Está en la página 1de 387

Martin Trebsdorf

Biologie

Anatomie

Ph y siologie

Lehrbuch und Atlas

Der Autor hat alle Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass etwaige Auswahl und Dosierungsangaben von Medikamenten im vorliegenden Text mit den aktuellen Vorschriften und der Praxis übereinstimmen.
Trotzdem muss der Leser im Hinblick auf den Stand der Forschung und mit Blick auf die Änderung staatlicher
Gesetzgebungen, mit dem ununterbrochenen Strom neuer Erkenntnisse bezüglich Medikamentenwirkung und
Nebenwirkungen unbedingt bei jedem Medikament den Packungsprospekt konsultieren, um mögliche Änderungen im Hinblick auf Indikation und Dosis nicht zu übersehen.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt
auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichenund Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.

u–
chla
Sei s it LAU
m
n
r
le

Autor:
Dr. päd. Martin Trebsdorf
Illustrationsideen und Beratung:
Dipl.-Med. päd. Paul Gebhardt
Zeichnungen:
Sylvana Bardl, Halle
Mark Bitter, Hamburg
Andreas Busse, Suderburg
Steffen Faust, Berlin
Gerhard Schäfer, Bad Bevensen
Layout und Satz:
GS Werbeagentur, Bad Bevensen
Lektorat:
Karin Schanzenbach, Hamburg
Rüdiger Mackenthun, Suderburg
ISBN 3-928537-30-X
7. Auflage 2002
© 1993 by Lau-Verlag GmbH, Reinbek
Alle Rechte vorbehalten
Printed in Germany
Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier

Vorwort

3

Das völlig neue „Gesicht“ der 4. Auflage hat sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern großen
Anklang gefunden, nicht zuletzt weil das bewährte inhaltliche und didaktische Grundkonzept
beibehalten wurde. Das hat uns bewogen, auch die 5. Auflage weiter zu verbessern, was durch viele
neu gestaltete Zeichnungen sichtbar wird.
Bei der Arbeit mit dem Buch ist es deshalb von großer Bedeutung, stets den Text in engster
Verbindung mit den in unmittelbarer Nähe befindlichen Abbildungen und Tabellen zu studieren.
Gerade durch diese enge Nachbarschaft von Text und Bild – lesen und sogleich sehen – hebt sich dieses Lehrbuch unmissverständlich von allen anderen ab, zum Vorteil von Lernenden und Lehrenden.
Aufgrund dieser Tatsache war es auch möglich, einfache oder bereits bekannte Sachverhalte, wie
zum Beispiel makroskopische Strukturen, „nur“ aufzuzählen, um dadurch das umfangreiche anatomische und physiologische Wissen gerafft wiedergeben zu können.
Das Studieren wird durch den streng logischen Aufbau und eine übersichtliche Anordnung des Stoffes
erleichtert. In Merksätzen wird das Wichtigste immer wieder präzise zusammengefasst.
Wiederholungsfragen am Ende der Kapitel helfen, den Lerneffekt zu überprüfen. Hilfreich dabei ist
auch das umfangreiche Stichwortregister.
Darüber hinaus bietet die neugeschaffene, extra zu diesem Buch konzipierte CD-Rom die
Möglichkeit, mit Hilfe neuer Technik die Inhalte noch präziser anschaulich aufnehmen und erarbeiten zu können.

Reinbek, im Juni 2002

Martin Trebsdorf

Die positiven Resonanzen haben uns bewogen, das Konzept unverändert zu lassen. Mit der vorliegenden 6. Auflage zählt das Werk im Bereich „Biologie, Anatomie, Physiologie“ bereits zu den
erfolgreichsten Titeln in der Ausbildung der pflegerischen und medizinischen Berufe, was auch auf
die vielen Anregungen von Dozentinnen und Dozenten sowie den Auszubildenden selber zurückzuführen ist. Hierfür möchten wir uns bedanken, weil ein gutes und erfolgreiches Buch nur dann Ihren
Ansprüchen gerecht wird, wenn immer wieder Hinweise und Tipps aus der täglichen Praxis berücksichtigt werden.
Die mitgelieferte CD gehört selbstverständlich weiterhin zur Ausstattung und wird Ihnen ein hilfreicher Begleiter während Ihres beruflichen Werdeganges sein.
Reinbek, im August 2002
Lau-Verlag, Reinbek bei Hamburg

Uwe Hamann

Erläuterungen zu den Abkürzungen und Zeichen

4

Abk. Fachbez.

deutsche Bez.

A.
Aa.
Art.
Artt.
Col.
Gl.
Gll.
Lig.
Ligg.
M.
Mm.
N.
Nn.
Proc.
R.
V.
Vv.

Arterie
Arterien
Gelenk
Gelenke
Säule
Drüse
Drüsen
Band
Bänder
Muskel
Muskeln
Nerv
Nerven
Fortsatz
Zweig, Ast
Vene
Venen

Arteria
Arteriae
Articulatio
Articulationes
Columna
Glandula
Glandulae
Ligamentum
Ligamenta
Musculus
Musculi
Nervus
Nervi
Processus
Ramus
Vena
Venae

Sonstige Abkürzungen
ADH
ADP
AMP
ATP
BPH
dB
EEG
EPS
EZF
EZR
HCG
HMV
HPL
IgG
IZF
IZR
NNM
NNR
PNS
R
ZNS

antidiuretisches Hormon
Adenosindiphosphat
Adenosinmonophosphat
Adenosintriphosphat
benigne Prostatahyperplasie
Dezibel (Pegelmaß)
Elektroenzephalogramm, -graphie
extrapyramidal-motorisches System
extrazelluläre Flüssigkeit
extrazellulärer Raum
Choriongonadotropin
Herzminutenvolumen
human placento lactogen (Plazentalaktogen)
Immunglobulin G
intrazelluläre Flüssigkeit
intrazellulärer Raum
Nebennierenmark
Nebennierenrinde
peripheres Nervensystem
Molekülrest
Zentralnervensystem

Vorsätze vor Maßeinheiten
Symbol
Kilo
Dezi
Zenti
Milli
Mikro
Nano

Beispiele
1 kg = 1000 g
1 dm = 0,1 m
1 cm = 0,01 m
1 mm = 0,001 m
1 µm = 0,000001 m
1 nm = 0,000000001m

Element

Symbol

Calcium
Chlor
Eisen
Fluor
Iod
Kohlenstoff
Magnesium
Natrium
Sauerstoff
Stickstoff
Zink

Ca
Cl
Fe
F
I
C
Mg
Na
O
N
Zn

Chemische Verbindungen
Element

Symbol

Kohlendioxid
Kohlensäure
Salzsäure
Wasser

CO2
H2CO3
HCl
H2O

Funktionelle Gruppen
Element

Symbol

Aminogruppe
Carboxylgruppe
Hydroxylgruppe
Phosphatgruppe
Sulfatgruppe

NH2
COOH
OH
PO4
SO4

Besonders hervorgehoben sind einzelne Passagen
mit folgenden Markierungen:
Merke

Diese Merkesätze enthalten wichtige ergänzende oder zusammenfassende Informationen der vorangegangenen Inhalte.
P Die

nachfolgenden Informationen stellen
einen Praxisbezug dar.

Allgemeine Symbole
= Erhöhung, Anstieg
= Reduzierung, Abfall
✑ = siehe

Mikrosekunde (0,000 001 s)
Millisekunde (0,001 s)
Mikrogramm (0,000 001 g)
Milligramm (0,001 g)
Mikrometer (0,000 001 m)
Nanometer (0,000 000 001 m)
Mikroliter (0,000 001 l)
Nanoliter (0,000 000 001 l)
Pascal (0,0075 mmHg)
Millimeter Quecksilbersäule (133 Pa = 1,33 mbar)
Millibar (100 Pa = 0,75 mmHg)
Ampère (Stromstärke)
Volt (Potential)
Hertz (= 1/s)
Mol

Faktor

1000 (103)
0,1 (10–1)
0,01 (10–2)
0,001 (10–3)
0,000001 (10–6)
10–9

Chemische Elemente

Maßeinheiten
µs
ms
µg
mg
µm
nm
µl
nl
Pa
mmHg
mbar
A
V
Hz
mol

k
d
c
m
µ
n

Inhaltsverzeichnis

3

Vorwort

Vv.

Venae Erläuterungen zu den Abkürzungen und Zeichen

1

Der menschliche Körper
1.1
1.2

2

5

Inhalt und Aufgaben der Anatomie und Physiologie
Orientierung am Körper

Grundlagen, Bau- und Funktionsstoffe
Bau- und Funktionsstoffe des menschlichen Körpers
und ihre biologische Bedeutung
2.1.1
Wasser
2.1.2
Mineralstoffe
2.1.3
Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße
2.2
Zellen und ihr umgebendes Milieu
2.2.1
Bau und Funktion der Zelle
2.2.2
Flüssigkeitsräume des Körpers und Körperflüssigkeiten
2.2.3
Das innere Milieu
2.2.4
Säure-Basen-Haushalt
2.3
Arten des Stofftransports im Organismus
2.3.1
Passiver Transport
2.3.2
Aktiver Transport
2.4
Physiologie des Stoff- und Energiewechsels
2.4.1
Stoff- und Energiewechsel
2.4.2
Bedeutung energiereicher Phosphatverbindungen
im Stoff- und Energiewechsel
2.4.3
Enzyme
2.4.4
Stoffumsatz- und Energiefreisetzung
2.5
Genetik (Vererbungslehre)
2.5.1
Chromosomen
2.5.2
Nukleinsäuren als Trägerstoff der Erbinformation
2.5.3
Zellteilung
2.5.4
Gesetzmäßigkeiten der Vererbung – Mendel’sche Erbregeln
2.5.5
Mutationen
2.5.6
Modifikationen
Fragen zur Wiederholung

4

11
11
15

17

2.1

17
17
18
19
22
23
28
28
29
31
32
33
35
35
36
37
40
43
43
44
48
50
54
56
57

Inhaltsverzeichnis

6

3

Gewebe
3.1
3.2
3.3
3.4

Epithelgewebe (= Epithel)
Binde- und Stützgewebe
Muskelgewebe
Nervengewebe
3.4.1
Bau
3.4.2
Grundlagen der Erregungsphysiologie
Fragen zur Wiederholung

4

Hautsystem (Häute und Drüsen)
4.1

Äußere Haut
4.1.1
Schichten der äußeren Haut
4.1.2
Gefäßversorgung
4.1.3
Haut als Sinnesorgan
4.1.4
Altersveränderung der Haut
4.2
Anhangsorgane der Haut
4.2.1
Hautdrüsen
4.2.2
Haare (Pili)
4.2.3
Nägel
4.3
Schleimhaut (Tunica mucosa)
4.4
Seröse Haut (Tunica serosa) und seröse Höhlen
4.5
Drüsen (Überblick)
Fragen zur Wiederholung

