) Kreuz. • Ligg. . interspinalia.20 • Dornspitzenband (Lig. longitudinale posterius) an der Hinterseite der Wirbelkörper. Bänder zwischen den Querfortsätzen benachbarter Wirbel. flava).5. nuchae). – Kurze Bänder: • Gelbe Bänder (Ligg. die fast über die gesamte Wirbelsäule ziehen und wie folgt bezeichnet werden: • Vorderes Längsband (Lig. 5. longitudinale anterius) an der Vorderseite der Wirbelkörper vom Hinterhauptbein bis zum Kreuzbein. elastische Bänder zwischen den Wirbelbögen. Bänder zwischen den Dornfortsätzen benachbarter Wirbel und • Ligg. also im Wirbelkanal. Bänder Die menschliche Wirbelsäule wird durch zahlreiche Bänder stabilisiert. • hinteres Längsband (Lig.3 Spezielle Knochen. supraspinale verbreitert sich im Halsbereich zum Nackenband (Lig.

Rück. Nur eine aufrechte Haltung gewährleistet eine optimale Belüftung der Lunge.und Bewegungssystem Faserring Zwischenwirbelscheibe. vorderem Atlasbogen und dem überknorpelten Atlasquerband (Lig. Vielmehr kommt es darauf an. – das unpaarige mediale Kopfgelenk (Art.21 Bewegungselement (Lendenwirbelsäule). Tastbare Knochenpunkte sind die Dornfortsätze ab 7.und Rückenmuskulatur durchgeführt werden. atlantoaxiales laterales) zwischen Atlas und Axis.und Zungenbeinmuskeln besteht. Das bedeutet vor allem. Weitere wichtige Aufgaben der Rückenmuskulatur im Zusammenwirken mit dem Bandapparat sind Stabilisierung der Wirbelsäule und Formung ihrer physiologischen Krümmungen. 5. vorwiegend statisch beansprucht wird. Nacken. aber auch für das individuelle Ausdrucksvermögen des Menschen. transversum atlantis). Knochenverbindungen zwischen Wirbelsäule und Kopf (Kopfgelenke) Bei den Kopfgelenken handelt es sich um 5 synoviale Gelenke zwischen Hinterhauptbein.und Seitneigung des Kopfes. – die paarigen unteren Kopfgelenke (Artt. Stabilität und Mobilität gleichmäßig zu entwickeln. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Orientierung und Fortbewegung. Mit den Patienten sollten nach Möglichkeit täglich leichte gymnastische Übungen zur Stärkung von Bauch. 138). atlantooccipitales) zwischen Atlas und Hinterhauptbein. P Es ist darauf Wert zu legen. atlantoaxialis mediana) zwischen Dens. Muskulatur und ihre Funktion Die Bewegungen der Wirbelsäule werden durch das Zusammenwirken von Rücken. Sie ermöglichen Vor-. Für die äußerst fein abgestuften Kopfbewegungen sorgt ein vielgliedriger und komplizierter Muskelapparat. Halswirbel. Seitneigen und Drehen.und Bauchmuskulatur ermöglicht (Bauchmuskulatur ✑ S. sodass im Zusammenwirken mit den übrigen Halswirbeln die große Beweglichkeit des Kopfes als Träger wichtiger Sinnesorgane ermöglicht wird. Man unterscheidet – die paarigen oberen Kopfgelenke (Artt. Die Rückenmuskulatur besteht aus einem komplexen System sich überlappender Muskel- züge entlang der Wirbelsäule. der aus Hals-. Sie ist das mächtigste Muskelsystem des Menschen und ermöglicht im Zusammenwirken mit der Bauchmuskulatur das Vorneigen. dass die Wirbel❑ säule nicht einseitig. .5 108 Stütz. Mediales Kopfgelenk und untere Kopfgelenke ermöglichen die Drehbewegungen des Kopfes. auf eine allseitige Kräftigung der Muskulatur mit der Entwicklung einer aufrechten Haltung zu achten. Strecken. Bandscheibe (Anulus fibrosus) (Discus intervertebralis) Gallertkern (Nucleus pulposus) Wirbelkanal (Canalis vertebralis) Zwischenwirbelscheibe (Discus intervertebralis) Wirbelbogengelenk Zwischenwirbelloch (Foramen intervertebrale) Abb. Atlas und Axis. sodass der passive Bewegungsapparat entlastet wird. Sie erlauben Bewegungen wie in einem Kugelgelenk.

– Falsche Rippen. Halbdornmuskel (M. Sie enden als freie Rippen in der Muskulatur. teils Knorpelgelenke). Außerdem ist der Thorax eine „Durchgangsstraße“ für viele Organe. serratus posterior superior) Wirbelsäulenaufrichter (Mm. 5. P Die Ansatzstelle der 1. wie z. bestehend aus Handgriff (Manubrium). Brustbeinkörper (Corpus sterni) und Schwertfortsatz (Proc. Die drei Teile des Sternums sind anfangs durch Knorpelzonen getrennt. Magen und ermöglicht die Atembewegungen und damit die Belüftung der Lunge. Knochen Die Knochen des Brustkorbes setzen sich aus der Brustwirbelsäule. Die Rippenpaare 11 und 12 erreichen das Sternum gar nicht. dem Brustbein (Sternum).22 Drehgelenke).2 Brustkorb (Thorax) Der Brustkorb ist Bestandteil des Rumpfskelettes und umschließt die Brusthöhle (Cavitas thoracis). 224). erector spinae) Darmbein-RippenMuskel (M. semispinalis) Riemenmuskel (M.und Muskellehre 109 5. rectus abdominis) Halte.5. Rippe. 5. Brustkorb-Muskulatur und ihre Funktion (✑ Kap. iliocostalis) hinterer.3 Spezielle Knochen.3. . Knochenverbindungen Die Knochen des Thorax sind elastisch verbunden durch Wirbel-Rippen-Gelenke (= synoviale Abb. die durch die gebogenen Rippen das Heben und Senken des Thorax ermöglichen (✑ Abb. Lunge.3. Gefäße und Nerven. S. S. Dadurch entstehen der rechte und linke Rippenbogen. xiphoideus) sowie 12 Paar Rippen zusammen.und Bewegungsmuskeln der Wirbelsäule. die mit zunehmendem Alter allmählich verknöchern. Diese Stelle ist tastbar und eine Orientierungshilfe am Thorax. Leber. Speiseröhre.5 links. Die 2.1. sie sind direkt mit dem Sternum verbunden (Rippenpaare 1 – 7). unterer Sägemuskel (M. B. oberer Sägemuskel (M. die Rippenpaare 8 – 10 erreichen das Sternum indirekt über den Knorpel der 7. Atembewegungen 11. Beziehung der Rippen zum Sternum Nach ihrer Beziehung zum Sternum lassen sich die Rippen in zwei Gruppen unterteilen: – Echte Rippen. Er dient dem Schutz wichtiger Organe wie Herz. serratus posterior inferior) gerader Bauchmuskel (M. 93) sowie BrustbeinRippen-Gelenke (= teils synoviale. Rippe setzt am Brustbeinwinkel an. splenius capitis) hinterer. Rippe ist nicht tast❑ bar.

• Handgriff des Brustbeins. Rippenpaar. Im Laufe des Lebens senken sie sich. Tastbare Knochenpunkte sind Sternum. Brustwirbelkörper. Einschnitt zur Gelenkverbindung mit dem Schlüsselbein (Incisura clavicularis) Handgriff des Brustbeins (Manubrium sterni) Brustbeinwinkel (Angulus sterni) Brustbeinkörper (Corpus sterni) P Die ❑ Einschnitte zur Gelenkverbindung mit den Rippen (Incisurae costales) Schwertfortsatz (Processus xiphoideus) Ansicht von ventral Abb. Rippe. gebildet von • 12. 5. gebildet von • 1. 12 Brustwirbel Schlüsselbein (Clavicula) . Ansicht von hinten Ansicht von vorn Schulterblatt (Scapula) obere Thoraxöffnung (Apertura thoracis superior) Rippenknorpel (Cartilago costalis) Rippenknochen Rippen (Costae) Brustbein (Sternum) Rippenbogen (Arcus costalis) untere Thoraxöffnung (Apertura thoracis inferior) Abb. – Untere Thoraxapertur.24 Brustkorb (Thorax). 5.23 Ansicht von rechts Thoraxform ändert sich in Abhängigkeit vom Alter. Die elastische Verspannung vom Thorax wird in der Ersten Hilfe bei der externen Herzmassage genutzt.5 110 Stütz. Brustwirbel. • Schwertfortsatz. und der Thorax wird flacher und auch starrer. und 12. Beim Neugeborenen stehen die Rippen nahezu horizontal. • Rippenbögen. Sternum (Brustbein). der Rippen 5 – 7 sowie die Rippenkörper. • 11. • 1. Rippenpaar.und Bewegungssystem Brustkorböffnungen (Thoraxaperturen) Der Thorax besitzt zwei Öffnungen: – Obere Thoraxapertur. die Ansatzstelle der 2.

wodurch die Arme viel beweglicher als die Beine sind. Knochenverbindungen An beiden Enden der s-förmigen Clavicula befindet sich jeweils ein Kugelgelenk.und Muskellehre 5. Lagemäßig gehört der Schultergürtel zum Rumpf. humeri). Auf jeder Seite besteht der Schultergürtel jeweils aus einem Schlüsselbein (Clavicula) und Schulterblatt (Scapula).25 auf Seite 112 zu entnehmen. humeri) Beteiligte Knochen bzw. Vieleck groß. gehören zu den Röhrenknochen (Einzelheiten ✑ Abbildung 5.und Ursprungsstelle vieler Muskeln. . Bewegungsmöglichkeiten. mit Ausnahme der Handwurzelknochen.25) Der Schultergürtel bildet im Unterschied zum Beckengürtel einen vorn und hinten offenen Ring. – die äußeren die Schlüsselbeine mit dem Schulterblatt. – Ellenbogengelenk (Art.5.3. 111 – Die inneren Schlüsselbeingelenke verbinden die Schlüsselbeine mit dem Brustbein. cubiti).und ums Erbsenbein. Schultergürtel (✑ Abb. I = Mittelhandknochen des Daumens) (Ossa digitorum= Phalanges) Handwurzelknochen-Merkspruch: Ein Schiffchen fuhr im Mondenschein ums Dreieck. Einzelheiten sind der Abbildung 5. 5.2 Obere Extremität Oberarm Unterarm 1 Oberarmknochen 2 Unterarmknochen • Speiche (Radius) • Elle (Ulna) (Humerus) Handwurzel (Carpus) 8 Handwurzelknochen proximale Reihe (von radial nach ulnar) • Kahnbein (Os scaphoideum) • Mondbein (Os lunatum) • Dreieckbein (Os triquetrum) • Erbsenbein (Os pisiforme) distale Reihe (von radial nach ulnar) • großes Vieleckbein (Os trapezium) • kleines Vieleckbein (Os trapezoideum) • Kopfbein (Os capitatum) • Hakenbein (Os hamatum) Hand (Manus) Mittelhand (Metacarpus) 5 Mittelhandknochen Finger (Digiti) 14 Fingerknochen (Ossa metacarpi = Metacarpalia I bis V. Obere Extremität – Gliederung der Knochen. 5. der allerdings vorn durch das Brustbein verschlossen wird. Außerdem ist er Ansatz.26. Vieleck klein – ein Kopf.3 Schultergürtel und obere Extremität Schultergürtel und obere Extremität bilden eine Einheit. Seite 113). Muskeln Schultergürtel und Arm sind durch drei große Gelenke verbunden: – Schultergelenk (Art. Tab.3 Spezielle Knochen. der muss beim Haken sein. Merke Der Schultergürtel verbindet die Arme mit dem Rumpf. radiocarpalis). Schultergelenk (Art. Knochenteile sind – die Gelenkfläche des Schulterblattes (liegt unterhalb des Schulterecks) und – der Oberarmkopf (Caput humeri). Er liegt dem Thorax locker auf. Knochenverbindungen. – Handgelenk (Art. Obere Extremität Alle Armknochen.

– sehr weite Gelenkkapsel. kaum Knochenführung). Im Bereich des Schultergelenkes liegt zur Minderung der Reibung eine große Zahl von Schleimbeuteln. 5. Merkmale des Schultergelenkes Das Schultergelenk als Kugelgelenk bietet einen sehr großen Bewegungsspielraum durch – relativ kleine Kontaktflächen (großer Gelenkkopf. d. – durch das Zusammenwirken mit den Schlüsselbeingelenken wird eine beträchtliche Erweiterung des Bewegungsumfanges ermöglicht.und Bewegungssystem Ansicht von vorn Schlüsselbein (Clavicula) äußeres Schlüsselbeingelenk (Articulatio acromioclavicularis) Schultereck (Acromion) Schultergelenk (Articulatio humeri) inneres Schlüsselbeingelenk (Articulatio sternoclavicularis) mit Discus Handgriff des Brustbeins (Manubrium sterni) Oberarmknochen (Humerus) Ansicht von hinten Schlüsselbein (Clavicula) Schultereck (Acromion) Schultergelenk (Articulatio humeri) Schulterblatt (Scapula) Oberarmknochen (Humerus) Elle (Ulna) Speiche (Radius) Abb. h.25 Schultergürtel. – überwiegend Muskelführung. kleine Gelenkpfanne.5 112 Stütz. .

radiocarpalis) (Proc. Rippenseite des Schulterblattes (Collum chirurgicum) (Facies costalis) Obergrätengrube (Fossa supraspinata) Rabenschnabelfortsatz (Processus coracoideus) Oberarmknochen (Humerus) Oberarmköpfchen Schultereck (Capitulum humeri) (Acromion) Oberarmrolle Schulterblattgräte (Trochlea humeri) (Spina scapulae) innerer Obergelenkknorren (Epicondylus medialis) Ellenbogengelenk äußerer Obergelenkknorren (Epicondylus lateralis) (Articulatio cubiti) Radiuskopf (Caput radii) Untergrätengrube Elle (Fossa infraspinata) (Ulna) Speiche (Radius) Ellenkopf (Caput ulnae) Griffelfortsatz proximales Handgelenk (Art. Rechte obere Extremität und Schulterblatt (rechter Arm). humeroradialis) mit Speichenkopf und Oberarmköpfchen (Kugelgelenk) und . Ellenbogengelenk (Art. – Oberarm-Speichen-Gelenk (Art. die Speiche (Radius) daumenwärts. 5.3 Spezielle Knochen. humeroulnaris) mit Oberarmrolle und Ellenhaken (Scharniergelenk). die von einer gemeinsamen Ge- Abb.26 lenkkapsel umschlossen werden. P Die ❑ geringe Knochenführung.5. styloideus ulnae) Handwurzel (Carpus) Mittelhand (Metacarpus) Grundglied (Phalanx proximalis) Fingerglieder (Phalanges) Mittelglied (Phalanx media) Endglied (Phalanx distalis) Die Elle (Ulna) liegt kleinfingerwärts. cubiti) Das Ellenbogengelenk wird aus drei Teilgelenken gebildet.bzw. die schlaffe Kapsel sowie die fehlende Bänderführung sind Ursachen häufiger Luxationen.und Muskellehre anatomischer Hals 113 Oberarmkopf (Collum anatomicum) (Caput humeri) chirurgischer Hals Vorder. – Oberarm-Ellen-Gelenk (Art.

Handwurzel-Mittelhand-Gelenke (Carpometacarpalgelenke). Die distale Radiusfraktur ist eine der häufigsten Frakturen überhaupt. pronator quadratus) Abb. Bewegungen: Palmarflexion – Dorsalflexion.5 114 Stütz. biceps brachii) Auswärtsdreher (M. • Ulna (durch einen Discus von den Handwurzelknochen getrennt). Das proximale Ellen-Speichen-Gelenk bildet mit dem distalen Ellen-Speichen-Gelenk ein Drehgelenk. Bewegungen im Daumensattelgelenk: Abduktion – Adduktion (Daumen wird vom Zeigefinger abgespreizt und wieder herangeführt).und Auswärtsdrehung der Hand. runder Einwärtsdreher (M. Gelenktyp: Eigelenk. Das Carpometacarpalgelenk I ist das Daumensattelgelenk und liegt zwischen Os trapezium und Os metacarpale I. Bewegungen: Palmarflexion (Beugung der Hand handflächenwärts) – Dorsalflexion (Bewegung der Hand handrückenwärts). Gelenktyp: Scharniergelenk. • proximale Handwurzelknochenreihe. metacarpalis) zwischen proximaler und distaler Handwurzelknochenreihe. Radialabduktion (Bewegung der Hand zur Speiche) – Ulnarabduktion (Bewegung der Hand zur Elle). Handgelenke – proximales Handgelenk (Art.und Bewegungssystem Auswärtsdrehung (Supination) zweiköpfiger Oberarmmuskel (M. Knochenteile sind • Radius. Daumensattelgelenk. . P Beim Sturz auf die Hand bricht meistens ❑ Einwärtsdrehung der Radius. Opposition – Reposition (Daumen wird aus der Abduktionsstellung dem kleinen Finger gegenübergestellt und wieder in Normalstellung zurückgeführt). 5. supinator) Elle Speiche – proximales Ellen-Speichen-Gelenk (DrehScharniergelenk – funktionell) mit Speichenkopf und Einschnitt der Elle. pronator teres) Speiche Elle viereckiger Einwärtsdreher (M. (Pronation) – distales Handgelenk (Art.27 Ein. radiocarpalis) Beteiligte Knochen bzw. Die Carpometacarpalgelenke liegen zwischen der distalen Handwurzelknochenreihe und den Basen der Mittelhandknochen.

ulnaris) (✑ Abb. 5. Inhalt: Bindegewebskörper mit Gefäßen und Nerven (Armgefäße.3 Spezielle Knochen. 9. – Aufzweigung der Oberarmarterie (A. Inhalt: – Venen der Ellenbeuge (Cubitalvenen. S. 9. Dorsalansicht Achselhöhle Einbuchtung der Körperoberfläche zwischen Rumpf und Arm.-Injektion). 9. radialis) und Ellenarterie (A. S. S. brachialis) in Speichenarterie (A. Armnerven) und regionäre Achsellymphknoten. – Fingermittelgelenke und Fingerendgelenke (proximale und distale Interphalangealgelenke) Die Fingermittel.und Muskellehre Die Carpometacarpalgelenke II bis IV sind Amphiarthrosen (straffe Gelenke).28. 185).33.5. 181. häufig genutzt zur Blutentnahme und i. Das Gelenk V lässt geringe Oppositionsbewegungen des kleinen Fingers zu. 115 Palmaransicht Speiche (Radius) Elle (Ulna) Kahnbein Mondbein (Os scaphoideum) (Os lunatum) großes Vieleckbein Erbsenbein (Os trapezium) Dreieckbein (Os pisiforme) (Os triquetrum) Hakenbein (Os hamatum) kleines Vieleckbein (Os trapezoideum) Merke Kopfbein (Os capitatum) Alle Scharniergelenke werden durch Seitenbänder (= Kollateralbänder) gesichert. 182 und Abb. Das Daumengrundgelenk ist ein Scharniergelenk.27.und -endgelenke sind Scharniergelenke.28 . Ellenbeuge Liegt zwischen Flexoren des Oberarmes und Flexoren sowie Extensoren des Unterarmes. Fingergelenke – Fingergrundgelenke (Metacarpophalangealgelenke). Elle (Ulna) Dreieckbein (Os triquetrum) Kopfbein (Os capitatum) Hakenbein (Os hamatum) ■ proximale Reihe ■ distale Reihe Speiche (Radius) Mondbein (Os lunatum) Kahnbein (Os scaphoideum) großes Vieleckbein (Os trapezium) Fingergrundgelenk Fingermittelgelenk Fingerendgelenk kleines Vieleckbein (Os trapezoideum) Knochen der Hand. Abb. Abb. Die Fingergrundgelenke II bis V sind anatomisch gesehen Kugelgelenke.v.

5

116
Tab. 5.3

Stütz- und Bewegungssystem

Verlauf und Funktion der Muskulatur des Schultergürtels

Muskeln

Verlauf

Funktion

Großer Brustmuskel
(M. pectoralis major)

Clavicula, Sternum
– Humerus

Adduktion, Anteversion und
Innenrotation im Schultergelenk

Kleiner Brustmuskel
(M. pectoralis minor)
(✑ Abb. 6.1, S. 137)

unter M. pectoralis major

Senkung des Schultergürtels,
Hebung der Rippen
(= Einatemhilfsmuskel)

Trapezmuskel
(M. trapezius)

Hinterhauptbein, Brustwirbel
– Clavicula, Scapula

Bewegungen des Schultergürtels

Breiter Rückenmuskel
(M. latissimus dorsi)

Brust- und Lendenwirbel
– Humerus

Adduktion, Retroversion und
Innenrotation im Schultergelenk

Schulterblattheber
(M. levator scapulae)

unter M. trapezius,
1. – 4. Halswirbel – Scapula

hebt Schultergürtel

Deltamuskel
(M. deltoideus)

Clavicula, Scapula
– Humerus

Abduktion, Adduktion,
Anteversion, Retroversion,
Innen- und Außenrotation im
Schultergelenk

Rückansicht

Trapezmuskel
(M. trapezius)

Deltamuskel
(M. deltoideus)

Untergrätenmuskel
(M. infraspinatus)

großer/kleiner
runder Muskel
(M. teres
major/minor)

dreiköpfiger
Armstrecker
(M. triceps brachii)

breiter
Rückenmuskel
(M. latissimus
dorsi)

Abb. 5.29

Muskeln des Schultergürtels.

Vorderansicht

Treppenmuskeln
(Mm. scaleni)

Deltamuskel
(M. deltoideus)

großer
Brustmuskel
(M. pectoralis
major)

zweiköpfiger
Armmuskel
(M. biceps brachii)

vorderer
Sägemuskel
(M. serratus
anterior)

breiter
Rückenmuskel
(M. latissimus
dorsi)

5.3 Spezielle Knochen- und Muskellehre
Muskulatur des Schultergürtels
Den Schultergürtel erreichen zahlreiche Muskeln
von allen Seiten. Dadurch ist er sehr beweglich.
Einige Muskeln setzen am Humerus (Oberarmknochen) an, wodurch das funktionelle Zusammenwirken zwischen Schlüsselbeingelenken
und Schultergelenk ermöglicht wird.
Merke

Die Schultergürtelmuskulatur dient
• der Bewegung von Schultergürtel und Arm,
• der Haltung und Fixation des Schultergürtels
(✑ Tab. 5.3).
Muskulatur des Armes
Die Muskulatur des Armes wird in Ober- und
Unterarmmuskulatur unterteilt.
Oberarmmuskulatur
Die Oberarmmuskulatur wird aus Beugern
(Flexoren) und Streckern (Extensoren) gebildet.
Wichtigster Beugemuskel ist der zweiköpfige
Oberarmmuskel (M. biceps brachii). Seine
Funktionen sind Flexion und Fixation des Ellenbogengelenkes sowie Supination des Unterarmes.
Der Gegenspieler (Antagonist) des M. biceps

117

brachii ist der dreiköpfige Oberarmmuskel
(M. triceps brachii) – Strecker genannt. Er
bewirkt die Extension des Unterarmes sowie die
Fixation des Ellenbogengelenkes.
Unterarmmuskulatur
Die Unterarmmuskeln lassen sich entsprechend
ihrer Funktion in vier Gruppen einteilen:
Pronatoren
Sie bewirken die Innenrotation von Hand und
Unterarm, also die Drehung von Elle und Speiche
in der Längsrichtung nach innen (Pronation).
Supinatoren
Sie ermöglichen die Außenrotation von Hand
und Unterarm, also die entgegengesetzte Drehung von Elle und Speiche in der Längsrichtung
nach außen (Supination).
Flexoren
Die Flexoren liegen ulnar und palmar. Sie bewirken die Palmarflexion im Handgelenk und
Flexion der Finger.
Extensoren
Die Extensoren liegen radial und dorsal. Sie
bewirken die Dorsalextension im Handgelenk
und Extension der Finger.

Palmaransicht

Dorsalansicht

Palmaransicht

Flexorengruppe
für Handgelenk
und Finger

Extensorengruppe
für Handgelenk
und Finger

Halteband der
Beugersehnen

Halteband der
Streckersehnen

(Retinaculum flexorum)

(Retinaculum extensorum)

Hohlhandsehne
(Aponeurosis palmaris)

Sehnenscheiden
(Vaginae tendines)

Muskeln und Bänder von Unterarm und Hand.

Abb. 5.30

5

118

Stütz- und Bewegungssystem

langer radialer
Handstrecker
Oberarmspeichenmuskel

Knorrenmuskel
(M. anconeus)

(M. brachioradialis)

runder
Einwärtsdreher
(M. pronator teres)

ulnarer Handstrecker

Kleinfingerstrecker

(M. palmaris longus)

(M. extensor digiti minimi)

oberflächlicher
Fingerbeuger

(M. extensor digitorum)

(M. flexor digitorum
superficialis)

Fingerstrecker
ulnarer Handstrecker
(M. flexor carpi ulnaris)

Abb. 5.31

kurzer radialer
Handstrecker
(M. extensor carpi
radialis brevis)

(M. extensor carpi ulnaris)

radialer Handstrecker
(M. flexor carpi radialis)

langer
Hohlhandmuskel

(M. extensor carpi
radialis longus)

langer
Daumenabzieher
(M. abductor pollicis
longus)

kurzer
Daumenstrecker
(M. extensor pollicis
brevis)

Halteband
(Retinaculum
extensorum)

Unterarmmuskulatur.

Merke

Die im Unterarm liegenden Flexoren und Extensoren (= lange Fingermuskeln) sind über
lange Sehnen mit den Fingergrund-, Fingermittel- und Fingerendgliedern verbunden. Sie
verlaufen im Bereich der Hand- und Fingergelenke in Sehnenscheiden (= Gleitschutz).
Haltebänder (Retinacula) fixieren die Sehnenscheiden.
Handmuskulatur
Die herausragende Fähigkeit der menschlichen
Hand ist die Greiffunktion. Sie wird durch die
Oppositionsfähigkeit des Daumens möglich,
d. h., der Daumen kann den übrigen Fingern
gegenübergestellt werden.
Für diese Greiffunktion steht ein komplizierter
Muskelapparat der Hand zur Verfügung:
– 4 Muskeln des Daumenballens und
– 4 Muskeln des Kleinfingerballens.

Innervation
Die Muskulatur der oberen Extremitäten wird
von Nerven versorgt, die aus dem Armgeflecht
(Plexus brachialis) hervorgehen (N. radialis, N.
ulnaris, N. medianus; ✑ Abb. 17.21, S. 358).
5.3.4 Beckengürtel und untere Extremität
Beckengürtel und untere Extremität haben Halteund Stützfunktion. Deshalb sind hier die Knochen und Gelenke viel kräftiger ausgebildet als
beim Schultergürtel und der oberen Extremität.
Beckengürtel
Der Beckengürtel stellt im Unterschied zum
Schultergürtel einen geschlossenen Ring dar.
Aufgaben
– Verbindung der Beine mit dem Rumpf.
– Übertragung der Körpermasse von der Wirbelsäule auf die beiden Oberschenkelknochen.

5.3 Spezielle Knochen- und Muskellehre

119

männliches Becken
(Pelvis masculinum)

Vorgebirge
(Promontorium)

Darmbeinkamm
(Crista iliaca)

Kreuzbein
(Os sacrum)

vorderer oberer Darmbeinstachel
Hüftbein

(Spina iliaca anterior superior)

(Os coxae)

vorderer unterer Darmbeinstachel
(Spina iliaca anterior inferior)

Hüftgelenkpfanne
(Acetabulum)

Hüftloch
(Foramen obturatum)

Schambeinwinkel

Hüftbein

(Angulus pubis: 70°–75°)

(Os coxae)

Darmbeinkamm

hinterer oberer
Darmbeinstachel

(Crista iliaca)

vorderer oberer Darmbeinstachel

(Spina iliaca posterior
superior)

(Spina iliaca anterior superior)
(Spina iliaca anterior inferior)

hinterer unterer
Darmbeinstachel

Hüftgelenkpfanne

(Spina iliaca posterior
inferior)

vorderer unterer Darmbeinstachel

(Acetabulum)

Sitzbeinstachel
(Spina ischiadica)

bilden zusammen
das Hüftbein

Schambein

(Os pubis)

Darmbein

(Os ilium)

Hüftloch

Sitzbeinhöcker

(Foramen obturatum)

(Tuber ischiadicum)

Sitzbein

weibliches Becken

(Os ischii)

(Pelvis femininum)

Darmbeingrube
(Fossa iliaca)

Darmbein-Kreuzbein-Gelenk
(Articulatio sacroiliaca)

Schambeinhöcker
(Tuberculum pubicum)

Hüftgelenkpfanne
(Acetabulum)

Schambeinfuge
(Symphysis pubica)

Schambeinbogen
(Arcus pubis: 90°–100°)

Bei den Darmbein-Kreuzbein-Gelenken sind
die Gelenkflächen unregelmäßig und ineinander verkeilt. Die Gelenkkapsel ist sehr
eng, fest und durch Gelenkbänder vielfältig
verstärkt. Eigentliche Bewegungen sind
nicht möglich. Sie wirken federnd.

Becken und Hüftbein.

Abb. 5.32

5

120

Stütz- und Bewegungssystem

Zu diesem Zweck ist er, im Unterschied zum
Schultergürtel, als stabiler Ring fest mit der
Wirbelsäule verbunden.
– Gebärkanal.
– Ansatz- und Ursprungsstelle von Bauch-,
Rücken- und Gesäßmuskeln.
– Schutz der Beckenorgane.
Knochen
Der Beckengürtel besteht aus
1 Kreuzbein (Os sacrum),
2 Hüftbeinen (Ossa coxae) sowie
l Steißbein (Os coccygis).
Jedes Hüftbein wiederum setzt sich aus drei miteinander verwachsenen Knochen zusammen:
– dem Darmbein (Os ilium),
– dem Schambein (Os pubis) und
– dem Sitzbein (Os ischii).
Merke

Die Hüftgelenkpfanne (Acetabulum) wird
von Teilen der Körper aller drei Teilknochen
des Hüftbeines gebildet und besitzt einen
halbmondförmigen Gelenkknorpel.
Knochenverbindungen
• Darmbein-Kreuzbein-Gelenke (Iliosacralgelenke) verbinden die Hüftbeine im Bereich
der Darmbeinschaufeln mit dem Kreuzbein.
Wegen der sehr straffen, knappen Gelenkkapsel sind praktisch keine Bewegungen möglich.
Die Gelenke sind wichtig für die Elastizität des
Beckens und die Federung der Wirbelsäule.

• Schambeinfuge (Symphysis pubica) verbindet
die beiden Hüftbeine im Bereich der Schambeine mittels Faserknorpel.
Gestalt
Das Becken ist trichterförmig gebaut. Der Innenraum wird durch die Grenzlinie (Linea terminalis), die vom Promontorium bogenförmig zum
Oberrand der Symphyse verläuft, gegliedert in
– großes Becken oberhalb der Grenzlinie zwischen den beiden Darmbeinschaufeln,
– kleines Becken (= Beckenkanal) mit Beckeneingang und Beckenausgang unterhalb der
Grenzlinie.
– Die Beckeneingangsebene ist im Stand vorn
nach unten geneigt.
Verbindet man die beiden Sitzbeinhöcker durch
eine Linie miteinander, entstehen zwei Dreiecke:
– ventral das Trigonum urogenitale für den
Durchtritt der Harn- und Geschlechtsorgane;
– dorsal das Trigonum rectale für den Durchtritt des Rectums (✑ Abb. 5.33).
Geschlechtsunterschiede (✑ Abb. 5.32, S. 119)
– Männliches Becken: Untere Schambeinäste
bilden spitzen Winkel. Das männliche Becken
ist hoch, schmal und eng.
– Weibliches Becken: Untere Schambeinäste
bilden stumpfwinkligen Bogen. Das weibliche
Becken ist flach, breit und weit.
Untere Extremität
Die untere Extremität ist beim Menschen als
Stützorgan ausgebildet.
Gliederung und Bau:
(✑ Tab. 5.4, S. 122 und
Abb. 5.34)

großes Becken

Durchtritt des Rectums
(Trigonum rectale)

Durchtritt der Harn- und
Geschlechtsorgane
kleines Becken

Abb. 5.33

Knöchernes Becken.

(Trigonum urogenitale)

Alle Beinknochen, außer Fußwurzelknochen,
sind Röhrenknochen.
Der Oberschenkelknochen (Femur) ist der
größte Knochen des
Menschen. Sein Kopf
(Caput femoris) ist
durch den Schenkelhals
vom Schaft abgespreizt,
wodurch der Schenkelhalswinkel (= Kollodiaphysenwinkel) von ca.
125 ° entsteht.

5.3 Spezielle Knochen- und Muskellehre

Ventralansicht

121

Dorsalansicht
Oberschenkelkopf
(Caput femoris)

großer Rollhügel
(Trochanter major)

Oberschenkelhals
(Collum femoris)

großer Rollhügel
(Trochanter major)

kleiner Rollhügel
(Trochanter minor)

Schaft des
Oberschenkelknochens
(Corpus femoris)

innerer Gelenkknorren
(Condylus medialis femoris)

Kniescheibe
(Patella)

äußerer
Gelenkknorren
des Schienbeins
(Condylus lateralis tibiae)

Wadenbeinkopf

(Tuberositas tibiae)

Wadenbeinkörper

äußerer
Gelenkknorren

(Epicondylus medialis femoris)

(Condylus lateralis
femoris)

innerer Gelenkknorren
des Schienbeins
(Condylus medialis tibiae)

Das stärkere Schienbein (Tibia)
liegt medial, das schwächere
Wadenbein (Fibula) lateral im
Unterschenkel.

Schienbeinkörper
(Corpus tibiae)

mittlerer (innerer)
Knöchel
(Ossa tarsalia)

Gelenkknorrengrube
(Fossa intercondylaris)

(Corpus fibulae)

Fußwurzelknochen

(Epicondylus lateralis
femoris)

innerer
Obergelenkknorren

(Caput fibulae)

Ansatzstelle des
Kniescheibenbandes

äußerer
Obergelenkknorren

(Malleolus medialis)

seitlicher (äußerer)
Knöchel
(Malleolus lateralis)

Malleolengabel

Mittelfußknochen
(Ossa metatarsi)

Zehenknochen
(Ossa digitorum pedis)

Knochen der unteren Extremität.

Abb. 5.34

5

122
Tab. 5.4

Stütz- und Bewegungssystem

Untere Extremität – Gliederung und Knochen.
Untere Extremität

Oberschenkel

Unterschenkel

1 Oberschenkelknochen

Fuß

(Pes)

2 Unterschenkelknochen
• Schienbein (Tibia)
• Wadenbein (Fibula)

(Femur)

Fußwurzel (Tarsus)
7 Fußwurzelknochen
proximale Reihe
• Sprungbein (Talus)
• Fersenbein (Calcaneus)
• Kahnbein (Os naviculare)
distale Reihe
• mediales Keilbein (I)

Mittelfuß (Metatarsus)
5 Mittelfußknochen

Zehen (Digiti)
14 Zehenknochen

(Ossa metatarsi = Metatarsalia I – V;
I = Mittelfußknochen der Großzehe)

(Ossa digitorum = Phalanges)

(Os cuneiforme mediale)

• mittleres Keilbein (II)
(Os cuneiforme intermedium)

• laterales Keilbein (III)
(Os cuneiforme laterale)
(Os cuboideum)

• Würfelbein

Fußknochen von oben

Fersenbein
(Calcaneus)

Sprungbein
(Talus)

Würfelbein
(Os cuboideum)

Kahnbein
(Os naviculare)

Keilbeine

Fußknochen von medial

(Os cuneiforme mediale,
intermedium, laterale)

Wadenmuskel

Mittelfußknochen
(Ossa metatarsi I – V)

(M. gastrocnemius)

Zehenknochen

(Tibia)

Schienbein
Sprungbein

(Phalanges)

(Talus)

Zehengrundglied

Achillessehne

(Phalanx proximalis)

(Tendo calcaneus)

Zehenmittelglied

Fersenbein

(Phalanx media)

(Calcaneus)

Zehenendglied
(Phalanx distalis)

Abb. 5.35

Knochen des Fußes.

Längsgewölbe des Fußes

(Caput femoris) Hüftgelenkbänder (Ligg. Abb. Merkmale • Kugelgelenk mit eingeschränkter Beweglichkeit (Nussgelenk). Knochenteile sind Femur-Condylen und Tibia-Condylen sowie die Patella. derbe Kapsel. weil der Hüftkopf von der Hüftpfanne zu zwei Dritteln umschlossen wird. genus) und – oberes Sprunggelenk (Art. den äußeren die Fibula. collaterale tibiale) (Patella) äußerer Meniscus (Meniscus lateralis) Meniscus Innenband (Lig. talocruralis).36 • Verstärkung durch 4 kräftige Bänder.37 . quadriceps Gelenkkapsel (Lig. ileofemorale) ist das stärkste Band des Menschen. Daher geringe Luxationsgefahr und gute Knochenführung. Beteiligte Knochen bzw. Aufgrund der Beteiligung von zwei Knochen sind zusätzliche Federwege eingebaut. Oberschenkelknochen Rückansicht (Femur) (M. Knochenteile des Hüftgelenks sind Hüftgelenkpfanne mit ausgeprägter Gelenklippe und kugelförmigem Oberschenkelkopf (= Hüftkopf). Abb. 5. quadriceps femoris) vorderes Kreuzband (Lig. cruciatum anterior) hinteres Kreuzband Sehne des M.5. Hüftbein (Os coxae) Hüftgelenkpfanne (Acetabulum) Oberschenkelkopf Knochenverbindungen. die auch den Oberschenkelhals teilweise mit einschließt. Muskeln Beckengürtel und Bein sind durch drei große Gelenke verbunden: – Hüftgelenk (Art. 5. articulatio coxae) Hüftgelenk (Art. coxae) Beteiligte Knochen bzw. genus) Das Knieglenk ist das größte Gelenk des Menschen. – Kniegelenk (Art. Kniegelenk (Art. Bewegungsmöglichkeiten. coxae).3 Spezielle Knochen. popliteus) Schleimbeutel (Bursa synovialis) Schienbein Synovialmembran (Tibia) Wadenbein (Fibula) Rechtes Kniegelenk. cruciatum posterior) innerer Meniscus (Meniscus medialis) (Capsula articularis) Außenband Kniescheibe (Lig. collaterale fibulare) Kniekehlenmuskel (M. • Weite. sagittal vierköpfiger Oberschenkelmuskel 123 Hüftgelenk. Es erlaubt Bewegungen um zwei Hauptachsen.und Muskellehre Malleolengabel (= Knöchelgabel) Den inneren Knöchel der Malleolengabel bildet die Tibia. Das Darmbein-Oberschenkelband (Lig.

durch Muskellähmungen und aufgrund schlechten Schuhwerks können Gefügestörungen (= Deformitäten) auftreten. 1) = Darmbein-Lenden-Muskel (M. 5. Oberes Sprunggelenk (Art. Der überwiegende Teil von ihnen zieht über das Hüftgelenk direkt zum Oberschenkel. Schneidermuskel). Längswölbung verstärkt. Drehungen am Knie bei fixiertem Unterschenkel (Ski. 5. vorderes und hinteres Kreuzband zwischen den Femurcondylen. Fersen. Heranziehen.39 . Längswölbung abgeflacht (als Extremform Plattfuß). cruciatum posterior) Abb. ❑ da es am wenigsten durch Muskelmassen geschützt ist. talocruralis) Beteiligte Knochen bzw.und Kahnbein (ermöglicht die Pronations-/Supinationsbewegungen des Fußes). Jeder Meniscus ist durch kräftige Bänder mit der Gelenkkapsel verankert. • Ungleichheiten der Gelenkflächen werden durch zwei halbmond. B. direkte Gewalt (Autoarmaturenaufprall) zu Patella. Außen. pectineus) Tiefe Hüftmuskeln. Muskulatur und ihre Funktionen Die Muskeln im Bereich der Hüftregion ermöglichen die verschiedensten Bewegungen des Beines wie Beugen. Andere wiederum verlaufen über das Kniegelenk zum Unterschenkel und ermöglichen so die Bewegung von Hüft.und keilförmige Menisci (Innen. • Stabile Bandführung (z. psoas minor) großer Lendenmuskel1) (M. iliopsoas). B. – Zehenendgelenke. P Das Kniegelenk erleidet häufig Verletzungen. • 4 Hauptbewegungen: Extension und Flexion. – Zehenmittelgelenke (außer Großzehe = Hallux.als auch Kniegelenk (z. Weitere Knochenverbindungen der Fußwurzel und des Fußes sind – unteres Sprunggelenk zwischen Sprung-. B. Der Fuß besitzt je ein Quer.und Fußballsport) lösen Bandschäden aus. Hüftmuskulatur 1.oder supracondylären Femurfrakturen. Strecken. • Sehr weite Kapsel. Merkmale • Drehscharniergelenk. cruciatum anterior) Gelenkflächen des Schienbeins äußerer Meniscus (Meniscus lateralis) innerer Meniscus (Meniscus medialis) hinteres Kreuzband (Lig.und Bewegungssystem vorderes Kreuzband (Lig. Abb. die durch Muskeln und Bänder gehalten werden.und Innenrotation (nur in Beugestellung).38 Menisken des rechten Kniegelenks. die kein Mittelgelenk besitzt).und Außenmeniscus) ausgeglichen. Knochenteile des oberen Sprunggelenkes sind Sprungbein und Malleolengabel. wie z. – Fußwurzel-Mittelfuß-Gelenke zwischen Fußwurzel und proximalen Enden der Mittelfußknochen. Sturz in senkrechter Richtung (Absprung) führen zu Tibiakopfbrüchen. Spreizen und Rotationen.und Längsgewölbe. Funktion: Flexion im Hüftgelenk. Kräftige Seitenbänder sichern die Scharnierbewegung. inneres und äußeres Seitenband). iliacus) Leistenband (Lig. Vordere Muskelgruppe • Darmbein-Lenden-Muskel (M. Senkfuß: Hohlfuß: Spreizfuß: – Zehengrundgelenke. iliopsoas) kleiner Lendenmuskel1) (M. Querwölbung abgeflacht. P ❑ Durch schlaffe Bänder. psoas major) Darmbeinmuskel1) (M.5 124 Stütz. inguinale) Kammmuskel (M.

pectineus) langer Anzieher (M. gluteus medius). Abduktion. inguinale) Kammmuskel (M. soleus) (M.5. Extensorengruppe – Vierköpfiger Oberschenkelmuskel (M. rectus femoris) äußerer Oberschenkelmuskel2) Kniescheibe (M. Abb.3 Spezielle Knochen. gluteus maximus) (Lig. quadratus lumborum) Darmbeinmuskel1) (M. semimembranosus) (Patella) (M. Funktion: Extension. peroneus longus) vorderer Schienbeinmuskel (M. adductor longus) schlanker Muskel zweiköpfiger Oberschenkelmuskel (M. gastrocnemius) Schollenmuskel (M. quadriceps femoris) zusammengefasst. sartorius) halbsehniger Muskel gerader Oberschenkelmuskel2) (M. quadriceps femoris). Untere Extremität – wichtige Muskeln. besteht aus vier Teilmuskeln (für intramuskuläre Injektionen ist der M. tibialis anterior) Achillessehne (Tendo calcaneus) 1) Diese Muskeln bilden den Darmbein-Lenden-Muskel (M. vastus lateralis wichtig). gracilis) Schneidermuskel (M. semitendinosus) halbmembranöser Muskel (M. Die gemeinsame kleiner Lendenmuskel1) (M. • kleiner Gesäßmuskel (M. psoas minor) großer Lendenmuskel1) viereckiger Lendenmuskel (M. 2) Diese Strecker (Extensoren) und der verdeckte mittlere Schenkelmuskel (M. • mittlerer Gesäßmuskel (M. iliopsoas). 125 Oberschenkelmuskulatur 1. biceps femoris) (M. gluteus maximus). iliacus) großer Gesäßmuskel Leistenband (M. vastus lateralis) innerer Oberschenkelmuskel2) (M. psoas major) (M. Hintere Muskelgruppe • Großer Gesäßmuskel (M. gluteus minimus). 5. vastus intermedius) werden unter dem Begriff vierköpfiger Oberschenkelmuskel (M. vastus medialis) langer Wadenbeinmuskel Zwillingswadenmuskel (M. Adduktion im Hüftgelenk.40 .und Muskellehre 2.

tibialis anterior) Zwillingswadenmuskel (M. gastrocnemius) Abb. biceps femoris) Adduktion im Hüftgelenk Adduktoren Dorsal. quadriceps femoris) zweiköpfiger Oberschenkelmuskel großer Gesäßmuskel (M. quadriceps femoris) Streckbewegung im Hüft.5 126 Stütz. .und Plantarflexion vorderer Schienbeinmuskel (M.41 Untere Extremität – Bewegungsmöglichkeiten.und Kniegelenk vierköpfiger Oberschenkelmuskel (M. gluteus maximus) (M.und Bewegungssystem Flexion im Hüftgelenk DarmbeinLenden-Muskel (M. 5. iliopsoas) Flexion im Kniegelenk Extension im Kniegelenk vierköpfiger Oberschenkelmuskel (M.

dem großen Rollhügel und dem vorderen oberen Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior) großer Rollhügel (Trochanter major) intragluteale Injektion Einstichstelle Darmbeinkamm (Crista-Methode nach Sachtleben): (Crista iliaca) beim Erwachsenen 3 Querfinger breit caudal der gedachten Linie Mitte des Darmbeinkammes und dem großen Rollhügel großer Rollhügel (Trochanter major) laterale Vastus-Injektion Einstichstelle: Mitte des seitlichen Oberschenkels äußerer Obergelenkknorren (Epicondylus lateralis femoris) großer Rollhügel (Trochanter major) Intramuskuläre Injektionen – häufigste Verabreichungsorte.und Muskellehre 127 Deltoideus-Injektion Einstichstelle: oberes mittleres Drittel Deltamuskel (M.42 . deltoideus) intragluteale Injektion höchster Punkt des Darmbeinkammes Einstichstelle (Crista iliaca) (Methode nach von Hochstetter): vorderer oberer Darmbeinstachel ventraler Muskelbereich zwischen dem höchsten Punkt des Darmbeinkammes.3 Spezielle Knochen.5. Abb. 5.

Hier beginnen der Verdauungsund der Atmungstrakt. – Hinterhauptbein (Os occipitale). gastrocnemius und M. setzt an der Tuberositas tibiae an. Er befindet sich mit den wichtigsten Sinnesorganen an oberster Stelle des menschlichen Organismus und hat so außerordentlich große Bedeutung beim Erkennen der Umwelt. P Intramuskuläre Injektionen sind tiefe Injek❑ tionen in einen Muskel. – Halbmembranöser Muskel (M. Extensorengruppe (vorn) – Vorderer Schienbeinmuskel (M. Dafür gibt es im Wesentlichen drei Verabreichungsorte (✑ Abb. – Kammmuskel (M. Funktion: Extension im Hüftgelenk und Flexion im Kniegelenk. Der Schädel gliedert sich in Gehirnschädel und Gesichtsschädel. gluteus medius) im Bereich zwischen Darmbeinkamm und der Verbindungslinie zwischen vorderem und hinterem oberem Darmbeinstachel. gracilis). Schädel (Cranium) Der Schädel ist das Knochengerüst des Kopfes. 2. semimembranosus) begrenzt die Kniekehle medial. Knochenverbindungen Die Knochen des Schädeldaches werden durch Knochennähte miteinander verbunden.128 5 Stütz. 5.5 Kopf (Caput) Der Kopf (Caput) ist durch den Hals gut beweglich mit dem Rumpf verbunden. Unterschenkelmuskulatur 1. Funktion: Adduktion im Hüftgelenk. Adduktorengruppe – Schlanker Muskel (M. sodass das Verletzungsrisiko vermindert wird. in die die Patella als Umlenkrolle vor dem Kniegelenkspalt eingelagert ist. biceps femoris) begrenzt die Kniekehle lateral. Die wichtigsten sind: – Kranznaht (Sutura coronalis) zwischen Stirnbein und Scheitelbeinen. – Achillessehnenverletzungen (Teil. – Pfeilnaht (Sutura sagittalis) zwischen den . gastrocnemius – Caput mediale und laterale) und Schollenmuskel (M. Bei Säuglingen ist der Gesichtsschädel durch die fehlende Kaufunktion (dadurch unvollständig ausgebildete Kiefer) geringer ausgeprägt. pectineus).3. 3. Typisch für diese Verletzungen sind plötzlich auftretende akute Schmerzen und Funktionsstörungen. 5. Anheben der Zehen. vastus lateralis) auf der Mitte einer gedachten Linie zwischen großem Rollhügel und äußerem Obergelenkknorren. • mittlerer Gesäßmuskel (M. Er gliedert sich in Zwillingswadenmuskel (M. 2.und Bewegungssystem Endsehne des Muskels. deltoideus) an der Außenseite des Schultergelenks. Oft betroffen sind M. Durch lockeres Aufwärmen vor sportlicher Betätigung wird der Stoffwechsel der Muskulatur aktiviert und die Dehnbarkeit der Muskelfasern verbessert. Er dient als Schutz des Gehirns und wichtiger Sinnesorgane. Flexorengruppe – Zweiköpfiger Oberschenkelmuskel (M. Funktion: Plantarflexion. Supination des Fußes. – Schneidermuskel (M. quadriceps femoris. adductor longus). die innere und äußere Schädelbasis und die Schädelhöhle mit dem Gehirn. – Langer Adduktor (M. • seitlicher Oberschenkelmuskel (M. Flexion im Kniegelenk (nur M. soleus). – Stirnbein (Os frontale).oder komplette Risse). Häufige Weichteilverletzungen des Beines sind: – Muskelzerrungen und Muskelfaserrisse. semitendinosus) begrenzt die Kniekehle medial. tibialis anterior). – Halbsehniger Muskel (M. sartorius) Funktion: Bewegung und Haltung im Hüftund Kniegelenk.42): • Deltamuskel (M. triceps surae) über Achillessehne am Fersenbeinhöcker befestigt. Knochen des Schädeldaches (Calvaria): – Scheitelbein (Os parietale). gastrocnemius). Flexorengruppe (hinten) – Dreiköpfiger Wadenmuskel (M. Funktion: Dorsalflexion (Fußbewegung nach oben). Gehirnschädel (Neurocranium) Am Gehirnschädel unterscheidet man das Schädeldach.

43 Schädel (Ansicht von ventral). 5. Schädel. Abb. Das menschliche Neugeborene hat 2 unpaarige und 2 paarige Fontanellen. die nur beim Neugeborenen vorhanden sind.3 Spezielle Knochen. Unpaarige Fontanellen – Vordere. – Stirnnaht zwischen den Stirnbeinen (beim Erwachsenen nicht mehr zu erkennen). – Lambdanaht (Sutura lambdoidea) zwischen Hinterhauptbein und Scheitelbeinen.und Muskellehre 129 Kranznaht (Sutura coronalis) Scheitelbein Stirnbein (Os parietale) (Os frontale) Lambdanaht (Sutura lambdoidea) Tränenbein Hinterhauptbein (Os lacrimale) (Os occipitale) Nasenbein Schläfenbein (Os nasale) (Os temporale) Jochbein äußerer Gehörgang (Os zygomaticum) (Meatus accusticus externus) Oberkiefer Warzenfortsatz (Maxilla) (Processus mastoideus) Griffelfortsatz (Processus styloideus) Unterkiefer (Mandibula) Scheitelbeinen.5.44 Stirnbein (Os frontale) Scheitelbein (Os parietale) Schläfenbein (Os temporale) Fontanellen Fontanellen sind straffe Bindegewebsverbindungen. große oder Stirnfontanelle an der Vereinigung Keilbein (Os sphenoidale) Tränenbein (Os lacrimale) Jochbein (Os zygomaticum) Nasenbein (Os nasale) Oberkiefer (Maxilla) Unterkiefer (Mandibula) . Abb. 5. Sie verbinden die Schädeldachknochen und ermöglichen eine Verschiebung der Knochen gegeneinander. Dies ist bedeutend für den Geburtsvorgang und das Schädelwachstum.

5. 5. Außerdem befinden sich im Bereich der mittleren Schä- .und Lambdanaht. – Hintere Seitenfontanelle zwischen Scheitelbein.und Gleichgewichtsorgan. Innenrelief Die innere Schädelbasis weist eine Dreiteilung auf. der aufgelockerten und der inneren kompakten Knochenschicht sowie der harten Hirnhaut. Mit dem äußeren Periost ist die Kopfschwarte (= funktionelle Einheit von Haut. • Keilbein (Os sphenoidale). von Kranz-. Lebensjahres.45 Schläfenbein hintere Seitenfontanelle Hinterhauptbein Fontanellen. Knochen der Schädelbasis Die Schädelbasis wird aus vier unpaarigen und einem paarigen Knochen gebildet. Im Türkensattel des Keilbeines liegt die Hypophyse. Schichten des Schädeldaches Das Schädeldach (Calvaria) besteht aus fünf Schichten (✑ Abb. Pfeil. liegt am höchsten und beinhaltet die Stirnlappen des Großhirns. Die rhombenförmige Fontanelle schließt sich bis zum Ende des 2.und Stirnnaht.und Keilbein gebildet. P Beim Geburtsvorgang sind die beiden un❑ paarigen Fontanellen wichtig. Scheitelbein und großem Keilbeinflügel. Paariger Knochen • Schläfenbein (Os temporale). Sie ist dreieckig geformt und schließt sich bis zum Ende des 1. Unpaarige Knochen • Stirnbein (Os frontale). – Die vordere Schädelgrube wird hauptsächlich von Stirn. – Die mittlere Schädelgrube wird hauptsächlich vom Keilbein gebildet.5 130 Stütz. – Kleine oder Hinterhauptfontanelle an der Vereinigung von Pfeil. • Hinterhauptbein (Os occipitale). Unterhaut und Sehnenhaube) durch Bindegewebe verschiebbar verbunden. Lebensjahres.46): der äußeren Knochenhaut (Periost). oberhalb oder unterhalb der Knochenhaut liegen. der äußeren kompakten. P Blutungen unter der Kopfschwarte können ❑ Paarige Fontanellen – Vordere Seitenfontanelle zwischen Stirnbein.und Bewegungssystem hintere kleine Fontanelle vordere große Fontanelle Stirnbein Scheitelbein vordere Seitenfontanelle Scheitelbein Pfeilnaht Hinterhauptbein Abb. Hinterhauptsbein und Warzenfortsatz. Sie ermöglichen während der Geburt eine Verformung des Schädels beim Durchtritt durch den knöchernen Beckenring der Mutter. • Siebbein (Os ethmoidale). Im Felsenbein des Schläfenbeines befinden sich Gehör.

Gesichtsschädel (Viscerocranium) Der Gesichtsschädel besteht aus 3 großen und 11 kleinen Knochen. 5. – der Unterkiefer (Mandibula) und – das Stirnbein (Os frontale).47 . Abb. beinhaltet HirnKnochenschicht stamm und Kleinhirn. Hahnenkamm (Crista galli) Stirnbein (Os frontale) vordere Schädelgrube (Fossa cranii anterior) Siebbeinplatte (Lamina cribrosa) Keilbein (Os sphenoidale) Türkensattel (Sella turcica) Schläfenbein (Os temporale) Felsenbein (Pars petrosa) mittlere Schädelgrube (Fossa cranii media) großes Hinterhauptloch (Foramen occipitale magnum) Hinterhauptbein (Os occipitale) hintere Schädelgrube (Fossa cranii posterior) Schädelbasis. liegt am innere kompakte tiefsten. Mittlere und hintere Schädelgrube werden durch das Felsenbein getrennt. Abb.und Muskellehre delgrube DurchtrittsKopfhaut stellen für Hirnnerven äußere sowie seitliche Teile Knochenhaut der Schläfenlappen des (Pericranium) Großhirns und Teile des äußere kompakte Mittelhirns.5. (Lamina interna) Die Grenze zwischen vorderer und mittlerer Schädelgrube bilden die Hinterkanten der beiden kleinen Keilbeinflügel.3 Spezielle Knochen. harte Hirnhaut 131 venöser Blutleiter (Dura mater encephali) Schichten des Schädeldaches. Knochenschicht (Lamina externa) – Die hintere Schädelaufgelockerte grube wird hauptsächKnochenschicht lich vom Hinterhaupt(Diploe) bein gebildet. 5.46 Die drei großen Knochen sind – die paarigen Oberkieferknochen (Maxilla).

– Mahlbewegung (Rotation): Seitwärtsbe• 2 Tränenbeinen (Ossa lacrimalia). delknochen in Verbindung.5 132 Stütz. • 2 Jochbeinen (Ossa zygomatica). – Scharnierbewegung: Öffnen und Schließen des Mundes. bein mit der Schädelbasis verbunden. • 2 untere Nasenmuscheln. Schläfenbein (Os temporale) Unterkiefergrube (Fossa mandibularis) Gelenkscheibe (Discus articularis) Gelenkkopf (Caput mandibulae) Schädelhöhlen Zu den Schädelhöhlen gehören die Nasenhöhle (Cavitas nasi). styloideus) Als Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales. wegungen. Nasen. Kiefergelenk (Art. an der Bildung des Kiefergelenkes beteiligt fortsatz (Proc. der an den Kieferwinkeln – Unterkiefergrube (Fossa mandibularis) des jeweils in einen Ast übergeht. sind. Sie dienen Abb. die als Muskelansatz dienen – Gelenkkopf (Caput mandibulare) am Gelenkbzw. condylaris) des Unterkiefers. die Augenhöhlen (Orbitae) und die Mundhöhle (Cavitas oris). die das Gelenk in zwei Teilgelenke gliedert.und Augenhöhlen beteiligt. 5. mastoideus) Griffelfortsatz (Proc. ✑ Tab. 1 Gaumenbein (Os palatinum). 1 Pflugscharbein (Vomer). Kronenfortsatz Tab.❑ bildungen des Gehirns zurückzuführen. temporomandibularis) Der Unterkiefer (Mandibula) besteht aus einem Die Gelenkpartner des Kiefergelenkes sind: u-förmigen Körper.und Bewegungssystem • • • • 2 Nasenbeinen (Ossa nasalia). der Masseverminderung und als Resonanzorgan. Merke Die beiden Kiefergelenke wirken bei allen Der Gesichtsschädel ist über Stirn. Knochen des Gesichtsschädels über zahlreiche P Schädelmissbildungen sind auf MissFortsätze mit fast allen anderen Gesichtsschä. Gelenkkapsel (Capsula articularis) Warzenfortsatz (Proc.48 Kiefergelenk. coronoideus) (Ramus mandibulae) füllte Hohlräume in einigen Schädelknochen bezeichnet. 1 Siebbein (Os ethmoidale) mit den 2 oberen und den 2 mittleren Nasenmuscheln. 5. liegen in unmittelbarer Nähe der Nasenhöhle und steDer Oberkiefer (Maxilla) steht als größter hen mit ihr in Verbindung. Diese Äste enden Schläfenbeins.und SiebKieferbewegungen zusammen.5 Unterkieferast Verbindungen der Nasennebenhöhlen zur Nasenhöhle. 5. Nasennebenhöhle Verbindung zur Nasenhöhle Stirnhöhle (Sinus frontalis) im Stirnbein Kieferhöhle (Sinus maxillaris) im Oberkiefer Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis) im Keilbein Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidales) im Siebbein mittlerer Nasengang mittlerer Nasengang über der oberen Nasenmuschel mittlerer und oberer Nasengang . Die 11 kleinen Knochen des Gesichtsschädels – Schlittenbewegung: Gleiten des Unterkiefers setzen sich zusammen aus nach vorn und wieder zurück. – dazwischen die Gelenkscheibe (Discus articularis). Er ist an der Bildung von Mund-.5) werden luftge(Proc. mit zwei Fortsätzen.

sternocleidomastoideus) Kopfmuskulatur. orbicularis oculi) kleiner Jochbeinmuskel Nasenmuskel (M. zygomaticus major) Kaumuskel (M. nasalis) (M.50 .und Muskellehre 133 Stirnmuskel (M. masseter) Wangenmuskel (M. levator labii superioris) Nasenmuskel (M. depressor anguli oris) Gesichts. digastricus) Kopfwendemuskel (M.oder mimische Muskulatur. buccinator) zweibäuchiger Muskel (M. 5.49 Sehnenhaube (Galea aponeurotica) ringförmiger Augenmuskel Stirnmuskel (M. zygomaticus major) Lachmuskel (M. 5. orbicularis oculi) Oberlippenheber (M. orbicularis oris) Kinnmuskel (M. orbicularis oris) Unterlippenherabzieher (M. Abb. epicranius) (M. Abb. depressor labii inferioris) (M. epicranius) ringförmiger Augenmuskel (M. mentalis) Mundwinkelherabzieher (M. depressor anguli oris) Schläfenmuskel (M. depressor labii inferioris) Kinnmuskel (M. mentalis) Mundwinkelherabzieher (M. risorius) Unterlippenherabzieher (M. epicranius) großer Jochbeinmuskel (M.3 Spezielle Knochen. temporalis) hinterer Sehnenhaubenmuskel (M. nasalis) Mundringmuskel (M. levator labii superioris) Mundringmuskel (M.5. zygomaticus minor) Oberlippenheber großer Jochbeinmuskel (M.

und Bewegungssystem Schläfenmuskel ➠ ➠ (M.51 ➠ mittlerer Flügelmuskel (M. P Das ❑ Mienenspiel (= unwillkürliche Bewegungen der Gesichtsmuskeln) ist oft Ausdruck der Stimmungslage und Gemütsverfassung. orbicularis oris). Kaumuskeln Zu den Kaumuskeln im engeren Sinne gehören 4 Paar große Muskeln: .und Lidspalte bzw. temporalis) • Kieferschließer – zieht Unterkiefer zurück Kaumuskel (M. Sie sind meist mit dem einen Ende am Schädel und mit dem anderen in der Gesichtshaut befestigt. Nasen. Merke Beim Kauen wirken alle genannten Bewegungen in komplexer Weise zusammen. sekundär die Bewegung der Gesichtshaut. Bei zentraler und peripherer Lähmung der Gesichtsnerven treten charakteristische Ausfälle auf. facialis) innerviert.5 134 Stütz. Das Kiefergelenk wird deshalb als Dreh-GleitSchiebe-Gelenk bezeichnet. die im Erweitern und Verengen der Körperöffnungen besteht. masseter) • Kieferschließer äußerer Flügelmuskel (M. pterygoideus lateralis) • Kieferöffner – zieht Unterkiefer nach vorn ➠ Abb. pterygoideus medialis) • Kieferschließer Kaumuskulatur. Kopfmuskeln Als eigentliche Kopfmuskeln werden die Gesichts. Gesichts. Alle Gesichtsmuskeln werden durch den Gesichtsnerv (N. Dadurch können Falten und Grübchen hervorgerufen werden. Wichtige ringförmige mimische Muskeln im Bereich der Körperöffnungen sind: – der ringförmige Augenmuskel (M. teils um die Körperöffnungen (Mund. 5.und Ohröffnung) und bilden die Grundlage der Wangen. orbicularis oculi) und – der Mundringmuskel (M.oder mimischen Muskeln sowie die Kaumuskeln bezeichnet. die die Mimik (individueller Gesichtsausdruck) ausmachen. P Wegen der schlaffen Gelenkkapsel besteht ❑ am Kiefergelenk die Gefahr der Verrenkung.oder mimische Muskeln Die zahlreichen mimischen Muskeln liegen unter der Gesichtshaut. Diese Besonderheit ermöglicht neben ihrer primären Funktion.

h) Sesambein. g) Schleimbeutel. 4. Welche Bedeutung haben sie? Welche Aufgaben erfüllen die Rückenmuskeln? Fertigen Sie eine Skizze von einem Brust. Daneben gibt es noch weitere Muskeln (z. B. 2. Wie kommt die Totenstarre zustande? Unterscheiden Sie isotonische und isometrische Kontraktion. pterygoideus lateralis). 14.3 Spezielle Knochen. Funktion: Die Kaumuskeln dienen der Zerkleinerung der Nahrung. 13. 22. b) das Dickenwachstum eines Knochens? Charakterisieren Sie kurz die verschiedenen Knochenverbindungen. Beschreiben Sie die physiologischen Krümmungen der Wirbelsäule. f) Sehnenscheide. 15. Beschreiben Sie Bau und Funktion folgender Gelenke: a) Schultergelenk. c) Meniscus. 21. Wo liegen die Bandscheiben und welche Funktion erfüllen sie? Welche Aufgaben hat der Brustkorb? Beschreiben Sie. trigeminus) innerviert. 6. 16. Wie kommt eine Dauerkontraktion (Tetanus) zustande? Was bedeutet. 11. 9. Beschreiben Sie den makroskopischen und mikroskopischen Bau eines Skelettmuskels. 20. Beschreiben Sie den Aufbau des Schultergürtels. pterygoideus medialis) und – der seitliche Flügelmuskel (M. Fragen zur Wiederholung 1. – der Schläfenmuskel (M. Beschreiben Sie Kontraktion und Erschlaffung eines Skelettmuskels. c) proximales Handgelenk. b) Ellenbogengelenk. Unterscheiden Sie aktiven und passiven Bewegungsapparat. die Mundboden. die indirekt auf das Kiefergelenk wirken. 12. b) Gelenklippe. 18. 5. der Muskel geht eine „Sauerstoffschuld“ ein? Nennen Sie die Hauptaufgaben der Wirbelsäule. – der mittlere Flügelmuskel (M. Warum sind Knochen Organe? Welche Knochentypen gibt es? – Nennen Sie Beispiele. 23.und Halsmuskeln). Diese Muskeln verlaufen vom Schädel zum Unterkiefer und wirken unmittelbar auf das Kiefergelenk ein. Gehen Sie dabei auf das synoviale Gelenk näher ein. Erklären Sie folgende Begriffe: a) Discus.oder Lendenwirbel an und beschriften Sie diese. Die Kaumuskeln werden durch den dreiteiligen Nerv (N. Nehmen Sie eine Gliederung der menschlichen Wirbelsäule vor. wie er in seinem Bau diesen Aufgaben gerecht wird. Beschreiben Sie den Feinbau eines Knochens. Welche Aufgaben hat die Knochenhaut? Wie erfolgt a) das Längenwachstum. temporalis). 8. 17.und Muskellehre – der Kaumuskel (M. 7. 3. e) Sehne. 19. 135 . masseter).5. d) Muskelfascie. 10.

Begründen Sie die Sonderstellung des Daumens. Welche Gebilde befinden sich a) in der Achselhöhle. c) des oberen Sprunggelenkes. Nennen Sie die Aufgaben des Beckengürtels. 40. 35.und Bewegungssystem Fragen zur Wiederholung 24. b) des Kniegelenkes. Begründen Sie.136 5 Stütz. Beschreiben Sie den Aufbau des Beckens als Ganzes. Nehmen Sie eine Gliederung des Armes vor und ordnen Sie die entsprechenden Knochen zu. Beschreiben Sie Bau und Funktion a) des Hüftgelenkes. Wo befinden sich a) Schenkelhals. b) Abduktoren und Adduktoren. 27.und Beinskelett. 30. b) in der Ellenbeuge? 28. und wie heißen diese? 44. 33. 37. 25. warum das Schultergelenk relativ häufig auskugelt. Vergleichen Sie den Aufbau von Arm. wie man diese lokalisiert. Beschreiben Sie den Aufbau des Hirnschädels. 34. Wo befindet sich die Achillessehne. In welchen Schädelknochen befinden sich Nasennebenhöhlen. . Welche mimischen Muskeln kennen Sie? Welche Bedeutung haben die mimischen Muskeln für die Krankenbeobachtung? 45. b) Malleolengabel? 36. 42. Nehmen Sie eine Gliederung des Beines vor und ordnen Sie die entsprechenden Knochen zu. b) Abduktion und Adduktion. 43. – Nennen Sie deren Aufgaben. Erkunden Sie am eigenen Arm und Bein die Lage und die Funktion von a) Flexoren und Extensoren. 39. Prägen Sie sich genau die Stellen für intramuskuläre Injektionen ein und beschreiben Sie. 32. 41. Unterscheiden Sie männliches und weibliches Becken. 29. 26. und welche Aufgabe hat sie? 38. Skizzieren Sie mit Hilfe von Strichen (= Knochen) und kleinen Kreisen (= Gelenke) ein Schema vom Handskelett. Unterscheiden Sie Kopf und Schädel. 31. Unterscheiden Sie Nähte und Fontanellen. Erkunden Sie an sich selbst die in diesem Kapitel genannten tastbaren Knochenpunkte. Formulieren Sie eine Schlussfolgerung. Beschreiben Sie den Aufbau des Gesichtsschädels. Führen Sie mit Ihrem Arm folgende Bewegungen aus. und benennen Sie die beteiligten Muskeln: a) Flexion und Extension.

6. Muskeln Zwischen den Rippen. Bauch. serratus anterior) . sternocleidomastoideus) kleiner Brustmuskel (M. Die Brustwand umschließt die Brusthöhle als eine steife Wand. obere und untere Bauchwand. Die Bauchwand umschließt Bauch. Die Skelettelemente sind in Abschnitt 5.2. bei der Ein. Zu den 4 paarigen Bauchmuskeln zählen der gerade Bauchmuskel (M. Fascia transversalis1) und Bauchfell. – mittlere Schicht. • Leistenregion.137 6 Leibeswand und Beckenboden Als Leibeswand wird die Begrenzung der Brust-. 6. pectoralis minor) Brustbein (Sternum) äußere Zwischenrippenmuskeln (Mm.4. 109 ff.und Ausatmung die Rippen zu heben bzw.und Beckenhöhle bezeichnet. hintere. – innere Schicht. intercostales externi) innere Zwischenrippenmuskeln (Mm. 1) Faszie zwischen der Innenfläche der Bauchwand und dem Bauchfell Kopfwendemuskel (M. • Bauchwand. 7. 146). rectus abdominis). obliquus internus abdominis) und der quere Bauchmuskel (M. S.2 Bauchwand 6. der innere schräge Bauchmuskel (M. zu senken. beschrieben. Dies ist die Voraussetzung für den rhythmischen Wechsel von Unterdruck (zur Einatmung) und Überdruck (zur Ausatmung) in der Brusthöhle. Man unterscheidet vordere-seitliche. also im Bereich der Zwischenrippenräume (Interkostalräume).1 Brustwand. Sie besteht aus drei Schichten: – oberflächliche Schicht. Sie haben die Aufgabe.und Beckenhöhle. liegen die äußeren (Musculi intercostales externi) und die inneren Zwischenrippenmuskeln (Musculi intercostales interni). Cutis und Subcutis. obliquus externus abdominis). flache Sehnen). • Beckenboden. S. pectoralis major) vorderer Sägemuskel (M. 4 paarige Bauchmuskeln und ihre Aponeurosen (breite. der äußere schräge Bauchmuskel (M.1 Brustwand Vordere-seitliche Bauchwand Die vordere und seitliche Bauchwand wird in neun Regionen unterteilt (✑ Abb. großer Brustmuskel (M. Im Einzelnen werden besprochen: • Brustwand. intercostales interni) Abb.3. transversus abdominis).

Obere Bauchwand Die obere Bauchwand ist das Zwerchfell (Diaphragma). 6. inguinale) Abb.3 Muskeln der vorderen und seitlichen Bauchwand und Leistenregion. der tiefen Rückenmuskulatur (M.3 Leistenregion (Regio inguinalis) Die Leistenregion (✑ Abb. – Rumpfhaltung und -bewegung. erector spinae) und dem unteren Teil des breiten Rückenmuskels (M. 143). Zu ihr gehören das Leistenband (Lig. obliquus externus abdominis) Leistenband (Lig. latissimus dorsi) (✑ Abb. 6. Die straffen Muskeln des Beckenbodens halten die Eingeweide (✑ Kap. Es trennt die Brust. Anheben des Beckens – Schutz der Bauchorgane.4). gerader Bauchmuskel (M. 116). die Rektusscheide genannt wird. dem viereckigen Lendenmuskel (M.2 Funktionen der Bauchmuskeln. rectus abdominis) querer Bauchmuskel (M. – Bauchpresse zur Druckerhöhung bei Stuhlgang. Entbindung. Aufgaben – Begrenzung der Bauchhöhle und Anpassung an unterschiedliche Volumina der Bauchorgane. .5. S. der Leistenkanal (Canalis inguinalis) und zwei Lücken in der Bauchwand (Lacuna vasorum und musculorum). P Bauchdeckenreflexe sind wich❑ tige Schutzreflexe. transversus abdominis) innerer schräger Bauchmuskel (M. obliquus internus abdominis) äußerer schräger Bauchmuskel (M. Husten. obliquus externus abdominis). den unteren sechs Rippen und der Lendenwirbelsäule erstreckt.29.von der Bauchhöhle (✑ S. 6. 6. gerade Bauchmuskeln Rumpfdrehen schräge Bauchmuskeln Vorneigen gerade Bauchmuskeln Abb. – Ausatemhilfsmuskel. quadratus lumborum). inguinale).und Gleithülle. 5. Untere Bauchwand Der Beckenboden ist die untere Begrenzung des Bauchraumes. 140) befindet sich im Winkel zwischen geradem Bauchmuskel und Leistenband. S. 6. Hintere Bauchwand Die hintere Bauchwand wird gebildet von der Lendenwirbelsäule. dem äußeren schrägen Bauchmuskel (M. das sich kuppelförmig zwischen Brustbein.6 138 Leibeswand und Beckenboden Rektusscheide Die Aponeurosen der queren und schrägen Bauchmuskeln bilden für die geraden Bauchmuskeln eine Führungs.

femoralis. 75 % die häufigsten. Netz. 119). welches vom Uterus fellöffnungen (✑ S. Im männlichen Leistenkanal befindet sich der Schwachstellen der Bauchwand Samenstrang mit Samenleiter. 2. gerade Bauchmuskeln äußere schräge Bauchmuskeln innere schräge Bauchmuskeln quere Bauchmuskeln weiße Linie (Linea alba) Funktion Beim Mann verlagert sich kurz vor der Geburt der Hoden aus der Bauchhöhle durch den Leistenkanal in den Hodensack (Descensus testis). Abb. unterhalb des Leistenbandes. 6. Hernien können angeboren oder erworben sein. Wird das unterlassen. 4 cm langen Leistenkanäle sind schräge Durchtrittstellen in der Bauchwand. Leistenkanal (Canalis inguinalis) Die beiden ca. in der Nabelregion und den ZwerchMutterband mit Gefäßen. Von den vielfältigen Formen der Hernien sind P Bei fehlender (= Bauchhöhlenhoden) oder die Leistenhernien mit ca. Ovarien (= Bruchinhalt). Durchtritt Peritoneum wird noch von der Haut (= Bruchdes Hüftlendenmuskels (M. Es begrenzt somit die Leistengegend gegen den Oberschenkel und bietet eine zusätzliche Ansatzstelle für die Bauchmuskeln. eine Lücke der Bauchwand (= Bruchpforte). femohülle) umgeben. wie Darm. und es besteht ein erhöhtes Krebsrisiko. ❑ Hier tritt der Bruchsack mit Bruchinhalt durch unvollständiger (= Leistenhoden) Hodenwanden Leistenkanal und kann bis zum Hoden reiderung in den Hodensack muss dies bis zum chen. Unter Lacuna vasorum und musculorum einem Bruch versteht man den Vorfall von Beide Lücken (oder Fächer) befinden sich Eingeweideteilen. kann später die Spermiogenese (Entwicklung der Samenzellen) gestört sein. Die geringere Temperatur Schematischer Verlauf der Bauchmuskeln. Lymphgefäßen und Nerven. 5. 139 . S. Harnblase. iliopsoas). kommend durch den Leistenkanal zu den großen P An den Schwachstellen der Bauchwand ❑ Schamlippen zieht.3 Leistenregion Leistenband (Ligamentum inguinale) Das Leistenband erstreckt sich vom vorderen oberen Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior) zum Schambeinhöcker (Tuberculum pubicum) neben der Symphyse (✑ Abb. Durchtritt von des Peritoneum parietale (= Bruchsack) durch A.4 außerhalb des Körpers ist für die spätere Funktionsaufnahme eine unabdingbare Voraussetzung. und V. N. cutaneus femoris lateralis. können Brüche (= Hernien) entstehen. Lebensjahr medikamentös oder operativ Die angeborene Leistenhernie tritt bei Jungen behandelt werden. 143). Hodengefäßen Besonders empfindlich ist die Bauchwand in der Leistengegend oberhalb und unterhalb des Leisund -nerven. Das Lacuna musculorum: liegt lateral. in eine Vorbuchtung Lacuna vasorum: liegt medial. achtmal häufiger als bei Mädchen auf.32. ralis und N.6. Der weibliche Leistenkanal enthält das runde tenbandes.

6 140 Leibeswand und Beckenboden äußerer schräger Bauchmuskel (M. obliquus externus abdominis) viereckiger Lendenmuskel (M. femoralis) Hüftnerv (N. Dieser besteht aus den Dammmuskeln (Mm. gebildet vom Afterheber . 6. die zwei Muskelplatten bilden: – Eine 1 cm dicke Bindegewebs-Muskelplatte (Diaphragma urogenitale) zwischen den Schambeinästen. femoralis) (N. iliacus) = äußere Öffnung des Leistenkanals Leistenband (Lig. femoralis) Oberschenkelvene (V. inguinale) Samenstrang (Funiculus spermaticus) Oberschenkelarterie Oberschenkelnerv (A. gebildet von den queren Dammmuskeln und dem Harnröhrenschließmuskel.5 Äußere und innere Leistenregion beim Mann. 6. femoralis) Oberschenkelarterie (A. femoralis) Leistenband (Lig.4 Beckenboden Das Zwerchfell begrenzt den Bauchraum nach oben. obturatorius) Oberschenkelvene (V. inguinale) Muskelfach unter dem Leistenband innerer Leistenring (Lacuna musculorum) (Anulus inguinalis profundus) Gefäßfach unter dem Leistenband = innere Öffnung des Leistenkanals (Lacuna vasorum) Samenstrang (Funiculus spermaticus) Abb. und der Beckenboden schließt ihn nach unten ab. quadratus lumborum) äußerer Leistenring (Anulus inguinalis superficialis) Darmbeinmuskel (M. – eine innere nach unten gewölbte trichterförmige Muskelplatte (Diaphragma pelvis) des Beckenausgangs. perinei) und den dazugehörigen Fascien.

oder Mastdarmvorfalls (Prolapsus uteri. äußere Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae externum) Merke Durch den Beckenboden treten von vorn nach hinten die folgenden Organe. Scheide und Mastdarm.6. sphincter ani externus) After (Anus) Afterheber (M. .7 Penis Hodensack (Scrotum) Dammmuskeln (Mm. Teile der Beckenbodenmuskulatur bilden die äußeren willkürlichen Schließmuskeln von Harnröhre und After. glutaeus maximus) Aufgaben der Beckenbodenmuskeln • Schließen den Beckenbodenraum ab und tragen die inneren Organe.6 Beckenboden des Mannes. levator ani) und äußeren Afterschließmuskel. 141 Scheide (Vagina) Dammmuskeln (M. Er liegt bei der Frau als schmaler Hautbereich zwischen Scheide (Vagina) und Anus und beim Mann als viel breiterer Bereich zwischen dem dorsalen Ansatz des Hodensackes (Scrotum) und dem Anus. levator ani) kommen kann und später zu Beckenbodenschwäche mit den möglichen Folgen eines Gebärmutter. • Sind Teil des Geburtskanals. Prolapsus recti).4 Beckenboden (M. levator ani) äußerer willkürlicher Afterschließmuskel (M. Abb. glutaeus maximus) Beckenboden der Frau. • Wirken bei der Bauchpresse und beim Husten mit. • Wirken bei der Verengung der Scheide mit. wird bei Erstgebärenden und Frühgeburten bei Bedarf ein Dammschnitt (= Episiotomie) durchgeführt. Abb. 6. 6. Bei der Frau: Harnröhre. transversus perinei) Damm (Perineum) äußerer willkürlicher Afterschließmuskel (M. Um dem vorzubeugen. • Sichern die Lage der Beckenorgane im Beckenraum. sphincter ani externus) großer Gesäßmuskel (M. Beim Mann: Harnröhre und Mastdarm. levator ani) großer Gesäßmuskel (M. Kitzler (Clitoris) Damm (Perineum) Als Damm wird die Gegend zwischen den äußeren Genitalorganen und dem After (Anus) bezeichnet. transversus perinei) Damm (Perineum) After (Anus) Afterheber (M. P Auf ❑ den Damm wirken während der Geburt starke Kräfte. • Wirken beim Verschluss von Harnröhre und After mit. sodass es zu Verletzungen vor allem des Afterhebers (M.

Nennen Sie Schwachstellen der Bauchwand und bestimmen Sie diese in der Abb. Bauch-. Rücken. Was verstehen Sie unter Rektusscheide? – Begründen Sie ihre Notwendigkeit. Benennen Sie die wichtigsten Brustmuskeln (mithilfe der Abbildung 6. Was befindet sich a) im männlichen und b) im weiblichen Leistenkanal? 10. Beschreiben Sie den Aufbau des Beckenbodens. 3. Was bedeutet „Descensus testis“? 11. Was versteht man unter dem Damm? – Beschreiben Sie seine Lage. 137) und er klären Sie ihre Aufgaben. 102. Beschreiben Sie den Aufbau der Brustwand.1. Bestimmen Sie in den Abbildungen 69/S. 5. 6. 6. 138 bzw. Was gehört zur Leistenregion? 8.3. S. Nennen Sie in der richtigen Reihenfolge die Schichten der vorderen Bauchwand. Welche Bauchwandabschnitte sind zu unterscheiden. Wo verlaufen a) Leistenband und b) Leistenkanal? 9. S. 6. Welche Organe treten in welcher Reihenfolge hindurch? 13.5/S. 14. . S.5.und Beckenbodenmuskeln. 2.142 6 Leibeswand und Beckenboden Fragen zur Wiederholung 1. 140.3/S. 140 und 6. und woraus bestehen sie? 4. 6. Nennen und vergleichen Sie die Funktionen von Zwischenrippen-. 12. 142 die Bauchmuskeln und nennen Sie ihre Aufgaben. 7.

– 12. Die Zwerchfellmuskeln entspringen peripher an der Innenfläche des Schwertfortsatzes und der 7. Zwerchfell (Diaphragma. Der sehnige Teil liegt zentral und bildet die rechte etwas höher stehende und linke Zwerchfellkuppel mit dem dazwischen liegenden Herzsattel. • unten: Zwerchfell. Blut. Organe: • Thymus. – 3. Es gliedert sich in einen sehnigen Teil (Centrum tendineum) und in drei muskulöse Teile (Brustbein-.143 7 Die großen Körperhöhlen Der von der Leibeswand umschlossene Innenraum ist die Leibeshöhle.und Speiseröhre sowie Nerven. • hinten: Rippen und Brustwirbelsäule. Gliederung und Lage der Brustorgane Die Brusthöhle wird durch einen Bindegewebsraum. • seitlich: Rippen.und Beckenhöhle gibt es keine scharfe Grenze. P Bei Zwerchfellbrüchen (Hiatushernien) tre❑ ten Magen. 7. Alles zusammen bildet den horizontalen Teil des Zwerchfelles. Gliederung und Organe Das Mediastinum gliedert man in: Oberes Mediastinum – zwischen Luftröhrengabel (Bifurcatio tracheae) und Hals. in die rechte und linke Pleura unterteilt. . 12. Mediastinum (Mittelfellraum).und Abbewegungen bei der Atmung folgen. 240): – Aortenschlitz (Hiatus aorticus) im Lendenteil für die Aorta und den Milchbrustgang (Ductus thoracicus).und Bauchhöhle getrennt.1 Brusthöhle (Cavitas thoracis) Die Brusthöhle liegt innerhalb des Brustkorbes und beherbergt die Brustorgane. Magen. Im Allgemeinen ist es jedoch üblich. Nieren) müssen den Auf. • große Venen (V.12. Rippen. S. Aortenbogen mit seinen Abgängen). • große Arterien (Truncus pulmonalis. Es enthält 2 größere Organe: das Herz und den Thymus (bildet sich nach der Pubertät zum thymischen Fettkörper zurück). Milz. Mittelfellraum (Mediastinum) Das Mediastinum ist der mittlere Brustraum. Jede Pleura enthält eine Lunge (✑ S. – Hohlvenenöffnung (Foramen venae cavae) im Centrum tendineum für die V. Rippen. Nebennieren. Rippe sowie am 1. Vv. • oben: obere Thoraxöffnung. Sie wird von außen wie folgt begrenzt: • vorn: Brustbein.7. Letztere ist anatomisch gesehen ein Teil der Bauchhöhle. – Speiseröhrenöffnung (Hiatus oesophageus) im Lendenteil für Speiseröhre und Vagusnerven.und Lendenteil). Merke Das Mediastinum ist in erster Linie eine Durchgangsregion für die Luft. Es erstreckt sich vom Sternum bis zu den Brustwirbelkörpern und wird seitlich von den Pleurahöhlen begrenzt. 223) Das Zwerchfell trennt als doppelkupplige muskulös-sehnige Platte die Brusthöhle von der Bauchhöhle. brachiocephalicae). ✑ Abb. cava superior. Folgende Durchtrittstellen sind wichtig (✑ Abb. Zwischen Bauch. Caudal endet es am Zwerchfell und cranial geht es ohne scharfe Grenze in den Bindegewebsraum des Halses über.und Darmteile in den Brustraum. 223). 11.und Lymphgefäße. und die ihm anliegenden Bauchorgane (Leber. Im Mediastinum liegt als 3. Dadurch stülpt sich das Zwerchfell weit in den Brustraum hinein. cava inferior. Höhle der Herzbeutel (Perikard) mit dem Herzen. Diese wird durch das Zwerchfell scharf in Brust. von drei großen Körperhöhlen zu sprechen: – der Brusthöhle. – der Bauchhöhle und – der Beckenhöhle (kleines Becken). S. Lendenwirbel und verlaufen nach oben zum Centrum tendineum.