5

Stütz- und Bewegungssystem
5.1

Allgemeine Knochenlehre
5.1.1
Aufgaben der Knochen
5.1.2
Knochentypen
5.1.3
Bau eines Knochens
5.1.4
Knochenwachstum
5.1.5
Knochenverbindungen
5.2
Allgemeine Muskellehre
5.2.1
Bau und Hilfseinrichtungen des Skelettmuskels
5.2.2
Kontraktion des Skelettmuskels
5.3
Spezielle Knochen- und Muskellehre
5.3.1
Wirbelsäule (Columna vertebralis)
5.3.2
Brustkorb (Thorax)
5.3.3
Schultergürtel und obere Extremität
5.3.4
Beckengürtel und untere Extremität
5.3.5
Kopf (Caput)
Fragen zur Wiederholung

59
60
62
68
69
69
71
76

77
77
77
80
80
82
82
82
83
85
85
86
86
88

89
89
89
89
89
90
91
95
95
96
104
104
109
111
118
128
135

Inhaltsverzeichnis

6

7

Leibeswand und Beckenboden

137

6.1
Brustwand
6.2
Bauchwand
6.3
Leistenregion (Regio inguinalis)
6.4
Beckenboden
Fragen zur Wiederholung

137
137
138
140
142

Die großen Körperhöhlen
7.1
7.2

Brusthöhle (Cavitas thoracis)
Bauchhöhle (Cavitas abdominalis)
7.2.1
Bauchfell (Peritoneum)
7.2.2
Lage der Bauchorgane
7.3
Beckenhöhle
Fragen zur Wiederholung

8

9

7

Hals (Collum)

143
143
144
144
146
148
148

149

8.1
Bau
8.2
Leitungsbahnen
Fragen zur Wiederholung

149
149
152

Kreislaufsystem

153

9.1
9.2
9.3

9.4
9.5

9.6

Aufgaben (Überblick)
Das Blut
9.2.1
Blutzellen (Blutkörperchen)
9.2.2
Blutplasma
Physiologie des Blutes
9.3.1
Transportfunktion
9.3.2
Blutstillung (Hämostase)
9.3.3
Fibrinolyse
9.3.4
Blut und Immunsystem
9.3.5
Unspezifische und spezifische humorale und zelluläre
Abwehrmechanismen
9.3.6
Verschiedene Immunreaktionen
9.3.7
Immunisierung
9.3.8
Blutgruppen des Menschen
Das Herz (Cor)
Gefäßsystem
9.5.1
Blutgefäßarten
9.5.2
Blutkreislauf
9.5.3
Lymphgefäßsystem
Physiologie des Kreislaufsystems
9.6.1
Erregung des Herzens
9.6.2
Mechanik der Herztätigkeit

153
153
153
156
156
156
157
158
158
165
168
168
168
172
176
176
178
187
189
189
191

8 Physiologie der Verdauung 12.2 Gasaustausch 11.1 Atembewegungen 11.3.2 Verdauungsvorgänge im Magen 12.1.1.3 Zunge (Lingua.1 Verdauungsvorgänge in der Mundhöhle 12.2.8.3.1 Mundhöhle (Cavum oris) 12.2 Speiseröhre (Ösophagus) 12.3 Verdauungsvorgänge im Dünndarm 12.1 Lippen und Wangen 12.1.2.5 Lungen (Pulmones) 11.2.8.2.6 Brustfell (Pleura) 11.2.2 Gliederung Bau der Atmungsorgane 11.6 Leber (Hepar) 12.4 Luftröhre (Trachea) 11.8.2 Rachen (Pharynx) 11.1.1 Nase (Nasus) 11.4 Regulation der Atmung Fragen zur Wiederholung 12 Verdauungssystem 12.5 Regulation der Verdauung 12.8.3.8.2.8 Inhaltsverzeichnis 9.3.3 Physiologie der Atmung 11.1 Körpertemperatur des Menschen 10.4 Dünndarm (Intestinum tenue) 12.6 Funktionen der Leber (Überblick) Fragen zur Wiederholung 196 202 205 207 207 208 212 213 213 213 213 214 216 219 220 223 224 224 228 229 230 232 233 234 234 234 237 238 238 239 240 242 244 246 250 252 252 254 255 256 257 259 262 . Glossa) 12. Ventriculus) 12.6.3 Magen (Gaster.5 Dickdarm (Intestinum crassum) 12.8.5 Große Mundspeicheldrüsen 12.2 Wärmeproduktion und Wärmeabgabe Fragen zur Wiederholung 11 Atmungssystem 11.4 Verdauungsvorgänge im Dickdarm 12.1 11.7 Bauchspeicheldrüse (Pankreas) 12.3 Kehlkopf (Larynx) 11.3 Funktion der Gefäße 9.1.4 Gaumen (Palatum) 12. Gebiss 12.3 Atemgastransport 11.2 Zähne.4 Regulation des Blutkreislaufes Fragen zur Wiederholung 10 Wärmehaushalt 10.6.

1 15.Inhaltsverzeichnis 13 Harnsystem.2 16.4 Periphere Hormondrüsen. Funktionen der Niere 13.5 Physiologie der Niere Fragen zur Wiederholung 14 Geschlechtssystem (Genitalsystem) 14.1 Pankreashormone und Blutzuckerregulation 15.2 Hormone des Hypophysenvorderlappens 15.1 Innere weibliche Geschlechtsorgane 14.2 Weibliche Geschlechtsorgane 14.2 Harnleiter (Ureter) 13.1 Hormone des Hypothalamus und der Hypophyse 15.2.1 Niere (Ren.2. Nephron) 13.3 Oberflächen.4 Harnröhre (Urethra) 13.2 Regulationsfunktionen der Hormone Hormongruppen 15.3 Keimdrüsen.1. die durch die glandotropen Hormone gesteuert werden 15.1 Innere männliche Geschlechtsorgane 14.3 Fortpflanzung und Individualentwicklung des Menschen bis zur Geburt (Überblick) Fragen zur Wiederholung 15 Hormonsystem (Endokrines System) 15.3 Periphere Hormondrüsen.2 Nebennieren und ihre Hormone 15. die nicht durch die glandotropen Hormone gesteuert werden 15.3 Harnblase (Vesica urinaria) 13.1 Schilddrüse und die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) 15.und Gleichgewichtssinn 9 263 264 267 268 270 271 276 277 277 278 280 281 281 285 286 294 295 295 298 298 299 301 301 302 304 307 307 308 310 311 312 313 315 .2 Äußere weibliche Geschlechtsorgane 14.2 Hormonelle Regulation des Mineralhaushaltes (Überblick) Fragen zur Wiederholung 16 Sinnessystem 16.1.3.2.4.3.2.und Tiefensensibilität Chemische Sinne (Geschmack und Geruch) Hör.3.2 Äußere männliche Geschlechtsorgane 14.1 16.1 Männliche Geschlechtsorgane 14. Sexualhormone und Menstruationszyklus 15.4.

3.3 Physiologie des Sehens Fragen zur Wiederholung 17 Nervensystem 17.1 Lage und Form 17.8 Netzsubstanz (Formatio reticularis) und aufsteigendes retikuläres aktivierendes System (ARAS) 17.4.Inhaltsverzeichnis 10 16.6 Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) 17.1 Gleichgewichtssinn 16.9.3.3.3.2.3.1 Bau des Auges 16.8 Leitungsbahnen des ZNS 17.1 Sensible aufsteigende Leitungsbahnen 17.4.11 Vegetatives Nervensystem (VNS) 17.5 Schutzeinrichtungen des ZNS 17.9.7 Blutversorgung des Gehirns 17.2 Motorische absteigende Leitungsbahnen 17.2.1 17. Form.9 Peripheres Nervensystem (PNS) 17.3.4.2 Gliederung Rückenmark (Medulla spinalis) 17.10 Reflexe 17. animales Nervensystem und Hormonsystem 17.3 Zwischenhirn (Diencephalon) 17.3 Physiologie des Hörens 16.3.7 Verlängertes Mark (Medulla oblongata) 17.13 Wachsein und Schlafen Fragen zur Wiederholung ➥ Stichwortverzeichnis 316 318 319 321 321 323 326 330 331 331 332 333 333 335 335 335 335 341 342 343 343 344 344 345 345 346 348 349 349 350 352 353 357 361 364 371 372 375 377 .2.3 Gehirn (Encephalon) 17.4 Hirnkammern (Ventriculi encephali) 17.2 Endhirn (Telencephalon) 17.1 Hirnnerven 17.12 Zusammenwirken der Koordinationssysteme VNS.3.4 Gesichtssinn 16.2 Schutz.3 Rückenmarksegmente 17. Lage.3.und Bewegungsapparat des Auges 16. spinales) 17.1 Masse.3.2 Gehörsinn 16. Gliederung 17.5 Brücke (Pons) 17.2 Innerer Bau 17.8.8.2 Rückenmarksnerven (Nn.3.4 Mittelhirn (Mesencephalon) 17.6 Kleinhirn (Cerebellum) 17.

Ohne die Kenntnisse der Anatomische und physiologische Kenntnisse sind die erste Voraussetzung für alle Pflege. um pathologische (krankhafte) Veränderungen festzustellen.und Gesundheitsfachberufe. Kopf (Caput) Hals (Collum) Rumpf (Truncus) obere Extremität (Membrum superius) Bauch (Abdomen) Becken (Pelvis) untere Extremität (Membrum inferius) Körperbau von Mann und Frau. 1.1 Inhalt und Aufgaben der Anatomie und Physiologie Anatomie und Physiologie ist keine Diagnose (Krankheitsbestimmung) und ohne Diagnose keine Therapie (Heilverfahren) möglich.1 .11 1 Der menschliche Körper 1. Die genaue Kenntnis des gesunden menschlichen Körpers ist eine unabdingbare Voraussetzung. Abb.

dem Brustkorb und dem Beckengürtel besteht. Dies sind – die spärliche Körperbehaarung. Unterschiede zwischen weiblichem und männlichem Körper. – Hals (Collum). dafür treten die oberflächlichen Muskeln deutlicher hervor Kopf kleiner. Unterschiede Körper der Frau Körper des Mannes Körpergröße kleiner größer Knochen und Muskeln schwächer stärker Körperform abgerundet wegen des stärker ausgebildeten Unterhautfettgewebes (besonders an Brust. – der aufrechte Gang. welche zwischen Brusthöhle und Kopf seitlich verlaufen. schmaler breiter und kantiger Brustkorb enger. von denen er sich allerdings in einigen Merkmalen deutlich unterscheidet. welches solche herausragenden Leistungen wie das Denken und Sprechen ermöglicht.und Atmungstraktes befinden. Gliederung des menschlichen Körpers Der menschliche Körper gliedert sich in – Kopf (Caput). • Unterschenkel (Crus) und • Fuß (Pes). – untere Extremität (Membrum inferius).1). 1. Schildknorpel (Adamsapfel) kaum vorgewölbt dicker. – der Gebrauch der Hände und – das stark entwickelte Endhirn (Großhirn). • Unterarm (Antebrachium) und • Hand (Manus).1 röhre (vorn). Er enthält als Verbindungsteil zwischen Kopf und Rumpf: • den Kehlkopf und den Anfangsteil der LuftTab. in dem sich das Gehirn. die durch den Schultergürtel mit dem Rumpf beweglich verbunden ist und sich untergliedert in • Oberarm (Brachium). • den Anfangsteil der Speiseröhre (hinter der Luftröhre und vor der Halswirbelsäule) sowie • Blutgefäße und Nerven. Kiefer und Kaumuskeln schwächer größer. An erster Stelle wenden wir uns zunächst der äußeren Körpergestalt zu (✑ Abb. die durch den Beckengürtel mit dem Rumpf beweglich verbunden ist und sich unterteilt in • Oberschenkel (Femur). Bartwuchs Schambehaarung obere Grenze horizontal spitzförmig zum Nabel laufend . die Bauchhöhle (Cavitas abdominalis) und der Beckenraum (Regio pelvis). Betrachten wir also unseren komplizierten und zugleich interessanten menschlichen Körper näher. Kehlkopf kleiner. Gesäß und Hüften) weniger abgerundet wegen des dünneren Unterhautfettgewebes. oberflächliche Muskeln sind deutlicher zu erkennen Behaarung schwächer stärker. wichtige Sinnesorgane sowie die Anfangsorgane des Verdauungs.1 12 Der menschliche Körper Der Mensch gehört als biologische Art zur Klasse der Säugetiere. in denen viele Organe geschützt untergebracht sind. In ihm eingebettet sind die Brusthöhle (Cavitas thoracis). leicht abfallend. – Rumpf (Truncus). stärkere Ausprägung von Oberund Unterkiefer und der Kaumuskulatur Hals zierlicher. zierlichere Fußgelenke länger. – obere Extremität (Membrum superius). Kehlkopf größer. rundlicher. länger Rumpf länger kürzer Becken breiter schmaler Beine kürzer. kürzer weiter. deutlich hervortretender Adamsapfel Schultern stärker abgerundet. der aus der Wirbelsäule. 1.

Die Brustwirbelsäule des Neugeborenen ist nur leicht nach vorn gekrümmt. Das diskontinuierliche Wachstum des menschlichen Körpers zeigt sich sowohl im 1/4 1/4 . • Konstitution.2). • Verhaltenseigenschaften. beim Erwachsenen die Symphyse (Schambeinfuge) etwa in der Körpermitte. Aufgrund der unterschiedlichen biologischen Funktionen treten deutliche Unterschiede zwischen weiblichem und männlichem Körper zutage.2 .1.und Haartyp.und Lippenform. m. Erst mit dem Laufenlernen und dem damit verbundenen aufrechten Gang bilden sich beim Kind die typischen Krümmungen heraus (✑ S. a. was bei einem Vergleich zwischen Neugeborenem. Der Rumpf ist im Vergleich zu den Extremitäten beim Neugeborenen wesentlich größer.1 Inhalt und Aufgaben der Anatomie und Physiologie Unterschiede von Mensch zu Mensch Bereits im Kindesalter erkennen wir. Kap. die ihn deutlich von allen anderen Menschen unterscheiden (Ausnahme eineiige Zwillinge). P Die ❑ geschlechtsspezifischen Unterschiede sind genetisch festgelegt und werden maßgeblich durch die Wirkung verschiedener Hormone (auch durch künstliche Hormongaben) beeinflusst. die in der Tabelle 1. Dazu gehören z. 5. • Nasen. Während beim Neugeborenen die Kopflänge 1/4 der Körperlänge ausmacht. 13 Veränderungen der Körpergestalt und Körperproportionen Nach der Geburt erfolgt das Wachstum des Menschen diskontinuierlich und proportional verschieden.1 gegenübergestellt sind. • Muskelkraft. Sehr gut erkennt man diese Proportionsveränderungen am Kopf. 6jährigem Kind und Erwachsenen deutlich zu erkennen ist (✑ Abb. Hals und Beine dagegen kurz. 1. Beim Neugeborenen liegt der Nabel. dass jeder Mensch eine Reihe äußerer Merkmale besitzt. sind es beim Erwachsenen nur noch 1/8. 1. • Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und v.3).. Abb. der gesamten Körpergröße 1/4 1/4 Neugeborenes 6-jähriger Erwachsener Veränderungen der Proportionen durch Wachstum. • Körpergröße. Beim Neugeborenen sind Kopf und Rumpf relativ groß. • Hautleistenmuster. B.. 104. • Körpermasse. • Haut.

der Form und dem Bau der Organe und Gewebe. Im 5. 2. 3. Gestaltenwandel vollzieht sich während der Pubertät und führt zu den endgültigen Körperproportionen des Erwachsenen. 4. Das Ziel der Physiologie besteht darin. Sie ist ein Teilgebiet der Biologie und bedient sich naturwissenschaftlicher Forschungsmethoden. Auf diese Weise wird eine Vereinfachung und bessere Übersicht des menschlichen Körpers erreicht. Im vorliegenden Lehrbuch werden im Kapitel „Grundlagen“ notwendige physiologische Kenntnisse und Gesetzmäßigkeiten aufgezeigt. Merke Biologie ist die Lehre von den Lebewesen. In dieser Phase werden auch die Geschlechtsorgane funktionstüchtig. • Harnsystem. Embryologie (Lehre von der Embryonalentwicklung): Dieses Teilgebiet befasst sich mit der Entwicklung des Menschen von der befruchteten Eizelle bis zur Geburt. Anatomie die von der Lage. • Atmungssystem. Merke Anatomie und Physiologie bilden eine Einheit. Vergrößerung des Kauapparates. . seinen Zellen. Diese Körperformveränderungen werden als 1. Geweben und Organen des menschlichen Körpers einschließlich ihrer Funktionen. So ist im 1. • Stütz. bis 7. Die mikroskopische Anatomie umfaßt die Histologie (Gewebelehre) und die Zytologie (Zellenlehre). Abnahme des Unterhautfettgewebes und Abflachung des Rumpfquerschnittes in den typischen Schulkindtyp.und das Nervensystem sowie durch Umweltfaktoren wie Ernährung u. • Geschlechtssystem. Gestaltenwandel bezeichnet. In den weiteren Kapiteln werden die anatomischen und physiologischen Sachverhalte der einzelnen Organe anschaulich dargestellt. die gleichermaßen für alle Organsysteme gelten. Topographische Anatomie: Sie beschäftigt sich mit der Lagebeschreibung der Organe. Umgekehrt lassen sich Funktionen erst richtig erklären. Der 2.a. Inhalte des Lehrgebietes Biologie. Lebensjahr sowie während der Pubertät ein verstärktes Längenwachstum. Systematische Anatomie: Sie bietet eine Einteilung nach gleichen Funktionen. • Kreislaufsystem.14 1 Der menschliche Körper Längen. die nur mit Lupe und Mikroskop wahrzunehmen sind. Mit den Funktionen und Leistungen des menschlichen Körpers. bis 7. • Nervensystem. die mit bloßem Auge wahrzunehmen sind. • Hormonsystem. wenn Bau und Form bekannt sind. Das Lehrbuch orientiert sich deshalb an der systematischen Anatomie und behandelt folgende Organsysteme: • Hautsystem (Häute und Drüsen). • Verdauungssystem. Makroskopische Anatomie: Das ist die Lehre der Körperstrukturen. Die Regulation des Wachstums erfolgt durch das Erbgut. die ursächlichen (kausalen) Zusammenhänge der Lebensvorgänge zu ergründen.als auch im Breitenwachstum. Anatomie und Physiologie Im Mittelpunkt des Lehrgebietes steht die Betrachtung des Baus von Zellen. dazwischen und nach der Pubertät ein erhöhtes Breitenwachstum zu beobachten. Geweben und Organen befasst sich die Physiologie.und Bewegungssystem. 5. und 5. • Sinnessystem. Mikroskopische Anatomie: Sie befasst sich mit den Körperstrukturen. Der Bau und die Form einer anatomischen Struktur werden erst verständlich durch die Kenntnis ihrer Funktion. Lebensjahr verändert sich der füllige Kleinkindtyp durch stärkeres Wachstum der Gliedmaßen. das Hormon. und es kommt zur Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale. Gliederung der Anatomie 1.

) Längsachse (Longitudinal. Entsprechend den 3 Raumdimensionen werden jeweils 3 Gruppen von Hauptachsen und -ebenen unterschieden. 3. Jede Querachse steht senkrecht auf einer Längsachse. 1.zur Körpervorderfläche bzw.oder Transversalebenen Die Ebenen gliedern den Körper immer in einen oberen und unteren Abschnitt.3 2.) Medianebene (Sonderfall unter den Sagittalebenen) Die Medianebene liegt genau in der Mitte des Körpers und teilt ihn in eine rechte und eine linke Hälfte.) Horizontal.) Querachse (Horizontal. 4. Es gibt also nur eine Medianebene. Körperebenen. seine Organe legen. Um dies möglichst exakt vornehmen zu können.oder Transversalebene Pfeilachse Medianebene Hauptebenen Körperebenen sind gedachte Schnittflächen durch den Körper in den 3 Dimensionen des Raumes. die sich spiegelbildlich annähernd gleich sind. 1. Durch sie ist der Körper von medial nach lateral in viele „Längsscheiben“ teilbar. also von der Körperhinter.oder Vertikalachse) Die Längsachsen verlaufen zwischen cranial und caudal.und Querachsen.) Pfeilachse (Sagittalachse) Die Pfeilachsen verlaufen zwischen ventral und dorsal. Orientierung am Körper 1. Hauptachsen 1. 3.2. umgekehrt. . also von links nach rechts bzw.) Sagittalebenen Die Sagittalebenen liegen parallel rechts und links zur Medianebene.2 Orientierung am Körper Sowohl in der Anatomie als auch in der Medizin ist die Lagebeschreibung anatomischer Strukturen von großer Bedeutung. 2. Abb.1. 15 Längsachse Frontalebene Querachse Horizontal. also bei aufrechtem Stand senkrecht zur Standfläche.) Frontalebenen Die Frontalebene zerlegt den Körper jeweils in einen vorderen und hinteren Abschnitt. umgekehrt. Man kann beliebig viele Achsen und Ebenen durch den menschlichen Körper bzw. Die Pfeilachsen stehen senkrecht zu den Längs.oder Transversalachse) Die Querachsen verlaufen zwischen lateral und lateral. verwendet man Körperachsen und Körperebenen sowie eine Reihe von Richtungsbezeichnungen.