7.1 Bauchfell (Peritoneum. Milz und quer verlaufenden Dickdarm untereinander und mit der Bauchwand. – Das große Netz (Omentum majus) ist am quer verlaufenden Dickdarm und der großen Magenkrümmung befestigt und bedeckt schürzenartig die im Unterbauch liegenden Darmabschnitte. P Entzündungen ❑ des Bauchfells (Peritonitis) sind sehr schmerzhaft. Brustlymphgang). Vagusnerven. • oben: Zwerchfell.6 m2 bildet die innere Begrenzung der Bauchhöhle. • seitlich: seitliche Bauchwand.3) Das Bauchfell mit einer Gesamtoberfläche von ca. 86) gliedert sie sich in: – wandständiges Bauchfell (Peritoneum parietale). ✑ Abb. – eingeweideseitiges Bauchfell (Peritoneum viscerale). Rippenbögen. welches Bauch. 1. Abb. welches einen großen Teil der Bauch. sodass die Leber unter dem rechten und der Magen unter dem linken Rippenbogen liegen. • unten: Beckeneingangsebene (keine scharfe Grenze). Zwischen dem Peritoneum parietale und viscerale können sich die Organe verschieben. 7.und Beckenorgane befinden.und Beckenorgane umhüllt. Die Bauchhöhle ragt weit in den knöchernen Thorax hinein. Sie wird folgendermaßen begrenzt: • vorn: vordere Bauchwand. Rippenbögen. • Lymphknoten. Darmbeinschaufeln. Teil des Mesenteriums mit Blutgefäßen und Lymphknoten Dünndarm (Intestinum tenue) Lymphknoten Kleines Netz (Omentum minus). Als seröse Höhle (✑ S. in dem sich die Bauch. 7.2. a. die mit Bauchfell überzogen sind. • hinteres Mediastinum: es enthält die Speiseröhre und zahlreiche Leitungsbahnen (u. Nischen und Aufhängebänder.144 7 Die großen Körperhöhlen • Vagusnerven. Bauchfellduplikaturen Das sind dünne Bindegewebsplatten mit Blutgefäßen. 1. Unteres Mediastinum – zwischen Bifucatio tracheae und Zwerchfell. • Endabschnitt der Luftröhre. Es erfüllt Abwehr-. – Das kleine Netz (Omentum minus) verbindet Magen. Duodenum und Leberpforte. Taschen.und Speicherfunktion. Sie verbinden Leber. • Teil der Speiseröhre.2 Bauchhöhle (Cavitas abdominalis) Als Bauchhöhle wird der Hohlraum bezeichnet. Magen (Gaster) kleines Netz (Omentum minus) Leber (Hepar) Zwölffingerdarm (Duodenum) 7. von dorsal. • hinten: Lendenwirbelsäule.1 . Magen. Es wird weiter unterteilt in • vorderes Mediastinum: zwischen Brustbein und Herzbeutel (= schmaler bindegewebiger Spalt). hintere Bauchwand. Brustaorta. • mittleres Mediastinum: es enthält das Herz mit dem Herzbeutel sowie den Zwerchfellnerv (N. Um die einzelnen Organe verschiebbar miteinander zu verbinden und zu fixieren. weil sie die Gleitfunktion beeinträchtigen. Resorptions. phrenicus). bildet das Bauchfell Falten.und Beckenwand sowie die Unterseite des Zwerchfelles bedeckt.

bei Douglas-Abszessen).2 Leber Zwerchfell (Hepar) (Diaphragma) kleines Netz (Omentum minus) Netzbeutel (Bursa omentalis) Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Magen (Gaster) Gekrösewurzel (Radix mesenterii) quer verlaufender Grimmdarm (Colon transversum) Peritoneum parietale Dünndarmgekröse (Mesenterium) großes Netz (Omentum majus) Gebärmutter (Uterus) Douglas’scher Raum (Excavatio rectouterina) Harnblase (Vesica urinaria) Excavatio vesicouterina Scheide (Vagina) Medianschnitt durch den weiblichen Bauchraum mit Verlauf des Bauchfells (grün). Dünndarm: Mesenterium. einziger Zugang ist das Foramen omentale unten rechts. Gekröse Gekröse sind Bauchfellduplikaturen. B. B. P In ❑ großes Netz (nach oben gelegt) quer verlaufender Grimmdarm (Colon transversum) absteigender Grimmdarm (Colon descendens) Dünndarmgekröse (Mesenterium) Dünndarm (Intestinum tenue) s-förmiger Grimmdarm (Colon sigmoideum) Dünndarmgekröse (Mesenterium). – die Excavatio rectouterina (= Douglas’scher Raum) als der tiefste Punkt des Bauchfells zwischen Mastdarm und Gebärmutter bei der Frau. Blut ansammeln (z. – die Excavatio rectovesicalis zwischen Mastdarm und Harnblase (Mann).3 . den Bauchfelltaschen kann sich bei Entzündungen und inneren Blutungen Eiter bzw. Merke Die Gekröse haben 2 Hauptaufgaben: • Sie enthalten die Blut. 3. Dickdarm: Mesocolon. 145 Abb. Aufhängung der sackartig umhüllten Organe. – die Excavatio vesicouterina zwischen Gebärmutter und Harnblase (Frau). 7. Magen: Mesogastricum. Bauchfelltaschen Zu den Bauchfelltaschen gehören – der Netzbeutel (Bursa omentalis) hinter Magen und kleinem Netz. Sie werden mit „Mes“ plus dem Fachnamen des Organs bezeichnet.7. z. Eileiter: Mesosalpinx. Mastdarm (Rektum) Abb. die durch das Umschlagen des Peritoneum parietale von der Körperhöhlenwand auf das Organ entstehen. 7.und Lymphgefäße sowie vegetative Nerven zur Versorgung des Organs.2 Bauchhöhle (Cavitas abdominalis) 2. • Sie dienen der Fixierung bzw.

Beispiele: Nieren. 7.7 146 Die großen Körperhöhlen 7. Samenblasen. Eileiter und Eierstöcke.oder Drüsenbauch und Unteroder Darmbauch gegliedert..4 Regionen der vorderen und seitlichen Bauchwand. Je nachdem. Milz. Oberbauch (= Drüsenbauch) Die Oberbauchorgane liegen oberhalb des quer verlaufenden Dickdarms (✑ Tab.1). Die Beckenhöhle liegt als Teil der Bauchhöhle unterhalb der Beckeneingangsebene und erstreckt sich bis zum Beckenausgang. Duodenum. Rektum). Beispiele: Vorsteherdrüse. linke Rippenbogenregion (Regio hypochondriaca sinistra) rechte Rippenbogenregion (Regio hypochondriaca dextra) Magengrube (Regio epigastrica) linke Lendenregion rechte Lendenregion (Regio lateralis dextra) Nabelregion (Regio lateralis sinistra) Nabel (Umbilicus) (Regio umbilicalis) rechte Leisten. Darm (ausgenommen: Duodenum. Zu ihnen gehören der Leerdarm (Jejunum). ob das Organ innerhalb oder außerhalb des Peritoneums liegt. Colon ascendens und descendens. Unterbauch (= Darmbauch) Die Organe des Unterbauches liegen unterhalb des quer verlaufenden Dickdarms.oder Darmbeinregion (Regio inguinalis dextra) Schambeinregion (Regio pubica) Abb. linke Leisten. Harnblase. Extraperitoneale Lage Die Organe haben keine Beziehung zum Peritoneum. unterscheidet man: Nach räumlichen Gesichtspunkten wird die Bauchhöhle durch den quer verlaufenden Dickdarm in Ober. Retroperitoneale Lage Die Organe sind nur auf einer Seite vom Peritoneum bedeckt. Bauchspeicheldrüse. Der Raum zwischen Peritoneum parietale und hinterer Bauchwand wird als Retroperitonealraum bezeichnet. Intraperitoneale Lage Die Organe sind vom Peritoneum bis auf ihre Mesos umhüllt und somit gut gegeneinander verschiebbar. der Krummdarm (Ileum) und der größte Teil des Dickdarmes. sie liegen zwischen Peritoneum und hinterer Bauchwand im Retroperitonealraum. 7.2.2 Lage der Bauchorgane Die Lage der Bauchorgane lässt sich einerseits durch ihre Beziehung zum Peritoneum und andererseits aus räumlichen Gesichtspunkten beschreiben. Colon ascendens und descendens. d. Uteruskörper. Beispiel: Leber.oder Darmbeinregion (Regio inguinalis sinistra) . h. Magen.

Leber (Hepar) Magen (Gaster) Grimmdarm (Colon) Leerdarm (Jejunum) Krummdarm (Ileum) Intraperitoneale Organe. – Nebennieren (Glandulae suprarenales) auf den oberen Nierenpolen. Fieber. – Übelkeit. Er ist wie das Mediastinum. • oben: Zwerchfell. Erbrechen. Retroperitonealraum Der Retroperitonealraum liegt zwischen Peritoneum parietale und hinterer Bauchwand. 7. – Harnleiter (Ureter) links und rechts der Lendenwirbelsäule. Lendenwirbel beidseits der Lendenwirbelsäule. wie er in der ❑ Klinik genannt wird. – Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) links von der Lendenwirbelsäule.2 Bauchhöhle (Cavitas abdominalis) Lage der Bauchorgane. Typische Leitsymptome sind – harte Bauchdecke. infrage: Darmverschluss (Ileus). Nach caudal reicht er bis zum Beckeneingang. 1/4 in der Magengrube (Regio epigastrica) oberhalb der Nabelgegend zwischen Magen. Brust. – starke Schmerzen. Abb.5 Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Niere (Ren) Zwölffingerdarm (Duodenum) Organe Der Retroperitonealraum beherbergt folgende Organe: – Nieren (Renes) zwischen 12. Blutungen.und 3.und Nabelgegend linke Rippenbogengegend (durch Magen und Darm verdeckt) rechte Rippenbogengegend (rechter Lappen) und in der Magengrube (linker Lappen) Zwölffingerdarm (Duodenum) Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Milz (Lien) Leber (Hepar) P Unter einem „akuten Bauch“. untere Hohlvene (V. • unten: Beckeneingang. die seitliche Halsgegend und die Achselhöhlen eine wichtige Durchgangsund Verteilungsregion für Gefäße und Nerven.1 Oberbauchorgane Lage Magen (Ventriculus. Seine Begrenzungen sind • vorn: Peritoneum parietale. 7. • hinten: hintere Bauchwand. cava inferior) Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) Harnleiter (Ureter) Harnblase (Vesica urinaria) Organe im Retroperitonealraum. B. Als Ursachen kommen z. 7.6 . – evtl. die umgehend ärztliches Eingreifen erfordern.7. 147 Tab. Organperforationen und Infektionen. Gaster) 3/4 unter dem linken Rippenbogen. werden akute und oft lebensbedrohliche Erkrankungen der Bauchhöhle verstanden. Abb.

Frau: Eierstöcke.7 148 Die großen Körperhöhlen – untere Hohlvene (V. • unten: Beckenboden. und ordnen Sie die entsprechenden Organe zu. – Lymphknotengruppen längs der großen Gefäße und – Nervengeflechte vom Hiatus aortae bis zur Aortengabel. Mann: Samenleiter. Samenblasen. Eileiter. 3. 5. 6. Gebärmutter. Was verstehen Sie unter dem Mediastinum? Wie wird es gegliedert? Wie wird die Bauchhöhle begrenzt? Beschreiben Sie Bau. 13. . cava inferior) rechts der Lendenwirbelsäule.und Steißbein).und Beckenorgane vor. 10. 7.und Beckenorgane? – Fertigen Sie eine Skizze an. 9. Sie liegt zwischen Beckeneingangsebene und Beckenboden. Unterbauch. 8.und Bauchhöhle? Wie wird die Brusthöhle begrenzt? Nehmen Sie eine Gliederung der Brusthöhle vor. 12. 7. Organe (= Beckenorgane) Mann/Frau: Harnblase (hinter Symphyse). Wie wird die Beckenhöhle begrenzt? Nehmen Sie eine Gliederung in Oberbauch-.und Verzweigungsregionen für Gefäße und Nerven. • oben: Beckeneingangsebene.3 Beckenhöhle Der Raum im kleinen Becken wird als Beckenhöhle bezeichnet. Verlauf und Aufgaben des Bauchfells. Scheide. Merke Retroperitonealraum und Mediastinum sind wichtige Durchgangs. – Lymphstämme beidseits der Bauchaorta. Welche Körperhöhlen werden von der Leibeswand umschlossen? Wie heißt die Grenze zwischen Brust. Vorsteherdrüse. Auf welche Regionen der vorderen Bauchwand projizieren sich die Bauch. 14. Begrenzung • seitlich und vorn: Hüftbeine. • hinten: Kreuz. 11.und Steißbein. 2. Nennen Sie die wichtigen Bildungen des Bauchfells und deren Bedeutung. 4. Fragen zur Wiederholung 1. Wo befindet sich der Douglas’sche Raum und welche Bedeutung hat er? Was verstehen Sie unter dem Mesenterium? Was ist der Retroperitonealraum? Wo liegt er? Nennen und erläutern Sie die Lagebeziehung der Organe zum Bauchfell. Mastdarm (vor Kreuz.

– Die rechte und linke gemeinsame Halsarterie (A. die auch als Atemhilfsmuskeln fungieren. Rumpf übergehen. a. sternocleidomastoideus) und der Schlüsselbein-Zungenbein-Muskel (M.1) Der Hals besteht aus der dorsal gelegenen. Zu den vorderen Halsmuskeln zählen z. carotis communis dextra und sinistra). .2 Leitungsbahnen 1. Schilddrüse und Nebenschilddrüsen (✑ S. sternocleidomastoideus). vertebralis) entspringen aus der rechten bzw. Er gewährleistet die relativ freie Beweglichkeit des Kopfes als eine wichtige Voraussetzung für die Orientierung im Raum. sternohyoideus). – Kopfwendemuskel (M. Speise. wichtig: C7 als Tastpunkt (Zählwirbel ✑ S. trapezius) als oberflächlicher Halsmuskel.und Schlüsselbeinarterie entspringen links getrennt aus dem Aortenbogen. – Ringknorpel. carotis interna und externa) teilen. 8. Unter dem M. sodass bei ihrer Öffnung die Gefahr der Luftembolie besteht. der flächige Hautmuskel (Platysma).28. Die Halsmuskeln ermöglichen – Hautbewegungen (Hauthalsmuskel). 219). 8. Die rechte und linke Wirbelarterie (A. Kehlkopf (✑ S.149 8 Hals (Collum) Der Hals (Collum) verbindet den Kopf mit dem Rumpf. – Schilddrüse. den Halseingeweiden mit Luftröhre (✑ S. • Seitliche Halsgegend – Halsschlagader-Dreieck (Trigonum caroticum) → Puls der A. dünne Muskelplatte. carotis communis. • Hintere Halsgegend (= Nackengegend) – Dornfortsätze der Halswirbel. Alle Hautvenen stehen unter dem Sog des Brustraumes. trapezius). – Drosselgrube (über dem Manubrium sterni). – Hals. 105). trapezius liegt eine Vielzahl tiefer Halsmuskeln. rechts mit einem gemeinsamen Stamm. 182) Vom Aortenbogen kommend durchqueren links und rechts zwei große Arterien den Hals. subclavia dextra und sinistra). dem Truncus brachiocephalicus. linken Schlüsselbeinarterie. welche sich jeweils in eine innere und äußere Kopfarterie (A. S. – Hauthalsmuskel (Platysma). die Gruppe der Treppenmuskeln (Mm. Rachen (✑ S. – Trapezmuskel (M. – Kauen und Schlucken. – äußere Drosselvene (V. 239).und Luftröhre bilden die Grenze zwischen vorderen und hinteren Halsmuskeln. 8. jugularis externa). Beachte: Hals. 301) sowie den beiden Gefäß-Nerven-Strängen. sehr gut beweglichen Halswirbelsäule.1 Bau (✑ Abb. P Die V. 216). verlaufen in den Querfortsatzlöchern der Halswirbel und gelangen durch das große Hinterhauptloch in die Schädelhöhle. eine breite.und Kopfbewegungen (Kopfwender. den Halsmuskeln. zu tasten: • Vordere Halsgegend – Zungenbein (Os hyoideum) = einziger Knochen ohne Verbindung mit einem anderen Knochen. Treppenmuskeln). 9. B. – Kehlkopfbewegungen. die die Gesichtshaut mit der oberen Brusthaut verbindet und die Haut des Halses spannt. Speiseröhre (✑ S. und der Trapezmuskel (M. jugularis externa ist für intravenöse ❑ Injektionen gut geeignet. 214). der Kopfwendemuskel (M. die teilweise auf den Kopf bzw. – Schildknorpel („Adamsapfel“). und – die rechte und linke Schlüsselbeinarterie (A. scaleni). Arterien (✑ Abb. Am Hals sind folgende Teile äußerlich zu erkennen bzw. Zu den hinteren Halsmuskeln gehören u.

jugularis interna und N. Venenwinkel. 355). der Weg zum Herzen nur kurz und ein Katheter hier gut verschiebbar ist. subclavia und V. 1) Erweiterung der A. carotis communis an ihrer Teilungsstelle Im Hals liegen: – 4 Hirnnervenpaare (Hirnnerven IX bis XII. jugularis interna eignen ❑ sich sehr gut für intravenöse Infusionen (zentraler Venenkatheter). carotis communis befinden sich zwei Stellen mit Sinneszellen. S. 189) Im Hals treffen die Lymphbahnen von Kopf. carotis communis. 356 – 357 und Abb. – Armnervengeflecht (✑ S. Bei Schlag gegen den Hals oder überempfindlichem Karotissinus1) kann es durch Reizung der Pressorezeptoren zu plötzlichem Blutdruckabfall mit Ohnmachtsanfall (Synkopen) kommen. in die die Lymphstämme einmünden (✑ Abb.20. Beide Venen bilden die sog. 357).37. Hals und Rücken sowie der Arme und Brustwand zusammen. ✑ S. P V.150 8 Hals (Collum) P Bei degenerativen Veränderungen der Hals❑ Merke wirbelsäule mit Einengung der Querfortsatzlöcher können infolge Minderdurchblutung des Innenohres Gleichgewichts. da es kaum Strömungshindernisse gibt. vagus.(Schwindel) und Hörstörungen auftreten. carotis interna und externa). ✑ S. Aus den tiefen Halslymphknoten gelangt die Lymphe rechts in den Ductus lymphaticus dexter und links in den Ductus thoracicus. • Glomus caroticum mit Chemorezeptoren zur Messung von pO2. In der Wand der A. carotis communis). Venen Außer den Hautvenen durchziehen den Hals als Begleitvenen der großen Arterien die V. Deshalb sind der vordere und seitliche Halsbereich regelrecht mit Lymphknoten durchsetzt. S. 4. jugularis interna (gehört zu den stärksten Venen des Menschen). 9. Der Hals ist neben Achselhöhle und Leistengegend eine weitere wichtige Lymphknotenstation. 17. Lymphgefäße und Lymphknoten (✑ Abb. pH-Wert (Körperchen im Teilungswinkel der A. subclavia und V. 9.37. 2. S. . Die Halslymphknoten werden in oberflächliche und tiefe unterteilt. V. 365). • Sinus caroticus (Karotissinus) mit Pressorezeptoren zur Blutdruckerfassung (= kleine Erweiterung nahe der Teilungsstelle in A. Sie bilden mit den Gefäßen den Gefäß-Nerven-Strang. Nerven Für Nerven ist der Hals ebenfalls Durchgangsund Verteilerregion. bestehend aus A. – Halssympathicus (liegt hinter dem GefäßNerven-Strang. 357). 189). 3. – Halsnervengeflecht (✑ S. pCO2.

jugularis interna) äußere Drosselvene (V. subclavia) obere Hohlvene (V. brachiocephalica) zweibäuchiger Muskel Griffel-Zungenbeinmuskel (M. cava superior) (A. Muskeln). stylohyoideus) Zungenbein (Os hyoideum) SchlüsselbeinZungenbein-Muskel (M. 8. scalenus posterior) mittlerer Treppenmuskel (M.und Nervenlücke (M. sternocleidomastoideus) Gefäß. scalenus anterior) 1. jugularis externa) rechte Schlüsselbeinvene (V.8. subclavia sinistra) linke Schlüsselbeinvene (V. sternohyoideus) Kopfwendemuskel (M. subclavia) vorderer Treppenmuskel (M. digastricus) Trapezmuskel (M. Rippe Arm-Kopf-Vene (V. carotis communis sinistra) mittlerer Treppenmuskel (M. trapezius) hinterer Treppenmuskel (M.2 Leitungsbahnen 151 Zungenbein (Os hyoideum) Hauthalsmuskel Schildknorpel (Platysma) Ringknorpel linke gemeinsame Halsarterie Luftröhre (Trachea) rechte gemeinsame Halsarterie (A. Abb. carotis communis dextra) rechte Wirbelarterie (A. vertebralis dextra) innere Drosselvene (V.1 . scalenus anterior) (Hiatus scaleni) Hals (Gefäße. scalenus medius) Armgeflecht (Plexus brachialis) linke Schlüsselbeinarterie (A. scalenus medius) vorderer Treppenmuskel (M.

Begründen Sie. Welche Teile sind am Hals äußerlich zu erkennen? Ertasten Sie diese an sich selbst. Wo kann man den Puls zuverlässig tasten? . Was gehört zum Gefäß-Nerven-Strang des Halses? 3. jugularis externa und V. warum viele Bestandteile des Halses übergreifende Aufgaben haben. 6.152 8 Hals (Collum) Fragen zur Wiederholung 1. subclavia? 4. 2. Was versteht man unter den Venenwinkeln? 5. Welche praktische Bedeutung haben V.

Kapillaren) als Leitungsröhren bzw.zum Wirkungsort. klare Flüssigkeit). Wasser. 4. Abwehrfunktion – Abwehr von Krankheitserregern. B.5 – 5 Mio.153 9 Kreislaufsystem Das Herz-Kreislaufsystem. Stätten des Stoffaustausches. B. Venen. B. 5. Schutzfunktion – Blutstillung zur Vermeidung von Infektionen und Blutverlusten. das entspricht 6 – 8 Prozent der Körpermasse. dem Herzen als Pumpe und den Gefäßen (Arterien. Vermittlung des Stoffaustausches – Vermittlung des Stoffaustausches zwischen Zelle und Umwelt und der damit verbundenen Homöostase des inneren Milieus (✑ S. Kohlenhydrate. • rote Blutzellen (Erythrozyten) • weiße Blutzellen (Leukozyten) • Blutplättchen (Thrombozyten) Blutzellen (45 %. ca. geformte Bestandteile) und zu ca. ist als Einheit von drei Systemen aufzufassen: dem Blut als Transportmittel. Blutplasma (55 %. – Entsorgung der Zellen von Stoffwechselendprodukten (z.000 weiße Blutkörperchen (Leukozyten). 55 % aus Blutplasma (= gelbliche. 27 % Lymphozyten. 7.000 – 300. Dieser Wert wird Hämatokrit (Hk) genannt (= Volumenanteil der Blutzellen am Gesamtblutvolumen). Durch das Kreislaufsystem werden alle Organe des Organismus miteinander verbunden.000 – 10. B. 6 % Monozyten und • 150. Blutkörperchen. 6. Vitamine. feste Bestandteile) Blut 9. 28). Fette. ca. 9. rote Blutkörperchen (Erythrozyten). 45 % aus Blutkörperchen (= Blutzellen. der Leber) zur Haut.1 Aufgaben (Überblick) Das Kreislaufsystem hat folgende Funktionen: 1. Temperaturregulation – Wärmetransport von den stoffwechselaktiven Organen (z. Eiweiße. 67 % Granulozyten. Mineralien). Davon sind ca.000 Blutplättchen (Thrombozyten).1 . Hormonen) vom Bildungs. flüssiger Bestandteil) • Blutwasser • Plasmaeiweiße • Plasmaelektrolyte 9.9. • 4.2 Das Blut res System genannt. 2. Merke Menge und Zusammensetzung Das Blut ist ein flüssiges Gewebe und besteht zu ca. Koordinationsfunktion – Transport von Botenstoffen (z.2.1 Blutzellen (Blutkörperchen) Blut enthält beim Mann 46 % und bei der Frau 41 % Blutkörperchen. Sauerstoff. 1 mm3 Blut des Gesunden enthält: • 4. auch kardiovaskulä. 3. Abb. Transportfunktion – Versorgung der Zellen mit lebensnotwendigen Stoffen (z. Der Erwachsene besitzt 4 – 6 Liter Blut. Lymphgefäße. CO2. Harnstoff). 5% 1% 94 % Prozentualer Anteil der Blutzellen. Blutverteilung – Bedarfsgerechte Verteilung des vorhandenen Blutvolumens auf die einzelnen Kreislaufabschnitte.

Ihre Lebensdauer beträgt wenige Stunden (Granulozyten) bis Jahre (Lymphozyten. Wegen der fehlenden Zellorganellen können sich Erythrozyten nicht teilen und nur anaerob Energie freisetzen. Das Verteilungsmuster lässt Rückschlüsse auf Diagnose und Verlauf von Krankheiten zu. Abb. Das Differentialblutbild gibt die Häufigkeit der einzelnen Leukozytenformen an. Durch die Verformung in den engen Kapillaren wird wiederum die O2-Abgabe erleichtert. Die Lebensdauer der Erythrozyten beträgt 100 bis 120 Tage. Diese bestehen zu ca. wie wir sie im strömenden Blut vorfinden. Der Erwachsene besitzt etwa 30. Karboanhydrase. Ein großer Teil hält sich im Knochenmark (ca. Mandeln) auf.45 – 10. 9. Im Blut befinden sich ca. einer Verminderung (= Leukopenie) der Leukozyten. Es fehlen Zellkern und Zellorganellen. 158). . Sie werden dann in Leber. Die kernhaltigen Leukozyten sind vielgestaltige Zellen. 9. ✑ auch Kap.000 Milliarden rote Blutzellen.400 Erythrozyten neu gebildet werden. Mit zunehmendem Alter nimmt ihre Elastizität ab. 1/3 aus Hämoglobin (= roter Blutfarbstoff) zur reversiblen O2-Bindung. Milz und Knochenmark abgebaut. P Bei bestimmten Erkrankungen kommt es zu ❑ einem deutlichen Anstieg (= Leukozytose) bzw. S. Weiße Blutzellen (Leukozyten) Die Leukozyten erfüllen hauptsächlich Abwehraufgaben. 33 %) und in den lymphatischen Organen (Thymus. und sind Träger von Blutgruppensubstanzen (= hochmolekulare Verbindungen aus Aminosäuren und Kohlenhydraten). In nur 1 Sekunde müssen 2. enthalten Enzyme.9 154 Kreislaufsystem Bildung und Abbau Die Blutzellen werden im roten Knochenmark gebildet (beim Fetus zunächst in Milz.1 mmol/l = 12 – 16 g/dl. P Bei Anämien sind Erythrozytenzahl. Ihre Hauptfunktion ist der Sauerstofftransport. • Männer: 8. 9.4. 5 % der Leukozyten. die von einer hauchdünnen Zellmembran begrenzt werden. Hämoglobingehalt des Blutes: • Frauen: 7.2 Knochenbälkchen Rotes Knochenmark. Lymphknoten. Mesenchym und Knochenmark). B. z. Draufsicht Stammzellen der Erythrozyten Querschnitt Stammzellen der Granulozyten Rote Blutzellen (Erythrozyten). Milz. Rote Blutzellen (Erythrozyten) Die roten Blutzellen sind bikonkave Scheiben (d = 7. Ihre Zahl im Blut wechselt in Abhängigkeit von der Tageszeit und dem Funktionszustand des Organismus sehr stark.2 mmol/l = 13 – 18 g/dl.3. Der Abbau erfolgt vor allem in der Leber und Milz. 95 % sind auf die übrigen Gewebe verteilt. Aus den dort befindlichen Stammzellen entwickeln sich über verschiedene Zwischenstufen die reifen Zellen. Dadurch ist eine Oberflächenvergrößerung und eine bessere Verformbarkeit gegeben. Leber.3 Retikulumzelle Knochenmarkriesenzellen (Megakaryozyten) Abb.70 – 11. Hämo❑ globinkonzentration und/oder Hämatokrit vermindert.5 m).

Die Thrombozyten enthalten zahlreiche Zellorganellen.4 • endoplasmatisches Retikulum. neutrophiler Granulozyt Monozyt Differentialblutbild unter dem Mikroskop. Sie verbleiben 7 bis 14 Tage im Blut und werden dann meist in der Milz abgebaut. 9. • Aktomyosinsystem zur Kontraktilität und damit Haftung am Endothel.: • Mitochondrien. 9. Die Thrombozyten sind maßgeblich an der Blutstillung beteiligt. • Mikrotubuli zur Stabilisierung ihrer Form.2 Das Blut 155 Leukozyten Monozyten Granulozyten eosinophiler Lymphozyten basophiler großer Lymphozyt neutrophiler kleiner Lymphozyt stabkerniger segmentkerniger Weißes Blutbild. neutrophiler Granulozyt stabkerniger. großer Lymphozyt basophiler Granulozyt kleiner Lymphozyt Thrombozyten Erythrozyt eosinophiler Granulozyt segmentkerniger. Abb. Blutplättchen (Thrombozyten) Die kernlosen Thrombozyten (d = 2 – 4 µm) gehen aus dem Zytoplasma der Knochenmarkriesenzellen (Megakaryozyten) des roten Knochenmarks hervor.9.5 . Abb. z. Serotoninspeichergranula und Enzyme zur Blutstillung. B.

• Plasmaproteine – Albumine (ca. Die Aufgaben im Einzelnen sind: – Transport von Glucose. Niere und Haut. Thyroxin und Penicillin an Albumine gebunden und im Blut transportiert. Kohlendioxid. – Transport von Stoffwechselendprodukten (z. Harnstoff. Die Immunglobuine werden auch als Antikörper bezeichnet. Vitaminen und Elektrolyten vom Darm in die einzelnen Organe. 59 % der Plasmaproteine).2.3. 9. – freie Aminosäuren als Transportform der Eiweiße. Bestandteile des Blutes (Übersicht).5 – 5. IgM. – Pyruvat. – Sauerstofftransport von der Lunge zu den Zellen. den Transport der mit der Nahrung im Darm aufgenommenen Nährstoffe. ein Abbauprodukt des Hämoglobins. IgE. 2. – Enzyme. Sie spielen eine wichtige Rolle als Transportproteine.1 Transportfunktion Blutzellen Erythrozyten Leukozyten Thrombozyten Blutplasma Prothrombin Fibrinogen Blutserum Blut Merke Plasmaeiweiße und Plasmaelektrolyte sind die eigentlichen Funktionsstoffe des Blutplasmas. 33). – freie Fettsäuren als Transportform der Fette. 28).3 Physiologie des Blutes Die Hauptaufgabe des Blutes ist die Vermittlung des Stoffaustausches zwischen Umwelt und Zelle zur Konstanthaltung des inneren Milieus (✑ S. Fett. 9. Für die Zusammensetzung sind in erster Linie die Leber als Bildungsort der Plasmaeiweiße und die Niere als Effektorgan zur Regulation des inneren Milieus verantwortlich. 18).2 Blutplasma Das Blutplasma ist eine Lösung mit ausgezeichneten Fließeigenschaften. – Vitamine. • Plasmaelektrolyte: z. Zuckerkrankheit und Schilddrüsenfunktionsstörungen). – Harnstoff.2. Vitamine und Salze zu den Körperzellen. Es erfüllt überwiegend Transportaufgaben. • Stoffwechselprodukte wie – Cholesterol.5 mmol/l • Eiweiß: 66 – 87 g/l P Die quantitative Bestimmung der einzelnen ❑ Komponenten des Blutplasmas ermöglicht wesentliche Einsichten bei vielen Krankheiten (z. • Wirkstoffe wie – Hormone. K+. Die Transportfunktion ist eine der wichtigsten Funktionen des Blutes (✑ auch 11. – Immunglobuline (ca. Harnsäure) zu den Ausscheidungsorganen Lunge. Mg2+. 9. Tab. Na+. Sie spielen eine wichtige Rolle im Abwehrsystem des Menschen. Ca2+. – Bilirubin. – Fructose. B. B. S.(✑ Kap. Eisen. Zusammensetzung • Wasser (90 %). Außerdem sind sie wichtig bei der Aufrechterhaltung des kolloid-osmotischen Druckes (✑ S. Es handelt sich um die wichtigste Gruppe der Globuline. 229). 40 % der Plasmaproteine). Die gelbliche Farbe ist vor allem auf den Gehalt von Bilirubin zurückzuführen.3. B. Man unterscheidet IgG (sprich Immunglobulin G). – Fibrinogen und Prothrombin sind an der Blutgerinnung beteiligt. So werden z.und Aminosäuren. – Harnsäure.1 • Nährstoffe – Glucose als Transportform der Kohlenhydrate.7 – 6. . B. Calcium. Cl-. Merke Normalwerte im Blutplasma • Glucose: 3. IgA.1. HPO42.5 mmol/l = 80 – 100 mg/100 ml • Cholesterol: 4. S. – Medikamente.9 156 Kreislaufsystem 9. IgD.3. Der hohe Wasseranteil ermöglicht z. B. – Milchsäure.

In größeren Gefäßen wird der entstehende Thrombus (= Blutpfropf) immer wieder weggespült. Endgültiger Wundverschluss (= eigentliche Blutgerinnung. 1. Serotonin) frei. Die extravasale Blutgerinnung bei Blutentnahme wird durch Stoffe verhindert. die zwischen dem Entstehen und dem Verschluss einer Wunde ablaufen.2 Gewebeverletzung Die Blutstillung verläuft in zwei Schritten. obwohl die Gerinnung noch nicht abgeschlossen ist (Gerinnungszeit). . sekundäre Hämostase) Die Blutgerinnung beginnt etwa zur gleichen Zeit wie die primäre Hämostase und ist der wichtigste Prozess der Blutstillung. Vorphase Thromboplastin (Thrombokinase) 1. Vorphase: Gewebeverletzung und/oder Oberflächenkontakt führen zur Bildung von Thromboplastin (= Thrombokinase). Die letzten beiden Vorgänge begünstigen die Verschlussfähigkeit. 9. 157 Nachphase: Fibrinfäden ziehen sich zusammen (Retraktion). 1. B.2 Blutstillung (Hämostase) Die Blutstillung umfasst alle Vorgänge. 2. – Gleichzeitig setzen die Thrombozyten gefäßverengende Stoffe (z. Serum ist Plasma minus Fibrinogen. Die Blutgerinnung erfolgt normalerweise nur im Wundbereich. Sie erfolgt nur in mittleren und kleinen Gefäßen. Dabei wird Serum abgepresst. Tab. B. Phasen der Blutgerinnung bei kleineren und mittleren Gefäßen. die Gerinnungszeit 3 bis 5 Minuten.3 Physiologie des Blutes – Transport von Wärme entsprechend des Temperaturgefälles.zum Wirkungsort zur chemischen Steuerung des Organismus und – Transport von Arzneiwirkstoffen. sodass sich die Wundränder einander nähern. – Außerdem rollt sich die Innenschicht des verletzten Gefäßes ein. die die auf vielen Stufen des Gerinnungsprozesses notwendigen Ca2+-Ionen binden. Normalerweise gerinnt das Blut in unverletzten Gefäßen nicht. 2. Gleichzeitig entsteht aus allen geformten Bestandteilen der Blutkuchen (= roter Thrombus). Phase: Das in der Leber mithilfe von Vitamin K gebildete inaktive Prothrombin wird in wenigen Sekunden durch Thromboplastin. Die Blutungszeit beträgt 1 bis 3 Minuten. P Heparin ❑ steigert die Antithrombinwirkung und wirkt deshalb gerinnungshemmend. weil im strömenden Blut die Konzentration der gerinnungsaktiven Stoffe zu niedrig ist und Antithrombin die Gerinnung stoppt. Vorläufiger Wundverschluss (primäre Hämostase) Nach Verletzung eines Gefäßes laufen folgende Vorgänge ab: – Thrombozyten lagern sich an der defekten Stelle an und verkleben. Sie bilden einen Thrombozytenpfropf (= weißer Thrombus). Lösungen von Na-Citrat.3. Daher kann die Blutung bereits gestillt sein (Blutungszeit). Phase 2. Ca2+ und weitere Faktoren in aktives Thrombin überführt. Merke 9. – Transport von Hormonen und anderen Wirkstoffen vom Bildungs. Phase Nachphase Prothrombin Thrombin Fibrinogen Fibrin Blutkuchen (roter Thrombus) Unter dem Schutz des Blutkuchens können sich die zerstörten Gewebe wieder regenerieren.9. wie z. Phase: Das Thrombin wandelt das lösliche ebenfalls in der Leber gebildete Fibrinogen in unlösliches fadenförmiges Fibrin um.

P Im Uterus sorgt eine hohe Konzentration an ❑ Gewebsaktivatoren für Verflüssigung des Menstrualblutes. B. 2. Zu diesem Zweck besitzt er verschiedene unspezifische und spezifische Abwehrmechanismen.3 Fibrinolyse. Abwehrmechanismen (Überblick) Jeder Organismus ist normalerweise in der Lage. • Milchsäure in der Scheide und im Schweiß. – Herzinfarkt – Schlaganfall. Säuren wirken keimhemmend oder keimtötend. hoher Cholesterinspiegel und Diabetes mellitus. Dies führt zu Elastizitätsverlust und Einengungen.4). 9. mithilfe seines Immunsystems körperfremde Stoffe (z.3. abnorme Blutzusammensetzung) bilden sich ausnahmsweise Gerinnsel in den Gefäßen. Schleimhaut).4 Blut und Immunsystem2) 1.9 158 Kreislaufsystem Nur unter bestimmten Bedingungen (z. – den Säuren. B. 1) Intima = Innenschicht der Blutgefäße 2) immun = unempfindlich 3) humoral = an Flüssigkeit gebunden . Risikofaktoren sind auf jeden Fall Rauchen. wobei die Abwehr aus mehreren Stufen besteht (✑ Tab. Krankheitserreger oder andere Schadstoffe) zu erkennen und abzuwehren. Eingedrungene Krankheitserreger und andere Schadstoffe kleben am Schleim fest und werden für Verdauungsenzyme zugänglich (Verdauungstrakt) oder mithilfe des Flimmerepithels und Hustenreflexes in den Rachen transportiert. Anatomische Grundlagen Zu den anatomischen Grundlagen der Abwehr gehören die Organe des äußeren Schutzwalls (Haut.und Gewebsaktivatoren entsteht aus inaktivem Plasminogen aktives Plasmin. – Thrombose. Verschiedene Aktivatoren (z. • Magensäure im Magen. – den Schleimhäuten.3. a) Äußerer Schutzwall Der äußere Schutzwall wird gebildet von – der äußeren Haut. Tab.und Lymphkreislauf. hoher Blutdruck. Thromboseneigung bei umgekehrten Verhältnissen. Bewirken können diese Gerinnsel z. die lymphatischen Organe sowie der Blut. Das Fibrin wird durch Plasmin zu löslichen Peptiden und Aminosäuren abgebaut. B.und Kalkeinlagerungen. Veränderungen der Intima1). Streptokinase) Plasminogen Fibrin Plasmin lösliche Peptide Merke Blutgerinnung und Fibrinolyse stehen normalerweise im Gleichgewicht. Besonders ihr mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel sowie die säurehaltigen Sekrete der Schweiß. 9. 9. – Embolie. B. im Extremfall bis zum völligen Gefäßverschluss (arterielle Verschlusskrankheit).3 Fibrinolyse Fibrinolyse ist die enzymatische Auflösung eines Thrombus. Trotz der weiten Verbreitung sind die Ursachen bis heute nicht genau bekannt. • Fettsäuren im Talg. Sie ist gekennzeichnet durch unphysiologische Fett.und Talgdrüsen stellen eine wirksame Barriere für Bakterien und Viren dar. Blutungsneigung entsteht bei verminderter Gerinnung und/oder gesteigerter Fibrinolyse. 9. Urokinase. Merke Unspezifische Abwehrmechanismen sind gegen alle Erregerarten gerichtet. Die häufigste Veränderung der Intima der Arterien ist die Arteriosklerose. spezifische nur gegen eine einzige. Beide besitzen jeweils eine humorale3) und zelluläre Komponente. die verschiedenen Leukozyten des Blutes. Unter Einwirkung von Blut. verminderte Strömungsgeschwindigkeit des Blutes.

Kupffer’sche Sternzellen der Leber). 9. enthalten Heparin. Nach der Färbbar(= Granula = keit der Granula werden sie in drei Gruppen eingeteilt (✑ Tab. Aus den Monozyten entstehen die Gewebsmakrophagen (z. Die Granulozyten haben ihren Namen aufgrund der vorhandenen Körnchen ∧ Lysosomen).5 Granulozyten Anteil 1. Eliminierung körperfremder Eiweiße. unspezifische Abwehr. Merke Neutrophile Granulozyten werden als Mikrophagen. Granulozyten. 0. – Monozyten. Tabelle 9. 99 % in den lymphatischen Organen und Geweben. Er gehört zum unspezifischen Abwehrsystem.9.6 gibt einen Überblick über die wichtigsten Formen der Lymphozyten. Histamin.5 – 1% – – Wenig bekannt. Serotonin. Die Lymphozyten nehmen eine Schlüsselstellung im Abwehrsystem (spezifische Abwehr) ein.3 Physiologie des Blutes Einteilung der Abwehrmechanismen. Seine Wirksamkeit wird entscheidend bestimmt von der Intaktheit der äußeren und inneren Körperoberflächen (Häute und dazu gehörende Drüsen). 9. B. amöboide eiweißBeweglichkeit: abbauende Phagozytose Enzyme Tab. Etwa 25 – 40 % der Leukozyten sind Lymphozyten.4 Abwehrmechanismen unspezifische (allgemeine) Abwehr • • • • äußerer Schutzwall humorale1) Abwehr äußere Haut Schleimhäute Magensäure Milchsäure der Vagina • Komplementsystem • Lysozym • Interferone • Inhibine (Hemmstoffe) spezifische (erlernte) Abwehr zelluläre Abwehr • Phagozyten humorale Abwehr zelluläre Abwehr • Antikörper • T-Effektorzellen 1) humoral = an Flüssigkeit gebunden Merke Der äußere Schutzwall ist die erste Barriere. Histiozyten. (große Granula) 2.5). 159 Tab. Davon befinden sich ca. 9. Wie die neutrophilen Granulozyten sind sie sehr gut amöboid be- weglich und zur Phagozytose relativ großer Partikel im Gewebe fähig. Monozyten und ihre Abkömmlinge als Makrophagen bezeichnet. die von einem Krankheitserreger überwunden werden muss. Monozyten sind die größten Blutzellen (d = 20 m). – Lymphozyten. Sie stellen 4 – 6 % der Leukozyten dar. Neutrophile Funktion . Basophile (kleinste Granulozyten) 3. Eosinophile 2 – 4% ja ja Phagozytose von AntigenAntikörper-Komplexen. Lymphozyten besitzen zahlreiche Ribosomen für die Eiweißsynthese. b) Leukozytenarten und ihre Bedeutung im Abwehrsystem – Granulozyten. 55 – 70% sehr gut ja Zur Diapedese (Wanderung vom Blut ins Gewebe) befähigt.

Ein weiterer Teil erhält seine Prägung vermutlich im roten Knochenmark bzw.und B-Lymphozyten im Kindesalter (oben) und Erwachsenenalter (unten). Es wird gebildet – vom Lymphgefäßsystem (✑ S.und Prä-T-Lymphozyten hervor. Ein Teil dieser Zellen gelangt mit dem Blut in den Thymus und wird hier zu T-Lymphozyten geprägt. 9. undifferenzierte Stammzellen Prä-B. Später werden die Bund T-Lymphozyten vor allem in der Milz und in den Lymphknoten gebildet und gelangen von da aus in das Blut und die Lymphe. Prä-B. B. dem lymphatischen Gewebe des Darmtraktes. vernichten Zellen ohne Beteiligung von Antikörpern Zunächst werden 2 Arten von Lymphozyten unterschieden.9 160 Tab.6 Prägung der T. die in der fetalen und frühkindlichen Entwicklung im roten Knochenmark gebildet werden. Beide Lymphozytenarten gehen aus sog. c) Lymphatisches System Das lymphatische System ist der hauptsächliche Träger der spezifischen Abwehr.und Prä-TLymphozyten B-Lymphozyten T-Lymphozyten T-Regulatorzellen T-Effektorzellen T-Helferzellen T-Suppressorzellen regulieren Immunreaktion z. 9. zytotoxische Zellen (= T-Killerzellen). 187) und – den lymphatischen Organen. . Rotes Knochenmark Lymphozyt Thymus Lymphozyten Blutgefäß lymphatisches Gewebe des Darmes Lymphknoten weiße Milz (Pulpa) Lymphozyten Blutgefäß Abb.6 Kreislaufsystem Lymphozytenformen. die T-Lymphozyten und die BLymphozyten.

Sie wird gebildet aus retikulärem Bindegewebe mit reichlich Lymphozyten (= lymphatisches Gewebe). brachiocephalica sowie der Aortenbogen. Die so geprägten reifen Thymus-Lymphozyten (= T-Lymphozyten) verlassen auf dem Blutweg den Thymus und siedeln sich sekundär in den T-Lymphozyten-Regionen der anderen lymphatischen Organe an. das bedeutet. B. Er wird von einer bindegewebigen Kapsel begrenzt. Sie ist etwa 12 cm lang. Es handelt sich hier um rundliche Ansammlungen von Lymphozyten. sie wird gebildet von erweiterten Blutkapillaren. Dabei werden sie verändert (z. vor allem Darm. Form.9. . 7 cm breit und 4 cm dick. seitlich die Pleura mediastinalis und hinten die V. Letzteres finden wir in Gestalt der lymphatischen Begleitscheide um die Zentralarterie mit hauptsächlich T-Lymphozyten und der Milzknötchen (= Lymphknötchen) mit B-Lymphozyten. Der Thymus bildet das Hormon Thymosin. Splen) Bau Die Milz ist von einer derben bindegewebigen Kapsel umgeben. Größe. z. cava superior. • Lymphozytenansammlungen in den Schleimhäuten. wie sich der Thymus zurückbildet. Lage Der Thymus liegt im oberen Mediastinum direkt hinter dem Brustbein. Abb. Das zwischen den Balken liegende Milzgewebe heißt Pulpa. 9. bezüglich Enzymausstattung). Bei Kindern ist der Thymus relativ am größten (Masse 30 bis 40 Gramm).7 In dem Umfang. Nach der Pubertät bildet er sich zum thymischen Fettkörper zurück. Milzsinus. B. die wiederum in Läppchen gegliedert sind. Masse Die Milz hat die Gestalt einer großen Kaffeebohne. V. werden die Prägungen von „Nullzellen“ in T-Lymphozyten von den sekundären lymphatischen Organen (Milz und Lymphknoten) übernommen. 161 retikuläres Bindegewebe mit Lymphozyten Thymus Lunge Herz Thymus bei einem Neugeborenen. Dort teilen sie sich mitotisch und gelangen allmählich in das Mark. In der Fetalzeit und frühen Kindheit wandern aus dem roten Knochenmark die Prä-T-Lymphozyten in die Thymusrinde. Milz. den sog. mit zahlreichen Erythrozyten. Milz (Lien. von der aus ein – ebenfalls aus straffem Bindegewebe bestehendes – Balkenwerk das Organ durchzieht.und Bronchialschleimhaut. Thymus Bau Der Thymus besteht aus zwei Lappen (jeweils 2 x 5 cm). Ihre Masse beträgt 150 bis 200 Gramm. Nachbarorgane sind vorn das Brustbein. • Lymphknoten.und Lymphknoten. sie erhalten ihre Immunkompetenz. • Mandeln.3 Physiologie des Blutes Zu den lymphatischen Organen gehören: • Thymus. Man unterscheidet: – Weiße Pulpa (ca. Aufgaben Der Thymus ist das primäre lymphatische Organ. das die zelluläre Immunabwehr aktiviert. • Milz. 15 %). – rote Pulpa.

Die rote Pulpa steht im Dienst des Blutkreislaufes. Lage Die faustgroße Milz liegt intraperitoneal tief im linken Hypochondrium. P Bei Erkrankungen des lymphatischen Sys❑ tems kann sich die Masse der Milz auf mehrere Kilogramm erhöhen. Außerdem werden von den Uferzellen in den Milzsinus Bakterien und andere Schadstoffe phagozytiert.9 162 Kreislaufsystem Bindegewebskapsel Milzbalken rote Pulpa hinterer Pol (Extremitas posterior) (Milzsinus) Magenfläche (Fascies gastrica) Schnittrand des Lig. • essentielles Immunorgan für Pneumokokken. gastrolienale Milzvene (V. • ist wichtigstes Speicherorgan für Lymphozyten. Die Aufgaben der roten Pulpa können bei Ausfall der Milz von der Leber und vom Knochenmark übernommen werden.8 Schnittrand des Lig. 9. In ihr werden gealterte unelastische Erythrozyten und Thrombozyten von Makrophagen abgebaut (= Blutmauserung). Nachbarorgane: Magen. splenica) Milzarterie (A. Bauchspeicheldrüse und linke Niere. Dort wird es zu Gallenfarbstoffen abgebaut. Aufgaben Als lymphatisches Organ (weiße Pulpa) hat die Milz folgende Aufgaben: • Sie bildet Lymphozyten und Abwehrstoffe (prägt in hohem Maße T-Lymphozyten). Das dabei frei werdende Hämoglobin gelangt über die Pfortader in die Leber. . Die Längsachse verläuft parallel zur 10. phrenicolienale vorderer Pol weiße Pulpa1) (Extremitas anterior) Grimmdarmfläche (Fascies colica) Milz. Sie ist dann unter dem linken Rippenbogen tastbar. Merke Die Milz ist in ihrer Abwehrtätigkeit für die gesamte Blutbahn zuständig. Rippe. splenica) Bauchspeicheldrüsenfläche Balkenvene Balkenarterie Pulpavene Pulpaarterie (Fascies pancreatica) rote Pulpa (Milzsinus) 1) Pulpaarterie mit Lymphscheide (T-Lymphozyten) und Milzfollikel (B-Lymphozyten) bilden die weiße Pulpa Abb. Eine normal große Milz ist in der Regel nicht palpabel. eingeschmiegt in die Zwerchfellwölbung.

außen von einer aus straffem Bindegewebe bestehenden Kapsel begrenzt. Diese rundlichen Strukturen werden als Lymphknötchen (= Lymphfollikel) bezeichnet.und -austritte 163 Abb. Sie werden.3. Lymphknoten (Nodus lymphaticus) Bau (Abb. Bauchwand und Gesäß. . wie die Milz. Arme. weil sie die erste „Filterstation“ der Lymphe aus einer bestimmten Körperregion sind. In der Randzone (Rinde) befinden sich Anhäufungen von B-Lymphozyten.9. Über sie gelangt die Lymphe in die erweiterten spaltförmigen Lymphbahnen (Rand-. 1) Hilus (Pl. Jede Lymphknotengruppe wird von der Lymphe aus ganz bestimmten Körperregionen durchströmt. Rinden. An der Grenze zum Mark liegen Ansammlungen von T-Lymphozyten. Hals. Wichtige Sammellymphknoten liegen im Hals für Kopf. Wichtige regionäre Lymphknoten sind: • Achsellymphknoten für Arm. verursacht durch Gefäßein. Meistens durchströmt die Lymphe auf ihrem Weg zum Blut nach den regionären Lymphknoten noch ein oder mehrere Gruppen von Sammellymphknoten. • Halslymphknoten für den Kopf. Gesäß.und Marksinus) des Lymphknotens.9 Lage Die Lymphknoten sind in das Lymphgefäßsystem eingeschaltet (✑ Abschnitt 9. 187). Klinisch bedeutungsvoll sind vor allem die regionären Lymphknoten.3 Physiologie des Blutes zuführendes Lymphgefäß Randsinus Bindegewebsstrang Bindegewebskapsel Rindensinus Lymphknötchen = Lymphfollikel (B-Lymphozyten) Mark mit Marksinus Vene Arterie Hilus Lymphgefäßklappen marknahe Abschnitte der Rindenschicht (= parakortikale Zone) mit T-Lymphozyten Lymphfollikel = Lymphknötchen Rinde Bindegewebsstränge abführendes Lymphgefäß Lymphknoten. Sie liegen in Gruppen. Mehrere zuführende Lymphgefäße treten in den Lymphknoten ein.5 cm. • Leistenlymphknoten für Bein. Von dieser Kapsel verlaufen Bindegewebsstränge in das Innere und bilden ein grobes Gerüstwerk. Becken. Ein abführendes Lymphgefäß am Hilus 1) leitet die Lymphe wieder heraus. Brustwand und Rücken sowie an der hinteren Bauchwand für Beine.9) Die rundlich bis bohnenförmigen Lymphknoten haben einen Durchmesser von 1 mm bis 2. 9. Brustwand und Rücken. Bauchwand.und Bauchorgane. 9.5. S. Hili) = Vertiefung an der Oberfläche eines Organs.

9 164 Kreislaufsystem P Die Kenntnis der Abflussgebiete zu bestimm❑ Tubenmandel (Tonsilla tubaria) Rachenmandel (Tonsilla pharyngea) Öffnung der Ohrtrompete Seitenstrang Zunge (Lingua) vorderer Gaumenbogen hinterer Gaumenbogen Gaumenmandel (Tonsilla palatina) Zunge (Lingua) Zungenmandel (Tonsilla lingualis) Gaumenmandel (Tonsilla palatina) Abb. der das Abwehrsystem gewissermaßen ökonomisiert. Sie kommen in allen lymphatischen Organen – außer Thymus – und im Darm (= Peyer’sche Plaques) vor. 166). Tonsillen (Mandeln) Unter Tonsillen versteht man das lymphatische Gewebe im Rachenbereich. Bakterien. so dass Lymphknotenmetastasen entstehen können. die Antigene abzufangen.und Rußteilchen phagozytieren. Aufgaben • Lymphknoten sind die „Filterstation“ der Lymphe. Im Lymphsinus ist die Strömungsgeschwindigkeit der Lymphe vermindert. • Prägung von B. Danach begeben sie sich für 30 bis 45 Minuten ins strömende Blut und gelangen dann erneut in ein lymphatisches Organ zurück. Auch Krebszellen werden zurückgehalten.und vor allem T-Lymphozyten für die spezifische Immunabwehr (✑ S. 165) ausgiebigen Kontakt und können zusammen mit den Retikulumzellen Zelltrümmer. Tumorzellen in die Lymphbahnen und werden in den Lymphknoten zurückgehalten. Anschließend wandern sie in das Innere der Tonsille zu den dort vorwiegend vorhandenen B-Lymphozyten. ten regionalen Lymphknoten hat klinische Bedeutung für die Diagnostik und Therapiekontrolle von Tumoren und Entzündungen. In der Schleimhaut sitzen Makrophagen und versuchen. Aus den entsprechenden Gebieten gelangen Entzündungszellen bzw. • Speicherung von Lymphozyten. Er stellt einen vorgeschalteten Immunapparat dar.10 Tonsillen bilden den lymphatischen Rachenring. Lymphfollikel (= Lymphknötchen) Als Lymphknötchen werden größere Ansammlungen von B-Lymphozyten bezeichnet. Infiltrierte Lymphknoten sind vergrößert und oft tastbar. . Als Lymphographie bezeichnet man die röntgenologische Darstellung der Lymphgefäße und Lymphknoten mittels Kontrastmittel. Staub. Alle Tonsillen bilden den lymphatischen Rachenring (Waldeyer’scher Rachenring). Dadurch haben die dort vorhandenen Uferzellen (✑ S. 9. Die Lymphozyten halten sich in der Regel mehrere Stunden in einem lymphatischen Organ auf.

20 verschiedene Glykoproteine. – die unpaarige Zungenmandel (Tonsilla lingualis) am Zungengrund. die entweder im Blut enthalten sind oder von geschädigten Zellen (z. Auflösung + Abbau Phagozytose. • Mesangiumzellen der Nieren und • Alveolarmakrophagen der Lunge. Unspezifische humorale Abwehr Dieser Abwehrmechanismus basiert auf Stoffen. c) Interferone Interferone werden von virusinfizierten Zellen gebildet. – die „Seitenstränge“ – lymphatisches Gewebe in Schleimhautfalten. 9. das die Zellwände der Bakterien auflöst. nämlich • Histiozyten im lockeren Bindegewebe. 9. 165 b) Lysozym (= Muramidase) Lysozym ist ein bakterizid (Bakterien abtötend) wirkendes Enzym. Die Lymphknötchen der Tonsillen stehen meist in enger Beziehung zum Deckepithel der Schleimhaut.und Verdauungsweges befindet. a. – die unpaarige Rachenmandel (Tonsilla pharyngea) am Rachendach. virusinfizierten Zellen) gebildet werden. die sich aus ihnen rekrutieren. wird er mit Krankheitserreger überladen. durch Antigen-AntikörperKomplexe. a) Komplementsystem Hierbei handelt es sich um ca. Deshalb sind bei Kindern die Tonsillen oft vergrößert (hypertrophiert). Danach kommt es zu den verschiedenartigen Abwehrreaktionen: – Zerstörung der Biomembranen von Erregern. 2. Abb. • Langerhans-Zellen der Haut. jeden körperfremden Stoff zu eliminieren. Viren oder Bakterien. – Makrophagen: Monozyten und alle phagozytierenden Zellen. P Da ❑ sich der lymphatische Rachenring am Eingang des Luft.5 Unspezifische und spezifische humorale und zelluläre Abwehrmechanismen 1. Ihre Aktivierung erfolgt z. Die Tonsillen sind häufig entzündet (Angina). die bei Erwachsenen schon vorhanden ist. Es befindet sich in Phagozyten und wird bei ihrem Zerfall freigesetzt. Unspezifische zelluläre Abwehr Die unspezifische zelluläre Abwehr erfolgt durch Phagozyten (Freßzellen). vor allem neutrophile Granulozyten: Sie versuchen. • Osteoklasten im Knochen. B. Knochenmark.11 . Weiterhin ist es in Körpersekreten wie Tränenflüssigkeit und Bronchialschleim enthalten. – Lyse von Antigen-Antikörper-Komplexen u. • Sternzellen in den Lebersinus. die in einer ganz bestimmten Reihenfolge nacheinander reagieren.3. Sie verhindern die Vermehrung der Viren in der Wirtszelle. • Uferzellen in Lymphknoten. Milz. neutrophiler Granulozyt Erkennung + Bindung Antigen Aufnahme Fusion mit Lysosomen Merke Das Komplementsystem ist das wichtigste unspezifische humorale Abwehrsystem. – die paarigen Ohrtrompetenmandeln (Tonsilla tubaria) um die Öffnungen der Ohrtrompeten.3 Physiologie des Blutes Zu den Tonsillen gehören – die paarigen Gaumenmandeln (Tonsilla palatina) zwischen vorderem und hinterem Gaumenbogen.9. B. – Anregung der Makrophagen zur Phagozytose. die vom jeweiligen Tubenwulst abwärts laufen. da gegen viele Erreger erst eine Abwehr aufgebaut werden muss. Zu den Phagozyten gehören – Mikrophagen. Sie nehmen die Fremdstoffe in sich auf und bauen sie mithilfe ihrer Enzyme ab.

Merke Kernpunkt der spezifischen humoralen Abwehr ist die Bildung spezifischer Antikörper. Die spezifische Abwehr beginnt mit der Phagozytose der Erreger durch Makrophagen. – die aktivierten T-Lymphozyten teilen sich in • T-Helferzellen. sodass diese jetzt die Erreger abtöten können. Man sagt: Der Makrophage präsentiert die Antigene den Lymphozyten. in der Milz oder den Lymphknoten. Im Ergebnis der Auseinandersetzung des Makrophagen mit dem Erreger lagert er die Antigene1) an seine Zelloberfläche. das die Makrophagen aktiviert. Lyse (Auflösen) oder Präzipitation (Ausfällen) unschädlich machen.9 166 Kreislaufsystem Die Makrophagen phagozytieren am lebhaftesten. Spezifische humorale Abwehr Gegen eine ganze Reihe von Erregern (z. 3. Im Fall der spezifischen humoralen Abwehr spielen die B-Lymphozyten die zentrale Rolle. Staphylokokken. – die spezifischen T-Effektorzellen lagern sich an die infizierten Zellen und zerstören sie mithilfe ihrer Enzyme. • T-Effektorzellen (= T-Killerzellen). Die Antigenpräsentation bewirkt je nach Beschaffenheit des Antigens entweder eine Beteiligung der B. die zu einer Antigen-Antikörper-Reaktion führen und die Antigene durch Agglutination (Verklumpung). Sie setzen sich dann in bestimmten Organen (z. B. Gelenke) fest und rufen dort Entzündungen hervor. gegen die sie gebildet wurden (= Antigen-Antikörper-Reaktion). P In einigen Fällen können die Immunkom❑ plexe nicht abgebaut werden. Spezifische zelluläre Abwehr Für die spezifische zelluläre Abwehr sind die T-Lymphozyten verantwortlich. Es entstehen Antigen (z. B. AntigenAntikörperKomplex 1) Antigene = körperfremde Substanzen. Die Komplexe werden in der Regel rasch beseitigt. Darüber hinaus geben sie wichtige Informationen über die Zusammensetzung des Erregereiweißes an die Lymphozyten weiter und stimulieren diese. – im Antigen-Antikörper-Komplex sind bereits viele Antigene wirkungslos. • T-Suppressorzellen (= T-Unterdrückerzellen). Gleichzeitig produzieren sie Lymphokin. Folgende Vorgänge spielen sich ab: – Die vom Makrophagen präsentierten Antigene des Erregers aktivieren die T-Lymphozyten.12 Antigen-Antikörper-Reaktion. – die B-Plasmazellen produzieren antigenspezifische Antikörper2) (= Immunglobuline). bestimmte Streptokokken. B. die in einem bestimmten Organismus eine Immunantwort auslösen können 2) Antikörper = Immunglobuline. Niere. Diese Krankheitserreger können nur durch spezifische Abwehrmechanismen bekämpft werden. Antigen-Antikörper-Komplexe (= Immunkomplexe). B. Viren) sind die beschriebenen unspezifischen Abwehrmechanismen unwirksam. Masernvirus) + Antikörper gegen Masernvirus + Abb. das ihre Bildung verursacht hat . 4. z. 9. die mit dem Antigen spezifisch reagieren. – die spezifischen Antikörper reagieren mit den Antigenen. z.oder T-Lymphozyten. – die aktivierten B-Lymphozyten teilen sich in • B-Plasmazellen und • B-Gedächtniszellen. Folgende Vorgänge spielen sich ab: – T-Helferzellen heften sich an die Antigene und stimulieren die B-Lymphozyten. B. durch Phagozytose oder das Komplementsystem.

Antigenpräsentation (Verlagerung der Antigene an die Zelloberfläche)  BLymphozyt  T-Suppressorzelle    T-Lymphozyt  Antikörper B-Gedächtniszelle  T-Helferzelle 3. T-Lymphozyten (klonale Expansion) spezifische Antikörper produzierende Plasmazelle Antigen-Antikörper–Reaktion   T-Gedächtniszelle Lymphokin produzierende T-Zelle Lymphokin Lymphokin befähigt Makrophagen. T-Suppressorzellen und Kooperation der drei Zellarten 3. T-Helferzellen. Vermehrung der B. Anlockung und rezeptive Anheftung von T-Lymphozyten. Phagozytose der Erreger durch Makrophagen   Makrophage Makrophage T-Helferzelle 2.bzw. T-Helferzellen und Kooperation der beiden Zellarten   4.9. 9.3 Physiologie des Blutes Spezifische humorale Abwehr 167 Spezifische zelluläre Abwehr Antigen Krankheitserreger Antigen Krankheitserreger 1. Erreger abzutöten  Makrophage Antigen-Immunzellen–Reaktion Spezifische Abwehrmechanismen. Abb.13 . Anlockung und rezeptive Anheftung von B-Lymphozyten.

Die bei den spezifischen Abwehrvorgängen gebildeten langlebigen B. . 2. Eine optimale Immunantwort hängt entschieden von ihrer Regulation ab. die sich an der Oberfläche der Erythrozytenmembranen befinden und antigene Eigenschaften besitzen. oder keine Reaktion. 50). indem man dem Organismus abgeschwächte lebende oder abgetötete Erreger oder abgeschwächte Erregertoxine zuführt. Windpocken und Masern. Merke Das wichtigste Blutgruppensystem ist das AB0-System mit 4 Blutgruppen: A. die Agglutinogene (= agglutinable Substanzen). Merke Wirkungen von Antigenen können sein: normale Immunreaktion Antigen keine Immunreaktion übermäßige Immunreaktion = Allergie 9. – Im Blutplasma sind spezifische Antikörper (Agglutinine) gelöst. AB und 0. Das erste Phänomen würde bei einer Bluttransfusion zur Verstopfung der Kapillaren führen.7 Immunisierung Durch Immunisierung (Impfung) kann künstlich Immunität erlangt werden. stimmen die verschiedenen Abwehrmechanismen optimal aufeinander ab und sorgen für die rechtzeitige Beendigung der Immunantwort. B. die über die gesamte Lebensdauer vorhanden bleiben und nach festen Gesetzmäßigkeiten vererbt werden (✑ Kap. wenn der Organismus nach Antigenkontakt immunologisch reaktionslos bleibt (z. S. B.3. die mit den Antigenen reagieren. Dadurch werden dem Menschen bestimmte immunologische Eigenschaften zugeordnet. möglicherweise mit ihrer nachfolgenden Auflösung (Hämolyse).8 Blutgruppen des Menschen Die Blutgruppen sind auf Stoffe zurückzuführen. immunologische Toleranz der Mutter gegenüber dem Feten). Immunologische Toleranz Immunologische Toleranz liegt vor. P Die Dauer des immunologischen Gedächt❑ nisses ist unterschiedlich: lebenslang bei Röteln. Vermischt man Blut von zwei Menschen.und T-Gedächtniszellen „erkennen“ bei erneutem Kontakt mit „ihrem“ Antigen dieses sofort und bewirken in der Regel eine sehr schnelle immunologische Reaktion. wenn nach Rekontakt mit einem bestimmten Antigen abnorm starke Immunreaktionen auftreten. Makrophagen. Jeder Mensch besitzt eine dieser Blutgruppen. die als Antigene wirken. 9. Dem Organismus werden therapeutisch oder auch prophylaktisch spezifische Antikörper zugeführt. – passive Immunisierung.6 Verschiedene Immunreaktionen Allergie Von einer Allergie (Überempfindlichkeit) spricht man.3. Nebennierenrindenhormone. T-Regulatorzellen und humorale Einflüsse (Katecholamine. ✑ S.168 9 Kreislaufsystem Merke Die spezifischen Abwehrvorgänge werden maßgeblich durch die Tätigkeit der Regulatorzellen gesichert. Man unterscheidet – aktive Immunisierung.3.5. Dabei üben die T-Helferzellen eine stimulierende und die T-Suppressorzellen eine hemmende Wirkung aus. Sie stimulieren die Lymphozyten. 9. Hier wird die Primärreaktion vorweggenommen. Ursache der Agglutination ist eine AntigenAntikörper-Reaktion: – Die Erythrozytenmembranen tragen spezifische Stoffe. 303) sind dafür verantwortlich. einige Jahre bei Tetanus und Poliomyelitis.4. so beobachtet man entweder eine Zusammenballung (Agglutination) der Erythrozyten.

wobei D die größte antigene Wirksamkeit besitzt. somit kommt es auch nicht zur Bildung von Anti D. Ist dies der Fall.14). c und e. die bei weiteren Schwangerschaften zu Schädigungen eines Rh-positiven Kindes führen können. Dies lässt sich durch eine Serodiagnostik feststellen. Dort bewirken sie die Bildung von Antikörpern (Anti D). die in den mütterlichen Kreislauf übergetreten sind. Entscheidend für das AB0-System sind: – zwei verschiedene Agglutinogene (= Antigene) der Erythrozytenmembran: A und B sowie – zwei spezifische Antikörper im Serum: Anti A und Anti B. Durch diese mögliche Immunisierung der Frauen nach der ersten Schwangerschaft. darf transfundiert werden. Merke In Europa sind 85 % der Menschen Rh-positiv. Schwangerschaftswoche klären. spielen heute derartige Störungen keine nennenswerte Rolle mehr. – Spendererythrozyten plus Empfängerserum (Majortest). Fetus D. – Schwangerschaft: Mutter d. die die eigenen Erythrozyten nicht besitzen. AB0-System Mit der Entdeckung der AB0-Blutgruppen im Jahre 1901 durch Landsteiner begannen die systematischen Untersuchungen der Blutgruppeneigenschaften. muss unmittelbar nach der Geburt eine Immunisierung mit Human-Immunglobulin Anti D durchgeführt werden. E. Die wichtigsten sind C. Beim Rh-System wird in der Regel nur das D-Antigen berücksichtigt. 400 Merkmale der Ery❑ throzytenmembran. Spender D. P Um ❑ Verwechslungen. werden vor jeder Blutübertragung folgende Tests durchgeführt: • die so genannte Kreuzprobe im Labor.9. – Spenderserum plus Empfängererythrozyten (Minortest). Rhesussystem (= Rh-System. ob eine Blutgruppenunverträglichkeit vorliegt. Trotz übereinstimmender Blutgruppe besteht bei jeder Bluttransfusion 169 . 10 % der Schwangerschaften wird eine Unverträglichkeit hinsichtlich des Rhesusfaktors beobachtet. • der Bed-side-Test am Patientenbett. Bei Bluttransfusionen verwendet man praktisch immer AB0-gruppengleiches Blut. Die Agglutinogene (D) gelangen während des Geburtsvorganges vom kindlichen Kreislauf in den mütterlichen. ✑ Abb. Im Rh-System treten im Unterschied zum AB0System erst nach Sensibilisierung Antikörper auf. Nur wenn beide Tests negativ verlaufen. D. Bei ca. 9. 9.und Spenderblut festgestellt. S. Bei Übereinstimmung der Blutgruppen kommt es in beiden Fällen nicht zu einer Agglutination. P Eine ❑ Serodiagnostik sollte deshalb ab der 16. 171) Das Rhesussystem ist ein weiteres Blutgruppensystem und beruht auf dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Rh-Agglutinogenen auf der Erythrozytenmembran. Die Antikörper werden im Laufe des ersten Lebensjahres gegen diejenigen Antigene gebildet.3 Physiologie des Blutes P Man kennt heute ca. Eine besondere Bedeutung für die Medizin besitzen das AB0-System und das Rh-System. Unbedenklich sind auch Schwangerschaften mit rh-negativen Feten. die Bildung von Rh-Antikörpern wird nur bei rh-negativen Menschen ausgelöst.15. Das bedeutet. aber auch nach Schwangerschaftsunterbrechung (Interruptio) und Fehlgeburt (Abort). Fehlbestimmungen und Unverträglichkeiten auszuschließen. Merke Die erste Schwangerschaft führt trotz ungünstiger Rh-Konstellation nicht zu fetalen Schädigungen. Dies kann geschehen bei – Bluttransfusionen: Empfänger d. Unmittelbar vor der Transfusion wird am Patientenbett nochmals die Verträglichkeit von Empfänger. Aus dieser Konstellation ergeben sich vier Blutgruppen des AB0-Systems (✑ Abb. Dieses Immunglobulin zerstört die fetalen Erythrozyten mit dem D-Agglutinogen. von denen die meisten bei Bluttransfusionen bedeutungslos sind.

14 Empfänger Erythrozyten Serum starke Agglutination Blutgruppen des AB0-Systems. schwache Agglutination .9 170 Kreislaufsystem Blutgruppen Blutgruppe A B AB A B A. 9. B Anti B Anti A Agglutinogene = Antigene der Erythrozytenmembran Antikörper im Serum 0 Anti A Anti B Agglutination A Agglutinat verschließt Blutgefäß B A B + + Anti A A Anti B B Blutgruppentest Blutgruppe A Kreuzprobe B AB 0 Serum Spender Erythrozyten minor major Testserum Anti A Anti B Anti A und Anti B keine Agglutination Abb.

ist eine allergische Reaktion nie ausgeschlossen. Transfusion langsame Bildung spezifischer Antikörper (Anti D) schnelle Bildung spezifischer Antikörper (Anti D) 2. Das Blut jedes Menschen enthält ein individuell einmaliges Gemisch verschiedener Eiweiße. Aus diesen Gründen wird die Indikation für eine Vollblutkonserve sehr streng gestellt. sodass bei kurz nach einer Infektion entnommenen Blutkonserven die Antikörperbildung zwar noch nicht nachgewiesen werden kann.3 Physiologie des Blutes 171 Bluttransfusion Empfänger Rh+ (D) Empfänger Rh+ (D) Spenderblut Spenderblut rh– (d) rh– (d) 1. Schwangerschaft 2. für den Empfänger ein Restrisiko. Transfusion Komplikation keine Komplikation Mutter rh– (d) Vater Rh+ (D) 1. Schwangerschaft Zygote Kind Rh+ (D) Antigen Mutter bildet nach der Geburt Anti D keine Komplikation Mutter bildet während der Schwangerschaft aufgrund voran gegangener Sensibilisierung Anti D Komplikation (Blut des Kindes wird hämolysiert) Unverträglichkeit im Rhesussystem. und da prinzipiell jedes körperfremde Eiweiß als Antigen wirken kann.15 eine gewisse Zeit. Außerdem können Krankheitserreger übertragen werden.9. sie aber dennoch infektiös ist. Die Antikörperbildung nach einer Infektion dauert Abb. 9. oftmals Wochen bis Monate. .

Man bezeichnet die Ebene. Bei ❑ Leistungssportlern ist das Herz ebenfalls vergrößert. Herzkranzfurche und Zwischenkammerfurchen mit Herzkranzgefäßen sowie Herzohren. cava superior) Aortenklappe rechter Vorhof (Valva aortae) (Atrium dextrum) Lungenarterienklappe/ Pulmonalklappe (Valva trunci pulmonalis) dreizipflige Segelklappe (Valva tricuspidalis) Papillarmuskel untere Hohlvene (V. 220 Gramm. Es besitzt vier Innenräume (✑ Abb. Die Größe entspricht etwa der Faust des Trägers. Vorhöfe und Kammern werden durch das bindegewebige Herzskelett getrennt. Herzbasis. 9. cava inferior) rechte Herzkammer (Ventriculus dexter) linke Herzkammer (Ventriculus sinister) Herzinnenhaut (Endokard) Herzmuskelschicht (Myokard) Herzaußenhaut (Epikard) Herzscheidewand (Septum cardiale) Abb. deshalb auch als Ventilebene. in der das Herzskelett mit den Herzventilen liegt. – linker Vorhof = vier Lungenvenen (Vv. Form.16 und 9. Herzvene (Sinus coronarius). ein muskuläres Hohlorgan. 9. 9. Es befindet sich zwischen den Brustfellhöhlen und wird vollständig vom Herzbeutel (Perikard) umhüllt. Masse. 300 Gramm und bei Frauen ca.9 172 Kreislaufsystem 9. die an den Vorhöfen münden): – rechter Vorhof = obere Hohlvene (V. pulmonales). Anschluss der Herzräume an das Gefäßsystem (✑ Abb. An der Oberfläche kann man folgende Einzelheiten erkennen: Herzspitze. . linker Vorhof (Atrium sinistrum) große Körperarterie (Aorta) Stamm der Lungenarterien (Truncus pulmonalis) obere Hohlvene Lungenvenen (Vv.16 Herzinnenräume. • linke Herzkammer (Ventriculus sinister). Es besteht im Prinzip aus vier Faserringen als Ansatzstelle für die Herzklappen (= Herzventile). Größe Das Herz ist kegelförmig. ist der „Motor“ des Blutkreislaufes.16): • rechter Vorhof (Atrium dextrum). pulmonales) zweizipflige Segelklappe/ Mitralklappe (Valva bicuspidalis. – linke Herzkammer = große Körperarterie (Aorta). P Kinder haben ein relativ großes Herz. Seine Masse beträgt bei Männern ca. • rechte Herzkammer (Ventriculus dexter). die an den Herzkammern beginnen): – rechte Herzkammer = Stamm der Lungenarterien (Truncus pulmonalis). Valva mitralis) (V. untere Hohlvene (V. Ausflussbahnen (= Arterien.17) Einflussbahnen (= Venen. cava superior).4 Das Herz (Cor) Das Herz. Bau Das Herz wird durch die Herzscheidewand (Septum) in eine rechte und linke Herzhälfte geteilt. cava inferior). • linker Vorhof (Atrium sinistrum).

pulmonales sinistrae) linkes Herzohr (Auricula sinistra) obere Hohlvene (V. subclavia dextra) Stamm der Hals-Arm-Arterie linke Schlüsselbeinarterie (Truncus brachiocephalicus) (A. cava superior) rechte Lungenarterie (A. cordis media) hinterer Zwischenkammerast (Ramus interventricularis posterior) Bau des Herzens (Vorder. carotis communis dextra) linke gemeinsame Halsarterie rechte Schlüsselbeinarterie (A. cordis parva) rechte Herzkranzarterie (A. cava superior) große Körperarterie (Aorta) linke Lungenarterie rechte Lungenarterie (A. pulmonales dextrae) untere Hohlvene (V. ventral 173 rechte gemeinsame Halsarterie (A. pulmonales) (V. pulmonalis sinistra) linke Lungenvenen (Vv.9. pulmonalis dextra) rechte Lungenvenen (Vv. pulmonalis sinistra) (A. 9.4 Das Herz Herz. pulmonalis dextra) Stamm der Lungenarterien rechtes Herzohr (Auricula dextra) (Truncus pulmonalis) vorderer Zwischenkammerast rechte Herzkranzarterie (Ramus interventricularis anterior) (A. subclavia sinistra) Lungenvenen obere Hohlvene (Vv. Abb.und Rückansicht). coronaria dextra) linke Herzkammer rechte Herzkammer (Ventriculus sinister) (Ventriculus dexter) Herzbasis Herzspitze Herz. carotis communis sinistra) (A. cava inferior) kleine Herzvene Sammelvene (Sinus coronarius) linke umschlingende Kranzarterie (Ramus circumflexus) (V.17 . dorsal Aortenbogen (Arcus aortae) linke Lungenarterie (A. coronaria dextra) mittlere Herzvene (V.

2/3 links und 1/3 rechts der Medianebene.19 Herzskelett. linke Herzkranzarterie (A. Herzklappen (Herzventile) Die Herzklappen sind Duplikaturen des Endokards. sodass die Klappen nicht (wie eine Pendeltür) in den Vorhof zurückschlagen können. S. Seine Dicke ist der Belastung angepasst. Das Myokard ist ein kräftiger Hohlmuskel aus Herzmuskelgewebe (✑ S. Muskelschicht (Myokard) und Herzaußenhaut (Epikard).16. 9. so ist das Vorhofmyokard schwächer als das Kammermyokard (einschließlich Vorhofund Kammerseptum) und das linke Kammermyokard deutlich stärker als das rechte. 9.9 174 Kreislaufsystem Herzbasis (2. eine Durchlassund eine Sperrrichtung. Die Längsachse verläuft von rechts hinten oben nach links vorne unten.16. Segelklappe/ Tricuspidalklappe (Valva bicuspidalis/Valva mitralis) (Valva tricuspidalis) Öffnung für His’sches Bündel rechte Herzkranzarterie (A. Sie besitzen. Jede Herzkammer Herzwand (✑ Abb.Segelklappe zwischen Kammer und Vorhof und einer Taschenklappe zwischen Kammer und zweizipflige Segelklappe/Mitralklappe dreizipflige Ausflussbahn. . Steigt der Kammerdruck über den Vorhofdruck. Ventriculus) Abb.18 Lage des Herzens. Zwischenrippenraum) Zwerchfell (Diaphragma) Leber (Hepar) Magen (Gaster. coronaria dextra) Pulmonalklappe (Valva trunci pulmonalis) Abb. sten Hohlororganen dreischichtig: Herzinnenhaut (Endokard). Ventilebene – von oben. 172) Das Herz liegt im mittleren Mediastinum. S. 68). das Öffnen und Schließen wird also durch die Druckverhältnisse beiderseits der Klappe bestimmt. kontrahieren diese Muskeln. 172) wird von zwei Herzklappen begrenzt. 9. Lage (✑ Abb. coronaria sinistra) Aortenklappe (Valva aortae) Segelklappen (Atrioventrikularklappen) Die Segelklappen bestehen aus einer Doppellage Herzinnenhaut (Endokard). Durch feine Sehnenfäden sind sie mit den Papillarmuskeln verbunden. Zwischenrippenraum) linke Lunge äußeres Herzbeutelblatt (Perikard) Herzspitze (5. 9. wie Ventile. einer Der Wandaufbau des Herzens ist wie bei den mei.

der in der linken Herzkranzfurche nach hinten verläuft. coronaria sinistra). der hintere Zwischenkammerast (Ramus interventricularis posterior). dass sie vom zurückströmenden Blut gefüllt werden.08. Blutversorgung (✑ Abb.17. Zwei Herzkranzarterien entspringen aus der Aorta dicht hinter der Aortenklappe. Sie teilt sich nach l cm in zwei Endäste: – den vorderen Zwischenkammerast (Ramus interventricularis anterior). • linke Herzkranzarterie (A. 9. der in der vorderen Zwischenkammerfurche herzspitzenwärts verläuft und – den umbiegenden Ast (Ramus circumflexus). Die Taschenklappen unterteilen wir in – Pulmonalklappe (Valva trunci pulmonalis) zwischen rechter Herzkammer und Truncus pulmonalis sowie – Aortenklappe (Valva aortae) zwischen linker Herzkammer und Aorta. • Rechte Herzkranzarterie (A. sie verläuft in der rechten Kranzfurche nach hinten.20 P Entzündungen des Endokards (Endokarditis) ❑ zeigen sich insbesondere an den Klappen. Als Folge können Herzklappenfehler entstehen.2002 9:32 Uhr Seite 175 9. Sie sind so angeordnet. Jede Klappe besteht aus drei Taschen. 9. Ihr Endast. S. .4 Das Herz Systole – Vorhofdruck – Herzkammerdruck Tricuspidalklappe Pulmonalklappe Blutbewegung (Austreibungsphase) niedrig hoch geschlossen offen Blutauswurf in den Truncus pulmonalis und Vorhoffüllung Diastole 175 (Füllungsphase) hoch niedrig offen geschlossen Blut fließt vom Vorhof in die Herzkammer Tricuspidalklappe Pulmonalklappe (Valva tricuspidalis) (Valva trunci pulmonalis) rechter Vorhof (Atrium dextrum) Papillarmuskeln rechte Herzkammer (Ventriculus dexter) Tricuspidalklappe (Valva tricuspidalis) Ventilfunktion der Herzklappen in der rechten Herzhälfte. 173) Die Blutversorgung des Herzens erfolgt durch die Herzkranzgefäße (Koronargefäße). coronaria dextra). sich dadurch aufblähen und somit die Öffnung verschließen. steigt in der hinteren Zwischenkammerfurche ab. Taschenklappen (Semilunarklappen) Die dünnen Membranen der Taschenklappen bestehen aus einer Doppellage der Arterieninnenhaut (Intima) und haben die Form von Schwalbennestern.Text Kreislauf 22. Abb. Bei den Segelklappen unterscheiden wir – Tricuspidalklappe (Valva tricuspidalis – drei „Segel“) zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer und – Mitralklappe (Valva mitralis – zwei „Segel“) zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer.

Betablocker). Venen.5. in dem das Transportmittel „Blut“ in einem geschlossenen Kreislauf bewegt wird. die kaum über Anastomosen in Verbindung stehen. der oft in den linken Arm ausstrahlt (Angina pectoris). Kleinste Haargefäße zwischen Arteriolen und Venolen. Man unterscheidet das Blutgefäßsystem und das Lymphgefäßsystem.21 Arteriovenöse Anastomosen sind Gefäßverbindungen zur Umgehung der Kapillaren. die das Blut zum Herzen hin transportieren. Auch heute noch sterben viele Menschen am Herzinfarkt. der Parasympathikus hemmt beides. Urokinase) aufgelöst wird. Bei unvollständigem oder kurzzeitigem Verschluss kleinerer Gefäße kommt es zu heftigem Thoraxschmerz. Streptokinase. 2. Gefäße. 9. Kapillaren.5 Gefäßsystem Das Gefäßsystem bildet in Verbindung mit dem Herzen ein Transportsystem. Begründung: Das Herz wird durch zwei Arterien versorgt. B. Die kleinsten Venen heißen Venolen (oder Venulen).9 176 Kreislaufsystem P Durchblutungsstörungen ❑ des Herzens sind relativ häufig. Die kleinsten Arterien heißen Arteriolen. die dem Stoffaustausch zwischen Blut und Zelle dienen. Durch die ständige Energie verbrauchende Pumptätigkeit hat das Herz einen großen Durchblutungsbedarf. das dem Herzen anliegt. Stoffaustausch im Kapillargebiet. Gefäße. Es werden folgende Blutgefäßarten unterschieden: 1. B. Bei sympathischer Erregung steigen Herzfrequenz und Schlagkraft. .und Entsorgung der Zellen erfolgt indirekt über die interstitielle Flüssigkeit. die das Blut vom Herzen weg transportieren. Auf diese Weise werden den Zellen die zum Leben notwendigen Stoffe zuund die Stoffwechselprodukte abgeleitet. 86): – dem äußeren fibrösen parietalen Blatt (Perikard im engeren Sinn) und – dem inneren serösen viseralen Blatt (Epikard). Nervenversorgung Das Herz wird vom vegetativen Nervensystem (sympathische und parasymphatische Herznerven) versorgt (✑ S. P Viele ❑ Herzmedikamente wirken über die Beeinflussung des vegetativen Nervensystems (z. Arterien. d. h.und Ausflussbahnen des Herzens. Der Umschlag vom Epikard in das Perikard befindet sich an den Ein. Veränderung der Hautdurchblutung zur Steuerung des Wärmehaushaltes. interstitielle Flüssigkeit Arteriole Kapillaren Venole Gewebe Herzbeutel (Perikard) ❑ P Der Herzbeutel ermöglicht die freie Beweg- lichkeit des Herzens. der Inhalt (Blut) bewegt sich ausschließlich in den Gefäßen. wie schnell er in eine Klinik kommt und dort der Thrombus durch künstliche Fibrinolyse mit Medikamenten (z. 3. da bei einem größeren Gefäßverschluss das dahinter liegende Herzmuskelgewebe irreversibel geschädigt wird und der Pumpvorgang nicht aufrechterhalten werden kann. 364 ff). weil dadurch eine Erweiterung der Herzkranzgefäße erfolgt. Die Ver. 9. Er ist wie alle serösen Höhlen aus zwei Blättern aufgebaut (✑ S. Sie dienen der Durchblutungsregulation (z. Der vollständige Verschluss eines Gefäßes (meist durch einen Thrombus) verursacht extrem starke Brustschmerzen (Herzinfarkt). B. 9. Das Überleben des Patienten hängt hauptsächlich davon ab. Dies sind funktionelle Endarterien.. Abb.1 Blutgefäßarten Das Blutgefäßsystem ist ein geschlossenes System. Einige Tropfen oder Spraystöße Nitroglyzerin (über die Mundschleimhaut resorbiert) lindern prompt die Beschwerden.

Sie ermöglichen die so genannte Windkesselfunktion (✑ Kap. Man unterscheidet: – Arterien elastischen Typs. Bei Unterbrechung des Blutstromes im Hauptgefäß erfolgt die Blutversorgung des betreffenden Gewebeabschnittes über die Nebengefäße. Sie ist die stärkste Schicht und besteht aus • elastischen und kollagenen Fasern sowie • glatten Muskelzellen. die in der Media reichlich glatte Muskelzellen besitzen. – Endarterien haben keine Anastomosen. Sie wird gebildet aus • dem Endothel (✑ S. Die Gefäße sind ebenfalls Hohlorgane.5 Gefäßsystem Kapillaren 177 Hauptgefäß Arteriole Nebengefäß Gewebe Venole interstitielle Flüssigkeit Brückenanastomose Abb. B. deren Innenraum wir als Gefäßlumen bezeichnen. Gehirn.6.23 Die Blutversorgung der Arterienwand bei Arterien bis etwa 1 mm Durchmesser erfolgt durch Diffusion aus dem durchströmenden Blut. die Aorta werden durch eigene Blutgefäße (Vasa vasorum) mit Sauerstoff versorgt. über die die Regulation der Organdurchblutung erfolgt. Dazu gehören die Aorta und ihre Äste (herznahe Arterien). 9. Vene Abb. Media (Mittelschicht). Kollateral. B. 9. Arterien Arterien zeigen den klassischen Dreischichtenaufbau. – Arterien muskulären Typs. Niere. Große Arterien wie z. Bau der Gefäße Alle Hohlorgane haben ein gemeinsames Bauprinzip. Lunge. sodass bei Verschluss keine Umgehung (= Kollateralkreislauf) möglich ist und das nicht mehr versorgte Gewebe abstirbt. Leber.24 . 197). 9. Abb.3. Adventitia (Außenschicht). bei denen die elastischen Elemente in der Media überwiegen. Dazu gehören die herzfernen kleineren Arterien und Arteriolen. Herz. P Häufigste ❑ Erkrankung der Arterien ist die Arteriosklerose (Arterienverkalkung).9.22 Anastomosen. Sie setzt sich aus kollagenen und elastischen Fasernetzen zusammen. 62) und einem • bindegewebigen Anteil. Ihre Wände bestehen meist aus drei Hauptschichten. S. 9. Ihre drei Hauptschichten heißen: Intima (Innenschicht).oder Umgehungskreislauf. Gefäßendothel Gefäßlumen elastische Membran Interna Arterie – elastischer Typ Media Externa mit versorgenden Blutgefäßen und Nerven größere Arterie Arterie – muskulöser Typ Gefäßlumen Gefäßendothel Intima (Tunica interna) Externa (Tunica externa) Media (Tunica media) Bau von Arterie und Vene. Endarterien besitzen z. Milz. die mit der Umgebung in Verbindung stehen.

In der rechten Herzhälfte befindet sich O2armes. sodass diese sich nur aufgrund ihrer Elastizität hindurchbewegen können. Niere usw. Muskulatur. cava superior und inferior in den rechten Vorhof münden. Am stärksten sind die Wände der Beinvenen.bzw. Der Blutkreislauf als funktionelle Einheit von Herz und Gefäßen sichert den Stoffund Wärmetransport im Körper über größere Strecken. jedes Organ erhält einen bestimmten Teil des Gesamtblutvolumens. in der linken Herzhälfte O2-reiches Blut. Das Blut gelangt über Venen immer zuerst in die Vorhöfe. h.oder Körperkreislauf Den Weg des O2-reichen und CO2-armen Blutes aus dem linken Ventrikel durch die Aortenklappe über die Aorta und ihre Äste in die Kapillaren der parallel geschalteten Organ. Der Blutkreislauf besteht aus zwei hintereinander (in Reihe) geschalteten Abschnitten. die von einem Gitterfaserhäutchen umhüllt wird. Beim Menschen strömt das Blut in einer doppelt kreisförmigen Bahn. 2.. Nach erfolgtem Stoffaustausch sammelt sich das O2-arme und CO2-reiche Blut in den Venen. Zur Verhinderung des Blutrückstromes dienen die Venenklappen (= Taschenklappen). 1.5. Jeder Organkreislauf zeigt eine bestimmte Gefäßfolge: 9. Pulmonalklappe über die Lungenarterien in die Kapillaren der Lunge. Die einzelnen Organkreisläufe (z. d. 9. Kapillaren Die Kapillarwand ist einschichtig und besteht nur aus der Intima.) nennt man den großen oder Körperkreislauf. Im Unterschied zu diesen ist aber die Venenwand (Media) dünner. B. Magen. Vom linken Vorhof fließt das Blut durch die Mitralis in den linken Ventrikel. Nierenkreislauf) des Körperkreislaufes sind parallel geschaltet. Kleiner Blut. Nach erfolgtem Gasaustausch wird das O2-reiche und CO2-arme Blut über die Lungenvenen in den linken Vorhof transportiert.oder Lungenkreislauf Das ist der Weg des O2-armen und CO2-reichen Blutes aus dem rechten Ventrikel durch die große Venen große Arterien mittlere Venen mittlere Arterien kleine Venen kleine Arterien Venolen Arteriolen Kapillaren . Teilkreisläufe (Herz. die schließlich als V. Merke P Häufige ❑ Erkrankungen der Venen sind Krampfadern (Varizen) als Folge schwacher Venenwände: Die Klappen schließen nur noch unvollkommen. Der Durchmesser der kleinsten Kapillaren ist geringer als der eines Erythrozyten. Im Herzen fließt das Blut dann vom rechten Vorhof in die rechte und vom linken Vorhof in die linke Herzkammer. Vom rechten Vorhof fließt das Blut durch die Tricuspidalis in den rechten Ventrikel. Milz. Großer Blut.9 178 Kreislaufsystem Venen Der Bau der Venenwand entspricht im Prinzip dem der muskulären Arterien.2 Blutkreislauf Als Blutkreislauf wird der durch die Herztätigkeit bewirkte Blutumlauf im Blutgefäßsystem bezeichnet.25 Venenklappen. Venenklappen Abb.

5 Gefäßsystem 179 linke Lungenarterie gemeinsame Halsarterie (A. carotis communis) linke Lungenvenen (Vv. pulmonalis sinistra) (A.oder Hüftarterie Oberschenkelarterie (A.9. iliaca communis) Blutkreislauf. Abb. femoralis) (A. cava inferior) gemeinsame Becken. portae) Grimmdarm (Colon) untere Hohlvene (V. pulmonales sinistrae) obere Hohlvene (V.26 . cava superior) Lungenstammarterie rechter Vorhof (Truncus pulmonalis) (Atrium dextrum) linker Vorhof rechte Herzkammer (Atrium sinistrum) linke Herzkammer (Ventriculus dexter) (Ventriculus sinister) Leber (Hepar) Aorta Pfortader (V. 9.

Nebennierenarterien. Die Organdurchblutung wird vom vegetativen Nervensystem und durch Hormone dem jeweiligen Funktionszustand angepasst. Zwerchfellarterien. – Aortenbogen (Arcus aortae) verläuft vom oberen Mediastinum in das hintere. Lendenarterien. • gemeinsamer Leberarterie. Bauchspeicheldrüse. iliaca externa). – obere Gekrösearterie (A. Durchmesser und Wandstärke ab. iliaca communis) mit – innerer Hüftarterie (A. Dabei nehmen der Gesamtquerschnitt zu.bzw. mesenterica inferior). mesenterica superior). – untere Gekrösearterie (A. subclavia sinistra) Brustaorta (Pars thoracica aortae) Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) Paarige Äste Bronchialarterien. Zwerchfelloberseite. (A. Hoden bzw. Die Arterien verzweigen sich bis zu den Kapillaren ständig weiter auf. lienalis). coronaria dextra et sinistra) Aortenbogen – Truncus brachiocephalicus mit rechter gemeinsamer Halsarterie (A. Speiseröhrenarterien. Arm. Unpaarige Äste: – Bauchhöhlenstamm (Truncus coeliacus) mit • linker Magenarterie. Zwischenrippenarterien. renales). Duodenum. Leber. carotis communis dextra) und rechter Schlüsselbeinarterie (Arcus aortae) Herz Hals. subclavia dextra) – linke gemeinsame Halsarterie (A. Brusteingeweide. Bauchwand. . Magen. Aortenabschnitte abgehende Äste Versorgungsgebiete Aufsteigende Aorta Rechte und linke Herzkranzarterie (Pars ascendens aortae) (A.9 180 Tab. Hoden. Drittel). – – – – – Nebennieren. Die Aorta beginnt im linken Ventrikel und wird ihrem Verlauf entsprechend in folgende Abschnitte gegliedert: – Aufsteigende Aorta (Pars ascendens aortae) im oberen Mediastinum. • Milzarterie (A. obere Zwerchfellarterien. Nierenarterien (Aa. Zwerchfellunterseite. Gemeinsame Hüftarterie (A. Eierstöcke. Kopf. 9. Milz. iliaca interna) und – äußerer Hüftarterie (A. Letztes Drittel Quercolon bis zum oberen Teil des Mastdarms. Brustwand. carotis communis sinistra) – linke Schlüsselbeinarterie (A. Nieren. Darm ab Jejunum bis Quercolon (2. Ebenso verringert sich die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes.7 Kreislaufsystem Aorta und ihre Äste. Eierstockarterien. Beckenorgane Bein Arterien des Körperkreislaufes und ihre Versorgungsgebiete Alle großen Arterien des Körperkreislaufes entspringen aus der Aorta.

iliaca externa) tiefer Hohlhandbogen (Arcus palmaris profundus) oberflächlicher Hohlhandbogen (Arcus palmaris superficialis) innere Hüftarterie (A. subclavia) Achselarterie (A. iliaca interna) Oberschenkelarterie (A. femoralis) Kniekehlenarterie (A. fibularis) hintere Schienbeinarterien (Aa. carotis interna) gemeinsame Halsarterie (A. facialis) äußere Kopfarterie (A. carotis externa) innere Kopfarterie (A. dorsalis pedis) Arterien des Körpers – Gesamtübersicht. poplitea) vordere Schienbeinarterie (A. 9.27 . mesenterica superior) untere Gekrösearterie (A. axillaris) Oberarmarterie (A. iliaca communis) Speichenarterie (A.9. carotis communis) Schlüsselbeinarterie (A. ulnaris) (A. temporalis) Gesichtsarterie (A. mesenterica inferior) Ellenarterie äußere Hüftarterie (A. Abb. renalis) obere Gekrösearterie gemeinsame Hüftarterie (A.5 Gefäßsystem 181 Schläfenarterie (A. tibiales posterior) Fußrückenarterie (A. radialis) (A. tibialis anterior) Wadenbeinarterie (A. brachialis) Stamm der Kopf-Arm-Arterie (Truncus brachiocephalicus) Aorta Bauchhöhlenstamm Nierenarterie (Truncus coeliacus) (A.

carotis externa) rechte gemeinsame Halsarterie innere Halsarterie (A.28 Arterielle Versorgung von Kopf. fibularis) hintere Schienbeinarterie Fußrückenarterie (A. 9. dorsalis pedis) Pulstaststellen Abb. vertebralis) linke Schlüsselbeinarterie Achselarterie (A. subclavia dextra) (A. carotis communis dextra) (A. . carotis communis sinistra) Wirbelarterie (A. iliaca externa) Oberschenkelarterie (A. tibialis anterior) Wadenbeinarterie (A. brachialis) Aortenbogen (Arcus aortae) Speichenarterie (A. axillaris) Stamm der Kopf-Arm-Arterie Oberarmarterie (Truncus brachiocephalicus) (A. ulnaris) äußere Hüftarterie (A. carotis interna) rechte Schlüsselbeinarterie linke gemeinsame Halsarterie (A. Arm und Bein. tibialis posterior) (A.9 182 Kreislaufsystem Hinterhauptarterie (A. subclavia sinistra) (A. poplitea) vordere Schienbeinarterie (A. radialis) Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) Ellenarterie (A. temporalis superficialis) (A. femoralis) Kniekehlenarterie (A. occipitalis) Schläfenarterie äußere Halsarterie (A.

gastrica sinistra) gemeinsame Leberarterie (A. iliaca externa) (Bifurcatio aortae) innere Hüftarterie (A. Abb. iliaca interna) • absteigende Aorta (Pars descendens aortae) Abschnitte der Aorta und ihre Hauptäste. Lien) Milzarterie (A. lienalis) linke Magenarterie (A. oberer Bauchhöhlenstamm (Truncus coeliacus) Abb. mesenterica inferior) äußere Hüftarterie Aortengabel (A. gastrica dextra) Versorgungsgebiet des oberen Bauchhöhlenstammes (Truncus coeliacus). hepatica communis (A. subclavia dextra) (A.und Schlüsselbeinarterie (Truncus brachiocephalicus) Aortenbogen aufsteigende Aorta (Arcus aortae) (Pars ascendens aortae) Brustaorta • Bauchhöhlenstamm (Pars thoracica aortae) (Truncus coeliacus) linke Nierenarterie obere Gekrösearterie (A. gastroepiploica) rechte Magenarterie (A.29 Magen (Gaster) Milz (Splen. renalis sinistra) (A. mesenterica superior) Keimdrüsenarterie Bauchaorta • (Hoden.30 . Eierstockarterie) (Pars abdominalis aortae) gemeinsame Hüftarterie untere Gekrösearterie (A. subclavia sinistra) Stamm der rechten Hals. hepatica communis) Leber (Hepar) Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Zwölffingerdarm (Duodeum) Ast der A. carotis communis dextra) (A. carotis communis sinistra) rechte Schlüsselbeinarterie linke Schlüsselbeinarterie (A.5 Gefäßsystem rechte gemeinsame Halsarterie 183 linke gemeinsame Halsarterie (A.9. gastroduodenalis) Ast der A. 9. lienalis (A. 9. iliaca communis) (A.bzw.

S. pulmonalis dextra) und linke Lungenarterie (A. mesenterica superior) Dünndarm (Intestinum tenue) Abb. cava inferior): Sammelt das Blut aus der unteren Körperhälfte (unterhalb des Zwerchfelles). Arterien und Venen des Lungenkreislaufes Aus dem rechten Ventrikel entspringt der Lungenarterienstamm (Truncus pulmonalis). der oberen Hohlvene (V.und Fußrücken sowie in der Ellenbeuge zu sehen sind (Abb.34.31. Die Aorta endet mit der Aufgabelung (Bifurcatio aortae) in die beiden gemeinsamen Hüftarterien. pulmonalis sinistra) (✑ Abb. cava superior) und der unteren Hohlvene (V. renalis. Venen des Körperkreislaufes und ihre Einzugsgebiete Bei den Venen des Körperkreislaufes unterscheiden wir – tiefe Venen. • Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) im Retroperitonealraum. 9. mesenterica inferior) obere Gekrösearterie (A. 186). cava superior): Sammelt das Blut aus der oberen Körperhälfte (oberhalb des Zwerchfelles). Grimmdarm (Colon) untere Gekrösearterie (A. 9. Sie liegt im Retroperitonealraum rechts der Bauchaorta und beginnt mit der Vereinigung der beiden gemeinsamen Hüftvenen. die in der Regel als Begleitvenen der größeren Arterien verlaufen und auch die gleiche Bezeichnung haben. radialis. Beide Arterien treten am Lungenhilus1) in die Lunge ein und zweigen sich dort weiter auf. Sie liegt im oberen Mediastinum. • Einzugsgebiet der oberen Hohlvene (V. die das sauerstoffreiche Blut von den Lungen in den linken Vorhof transportieren. pulmonales).9 184 Kreislaufsystem großes Netz (Omentum majus) Alle Venen sammeln sich in zwei großen Venenstämmen.31 Versorgungsgebiete der Gekrösearterien. Abb.32 . cava inferior). – oberflächliche oder Hautvenen. Wichtige Arterien des Körpers ✑ Abb. renalis und V. radialis und V. 1) Hilus = Hilum Ästchen der Lungenarterie Bronchiole Ästchen der Lungenvene Kapillarnetz Lungenbläschen (Alveolen) Übergang der Lungenarterie zu den Lungenvenen. • Einzugsgebiet der unteren Hohlvene (V. A. der sich aufteilt in rechte (A. 9.27 bis 9. die als bläuliche Stränge besonders gut an Hand. Zum Lungenkreislauf gehören 2 rechte und 2 linke Lungenvenen (Vv. – Absteigende Aorta (Pars descendens aortae) mit • Brustaorta (Pars thoracica aortae) im hinteren Mediastinum. 9. Das venöse Blut fließt von den Oberflächenvenen in die tiefen Venen.33). Beispiel: A. 9. Merke Oberflächliche und tiefe Venen stehen durch Anastomosen miteinander in Verbindung.

jugularis interna) rechte Schlüsselbeinvene (V. brachiocephalica) linke Längsvene • (V. axillaris) V. iliaca interna) große Hautvene1) Kniekehlenvene1) (V. temporalis) Sinus transversus Hinterhauptvene (V. saphena magna) äußere Hüftvene (V. facialis) 185 Schläfenvene (V. iliaca externa) innere Hüftvene (V. linke Schlüsselbeinvene (V. poplitea) (V. acygos) Lebervenen (Vv. hepaticae) untere Hohlvene (V. poplitea Venennetz des Fußrückens (Rete venosum dorsale pedis) 1) Hautvenen Über die mit • markierten Venen bestehen Verbindungen (Anastomosen) zum Pfortaderkreislauf Venen des Körpers – Gesamtübersicht. saphena magna) – entsteht im Bereich des Schienbeinknöchels und zieht medial am Unter. 9. cava inferior) aufsteigende Lendenvene • (V.9. cava superior) Achselvene (V. subclavia sinistra) obere Hohlvene Arm-Kopf-Vene (V. jugularis externa) innere Drosselvene (V.und Oberschenkel nach proximal kleine Hautvene (V. renalis) mediana cubiti1) (V. hemiacygos) rechte Längsvene • (V. subclavia dextra) (V. Abb.5 Gefäßsystem Sinus sagittalis superior Venengeflecht (Plexus pterygoideus) Gesichtsvene (V. basilica1) Nierenvene V. saphena parva) – beginnt im Breich des Wadenbeinknöchels und verläuft an der dorsalen Seite des Unterschenkels zur Kniekehle und mündet hier in die V. lumbalis ascendens) gemeinsame Hüftvene (V. occipitalis) äußere Drosselvene (V. iliaca communis) Oberschenkelvene (V. femoralis) große Hautvene (V. cephalica1) V.33 .

. Kapillargebiet. Die Leber verändert also das Blut deutlich. pulmonalis dextra) (Vv. 9. portae). a. h. die im Pfortader- Merke Unter dem Pfortaderkreislauf versteht man folgenden Weg des Blutes: Bauchaorta ▼ Organarterien der unpaarigen Bauchorgane ▼ Kapillaren der unpaarigen Bauchorgane (1. pulmonalis sinistra) rechte Lungenarterie Lungenvenen (A. in dem sie u. pulmonales) Lungenarterienstamm (Truncus pulmonalis) rechte Herzkammer (Ventriculus dexter) Abb. d. – die resorbierten Nahrungsstoffe abbaut oder ineinander umwandelt. also nicht wie üblich in die untere Hohlvene. Darm. Kapillargebiet) ▼ Pfortader (= Sammelvene) ▼ Leberkapillaren (2. – toxische Stoffe (Alkohol. Das in seiner Zusammensetzung so veränderte Blut fließt danach über die Venen der unpaarigen Bauchorgane in die Pfortader (V.6. Hier finden folgende wichtige Vorgänge statt: – Im Magen. Bauchspeicheldrüse. Milz). 12. Über die Pfortader gelangt es in das 2. bevor sie in die anderen Organe gelangen.34 Arterien und Venen des Lungenkreislaufs. pulmonales) linker Vorhof Lungenvenen (Atrium sinistrum) (Vv. . das der Leber. Von da strömt es schließlich über die Lebervenen zur unteren Hohlvene.und Darmkapillargebiet erfolgt die Resorption der Nahrungsstoffe. Kapillargebiet) ▼ Lebervenen ▼ untere Hohlvene blut befindlichen Stoffe werden einer Kontrolle unterzogen.9 186 Kreislaufsystem linke Lungenarterie (A. 246). Die Leber ist das wichtigste Stoffwechselorgan (✑ Kap. S. Medikamente) entgiftet. – im Milzkapillargebiet die Aufnahme von Abbauprodukten des Blutes und – im Bauchspeicheldrüsenkapillargebiet die Aufnahme der Hormone Insulin und Glukagon. Abbildung 9. Pfortaderkreislauf Unter den Organkreisläufen des Körperkreislaufes nimmt der Pfortaderkreislauf eine Sonderstellung ein.35 verdeutlicht dies wie folgt: Das Blut kommt von der Bauchaorta über die Organarterien in die Kapillargebiete der unpaarigen Bauchorgane (Magen.

Im Venenblut befinden sich nicht nur Stoffwechselendprodukte. Das Blut durchströmt zwei Kapillargebiete.5. pancreaticae) obere Gekrösevene (V. mesenterica superior) untere Gekrösevene (V. Eine weitere Umgehung erfolgt über Speiseröhrenvenen und damit verbundener Varizenbildung. Die Lymphkapillaren vereinigen sich zu ableitenden. – Hämoglobin in Gallenfarbstoffe umwandelt.3 Lymphgefäßsystem Das Lymphgefäßsystem stellt ein zusätzliches Abflusssystem dar. 2. portae) Leberpforte (Porta hepatis) Milzvene (V. sodass jede Zelle angeschlossen ist. gastrica sinistra) Pfortader (V. oft mit Klappen ausgestatteten Lymphgefäßen. 9. lienalis) rechte Magenvene (V. Im Bereich der Blutkapillaren beginnt das Lymphgefäßsystem mit zahlreichen blindverschlossenen Lymphkapillaren. 1. gastrica dextra) Bauchspeicheldrüsenvenen (Vv. mesenterica inferior) Venen des Pfortaderkreislaufes (Organe von dorsal). An den . Blut. cava inferior) (V. Medusenhaupt. die zu Venen der vorderen Bauchwand führen.9. sondern auch die resorbierten Nahrungsstoffe. Deren Erweiterung führt zum sog. Die Lymphgefäße durchziehen den gesamten Körper. die über den Milchbrustgang (Ductus thoracicus) und den rechten Lymphstamm (Ductus lymphaticus dexter) in das Venensystem einmünden. P Bei Verstopfung ❑ der Pfortader nimmt das Blut einen Umweg (Kollateralkreislauf) über Anastomosen.und Lymphgefäßsystem stehen also in enger Beziehung. – unter Einwirkung von Hormonen den Blutzuckerspiegel reguliert.35 9. Abb. Zwei Besonderheiten des Pfortaderkreislaufes sind hervorzuheben.5 Gefäßsystem 187 untere Hohlvene linke Magenvene (V. durch das die überschüssige interstitielle Flüssigkeit in das Blutgefäßsystem zurückgeführt wird.

2 l/d (= 1/10 des kapillären Filtrats). Bevor die Lymphe in die großen Lymphgefäße gelangt. die die Wand der Blutkapillaren nicht passieren können und erst „gefiltert“ werden müssen. Krebszellen und Fettstoffe (werden im Dünndarm resorbiert). Aufgabe Das Lymphgefäßsystem dient dem Flüssigkeitstransport in das Venensystem. 1 cm lange Ductus lymphaticus dexter mündet in den rechten Venenwinkel (Vereinigung von V. B.und Kopfseite. Wichtige Unterschiede zum Blutplasma sind höherer Wasseranteil. subclavia dextra und V. B. Der Ductus thoracicus ist der größte Lymphstamm. Es gibt allerdings erhebliche regionale Unterschiede. 9. regionäre Lymphknoten) und besitzen Filter. jugularis interna dextra) und sammelt die Lymphe aus dem rechten Arm und der rechten Hals. Außerdem enthält sie keine Erythrozyten. Lymphmenge Sie beträgt unter normalen Bedingungen ca. Hals.36 Blut.und Lymphkapillaren. geringerer Glucoseanteil. 200) und Zusammensetzung Die Lymphe besteht aus interstitieller Flüssigkeit und ist ähnlich dem Blutplasma zusammengesetzt. Mittransportiert werden solche Stoffe. Die mittlere Strömungsgeschwindigkeit ist dementsprechend sehr langsam. Entzündungen der Hautlymphgefäße (z.und Abwehrfunktion (✑ S. Der Transport der Lymphe erfolgt durch Kontraktion der glatten Gefäßmuskulatur und durch vorübergehende Drucksteigerung in der Umgebung der Lymphgefäße. jugularis interna sinistra). Er sammelt die Lymphe aus allen Körperteilen unterhalb des Zwerchfelles. Diese kommen an bestimmten Stellen gehäuft vor (z. geringerer Eiweißanteil (ca. subclavia sinistra und V. wobei gleichzeitig Kontroll. nach Insektenstich) erkennt man an deren roter Verfärbung („roter Strich“ – im Volksmund fälschlich als „Blutvergiftung“ bezeichnet). Lymphtransport Das Lymphsystem hat im Unterschied zum Blutgefäßsystem kein Pumporgan. Beispiele: Bakterien. Der nur ca. Merke Lymphgefäß Abb. Lendenwirbels mit einer bläschenförmigen Erweiterung (= Cisterna chyli) und tritt mit der Aorta durch das Zwerchfell. dem linken Arm und der linken Brust-.und Kopfseite. Er beginnt in Höhe des 1. passiert sie zahlreiche zwischengeschaltete Lymphknoten.9 188 Kreislaufsystem Interzellularraum blindgeschlossene Lymphkapillare Blutkapillaren Arteriole Gewebe Venole Lymphe – Entstehung (✑ S. Extremitäten verlaufen die mittleren Lymphgefäße häufig in unmittelbarer Nachbarschaft der größeren Hautvenen. Merke Die Flüssigkeit in den Lymphgefäßen wird als Lymphe bezeichnet und fließt in das Venensystem. Die Darmlymphe heißt Chylus und ist vor allem für den Abtransport von Fettstoffen verantwortlich (Ursache für das milchige Aussehen). 163). P Verschluss ❑ von Lymphgefäßen führt zu Lymphödemen. Danach verläuft er im hinteren Mediastinum und mündet in den linken Venenwinkel (= Vereinigung von V. . Ruß. 20 g/l).und Abwehraufgaben erfüllt werden.

37 weitestgehend selbständig zu sein. Bei der Tätigkeit des Herzens sind demnach das elektrische Geschehen (Erregung) und das mechanische Geschehen (Pumptätigkeit) zu unterscheiden. subclavia) Achsellymphknoten Lungenhiluslymphknoten Brustmilchgang (Ductus thoracicus) Cisterna chyli Ellenbogenlymphknoten Gekröselymphknoten Beckenlymphknoten Leistenlymphknoten Lymphgefäßsystem. jugularis) linker Venenwinkel Schlüsselbeinvene rechter Hauptlymphgang (Ductus lymphaticus dexter) rechter Venenwinkel Achsellymphknoten 189 (V. 9. die vom Herzmuskelgewebe selbst und spontan gebildet werden. Das Aussetzen der Herztätigkeit bedeutet bereits nach wenigen Minuten den Tod. 9.1 Erregung des Herzens Die Pumptätigkeit des Herzens wird durch Aktionspotentiale ausgelöst.6 Physiologie des Kreislaufsystems Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der Herztätigkeit und den speziellen Aufgaben der einzelnen Gefäßarten.6.6 Physiologie des Kreislaufsystems Lymphknoten hinter dem Ohr Unterkieferlymphknoten Drosselvene (V. 9. Um Abb. . bildet das Herz deshalb die Erregungen selbst.9. Funktion des Herzens Die Pumptätigkeit des Herzens gewährleistet die stetige Strömung des Blutes durch das Gefäßsystem.

die rhythmisch Aktionspotentiale produzieren und weiterleiten. 2.und Erregungsleitungssystem wird von verschiedenen Strukturen gebildet. Wegen der Isolationseigenschaft des Herzskelettes kann die Erregung nicht unmittelbar vom Vorhof. die im Herzmuskel entsteht. Das Myokard besteht demnach aus zwei Typen von Herzmuskelzellen: • Zellen. • Zellen. breitet sich eine Erregung. Vorhofmyokard Vom Sinusknoten breitet sich die Erregung gleichmäßig über das Myokard beider Vorhöfe aus. rechter Vorhof (Atrium dextrum) linker Vorhof (Atrium sinistrum) Herzskelett – bestehend aus 4 bindegewebigen Ringen (Anuli fibrosi) Sinusknoten linke Herzkammer Atrioventrikularknoten1) (AV-Knoten) (Ventriculus sinister) Papillarmuskeln His-Bündel Kammerschenkel Purkinje’sche Fasern 1) AV-Knoten = Vorhof-Kammer-Knoten. Da die Herzmuskelzellen nicht gegeneinander isoliert sind. 70 Aktionspotentialen (= elektrische Impulse) pro Minute an (=Sinusrhythmus). weshalb er auch als Schrittmacher des Herzens bezeichnet wird. die sich verkürzen können.38 Erregungsbildungs. Erregungsbildung und -weiterleitung Das Erregungsbildungs. Anschließend wird der AV-Knoten erregt. ✑ S. Der Sinusknoten treibt bei Körperruhe das Herz mit einer Frequenz von ca. früher auch Aschoff-Tawara-Knoten genannt Abb.und Erregungsleitungssystem des Herzens. 74).9 190 Kreislaufsystem Man nennt dies Autorhythmie oder Autonomie (für alle anderen Muskeln des Körpers werden die Aktionspotentiale im Zentralnervensystem erzeugt).auf das Kammermyokard übergehen. Sinusknoten Vom Sinusknoten geht normalerweise der Anstoß zu einem Herzschlag aus. 9. rechte Herzkammer (Ventriculus dexter) . sie bilden die Arbeitsmuskulatur.und Erregungsleitungssystem (Reizleitungssystem) des Herzens. 1. sie bilden das Erregungsbildungs. sodass diese gleichzeitig kontrahieren. cava superior und dem rechten Herzohr. immer über das gesamte Herz aus (Alles-oder-Nichts-Gesetz. Er liegt im rechten Vorhof zwischen der Einmündung der V.

• Erregungsrhythmus und -ursprung. 192). Es hat nur eine bedingte Aussagekraft zur Herzleistung. • Herzlage.und die Papillarmuskulatur übertragen. S. Kammerschenkel Das His-Bündel teilt sich in die beiden Kammerschenkel. Unmittelbar an ihn schließt sich das His-Bündel an und zieht zur Kammerscheidewand. Die gebräuchlichsten Ableitungen sind standardisiert. 4. Die Kontraktion der Herzkammern setzt unmittelbar nach Beendigung der Vorhofkontraktion ein. Der AV-Knoten bildet die Überleitungsstelle zwischen den Vorhöfen und Ventrikeln.und Austreibungsphase und Diastole (Erschlaffung) mit Entspannungsund Füllungsphase vollzieht. 9. sodass auch beide Kammern zur gleichen Zeit kontrahieren. Dies geschieht ebenfalls gleichmäßig. – Störung der Erregungsleitung (z.6.2 Mechanik der Herztätigkeit Die Herztätigkeit verläuft in Form einer Pumparbeit (Herz als Saug-Druck-Pumpe). His-Bündel Vom AV-Knoten läuft die Erregung auf einer vorgeschriebenen Bahn in Richtung Herzspitze weiter. 192) Das EKG registriert die mit dem Erregungsgeschehen des Herzens verbundenen Spannungsschwankungen.9. sodass auch sie sich gleichzeitig kontrahieren. Atrioventrikularknoten = AV-Knoten Er liegt in der Vorhofscheidewand unter dem Endokard zwischen der Mündung des Sinus coronarius und der Tricuspidalis. 9. sodass sie sich auch gleichzeitig kontrahieren. a. Sie liegen links und rechts des Kammerseptums. 6. Er verzögert die Erregungsleitung etwas. die sich in einem dauernden Wechsel von Systole (Kontraktion) mit Anspannungs.39.6 Physiologie des Kreislaufsystems 3. B. • Diese geordnete Erregungsbildung und -ausbreitung ist Voraussetzung für die Bewegung des Blutes in einem vorgegebenen Richtungssinn. 191 .40.). sodass ein Ausfall des Sinusknotens nicht zum Herzstillstand führt. Es kann Auskunft geben über: • Herzfrequenz. • Beim gesunden Herzen bildet der Sinusknoten die Erregungen am schnellsten und unterdrückt dadurch die anderen Teile (Sinusknoten als Schrittmacher). • Grundsätzlich kann die automatische Erregungsbildung im gesamten Herzen erfolgen. • Zuerst werden beide Vorhöfe gleichmäßig erregt. Es liegt in einer Lücke des Herzskelettes. 5. Extrasystolen u. Merke • Der Sinusknoten bildet die Erregungen für das Herz automatisch. Sinusbradykardie. Man spricht von Herzrhythmusstörungen. Beispiele: – Störung der Erregungsbildung (Sinustachykardie. • Etwas später werden beide Kammern gleichmäßig erregt. Schenkelblock). P Das ❑ Erregungsgeschehen kann durch verschiedene Schädigungen gestört werden. die die Erregung auf die Kammer. Das Elektrokardiogramm (EKG. Sinusarrhythmie. z. 9. Die Sinusfrequenz beträgt in Ruhe ca. B. P Das ❑ EKG leistet hauptsächlich einen Beitrag zur Diagnosefindung von Herzrhythmusstörungen und Herzdurchblutungsstörungen (Angina pectoris. • Impulsausbreitung. um vergleichbare Aufzeichnungen zu erhalten (✑ Abb. Bei Ausfall des Sinusknotens kann dessen Funktion durch einen künstlichen „Herzschrittmacher“ ersetzt werden. • Erregungsrückbildung. die zur Herzspitze ziehen und sich dabei aufzweigen. AV-Rhythmus: 30 – 40 Impulse/min. Purkinje’sche Fasern Als Purkinje’sche Fasern bezeichnet man die Aufzweigungen der beiden Kammerschenkel. ✑ Abb. Die Impulsfrequenz anderer Teile ist aber immer niedriger. Herzinfarkt). S. 70 Impulse pro Minute.

P Q R S T Abb. 9. 9.39 EKG-Ableitungen. – .9 192 Kreislaufsystem nach Einthoven – nach Goldberger nach Wilson + + – – + + + Abb.40 – = Vorhoferregung = Kammererregung = Erregungsrückbildung in der Kammermuskulatur Elektrokardiogramm (EKG).

welche Blutmenge pro Minute in das Gefäßsystem gepumpt wird. Herzton.41) Die Eigenrhythmik (Autonomie) des Herzens kann vom vegetativen Nervensystem (✑ S. vagus) reduziert Sympathicus steigert Regelung der Herzleistung. sodass der hohe Blutbedarf des Herzmuskels gedeckt wird. Ablauf eines Herzschlages Folgende ursächliche Zusammenhänge sind zu beachten: Elektrischer Impuls  Muskeltätigkeit  Druckverhältnisse  Klappenstellung  Blutbewegung Wie die Vorgänge im Einzelnen ablaufen. P Bei körperlicher Anstrengung kann das Herz❑ minutenvolumen bis auf 20 l/min ansteigen. Abb. 9. Seite 195 zu ersehen. Sie (Töne = physiologisch. der beim Schluss der Segelklappen am Systolenbeginn auftritt.und Volumenveränderungen. der beim Schluss der Taschenklappen am Diastolenbeginn auftritt.42. Herzminutenvolumen (HMV) = Herzfrequenz • Schlagvolumen. Funktionsuntüchtige Herzklappen können durch künstliche Klappen ersetzt werden. 9. Seite 194 und der Abb. wobei der Schall jeder Klappe an bestimmten Stellen der Brustwand am besten zu hören und dadurch meist einer bestimmten Klappe zuzuordnen ist. Dadurch erfolgt die funktionsgerechte Einstellung der Herztätigkeit entsprechend der Belastungssituation. Begleiterscheinungen der Herzaktion Durch den Klappenschluss erzeugte Schwingungen führen zu diagnostisch verwertbaren Schallerscheinungen. Beispiel: Herzfrequenz: 72 Schläge pro Minute Schlagvolumen: 70 ml pro Kontraktion HMV 72 Schläge • 70 ml = 4. Herzton.9 Liter pro Minute Merke Das Herzminutenvolumen gibt an. Herzfrequenz (Herzschlag pro Minute) P Störungen ❑ der Klappenfunktion (Klappenfehler). eine Stenose (Klappen können sich nicht mehr richtig öffnen) oder eine Insuffizienz (Klappen schließen sich nicht mehr vollständig) beeinträchtigen die Pumpfunktion. und den 2.8. Objektiviert werden können die Schallereignisse mittels der Phonokardiographie. Regelung der Herzleistung (✑ Abb.9.41 . Merke Nur während der Diastole fließt das Blut von der Aorta in die Herzkranzgefäße. Während der Systole werden die Herzkranzgefäße durch die Muskelkontraktionen „abgedrückt“. Stenosen (Verengungen) und Insuffizienzen verursachen Schallerscheinungen. Geräusche = meist pathologisch) können vom Arzt mit dem Stethoskop abgehört werden.6 Physiologie des Kreislaufsystems Der Herzzyklus erzeugt fortlaufende Druck. B. 364) modifiziert werden. Man unterscheidet den 1. z. ist aus der Tabelle 9. 9. die ein entsprechendes Spiel der Herzklappen und damit die Blutströmung gewährleisten. Parasympathicus (N. 193 Herzleistung Die Förderleistung des Herzens wird als Herzminutenvolumen (= Herzzeitvolumen) berechnet.

9

194
Tab. 9.8

Kreislaufsystem

Herzaktion.
Sinusknotenimpuls breitet sich im Vorhofmyokard aus 

Kontraktion des Vorhofmyokards
(Vorhöfe sind zu diesem Zeitpunkt gefüllt; Segelklappen offen und
Taschenklappen geschlossen) 

geringer Anstieg des Vorhofdruckes 

wenig Blut strömt von den Vorhöfen in die Kammern 

Erregungsübertragung auf das Kammermyokard 

Kontraktionsbeginn des Kammermyokards 

Beginn
Kammersystole
– Anspannungsphase

Kammerdruck steigt über Vorhofdruck 

Segelklappen werden geschlossen
– so dass der Rückfluss des Blutes in die Vorhöfe verhindert wird 

Kammermyokard kontrahiert weiter 

Kammerdruck steigt über den Arteriendruck 

– Austreibungsphase

Taschenklappen werden geöffnet  

Gleichzeitig verlagert sich die
Ventilebene herzspitzenwärts

Schlagvolumen
von ca. 70 ml
wird aus jeder Kammer
in die Ausflussbahnen gedrückt;
Restvolumen
von ca. 70 ml
verbleibt in den Kammern 

Entstehung eines Soges in den
Vorhöfen 

Füllung der Vorhöfe

Erregungsrückbildung 

Erschlaffung des Kammermyokards 

Ende
Kammersystole
Beginn
Kammerdiastole
– Entspannungsphase

Kammerdruck fällt
– zunächst unter den Arteriendruck 

Taschenklappen werden geschlossen,
sodass der Rückfluss des Blutes in die Kammern verhindert wird
– wenig später fällt der Kammerdruck unter den Vorhofdruck 

Segelklappen werden geöffnet 

– Kammerfüllungsphase

Ventilebene verlagert sich wieder herzbasiswärts 

Blut fließt von den Vorhöfen in die Kammern
– anfangs schnell, dann langsamer
– gleichzeitig kann Blut über die Einflussbahnen in die Vorhöfe nachfließen
Vorhöfe und Kammern befinden sich während dieser Zeit in einer kurzen
Ruhephase (= Erholungszeit)

Ende
Kammerdiastole

9.6 Physiologie des Kreislaufsystems

Hauptphasen der Herzaktion

Systole

Diastole

Aortenklappe und Pulmonalklappe
geöffnet – Mitralis und
Tricuspidalis
geschlossen

Aortenklappe und Pulmonalklappe geschlossen –
Mitralis und
Tricuspidalis geöffnet
ne
be
it le
n
Ve

ne
be
ile
t
n
Ve

Ausgangssituation
zu Beginn
der Systole

195

Kammern gefüllt,
Segelklappen offen,
Taschenklappen zu,
Kammerdruck fast 0 mmHg

Anspannungsphase
Hg
m
m
0
8
Hg
m
m
25 fast
0 mmHg

fast
0 mmHg

isometrische
Kontraktion des
Kammermyokards,
Segelklappen
werden geschlossen

80 mmHg

25 mmHg

Entspannungs- und
Füllungsphase

Hg
m
m
0
8
Hg
m
m
5
2
10 mmHg

10 mmHg

Hg
m
m
0
Hg
13
m
m
40 Unterdruck

fast
0 mmHg
fast
0 mmHg

Austreibungsphase

130 mmHg

Entspannung des Kammermyokards,
Segelklappen werden geöffnet,
Kammern werden gefüllt

Unterdruck
40 mmHg

isotonische Kontraktion
des Kammermyokards,
Taschenklappen werden
geöffnet, Schlagvolumen
wird ausgestoßen,
Vorhöfe werden gefüllt

Ablauf des Herzschlages.

Abb. 9.42

Kreislaufsystem

3500

Venen

4000

Niederdrucksystem

Arteriolen
Kapillaren
Venolen

[cm2 ]

Arterien

Hochdrucksystem

Querschnitt

Hochdrucksystem

[%]

Niederdrucksystem

80

Venen

Der Transport des Blutes unterliegt bestimmten
physikalischen Gesetzmäßigkeiten, von denen
hier einige genannt werden.

a) Das Blut strömt entlang des herrschenden
Druckgefälles im Kreislaufsystem.
b) Die Durchflussmenge ist umso größer, je größer die Druckdifferenz und je geringer der
Strömungswiderstand ist.

Arteriolen
Kapillaren
Venolen

9.6.3 Funktion der Gefäße

Arterien

9

196

Volumen

70

3000

63

60

2500

50

2000

40
1500

30

1000

20

500

15
3 7

10

[cm/s]
Strömungsgeschwindigkeit
15

12

[%]
Widerstand
60
47

50
40

10

30
20

5

27
19

10
[mmHg]
140

4

Blutdruck

70

120

60

100

50

80

40

60

30

40

20

20

10

Oberfläche
59

29
10
0,5

Abb. 9.43

3

[%]

Hoch- und Niederdrucksystem.

1,5

9.6 Physiologie des Kreislaufsystems
c) Der Strömungswiderstand ist
umso geringer, je kürzer und
je weiter die Gefäße sind
(durch Parallelschaltung der
vielen Kapillaren ist der
Strömungswiderstand trotz
des geringen Durchmessers
der einzelnen Kapillare geringer als in den Arteriolen).
d) Die Strömungsgeschwindigkeit ist in den Kapillaren am
geringsten und in der Aorta
am höchsten (✑ Abb. 9.43).
Arteriensystem
Die Arterien erfüllen zwei Aufgaben. Sie verteilen das Blut auf
die Körperperipherie und verwandeln die stoßweise Blutströmung am Aortenanfang in eine
annähernd kontinuierliche Strömung (Windkesselfunktion).

Systole

(Austreibungsphase)

linker Ventrikel

weiterfließendes Blut

vorübergehende Speicherung
von Blut

Aortenklappe
auf

weiterfließendes Blut

Diastole

Aortenklappe
zu
Systole

Entspeicherung

(Austreibungsphase)

Merke
Aortenklappe
Austreibungsphase der
Pulswelle
auf
Kammersystole
Ein Teil des Schlagvolumens
Windkesselfunktion. Abb. 9.44
fließt als systolisches Abflussvolumen sofort weiter,
ein anderer Teil wird kurzIm Pars ascendens aortae eines jungen, gesunden
fristig in dem sich dehnenden AortenabErwachsenen betragen die Werte durchschnittlich:
schnitt gespeichert. Es entsteht der systoli• systolisch
120 mmHg1) (= 120 Torr),
sche arterielle Blutdruckwert.
• diastolisch
80 mmHg (= 80 Torr).
Der mittlere arterielle Blutdruck beträgt mithin
Diastole
100 mmHg.
In der Phase des Druckabfalls zieht sich die
Die Höhe des Blutdruckes hängt vor allem von
gedehnte Aortenwand elastisch zusammen
3 Faktoren ab:
und bewirkt das Weiterfließen des Blutes in
– von der Pumpkraft des Herzens,
Richtung Kapillaren. Es entsteht der diastoli– von der Größe des Schlagvolumens und
sche arterielle Blutdruckwert.
– vom peripheren Widerstand (Gefäßquerschnitt,
Elastizität und „Glattheit“ der Gefäßwand).

Blutdruck

Der in den Blutgefäßen und Herzinnenräumen
herrschende Druck heißt Blutdruck.
Beim Blutdruckmessen werden 2 arterielle Blutdruckwerte ermittelt; der systolische arterielle
Blutdruckwert, der während der Austreibungsphase der Kammersystole entsteht, und der diastolische arterielle Blutdruckwert, der während
der Kammerdiastole vorherrscht.

Merke

Der systolische arterielle Blutdruck hängt
hauptsächlich vom Herzminutenvolumen und
der diastolische arterielle Blutdruck vom
peripheren Widerstand in den Arteriolen ab.
1) mmHg = Millimeter Quecksilbersäule

197

9

198

Kreislaufsystem

Blutdruckamplitude
Die Blutdruckamplitude ist die Differenz zwischen systolischem und diastolischem arteriellen
Blutdruck. Sie beträgt in dem angegebenen
Beispiel 40 mmHg (= 40 Torr).
Blutdruckmessungen
Der Blutdruck kann direkt oder indirekt gemessen werden. Die direkte oder blutige Blutdruckmessung erfolgt im Blutgefäß. Sie ist sehr genau
und kommt nur in der Klinik zum Einsatz.
Die bekannteste und am häufigsten angewandte
Methode ist die indirekte oder unblutige Blutdruckmessung nach Riva Rocci (RR). Sie erfolgt
an der Oberarmarterie (A. brachialis) mithilfe
einer aufblasbaren Gummimanschette, die mit
einem Druckmesser (Manometer) verbunden ist.
Genutzt werden die Strömungsgeräusche (sog.
Korotkoff-Geräusche) des Blutes.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe automatischer
Blutdruckmessgeräte zur individuellen Blutdruckkontrolle, die meistens nicht auf den Korotkoff-Geräuschen basieren und zum Teil zur
Messung an den Handgelenken befestigt werden.
Puls (Stoß, Schlag)
Als Puls wird die rhythmische Erweiterung der
großen elastischen Arterien bezeichnet. Diese
Erweiterung entsteht durch den Anschlag der
vom Herzen erzeugten Druckwelle an den Gefäßwandungen und ist als Erhebung mit dem
Finger tastbar.
Merke

Die Pulsfrequenz ist die Anzahl der Pulsschläge pro Minute. Es gilt:
Sinusfrequenz = Herzfrequenz = Pulsfrequenz
(normal: 60 – 80 pro Minute)
P Eine

Pulsfrequenz unter 60 Schlägen pro
Minute heißt Bradykardie. Über 100 Schläge
pro Minute werden als Tachykardie bezeichnet. Unter der Pulsqualität versteht man den
Füllungszustand der Arterien. Als Pulsrhythmus wird die Regelmäßigkeit bzw. Unregelmäßigkeit des Pulses bezeichnet. Arrhythmien können krankhaft sein. Durch Palpation
der Pulswelle können wichtige Informationen
über den Funktionszustand des kardiovaskulären Systems gewonnen werden.

Verteilungsfunktion der Arteriolen (✑ Abb. 9.45)
Die Verteilung des Herzminutenvolumens auf die
einzelnen parallel geschalteten Organkreisläufe geschieht durch die Arteriolen. Unter dem Einfluss
des vegetativen Nervensystems bzw. von bestimmten Hormonen werden diese Gefäße verengt oder
erweitert, somit auch der periphere Widerstand
verändert und die Durchblutung gesteuert.
Merke

Die Arteriolen sind die wirksamsten Widerstandsregler des Kreislaufes und hauptsächlich für die Durchblutungsgröße der Kapillargebiete verantwortlich.
Kapillarsystem
In den Kapillargebieten findet der gesamte
Stoffaustausch zwischen dem Transportmittel
Blut und dem Gewebe über die interstitielle
Flüssigkeit statt.
Im Bereich der Kapillargebiete erfolgt die
Versorgung und die Entsorgung der Zellen, die
hormonelle Informationsübertragung sowie der
Ausgleich der Wasser- und Elektrolytbilanz.
Die Kapillargebiete sind durch folgende Eigenschaften diesen Funktionen bestens angepasst:
• Größter Querschnitt ⇒ langsame Strömung,
• Oberflächenvergrößerung infolge starker Gefäßverzweigung ⇒ große Austauschfläche,
• sehr dünne durchlässige Gefäßwände
⇒ kurze Transportwege,
• kleine Versorgungsgebiete, kleiner Radius
⇒ ausreichender Druck.
Der Flüssigkeitsaustausch zwischen Blut, interstitieller Flüssigkeit und Zellen wird durch folgende Mechanismen gewährleistet:
• Diffusion (✑ S. 32). Hat die größte Bedeutung.
Frei diffundieren können kleine Teilchen. Dazu
gehören H2O, O2, CO2, lipidlösliche Substanzen
wie Alkohol, Elektrolyte, Harnstoff. Mit zunehmender Teilchengröße wird die Diffusion
immer stärker behindert (z. B. für Glucose)
bzw. unmöglich (z. B. für Albumine).
• Filtration (✑ S. 33). Durch die Filtration können schnelle Flüssigkeitsverschiebungen
zwischen Blutplasma und Zwischenzellraum
(Interstitium) realisiert werden. Die treibende
Kraft ist der effektive Filtrations- bzw. Reabsorptionsdruck (= Druckdifferenz zwischen
Blut und Gewebe). Aus Abbildung 9.46 ist zu

9.6 Physiologie des Kreislaufsystems

199

Organdurchblutung richtet sich maßgeblich
1. nach dem Bedarf an Sauerstoff,
2. nach der Menge der abzutransportierenden Stoffwechselprodukte.
Bewegungssystem aktiv

Verdauungssystem aktiv

• Bedarf an Sauerstoff in Skelettmuskulatur:
hoch
• Bedarf an Sauerstoff im Verdauungssystem: niedrig
• Anfallende Stoffwechselprodukte in
Skelettmuskulatur: hoch

• Bedarf an Sauerstoff in Skelettmuskulatur:
niedrig
• Bedarf an Sauerstoff im Verdauungssystem: hoch
• Anfallende Nährstoffe, die in das Blut
resorbiert werden: hoch

Daraus folgt:
Organdurchblutung muss angepasst werden

• optimale Durchblutung der Skelettmuskulatur

• optimale Durchblutung der Organe des
Verdauungssystems

• Erhaltung der Mindestdurchblutung des
Verdauungssystems

• Erhaltung der Mindestdurchblutung der
Skelettmuskulatur

Erreichung des optimalen Zustandes durch folgende Mechanismen
Weitstellung der Arteriolen in der
Skelettmuskulatur
Hervorgerufen
1. durch Wirkung des Sympathicus
2. durch Wirkung von Hormonen wie z. B.
Noradrenalin

Weitstellung der Arteriolen in den
Organen des Verdauungssystems
Hervorgerufen
1. durch Wirkung des Parasympathicus
2. durch Wirkung von gefäßaktiven
Substanzen wie Bradykinin und Kallidin

Vereinfachte Darstellung der Regulation der Organdurchblutung.

Abb. 9.45

9

200

Kreislaufsystem
Lymphkapillare
Lymphe
2 l/d

Arteriole

Interstitium
37 mmHg

Venole
Blutkapillare

28 mmHg

22 mmHg
28 mmHg

= effektiver Filtrationsdruck: = effektiver
37 mmHg – 28 mmHg =
Reabsorptionsdruck:
9 mmHg
28 mmHg – 22 mmHg = 6 mmHg
Folge: Filtration 20 l/d
Folge: Reabsorption 18/d (Auswärtsfiltration)
= Flüssigkeitsbewegung

Abb. 9.46

Filtration im Körperkapillargebiet.

erkennen, dass der effektive Filtrationsdruck
9 mmHg und der effektive Reabsorptionsdruck
6 mmHg betragen. Somit werden aus den Körperkapillaren pro Tag ca. 20 Liter Flüssigkeit
in das Interstitium filtriert und umgekehrt ca.
18 Liter reabsorbiert. Die restlichen 2 Liter
erreichen die Blutbahn als Lymphe.
• Pinozytose (✑ S. 34). Aktiver Transport vor
allem von Eiweißen.

Venensystem
Das Venensystem erfüllt im Kreislaufsystem
2 Aufgaben:
• Rücktransport des Blutes zum Herzen nach
erfolgtem Stoffaustausch in den Kapillaren
(= venöser Rückstrom);
• Blutspeicher (ca. 60 % des Blutvolumens befinden sich im Venensystem).

Transportfunktion
Der venöse Rückstrom des Blutes in den rechten
Merke
Vorhof wird durch folgende Mechanismen gesiNormalerweise herrscht zwischen der auschert (✑ Abb. 9.47 bis 9.50):
wärts strömenden und der einwärts strömen– Restblutdruck, der von der Herzarbeit im
den Flüssigkeitsmenge, einschließlich LymphVenensystem noch wirkt;
strom, ein Gleichgewicht. Störungen dieses
– Schwerkraft oberhalb des Herzens;
Gleichgewichtes können zu Flüssigkeitsver– Sogwirkung der Vorhöfe durch die Verlageschiebungen zwischen den drei großen Flüsrung der Ventilebene herzspitzenwärts (✑
sigkeitsräumen führen (✑ S. 28), so z. B. zu
S. 194 und 195);
Ödemen.
– Sogwirkung des Thorax während der Inspiration (✑ S. 225);
– Muskelpumpe – durch
Tab. 9.9
Stabilisierung des Kreislaufes durch das Venensystem.
die Kontraktion der
Muskeln werden die
steigt
Entspeicherung
Venen zusammengeHerz(Arbeit)
drückt, die WirksamVenenminutenkeit der Muskelpumpe
system
volumen
fällt
Speicherung
wird durch die Venen(Ruhe)
klappen unterstützt,

50 Speicherfunktion Im Venensystem befinden sich aufgrund seiner Dehnbarkeit ca. das Blut mobilisiert. Infusionen und Transfusionen.6 Physiologie des Kreislaufsystems Inspiration Exspiration Inspiration Venendruck fällt Venendruck steigt Venen erweitert Venen verengt Druck auf Venen gesenkt Druck auf Venen erhöht Exspiration Thoraxinnenraum erweitert (Einatmung) (Ausatmung) Thoraxinnenraum verengt Sog. 9. Erschlaffung der Muskeln Kontraktion der Muskeln Vene Venenklappe Sogwirkung der Vorhöfe während der Kammersystole.48 201 Wechsel vom Liegen zum Stehen (Orthostase1)) kann ein Teil des Blutes – vor allem aus dem Lungenkreislauf – in den Beinvenen „versacken“ und unter Umständen zum orthostatischen Kollaps führen.47 obere Hohlvene Vene Abb. Dadurch trägt das Venensystem entscheidend zur Stabilisierung des Kreislaufes bei und eignet sich besonders gut für Punktionen. . – Arterien-Venen-Kopplung – die Pulsation der Arterie überträgt sich auf die Vene und wirkt wie die Muskelpumpe. 1) aufrechte Körperhaltung Abb.und Druckwirkung bei der Inspiration und Exspiration. 9. ohne dass sich der zentrale Venendruck wesentlich verändert.9. Je nach zu erbringender Körperleistung wird.49 Abb. Lungenvenen ne be ch it le t si enn g z Ve we pit s be rzs ärt he w Venenklappen geöffnet Venen verengt Venenklappen geschlossen Arterie Kammersystole untere Hohlvene Arterien-Venen-Kopplung. die als Ventile ein Rückströmen verhindern. 9. Muskelpumpe. 9. P Beim ❑ Abb. 60 % des Blutvolumens.

bestimmter Organe anzupassen. z. Kohlendioxid. Gastrointestinaltrakt) bei Belastung stärker und in Ruhe schwächer durchblutet werden.10 Regulation der Organdurchblutung. Regulation der Organdurchblutung Die Verteilung des Herzminutenvolumens ist den unterschiedlichen Bedingungen angepasst. 9. Pyruvat. bei Blutdruckanstieg mit Kontraktion und bei Blutdruckabfall mit Erschlaffung zu reagieren.11 eru ng Durch lokale Regulation ist der Organismus in der Lage.und Pressorezeptoren im Aortenbogen und Karotissinus „messen“ CO2und O2-Konzentrationen sowie den arteriellen Blutdruck Schmerz psychische Einwirkungen Atemzentrum Arteriolen – Vasokonstriktion – Vasodilatation peripherer Widerstand Herzfrequenz Herzkraft Blutdruck Herzminutenvolumen . Lokale Durchblutungsregulation (auch Autoregulation) Diese Regulationsmöglichkeit beruht einerseits auf der Eigenschaft vieler Gefäße.6. Merke Tab. Andererseits bewirken eine Reihe von Stoffen. Die Regulation der Organdurchblutung erfolgt durch die Änderung des Strömungswiderstandes infolge Gefäßverengung (Vasokonstriktion) bzw. Zentrale Kreislaufregulation durch das Kreislaufzentrum. die nervale und die humoralhormonelle Durchblutungsregulation. die Organdurchblutung schnell. auf diese Weise bleibt trotz Blutdruckschwankungen die Durchblutung der lebenswichtigen Organe weitgehend konstant (z.10). 9. Organe mit gleich bleibend hohen Anforderungen (z.9 202 Kreislaufsystem 9. während Organe mit wechselnden funktionellen Anforderungen (z.4 Regulation des Blutkreislaufes Aufgabe der Kreislaufregulation ist es. bei Konzentrationsanstieg eine sofortige lokale Vasodilatation. ADP. Muskulatur. Einflüsse von übergeordneten Zentren Sympathische und parasympathische Kreislaufzentren in der Medulla oblongata Chemo. B. Gefäßerweiterung (Vasodilatation. aber nur bis zu einem gewissen Grade anzupassen. B. Niere). Diese Anpassung geschieht in Kombination von lokalen (regionalen) und zentralen (überregionalen) Regulationsmechanismen. 9. ✑ Tab. Ve ng gu n e r Erhöhung des Strömungswiderstandes Durchblutung gemindert Verringerung des Strömungswiderstandes Durchblutung verbessert Gefäß Erw ei t Tab. B. Gehirn) werden konstant gut durchblutet. Die Veränderung des Gefäßquerschnittes zum Zweck der Leistungsanpassung wird erreicht durch die lokale. das Herzminutenvolumen (HMV) ständig an die augenblicklichen Bedürfnisse des Organismus bzw. B. Adenosin. ATP.

die die stärkste Vasokonstriktion direkt an den Arteriolen hervorruft. Ventriculus sinister) afferente Nervenfasern der Hirnnerven IX und X Vasomotorisches Zentrum im verlängerten Mark (Medulla oblongata) Herzfrequenz Schlagvolumen (Vasodilatation) ➞ arterieller Blutdruck Nervale Durchblutungsregulation Die nervale Regulation der Durchblutung kann sowohl lokal als auch zentral erfolgen. und dem Strömungswiderstand im Gefäßsystem. – Kallidin. Die lokale Regulation erfolgt überwiegend durch den Sympathicus im Bereich der Arteriolen.13). Blutdruck und Herzminutenvolumen hängen ab von der treibenden Kraft. Neben den lokalen Regulationsmöglichkeiten erfolgt unter Kontrolle des Kreislaufzentrums in der Medulla oblongata über das vegetative Nervensystem eine zentrale Regulation des Kreislaufes (✑ Tab. Humoral-hormonelle Durchblutungsregulation Diese Durchblutungsregulation erfolgt vor allem durch die Hormone Adrenalin und Noradrenalin sowie weitere gefäßaktive Substanzen.6 Physiologie des Kreislaufsystems arterieller Blutdruck Tab. – Adrenalin wirkt in niedriger Konzentration gefäßerweiternd und in hoher Konzentration gefäßverengend. 203 Druckrezeptoren (Pressorezeptoren) (in Aorta. 9. Kreislaufreflexe eine ständige Stabilisierung des Blutdruckes gewährleistet. A. Bradykinin und Histamin wirken vasodilatatorisch.9. Darüber hinaus wird durch sog. – Angiotensin II ist die Substanz. carotis. Zentrale Kreislaufregulation (stark vereinfacht) Für die richtige Durchblutung der einzelnen Organe ist vor allem die Aufrechterhaltung eines bestimmten Blutdruckes notwendig.11). 303). . Das an den sympathischen Nervenendungen freigesetzte Noradrenalin bewirkt je nach Quantum eine mehr oder weniger starke Gefäßwandkontraktion (✑ Tab. 9.12). Noradrenalin wirkt gefäßverengend (✑ S. 9. Hemmung des Parasympathicus Gefäßverengung Herzfrequnz Schlagvolumen (Vasokonstriktion) arterieller Blutdruck ➞ ➞ Gefäßerweiterung Erregung des Sympathicus ➞ Erregung des Parasympathicus ➞➞ Hemmung des Sympathicus Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus Dieser Regulationsmechanismus setzt hauptsächlich bei einer Verminderung der Nierendurchblutung ein und führt letztendlich durch die Bildung von Angiotensin II zu einer starken Vasokonstriktion (✑ Tab.12 arterieller Blutdruck ➞ ➞ Reflektorische Regulation des arteriellen Blutdruckes. 9. die durch das Herz verursacht wird.

und Hormonsystem. Zusammenwirken von Nerven. um der veränderten biologischen Oxidation gerecht zu werden.und CO2Mengen transportiert werden müssen.9 Kreislaufsystem Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus. ❑ dass lebenswichtige Organe zu wenig durchblutet werden. Dies kann nach Blutverlust und bei orthostatischem Kreislaufversagen auftreten. Tab.14 schnelle Regulation Blutvolumen. Bei den beschriebenen Regulationsmöglichkeiten sind die schnelle Regelung über das vegetative Nervensystem und die langsame Regelung mithilfe von Hormonen und anderen Wirkstoffen zu unterscheiden (✑ Tab 9.und Atemregulationen sind immer gekoppelt. Merke Kreislauf. Sympathicus Herz Arteriolen Tab.13 Blutdruck  Adrenalin Renin Noradrenalin Plasmavolumen  Na+  Angiotensin I Angiotensinogen ConvertingEnzym Angiotensin II Durstgefühl Nebennierenrinde Vasokonstriktion in der Niere ➞ Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) Aldosteron  Blutdruck  ➞ Vasokonstriktion der Arteriolen Vasokonstriktion über Stimulation des Kreislaufzentrums ➞ 204 Niere Na+-Rückresorption  P Versagen der Kreislaufregulation bedeutet. weil mit dem veränderten Herzminutenvolumen auch veränderte O2. 9. Blutdruck Renin Angiotensin II Aldosteron Adrenalin langsame Regulation . 9.14).

und Körperkreislauf. b) das Rhesussystem. 9. Warum kann es wegen einer Gerinnungsstörung zu einer Verschiebung des OP-Termines kommen? 12. Nennen Sie die Bestandteile des Blutplasmas und erläutern Sie deren Funktion. Geben Sie die Normalwerte der Blutzellen an. Beschreiben Sie die Vorgänge. Nehmen Sie eine Einteilung der verschiedenen Abwehrmechanismen vor. Beschreiben Sie den Wandaufbau der Gefäßarten. Geben Sie einen Überblick über die Zusammensetzung des menschlichen Blutes. 26. Erläutern Sie den Blutstrom durch das Herz. Was sind regionäre Lymphknoten und welche Bedeutung haben sie? 21. c) Lymphknoten. 16. Was gehört zum lymphatischen System und welche Aufgabe hat es zu erfüllen? 18. Definieren Sie den Begriff Kreislaufsystem und geben Sie einen Überblick über dessen Funktionen. obwohl diese Gefäße venöses Blut führen? 34. Kann der Mensch ohne Milz leben? – Begründen Sie Ihre Antwort. Beschreiben Sie Bau. b) der Arme. Charakterisieren Sie a) das AB0-System. b) Milz. Unterscheiden Sie Allergie und immunologische Toleranz. Lage und Aufgaben von a) Thymus. Welche Gefäßarten bilden das Gefäßsystem? 29. Welche Funktionen hat das Blut? 10. 20. Wie erfolgt die Blutversorgung a) des Kopfes. 24. Was versteht man unter der Fibrinolyse und wie läuft sie ab? 14. Beschreiben Sie Lungen. 27. c) der Bauchorgane. Wie ist ein Thrombozyt gebaut? 6. Beschreiben Sie den Bau eines Erythrozyten und nennen Sie die Hauptfunktion. Erläutern Sie die Problematik von Organtransplantationen. Wo werden die Blutzellen gebildet bzw. 3. Welche Beziehungen bestehen zwischen Blut und Immunsystem? 15. d) der Beckenorgane. 8. Welche Arten von Leukozyten kennen Sie? 5. 32. e) der Beine? 205 . Was verstehen Sie a) unter unspezifischer und b) unter spezifischer Abwehr? 23. 19. 2. abgebaut? 7. 33. Warum spricht man von Lungenarterien. Beschreiben Sie Lage und Bau des Herzens. Was ist der Hämatokrit? 4. Was versteht man unter Immunisierung und welche praktische Bedeutung hat sie? 25. Was sind Anastomosen und welche Bedeutung haben sie? 31. die zum Verschluss eines verletzten kleineren Blutgefäßes führen. Welche Aufgaben erfüllen die verschiedenen Leukozytenarten? 17. Wie kann man die Blutgerinnung bei Blutentnahmen am günstigsten verhindern? 13. 28. 30. Was versteht man unter dem Waldeyer’schen lymphatischen Rachenring? 22. 11.9 Kreislaufsystem Fragen zur Wiederholung l. Begründen Sie den Zusammenhang zwischen äußerem Schutzwall und persönlicher Hygiene.

Was wissen Sie über die Organdurchblutung und wie erfolgt deren Regulation? 57. 63. radialis. Definieren Sie: Sinusfrequenz. 40. 43. Warum herrscht in der linken Herzkammer ein höherer Druck als in der rechten? 46. Erläutern Sie die zentrale Kreislaufregulation. die den venösen Rückstrom bewirken. dorsalis pedis. Beschreiben Sie den Weg des Blutes mithilfe folgender Beispiele: a) Nährstofftransport vom Darm zur Leber. Beschreiben Sie den Ablauf eines Herzschlages! Beginnen Sie mit dem Sinusknotenimpuls.und Atmungsregulation gekoppelt sein müssen. 60. gluteus medius zum Herzmuskel. Beschreiben Sie den Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus und seine Bedeutung. 39. • A. Begründen Sie. Herzminutenvolumen. warum Kreislauf. Erkunden Sie in der Praxis die EKG-Abnahme und erbitten Sie die Befunderklärung durch einen Arzt. cava inferior. Erläutern Sie die reflektorische Regulation des arteriellen Blutdruckes. Beschreiben Sie den Aufbau und die Funktion des Lymphgefäßsystems. c) Hoch. Was verstehen Sie unter der Windkesselfunktion und welche Bedeutung hat sie? 48. Injektionen. 44. Begründen Sie die Notwendigkeit der Kreislaufregulation. • A. 49. 52. cava superior. Nennen Sie die Einzugsgebiete a) der V. . temporalis. Begründen Sie. Beschreiben Sie den Erregungsablauf im Herzen. 42. Erläutern Sie den Pfortaderkreislauf. b) Arzneimitteltransport von der Armvene zum Herzmuskel. Erläutern Sie die Mechanismen. Worin liegt die Bedeutung des venösen Systems als Blutspeicher? 53. Unterscheiden Sie zwischen schnellen und langsamen Regulationsmechanismen im Kreislauf. 38. Begründen Sie die Eignung des Venensystems für Blutentnahmen. Phonokardiogramm. 51. 50. b) der V. 55. 36. carotis communis.und Niederdrucksystem. Herzfrequenz. • A. Definieren Sie: a) Puls (wodurch kann die Pulsqualität verändert werden?). d) Arzneimitteltransport vom M. warum man nach einer reichlichen Mahlzeit nicht gleich schwimmen soll. 54.206 9 Kreislaufsystem Fragen zur Wiederholung 35. Was sind die grundsätzlichen Ziele? 56. Schlagvolumen. b) arterieller Blutdruck. Erklären Sie die Mechanismen des Stoffaustausches zwischen Kapillarblut und Gewebe. 37. Wie wird auf lokaler Ebene die Durchblutung der Niere konstant gehalten? 58. Wie entsteht die Lymphe? 41. Welche Bedeutung haben Adrenalin. Noradrenalin und Angiotensin II bei der Durchblutungsregulation? 61. Infusionen und Transfusionen. Wie erfolgt die Anpassung der Herzleistung an unterschiedliche Belastungen? 47. Erläutern Sie die Aufgaben der Arteriolen. 45. 62. Restvolumen. c) Harnstofftransport von der Leber zur Niere. Suchen Sie am eigenen Körper folgende Arterien: • A. 59.

[˚C] 37. Mittlere Hauttemperatur • Gesamtkörper 33 – 34 °C • Bein 27 – 29 °C • Arm 30 – 32 °C P Die ❑ Messung der Hauttemperatur erfolgt insbesondere bei peripheren Durchblutungsstörungen. Tab. Messung der Körpertemperatur Die Körpertemperatur wird einigermaßen genau dort gemessen. unabhängig von der Umgebungstemperatur. Hier kann die Temperatur der kranken Extremität 2 bis 3 °C niedriger liegen.3.5 axillar (in der geschlossenen 8 – 10 36.5 37. Arm.2 Achselhöhle) Messmethoden 12 18 24 6 Die Körpertemperatur des Menschen zeigt eine Tagesperiodik. ❑ Appendizitis) liegt die Rektaltemperatur um ca.8 oral (unter der Zunge) 5 36.4. Es besteht also ein Temperaturgefälle von innen nach außen (in den Extremitäten zusätzlich von proximal nach distal). Bein). 10. B. 10. 37 °C im gleichwarmen (homoiothermen) Körperkern (=^ Körperhöhlen) und – die mehr oder weniger schwankende Körperschalentemperatur in der wechselwarmen (poikilothermen) Körperschale (= ^ Haut und Gliedmaßen). • Mundhöhle und • Achselhöhle. Stirn. B.oder Aufwachtemperatur).5 37. zu denen auch der Mensch gehört.0 36. Das Temperaturminimum tritt früh und das -maximum abends auf.1 Körpertemperatur des Menschen Die inneren Körperteile weisen eine höhere Temperatur als die oberflächlichen auf. P Bei einer Entzündung im Unterbauch (z. S. . Leibeswand. Schleimhaut verlaufen oder Haut auf Haut liegt und der Einfluss der Umgebungstemperatur weitestgehend ausgeschlossen werden kann. 1 °C über der Axillartemperatur.0 37.5 [Uhrzeit] 6 Temperaturmessungen.207 10 Wärmehaushalt und Temperaturregulation Die Temperatur hat einen entscheidenden Einfluss auf alle Funktionsabläufe im Organismus (✑ 2.2 37. die auf einem endogenen Rhythmus („innere Uhr“) beruht. konstant. halten ihre Körpertemperatur durch zusätzliche Wärmeproduktion und Regelmechanismen. Gleichwarme (homoiotherme) Lebewesen.1 Merke Die genauesten Werte liefert die rektale Messung am Morgen sofort nach dem Erwachen (Morgen. Aus den Messwerten können dann Mittelwerte sowohl für den gesamten Körper als auch einzelne Körperteile gebildet werden. Hierfür sind drei Stellen gut geeignet: • Mastdarm (Rektum). wo größere Blutgefäße dicht unter der äußeren Haut bzw. 39). Die nähere Bestimmung der Körperschalentemperatur erfolgt durch Messung der Hauttemperatur an mehreren Hautstellen (z. Messdauer Normaltemperatur ˚C (in Minuten) morgens nachmittags rektal (im Rektum) 2–4 36. Dementsprechend werden 2 Temperaturbereiche unterschieden: – die relativ konstante Körperkerntemperatur von ca.

für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur genutzt wird. Wärmeabgabe Aufgrund des im Körper vorherrschenden Temperaturgefälles nimmt das Blut die im Körperkern produzierte Wärme auf und transportiert sie durch Konvektion (= Wärmestrom) zur Haut (= innerer Wärmestrom). 70 % durch Wärmestrahlung (benötigt keinen Wärmeträger und wird durch die Lufttemperatur kaum beeinflusst). bei körperlicher Arbeit Anteil der Körperorgane an der Wärmebildung.. wenn die umgebende Luft kühler als die Haut ist) und zu ca. Bei allen Energieumwandlungen im Körper wird ein bestimmter Teil in Wärmeenergie umgewandelt.. 10 % auf Wärmeleitung (ist an Luft gebunden und funktioniert nur. Wärmeproduktion Die Wärmeproduktion ist an den Energiestoffwechsel gekoppelt.und Bauchhöhle Muskulatur Rest 8% 2 % 18 % 90 % 56 % . Wärmeaufnahme (nur wenn Umgebungstemperatur über der Körpertemperatur liegt) und Wärmeabgabe. Bei fehlendem Temperaturgefälle zwischen Hautoberfläche und umgebender Luft (Umgebungstemperatur oberhalb der Körpertemperatur) Organe der Brust.1 . Welchen Anteil die Körperorgane an der Wärmebildung in Ruhe und bei körperlicher Arbeit haben. – willkürliche Körperbewegungen und – zitterfreie Wärmeproduktion beim Neugeborenen im mitochondrienreichen braunen Fettgewebe. das zwischen Schulterblatt und Achselhöhle liegt. B. . Muskulatur Rest 10 % 16 % Dies erfolgt durch: – Kältezittern als Ausdruck unwillkürlicher Muskelaktivität.und Bauchhöhle Gehirn Haut. Organe der Brust. in Ruhe Abb. P Bei schwerer körperlicher Arbeit erhöht sich ❑ die Wärmebildung um ein Vielfaches gegenüber dem Ruhezustand. der.2 Wärmeproduktion und Wärmeabgabe Voraussetzung für eine konstante Körpertemperatur ist ein Gleichgewicht zwischen Wärmeproduktion. 10..10 208 Wärmehaushalt und Temperaturregulation Darüber hinaus treten Temperaturschwankungen auch über längere Zeiträume auf.. ist aus Abbildung 10. zusätzlich Wärme zu produzieren. In bestimmten Situationen kann es erforderlich werden. wie dies z. 10. Der Wärmetransport von der Haut in die umgebende Luft (= äußerer Wärmestrom) erfolgt in Ruhe und bei einer Umgebungstemperatur von 20 °C zu ca. soweit notwendig. Der Rest entfällt zu ca.1 ersichtlich. Merke Die Hautdurchblutung ist für die Wärmeregulation von entscheidender Bedeutung. im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus zu beobachten ist. 20 % auf die Verdunstung von Wasser.

10.2 Wärmeproduktion und Wärmeabgabe 209 ATP Gehirn Körperkerntemperatur 37 ˚C Thoraxorgane Bauchorgane 28 ˚C 31 ˚C ADP + P Körperschalentemperatur Hypothalamus – Temperaturregulationszentrum on ati m r o Inf Haut Rückenmark Blutgefäße Haut Schweißdrüse ➠ Schweiß weit Schweiß ➠ eng Wärmeregulation.10. Abb.2 .

Merke Die Mechanismen zur Regulation der Körpertemperatur sind Verengung (Vasokonstriktion) und Erweiterung (Vasodilatation) der Hautblutgefäße. Tab. Durch Thermorezeptoren in der Haut. die durch das vegetative Nervensystem steuerbare Wasserabgabe – Schwitzen (normal: 0. P Die Wasserverdunstung ist ein stark Energie ❑ verbrauchender Vorgang.5 – 1 l/d). – Drosselung der Wärmeabgabe durch Engstellung der Hautblutgefäße und damit Verminderung des inneren Wärmestroms. Vorgänge bei Temperaturabfall unter den Sollwert: Die Regulation erfolgt hauptsächlich durch zwei Mechanismen. der dem Zentrum zum Vergleich mit dem Sollwert zugeleitet wird. Da die Wärme vorwiegend über die Haut abgegeben wird. hat das Verhältnis zwischen Körperoberfläche und -volumen große Bedeutung.und Kälterezeptoren in Körperschale und -kern . besitzt das Neugeborene in Form der zitterfreien Wärmebildung im braunen Fettgewebe eine zusätzliche Regulationsmöglichkeit. Regelkreis zur Regulation der Körpertemperatur. folglich kühlt er sehr leicht aus. innerhalb von Sekunden oder Minuten. Wie bereits erwähnt. d. 2. Schweißsekretion und Veränderung der Wärmebildung.2 Neben den beschriebenen schnellen Anpassungsvorgängen gibt es auch langfristige. dass beim Verdunsten relativ geringer Wassermengen dem Körper relativ viel Wärme entzogen wird. Diese physiologischen Adaptationen werden als Akklimatisation bezeichnet. im Rückenmark und im Hypothalamus erfolgt die Messung des Istwertes. Das Temperaturregulationszentrum liegt im Hypothalamus des Zwischenhirns und speichert den Sollwert (normal 37 °C). d. Vorgänge bei Temperaturanstieg über den Sollwert: Die Wärmeabgabe wird erhöht durch – Erweiterung der Hautblutgefäße und damit Forcierung des inneren Wärmestroms sowie – vermehrte Schweißbildung. h. Regulation der Körpertemperatur Die Thermoregulation erfolgt über einen biologischen Regelkreis. Perspiratio insensibilis (= extraglanduläre Wasserabgabe)..10 210 Wärmehaushalt und Temperaturregulation kann Wärme nur noch durch Verdunstung abgegeben werden. Diese Mechanismen können sehr schnell ausgelöst werden. Wärmeregulationszentrum 35 36 37 Sollwert Hautblutgefäße Schweißsekretion Wärmebildung Verhalten 38 39 40 41 Fieber Körperkerntemperatur Wärme. die nicht steuerbare temperaturabhängige Wasserabgabe durch Haut und Atmung (normal: 0. wobei man 2 Formen unterscheidet: 1.5 l/d). – Erhöhung der Wärmeproduktion durch Muskelzittern („Zittern vor Kälte“) und willkürliche Muskelbewegungen. h. 10. Beim Säugling ist die Körperoberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen größer als beim Erwachsenen. Die Wasserabgabe erfolgt durch Diffusion. Perspiratio sensibilis (= glanduläre Wasserabgabe).

nachdem der normale Sollwert im Temperaturregulationszentrum wieder eingestellt worden ist). zum Tod. Fieber Als Fieber bezeichnet man eine Erhöhung der Körpertemperatur. kommt es zur Zerstörung von Nervenzellen im Gehirn und evtl. Bei älteren Menschen kann es dazu kommen.10. Die Hitzeadaptation bewahrt den Menschen vor einem Hitzekollaps. in der Herzchirurgie ermöglicht. So genannte fiebererregende (pyrogene) Stoffe bewirken im Temperaturregulationszentrum. Man spricht von Hitzschlag oder Sonnenstich. B. Ein Absinken der Körpertemperatur infolge Überlastung der Wärmeproduktion unter normal wird als Hypothermie bezeichnet. Dadurch werden tiefgreifende operative Eingriffe z. B. kann es ebenfalls zu einem Temperaturanstieg kommen (Hyperthermie). d. bis der neue Sollwert erreicht ist). die aufgrund der nach unten verschobenen Reizschwelle schon bei niedrigeren Körpertemperaturen einsetzt. Fieberabfall (= Abfall der Körpertemperatur. Hält sie bei Temperaturen um 41 °C länger an. Die Anpassung beruht vor allem auf einer Verdreifachung der Schweißsekretion. dass der Betroffene mehr trinken muss. z. auf 35 °C) eingeregelt wird.2 Wärmeproduktion und Wärmeabgabe Am bedeutsamsten ist die Hitzeadaptation bei schwerer körperlicher Arbeit und hohen Umgebungstemperaturen bzw. die Stoffwechselvorgänge herabzusetzen und die Reflexe zu dämpfen. Außerdem nimmt der Elektrolytgehalt des Schweißes ab. B. 211 . bei in den Tropen lebenden Menschen. Hitzeadaptation bedeutet. P Hypothermie ❑ kann als medizinisches Verfahren auch künstlich herbeigeführt werden mit dem Ziel. Die Vorgänge sind die gleichen wie bei Temperaturabfall unter den Sollwert. Hyperthermie und Hypothermie Wenn bei extremer Hitzebelastung die Wärmeabgabemechanismen überfordert werden. Die Vorgänge entsprechen denen beim Temperaturanstieg über den Sollwert. h. dass der Sollwert der Körpertemperatur höher gestellt wird. P Fieberabfall ❑ kann zu Schweißausbrüchen führen. kommt es zum Schüttelfrost. bei Infektionen.und neuem ❑ Sollwert (= Fieberwert) plötzlich auf. einer Überlastung des Kreislaufes (kritischer Anstieg von Herzfrequenz und Hautdurchblutung). dass ihre Körpertemperatur infolge Senkung des Sollwertes im Temperaturregulationszentrum (Gegenteil von Fieber) niedriger (z. um seinen Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Fieberanstieg (= Anstieg der Körpertemperatur. Bei Körpertemperaturen um 25 °C erlöschen die Reflexe des Nervensystems und es tritt der Tod durch Herzflimmern ein. P Tritt die Differenz zwischen Ist.

3. Begründen Sie. 2.10 212 Wärmehaushalt und Temperaturregulation Fragen zur Wiederholung 1. Welchen Wert hat die normale Körpertemperatur des Menschen? Welche Möglichkeiten der Temperaturmessung kennen Sie? Nennen Sie Vor. 7. warum Fieber mit Frieren beginnt.und Nachteile der verschiedenen Messmethoden. Welche Bedeutung haben Wärmeproduktion und Wärmeabgabe bei der Konstanthaltung der Körpertemperatur? 6. 5. Erklären Sie die Regulation der Körpertemperatur. 4. . Welche Bedeutung hat die Temperatur für den Ablauf der Körperfunktionen? Unterscheiden Sie Körperkerntemperatur und Schalentemperatur.

11. Glucose) zum Zweck der Energiebereitstellung und somit für die innere Atmung.3. 11. 11. von Staubteilchen und Bakterien gereinigt und auf ihre chemische Beschaffenheit geprüft.2. In der Nase wird die Luft für die unteren Luftwege vorbereitet. Abb. Gaumen (Palatum). der gleichzeitig Dach der Mundhöhle ist (✑ S.213 11 Atmungssystem Das Atmungssystem dient der Aufnahme von Sauerstoff und der Abgabe von Kohlendioxid.2 Bau der Atmungsorgane • Boden: rer und mittlerer Nasenmuschel. Nase Rachen obere Luftwege Kehlkopf Luftröhre Bronchialbaum Lunge untere Luftwege 11.1 . dahinter im Bereich der eigentlichen Nasenhöhle knöchern. Eine weitere Verbindung besteht vom unteren Nasengang zur Augenhöhle durch den Tränennasengang (Ductus nasolacrimalis). • Seitlich: Weitere Teile des Siebbeins mit obe- Nasenwurzel Nasenrücken Nasenspitze Nasenloch Nasenflügel Die Nase in ihrer äußeren Struktur. S. Merke Der Naseninnenraum gliedert sich in den Nasenvorhof (Vestibulum nasi) und die Nasenhöhle (Cavum nasi) mit Nasenmuscheln und Nasengängen. deren Vorgänge in den Zellen ablaufen. Begrenzung der Nasenhöhle (✑ Abb. Sie ist die Voraussetzung für den oxidativen Abbau energiereicher Stoffe (z. bei dem die Lunge eine zentrale Funktion übernimmt. 238) Unter jeder Nasenmuschel befindet sich ein Nasengang. Die Nasenmuscheln dienen der Oberflächenvergrößerung. 11. 215) • Oben: Siebbeinplatte. d. Die Belüftung dieser Höhlen erfolgt mit der Atmung. 11. 11. S. S.4. untere Nasenmuschel (= selbständiger Knochen). die Luft wird angewärmt. Diesen Gasaustausch. bezeichnet man als äußere Atmung. angefeuchtet.4.1 Nase (Nasus) Die Nase erfüllt neben der Riechfunktion wichtige Aufgaben im Bereich der Atmung. 214 und Abb.. h. Der Naseninnenraum wird durch die Nasenscheidewand (Septum nasi) in einen rechten und linken Abschnitt geteilt. Durch feine Kanäle ist die Nasenhöhle mit den Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales) verbunden (✑ Abb. Die Grenze zwischen Nasenhöhle und Rachen bilden die beiden Choanen (hintere Öffnungen der Nase). B. Die Nase ist im Bereich des Nasenvorhofes (= unmittelbar an die Nasenlöcher grenzender Raum) knorpelig. Auf diesem Weg wird die Tränenflüssigkeit in die Nasenhöhle abgeleitet.1 Gliederung Das Atmungssytem besteht aus den oberen und unteren Luftwegen. 215).

11. 11. Damit kreuzen sich in ihm Luft. . olfactorius = I. 11. respiratorische Schleimhaut (Regio respiratoria) Sie bedeckt den größten Teil der Nasenhöhle und ist gekennzeichnet durch • mehrreihiges Flimmerepithel. • Schlundenge → Mundhöhle.3 Kehlkopf und die Mundhöhle mit der Speiseröhre. • Kehlkopfeingang → Kehlkopf.1). • 2 Öffnungen der Ohrtrompeten → Mittelohr.2 Rachen (Pharynx) Der schlauchförmige Rachenraum (✑ Abb.11 214 Atmungssystem Nasenschleimhaut Die die Nasenhöhle auskleidende Schleimhaut teilt sich in 2 Bereiche: 1. 354).und Kehlkopfabschnitt.2 Atmungssystem.5) verbindet die Nasenhöhle mit dem Lage der Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales). ✑ S. Merke Der Rachen hat 7 Öffnungen: • 2 Choanen Nasenhöhle (Cavitas nasi) Nasenvorhof (Vestibulum nasi) Rachenraum (Pharynx) Kehlkopf (Larynx) Luftröhre (Trachea) Mittelfellraum (Mediastinum) Lungen (Pulmones) Zwerchfell (Diaphragma) Abb. 11. Abb. 11. Hirnnerv. Riechschleimhaut (Regio olfactoria) Sie befindet sich oberhalb der oberen Nasenmuscheln und enthält die • Riechzellen.und Speiseweg.2. • Speiseröhrenöffnung → Speiseröhre.4 und 11. von denen fadenförmige Nerven durch die Siebbeinplatte zum Gehirn ziehen (N. ➝ Reinigung • zahlreiche ➝ Anfeuchtung Becherzellen • Venengeflechte ➝ Erwärmung Stirnhöhle (Sinus frontalis) Siebbeinhöhle (Sinus ethmoidalis) oder Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidales) Kieferhöhle (Sinus maxillaris) 2. Der Rachenraum wird ohne scharfe Grenzen in drei übereinander liegende Abschnitte gegliedert (✑ Tab. Rachenschleimhaut Entsprechend der unterschiedlichen Beanspruchung enthält sie Flimmerepithel mit Becherzellen im Nasenabschnitt und mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel im Mund. → Nasenhöhle.

B.4 .2 Bau der Atmungsorgane 215 Abschnitte des Rachens. Unterrachenraum (Pars laryngea pharyngis): seitlich und hinter dem Kehlkopf – Kehldeckel ragt wie ein Wellenbrecher in den Speiseweg und leitet den Speisebrei rechts und links in die hinten liegende Speiseröhre. 11. P Die Tuben verbinden die Paukenhöhle des Mittelohres mit ❑ dem Rachen zum Zwecke des Luftdruckausgleiches. P Bei Kindern ist diese Tonsille häufig vergrößert (z. – Ringförmige Muskeln (Schlundschnürer) befördern die Nahrung in die Speiseröhre. Abb. – Öffnungen der Ohrtrompeten oder Eustachi’schen Röhren (Tubae auditivae) an den Seitenwänden.und Speiseweg. 11.1 Abschnitt Merkmale Nasenrachenraum (Pars nasalis pharyngis): hinter den Choanen – Rachenmandel (Tonsilla pharyngea) am Rachendach der Schädelbasis.11. Tab. Siebbeinplatte (Lamina cribrosa) Stirnhöhle (Sinus frontalis) Keilbeinhöhle obere Nasenmuschel (Sinus sphenoidalis) (Concha nasalis superior) oberer Nasengang mittlere Nasenmuschel (Meatus nasi superior) (Concha nasalis media) mittlerer Nasengang untere Nasenmuschel (Meatus nasi media) (Concha nasalis inferior) Rachenmandel Oberkiefer (Tonsilla pharyngea) (Maxilla) unterer Nasengang Mundhöhle (Meatus nasi inferior) (Cavitas oris) Nasenrachen Zunge (Pars nasalis pharyngis) (Lingua) Mundrachen Unterkiefer (Pars oralis pharyngis) (Mandibula) Zungenwurzel Zungenbein (Radix linguae) (Os hyoideum) Kehldeckel (Epiglottis) Unterrachenraum (Pars laryngea pharyngis) Kehlkopfeingang Schildknorpel (Cartilago thyroidea) Luftröhre Speiseröhre (Ösophagus) (Trachea) Nasenhöhle. durch ❑ Wucherungen) und behindert dadurch die Nasenatmung. Um die Tubenöffnung befinden sich die Tubenmandeln und von dort nach unten die Seitenstränge. Mundrachenraum (Pars oralis pharyngis): hinter der Mundhöhle – Kreuzung von Luft. Rachen und Mundhöhle (Medianschnitt).