1.und Richtungsbezeichnungen auf einen Blick Allgemein anterior caudal cranial dexter dorsal externus inferior internus lateral longitudinal medial median – – – – – – – – – – – – posterior profundus sinister superficialis superior transversal ventral – – – – – – – vorne steißbeinwärts gelegen kopfwärts gelegen rechts rückenwärts gelegen außenliegend weiter unten innenliegend seitlich längs verlaufend zur Mittelebene hin in der Medianebene bzw. Die wichtigsten sind in der Tabelle „Lage. In gleicher Weise verwendet man statt ventral anterior (= vorn) und statt dorsal posterior (= hinten). Medianebene Sagittalebenen lateral medial Horizontaloder Transversalebene proximal distal Abb.und Horizontalebenen. Frontal. aber nur eine Medianebene (Körpermittelebene). Richtungsbezeichnungen. dass für cranial häufig superior (= oben) und für caudal inferior (= unten) benutzt wird.4 Merke ventral dorsal cranial caudal Richtungsbezeichnungen Die Richtungsbezeichnungen dienen ebenfalls der besseren Orientierung am Körper. Die Medianebene ist ebenfalls eine Sagittalebene. Lage. Hinzuzufügen ist noch. Mittellinie gelegen weiter hinten tief gelegen links oberflächlich gelegen weiter oben quer verlaufend bauchwärts gelegen Den Schädel betreffend basal – in Richtung Schädelbasis occipital – in Richtung Hinterhaupt frontal – in Richtung Stirn Die Extremitäten betreffend proximal – rumpfwärts distal – vom Rumpf weg Arm: radial – auf der Speichenseite gelegen (daumenwärts) ulnar – auf der Ellenseite gelegen (kleinfingerwärts) Hand: palmar – hohlhandwärts gelegen dorsal – handrückenwärts gelegen Bein: tibial – auf der Schienbeinseite gelegen fibular – auf der Wadenbeinseite gelegen Fuß: plantar – fußsohlenwärts gelegen dorsal – fußrückenwärts gelegen .1 16 Der menschliche Körper Frontalebenen Es gibt unendlich viele Sagittal-.und Richtungsbezeichnungen auf einen Blick“ verdeutlicht.

Die Glucose wiederum dient der Pflanze zusammen mit einigen anorganischen Stoffen.und Funktionsstoffe Der Mensch ist ein Teil der belebten Natur.1 Bau. 2. Diese Eigenschaft ist eine wichtige Voraussetzung für die Regulation der Körpertemperatur. 2. vollziehen sich durch Wechselwirkung mit ihrer unmittelbaren Umgebung die für das Leben notwendigen Funktionsabläufe. . Duftstoffe).1. Für jedes Lebewesen sind die aus der Umwelt aufgenommenen Stoffe körperfremd. Insbesondere gilt dies für Flüssigkeits. sowie 2. Seite 18). Merke Die Photosynthese ist der wichtigste Assimilationsprozess auf der Erde. Kohlenhydrate) und anorganischen Stoffen (Salze. Das Wasser ist ein polarisiertes Molekül. im Prozess der Photosynthese die anorganischen energiearmen Stoffe CO2 und H2O mithilfe ihres Chlorophylls und unter Nutzung der Lichtenergie in den energiereichen organischen Stoff Glucose (Traubenzucker) umzuwandeln (= autotrophe Assimilation). 2. B.1. Besonders wichtig sind: 1.1 Wasser Der erwachsene Mensch besteht zu 60 % aus Wasser.und Elektrolytverschiebungen eine wichtige Rolle. Heterotrophe Assimilation Alle Lebewesen ohne Chlorophyll. Dieser Dipolcharakter des Wassers ermöglicht es außerdem. die letztendlich immer von chlorophyllhaltigen Zellen stammen. die ständige Aufnahme und Abgabe von Informationen. Aufgrund seiner inneren Struktur kann es viel Wärme aufnehmen und transportieren. als Ausgangsstoff für die Synthese der verschiedensten Pflanzeninhaltsstoffe (z. die ständige Aufnahme und Abgabe von Stoffen und Energie. Schwefel (S) und Phospor (P). Fette. dass sich Wasser an andere elektrisch geladene Teilchen (Ionen) anlagern kann. Außerdem produziert sie den gesamten molekularen Sauerstoff auf der Erde. weil durch sie sowohl die stoffliche als auch die energetische Grundlage für alle heterotrophen Organismen geschaffen werden. Die physikochemimischen Eigenschaften dieser Substanzen bestimmen ihre biologischen Funktionen in der Zelle. der Zelle.und Stoffbewegungen zwischen intrazellulärer Flüssigkeit (IZF = Flüssigkeit in den Zellen) und extrazellulärer Flüssigkeit (EZF = Flüssigkeit außerhalb der Zellen in den Zellzwischenräumen). z. Bau. Farbstoffe. Stickstoff (N). Vitamine. Die Hydratation spielt für Wasser. also auch der Mensch. das als Dipol auf einer Seite positiv. auf der anderen Molekülseite negativ geladen ist. Der Vorgang der Wasseranlagerung wird als Hydratation bezeichnet (✑ Abb.17 2 Grundlagen. nehmen organische energiereiche Stoffe auf. Wasser). Wasser kommt in Molekülverbänden vor. Im Folgenden beschäftigen wir uns mit allgemeinen Grundlagen der Lebensvorgänge. und wandeln diese in körpereigene Stoffe um (Stoffwechsel). Eiweiße. Fette. B. Ohne Wasser gibt es kein Leben. Diese Polarisierung ermöglicht es.und Funktionsstoffe des menschlichen Körpers und ihre biologische Bedeutung Alle Zellen bestehen aus organischen Stoffen (Eiweiße. In den Zellen werden sie in der Regel in körpereigene Stoffe umgewandelt (= Assimilation) oder unverändert ausgeschieden. dass Stoffe gelöst und mit der Flüssigkeit im Organismus transportiert werden können. In der kleinsten lebensfähigen Struktureinheit. Autotrophe Assimilation Die grünen Pflanzen sind als autotrophe Lebewesen in der Lage. Zwischen allen Lebewesen und der Umwelt bestehen lebensnotwendige Wechselwirkungen.

IZR EZR (mmol/l)1) (mmol/l) 10 145 155 4 Mineralstoffe Natrium (Na+) Kalium (K+) + 10-5 2. Alle übrigen Mineralstoffe kommen nur in sehr geringen Mengen vor und werden deshalb als Spurenelemente bezeichnet. 2. Muskelkontraktion. – der Temperaturregulation. Pufferung.1. wie die Tabelle 2. osmotische Regulation. 2.1 Die Mineralstoffe (Salze) liegen entweder dissoziiert (= Elektrolyte) oder in gebundener Form vor. Elektrolytkonzentrationen. Knochen. Blutgerinnung. Erregbarkeit. HCl-Produktion im Magen.1 zeigt. 2. Stoffwechselzwischen. Die Elektrolytkonzentrationen sind in der EZF und in der IZF unterschiedlich. Tab. Kupfer: Zentralatom vieler Enzyme.und Stoffwechselendprodukte. Glucose.und Zahnaufbau. – als Reaktionsmedium und Reaktionsteilnehmer für die chemischen Reaktionen in der Zelle.2 18 Grundlagen. Herztätigkeit. Aminosäuren.5 Magnesium (Mg2 ) Chlorid (Cl-) 15 1 8 102 Bicarbonat (HCO3-) 10 25 Calcium (Ca2 ) + hauptsächliche Funktion/ biologische Eigenschaften Grundvoraussetzung für die Erregbarkeit. – als Lösungsmittel und Transportmilieu für: Elektrolyte. 1) 1 mol = 6 x 1023 Teilchen . Spurenelemente (Bedeutung) Eisen: Zentralatom des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin).und Funktionsstoffe Wassermolekül positiver Ladungsschwerpunkt negativer Ladungsschwerpunkt Ionen mit Wasserhülle Abb.2 Mineralstoffe Merke Wasser dient aufgrund seiner chemischen und physikalischen Eigenschaften im Organismus – als Baustoff (ca. Hormone. Bestandteil zahlreicher Enzyme. Bau.1 Wassermolekül und Hydratation. osmotische Regulation. 60 % des menschlichen Körpers besteht aus Wasser).

2 .4 mmol/l führt deshalb zu Ausfallerscheinungen des zentralen Nervensystems (ZNS).und Zahnaufbau.3 Kohlenhydrate. Gespeichert wird es in der Muskulatur (= Muskelglykogen) und in der Leber (= Leberglykogen). a. Die dominierenden Ionen im IZR sind K+ und Eiweißionen.1. Bestandteil von Enzymen. Fette und Eiweiße Kohlenhydrate. Sie werden als Bau-. Glykogen kann bei Bedarf rasch in Glucose umgewandelt werden. Sie sind an allen energieabhängigen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Kobalt: Zentralatom des Vitamin B12. 2. Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H) bestehen.5 mmol/l einreguliert (= 0. die aus den Elementen Kohlenstoff (C). Ein Glucoseabfall im Blut unter 3. Fette und Eiweiße sind energiereiche organische Stoffe. Außerdem sind sie Bausteine für viele biologisch wichtige Verbindungen (✑ Tab. P Vor ❑ allem Erythrozyten und Nervenzellen sind bei der Deckung ihres Eigenbedarfes auf Glucose angewiesen.2). Mangan: Bindegewebs. 100 g angegeben und ist sehr beweglich. Der eigentliche Energieträger ist die Glucose (Traubenzucker). Der Muskelglykogenvorrat ist relativ stabil und beträgt ca. Merke In allen Körperflüssigkeiten liegen charakteristische Elektrolytkonzentrationen vor.1 Bau. 2.und Skelettentwicklung. 2. Kohlenhydrate Die Kohlenhydrate. ) wird der Glucosespiegel im Blut beim Gesunden zwischen 3.und Funktionsstoffe Zink: Bestandteil des Insulins und von Enzymen. im EZR Na+ und Cl-. Für diese Stoffe besteht ein Mindestbedarf.4 und 5. Glykogen ist die Speicherform der Kohlenhydrate im tierischen Organismus. Umgekehrt lässt sich Glucose sehr schnell in Glykogen umwandeln.6 bis 1 g pro Liter bzw. Betriebs. Bildung von Blutzellen. Durch regulierende Hormone (einerseits Insulin. Die Leberglykogenmenge wird mit ca. Baustein und Reaktionspartner Fruktose (Hexose) Reaktionspartner Ribose (Pentose) Baustein der RNA Desoxyribose (Pentose) Baustein der DNA Glykogen Energiespeicherung Polysaccharide 19 Tab.und Funktionsstoffe benötigt. Fluor: Knochen. 300 g. Übersicht über wichtige Kohlenhydrate und ihre biologische Bedeutung im menschlichen Körper. Die Mineralstoffe dienen dem Körper als Bausowie Regelstoffe und sind Bestandteile von Enzymen. Die Möglichkeit der raschen Umwandlung von Glucose in Glykogen und umgekehrt garantiert einen konstanten Blutzuckerspiegel. Iod: Bestandteil der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin und Thyroxin. Besonders gefährlich ist der hypoglykämische Schock. andererseits Glucagon u. sind die einzigen von den Zellen ständig benötigten und genutzten Energielieferanten. Merke Kohlenhydrate sind der Energielieferant Nummer eins.2. P Veränderungen ❑ der Mineralstoffkonzentrationen führen zu schweren Funktionsstörungen. Gruppe Vertreter Biologische Bedeutung Monosaccharide Glucose (Hexose) Energiespender. Im Blut gelöst wird Glucose als Blutzucker zu allen Zellen transportiert. als Messwert oft angegeben 60 bis 100 mg pro 100 ml Serum).