3 Kehlkopf (Larynx) Mit dem Kehlkopf beginnen die unteren Atemwege. Erwachsener: in Höhe des 5. – 2 Stellknorpel: Sie sind auf der hinteren Platte des Ringknorpels drehbar gelagert. Durch die beiden Kehlkopfvorhof (Vestibulum laryngis) Engstellen entstehen drei Luftröhre übereinander liegende Ab(Trachea) schnitte (✑ Abb. Seitlich verlaufen die Gefäß-NervenStränge des Halses (✑ S. Die seitliche Erweiterung dieses Raumes wird als Kehlkopftasche (Morgagni-Tasche) bezeichnet.11 216 Atmungssystem Rachenmandel (Tonsilla pharyngea) unter die Zungenwurzel.6): • Oberer Abschnitt – Vorhof (Vestibulum laryngis) zwischen Kehlkopfeingang und Taschenfalten. 11. (Tonsilla lingualis) vocalia). (Choanen) Gaumenmandel (Tonsilla palatina) Zäpfchen (Uvula palatina) Kehldeckel (Epiglottis) Speiseröhre (Ösophagus) Abb. Die Stimmfalten entGaumensegel halten die Stimmband(Velum palatinum) muskeln (Mm./6. 151).und Stimmfalten. Halswirbels. 150.2. – 1 Kehldeckel Dieser rennsattelförmige (Epiglottis): Knorpel erstreckt sich bis Zungenbein (Os hyoideum) Kehldeckel (Epiglottis) Kehlkopfvorhof (Vestibulum laryngis) Taschenfalte Schildknorpel Kehlkopftasche mittlerer Kehlkopfabschnitt Stimmfalte mit Stimmband Ringknorpel Stimmritze (Rima glottidis) subglottischer Raum Luftröhre (Trachea) Luftröhrenknorpel Kehlkopfinnenraum (von dorsal). Außerdem werden im Kehlkopf die Töne beim Sprechen erzeugt. • Mittlerer Abschnitt – mittlerer Kehlkopfabschnitt (Cavitas laryngis intermedia) zwischen Taschen. 11. Er dient primär dem Verschluss des Atemweges beim Schlucken. Er bekommt da(Septum nasi) durch die Form einer Sandweicher Gaumen (Palatum molle) oder uhr. – 1 Ringknorpel: Bildet die Basis des Kehlkopfes.6 .vocales) und Zungenmandel die Stimmbänder (Ligg. einNasenscheidewand geengt. Halswirbels). Lage Der Kehlkopf liegt im vorderen oberen Halsbereich (Neugeborenes: in Höhe des 3. Husten und bei der Bauchpresse. 11./4. 11. Ohrspeicheldrüse Taschenfalten (oben) und (Glandula parotis) Stimmfalten (unten). hintere Nasenöffnungen Der Kehlkopfinnenraum wird durch zwei Falten. Abb. Er ist durch ein Band an der Innenseite des Schildknorpels befestigt. Bau Das Grundgerüst des Kehlkopfes wird aus 5 Knorpeln gebildet (✑ Abb. 11.7). – 1 Schildknorpel: Liegt über dem Ringknorpel und ist durch je 1 Membran an ihm und dem Zungenbein befestigt.5 Rachenraum (von dorsal geöffnet).

sodass die Stimmritze verengt bzw. vocale) als oberer freier Rand der Stimm- Abb. die Stimmritze zu erweitern und zu verschließen sowie die Spannung der Stimmbänder zu verändern. Dabei drückt sich der Kehldeckel unter die Zungenwurzel und verschließt den Eingang zum Kehlkopf (✑ S.7 falten zur Innenseite des Schildknorpels.und Spannmuskeln. Schluckvorgang). erweitert wird. Die Öffnung zwischen Stimmbändern (vorn) und Stellknorpeln (hinten) ist die Stimmritze. Die Stellmuskeln setzen an den Stellknorpeln an und bewegen diese. Merke Die Stimmritze besteht aus – dem Stimmbandanteil zwischen den Stimmbändern (vordere zwei Drittel) und – dem Stellknorpelanteil. Dementsprechend unterscheidet man Stell. hinteres Drittel. • Unterer Abschnitt – subglottischer Raum (Cavitas infraglottica) zwischen Stimmfalten und Luftröhrenbeginn. Merke Beim Schlucken wird der Kehlkopf durch Muskeln gehoben.11.2 Bau der Atmungsorgane 217 Lateralansicht Dorsalansicht Zungenbein Zungenbein (Os hyoideum) (Os hyoideum) Kehldeckel (Epiglottis) SchildknorpelZungenbeinMembran (Membrana thyrohyoidea) Schildknorpel Stellknorpel Kehldeckel (Epiglottis) Schildknorpel (eröffnet) Stellknorpel Stimmbänder Ringknorpel Ringknorpel Luftröhre (Trachea) Stellknorpel Schildknorpel Ringknorpel Kehlkopf. Stimmritze (Rima glottidis) Von jedem Stellknorpel zieht ein Stimmband (Lig. . Flüsterdreieck). Kehlkopfmuskeln Die inneren Kehlkopfmuskeln haben die Aufgabe. In den anderen Bereichen aus mehrreihigem Flimmerepithel. einem dreieckigen Spalt zwischen den Stellknorpeln (sog. 253. 11. Der Kehlkopfinnenraum wird durch die Kehlkopfschleimhaut ausgekleidet. Im Vorhof und an den Stimmbändern besteht sie aus mehrschichtigem unverhornten Plattenepithel.

vagus. Bei doppelseitiger Lähmung des Posticus ent. cricoarytenoideus lateralis. Als Durch Formveränderung des sog. Daten Stimmbänder im Zusammenwirken mit durch. desto höher die Stimme). Die Stimmritze ist beim Atmen erweitert (= Respirationsstellung). kommenden Luftstrom unterbricht. Der Resonanzraum bedingt auch die individuelle tiple Sklerose infrage. ❑ wird als Kehlkopflähmung bezeichnet. Zu diesen Muskeln gehören schleimhaut zwischen Ringknorpel und Stimmbändern liegt z. der komplette Verschluss erfolgt u. Die Verengung bzw.nen Laute gebildet.218 11 Atmungssystem Die Erweiterung erfolgt nur durch einen Muskel. einem Ast bänder sowie ihre Länge und Dicke bestimmen die Stimmhöhe (je kürzer. laryngeus recurrens). Stimmbildung und Artikulation Merke Bei der Stimmbildung befinden sich die Stimmbänder in Phonationsstellung. Dies nennt man Artikulation. Durch „Anblasen“ Die Stimme wird als Lautäußerung des wird der Stimmritzenverschluss gesprengt und Menschen durch die in Schwingung versetzdie Stimmbänder in Schwingung versetzt. Gehirnentzündung oder mul. dessen Äste. kurz: Lateralis) im Stimmbandbereich und den queren (M. kurz: Vocalis). kurz: Externus) und der Stimmmuskel (M. wenn steht Atemnot. fibroelastischen Membran. B. die unter der Kehlkopfverändern. dass der Schwingungsrhythmus ständig Resonanzerscheinungen im Ansatzrohr erden aus der Lunge und Luftröhre (= Anblasrohr) zeugt. bestehend aus Rachen-. B. arytenoideus obliquus) Stellknorpelmuskel im Stellknorpelbereich. sodass sich ihre Länge und Dicke 1) Teil der sog.8 vocalis. Der Spannungszustand der Stimmkopfnerv (N. die zur Erstickung führen kann. Für die Lautstärke P Eine Lähmung der Kehlkopfmuskulatur ist die Stärke des Luftstromes verantwortlich.Nasen. Ruheatmung Stimmritze (Rima glottidis) Stellknorpel (Cartilago arytenoidea) Phonation forcierte Atmung elastischer Konus1) Stimmband (Conus elasticus) Schildknorpel (Ligamentum vocale) (Cartilago thyroidea) Pressen (Stimmbildung) Durch die Spannmuskeln werden die Stimmbänder mehr oder weniger gespannt. der Ringknorpel-SchildknorpelMuskel (M. werden die verschiedekeln innervieren. die Luft bei nichtschwingenden Stimmbändern nur durch das Flüsterdreieck strömt.Stimme.und Mundraum. Die Innervation der inneren Kehlkopfmuskeln erfolgt durch den rückläufigen Kehl. den hinteren Ringknorpel-Stellknorpel-Muskel (M. cricoarytenoideus posterior. Erkrankungen des N. a. cricothyroideus. 11. Merke Der Posticus ist der einzige Stimmritzenerweiterer. ter. entsteht die . beim Sprechen und Singen geschlossen oder stark verengt (= Phonationsstellung) und beim Pressen vollständig verschlossen. die die Kehlkopfmus. dünner und gespanndes N. Abb. Ansatzrohres Ursache kommen z. Die Flüsterstimme entsteht. durch den seitlichen Ringknorpel-Stellknorpel-Muskel (M.Klangfarbe. (= Resonanzraum). arytenoideus) und schrägen (M. Stellung der Stimmbänder (Blick von oben). vagus bzw. kurz: Posticus).

Abb. Die Männerstimme ist um acht Töne tiefer als die Frauenstimme. Bei länger bestehender Heiserkeit sollte deshalb immer ein Arzt aufgesucht werden. 12 Zentimeter lang und verbindet den Kehlkopf mit dem Bronchialbaum.11. Brustwirbels mit der Teilung in die beiden Haupt- 219 Schleimhaut (Tunica mucosa respiratoria) äußere lockere Bindegewebeschicht (Adventitia) hufeisenförmige Knorpelspange (Cartilago trachealis) Hinterwand (bindegewebigmuskuläre Membran) Speiseröhre (Ösophagus) Luftröhre. Sie schließt sich dem Ringknorpel des Kehlkopfes an und endet in Höhe des 4. Hier kommt es nach Einatmung zum Verschluss der Stimmritze und kurz danach wird sie beim Ausatmen wieder schlagartig geöffnet. 11.9 . sodass der entstehende Luftstoss Schleim oder Fremdkörper in den Rachen befördert.2 Bau der Atmungsorgane Unter der Einwirkung der Geschlechtshormone kommt es während der Pubertät vor allem beim Jungen zu einer Vergrößerung des Kehlkopfes einschließlich der Verlängerung der Stimmbänder.2. Für den Schutz der unteren Atemwege ist der Hustenreflex wichtig. anularia) aus elastischem und kollagenem Bindegewebe Luftröhrengabel (Bifurcatio tracheae) Bronchialbaum (Anfang) rechter Hauptbronchus linker Hauptbronchus (Bronchus principalis sinister) (Bronchus principalis dexter) Wandschichten lichte Weite (Lumen) Lage und Nachbarschaftsbeziehungen Die Luftröhre eines Erwachsenen ist ca.4 Luftröhre (Trachea) Zungenbein (Os hyoideum) Kehlkopf (Larynx) SchildknorpelZungenbeinMembran (Membrana thyrohyoidea) Schildknorpel (Cartilago thyroidea) Ringknorpel (Cartilago cricoidea) Knorpelspangen Ringbänder Luftröhre (Trachea) (Ligg. Die Folge ist der Wechsel von der höheren Kinderstimme zur tieferen Stimme des Erwachsenen (= Stimmbruch). Auch das Kehlkopfkarzinom (Kehlkopfkrebs) beginnt häufig an den Stimmfalten. P Bei ❑ Entzündungen der Stimmfalten entsteht Heiserkeit. 11.

Dies wird durch die Lungenbläschen (Alveolen) ermöglicht. Bronchialbaum Als Bronchialbaum bezeichnet man die Gesamtheit der Bronchien und Bronchiolen. Die Schleimhaut enthält mehrreihiges Flimmerepithel und im tieferen Bereich (Submucosa) zahlreiche Schleimdrüsen. – Lappenbronchien – der rechte Stammbronchus zweigt sich in 3 und der linke in 2 Lappenbronchien auf. damit sie durch den bei der Einatmung entstehenden Sog nicht zusammengepresst werden.oder Hauptbronchus (Bronchus principalis sinister und dexter) als Aufzweigung der Trachea. Lungenvenen (Vv. Die Teilungsstelle ist die Luftröhrengabel (Bifurcatio tracheae). P Beim Transport der Nahrung dehnt sich die ❑ Speiseröhre.11 220 Atmungssystem bronchien. Lungenarterie (A.2) Entsprechend der Gliederung des Bronchialbaumes (✑ Abb.5 Lungen (Pulmones) In den Lungen findet der Gasaustausch statt. sodass die Luftröhre eingedrückt wird.bzw. pulmonalis). Nach der Lage unterscheiden wir 2 Hauptabschnitte: – Halsteil Der Halsteil befindet sich vor der Speiseröhre. rechte Lunge linke Lunge Oberlappen Mittellappen Unterlappen Oberlappen Unterlappen 3 Segmente 2 Segmente 5 Segmente 5 Segmente 4 Segmente Lungenläppchen . 11. An jeder Lunge erkennt man • Lungenbasis: liegt auf der Zwerchfellkuppel (= Zwerchfellseite). Bau Die Wände der luftleitenden Wege sind versteift. 11. Rippe. Er bildet die Fortsetzung der Luftröhre. • Lungenspitze: überragt die 1. • Rippenseite: liegt den Rippen an. Eintritts. Gliederung der Lungen (✑ Tab. elastisch und schwammig. 11. Im Einzelnen sind folgende Abschnitte zu unterscheiden: – linker und rechter Stamm.2. grau bis schwarz). die eine hinreichend große Austauschfläche (ca. An der Hinterwand wird sie durch eine bindegewebigmuskuläre Membran verschlossen. Die Lungen sind die relativ leichtesten Organe. Die Lungen erhalten ihre Form durch die Anlagerung über die Pleura an die Innenwände des Thorax und das Zwerchfell.11. 100 m2) garantieren. 11. Dies geschieht bei der Trachea durch 16 bis 20 hufeisenförmige Knorpelspangen. Austrittsstelle von Hauptbronchus (Bronchus principalis). 222) ergibt sich die Gliederung der Lungen in Lappen. Ringbänder verbinden die Knorpelspangen elastisch miteinander. Gliederung der Lunge. später wird sie durch die Ablagerung von Rußteilchen zunehmend fleckig (rötlich. • Lungenhilus: an der medialen Seite zum Mediastinum hin gelegen. Das muskelfreie Lungengewebe der rechten und linken Tab. Die Farbe der Lungenoberfläche ist beim Neugeborenen rosa. – Brustteil Hier verläuft die Luftröhre im oberen Mediastinum zwischen den großen Blutgefäßen und vor der Speiseröhre. pulmonales). Segmente und Läppchen. Lymphgefäßen und Nerven. Davor und seitlich liegt die Schilddrüse. S.2 Lunge ist weich. hier liegen auch die Hiluslymphknoten.

10 .2 Bau der Atmungsorgane rechte Lunge 221 linke Lunge Oberlappen Oberlappen (Lobus superior) (Lobus superior) Mittellappen (Lobus medius) Unterlappen Unterlappen (Lobus inferior) (Lobus inferior) rechte Lunge linke Lunge Lungensegmente 3 Segmente des Oberlappens 1 1 5 Segmente des Oberlappens 2 2 1 1 2 3 2 3 3 4 5 4 6 9 8 7 5 10 8 9 5 Segmente des Unterlappens respiratorische Bronchiole (Bronchiolus respiratoris – Abzweigung zum Alveolargang) 4 5 10 10 2 Segmente des Mittellappens 8 5 8 9 10 9 4 – 5 Segmente des Unterlappens Kapillarnetz der Alveolen Lungenläppchen Ästchen der Lungenarterie 6 3 6 6 Endbronchiole Trennwand (Bronchiolus terminalis) (Septum interalveolare) Ästchen der Lungenvene Lungenbläschen (Alveolen) Lungenbläschen (Alveole) Kapillarnetz Lunge.11. Abb. 11.

Der Bronchiolus terminalis zweigt sich in mehrere Bronchioli respiratorii auf (besitzen bereits vereinzelt Lungenbläschen). Kleinere Bronchien. Bronchiolen. Sie sind knorpelfrei. zwischen denen sich unvollständige Trennwände. die jeweils in einen blindverschlossenen Alveolargang übergehen. die Alveolarsepten. Nur hier findet der Gasaustausch zwischen Organismus und Umwelt statt. Es ist eine ringförmig angeordnete glatte Muskulatur zur Regulation der Belüftung vorhanden. die Blut und Luft voneinander trennen. Daher befinden sich aspirierte Fremdkörper meistens rechts. besitzen kräftige Spiralmuskeln zur Steuerung der Beatmung. Lungenbläschen (Alveolen). 11. und das Epithel wird fortschreitend flacher. – Segmentbronchien – jeder Lappenbronchus zweigt sich in mehrere Segmentbronchien auf. Sauerstoff aus der Alveolarluft tritt in das Kapillarblut über. Die Endverzweigungen des Bronchialbaumes sind die Lungenläppchen.11 (Bronchus lobaris inferior sinister) Bronchialbaum. . – Bronchiolen – die Segmentbronchien verästeln sich. befinden. von denen jedes mit einer Endbronchiole (Bronchiolus terminalis) verbunden ist. Die Knorpeleinlagerungen werden immer spärlicher. Die Alveolarwand besteht aus einem sehr dünnen Alveolarendothel und korbgeflechtartig eingelagerten elastischen Fasern. Feinbau des Bronchialbaumes Die Bronchien werden mit zunehmender Aufzweigung immer kleiner und enger. der Knorpel tritt jedoch in Form von unregelmäßig geformten zusammenhängenden Knorpelplatten auf. Sie sind im Prinzip wie die Trachea gebaut. P Der ❑ linker unterer Lappenbronchus rechte Hauptbronchus verläuft steiler nach unten und hat einen größeren Durchmesser als der linke. Um jeden Alveolargang sind zahlreiche Lungenbläschen (Alveolen) angeordnet. ab einem Durchmesser von 1 mm spricht man von Bronchiolen. Größere Bronchien.11 222 Atmungssystem rechte Lunge (Pulmo dexter) Luftröhre (Trachea) rechter Hauptbronchus linke Lunge (Pulmo sinister) linker Hauptbronchus (Bronchus principalis dexter) (Bronchus principalis sinister) rechter Oberlappen linker Oberlappen (Lobus superior dexter) (Lobus superior sinister) rechter oberer Lappenbronchus linker oberer Lappenbrochus (Bronchus lobaris superior dexter) (Bronchus lobaris superior sinister) rechter Mittellappen Segmentbronchien (Lobus medius dexter) (Bronchi segmentales) rechter mittlerer Lappenbronchus (Bronchus lobaris medius dexter) linker Unterlappen rechter Unterlappen (Lobus inferior dexter) Luftröhrengabel (Lobus inferior sinister) (Bifurcatio tracheae) rechter unterer Lappenbronchus (Bronchus lobaris inferior dexter) Abb.

und es herrscht ein geringer Unterdruck. 11.12 und S. Die kleinen Äste der Lungenarterie gehen in filzartige Kapillarnetze an der Außenfläche der Alveolen über. 11. Diese schließen sich wieder zu Lungenvenen zusammen (✑ Abb. Sie ermöglicht ihre Verschiebbarkeit bei den Atembewegungen und die Kopplung an die Brustinnenwand sowie an das Zwerchfell. – Pleura diaphragmatica als Überzug der Zwerchfelloberfläche. Merke In der Lunge werden auf kleinstem Raum große Oberflächen (= Austauschflächen für O2 und CO2) geschaffen. Pleurahöhle (Cavitas pleuralis) Der kapillare Spalt zwischen den beiden Pleurablättern heißt Pleurahöhle.2 Bau der Atmungsorgane während das Kohlendioxid in die Gegenrichtung diffundiert. Sie besteht aus einem inneren visceralen und einem äußeren parietalen Blatt. 100 Quadratmeter.11.10). Unterdruck. 11. Am Lungenhilus schlägt sie in die Pleura parietalis um. Pleura parietalis (Rippenfell) Die Pleura parietalis ist mit ihrer Umgebung verwachsen und wird in 3 Abschnitte gegliedert: – Pleura costalis an der Innenseite der Brustwand.2. Ihre Form entspricht etwa der der Lungen. In ihm befindet sich etwas seröse Flüssigkeit. – Pleura mediastinalis an den Seitenflächen des Mediastinums. Kohäsionsund Adhäsionskräfte halten die beiden Pleurablätter und damit die Lungen fest an der Innenwand der Brusthöhle und der Oberfläche des Zwerchfells. Abb.12 . 86). Somit müssen die Lungen den Umschlagfalte der Pleura visceralis in die Pleura parietalis am Hilum pulmonis mikroskopische Darstellung Eingeweideteil der Pleura Eingeweideteil der Pleura (Pleura visceralis) (Pleura visceralis) Pleurahöhle Wandteil der Pleura (Cavitas pleuralis) (Pleura parietalis) Rippen (Costae) Pleura costalis Zwerchfell Pleurahöhle (Diaphragma) (Cavitas pleuralis) Pleura diaphragmatica Pleura mediastinalis Rippenfell (Pleura parietalis) Teile des Brustfelles und Lagebezeichnungen. Mit den Alveolen vergrößert sich die Oberfläche für den Gasaustausch auf ca.6 Brustfell (Pleura) Die Pleura umhüllt die Lungen (✑ Abb. 11. 223 Pleura visceralis (Lungenfell) Die Pleura visceralis bedeckt die Lungenoberfläche und ist mit ihr verwachsen.

Bei seiner Kontraktion flacht es ab und bewegt sich wie ein Zylinderkolben im Thorax nach caudal.oder Komplementärräume der Pleurahöhle (Recessus pleurales) Damit sich die Lungen erweitern können. In der Regel erfolgt die Energiebereitstellung (oder -freisetzung) in den Zellen durch biologische Oxidation energiereicher organischer Stoffe (vor allem Kohlenhydrate). Der im Zusammenhang mit der Energiefreisetzung bzw. – Gasaustausch. Diese wird durch den rhythmischen Wechsel von Einatmung (Inspiration) – verbunden mit einer Erweiterung des Brustraumes – und Ausatmung (Exspiration) – verbunden mit einer Brustraumverengung – bewirkt. Zwerchfell (Diaphragma) Das Zwerchfell ist der Haupteinatemmuskel. 2. B. Merke 11. Pneumonie. Merke Brustraumerweiterung und -verengung entstehen durch das Wirken der Atemmuskulatur. Die wechselnden Druckdifferenzen werden folgendermaßen erreicht. Pleuritis) kann es zum Pleuraerguss kommen (= verstärkte Flüssigkeitssammlung im Pleuraspalt).3. Einatemmuskeln (Inspirationsmuskeln) a. Der gesamte Prozess der Atmung lässt sich untergliedern in: – Atembewegungen. Reserve. Dabei kommt es auch zu einer Verlagerung der Bauchorgane. Einatmung (Inspiration) und Ausatmung (Exspiration) Merke Bei der Inspiration muss der intrapulmonale Druck niedriger und bei der Exspiration höher sein als der Druck der Umweltluft. Bei einer trockenen Rippenfellentzündung (Pleuritis sicca) verursachen die Atembewegungen wegen der Reibung zwischen den beiden Pleurablättern starke Schmerzen. für deren Bereitstellung sie selbst verantwortlich ist.und Ausatemmuskeln. biologischen Oxidation notwendige O2. Die Zelle verbraucht dazu einerseits Sauerstoff und produziert andererseits Kohlendioxid als Stoffwechselendprodukt (✑ Abb. P Im ❑ Gegensatz zum Alveolargewebe der Lungen enthält die Pleura zahlreiche sensible Nervenfasern.und CO2-Transport (auch Gasaustausch genannt) zwischen Umwelt und Zellen wird als äußere Atmung bezeichnet.15.11 224 Atmungssystem Bewegungen von Thorax und Zwerchfell folgen und können fast reibungslos im Brustraum gleiten. .1 Atembewegungen Voraussetzung für den Gasaustausch ist die ständige Belüftung der Alveolen. – Bei der Inspiration wird der Brustraum erweitert und das Lungenvolumen vergrößert. befinden sich im Bereich der Lungenbasis Erweiterungsbereiche. In der Lunge entsteht ein Unterdruck (Sog). Bei verschiedenen Erkrankungen (z. In der Lunge entsteht ein Überdruck. – Bei der Exspiration wird der Brustraum verengt und das Lungenvolumen verkleinert. – Atemgastransport und – Regulation der Atmung. Die Atemmuskulatur gliedert sich in Ein. In diese gleiten die Lungen bei Inspiration hinein.3 Physiologie der Atmung Jede Zelle unseres Körpers benötigt für die Aufrechterhaltung ihrer Lebensvorgänge ständig Energie. 11. Merke Bei der Inspiration wird O2-reiche und CO2arme Luft (Frischluft) in die Alveolen transportiert und bei der Exspiration O2-arme und CO2-reiche Luft (verbrauchte Luft) an die Umwelt abgegeben. S. 43).

 2. Vorgänge bei der Einatmung (Inspiration): 1. weil die Exspiration durch zusätzliche Kräfte (= elastische Rückstellkräfte von Lunge.  2.3 Physiologie der Atmung Inspiration Exspiration Unterdruck Lufteinstrom bis Druckausgleich  Luftausstrom bis Druckausgleich Lunge zieht sich zusammen   äußere Zwischenrippenmuskeln Überdruck  Dehnung der Lunge 225 äußere Zwischenrippenmuskeln Zwerchfell Zwerchfell Kontraktion Erschlaffung Atemmechanik (Inspiration und Exspiration). Luftausstrom aus der Lunge bis zum Druckausgleich.  3. Vorgänge bei der Ausatmung (Exspiration) Die Ausatmung in Ruhe ist im Allgemeinen ein passiver Vorgang: 1. wodurch sich der Thorax erweitert. Lufteinstrom in die Lunge bis zum Druckausgleich.13 Ausatemmuskeln (Exspirationsmuskeln) Die Exspirationsmuskeln sind wesentlich schwächer ausgebildet als die Inspirationsmuskeln. Äußere Zwischenrippenmuskeln (Mm. rectus abdominis. wodurch die Leistungsfähigkeit des Atmungssystems abnimmt. Thorax. Thorax und Baucheingeweiden sowie der Schwerkraft. b. obliquus abdominis) in Betracht. 11.11.  4. P Durch ❑ Messung des Brustumfanges dicht unter den Brustwarzen in maximaler In. Erschlaffung der Einatmungsmuskeln. bei Verkalkung der Rippenknorpel. Thorax und Baucheingeweiden) unterstützt wird. B. Sie ist z. Entstehung eines Unterdruckes im Thoraxraum und der Lunge.  4. Die Differenz der beiden Werte sollte bei jungen Männern 7 bis 10 cm. bei jungen Frauen 5 bis 8 cm betragen. M. Abb. Veränderung der Wirbel-Rippen-Gelenke und Wirbelsäulenverkrümmung herabgesetzt. bedingt durch die elastischen Rückstellkräfte von Lunge. Baucheingeweiden und Schwerkraft. Entstehung eines Überdruckes im Thoraxinnenraum und in der Lunge.  3. Vergrößerung des Thoraxinnenraumes und der Lunge gegen die elastischen Rückstellkräfte von Lunge. Als „echte“ Ausatemmuskeln kommen eigentlich nur die Bauchmuskeln (M.und Exspirationsstellung lässt sich die Erweiterungsfähigkeit des Thorax prüfen. . Verkleinerung des Thoraxinnenraumes und der Lunge. Kontraktion der Einatmungsmuskeln. intercostales externi) Sie heben bei ihrer Kontraktion die Rippenbögen.

B. . abdominaler thorakaler Atmungstyp Atmungstyp Brustraumvergrößerung erfolgt hauptsächlich durch . dass die Lungen passiv den Atembewegungen des Thorax und des Zwerchfells folgen. Die Folge ist ein negativer intrapleuraler Druck (= Druckdifferenz zwischen Pleuraspalt und Außenraum). 11. Merke Die Pleura gewährleistet die Übertragung der Thorax. sodass Luft einströmt. . latissimus dorsi).. P Bei Atemnot: Die Arme angewinkelt hinter ❑ den Kopf heben. Abb. pectoralis major) bei aufgstützten Armen Ausatemhilfsmuskeln – Alle Bauchmuskeln bei fixiertem Becken.14 Einatemhilfsmuskeln. serratus anterior) und kleiner Brustmuskel (M. Heben der Rippenbögen Einatemhilfsmuskeln – Treppenmuskeln (Mm. 11. – Hinterer Sägemuskel (M. pectoralis minor) vorderer Sägemuskel (M... sternocleidomastoideus) bei fixiertem Kopf – Vorderer Sägemuskel (M. Gleichzeitig sind die Lungen mit ihrer Umgebung gegeneinander verschiebbar. Bauchatmung Brustatmung (abdominale Atmung) (thorakale Atmung) Atemhilfsmuskeln Bei erhöhtem Sauerstoffbedarf (Arbeit) oder Atembehinderungen (z.15) und Atemnot.11 226 Atmungssystem Atmungstypen Wie bereits beschrieben. Hierdurch wird eine zusätzliche Zugwirkung auf den Brustkorb durch die Atemhilfsmuskeln erreicht. – Breiter Rückenmuskel (M. P Wird durch Verletzung oder Krankheit die ❑ Pleurahöhle geöffnet. Es entsteht ein Pneumothorax (✑ Abb. Kopfwender (M. Diese mechanische Kopplung kann man sich einfach veranschaulichen: Bringt man zwischen zwei Objektträger einige Tropfen Wasser. dass die gedehnte Lunge aufgrund ihrer Elastizität bestrebt ist. pectoralis minor) bei fixiertem Schulterblatt – Großer Brustmuskel (M. Dementsprechend werden zwei Atmungstypen unterschieden. Asthma bronchiale) werden zusätzlich Atemhilfsmuskeln eingesetzt. serratus posterior).. scaleni) – Kopfwendemuskel (M.. zieht sich die Lunge infolge eigener Elastizität zusammen.und Zwerchfellbewegung auf die Lunge. Von Bedeutung für diese Kopplung ist weiterhin. serratus anterior) Aufgabe der Pleura Das Bauprinzip der Pleura gewährleistet. jedoch nicht voneinander zu trennen. Zwerchfellsenkung . so sind sie fast reibungslos gegeneinander verschiebbar.. sternocleidomastoideus) kleiner Brustmuskel (M. sich wieder zusammenzuziehen. der am Ende der Inspiration am größten ist. erfolgt die Erweiterung des Brustraumes einerseits durch Senkung des Zwerchfells und andererseits durch Hebung der Rippenbögen.

Hier handelt es sich um eine stabile Mittelstellung.15 Lunge kollabiert Öffnung der Pleurahöhle (Pneumothorax).3 Physiologie der Atmung 227 Volumina werden zu Kapazitäten zusammengefaßt (✑ Abb. Merke Die Ventilationsgröße hängt vom Atemzugvolumen (= Atemtiefe) und von der Atemfrequenz (Anzahl Atemzüge pro Minute) ab.und wieder ausgeatmet wird. Nach normaler Ausatmung befinden sich Thorax und Lunge in der Atemruhelage. Zusammengesetzte Beispiel: 16 Atemzüge pro Minute x 500 ml Atemzugvolumen ergeben = 8 Liter  min-1 als Atemminutenvolumen.5 l) funktionelle Residualkapazität 4 Totalkapazität (6. Konstitution und Trainingszustand stark schwanken. 11. Lungenbelüftung (Ventilation) Die treibende Kraft für den Gasaustausch in der Lunge sind entsprechende Druckgefälle der Atemgase (✑ Abb.0 l) 5 Vitalkapazität (4.11. weshalb man verschiedene Volumeneinteilungen unterscheidet. b. 11.5 l) 6 Exspiratorisches Reservevolumen (1. wenn das Atemruhevolumen nicht mehr ausreicht. Das Produkt aus beiden Größen heißt Atemminutenvolumen.8 l) Residualvolumen (1. 228). die in Ruhe ein.16 .5 l) Kollapsluft (0. Atemruhevolumen: Luftmenge. Die Aufrechterhaltung dieser Druckgefälle während der Inspiration und Exspiration wird u. die bei normaler Einatmung noch zusätzlich aufgenommen werden kann. Lufteinstrom Abb. bei der sich zwei passive Kräfte aufheben. Geschlecht. Es wird vor allem bei körperlicher Belastung in Anspruch genommen. S. a. Lungenvolumina und -kapazitäten Das Volumen der Atemzüge kann unterschiedlich sein. durch den ständigen Luftwechsel in der Lunge gesichert.7 l) Restluft (0. Abb. Inspiratorisches Reservevolumen: Luftmenge.17. Lungenvolumina und -kapazitäten eines 25-jährigen Mannes.5 l) Atemruhevolumen (0.16). 11. Lungenvolumina a. [ Liter ] 3 2 1 Inspirationskapazität Inspiratorisches Reservevolumen (2. 11.5 l) 0 Die Werte können in Abhängigkeit von Körpergröße.

Totalkapazität: Luftmenge.17 . Verengung (bei Ausatmung) der Bronchiolen.und CO2-Konzentrationen im Alveolarraum werden ausgeglichen. Lungenkapazitäten e. die nach normaler Ausatmung noch in der Lunge verbleibt (Summe aus c und d). dazwischen Basalmembran) pO 2 = 60 mmHg pCO 2 = 6 mmHg O2 -arme und CO2 -reiche Luft / Blut = blau O2 -reiche und CO2 -arme Luft / Blut = rot Gasaustausch in der Lunge. die nach maximaler Ausatmung in der Lunge verbleibt (Kollapsluft und Restluft). pulmonalis pCO2 40 mmHg pO2 100 mmHg pCO2 40 mmHg pO2 100 mmHg pO2 40 mmHg Alveole Lungenkapillare Blut-Luft-Schranke Druckdifferenzen (Partialdruckgefälle) (Alveolar. inspiratorische und exspiratorische O2. die Einatmungsluft zu erwärmen. 11. Der Totraum hat die Funktionen.und Kapillarmembran. Abb. Durch sie ist es möglich.17) Der Gasaustausch zwischen Organismus und Umwelt in den Lungen wird als Atmung im engeren Sinn oder „äußere“ Atmung bezeichnet. Gleichzeitig fördert er die Ventilation der Atmung durch Erweiterung (bei Einatmung) bzw. Funktionelle Residualkapazität: Luftmenge. Von Bedeutung sind die elastischen Fasern des Lungengewebes und die Oberflächenspannung der Alveolen. die nach maximaler Einatmung in der Lunge enthalten ist (Summe aus d und g). b und c). die nach maximaler Einatmung ausgeatmet werden kann (Summe aus a.3. 43). Zu den Atemwiderständen gehören – elastische Atemwiderstände von Lunge und Thorax. von A. zu reinigen und zu befeuchten. – Strömungswiderstände in den Atemwegen.15 l). das heißt. 11. weil hier kein Gasaustausch erfolgt. f. – Reibungswiderstände von Lunge und Thorax.228 11 Atmungssystem c. Inspirationskapazität: Luftmenge. Vitalkapazität: Luftmenge. Unter „innerer“ Atmung versteht man die Oxidation der energiereichen Stoffe in den Zellen zum Zwecke der Energiebereitstellung (✑ S. Residualvolumen: Luftmenge. g. Atemwiderstände Den Atembewegungen und dem Atemluftstrom stellen sich Widerstände entgegen. d. 11. h. pulmonalis pCO pCO2 46 46 mmHg mmHg zur V. Die Vitalkapazität ist ein Maß für die Ausdehnungsfähigkeit von Lunge und Thorax. dass es ständig zu einer Mischung der vorhandenen Luft mit der zugeführten Frischluft kommt und die Zusammensetzung der Alveolarluft nur geringfügig schwankt. Funktion des Totraumes Die luftleitenden Wege (von der Nase bis zu den Bronchiolen) bilden den Totraum. Letztere wird bei inspiratorischer Dehnung der Lunge durch oberflächenaktive Substanzen (Surfactants) vermindert.2 Gasaustausch (✑ Abb. die maximal eingeatmet werden kann (Summe aus a und b). die bei normaler Ausatmung noch zusätzlich abgegeben werden kann. Eine Verminderung der Gesamtventilation bedeutet also immer eine Verringerung der alveolären Ventilation. Merke Die Belüftung des Totraumes ist eine konstante Größe (0. Exspiratorisches Reservevolumen: Luftmenge. die durch Muskelarbeit überwunden werden müssen.

Atemgastransport durch das Blut Das Blut transportiert die Atemgase zwischen Lungen und Zellen. Wasser. Zu diesem Zweck müssen sie vom Blutstrom an.3 Atemgastransport (✑ Abb. 221). B. O2 gelangt entsprechend seines Partialdruckgefälles aus dem Kapillarblut des Gewebes über das Interstitium in die Zellen und CO2 aus den Zellen über das Interstitium in das Gewebskapillarblut. Das Belüftungs-Durchblutungs-Verhältnis beträgt beim gesunden Menschen in Ruhe 4 Liter Luft pro Minute zu 5 Liter Blut pro Minute. Ausatmungsluft ca. also 0. Das heißt: Sauerstoff gelangt aus der Luft der Alveolen in das Blut der Lungenkapillaren und das Kohlendioxid aus dem Lungenkapillarblut in die Alveolarluft. S.03 % 4% 79 – 80 % 79 – 80 % Die treibende Kraft der Diffusion als einem zentralen Vorgang beim Gasaustausch ist das jeweilige Partialdruckgefälle des Gases. Kurze Wege werden durch Diffusion und längere Distanzen durch Konvektion überbrückt. abtransportiert werden. 229 Merke O2-Aufnahme und CO2-Abgabe sind mit der Lungendurchblutung gekoppelt. vermindern den Gasaustausch. O2 Transport der Atemgase durch das Blut. O2-reich HCO3- CO2-arm [Blut] [Blut] O2-arm CO2-reich HCO3H+ H2CO3 HHb H2O+ CO2 CO2 HbO2 Gewebe Nur im Bereich der Alveolen werden die Atemgase Sauerstoff und Kohlendioxid durch Diffusion ausgetauscht. 11.18 . Ventilation und Lungendurchblutung (= Lungenperfusion) Wie bereits bekannt. Lungenemphysem. P Krankheitsbedingte ❑ Einschränkungen der Austauschfläche. 11. Die treibende Kraft wird vom Herzen erzeugt. je größer Partialdruckgefälle und Austauschfläche.und Ausatmungsluft sowie der Luft in den Lungenbläschen ist demnach unterschiedlich (✑ Tab 11.3.10.und Ausatmungsluft. je kürzer der Diffusionsweg und je besser die Durchblutung sind. Voraussetzung ist die Ventilation. 11. Nach dem gleichen Prinzip wie in der Lunge (= alveolärer Gasaustausch) findet der Gasaustausch im Gewebe statt.bzw. [Luft] H2O [Luft] [Blut] CO2 CO2 [Blut] O2 H2CO3 HbO2 HHb H+ Lunge Die Zusammensetzung von Ein.3 Physiologie der Atmung Die Lungenbläschen (Alveolen) sind umgeben von netzartig angeordneten Blutkapillaren (✑ Abb. 11.). 31 ff. Merke Tab. Sauerstoff Kohlendioxid Stickstoff.9. Der Umfang des Gasaustausches pro Zeiteinheit ist umso intensiver. 21 % 15 % 0. werden O2 und CO2 im Alveolarraum ausgetauscht. Edelgase Einatmungsluft ca.3). Lungenentzündung.3 Zusammensetzung von Ein. es entstehen Atemnot und Zyanose. 11.11. Abb.18) Dem Atemgastransport im menschlichen Körper dienen verschiedene Transportformen (✑ S. z.

4 Regulation der Atmung Durch die Atmungsregulation wird die Aufnahme von Sauerstoff sowie die Abgabe von Kohlendioxid den Erfordernissen unseres Körpers angepasst. HCO3-) im Blut zur Lunge transportiert.43) sinkt. 2 3 3 Die freien Wasserstoffionen werden an das desoxygenierte Hb gebunden (= Pufferung.3. ✑ S. Nach physikalischer Lösung wird im Gewebskapillarblut unter Vermittlung des Enzyms Carboanhydrase CO2 wie folgt in HCO3. Letzteres löst sich physikalisch und diffundiert aus dem Blut in die Alveolarluft: Carboanhydrase H2CO3 H2O + CO2 Merke Merke Der Sauerstofftransport erfolgt nach physikalischer Lösung in chemischer Bindung an Hämoglobin. Eine starke CO-Vergiftung erkennt man an der kirschroten Farbe der Haut. 11. Bereits in geringen Konzentrationen verdrängt es den Sauerstoff aus der Hb-Bindung (Giftigkeit).unter Vermittlung von Carboanhydrase wieder in CO2 umgewandelt. Also: 16 g Hb • 1.+ H+ → H2CO3 2.34 ml O2. . stärkere Säure. Dieser Vorgang heißt Oxygenation.überführt. P Eine ❑ bedeutend größere Affinität zum Hb als der Sauerstoff hat das Kohlenmonoxid (CO).34 ml O2 = 21 ml O2. Der größte Teil der Kohlensäure dissoziert in Wasserstoff. Vorgänge in der Lunge: In der Lunge wird das HCO3. l g Hb bindet 1. Man spricht von einer respiratorischen Azidose. dunkelrot. Gleichzeitig nimmt auch die Atemtiefe zu. Die Kohlensäure zerfällt in Wasser und CO2. Kohlendioxidtransport (Körperzellen → Lunge) Das von den Zellen abgegebene Kohlendioxid (CO2) wird hauptsächlich in Form von Bicarbonat (= Hydrogencarbonat.und Bikarbonationen: H CO → H+ + HCO - ➞ 11 230 H2CO3 Der CO2-Transport erfolgt nach physikalischer Lösung überwiegend in chemischer Bindung als NaHCO3 im Blutplasma und in Carbominobindung (Bindung des CO2 an NH-Gruppen der Bluteiweiße). Kohlendioxid verbindet sich mit Wasser zu Kohlensäure: Carboanhydrase CO2 + H2O 2. das sich in den Erythrozyten befindet. Hb + O2 desoxygeniert. In Ruhe beträgt die Atemfrequenz 16 bis 20 Atemzüge pro Minute. Es entsteht eine Übersäuerung des Blutes. der pH-Wert (normal 7. Nach erneuter physikalischer Lösung diffundiert er in die Zellen. schwächere Säure. Das geschieht durch die Veränderung von Atemfrequenz und Atemtiefe (Atemminutenvolumen). 100 ml Blut enthalten 16 g Hb. l.37 – 7. Das Bicarbonation verbindet sich mit Wasserstoff (wird vom oxygenierten Hb zur Verfügung gestellt) zu Kohlensäure: HCO3. Vorgänge im Gewebe: Im Gewebe wird der Sauerstoff wieder vom Hb gelöst (= Desoxygenation). Es entsteht oxygeniertes Hb. hellrot. Bei körperlicher Belastung erhöht sie sich um das Dreibis Vierfache. HbO2 oxygeniert. Vorgänge im Gewebe: 1. 30).Atmungssystem Sauerstofftransport (Lunge → Körperzellen) Vorgänge in den Lungen: Der Sauerstoff wird im Lungenkapillarblut nach physikalischer Lösung an das desoxygenierte Hämoglobin (Hb) gebunden. P Bei Atemstillstand oder behinderter Atmung ❑ erhöht sich die Wasserstoffionenkonzentration. Demnach können 100 ml Blut 21 ml O2 binden.

[H+] . Zentrale Atmungsregulation Die rhythmische Folge von In. 11.3 Physiologie der Atmung Das Ziel der Atmungsregulation ist die Anpassung der äußeren Atmung an die Erfordernisse des Gesamtorganismus. [H+] im arteriellen Blut Stoffwechsel Im Folgenden sind die wichtigsten Faktoren zusammengestellt. Schmerz. Die optimale Anpassung der Atmung wird durch verschiedene mehrfach kontrollierte Regelmechanismen erreicht.5 Atemzentrum Atemmuskulatur Chemorezeptoren Atemminutenvolumen • pCO2. Die chemische Atmungsregulation arbeitet nach dem Prinzip eines biologischen Regelkreises. – den Säure-Basen-Haushalt konstant zu halten. ➞➞ Merke 231 P Im Gegensatz zur Herztätigkeit sind Atem❑ frequenz und Atemtiefe über die Großhirnrinde willkürlich beeinflussbar.4). Vagus) ➞ afferente Bahnen ➞ ➞ Atemzentrum Chemische Atmungsregulation Die chemische Atmungsregulation gewährleistet die Anpassung des Atemminutenvolumens an die Stoffwechselbedürfnisse des Organimus. Im Zentrum stehen die ausreichende O2-Versorgung der Zellen und die Konstanthaltung des pHWertes. Im Einzelnen bedeutet dies: – die Atemfrequenz und Atemtiefe ökonomisch aufeinander abzustimmen. von denen die wichtigsten kurz beschrieben werden. Mechanisch-reflektorische Atmungsregulation (Hering-Breuer-Reflex) Durch den Hering-Breuer-Reflex werden In. Tab. Warm.4 Organismus angepasst und eine Überdehnung der Lunge verhindert (✑ Tab. [H+] . – die Atmungsform beim Schluck-. pO2 . Atmet der Mensch ohne körperliche Belastung – vielleicht aus Angst – sehr schnell und tief. pO2 . Nies. Chemische Atemregulation.und Hustenreflex bzw. Progesteron .und Exspiration den aktuellen Bedingungen des Hering-Breuer-Reflex (Reflexbogen). pO2. Zu diesem Zweck erfolgt eine ständige Kontrolle des pCO2. Ventilationssteigernd wirken: pCO2 (= stärkster Atemreiz). RR . Dehnungsrezeptoren in der Lunge Atemmuskulatur Reiz Reaktion (Veränderung des Lungenvolumens) (Veränderung der Atemtiefe zur Ökonomisierung der Atemarbeit) ➞ ➞ (in motorischen Nerven für Atemmuskeln) ➞ efferente Bahnen (im N. pO2 und der [H+] im arteriellen Blut. die die Atmung (Ventilation) beeinflussen.und Kaltreize. Ventilationsverringernd wirken: pCO2 . ➞ Tab. Es entsteht eine respiratorische Hyperventilations-Alkalose mit Krampferscheinungen und vorübergehendem Atemstillstand. Adrenalin . Sprechen und Singen abzuwandeln.11. Diese Neurone bilden das Atemzentrum. sinkt die Wasserstoffionenkonzentration im Blut. . Veränderungen der Körpertemperatur (Fieber.und Exspiration wird durch wechselnde Erregung und Hemmung inspiratorischer und exspiratorischer Neurone im verlängerten Mark (Medulla oblongata) erreicht. 11. 11. Hypothermie).

Stellen Sie den Aufbau eines Lungenläppchens unter Berücksichtigung seiner Funktion dar. 22. 23. 8. 2. Beschreiben Sie den Kehlkopf als luftleitendes und stimmbildendes Organ. 16. Wodurch wird der Gastransport maßgeblich beeinflusst? Begründen Sie die Notwendigkeit der Atmungsregulation. 17. makroskopischen und mikroskopischen Bau der Trachea. 6. b) Lungenkapazitäten. Vergleichen Sie die Schleimhautepithelien von Nase. Vergleichen Sie die Zusammensetzung von Einatmungsluft. Beschreiben Sie Bau und Funktion der Pleura. 18.und Kohlendioxidgehaltes. 4. Kehlkopf und Luftröhre! Ziehen Sie eine Schlussfolgerung. Beschreiben Sie Lage und Aufbau der Lungen. 19. 7. Nehmen Sie eine Gliederung des Atmungssystems vor. 15. 13. Beschreiben Sie Bau und Funktion der Nase. b) bei der Ausatmung. 12. warum Belüftung und Durchblutung der Lunge gleich wichtig sind. Erklären Sie die Vorgänge a) bei der Einatmung. Beschreiben Sie Lage. Beschreiben Sie den Gasaustausch. Warum steigt bei Mundatmung die Infektionsgefahr? Beschreiben Sie den Bronchialbaum. Erklären Sie den Gastransport zwischen Lunge und Gewebe. 21. Erläutern Sie die Belüftung der Lunge einschließlich wichtiger a) Lungenvolumina.und Verdauungstraktes. Ausatmungsluft und Alveolarluft hinsichtlich des Sauerstoff. 10. Rachen. Wie erfolgt die Regulation der Atmung? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Atmung und pH-Wert der Körperflüssigkeiten? . 9. Vergleichen Sie die Partialdrücke von O2 und CO2 im arteriellen und venösen Blut sowie in der Alveolarluft! – Begründen Sie die Unterschiede. 20.11 232 Atmungssystem Fragen zur Wiederholung 1. 14. 3. 5. Was ist der Totraum und welche Funktionen hat er? Unterscheiden Sie alveoläre und Totraumventilation. 11. Beschreiben Sie den Rachen als Teil des Atmungs. Begründen Sie.

Speiseröhre. Abb. Rachen. Dünndarm. Magen. dass die in ihr enthaltenen lebensnotwendigen Stoffe in Blut und Lymphe gelangen können.Zum Verdauungssystem gehören Mundhöhle. Dickdarm. Rachenraum Mundhöhle (Pharynx) (Cavitas oris) Zunge (Lingua) Speiseröhre (Ösophagus) Leber Magen (Hepar) (Gaster. 12.1 . arbeitet. Ventriculus) Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Zwölffingerdarm Grimmdarm (Duodenum) (Colon) Leerdarm (Jejunum) Blinddarm Krummdarm (Caecum) Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) (Ileum) Mastdarm (Rektum) Dünndarm (Intestinum tenue) Verdauungssystem (Übersicht).233 12 Verdauungssystem Im Verdauungssystem wird die Nahrung so ver. Leber mit Gallenblase sowie Bauchspeicheldrüse.

S.1 Lippen und Wangen Mit der Mundhöhle beginnt der Verdauungstrakt. temporalis). buccinator) bildet die Wangenwand und sorgt im Zusammenspiel mit der Zunge dafür. • die Zunge (Glossa. Zahnarten Entsprechend ihrer Funktion. bestehend aus 20 Zähnen. durch den zweibäuchigen Muskel (M. • Mahlzahn (Dens molaris). 12. Lebensjahr verdrängen die bereits vorgebildeten bleibenden Zähne nach und nach die Milchzähne. 5. • Backenzahn (Dens praemolaris). Etwa ab dem 6. digastricus). Lingua) und • 3 Paar große Mundspeicheldrüsen. Beim Kauen wird zwischen Schneid. aber auch der Atmung und wird eingeteilt in die eigentliche Mundhöhle und den Mundvorhof. 12. Form und Stellung im Gebiss werden die Zähne bezeichnet: • Schneidezahn (Dens incisivus). pterygoideus medialis/lateralis) ausgeführt (✑ Abb. Lebensjahr entwickelt sich zunächst das Milchgebiss. orbicularis oris) vorderer u.1 Mundhöhle (Cavitas oris) 12. • die Zähne (Dentes). Letztere sind an der Lippeninnenseite tastbar.12 234 Verdauungssystem 12.3. Die Mundhöhle (Cavitas oris) ist der Raum innerhalb der Zahnbögen zwischen Gaumen. die Öffnung des Mundes erfolgt u. • der Gaumen (Palatum). • Eckzahn (Dens caninus). Die Zahnformel dient der genauen Bestimmung jedes Zahnes im Gebiss. masseter) und den Schläfenmuskel (M. Sie dient in erster Linie der Nahrungsaufnahme. a. Zu diesem Zweck erhalten die vier Kieferhälften und die Zahnarten Nummern. Der Mundvorhof (Vestibulum oris) liegt zwischen der Außenseite der Zahnbögen. den Wangen und den Lippen. 133 – 134). Der Mundschließmuskel (M. dass die Nahrung immer wieder zwischen die Zähne gelangt. .1. S.51.1. 12. Mundvorhof (Vestibulum oris) harter Gaumen (Palatum durum) weicher Gaumen (Palatum molle) Mundschließmuskel (M. Zwischen dem 6. der hinterste Mahlzahn ist der Weisheitszahn. 236) Die Zähne sind für das Abbeißen und die mechanische Zerkleinerung der Nahrung zuständig. Der Wangenmuskel (M. muskulösem Mundboden einschließlich Zunge und Schlundenge (Isthmus faucium).2 Mundhöhle. Gebiss (✑ Abb. Die Schneidbewegung (Kieferschluss) erfolgt durch den Kaumuskel (M.2 Zähne.49 – 5. orbicularis oris) bildet die Basis der Lippen und schließt den Mund. • die Wangen (Buccae). hinterer Gaumenbogen Zäpfchen (Uvula) Gaumenmandel (Tonsilla palatina) Zunge (Lingua) Rachenenge (Isthmus faucium) Abb.und Mahlbewegungen unterschieden. Zum Mundhöhlenbereich gehören: • die Lippen (Labia). Das endgültige Gebiss besteht aus 32 Zähnen. Monat und dem 2. Die Mundschleimhaut besitzt ein mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel und zahlreiche kleine Speicheldrüsen. Die Mahlbewegung (seitliche Verschiebung des Unterkiefers) wird durch die Flügelmuskeln (Mm.

Zugfeste Fasern der Wurzelhaut sind einerseits im Zement und andererseits im Kieferknochen verankert und halten den Zahn federnd im Zahnfach. Zahnkrone (Corona dentis) Sie ist der sichtbare. ❑ P Bestimmte Bakterien bauen Nahrungsbe- standteile in der Mundhöhle zu organischen Säuren ab. Die Zahnhöhle beinhaltet das Zahnmark (Pulpa dentis). Daher ist die Zahnhygiene bei der Patientenbetreuung ein wichtiger Aspekt. Versteckte Zahnerkrankungen. 7 und 8 – Mahlzähne (8 = Weisheitszahn) Als Stützgerüst liegt in allen 3 Abschnitten des Zahnes das Zahnbein (Dentin). Die Wurzelhaut umhüllt die Zahnwurzel. die oftmals nicht sofort mit den Zähnen in Zusammenhang gebracht werden. 2. Diese lösen bei längerer Einwirkung den Zahnschmelz auf. Zahnhalteapparat Der Zahnhalteapparat wird vom Zahnzement der Wurzelhaut und den Alveolarknochen gebildet. Zahnwurzel (Radix dentis) Sie liegt im knöchernen Zahnfach (Alveolus) des Kieferknochens und ist vom Zahnzement (Cementum) überzogen. Im Bereich der Wurzel heißt sie Wurzelkanal. ausgelöst durch mangelhafte Zahnhygiene. Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz unseres Körpers und kann bei Defekten nicht mehr nachgebildet werden. In seinem Inneren befindet sich die Zahnhöhle (Pulpahöhle) als durchgehender Hohlraum von der Wurzelspitze bis in die Zahnkrone.1 rechte Oberkieferhälfte linke Oberkieferhälfte 18 17 16 15 14 13 12 11 21 22 23 24 25 26 27 28 48 47 46 45 44 43 42 41 31 32 33 34 35 36 37 38 rechte Unterkieferhälfte linke Unterkieferhälfte Erste Ziffer bedeutet 1 – rechte Oberkieferhälfte 2 – linke Oberkieferhälfte 3 – linke Unterkieferhälfte 4 – rechte Unterkieferhälfte 3. Beispiel 11 bis 18 (sprich: eins-eins bis eins-acht) sind die Zähne der rechten Oberkieferhälfte usw. Zweite Ziffer bedeutet 1 und 2 – Schneidezähne 3 – Eckzahn 4 und 5 – Backenzähne 6. aus dem Zahnfleisch ragende Teil des Zahns und ist vom Zahnschmelz (Enamelum) überzogen. 12. können Ursache für schwere entzündliche Allgemeinerkrankungen sein. Tab. bestehend aus lockerem Bindegewebe und über den Wurzelkanal eintretende Gefäße und Nerven. Zahnhals (Cervix dentis) Er stellt den Übergang zwischen Krone und Zahnwurzel dar und ist vom Zahnfleisch umschlossen.12.1 Mundhöhle 235 Zahnformel. P Bei ❑ Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) können durch Rückgang des Zahnfleisches die Zahnhälse frei liegen und dadurch schmerzempfindlich werden. Es entsteht Karies (Zahnfäule = Zerstörung des Zahnschmelzes). Sachgerechte Mundpflege kann diesen Prozess weitgehend verhindern. Bau eines Zahnes Drei Teile lassen sich unterscheiden: 1. .

– 8. 7. 4 12. alveolares) sind Äste des N. J. M. 12. – 15. – 20. mandibularis Blutgefäße und Nerv bleibendes Gebiss 1 2 3 4 5 (Durchbruchzeiten) 6. – 16. J. J. 7. J. – 8. – 9. M. J. 1 2 3 16. 6 7. – 9. 5 20. J. – 18. J. Gebiss. – 11. (Durchbruchzeiten) 9. 10. – 13. 8 13. M. M.12 236 Verdauungssystem Zahnarten Schneidezähne 1 Eckzahn 2 Backenzähne Mahlzähne (Prämolaren) (Molaren) 3 4 5 6 7 8 Zahnschmelz (Enamelum) Zahnkrone Zahnbein (Corona dentis) (Dentin) Nervenversorgung der Zähne Zahnhöhle (Cavum pulpae) Zahnhals (Cervix dentis) Zahnfleisch (Gingiva) Zahnzement Zahnwurzel (Cementum) (Radix dentis) Wurzelhaut (Periodontium) Alveolarnerven (Nn. maxilaris und N.3 Milchgebiss 11. J. – 15. . – 24. M. 7 13. Abb. 6.

12. 12.Zungenspitze empfindung Geschmacksempfindung Geschmacksknospen Abwehrfunktion Zungenmandel Wallpapillen (Papillae vallatae) Blattpapillen (Papillae foliatae) Die höckrige Oberfläche der Zungenwurzel entsteht durch zahlreiche Lymphfollikel.und pilzförmigen Papillen sind die Geschmackssinneszellen (Chemorezeptoren) konzentriert. Merke Aufgaben der Zunge Anatomische Zungenstrukturen Mitwirken beim Saugen. Breit. die den Geschmackssinn vermitteln (✑ S.4 Zungenpapillen. dessen Fasern die Zunge in Längs-. Zungenmuskulatur Kauen und Schlucken Lautbildung Zungenmuskulatur formt Zunge Tast. lingualis ist ein kräftiger Endast der ❑ A.und Tiefenrichtung durchziehen. In den Geschmacksknospen der wall-. Besonderheit Enthalten Geschmacksknospen. de Papillen). lingualis). die die Zungenmandel (Tonsilla lingualis) bilden. Die Blutversorgung erfolgt über die Zungenarterie (A.2 Zungenpapillen Lage Fadenpapillen (Papillae filiformes) Auf dem ganzen Zungenrücken verteilt (am häufigsten auftreten.1 Mundhöhle 12. in ihrer Nähe liegen Spüldrüsen. carotis externa: Bei Verletzung besteht akute Verblutungsgefahr (z. Abb. B. die bis zur Zungenspitze reicht. Enthalten Geschmacksknospen.Dienen der Tastempfindung. blatt. v-förmig am Beginn der Zungenwurzel. Glossa) Die Zunge ist ein mit Schleimhaut überzogenes muskulöses Organ. Zungenrand. Ihre Muskulatur wird aus quer gestreiftem Muskelgewebe gebildet. Zungenspitze. Wallpapillen (Papillae vallatae) Blattpapillen (Papillae foliatae) Pilzpapillen (Papillae fungiformes) Zungenrand.1. Pilzpapillen (Papillae fungiformes) Fadenpapillen (Papillae filiformes) Zungenpapillen. was zu einer Vergrößerung ihrer Oberfläche führt. Bau An der Zunge kann man die raue Zungenoberseite (= Zungenrücken) mit Zungenspitze. Diese Anordnung ermöglicht außerordentlich differenzierte Bewegungen. Tab. .und Berührungs. Merke Die Zungenmuskulatur wird durch zahlreiche sensible und motorische Nervenfasern versorgt. Zungenrändern. Zungenwurzel (= Zungengrund) und die glatte Zungenunterseite mit dem median gelegenen Zungenbändchen unterscheiden. Die Schleimhaut des Zungenrückens ist durch zahlreiche Zungenpapillen gekennzeichnet. 237 P Die A. 313). Biss bei epileptischen Krampfanfällen). 12.3 Zunge (Lingua.

– den weichen Gaumen = Gaumensegel.6) dienen neben vielen kleinen Drüsen in der Mundschleimhaut der Speichelbildung. Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) Sie ist mit einer Masse von 20 – 30 Gramm die größte Drüse und liegt außerhalb der Mundhöhle.2. Rachenenge (Isthmus faucium.1. Er schließt sich nach hinten dem harten Gaumen an. In der Mitte befindet sich das Gaumenzäpfchen (Uvula).1. Sie sind paarig angeordnet. . Es handelt sich um die vorderen und hinteren Gaumenbögen. 12.12 238 Verdauungssystem Fadenpapillen (Papillae filiformes) Wallpapillen (Papillae vallatae) Zungenwurzel (Radix linguae) Blattpapillen (Papillae foliatae) Zungenmandel (Tonsilla lingualis) Kehldeckel (Epiglottis) Rachen (Pharynx) Zungenbein (Os hyoideum) Schildknorpel (Cartilago thyroidea) Ringknorpel (Cartilago cricoidea) Speiseröhre (Ösophagus) Abb. 12. – Muskelzüge öffnen beim Schlucken die Ohrtrompete. Man unterscheidet 2 Abschnitte: – den harten Gaumen = Kaudruckbereich. P Bei einer Entzündung der Ohrspeicheldrüse ❑ (Mumps) steht in der Regel das Ohrläppchen ab (Schwellung vor dem Ohr). Der Mundspeichel wird über Ausführungsgänge direkt in den Mundraum abgegeben. oberen Mahlzahn. sodass ein Druckausgleich im Mittelohr erfolgen kann. Rechts und links liegt in einer Nische zwischen vorderem und hinterem Gaumenbogen jeweils 1 Gaumenmandel (Tonsilla palatina).4 Gaumen (Palatum) Der Gaumen bildet einerseits das Mundhöhlendach und andererseits den Boden der Nasenhöhle.5 Luftröhre (Trachea) Zunge.5 Große Mundspeicheldrüsen Die 3 großen Mundspeicheldrüsen (✑ Abb. 12. Aufgaben des weichen Gaumens – Die muskuläre Grundlage ermöglicht während des Schluckens das Verschließen des Rachenraumes zur Nasenhöhle. von dessen Basis links und rechts zwei Schleimhautfalten bogenförmig seitlich nach unten verlaufen. 12. ✑ Abb. Ihr Ausführungsgang mündet im Mundvorhof gegenüber dem 2. 12. S.und Kehlkopfbereich. 234) Die Rachenenge liegt zwischen der Zungenwurzel und dem weichen Gaumen und ist der Übergang von der Mundhöhle in den Rachenraum.

in die Bauchhöhle unterscheidet man 3 Abschnitte: Abb. Dadurch kann es u. 15 Zentimeter. • Aortenenge – in Höhe des Aortenbogens.und Unterzungendrüse münden unter der Zunge neben dem Zungenbändchen.2 Speiseröhre 239 Ausführungsgang der Ohrspeicheldrüse (Ductus parotideus) Ohrspeicheldrüse kleine Unterzungenspeichelgänge Unterkieferspeichelgang1) (Glandula parotis) Unterzungenspeicheldrüse (Ductus submandibularis) (Glandula sublingualis) Unterkieferspeicheldrüse 1) Er mündet meist gemeinsam mit dem großen Unterzungenspeichelgang neben dem Zungenbändchen auf der Unterzungenkarunkel. Die Ausführungsgänge von Unterkiefer.12. Diagnostisch wichtig ist die Anlagerung an den linken Vorhof. Der untere Schließmuskel verhindert den Rückfluss von Mageninhalt. zu Zwerchfellbrüchen (Hernien) kommen. Der alkalische Mundspeichel ermöglicht das Wirken des Ptyalins (-Amylase des Speichels). 12. In ihrem Verlauf hat die Speiseröhre 3 Engen: • Ringknorpelenge – in Höhe des Ringknorpels hinter dem Kehlkopf. Seitlich befinden sich Teile der Schilddrüse sowie die Gefäß-Nerven-Stränge des Halses. Diese Strecke ist bei der Magensondierung zu beachten. .2 Speiseröhre (Ösophagus) Die Speiseröhre ist ein mit Schleimhaut ausgekleideter muskulöser Schlauch. • Zwerchfellenge – beim Durchtritt durch das Zwerchfell. P Von ❑ den Schneidezähnen bis zum Beginn der Speiseröhre sind es ca. (Glandula submandibularis) Mundspeicheldrüsen. P Bei ❑ Versagen des unteren Schließmuskels kann durch Rückfluss von Mageninhalt eine Refluxösophagitis (Speiseröhrenentzündung) entstehen. • Bauchteil. Nach dem Durchtritt durch das Zwerchfell sind es noch 0 – 3 Zentimeter bis zum Mageneingang. 12. Sie liegt an der Innenseite des Unterkiefers (ist tastbar). Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis). Er liegt hinter der Trachea. Beginn und Ende der Speiseröhre werden durch einen Ringmuskel verschlossen. U. Er verläuft vor der Brustwirbelsäule neben der Brustaorta zwischen den beiden Lungen. Sie ist beim Erwachsenen ca. Verlauf und Lagebeziehungen Nach ihrem Verlauf vom Hals über die Brust. Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis). dient der Erhaltung des Zahnschmelzes und wehrt mithilfe Immunglobulin A und Lysozym Krankheitserreger ab. dahinter die Halswirbelsäule. Sie liegt im Mundhöhlenboden. • Brustteil. die zu Sodbrennen führt. P Die ❑ Speiseröhre ist relativ locker in das Zwerchfell eingebaut. 24 Zentimeter lang und verbindet den Rachenraum mit dem Magen.6 • Halsteil.

und Längsmuskulatur entsteht die Peristaltik (wellenförmig fortschreitende Kontraktionsvorgänge). An der kleinen Magenkrümmung bleibt die Magenstraße für den Durchlauf von Flüssigkeiten frei. Im Übrigen ist die Form des Magens abhängig von – der Füllung: Der im leeren Zustand darmförmige Magen weitet sich mit zunehmender Füllung nach links zur großen Magenkrümmung hin aus. oesophageae) Durchtrittsöffnung für die Speiseröhre Durch das Zusammenwirken von Ring. • Schleimhaut – als glatte Gleitfläche. Wandschichten (✑ Abb. 12. 12. Nach der Nahrungsaufnahme speichert der Magen die Nahrung vorübergehend.7 Verlauf der Speiseröhre. die zu massiven Blutungen führen können.9) schließt sich der Speiseröhre an.8 Schichtaufbau der Speiseröhre. – der Körperhaltung: Im Stehen „hängt“ der Magen weiter nach unten. bei Leberzirrhose) wird ein Teil des Blutes über Venen des Ösophagus zur V. P Bei Blutstauung im Pfortader❑ kreislauf (z. .12 240 Verdauungssystem Speiseröhre – Brustabschnitt (Ösophagus – Pars thoracica) Luftröhre (Trachea) Aortenbogen (Arcus aortae) Aortenenge Luftröhrengabel (Bifurcatio tracheae) Brustaorta (Pars thoracica aortae) Speiseröhrenarterien (Aa. 12. Form Der gebogenen Form entsprechend liegt rechts die kleine Magenkrümmung (Curvatura gastrica minor) und links die große Magenkrümmung (Curvatura gastrica major). B. Er ist ein großer Speicher am Anfang des Darmkanals. durch die die Speise in den Magen befördert wird. Schleimhaut (Tunica mucosa) 12. • Muskelwand – zum Transport. um sie später in kleinen Mengen an den Zwölffingerdarm abzugeben. 12. (Hiatus oesophageus) Zwerchfellenge Zwerchfell (Diaphragma) Speiseröhre – Bauchabschnitt (Ösophagus – Pars abdominalis) Aortenschlitz (Hiatus aorticus) Magen (Gaster/Ventriculus) Abb.3 Magen (Gaster. Es entstehen Ösophagusvarizen. cava superior geleitet.8) Die Wand der Speiseröhre ist wie die meisten Hohlorgane aus drei Hauptschichten aufgebaut: • Bindegewebige Hülle – zum Einbau und zur Verschiebung in der Umgebung. Ventriculus) Der Magen (✑ Abb. Außenschicht (Tunica adventitia) Längsmuskelschicht Ringmuskelschicht Unterschleimhaut Muskelschicht (Tunica muscularis) (Tela submucosa) Lumen Schleimhautepithel (mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel) Muskelschicht der Schleimhaut Abb.

242). IntrinsicFactor. Die Magendrüsen bestehen aus Hauptzellen (bilden das Pepsinogen). Diese Sekrete gehören zu den hauptsächlichen Bestandteilen des Magensaftes. Antrum) Magenpförtner (Pylorus/Ostium pyloricum) Magen. In jedem Feld befinden sich zahlreiche kleine Magengrübchen. Die Schleimhautoberfläche ist durch Magenfelder mit einem Durchmesser von 1 bis 6 Millimeter gekennzeichnet. Unter die linke Zwerchfellkuppel wölbt sich der Magengrund (Fundus gastricus). ✑ S.12. in denen die Mündungen der Magendrüsen liegen.3 Magen Außenschicht (Peritoneum) 241 Magenschleimhaut Muskelschicht (Tunica muscularis) Magengrübchen (Voveolae gastricae) Schleimhaut (Mucosa) Magengrund Speiseröhre (Fundus gastricus) (Ösophagus) Mageneingang (Kardia/Ostium cardiacum) Magenkörper (Corpus gastricum) Magenstraße kleine Magenkrümmung (Curvatura gastrica minor) große Magenkrümmung Zwölffingerdarm (Curvatura gastrica major) (Duodenum) Pförtnerabschnitt Belegzelle Nebenzelle Hauptzelle (Pars pylorica.10. Gliederung Der Mageneingang (Kardia) liegt auf der rechten Seite. S. . der Ausgang – Pförtner (Pylorus) – befindet sich von der Leber bedeckt ebenfalls rechts. 12. 12. mittlerer Ringmuskelschicht und innerer schräger Muskelschicht sowie der – Magenschleimhaut (Tunica mucosa).9 – Muskelschicht (Tunica muscularis) mit äußerer Längsmuskelschicht. Lage Der Magen liegt intraperitoneal zu 3/4 im linken Oberbauch (unter linker Zwerchfellkuppel und linkem Rippenbogen) und 1/4 im rechten Oberbauch (✑ Abb. Belegzellen (bilden Salzsäure) und Nebenzellen (bilden Schleim. 255). Wandschichten Die Magenwand besteht aus den 3 Hauptschichten: – Bauchfell (Peritoneum). Abb. Die Magenschleimhaut zeigt ein ausgeprägtes Längsfaltenrelief (besonders im Bereich der Magenstraße). Auf den Magengrund folgt der Magenkörper (Corpus gastricum) und diesem schließt sich der Pförtnervorraum (Pars pylorica oder Antrum) an. Sie besitzt einschichtiges Zylinderepithel.

12. Abb. S. Zwerchfell (Diaphragma) Leber (Hepar) Magen (Gaster) Gallenblase Nervenversorgung Die Innervation der Magentätigkeit erfolgt über den N. • Zwölffingerdarm (Duodenum): Der ca. Gliederung Der Dünndarm wird in 3 unterschiedlich lange Abschnitte gegliedert. Das Blut des Magens fließt über 4 große Magenvenen zur V.35. Das sind kleine Fortsätze der Ringfalten. Bakterien) kann es zu Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis) bis zum Magengeschwür (Ulcus ventriculi) kommen. (Vesica biliaris) Dickdarm (Intestinum crassum) Dünndarm (Intestinum tenue) Harnblase (Vesica urinaria) Lage der Verdauungsorgane im Bauch. Stress.10 • Leerdarm (Jejunum) und • Krummdarm (Ileum) liegen intraperitoneal im Unterbauch. wodurch Blut und Lymphflüssigkeit mit den resorbierten Nahrungsstoffen ausgepresst werden. 12.29 und 9. 183) sind an der Versorgung des Magens beteiligt. Schleimhaut (✑ Abb. . Im letzten Teil des Ileums fehlen sie völlig. Über 80 Prozent der Zellen unseres Immunsystems sind in und um den Verdauungstrakt konzentriert.30. Venen. Alle 3 Äste des Truncus coeliacus (✑ Abb. 17.4 Dünndarm (Intestinum tenue) Der Dünndarm schließt an den Magen an und mündet in den Blinddarm. 12. Innerhalb dieser Zotten befinden sich Blutkapillaren und ein zentral gelegenes Lymphgefäß.5 – 3.5 Metern. 7.11) Die Dünndarmschleimhaut ist gekennzeichnet durch – feststehende Ringfalten (Kerckring-Falten. portae ab (✑ Abb. – Zotten (Villi intestinales). Gallenreflux. 356). 147). Im Dünndarm erfolgt der wesentliche Teil der Verdauung. vagus. S. Er liegt im Oberbauch retroperitoneal (✑ Abb. S. Die Grenzen zwischen diesen beiden Dünndarmabschnitten sind fließend. 187). gute Durchblutung) und schädigenden Faktoren (Säure. Er hat eine Länge von 2. P Bei ❑ Störungen des Gleichgewichtes zwischen schützenden Faktoren (Schleim. Die Anzahl der Kerckring’schen Falten und der Zotten nimmt im Verlauf des Dünndarms ab. 355 und S. S. der auch die Säureproduktion stimuliert (✑ Abb. eingegrenzt vom Dickdarm. 9. 9.6.12 242 Verdauungssystem Blutversorgung Arterien. Längs angeordnete glatte Muskelzellen verkürzen die Zotte. dass der Darm auch das größte Abwehrorgan des Organismus darstellt. Bemerkenswert ist. Stase. Plicae circulares). 30 Zentimeter lange c-förmige Zwölffingerdarm beginnt am Magenpförtner und endet an der Zwölffingerdarm-Leerdarm-Krümmung (Flexura duodenojejunalis).20.

4 Dünndarm 243 Kerckring’sche Falte (Plica circularis) Lieberkühn’sche Krypten Zottenmuskel zentrales Lymphgefäß Dünndarmzotten (Villi intestinales) Zylinderepithel Blutgefäße Becherzelle Ringmuskulatur Längsmuskulatur Blutgefäße Bauchfell Mikroskopischer Bau des Dünndarms. Nervenversorgung Die Funktionen des Dünndarms werden hauptsächlich von 2 Geflechten des Parasympathicus (= Teil des vegetativen Nervensystems).und innerer Ringmuskulatur. mesenterica superior. – große Zwölffingerdarmpapille (Papilla duodeni major. in denen sich die Ausführungsgänge der Drüsen der Dünndarmschleimhaut befinden. – Lymphknötchen. 183). S. Mesenterialvenen leiten das Blut in die Pfortader (✑ Abb. 7. Hier befinden sich die Mündungen des Hauptgallenganges (Ductus choledochus) und des Bauchspeicheldrüsenganges (Ductus pancreaticus) (✑ Abb. die in der Darmwand liegen. Das sind Vertiefungen zwischen den Zotten. S. 9. Vater-Papille). ✑ Abb. S. 12. Obere Gekrösearterie (A.3.11 Gefäßversorgung Sie erfolgt durch – Arterien. 9. – Lieberkühn’sche Krypten. über dessen Wurzel sämtliche Versorgungsbahnen laufen (✑ Abb. .29. – durch die Mikrovilli (= Bürstensaum) der einschichtig angeordneten Zylinderepithelzellen. 251).12. Der Dünndarm ist mittels Mesenterium an der hinteren Bauchwand befestigt. dem Plexus submucosus (Meissner’scher Plexus) in der Submucosa und dem Plexus myentericus (Auerbach’scher Plexus) zwischen äußerer Längs. 12. 100 m2) wird 3fach vergrößert: – durch die Ringfalten. Sie liegen in den tieferen Bereichen der Schleimhaut und erfüllen Abwehraufgaben.35. 145). Merke Die sezernierende und resorbierende Oberfläche des Dünndarmes (ca. Abb. S. – durch die Zotten an den Ringfalten. reguliert. – Venen.21. 187). Sie liegt im absteigenden Teil des Duodenums.2 und 7.

den Grimmdarm und aufsteigender den End. Nabel (Umbilicus) Krummdarm (Ileum) Blinddarm (Caecum) X vorderer oberer Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior) McBurney-Punkt Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) Lage des Blinddarms mit Wurmfortsatz. – quer verlaufender Grimmdarm (Colon transversum). 12. (Ileum) Bauhin’sche Klappe (Valva ileocaecalis) Blinddarm (Caecum) Abgangsstelle des Wurmfortsatzes Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) Abb.oder Mastdarm.14): – aufsteigender Grimmdarm (Colon ascendens). Es liegt im rechten Unterbauch unterhalb der Einmündung des Ileums. .20 bis 1. Abb. Seine Gesamtlänge beträgt 1. 12.12 244 Verdauungssystem 12. 2. Einen typischen Druckschmerzpunkt (= McBurney-Punkt) finden Sie in der Abb. Wie den Dünndarm gliedert man auch den Dickdarm in 3 Abschnitte. Es umgibt den intraperitonealen Teil des Dünndarms rahmenförmig. Grimmdarm (Colon) Das Colon ist mit ca.12 P Bei Entzündung des Wurmfortsatzes (Appen❑ aufsteigender Grimmdarm (Colon ascendens) Krummdarm dicitis) entstehen starke Druckschmerzen.12 oben.5 Dickdarm (Intestinum crassum) Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) Er ist ein Anhang des Blinddarms. sondern gehört zu den lymphatischen Organen. Der Dickdarm umgibt wie ein Rahmen die zentral gelegenen Dünndarmschlingen des Unterbauches. 1 m der längste Abschnitt des Dickdarms und liegt zwischen Blinddarm und Mastdarm. Das Colon wird in 4 Abschnitte gegliedert (✑ Abb. An der Einmündungsstelle des Ileums in den Dickdarm liegt ein „Ventil“. Sie verhindert den Rückfluss des Nahrungsbreis und damit auch den Übertritt von Bakterien in den Dünndarm. 7 cm lange erste Hauptabschnitt des Dickdarms. Grimmdarm (Colon ascendens) 1. den Blinddarm mit Wurmfortsatz. 12. – s-förmiger Grimmdarm (Colon sigmoideum). – absteigender Grimmdarm (Colon descendens). ca. 8 cm lang und hat keinerlei Verdauungsfunktion. Krummdarm-Blinddarm-Klappe (Valva ileocaecalis) oder Bauhin’sche Klappe.13 Blinddarm mit Bauhin’scher Klappe und Wurmfortsatz. 12. Er schließt an den DünnZwerchfell (Diaphragma) darm an.50 Meter. Blinddarm (Caecum) Das blind beginnende Caecum ist der ca.

1 cm breite deutlich sichtbare Längsmuskelbündel. – den Haustra: Das sind die zwischen den Taenien liegenden Aussackungen („Schöpfeimer“). Das Colon erkennt man äußerlich an – den Taenien (Taeniae coli): Das sind 3 ca.5 Dickdarm 245 quer verlaufender Grimmdarm (Colon transversum) linke Grimmdarmkrümmung rechte Grimmdarmkrümmung (Flexura coli sinistra) (Flexura coli dextra) „Aussackungen“ (Haustra) Längsmuskelbündel aufsteigender Grimmdarm (Colon ascendens) (Taenien) absteigender Grimmdarm (Colon descendens) Krummdarm (Ileum) Blinddarm s-förmiger Grimmdarm (Caecum) Aufhängeband des Wurmfortsatzes (Colon sigmoideum) Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) Mastdarm (Rektum) Dickdarmabschnitte. Dieser Abschnitt ist stark erweiterungsfähig Längsfalten innerer Afterschließmuskel (M. sphincter ani externus) Schwellkörper After (Anus) Mastdarm und After.12. Er liegt als einziges Verdauungsorgan im dorsalen Beckenbereich und besteht aus 2 Abschnitten: – Mastdarmampulle (Ampulla recti). 12.14 s-förmiger Grimmdarm (Colon sigmoideum) Querfalten Mastdarmampulle (Ampulla recti) 3. Abb. 12. Abb. Er enthält 3 quere feststehende Schleimhautfalten . sphincter ani internus) äußerer Afterschließmuskel (M.15 und dient als Speicherorgan der Facies. – den Fettanhängseln: Hier handelt es sich um unterschiedlich große mit Fett gefüllte Ausstülpungen an der Darmaußenwand. Mastdarm (Rektum) Analkanal (Canalis analis) Der 10 bis 15 cm lange Mastdarm folgt in seinem Verlauf der Kreuzbein-Steißbein-Krümmung.

. Leitsymptom sind hellrote Sickerblutungen aus dem After. B. sphincter ani externus) aus quer gestreiftem Muskelgewebe. P Über die Mastdarmschleimhaut können Wirk❑ stoffe resorbiert werden. Im Bereich des Colons sind die Längsmuskeln gerafft und heißen Taenien. Die Zwerchfellfläche liegt in der Rundung der rechten Zwerchfellkuppel. Bei Kontraktion der Schließmuskeln wird der Blutabfluss über die Venen behindert. 12. S. dafür aber reichlich schleimproduzierende Becherzellen. Im vorderen Bereich sind beide Flächen durch eine spitzwinklige Kante (= Leberunterrand) getrennt. 6 cm vom Anus entfernt. Deutlich zu unterscheiden sind zwei Hauptflächen. – äußerer willkürlicher Afterschließmuskel (M. Zwischen ihnen liegen die Afterbuchten (Sinus anales). direkt zu den Wirkorten.und Entgiftungszentrale des menschlichen Körpers und bildet u. bringt sauerstoffreiches Blut = 25 %) und die Pfortader (V. a. Anus (= Öffnung an der Haut). Außerdem ist sie nahe dem Anus in der so genannten Hämorrhoidalzone mit Venengeflechten unterpolstert (Plexus venosus rectalis = Plexus haemorrhoidalis). Die Schleimhaut besitzt 8 bis 10 Längsfalten (Columnae anales). des Duodenums und des Dickdarms.4. mit Nahrungsstoffen aus dem Darm angereichertes Blut = 75 % in die Leber).6 Leber (Hepar) Die Leber ist die Stoffwechsel. Magen und Duodenum (✑ Abb. sondern überhaupt das größte innere Organ des menschlichen Körpers. 7. 12. Merke Das Rektum besitzt im Unterschied zum Colon keine Taenien. Farbe und Größe Die braunrote Leber ist mit einer Masse von ca. sphincter ani internus) aus glattem Muskelgewebe. 146). hepatica. Die Schleimhaut ist glatt und besitzt Krypten für Schleimdrüsen. Form. 1. Der Analkanal schließt sich ohne scharfe Grenze ab der Biegung des Rektums nach vorn an die Ampulla recti an und endet mit dem After. S. Nährklistiere.15. Haustren und Fettanhängsel. portae. die Zwerchfellfläche (Facies diaphragmatica) und die Eingeweidefläche (Facies visceralis). – Analkanal (Canalis analis). Diese gelangen über das Blut. Für ihre umfangreiche Tätigkeit verfügt sie über eine außergewöhnliche Regenerationsfähigkeit. Wichtige Nachbarorgane sind rechte Niere. An der Eingeweidefläche liegen – die Leberpforte (Porta hepatis) mit Leberarterie (A. ohne Leberpassage (möglicher Abbau). die Gallenflüssigkeit. z. Ihre Form wird im Wesentlichen von den Nachbarorganen bestimmt. Narkotika. Afterverschluss (✑ Abb. Analgetika. führt sauerstoffarmes.246 12 Verdauungssystem (zwei rechts und eine links). P Hämorrhoiden sind knotigenartige Vergrö❑ ßerungen bestimmter Schwellkörperabschnitte. • Muskeln – Innerer unwillkürlicher Afterschließmuskel (M. • Schwellkörper Der wie ein Ring unmittelbar vor dem After liegende Schwellkörper wird von dem zuvor beschriebenen Venenplexus gebildet. Colon transversum. Die Längsfalten legen sich aneinander und verschließen den Analkanal. 245) Der Verschluss des Afters geschieht durch 2 ringförmige Schließmuskeln und einen Schwellkörper. Lage und Nachbarorgane Die Leber liegt im rechten Oberbauch unter dem rechten Rippenbogen (im rechten Hypochondrium) und reicht nach links bis in die Magengrube (Epigastrium). die Eingeweidefläche liegt auf Teilen des Magens. Die linke heißt Kohlrausch-Falte und liegt ca. Wandschichten Der Wandaufbau entspricht grundsätzlich dem des Dünndarms.5 kg nicht nur die größte Drüse. Oberflächliche Gliederung Der rechte Leberlappen (Lobus dexter) wird durch ein Band vom linken (Lobus sinister) getrennt.

-platten befinden sich die Gallenkapillaren. cava inferior ist hier mit der Leber verwachsen. Im Zentrum jedes Läppchens befindet sich die Zentralvene. Auf diese Weise entsteht ein dreidimensionales labyrinthartiges System aus 1 bis 2 Zellschichten dicken Zellplatten. Blutabfluss Im oberen hinteren Bereich der Leber. cava inferior (die V. – die Gallenblase (Vesica biliaris): Sie speichert die Gallenflüssigkeit.6 Leber Merke Die Leber erhält Blut aus der Leberarterie und der Pfortader.16 zellen. Durch Merke diesen Raum wird eine größere und damit leiLeberkreislauf stungsfähigere Austauschfläche zwischen dem Pfortader Leberarterie Blut in den Lebersinusoiden und den LeberzelZwischenZwischenlen geschaffen. – der gemeinsame Lebergallengang (Ductus hepaticus communis): Er transportiert die Gallenflüssigkeit aus der Leber heraus. 12. In den Sinusoiden mischt sich das Blut von Blut.und Gallenkapillarsystem sind voneinander Leberarterie und Pfortader (✑ Abb. unmittelbar unter dem Zwerchfell. -platten liegen die Leberkapillaren.Text-Verdauung 22. Zwischen den Leberzellbalken Gallenkapillare bzw. münden 3 Lebervenen in die V. Zwischenläppchenvene Zentralvene Zwischenläppchenarterie Zwischenläppchengallengang Lebersinus Leberzellen Glisson’sche Trias Gallenkapillaren Sammelvene ▼ 1) vieleckig ▼ Mikroskopische Struktur der Leber Leberzellbalken Zentralvene Lebersinus Das Lebergewebe gliedert sich in viele Leberläppchen (d = 1 – 2 mm). läppchenvene läppchenarterie Lebersinus Leberkreislauf ▼ Zentralvene Die Speisung der Lebersinusoide mit Blut erfolgt ▼ von der Peripherie des Leberläppchens durch jeLebervenen ▼ weils ein Ästchen der Leberarterie und der Pfortuntere Hohlvene 247 . Zwischen Kapillarendothel und Leberzellen Im folgenden Schema ist der gesamte Blutfluss liegt anstelle der Basalmembran ein besonderer durch die Leber zusammengefasst.16). In den Leberzellbalken bzw.08. völlig getrennt. von der strahlenförmig die polygonalen1) Leberzellen (Hepatozyten) als Leberzellbalken zur Peripherie verlaufen. 12. Verteiler-Raum. Disse-Raum.2002 10:13 Uhr Seite 247 12. Ihre Wand besteht aus Endothelzellen und Kupffer-SternMikroskopische Struktur der Leber. sodass die Lebervenen äußerlich nicht sichtbar sind). ader. Abb. in den die Mikrovilli der Hepatozyten hineinragen. die besonders weit sind und deshalb als LeberGlisson’sche Trias sinusoide bezeichnet werden. der sog. die zur Phagozytose befähigt sind.

4 – 8.5 und ist dem Blut isoton. • evtl. Insulin). der über das Gallengangsystem in das Duodenum geleitet wird. Der Gallensaft besitzt einen pH-Wert von 7. • Cholesterol. coronarium sinistrum1) rechtes Kronenband (Lig. 1 Liter Gallensaft gebildet. . Merke Die Fließrichtung des Blutes und die der Gallenflüssigkeit im und zwischen den Leberläppchen ist entgegengesetzt. hepatica) Hauptgallengang (Ductus choledochus) untere Hohlvene (V.12 248 Verdauungssystem Vordere obere Leberfläche (Fascies diaphramatica) Schweiflappen (Lobus caudatus) linkes Kronenband rechter Leberlappen (Lobus dexter) (Lig. • Gallenfarbstoffe (Bilirubin). Galle und Gallengänge Von den Leberzellen wird pro Tag ca. Medikamente. Wichtigste Bestandteile des Gallensaftes sind: • Wasser (95 %). • Hormone (Steroidhormone. portae) Leberpforte (Porta hepatis) Leberarterie (A. 12. • Gallensäuren. coronarium dextrum1) linker Leberlappen (Lobus sinister) Gallenblase (Vesica biliaris) sichelförmiges Band1) (Ligamentum falciforme) Eingeweidefläche (Fascies visceralis) linker Leberlappen (Lobus sinister) Pfortader (V. cava inferior) Schweiflappen (Lobus caudatus) rechter Leberlappen (Lobus dexter) Gallenblase (Vesica biliaris) quadratischer Lappen 1) Bildung des Peritoneums Abb. Die beiden zuführenden Blutgefäße – Zwischenläppchenarterie und Zwischenläppchenvene – verlaufen immer gemeinsam mit dem Zwischenläppchengallengang (= Trias heaptica oder Glisson’ sche Trias) und etwas lockerem Bindegewebe im Portalkanal (Canalis portalis).17 (Lobus quadratus) Leber.

Sie nehmen die Gallenflüssigkeit auf. Ab dem Abzweig des Gallenblasenganges setzt sich der gemeinsame Lebergallengang als Hauptgallengang (Ductus choledochus) zum Duodenum fort. eine bestimmte Menge an Gallensaft zu speichern (40 – 100 ml) und bei Bedarf abzugeben. Von dort verläuft der Gallenblasengang (Ductus cysticus) zur Gallenblase. Bei 1/3 münden beide Gänge getrennt. Beide vereinigen sich zum gemeinsamen Lebergallengang Die extrahepatischen Gallengänge sind mit Ausnahme des Ductus cysticus „Einbahnstraßen“.18 ist der Weg der Gallenflüssigkeit über die extrahepatischen Gallenwege gut zu verfolgen. die dann schließlich an der Leberpforte in die extrahepatischen übergehen.18 (Ductus hepaticus communis). Das extrahepatische Gallengangsystem beginnt mit dem linken und rechten Lebergallengang (Ductus hepaticus sinister et dexter). . die in der Hinterwand des absteigenden Teils des Duodenums liegt. Die besondere Funktion der Gallenblase besteht darin. Dieses Gallengangsystem gliedert sich in – Gallenwege innerhalb der Leber (intrahepatische Gallengänge) und – Gallenwege außerhalb der Leber (extrahepatische Gallengänge). Diese vereinigen sich zu immer größer werdenden intrahepatischen Gallengängen. 12. Merke In Abbildung 12. Bei 2/3 der Menschen vereinigen sich Ductus choledochus und Ductus pancreaticus innerhalb des Pankreaskopfes und münden über ein gemeinsames Endstück in die große Zwölffingerdarmpapille (= Papilla duodeni major = Vater-Papille).12.6 Leber linker Lebergallengang (Ductus hepaticus sinister) rechter Lebergallengang (Ductus hepaticus dexter) gemeinsamer Lebergang Gallenblasengang (Ductus hepaticus communis) (Ductus cysticus) gemeinsamer Lebergallengang Gallenblasengang (Ductus hepaticus communis) Hauptgallengang Hauptgallengang (Ductus choledochus) (Ductus choledochus) Bauchspeicheldrüsengang Gallenblase (Ductus pancreaticus) Zwölffingerdarmpapille (Papilla duodeni major) Zwölffingerdarm 249 Weg der Gallenflüssigkeit (Duodenum) Extrahepatische Gallengänge. Von den Gallenkapillaren wird die Gallenflüssigkeit innerhalb der Leberlappen von winzig kleinen Gallengängen in die Zwischenläppchengallengänge geleitet. haben also keine eigene Wand. Während des Speichervorganges wird die hellgelbe Lebergalle durch Wasserentzug zur grünlichen Blasengalle eingedickt. Intrahepatische und extrahepatische Gallengänge Der Gallensaft wird von Gallenkapillaren aufgenommen und über die Gallengänge in das Duodenum geleitet. Die Gallenkapillaren liegen zwischen 2 Leberzellen. Abb.