Cholesterol . – Körperfett dem Schutz vor mechanischen Belastungen.3. die vor allem in tierischen Fetten vorkommen. Außerdem werden Phosphatide beim Aufbau von Zellwänden und anderen Biomembranen benötigt. der sich an Wasser binden kann (hydrophiler Anteil). Triglyceride dienen im Organismus als – langfristige Energiespeicher und Reservedepot (Glykogen dagegen ist ein Kurzzeitspeicher). andere müssen zugeführt werden. Cholesterol kommt in freier (unveresterter Form) in den Zellen und in gebundener (veresterter Form) im Blutplasma vor.20 2 Grundlagen. und dadurch mit der Blutflüssigkeit transportiert werden. Merke Fette leisten vielfältige und nützliche Aufgaben. So können Stoffe. Bau. Steroidhormone P Ein ❑ erhöhter Cholesterolspiegel im Blut (Hypercholesterinämie) zählt neben Übergewicht zu den ernährungsbedingten Risikofaktoren für Arteriosklerose mit den möglichen Folgen eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles. 304). (✑ Hormonsystem. Alle Fettstoffe sind wasserunlöslich. haben aber statt einem der drei Fettsäurereste einen Phophorsäurerest gebunden. die sich nicht in Wasser lösen. S. wie z. die zusätzlich Phospor (P) und andere Atome enthalten. 15. H) stellen eine heterogene Stoffgruppe dar. B. Die wichtigste Fettsäure für den Menschen ist die Linolsäure.und Funktionsstoffe Fette (Lipide) Fette (bestehend aus den Atomen C. – Phosphatide als zusammengesetzte Lipide. in allen Zellen und wird ebenfalls für den Aufbau der Biomembranen benötigt. Dabei kann es sich um gesättigte Fettsäuren (FS) handeln. Deshalb sind diese für die Ernährung wertvoller als tierische Fette. Cholesterol (oft noch als Cholesterin bezeichnet) befindet sich.: • Energiespeicherung Triglyceride • Schutz vor Auskühlung • mechanischen Schutz und dienen als • Bausteine der Biomembranen Phosphatide. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren werden besonders für den Aufbau von Biomembranen benötigt. durch Bindung an Phosphatide wasserlöslich. Triglyceride sind Verbindungen (Ester) von Glycerol mit drei gleichen oder verschiedenen Fettsäuren (daher Triester). Sie ist Ausgangsstoff für die Synthese weiterer Fettsäuren. Für unsere Betrachtung kommen infrage: – Triglyceride als einfache Lipide. die bei Mangel von Linolsäure ebenfalls essentiell werden. Kap. Ungesättigte Fettsäuren sind ernährungsphysiologisch günstiger. O. Außerdem ist es Ausgangsstoff für die Steroidhormone und Gallensäuren. – Fettschicht unter der Haut der Isolation und der Temperaturregelung des Körpers. l basischer Bestandteil) lipophiler Anteil hydrophiler Anteil Phosphatide gleichen im Aufbau den Triglyceriden. wie die Phosphatide. Fettbildung G + FS l y c e + FS r o l + FS G l y c e r o l R e s t Fettsäure-Rest + H2O Fettsäure-Rest + H2O Fettsäure-Rest + H2O Einige Fettsäuren kann der Körper selbst synthetisieren. die überwiegend Bestandteil pflanzlicher Fette sind.3. – Cholesterol (= Cholesterin) als wichtigstes Sterin des höheren tierischen Organismus und – Steroidhormone. oder um ungesättigte Fettsäuren mit einer oder mehreren Doppelbindungen. Fettsäure-Rest G l R y c e Fettsäure-Rest e r s o t Phoshorsäure-Rest (organischer. P Ungesättigte ❑ Fettsäuren sind besonders in pflanzlichen Fetten enthalten.

Die Fähigkeit. Es entsteht ein Anion. Leuzin. und zwar: – in neutraler Lösung (pH 7): Zwitterionen. Tab. – Polypeptide: ab 4 Aminosäuren. Valin.2.4 Zwitterion Das H+ der Carboxylgruppe wandert zur Aminogruppe R .1 Bau. 2.und Funktionsstoffe Eiweiße (Proteine) Eiweiße. 2. die neben den Atomen C.COONH3+ Kation R . Eiweißbildung Aminosäuren verknüpfen sich zu Peptiden bzw. Aminosäuren sind Stoffe. – saure Aminosäuren (Asparaginsäure. Methionin. Tab. OH.3 Allgemeine Formel der Aminosäuren. Threonin. Glutaminsäure). die im Molekül Aminogruppen (-NH2) und Carboxylgruppen (-COOH) enthalten. Sie stellen den Hauptanteil der organischen Substanz des Menschen dar. H R C COOH NH2 21 Je nach Anzahl der Amino. . Aminosäuren als Bausteine der Eiweiße Die Grundbausteine der Eiweiße sind 20 verschiedene Aminosäuren. Protonenübergang Anion R . Lysin. Eiweiße sind Riesenmoleküle. Isoleucin).COOH NH3+ Bei H+-Überschuss in saurer Lösung nimmt die Carboxylgruppe ein H+ auf.. trägt zur Konstanthaltung des pH-Wertes der Körperflüssigkeiten bei (✑ auch Pufferung. – in saurer Lösung (pH < 7): Kationen. Merke (= saure Funktion) Ab einer Kettenlänge von ca. Phenylalanin. d. – in basischer Lösung (pH > 7): Anionen.zu H2O. (= basische Funktion) Verhalten von Aminosäuren in Lösungen mit unterschiedlichen pH-Werten. – basische Aminosäuren (Lysin. überschüssige H+ bzw.und Carboxylgruppen im Molekül unterscheiden wir: – neutrale Aminosäuren (Alanin. von denen Isoleuzin.CH . sodass sich auch jedes Individuum in der Gesamtheit seiner Eiweiße von den übrigen unterscheidet. Tryptophan und Valin essentiell (unentbehrlich) sind. Eiweißen. Jeder Zelltyp besteht aus spezifischen Eiweißen. sind die kompliziertesten Verbindungen der Lebewesen. – Tripeptide: 3 Aminosäuren. S. O und H noch Stickstoff (N) und häufig Schwefel (S) und Phosphor (P) enthalten. Je nach Anzahl der miteinander verbundenen Aminosäuren unterscheidet man: – Dipeptide: 2 Aminosäuren. 30). 100 Aminosäuren spricht man von Eiweißen (Proteinen). Methionin. Es entsteht ein Kation.chemisch zu binden. Threonin.CH . Arginin).CH .COO- NH2 Bei OH--Überschuss in basischer Lösung verbindet sich das H+ der Aminogruppe mit dem OH. h. Leucin. diese Aminosäuren können vom menschlichen Organismus nicht synthetisiert werden. Aminosäuren bilden Ionen.

Leber u. die für ihre biologische Aktivität bedeutungsvoll sind. lange Peptidketten.2 Zellen und ihr umgebendes Milieu Zellen sind die Grundbausteine des menschlichen Organismus. Epithelzellen. Binde. z.2 22 Tab. Knochen. Auge. Knorpel. die aus verschiedenen Geweben bestehen und eine funktionelle Einheit bilden. Tertiärstruktur: knäuelartige Aufwindung der Sekundärstruktur durch intramolekulare Wechselwirkungen. Man unterscheidet vier Stufen: Primärstruktur: Genetisch festgelegte Aufeinanderfolge (= Sequenz) der Aminosäuren. Kollagen) in Haut. Knochenzellen. • Abwehr durch Antikörperbildung. B. Bau. vor – Glykoproteine (Schleimstoffe) (Protein + Kohlenhydrat) – Lipoproteine (Protein + Fett) – Nucleoproteine (Protein + Nucleinsäure) – Phosphoproteine (Protein + Phosphorsäure) allem in Muskelzellen bzw. • Stofftransport durch Transportproteine. -fasern. 2. B. • Stoffwechselsteuerung als Enzyme und Hormone. • Festigung und Schutz durch Strukturproteine (z. B. Die Eiweiße kommen bei Pflanzen und Tieren vor und sind für die Struktur und für die Funktion des menschlichen Organismus von großer Bedeutung. In Anpassung an bestimmte Funktionen haben sich vielfältige Zellformen herausgebildet. Niere. Fettzellen etc. Organe sind Teile des Körpers. • Blutstillung durch die Gerinnungsfaktoren.und Gewebsstrukturen. für die es eine gigantische Fülle von Möglichkeiten gibt. z. Eigenschaften und Funktionen der Proteine liegen begründet in ihrer Strukturvielfalt und chemischen Reaktionsfreudigkeit.und Stützgewebe. B. Lunge. a.und Funktionsstoffe Einteilung der Eiweiße (Übersicht). • Pufferung in den Körperflüssigkeiten. . z. 2. Herz. Epithelgewebe. Sekundärstruktur: Spiralform (= Helixstruktur). Nervengewebe. • Bewegung durch kontraktile Eiweiße.5 Grundlagen. Die wichtigsten biologischen Funktionen sind: • Baustoff von Zell. Quartärstruktur: räumliche Anordnung mehrerer Tertiärstrukturen durch weitere intramolekulare Wechselwirkungen. 5 Millionen Blutzellen. Eiweiße einfache Eiweiße zusammengesetzte Eiweiße nur aus Aminosäuren aufgebaut enthalten neben den Aminosäuren noch andere Bestandteile Globuläre Eiweiße Gerüsteiweiße – Albumine – Globuline – Kollagene – Keratine Räumliche Struktur der Eiweiße Die Proteine liegen in verschiedenen Strukturen vor. Nervenzellen. Ein einziger Blutstropfen enthält ca. Muskelgewebe. Sehnen. Gewebe sind Zellverbände aus annähernd gleichartig differenzierten Zellen und der von ihnen abgegebenen und sie verbindenden Interzellularsubstanz.

. B. – Formwechsel (Wachstum und Entwicklung). glatte Muskelzellen. Beachte: Die Zellteilung wird im Abschnitt 2. B. Mitochondrium) Ganzheit Der Mensch Gewebe (z. 2. Organen und Organsystemen. Speiseröhre.5. Speicherung und Abgabe von Informationen). – Informationsaustausch (Aufnahme. und Organe schließen sich zu Organsystemen zusammen. B. B. die aus mehreren Organen bestehen und geordnet zusammenarbeiten. Lunge) Organsystem (z. Weiterleitung. – Stoff. unterschiedliche Gewebe bilden Organe.3 Seite 48 beschrieben.und Energiewechsel.2. Zellen sind im Prinzip identisch gebaut. Rachen. 2. Verarbeitung. Geweben. Das Verdauungssystem z. Sie variieren allerdings aufgrund unterschiedlicher Funktionen vor allem in ihrer Gestalt und ihren funktionellen Bestandteilen. B. Merke Der menschliche Organismus besteht aus Zellen. Abb.2. Atmungssystem) Viele gleichartige Zellen bilden durch Zusammenschluss Gewebe. Alle Organsysteme bilden den menschlichen Organismus. Bindegewebszellen) (z. besteht aus den Organen Mund. Magen und Darm. Organsysteme sind Funktionseinheiten.2 Zellen und ihr umgebendes Milieu 23 Zellen Zellorganelle (z. Endothelgewebe der Lungenbläschen) Organ (z. Diese sind: – Vermehrungsfähigkeit (Fortpflanzung).1 Bau und Funktion der Zelle Die Zellenlehre (Zytologie) beschreibt den grundsätzlichen Aufbau und die Leistungen der Zellen.und Funktionseinheit mit den Kennzeichen des Lebens. B.2 Die Zelle ist die kleinste selbständige Bau.

CI-. Ca2+. für Hormone und Antikörper. B. SO42-) sowie löslichen Kohlenhydraten und Nukleinsäuren. Die Beziehung der Flüssigkeitsräume zueinander ist in der Abb. Man unterscheidet diesbezüglich zwischen Transportproteinen und Kanaloder Tunnelproteinen. Glykoprotein Proteine Fettsäuren Cholesterol Zytoplasma Wichtige Membranfunktionen – Abgrenzung von Zellen und Kompartimenten als selektive Barriere – Erkennen von: • körpereigenen Zellen • pathogenen Keimen (Viren. sodass durch den Kanal gelöste Stoffe fließen können. • längste Zelle: Nervenzelle mit Fortsatz (1 m). . • kleinste Zellen: Lymphozyten (5 µm). Kompartimente (membranumhüllte Organellen) Als Kompartimente werden Reaktionsräume bezeichnet. Ionen (vor allem Na+.2 24 Grundlagen. Fettsäuresynthese – ✑ S. PO42-. Letztere durchdringen die gesamte Membran. Die Glykokalyx ist mit Rezeptormolekülen ausgestattet. B. 2.und Funktionsstoffe Menschliche Zellen • durchschnittliche Größe: 7. Im Cytosol finden wichtige Stoffwechselreaktionen statt (z. 2.4 zu sehen. die vom Zellplasma getrennt sind. K+. damit möglichst viele verschiedene Stoffwechselreaktionen gleichzeitig ablaufen können. den Zellinnenraum in eine Vielzahl von Reaktionsräumen aufzuteilen. Sie sind hauchdünn (wenige millionstel Millimeter) und bestehen aus einer Phospholipiddoppelschicht mit eingelagerten Membranproteinen. Zellkern. Grundplasma (Cytosol) Das Zellplasma ist ein kolloidales System mit wechselnder Viskosität (= Zähigkeit) und besteht hauptsächlich aus Wasser. Bau. B. menschlicher Zellen Zellmembran Zellplasma (Plasmalemm) (Zytoplasma) Grundplasma Zellorganellen • Zellkern (Nucleus) • Mitochondrien • endoplasmatisches Retikulum • Ribosomen • Golgi-Apparat • Lysosomen • Microbodies • Zytoskelett • Zentralkörperchen (Cytosol) Zellmembran (d = 9 nm = 910 = 9 m) Alle Membranen der Zelle sind im Prinzip gleichartig gebaut. Eiweißen. Mitochondrien). Weitere Membransysteme bilden das endoplasmatische Retikulum und den Golgi-Apparat.und -innenseite) und einem hydrophoben (wasserabweisenden) Anteil (Membranmitte).3 Elementarmembran mit Glykokalyx. Grundbausteine tierischer bzw. Bakterien) • Botenstoffen durch Rezeptoren • Molekülen für deren Aufnahme Abb. die von Membransystemen umschlossen werden. und hält die Zellen zusammen. Jede Phospholipidschicht besteht wiederum aus einem hydrophilen (wasserlöslichen) Anteil (Membranaußen. EZR) unterschieden. 40/41). z. Intrazellulär sind es die Zellorganellen (z. Die Membranproteine spielen eine wichtige Rolle für den Transport hydrophiler Stoffe durch die Biomembranen.5 µm. Glykolyse. Die meisten Zellmembranen besitzen an ihrer Außenseite spezifische Kohlenhydratketten. Extrazellulär werden der intravasale Raum (in den Blutgefäßen) und das Interstitium (die Räume zwischen den Zellen. Sinn dieser Membransysteme ist.und Informationsaustausch. • größte Zelle: Eizelle (150 µm). welche in ihrer Gesamtheit als Glykokalyx bezeichnet werden. Außerdem dient es dem Stoff.

4 . Abb.2.2 Zellen und ihr umgebendes Milieu Atmungssystem Verdauungssystem Harnsystem 25 Haut Schweißdrüse Blutgefäß intravasaler Raum extrazellulärer Raum (EZR) interstitieller Raum intrazellulärer Raum (IZR) Zellmembran hohe Durchlässigkeit für Wasser. geringe für Ionen Kapillarmembran – hohe Durchlässigkeit für Wasser und Ionen Darstellung der Kompartiments-Beziehungen. 2.

B. Bau. Membranproteine. des Zitronensäurezyklus und des Fettabbaus. z. Übertragung der Erbinformation bei der Zellteilung. mit Verdauungsenzymen.1 – 1 µm – variabel Vesikel (= Bläschen) meist vom Golgi-Apparat stammend. Glykoproteine. das Kernkörperchen und das Kernplasma. B. röhren. Chromatin und Kernkörperchen bestehen hauptsächlich aus Nukleinsäure (95 % DNS. ohne Ribosomen. innere eingestülpt).5 µm („Müll-Recycling-Anlage“ der Zelle) Rundliche membranbegrenzte Zellorganellen. Aufgabe: Synthese der verschiedenen Proteine (z. Aufgabe: Bildung der Lipide und Steroidhormone. . Im Inneren befinden sich das Chromatin. Entgiftung von Medikamenten in Leberzellen). die aus ca. Entgiftungsfunktion. Hauptaufgaben: Speicherung der Erbinformation und ihre Weitergabe an die Orte der Eiweißsynthese während des Zellwachstums und der Zellentwicklung. Mitochondrien – d: 0.und Funktionsstoffe Zellorganellen und ihre Aufgaben Zellkern (Nucleus) – d: 3 – 10 µm („Kommandozentrale“ der Zelle) Wird von einer Doppelmembran abgegrenzt. Entgiftungsfunktion (z. von zwei Membranen begrenzt (äußere Membran glatt. das bei bestimmten Stoffwechselreaktionen entstehende giftige Wasserstoffperoxid (H2O2) in Wasser (H2O) und Sauerstoff (O2) gespalten. der Glykoproteine zur ständigen Erneuerung der Glykokalyx. Aufgabe: Mithilfe der Katalase wird z. Golgi-Apparat – netzförmig oder Knäuel („Verschiebebahnhof“ der Zelle) Membranumgrenzte flache Hohlräume (ein Zwischenstapel oder Membranfeld heißt Dictyosom). Granuläres (raues) endoplasmatisches Retikulum Dreidimensionales. Membranen sind mit Ribosomen besetzt. die durch Abschnürung vom endoplasmatischen Retikulum entstehen. B.5 – 1. l = 1 – 5 µm („Kraftwerke“ der Zelle) Lang gestreckte Zellorganellen. 5 % RNS) und Eiweißen. Aufgabe: Energiebereitstellung durch Oxidation.26 2 Grundlagen. Aufgabe: Eiweißsynthese.und bläschenförmiges Hohlraumsystem. Aufgabe: Beteiligung an der Synthese aller sekretorischen Produkte einer Zelle. Enthalten Enzyme der Atmungskette. Agranuläres (glattes) endoplasmatisches Retikulum Meist schlauchförmig und oft mit Golgi-Apparat verbunden. Aufgabe: Intrazellulärer Abbau (Verdauung) organischer Substanzen sowohl aus der Zelle als auch von außen. das Kernplasma vorwiegend aus Wasser und Eiweißen. dadurch mehrfache „Kammerbildung“ (Kompartimentierung) und Oberflächenvergrößerung. 40 % RNA und 60 % Proteinen bestehen. enthalten verschiedene oxydative Enzyme. B. Ribosomen – d: 18 – 20 nm Kleinste kugelförmige Partikel. Lysosomen – d: 0. Abbau von Nährstoffen. liegen entweder einzeln im Plasma oder am granulären endoplasmatischen Retikulum.5 – 1 µm. Proteine für den Aufbau der Lysosomen). Microbodies (Peroxisomen) – d: 0.

Abb. B. B. welche dann als Fibrillen bezeichnet werden (z. Sie befinden sich z. Zentralkörperchen (Zentriol) – l: 400 nm. Myofibrillen in Muskelzellen. Man unterscheidet: • Mikrofilamente. Aufgaben: Stabilisierung von Form und Festigkeit der Zellen. Chromatiden.5 . Transport von Zellbestandteilen (z. B. Chromosomen bzw. die aus den fadenförmigen Eiweißen Aktin und Myosin bestehen und sich meist in Bündeln zusammenlagern. Tonofibrillen in Epithelzellen). Zellkern (Nucleus) Mitochondrien Agranuläres (glattes) endoplasmatisches Retikulum Ribosomen Lysosomen Granuläres (raues) endoplasmatisches Retikulum mit Ribosomen Golgi-Apparat Microbodies Zytoskelett Zentralkörperchen Bestandteile einer Zelle. 2. Geißeln und Mikrovilli und bilden den Spindelapparat während der Zellteilung.2 Zellen und ihr umgebendes Milieu 27 Zytoskelett Die das Zytoskelett bildenden Strukturen sind für den Erhalt der Zellform und für die Stabilität der Zellen zuständig. Aufgabe: Die Zentriolen stehen funktionell in enger Beziehung zur geordneten Bewegung der Chromosomen bei der Zellteilung (Spindelapparat). • Mikrotubuli sind 25 nm dicke.2. in Zilien. röhrenförmige. vorwiegend aus dem Protein Tubulin bestehende Strukturen. Vesikel) und Widerlager bei Bewegungsabläufen. d: 150 nm Das Zentriol liegt in der Nähe des Zellkerns und besteht aus 9 Gruppierungen gleich langer Mikrotubuli. Neurofibrillen in Nervenzellen.