12. andererseits produziert sie Hormone zur Blutzuckerregulation. Hier werden pro Tag ca. Mikroskopische Struktur Die Bauchspeicheldrüse besteht aus 2 unterschiedlichen Anteilen. Der Schwanz endet am Milzexokriner Teil mit Drüsenendstück hilus. Die Läppchenstruktur ist deutlich an der Oberfläche zu erkennen. können bei Perforation Steine in den Darm gelangen und zum Darmverschluss (Ileus) führen. Lage – Kopf (Caput pancreatis). Form.19 Gallenblase (Gliederung).12 250 Verdauungssystem gemeinsamer Lebergallengang (Ductus hepaticus communis) Mikrovilli einschichtiges Zylinderepithel der Schleimhaut (Tunica mucosa) P Häufige Erkrankungen der Gallenblase sind ❑ Entzündungen und Steinleiden. Sind die Nachbarorgane mit der Gallenblase verwachsen. 12. 3 – 4 cm breite und 1 – 2 cm dicke Drüse mit einer Masse von ca. 15 cm lange. wenn ein Stein im Ductus cysticus oder choledochus eingeklemmt wird. Liegt in der inneren Krümmung des Duodenums. – Exokriner Anteil: Er ist der größte Lieferant von Verdauungsenzymen.20 Mikroskopische Struktur der Bauchspeicheldrüse. Körper und Schwanz liegen dorsal des Magens. – Schwanz (Cauda pancreatis). (Acini) und Ausführungsgang Blutkapillare A-Zellen B-Zellen endokriner Teil (Langerhans'sche Inseln) Abb. Merke Das Pankreas liegt retroperitoneal auf der linken Seite der hinteren Bauchwand. – Körper (Corpus pancreatis). 1 – 2 Liter Bauchspeichel (= Verdauungssekret) . Gallenkoliken entstehen. Gliederung.7 Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Die Bauchspeicheldrüse hat eine Doppelfunktion: Einerseits bildet sie den Bauchspeichel. Gallenblasengang (Ductus cysticus) Hals der Gallenblase (Collum vesicae biliaris) Hauptgallengang (Ductus choledochus) Körper der Gallenblase (Corpus vesicae biliaris) Grund der Gallenblase (Fundus vesicae biliaris) Abb. Größe Das Pankreas ist eine ca. 85 Gramm. 12. der wichtige Verdauungsenzyme und Elektrolyte enthält.

307).1.7 Bauchspeicheldrüse 251 Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Anfangsteil des Zwölffingerdarms (Bulbus duodeni) Kopf Körper Schwanz (Caput) (Corpus) (Cauda) oberer Abschnitt (Pars superior) Hauptgallengang (Ductus choledochus) absteigender Abschnitt (Pars descendens) kleine Zwölffingerdarmpapille Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse (Papilla duodeni minor) (Ductus pancreaticus) große Zwölffingerdarmpapille aufsteigender Abschnitt (Pars ascendens) (Papilla duodeni major – Papilla Vateri) Übergang des Zwölffingerdarms in den Leerdarm horizontaler Abschnitt (Pars horizontalis) (Flexura duodenojejunalis) Leerdarm (Jejunum) Zwölffingerdarm (Duodenum) Makroskopischer Bau von Zwölffingerdarm und Bauchspeicheldrüse. 12. Abb.4. untere Hohlvene (V. P Die Verdauungsenzy❑ me des Bauchspeichels können bei akuter Pankreatitis wegen fehlender Selbstschutzmechanismen die Drüse zerstören. Die Langerhans’schen Inseln bestehen hauptsächlich aus zwei Zellarten: kleines Netz (Omentum minus) Leber (Hepar) Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Zwölffingerdarm (Duodenum) Lage der oberen Bauchorgane von dorsal. cava inferior) Magen (Gaster) – Endokriner Teil (= Langerhans’sche Inseln): Das sind Zellanhäufungen. 15.21 • A-Zellen. der über den Bauchspeicheldrüsengang (Ductus pancreaticus) durch die Papilla duodeni major (Papilla Vateri) in das Duodenum gelangt.22 . gebildet.12. 12. sie produzieren das blutzuckerspiegelhebende Glukagon und • B-Zellen. S. sie bilden die Hauptmasse und produzieren das blutzuckerspiegelsenkende Insulin (✑ auch Kap. Abb. die besonders zahlreich in der Schwanzund Körperregion vorkommen und Hormone produzieren.

Zusammensetzung und Aufgaben des Mundspeichels Verdauungssekrete Verdauungssekrete setzen sich zusammen aus: – Wasser als Lösungsmittel. Motorik Durch Schneid.und Sprechbewegungen -Amylase Einleitung der Kohlen(= Ptyalin) hydrat-(Stärke-)verdauung beim Kauen Immunglobulin A. In ihnen entsteht der sog.4 Ptyalin Stärke Maltose H2 O . – Säuren als Aufschlussmittel. durch ein schadhaftes Gebiss. Transportieren. Primärspeichel. mit Mundspeichel vermischt und damit gleitfähig. und der Schluckreflex wird ausgelöst.3 Kauen. erleichtern Kau.und Mahlbewegungen der Zähne und mithilfe der Zunge wird die feste Nahrung zerkleinert. bei denen große Teilchen durch Verdauungsenzyme und z. Aufschlussmittel (Salzsäure. B. – Verdauungsenzyme als Spaltmittel. Tab. Bildungsort: Der eigentliche Bildungsort des Mundspeichels sind die Drüsenendstücke (Azini) der Mundspeicheldrüsen. Mischen.und Schutzmittel. z. Mechanische Verdauungsvorgänge (Motorik) sind Zerkleinern. sodass die lebensnotwendigen Stoffe in Blut und Lymphe aufgenommen (resorbiert) werden können. – Schleim als Gleit. P Ungenügendes ❑ Chemische Verdauungsvorgänge (Sekretorik) sind Vorgänge. ist nicht selten Ursache für Verdauungsstörungen. Merke Alle Verdauungsenzyme gehören zu den Hydrolasen. der dann in den Ausführungsgängen durch Resorptions. Abwehr von KrankheitserLysozym und regern Rhodanid-Ionen Alkalisierung und Pufferung HCO3auf pH 7 – 8 Fluoridionen Schutz des Zahnschmelzes Nahrungsstoffe. 12. T. Danach schiebt die Zunge den Bissen (Bolus) vom Gaumen zur Rachenenge. Die Verdauungsvorgänge werden durch das vegetative Nervensystem und durch Gewebshormone gesteuert. 12. resorbierbar ➝ ➝ ➝ Monosaccharide Aminosäuren Glycerol und Fettsäuren Vitamine anorganische Ionen (Mineralien) Wasser Tab.1 Verdauungsvorgänge in der Mundhöhle Die Funktion der Mundhöhle wird durch das Zusammenwirken ihrer Wände mit der Zunge. Bei den chemischen Reaktionen wird immer Wasser angelagert (= Hydrolyse).und Sekretionsvorgänge je nach Bedarf der Nahrung angepasst wird.8.8 Physiologie der Verdauung Die Verdauung ist die mechanische und chemische Aufbereitung der Nahrung.und Transportmittel Muzine machen den Bissen gleit(Schleimstoffe) und schluckfähig. Füllen. Zusammensetzung Aufgaben Wasser Lösungs. Speichern und Entleeren der Nahrung. Gallensäuren) in resorbierbare kleinere Teilchen zerlegt werden. Polysaccharide) Eiweiße Fette Stärkeverdauung in der Mundhöhle. Nicht resorbierbar Kohlenhydrate (Di-.12 252 Verdauungssystem 12. 12. Bildungsort. den Speicheldrüsen und den Zähnen ermöglicht. mithilfe sog.

+ Bauchspeichel 1. 12. Angst.5 Liter/Tag Gallensäure emulgiert Fette. entleeren  Dünndarm mischen.5 Liter/Tag Enzyme: Maltase  Maltosespaltung. P Trockene Speisen und Mundatmung erfor❑ dern größere Speichelmengen. mischen. Er kann willkürlich eingeleitet werden.5 Liter/Tag Enzym: Amylase spaltet Stärke. 7 Liter Verdauungssaft täglich Verdauung. schlucken  Speiseröhre Transport (Peristaltik)  Magen füllen. Werden diese durch Speisen. – Die Zungenwurzel wird ruckartig nach hinten . resorbieren. Peptidasen  Eiweißspaltung.12. + Darmsaft 1. Ärger) kann die Speichelsekretion herabgesetzt werden. Transport  Dickdarm mischen. Schleim: Schutz vor Selbstverdauung.  Magensaft 2 Liter/Tag HCL denaturiert Eiweiße und aktiviert Pepsinogen  Pepsin spaltet Eiweiß. Bei psychischer Erregung (z. Im Bereich des weichen Gaumens und an der Zungenwurzel befinden sich Druckrezeptoren. – Gleichzeitig kontrahiert die Mundbodenmuskulatur und zieht das Zungenbein mit Kehlkopf und Trachea nach vorn und oben. Schluckvorgang Der Schluckvorgang ist ein angeborener Reflex. entleeren 253 Chemische Verdauung  Mundspeichel 1. Abb.8 Physiologie der Verdauung Mechanische Verdauung  Mund zerkleinern.23 – Durch Muskelzug wird das Gaumensegel angehoben und so die Mundhöhle gegen den Nasenrachenraum abgeschlossen.5 Liter/Tag Enzyme: Lipase  Fettspaltung. mischen. Peptidasen  Eiweißspaltung ca. wird der Schluckreflex ausgelöst. Proteinasen. erfolgen die weiteren Vorgänge reflektorisch. B. Amylase  Kohlenhydratspaltung. Speichel oder durch einen Spatel berührt. Transport  Mastdarm schließen. – Wird der schluckfähige Bissen (Bolus) bei geschlossenem Mund mit der Zunge gegen das Gaumensegel und/oder die hintere Rachenwand gedrückt.  Gallensaft 0. Transport. resorbieren.

Im Zustand der Bewusstlosigkeit erlischt der Schluckreflex. HCl 1) Denaturierung: Meist irreversible Strukturveränderung der Proteine mit Verlust ihrer biologischen Eigenschaften (z. X) gesteuert. Dadurch stößt sie den Bolus in den Mundrachen und drückt den Kehldeckel nach unten. damit der Kehldeckel (Epiglottis) schützend über den Kehlkopfeingang zu liegen kommt.8. dass Erbrochenes in die Atemwege gelangt (Aspiration).5 Proteinase des Magensaftes (Pepsin) Peptidbruchstücke H2O . thyrohyoideus) den Kehlkopf näher an das Zungenbein (Os hyoideum). Sekretorik Im Magen beginnt die Eiweißverdauung. P Die ❑ Verweildauer der Speisen im Magen hängt von deren Zusammensetzung ab. Gerinnung) Eiweiße Tab. Enzymwirkung) und Veränderung ihrer physikalischen Eigenschaften (z. Eiweiße 2 und Fette 4 – 5 Stunden im Magen. Beginn der Eiweißverdauung im Magen. Gleichzeitig zieht der SchildknorpelZungenbein-Muskel (M. VII.2 Verdauungsvorgänge im Magen Motorik Der Magen nimmt die geschluckte Speise auf (Füllung). – Zungenbewegung und Kontraktion der Rachenmuskulatur transportieren schließlich den Bissen in den Ösophagus. 12. 12. Durch die Salzsäure werden die Eiweiße denaturiert1) und das inaktive Pepsinogen zu Pepsin aktiviert. Letzteres spaltet ca.und Nahrungsweg (links). Schluckvorgang (rechts). IX. durchmischt sie mit Magensaft und leitet sie portionsweise in das Duodenum. 12. Dabei findet eine weitere Zerkleinerung und damit Oberflächenvergrößerung statt. dessen Peristaltik dann den Weitertransport in den Magen übernimmt.12 254 Verdauungssystem Gaumensegel verschließt Mundhöhle gegen den Nasenrachen Luftweg Zungenwurzel Nahrungsfluss Nahrungsweg Kehlkopfdeckel wird über Kehlkopfeingang gedrückt kreuzen sich im Mundrachen Speiseröhre Luftröhre Abb. P Der ❑ Schluckakt wird durch verschiedene Hirnnerven (V. bewegt. B.24 Luft. Deshalb müssen Bewusstlose in die stabile Seitenlage gebracht werden. 10 % der Eiweiße in kleinere Polypeptidketten (✑ S. Störungen des Schluckvorganges weisen deshalb häufig auf eine Läsion einer dieser Hirnnerven hin. Kohlenhydrate bleiben 1 – 2. Getränke gelangen nach wenigen Minuten entlang der Magenstraße in das Duodenum. 21). B. und es besteht die Gefahr.

da bei Pankreasentzündungen ihre Konzentration im Blut ansteigt..und Darmsaftes sowie der Darmzellen Peptidbruchstücke H2O Aminosäuren H2O Resorption: Die Aminosäuren werden aktiv in das Blut transportiert. Der IntrinsicFaktor ist für die Resorption von Vitamin B12 (Cyanocobalamin) unbedingt erforderlich.und Darmsaftes in kleinste Peptide aufgespalten.12. • Desinfektion. • pH-Einstellung von 1 – 2. Das wichtigste 255 Nahrungskohlenhydrat „Stärke“ wird im Dünndarm zunächst durch die Amylase des Bauchspeichels in das Disaccharid Maltose zerlegt. Trypsin und Chymotrypsin) des Bauchspeichels die Peptidketten mehr oder weniger spezifisch in Peptidbruchstücke. 12. P In ❑ der Enzymdiagnostik hat die Amylase insofern Bedeutung. Letzteres gelangt in die Darmzellen und wird dort durch das Enzym Maltase in das Monosaccharid Glucose gespalten. Der Schleim schützt den Magen vor Selbstverdauung. In den Darmzellen erfolgt durch die reichlich vorhandenen Peptidasen die weitere Spaltung bis zu den Aminosäuren. P Fehlt der Intrinsic-Faktor. d.8 Physiologie der Verdauung Merke Die Salzsäure erfüllt 4 Funktionen: • Aufschlussmittel für Eiweiße. 12. Im Dünndarm spalten die Proteinasen (z. B.und Pendelbewegungen. Eiweiße und Fette in ihre Grundmoleküle und deren Resorption statt. welche von den Darmzellen resorbiert werden. .3. • Aktivierung des Pepsinogens. B. Verdauung und Resorption der Kohlenhydrate Die Kohlenhydratverdauung in der Mundhöhle hat wenig Bedeutung. Motorik Die Dünndarmmotorik bewirkt: – Mischung des Speisebreis (Chymus) durch Segmentier. Merke Proteinasen des Pankreassaftes (z. B. Carboxypeptidasen) des Pankreas. 252) Im Dünndarm findet die endgültige Zerlegung der Kohlenhydrate. Verdauung und Resorption der Eiweiße Nach der Denaturierung durch die Magensalzsäure werden die Eiweiße durch mehrere Enzyme über Peptidbruchstücke bis zu den einzelnen Aminosäuren aufgespalten. Trypsin und Chymotrypsin) Eiweiße Peptidasen des Pankreas. Intrinsic-Factor Dieses Glykoproteid wird wie die Salzsäure in den Belegzellen synthetisiert. Die Salzsäure wirkt durch den niedrigen pHWert desinfizierend. entstehen Vitamin❑ B-Mangel-Anämien (perniziöse Anämie). Sekretorik (✑ Tab. Merke Amylase des Bauchspeichels Polysaccharide (Stärke) Maltase der Darmzellen Disaccharide (Maltose) H2O Monosaccharide (Glucose) H2O Resorption: Die Glucose wird aktiv in das Blut transportiert (Blutzucker). S.3 Verdauungsvorgänge im Dünndarm Die durch Langstreckung und Faltung beträchtlich vergrößerte Oberfläche des Dünndarms erklärt seine große Bedeutung für die Verdauung.8. Der von den Nebenzellen gebildete alkalische Schleim schützt die Magenschleimhaut vor Selbstverdauung. Diese werden von Peptidasen (z. Das Pepsin leitet die Eiweißverdauung ein. weil die Amylasemenge im Mundspeichel nur gering ist. h. die meisten mit der Nahrung aufgenommenen Bakterien und Viren werden abgetötet. – „Pumpen“ der Zotten zum besseren Transport von Blut und Lymphe. – Weitertransport durch Peristaltik über die Bauhin’sche Klappe in den Dickdarm.

daß die wasserunlöslichen Triglyceride in feinste Tröpfchen zerlegt werden (= Emulgierung). So kann es durch Vitamin-K-Mangel im Blut. Darmentzündungen) wird auch die Aufnahme fettlöslicher Vitamine beeinträchtigt. Zunächst sorgen die Gallensäuren dafür. ver❑ minderte Gallenproduktion bei Lebererkrankungen. So werden die pro Tag vom Ileum in das Caecum kommenden ca.4 Verdauungsvorgänge im Dickdarm Die Hauptfunktionen des Dickdarms sind: – die Bildung der Faeces (Stuhl) und – die Stuhlentleerung (Defäkation). Zusammensetzung: • 75 – 80 % Wasser. Schleim. Kohlendioxid und Wasser. Die Resorptionsfähigkeit des Dickdarms ist im Vergleich zum Dünndarm gering (Wasserresorption im Dünndarm ca. Es entstehen wasserlösliche Komplexe. B. Merke Die Spaltprodukte gelangen in die Darmzellen. können aber – bis auf einige kurzkettige Fettsäuren – nicht vom Blut aufgenommen werden. Dadurch wird die Oberfläche größer. unlösliche Calcium. Zusammensetzung und Eigenschaften der Faeces Die ausgeschiedene Menge beträgt bei ausgewogener Ernährung ca. Ist dies gestört. Merke Fettverdauung Lipase des Bauchspeichels Glycerol + Fettsäuren Triglyceride Gallensäuren H2O Resorption: Wenige kurzkettige Fettsäuren ins Blut. P Normalerweise ❑ besteht zwischen Gärung und Fäulnis ein Gleichgewicht. In den Darmzellen erfolgt deshalb schrittweise eine Resynthese von Triglyceriden und deren Kopplung an bestimmte Proteine. Fett). Essigsäure. – Weiterer Abbau der Eiweiße durch Fäulnis. die Lipoproteine (✑ S. im Dickdarm ca. 22). Gleichzeitig werden wasserlösliche Vitamine und Elektrolyte resorbiert.256 12 Verdauungssystem Verdauung und Resorption der Fette Die hydrolytische Spaltung der Nahrungsglyceride geschieht komplett im Dünndarm durch das Enzym Lipase. Aerobacter aerogenes.500 ml. Die in den Darmzellen gebildeten resorbierbaren Lipoproteine heißen Chylomikronen und werden mit der Lymphe abtransportiert. Wichtige Verdauungsfunktionen dieser Bakterien sind: – Weiterer Abbau der Kohlenhydrate durch Gärung. . unverdauliche Bestandteile (Zellulose. so dass nun die enzymatische Spaltung der Fette erfolgen kann. – Weiterer Abbau der Gallenfarbstoffe. Bakterien. Dabei entstehen als Gärungsprodukte Milchsäure. 8. zu einer erhöhten Blutungsneigung kommen. 850 ml).8. Man bezeichnet diese als Darmflora. In den Dickdarm gelangte Fette werden unverändert ausgeschieden. 12. da sie wasserunlöslich sind. Schwefelwasserstoff und Methan. das normalerweise durch die Darmflora immer ausreichend gebildet wird.000 Milliliter Darminhalt auf ca. nichtpathogene Kokken). P Bei Störungen der Fettresorption (z. der Rest als resynthetisierte Triglyceride in Chylomikronen in die Lymphe.und Eisensalze. B. 150 Gramm pro Tag. Als Fäulnisprodukte entstehen biogene Amine (z. Alkohol. 1. 150 Milliliter reduziert. aber auch das giftige Indol). kommt es zur Ausscheidung faulender oder gärender Stühle. Wasserstoff. Die Faeces entstehen durch weiteren Wasserentzug. Histamin. Der Dickdarm ist mit Bakterien besiedelt (Escherichia coli. • 20 – 25 % feste. Menge. abgeschilferte Epithelien. Außerdem aktivieren sie die Pankreaslipase und hemmen die Magensaftsekretion. Die Triglyceride werden durch Lipase in Glycerol und Fettsäuren zerlegt.

So besteht auch die Möglichkeit der künstlichen Ernährung durch Nährklistier über die Dickdarmschleimhaut. 12. S. Daraufhin kommt es zur Kontraktion der Ring. der Geruch durch den Schwefelwasserstoff. Eisen wird ebenfalls aktiv im oberen Dünndarm aufgenommen. Merke Die Resorption der Verdauungsprodukte erfolgt passiv durch Diffusion oder aktiv mithilfe von Trägersubstanzen bzw. Lebensjahr von der Großhirnrinde kontrolliert werden kann. Bei der Darmentleerung wird der äußere Schließmuskel willkürlich entspannt und die Bauchpresse erzeugt. gewöhnlich nach der Nahrungsaufnahme. P Die Calciumresorption setzt die Anwesenheit ❑ von Vitamin D voraus. Die Aktionspotentiale gelangen in das zuständige Reflexzentrum im Sakralmark. bestimmte Stoffe (Coffein. 15.bis 3-mal am Tag. Hier werden nur einige grundsätzliche Möglichkeiten dargestellt. dessen aktive Form unter Mitwirkung von Niere und Haut bei Lichteinwirkung entsteht (bei Mangel: Rachitis). Wasser und Natrium werden vorwiegend im Duodenum und Jejunum durch Diffusion aufgenommen.5 Regulation der Verdauung Die Regulation der einzelnen Verdauungsvorgänge ist recht kompliziert. starke peristaltische Kontraktionen vom Caecum über das gesamte Colon. Der Hauptresorptionsort ist der obere Dünndarm (Duodenum. organische Säuren. Das vegetative Nervensystem steuert sowohl Motorik als auch Sekretorik der Verdauung (Sympathicus hemmt. 309) gesteuert. oft nach der Einnahme von Mahlzeiten (Gastrokolonreflex). das etwa ab dem 2. 257 . Motorik Die Dickdarmmotorik bewirkt: – die weitere Durchmischung des Darminhaltes durch langsames Fortschreiten von Ringmuskelkontraktionen (sog. – den Weitertransport des Darminhaltes in das Rektum. Grundsätzlich ist die gesamte Schleimhaut des Verdauungstraktes zur Resorption fähig. Wasser und Mineralstoffen Die Resorption der fettlöslichen Vitamine (A. Er hat eine sehr große Oberfläche. ✑ Tab.8 Physiologie der Verdauung Die Farbe wird durch die Gallenfarbstoffe bestimmt. P In ❑ der Regel findet der Stuhlgang einmal täglich statt. – die Stuhlentleerung (Defäkation). und alle lebensnotwendigen Nahrungsbestandteile sind resorptionsfähig. Indol sowie Scatol und der pH-Wert durch die Gärungsprodukte. Resorption von Vitaminen. K) erfolgt in gleicher Weise wie die Fettresorption. E. und es erfolgt die Entleerung. Hier handelt es sich um einen willkürlich beeinflussbaren reflektorischen Vorgang. Nikotin) und der Grad der körperlichen Aktivität können nachhaltig die Wirkungen des vegetativen Nervensystems beeinflussen. Haustrenfließen) und rhythmische Segmentierung. Zu diesem Zweck laufen 2.8. Merke Im Vergleich zum Dünndarm erfolgt der Transport im Dickdarm relativ langsam (10 bis 18 Stunden).8. Jejunum). P Psychische ❑ Einflüsse. Gleichzeitig führen parasympathische Efferenzen zur Erschlaffung des inneren Schließmuskels.und Längsmuskulatur des Darmes. Die Resorption wird durch 2 Hormone (Calcitonin. D. Parathormon. Mit zunehmender Füllung des Rektums werden durch erhöhten Druck die Dehnungsrezeptoren der Darmwand gereizt. Calcium und Magnesium werden hauptsächlich aktiv resorbiert. durch Pinozytose.12. Parasympathicus fördert). Die wasserlöslichen Vitamine gelangen wie folgt in das Blut: Vitamin C und B2 durch Diffusion und Vitamin Bl2 mit Intrinsic- Faktor aktiv im Ileum.

deren Auslöser Gehöroder Sehreize. – hormonal durch Gewebshormone. 1. ➞ 12 258 Anblick Vorstellung P Aggressionen ❑ können sekretionssteigernd und Angst sekretionshemmend wirken. Dehnungsreiz (Sehen. 2. B. Beispiel: Mundspeichel und Magensaftsekretion (= nervale Phase – Regulation durch Vorstellung von Nahrung). Zusammensetzung des Magensaftes: – Wasser – eiweißspaltende Enzyme (Pepsin) – Schleim (Muzin) – Salzsäure – Intrinsic-factor 3. Gastrale Phase (lokale Einflüsse) Die Sekretion von Magensaft wird durch den direkten Kontakt der Nahrung mit der Magenwand ausgelöst. Peristaltik und Defäkation. Intestinale Phase Der Übertritt des Nahrungsbreis vom Magen in das Duodenum beeinflusst rückwirkend die Magensaftsekretion in folgender Weise: Dehnung der Darmwand resorbierte Aminosäuren niedriger pH-Wert Fett Freisetzung von Gewebs. Kaffee. Geschmack) Mundspeicheldrüsen Magensaftsekretion (ein sehr geringer pH-Wert des Magensaftes hemmt die Gastrinsekretion = negative Rückkopplung) Speichelsekretion Regulation der Magensaftsekretion In den Magendrüsen werden pro Tag ca. die durch bestimmte Verdauungsprodukte freigesetzt werden. Arzneimittel) (Geruch) Corpus ventriculi Reize ➞ Speichelzentrum (Berührung.Blut hormonen Magensaftsekretion Freisetzung von Gewebshormonen Magensaftsekretion ➞ Die physiologische Magensaftsekretion wird vor allem durch die Nahrungsaufnahme gesteuert. vagus Pepsin HCL Gastrin ➞ Die Regulation erfolgt – über angeborene Fremdreflexe. B. Blutweg ➞ Großhirnrinde Reize . 3 Liter Magensaft gebildet. Kephale Phase (psychisch-nervale Einflüsse) ➞ Geruch Geschmack Erregung N. Alkohol. – über erlernte Reflexe. Vorstellen) Reize Nahrung im Antrum Freisetzung von Gastrin chemische Reize Hypothalamus (z. Druckanstieg) sowie die Geruchs. aber auch Vorstellungen sind.Verdauungssystem Regulation der Speichelproduktion Die Bildung und Freisetzung des Mundspeichels wird reflektorisch gesteuert. Man unterscheidet 3 Phasen.und Geschmacksreize sind. Hören. deren Auslöser hauptsächlich mechanische Reize (z. Produkte der Eiweißverdauung. Beispiel: Sekretion der Verdauungssekrete.

Phosphatide. insbesondere im Blut. 307). in ihren Vorrat auf. Proteine. – aus der Milz: Abbauprodukte des Hämoglobins. Daraus ergibt sich eine ihrer wesentlichsten Aufgaben. wird die überschüssige Glucose in Glykogen und wenn dessen Speicherkapazität erschöpft ist. 40).1) Diese benötigt der Organismus für den Transport der wasserunlöslichen Stoffe wie Triglyceride. Medikamente etc. Im Folgenden gehen wir auf die wichtigsten Funktionen der Leber ein.6 Funktionen der Leber (Überblick) Der größte Teil der resorbierten Hydrolyseprodukte der Nahrung dient zunächst dem Aufbau „körpereigener“ Stoffe (z. Triglycerid. – aus dem Pankreas: Hormone (Insulin) der Langerhans’schen Inseln. Fette. konstant zu halten und damit eine kontinuierliche Versorgung der Zellen zu sichern. in Fett umgewandelt. die dem Lipidtransport dienen 259 . Mit der Synthese der Plasmalipoproteine schafft sie die Grundstoffe für den Aufbau von Transportmicellen. Glucose) Merke Aufgaben im Kohlenhydratstoffwechsel Die Leber erfüllt hier vor allem die eben beschriebene Aufgabe. Glykogen. Phosphatide und Cholesterol in den wässrigen Körperflüssigkeiten. Merke Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan unseres Körpers („Zentrallabor“). – aus dem Magen: Alkohol. Sinkt danach Die Leber ist maßgeblich für den Cholesterolhaushalt des Körpers verantwortlich.12. werden die Glykogenvorräte wieder in Glucose umgebaut und an das Blut abgegeben. Phosphatide).und Transportform eines Stoffes: Konstanter Blutglucosespiegel Überschuss Speicherform (Glykogen) Transportform Mangel der Blutglucosespiegel. B. aber auch Insulin. Aufgaben im Fettstoffwechsel Bei reicher Glucosezufuhr synthetisiert die Leber reichlich höhere Fettsäuren und weiterhin Triglyceride sowie Phosphatide. Aufgaben im Äthanolstoffwechsel Alkohol (Äthanol. Durch das Hormon stimuliert. C2H5OH) wird überwiegend in der Leber abgebaut. mit dem Pfortaderblut in die Leber.. Mineralien. Nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit gelangt viel Glucose. Eiweiße. Der Cholesterolvorrat wird vor allem zur Bildung der Gallensäuren verwendet und zum Teil in Form von Lipoproteinen wieder an den Kreislauf abgegeben. nämlich wichtige Stoffkonzentrationen in den extrazellulären Flüssigkeiten. das in anderen Körperzellen gebildet bzw. (z.8. Eiweiß). Die Leber konzentriert 1) Plasmalipoproteine (Bestandteile: Cholesterol. Medikamente. Merke Die Leber spielt eine wichtige Rolle bei der Konstanthaltung des Blutglucosespiegels (✑ S. B.8 Physiologie der Verdauung 12. wodurch sie den Blutglucosespiegel konstant hält. mit der Nahrung aufgenommen wurde. Aufgaben im Cholesterolstoffwechsel Die Leber ist der Hauptort der Cholesterol-Biosynthese. um andere an Cholesterolmangel leidende Organe zu versorgen. Häufig geschieht dies durch wechselseitige Umwandlung von Speicher. Die meisten dieser anabolen Stoffwechselvorgänge vollziehen sich in der Leber. Vitamine. Triglyceride. Bei Erschöpfung der Glykogenvorräte setzt schließlich die Glukoneogenese ein (✑ S. Mit dem Pfortaderblut gelangen nachstehende Produkte direkt in die Leber: – aus dem Dünndarm: Kohlenhydrate. Sie nimmt aber auch Cholesterol. Die Leber wandelt überschüssige Kohlenhydrate in Triglyceride um und ist für die Synthese der Plasmalipoproteine unterschiedlicher Dichte verantwortlich.

sondern der Alkohol wird mit Ausnahme von Fett. – Abbau überalterter Blutzellen. Produktion und Sekretion des Gallensaftes Mit dieser Spezialleistung erfüllt die Leber 2 Funktionen: – Mitwirkung bei der Fettverdauung durch die Gallensäuresynthese. 0.und Knochengewebe im ganzen Körper verteilt. Sie setzen die Oberflächenspannung herab und wirken dadurch emulgierend (verteilend) und dispergierend (verkleinernd).6 g/d werden mit dem Stuhl ausgeschieden Abb. Ca2+. überschüssiges Cholesterol. Am häufigsten sind Cholesterol-Pigment-KalkSteine. wenn das ❑ Cholesterol Gallensäure (0. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. P Die ❑ Blut-Alkohol-Konzentration ist ein guter Indikator für die Konzentration des Alkohols im Gehirn. Dieser Teil wird mit dem Harn ausgeschieden und bestimmt die bernsteingelbe Harnfarbe mit. 85 %). dem Bilirubin. umgewandelt wird. Urobilin. hepatica) löslich und unschädlich. 3 g Gallensäure zirkulieren 4. K+. . Na+. Im Colon wird es durch die Tätigkeit der Darmbakterien vor allem in Urobilinogen und andere Farbstoffe (Sterkobilinogen. abgebaute Arzneistoffe) in den Darm eine wichtige Rolle. In dieser Form wird das Bilirubin aktiv in die Gallenkapillaren transportiert und gelangt mit dem Gallensaft in den Darm. Diese Abbauprodukte bewirken die braune Farbe des Stuhls. Lezithin. Sterkobilin) umgewandelt. Der Rest wird wieder resorbiert und gelangt entweder über die Pfortader in die Leber zurück oder bei Resorption im Rektum unter Umgehung der Leber in die Niere.bis 12-mal pro Tag Pfortader (V.25 ca. das dann zum wichtigsten Gallenfarbstoff. Cholesterol. Zuerst bildet sich das grüne Biliverdin. Gallenfarbstoffen (Bilirubin). Das Bilirubin ist wasserunlöslich und zellschädigend. Der Gallensaft spielt einerseits bei der Verdauung und Resorption der Fette und andererseits für die Ausscheidung verschiedener Stoffe (Bilirubin. (Ductus choledochus) Merke Dünndarm (Intestinum tenue) ca. Beim Abbau von Hämoglobin in der Leber entstehen die Gallenfarbstoffe. Die Salze der Gallensäuren sind für die Verdauung und Resorption der Fette von großer physiologischer Bedeutung.6 g/d) ca. Deshalb wird es in den Leberzellen an Glucuronsäure gebunden und dadurch wasser- Leberarterie Cholesterol im Blut (A.12 260 Verdauungssystem ihn aber nicht. HCO3-. 12. Außerdem aktivieren sie die Lipasen und hemmen die Magensaftsekretion. Abbau von Hämoglobin. portae) Leber (Hepar) Hauptgallengang Gleichgewicht der Bestandteile des Gallensaftes gestört ist. wenn zu viel Gallenfarbstoffe ins Blut gelangen. P Gallensteine entstehen. Bestandteile des Gallensaftes und Bedeutung der Gallensäuren Der Gallensaft besteht aus Gallensäuren. Gelbsucht (Ikterus) entsteht. 90 % der Gallensäure werden hier aktiv resorbiert Enterohepatischer Kreislauf (Beispiel: Gallensäuren). Der größte Teil wird mit dem Stuhl ausgeschieden (ca.

Merke Biotransformationen führen häufig zur „Entgiftung“ von Stoffen. B. ca. 90 % werden rückresorbiert. P Die Biotransformationen in der Leber kön❑ nen die Konzentration von Arzneistoffen beeinflussen. Gerinnungsfaktoren.oder Nierenfunktionsstörungen können zur Retention von „Giftstoffen“ führen und dadurch ein Coma hepaticum oder eine Urämie hervorrufen. 261 . Glucoronsäure) in biologisch inaktive und für den Organismus unschädliche oder harnfähige Verbindungen überführt werden. Der Harnstoff gelangt mit dem Blutkreislauf zur Niere. Umbau oder Kopplung an andere Stoffe (z.8 Physiologie der Verdauung Enterohepatischer Kreislauf Unter dem enterohepatischen Kreislauf versteht man die Ausscheidung von Stoffen (z.12. 10 %. Bei fettreicher Ernährung ist der Bedarf an Gallensäuren erhöht. Hier gelangen die Stoffe dann erneut in die Gallenflüssigkeit und erfahren den gleichen Kreislauf. um intrazelluläre Proteine der Leber aufzubauen. dass körperfremde und körpereigene Stoffe durch Abbau. Biotransformation und „Entgiftung“ Unter Biotransformation versteht man alle enzymatisch gesteuerten chemischen Reaktionen in der Leber. harnfähigen Stoffen. Dieser Vorgang ist in erster Linie eine Ökonomisierung bestimmter Stoffwechselprozesse. Aufgaben im Eiweißstoffwechsel In der Leber werden die mit dem Pfortaderblut ankommenden Aminosäuren verstoffwechselt. Leber. Der Rest der Aminosäuren wird benutzt. Man spricht vom sog. „Entgiftung“ bedeutet demnach. Im Falle der für die Fettverdauung so wichtigen Gallensäuren bedeutet dies einen täglichen Verlust von nur ca. die über die Niere (renal) mit dem Harn ausgeschieden werden. „First pass effect“ (Einfluss der ersten Leberpassage). die an das Blut abgegeben werden. Sie dienen zum einen der Synthese der Plasmaproteine (Albumine. einige Globuline). deshalb zirkulieren die Gallensäuren 4. B.bis 12-mal pro Tag. Ein weiterer Teil wird abgebaut und der dabei frei werdende Stickstoff in Harnstoff überführt. Merke In der Leber findet die Synthese der Plasmaproteine und des Harnstoffes statt. Das Ziel ist die Bildung von wasserlöslichen. Gallensäuren und Gallenfarbstoffe) mit dem Gallensaft aus der Leber in den Darm und deren Rückresorption und Rücktransport mit dem Pfortaderblut in die Leber.

Geben Sie einen Überblick über die Verdauungsorgane und deren Lage. Nennen und erläutern Sie die wichtigsten Funktionen der Leber. 8. 5. große Speicheldrüsen). Beschreiben Sie die Lage des Blinddarms. d) Resorption. Beschreiben Sie die Lage sowie den makroskopischen und mikroskopischen Bau der Speiseröhre. Beschreiben Sie Lage und Bau des Pankreas. 9. Beschreiben Sie den Verlauf der intra. Beschreiben Sie den Bau der Mundhöhle und deren Organe (Zunge. Beschreiben Sie Lage und Aufbau der Leber. Wie erfolgt die Regulation der Verdauung? 19. warum der Dünndarm für die Resorption am besten geeignet ist.262 12 Verdauungssystem Fragen zur Wiederholung 1. 4. Definieren Sie: a) Verdauung. 14. Begründen Sie. 15. b) der Fette. 12. den makroskopischen und mikroskopischen Bau sowie die Blutund nervale Versorgung des Magens. c) Sekretorik. 17. 7. Beschreiben Sie die Verdauung und Resorption: a) der Kohlenhydrate. c) der Eiweiße. 13. 2. Nennen Sie die Aufgaben: a) der Salzsäure. 16. 6. 11. 3. Interpretieren Sie die Redensart „Gut gekaut ist halb verdaut“. Beschreiben Sie deren bauliche Besonderheiten und Lage. Nennen Sie charakteristische Merkmale des Colons. 18.und extrahepatischen Gallenwege. Zähne. Nehmen Sie eine Gliederung des Dickdarms vor. b) der Gallensäuren. Beschreiben Sie die Lage. Nennen Sie die Abschnitte des Dünndarms. Wie wird das Rektum verschlossen? 10. . b) Motorik.

Mit der Harnproduktion und -ausscheidung erfüllt das Harnsystem die für die Aufrechterhaltung des inneren Milieus entscheidenden Regulierungsaufgaben. psoas major) Harnblase (Vesica urinaria) Harnröhre (Urethra) Zwerchfell (Diaphragma) rechte Niere linke Niere (Ren dexter) (Ren sinister) rechter Harnleiter (Ureter) untere Hohlvene linker Harnleiter (Ureter) Aorta (V. So erklären sich auch die engen nachbarschaftlichen Beziehungen. Funktionen der Niere Die Harnorgane entwickeln sich gemeinsam mit Harnleitern. 13.263 13 Harnsystem. der Harnblase und der Harnröhre den Geschlechtsorganen aus der gleichen Anlage. rechte Niere linke Niere (Ren dexter) (Ren sinister) rechter Harnleiter (Ureter) linker Harnleiter (Ureter) großer Lendenmuskel (M.1 . Das Harnsystem besteht aus den paarigen Nieren als harnbildende Organe sowie den paarigen als harnableitende Organe. Abb. Wichtigstes Organ hierbei ist die Niere. cava inferior) Harnblase Mastdarm (Rektum) (Vesica urinaria) Harnsystem – Lage der Harnorgane.

P Wird Fettgewebe der Capsula adiposa ver❑ stärkt abgebaut. – die Nierenfaszie (Fascia renalis) als Begrenzung der Capsula adiposa. B. Nierenarterie (A. – die Fettkapsel (Capsula adiposa) – das Fett ist bei Körpertemperatur halbflüssig. Die Nieren werden in ihrer Lage gehalten und geschützt durch – die Blutgefäße (✑ Abb.13 264 Harnsystem. 7. Ein❑ nierigkeit und Hufeisennieren.6. wie auch der Harnleiter. kann die Niere ihren Halt verlieren und nach unten sinken. 13. Merke Größe. durch massive Abmagerung. renalis) . ihrem oberen Pol dicht unter dem Zwerchfell und ventral der 12. Man spricht von einer Wanderniere (Ren mobilis). B. 147 und Abb. 13. renalis) linke Nebenniere (Glandula suprarenalis sinistra) lateraler Rand medialer Rand Nierenbucht mit Nierenhilus (Hilus renalis) Aorta Harnleiter Nierenfaszie (Ureter) (Fascia renalis) Nierenvene unterer Nierenpol Abb. S. 263. paarig angelegt. – den oberen Nierenpol und – den unteren Nierenpol. 13. z. P Angeborene Fehlbildungen sind z. an der • die Nierenbucht mit • dem Nierenhilus liegt. 5 cm breit und 4 cm dick. S. cava inferior) Fettkapsel (Capsula adiposa) Bindegewebskapsel (Capsula fibrosa) Die unteren Nierenpole stehen ca. Lage Die Nieren liegen hinter dem Bauchfell (retroperitoneal) lateral der Wirbelsäule (Th12 – L3) mit rechte Nebenniere (Glandula suprarenalis dextra) oberer Nierenpol untere Hohlvene (V. renalis) sowie des Harnleiters (Ureter).1 Niere (Ren.2 Nierenkapseln und Nierenpforte. Funktionen der Niere 13. (V.2). Merke Der Nierenhilus ist die Eintrittsstelle der Nierenarterie (A. Farbe und Form Die rotbraun aussehende bohnenförmige Niere hat eine Masse von 120 – 220 Gramm und ist 10 – 12 cm lang. Die Nachbarschaftsbeziehungen der Nieren zeigen die Abb. Rippen. Die rechte Niere liegt wegen ihrer Nachbarschaft zur Leber etwas tiefer. 3 Finger breit oberhalb des Darmbeinkammes. Die Form der Niere wird bestimmt durch – den konvexen lateralen Rand. renalis) und die Austrittsstelle der Nierenvene (V.1. sodass eine gewisse Beweglichkeit gegeben ist. – den konkaven medialen Rand. Nephros) Die Niere ist. P Veränderungen der Nieren können beim lie❑ genden Menschen beidhändig tastbar sein.

(A. die in kleine (A. arcuata) – die Nierenkelche: Sie umgeZwischenben die Markpyramidenspitlappenarterie (A. die von einer Bindegewebskapsel Nierenparenchym. Auf Bindegewebskapsel deren Spitze. interlobularis) Hohlräume. 10 Markpyramiden. Abb. 13. (Ductus papillaris) – das Nierenbecken: Es entsteht Markpapille durch den Zusammenschluss (Papilla renalis) der Kelche. Nierenkelche. befinden Nierenrinde (Cortex renalis) sich die 15 – 20 Öffnungen Zwischender Papillargänge (Ductus läppchenarterie papillares). der Markpapille (Capsula fibrosa) (Papilla renalis).3 Makroskopischer Bau ist.4 (Capsula fibrosa) überzogen . interlobaris) zen. – das Mark: Es ist die streifige Innenschicht und bildet die ca. 13. Abb. Nierenkelch – die Rinde: Es ist die an der (Calix renalis) Peripherie durchlaufende körnige Außenschicht. renalis) (Pyramides renales) Nierensäule (Columna renalis) Nierenkelch Markpapille (Calix renalis) (Papilla renalis) Harnleiter (Ureter) Frontalschnitt durch die Niere.13. Bogenarterie münden.1 Niere 265 Bindegewebskapsel (Capsula fibrosa) Nierenrinde (Cortex renalis) Nierenarterie Nierenbecken (Pelvis renalis) Markpyramiden (A. renalis) Nierenvene (V.3) erkennt Markpyramiden werden als Nierensäulen man mit bloßem Auge (Columnae renales) bezeichnet. 13. In den Kelchen wird der Markpyramide fertige Urin aufgefangen und (Pyramides renalis) zum Nierenbecken weitergePapillargang leitet. Ausläufer der Nierenrinde zwischen den An einem Frontalschnitt (Abb.

Sie umgibt als doppelwandige Epithelhülle den Glomerulus. Am Harnpol geht der Raum der Bowman’ schen Kapsel in das Nierenkanälchen über. – der Bowman’schen Kapsel. 13. die Macula densa (= „dichter distaler Tubulus Vas efferens Vas afferens Glomerulus Bowman’sche Kapsel Nierenkörperchen proximaler Tubulus Sammelrohr Tubuluskapillargebiet Nephronschleife.13. ein Teil des juxtaglomerulären 1) Dient der Regulation von Blutdruck und Nierendurchblutung abführende Arteriole (Vas efferens) zuführende Arteriole Gefäßpol (Vas afferens) Gefäßknäuel (Glomerulus) Bowman’sche Kapsel (Capsula glomeruli) inneres Blatt (viscerales Blatt) äußeres Blatt (parietales Blatt) Harnpol proximaler Tubulus (Tubulus proximalis) Bau des Nierenkörperchens (Corpusculum renale). 13. 1 Million gibt. das Vas afferens. Mikroskopischer Bau Die Funktionseinheit der Niere ist das Nephron. In dessen Wand liegt das sog. 204). das Vas efferens. Jedes Nephron besteht aus dem Nierenkörperchen und dem Tubulusapparat. befindet sich ein weiterer Teil des juxtaglomerulären Apparates. Er mündet in ein Sammelrohr. Polkissen. 1. Nierenkörperchen (= Malpighi’sches Körperchen). Der Tubulusapparat gliedert sich in drei Hauptabschnitte: – den proximalen Tubulus. 2. von dem es in jeder Niere ca. – den distalen Tubulus. Abb. Funktionen der Niere Apparates. Sie bestehen aus – dem Glomerulus (innen). S. einem Knäuel von Blutkapillaren.6 . – den intermediären Tubulus (Nephronschleife.1) Hier wird bei Blutdruckabfall das Hormon Renin produziert (✑ Tab. Dort.13 266 Harnsystem. Dem Glomerulus wird das Blut über eine Arteriole. Die Einund Austrittsstelle der beiden Arteriolen heißt Gefäßpol. wo er das Polkissen berührt. Henle’sche Schleife Abb. zugeführt. In ihnen wird der Harn gebildet. Ihre innere Schicht liegt direkt auf den Blutkapillaren. 9. Die Nierenkörperchen befinden sich im Rindengewebe. Henle’sche Schleife) mit dünnem absteigendem und aufsteigendem Schleifenschenkel.5 Mikroskopischer Bau der Niere – Nephron. Tubulusapparat (Nierenkanälchen). Aus dem Glomerulus heraus führt wiederum eine Arteriole.

In jedes Sammelrohr münden etwa 10 Nierenkanälchen. Merke Das Blut durchströmt in der Niere 2 Kapillargebiete: – das Glomerulum und danach – das Tubuluskapillargebiet.1 Nierenkreislauf. renales münden direkt in die V.2 Harnleiter (Ureter) Die paarigen Harnleiter gehen kontinuierlich aus dem Nierenbecken hervor. als Auffangbehälter für den Harn. 13. cava inferior Harnfluss Rückfluss verhindert Eintritt des Ureters in die Harnblase. renalis. Die blutabführenden Vv. Nierenbecken (Pelvis renalis. ca. Um die Harnkanälchen befindet sich das Tubuluskapillargebiet. 13. renalis  V. Tab. cava inferior. Die Harnleiter. deren Hauptrisiken Schrumpfniere. Die Endstücke liegen in den Nierenpapillen und heißen Papillargänge (Ductus papillares). Im Nierenbecken beginnt das Übergangsepithel als Charakteristikum für die ableitenden Harnwege (✑ S. Es kann recht unterschiedlich geformt sein. 13. entsteht durch den Zusammenschluß von 8 – 10 Nierenkelchen. Sammelrohrsystem Mit dem System der Sammelrohre beginnen die ableitenden Harnwege innerhalb der Niere. Sie besteht aus Chemorezeptoren zur Messung der Natriumkonzentration. 61 und 62). Abb. Blutversorgung der Niere Die Blutzufuhr erfolgt durch die unmittelbar aus der Bauchaorta entspringende A. 30 cm lang mit einem Durchmesser von 4 bis Harnblasenwand (ziehen zur Basis der Pyramiden)  Bogenarterien 267 Ureter Ureter (verlaufen zwischen Rinde und Pyramidenbasis bogenartig)  Läppchenarterien (an ihnen hängen wie Beeren die Nierenkörperchen)  Vas afferens  Glomerulus  Vas efferens  außen innen außen innen Tubuluskapillargebiet  Venen innerhalb der Niere  V. renalis  Zwischenlappenarterien P Eine häufige Erkrankung der Niere ist die ❑ Nierenbecken-/Nierenentzündung (Pyelonephritis). Kleinere Sammelrohre schließen sich zu immer größeren zusammen. Pars abdominalis aortae  A.7 .13.2 Harnleiter Fleck“). Es handelt sich um dünne muskulöse Schläuche. Bluthochdruck und Nierenvereiterung sind. Pyelon) Das Nierenbecken.

✑ auch S. Beim Mann liegt an diesem Übergang der tiefste Punkt der Bauchhöhle (Excavatio rectovesicalis). dass sich bei ihrer Kontraktion die Harnblase vollständig entleeren kann.3 Harnblase (Vesica urinaria) Die Harnblase ist ein muskulöses Hohlorgan. Funktionen der Niere 7 mm. Merke Die Ureter durchsetzen die Harnblasenwand schräg.10. Außerdem liegen hinten unten die Bläschendrüsen an. – Harnblasenkörper (Corpus vesicae) – darunter. Die obere und hin- deren Bauchwand (ohne Zwischenschaltung des Bauchfells) und kann oberhalb der Symphyse punktiert werden (Abb. Seine Eckpunkte werden von 3 Öffnungen markiert. Beide Harnleiter liegen wie die Nieren retroperitoneal. Ihre Aufgaben sind die Speicherung und periodische Entleerung des von den Nieren ständig produzierten Urins. Dies führt zu starken Kontraktionen der Ureterwandmuskulatur mit heftigen Schmerzen (Nierenkolik). 13. leiten den Harn durch Peristaltik vom Nierenbecken in die Harnblase. – Harnblasengrund (Fundus vesicae) – unten. Häufig verklemmen sie sich in einer der Harnleiterengen. An der hinteren Blasenwand verläuft das Bauchfell tief nach unten. bei der Frau liegt der tiefste Punkt zwischen dem Uterus und dem Rektum (Excavatio rectouterina = Douglas’scher Raum. P Ist die Harnblase gefüllt. und der Harn kann bei gefüllter Blase nicht zurückfließen (✑ Abb. dessen Form und Größe vom unterschiedlichen Füllungszustand abhängen. Gliederung An der Harnblase unterscheidet man folgende Teile: – Harnblasenscheitel (Apex vesicae) – oben gelegen. P Beim ❑ vesikoureteralen Reflux ist das Verschlusssystem geschwächt. um danach entweder auf das Rektum (Mann) oder auf den Uterus (Frau) überzugehen. – beim Übergang in das kleine Becken und – in der Harnblasenwand.und Nierenbeckeninfektionen begünstigt. 145). 13. Harnblasenwand Die Schleimhaut ist mit mehrreihigem Übergangsepithel (Urothel) besetzt und liegt im leeren Zustand in Falten. Bei entzündlichen Prozessen im kleinen Becken sammelt sich Eiter in den Bauchfelltaschen bzw. – Harnblasenhals (Cervix vesicae) – Übergang in die Harnröhre. detrusor vesicae. Ureterengen Der Harnleiter hat 3 enge Stellen: – am Übergang vom Nierenbecken in den Harnleiter. der inneren Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae internum) vorn und den 2 Ureteröffnungen hinten. liegt sie an der vorP In der Niere gebildete kleinere Nierensteine ❑ ❑ können in den Harnleiter abgehen. Das mittlere Fassungsvermögen der Harnblase beträgt ungefähr 1 Liter. . Das Übergangsepithel des Nierenbeckens geht kontinuierlich auf den Harnleiter über. Eine Ausnahme bildet das am Blasengrund liegende immer faltenfreie Harnblasendreieck (Trigonum vesicae). Beim Mann schiebt sich zwischen Harnblasengrund und Beckenboden die Vorsteherdrüse (Prostata).7).268 13 Harnsystem. Der Harnblasenwandmuskel heißt M. 270). nach Verletzungen Blut. Dadurch werden Harnleiter. tere Seite der Harnblase ist vom Bauchfell überzogen. Wandschichten Die Wandschichten zeigen den klassischen Dreischichtenaufbau der Hohlorgane. 13. Lage und Nachbarschaftsbeziehungen Die Harnblase liegt im kleinen Becken hinter der Symphyse. S. Die Muskulatur der Harnblasenwand ist dreischichtig und so angeordnet. Dadurch entsteht ein „Ventil“.

Abb. Die Blasenschleimhaut kann mittels einer Zystoskopie (Harnblasenspiegelung) untersucht werden. den unwillkürlichen Schließmuskel der Harnblase (M. zu ständigem unwillkürlichen Harnträufeln (Harninkontinenz). Merke Scheitel der Harnblase (Apex vesicae) Die Entleerung der Harnblase heißt Miktion (✑ S. Abb. Verschluss von Harnblase und Harnröhre Der Verschluss erfolgt durch eine aus glattem Muskelgewebe bestehende Muskelschlinge. Gewebsschwäche).3 Harnblase Harnleiter 269 (Ureter) Scheitel der Harnblase Samenleiter (Apex vesicae) (Ductus deferens) Ureteröffnungen Körper der Harnblase (Ostia ureterum) (Corpus vesicae) Harnblasendreieck (Trigonum vesicae) Harnblasengrund Bläschendrüsen (Fundus vesicae) (Glandula seminalis) Harnblasenhals innere Harnröhrenöffnung (Cervix vesicae) (Ostium urethrae internum) Samenhügel (Colliculus seminalis) Vorsteherdrüse (Prostata) Harnröhre (Urethra) Cowper’sche Drüse (Glandula bulbourethralis) Harnblase (männlich) von ventral eröffnet. B. sphincter vesicae) um die innere Harnröhrenöffnung und den willkürlichen quer gestreiften Harnröhrenschließmuskel (M. meist vorübergehend.8 Körper der Harnblase (Corpus vesicae) Harnleiter (Ureter) Samenleiter (Ductus deferens) Bläschendrüsen P Die Regulation der Miktion unterliegt kom❑ (Glandula seminalis) plizierten nervalen Mechanismen. Vorsteherdrüse (Prostata) Harnröhre (Urethra) Harnblase (männlich) von dorsal. bei Querschnittslähmung.9 . sphincter urethrae) im Beckenboden. 13. kommt es.13. Ist sie gestört (z. 274). 13.

14.10 (Ostium urethrae externum) Weibliche Harnblase (Blasenpunktion) – Medianschnitt. in den Harnleitern und der Harnblase vorkommt. Verlauf und Mündung der Harnröhre Die Harnröhre leitet den Harn von der Harnblase schubweise nach außen. 277). Abb.13 270 Harnsystem. . Männliche Harnröhre (Urethra masculina) Die männliche Harnröhre endet spaltförmig auf der Eichel des männlichen Gliedes (✑ S. die über Blase und Harnleiter bis zur Niere aufsteigen kann. ist die Gefahr einer Entzündung der ableitenden Harnwege. Sie liegen hinter der Symphyse und beim Eintritt in den Harnröhrenschwellkörper. Merke Die männliche Harnröhre ist ab Samenhügel eigentlich eine Harn-Samen-Röhre. 3 cm lang und enthält den Samenhügel mit den Öffnungen der beiden Spritzkanäle. 277). P Die sehr kurze weibliche Harnröhre macht ❑ das Zystoskopieren und Katheterisieren leichter. Funktionen der Niere Bauchfell (Peritoneum) gerader Bauchmuskel bauchfellfreier Raum über der Schambeinfuge (M. Sie beginnt am Harnblasenfundus mit der inneren Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae internum) und endet mit der äußeren Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae externum). 13. detrusor) Punktionskanüle Schambeinfuge innere Harnröhrenöffnung (Symphysis pubica) Harnröhre (Ostium urethrae internum) (Urethra) Scheide Kitzler (Vagina) (Clitoris) äußere Harnröhrenöffnung Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) Abb. Man unterscheidet die folgenden 3 Abschnitte: – Vorsteherdrüsenabschnitt (Pars prostatica) Er durchzieht die Prostata. Die weibliche Harnröhre ist etwa 4 cm lang. wie es im Nierenbecken. Weibliche Harnröhre (Urethra feminina) Die weibliche Harnröhre liegt vor der Scheide. Krümmungen Die männliche Harnröhre hat 2 Krümmungen (✑ S.1. S. In ihrem oberen Bereich geht das Übergangsepithel. – Schwellkörperabschnitt (Pars spongiosa) Hier verläuft die Harnröhre im Harnröhrenschwellkörper bis zum Ausgang an der Eichel. rectus abdominis) Harnblasenwandmuskel (M. in mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel über. bei Frauen größer als bei Männern. 13. – Beckenbodenabschnitt (Pars membranacea) Am Übergang zu diesem Abschnitt befindet sich der willkürliche Harnröhrenschließmuskel. ist ca. Nachteilig: Da für Krankheitserreger der Weg vom After bis zur Harnröhre sehr kurz ist. Sie hat eine Länge von 20 – 25 cm und einen Durchmesser von 5 – 7 mm.4 Harnröhre (Urethra) Die Harnröhre ist der letzte Teil der harnableitenden Organe. Ihre äußere Öffnung befindet sich im Scheidenvorhof.

Weite Stellen: Prostatabereich. schmerz. Wasser). dann mehrschichtig) abgelöst. 13. Das wichtigste Organ für die Erhaltung der Homöostase des inneren Milieus ist die Niere. deren Stoffwechselprodukten (z. 2. P Durch ❑ viele sensible Nervenendungen ist die Harnröhre sehr berührungs-. – Differenzierte Ausscheidung von Stoffen (z. ✑ S.und temperaturempfindlich. wird es filtriert und der Primärharn gebildet.5 Physiologie der Niere Damit die Zellen unseres Körpers ihre Aufgaben erfüllen können und so die Existenz des Organismus sichern. Merke Die Umwelt der Zellen ist die interstitielle Flüssigkeit (✑ S. benötigen sie eine möglichst konstante Umgebung (= inneres Milieu.5 Physiologie der Niere Beide Krümmungen können in einen Bogen verwandelt werden. Hormonbildung Die Niere bildet 2 Hormone: Renin. Medikamente). Eichel (Schiffergrube). Harnpflichtig sind sie deshalb. – Resorption und Sekretion im Tubulusapparat (Sekundär. Sie sichert durch die Harnbildung das innere Gleichgewicht trotz diskontinuierlicher Aufnahme und Abgabe von Stoffen. 28). ❑ Glomerulonephritis) spielen neben der Gefahr der Selbstvergiftung (Urämie) die Entstehung des Bluthochdrucks (nephrogener Hypertonus) und der Blutarmut (Anämie) eine Rolle. – Einstellung des pH-Wertes (Isohydrie). B. 600 ml pro Minute 120 ml Plasmabestandteile in den Kapselraum filtriert (= glomeruläre Filtrationsrate – GFR).13. 28). In der Prostata wird das Übergangsepithel der Harnblase vom Zylinderepithel (zuerst einschichtig. wenn das männliche Glied nach oben auf die Bauchwand gelegt wird (wichtig z. beim Katheterisieren). Regulationsfunktion – Einstellung des osmotischen Drucks (Isotonie) und des Flüssigkeitsvolumens im extrazellulären Raum (Isovolämie). 3. 170 Litern. – Einstellung der Ionenkonzentration (Isoionie). und Erythropoetin. Um diese Menge zu erhalten. äußere Harnröhrenöffnung (Eichel). B. Harnröhrenschwellkörper. – Ausscheidung von Fremdsubstanzen bzw. Das entspricht einer Tagesmenge von ca. weil sie nur von der Niere ausgeschieden werden können und ihr Verbleiben im Körper zur allmählichen Selbstvergiftung führt.oder Endharnbildung). Harnsäure Harnbildung Der Prozess der Harnbildung durch das Nephron wird in 2 Teilfunktionen vollzogen: – Filtration in den Nierenkörperchen (Primärharnbildung). 3 Liter) etwa 60-mal pro Tag dem Filtrationsvorgang unterzogen. P Bei chronischen Nierenerkrankungen (z. Ausscheidungsfunktion – Ausscheiden der harnpflichtigen Substanzen Harnstoff (Eiweißstoffwechsel). Ab Schiffergrube (= Erweiterung der Urethra in der Eichel) folgt unverhorntes mehrschichtiges Plattenepithel. das mittelbar an der Blutdruckregulation beteiligt ist. Ionen. 271 . (Nucleinsäurestoffwechsel). Bildung des Primärharns durch Filtration im Nierenkörperchen Während das Blut durch die Kapillarschlingen des Glomerulus fließt. Im Einzelnen erfüllt die Niere mit der Harnproduktion folgende lebenswichtige Aufgaben. Dabei werden bei einem renalen Plasmafluss von ca. B. Enge Stellen: Innere Harnröhrenöffnung (Harnblasenwand). das die Bildung der Erythrozyten im roten Knochenmark stimuliert. Kreatinin (Muskelstoffwechsel). Beckenboden (willkürlicher Schließmuskel). l. wird das Blutplasma (ca. B. Merke Die männliche Harnröhre weist in ihrem Verlauf sowohl 3 enge Stellen als auch 3 weite Stellen auf.

13

272

Harnsystem, Funktionen der Niere

Vas efferens
Vas afferens

Glomerulus
Bowman’sche
Kapsel

Primärharn
glomeruläre Filtrationsrate
(GFR) 120 ml/min

Abb. 13.11

Glomeruläre Filtration.

Die ca. 1 m2 große Filtermembran wird aus
3 Schichten (Kapillarendothel, Deckzellen [Podozyten] des inneren Blattes der Bowman’schen
Kapsel, gemeinsame Basalmembran der Podozyten und Kapillarendothelzellen) gebildet
und lässt außer Blutzellen und Plasmaproteinen
alle Blutbestandteile hindurch. Weil nur kleine
Teilchen des Blutes im Glomerulusfiltrat enthalten sind, wird es als Ultrafiltrat und der gesamte
Vorgang als Ultrafiltration bezeichnet.
Merke

In den Nierenkörperchen entstehen durch
Filtration pro Tag ca. 170 Liter Primärharn. Er
enthält alle Stoffe des Blutes mit Ausnahme
der großen Eiweißmoleküle und der Blutzellen. Die Konzentration der filtrierbaren
Teilchen ist im Blutplasma und Primärharn
gleich.
P Durch

akute und chronische Nierenkrankheiten kann es zur Filtration von Erythrozyten
(blutiger Harn – Hämaturie), Leukozyten
(eitriger Harn – Leukozyturie) und Eiweißen
(Proteinurie) kommen.

Effektiver Filtrationsdruck
Der glomeruläre Blutdruck (= Bruttofiltrationsdruck) beträgt ca. 50 mmHg. Diesem wirken der

kolloidosmotische Druck des Blutplasmas von
25 mmHg und der Kapseldruck von 15 mmHg
entgegen. Als Ergebnis entsteht der effektive
Filtrationsdruck von 10 mmHg (50–25–15=10)
als treibende Kraft der Filtration.
P Bei einem arteriellen Systemblutdruck unter

70 mmHg besteht Anurie, bei einem arteriellen Systemblutdruck über 220 mmHg eine
Druckdiurese.
Selbstregulation der Nierendurchblutung
Die renale Durchblutung beträgt 25 % des
Herzminutenvolumens. Damit die Niere ihre
Funktionen kontinuierlich erfüllen kann, muss
sie möglichst konstant durchblutet werden. Dies
erfolgt vor allem durch das Vas afferens, indem
es bei einer arteriellen Druckveränderung selbständig die Gefäßlichtung so verändert, dass die
Durchblutung konstant bleibt (✑ S. 202). Auf
diese Weise können Blutdruckschwankungen
zwischen 80 und 180 mmHg ausgeglichen
werden.
P Bei

starkem Absinken des zentralen Blutdruckes, z. B. bei Schock, versagt auch die
Nierendurchblutung und damit die Filtration
des Primärharns.
Es kommt zu akutem Nierenversagen, d. h.
keine Harnbildung (= Anurie).

Bildung des Endharns durch Resorption und
Sekretion im Tubulus
– Resorption: Stofftransport (aktiv oder passiv)
aus dem Tubulus in den Blutkreislauf.
– Sekretion: Stofftransport (aktiv oder passiv)
aus dem Blutkreislauf in den Tubulus.
Resorption
Durch die Resorption werden alle Stoffe, auch
Wasser, die der Körper zur Erhaltung der
Homöostase des inneren Milieus benötigt, aus
dem Tubulus in das Blut zurückgeführt; das sind
98 % der gereinigten Blutflüssigkeit. Die aktive
Resorption ist eine Leistung der Tubuluszellen.
Würde bei einem 70 kg schweren Mann die
Resorption für 5 Stunden versagen, betrüge die
Masse des Mannes theoretisch nur noch 28 kg.
Glucoseresorption
Glucose wird (wie auch die Aminosäuren) normalerweise vollständig aktiv rückresorbiert. Über-

13.5 Physiologie der Niere
steigt jedoch die Blutglucose 18 g/dl = 10 mmol/1,
dann erscheint sie im Urin (= Glucosurie).

273

Diese Normwerte ändern sich bei einer Erkrankung häufig.

P Diese Normalwerte verändern sich bei vielen
P Da Glucose nur in gelöster Form ausgeschie❑

den werden kann, wird die Urinmenge erhöht
(Polyurie), und der Mensch hat größeren
Durst (= Symptome der Zuckerkrankheit).

Krankheiten (z. B. Pyelonephritis, verschiedene
Stoffwechselerkrankungen) und können deshalb wichtige Hinweise für die Diagnose geben.

Sekretion
Durch die Sekretion können zusätzlich Stoffe aus
dem Eiweißabbau (Harnstoff, Harnsäure), aber
auch Medikamente (z. B. Penicillin) aus dem Blut
in den Tubulus transportiert werden.

Hormonelle Regulation der Nierentätigkeit
Bei der Einstellung der endgültigen Harnmenge,
einschließlich der Kompensation normaler Veränderungen der osmotischen Konzentration, sind
2 Hormone wichtig:

Merke

Die Hauptmasse der Stoffe wird im proximalen Tubulus resorbiert. Die auszuscheidende
Endharnmenge pro Tag beläuft sich auf
ca. 1,5 Liter. Die Dichte des Endharns beträgt
1 005 bis 1 025 g/l, der pH-Wert liegt im
Mittel bei 5,5.

1. Antidiuretisches Hormon, (Adiuretin, ADH)
Das ADH wird im Hypothalamus gebildet, gelangt über den Hypophysenstiel in den Hypophysenhinterlappen und von dort in das Blut. Im
Tubulus steuert es die Wasserrückresorption, indem es die Wasserdurchlässigkeit der Zellen
erhöht.

Hypophysenhinterlappen
Malpighi’sches Körperchen

Zwischenhirn
ion
at
rm
fo
In

Resorption
➽ Glucose

Penicilin ➽
NH3 ➽

Aminosäuren
➽ HCO3-, Na+
➽ K+, Ca2+,
Mg2+

Blutkapillaren
Durst

H O
➽ 2
Harnstoff, CI-

H2O

osmotischer
Druck

Sekretion

ADH
Osmorezeptor

Na+, CI- ➽
Harnstoff ➽

NH3
H+

➽ H2O






CINa+
Na+, K+, Ca2+
CI-, H2O

Tubulus

Blutkapillaren

➽ = aktiv
➽ = passiv

Tubulus-Apparat

Harnkonzentration

H2O

H2O

K+ ➽

Tubuläre Resorption, Sekretion und Harnkonzentrierung.

Abb. 13.12

13

274

Harnsystem, Funktionen der Niere

Beispiel:
Wassermangel (z. B. infolge starken Schwitzens).
Osmotischer Druck steigt
ADH-Sekretion steigt
vermehrte
Wasserrückresorption

Auslösung des
Durstgefühls

P Erkrankungen im Bereich des Zwischenhirns

bzw. der Hypophyse können zum Verlust der
ADH-Bildung führen. Folge ist die Wasserharnruhr (Diabetes insipidus) mit einer
Urinmenge von täglich 20 – 25 Liter (ausgleichend muss die entsprechende Flüssigkeit
wieder zugeführt werden).
2. Aldosteron
Es wird in der Nebennierenrinde gebildet und
dort in das Blut abgegeben. Über die Natriumresorption im Tubulus reguliert es die Isotonie.

Bei Natriummangel bewirkt Aldosteron im
Tubulus eine verstärkte Natrium- und Wasserrückresorption, allerdings auf Kosten gleichzeitiger Kalium- bzw. Wasserstoffionensekretion.
Harnausscheidung
Von den Nierenpapillen gelangt der Endharn
über die Nierenkelche in das Nierenbecken. Anschließend befördern ihn die Harnleiter durch
peristaltische Wellen ihrer Wandmuskulatur in
die Harnblase.
Blasenentleerung (Miktion)
Bei der Harnblase wechseln lange Sammelphasen und kurze Entleerungsphasen einander ab.
Beide Phasen stehen unter der Kontrolle vor
allem des vegetativen Nervensystems, das
während der Sammelphasen über den glatten
Harnblasenschließmuskel (M. vesicae) eine
Entleerung verhindert bzw. hemmt (= Kontinenz
der Harnblase).
Bei der Entleerung der Harnblase (= Miktion)
greifen unwillkürliche und willkürliche Vorgänge ineinander. Pro Stunde werden ca. 50 ml Urin

Nierenkörperchen
(Malpighi’sches Körperchen)

osmotischer Druck
Plasmavolumen

Nebennierenrinde

Harnkanälchen

➞ ➞

(A. carotis interna)

Osmorezeptor

n
tio
ma
r
o
Inf

(Tubulus)

Tubulus

Blutkapillaren

innere Kopfarterie

Na+
H2O

Plasmavolumen

Aldos
teron



Abb. 13.13

Hormonelle Regulation der Na+-Resorption.

H+
K+

13.5 Physiologie der Niere
in die Harnblase transportiert, sodass der
Blaseninnendruck stetig steigt. Kurze Druckanstiege lösen bei 150 bis 200 ml bereits kurz
anhaltenden Harndrang aus. Bei 250 – 300 ml
wird der Harndrang so intensiv, dass die Entleerungsphase eingeleitet wird.
Parasympathisch wird Folgendes bewirkt:
– Kontraktion des M. detrusor bei
– gleichzeitiger Erschlaffung des M. sphincter
vesicae und
– Verschluss der Ureteröffnungen.
Wird nun der willkürliche Schließmuskel zur
Erschlaffung gebracht, fließt der Harn unter Einsatz der Bauchpresse restlos ab.
Merke

Durch die Verknüpfung des sakralen Miktionszentrums mit der Großhirnrinde kann
die weitgehend reflektorisch und automatisch
ablaufende Blasenentleerung kontrolliert,
d. h. eingeleitet oder unterdrückt, werden.
Dieser Vorgang wird in den ersten Lebensjahren erlernt.
Vereinfacht dargestellt, laufen dabei folgende
Vorgänge ab:
Druckanstieg (= Reiz) 

Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand 

Sakrales Miktionszentrum
(Dieses Reflexzentrum steuert
– für uns unbewusst –
Sammel- und Entleerungsphase.) 

Miktionszentrum im Stammhirn 

Großhirnrinde
(Der Harndrang wird bewusst.
Nun gibt es 2 Möglichkeiten: willkürliche
Unterdrückung oder Blasenentleerung.)
Merke

Bei gesunden Menschen enthält der Urin
weder Eiweiß noch Zucker, höchstens einige
abgestoßene Epithelzellen der ableitenden
Harnwege und einige Leukozyten.

P Durch den willkürlichen Schließmuskel kann

die Blasenentleerung eine begrenzte Zeit aufgehalten werden. Liegt die abgegebene Harnmenge unter 20 ml/s, sollte an ein Abflusshindernis gedacht werden.
Inkontinenz bedeutet, der Mensch ist aufgrund von Organveränderungen oder Funktionsstörungen unfähig, die Blasenentleerung
willkürlich zu steuern.
Zusammensetzung des Endharns
• Wasser ca. 97 %,
• Stoffwechselendprodukte des Eiweißstoffwechsels (Harnstoff, Kreatinin) ca. 40 g/d,
• anorganische Substanzen (Kochsalz, Kalium,
Calcium, Ammoniak, Magnesium) ca. 18 g/d,
• Harnfarbstoffe (Urobilin, Urochrom),
• Hormone, Enzyme, Vitamine, evtl. Arzneimittel
und Fremdstoffe.

275

276

13

Harnsystem, Funktionen der Niere

Fragen zur Wiederholung
l. Nennen Sie die Harnorgane und beschreiben Sie deren Lage.
2. Beschreiben Sie den makroskopischen und mikroskopischen Bau der Niere.
3. Wodurch werden die Nieren in ihrer Lage gehalten?
Was ist eine Wanderniere?
4. Beschreiben Sie das Sammelrohrsystem.
5. Beschreiben Sie den Blutfluss durch die Niere.
Welche Besonderheit gibt es?
6. Auf welchem Weg gelangt der Urin vom Bildungsort nach außen?
7. Beschreiben Sie die anatomischen Besonderheiten der ableitenden Harnwege.
8. Vergleichen Sie männliche und weibliche Harnröhre und ziehen Sie praktische
Schlussfolgerungen.
9. Nennen Sie die Aufgaben der Niere.
10. Erläutern Sie die Harnbildung als Mittel der Regulations- und Ausscheidungsfunktion.
11. Definieren Sie:
a) Primärharn,
b) Endharn,
c) effektiver Filtrationsdruck,
d) Selbstregulation der Nierendurchblutung.
12. Warum dürfen bei eingeschränkter Nierenfunktion viele Arzneimittel nur in geringen
Dosen verordnet werden?
13. Wie erfolgt die hormonelle Regulation der Nierentätigkeit?
14. Beschreiben Sie die Miktion.
15. Wie ist der Endharn zusammengesetzt?

277

14

Geschlechtssystem (Genitalsystem)

Im Zusammenhang mit dem Geschlechtssystem 14.1 Männliche Geschlechtsorgane
werden primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale unterschieden. Die primären Geschlechtsmerkmale sind bereits zum Zeitpunkt
der Geburt vorhanden (z. B. Hoden, Eierstöcke
etc.), die sekundären entwickeln sich während
der Pubertät (z. B. weibliche Brustdrüsen,
Schambehaarung etc.).

Die primären Geschlechtsorgane werden entsprechend ihrer Lage in innere und äußere untergliedert. Sie stehen in enger Beziehung zu den
Harnorganen (z. B. männliche Harnröhre als
Harnsamenröhre).

linker Harnleiter
gerader
Bauchmuskel
(M. rectus abdominis)

Harnblase
(Vesica urinaria)

Samenleiter
(Ductus deferens)

Vorsteherdrüse
(Prostata)

Gliedschwellkörper
(Corpus cavernosum
penis)

Hoden
(Testis)

Eichel

(Ureter sinister)

Bläschendrüse
(Glandula seminalis)

Mastdarm
(Rektum)

Cowper’sche Drüse
(Glandula bulbourethralis)

After
(Anus)

Harnröhre
(Urethra)

Nebenhoden
(Epididymis)

Hodensack
(Scrotum)

(Glans penis)

Harnblase
(Vesica urinaria)

innere
Harnröhrenöffnung
(Ostium urethrae
internum)

Symphyse
Harnröhre
(Urethra)

Gliedschwellkörper
(Corpus cavernosum
penis)

Schiffergrube
(Fossa navicularis
urethrae)

äußere
Harnröhrenöffnung
(Ostium urethrae
externum)

Harnleiter
(Ureter)

Bläschendrüse
(Glandula seminalis)

Mastdarm
(Rektum)

Vorsteherdrüse
(Prostata)

Spritzkanal
(Ductus ejaculatorius)

Hodensack
(Scrotum)

Hoden
(Testis)

Männliche Beckenorgane.

Abb. 14.1

14

278

Geschlechtssystem (Genitalsystem)

14.1.1 Innere männliche Geschlechtsorgane

P Bleiben die Hoden im Bauchraum oder im

Leistenkanal hängen (Kryptorchismus), ist eine
operative Verlagerung in den Hodensack notwendig, da für die Bildung der Samenzellen
(Spermiogenese) eine etwas niedrigere Temperatur als die Körpertemperatur Voraussetzung
ist. Außerdem neigen im Bauchraum verbliebene
Hoden zu krankhaften Entartungen (Tumoren).

Zu den inneren männlichen Geschlechtsorganen
gehören
• die paarigen Hoden,
• die paarigen Nebenhoden,
• die paarigen Samenleiter,
• die Vorsteherdrüse und
• die paarigen Bläschendrüsen (= Samenblasen)
und die paarigen Cowper’schen Drüsen.
Hoden (Testis, Orchis)
Form, Größe, Lage
Die Hoden entwickeln sich im Bauchraum und
wandern am Ende der Embryonalzeit durch den
Leistenkanal (✑ S. 139) in den Hodensack (Descensus testis, descensus = absteigen). Dabei gelangen auch Bauchfellanteile in den Hodensack.

Beim erwachsenen Mann sind die Hoden walnussgroß.
Mikroskopische Struktur
Der Hoden wird von einer bindegewebigen Hülle
umschlossen. Von dieser ziehen kleine Bindegewebssepten nach innen, dadurch kommt es zu
einer Aufteilung in ca. 250 Hodenläppchen. In
jedem Hodenläppchen befinden sich
2 – 4 Hodenkanälchen, die zusammen eine Länge von ca. 300 Metern
erreichen.

A. testicularis
Samenleiter
(Ductus deferens)

V. testicularis
Samenstrang

Funktionen
• Samenzellbildung
Die Bildung der Samenzellen (Spermien) erfolgt im gewundenen Teil
der Hodenkanälchen; diesen Vorgang
bezeichnet man als Spermiogenese.
Über den gestreckten Teil gelangen
die Spermien in das Hodennetz.

(Funiculus spermaticus)

Nebenhodenkopf
(Caput epididymidis)

Bindegewebslager
mit Hodennetz

P In der Scheide sind die Spermien

ca. 2 Stunden, in der Gebärmutter
bis zu 48 Stunden befruchtungsfähig.

(Rete testis)

Hodenläppchen
(Lobuli testis)

mit Hodenkanälchen
(Tubuli seminiferi)

Bindegewebssepten
(Septula testis)

Bindegewebshülle
(Tunica albuginea)

Nebenhodenkörper
Nebenhodenschweif
mit 4 – 5 m langem
Nebenhodengang

Abb. 14.2

Hoden (Testis) und Nebenhoden (Epididymis).

• Hormonbildung
In den Leydig’schen Zwischenzellen,
die zwischen den Hodenkanälchen
im Bindegewebe liegen, wird das
Androgen Testosteron gebildet. Mit
Beginn der Pubertät schüttet der
Hypophysenvorderlappen (✑ Kap.
15.3.3, S. 304) Hormone aus, die die
Spermienreifung und die Ausschüttung von Testosteron anregen. Das
Testosteron ist mit den weiblichen
Sexualhormonen Östrogen und Progesteron verwandt.

Funktion Im Nebenhoden reifen die Samenzellen aus. alkalisches Sekret gebildet. Er ist der wichtigste Speicher für die Spermien. Beckenboden und Rektum. 14. 279 Spermien Spermatiden Spermatozyt 2 SertoliZelle 1) Spermatozyt 1 Ursamenzelle (Spermatogonie) 1) Stützzellen. Außen hat sie eine unelastische Kapsel aus straffem Bindegewebe und glatter Muskulatur. Die Harnröhre wird eingeengt und der Harn in der Blase zurückgestaut (Retentio urinae). Lymphgefäße und Nerven des Hodens. 5 cm zusammengeknäulten Nebenhodengang. U.1 Männliche Geschlechtsorgane Blutversorgung Die Blutversorgung der Hoden erfolgt durch die Arteria und Vena testicularis. . P Bei älteren Männern kann sich die Prostata ❑ Bläschendrüsen (Glandula seminalis) Die beiden Bläschendrüsen liegen beidseitig am Harnblasengrund und grenzen dorsal an das Rektum. Abb. Nebenhoden (Epididymis) Der Nebenhoden liegt an der Hinterfläche des Hodens. Samenleiter (Ductus deferens) Länge und Lage Die Samenleiter sind 50 – 60 cm lang und haben einen Durchmesser von 3 mm. Dieser durchzieht den Nebenhoden und geht am Nebenhodenschweif in den Samenleiter über. Der in der Vorsteherdrüse verlaufende Endabschnitt der Samenleiter heißt Spritzkanal (Ductus ejaculatorius). In etwa 30 Einzeldrüsen wird ein milchig. Es bildet den Hauptteil der Samenflüssigkeit. Vom Hodennetz ziehen Kanälchen in den Nebenhodenkopf und münden hier in den 4 – 5 m langen auf ca. ein mögliches Prostatakarzinom oder eine Nierenschädigung durch Harnstau (Hydronephrose) verhindert werden. Krebs) rechtzeitig erkannt und damit u. Sie ziehen zunächst aus dem Hodensack heraus bis vor die Schambeinäste und von da aus im Samenstrang durch den Leistenkanal in das kleine Becken. Ihr Ausführgang verbindet sich mit dem Ductus ejaculatorius. Samenstrang (Funiculus spermaticus) Der Samenstrang liegt im Leistenkanal.3 Vorsteherdrüse (Prostata) Die kastaniengroße Prostata umschließt den ersten Abschnitt der Harnröhre. liegt also zwischen Harnblasenfundus. Funktion Die Bläschendrüsen produzieren für die Beweglichkeit der Spermien ein alkalisches Sekret. Anschließend verlaufen die Samenleiter seitlich der Harnblase in enger Nachbarschaft der Bläschendrüsen zum Fundus der Harnblase. P Das ❑ phosphathaltige Prostatasekret wirkt bewegungsauslösend auf die Spermien. Er enthält außer dem Samenleiter die A. Durch rektale digitale Untersuchung bei Männern über 50 Jahre kann eine vergrößerte Prostata (BPH. vergrößern (Benigne Prostatahyperplasie – BPH).14. Diese Muskulatur verleiht der Prostata eine im Vergleich zu anderen Drüsen feste Konsistenz. und V. Funktion Im Samenleiter erfolgt der Transport der Samenzellen von den Nebenhoden in die Harnröhre. das beim Samenerguss (Ejakulation) durch die reichlich vorhandene glatte Muskulatur rasch in die Harnröhre abgegeben wird. testicularis. also ebenfalls im Hodensack. die der Ernährung der reifenden Samenzellen dienen Reifung der Samenzellen. Der Prostatakrebs ist ein typischer Alterskrebs. Hier durchbohren sie von beiden Seiten die Vorsteherdrüse und münden innerhalb dieser auf dem Samenhügel in die Harnröhre. dünnflüssiges.

14.10. Das Sperma besteht aus ca. Die Eichel wird von einem Doppelblatt der Penishaut (Vorhaut = Präputium) bedeckt. – Schaft. Die Spermien bestehen aus Kopf. 0.4 Männliche Harnblase und Penis eröffnet.14 280 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Samenflüssigkeit (Sperma) Als Sperma bezeichnet man die bei einem Samenerguss (Ejakulation) über die Harnröhre ausgestoßene gallertartige weißliche Flüssigkeit.5 – 10 ml Flüssigkeit mit 30 – 150 Millionen Spermien pro Milliliter. Männliches Glied (Penis) Am Penis unterscheidet man äußerlich drei Abschnitte: – Wurzel. Das ist der bewegliche Teil ohne Eichel. vom quer gestreiften Harnröhrenschließmuskel umgeben Mündung des Harnleiters (Ostium ureteris) Bläschendrüse (Glandula seminalis) innere Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae internum) Vorsteherdrüse (Prostata) Cowper’sche Drüse (Glandula bulbourethralis) Gliedschenkel (Crus penis) paarige Gliedschwellkörper (Corpora cavernosa penis) Schwellkörperabschnitt der Harnröhre (Pars spongiosa urethrae) Schwellkörper der Harnsamenröhre (Corpus spongiosum penis) Schiffergrube (Fossa navicularis urethrae) Eichel des Penis (Glans penis) äußere Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae externum) Abb. Harnleiter (Ureter) Samenleiter (Ductus deferens) Harnblase (Vesica urinaria) Samenhügel (Colliculus seminalis) Mündung des linken Spritzkanals (Ductus ejaculatorius sinister) Vorsteherdrüsenabschnitt der Harnröhre (Pars prostatica urethrae) Beckenbodenabschnitt der Harnröhre (Pars membranacea urethrae) im Diaphragma urogenitale. 287). S. Hals. Mittelstück und Schwanz (✑ Abb.2 Äußere männliche Geschlechtsorgane Zu den äußeren männlichen Geschlechtsorganen gehören das männliche Glied mit Harnsamenröhre sowie der Hodensack. 14. Es setzt sich im Wesentlichen aus den in den Hoden gebildeten Spermien und den Sekreten von Bläschendrüsen und Prostata zusammen. 14. Dieser Teil befestigt den Penis an den Schambeinästen und dem Beckenboden.1. . – Eichel (Glans penis).

5 er zwiebelförmig verdickt. zwischen den inneren und Verengung der abführenden Venen erfolgt. Bereits vor der Geburt beginnen die Reifeteilungen (✑ S. Hier in der Beckenbodenmuskulatur liegen auch die beiden erbsengroßen Cowper’schen Drüsen 14. Aufrichtung des Gliedes Größe und Lage Die Erektion (Aufrichtung) des Gliedes zum Die bei der geschlechtsreifen Frau ca.14. Eierstockgrube. Die Haut ist pigmentiert und weist als Besonderheit reichlich glattes Muskelgewebe anstelle von Fettgewebe auf. die paarigen kleinen Hohlräumen und werden von einer Eileiter. Von außen nach innen gibt es 4 Schichten: Merke Der Penis hat eine Doppelfunktion.000 Follikel mit ebenso vielen Eizellen. – Eierstockmark: Es besteht aus lockerem Bindegewebe mit Gefäßen und Nerven. derben Hülle umgeben. großen (4 cm x 2 cm x l cm) Ovarien liegen an indem durch nervale Regulation eine Erweite. – Organkapsel aus Bindegewebe.2 Weibliche Geschlechtsorgane (Glandulae bulbourethrales). in der Hoden. Nach der Geburt bilden sich keine neuen Eizellen mehr. die Gebärmutter und die Scheide.1 Innere weibliche Geschlechtsorgane tion abgegeben wird. Zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen Die Schwellkörper bestehen aus zahlreichen gehören die paarigen Eierstöcke. Nebenhoden und die Anfänge der Samenleiter liegen. in der rung der zuführenden Arterien bei gleichzeitiger sog.Mikroskopischer Bau gen kommt. Hodensack (Scrotum) Der Hodensack ist eine Hauttasche.14. Ihr schleimiges Sekret.und Ausscheidungsorgan. Abb. das kurz vor der eigentlichen Ejakula. pflaumenZwecke des Geschlechtsverkehrs wird erreicht. soll die Urinreste der Harnröhre neutralisieren. Am hinteren Ende ist Penisquerschnitt. 281 . Schwellkörper werden prall mit Blut gefüllt. Haut (Cutis) Fascia penis Scheidewand (Septum penis) Im Inneren des Penis liegen drei Gliedschwellkörper lang gestreckte Schwellkörper. ohne dass jedoch der Blutstrom völlig zum Erlie. Dieses Muskelgewebe ermöglicht ein Zusammenziehen der Fleischhaut bei niedrigen und Erschlaffen bei höheren Temperaturen im Sinne eines Wärmeregulators für die empfindlichen Keimdrüsen. (Corpus cavernosum penis) – Die paarigen GliedschwellBindegewebshülle körper: Sie liegen im obe(Tunica albuginea) ren Bereich am Penisrücken. daher der Name Fleischhaut. – Bauchfellüberzug. welche jeweils eine Eizelle umhüllen.den Seitenwänden des kleinen Beckens. Funktion 1. Er ist Geschlechts.2. Follikelreifung Follikel sind Bläschen aus Follikelepithel. 50). 200. Die äußeren Beckengefäßen. 28 Tagen ein Follikel heran. Aber erst mit Beginn der ersten Regelblutung (Menarche) reift in ca. 14. Eierstock (Ovarium) Versteifung bzw.2 Weibliche Geschlechtsorgane P Häufige Entwicklungsstö❑ rung ist eine zu enge Vorhaut (Phimose). – Eierstockrinde: Sie enthält schon beim Neugeborenen ca. Schwellkörper der – Der Schwellkörper der HarnHarnröhre (Corpus spongiosum penis) samenröhre: Er umfasst die Harnröhre Harnröhre und trägt an sei(Urethra) nem vorderen Ende die Eichel.