10 l). Wasserbedarf Der Wasserbedarf hängt von den Faktoren Alter.5 Liter. • der Einstellung des normalen osmotischen Druckes (Isotonie). Zellmembran) gilt nur für passive Transportvorgänge (✑ S. der Atmung und des Kreislaufes ebenfalls eine bedeutende Rolle. Blutvolumen) bezeichnet. Die Körperflüssigkeiten sind Lösungen und bestehen aus dem Lösungsmittel Wasser. . in dem eine Vielzahl an Stoffen enthalten ist. B. Merke Der Mindestwasserbedarf pro Tag beträgt 1 bis 1. die wie folgt auf die Flüssigkeitsräume aufgeteilt werden. muss das innere Milieu dauerhaft konstant gehalten werden.28 2 Grundlagen. 2. die Regulation des inneren Flüssigkeitsmilieus mit • der Einstellung des normalen Volumens (Isovolämie).2 Flüssigkeitsräume des Körpers und Körperflüssigkeiten Flüssigkeitsräume Als Flüssigkeitsräume bzw. 2. körperliche Belastung. • intravasaler Raum (= Raum in den Blut. 4 l). • der Einstellung des normalen Elektrolythaushaltes (Isoionie) und • der Einstellung des normalen pH-Wertes (Isohydrie). Merke Der Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) ist das wichtigste Integrationsorgan des inneren Milieus. 42 l Wasser. Extrazellulärer Raum mit extrazellulärer Flüssigkeit: ca. Die Abbildung 2. 2. 70 kg ergeben sich bei 60 % Wassergehalt ca.und Funktionsstoffe 2. die Nieren und die Lunge reguliert. 28 l.5 Liter betragen. Kompartimente werden hier die Volumenbereiche des Körpers (z. 2. l. Verteilung und Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten (inneres Flüssigkeitsmilieu) und die Temperatur wichtige Bestimmungsgrößen sind.und Lymphgefäßen) mit der Blutund Lymphflüssigkeit (ca. P Säuglinge ❑ haben wegen ihres gesteigerten Stoffwechselgeschehens und erhöhter Wasserausscheidung einen im Verhältnis höheren Wasserbedarf und trocknen leichter aus (Lebensgefahr!). Damit alle biologischen Reaktionen optimal ablaufen können.2. wobei Menge. Bilanzierung Wasserzufuhr • durch Getränke • durch feste Nahrung • Oxidationswasser Wasserausscheidung Harn – Niere Kot – Darm Atemluft – Lunge Schweiß – Haut = 2.5 l Die temperaturabhängige nicht wahrnehmbare Wasserabgabe durch Haut und Atmung wird als Perspiratio insensibilis bezeichnet. Bau.4 (Seite 25) zeigt die Beziehungen der Kompartimente untereinander und zur Umwelt.2. Bei einem Erwachsenen mit einer Körpermasse von ca. Dies wird als Homöostase bezeichnet. die Regulation der Körpertemperatur. 32). Die Regelung der Homöostase des inneren Milieus umfasst demnach: 1. Intrazellulärer Raum (= Gesamtheit der Zellinnenräume) mit intrazellulärer Flüssigkeit: ca. Die Permeabilität (= Durchlässigkeit) der Barrieren (= Kapillar-. Darüber hinaus spielt die Steuerung des Hormonhaushaltes. Die durchschnittliche Wasserzufuhr pro Tag sollte ca. Die Homöostase des inneren Milieus wird durch das Blut. Klima und Kochsalzzufuhr ab.5 l = 2.3 Das innere Milieu Das innere Milieu ist die unmittelbare Umgebung der Zellen. 14 l • interstitieller Raum (= Zwischenzellraum) mit der interstitiellen Flüssigkeit (ca.

a. weil in sauren. dann sind weniger OH–-Ionen vorhanden (10–10).4 Säure-Basen-Haushalt Für eine normale Stoffwechselfunktion müssen die Säure.01 0.0 7. Hauptsäurequelle ist der Energiestoffwechsel.2.und Elektrolytverluste bei extremem Schwitzen. lebensbedrohlich sein.0000001 0. Hier entsteht die flüchtige Kohlensäure. basisch Magensaft Urin destilliertes Wasser Blut Bauchspeichel Darmsaft Ammoniak 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 sauer können. Entscheidend für das Säure-Basen-Gleichgewicht ist die Einstellung einer festen Wasserstoffionenkonzentration (Isohydrie) mit einem pH-Wert von 7. – zu geringe Flüssigkeitszufuhr über längere Zeit. weil die Enzyme bestimmte.0 12. aber auch OH. im sauren Milieu pH 4 = 10–4). B. – Eiweißmangel bei Hunger oder Leberschäden.und extrazellulären Körperflüssigkeiten liegt im schwach alkalischen (basischen) Bereich.43 in der extrazellulären und 7.28 bis 7.0001 0.und Phosphorsäure.37 bis 7.00001 0.0 0.37 bis 7. Milch. H+.1 0. wurde der negative deka- [H+] in mol/l 1.anfallen.0000000001 0. Die Zahlenangabe von 0 bis 14 kommt zustande.000000001 0. Sind viele H+-Ionen enthalten (z.7 bis 8.0000000000001 0. – Einnahme bestimmter Medikamente.2.000001 0. insbesondere bei Säuglingen und älteren Menschen.0 8. z.000000000001 0. Schon eine geringfügige Änderung der Wasserstoffionenkonzentration ist lebensbedrohlich. – Störungen des Elektrolythaushaltes bei Nierenerkrankungen. Der Organismus hält den pH-Wert von allen Messgrößen am genauesten konstant. B.00000000001 0.0 7. neutral alkalisch (basisch) P Größere Abweichungen des inneren Milieus ❑ 29 pH-Wert < 7.0 Merke Der pH-Wert der intra.001 0.00000001 0. sodass ein fallender pH-Wert eine höhere Wasserstoffionenkonzentration bedeutet. Die Isohydrie ist notwendig. pH-Wert Der pH-Wert ist eine Zahl zur Kennzeichnung der Wasserstoffionenkonzentration [H+] in einer Lösung und somit der Stärke einer Säure oder Base. Darüber hinaus fallen nichtflüchtige Säuren an. immer 10-14 mol/l.00000000000001 pH-Wert = 100 = 10-1 = 10-2 = 10-3 = 10-4 = 10-5 = 10-6 = 10-7 = 10-8 = 10-9 = 10-10 = 10-11 = 10-12 = 10-13 = 10-14 Lösung sauer neutral alkalisch bzw. Die Isohydrie ist permanent Störungen ausgesetzt. Um eine praktikable Anwendung mit einer einfachen Zahl zu haben. Gründe.und Elektrolytzufuhr sorgen! dische Logarithmus gewählt. die zu solchen Veränderungen führen. Durchfällen oder Erbrechen.43 8.und Basenkonzentrationen in den Körperflüssigkeiten immer konstant gehalten werden. neutralen und basischen Lösungen das Produkt aus Wasserstoffionenkonzentration [H+] und Hydroxidionenkonzentration [OH–] konstant ist. B. oft sehr eng begrenzte pH-Werte für ihre Wirksamkeit benötigen. weil im Stoffwechselgeschehen ständig u. sind z.2 Zellen und ihr umgebendes Milieu 2.0 1.0 bis 9.29 in der intrazellulären Flüssigkeit.: – Wasser.0 = 7.5 4.0 > 7. . Wichtig: Bei Verlust größerer Flüssigkeitsmengen für ausreichende Flüssigkeits.

2. P Bei ❑ den Störungen des Säure-BasenHaushaltes unterscheidet man: – respiratorische und nicht respiratorische Azidose (= Säureüberschuss) sowie – respiratorische und nicht respiratorische Alkalose (= Basenüberschuss). OH.und Funktionsstoffe Für neutrale Lösungen = konstant bedeutet dies: [10-7] • [10-7] = 10-14 Regulation des Säure-Basen-Haushaltes Wie zuvor ausgeführt. dass die Konzentrationen beider Pufferkomponenten (H+ und HCO3-) durch das System Blut – Atmung – Niere weitestgehend unabhängig voneinander verändert werden können.2 30 [H+] • [OH-] Grundlagen. 3. z. die renale dagegen sehr langsam. Letzteres kann über die Lunge durch Intensivierung der Atmung abgegeben werden.(✑ Abb. z. Dieser Farbumschlag tritt im Reagenzglas II bereits nach wenigen Tropfen. Erklärung Im Blutplasma befinden sich Puffersysteme (Kohlensäure-Bicarbonat-System. Versuch zum Nachweis der Pufferwirkung des Blutplasmas Zu diesem Zweck werden zunächst zwei Reagenzgläser wie folgt gefüllt: Reagenzglas I: 5 ml frisches Blutplasma. Die Puffersubstanzen befinden sich in den Körperflüssigkeiten. Proteinpuffersysteme. Reagenzglas II: 5 ml destilliertes Wasser. bis ein Farbumschlag eintritt. Dies geschieht durch drei Vorgänge: – Pufferung. B. – respiratorische Regulation durch Abatmung von CO2 und – renale Regulation durch differenzierte Ausscheidung von H+ bzw. Kohlensäure-Bicarbonat-System. Phosphatpuffersysteme.6 Nun gibt man nacheinander in beide Reagenzgläser so viel Salzsäure. Pufferung Pufferung bedeutet. OH. im Reagenzglas I erst nach vielen Tropfen Salzsäure ein. Tab.chemisch gebunden und somit Schwankungen des pH-Wertes vermieden werden.6). Bau. Hämoglobin. muss der pH-Wert in sehr engen Grenzen konstant gehalten werden. 2. 2. Für die Konstanthaltung des pH-Wertes im menschlichen Organismus sorgen hauptsächlich drei Puffersysteme: 1. HCO3. die durch chemische Bindung der H+ zunächst den pH-Wert konstant halten. 2 bis 3 Tropfen Methylorange. Regulation des pH-Wertes.über die Nieren. Merke Die respiratorische Regulation des pHWertes erfolgt schnell. B. Die große Bedeutung des Kohlensäure-Bicarbonat-Puffersystems liegt darin. dass durch bestimmte Stoffe – Puffersubstanzen – überschüssige H+ bzw.-Überschuß H+ -Überschuß OH- H2O H+ H2CO3 HCO3- H+ + OH- H2O H2CO3 CO2 Lunge HCO3- Niere . Andererseits reguliert die Niere die Abgabe von H+ und HCO3. Plasmaeiweiße). 2 bis 3 Tropfen Methylorange. So zerfällt einerseits die bei H+-Überschuss vermehrt gebildete Kohlensäure in H2O und CO2. im Blutplasma.

Konvektion. Zum Beispiel: – Nährstoffe. zwischen den Zellen und aus den Zellen muss eine Vielzahl von Stoffen transportiert werden. 2. – Passive Transportformen (= Formen.6 lisierung verschiedene Transportformen. die Energie aus dem Stoffwechsel benötigen): Bläschentransport. innerhalb der Zellen.3 Arten des Stofftransports im Organismus In die Zellen. – Hormone. – Mineralstoffe.3 Arten des Stofftransports im Organismus 31 Nahrung und Stoffwechsel H+ OH. Eine wichtige Voraussetzung für den geordneten Stofftransport stellen die Biomembranen als Barrieren mit veränderlicher Permeabilität (Durchlässigkeit) dar. Der vielzellige Organismus nutzt zu dessen Rea- Abb. 2.+ CO2 CO2 HCO3CO2 Niere pH Wert Lunge Puffersysteme HCO3. – Harnstoff. die ohne Energie aus dem Stoffwechsel ablaufen): Diffusion.2. – Atemgase. .oder H+ Proteinpuffersystem (Hämoglobin) HHb H+ + Hb- Kohlensäure-BikarbonatPuffersystem (Bicarbonat) H2CO3 H+ + HCO3- Phosphat-Puffersystem (Phosphat) H2PO4H+ + HPO42- Prinzip der Pufferung. Osmose. Trägertransport. – Vitamine. Filtration. – Aktive Transportformen (= Formen.