282 14 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Dabei sind drei Stadien zu beobachten: • Primärfollikel. die noch keine Kinder geboren haben (Nullipara). latum uteri) als Aufhängung für Eileiter und Eierstock. der untere Halsteil ragt als Mutterkegel (Portio vaginalis) in die Scheide hinein. Die Eizelle ist meist von einer Schicht Follikelepithelzellen umgeben. Durch Teilung der Follikelepithelzellen schon in den ersten Lebenstagen wird die Hülle dicker. Das Gewebe zwischen dem Bauchfelldoppelblatt heißt Parametrium und enthält in Bindegewebe eingebettet Gefäße und Nerven. Gliederung (✑ Abb. Er kann vom Arzt bei einer gynäkologischen Untersuchung betrachtet werden. Bei gestörtem Auffang. Hormonbildung Im Eierstock werden in bestimmten Zellen Sexualhormone gebildet. • Östrogene (Follikelhormone). Bei Frauen. Im ersten Fall spricht man von einer Bauchhöhlen-. abgeflachten Teiles liegt die Gebärmutterhöhle (Cavitas uteri) als Entwicklungsraum für den Keimling. – Gebärmutterkörper (Corpus uteri): Im Inneren dieses breiten. Der sprungreife Follikel ist kirschkerngroß und hebt sich bis zum Eisprung (Ovulation) deutlich von der Oberfläche ab.8. der Isthmus uteri. • Sekundärfollikel. fängt die Eizelle beim Eisprung auf und transportiert sie mithilfe von Flimmerbewegungen der Flimmerepithelzellen sowie peristaltischen Muskelkontraktionen in die Gebärmutter. • Tertiärfollikel (= Graaf ’scher Follikel). Lage Der Uterus liegt im kleinen Becken zwischen der Blase und dem Rektum. im zweiten von einer Eileiterschwangerschaft. So entsteht von der Gebärmutter ausgehend das breite Mutterband (Lig. Beide sind lebensbedrohlich (Verblutungsgefahr) und müssen behandelt werden. Salpinx uterina) Der Eileiter ist ein 10 – 15 cm langer Schlauch und dient dem Transport der Eizelle vom Eierstock in die Gebärmutter. Vom Fundus der Gebärmutter ziehen die . S. P Über die Eileiter besteht eine direkte Verbin❑ dung von der freien Bauchhöhle über Gebärmutter und Scheide nach außen (Infektionsgefahr). Es entsteht ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum. Ihre Form ist im Frontalschnitt dreieckig und im Längsschnitt spaltförmig. Bauchfellbeziehung und Bänder Der Bauchfellüberzug des Uterus zieht als Doppelblatt seitwärts zur Beckenwand. Der Transport dauert ca. – Gebärmutterhals (Cervix uteri): Zwischen Körper und Hals liegt eine Engstelle als Verbindung. Nach unten verengt sich die Gebärmutterhöhle zum Gebärmutterhalskanal = Cervixkanal (Canalis cervicis uteri). 4 Tage. und 14. etwa 7 bis 10 cm lang und wiegt 60 bis 70 Gramm. Gebärmutter (Uterus) Form und Größe Die Gebärmutter ist birnenförmig. Das Follikelepithel teilt sich schnell. Lebensjahr. Eileiter (Tuba uterina. ist sie etwas größer als bei Frauen. weil der äußere Muttermund gegen die vordere Scheidenwand gedrückt wird. P Bei einer Krümmung des Körpers nach hin❑ ten (Retroflexio uteri) auf den Mastdarm könnte der Weg für die Spermien versperrt werden. 14. 284) Bei der äußeren Betrachtung der Gebärmutter erkennt man die folgenden Abschnitte. Die äußere trichterförmige Eileiteröffnung umfasst mit fingerartigen Fortsätzen (Fimbrien) den Graaf ’schen Follikel. die mehrere Kinder geboren haben (Multipara). P Der äußere Muttermund ist bei der Nullipara ❑ rund und bei der Multipara lippenartig quer gestellt.und Transportmechanismus kann sich eine befruchtete Eizelle sowohl in der Bauchhöhle als auch im Eileiter einnisten. Er entwickelt sich ab dem 10. – Gebärmuttergrund (Fundus uteri): Dies ist die Wölbung über den Eintrittsstellen der Eileiter in den Uteruskörper. Der obere Teil des Gebärmutterhalses liegt über der Scheide. Normalerweise ist der Körper nach vorn über die Blase gebeugt (Anteflexio uteri). Im Eileiter findet normalerweise die Befruchtung statt. • Gestagene (Gelbkörperhormon = Progesteron). 2.

und es kommt Diese gefäß. Die Uteruswand ist dreischichtig.u.7 . drüsenreiche Schicht besteht aus zum Gebärmuttervorfall (Prolapsus uteri) mit – der Basalschicht (direkt an die Muskulatur erheblicher Infektionsgefahr. 14. 14. 283 Mastdarm (Rektum) Eierstock (Ovarium) P In ❑ der Gynäkologie werden Gebärmutter (Uterus) die dem Uterus „anhängenden“ Organe (Eileiter.6). Abb. teres uteri) zündungen der GebärmutteranHarnblase hänge Adnexitis. 14. Eileiter (Tuba uterina) breites Mutterband) als Adnexe (= Anhangsgebilde) bezeichnet. teres uteri) durch den Leistenkanal zu den großen Schamlippen (✑ Abb. grenzend) und Gebärmutter Eierstock (Uterus) (Ovarium) Douglas’scher Raum Eileiter (Tuba uterina) (Excavatio rectouterina) Bauchfelltasche zwischen Uterus und Blase Mastdarm (Rektum) (Excavatio vesicouterina) Scheidengewölbe Harnblase (Fornix vaginae) (Vesica urinaria) Symphyse Harnröhre Scheide (Vagina) (Urethra) kleine Schamlippe Kitzler (Clitoris) (Labium minus pudendi) äußere Harnröhrenöffnung große Schamlippe (Ostium urethrae externum) (Labium majus pudendi) Weibliche Beckenorgane – Medianschnitt.6 schen Adnexitis und Appendizitis (Entzündung des Wurmfortsatzes) – auch im Hinblick auf therapeutische Maßnahmen Mikroskopischer Bau der Uteruswand – unbedingt zu achten. Abb. Wegen ähnli(Vesica urinaria) chen Symptomen ist auf eine exakte Unterscheidung zwiWeibliche Beckenorgane (Frontalschnitt). rundes Mutterband Dementsprechend heißen Ent(Lig.14. Bei manchen 1.2 Weibliche Geschlechtsorgane beiden runden Mutterbänder (Lig. Von innen nach Der Halteapparat des Uterus wird bei jeder außen sind zu unterscheiden: Schwangerschaft gedehnt. Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) Frauen verliert er seinen Halt. Eierstock.

welche während der monatlichen Regelblutung (Menstruation) abgestoßen und in den darauf folgenden Tagen wieder aufgebaut wird. Der Uterus liegt also intraperitoneal und ist entsprechend beweglich (Größenzunahme bei Schwangerschaft).14 284 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Fransen/ Fimbrien Ampulle des Eileiters Gebärmuttergrund (Ampulla tubae uterinae) (Fundus uteri) (Fimbriae tubae) Eileiterenge Gebärmutterkörper Tubentrichter (Isthmus tubae uterinae) (Corpus uteri) (Infundibulum tubae uterinae) Gebärmutterhals (Cervix uteri) Eierstock Muttermund (Ovarium) (Ostium uteri) Gebärmutterhöhle Scheide (Cavitas uteri) (Vagina) Mutterkegel Gebärmutterenge (Portio vaginalis) (Isthmus uteri) Abb. aber auch als Reibefläche für den Penis beim Geschlechtsverkehr (Koitus). Das untere Ende der Scheide (Scheideneingang. Der obere Scheidenteil ist gewölbeartig erweitert (man spricht vom Scheidengewölbe) und umfasst den äußeren Muttermund (Portio vaginalis). Scheidenschleimhaut Die Schleimhaut der Scheide trägt mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel. Hier bilden die Zellen einen Schleimpfropf. – der Funktionsschicht. der das Eindringen von Krankheitserregern von der Scheide her verhindert. Dadurch wird das Scheidensekret sauer (pH-Wert = 4) und bildet einen wichtigen Infektionsschutz. Scheidenmund) mündet in den Scheidenvorhof. . Scheide (Vagina) Die Scheide ist ein ca. Die Zellen enthalten sehr viel Glykogen. Vorder. 14. Bauchfellüberzug (Perimetrium) Das Peritoneum überzieht vom Scheitel der Harnblase kommend die Gebärmutteroberfläche. sodass ein Querspalt entsteht. Von der hin- teren Seite des Gebärmutterhalses zieht dann das Bauchfell zur Vorderfläche des Rektums. P Das ❑ Myometrium neigt zur Bildung gutartiger Gewächse (Myome). Gebärmuttermuskulatur (Myometrium) Diese glatte Muskulatur ist in Spiralzügen angeordnet und wirkt vor allem als austreibende Kraft während der Geburt des Kindes durch Gebärmutterhalskanal und Scheide. 10 cm langer elastischer Schlauch zwischen Harnröhre und Mastdarm. Die Wand besitzt Reservefalten für den Geburtsvorgang. Nach ihrem Absterben bilden Milchsäurebakterien. 2. auch Döderlein’sche Scheidenbakterien genannt. aus dem anfallenden Glykogen Milchsäure. Die Schleimhaut im Gebärmutterhalskanal enthält palmenblattartige Falten.8 Innere weibliche Geschlechtsorgane von vorn.und Hinterwand liegen aufeinander. 3.

Diesen Funktionen entsprechend ist die Scheide elastisch. Sie enthalten Talg-. Es besteht aus: • Schamberg (= Venushügel).und verformbar. 14. Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) Der Scheidenvorhof ist der Raum zwischen den kleinen Schamlippen. • paarige kleine Schamlippen. Die Behaarung schließt nach oben horizontal ab. und seine Schleimhaut ist reichlich mit sensiblen Nervenendungen versorgt. Große Schamlippen (Labia majora pudendi) Die großen Schamlippen werden aus 2 breiten behaarten Hautwülsten gebildet und umschließen die Schamspalte (Rima pudendi). Die Clitoris ist von der Kitzlervorhaut (Preputium clitoris) umgeben. Kitzler (Clitoris) Der Kitzler besteht aus Schwellkörpergewebe.2 Äußere weibliche Geschlechtsorgane Das äußere Genitale der Frau wird als Vulva (= weibliche Scham) bezeichnet. – nimmt das ejakulierte Sperma auf (Speicherung im hinteren Scheidengewölbe) und – dient als Geburtskanal.9 .und Duftdrüsen. Er liegt über vorderer Zusammenschluss der großen Schamlippen (Commissura labiorum anterior) Kitzlervorhaut (Preputium clitoris) 285 dem vorderen Zusammenschluss der großen Schamlippen und ist behaart. P Scheidenspülungen ❑ sollten wegen Beeinträchtigung der Scheidenflora nicht zu häufig vorgenommen werden. • paarige große Schamlippen. In ihm liegen von vorn nach hinten – die äußere Harnröhrenöffnung (Ostium urthrae externum) und – der Scheideneingang (Ostium vaginae). • Scheidenvorhof und • Kitzler. Schweiß. Beim Scheidenabstrich wird die hintere Wand der Scheide im oberen Bereich abgetupft und so Zellen für die mikroskopische Untersuchung gewonnen.2.2 Weibliche Geschlechtsorgane Funktion Die Scheide hat 3 Aufgaben: Sie – ist weibliches Geschlechtsorgan. Kleine Schamlippen (Labia minora pudendi) Die kleinen Schamlippen sind fettfreie. mit Talgdrüsen versehene dünne unbehaarte Hautfalten. Er ähnelt in seinem Bau dem Penis und erigiert bei sexueller Stimulation. dehn. Abb. die an der Innenseite der großen Schamlippen liegen. Schamberg (Mons pubis) Der Schamberg ist ein Fettpolster.14. Schamberg (Mons pubis) große Schamlippe (Labium majus pudendi) kleine Schamlippe Kitzler (Labium minus pudendi) (Clitoris) Scheidenvorhof äußere Harnröhrenöffnung (Vestibulum vaginae) (Ostium urethrae externum) Scheideneingang (Ostium vaginae) Reste des Jungfernhäutchens (Carunculae hymenales) Damm (Perineum) hinterer Zusammenschluss der großen Schamlippen (Commissura labiorum posterior) After (Anus) Äußere weibliche Geschlechtsorgane. 14.

Altern (Seneszenz) Tod – Abbauprozesse. Follikelzellen Entwicklungsperioden der Individualentwicklung. Tab. mit Hilfe von Geschlechtszellen.und Entwicklungsprozesse (bzw. 200. Beischlaf) Der Geschlechtsverkehr ist normalerweise die Voraussetzung für die Befruchtung. psychischen und sozialen Faktoren beeinflusst. h. ab S. Weg der Eizelle In einem Eierstock eines Mädchens befinden sich bereits bei der Geburt ca. Periode kommt es zum Nachlassen der Leistungsfähigkeit. Beim Kind stellt er einen zusätzlichen Infektionsschutz dar.1). die vom vegetativen Nervensystem gesteuert werden (✑ Tab. Der Geschlechtsakt kann in 4 Phasen eingeteilt werden. Die Individualentwicklung (Ontogenese) des Menschen läßt sich in 4 Entwicklungsperioden gliedern (✑ Tab 14. 43). Man unterscheidet die vorgeburtliche (pränatale) und nachgeburtliche (postnatale) Entwicklung. 4. Gewebsrückbildung – Nachlassen der Stoffwechselintensität In der 4. Gewebe und Organe sind voll leistungsfähig – Bildung und Reifung der Geschlechtszellen – Fortpflanzung Hier erreicht der Mensch seine optimale körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.1 Merke Die individuelle Entwicklung des Menschen beginnt mit der Befruchtung und endet mit dem Tod. 2. Er trennt mithin äußere und innere weibliche Geschlechtsorgane. d. insbesondere der Geschlechtsorgane und sekundären Geschlechtsmerkmale In dieser Periode wird die Fortpflanzungsfähigkeit erreicht und das Wachstum abgeschlossen. Entwicklungsperiode wichtige Wachstums. eingeschlossen von sog.und Jugendentwicklung – Wachstum und weitere Organausbildung. 14. Beim ersten Geschlechtsverkehr wird das Jungfernhäutchen zerstört (= Defloration). Ejakulat) entleert. Merkmale) 1. 14. . Kindes. Die Individualentwicklung endet mit dem Tod. Hierbei wird das männliche Glied (Penis) in die weibliche Scheide (Vagina) eingeführt und die Samenflüssigkeit (Sperma.5. wobei die Erbinformationen von den Eltern auf die Nachkommen übertragen werden (✑ Kap.14 286 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Jungfernhäutchen (Hymen) Der Hymen ist eine dünne Schleimhautplatte am Scheideneingang und engt dessen Öffnung ein. Geschlechtsverkehr (Coitus. 2. Der Mensch pflanzt sich geschlechtlich (sexuell) fort. Dieser Vorgang kann schmerzhaft sein und zu einer geringfügigen Blutung führen.2 auf Seite 288). 3. 14. Säuglings-.000 Ureizellen. Die menschlichen Entwicklungsperioden werden von biologischen. Erwachsenenstadium (adulte Periode) – Zellen. Befruchtung Embryonal-/ und Fetalentwicklung – Furchung (Blastogenese) – Keimblätterbildung (Gastrulation) – Bildung der Organanlagen und Organe (Organogenese) Diese Periode ist durch ein intensives Zellteilungswachstum und vielfältige Zelldifferenzierungen gekennzeichnet.3 Fortpflanzung und Individualentwicklung des Menschen bis zur Geburt (Überblick) Fortpflanzung bedeutet Reproduktion artgleicher Nachkommen. Kohabitation.

Y = männlich Befruchtung haploide Samenzelle haploide Eizelle 287  und  Vorkerne verschmelzen zu diploider Zygote Beginn der Zellteilung Eileiter (Tuba uterina) Eileiter (Tuba uterina) Eierstock (Ovarium) Eierstock (Ovarium) Gebärmutter Scheide (Vagina) (Uterus) äußerer Muttermund (Ostium externum uteri) Eizelle Kopf mit Kopfkappe (Akrosom) Hals mit Zentriol Mittelstück mit Mitochondrien Achsenfaden aus Mikrotubuli Hüllenzellen Follikelflüssigkeit Eizelle Follikelzellen Schwanz sprungreifer Follikel (Tertiärfollikel = Graaf’scher Follikel) Weg der Samen.14. X = weiblich oder 22 Autochromosomenpaare + X.10 . 14. Abb.3 Fortpflanzung und Individualentwicklung 22 Autochromosomenpaare + X.und Eizelle zum Ort der Befruchtung.

Weg der Samenzellen (= Spermien) Beim Geschlechtsverkehr (Coitus) gelangen mit der Samenflüssigkeit ca. Eisprung (= Follikelsprung = Ovulation) Der reife Follikel erreicht einen Durchmesser von 1 – 2 cm. Entstehung der sog.und Samenleitermuskulatur. 14. Samenzellen vom Hoden über Nebenhoden. Die Zygote ist die erste Körperzelle des neuen Organismus. Tag. Anschließend bildet sich durch Verlagerung der Zellen aus der Morula die Blastozyste (= bläschenförmiger Keim). Die Zellen werden nunmehr als Blastomeren bezeichnet.14 288 Tab. Muskelfung und Verkleinerung des Penis. 30 Stunden nach der Befruchtung. – zu geringe Beweglichkeit der Spermien. rhythmische Kontraktionen der Vaginal-.). Er reißt schließlich ein. die Harnröhre ausgestoßen. Entscheidend für das Geschlecht des Kindes ist somit die Samenzelle. Plateauphase Sekret der Cowper’schen-Drüsen wird Optimales Anschwellen der Schwellzur Neutralisierung von Harnresten in körper des Kitzlers (Clitoris). Orgasmusphase (= Höhepunkt des Geschlechtsverkehrs) Ausstoßen der Samenflüssigkeit (= Ejakulation) durch rhythmische Kontraktionen der Beckenboden. Furchung Unter Furchung versteht man die ersten mitotischen Zellteilungen der Zygote auf ihrem Weg durch den Eileiter in die Gebärmutter.11 . Nach ca. In dieser Zeit ist eine Befruchtung am wahrscheinlichsten.Erweiterung und Befeuchtung der rung des Penis. 72 Stunden ist die Gebärmutter erreicht und ein stecknadelkopfgroßer Zellhaufen aus 32 Zellen entstanden – die Morula (= maulbeerförmiger Keim). – missgebildete Spermien. Die Samenzellen sind höchstens 72 Stunden befruchtungsfähig. Phase Mann Frau Erregungsphase Versteifung (Erektion) und Vergröße. – nicht durchgängige Samenleiter.Schwellkörper entleeren sich. Befruchtung (Fertilisation) Unter Befruchtung versteht man die Verschmelzung einer haploiden Samenzelle mit einer haploiden Eizelle zu einer diploiden Zygote = befruchtete Eizelle). Sie beginnt ca.oder Graaf ’scher Follikel. Erschlaf. Rückbildungsphase Schwellkörper entleeren sich. bei der Frau – Missbildungen der inneren Geschlechtsorgane. Samenleiter und Harnröhre in die Scheide. Von da aus wandern sie aufgrund ihrer Eigenbeweglichkeit über die Gebärmutter ebenfalls in den Eileiter (Zeitdauer: 45 – 60 Min. Die Eizelle ist nur 12 Stunden befruchtungsfähig. – Funktionsstörungen der Eierstöcke oder der Gebärmutter. 14. – nicht durchgängige Eileiter. (Eizelle plus Follikelzellen gleich Primordialfollikel). Die Befruchtung findet in der Regel im Eileiter statt. Merke Beim Menschen bestimmen die Geschlechtschromosomen das Geschlecht. Der sprungreife Follikel heißt Tertiär. Der Eisprung erfolgt bei einem 28-tägigen Zyklus in der Regel zwischen dem 12. tonus von Uterus. Mit Beginn der Pubertät reift in jedem Zyklus ein Follikel und wird sprungfähig.und Beckenbodenmuskulatur. 200 bis 300 Mill. Vagina. und 15. Vagina und Beckenboden normalisieren sich. In Abb. P Ursachen für Unfruchtbarkeit können sein: ❑ Beim Mann – zu geringe Spermienzahl. Uterus. XX-Zygoten ergeben weibliche und XY-Zygoten männliche Individuen. orgastischen Manschette in der Vaginalwand. Eizelle und Hüllzellen gelangen mit der Follikelflüssigkeit in den Eileiter.2 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Die vier Phasen des Geschlechtsaktes.

3 Zygote Furchung Morula Zellumlagerung Blastozyste innere Blastomeren äußere Blastomeren Embryoblast Trophoblast .14. Entoderm (= inneres Keimblatt). Abb. und aus den inneren der Embryoblast. Schon zu diesem Zeitpunkt produziert der Trophoblast auch das Schwangerschaftshormon Choriongonadotropin (HCG). sind die Teile der Blastozyste zu erkennen: – innen die Blastozystenhöhle mit Flüssigkeit. das auch das Amnion bildet. Merke Aus den äußeren Blastomeren entwickelt sich der Trophoblast. Einnistung (Nidation) Im zuvor beschriebenen Entwicklungszustand beginnt in der 2. der sich mit Teilen der Gebärmutterschleimhaut zum Mutterkuchen (Placenta) umbildet. Furchung. 14. das den Gelbkörper zur weiteren Progesteronsynthese anregt. Dies geschieht mithilfe von Enzymen der Trophoblastzellen. Das Progesteron verhindert den Abbau der Gebärmutterschleimhaut (✑ S. Die Blastozyste dringt in die Schleimhaut ein und verwächst mit ihr. aus dem die eigentliche Keimund Fruchtanlage entsteht. Keimblattbildung (= Gastrulation) Nach der Nidation der Blastozyste differenzieren sich die Zellen des Embryoblasten in 3 Schichten (Keimblätter): Ektoderm (= äußeres Keimblatt). 305). 14. Urin nachgewiesen und eine Schwangerschaft festgestellt werden (immunologischer Schwangerschaftstest).11 Tab. – die äußeren Blastomeren als einschichtige Hülle und – die inneren Blastomeren als kleiner Zellhaufen. P Bereits 1 Woche nach der Befruchtung kann ❑ das Choriongonadotropin im Blut bzw.3 Fortpflanzung und Individualentwicklung 2-Zellen-Stadium 289 Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ➞ Einnistung 4-Zellen-Stadium (Nidation) innere Blastomeren ➞ ➞ ➞ ➞ 8-Zellen-Stadium Blastozystenhöhle äußere Blastomeren Morula Blastozyste Die Stadien der Furchung. Entwicklungswoche die Einnistung in die jetzt besonders aufnahmebereite Gebärmutterschleimhaut. Mesoderm (= mittleres Keimblatt).

Knorpelskelett. einfacher Blutkreislauf. Ohren.4 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Überblick über wichtige Phasen der Embryonalentwicklung. Geschlecht feststellbar. Lanugobehaarung. Nach Bildung der Placenta (Mutterkuchen. P Medikamente. 9 35 25 500 4. Die ca. Von nun an heißt der Keimling Fetus. In der Tabelle 14. und 2 Nabelarterien (Aa. P In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten ❑ ist der Embryo aufgrund der Organbildung besonders stark gefährdet. 14.300 Alle Organe ausgebildet. Die scheibenförmige Placenta (Durchmesser = 15 – 20 cm. Keimling (= Embryo). Merkmale Bemerkungen Typische Körpergliederung. (in g) 6. Drogen.5 2. 40 1. ❑ Alkohol. Nikotin. umbilicales) leiten das Blut vom Kind zur Placenta zurück. 0. Reifezeichen vollständig. 8. Augen. Toxine. 500 g) besteht aus einem mütterlichen Anteil (stammt von der Gebärmutterschleimhaut) und einem kindlichen Anteil (stammt vom Trophoblasten). Monat Länge Masse (in cm) 1. 2 1 3.und Entsorgung.500 Starke Massenzunahme. 50 3.000 –3. Versorgung des Keimlings Unmittelbar nach der Einnistung wird der Keimling mit Stoffen aus dem mütterlichen Gewebe zunächst über den Trophoblasten versorgt. . B. Anlagen für Nervensystem.oder Hinterseite. Sie sitzt normalerweise im oberen Teil der Uterushöhle an der Vorder. Schädigende Einflüsse üben z. Nachgeburt) übernimmt diese die Ver. Beginn der Verknöcherung. umbilicalis) leitet das Blut von der Placenta zum Kind. 7. Organbildung Aus den Keimblättern bilden sich durch weitere Zellverlagerungen und Zelldifferenzierungen die einzelnen Organanlagen für die späteren Organe. Viren. Frühgeburt – eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Öffnen der Augen. Östrogene. Mutter spürt Bewegungen. Herzschlag hörbar. 50 cm lange Nabelschnur verbindet Placenta und Kind./5. Progesteron) und Enzymen den Erhalt der Schwangerschaft. Eine Vermischung von kindlichem und mütterlichem Blut findet nicht statt. Masse = ca. radioaktive Strahlen.14 290 Tab. Alle Organanlagen. Alkohol und Nikotin aus. Viren und Bakterien können die Placentaschranke überwinden und dem Embryo schwerwiegende Schäden zufügen. Zahnanlagen.4 sind die wichtigsten Merkmale der einzelnen Entwicklungsphasen zusammengestellt. Sie enthält 3 Blutgefäße: 1 Nabelvene (V. Merke Neben der Versorgung des Kindes mit allen lebensnotwendigen Stoffen und der Entsorgung von Stoffwechselprodukten sichert die Placenta durch die Produktion von Hormonen (Choriongonadotropin = HCG und Placentalaktogen = HPL als schwangerschaftsspezifische Hormone. Röntgenstrahlen. bestimmte Medikamente.

3 Fortpflanzung und Individualentwicklung Vor Abtrennung der Nabelschnur 291 Nach Abtrennung der Nabelschnur Aortenbogen (Arcus aortae) Ductus arteriosus Lig. arteriosum (vormals Ductus arteriosus) rechter Vorhof linker Vorhof (Atrium dextrum) Ductus venosus (Atrium sinistrum) ovales Loch offen geschlossen (Foramen ovale) Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) Leber (Hepar) Lig. cava inferior) Nabel (Umbilicus) Nabelschnur (Chorda umbilicalis) Mutterkuchen Gebärmutter (Placenta) (Uterus) Fruchtblase mit Fruchtwasser Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ■ O2-reiches Blut ■ O2-armes Blut ■ Mischblut Scheide (Vagina) Der Blutkreislauf des Keimlings (Fetalkreislauf). Abb. 14. venosum (vormals Ductus venosus) Navelvene untere Hohlvene (V. umbilicalis) (V.14.12 .

12. also ❑ die Öffnung im Vorhofseptum. Ductus arteriosus und Ductus venosus veröden in den ersten Lebensmonaten zu bindegewebigen Strängen. 40 Wochen (280 Tage). die das sauerstoff. P Nicht selten wird das Foramen ovale. in der mütterlicher und fetaler Kreislauf völlig getrennt sind. Merke Die Nabelschnur enthält 3 Gefäße: – 1 Nabelschnurvene. Tag der letzten Regelblutung minus 3 Monate plus 7 Tage plus 1 Jahr. Dabei halten sich Produktion und Resorption im Gleichgewicht. Tag der letzten Regel = 1. Schutz des Keimlings Der Keimling wird durch das Fruchtwasser und die aus den Eihüllen bestehenden Fruchthüllen wirksam geschützt. dass mit Ausnahme der Nabelschnurvene alle anderen Gefäße Mischblut führen. – Umgehung der Lunge: • Foramen ovale (im Vorhofseptum). durchströmt die Lungen und fließt über die Lungenvenen in den linken Vorhof. Umbildungen im Kreislauf nach der Geburt Beim ersten Atemzug des Neugeborenen vollziehen sich folgende Umbildungen: – Durch Entfaltung der Lungen wird das Blut aus dem Truncus pulmonalis angesaugt. Das Fruchtwasser wird ständig von den Epithelzellen der Fruchthöhlen produziert und auch wieder resorbiert.292 14 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Der Blutkreislauf des Keimlings (Fetalkreislauf) In der 2. Kurz nach der Geburt werden die Shunts geschlossen. Merke In Flüssigkeiten breitet sich der Druck gleichmäßig nach allen Seiten aus. da durch die fehlende äußere Atmung und die von der Mutter fertig aufbereiteten Nährstoffe beide Organe ihre volle Funktion noch nicht erfüllen müssen. die später zur Fruchtblase wird. Bereits 6 Wochen nach der Befruchtung schwimmt der Embryo im Fruchtwasser der Amnionhöhle. Der fetale Kreislauf ist gekennzeichnet durch 3 physiologische Shunts (Kurzschlussverbindungen) – Umgehung der Leber: Ductus venosus Arantii (zwischen Nabelvene. In der späten Schwangerschaft beträgt die normale Menge ca. es wird also laufend erneuert. Schwangerschaftshälfte bildet sich der Kreislauf des Fetus heraus. nicht vollständig geschlossen. • Ductus arteriosus Botalli (zwischen Truncus pulmonalis und Aorta). Geburt Die Schwangerschaft des Menschen dauert ca. bei vollständig persistierender Öffnung muss diese operativ geschlossen werden. Das Blut des Keimlings wird durch die Arbeit seines Herzens bewegt. minus 3 Monate plus 7 Tage plus 1 Jahr ergibt den 8. Gleichzeitig schützt das Fruchtwasser vor Temperaturveränderungen und äußeren Einflüssen. Seine Besonderheit besteht darin. Dies ist aber ausreichend. Der Stoffaustausch erfolgt in der Placenta. Der voraussichtliche Geburtstermin wird wie folgt bestimmt: 1. 3. 1 Liter. die das verbrauchte Blut aus dem Keimling in die Placenta zurückführen. Geburtsverlauf Der Verlauf der normalen Geburt wird in 3 Perioden eingeteilt. – 2 Nabelschnurarterien. sodass ein optimaler Schutz des Kindes – vor allem vor Druck – besteht. – Eröffnungsperiode Beginnt mit der regelmäßigen Wehentätigkeit .und nährstoffreiche Blut von der Placenta in den Keimling leitet. – Nabelschnurgefäße. Beispiel: 1.und unterer Hohlvene). als voraussichtlichen Geburtstermin. – Der im linken Vorhof entstehende Druck schließt das Foramen ovale. Durch diese Umgehungen gelangt in Lunge und Leber relativ wenig Blut. Bei nur geringer Restöffnung ergeben sich kaum nachteilige Folgen.

– Austreibungsperiode Sie beginnt. Dauer bei Erstgebärenden: ca. 12 Stunden. Dauer: 15 – 20 Minuten. 30 Minuten.14. Dauer bei Erstgebärenden: ca. wenn der Muttermund vollständig 293 eröffnet ist und endet mit der Geburt des Kindes. Abb. Der Kopf des Kindes hat sich bis zum Beckenboden geschoben. Der Geburtsvorgang ist damit beendet. – Nachgeburtsperiode Das ist der Zeitraum von der Geburt des Kindes bis zum Abstoßen der Placenta (= Nachgeburt).3 Fortpflanzung und Individualentwicklung und endet mit der vollständigen Eröffnung des Muttermundes und normalerweise dem Platzen der Fruchtblase.13 . Placenta Nabelschnur Muttermund Eröffnungsperiode regelmäßige Wehentätigkeit Öffnung des Muttermundes Platzen der Fruchtblase Austreibungsperiode vollständige Öffnung des Muttermundes Geburt des Kindes Nachgeburtsperiode Abstoßen der Placenta Die drei Perioden des Geburtsverlaufes. 14.

7.14 294 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Fragen zur Wiederholung 1. und wie erfüllt er sie? Beschreiben Sie den Aufbau des Uterus. 6. 18. des Fetus? Welche Besonderheiten kennzeichnen den fetalen Kreislauf. Welche Aufgabe hat der Eileiter. und wodurch sind diese gekennzeichnet? . 13. Was bedeutet der Begriff „Adnexe“? Begründen Sie. 16. Was versteht man unter Nidation? Wie erfolgen Versorgung und Schutz des Embryos bzw. Geben Sie einen Überblick über die weiblichen Geschlechtsorgane und deren Lage. 21. warum eine gesunde Scheidenflora der wichtigste Schutz gegen Infektionen der inneren weiblichen Geschlechtsorgane ist. 11. 17. 2. 8. welche Folgen ein sich nicht schließendes Foramen ovale für den Organismus hat. 12. 20. 10. Was versteht man unter dem Scheidenvorhof? Welche Gebilde liegen in ihm? Nennen und beschreiben Sie die Entwicklungsperioden in der menschlichen Individualentwicklung. Beschreiben Sie die Follikelreifung im Eierstock. 9. Was versteht man unter der Befruchtung. 3. 14. und welches sind die wichtigsten Ergebnisse? Was geschieht während der Furchung? Unterscheiden Sie Trophoblast und Embryoblast. und welche Umstellungen vollziehen sich nach der Geburt? Überlegen Sie. Geben Sie einen Überblick über die männlichen Geschlechtsorgane und deren Lage. 4. 15. Welche Aufgaben erfüllen die inneren männlichen Genitalorgane? Wie ist das Sperma zusammengesetzt? Beschreiben Sie den Weg der Spermien vom Bildungsort zum Ort der Befruchtung. Wie wird der Geburtstermin bestimmt? In welche Perioden wird der Geburtsverlauf eingeteilt. 19. 5.

daher der Name Gewebshormon. Merke . h. Sie werden deshalb in treffender Weise als Botenstoffe bezeichnet.. Blutdruck). Geburt). Schilddrüse). B. Das Hormonsystem reguliert durch Hormone: – die Nahrungsaufnahme. Die Hormone diffundieren über die interstitielle Flüssigkeit in das Blut oder die Lymphe. – das Wachstum sowie die körperliche. So können Aktionspotentiale Hormonfreisetzung und umgekehrt Hormone Aktionspotentialbildung bewirken. Die Hormone sind chemische Signal. Hormone Die Hormone gehören wie die Vitamine und Enzyme zu den Wirkstoffen. die im Unterschied zu den exokrinen Drüsen keinen Ausführgang besitzen (✑ S. 2. 87). B. B. Schwangerschaft.oder endokrinen Drüsen sind eigenständige Organe (z. Säure-Basen-Haushalt. die Langerhans’schen Inseln des Pankreas und die Leydig’schen Zwischenzellen in den Hoden. Anpassung der Herzfrequenz). Die Hormon. Energiestoffwechsel). Beide Systeme beeinflussen sich wechselseitig. Bildungs. Merke Hormone sind biochemische Regulatorstoffe.295 15 Hormonsystem (Endokrines System) Hormonsystem und Nervensystem koordinieren im engen Zusammenwirken alle Organfunktionen. diesbezüglich von 4 Stoffklassen zu sprechen: 1.1). Dementsprechend werden hormonelles und nervales Regulationssystem unterschieden. in einigen Fällen aber auch über den Blutweg. Mit dem Blutstrom werden sie rasch im Körper verteilt (Fernwirkung) und erreichen so ihren Wirkungsort – entweder eine untergeordnete endokrine Drüse oder nichtendokrine Zellen (✑ Tab 15. Glanduläre Hormone (= Drüsenhormone) Die Bildung erfolgt in Drüsen. B. Die glandulären Hormone werden in Drüsen gebildet und gelangen durch den Blutkreislauf zum Wirkungsort. Sie werden deshalb auch als Koordinationssysteme bezeichnet. B.und Eizellen. sexuelle und geistige Entwicklung. Kreislauf. 15. Merke Das Hormonsystem realisiert seine Funktion mithilfe von Hormonen (= Inkrete). – die Leistungsanpassung (z. – die Homöostase des inneren Milieus (z.1 Regulationsfunktionen der Hormone Einteilung Wegen der fließenden Übergänge von Hormonen und hormonähnlichen Stoffen ist es zweckmäßig. B. – die Fortpflanzungsmechanismen (Bildung und Reifung der Samen. die schnell ablaufen müssen (z. sondern in spezialisierten Zellgruppen bestimmter anderer Gewebe bzw. d. geringste Mengen lösen bereits spezifische biologische Reaktionen aus. Ansammlungen hormonbildender Zellen sind z. Vorrangig nerval reguliert werden Lebensprozesse.und Wirkungsort liegen meist weit entfernt. Wachstums. Wärmehaushalt). Aglanduläre Hormone (Gewebshormone) Diese Hormone werden nicht in Drüsen. Pupillenadaptation. Meist gelangen sie durch Diffusion über die interstitielle Flüssigkeit zum Erfolgsorgan.und Regulatorstoffe. Organe gebildet. Diese meist organischen Verbindungen besitzen eine hohe und spezifische biologische Wirkung. Vorrangig hormonell reguliert werden langsam ablaufende Lebensprozesse (z. Wasser-Salz-Haushalt. Sie werden entweder in Hormondrüsen oder zerstreut verteilten endokrinen Zellen gebildet und gelangen meist mit dem Blutstrom zu ihren Erfolgsorganen.und Entwicklungsprozesse. – den Stoffwechsel.

Hormongruppen Beispiel: Transcortin für Cortisol und ProgesteHauptgruppen kleine Gruppen ron. B. die für Testosteron und sich von einer Peptid. Typische Mediatorstoffe sind Histamin. Progesteron Eierstöcke Testosteron Hoden Insulin. So sind Adrenalin und Noradrenalin einerseits glanduläre Hormone. Gastrin) und der Niere (Renin. Noradrenalin Nebennierenmark (NNM) Östrogene. glanduläre. Sie gelten aber auch als neurosekretorische Hormone (Neurotransmitter. Cortisol Nebennierenrinde (NNR) Adrenalin. Hormon Bildungsort Thyroxin. Zu ihnen gehören die Hormone des Hypothalamus: Releasingund Inhibitinghormone.1 Hormonsystem (Endokrines System) Glanduläre Hormone. 15. Die Zuordnung von Wirkstoffen ist manchmal schwierig. . aglanduläre und neurosekretorische Hormone einerseits und Mediatorstoffe andererseits zu unterscheiden. Erythropoetin). wenn sie vom Nebennierenmark an das Blut abgegeben werden (✑ S. • fettlöslich (lipophil) Vertreter Aldosteron Cortisol Testosteron Östrogene Progesteron • wasserlöslich (hydrophil) Vertreter alle Hormone mit Ausnahme der Steroidhormone und Hormone der kleinen Gruppe Noradrenalin Thyroxin Trijodthyronin Die meisten Hormone gehören zu den Peptiden bzw. zu ihrem Zielort transportiert. Proteinen sowie den Steroiden. 3. Entzündungen) gebildet.und Steroidhormone die Östrogene. 368). Mediatorstoffe (Mediatoren. Vermittler) Diese Wirkstoffe werden in vielen Zellen (häufig bei Erkrankungen wie Allergien. Glukagon Bauchspeicheldrüse Merke Die aglandulären Hormone wirken in der Regel in unmittelbarer Nähe ihrer Bildungsstellen. Trijodthyronin.2 Chemische Struktur der Hormone.15 296 Tab. Sie diffundieren nur innerhalb des Gewebes. 4. Calcitonin Schildrüse Parathormon (= Parathyrin) Nebenschilddrüse Aldosteron. SexualhormonBindungs-Globulin • Hormone. 15. wirken also lokal. chemische Überträgerstoffe). Neurosekretorische Hormone Diese Hormone werden in Nervenzellen gebildet (Neurosekretion) und gelangen über die Blutbahn zum Erfolgsorgan. Alle schlecht wasserlöslichen Steroidhormone. Oxytocin und Adiuretin. also lokal (Nahwirkung). aber auch verschiedene wasserlösliche Hormone werden im Blut an zum Teil spezifische Transportproteine gebunden und so Tab. Aminosäure Glykoproteinhormone ableiten thyroxinbindendes Globulin (TBG) • aus Aminosäuren • leiten sich vom Vertreter aufgebaut Cholesterol ab Adrenalin für Thyroxin. Merke Bei der Einteilung der biochemischen Regulatorstoffe ist es wegen der fließenden Übergänge zweckmäßig. Zu den aglandulären Hormonen gehören die Hormone des Magen-Darm-Traktes (z. Serotonin und die Prostaglandine.

– Organe. das Reaktionspartner für blockieren. 15. in denen überschüssige Hormone inaktiviert und eliminiert werden. 297 periphere endokrine Drüse Biologischer Regelkreis als Regulator der Hormonproduktion effektorische Hormone Die Hormonkonzentrationen im Blutplasma werden in vie+ = fördern len Fällen nach dem Prinzip Erfolgsorgan – = hemmen der negativen Rückkopplung konstant gehalten: Ein Anstieg der Hormonkonzentration im Plasma wirkt hemmend auf seine Freisetzung. Agonist) ein Abfall dagegen fördernd. Signalwirkung ist. Merke Tab. B. Agonist (z. Antigen) Rezeptor (Glykolipid. mit Reiz. die die Hormone binden und dadurch ihre Wirkung vermitteln. Rezeptor ein Molekül (meist sind es Glykolipide die die molekularen Rezeptoren hemmen bzw. Hormon.4 Schlüssel-Schloss-Prinzip. Glykoprotein) Effekt (z.15. – Erfolgsorgan (Wirkungsort des Hormons). In dem das Hormon mit dem Rezeptor reagiert. jene für die Steroidhormone sitzen am Zellkern oder anderen Zellorganellen. – Blut als Transportmittel. . also innerhalb der Zellen.1 Regulationsfunktionen der Hormone Hierarchie der Hormone. 15. B. Stoffe. Tab. ein anderes Molekül oder Ion (= Ligand. die Synthese Hormonrezeptoren gehören zu den molekularen eines Enzymeiweißes) ausgelöst. „Schlüssel“ „Schloss“ Ligand. Bakterientoxin. Auf mus kann man sich als Schlüssel(Ligand)molekularer Ebene versteht man unter einem Schloss-(Rezeptor)-Prinzip vorstellen. oder Glykoproteine). Die meisten Hormone werden in der Leber inaktiviert und die Abbauprodukte über die Niere ausgeschieden. Synthese eines bestimmten Enzymeiweißes) Die Rezeptoren für Hormone sind spezifische Moleküle. Den MechanisRezeptoren (biochemische Definition). Die Rezeptoren für die wasserlöslichen Hormone befinden sich auf der Zellmembran. Hormonrezeptoren und Erfolgsorgane werden bestimmte Effekte (z. Auf diese Weise werden zu hohe Hormonspiegel verhindert. B. werden als Antagonisten bezeichnet.3 Übergeordnete Zentren des ZNS + – Hypothalamus Releasinghormone – Inhibitinghormone + – Hypophysenvorderlappen glandotrope Hormone + – negative Rückkopplung Hormonales Regulationssystem Das hormonale Regulationssystem besteht aus folgenden Hauptteilen: – Hormonproduzierende Zellen (Bildungsort des Hormons).bzw. Opiat.

wirken hauptsächlich durch die Kontrolle der Genaktivität. Dadurch bewirken sie die Bildung eines 2. die in die Zellen eindringen.298 15 Hormonsystem (Endokrines System) Wirkungsweise der Hormone Jedes Hormon hat spezifische chemische Wirkungen (d. Steigerung der Enzymsynthese über eine Genaktivierung. 2. luteinisierendes Hormon. melanocytenstimulierendes Hormon). Man unterscheidet 2 Primärreaktionen: 1. Inhibitinghormone und effektorische Hormone gebildet. es beeinflusst ganz bestimmte chemische Vorgänge). h. Prolactin. Merke Hormone. 47). ✑ Tab. die unabhängig von ihrem Bildungsort unmittelbar auf das Erfolgsorgan wirken. Boten. Dabei gibt es drei Möglichkeiten: 1. 15. Inhibitinghormone (= Statine): Sie hemmen die Freisetzung der 3 effektorischen Hormone des Hypophysenvorderlappens (Wachstumshormon. Merke 1) auf eine periphere Hormondrüse einwirkend Wachstumshormon.3): • Releasinghormone und Inhibitinghormone Sie werden in der hypophysiotropen Zone des Hypothalamus gebildet und regulieren die Bildung und Freisetzung der Hormone des Hypophysenvorderlappens. 2. 3. adrenocorticotropes Hormon) sowie der 3 effektorischen Hormone des Hypophysenvorderlappens (Wachstumshormon. Nebennieren und Keimdrüsen. follikelstimulierendes Hormon. Releasinghormone (= Liberine): Sie steuern die Bildung und Freisetzung der 4 glandotropen1) Hormone (thyreotropes Hormon. Veränderung der Zellmembranaktivität und damit Einflussnahme auf die Substratbereitstellung.2.als auch von Inhibitinghormonen gesteuert.und Inhibitinghormone Im Hypothalamus werden Releasinghormone. der dann die typische Wirkung vermittelt. die in der Regel durch keinen anderen chemischen Stoff hervorgerufen werden können. • Glandotrope Hormone Sie werden im Hypophysenvorderlappen gebildet und regulieren die Tätigkeit von Schilddrüse.2) können die Zellmembran nicht passieren und wirken deshalb über einen 2. Hormone des Hypothalamus Releasing. Anschließend wird der Hormon-RezeptorKomplex in den Zellkern transportiert und die Transkription beeinflusst (✑ S. Prolactin. 15. Bote ist häufig das cyclische Adenosinmonophosphat (cAMP). melanocytenstimulierendes Hormon). Von hier werden sowohl die Aktivitäten des vegetativen Nervensystems als auch die Bildung und Freisetzung der Hypophysenhormone gesteuert. Dieser 2. Aktivierung oder Hemmung vorhandener Enzyme. Boten (second messenger) in der Zelle. • Effektorische Hormone Das sind alle Hormone.1 Hormone des Hypothalamus und der Hypophyse In Kerngebieten des Hypothalamus liegen die übergeordneten vegetativen Zentren.. Die Steroid. 1. .2 Hormongruppen Bezüglich ihrer Funktionsweise lassen sich 3 Hormongruppen unterscheiden (✑ Tab 15. Alle übrigen Hormone verbinden sich mit einem Zellmembranrezeptor. Merke Die meisten Peptid.und Schilddrüsenhormone diffundieren durch die Zellmembran in die Zelle und binden sich an einen intrazellulären Rezeptor. 15.und Glykoproteinhormone sowie Aminosäureabkömmlinge (kleine Gruppe. 2. Prolactin und melanocytenstimulierendes Hormon werden sowohl von Releasing. Die Wirkungen der Hormone beruht im Wesentlichen auf der Beeinflussung von Enzymen in den Zellen der Erfolgsorgane.

Hormone der Hypophyse Die Hypophyse ist ein kleines. Sie regulieren die Entwicklung der Keimdrüsen (Gonaden) sowie die Bildung und Freisetzung der Sexualhormone (z. nach ihrer Bildung auf deren Bildung und Freisetzung von den Releasinghormonen gesteuert werden dem Nervenweg in den Hypophysenhinterlappen Kurzbez. dort gespeiTRH ThyreotropinTSH thyreotropes Hormon chert und bei Bedarf an Releasinghormon das Blut abgegeben. B. Progesteron. Inhibitinghormone (Statine) Aufrechterhaltung der deren Bildung und Freisetzung von den Inhibitinghormonen gehemmt werden Isotonie beteiligt (✑ S. bohnenförmiges Organ. Tab. Durch den Hypophysenstiel (Infundibulum) ist die Hypophyse mit dem Hypothalamus verbunden. dass die Milchejektion zustande kommt.und Inhibitinghormone in den Hypophysenvorderlappen. 15.2.5 2 Hormone. dass die abzugebende Hormonmenge der Schilddrüse.2 Hormongruppen 3. Effektorische Hormone: Releasing. Stimuliert das Wachstum der Schilddrüse und reguliert die Freisetzung von Thyroxin und Trijodthyronin. ausführliche Bez. Über diese Blutgefäße gelangen die im Hypothalamus gebildeten Releasing. 299 . Lage: Türkensattel des Keilbeins. Im Bereich des Infundibulums liegt das hypophysäre Pfortadersystem. 273). Das Oxytocin PIH Prolactostatin PRL Prolactin erhöht die Spannung der MIH Melanostatin MSH Melanotropin glatten Muskulatur. Nebennieren und Keimdrüsen den differenzierten Erfordernissen angepasst wird. Dieser wird von Drüsengewebe gebildet. Masse: 0. – Corticotropin – adrenocorticotropes Hormon (ACTH). GH-IH Somatostatin STH Wachstumshormon b) Oxytocin. Nach der Geburt bewirkt es die Kontraktion der Milchgänge. Glandotrope Hormone Gemeinsam mit den Releasinghormonen wird nach dem Regelkreisprinzip gewährleistet.5 bis 1 Gramm. Sie werden Releasinghormone (Liberine) Hormone des Hypophysenvorderlappens. Östrogen.und Inhibitinghormone des Es handelt sich um Hypothalamus und Hypophysenvorderlappenhormone. – Thyrotropin – thyreotropes Hormon (TSH).Im Hypophysenvorderlappen werden glandotrope und effektorische Hormone gebildet. antidiuretisches Releasinghormon Hormon Hormon (ADH) oder GnRH Gonadoliberin FSH und follikelstimulierendes Vasopressin: LH Hormon Das ADH erhöht die luteinisierendes Hormon Wasserresorption aus den distalen Tubuli der NieGH-RH Somatoliberin STH Wachstumshormon ren in das Blut und verPRH Prolactoliberin PRL Prolactin mindert damit die HarnMRH Melanoliberin MSH Melanotropin menge. transportiert. Bau: Die Hypophyse besteht aus: – einem Vorderlappen (= Adenohypophyse). – einem Hinterlappen (= Neurohypophyse). Beide Hormone werden auch als gonadotrope Hormone bezeichnet.15.2 Hormone des Hypophysenvorderlappens Name „Wehenhormon“). es ist also an der Hormone des Hypophysenvorderlappens. 1. ausführliche Bez. Bewirkt das Wachstum der Nebennierenrinde und reguliert die Bildung und Freisetzung der Glucocorticoide. Durch dieses Hormon wird die Geburt eingeleitet (deshalb der 15. Testosteron). 341). so. Dieser ist ein Teil des Zwischenhirns (✑ S. Er enthält spezifische Neuroglia und markscheidenlose Nervenfasern. CRH CorticotropinACTH adrenocorticotropes a) Adiuretin. – Follitropin – follikelstimulierendes Hormon (FSH) und luteinisierendes Hormon (LH). Kurzbez.

1 Funktion der Hypophyse.50 Meter zur Folge. Das MSH beeinflusst die Pigmentbildung in der Haut. Körperproportionen und Intelligenz sind normal entwickelt. – Prolactin (PRL). Effektorische Hormone – Somatotropin – Wachstumshormon (STH). da wegen der geschlossenen Epiphysenfugen ein Längenwachstum nicht mehr möglich ist. . indem es den Glucoseabbau hemmt. STH-Mangel führt zum hypophysären Zwergwuchs (Liliputismus). Hände. Sie bildet in Abhängigkeit vom Lichtfaktor (mehr Licht hemmt) das neurosekretorische Hormon Melatonin. Wichtige Wirkungen sind die Förderung des Längenwachstums. 15. 2. Epiphyse (Epiphysis cerebri) oder Zirbeldrüse (Glandula pinealis) Die 0. die Anregung der Proteinsynthese und Steigerung der Fettoxidation sowie die Beeinflussung des Blutzuckerspiegels. Füße). Das Prolactin löst die Milchproduktion (= Laktation) nach der Geburt aus. Geforscht wird nach folgenden Effekten: – Hemmung der Freisetzung von FSH und LH bis zur Pubertät und damit Verhinderung einer vorzeitigen Geschlechtsreife.1 – 0. Im Erwachsenenalter entsteht die Akromegalie (Wachstum der gipfelnden Körperteile Nase. Seine Wirkungen beim Menschen sind noch nicht geklärt. Zunge. Kinn. – Melanotropin – melanocytenstimulierendes Hormon (MSH).2 Gramm wiegende Drüse liegt den oberen Hügeln des Mittelhirns an.15 300 Hormonsystem (Endokrines System) Hypothalamus Hypophysenstiel Hypophysenhinterlappen Hypophyse Hemmung Releasinghormone Hypophysenvorderlappen glandotrope Hormone TSH thyreotropes Hormon ACTH adrenocorticotropes Hormon Schilddrüse Nebennierenrinde FSH follikelstimulierendes Hormon LH luteinisierendes Hormon Eierstöcke effektorische Hormone Blut Hormonkonzentration Abb. P STH-Überschuss ❑ hat bei Kindern Riesenwuchs (Gigantismus) bis 2. – Abstimmung von Körperfunktionen auf Tagund Nacht-Rhythmus.

nach hinten bis zur Speiseröhre. Neben den Follikelzellen liegen C-Zellen. die durch die glandotropen Hormone gesteuert werden Zu den Hormondrüsen. Die Hormone Thyroxin und Trijodthyronin werden in den Follikelepithelzellen gebildet und in den Follikeln gespeichert. der Isthmus liegt der Trachea vorne auf.15.3 Periphere Hormondrüsen 15. Das Drüsengewebe selbst besteht aus kleinen Bläschen. Entscheidend für die Wirkung ist ihr Jodgehalt. Außen befindet sich eine Bindegewebskapsel.2 . Abb. Nebennierenrinde und die Keimdrüsen (Gonaden). die durch glandotrope Hormone gesteuert werden. das den Calciumstoffwechsel mit reguliert. von dorsal Rachenwand von dorsal rechter und linker Schilddrüsenlappen Zungenbein (Os hyoideum) SchildknorpelZungenbeinMembran (Membrana thyrohyoidea) Nebenschilddrüsen Schildknorpel (Glandula parathyroidea) (Cartilago thyroidea) • • Speiseröhre rechter und linker Schilddrüsenlappen (Ösophagus) Kolloid Epithel Schilddrüsenenge Blutkapillaren (Isthmus glandulae thyroideae) Luftröhre (Trachea) mikroskopische Struktur der Schilddrüse C-Zellen Drüsenfollikel lockeres Bindegewebe Schilddrüse (Glandula thyroidea). gehören Schilddrüse.3 Periphere Hormondrüsen. von der kleine Septen in das Drüsengewebe ziehen.3. 15. Die beiden Schilddrüsenlappen liegen seitlich der Luftröhre und reichen nach oben bis zum Ringknorpel des Kehlkopfes. Sie hat eine Masse von 30 – 40 Gramm und liegt in der vorderen Halsregion vor der Luftröhre unterhalb des Schildknorpels. die durch eine Brücke (Isthmus) miteinander verbunden sind. Die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) besteht aus einem rechten und von ventral 301 linken Lappen. Dadurch entstehen die Schilddrüsenläppchen. 15. in denen ein Hormon (Calcitonin) gebildet wird.1 Schilddrüse und die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) Die Schilddrüse ist die größte Hormondrüse. den Follikeln.

Unter. 15. Nebennierenrinde (NNR) äußere Knäuelzone (Zona glomerulosa) mittlere Zone. Kennzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sind u. Netzzone Nebennierenmark (NNM) Abb. a. Thyroxin ist trotz seiner 10fach höheren Konzentration im Blut biologisch nicht so wirksam wie Trijodthyronin. Kennzeichen bzw. • erhöhter Energieverbrauch. Der Zahl entsprechend enthält Thyroxin (T4) vier und Trijodthyronin (T3) drei Jodatome.2 Nebennieren und ihre Hormone Die zusammen ca. aber auch erblich bedingte Faktoren sein. • hervortretende Augäpfel (Exophthalmus = Glotzauge) und • Abmagerung. a. weil auch die Entwicklung des Nervensystems gestört ist. Meist ist dies mit geistiger Retardierung verbunden. das Längenwachstum der Knochen und die Entwicklung des Nervensystems. Beide wirken hauptsächlich – auf den Stoffwechsel: Die Hormone stimulieren vor allem den Energiestoffwechsel.15 302 Hormonsystem (Endokrines System) P Krankhafte Vergrößerungen der Schilddrüse ❑ (Struma) können Atem. Eine Struma kann mit einer Über-. hormonproduzierende Schilddrüsentumoren. Folgen sind u. z.oder normalen Hormonproduktion einhergehen. Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) Ursachen können Jodmangel in der Nahrung. • niedriger Blutdruck. (Zona reticularis) . – auf Wachstum und Entwicklung: T4 und T3 fördern die Eiweißsynthese. Sie sind gewissermaßen das „Gaspedal“ für den Stoffwechsel. der dreischichtigen Nebennierenrinde und dem Nebennierenmark. Im Kindesalter kann es aufgrund des gehemmten Stoffwechsels zur unproportionierten Kleinwüchsigkeit kommen. Bei den Wirbeltieren bilden sie ein kompaktes Organ. • teigiges Aussehen der Haut (Myxödem). Darüber hinaus gibt es noch andere Ursachen für eine Hyperthyreose. Ein Großteil von Thyroxin geht nach der Sekretion in Trijodthyronin über. Nebennierenkapsel • häufiges Schwitzen. 15.und Schluckbeschwerden hervorrufen. • niedriger Stoffumsatz. • geistige und körperliche Trägheit. Hauptsächliche Wirkungen von T4 und T3 Die von den Follikelzellen produzierten Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) werden aus der Aminosäure Tyrosin durch Anreicherung von Jod gebildet. P Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ❑ Ein TSH-ähnlicher Stoff regt die Bildung von T4 und T3 wegen der nicht funktionierenden negativen Rückkopplung ungehemmt an (Basedow-Krankheit). • starkes Herzklopfen.3.3 Nebenniere. 10 Gramm schweren paarigen Nebennieren (Glandulae suprarenales) bestehen eigentlich aus 2 Organen. B. Bündelzone Zentralvene (Zona fasciculata) innere Zone.

Ärger. Glucocorticoide (Corticosteron. Atemnot. Das Plasmavolumen wird erhöht und die Urinmenge vermindert. – Beeinflussung des Stoffwechsels durch Förderung der Glykogenolyse und Lipolyse ⇒ Erhöhung des Blutzuckerspiegels. P Wichtige therapeutische Effekte sind: ❑ • Entzündungshemmung (indem sie die Lymphozytenbildung hemmen). Gleichzeitig werden K+. wie starke Kälteund Hitzebelastung. • Erhöhung des peripheren Widerstandes ⇒ Blutdruckanstieg. Im Einzelnen tragen dazu folgende Wirkungen bei: – Beeinflussung des Herz-Kreislauf-Systems • Steigerung des Herzminutenvolumens. Leistungsdruck und auch Freude können den Körper in einen sog. Im Tubulusapparat der Nieren fördert es die Rückresorption von Na+. Die gegensätzliche Wirkung auf unterschiedliche Gefäße beruht auf dem unterschiedlichen Besatz mit verschiedenen Rezeptortypen. • antiallergische Wirkung. Deshalb nennt man solche Reize Stressoren. bezeichnet man als Addison'sche Krankheit. Nebennierenmarkhormone Im Nebennierenmark werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin gebildet (geschieht auch in sympathischen Nervenendungen). Der Wirkungskomplex dieser Hormone (besonders Adrenalin) ergänzt die ergotropen Funktionen des Sympathicus (= sympathico-adrenales System). Cortisol) Sie beeinflussen den Kohlenhydratstoffwechsel.3 Periphere Hormondrüsen Form und Lage Die halbmondförmigen Nebennieren liegen jeweils auf dem oberen Pol der Nieren und sind einerseits von deren Fettkapsel umgeben und andererseits durch eine dünne Fettschicht von ihnen getrennt. 368). „zwangsweise“ muss passiv Wasser folgen. In einem derartigen Zustand werden alle hormonellen und vegetativen Funktionen vom Hypothalamus so gesteuert. dass es zu Alarmreaktionen der Körpers kommt. indem sie die Glukoneogenese fördern und den Glucoseabbau hemmen – also blutzuckerspiegelsteigernd wirken. Beide Hormone gehören zu den Katecholaminen. Dies sind Reaktionen. Die Nebenniere (Glandula suprarenalis) besteht aus der außen gelegenen Nebennierenrinde und dem innen liegenden Nebennierenmark. 274). Unterzuckerung. sodass der pH-Wert des Urins sinkt (✑ S.und H+-Ausscheidung gefördert. Hormon wird gebildet in Aldosteron Zona glomerulosa Cortisol und Corticosteron Zona fasciculata und reticularis Androgene Zona reticularis Die Katecholamine aus dem Nebennierenmark sind hauptsächlich Stoffwechselhormone. Nebennierenrinde und ihre Hormone Unter ACTH-Einfluss werden in den Schichten der Nebennierenrinde die folgenden Hormone gebildet: 1. die ihrerseits ACTH-Freisetzung und damit 303 . bei der besonders ein Aldosteronmangel vorherrscht. damit erhöht sich der Energieverbrauch im Körper (✑ S. Verletzungen. Muskelschwund. In einer solchen Situation kommt es über eine erhöhte Sympathicusaktivität zur verstärkten Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin. Hypertonie und erhöhter Blutzuckerspiegel. Stress Eine ganze Reihe von Reizen. Stresszustand (= Belastungs-. Mineralcorticoide (wichtigstes = Aldosteron) Das Aldosteron beeinflusst den Elektrolythaushalt. Vollmondgesicht. Spannungszustand) versetzen. Infektionen. P Eine aus unterschiedlichen Gründen hervor❑ gerufene Unterfunktion der Nebennierenrinde. Beispiel: Adrenalin bewirkt gleichzeitig eine Erweiterung (Vasodilatation) der Herzkranzgefäße und Gefäße der Skelettmuskulatur und Verengung (Vasokonstriktion) der Arteriolen im Verdauungssystem.15. Merke 2. Operationen. Die Überproduktion des Cortisols kann das so genannte Cushing-Syndrom zur Folge haben mit den typischen Zeichen: Stammfettsucht. die ihn optimal auf eine kurz andauernde körperliche Hochleistung einstellen.

Placenta. Sexualhormone und Menstruationszyklus Die zu den Steroiden gehörenden Sexualhormone werden hauptsächlich in den Keimdrüsen (Gonaden) gebildet und in 3 Gruppen eingeteilt: Hauptvertreter Bildungsort Östrogene Östradiol Gestagene Progesteron Ovar. Dazu gehören: • Wachstum und Reifung der Geschlechtsorgane bis zu ihrer Funktionstüchtigkeit. weil das Wachstumshormon weiter wirkt. 15.3. bzw. die für eine körperliche Höchstleistung in erster Linie verantwortlich sind. 15. Hoden. Nebennierenrinde.15 304 Hormonsystem (Endokrines System) auch die Glucocorticoide erhöhen.und Schulterbreite. Adrenalin. • Ausbildung der weiblichen Brustdrüsen.und Herzmuskulatur sowie der Lunge bei gleichzeitiger Durchblutungsverminderung der inneren Organe (z. Hauptsächliche Wirkungen Die Sexualhormone steuern 1. Hoden. Androgene Testosteron Ovar. Verdauungsorgane) und Haut. So begünstigt ein ständig zu hoher Blutglucosespiegel die Entstehung einer generalisierten Arteriosklerose und deren Folgekrankheiten. Stress unterscheiden. beeinflussen das Sexualverhalten. Entwicklung der Libido (= Bedürfnis nach sexueller Betätigung). Placenta. – Pupillenerweiterung und schließlich – Herabsetzung der Schmerzschwelle. P Störungen der Hormonproduktion im Embryo ❑ können zu Pseudohermaphroditismus (Zwitterbildung) führen. B. allerdings auf Kosten einer geringeren Durchblutung anderer nicht unmittelbar beteiligter Organe. Noradrenalin und Glucocorticoide 3. können gesundheitliche Schäden auftreten (sog. die pubertäre Entwicklung und die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale. schleimhaut.3 Keimdrüsen. und man muss „positiven“ und „negativen“ 4. Menstruationszyklus steuernden Hormone. Nur wenn solche Alarmreaktionen über einen längeren Zeitraum immer und immer wieder vergeblich (also ohne unmittelbar folgende körperliche Belastung) in Gang gesetzt werden. • Herausbildung des typischen Körperbaus mit der geschlechtsspezifischen FettverteiMerke lung sowie Hüft. Noradrenalin und Glucocorticoide sorgen für eine optimale Durchblutung jener Organe.und Atemminutenvolumens verbunden mit einer Erweiterung der Bronchien. • Ausbildung der Schambehaarung.6 6. Schwangerschaft und Geburt. Zusammenwirken der den Tab. negativer Stress). den zyklischen Auf. Hoden. – optimale Durchblutung von Skelett. Folgt auf diese Alarmreaktionen wirklich die körperliche Belastung. – Förderung der Glucosebildung bei gleichzeitiger Hemmung der Insulinfreisetzung und dadurch Erhöhung des Blutglucosespiegels. Ovar. sind diese physiologisch sinnvoll. die eine Stresssituation kennzeichnen: – Erhöhung des Herz. 2. Releasinghormon negative Rückkopplung FSH Östrogen LH ➧ Hypothalamus P Bei Mangel an Sexualhormonen ❑ ➧ Hypophysenvorderlappen kann durch ausbleibende Verknöcherung der Epiphysenfugen ein hypogonadaler Riesenwuchs auftreten. – vermehrte Schweißsekretion. Progesteron ➧ Eierstock .und Abbau der Uteruswerden auch als „Stresshormone“ bezeichnet. die embryonale Geschlechtsdifferenzierung. 5. Im Einzelnen sind es folgende Vorgänge. z. Adrenalin. das Knochenwachstum. B.

um den 14. m. a. erfolgt die Ovulation. unter dessen Wirkung der Aufbau der Uterusschleimhaut erfolgt. 15. Tag. dass ein Follikel heranreift. Befruchtung. bis 14. beeinflusst werden. Tag) Durch zahlreiche Zellteilungen in der Basalis wird die Funktionalis wieder aufgebaut und auf eine Schwangerschaft vorbereitet. Damit ist die Regelblutung verbunden (Blutverlust ca. 20 bis 60 ml). Tag) In dieser Phase wird die Functionalis (Funktionsschicht) der Uterusschleimhaut abgestoßen. Uterus.15. Das FSH bewirkt. Dieser produziert zunehmend mehr Östrogen. Follikelsprung (Ovulation) Am Ende der Proliferationsphase.4 . der vor allem Progesteron bildet. und die Eizelle wird vom Eileiter aufgenommen. Phase: Proliferationsphase (5.3 Periphere Hormondrüsen Der Menstruationszyklus und seine hormonelle Steuerung Der Menstruationszyklus beginnt mit dem l. B. Dadurch kann der Menstruationszyklus durch zahlreiche Faktoren. Bildung der Drüsensekrete in der Eileiter-. Steuerung Angeregt durch das Releasinghormon kommt es zu einem FSH-Anstieg.und Vaginalschleimhaut u. Nidation. P Die Bildung und Freisetzung des Releasing❑ hormons wird nicht nur durch negative Rückkopplung gesteuert. Der reife Graaf’sche Follikel platzt. Steuerung Ebenfalls angeregt durch das Releasinghormon kommt es in der Zyklusmitte zu einem steilen LH-Anstieg. Abb. Die Östrogensekretion wird durch das Mischungsverhältnis von FSH und LH bestimmt. nicht zuletzt psychisch. Gelbkörperbildung und -rückbildung Eileiter Follikelstadien 305 Vorgänge im Eierstock Schleimhaut (Endometrium) Follikelsprung (Ovulation) Funktionsschicht (Functionalis) Vorgänge in der Gebärmutter Basalschicht (Basalis) Muskelschicht (Myometrium) 28 1 2 3 4 Menstruation 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 1 Proliferationsphase Sekretionsphase Menstruationszyklus (ohne Befruchtung). bis 4. Merke Die Proliferationsphase wird effektorisch hauptsächlich durch Östrogen gesteuert. Ablauf des Menstruationszyklus. Parallel dazu sind die zyklischen Vorgänge im Eierstock und Uterus zu berücksichtigen.). Das Hormon ist an der Regulation fast aller Vorgänge der weiblichen Reproduktion beteiligt (z. Tag der Regelblutung und erstreckt sich regulär über 28 Tage ( 3 Tage). Phase: Menstruation (1. 2. Dieser bewirkt die Ovulation sowie die Umwandlung des Follikels in den Gelbkörper (Corpus luteum menstruationis). sondern auch durch übergeordnete Zentren im ZNS. wenn keine Befruchtung stattfindet Jeder Zyklus verläuft in folgenden 3 Phasen: 1.

3. ginn Östrogene und Gestagene (beides in der Antibabypille enthalten) zugeführt. P Der hohe Progesteronspiegel in der 2. Zwischen beiden verstreicht eine Latenzzeit von 24 – 36 Stunden. bis 28. zum Zwecke einer Schwangerschaftsverhütung) durch Messung bestätigt werden.5 °C. regt an hemmt . wird infolge der negativen Rückkopplung der LH-Gipfel und damit die Ovulation gehemmt. Hypothalamus follikelstimulierendes Hormon (FSH) luteinisierendes Hormon (LH) Gelbkörperbildung und Gelbkörperrückbildung Follikelreifung negative Rückkopplung negative Rückkopplung GnRH Gonadoliberin Hypophysenvorderlappen Ovar Follikel Eizelle Östrogen Eileiter Gelbkörper Progesteron Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) Uterus 28 1 2 3 4 Menstruation Abb. Merke Die Sekretionsphase wird effektorisch hauptsächlich durch Progesteron gesteuert. Zyk❑ lushälfte führt zu einem Anstieg der Körpertemperatur um 0.5 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 1 Proliferationsphase Sekretionsphase Hormonelle Regulation des Menstruationszyklus. Dies kann (z. Der Anstieg des Progesterons reguliert die Vorgänge im Uterus während der Sekretionsphase. Tag) Blutgefäße und Drüsen der Functionalis werden reichlicher. Dies dient der unmittelbaren Vorbereitung für die Einnistung (Nidation) des Keimes. Phase: Sekretionsphase (15. P Ovulationshemmung: Werden zu Zyklusbe❑ Steuerung Der Gelbkörper (hier: Corpus luteum graviditatis) bildet zunehmend Progesteron. 15.15 306 Hormonsystem (Endokrines System) Der LH-Gipfel ist die unmittelbare Ursache des Follikelsprungs. B.

Kohlenhydrataufnahme mit der Nahrung) glucoseverbrauchende Prozesse (z. 307 15.15. Die Aufrechterhaltung des hohen Progesteronspiegels verhindert die Abstoßung der Uterusschleimhaut.7 Hypothalamus kontrolliert Insulin Glukagon Senkung Adrenalin Wachstumshormon Steigerung Blutzucker glucoseliefernde Prozesse (z. 289).4 Periphere Hormondrüsen. Glucose. 15. Der Gelbkörper (Corpus luteum) bildet sich nun zurück (✑ S. Insulin wirkt als einziges Hormon blutzuckerspiegelsenkend. 15. Diese Hormone bewirken. Tab. – die Glukoneogenese hemmt. die nicht durch die glandotropen Hormone gesteuert werden Merke Die Regulation der infrage kommenden Hormondrüsen und deren Hormone erfolgt in erster Linie durch die Veränderungen der von ihnen konstant zu haltenden Stoffkonzentrationen (z. kann eine Befruchtung stattfinden und damit eine Schwangerschaft eintreten.4. sodass Glucose verstärkt in die Zellen gelangen und verbraucht werden kann. Eine Steigerung der Aldosteronsekretion wiederum kann durch eine Verminderung des Plasmavolumens erreicht werden. B. dass der Gelbkörper zunächst erhalten bleibt. die der Ernährung dienen) 2 Hormone: HCG (Choriongonadotropin) und HPL (Human Placental Lactogen). Die Menstruationsblutung steht nicht mit der Ovulation im Zusammenhang. Außerdem regen sie ihn zur verstärkten Progesteronproduktion an. Hormonelle Steuerung der Schwangerschaft Erfolgt eine Kopulation in der Zeit um die Ovulation. So führt eine Erhöhung oder Verminderung des Blutzucker. indem es – die Glucosepermeabilität der Zellmembranen erhöht. – die Umwandlung von Glucose in Glykogen sowie die Eiweiß. Schwangerschaftsmonats produziert der entstandene Mutterkuchen (Placenta) jene Mengen von Progesteron und Östrogen. biologische Oxidation) . Nun bildet der Trophoblast (= Hüllzellen. nistet sich am 7.1 Pankreashormone und Blutzuckerregulation Die in den Langerhans’schen Inseln gebildeten Hormone Insulin und Glukagon beeinflussen den Blutglucosespiegel.4 Periphere Hormondrüsen Ein steiler Abfall der Sexualhormone am Ende der Sekretionsphase löst die nächste Menstruationsblutung aus.und Fettbildung aus Kohlenhydraten fördert. B. Ist dies der Fall. Regulation des Blutzuckerspiegels. Tag nach der Befruchtung die Morula in die Uterusschleimhaut ein. Gegen Ende des 1.oder Blutcalciumspiegels zu einer unmittelbaren Stimulierung der Hormonsekretion. Calcium. Natrium) im Körper. B. die für die Erhaltung der Schwangerschaft notwendig sind.

sodass die Glucose nicht in die Zellen gelangt. 15. Adrenalin und Wachstumshormon.und Wasserkonzentration Die Regulation erfolgt durch Aldosteron im Zusammenwirken mit Renin und Angiotensin (✑ S. Nierenversagen und Neuropathien. Hormone zur Regulation der Natrium-. – Förderung der Glukoneogenese (Neubildung von Glucose) und des Fettabbaus. P Da ❑ der Blutglucosespiegel von mehreren Hormonen beeinflusst wird. die in verschiedenen Hormondrüsen gebildet werden. Deshalb kommt der Messung des Blutzuckergehaltes große Bedeutung zu.6 mmol/l = 80 – 100 (als Grenzwert bis 120) mg/dl. gehört die Konstanthaltung des Blutglucosespiegels zu den wichtigsten Regulationsaufgaben des Hormonsystems. P Insulinmangel ❑ führt zur Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine Störung insbesondere des Kohlenhydratstoffwechsels durch relativen oder absoluten Insulinmangel. Dabei wird der Wasserhaushalt zwangsläufig mit beeinflusst. Glukostate) im Hypothalamus registriert.4. Gefürchtete Komplikationen der Zuckerkrankheit sind: – Blutzuckerentgleisungen (Hyper. die ins Koma übergehen können) und die – diabetischen Spätfolgen wie Arteriosklerose. trockene juckende Haut und Leistungsschwäche. Erblindung. Die wichtigsten Formen sind der Typ-I-Diabetes (10 %). Kalium. die in den Zustand tiefer Bewusstloskeit (Coma diabeticum) führen kann. Aceton). Man unterschiedet 2 Gruppen: 1. bis sich der Blutzuckerspiegel wieder normalisiert hat.und Hypoglykämie. Außerdem kommt es durch den verstärkten Fettsäureabbau (um Glucose zu sparen) zwangsläufig zu einer erhöhten Ketonkörpersynthese (Acetessigsäure -Hydroxybuttersäure. der oft nach dem 40. und der Diabetes vom Typ II (90 %). Häufig auftretende Symptome der schweren Zuckerkrankheit sind großer Durst. Hauptursache beim Typ II ist eine genetisch bedingte Störung am Insulinrezeptor der Zellen. 204 und 274). Regulation des Blutzuckerspiegels Der normale Nüchternwert des Blutzuckers liegt zwischen 4. Ein Anstieg des Blutzuckerspiegels wird von Glucoserezeptoren im Pankreas registriert.15 308 Hormonsystem (Endokrines System) Glukagon wirkt blutzuckerspiegelsteigernd durch: – Steigerung der Glykogenolyse (Umwandlung von Glykogen in Glucose) in der Leber. Ein wichtiger Risikofaktor für die Krankheitsentstehung (Typ II) ist das Übergewicht. erhöhte Infektanfälligkeit. . Lebensjahr auftritt und nicht unbedingt Insulinspritzen benötigt. schlechte Wundheilung. Die wechselnde Aufnahme von Kohlenhydraten mit der Nahrung und die unterschiedliche körperliche Belastung und folglich auch unterschiedliche biologische Oxidationsrate verändern ständig den Blutglucosespiegel. können Veränderungen Rückschlüsse auf den Hormonhaushalt des Körpers geben. In vielen Fällen kann durch sorgfältige Abstimmung der Ernährung und körperlichen Aktivität der Blutglucosespiegel ohne Medikamente im Normbereich gehalten werden. Folge: Zuckermangel in den Körperzellen und Zuckerüberschuss im Blut. Ein Abfall des Blutzuckerspiegels wird von Glucoserezeptoren (sog. Daraufhin wird verstärkt Insulin freigesetzt. der meist in der Jugend beginnt und insulinabhängig ist. Dabei kommt es zum Anstieg des Blutzuckerspiegels (Hyperglykämie) und infolgedessen zur Ausscheidung des Zuckers im Urin (Glucosurie) bei gleichzeitiger Erhöhung der Urinmenge (Polyurie). Zur Normalisierung werden 3 Antagonisten des Insulins vermehrt freigesetzt: Glukagon.4 – 6. Diese Säuren im Blut bedingen eine metabolische Azidose. Polyurie (= krankhafte Vermehrung der Harnmenge).2 Hormonelle Regulation des Mineralhaushaltes (Überblick) Die Regulation des Mineralhaushaltes erfolgt durch mehrere Hormone. Da Abweichungen von der Norm zu schwerwiegenden Erkrankungen führen.

. 15.15. Hormone zur Regulation des Calciumhaushaltes Die Regulation umfasst: • die Konstanthaltung des Blutcalciumspiegels.4 Periphere Hormonsdrüsen 2.8 Hormon Bildungsort Wirkung Parathormon Nebenschilddrüse (Epithelkörperchen).bzw. – Herauslösung von Ca2+ aus dem Knochen. – Förderung der Ca2+-Ausscheidung. Steigert Blutcalciumspiegel durch: – Förderung der Ca2+-Resorption aus dem Darm. Hormone zur Regulation des Calciumhaushaltes. -auslagerung im Knochensystem. Abb. Calcitonin Schilddrüse (s. – verstärkte Ca2+-Rückresorption in der Niere. Die 4 erbsengroßen Körperchen liegen an der hinteren Fläche des rechten und linken Schilddrüsenlappens (s. • die Calciumein. 15. Senkt Blutcalciumspiegel durch: – Förderung der Einlagerung von Ca2+ in die Knochen. Vitamin-D3-Hormon (Cholecalciferol) In Leber und Niere aus Vitamin D. Tab.2. Senkt Blutcalciumspiegel durch: – Hemmung der Ca2+-Freisetzung aus dem Knochen. 309 • die Calciumresorption aus dem Darm. 301). Steigert Blutcalciumspiegel durch: – Förderung der Ca2+-Resorption aus dem Darm. S. • die Calciumausscheidung durch die Niere. 301). S.

15. 17. 14. Beschreiben Sie die Regulation des Blutzuckerspiegels. 2. Geben Sie einen Überblick über die Regulation des Mineralhaushaltes. 5. Erläutern Sie das Zusammenwirken von Releasing-/Inhibitinghormonen. 20. 12. Nehmen Sie eine Einteilung der Hormone vor. 11. b) einer Schilddrüsenunterfunktion. Nennen Sie die Hormone der Adenohypophyse und beschreiben Sie deren Wirkungen.und -rindenhormone. 13. 7. 3. e) Coma diabeticum. 8. Nehmen Sie eine Einteilung der Sexualhormone vor. Welche Schwierigkeiten treten dabei auf? Begründen Sie. d) Polyurie. glandotropen und effektorischen Hormonen. 16. c) Glucosurie. . 9. 18. Erklären Sie das Prinzip der negativen Rückkopplung.15 310 Hormonsystem (Endokrines System) Fragen zur Wiederholung l. Nennen Sie einige Wirkungen! Was versteht man unter Stress? Diskutieren Sie Möglichkeiten. warum Hormondrüsen reich kapillarisiert sind. Beschreiben Sie die hormonelle Regulation des Menstruationszyklus. Was sind Hormonrezeptoren und welche Bedeutung haben sie? Erklären Sie die Wirkungsweise von Hormonen. Wie erfolgt die hormonelle Steuerung der Schwangerschaft? Erklären Sie folgende Begriffe: a) Diabetes mellitus. und nennen Sie deren hauptsächliche Wirkungen. 6. Welche allgemeinen Funktionen erfüllen die Hormone? Erläutern Sie den Begriff „Hormon“. Welche hauptsächlichen Wirkungen haben T4 und T3? Nennen und begründen Sie einige Symptome a) einer Schilddrüsenüberfunktion. b) Hyperglykämie. Nennen und erläutern Sie die Hauptteile des hormonellen Regulationssystems. 10. 19. Nennen Sie die Hormondrüsen und beschreiben Sie ihre Lage. 4. Unterscheiden Sie Nebennierenmark. negativem Stress entgegenzuwirken.

Dies kann sowohl auf molekularer als auch zellulärer Ebene geschehen. Die Träger dieser Informationen sind Reize. optische und akustische Reize. in denen durch einen Reiz Generatorpotentiale (GP) und in der Folge Aktionspotentiale (AP) ausgelöst werden. die bei Reizeinwirkung eine Reaktion auslösen. Einteilung der Rezeptoren nach dem Bau – Freie Nervenendungen: (Schmerz. Die AP werden über sensible Nervenzellen in des Zentralnervensystem geleitet (✑ Abb.1). Reize treffen in unterschiedlichen Energieformen auf den Körper. Drucksinneszellen) verstreut bzw. chemische. Rezeptor Im Allgemeinen sind Rezeptoren Messfühler oder -glieder. die als Rezeptoren bezeichnet werden. B. B. thermische. Auge) mit anderen Zellen zusammengefasst.311 16 Sinnessystem Die Koordinationsfunktion des Nervensystems setzt unter anderem die ständige Aufnahme von Informationen sowohl aus der Umwelt des Menschen als auch von den Organen selbst voraus. an die sie die Erregung weiterleiten (Hör-. Die Rezeptoren sind entweder über die Körperoberfläche (Hautsinneszellen) oder im Körperinneren (z. Gleichgewichts. – nach ihrer Herkunft: exterozeptive (aus der Umwelt kommende) und interozeptive (aus den Organen kommende) Reize. Einteilung der Rezeptoren nach Funktion – Exterozeptoren: Nehmen Reize aus der Umwelt auf (Sehen. Abb. 16.und Temperaturempfindung). – Enterozeptoren: Nehmen Reize aus den Eingeweiden auf (Dehnung von Hohlorganen. Blutdruck. – primäre Sinneszellen: modifizierte. die Empfangs.und Geschmackssinneszellen). adäquater überschwelliger Reiz Physiologische Definition Zelluläre Rezeptoren sind Zellen. – sekundäre Sinneszellen: von Nervenfasern umgeben. das eine Erregung auslöst. Temperatur. – nach der Art ihrer Einwirkung: mechanische. Druck). bipolare Nervenzellen (Lichtsinneszellen.oder Aufnahmestrukturen sind Sinnes. osmotischer Druck). B. 16. 297) und eine physiologische für zelluläre Rezeptoren notwendig. Sie können nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt werden. pH-Wert. Riechzellen). Hören. Verbiegung der Sinneshärchen Hörzentrum der Endhirnrinde ZNS Hörzentrum Hörsinneszellen Schallwellen GP AP bipolare Nervenzellen Analyse akustische Wahrnehmung Informationsaustausch – Beispiel Hören.oder Nervenzellen. in Sinnesorganen (z.1 . Dementsprechend ist eine biochemische Definition für molekulare (✑ S. z. Reiz Ein Reiz ist ein Ereignis (= energetische Veränderung) in der Umgebung lebender Systeme.

– Kraftsinn: Er ermöglicht. Vorgänge (vereinfacht) – Der überschwellige Reiz führt zur Entstehung eines Rezeptor. Unter Reizschwelle versteht man die Mindestintensität eines Reizes. in welcher Stellung (Winkelstellung) bzw. um eine Rezeptorzelle zu erregen. 30. Tast.und Temperatursinn. 16. – intaktes ZNS (= Analysator). Merke Die Sinnesfunktion ist eine wichtige Voraussetzung für den Erwerb von Kenntnissen.000 Warmpunkte an verschiedenen Stellen des Körpers unterschiedlich ausgeprägt.und Tiefensensibilität Oberflächensensibilität Die Oberflächensensibilität umfasst die Sinnesbereiche der Haut: Tastsinn (Druck. 500.000 Druckpunkte bzw. kommt es zur Auslösung von Aktionspotentialen. Berührung.312 16 Sinnessystem – Propriozeptoren: Nehmen Reize von den Muskeln auf (Dehnung. die durch sensible Nervenzellen in das zugehörige Verarbeitungszentrum im Gehirn weitergeleitet und verarbeitet werden. die unterschiedlich notwendigen Muskelkräfte einzuschätzen.und Temperatursinn sind wegen der ungleichmäßigen Verteilung der ca. Als Qualitäten der Tiefensensibilität gelten – Stellungssinn: Ohne visuelle Hilfe können wir sagen. Zunge und Fingerspitzen. B.und ca. Diese Reizart wird als adäquater Reiz bezeichnet. . Tiefensensibilität (Propriorezeption. Dies gilt auch für viele schwer kranke Patienten. Vibration) und Temperatursinn (✑ S. Lichtsinneszellen auf optische. den Sehnen (= Sehnenspindeln) und den Gelenkkapseln (Gelenkrezeptoren). auch ohne visuelle Kontrolle Geschwindigkeit und Richtung einer aktiven oder passiven Bewegung wahrzunehmen. Sinn Rezeptoren Tab. Man spricht auch vom Kraftunterscheidungsvermögen. Haarwurzelrezeptoren Berührung Merkel-Zellen Ruffini-Körperchen Druck Vater-Pacini’sche Lamellenkörperchen Vibration Tempe. beim Heben von Gegenständen verschiedenen Gewichts angewendet werden müssen. die z. – Bewegungssinn: die Fähigkeit. Warmrezeptoren (über 36 °C) Temperaturveränderungen P Für das Heranwachsen von Säuglingen und ❑ Kleinkindern ist Körperkontakt besonders wichtig. – Wird ein bestimmter Schwellenwert des Rezeptorpotentials erreicht. – intakte Sinneszellen. – intakte Leitungsbahn (= sensible Nervenzellen). 16. kinästhetische Sensibilität) Unter Tiefensensibilität verstehen wir die Fähigkeit. Informationsaufnahme Zur Aufnahme einer Information sind notwendig: – ein überschwelliger Reiz. 250.1 adäquater Reiz Tastsinn: Meißner’sche Tastkörperchen. Generatorpotentials.1 Oberflächen.Kaltrezeptoren ratursinn: (unter 36 °C). ca. 81). Adäquater Reiz und Reizschwelle Rezeptoren sind normalerweise auf eine bestimmte Reizart spezialisiert. Die Rezeptoren befinden sich in den Muskeln (= Muskelspindeln). Sie liefert die ursprüngliche Information für die subjektive Verarbeitung im Gehirn. Informationen aus dem Körperinneren zu erhalten. z. Besonders gut mit Rezeptoren ausgestattet sind Lippen.bzw. Lage sich die einzelnen Extremitätenabschnitte befinden.000 Kalt. Tast. B. Für den adäquaten Reiz besitzt der Rezeptor die niedrigste Reizschwelle. Spannung). Geruchssinneszellen auf chemische Reize.

B. Die mit dem Luftstrom antkommenden Riechstoffe (= organische Substanzen) reichern sich in der Zellmembran an und lösen Generator. z. die in den Zungenpapillen liegen (✑ S. Schmerzqualitäten Oberflächenschmerz: Kommt von der Haut und läßt sich differenzieren in – einen hellen 1. Konkrete Aufgaben sind: – Nahrungskontrolle. Es können 4 Grundqualitäten des Geschmacks unterschieden werden: süß. ❑ die Schmerzen unterdrücken. – soziale Information („jemanden nicht riechen können“). Diese reagieren auf bestimmte chemische Stoffe (z.und Magensaftsekretion. Osmo. Tiefenschmerz: dumpfer Schmerz. 313 . P ❑ Schmerzrezeptoren adaptieren nicht (Beispiel: stundenlange Kopfschmerzen). die ihrerseits lebenswichtige Nahrungsreflexe auslösen. IX und X (✑ S. chemische oder thermische Reize (die eine bestimmte Intensität überschreiten). olfactorius) zum ZNS geleitet werden. Gelenk-. der z. P Analgetika (z. Als Schmerzrezeptoren kommen in fast allen Körpergeweben freie Nervenendungen infrage. Wasserstoffionen ab pH 6). der vor allem zu Schonhaltungen führt. Schmerz Akuter Schmerz ist ein lebensnotwendiges Warnsignal mit Schutzfunktion. Die durch Schmerzreize ausgelösten Aktionspotentiale werden durch sensible Neurone in das entsprechende Verarbeitungszentrum der Großhirnrinde geleitet. wenn Eingeweideschmerzen an bestimmten Stellen der Körperoberfläche empfunden werden (✑ S.16. 4. 237). bitter.2 Chemische Sinne Sonstige viscerale Rezeptoren Diese Rezeptoren überwachen in den Eingeweiden wichtige Regulationsgrößen des Stoffwechsels. Ihre Bedeutung liegt im Wahrnehmen von Umwelteinflüssen. B. Die Geschmacksstoffe der Nahrung lagern sich nach ihrer Lösung an die Zellmembranen der Geschmacksrezeptoren und erzeugen Aktionspotentiale. ins Zentralnervensystem geleitet. die sich in den Hirnnerven VII. – Auslösung der Speichel. indem sie entsprechende Reflexhandlungen auslösen. Eingeweideschmerz: dumpfer Schmerz. B. Entzündungen). 16. das Wohlbefinden des Menschen entscheidend mitbestimmen und ihn vor schädigenden Einwirkungen schützen. B. starker Dehnung von Hohlorganen oder Spasmen (Menstruationsschmerz). sowie – einen nachfolgenden dumpfen 2. Schmerz. salzig. Schmerz. Morphin) sind Substanzen. Kopf-. die über den Riechnerven (N. Ihre Riechhärchen sind in Schleim eingebettet.2 Chemische Sinne (Geschmack und Geruch) Zu den chemischen Sinnen gehören Geschmacksund Geruchssinn. – Beeinflussung des Sexualverhaltens und der allgemeinen Affektlage (Lust.und Tiefensensibilität ermöglichen zusammen mit dem Gleichgewichtssinn die Regulation der Körperhaltung und die Ausführung von sensiblen Bewegungsprogrammen.000 Geschmacksknospen. Histamin.und Aktionspotentiale aus.und Pressorezeptoren sowie Dehnungsrezeptoren in der Lunge und in den Wänden von Hohlorganen. auftritt bei Mangeldurchblutungen. Geruchssinn Die bipolaren primären Geruchsrezeptoren sind im Riechfeld (Regio olfactoria) der Nase lokalisiert und von Stützzellen umgeben. die bei Schädigung von Geweben freigesetzt werden. Geschmackssinn Die zahlreiche Mikrovilli tragenden sekundären Geschmackssinneszellen bilden ca. Von übertragenem Schmerz spricht man. Serotonin. Diese werden über afferente Nervenfasern. aber auch krankhafte Veränderungen (z. Bindegewebsschmerzen. sauer. B. Im Einzelnen handelt es sich um Chemo-. der vorwiegend Fluchtreflexe auslöst. 356) befinden. Unlust). Hier wird der Schmerz bewusst wahrgenommen. Muskel-. 370). Merke Die Sinne der Oberflächen. Ursache für die Bildung dieser Stoffe sind mechanische.

16. 16.und Geschmacksempfindungen zu Mischempfindungen. P Mit ❑ zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit der chemischen Sinne ab. Riechzentrum Riechbahn Riechnerv afferente Nervenfasern (N. Bestimmte Krankheiten und Rauchen beeinträchtigen diese ebenfalls.3 Luft mit Duftstoffen Geruchssinn. olfactorius) Geruchsrezeptoren Stützzelle Riechfeld (Regio olfactoria) Riechfäden Schleim (Fila olfactoria) vereinigen sich zum Riechnerven Abb. Merke Gewöhnlich überlagern sich Geruchs.16 314 Sinnessystem Geschmacksknospe Geschmacksempfindungen auf der Zunge Speichel mit Geschmacksstoffen Geschmacksrezeptoren süß sauer salzig bitter afferente Nervenfasern Abb. Im Vergleich zu anderen Sinnen zeigen sie eine besonders ausgeprägte Adaptation. .2 Geschmackssinn – Zungenpapillen.

Trommelfell Bogengänge (Membrana tympani) Ohrmuschel Schnecke (Auricula) (Cochlea) äußerer Gehörgang Hör. bestehend aus: • Hammer – mit Handgriff am Trommelfell verwachsen. Bei jedem Schluckvorgang wird die Ohrtrompete kurz geöffnet.sowie Bewegungsempfindungen. Gliederung des Ohres Das Ohr wird in 3 Abschnitte gegliedert. Lage.3 Hör. • Steigbügel – passt sich mit seiner Fußplatte dem ovalen Fenster (= Grenze zum Innenohr) an.und Gleichgewichtsnerv (Meatus acusticus externus) (N. • Amboss – gelenkig mit Hammer und Steigbügel verbunden. Äußeres Ohr Zum äußeren Ohr gehören Ohrmuschel und äußerer Gehörgang. 315 Mittelohr Hinter dem Trommelfell liegt die Paukenhöhle. 16.und Gleichgewichtssinn 16. Das Ohr befindet sich im Felsenbein. Das Trommelfell ist eine etwa kreisförmige bindegewebige Membran mit einem Durchmesser von ca.3 Hör. damit der Druck zwischen Mittelohr und Außenwelt ausgeglichen wird. Die Sinneszellen besitzen haarartige Fortsätze (Cilien) und werden deshalb auch Haarsinneszellen genannt.und Gleichgewichtssinn Hör. 1 Zentimeter. Die beiden Sinne vermitteln Schall-.und Gleichgewichtsorgan liegen im Ohr.16. Die Paukenhöhle ist durch die Ohrtrompete (Tuba auditiva) mit dem Nasenrachen verbunden.4 . Abb. vestibulocochlearis) Paukenhöhle (Cavitas tympanica) Ohrtrompete (Tuba auditiva) Bogengänge ovales Fenster Schnecke Vorhof (Cochlea) Steigbügel (Stapes) Amboss (Incus) Trommelfell (Membrana tympani) Hammer (Malleus) mit Handgriff äußerer Gehörgang (Meatus acusticus externus) Abschnitte des Ohres. der am Trommelfell endet. ein luftgefüllter Hohlraum mit der Gehörknöchelchenkette. einem Teil des Schläfenbeins.

mit den Lagesinneszellen und 2. Das Innenohr (knöchernes und häutiges Labyrinth) gliedert sich in 3 Abschnitte: – knöcherne Schnecke mit häutigem Hörorgan. – knöcherner Vorhof mit den beiden häutigen Vorhofsäckchen und – knöcherne Kanäle der Bogengänge mit häutigen Bogengängen. Gleichgewichtsnerv (N. dem knöchernen Labyrinth. d. Auf diese Weise sind 2 Flüssigkeitsräume vorhanden: – Flüssigkeitsraum zwischen häutigem und knöchernem Labyrinth. den 2 Vorhofsäckchen Utriculus und Sacculus.1 Gleichgewichtssinn Der Gleichgewichtssinn löst wichtige Reflexe zur Gleichgewichtserhaltung des Körpers aus.) getrennt. vorderer und hinterer häutiger Bogengang) mit den Drehsinneszellen. cochlearis) Endolymphgang (Ductus endolymphaticus) hinteres Vorhofsäckchen (Utriculus) seitlicher häutiger Bogengang (Ductus semicircularis lateralis) hinterer häutiger Bogengang Schnecke (Ductus semicircularis posterior) vorderes Vorhofsäckchen (Sacculus) Abb. Es enthält die Sinneszellen des Hör. u. von Perilymphe (s. Im knöchernen Labyrinth befindet sich.16 316 Sinnessystem P Schleimhautschwellungen ❑ bei Nasen-Rachen-Infekten können den Druckausgleich verhindern und somit vorübergehend das Hören beeinträchtigen. das häutige Labyrinth. vestibularis) Ganglion vestibulare mit bipolaren Nervenzellen (Ductus semicircularis anterior) Blindsack Hörnerv (Saccus endolymphaticus) (N. Hier befindet sich die Peri- vorderer häutiger Bogengang lymphe als schützendes Flüssigkeitspolster. – Flüssigkeitsraum innerhalb des häutigen Labyrinths mit der Endolymphe. 16. Flüssigkeitsräume und Innenohrflüssigkeiten Das häutige Labyrinth liegt dem knöchernen nicht unmittelbar an. Es besteht aus 2 Untereinheiten: 1. den 3 Bogengängen (seitlicher.5 Nervenfasern vom Sinnesepithel kommend Gleichgewichtsorgan – rechts häutiges Labyrinth. gebildet. Merke Die Sinneszellen des Gleichgewichtsorgans sind Haarsinneszellen.3. die das jeweilige Sinnesepithel umspült. Innenohr (= Labyrinth) Das Innenohr wird von einem knöchernen Kanalsystem. (Cochlea) . h. 16..und Gleichgewichtsorgans. sie besitzen Cilien. Gliederung Das Gleichgewichtsorgan (Vestibularorgan) ist gemeinsam mit dem Hörorgan im Innenohr lokalisiert. ein analoges häutiges Kanalsystem.

Jeweils ein Schenkel der halbkreisförmig gebogenen Röhren erweitert sich an der Basis zu einer Ampulle.und Gleichgewichtsnerven (N. heißt Macula. z.3 Hör.16. dann kann die Endolymphe infolge ihrer Trägheit der Bewegung nicht gleich folgen. Die Verbiegung der Sinneshärchen führt zur Erregung der Haarsinneszellen. Dreht sich der Kopf (= adäquater Reiz). in der auf einer kaminartigen Erhebung (Crista ampullaris) die Sinneszellen lokalisiert sind. Sacculus (vorderes Vorhofsäckchen) und Utriculus (hinteres Vorhofsäckchen) In den Vorhofsäckchen liegen die Lagesinneszellen zum Registrieren geradliniger Beschleunigungen. welche dann Erregung auslöst. Die Haarsinneszellen mit den Sinneshärchen sind in eine gallertartige Masse eingebettet. über den sie auch in Verbindung stehen. an dem sich das Sinnesepithel befindet. Das Gewicht der Statolithenmembran verbiegt die Sinneshärchen bereits in Ruhe. plötzliches Anfahren oder Bremsen eines Autos. 16. In den Bogengängen befinden sich die Drehsinneszellen zum Registrieren von Winkel(Dreh-) beschleunigungen. weil die 3 Bogengänge in den 3 Hauptebenen des Raumes senkrecht aufeinander stehen. Diese Masse wird als Statolithenmembran bezeichnet und ist schwerer als die Endolymphe. Die horizontal angeordneten Sinneszellen des Utriculus werden durch Horizontalbeschleunigungen erregt. Die vertikal angeordneten Sinneszellen des Sacculus werden durch Vertikalbeschleunigungen erregt. sie bleibt stehen. Die Sinneshärchen tauchen ebenfalls in eine Gallerte. Die Bogengänge haben ihren Ursprung am Utriculus. Dadurch wird die Cupula (Gallertkappe) in die Gegenrichtung gedrückt.6 Dies wird ermöglicht.und Gleichgewichtssinn Utriculus 317 Sacculus Horizontalbeschleunigung Vertikalbeschleunigung Endolymphe Ciliarbewegung Statolithenmembran Erregung Haarsinneszellen Nervenzellen Gehirn Funktion der Vorhofsäckchen. durch rasches Anfahren oder Stoppen eines Fahrstuhls. Bei jeder positiven oder negativen Linearbeschleunigung (= adäquater Reiz) bewirkt sie infolge der Trägheit eine zusätzliche Verbiegung der Sinneshärchen. z. B. und die Sinneshärchen werden verbogen. Zentrale Verarbeitung Die Erregungen vom Gleichgewichtsorgan gelangen über den Gehör. Der „Fleck“. die durch winzige Kalksteinchen beschwert wird. B. Abb. die wie ein Hut (Cupula) auf den Sinneszellen liegt. . P Die Folgen übermäßiger Reizung des Vesti❑ bularapparates sind Kinetosen (See.oder Reisekrankheit) und Schwindelgefühl. vestibulocochlearis) zu den Vestibulariskernen im verlängerten Mark (Medulla oblongata).

– dem Kleinhirn. damit die Perilymphe nicht aus den Scalen entweichen kann. 16. die ebenfalls zu den Haarsinneszellen gehören. Merke Die wichtigsten Aufgaben des Gleichgewichtsorgans sind – die Auslösung von Reflexen zur • Aufrechterhaltung des Gleichgewichts (Stützmotorik.7 Funktion der Bogengänge. Corti’sches Organ In der Scala media liegt auf der Basilarmembran das Cortische Organ. ✑ S. – den Muskelspindeln der Skelettmuskulatur (insbesondere der Halsmuskulatur) und – der hinteren Zentralwindung der Großhirnrinde (dadurch wird die bewusste Raumorientierung möglich). Um ein besseres Verständnis für den Bau der Schnecke zu bekommen.8 Folgendes vor: Als „Minimensch“ steigt man von der Paukenhöhle durch das ovale Fenster (= Vorhoffenster) in die Scala vestibuli und gelangt über 2 1/2 Windungen im immer enger werdenden Kanal zur Schneckenspitze. An der äußeren Seite der Scala media befindet sich eine blutgefäßreiche Region (= Stria vascularis) zur Versorgung des Hörorgans. am Helicotrema. Die Schnecke besteht aus 3 übereinander liegenden Kanälen. in die die Cilien eintauchen.16 318 Sinnessystem Erregung Haarsinneszellen Ampulle (Crista ampullaris) Verbiegung der Cilien Gallertkappe (Cupula) Endolymphe Lymphströmung Winkelbeschleunigung Abb. heißt Tektorialmembran. stelle man sich anhand der Abb. Das runde und das ovale Fenster sind durch Membranen abgedichtet. Es enthält die Gehörsinneszellen. Die gallertartige Masse. 344). 16. die spiralförmig aufgerollt sind. Dort.3. Die Vestibulariskerne stehen in Verbindung mit – den Augenmuskelkernen. . 16. kommt man über eine Öffnung in die Scala tympani und erreicht wiederum über 2 1/2 Windungen im wieder weiter werdenden Kanal durch das runde Fenster (= Schneckenfenster) die Paukenhöhle. 363) und • Einstellung des Kopfes und der Augen trotz Kopf.und Körperbewegungen sowie – die Teilnahme an der Aktivierung der Formatio reticularis und des vegetativen Nervensystems (✑ S.2 Gehörsinn Bau des Hörorgans Das Hörorgan wird seiner Form wegen Schnecke (Cochlea) genannt.

überschritten wird.und Gleichgewichtssinn 16. diese Töne können 319 also bei relativ niedrigem Schalldruck gehört werden. um die Hörschwelle zu überschreiten. sie liegt für den Frequenzbereich 2. Die Hörschwelle ist nicht für alle Frequenzen gleich.000 – 5. damit die Reizschwelle (= Hörschwelle) erreicht bzw.3 Physiologie des Hörens Der adäquate Reiz für das Hörorgan sind Schallwellen der Frequenzen 16 Hz bis ca. 20. Hier genügen bereits sehr niedrige Schalldrücke.000 – 5.000 Hz. Abb.3.3 Hör. Sie müssen eine bestimmte Intensität (Mindestschalldruck) besitzen.000 Hz die größte Empfindlichkeit.8 . Scala media – endet an der Schneckenspitze blind) Vorhoftreppe (Scala vestibuli) Paukentreppe Paukentreppe (Scala tympani) (Scala tympani) Corti’sches Organ Vorhoftreppe (Scala vestibuli) mit Perilymphe Schneckengang (Ductus cochlearis. 16. Schnecke (Cochlea) Schnecke Schneckenloch zwischen Vorhofund Paukentreppe (Cochlea) (Helicotrema) Vorhof ovales Fenster Schneckenachse Vorhoftreppe (= Vorhoffenster) (Scala vestibuli) rundes Fenster Schneckengang (= Schneckenfentser) (Ductus cochlearis. Scala media) mit Endolymphe Reissner’sche Membran (Membrana vestibularis) Tektorialmembran (Membrana tectoria) äußere Sinneszellen • innerer Tunnel innere Sinneszellen • Basilarmembran (Lamina basilaris) Paukentreppe (Scala tympani) mit Perilymphe Stützzellen • Haarzellen Innenohr.000 Hz am niedrigsten. Merke Das menschliche Ohr besitzt für den Frequenzbereich 2.16.

Leistungen des Gehörsinns Zu den Leistungen des Gehörsinns gehören vor allem – die Unterscheidung von Tonhöhen und Schallintensitäten sowie – die Feststellung der Schallrichtung und Entfernung der Schallquelle. der gerade noch eine Hörempfindung auslöst. Die Verformung des Endolymphkanals bewirkt eine Verschiebung der Tektorialmembran gegenüber den Haarsinneszellen (Hörzellen) und damit eine Verbiegung ihrer Cilien. die über den Hörnerv in das Gehirn (Hörrinde) geleitet und dort verarbeitet wird: Das Gehörte wird uns bewusst. Das heißt. Äußeres Ohr  Trommelfell  Hammer  Verstärkung Amboss  Steigbügel  ovales Fenster  Perilymphe der Scala vestibuli  Wanderwelle  Amplitudenmaximum  Verbiegung der Cilien  Aktionspotentiale  Hörnerv  Gehirn Erregung der Gehörsinneszellen Die Schwingungen der Membran des ovalen Fensters erzeugen in der Perilymphe der Scala vestibuli fortlaufende Druckwellen. P Die ❑ Zerstörung einzelner Abschnitte der Basilarmembran oder Hörzellen – z. Diese pflanzen sich zur Schneckenspitze fort und gelangen über die Scala tympani wieder zurück. entsteht ebenfalls eine Hörwahrnehmung – man spricht von Knochenleitung. Sie spielt physiologisch nur eine geringe Rolle. entsteht das Amplitudenmaximun der hohen Töne (hohe Frequenz) in der Nähe des ovalen Fensters und das niedriger Töne (niedrige Frequenz) weiter hinten in der Schnecke. 16.16 320 Sinnessystem P Der Schalldruckpegel ist ein Maß für den ❑ Schalldruck. dass das Gehirn jeder Stelle der Scala media eine bestimmte Tonhöhe zuordnen kann. Versteifung des ovalen Fensters zu Taubheit. Da die Basilarmembran zur Schneckenspitze hin breiter und schlaffer wird. B. Der Schalldruck. wird mit 0 dB angegeben. . durch Lärm – führt zu Hörausfall für einzelne Tonhöhen bzw. Bei bestimmten Krankheiten und im Alter kann sich die Reizschwelle verändern. z. jede Wanderwelle endet an einem bestimmten Punkt und erzeugt hier ein Amplitudenmaximum (stärkste Auslenkung der Basilarmembran).2 Schallaufnahme und -weiterleitung. Die Schallwellen gelangen hauptsächlich über das äußere Ohr zum Trommelfell und versetzen es in Schwingungen. So ist es möglich. auch zu Schwerhörigkeit. P Mittelohrerkrankungen können zu Schwer❑ hörigkeit führen. Durch die gegenläufigen Flüssigkeitsströmungen in der Scala vestibuli und tympani geraten die beweglichen Strukturen in der Scala media. Bei jeder Verzehnfachung des Schalldruckes erhöht sich der Schalldruckpegel um 20 dB. Wird der ganze Schädel. Diese Verbiegung führt zur Erregung. Sie wird als Wanderwelle bezeichnet und breitet sich zur Schneckenspitze hin aus. in Schwingungen versetzt. durch das Aufsetzen einer Stimmgabel. Diese werden über die 3 Gehörknöchelchen auf die Membran des ovalen Fensters übertragen. welche dadurch ebenfalls zu schwingen beginnt. das Helicotrema wird allerdings aufgrund bestimmter Dämpfungsvorgänge nicht erreicht. B. Reissner-Membran und Basilarmembran in eine wellenförmige Bewegung. Die Maßeinheit ist das Dezibel (dB). Dieser Weg der Schallübertragung heißt Luftleitung. Das runde Fenster am Ende der Scala tympani dient dem Druckausgleich. Tab.

P ❑ Hornhauttrübungen können zur Erblindung führen.1 Bau des Auges 1. Äußere Augenhaut Die äußere Augenhaut wird gebildet von der Lederhaut und der Hornhaut. Sie wird vom N.4 Gesichtssinn Der größte Teil der Informationen aus der Umwelt wird über das Auge aufgenommen.4. Bau des Auges Schlemm'scher Kanal 321 Augenhintergrund Ziliarkörper Lederhaut (Corpus ciliare) (Sclera) Hornhaut (Cornea) Pupille Aderhaut (Chorioidea) Netzhaut (Retina) Linse (Lens) gelber Fleck vordere Augenkammer Regenbogenhaut blinder Fleck Sehnerv (Iris) hintere Augenkammer Netzhaut (Schema) Netzhautblutgefäße (N. aber viele Nerven. trigeminus versorgt. Sie ist gemeinsam mit der Augenlinse für die Lichtbrechung verantwortlich.16. Die Hornhaut ist in den vorderen Bereich der Leder- Die Lederhaut ist vor allem formgebender Bestandteil des Auges. Die Lederhaut (Sclera) ist aufgrund des Vorhandenseins vieler Fasern weiß und sehr zugfest. Während der sichtbare Teil der Lederhaut mit Bindehaut bedeckt ist. haut uhrglasartig eingelassen.9 . Abb. Merke 16.4 Gesichtssinn 16. ist die Hornhaut frei von Bindehaut. Daraus erklärt sich die extreme Schmerzempfindlichkeit. opticus) Glaskörper Pigmentepithel Stäbchen Lichteinfall Zapfen Nervenfasern. enthält keine Blutgefäße. die im Bindehautsack umschlägt. die den Sehnerv bilden bipolare Nervenzellen multipolare Nervenzellen Bau des Auges. Die Hornhaut ist stärker gekrümmt als die Lederhaut. 16. Die Hornhaut (Cornea) ist glasklar. Ihre Brechkraft liegt bei 43 Dioptrien.

Er wird bei ca. Abb.322 16 Sinnessystem 2. Hornhaut (Cornea): 3/4 der Brechkraft des Auges entfallen auf die Hornhaut. Glaskörper: Der Glaskörper füllt den größten Teil des Auges aus. wird dies als grüner Star (= Glaukom) bezeichnet. Beide Augenkammern sind durch die Pupille miteinander verbunden und mit Kammerwasser gefüllt. Linse. Brechende Medien Brechende Medien sind Hornhaut.10 Merke Das Kammerwasser dient dem Stofftransport innerhalb des Auges. • Veränderung der Linsenkrümmung durch Kontraktion bzw. von dort durch die Pupille in die vordere Augenkammer. 4. die sich vor der Linse befindet. P Beim grauen Star (Katarakt) tritt eine Trü❑ bung der Linse ein. . sonst wäre die Weiterleitung der Lichtstrahlen zur Netzhaut nicht möglich. Es wird von der Ziliardrüse produziert und befindet sich in der vorderen und hinteren Augenkammer. Die Aderhaut (Chorioidea) ist für die Blutversorgung verantwortlich und deshalb gefäßreich. Weg des Kammerwassers Das Kammerwasser gelangt vom Bildungsort zunächst in die hintere Augenkammer. • Produktion des Kammerwassers. Erschlaffung des Ziliarmuskels. Die Linse ist an Fasern des ringförmigen Ziliarmuskels aufgehängt. Glaskörper und Ziliarkörper. Augenkammern und Kammerwasser Man unterscheidet die vordere Augenkammer zwischen Hornhaut und Iris und die hintere Augenkammer zwischen Iris. Eine ebenfalls durchsichtige Linsenkapsel begrenzt sie. P Ein ❑ erhöhter Augeninnendruck entsteht durch ein Missverhältnis zwischen Kammerwasserproduktion und -abfluss. Ziliarkörper und Regenbogenhaut. 15 mmHg konstant gehalten. Linse (Lens): Die bikonvexe Linse ist eine glasklare elastische Struktur mit variabler Brechkraft. Kammerwasser und Glaskörper. Ziliarkörper mit Ziliarmuskel und Ziliardrüse Schlemm'scher Kanal vordere Augenkammer Pupille hintere Augenkammer Linse (Lens) Die Regenbogenhaut (Iris) ist farbig und besteht aus einem Ringmuskel zum Engstellen und einem Radialmuskel zum Weitstellen der Pupille. Die eigentliche Gefahr des Glaukoms besteht in einer verminderten Durchblutung der Netzhaut mit irreversiblen Schäden bis hin zur Erblindung. Mittlere Augenhaut Zur mittleren Augenhaut gehören Aderhaut. Sie besteht aus eiweißreichen Zellen und ist gefäß. Blutgefäße fehlen ebenso wie Nerven. Der Ziliarkörper (Corpus ciliare) hat 3 Aufgaben: • Haltesystem für die Linse. Vom Kammerwinkel (= Hornhaut-Iris-Winkel) fließt die Hauptmenge über den Schlemm’schen Kanal in das Venensystem. Er besteht aus zellfreier Gallerte und liegt zwischen Netzhaut und Linse. Die Pupille ist eine kreisrunde Öffnung in der Iris. Merke Für die Konstanz des Augeninnendruckes spielt das Gleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers eine wesentliche Rolle.und nervenfrei. Hornhaut (Cornea) Lederhaut Regenbogenhaut (Iris) (Sclera) Weg des Kammerwassers. 3. Kammerwasser: Das Kammerwasser ist eine glasklare zellfreie Flüssigkeit. 16. Liegt er über 20 mmHg.

ophthalmica) kommt. Augenhintergrund Der Augenhintergrund erscheint wegen der Blutgefäße der Chorioidea (Aderhaut) rötlich. Merke Die Retina ist das eigentliche Sinnesorgan des Auges. Neuron wird von multipolaren Nervenzellen gebildet. IV. – den Sehnerven (N. Sie gliedert sich in 2 Abschnitte: – dem kleineren vorderen „blinden“ Abschnitt. Neuron wird von bipolaren Nervenzellen gebildet. Augenlider Vor jedem Auge befindet sich ein Oberlid und ein Unterlid. um die Bewegung des Auges nicht zu behindern. die von der Augenarterie (A. Knöcherne Augenhöhle (Orbita) Beide Augenhöhlen enthalten jeweils – den Augapfel und – 4 gerade und 2 schräge Augenmuskeln zur Bewegung des Augapfels. die in die obere Augenvene (V. 323 . der s-förmig gebogen ist. An dieser Stelle kann man nichts sehen. – Gelber Fleck (Macula lutea): Diese blutgefäßfreie Stelle der Netzhaut stellt eine kleine Grube oder Vertiefung (Fovea centralis) dar. Netzhaut (Retina) Als innere Augenhaut kleidet die Retina die Innenfläche der Augapfelwand bis weit nach vorn aus. der aus 2 pigmenthaltigen Epithelzellschichten besteht und der Ziliarkörper und Iris bedeckt sowie – dem größeren hinteren Abschnitt (Pars optica). A. centralis retinae).2 Schutz. ophthalmica superior) mündet.16. 2 Stellen sind hervorzuheben: – Blinder Fleck (= Sehnervenpapille. Die Blutversorgung der Retina erfolgt durch die zentrale Netzhautarterie (A. Die Augenmuskeln werden von 3 Hirnnerven (III. centralis retinae).VI) innerviert. Ihre Neuriten treten am blinden Fleck durch die Augapfelwand und bilden den Sehnerven. – die Tränendrüse: Sie liegt in einer kleinen Grube an der äußeren oberen Augenhöhlenwand. Stäbchenzellen pro Auge). sodass die Lichtstrahlen zunächst durch alle anderen Netzhautschichten hindurchdringen müssen. – Fettgewebe zur Abpolsterung. Das 3. 120 Mill. also dem Lichteinfall abgewandt. opticus). und die zentrale Netzhautvene (V. Zapfenzellen und ca. Weitere Zellen wie die Horizontal. centralis retinae treten gemeinsam mit dem Sehnerven am blinden Fleck durch die Augapfelwand. wobei Doppelbilder entstehen können. P Macula-Degenerationen beeinträchtigen das ❑ Sehvermögen besonders stark. 16. In diesem aus 10 Schichten bestehenden Teil liegen die ersten 3 Neurone der Sehbahn. Das 2. Die Stäbchenzellen liegen mit Ausnahme des gelben und blinden Flecks in der gesamten Pars optica.und Bewegungsapparat des Auges Die Teile des Schutz. 354).4. durch das die Nervenfasern das Auge verlassen und die Blutgefäße in das Augeninnere treten. Discus nervi optici): Das ist ein Loch in der Netzhaut. und V. Die Zapfenzellen sind auf die Fovea centralis (kleine Grube) des gelben Fleckes und ihre unmittelbare Umgebung konzentriert. Zu ihnen gehören die knöcherne Augenhöhle. die Augenlider und der Tränenapparat. Das 1. Diese sichern das koordinierte Zusammenspiel der Muskeln beider Augen (✑ S.4 Gesichtssinn 5.und amakrinen Zellen (multipolare Nervenzellen) sichern die vielfältigen Verschaltungen. P Weichen beide Augachsen stark voneinan❑ der ab. kommt es zum Schielen (Strabismus). Hier befinden sich nur tageslichtempfindliche Zapfenzellen.und Bewegungsapparates gewährleisten die störungsfreie Funktion des hochempfindlichen Lichtsinnesorgans. Sie ist die Stelle des schärfsten Sehens. Die Photorezeptoren befinden sich am weitesten außen. Neuron bildet die Photorezeptoren (6 – 7 Mill.

– den Lidhebe. Bindehaut Die Bindehaut – sowohl des Ober. oberer schräger Augenmuskel oberer gerader Augenmuskel äußerer gerader Augenmuskel III. die leicht verschiebbar ist. Augenrollnerv (N. unten ca. . levator palpebrae superioris) (Orbita) mit Fettgewebe ausgepolstert oberer schräger Augenmuskel (M.und Lidschließmuskeln sowie – der Bindehaut (Tunica conjunctiva palpebralis). Diese bezeichnet man zusammen als Bindehautsack (Saccus conjunctivalis). 16. oculomotorius) Mittelhirn Brücke IV. rectus medialis) unterer gerader Augenmuskel (M. 16.16 324 Sinnessystem Lidheber knöcherne Augenhöhle (M. Dadurch entsteht oben und unten jeweils eine Bindehauttasche. dem „Skelett“ der Augenlider. Der Bindehautsack ist zu sehen. einer Schleimhaut an der Hinterfläche. 275) zwischen vorderer und hinterer Lidkante. – einer zarten äußeren Haut. Augenabziehnerv (N. Augenbewegungsnerv (N. Die Lider bestehen aus: – der Bindegewebs-Muskelplatte im Inneren.11 Augapfel und Augenmuskeln. trochlearis) Medulla oblongata VI. – den Wimpern (oben ca. obliquus inferior) Abb. rectus lateralis) unterer schräger Augenmuskel (M. abducens) Abb. obliquus superior) oberer gerader Augenmuskel (M. opticus) mittlerer gerader Augenmuskel (M. wenn man das Augenlied vom Augapfel wegzieht. rectus superior) Oberlid gemeinsamer Sehnenring der Augenmuskulatur Sehnervenkanal Augapfel (Bulbus oculi) (Canalis opticus) Sehnerv (N.als auch des Unterlides – geht in die Bindehaut des Augapfels über.12 mittlerer gerader Augenmuskel unterer schräger Augenmuskel unterer gerader Augenmuskel Augenmuskeln und ihre Innervation durch die Augenmuskelnerven. 150. rectus inferior) Unterlid äußerer gerader Augenmuskel (M.

Die Tränenflüssigkeit sammelt sich im medialen Augenwinkel. P Sowohl das Berühren der Hornhaut als auch ❑ der Bindehaut führt reflektorisch zum Lidschluss (Schutzreflex). Tränensack und Tränennasengang in den unteren Nasengang. Abb. Äußere Talgdrüsen. Tränensee. P Das Gerstenkorn (Hordeolum) entsteht durch ❑ Stauung des Sekretes und Entzündung der ZeisDrüsen. Kochsalz) und das bakterienabtötende Lysozym. indem sie sie feucht hält und kleine Unebenheiten ausgleicht sowie Fremdkörper im Bindehautsack ausschwemmt. 16. Merke Die Tränenflüssigkeit sichert die einwandfreie Funktion der Hornhaut. Sie ist farblos und enthält desinfizierende Substanzen (z.13 Tränenapparat Die Tränendrüsen hinter dem Oberlid sezernieren pro Tag etwa 500 ml Tränenflüssigkeit. Über mehrere Ausführgänge gelangt die Tränenflüssigkeit in den Bindehautsack und wird durch den Lidschlag über die Vorderfläche des Augapfels verteilt. Keratitis. Die Bindehaut eignet sich wie alle Schleimhäute gut zur Resorption von Arzneimitteln. – Moll-Drüsen.4 Gesichtssinn Liddrüsen Tränenapparat Augenbraue Tränendrüse Oberlid Moll’sche Drüse Wimper Meibom’sche Drüse (Gl. und fließt über Tränenröhrchen. Das Hagelkorn (Chalazion) entsteht durch Stauung des Sekrets und Entzündung der Meibom-Drüsen. . B. In Form von Augentropfen werden sie meist in den unteren Teil des Bindehautsackes (Unterlid wird abgezogen oder umgeschlagen) eingeträufelt. das über Ausführgänge der hinteren Lidkante an die Lidränder gelangt und diese einfettet. Sie liegen an der Lidhinterseite und produzieren ein talgähnliches Sekret. Liddrüsen – Meibom-Drüsen (innere Talgdrüsen).16. dem sog. Schweißdrüsen. P Zu wenig Tränenflüssigkeit führt zu Binde❑ haut. deren Ausführgänge am Follikel der Wimpern enden. „Syndrom des trockenen Auges“). lacrimalis) obere Umschlagstelle der Bindehaut (Bindehautsack) Tränensack Regenbogenhaut Pupille Tränennasengang untere Umschlagstelle der Bindehaut Tränenröhrchen Tränenpunkt (Ductus nasolacrimalis) Bindehaut (Conjunctiva) Unterlid Moll’sche Drüse Meibom’sche Drüse 325 (Bindehautsack) Liddrüsen und Tränenapparat.und Hornhautentzündung (Conjunctivitis. – Zeis-Drüsen. die in der Nähe des Lidrandes liegen und dort ausmünden. sodass die Hornhaut feucht gehalten wird.

Man unterscheidet – Fernakkommodation: Bei entspanntem Ziliarmuskel flacht sich die Linse ab. Hypermetropie). Kammerwasser. Dieser wirkt wie eine Sammellinse und lässt auf der Netzhaut verkleinerte umgekehrte reelle Bilder der Umwelt entstehen. Die vordere Brennweite des menschlichen Auges beträgt 17 mm. Die wichtigsten sind: • Kurzsichtigkeit (Myopie). P Die Nahakkommodation nimmt mit zuneh❑ mendem Alter ab (Linse krümmt sich aufgrund ihres Elastizitätsverlustes nicht mehr genug). Glaskörper) werden als dioptrischer Apparat bezeichnet. dingseitige Brennweite Das geschieht durch aktive Änderung der Linsenkrümmung (vorwiegend ihrer vorderen Fläche) und heißt Akkommodation.8 dpt 0. wenn es genau auf der Netzhaut entsteht. 10 cm (= Nahpunkt).3 Physiologie des Sehens Als adäquater Reiz wirken elektromagnetische Strahlen der Wellenlängen 400 bis 700 nm (= sichtbares Licht). die Brechkraft wird verringert.017 m Akkommodation Das Bild eines Gegenstandes wird nur dann scharf abgebildet. – Nahakkommodation: Durch Kontraktion des Ziliarmuskels kann sich die Linse so weit krümmen. bildseitige Brennweite Parallelstrahl Sehachse (Axis opticus) Achse des Augapfels (Axis bulbi) Brennpunktstrahl gelber Fleck äußerer Brennpunkt Hornhaut (Cornea) Linse (Lens cristallina) Strahlenkörper (Corpus ciliare) innerer Brennpunkt Netzhaut (Retina) Abb. • Weitsichtigkeit (Hyperopie. 16.14 Bildentstehung.4. Wenn der Nahpunkt größer als 30 cm wird. wie stark Lichtstrahlen gebrochen werden. die den Nahpunkt wieder näher an das Auge rücken. Die Kompensation erfolgt durch Sammellinsen. Das ermöglicht ein scharfes Sehen bis zu einem Abstand von ca. sodass Störungen bei der Bildentstehung auftreten. Damit die Bilder von Gegenständen unterschiedlicher Entfernungen scharf gesehen werden. Sie wird als Kehrwert der Brennweite (f) berechnet und in Dioptrien (dpt) ausgedrückt. Brechkraft Die Brechkraft gibt an. Bildentstehung auf der Netzhaut Die brechenden Medien (Cornea. dass die Brechkraft um etwa 14 Dioptrien steigt.16 326 Sinnessystem 16. Linse. . spricht man von der Alterssichtigkeit (Presbyopie). ändert das Auge seine Brechkraft. Nicht immer sind Größe und Form des Augapfels genau auf die Brechkraft des dioptrischen Apparates abgestimmt. deshalb gilt: D = 1 = f 1 = 58.

4 Gesichtssinn Fernakkommodation 327 Nahakkommodation – Ziliarmuskel entspannt – Ziliarmuskel angespannt – Linse abgeflacht. 16. Kurzsichtigkeit mit Korrekturlinse.15 Zerstreuungslinse Augapfel ist zu lang.16.17 . Bildebene Abb.16 Sammellinse Augapfel ist zu kurz. Bildebene liegt hinter der Fovea centralis. Nahe Gegenstände werden unscharf abgebildet. 16. Bildebene Abb. geringe Brechkraft – Linse gekrümmt. Bildebene liegt vor der Fovea centralis. große Brechkraft Akkommodation. Ferne Gegenstände werden unscharf abgebildet. 16. Weitsichtigkeit mit Korrekturlinse. Abb.

Rhodopsin). Erregungsbildung In den Stäbchen. Merke Scharfe Bilder entstehen nur an der Stelle des gelben Flecks.und Zapfenzellen Die Zapfen ermöglichen das farbige Sehen von Einzelheiten bei heller Beleuchtung.18 Kontraktion ➠ Lichteinfall M. Seine Axone bilden zunächst den Sehnerven (N. spincter pupillae Kontraktion ➠ Helladaptation Merke Pupille eng Parasympathicus Dunkeladaptation Sympathicus Abb. indem sich die Pupille im Hellen verengt und im Dunklen erweitert (Pupillenreflex).16 328 Sinnessystem Funktion der Stäbchen. 16. Die Bleichung der Sehfarbstoffe führt zur Erregung der Sinneszelle. ➝ viel Sehfarbstoff. opticus). Die Netzhautadaptation passt das Auge durch die Veränderung der Konzentration der Sehfarbstoffe der Lichtintensität an. ➝ wenig Sehfarbstoff. M. Die Sehbahn wird von 4 sensiblen Neuronen gebildet.und Netzhautadaptation. der bis zur Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum) zieht.und Akkommodationsreflex. Diese werden durch Lichtabsorption mehr oder weniger abgebaut (= gebleicht). Ab hier verlaufen sie als Sehstrang (Tractus opticus) zum seitlichen Kniehöcker (Corpus geniculatum laterale) des Thalamus sowie zur Vierhügelplatte des Mittelhirns. Letztere sind wichtig für den Pupillen. Vom 3. das man mit unbewegten Augen und fixiertem Kopf sieht. B. Viel Licht ➝ kleine Pupille (ein Neuron wird von kleiner Retinafläche gereizt). Adaptation Adaptation ist die Anpassung des Auges an die jeweilige Lichtintensität. Pupille weit . Gesichtsfeld und Sehbahn Das Gesichtsfeld ist das Bild der Umwelt.und Zapfenzellen befinden sich Sehfarbstoffe (z. Man unterscheidet die Pupillen. von denen die ersten 2 komplett in der Retina liegen. Die Pupillenadaptation passt das Auge reflektorisch schnell an einen plötzlichen Lichtwechsel an. dilatator pupillae Pupillenadaptation. da rascherer Zerfall. Die Stäbchen ermöglichen das Schwarzweißsehen bei schlechter Beleuchtung. Neuron befinden sich die Nervenzellkörper in der Netzhaut. Lichteinfall Wenig Licht ➝ große Pupille (ein Neuron wird durch große Retinafläche gereizt).

erblindet der Mensch (= Rindenblindheit). P Bei Zerstörung der Sehzentren. reelles Bild umzuwandeln. die meisten dem gelben Fleck. Auf diese Weise werden die Erregungen gemischt. Die Perikaryen des 4. Abb. während die temporalen auf der gleichen Seite bleiben. Sehbahn. 16. Jedem Punkt des Gesichtsfeldes ist hier eine bestimmte Anzahl von Neuronen zugeordnet. z.. Verletzungen etc.19 .4 Gesichtssinn Im Chiasma opticum kreuzen die Nervenfasern der jeweiligen nasalen Retinahälfte auf die Gegenseite. Neurons liegen im seitlichen Kniehöcker. Leistungen des Gesichtssinns Die Sehleistungen des Menschen umfassen – Hell-dunkel-Sehen. die von den Augen kommenden Informationen in ein aufrechtes. – räumliches Sehen und – Erkennen von Mustern und Bewegungen. was eine wichtige Voraussetzung für das räumliche Sehen ist. – Farbsehen.16. linkes Gesichtsfeld 329 rechtes Gesichtsfeld nasal temporal Sehnerv (N. opticus) Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum) Sehstrang (Tractus opticus) seitlicher Kniehöcker des Thalamus (Corpus geniculatum laterale) Sehstrahlung (Radiatio optica) Sehzentrum Merke Die Aufgabe der Sehzentren besteht darin. B. durch ❑ Tumoren. ihre Axone verlaufen als Sehstrahlung (Radiatio optica) zum Sehzentrum (= Sehrinde) im Hinterhauptlappen der Großhirnrinde. Die Nervenfasern aus dem gelben Fleck (Fovea centralis) ziehen sowohl ungekreuzt als auch gekreuzt zur Hirnrinde.

330 16 Sinnessystem Fragen zur Wiederholung . Beschreiben Sie die Bildentstehung auf der Netzhaut und das Funktionsprinzip der Stäbchen und Zapfen. b) Informationsleitung. Definieren Sie a) Reiz. Nennen Sie Maßnahmen zur Lärmbekämpfung. Wo liegen a) vordere und b) hintere Augenkammer? 16. Erläutern Sie die biologische Bedeutung von Geruch und Geschmack. 11. d) Rezeptor. 3. 23. b) der Ziliarkörper. Erklären Sie Akkommodation und Adaptation. b) unter Tiefensensibilität zu verstehen? Erläutern Sie die biologische Bedeutung dieser Sinne. 13. Welche Bedeutung hat der Schmerz? Was versteht man unter übertragenem Schmerz? 6. Definieren Sie a) gelber Fleck. Erläutern Sie die ablaufenden Prozesse bei der Schallaufnahme und -weiterleitung. Was ist a) unter Oberflächensensibilität. 19. c) Reizschwelle. Beschreiben Sie den Abfluss des Kammerwassers. Nehmen Sie eine Klassifizierung der Reize vor. Erklären Sie. 2. e) Sinnesorgan. Warum strengt langes Nahsehen die Augen besonders an? . 17. 1. Wie arbeitet das Gleichgewichtsorgan. 20. 7. 8. 15. b) adäquater Reiz. Worin liegt ihre biologische Bedeutung? 21. Geben Sie einen Überblick über die Leistungen des Gesichtssinnes. c) das Kammerwasser? 14. 5. Erläutern Sie a) Reizaufnahme. 12. Nennen Sie die Schutzeinrichtungen des Auges und ihre Aufgaben. 10. Beschreiben Sie den Aufbau des Ohres. Welche Aufgaben haben: a) die brechenden Medien. und welche Aufgaben erfüllt es im Körper? 9. 4. Was versteht man unter der Sehbahn? 22. b) blinder Fleck! 18. Beschreiben Sie den Bau des menschlichen Auges. wie es zur Erregung der Hörsinneszellen im Corti’schen Organ kommt. Beschreiben Sie die Verteilung der Photorezeptoren in der Retina.

Das periphere Nervensystem verbindet ZNS und Organe miteinander. danach werden die Sprechorgane erregt.1. analysiert und speichert sie. um danach die Effektorgane zur Aktivität anzuregen. Verarbeitung und Speicherung von Informationen. Gehirn (Cerebrum) ZNS Rückenmark (Medulla spinalis) 17. 17. Zum Beispiel wird Sprachinformation akustisch aufgenommen. – Peripheres Nervensystem (PNS): Das periphere Nervensystem besteht aus den zu.1 Merke Das ZNS dient der Weiterleitung. deren weiße Farbe auf die lipidhaltige Markscheide zurückzuführen ist. – Zentralnervensystem (ZNS): Gehirn und Rückenmark.331 17 Nervensystem Das Nervensystem steuert und koordiniert die lebenserhaltenden Körperfunktionen so. das PNS hauptsächlich der Weiterleitung. periphere Nerven PNS Nervensystem. Abb.und abführenden Nervenfasern. 352). Nach anatomischen Gesichtspunkten werden Zentralnervensystem und peripheres Nervensystem unterschieden (✑ Tab. 17. S.1 Gliederung 1. Sie bestehen aus: grauer Substanz (= Nervenzellkörper) und weißer Substanz (= Nervenfasern). Dazu nimmt es mithilfe von Rezeptoren Informationen auf. . analysiert und gespeichert. dass mit möglichst wenig Aufwand eine optimale Anpassung an die aktuellen Umwelteinwirkungen erfolgt. und es erfolgt die Reaktion. die sich in den peripheren Nerven befinden (✑ S. 332).

Armnerven. die aus der Umwelt Informationen aufnehmen. 17. – Vegetatives Nervensystem (VNS): Das VNS innerviert die glatte Muskulatur der Gefäße und inneren Organe und stimmt so deren Tätigkeit harmonisch aufeinander ab. Nach physiologischen (funktionellen) Gesichtspunkten werden unterschieden (✑ Tab.2).2 Rückenmark Nervensystem (NS) – anatomische Gliederung – PNS Gesamtheit der Nervenfasern außerhalb des ZNS als Bestandteil der peripheren Nerven (z. animales NS (= cerebrospinales NS. 17. ZNS Gehirn Tab. – Animales (cerebrospinales – somatisches) Nervensystem: Das sind jene Teile des Nervensystems. VNS (= Eingeweidenervensystem) Ansicht von ventral Ansicht von dorsal verlängertes Mark (Medulla oblongata) Anschwellung im Halsbereich (Intumescentia cervicalis) vordere mittlere Rückenmarkspalte (Fissura mediana anterior) Merke Animales und vegetatives Nervensystem funktionieren nur kooperativ aufeinander abgestimmt. Sie bilden also eine Einheit. 17. Umweltnervensystem) Nervensysten (NS) – physiologische Gliederung – 2.1 Nervensystem Anatomische Gliederung des Nervensystems. 17. über die aufsteigenden Nervenfasern Informationen von der Peripherie zum Gehirn.2 Rückenmark (Medulla spinalis) hintere mittlere Rückenmarkfurche (Sulcus medianus posterior) Anschwellung im Lendenbereich (Intumescentia lumbosacralis) Das Rückenmark leitet über absteigende Nervenfasern (Leitungsbahnen = weiße Substanz) Informationen vom Gehirn zur Peripherie bzw. vegetatives NS. Abb.) Ganglien Physiologische Gliederung des Nervensystems.17 332 Tab.2 . B. Zwerchfellnerven etc. 17. Rückenmark (Medulla spinalis) Rückenmark (Medulla spinalis). sie verarbeiten und damit eine individuelle Anpassung an die Umwelt ermöglichen.

17.14.3) Die Schnittfläche eines Rückenmarkquerschnittes zeigt 2 deutlich unterscheidbare Zonen. S. hintere Ihre Neuriten treten geHinterhorn Rückmarksfurche (Columna posterior) bündelt an der Vorder(Sulcus medianus posterior) Hinterwurzel seite des Rückenmarks (Radix dorsalis) als motorische vordere Wurzeln heraus und Spinalganglion ziehen in den entspregraue (Ganglion spinale) chenden Nerven zu Substanz (Substantia grisea) den Muskeln. d) Zentralkanal (Canalis centralis) Er liegt als Rest der Lichtung des Neuralrohres (eine der ersten Anlagen des ZNS in der Embryonalentwicklung) im zentralen Verbindungsstück der grauen Substanz und enthält Liquor. 1. Bei den Spinalnerv Vorderhorn motorischen Nerven(N. Der caudale Teil ist verjüngt und wird durch einen 20 – 25 mm langen Endfaden an der Rückseite des 2.2. Durchmesser ca. im Wirbelkanal. 45 cm. sensiblen Neurons.2 Innerer Bau (✑ Abb. Beim Erwachsenen ist er oft stellenweise verödet (✑ Abb. Graue Substanz (Substantia grisea) Die schmetterlingsförmige graue Substanz besteht hauptsächlich aus Nervenzellkörpern. 17. Es sind folgende Teile zu unterscheiden: 2. 347). – hintere mittlere Rückenmarkfurche (Sulcus medianus posterior) an der Hinterseite – flach.1 Lage und Form Das Rückenmark liegt als ovaler Strang. Vorderwurzel Zentralkanal vordere tiefe Längsspalte (Radix ventralis) • kleine 2-Motoneu(Canalis centralis) (Fissura mediana anterior) rone – langsame Bewegungen der HalteRückenmark (Querschnitt). 17. befinden sich außerhalb des Rückenmarkes im Spinalganglion. caudal endet er blind. Länge ca. Ventrikel in Verbindung. Weiße Substanz (Substantia alba) a) 2 Vorderhörner (Cornu anterius) oder Die weiße Substanz umgibt die graue Substanz. Lendenwirbels. Außerdem befinden sich in den Vorderhörnern zahlreiche Interneurone zur Steuerung der -Motoneurone.tigen Nervenfasern.3 muskeln und 333 . 17. c) 2 Seitenhörner (Cornu laterale) oder Seitensäulen (Columna lateralis) In den Seitenhörnern befinden sich Perikaryen des Sympathicus (C8 – L3) und des Parasympathicus (S2 – S4). Vordersäulen (Columna anterior) Sie besteht hauptsächlich aus markscheidenhalIn ihnen liegen die motorischen Nervenzell. An der Oberfläche des Rückenmarkes fallen 2 längs verlaufende Vertiefungen besonders auf: – vordere mittlere Rückenmarkspalte (Fissura mediana anterior) an der Vorderseite – tief. l cm. Abb.2. die des 1. Substanz • große 1-Motoneu(Substantia alba) Seitenhorn rone – schnelle Be(Cornu lateralis) wegungen der Bewemotorische gungsmuskeln. • kleine -Motoneurone – Beeinflussung des Muskeltonus. Cranial steht er mit dem 4. Steißwirbels befestigt.2 Rückenmark 17. die als Leitungsbahnen körper der peripheren motorischen Neurone. Es beginnt als Fortsetzung des verlängerten Markes des Gehirns am großen Hinterhauptloch und endet in Höhe der Oberkante des 2. und deren Neuriten ziehen als hintere Wurzel in die Hinterhörner. b) 2 Hinterhörner (Cornu posterius) oder Hintersäulen (Columna posterior) In den Hinterhörnern liegen die Nervenzellkörper des 2. spinalis) (Cornu anterius) zellkörpern (Perikaweiße ryen) gibt es 3 Typen. 17.

Beide Vorderstränge stehen durch eine Brücke weißer Substanz. in Verbindung. coccygei) Rückenmarksegmente. lumbales) L5 S1 S5 Co1 Co3 Abb. thoracici) Rückenmark (Medulla spinalis) Th12 L1 Lendenteil (Pars lumbalis) mit 5 Paar Lendennerven Pferdeschweif (Cauda equina) (Nn. Die weiße Substanz wird durch die graue „Schmetterlingsfigur“ rechts und links in jeweils 3 Stränge unterteilt: – einen Vorderstrang (Funiculus anterior) zwischen Fissura mediana anterior (vordere Längsspalte) und motorischer Vorderwurzel.und sensibler Hinter wurzel und – einen Hinterstrang (Funiculus posterior) zwischen sensibler Hinterwurzel und Sulcus medianus posterior (hinterer Rückenmarksfurche). zwischen Peripherie und Gehirn verlaufen. cervicales) C8 Th1 Brustteil (Pars thoracica) mit 12 Paar Brustnerven (Nn. 17.4 Kreuzbeinteil (Pars sacralis) mit 5 Paar Kreuzbeinnerven (Nn.17 334 Nervensystem C1 Halsteil (Pars cervicalis) mit 8 Paar Halsnerven (Nn. – einen Seitenstrang (Fubiculus lateralis) zwischen motorischer Vorder. die Commisura alba anterior. sacrales) Steißbeinteil (Pars coccygea) mit 1– 3 Paar Steißbeinnerven (Nn. .

3 Rückenmarksegmente 335 Das Rückenmark wird analog der Wirbelsäule in 5 Abschnitte gegliedert. Lage. Form. Auf jeder Seite verbinden sich die vordere und hintere Wurzel im Zwischenwirbelloch zu einem Rückenmarknerven (Spinalnerven). 17.2. (Rhomben• Nachhirn (Myelencephalon) cephalon) oder verlängertes Mark (Medulla oblongata).350 bis 1. Abb. • Hinterhirn (Metencephalon). Gliederung Das Endhirn ist der Sitz des Bewusstseins.2 Endhirn (Telencephalon) 17. Singular: Endhirn (Telencephalon) = Großhirn (Cerebrum) ScheitelHinterhaupt-Furche (Sulcus parietooccipitalis) Balken (Corpus callosum) Zirbeldrüse Zwischenhirn (Epiphyse) (Diencephalon) Hirnanhangdrüse (Hypophyse) Mittelhirn (Mesencephalon) Kleinhirn (Cerebellum) Brücke (Pons) verlängertes Mark (Medulla oblongata) Rechte Hirnhälfte. Die untere Fläche des Gehirns heißt Hirnbasis. die durch einen tiefen Längsspalt (Fissura longitudinalis cerebri) voneinander getrennt und durch den Balken (Corpus callosum) miteinander verbunden sind. Gliederung des Gehirns Folgende Abschnitte unterscheidet man: • Endhirn (Telencephalon) oder Großhirn (Cerebrum). • Zwischenhirn (Diencephalon). Jeder Abschnitt besteht aus Segmenten (äußerlich nur durch die austretenden Rückenmarkwurzeln erkennbar). Die Oberfläche der beiden Hemisphären wird durch zahlreiche Windungen (Gyri. des Empfindens.3. Beim Erwachsenen beträgt die Hirnmasse durchschnittlich 1. 17. Das Gehirn ist der rostrale Teil des Zentralnervensystems. mit Kleinhirn (Cerebellum) Rautenhirn und Brücke (Pons). des Willens und des Gedächtnisses.3 Gehirn (Encephalon) 17. Das Gehirn liegt von Hirnhäuten und Liquor umgeben in der knöchernen Schädelhöhle und ist dieser in seiner äußeren Form angepasst.1 Masse.5 . • Mittelhirn (Mesencephalon).17.3 Gehirn 17.500 Gramm. Es ist beim Menschen der größte Hirnabschnitt.3. Sehr vereinfacht wird das Gehirn eingeteilt in das Großhirn und den Hirnstamm (= alle übrigen Hirnabschnitte). der einen weiten Teil der übrigen Hirnteile überdeckt und diesen funktionell übergeordnet ist. Zu einem Rückenmarksegment gehören 2 vordere und 2 hintere Rückenmarkwurzeln. Gebildet wird es von zwei fast symmetrischen halbkugelförmigen Hälften (Hemisphären).

dass die Abschnitte der linken Körperhälfte auf dem Kopf stehend (Bein und Becken oben. Singular: Lobus) unterteilt: • Stirnlappen (Lobus frontalis). Nach der Funktion unterscheidet man 2 verschiedene Rindenfeldtypen.und Hinterhauptlappen. Graue Substanz (Substantia grisea) Die graue Substanz bildet – die Endhirnrinde (Cortex cerebri). Kopf unten) in der rechten Endhirnhemisphäre und umgekehrt repräsentiert werden. Sie besteht aus 10 – 16 Milliarden Nervenzellkörpern. Innerer Bau Wie das Rückenmark besteht auch das Gehirn aus grauer und weißer Substanz. – die seitliche Furche (Sulcus lateralis) zwischen Stirn-. die gleiche oder ähnliche Funktionen erfüllen. Die Projektion erfolgt in der Weise. Motorische Rindenfelder Sie werden von motorischen Neuronen gebildet und sind für das Zustandekommen der Bewegungen verantwortlich. . Merke Vor der Zentralfurche liegt die vordere Zentralwindung (Gyrus praecentralis) und hinter ihr die hintere Zentralwindung (Gyrus postcentralis). • Schläfenlappen (Lobus temporalis) und • Hinterhauptlappen (Lobus occipitalis). – die Kerne des Endhirns: Als solche werden Ansammlungen von grauer Substanz unterhalb der Hirnrinde bezeichnet. Wichtige Furchen als Grenzlinien zwischen den Lappen sind – die Zentralfurche (Sulcus centralis) zwischen Stirn. die motorischen und die sensorischen (sensiblen) Rindenfelder. 17. Gleichzeitig wird durch die tiefen Furchen jede Endhirnhemisphäre in 4 Endhirnlappen (Lobi. Gyrus) und Furchen (Sulci. die in 6 Schichten übereinander angeordnet sind. Funktionszentren der Endhirnrinde Die ablaufenden Nervenprozesse können bestimmten Teilen der Rinde (= Rindenfelder) zugeordnet werden.6 Lappen und Furchen des Endhirns.17 336 Nervensystem vordere Zentralwindung hintere Zentralwindung (Gyrus praecentralis) (Gyrus postcentralis) Stirnlappen (Lobus frontalis) seitliche Furche (Sulcus lateralis) Schläfenlappen Scheitellappen (Lobus parietalis) ScheitelHinterhaupt-Furche (Sulcus parieto-occipitalis) Hinterhauptlappen (Lobus occipitalis) (Lobus temporalis) Zentralfurche (Sulcus centralis) Abb.und Scheitellappen. Diese Rindenfelder werden von Nervenzellkörpern gebildet. • Scheitellappen (Lobus parietalis). Singular: Sulcus) beachtlich vergrößert. Scheitel-. die wie ein Mantel das Endhirn (Großhirn) umschließt. Schläfenlappen sowie – die Scheitel-Hinterhaupt-Furche (Sulcus parietooccipitalis) zwischen Scheitel.

Merke Die motorischen Bahnen kreuzen entweder in den Pyramiden der Medulla oblongata oder im Zielsegment auf der Gegenseite. Die Zentren für den Kopf liegen unten. die für die Beine oben.und Schreibzentrum (Gyrus postcentralis) – Körperfühlsphäre – Scheitellappen („Blickzentrum“) (Lobus parietalis) Stirnlappen Hinterhauptlappen (Lobus frontalis) (Lobus occipitalis) seitliche Furche Sehzentrum (Sulcus lateralis) optisches Schreibund Lesezentrum Hörzentrum motorisches Sprachzentrum (Broca-Zentrum) sensorisches Sprachzentrum (Wernicke-Zentrum) Funktionszentren der linken Endhirnrinde. P Ein Ausfall des Broca-Zentrums führt zur ❑ motorischen Aphasie. Muskeln.17. Störungen in der linken vorderen Zentralwindung führen zu Ausfällen in der rechten Körperhälfte. Es liegt in der vorderen Zentralwindung (Gyrus praecentralis) des Stirnlappens. – Primärzentrum der Willkürmotorik. Vom primären Projektionszentrum ziehen die Projektionsbahnen (Pyramidenbahnen) zu den motorischen Hirnnervenkernen und den motorischen Vordersäulen des Rückenmarks (✑ auch Abb. kann aber selbst nicht artikuliert sprechen. Wangen. 17. besitzen ein relativ großes Rindenfeld: So nehmen die Zentren für Hand und Mund den größten Raum im Gyrus praecentralis ein. In ihnen entstehen im Zusammenwirken mit anderen motorischen Zentren die Handlungsantriebe und Bewegungsentwürfe.und Schreibzentrum.7 – Motorisches Sprachzentrum (Broca-Zentrum). die sehr fein abgestimmte Bewegungen (Feinmotorik) ausführen müssen. Vor der vorderen Zentralwindung liegen die sekundären motorischen Zentren (Assoziationszentren). . Von dort aus werden die Augenmuskeln beim Schreiben und Lesen gesteuert.. Es liegt im Frontallappen. d.3 Gehirn 337 Zentralfurche (Sulcus centralis) vordere Zentralwindung hintere Zentralwindung (Gyrus praecentralis) – Willkürmotorik – motorisches Lese. h. S. 17. – Motorisches Lese. Lippen. Abb. Der Betroffene versteht zwar Worte. Dieses Zentrum liegt unter der vorderen Zentralwindung und ist das Koordinationszentrum für die Sprachmuskeln (Kehlkopf.18. Zunge. 351). weicher Gaumen). Hier werden die Befehle für alle willkürlichen Bewegungen an die Peripherie gegeben.

und hier entstehen die optischen Wahrnehmungen. 17. Temperaturund Schmerzrezeptoren der Haut. 350). Das Hörzentrum liegt im Schläfenlappen und ist nur wenige Millimeter groß. P Bei Ausfall des Sehzentrums ist der Mensch ❑ blind (Rindenblindheit). Das Sehzentrum liegt in der Kalkarinarinde oder Area striata des Hinterhauptlappens. was er gesehen hat. sondern entsprechend ihrer funktionellen oder biologischen Wertigkeit repräsentiert. Dies wird als „Seelenblindheit“ bezeichnet. das optische Erinnerungszentrum für die Schrift (= optisches Lese. Hier werden sie dann zu Tast-. Dem Sehzentrum benachbart sind verschiedene optische Assoziationszentren. – Primäres sensorisches Rindenfeld (= Körperfühlsphäre). aber nicht erklären. je bedeutungsvoller ein Organ diesbezüglich ist. Diese leiten die Informationen von den Tast-.und Schreibzentrum). Tab.3 Basalganglien Streifenkörper Vormauer Mandelkörper (Corpus striatum) (Claustrum) (Corpus amygdaloideum) Schweifkern Linsenkern (Nucleus caudatus) (Nucleus lentiformis) Schale Bleicher Kern (Putamen) (Pallidum) . Das Zentrum befindet sich in der hinteren Zentralwindung (Gyrus postcentralis) des Scheitellappens. Es ist für die Wahrnehmung von Lauten und Tönen zuständig. In dieser primären Sehrinde endet die vom seitlichen Kniehöcker des Thalamus kommende Sehbahn. Merke P Ausfall des Hörzentrums führt zur Taubheit.17. Druck-. – Hörzentrum.17 338 Nervensystem Sensorische Rindenfelder Sie werden von sensiblen Neuronen gebildet und verarbeiten die von den Sinneszellen aufgenommenen Informationen.8). Temperatur. Dies bezeichnet man als Somatotopie (✑ Abb. In den primären Projektionsfeldern der Motorik (vordere Zentralwindung) und Sensibilität (hintere Zentralwindung) der Endhirnrinde sind die einzelnen Organe nicht nach ihrer Größe. wo die sensiblen Körperfühlbahnen enden. Dieses Zentrum befindet sich hinter dem Hörzentrum im Schläfenlappen und ist wie das motorische Sprachzentrum meist nur in der linken Endhirnhälfte zu finden. P Fällt das Zentrum der optischen Erinnerung ❑ aus. Beide Zentren liegen an der Innenseite des Schläfenlappens (Gyrus parahippocampalis). P Ausfall ❑ bedeutet „Seelentaubheit“. wobei sich das Geruchszentrum im vorderen Abschnitt befindet. Druck-. 17. Worte und Silben werden als „Wortsalat“ hervorgebracht (Paraphasie). ❑ – Sensorisches Sprachzentrum (= WernickeZentrum).und Schmerzempfindungen verarbeitet und bewusst wahrgenommen (✑ auch Abb. den Muskeln. Gelenken und inneren Organen in das Zentrum. – Zentren für Geschmacks. kann der Mensch zwar sehen. Dem Kranken fehlt die Spracherinnerung. Es ist für das Verstehen und die Interpretation von Wörtern zuständig. Übersicht über die paarig angelegten Basalganglien. desto größer ist die räumliche Ausdehnung seines Rindenbezirkes und umgekehrt. S. Die Organe des Körpers sind bestimmten sensiblen und motorischen Regionen der Endhirnrinde zugeordnet. 17.und Geruchsempfindungen. B. z. – Sehzentrum. Das heißt.

dass diese über die Hälfte der motorischen Repräsentation in der vorderen Zentralwindung einnehmen.3 Gehirn Gyrus postcentralis – sensorisch Gyrus praecentralis – motorisch Repräsentation des Körpers im Gyrus postcentralis und praecentralis (Somatotopie). Längsfurche primäres motorisches Rindenzentrum (Fissura longitudinalis cerebri) Endhirnrinde (Cortex cerebri). Sie liegen in seiner Tiefe und werden von weißer Substanz eingeschlossen.8 Basalganglien (= Stammganglien) Die grauen Kerne des Endhirns werden als Basalganglien bezeichnet. Abb. 17. 339 Abb. 17.9 . So ist zum Beispiel das sehr gut abgestimmte Bewegungsspiel der für Hand und Mund zuständigen Muskeln darauf zurückzuführen. graue Substanz Hirngewölbe (Substantia grisea) (Fornix) weiße Substanz (Substantia alba) Schweifkern Balken (Nucleus caudatus) (Corpus callosum) Thalamus Vormauer innere Kapsel (Claustrum) (Capsula interna) Linsenkernschale (nicht dargestellt) mit Projektionsbahnen (Putamen) Mandelkörper Bleicher Kern (Corpus amygdaloideum (Pallidum) Linsenkern (Nucleus lentiformis) Hypothalamus rechte Hemisphäre alinke Hemisphäre Kerne des Endhirns (Frontalschnitt).17.

(Hippocampus) – das Hirngewölbe (Fornix) um Hirnstamm den 3. (Truncus cerebri) – Teile des Riechhirns (z.17 340 Nervensystem Die Basalganglien sind ein wichtiges Bindeglied zwischen den motorischen Zentren der Großhirnrinde und denen des Hirnstammes. a. Schweifkern Zum limbischen System gehören (Nucleus caudatus) u. Merke Das Hauptprojektionssystem ist die innere Kapsel (Capsula interna). B. Ventrikel liegen. 17. Ventrikel. die wie ein Saum (Limbus) an der Innenfläche der Endhirnhemisphäre um den Balken und den 3. – Kommissurenbahnen: Sie verbinden die beiden Hemisphären miteinander. Man unterscheidet folgende Leitungsbahnsysteme: vorderer Thalamuskern (Nucleus thalami anterior) Balken (Corpus callosum) Teil des Riechhirns (Bulbus olfactorius) Hirnanhangdrüse (Hypophyse) Hypothalamus Abb. sie sind aber der Rinde untergeordnet. – koordinieren sie die Bewegungen und sind mitverantwortlich für Mimik und Muskeltonus. Weiße Substanz (Substantia alba) Sie befindet sich unter der Hirnrinde. – die Gürtelwindung (Gyrus cinguli. Halbseitenlähmungen). (Corpus amygdaloi– der Mandelkörper (Corpus deum) amygdaloideum) im Schläfenlappen und – der vordere Thalamuskern (Nucleus thalami anterior). B. – integriert der Mandelkörper Umweltreize und inneres Milieu und beeinflusst somit die Tätigkeit des vegetativen Nervensystems. Sie führen zu schwerwiegenden Ausfällen (z. – die Ammonshornwindung (Gyrus hippocampi) unmittelbar neben dem Zwischenhirn. Großhirnrinde mit den übrigen Teilen des Nervensystems.bzw. B. Aufgaben Die Basalganglien sind vor allem am Zustandekommen und der Sicherung der normalen Bewegungsabläufe beteiligt.10 Limbisches System. – Projektionsbahnen: Diese Leitungsbahnen verbinden das Endhirn mit den anderen Hirnteilen und dem Rückenmark. – Assoziationsbahnen: Sie verbinden die Zentren innerhalb einer Endhirnhemisphäre untereinander. Merke Das wichtigste Kommissurensystem ist der Balken (Corpus callosum). P Schädigungen der inneren Kapsel entstehen ❑ z. gehört teils zum StirnAmmonshorn und teils zum Schläfenlappen). in dem die meisten afferenten und efferenten Projektionsfasern auf engstem Raum verlaufen. Limbisches System Es wird aus Hirnteilen gebildet. als Teil des extrapyramidal-motorischen Systems – sichern sie die Flüssigkeit und Zweckmäßigkeit der Bewegungen sowie automatisierte und individuelle Mitbewegungen. . Mandelkörper Bulbus olfactorius). Merke Koordinierte und orientierte Handlungen bis hin zum Persönlichkeitsprofil sind immer das Ergebnis des Zusammenwirkens aller Funktionszentren der Endhirn.: Hirngewölbe – das Ammonshorn (Hippocam(Fornix) pus) am Boden des seitlichen Ventrikels. die in Wirklichkeit keine Kapsel ist. Das heißt. sondern ein Gebiet. bei Blutungen.

3. Ventrikel und werden dadurch in einen linken und rechten Anteil getrennt. Regulation des Appetits und der Verdauungsfunktionen. wobei eine „Filterung“ erfolgt. die die Befriedigung der primären Bedürfnisse sichern. Beide Abschnitte begrenzen den spaltförmigen 3. Aufgaben – Vorderer Kern (Nucleus anterior thalami): Umschaltstation der Riechbahn. P Bei Ausfall erlischt das Bedürfnis zur Nah❑ 17. Hunger. 210). P Erkrankungen des limbischen Systems kön❑ nen zu fehlangepassten Verhaltensweisen führen.und Inhibitinghormone werden die Sexualfunktionen regulierend beeinflusst. – Kniehöcker: Sie liegen zu zweit im unteren hinteren Bereich und dienen als Umschaltzentren der zentralen Sehbahn (seitlicher Kniehöcker = Corpus geniculatum laterale) und zentralen Hörbahn (mittlerer Kniehöcker = Corpus geniculatum mediale). Hier wird die Flüssigkeitsaufnahme reguliert. Temperaturregulationszentrum. Hypothalamus Der Hypothalamus liegt unter dem Thalamus. d.3 Gehirn Merke Alle Strukturen des limbischen Systems haben enge Verbindungen zum Hypothalamus. 1. Merke Das limbische System steuert vordergründig die Verhaltensweisen.3. – Seitlicher Kern (Nucleus lateralis thalami): Umschaltstation aller sensiblen Bahnen zur hinteren Zentralwindung (Körperfühlsphäre). Thalamus Der Thalamus besteht überwiegend aus grauer Substanz. Er stellt somit das zentrale Bindeglied zwischen Nervensystem und Hormonsysten dar. Esszentrum.bzw. – Mittlerer Kern (Nucleus medialis thalami): Regulierende Beeinflussung der Bahnen zur Bewegungssteuerung. 2. Aufgaben In den Kerngebieten des Hypothalamus liegen die übergeordneten Zentren des vegetativen Nervensystems. Durstzentrum. und bildet den Boden des 3.3 Zwischenhirn (Diencephalon) Das Zwischenhirn wird zum größten Teil vom Endhirn überlagert. Es wird hauptsächlich aus 2 Abschnitten gebildet. Durch die Bildung der Releasing. getrennt durch eine Furche (Sulcus hypothalamicus). 371). Sexualitätszentrum. rungsaufnahme. Merke Im Thalamus erfolgt die Umschaltung der meisten Sinnesbahnen.und Gedächtnisprozesse. – Regulierung der Lern. – als dem Hypothalamus direkt übergeordnete Zentrale beeinflusst das limbische System zahlreiche vegetative Funktionen wie Blutdruck. die zahlreiche Kerngebiete bildet. Merke Über dem Hypophysenstiel (Infundibulum) steht der Hypothalamus und damit das Gehirn mit der Hypophyse in Verbindung. h. Hier aus wird die Körpertemperatur reguliert (✑ S.. nur die aktuell benötigten Informationen werden zum Endhirn weitergeleitet. also letztendlich der Erhaltung der Art dienen (✑ S. 4.17. 341 . Nur kleinere Abschnitte sind an der Hirnbasis sichtbar. dem viel größeren Thalamus und dem darunter liegenden kleineren Hypothalamus. Verdauung und Herzfrequenz. Ventrikels. Funktionen – Steuerung des emotionalen Verhaltens und damit des Motivationsgefüges zur besseren Anpassung an die konkrete Umweltsituation.

S. Die 1. die für den Ablauf automatischer Bewegungen bedeutungsvoll sind und zum extrapyramidal-motorischen System (EPS) gehören. Diese sind zuständig für • die Steuerung der Augenbewegungen.11 Mittelhirn mit Kerngebieten (Querschnitt). auf die Hirnnervenkerne einzugehen. Sie beginnen am oberen BrückenVerbindung zwischen 3. • den Pupillenreflex und • die Akkommodation. 350). Die Haube (Tegmentum) liegt zwischen Dach und Hirnschenkeln. Sie enthält – wichtige Kerngebiete. z. zum Zwischenhirn und Hörzentrum. Bei den Kerngebieten der Hirnnerven werden motorische und sensible (sensorische) unterschieden. – die Ursprungskerne der Hirnnerven 3 und 4. 17. peripheren motorischen Neurons. Sie sind Teil der Formatio reticularis. 17. – die Großhirnschenkel (Cruca cerebri) oder Großhirnstiele (Pedunculi cerebri). Bevor das Mittelhirn und die weiteren Hirnabschnitte näher erläutert werden. Der Hirnstamm selbst besteht aus dem Mittelhirn. 351 und Kap.4 Mittelhirn (Mesencephalon) Das Mittelhirn schließt sich als kleinster Hirnabschnitt dem Zwischenhirn an und ist oberster Teil des Hirnstammes. sensiblen Neurone gebildet.5 cm langen Großhirnschenkel (Crura cerebri) liegen ventral. 17. Hirnventrikel rand und treten dann (Aquaeductus cerebri) in die Tiefe. das auf der Höhe des Hinterhauptlochs in das Rückenmark übergeht. und 4. (Nucleus ruber) schwarze Substanz (Substantia nigra) Großhirnschenkel ventral Abb. 17. sensiblen Neurone – pseudounipolare Nervenzellen – sitzen in den Hirnnervenganglien (✑ Abb.1). . Das Dach (Tectum. S. B. Man untergliedert das Mittelhirn in 3 Teile mit 2 motorischen Kerngebieten: – das Dach (Tectum).3. Von diesen Zentren ziehen Reflexbahnen zum Rückenmark weiter. Auch diese Kerne bestehen aus abgegrenzten Ansammlungen von Nervenzellkörpern (Perikaryen).18.12).9.17. 17. der Brücke und endet mit dem verlängerten Mark. In den 2 oberen Hügeln befindet sich die Umschaltstelle für die Sehbahn und in den 2 unteren die für die Hörbahn. Die motorischen Hirnnervenkerne sind Ursprungskerne. – durchlaufende sensible Bahnen. In den Dach Großhirnschenkeln (Tectum) befinden sich die Haube Nervenfasern vom (Tegmentum) Endhirn zum Kleinhirn und der Pyramidenbahn. Sie bestehen aus den Perikaryen des 2. Die sensiblen Hirnnervenkerne sind Endkerne und werden von den Perikaryen der 2. Die Perikaryen der 1. Es wird aus der Vierhügelplatte gebildet (✑ Abb. dorsal Zirbeldrüse (Corpus pineale) oberer Hügel (Colliculus cranialis) roter Kern – die Haube (Tegmentum). deren Neuriten die peripheren Hirnnerven bilden (✑ Abb.17 342 Nervensystem 17. P Bei Tumoren in der Vierhügelplatte kann es ❑ zu Blickparesen (Lähmungen) und Hörstörungen kommen. Vierhügelplatte) des Mittelhirns liegt dorsal und wird vom Endhirn überdeckt. ist es erforderlich. (Cruca cerebri) Kerngebiete des Mittelhirns Im Mittelhirn heben sich 2 größere Kerne ab.

erhöhte Muskelspannung (Rigor).und Kleinhirnrinde verbinden. 17. – fehlerhaftes Muskelzusammenspiel und – Zittern. Die Kleinhirnrinde (Cortex cerebelli) bildet die Hülle und weist an ihrer Oberfläche zahlreiche quer verlaufende . daher die dunkle Farbe. das in den Basalganglien benötigt wird. die zwischen Endhirn und Rückenmark verlaufen. die End.17. P Eine Störung der Dopaminsynthese in der ❑ Substantia nigra führt zur Parkinson’schen Erkrankung mit den Symptomen: • • • • • Abb. Zittern (Tremor). Die rötliche Farbe beruht auf der Einlagerung eisenhaltiger Farbstoffe.12 Bewegungsarmut (Akinese). P Störungen ❑ des Nucleus ruber äußern sich u. Ihre Zellen sind zuständig für die Produktion des Neurotransmitters Dopamin. In diese Nervenbahnen sind die Brückenkerne eingeschaltet. Wie das Großhirn besteht auch dieser Hirnteil aus 2 Hemisphären. – motorischen und sensiblen Nervenfasern. Ventrikel (Epiphysis cerebri) Zirbeldrüse (Corpus pineale) (Ventriculus tertius) Hypophysenstiel Sehnervenkreuzung Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) Vierhügelplatte (Lamina tecti) Kleinhirn (Cerebellum) 4. 17. Kleinhirn und Rückenmark und koordiniert in diesem Zusammenhang das Zusammenspiel der Beuger und Strecker beim Gehen und Laufen.5 Brücke (Pons) Die Brücke ist an der Hirnbasis als vorspringender weißer Querwulst zwischen verlängertem Mark und Mittelhirn sichtbar. sodass die Brücke hier als Schaltstation dient. Ventrikel Mittelhirn (Ventriculus quartus) (Mesencephalon) Brücke verlängertes Mark (Pons) Wasserkanal (Medulla oblongata) (Aquaeductus cerebri) Hirnstamm und Kleinhirn (Medianschnitt). Die Nervenzellkörper enthalten Melanin. Er ist Umschaltstation für Informationen des extrapyramidal-motorischen Systems zwischen Endhirn. 17. Störungen des vegetativen Nervensystems. • Roter Kern (Nucleus ruber) Der rote Kern ist kugelförmig. • Schwarze Substanz (Substantia nigra) Das Kerngebiet liegt als flächenhafte Nervenzellplatte zwischen Haube und Hirnschenkeln.3 Gehirn 343 Balken (Corpus callosum) Adergeflecht Gewölbebogen (Plexus choroideus) (Fornix) Epiphyse Thalamus 3.3. als – ungeordnete Bewegungen (Ataxien). Verlangsamung des Gedankenablaufs.6 Kleinhirn (Cerebellum) Das Kleinhirn befindet sich in der hinteren Schädelgrube unterhalb des Hinterhauptlappens des Großhirns.3. die in der Mitte durch den Kleinhirnwurm (Vermis cerebelli) verbunden werden. a. Sie besteht aus – quer verlaufenden Nervenfasern. Die Substantia nigra ist wechselseitig verbunden mit den Basalganglien und dem Endhirn.

– Sitz der Pyramidenkreuzung. Seine Hauptbestandteile sind: – afferente (sensible) und efferente (motorische) Nervenbahnen. um Zwischenneurone mit vielen Dendriten und Synapsen.8 Netzsubstanz (Formatio reticularis) und aufsteigendes retikuläres aktivierendes System (ARAS) Zwischen den abgegrenzten Kernen und spezifischen Nervenbahnsystemen in verlängertem Mark. Alle diese Informationen werden vom Kleinhirn verarbeitet und anschließend in extrapyramidalen Bahnen (s. – verschiedene Reflexzentren (z. Diese bilden die Grundlage für die Entstehung von aufsteigenden aktivierenden Impulsen. Substantia nigra) ausgeprägt. Aufgaben In der Formatio reticularis bleibt immer ein Teil der zum Endhirn laufenden Afferenzen „hängen“ und erzeugt hier unspezifische Erregungen. – vegetative Funktionen (z. Kreislauf). unterschiedlich große Neuronengruppen. Es handelt sich v. Atmung. die vor allem zu den unspezifischen Thalamuskernen gelangen und selbige aktivieren.17 344 Nervensystem Furchen auf. Es beginnt also in Höhe des Atlas. 17. Auf diese Weise wird der allgemeine Tonus der Skelettmuskulatur beeinflusst. – Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen. Am stärksten ist sie im Mittelhirn (Nucleus ruber. – Herz-Kreislauf-Zentrum (kardiovaskuläres Zentrum). die sich in Form der Kleinhirnstiele in die benachbarten Hirnteile (Mittelhirn.7 Verlängertes Mark (Medulla oblongata) Die Medulla oblongata verbindet das Rückenmark mit der Brücke. Zu diesem Zweck erhält das Kleinhirn sensible Informationen von den Muskeln und Sehnen. indem es Muskelbewegungen und -spannungen aufeinander abstimmt und – die reibungslose Durchführung der vom Endhirn „entworfenen“ schnellen Zielmotorik. Nies-. Netzsubstanz. Brücke. Informationen vom Gleichgewichtsorgan und von der Großhirnrinde. Brücke. 352) den peripheren Neuronen zugeleitet. die Tätigkeit der anderen motorischen Zentren zu unterstützen und miteinander zu koordinieren. Diese Neurone bilden die sog. Durch dieses aufsteigende retikuläre aktivierende System bestimmt die Formatio reticularis maßgeblich den „Wachheitsgrad“ des ZNS und beeinflusst Vorgänge wie – Schlaf-wach-Rhythmus. Husten-. Mittelhirn und Zwischenhirn befinden sich verstreut liegende. S. In beiden Kleinhirnhemisphären befinden sich außerdem jeweils 4 Kleinhirnkerne. P ❑ Plötzlicher Funktionsausfall des Kleinhirns führt zu starkem Schwindelgefühl. die vom Rückenmark zum Gehirn führen und umgekehrt. a. 17. – Informationsaustausch. Mittelhirn und Zwischenhirn verlaufen sämtliche sensiblen und motorischen Nervenbahnen zwischen Rückenmark und Endhirnrinde. Im Inneren der Hemisphären unter der Rinde befindet sich die weiße Substanz. Gezielte Bewegungen können nicht mehr durchgeführt werden. – Atmungsregulationszentrum. P Verletzungen ❑ der Medulla oblongata sind mit der Gefahr des Atem.und nachfolgenden Herzstillstandes verbunden. Medulla oblongata) fortsetzt. Schluck. Neben den afferenten Bahnen führen von der Formatio reticularis auch efferente über Zwischenneurone zu den Motoneuronen der Vordersäulen im Rückenmark. . – Emotionen. B. Merke Durch verlängertes Mark.3. Funktionen des Kleinhirns Das Kleinhirn dient in erster Linie dazu. Brücke. Das Gesicht erhält ein starres Aussehen. Insbesondere ist es zuständig für – die Erhaltung des Gleichgewichts. Die sensiblen Bahnen liegen mehr dorsal und die motorischen ventral. B.3.und Brechreflex).

Sie wird von Venengeflechten (Plexus chorioideus). Hirnhäuten (Meningen) und von 1 Liquorhülle geschützt. 347). dessen kollagene Fasern einander überkreuzen und enthält keine Blutgefäße. S. 17. Im beschriebenen Hohlraumsystem befindet sich die Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis).5 Schutzeinrichtungen des ZNS Merke Die Formatio reticularis beeinflusst als Koordinator des Hirnstammes Bewusstsein. Er steht über 3 Öffnungen im Boden des 4.12.bzw. 17. gebildet. Ventrikel Dieser liegt als spaltförmiger Raum im Thalamus. vom Hypothalamus. Merke Das ZNS ist allseitig von Liquor wie mit einem Wasserkissen schützend umgeben. 345 .14. Zentralkanal des Rückenmarks) in Verbindung: – eine mediane Öffnung (Apertura mediana ventriculi quarti = Magendie-Loch) hinten. spinalis). Motorik. Die Hirn. Schädelhöhle). P Bei der Lumbalpunktion wird beim sitzen❑ den Menschen eine Kanüle zwischen L3 und L4 oder L4 und L5 in den Subarachnoidalraum geführt. Ventrikel Diese Hirnkammer befindet sich im Rautenhirn (Rhombencephalon). spinalis) liegt direkt unter der Dura. P Sind die Öffnungen zwischen äußerem und ❑ innerem Liquorraum nicht angelegt oder verlegt. Auf diese Weise werden mechanische Erschütterungen abgefedert. 17. – Spinnwebenhaut (Arachnoidea encephali bzw. spinalis). Die feste und derbe Dura mater ist als äußerste Haut mit der knöchernen Umgebung verwachsen. Die 4 Hirnkammern bilden den inneren Liquorraum. der mit Liquor gefüllt ist. Subarachnoidalraum Dies ist ein Spaltraum zwischen Arachnoidea und Pia mater. dem limbischen System sowie bestimmten Arealen der Endhirnrinde. die sich in allen Hirnkammern befinden. entsteht der „Wasserkopf“ (Hydrocephalus). Rückenmarkshaut (Dura mater encephali bzw. und das Dach wird aus Teilen des Kleinhirns gebildet. und dieser durch einen Kanal (Aquaeductus cerebri) mit dem 4. Rückenmarkshäute sind: – harte Hirn. dünne. Die ebenfalls zarte. 17.5 Schutzeinrichtungen des ZNS Das ZNS wird von knöchernen Hüllen (Wirbelkanal. da es in Höhe von L2 endet. Hirnkammer. Ihr Boden ist die Rautengrube (Fossa rhomboidea). Das Rückenmark kann dabei nicht verletzt werden.17. Sie besteht aus einer dünnen Lage Bindegewebe. 3 Rückenmarks. Thalamus. Ventrikels mit dem äußeren Liquorraum (Subarachnoidalraum.bzw. Außerdem kommt es bei begrenzten Hirnschwellungen nicht zu einem intracraniellen Druckanstieg. – 4. vegetative Funktionen und Emotionen. Ventrikel Sie liegen in der rechten und linken Endhirnhemisphäre und werden auch als Seitenventrikel bezeichnet. – 1. Beide Seitenventrikel sind jeweils durch das Zwischenkammerloch (Foramen interventriculare) mit dem 3. – weiche Hirn. und 2. – zwei laterale Öffnungen (Apertura lateralis ventriculi quarti = Luschka-Loch) hinter sowie unter der 4.4 Hirnkammern (Ventriculi encephali) Im Gehirn liegen 4 mit Liquor gefüllte Hirnkammern (Ventrikel. S. Ventrikel verbunden. – 3. um Liquor zu gewinnen. Die dazu notwendigen Informationen erhält sie von allen Sinnessystemen.bzw.bzw. Die Formatio reticularis ist der Assoziationsapparat des Hirnstammes. Rückenmarkshaut (Pia mater encephali bzw. 343 und Abb. P Meningitis ❑ ist eine Entzündung der Hirn- häute. aber gefäßreiche Pia mater schmiegt sich dem Gehirn und Rückenmark an und dringt in sämtliche Vertiefungen ein. ✑ Abb.

– ein inneres Blatt: In ihm steckt das Rückenmark wie in einem Sack. 17. 17. Durch ihre besondere Wandstruktur (um den Endothelschlauch befindet sich straffes Bindegewebe der Dura mater encephali) können sie nicht kollabieren und werden deshalb nicht als Venen bezeichnet. Die wichtigsten sind: – Großhirnsichel (Falx cerebri) zwischen den Großhirnhemisphären. Harte Rückenmarkhaut (Dura mater spinalis) Die harte Rückenmarkshaut bildet im Wirbelkanal – ein äußeres Blatt: Es kleidet als Periost den Wirbelkanal aus. angefüllt mit Fettgewebe und Venengeflechten zum Schutz des Rückenmarkes vor Zerrungen. Zwischen Arachnoidea und Pia mater von Rückenmark und Gehirn gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Blutleiter der harten Hirnhaut Innerhalb der harten Hirnhaut verlaufen die klappenlosen venösen Hirnblutleiter (Sinus durae matris). 35 Milliliter in den 4 Ventrikeln. spinalis) Grenzstrangganglien des Sympathicus Abb. Zentralkanal des Rückenmarks). Sie lässt sich vom Knochen nur schwer ablösen und bildet aus kollagenem Bindegewebe bestehende Fortsätze. davon ca. die als Scheidewände schützend zwischen bestimmten Hirnteilen liegen. Menge: Ca. wie sie z. 150 Milliliter. Blutungen im Bereich der Hirnhäute. B. Bildung: Die Produktion erfolgt hauptsächlich in den zot- . Zwischen diesen beiden Blättern befindet sich der Epiduralraum. Das Blut sammelt sich in den entsprechenden Räumen.6 Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) Der Liquor befindet sich im inneren Liquorraum (= Ventrikelsystem) und im äußeren Liquorraum (= Subarachnoidalraum.17 346 Nervensystem Rückenmark weiche Rückenmarkhaut harte Rückenmarkhaut (Pia mater spinalis) äußerer Liquorraum (Dura mater spinalis) – inneres Blatt – Epiduralraum harte Rückenmarkhaut (Subarachnoidalraum) Spinnwebenhaut (Arachnoidea spinalis) Wirbel (Dura mater spinalis) Zwischenwirbelscheibe vorderer Ast – äußeres Blatt – Rückenmarknerv (Ramus ventralis) hinterer Ast (N. können zu lebensgefährlichen Hirndruckerhöhungen führen. P Ein ❑ Tentoriumriss (Riss im Kleinhirnzelt) kann während der Geburt eines Kindes durch zu großen Druck im Geburtskanal lebensgefährliche Blutungen zur Folge haben. – Kleinhirnzelt (Tentorium cerebelli) zwischen Hinterhauptlappen und Kleinhirn.13 (Ramus dorsalis) Rückenmarkhäute. bei Schädel-Hirn-Traumen entstehen. Harte Hirnhaut (Dura mater encephali) Bei der harten Hirnhaut sind die 2 Blätter verschmolzen.

. Glucose = 2. Ventrikel Schichten des Schädeldaches.6 Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit tenartigen Adergeflechten (Plexus choroidei1)) der vier Hirnventrikel durch Ultrafiltration aus dem Blut (Tagesmenge ca. Blut-Hirn-Schranke Die aus 3 Schichten (Plexusepithel. deren Zusammensetzung aufgrund ständiger Austauschprozesse geringfügig schwankt. Ventrikel) „Wasserkanal“ (Aquaeductus cerebri) 4. Beide Punktionsarten ermöglichen auch die Verabreichung von Medikamenten direkt in den Liquor. 1) in Ventrikel eingewachsene Gefäßnetze Abb. Ventrikel Zentralkanal Blut-Liquor.7 – 4. bei Blutungen rötlich oder gelblich sein). 17. Hirnhäute äußere kompakte Knochenschicht aufgelockerte Knochenschicht (Diploe) innere kompakte Knochenschicht Schädeldach (Calvaria) harte Hirnhaut Zusammensetzung: Der Liquor beim gesunden Menschen ist eine eiweißarme wasserklare Flüssigkeit. Hirnkapillarendothel) bestehende Permeabilitätsbarriere bedingt eine unterschiedliche Zusammensetzung von Blutserum und Liquor. 650 ml).bzw. und 2. Zu diagnostischen Zwecken wird durch Lumbalpunktion – selten durch Subokzipitalpunktion – Liquor entnommen. Dies ist ein weiterer Schutzmechanismus für das hochempfindliche ZNS. die sich in die venösen Hirnblutleiter vorwölben. Zwischenkammerloch (Foramen interventriculare) 3.14 P Bei Erkrankungen des ZNS kann sich die ❑ Zusammensetzung des Liquors verändern (bei Meningitis kann er wegen Erhöhung der Lymphozytenzahl und des Eiweißgehaltes trüb. Gehirn und Rückenmark werden „schwebend“ gehalten. – Versorgung des Nervengewebes. Resorption: Die Resorption in das Blut erfolgt im äußeren Liquorraum im Bereich der Rückenmarkswurzeln sowie durch die Zotten der Arachnoidea. 347 (Dura mater encephali) weiche Hirnhaut venöser Blutleiter Liquorraum (Pia mater encephali) Großhirnrinde (Cortex cerebri) Spinnwebenhaut (Arachnoidea encephali) Schutzeinrichtungen von Gehirn und Rückenmark.2 mmol/l.17. Innerer und äußerer Liquorraum Subarachnoidalraum (Cavum subarachnoidale) knöchernes Schädeldach (Calvaria) Seitenventrikel (1. Leukozyten = < 4  106/l. Basalmembran. Aufgaben: – Mechanische (Schutz-)Funktion. – Temperaturausgleich. Messgrößen lumbal: Eiweiß = 190 – 420 mg/l.

– linke innere Kopfarterie (A. communicans posterior) Schädelbasisarterie (A. carotis interna) Sinus cavernosus Sinus petrosus superior Sinus sigmoideus Gesichtsvene (V. facialis) innere Drosselvene (V. Der Blutabfluss aus dem Schädelinneren geschieht folgendermaßen: Von den tiefen Hirnvenen gelangt das Blut in die oberflächlichen Hirnvenen und sammelt sich in den Sinus der Dura mater. basilaris).7 Blutversorgung des Gehirns Der Blutzufluss erfolgt über 4 große Arterien: – rechte innere Kopfarterie (A. vertebralis dextra).15 Sinus sagittalis superior Sinus sagittalis inferior Sinus rectus innere Kopfarterie (A. Verengungen oder Verschluss dieser Arterien führen zu Durchblutungsstörungen unterschiedlichen Grades bis zum Schlaganfall (Apoplexie). communicans vertebralis sinistra). carotis interna sinistra). 17. – rechte Wirbelarterie vorderer (A. basilaris und die beiden inneren Kopfarterien sind durch verschiedene Arterienäste zu einem Arterienring zusammengeschlossen. anterior) Beide Wirbelarterien verinnere einigen sich am oberen Kopfarterie Rand der Medulla oblon(A. Von diesen fließt es in die innere Drosselvene (V. vertebralis) Arterielle Blutversorgung des Gehirns. Arterienring (Circulus arteriosus cerebri) Die A. hinterer Verbindungsast (A. im Bereich der inneren Kapsel Nervenbahnen schädigen können. 17.16 . basilaris) Wirbelarterie (A. sodass eine Halbseitenlähmung entsteht. Abb. die z. (A. B. Von diesem Ring aus werden die einzelnen Hirnteile von der Oberfläche her versorgt. carotis gata zur Schädelbasisinterna) arterie (A. jugularis interna). Verbindungsast – linke Wirbelarterie (A.348 17 Nervensystem 17. Abb. P Ein Platzen der Arte❑ rien führt zu Hirnblutungen. carotis interna dextra). jugularis interna) Venöser Hirnblutleiter (Sinus durae matris).

Sensible (afferente. Kleinhirn-Seitenstrangbahnen Hintersäule des Rückenmarks 4. Fasciculus gracilis (Goll-Strang) – medial. – Drittes sensibles Neuron Es geht vom Thalamus aus. grobe Druck. Fasciculus cuneatus (Burdach-Strang) – lateral.und Berührungsempfindungen Vibration. dem Hals und den Armen Schaltstellen/ Synapsen Medulla oblongata. Schmerz) des Körpers den entsprechenden Teilen des ZNS zugeleitet. Die peripheren Fortsätze dieser Zellen sind mit den Rezeptoren (Schmerz.Seitenstrang lamicus lateralis Hintersäule des Rückenmarks 3. An der Leitung zur Endhirnrinde sind 3 sensible Neurone beteiligt: – Erstes sensibles Neuron (= peripheres sensibles Neuron) Diese Neurone sind pseudounipolare Nervenzellen. führen zum Kleinhirn.und Berührungsempfindungen Rückenmark und im Kleinhirn wieder zurück unbewusste Tiefensensibilität aus Muskeln. Die Nervenzellkörper liegen bei den Rückenmarksnerven in den Spinalganglien und bei den Hirnnerven in den Hirnnervenganglien. Die zentralen Fortsätze ziehen bei den Rückenmarksnerven als sensible Hinterwurzel in das Rückenmark und enden entweder im Hinterhorn oder in der Medulla oblongata. Lage 1. – Zweites sensibles Neuron Es beginnt im verlängerten Mark. außen 349 Rückenmark vor dem Zentralkanal in der Commissura alba grobe Schmerz.und Temperaturempfindungen. bewusste Tiefensensibilität (Information über Gelenkstellungen und Muskelspannungen) 2. Bei den Hirnnerven enden sie in den sensiblen Hirnnervenkernen. Thalamus Tractus spinotha. B.1 Tractus spinocerebellaris anterior (Gowers-Bahn) 4.8 Leitungsbahnen des ZNS 17. Druck. Druck) und Nervenendungen (z.2 Tractus spinocerebellaris posterior Kreuzung Medulla oblongata Tab.Vorderstrang lamicus anterior Hintersäule des Rückenmarks 4.17. Die Neuriten der 2. B. Seitenstrang.4 Funktion feine Tast.8. 17. Tractus spinotha. Hier entstehen die Empfindungen und Wahrnehmungen. Temperatur.l Sensible aufsteigende Leitungsbahnen In den sensiblen Leitungsbahnen werden die Informationen von den Sinneszellen (z. sensiblen Neurone. aufsteigende) Leitungsbahnen. Tractus spinotha. die für die Tiefensensibilität zuständig sind.Hinterstrang lamicus posterior 1a. Die Neuriten dieser Neurone kreuzen entweder im Rückenmark oder der Medulla oblongata auf die Gegenseite und ziehen zum Thalamus. Wärme. mit den Fasern aus der unteren Rumpfhälfte und den Beinen 1b. Sehnen und Gelenken . mit den Fasern aus der oberen Rumpfhälfte.8 Leitungsbahnen des ZNS Die Bereiche des ZNS werden miteinander durch afferente (sensible) und efferente (motorische) Leitungsbahnen verbunden. Die Neuriten dieser Neurone verlaufen durch die innere Kapsel und enden in der hinteren Zentralwindung (Körperfühlsphäre). Tiefensensibilität) verbunden. 17.

17 Sensible Leitungsbahnen. Sie sind für das Zustandekommen der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen zuständig. sensibles Neuron Hirnnervenganglion 1. Im Unterschied zur afferenten Leitung wird die efferente nur aus 2 Neuronen gebildet. 1. efferenten) Bahnen gehören die Pyramidenbahnen und verschiedene extrapyramidale Bahnen. • Erstes motorisches (= zentrales) Neuron Die relativ großen Nervenzellkörper liegen in der vorderen Zentralwindung (Gyrus praecentralis) des Stirnlappens.8. 17. Demnach werden 2 Leitungssysteme der Pyramidenbahnen unterschieden: . Pyramidenbahn (Tractus pyramidalis) Die Pyramidenbahn dient der Willkürmotorik. sensibles Neuron Skelettmuskel mit Muskelspindel Hautsinneszellen peripherer Fortsatz Spinalganglion Abb. Sie verbindet zu diesem Zweck die Endhirnrinde mit den – motorischen Hirnnervenkernen und – motorischen Vorderhörnern des Rückenmarks. • Zweites motorisches (= peripheres) Neuron Die Nervenzellkörper liegen in den Vorderhörnern des Rückenmarks und im Hirnstamm. Zu den motorischen (absteigenden. Ihre Axone ziehen zum Rückenmark bzw.2 Motorische absteigende Leitungsbahnen hintere Zentralwindung (Gyrus postcentralis) = Körperfühlsphäre Endhirnrinde (Cortex cerebri) innere Kapsel der Großhirnhälften (Capsula interna) 3.17 350 Nervensystem 17. sensibles Neuron – sensibler Endkern Kopfganglien Medulla oblongata Kleinhirn (Cerebellum) peripherer Fortsatz Hinterstrangbahnen KleinhirnSeitenstrangbahn 1. Ihre Axone erreichen in den motorischen Vorderwurzeln und weiterführenden peripheren Nerven oder in den Hirnnerven die quer gestreifte Muskulatur. zu den motorischen Hirnnervenkernen. sensibles Neuron Thalamus Brückenkern 2. P Krankheitsbedingte Schäden der Hinter❑ strangbahnen führen zu schweren Sensibilitätsund Bewegungsstörungen.

deren Axone zu den quer gestreiften Kopf2. Abb. dass die Axone beider Bahnsysteme zunächst gemeinsam von der vorderen Zentralwindung folgenden Weg nehmen: 1.17. motorisches Neuron oder zentrales motorisches Neuron Thalamus innere Kapsel (Capsula interna) quer gestreifte Kopfmuskulatur vordere Zentralwindung ➞ innere Kapsel ➞ Hirnschenkel ➞ vordere Seite des Mittelhirns Tractus corticonuclearis ➞ Brücke (Medulla oblongata) ➞ Pyramidenbahnkreuzung verlängertes Mark. was für die Koordination der Bewegungsabläufe sehr wichtig ist. oder muskeln ziehen.18 ziehen ungekreuzt als Pyramiden-Vorderstrangbahn (Tractus corticospinalis anterior) zu ihren Zielsegmenten und kreuzen erst schen Zentren ab. 17.8 Leitungsbahnen des ZNS – der Tractus corticonuclearis und – der Tractus corticospinalis.18 zeigt. Hier werden sie auf strangbahn Vorderhorn die 2. Die restlichen 10 – 20 % der Axone Motorische Leitungsbahnen. 351 . Die Pyramihier auf die Gegenseite. 80 – 90 % peripheres der übrigen Fasern kreuzen in motorisches Neuron den Pyramiden der Medulla oblongata (PyramidenbahnSkelettkreuzung. 363). die den Musständig Informationen an die anderen motori. motorischen Neurone (Tractus corticospinalis lateralis) umgeschaltet. motorisches oder peripheres motorisches Neuron motorische Hirnnervenkerne Im Hirnstamm kreuzt ein Teil der Axone auf die Gegenseite Pyramidenbahnen und zieht als Tractus corticonuclearis zu den motorischen Kerngebieten der HirnPyramiden-Seitenmotorisches nerven. • verlängertes Mark (Decussatio pyramidum) 2. Die Axone der Pyramidenbahn geben auf ihrem denbahn übt einen dämpfenden Einfluss auf den Weg in das Rückenmark über Abzweigungen Ablauf der spinalen Eigenreflexe.keltonus regulieren. aus (✑ S. vordere Zentralwindung (Gyrus praecentralis) Endhirnrinde = Willkürmotorik (Cortex cerebri) Die Abbildung 17. Decussatio pyramimuskulatur dum) auf die Gegenseite und ziehen als Pyramiden-Seitenstrangbahn (Tractus corticospinalis lateralis) zu den motorischen Vorderhörnern des Rückenmarks.

das Mitbewegen der Arme beim Gehen und Sprechen. – den Kernregionen des Gleichgewichtsnerven. ✑ S.9 Peripheres Nervensystem (PNS) Das periphere Nervensystem besteht aus sensiblen und motorischen Nervenfasern.). Zwerchfellnerven etc. Es dient der nervlichen Versorgung der Organe. – Anteilen der Netzsubstanz (Formatio reticularis. Extrapyramidal-motorische Bahnen Als extrapyramidale Bahnen werden alle motorischen Bahnen bezeichnet. Merke Das extrapyramidal-motorische System modifiziert die Willkürmotorik und steuert die unwillkürlichen Muskelbewegungen sowie den Muskeltonus. 343). Armund Beinnerven. die nicht zur Pyramidenbahn gehören.352 17 Nervensystem Merke Die Pyramidenbahn wird aus dem Komplex der zentralen motorischen Neurone gebildet. – dem Kleinhirn (Cerebellum. 2. Sie fungieren als synapthische Umschaltstationen. – Teilen des Cortex im Stirnlappen. Wichtige extrapyramidale Bahnen Bahn Ursprung Funktion Tractus Nucleus Über diese rubrospinalis ruber Bahnen werden Tractus Nucleus Beuger und vestibulospinalis vestibularis Strecker lateralis erregt oder Tractus Formatio gehemmt. Im Rückenmark wird die Verbindung zu den Muskeln durch die peripheren motorischen Neurone hergestellt. greift das EPS regulierend so ein. dass die Bewegungsabläufe „glatt“ und individuell werden. 343).und Gesichtssinn. Sie ziehen von verschiedenen subcorticalen (nicht zum Cortex gehörenden) motorischen Zentren ebenfalls zu den motorischen Vorderhörnern des Rückenmarks und dienen der unwillkürlichen Motorik. 17. dem Gleichgewichts. B. – den Basalganglien (✑ S. prämotorischen Feldern. die sich in den peripheren Nerven befinden. sowie – die Stellung und Haltung im Raum (Gleichgewicht). Tremor (Zittern). P Schädigungen der Pyramidenbahn führen zu ❑ erhöhtem Muskeltonus und überschießenden Eigenreflexen (Spastik). mit dem Cortex. und – den extrapyramidalen Bahnen. Hypokinesen (Bewegungsarmut) und Hyperkinesen (Bewegungsunruhe) (✑ S. 344). z. Ganglien sind Anhäufungen von Nervenzellkörpern. . Die extrapyramidalen Bahnen bilden zusammen mit ihren Kerngebieten das „extrapyramidalmotorische System“ (EPS) mit: – dem roten Kern (Nucleus ruber) als zentrale Umschaltstation (✑ S. – der schwarzen Substanz (Substantia nigra). den sog. Während vom Primärzentrum der Willkürmoto- rik die Basisimpulse gegeben werden. ✑ S. die sich außerhalb des ZNS in Verdickungen von Nerven und Nervenwurzeln befinden. 343). und aus Ganglien. P Typische ❑ Zeichen bei Störungen im EPS sind Ataxien (ungeordnete Bewegungen). B. Dies bezeichnet man als Innervation. – 12 Hirnnervenpaare und – alle weiteren Nerven im Körper (z. vor allem der Nucleus vestibularis lateralis (Deit’scher Kern). 339). Die Grundlage hierfür sind vielfältige Verschaltungen der extrapyramidalen Kerngebiete untereinander. Magennerven. Zu den peripheren Nerven gehören – 31 Rückenmarksnervenpaare. reticulospinalis reticularis Aufgaben des EPS Die entscheidende Aufgabe des EPS ist die Koordination der willkürlichen Bewegungen. Außerdem ist das EPS für folgende unbewusste Muskelaktivitäten zuständig: – automatisierte Bewegungsabläufe. Pyramidales und extrapyramidales System sind auf das engste miteinander verknüpft.

Hier wird auf das 2.19. B. I. VI. Unterzungennerv (N. 350). efferenten sympathischen und parasympathischen Neurone. Riechnerv (N. Grenzstrangganglien und vegetative Kopfganglien. 5 cm lang. olfactorius) – sensibel Der Riechnerv ist ein Teil des Endhirns. 329). Spinalganglien in den hinteren Rückenmarkswurzeln und Hirnnervenganglien im Kopf.9. Der N.19. dessen Neuriten dann zu den Riechzentren des Endhirns gelangen. Hirnnerv (N. sondern vorgeschobene Hirnteile. Drillingsnerv (N. Herz-LungenMagen-Nerv (N. IV. Hirnnerv (= Augenmuskelnerven) – überwiegend motorisch Diese Nerven ziehen durch den oberen Augenhöhlenspalt (Fissura orbitalis superior) zu den Muskeln am Augapfel. P Bei Ausfall des N. olfactorius) Hirnnerv II1). S. Beinerv (N. oculomotorius) Hirnnerv IV. opticus) – sensibel Der Sehnerv ist ca.und Hirnnervenganglien) Hautrezeptoren   Rückenmark    zentraler peripherer Fortsatz Fortsatz des pseudo-unipolaren afferenten Neurons Eingeweiderezeptoren      Rückenmark vegetatives Ganglion – vegetative Ganglien (= Ganglien des vegetativen Nervensystems). 17. 17. Hör. Hirnnerv (N. sensibles Ganglion (Spinal.5 verlängertes Mark Afferente Leitung. 1) Hirnnerv I und II sind keine echten peripheren Nerven.und Gleichgewichtsnerv (N. S.. accessorius) Hirnnerv XII. vestibulocochlearis) Hirnnerv IX. Neuron umgeschaltet. Gesichtsnerv (N. Augenbewegungsnerv (N. B. Vor der Hypophyse vereinigen sich beide Nerven zur Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum). 17. Sie enthalten die Nervenzellkörper der 1.17. Augenabziehnerv (N. hypoglossus) Merke Es gibt sensible. Neuron) der Nase ziehen ca. facialis) Hirnnerv VIII. 343) An der Hirnbasis treten 12 Paar Hirnnerven aus. abducens kommt es zum ❑ Einwärtsschielen. Hirnabschnitt Endhirn Zwischenhirn Mittelhirn Brücke austretende Hirnnerven Hirnnerv I1). Zungen-RachenNerv (N. 353 . 20 Nervenfaserbündel durch die Siebbeinplatte in den Riechkolben (Bulbus olfactorius). z. Nach der Reihenfolge ihres Austritts aus den verschiedenen Hirnabschnitten werden sie mit den Zahlen I bis XII bezeichnet. 17. oculomotorius führt außerdem parasympathische Fasern zur Verengung der Pupille.1 Hirnnerven (✑ Abb. um dann als Sehnervenstrang (Tractus opticus) zunächst zum Thalamus und von dort aus als Sehstrahlung (Radiatio optica) zur Hirnrinde zu ziehen (✑ Abb. opticus) Hirnnerv III. Sie enthalten die Zellkörper der 2. vagus) Hirnnerv XI. Von den Riechzellen (= 1. Er zieht vom Augapfel in der Augenhöhle durch den Canalis opticus in die Schädelhöhle. motorische und gemischte Hirnnerven. Sehnerv (N. glossopharyngeus) Hirnnerv X. trochlearis) Hirnnerv V.. animalen und vegetativen afferenten Neurone (✑ Abb.9 Peripheres Nervensystem Man unterscheidet – sensible Ganglien. III. abducens) Hirnnerv VII. Augenrollnerv (N. 16. trigeminus) Hirnnerv VI. Tab. S.17. II. z.

Hirnnerv: Augenbewegungsnerv (N. Hirnnerv: Drillingsnerv (N. olfactorius) (N.19 Innervationsgebiete der I. opticus) III. 17. V2 V3 . Hirnnerv: Augenrollnerv (N. ophthalmicus (V1) N. Hirnnerven. masseter) Motorische Fasern versorgen die Kaumuskeln Abb. – VI. mandibularis (V3) V. Hirnnerv: Sehnerv (N. temporalis) V1 Kaumuskel (M. Hirnnerv: Riechnerv II. trigeminus) V3 Schläfenmuskel (M. abducens) IV. opticus) Siebbeinplatte Riechfäden (Fila olfactoria) Riechfeld (Area olfactoria) Sehnerv (N. Hirnnerv: Augenabziehnerv (N.17 354 Nervensystem Riechkolben I. trochlearis) Ganglion trigeminale Ganglion trigeminale N. maxillaris (V2) N. oculomotorius) VI.

20 . trapezius) Innervationsgebiete der VII. vestibulocochlearis) oberer Facialiskern Speichelkern ➞ unterer Facialiskern mimische Muskulatur 355 N. facialis) (N. Abb.und Gleichgewichtsnerv (N. vagus) IX. Hirnnerv: ZungenRachennerv (N. hypoglossus) Trapezmuskel (M. 17. Hirnnerven. Hirnnerv: Hör. – XII.17.9 Peripheres Nervensystem ➞ VII. Hirnnerv: Gesichtsnerv VIII. glossopharyngeus) rückläufiger Kehlkopfnerv (N. facialis ➞ Felsenbein Nervengeflecht (Plexus parotideus) X. Hirnnerv: Beinerv XII. Hirnnerv: Unterzungennerv (N. accessorius) (N. laryngeus recurrens) Ohrspeicheldrüse XI. Hirnnerv: Herz-LungenMagennerv (N.

z. • vordere Zungenabschnitte. • Nasenhöhle. ophthalmicus (V1). • Nasenhöhle. X. • Stirnhaut. glossopharyngeus = ZungenRachen-Nerv) – sensibel. Hirnnerv (N. • Wangen. • Kinn. Entsprechend dieses Verlaufes werden 4 Teile unterschieden: • Kopfteil: Er innerviert sensibel die Dura mater der hinteren Schädelgrube. z. fließt aus dem herabhängenden Mundwinkel der Speichel und das Auge kann nicht mehr geschlossen werden. Er versorgt sensibel: • Haut. Hirnnerv (N. N. . mandibularis (V3). B. • Oberlippe. trigeminus = Drillingsnerv) – überwiegend sensibel Zunächst bilden die sensiblen Fasern im Bereich der Pyramidenspitze das mächtige Ganglion trigeminale (Gasser-Ganglion). P Ausfall ❑ des rechten zentralen motorischen Neurons. • Auge. – dem oberen Facialiskern (Augenfacialis): Er versorgt die obere Gesichtshälfte und wird von den motorischen Rindenzentren sowohl der rechten als auch der linken Zentralwindung innerviert. gelangt durch die obere Thoraxöffnung in das hintere Mediastinum und von dort mit der Speiseröhre durch den Hiatus oesophageus in den Bauchraum. infolge eines Schlaganfalls. • Keilbeinhöhlen. • Gaumen und Zähne des Oberkiefers. 1. Von hier zieht er durch die Ohrspeicheldrüse in den Gesichtsschädelbereich. parasympathisch Dieser Nerv innerviert – motorisch die Rachenmuskeln. – sensorische Nervenfasern (Geschmacksfasern) aus den vorderen zwei Dritteln der Zunge und – parasympathische Fasern zu den Unterkieferund Unterzungendrüsen. 3. VII. vagus = Herz-Lungen-MagenNerv) – überwiegend parasympathisch Der N. vagus ist der wichtigste Nerv des Parasympathicus. • Nasenrücken. • Stirnhöhlen. Hirnnerv ist zunächst Bestandteil des Gefäß-Nerven-Stranges des Halses. vestibulocochlearis = Hörund Gleichgewichtsnerv) – sensibel Dieser Nerv tritt ebenfalls durch den inneren Gehörgang in das Felsenbein. N. Tränendrüsen. Ausfall des rechten peripheren motorischen Neurons. facialis = Gesichtsnerv) – überwiegend motorisch Zusammen mit dem Hör. U. • Siebbeinzellen. B. bewirkt totale Lähmung der rechten Gesichtshälfte (u. Er tritt mit 10 – 15 Faserbündeln aus der Medulla oblongata und verlässt die Schädelhöhle durch das Drosselloch (Foramen jugulare). Der motorische Ursprungskern des Facialis in der Brücke besteht aus 2 Anteilen. Hirnnerv (N.356 17 Nervensystem V. Hirnnerv (N. bedeutet Lähmung der mimischen Muskulatur der linken unteren Gesichtshälfte. Becherzellen der Mund.und Gleichgewichtsnerv zieht der Gesichtsnerv durch den inneren Gehörgang in das Felsenbein und verlässt durch eine Öffnung (Foramen stylomastoideum) die Schädelhöhle und gelangt so an die äußere Schädelbasis. Ein Teil leitet die Erregungen vom Gleichgewichtsorgan und ein zweiter die vom Gehörorgan. – dem unteren Facialiskern (Mundfacialis).und Nasenschleimhaut. • Unterlippe. infolge eines Schädelbasisbruches oder einer Mittelohrentzündung. Er versorgt sensibel: • Haut des unteren Augenlides. Verlauf Der X. Aus diesem Ganglion treten die 3 Hauptäste des Trigeminus. VIII. Er innerviert die untere Gesichtshälfte und wird nur von der vorderen Zentralwindung der Gegenseite versorgt. • untere Wangenbereiche bis Gehörgang und Trommelfell • sowie motorisch: die Kaumuskulatur. • Zähne des Unterkiefers. Der N. Er versorgt sensibel: • Dura mater der vorderen Schädelgrube. 2. – sensibel die hintere Rachenwand und das hintere Drittel der Zunge. N. Hirnnerv (N. maxillaris (V2). facialis enthält – motorische Fasern zur Innervation der mimischen Muskulatur. motorisch. IX. – parasympathisch die Ohrspeicheldrüse (Speichelsekretion).

Schlucken und Sprechen. Dünndarm.9. 357 XII.6 Versorgung Halsgeflecht Zwerchfellnerven (Plexus cervicalis) (Nn. Nervengeflechte. musculocutaneus) C5 – Th1 motorisch: Flexoren (Beuger) des Oberarmes sensibel: Haut am Oberarm und an der Außenseite des Unterarmes Ellennerv (N. accessorius = Beinerv) – motorisch Innervationsgebiete: Kopfwendermuskel. radialis) Lendengeflecht Oberschenkelnerv (Plexus lumbalis) (N. Rückenmarksnerven (Nn. Damm. Magen. Entsprechend den 31 Rückenmarkssegmenten gibt es 31 Rückenmarksnervenpaare. Nieren. parasympathisch das Herz. u. Das hat zur Folge. Nebennieren. medianus) Speichennerv (N.sensibel: Oberschenkelflexoren motorisch: Wadenmuskulatur sensibel: Haut an der Hinterseite des Unterschenkels motorisch: vordere Unterschenkelmuskeln sensibel: Haut an der Vorderseite des Unterschenkels . Dickdarm bis zur Mitte des Quercolons (= Cannon-Böhm-Punkt).9 Peripheres Nervensystem P Eine Reizung durch Meningitis hat reflekto❑ risches Erbrechen zur Folge.2. Milz. Parasympathisch innerviert werden Leber. Speiseröhre. hypoglossus = Unterzungennerv) – motorisch Innervationsgebiet: Zungenmuskulatur. oberhalb der Kniekehle teilt er sich in: – Schienbeinnerv (N. „Musikantenknochen“. • Brustteil: Er innerviert – durch rückläufige motorische Äste (N. peroneus communis) sensibel: Haut und Muskeln der Hals. Hirnnerv (N. Hirnnerv (N. phrenici) C 1 – C4 weitere Nerven motorisch: Zwerchfell und Zungenbeinmuskel Armgeflecht Hautmuskel-Nerv (Plexus brachialis) (N. • Halsteil: Er innerviert motorisch den Kehlkopf. 17. Mittelnerv (N. • Bauchteil: Hier bilden die beiden Vagusnerven Geflechte mit Nerven des Sympathicus. P Einseitige Lähmung des Hypoglossus führt ❑ XI. Plexus hervorgehende Nerven Tab. er ist am Epicondylus medialis tastbar. Trapezmuskel. Pankreas. tibialis) – Wadenbeinnerv (N. femoralis) L1 – L4 Kreuzgeflecht (Plexus sacralis) L4 – S3 Ischiasnerv (N. dass sich die Austrittsstellen (Zwischenwirbellöcher) zu erheblichen Behinderungen beim Kauen. – parasympathisch: Herz.und Schulterregion motorisch: Unterarmflexoren auf Kleinfingerseite sensibel: Haut des Unterarms bis zum kleinen Finger motorisch: Unterarmflexoren motorisch: Extensoren (Strecker) an Unterarm und Oberarm motorisch: Muskeln und Haut an der Vorderseite des Oberschenkels motorisch Gesäßgegend. ischiadicus). spinales) Die Rückenmarksnerven gehen vom Rückenmark ab und treten durch das jeweilige Zwischenwirbelloch aus dem Wirbelkanal heraus. ulnaris). laryngeus recurrens) die Kehlkopfmuskeln. Bronchien. 17.17. Während der Embryonalentwicklung bleibt das Wachstum des Rückenmarkes gegenüber dem der Wirbelsäule zurück.

ulnaris) Mittelnerv (N.21 Innervation des Armes. axillaris) Axillarnerv (N. ulnaris) Abb. musculocutaneus) Mittelnerv (N.17 358 Nervensystem Arm von der Beugeseite Arm von der Streckseite Armgeflecht (Plexus brachialis) Axillararterie (A. axillaris) Ellennerv (N. medianus) tiefer Ast des Speichennerves (Ramus profundus nervi radialis) oberflächlicher Ast des Speichennerves (Ramus superficialis nervi radialis) Ellennerv (N. . 17. ulnaris) Hautmuskelnerv (N. medianus) Speichennerv (N. radialis) Ellennerv (N.

ischiadicus) *) Mächtigster Nerv des Körpers Lenden. intercostales) Hals.und Steißnerven erreichen deshalb im Wirbelkanal eine Länge bis zu 20 cm. aus denen wichtige periphere Nerven hervorgehen (✑ Tab. femoralis Kreuzbeingeflecht (Plexus sacralis) Ischiasnerv*) (N.9 Peripheres Nervensystem für die Rückenmarknerven zunehmend weiter caudal verschieben.und Armnervengeflecht. Die hinteren Äste versorgen sensibel die Haut vom Hinterkopf bis zum Steißbein und motorisch die tiefe Rückenmuskulatur. 17./2. ehe sie „ihr“ Zwischenwirbelloch erreichen. S. Pferdeschweif (Cauda equina). 357).17. ileohypogastricus N.6. cutaneus femoris lateralis L4 L5 N. phrenicus) Zwischenrippennerven (Nn.und Kreuzbeinnervengeflecht. 359 Halsgeflecht (Plexus cervicalis) Armgeflecht (Plexus brachialis) Zwerchfellnerv (N. Die vorderen Äste bilden mit Ausnahme der Brustäste Nervengeflechte (Plexus).23 . Abb. Kreuz. Lendenwirbels bildet den sog. ileoinguinalis N.22 L1 Lendengeflecht (Plexus lumbalis) L2 L3 N. Die gemischten Rückenmarksnerven teilen sich entweder schon im Zwischenwirbelloch oder kurz danach in einen hinteren und einen vorderen Hauptast. Diese Wurzelansammlung unterhalb des l. Abb. 17. Die Wurzeln der Lenden-. 17. genitofemoralis N.

peroneus profundus) oberflächlicher Wadenbeinnerv (N. tibialis) tiefer Wadenbeinnerv (N. Merke Hautnerven werden von den sensiblen Nervenfasern der Wärme-. das als deutliche Verdickung zu erkennen ist.und Schmerzpunkte der Haut gebildet. spinalis) entsteht aus dem Zusammenschluss der vorderen motorischen Wurzel und der hinteren sensiblen Wurzel eines Segmentes. plantares) Abb. deren distale Fortsätze Informationen aus der Körperperipherie erhalten und deren zentrale Fortsätze ins Rückenmark ziehen. ischiadicus) Wadenbeinnerv (N. Das sensible Versorgungsgebiet eines Spinalnerven in der Haut wird als Dermatom bezeichnet. Die hintere Wurzel enthält das Spinalganglion (Ganglion spinale). N. N. femoralis = keine Streckung im Kniegelenk. Im Spinalganglion befinden sich die Neurone (pseudounipolare Zellen) der sensiblen Fasern. P Folgen von Nervenausfällen ❑ N. N. glutaei) Kreuzbeingeflecht (Plexus sacralis) Obturator-Nerv (N. Beugung im Hüftgelenk ist erschwert. peroneus communis) Schienbeinnerv (N. 17. N. Merke Der Rückenmarksnerv (N.17 360 Nervensystem Bein von vorn Bein von hinten Lendengeflecht (Plexus lumbalis) Gluteus-Nerven Oberschenkelnerv (N. Die Rückenmarksnerven liegen in den Zwischenwirbellöchern und sind etwa l cm lang. . obturatorius) (Nn. femoralis) Obturator-Nerv (N. radialis = Fallhand. ulnaris = Krallenhand. N. medianus = Schwurhand. peroneus superficialis) Fußnerven (Nn. Druck. Kälte-. tibialis = Fußspitze kann nicht mehr gesenkt werden. peroneus communis = Spitzfuß. obturatorius) Ischiasnerv (N.24 Innervation des Beines.

beantwortet einen Reiz. die unter gleichen Bedingungen immer in der gleichen starren und schnellen Art und Weise abläuft. Reflexbogen (✑ Tab. Diese Veränderungen werden als Reize bezeichnet (✑ S. Beim Menschen gehören hierzu auch die Sprachbewegungen. Tab. Reizbeantwortung bedeutet. Hirnstamm) (Umschaltung) Rezeptor Effektor (Reizaufnahme) (Reaktion) Hinterhorn Vorderhorn hemmendes Zwischenneuron sensorische Bahn motorische Bahn Erregung Hemmung Reiz vierköpfiger Oberschenkelmuskel (M. sichern elementare Lebensvorgänge (z.25 . biceps femoris) Eigenreflex (Kniesehnenreflex). dass eine Information. 17.7) Grundlage eines jeden Reflexes ist der sog. Dadurch werden die Reflexe zu wichtigen Schutzmechanismen (z. – Aufrechterhaltung von Atmung und Kreislauf. afferentes (sensibles) Neuron Reflexe stellen die einfachste Form der Reizbeantwortung dar. – Reaktionen zur Bewahrung der Körperhaltung. Die biologische Bedeutung der Reflexe liegt in der sofortigen und sehr schnellen Reaktion auf Reize. der eine funktionelle Einheit aus 5 Gliedern darstellt.7 Der Mensch ist in der Lage.17. 311). Fluchtreflexe). Der kurze direkte Informationsweg Rezeptor ➝ sensibles Neuron ➝ Reflexzentrum im ZNS ➝ motorisches Neuron ➝ Effektor (Muskel. Die Reflexzentren (Umschaltstellen) liegen im Rückenmark und Hirnstamm.10 Reflexe 17. z.10 Reflexe 361 Reflexbogen. in Form einer Bewegung. efferentes (motorisches) Neuron Reflexzentrum Afferenz Efferenz (Rückenmark. durch spezifische Rezeptoren Veränderungen in der Umwelt bzw. abgegeben wird. Reflexbogen. B. Monosynaptische Eigen. 17. Bei den angeborenen Reflexen unterscheidet man monosynaptische Eigenreflexe und polysynaptische Fremdreflexe. Es handelt sich hierbei um eine unwillkürliche stereotypisierte Reaktion auf einen Reiz. 17. in sich selbst zu erkennen und darauf zu reagieren. Der Organismus reagiert auf einen Reiz bzw. Abb. Atmung. quadriceps femoris) zweiköpfiger Oberschenkelmuskel (M. Drüse) heißt Reflexbogen. B. – Saugen und Schlucken. patellae) führt zu einer passiven Deh- Beispiele – Zurückziehen der Hand beim Anfassen eines heißen Gegenstandes. Verdauung) und stellen die Grundlagen für das Erlernen komplizierter Bewegungsvorgänge dar. B. Merke Es gibt angeborene und durch Lernvorgänge erworbene Reflexe.oder Dehnungsreflexe Beispiel: Kniesehnenreflex Ein leichter Schlag auf das rechte Kniesehnenband (Lig.

Die Eigenreflexe halten Muskellänge und Muskelspannung konstant und gleichen auf diese Weise den Einfluss der Schwerkraft aus. indem das erregte sensible Neuron des vierköpfigen Oberschenkelmuskels über eine Abzweigung seines Neuriten gleichzeitig ein hemmendes Zwischenneuron im Vorderhorn erregt. Auf der gleichen Seite des Segmentes wird über nur 1 Synapse (daher monosynaptischer Reflex) auf das motorische Neuron des Vorderhorns umgeschaltet. so führt dies zur Beugung in allen Gelenken des rechten und Streckung im linken Bein. – Tricepssehnenreflex. Schlag auf Tricepssehne ➞ Extension im Ellenbogengelenk. – kurze Reflexzeiten (Zeit von der Reizeinwirkung bis zur Kontraktion ca. – laufen unabhängig von der Reizstärke ab. – fehlende Ermüdbarkeit. Schlag auf Achillessehne ➞ Flexion in den Sprunggelenken. welches die -Motoneurone der Antagonisten hemmt. Weitere Beispiele: – Achillessehnenreflex. quadriceps femoris) sowie einer Dehnung und damit Erregung seiner Muskelspindeln (= Rezeptor). . Bestreichen des Bauches von der Lende zur Bauchmitte und damit Reizung der Hautrezeptoren führt zur Kontraktion der Bauchmuskeln (Nabel verzieht sich zur Reizseite) Merke Bei den Eigenreflexen befinden sich die Rezeptoren (Muskel-. werden diese gehemmt. wodurch die passive Dehnung rückgängig gemacht bzw.17 362 Nervensystem nung des rechten vierköpfigen Oberschenkelmuskels (M. Als Rezeptoren fungieren Sehnenspindeln (= Golgi-Sehnenorgane) in den muskelnahen Bereichen der Muskelsehnen. Damit die Kontraktion des vierköpfigen Oberschenkelmuskels (als Reaktion auf seine Dehnung) nicht dazu führt. Beispiel: Beugereflex (= typischer Schutzreflex) Tritt man mit dem rechten Fuß auf einen spitzen Gegenstand.oder Hautreflexe Bei den Fremdreflexen findet die Reizaufnahme durch Hautrezeptoren statt und als Reaktion erfolgt eine Muskelkontraktion. die ursprüngliche Muskellänge wieder hergestellt wird. Schlag auf Bicepssehne ➞ Flexion im Ellenbogengelenk. Die Erregung wird durch sensible Neurone über die rechte Hinterwurzel in das Hinterhorn des betreffenden Rückenmarksegmentes geleitet. Die Folge ist eine Kontraktion des gedehnten Muskels. Charakteristisch für diese Reflexe ist: – in der Regel ist nur 1 Synapse beteiligt. Polysynaptische Fremd. 20 – 50 ms). 17. dass seine Antagonisten (als Reaktion auf ihre Dehnung) nun auch reflektorisch kontrahieren. – Bicepssehnenreflex. Wie ist dies zu erklären? Meißner’sches Tastkörperchen der Haut Muskel Abb. Neben der Muskellänge wird nach dem gleichen Prinzip auch die Muskelspannung (= Muskeltonus) konstant gehalten.26 Fremdreflex (Bauchdeckenreflex). Sehnenspindeln) im Erfolgsorgan (Muskel). Das geschieht.

so dass auch mehrere Muskeln angesprochen werden können. Erworbene Reflexe (bedingte Reflexe) Wird einem Menschen seine Lieblingsspeise gezeigt oder beschrieben. Die spinalen Reflexe beinhalten gewissermaßen einen Vorrat elementarer Haltungs. In der Abbildung 17. B. wenn die motorischen Neurone der Strecker und der Beuger wechselseitig aktiviert bzw. denn jede gezielte Bewegung muss von einer Neueinstellung der Stützmotorik begleitet werden. Fremdreflexe sind außerdem charakterisiert durch – verlängerte Reflexzeiten. ohne dass sich die übergeordneten Abschnitte des ZNS im Einzelnen um die Ausführung der Programme bemühen müssen. Blasen.17. – Nutrationsreflexe: Saugen. über die Bewegungen ausgelöst oder gehemmt werden können. beim Streckreflex zu erkennen.und Darmentleerung. dass Schrittbewegungen nur möglich sind. reagiert er mit Speichelabsonderung. B. 17. Niesen). P Neugeborene reagieren in erster Linie mit ❑ Reflexen auf Reize. Niesen.und Bewegungsprogramme. – Gleichzeitig werden über erregende Zwischenneurone die Motoneurone der Strecker des linken Beines erregt und über hemmende Zwischenneurone die Beuger gehemmt. die je nach Bedarf vom Organismus genutzt werden können. Merke Bei Fremdreflexen finden Reizaufnahme und -beantwortung in verschiedenen Organen statt. Merke Willkürmotorik und Stützmotorik sind eng miteinander verknüpft. So ist z. Atmung.und Stellreflexen für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts und der normalen Körperhaltung. werden als Stützmotorik bezeichnet. Verdauung. – die Tatsache. Das rechte Bein wird gebeugt und „flieht“ von der Schmerzursache weg. also mit einem Reflex. Typisches Beispiel für einen pathologischen Reflex ist der Babinski-Reflex (Dorsalflexion der Großzehe bei Streichen des seitlichen Fußrandes). – Im Rückenmark werden die Motoneurone der Beuger (liegen in verschiedenen Segmenten) des rechten Beines über erregende Zwischenneurone erregt und die Motoneurone der Strecker (liegen ebenfalls in verschiedenen Segmenten) über hemmende Zwischenneurone gehemmt. Sie wird durch eine Vielzahl von Reflexen realisiert. – schnelle Ermüdbarkeit und Anpassung. um dann den Reflex auszulösen (z. die der Haltung des Körpers im Raum dienen. B. – Vegetative Reflexe: Kreislauf.26) – Schutzreflexe: Husten. Tränenfluss. sondern erlernt wurde. Fluchtreaktionen (z. Weitere Beispiele für Fremdreflexe – Bauchdeckenreflex ( ✑ Abb. Dadurch wird die „Flucht“ noch vergrößert und der Körper kann abgestützt werden. der bei Schädigung der Pyramidenbahn auftritt.10 Reflexe – Die durch den Schmerzreiz entstehende Erregung wird über sensible Neurone der Hinterwurzeln in das Rückenmark geleitet. der nicht angeboren ist. Motorische Leistungen des Rückenmarks Auf Rückenmarksebene existiert eine Vielzahl von Verschaltungen. da die Großhirnrinde noch nicht funktionsreif ist. Zurückziehen der Hand infolge eines Schmerzreizes). Schlucken. Motorische Leistungen des Hirnstamms Die motorischen Leistungen des Hirnstamms sorgen mit Halte. Auf diese Weise werden Änderungen in der Belastung der Muskeln automatisch ausgeglichen oder Muskeln aufeinander abgestimmt. Sexualfunktionen. Stützmotorik Die motorischen Leistungen. Erbrechen. Die Reflexzentren befinden sich in Rückenmark und Hirnstamm. Die Erregungen laufen über mehrere Neurone und Zwischenneurone in mehreren Rückenmarksegmenten und damit über mehrere Synapsen. gehemmt werden. 363 .27 ist die Herausbildung des bedingten Speichelreflexes dargestellt. P Reflexprüfungen sind wichtige diagnostische ❑ Verfahren. dass sich unterschwellige Reize summieren können.

besser und müheloser auf wechselnde Situationen in der Umwelt zu reagieren.. – Es regelt die Funktion der inneren Organe wie Atmungs-. Kreislauf.und Speichelreflexzentrum entsteht eine zeitweilige Verbindung zwischen beiden Zentren) = Speicheldrüsen werden angeregt 2.und Drüsentätigkeit und stimmt ihre Aktivität entsprechend der aktuellen Situation sinnvoll aufeinander ab. Verdauungs-. sehen und schmecken . Reiz (Schmecken der Nahrung) nur getrennt Wahrnehmungen im Sehzentrum und Speichelreflexzentrum. genügt allein der 1. h. – Es regelt die Homöostase des inneren Milieus. Merke Bedingte Reflexe werden auf der Grundlage angeborener Fremdreflexe durch Lernvorgänge herausgebildet. . Da das VNS die Organfunktionen regelt. Zunächst erzeugen sowohl der 1. Wenn sich dieser Vorgang (sehen – dann essen) oft genug wiederholt hat.. Reiz – das Sehen der Nahrung – für das Einsetzen der Speichelsekretion durch die Bahnung (= Einprägung).11 Vegetatives Nervensystem (VNS) Das VNS erfüllt gemeinsam mit dem Hormonsystem 2 Aufgaben. Reiz (Sehen der Nahrung) als auch der 2.. d.27 Speichelsekretion erfolgt Entstehung eines erworbenen (bedingten) Reflexes (Beispiel: Speichelreflex). 17. Schritt: angeborener Reflex Speichelsekretion erfolgt zeitweilige Verbindung nur Sehzentrum erregt nur sehen Bahnung (durch wiederholte gleichzeitige Erregung von Seh. wird es auch „autonomes“ Nervensystem genannt.17 364 Nervensystem Sehzentrum erregt und . 17. Der biologische Sinn besteht darin. Reizes wieder „vergessen“. es beeinflusst die Stoffwechselprozesse so. Die bedingten Reflexe laufen über die Hirnrinde und werden bei mehrmaligem Fehlen des 2. Schritt: erworbener Reflex Abb. Speichelreflexzentrum erregt = Speicheldrüsen werden angeregt 1. die unbewusst und unwillkürlich ablaufen.. dass sich der Organismus den wechselnden inneren und äußeren Bedingungen anpassen kann..

1. deren oberste Steuereinheit der Hypothalamus ist. Brust. Von den Neuriten dieser Neurone werden die Erfolgsorgane innerviert. Von hier kann über Zwischenneurone auf die präganglionären (1. Die Axone der präganglionären Neurone ziehen über die motorischen Vorderwurzeln und die weißen Verbindungsäste (Rami communicates albi) zu den 25 – 30 paarigen sympathischen Grenzstrangganglien (= paravertebrale Ganglien) oder durch diese hindurch zu den unpaarigen prävertebralen vegetativen Ganglien. Die synaptische Umschaltung auf das 2. Das 1. peripheren efferenten Neurone um. Neuron erfolgt in vegetativen Ganglien. peripheres efferentes Neuron oder postganglionäres Neuron (meist markscheidenlos)  peripherer Teil = periphere afferente und efferente vegetative Neurone in der Peripherie  zentraler Teil = zentrale afferente und efferente vegetative Neurone im ZNS Hypothalamus 1. Ihre Fortsätze leiten die Afferenzen von den Eingeweideund Schmerzrezeptoren in die Hinterhörner des Rückenmarks. Die Perikaryen der zentralen efferenten Neurone liegen im Gehirn. efferenten) Neurone umgeschaltet werden oder auf zentrale Neurone.17. Im Unterschied zum somatischen Nervensystem wird die efferente Strecke von 2 efferenten peripheren vegetativen Neuronen gebildet. auf das 2.  Die Effektorgane (= Erfolgsorgane) des VNS sind: – das glatte Muskelgewebe der inneren Organe. – das Herzmuskelgewebe und – die Drüsen. VNS (efferenter Leitungsweg).bis zum 3. Merke Das VNS wird wie das somatische Nervensystem aus zentralen und peripheren Neuronen gebildet. das 2. Der efferente Teil besteht aus 2 vegetativen Neuronen. Lendensegment (Th1 – L3). Neuron liegt demnach vor dem Ganglion und wird präganglionäres Neuron genannt. Die synaptische Umschaltung vom 1. die die Informationen in höhere vegetative Zentren und zum Cortex cerebri (Großhirnrinde) weiterleiten. Hirnstamm Seitensäulen des Rückenmarks Th1 – L3 und S2 – S4 vegetatives Ganglion 2.8 zentrales efferentes Neuron  Merke 365 Erfolgsorgan Das VNS wird nach morphologischen und funktionellen Gesichtspunkten in 2 Teile gegliedert: – den Sympathicus oder das sympathische Nervensystem. . periphere efferente Neuron erfolgt in den vegetativen Ganglien. 17. Im ZNS gibt es verschiedene vegetative Zentren. Sympathicus Die Perikaryen der präganglionären Neurone liegen in den Seitenhörnern der grauen Rückenmarksubstanz (Nuclues intermediolateralis) vom 1. Das VNS ist mit dem somatischen Nervensystem vielfach verknüpft. Neuron liegt hinter dem Ganglion und heißt postganglionäres Neuron. peripheres efferentes oder präganglionäres Neuron (markscheidenarm) Aufbau VNS Tab. Die Perikaryen der peripheren afferenten Neurone liegen in den Spinalganglien.11 Vegetatives Nervensystem Funktionell basiert das VNS hauptsächlich auf dem Reflexbogen. Ihre Axone schalten entweder im Hirnstamm oder in den Seitenhörnern des Rückenmarks auf die 1. – den Parasympathicus oder das parasympathische Nervensystem.

Parasympathicus = blau).17 366 Nervensystem Innervationen durch Sympathicus + Parasympathicus Steuerung durch übergeordnete Zentren (z. Blase. 17. vagus Herz Nn. glossopharyngeus Ganglion stellatum Kopfgefäße N. Genitale) Ganglion mesentericum inferius Zentren und Funktionen des vegetativen Nervensystems (Sympathicus = rot. Hypothalamus) parasympathische N.28 • • • • • • • • • • • • • • • • •• •• •• Grenzstrang Auge • •• • • N. splanchnici major und minor Ganglion coeliacum Lunge Magen Ganglion mesentericum superius Leber Pankreas Niere Darm Urogenital-Trakt (Rektum. splanchnici pelvini . • • • • • • • organnahe parasympathische Ganglien •• • Plexus hypogastricus N. oculomotorius Kopfganglien Ganglion cervicale superius Th1 Th2 Th3 Th4 Th5 Th6 Th7 Th8 Th9 Th10 Th11 Th12 L1 L2 L3 L4 L5 S2 S3 S4 S5 Abb. facialis Speichel.und Tränendrüsen • • • N. B.

Ganglion mesentericum superius) ➞ Nn. glatte Muskulatur – Hautgefäße – Schweißdrüsen Th1 – L3 weiße Verbindungsäste graue Verbindungsäste Nn. Sonnengeflecht des Ganglion coeliacum = Plexus solaris). 17. Kontraktion des Schließmuskels • Genitalien:  Ejakulation  Kontraktion ➞ Ganglion mesentericum inferius (synaptische Umschaltung) ➞ Plexus mesentericus inferior ➞ L 1 – L4 .17. Ganglion cervicale superius (synaptische Umschaltung) Th1 – Th5 ➞ Ganglion stellatum ➞ ➞ weiße Verbindungsäste spezielle Nerven Erfolgsorgane ➞ Herzfrequenz ➞ Atemfrequenz ➞➞ Herz und Lungen (synaptische Umschaltung) Baucheingeweide Th5 – Th12 ➞ weiße Verbindungsäste ➞ ➞ prävertebrale Ganglien (Ganglion coeliacum.11 Vegetatives Nervensystem Sympathische Innervation. von denen sie mit den Gefäßen zu den Erfolgsorganen ziehen ➞ Motilität ➞ Kontraktion der Schließmuskeln (synaptische Umschaltung) Beckenorgane weiße Verbindungsäste Erfolgsorgane • Harnblase: Entleerung wird gehemmt. B. spinales periphere Nerven ➞ (synaptische Umschaltung) Verlauf der postganglionären Neurone ➞ ➞ Grenzstrangganglien Tab. splanchnici major und minor Axone bilden Nervengeflechte (z. das sog.9 ➞ Segmentbezug und Verlauf der präganglionären Neurone ➞ Erfolgsorgan 367 ➞ Erfolgsorgane ➞ Hautgefäße – Vasokonstriktion ➞ Schweißdrüsen – Sekretion Th1 ➞ Drüsen und glatte Muskulatur des Kopfes weiße Verbindungsäste ➞ Axone der postganglionären Neuronen winden sich um die versorgenden Arterien und erreichen mit ihnen die Erfolgsorgane.

17. P Langfristig erhöhte Adrenalinspiegel im Blut ❑ infolge emotionalen Stresses können die Entstehung verschiedener Erkrankungen begünstigen. Transmitter Die chemischen Überträgerstoffe im sympathischen Nervensystem sind: • Acetylcholin vom prä.17 368 Nervensystem 1. Tab. efferentes sympathisches Neuron Grenzstrangganglion Eingeweidereflexbogen der sympathischen Innervation (Schema). Sie sind untereinander verbunden. In den Grenzstrangganglien oder praevertebralen Ganglien wird von den präauf die postganglionären Neurone synaptisch umgeschaltet. sind die präganglionären Axone kurz und die postganglionären lang. Merke Die paarigen sympathischen Grenzstrangganglien sind beiderseits der Wirbelsäule von der Hirnbasis bis zum Kreuzbein in einer Doppelreihe angeordnet und werden als Grenzstrang des Sympathicus bezeichnet. efferentes sympathisches Neurone Hinterwurzel Spinalganglion Rückenmarknerv prävertebrales Ganglion weißer Verbindungsast zum Grenzstrang grauer Verbindungsast zum Grenzstrang sensible Afferenz ➋ Vorderwurzel Vorderhorn Seitenhorn Hinterhorn sympathische Efferenz ➊ sympathische Efferenz ➊ Baucheingeweide Haut Hautblutgefäße Schweißdrüsen viscerale Afferenz Beispiele: ➊ zwischen Baucheingeweiden und Hautblutgefäßen bzw. Die Neuriten der postganglionären Neurone ziehen zu den Erfolgsorganen. So regen sie vor allem die biologische Oxidation in Belastungssituationen (Stress) an. deren Axone direkt zu den Zellen des Nebennierenmarkes (diese entsprechen den postganglionären Neuronen) ziehen und hier die Sekretion von Adrenalin und Noradrenalin veranlassen. efferentes Neuron (= präganglionäres Neuron) mit kurzer Nervenfaser (= postganglionäres Neuron) mit langer Nervenfaser Acetylcholin Noradrenalin . Schweißdrüsen ➋ zwischen Haut und den Baucheingeweiden Abb.29 ➋ 2. 17. Efferente Leitungsbahn des Sympathicus. • Noradrenalin vom postganglionären Neuron auf das Erfolgsorgan. Da die sympathischen Ganglien organfern liegen.auf das postganglionäre Neuron in den Grenzstrang. Es gibt auch präganglionäre Neurone. efferentes Neuron 2.und prävertebralen Ganglien.10 Rückenmark vegetatives Ganglion   Organ   1. Beide Hormone unterstützen die Wirkungen des Sympathicus auf die Organe.

und Unterzungenspeicheldrüsen – Sekretion IX Ganglion oticum1) Ohrspeicheldrüse X parasympathische Brustund Bauchganglien Herz – Herzfrequenz Lunge – Atemfrequenz Gastrointestinaltrakt bis Cannon-Böhm-Punkt2) – Motilität ➞ ➞ – Sekretion ➞ ➞ ➞ intramurale Ganglien – Pupillenadaptation – Akkommodation 1) Kopfganglien 2) Grenze zwischen mittlerem und linkem Drittel des Colon transversum . ciliaris VII Ganglion pterygopalatinum1) Ganglion submandibulare Tränendrüsen. die . heißen Sympathomimetika. Nasenund Gaumendrüsen – Sekretion Unterkiefer. Brust. glossopharyngeus) und X (N. 369 Merke Nach der Lage der zentralen Teile unterscheidet man einen cranialen (Pars encephalica) und sacralen (Pars sacralis) Parasympathicus.und -Rezeptoren. Entsprechend kurz sind die postganglionären Axone. In den Kopfganglien werden die präganglionären Neurone. Allgemein gilt: -Rezeptoren vermitteln die erregende (Ausnahme: Magen-Darm-Trakt). Die präganglionären Axone ziehen in speziellen Nerven zu den postganglionären Neuronen. sphincter pupillae M. Arzneimittel. 17. Das ist möglich. vagus) zu den postganglionären Neuronen der vegetativen parasympathischen Kopf.und Bauchganglien. weil diese Organe 2 Arten von Rezeptoren besitzen. im Mittelhirn und verlängerten Mark. die entweder in unmittelbarer Organnähe oder im Organ (= intramurale Ganglien) liegen.11 Vegetatives Nervensystem P ❑ Arzneimittel.bzw. Die synaptische Umschaltung von den prä.auf die postganglionären Neurone erfolgt in peripheren parasympathischen Ganglien. deren Axone in den Hirnnerven III. Erstere sprechen besser auf Noradrenalin. die die gleiche Wirkung wie Adrenalin und Noradrenalin haben. Tab.11 Parasympathische Axone der Hirnnerven vegetatives Ganglion Erfolgsorgan III Ganglion ciliare1) M. efferenten) parasympathischen Neurone liegen: – im Hirnstamm (Pars encephalica). letztere besser auf Adrenalin an. -Rezeptoren die hemmende (Ausnahme: Herzerregung) Wirkung des Sympathicus. die die Wirkung dieser Hormone blockieren oder abschwächen. IX (N. facialis). Parasympathische Innervation Cranialer Parasympathicus Von den präganglionären Perikaryen des Hirnstammes ziehen die Axone in den Hirnnerven III (N. Die Parasympathische Innervation. nennt man Sympatholytika. oculomotorius). auf die postganglionären Neurone umgeschaltet. 2. Parasympathicus Die Perikaryen der praeganglionären (1. Noradrenalin und Adrenalin erzeugen an den sympathisch innervierten Erfolgsorganen verschiedene physiologische Wirkungen. VII (N.17. VII und IX verlaufen. sind also im Vergleich zum Sympathicus sehr lang. und – im Kreuzmark (Pars sacralis) in den Seitensäulen der Rückenmarksegmente S2 – S4. a. v.

– gleicher Transmitter zwischen prä. Wichtig zu wissen ist. efferentes Neuron (= präganglionäres Neuron) mit langer Nervenfaser (= postganglionäres Neuron) mit kurzer Nervenfaser Acetylcholin Acetylcholin Wirkungsweise des VNS Sympathicus und Parasympathicus weisen je nach Situation unterschiedliche Erregungszustände auf. dass diese gürtelförmigen Hautareale (= Dermatome) nicht immer unmittelbar über dem erkrankten Organ liegen (Head’sche Zonen: nerval mit inneren Organen verbundene Hautregionen). splanchnici pelvini) in die parasympathischen Ganglien des Plexus hypogastricus. die im Hirnnerv X verlaufen. Nur parasympathisch werden innerviert: – Tränendrüsen und – Drüsen des Nasen-Rachen-Raumes. Arzneimittel. Die Axone dieser Neurone innervieren den Dickdarm ab CannonBöhm-Punkt (Sekretion . erfolgt in den Brust. Tab. d. schmerzhaft und gerötet sein. die Harnblase (Entleerung). Transmitter Als Transmitter dient sowohl in den Ganglien als auch auf das Erfolgsorgan Acetylcholin. wobei die Effekte antagonistisch sind. die als ergotrope Reaktion bezeichnet wird (vorherrschend bei Arbeit). Der Eingeweideschmerz wird also auf die Hautoberfläche übertragen (übertragener Schmerz). Milz. die die Wirkung von Acetylcholin blockieren oder abschwächen. Beispiele Reizung des Reizung des Sympathicus Parasympabewirkt thicus bewirkt Schlagfrequenz Zunahme und -volumen des Herzens Abnahme Darmmotorik Abnahme Zunahme Gallenblasenmuskulatur Erschlaffung Kontraktion Bronchialmuskulatur Erschlaffung Kontraktion Vorwiegend parasympathisch werden innerviert: – Harnblase und Speicheldrüsen. die so wirken wie Acetylcholin. heißen Parasympatholytica. Der Sympathicus bewirkt eine Leistungssteigerung. Hier erfolgt die synaptische Umschaltung auf die postganglionären Neurone. ❑ werden Parasympathomimetica genannt. P Arzneimittel. Merke Die meisten inneren Organe werden sympathisch und parasympathisch innerviert. Der Parasympathicus sorgt für die Aktivierung jener Organfunktionen. 17. aber auch in weiterer Entfernung. Vergleich Sympathicus und Parasympathicus.17 370 Nervensystem synaptische Umschaltung jener. Ab hier verlaufen sie in den Beckeneingeweidenerven (N. Genitalorgane werden sowohl parasympathisch als auch sympathisch innerviert. die Harnleiter (Kontraktion) und die Genitalorgane ( Erektion).12 Efferente Leitungsbahn des Parasympathicus. Der Grund dafür: Von einem Rückenmarksegment werden sowohl das Organ wie die entsprechende Hautregion innerviert. die für den Aufbau der Energiereserven nötig sind. er hat eine trophotrope Wirkung (vorherrschend bei Ruhe). P Bei ❑ verschiedenen Erkrankungen innerer Organe kann die Haut über dem Krankheitsherd. ➞ ➞ Sacraler Parasympathicus Die Axone der präganglionären parasympathischen Neurone ziehen über die Vorderwurzel der Rückenmarksegmente S2 – S4 in die Spinalnerven. Nur sympathisch werden innerviert: – fast alle Blutgefäße. Die wichtigsten Gemeinsamkeiten: – Meist 3 Neurone bilden die efferente Strecke von ZNS zum Erfolgsorgan (Effektor). – oft gemeinsame Nervengeflechte um Arterien. . Schließmuskel )..und postganglionären Neuronen.. h. Rückenmark vegetatives Ganglion Sakralmark oder Nervengeflecht     1.und Bauchganglien. efferentes Neuron Organ 2.

Atemfrequenz Stoffwechsel. Daraufhin steuert er die ihm untergeordneten hormonellen. P Die Vorgänge des Abwehrverhaltens werden ❑ oft aufgrund vieler täglicher Belastungen (Verkehr. ohne dass danach die körperliche Handlung (Abwehr. B. ➞ Die verschiedenen Verhaltensformen. 17.oder Fortpflanzungsverhalten.) in Gang gesetzt. Fortpflanzungsverhalten: – Steuerung des Sexualverhaltens und der Sexualerregung. – Erhöhung der Magen-Darm-Durchblutung sowie Motorik und Sekretorik. Flucht) erfolgt. ➞ Die wichtigsten Unterschiede: 371 Abb. Ernährung und Verdauung gefördert werden. – Steigerung der Atemfrequenz. Muskeltonus Koordinationssysteme. Nahrungs-. Arbeit u.45. das der Fortpflanzung dient. dass z. sind das Ergebnis des engen Zusammenwirkens von animalem und vegetativem Nervensystem sowie dem Hormonsystem.17. – Hemmung der Magen-Darm-Durchblutung. Verarbeitung Umwelt Sinnesorgan Information vegetatives NS Hormonsystem Herzfrequenz. a. ein Abwehrverhalten (Alarmstellung) praktiziert wird oder ein Verhalten entsteht. Magengeschwüre. vegetativen und animalen Prozesse so. Abwehr. – Blutdruckerhöhung. 199). S. animales Nervensystem und Hormonsystem Die Aktivierung bzw.und postganglionären -Rezeptoren Neuronen und Effektor Wegen der unterschiedlichen Transmitter zwischen postganglionären Neuronen und Effektor wird der Sympathicus als adrenerges und der Parasympathicus als cholinerges System bezeichnet.30 . sein: Herz-KreislaufErkrankungen. Hemmung der einzelnen Organe erfolgt bei Sofortreaktionen durch Aktionspotentiale der schnell leitenden Nerven und bei Dauerleistungen durch anhaltend wirkende Hormone (✑ Abb. 9. – Erhöhung der Herzfrequenz. – Hemmung der Skelettmuskeldurchblutung. Schule. 17. wie z. Abwehrverhalten: – Erhöhung der Skelettmuskeldurchblutung. B. Bei den 3 genannten Verhaltensformen werden die Körperfunktionen wie folgt beeinflusst (vereinfacht dargestellt): Nahrungsverhalten: – Blutdrucksenkung. Drüsenfunktionsstörungen.12 Zusammenwirken der Koordinationssysteme VNS. Der Hypothalamus als oberstes Steuerzentrum aller vegetativen und der meisten endokrinen Prozesse erhält vom Endhirn Informationen aus der Umwelt.12 Zusammenwirken der Koordinationssysteme Beispiele Sympathicus Parasympathicus Lage der organferne Perikaryen der sympathische postganglionären Ganglien Neurone organnahe parasympathische Ganglien präganglionäre kurz Neuriten (Axone) lang postganglionäre lang Neuriten (Axone) kurz physiologische Wirkung trophotrop ergotrop Transmitter Noradrenalin Acetylcholin zwischen über . B. Folgen können z.

17 372 Nervensystem EEG-Ableitpunkte Abb. Das geschieht mit Hilfe von Elektroden von der Kopfhaut aus. – die Selbsterkenntnis und das Erkennen anderer Individuen. Schlafen Schlafen dient der Erholung. Beim Menschen ist Wachsein eng mit Bewusstsein verknüpft. Elektroencephalogramm (EEG) Durch das EEG ist es möglich. die elektrische Hirnaktivität zu registrieren. Wachsein und Bewusstsein Wachsein bedeutet. das durch folgende Merkmale gekennzeichnet ist: – die Aufmerksamkeit und Fähigkeit. die Bedeutung einer Handlung im Voraus abzuschätzen. – die Kreativität und den Umgang mit abstrakten Ideen sowie ihr Ausdrücken durch Worte oder andere Symbole. Im Vergleich zur normalen Bewusstseinslage (Bewusstseinsklarheit) spricht man von verschiedenen Schweregraden wie leichte Bewusstseinstrübung (= leichte Benommenheit).13 Wachsein und Schlafen Der Aktivitätszustand der Neurone des Gehirns („Wachheitsgrad“) ist ständigen Schwankungen unterworfen. B. also Erwartungen und Pläne zu haben. werden von der Mutter aufgenommen. 17. die Afferenzen. Sie äußern sich in einem veränderten Ablauf oder Ausfall der genannten Merkmale. die aufgrund von Umweltreizen bzw. P Abweichungen vom normalen Bewusstsein ❑ werden als Bewusstseinsstörungen bezeichnet. Ursachen sind z. sondern eine vom Wachsein unterschiedliche Organisationsform der Hirnfunktion. ist aber nicht einfach ein Ruhen des Gehirns. Bewusstlosigkeit (= Koma). Atemfrequenz. Stoffwechsel und Muskeltonus sind im Vergleich zum Schlafzustand erhöht. Herz und Atemfrequenz sind gedrosselt (= parasympathische Reaktionslage). Stoffwechsel. Im Schlafzustand ist die Informationsaufnahme aus der Umwelt auf ein Minimum eingeschränkt. 17. dass der Mensch aktiv mit der Umwelt in Kontakt tritt und auf einwirkende Reize entsprechend reagiert. Herzfrequenz. mittelgradige Bewusstseinsstörung (= Sopor). Schläfrigkeit (= Somnolenz). – das Akzeptieren ästhetischer und ethischer Werte. schläfriger Zustand. die Richtung der Aufmerksamkeit gezielt zu wechseln.31 14 – 30 Hz 8 – 13 Hz 14 – 30 Hz Wachsein Ruhe Wachsein EEG-Wellen. Je nach Wachheitsgrad variieren die Potentialschwankungen in Amplitude und Frequenz. . – die Fähigkeit. Reizen aus dem Körper selbst entstehen. aber bestimmte Schlüsselreize. wie beispielsweise das Wimmern des Säuglings.

17. entspanntes Wachsein Tab.0 – 3.0 – 7.0 – 13. 5 Schlafstadien. E) gekennzeichnet und läuft wie in der Tabelle 17.0 Theta () ➞ ➞ ➞ C Leichtschlaf Delta () (in HZ) ➞ Delta () ➞ mitteltiefer Schlaf E Tiefschlaf 5. .und Non-REM-Phasen und die Schlafstadien im Durchschnitt 3 bis 5 mal durchlaufen.und Nervenzellen. – die Drüsentätigkeit.trophotrop - Non-REM.oder orthodoxer Schlaf Diese Schlafphase umfasst beim Erwachsenen ca.und damit die Pulsfrequenz. Parasympathicus . Der erste Tiefschlaf (D.32 Muskeln erschlafft ➞ ➞ Herzfrequenz Schlagvolumen Delta () 0. 17. 80 % der Gesamtschlafdauer.2 Merke 10 min 20 min 30 min 40 min EEG REM-Schlaf B C orthodoxer Schlaf Schlafstadien A paradoxer Schlaf wach D E 0 Abb. 17. E) einer Schlafperiode wird etwa 30 bis 90 Minuten nach dem Einschlafen (B) über das Stadium C erreicht. – der Stoffwechsel.17. Die maximale Schlaftiefe nimmt mit zunehmender Schlafdauer ab. ➞ Atemfrequenz Atemtiefe Schlaf.13 ➞ Parasympathische Reaktionslage.Schlaftiefe stadium A Einschlafen ➞ B EEGWellen Frequenz Alpha () 8. – der Muskeltonus und – die Reizschwelle der Sinnes.5 ➞ ➞ D ➞ ➞ Mit dem EEG lassen sich 2 Schlafphasen feststellen: – der REM (Rapid Eye Movements = schnelle Augenbewegungen) oder der paradoxe Schlaf und – der Non-REM (ohne diese Augenbewegungen) oder orthodoxe Schlaf.0 3. Sie ist durch 5 Schlafstadien (A. D. C. Dabei treten charakteristische EEGWellen auf.13 Wachsein und Schlafen 373 Darüber hinaus können unterschiedliche Schlafstadien als Ausdruck der Schlaftiefe abgegrenzt werden. – die Atemfrequenz.33 dargestellt ab. Während eines normalen Nachtschlafes werden die REM. B. In der orthodoxen Schlafphase sind verschiedene Lebensfunktionen herabgesetzt und zwar – die Herz.5 – 1.33 1 2 3 4 5 Schlafdauer 6 7 Schlafstadien im Verlauf einer Nacht. ➞ Abb. – der Blutdruck.0 4.

Im Allgemeinen nimmt mit zunehmendem Alter die Gesamtschlafdauer ab.als auch REM-Schlaf-Phasen. Entsprechend der Dauer des Nachtschlafes kann man von 3 Schlaftypen sprechen: – Kurzschläfer < 6 Stunden. sollte versucht werden. Bevor Schlafmittel verabreicht werden. Der REM-Schlaf zeichnet sich aus durch: – schnelle Augenbewegungen und Muskelzuckungen (z.oder paradoxer Schlaf Der REM-Schlaf stellt eine besondere Phase dar: Das EEG gleicht dem Schlafstadium E (deshalb paradoxer Schlaf). – das fast vollständige Erlöschen des Muskeltonus der Skelettmuskulatur. Schlafumkehr) sind sehr häufig.oder hirnorganische Erkrankungen). Die einzelnen Phasen dauern im Mittel 20 Minuten. wobei vor allem die Non-REM-Perioden erheblich kürzer werden. – Auftreten von Peniserektionen sowie der meisten Träume. – Mittelschläfer 6 – 9 Stunden. wobei gewisse Unregelmäßigkeiten auftreten. – Langschläfer > 9 Stunden. Gesichtsmuskeln). wobei die längsten gegen Morgen auftreten. – Zunahme der Atem-.und Pulsfrequenz. Merke Zu einem erholsamen Schlaf gehören sowohl Non-REM. Durchschlafstörungen. B. Herz. B. Allgemein.374 17 Nervensystem REM. Merke Die erste REM-Phase wird schon beim Einschlafen durchschritten (Sekundenschlaf) und wiederholt sich etwa alle 1.5 Stunden. . mögliche Störfaktoren auszuschalten. Der hohe Anteil des REM-Schlafes bei Säuglingen und Kleinkindern könnte möglicherweise ein gewisser Ersatz für fehlende äußere Reize sein. Schlafmittel stören den Ablauf der natürlichen Schlafphasen und sind daher bei Dauergebrauch gesundheitsschädigend. Der normale Schlaf-wach-Rhythmus wird von einer in ihrer Wirkungsweise noch weitgehend unbekannten „inneren Uhr“ gesteuert. Schlafstörungen (Einschlaf-. P Ein gesteigertes Schlafbedürfnis kann Hin❑ weis auf Störungen sein (z. frühes Erwachen.

17

Nervensystem

Fragen zur Wiederholung
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31.
32.

Aus welchen Anteilen besteht das menschliche Nervensystem?
Erklären Sie anhand eines Querschnittes den Aufbau des Rückenmarkes.
Nehmen Sie eine Gliederung der Rückenmarksegmente vor.
Definieren Sie
a) graue Substanz,
b) weiße Substanz,
c) Nervenfaser,
d) Nerv.
Nehmen Sie eine Gliederung der einzelnen Hirnabschnitte vor.
Beschreiben Sie den Bau des Endhirns.
Nennen Sie die verschiedenen Funktionszentren in der Großhirnrinde, und beschreiben Sie
kurz ihre Aufgaben.
Welche Bedeutung haben die Basalganglien?
Aus welchen Abschnitten besteht das Zwischenhirn, und welche Aufgaben erfüllen sie?
Welche Funktionen erfüllen
a) Mittelhirn,
b) Kleinhirn,
c) Medulla oblongata,
d) Formatio reticularis?
Was sind Hirnventrikel, und welche gibt es?
Wie werden Gehirn und Rückenmark geschützt?
Unterscheiden Sie inneren und äußeren Liquorraum.
Welche Bedeutung hat der Liquor?
An welcher Stelle kann man am günstigsten Liquor gewinnen?
Begründen Sie den Punktionsort aus anatomischer Sicht.
Beschreiben Sie die Blutversorgung des Gehirns.
Lokalisieren Sie die afferenten und efferenten Fasersysteme des Rückenmarkes und
Gehirns! – Wo liegen die Umschaltstellen zwischen den einzelnen Neuronen?
Was verstehen Sie unter dem extrapyramidal-motorischen System, und welche Bedeutung
hat es?
Was sind Ganglien?
Nennen Sie die 12 Hirnnerven und ihre Aufgaben.
Beschreiben Sie die Entstehung und Aufzweigung eines Rückenmarksnerven.
Geben Sie einen Überblick über die Innervationsgebiete der Rückenmarksnerven unter
Beachtung der Geflechtbildung.
Nennen Sie die wichtigsten Nerven des Armes und ihre Aufgaben.
Stellen Sie Ursprung, Verlauf und Versorgungsgebiet des N. ischiadicus dar.
Was ist ein Reflexbogen?
Erläutern Sie Wesen und Bedeutung von
a) Eigenreflexen,
b) Fremdreflexen,
c) bedingten Reflexen.
Beschreiben Sie einige wichtige Reflexe genauer.
Welche Leistungen vollbringt die Stützmotorik, und wie werden diese realisiert?
Welche Aufgabe erfüllt das VNS?
Unterscheiden Sie zentrales und peripheres VNS.
Unterscheiden Sie
a) para- und prävertebrale Ganglien,
b) prä- und postganglionäre efferente Neurone.
Beschreiben Sie Aufbau und Aufgabe des Sympathicus.
Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen Sympathicus und den Hormonen Adrenalin
und Noradrenalin.
Beschreiben Sie Aufbau und Aufgabe des Parasympathicus.

375

376

17

Nervensystem

Fragen zur Wiederholung
33. Vergleichen Sie Sympathicus und Parasympathicus hinsichtlich ihrer Wirkungsweise.
34. Erläutern Sie an einem konkreten Beispiel das Zusammenwirken von VNS, animalem
Nervensystem und Hormonsystem.
35. Erläutern Sie die Bedeutung des Schlafes aus physiologischer Sicht.

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Bau eines Skelettmuskels.

Abb. 5.8

Stirnbein
(Os frontale)

Scheitelbein

Ästchen der
Lungenarterie

(Os parietale)

Schläfenbein

Bronchiole

(Os temporale)

Keilbein

Ästchen der
Lungenvene

(Os sphenoidale)

Tränenbein
(Os lacrimale)

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(Os zygomaticum)

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(Maxilla)

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(Alveolen)

Übergang der Lungenarterie
zu den Lungenvenen.

(Mandibula)

2

Schädel (Ansicht von ventral).

Abb. 9.32

Abb. 5.44

300
t rund bildungen
i
m
t
z
Jet
bab
n Far
ertige
w
h
c
ho
Herzskelett
linker Vorhof
(Atrium sinistrum)

bestehend aus
4 bindegewebigen
Ringen
(Anuli fibrosi)

Sinusknoten
His-Bündel
Atrioventrikularknoten1)
(AV-Knoten)

rechter Vorhof
(Atrium dextrum)

rechter Kammerschenkel

linke
Herzkammer
(Ventriculus
sinister)

Papillarmuskeln
Purkinje’sche
Fasern
linker Kammerschenkel
rechte
Herzkammer
(Ventriculus dexter)

1) AV-Knoten = Vorhof-Kammer-Knoten, früher auch Aschoff-Tawara-Knoten genannt

Abb. 9.38

Erregungsbildungs- und Erregungsleitungssystem des Herzens.

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die Merkfähigkeit gesteigert und somit das Examen leicht gemacht. Durch die Verwendung dieses Systems wird die Lerndauer nachweislich deutlich herabgesetzt. Reinbek (Germany) GESAMTDARSTELLUNG DER MENSCHLICHEN MUSKULATUR UND DES SKELETTES Rückseite . Innervation • 303 einzelne Karten im Format A7. wissenschaftlichen Abhandlungen. leicht zu merkende Erklärungen. Auflage 2001 € 50. Die handliche Größe und die stabile Ausführung ermöglichen den problemlosen Einsatz mit direkter Kontrolle an einem Lernmodell (z. das Wissen durch einfaches Wenden der Karten effektiv zu überprüfen. 6 Englische Ausgabe 2. detaillierte Abbildungen und funktionelle Darstellungen wird die räumliche Vorstellung verstärkt angesprochen.B.Anatomie / Physiologie n Exame ht! gemac leicht Vorderseite 65 M. Auflage 2001 € 35. farbiger Abb. übersichtliche. Skelett). Durch ergänzende.30 ISBN 3-928537-32-6 Anatomie. Die menschliche Muskulatur Deutsche Ausgabe 3. • Jeder Muskel mit eigener. • Qualitätsdruck auf stabilem Karton. Keine langatmigen. • Im stoßfesten Karteikasten. Funktion.10 ISBN 3-928537-43-1 © Lau-Verlag. • Klein – handlich – effektiv. levator scapulae (Schulterblattheber) Notizen Anatomie-Lernkarten Mit den Lernkarten besteht die Möglichkeit.

30 ISBN 3-928537-33-4 1 1/2 2 Os cuneiforme inter|medium 3 Os cuneiforme mediale 4 Englische Ausgabe 2.Anatomie / Physiologie n Exame ht! gemac leicht Pes 2/2 271 (Fuß) – rechts Ansicht von plantar Das menschliche Skelett ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Deutsche Ausgabe 3. Transparenz. • Fotoanmutung. Os cuneiforme laterale Os cuneiforme inter|medium Os cuneiforme mediale Tuberositas ossis navicularis Caput tali Sustentaculum tali Processus medialis tuberis calcanei Processus lateralis tuberis calcanei Tuberositas ossis cuboidei Sulcus tendinis musculi peronei longi Pes (Fuß) – rechts 2/2 Ansicht von plantar Os cuneiforme laterale Cranium (Schädel) Ansicht von ventral € 35. Auflage 2001 Knochen. • Alle Knochen in höchster Druckqualität. • Hervorragende Plastizität. Auflage 2001 € 50. Bänder und Gelenke • 303 einzelne Karten im Format A7. feinste Strukturen.10 ISBN 3-928537-44-X 15 5 Sulcus tendinis musculi peronei longi Tuberositas ossis navicularis 6 Tuberositas ossis cuboidei 14 Caput tali 7 Cranium (Schädel) 1/2 5 Processus lateralis tuberis calcanei 13 Ansicht von ventral Sutura fronto|maxillaris Os frontale (Squama frontalis) Sutura fronto|nasalis Foramen supra|orbitale Sutura spheno|parietalis Os lacrimale Sutura spheno|zygomatica Conchae nasales media et inferior 9 10 11 12 13 14 15 Ramus mandibulae Gnathion Mandibula (Corpus) Foramen infra|orbitale Sutura naso|maxillaris Os temporale Os sphenoidale (Facies orbitalis) Sustentaculum tali 12 8 11 10 9 © Lau-Verlag 1 2 3 4 5 6 7 8 Processus medialis tuberis calcanei 7 .

Auflage 1998. die sich beruflich mit dem medizinischen Fachwortschatz beschäftigen müssen und keine Vorkenntnisse der griechischen und lateinischen Sprache haben. 40 Seiten.Abb. 19 umfassende Arbeitsblätter sollen bei Lernenden. 36 Seiten geheftet € 7. 8 Lösungsheft (o. Deklination und Konjugation und gibt ebenso Auskunft über medizinische Fachausdrücke sowie häufig vorkommende Wortbildungselemente aus dem Lateinischen und Griechischen. . Rechtschreibung. 86 Seiten. Es informiert über die Fachausdrücke in Anatomie.80 ISBN 3-928537-29-6 6. Verständnis für die Termini wecken. Aussprache und Betonung. geheftet € 6. Auflage. Auflage 2002.90 ISBN 3-928537-31-8 Eine ideale Lernanleitung zur medizinischen Fachsprache. kartoniert € 9.90 ISBN 3-928537-17-2 • Nur an Lehrkräfte direkt vom Verlag. Klinik und Pharmazie. 2002. Bildung. ohne die Grammatik der beiden Sprachen lernen zu müssen.) zur 4. Sie vermittelt Kenntnisse über Herkunft.Medizinische Fachsprache Peter Wolfgang Ruff Günter Grosche Einführung in den Gebrauch der medizinischen Fachsprache Übungsheft zur Einführung in die medizinische Fachsprache 5.

sondern beim Studium des Faches und bei der Beschäftigung mit seinen Gegenständen.10 ISBN 3-928537-28-8 Instituts. noch lehrt er sie Latein oder Griechisch. AUSSPRACHE UND RECHTSCHREIBUNG 1. 1. Gesundheitsingenieure. ANWENDUNG. 9 . 190 Seiten. Ärzte. kartoniert € 5. Das sind Ärzte. Für Medizinhistoriker. Lehrkräfte. enthält viele bemerkenswerte Einzelheiten zur Entwicklung des Faches Anatomie und gibt einen lebendigen Abriss über wichtige Kapitel europäischer Medizingeschichte.00 ISBN 3-928537-19-9 Dieser „Umgang mit der medizinischen Fachsprache“ ist eine Art Sprach-Knigge für alle. Anwendung. Schwestern. Man lernt sie nicht schulmäßig wie eine Fremdsprache. Auflage 1996. Aussprache und Rechtschreibung und ihre Sammlungen Ein Instituts. 176 Seiten. Eine Fachsprache lernt man nicht vokabelmäßig. Informatiker oder interessierte Bürger sowie Patienten. Studierende und Laien ein ergiebiges Nachschlagewerk.und Sammlungsführer g ms A u T   LAU – Verlag Peter Wolfgang Ruff Rüdiger Schultka Medizinische Fachsprache Die Hallesche Anatomie und ihre Sammlungen GESCHICHTE. Bibliothekare. Er lehrt sie weder alle einzelnen Bezeichnungen der Fachsprache ihrer Bedeutung oder Herkunft nach. eher unbewußter ähnlich wie eine Muttersprache. die es mit der medizinischen Fachsprache zu tun haben. gebunden € 11. Auflage 1999. Das Buch ist gut lesbar und gibt auf viele Fragen eine Antwort.und Sammlungsführer des Institutes für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Fakultät der MartinLuther-Universität Halle-Wittenberg.Medizinische Fachsprache Peter Wolfgang Ruff Hallesche Sammlungen Rüdiger Schultka Die Hallesche Anatomie Medizinische Fachsprache Geschichte.

und Kinderkrankenpflegeausbildung im 1. 144 Seiten. . € 24. Ausbildungsabschnitt integrativ zu gestalten. gebunden. Somit besteht jetzt die Möglichkeit die theoretische Kranken. Teil 2: Mithilfe der Schüler/Schülerinnen. Teil 1: Unterstützung der ATL’s. Michael Störmer Dokumentation der praktischen Krankenpflegeausbildung 2.80 – ISBN 3-928537-38-5 Das Praxisbegleitbuch umfasst zur Dokumentation des aktuellen. Neben der Vermittlung von Fachkompetenz wurde vor allem auf die Förderung von Schlüsselqualifikationen Wert gelegt. In einer klaren und nachvollziehbaren Ausbildungsstruktur sind die Inhalte der Ausbildung einheitlich und verbindlich festgelegt. € 29. Teil 3: Fachkundige und geplante Pflege. Auflage 2001. konzipiert speziell für kleinere und mittlere Krankenhäuser. 212 Seiten. Die Ausbildung ist durchgängig fächerintegrativ – mit einer systematischen Verknüpfung von Theorie und Praxis gestaltet. Auflage 2000.Pflegedokumentation Sabine Rothfuchs • Brigitte Sommer Curriculum Curriculum Krankenpflege Krankenpflege Kinderkrankenpflege Kinderkrankenpflege Auf dem Wege zur Integration ▲ Basispflege ● Fachspezifische Pflege ■ Praxisaufgaben NEU Ortrun Ruschmeyer Karin Schiller Sabine Rothfuchs • Brigitte Sommer Curriculum Krankenpflege • Kinderkrankenpflege AUF DEM WEGE ZUR INTEGRATION 1.80 – ISBN 3-928537-45-7 Mit diesem Curriculum wird ein transparentes Ausbildungskonzept vorgelegt.90 – ISBN 3-928537-27-X Die ‘Dokumentation’ basiert auf der Grundlage einer ganzheitlichen Sichtweise in der Krankenpflege.und Zusatzbereiche. gebunden. Auflage 2002. € 8. 80 Seiten. wobei Freiräume für situative Anforderungen und spezifische Lerninhalte im Sinne des offenen Curriculums gegeben sind. Spezial. wobei das eigenständige Profil der Berufsbilder erhalten bleibt. Einsatzübersichten für alle Kliniken. theoretischen Lernstandes ausführlich – geordnet nach Basispflege und Fachspezifische Pflege – die Lerninhalte der praktischen Krankenpflegeausbildung. 10 Praxisbegleitbuch für die Krankenpflegeausbildung 3. kartoniert. das eine pflegerisch fachliche und berufspädagogisch zukunftsorienterte Ausbildung gewährleistet.

Auflage 2002. der Lymphgefäße und Lymphknoten.Physiotherapie Studienbücher für medizinische Berufe Dieter Nelius Manuelle Lymphdrainage Lau-Verlag Dieter Nelius Rolf Meinecke Manuelle Lymphdrainage Bewegungs-. Auflage 1994. Die Neutral-Null-Durchgangsmethode hat sich als ideale Meßmethode herausgestellt. Um diese anspruchsvolle Behandlungsmethode aber effektiv anwenden zu können. 72 Seiten. entspricht die Feststellung und Dokumentation der Bewegungsmaße nicht den geforderten Normen. die sich mit der Messung und Beurteilung des Stütz. bedarf es einer detaillierten Kenntnis von Bau und Funktion des Bindegewebes. kartoniert € 9. kartoniert € 9.und Umfangsmaßen schon immer exakte. 11 . Längen. 57 Abbildungen. deren Ergebnisse gut reproduzierbar und dokumentierbar sind.80 ISBN 3-928537-05-9 Mit diesem Werk erhalten Sie eine ausführliche Übersicht über die theoretischen Grundlagen und Techniken der manuellen Lymphdrainage.und Umfangsmessungen 1.und Bewegungsapparates befassen. 80 Seiten. (Neutral-NullDurchgangsmethode) 4. Dem Lymphknoten – wichtiger biologischer Filter – kommt für die Verbreitung von Entzündungen und bösartiger Tumoren eine entscheidende Bedeutung zu. Während bei den Längen. Übersichtliche Übungsbeispiele runden dieses Werk sinnvoll ab.80 ISBN 3-928537-39-3 Der Autor wendet sich mit diesem Werk an alle. vergleichbare Werte erreicht wurden.