die nicht alle Teilchen hindurchtreten lassen. Sauerstoff. Diese Membranen wirken ähnlich einem Sieb mit einer bestimmten Porenweite: Kleine Teilchen. z.und Kohlendioxidmoleküle. Die Wasserteilchen bewegen sich ebenfalls vom Ort ihrer höheren zum Ort ihrer niedrigeren Konzentration (unsichtbar). größere Teilchen. Osmose Wie auf S. 2. . Bau. Die Folge: Die Stoffe mischen sich allmählich. Dieser Transportprozess verläuft relativ langsam und setzt deshalb im Organismus außer dem Konzentrationsgefälle hinreichend große Austauschflächen und sehr kurze Wege voraus. Eiweißmoleküle. Was geschieht? l. Membranen. 2.8 hypoton Osmose. 2. nicht. B. B.8 dargestellt – soll uns Klarheit über die genaueren Vorgänge an einer solchen semipermeablen Membran verschaffen: Reines Wasser wird durch eine semipermeable Membran von einer Kochsalzlösung getrennt. Abb.1 Passiver Transport Merke Diffusion In einem Versuch (vgl. z. Wasserteilchen Abb. 24 beschrieben. 2. die durch Membranen (= dünne Häutchen) voneinander getrennt sind. können diffundieren.3. Die Farbstoffteilchen bewegen sich vom Ort ihrer höheren zum Ort ihrer niedrigeren Konzentration (sichtbar). Vorkommen: Gasaustausch – zwischen Atemluft und Blut in der Lunge. Wasser-. – zwischen Blut und Zellen in den Geweben. Unter Diffusion versteht man die Wanderung von Teilchen aufgrund ihrer Eigenbeweglichkeit vom Ort ihrer höheren zum Ort ihrer niedrigeren Konzentration bis zum Konzentrationsausgleich.7) geben wir in einen Glaszylinder zuerst etwas Wasser und danach wenige Kristalle Kaliumpermanganat oder einige Tropfen eines wasserlöslichen Farbstoffes. befinden sich die Inhaltsstoffe einer Zelle in Kompartimenten.2 32 Grundlagen. hyperton isoton Abb. 2.7 Diffusion. rote Farbstoffteilchen Ein Experiment – in Abb. werden als halbdurchlässige = semipermeable Membranen bezeichnet.und Funktionsstoffe 2.

Abb. können also nur kleinere Teilchen (hier Wasserteilchen) durch die Membran. heißt er kolloid-osmotischer (KOD) oder onkotischer Druck. Verursachen Kolloide (z. spricht man von Osmose. die entsprechend ihrem Konzentrationsgefälle von außen nach innen diffundieren. vom Ort des höheren zum Ort des niederen Druckes gepresst. Osmose führt immer zu einer Wasserzunahme der hypertonen Lösung.3 Arten des Stofftransports im Organismus 33 Die Kochsalzlösung ist die Lösung mit der höheren Konzentration1) (= hypertone Lösung) und entspricht dem Zellplasma. der von ihnen hervorgerufene Druck an der semipermeablen Membran als osmotischer Druck.2. B. – Filtration des Blutplasmas in der Niere. 2. Merke Voraussetzung für den Ablauf der Körperfunktionen ist. spielt die Osmose bei der Wasseraufnahme der Zelle und beim Wassertransport innerhalb der Zelle eine bedeutende Rolle. die durch die Poren passen. Die größeren Teilchen werden als osmotisch aktive Teilchen bezeichnet. Das Wasser ist die Lösung mit der niederen Konzentration (= hypotone Lösung) und entspricht der Außenlösung einer Zelle. Hier sollen einige Formen näher beschrieben werden: . zu transportieren. Beobachtung: Das Flüssigkeitsvolumen im inneren Gefäß vergrößert sich allmählich. Filtermembran Erklärung: Die semipermeable Membran lässt nur die Wasserteilchen hindurch. 2.3. um Stoffe gegen Konzentrationsgefälle und hydrophile Stoffe. intrazelluläre Membransysteme) besitzen. dass die Körperflüssigkeiten annähernd isoton (isoton = gleicher osmotischer Druck) sind. Druck hoch niedrig Blutkapillare Interstitium niedrig hoch Zellen (Gewebe) Filtration. werden alle Teilchen einer Flüssigkeit. 1) Konzentration bezieht sich auf die Menge der im Lösungsmittel Wasser gelösten osmotisch aktiven Teilchen. die ansonsten die Biomembran nicht passieren können.2 Aktiver Transport Diese Transportform ist notwendig. Niere Merke Wird die Bewegung bestimmter größerer Teilchen (hier Na+ und Cl-) durch eine halbdurchlässige Membran behindert. Vorkommen: – Stoffaustausch im Gewebe.9 Filtration Besteht zwischen beiden Seiten einer Biomembran ein Druckunterschied. Eiweiße) den osmotischen Druck. Vorkommen: Da fast alle Zellen semipermeable Membranen als Grenzschichten (Zellmembran.

2. EZR 1) verschiedene. vor allem Nähr. Exozytose. 2. b) Pinozytose (griech. z. Trägerstoffe Die zu transportierenden Teilchen. Konvektion Unter Konvektion wird Stofftransport durch Mitführung verstanden.11 Pinozytose. – Stofftransport durch das Blutplasma und durch den Harn. Vorkommen: – Aufnahme der Glucose. Es wird Flüssigkeit mit darin gelösten Stoffen aufgenommen. eingeschlossen werden.und Funktionsstoffe verschiedene feste Partikel EZR 1) Zellmembran IZR 2) Bläschen Abb. umfließen feste Partikel (z. bestimmte weiße Blutzellen. 2. in der Zelle anfallende Stoffe Zellmembran IZR 2) Bläschen Abb.13 Substrat Trägertransport. An der Berührungsstelle der Zellmembran entsteht eine Vertiefung. c) Exozytose (griech.und Mineralstoffe.: Fresstätigkeit einer Zelle) Amoeboid3) bewegliche Zellen.10 Phagozytose.2 34 Grundlagen. können ebenfalls in Bläschen.und Kohlendioxidtransport bei der Belüftung der Lunge. 1) Extrazellulärer Raum 2) Intrazellulärer Raum 3) Kriechbewegungen von Zellen ohne feste Zellwand . Bakterien). B.12 Blutkapillare 3. B. Bau. 2. die als Bläschen abgeschnürt wird. 2. Trägermolekül (Carrier) Beispiele: – Sauerstoff. Diese Bläschen verschmelzen vom Plasma her mit der Zellmembran und entleeren ihren Inhalt nach außen. die meist vom GolgiApparat abgeschnürt werden. z. Sekrete. von dort in das Blut und danach in die Körperzellen. Zellmembran 1. B. Bläschentransport a) Phagozytose (griech. werden an spezifische Trägermoleküle – Transporteiweiße (Carrier) – gebunden (= Trägertransport) und transportiert.: Ausscheidung von Stoffen durch eine Zelle) Verschiedene in der Zelle anfallende Stoffe. Aminosäuren. Vitamine und Mineralstoffe in die Darmzellen.: Trinken einer Zelle) Die Pinozytose läuft prinzipiell ähnlich der Phagozytose ab. Zur Pinozytose sind im Gegensatz zur Phagozytose fast alle Zellen fähig. Interstitium Abb. Flüssigkeitströpfchen EZR 1) Zellmembran IZR 2) Bläschen Abb. Die treibenden Kräfte sind Temperaturoder Druckdifferenzen.

2. die der Aufnahme.und Energiestoffwechsels sind.und Energiewechsel ist die Gesamtheit der chemischen Vorgänge. Blut und Lymphe als Transportmittel. Stoffausscheidung – Harnsystem: Harn – Atmungssystem: Kohlendioxid. Wasser – Hautsystem: Wasser – Darm: Abbauprodukte des Stoffwechsels Herz-Kreislauf-System Atmungssystem Verdauungssystem O2 Nahrung CO2 O2 CO2 Nährstoffe Ausscheidung Ausscheidung Harnsystem Haut Stoff. Fette. Mineralstoffe. Vitamine.1 Stoff. Wasser und Ballaststoffe (Letztere gelangen nicht in das Blut oder in die Zellen).2.und Energiewechsel.und Energiewechsels 2.und Energiewechsels 2.14 . Lymphsystem. die Bestandteile des Gesamt.4. 35 Stoffaufnahme – Atmungssystem: Sauerstoff.4 Physiologie des Stoff. Abb. die für die Existenz des Organismus und der Aufrechterhaltung seiner Lebensfunktionen notwendig sind. Merke Stoff. Stofftransport Herz-Kreislauf-System. – Verdauungssystem: organische.und Energiewechsel Alle Lebensäußerungen lassen sich im Prinzip auf chemische Reaktionen im Körper zurückführen.4 Physiologie des Stoff. Eiweiße). energiereiche Stoffe (Kohlenhydrate. Umwandlung und dem Abbau jener Stoffe dienen.

Dieser gliedert sich in zwei sich gegenseitig bedingende Bereiche: – anabole (aufbauende) Stoffwechselwege (= Baustoffwechsel) – Synthese körpereigener Tab. Adenin – Ribose –  P – P ~ P Adenosin energiereiche Bindung 2. dem Zucker Ribose (Adenin + Ribose = Adenosin) und drei Phosphatgruppen  P (✑ Tab. Es besteht aus der organischen Base Adenin. Die größte Bedeutung hat das Adenosintriphosphat (ATP). 2. kehrt sich der Vorgang um: ATP ADP +  P + Energie AMP = Adenosinmonophosphat Merke ADP = Adenosindiphosphat ATP = Adenosintriphosphat ATP ist in allen Zellen die wichtigste energiereiche Phosphatverbindung und einziger unmittelbarer Energielieferant. denen sowohl die aufgenommenen als auch die körpereigenen Stoffe unterworfen sind. . Intermediärstoffwechsel (Zwischenstoffwechsel) Intermediärstoffwechsel ist die Gesamtheit der in den Zellen ablaufenden chemischen Reaktionen. Jeder Stoffwechsel stellt also gleichzeitig einen Energiewechsel dar.und Betriebsstoffe aus einfachen Molekülen unter Energieverbrauch (z.4. – katabole (abbauende) Stoffwechselwege (= Betriebsstoffwechsel) – Abbau energiereicher organischer Verbindungen zum Zweck der Energiefreisetzung für Organleistungen. Proteinsynthese).und Energiewechsel Energiereiche Phosphatverbindungen fungieren als Überträger Energie verbrauchender und Energie liefernder Prozesse. läuft in der Zelle folgender Vorgang ab: ADP +  P + Energie ATP Wird Energie benötigt.und Abbauvorgänge Endprodukt Die Stoffe werden einerseits zum Aufbau und zur Erhaltung der Körperstrukturen und andererseits als Energielieferant zur Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge benötigt. 2. Bau.7 Energiereiche Phosphatverbindungen.2 Bedeutung energiereicher Phosphatverbindungen im Stoff. Prinzip: Ausgangsstoff chemische Um. Wird Energie freigesetzt.15 Stoffaustausch im Gewebe. B.und Funktionsstoffe Zelle Blutkapillaren interstitielle Flüssigkeit Abb.2 36 Grundlagen. 2.7). Bau.

Oxidations. Es gibt aber auch Reaktionen. in einen reaktionsfähigen Zustand zu bringen. Gibt man einem mit H2O2 gefüllten Reagenzglas nur wenige Tropfen des Enzyms Katalase1) hinzu. d.und Energiewechsels 2. die ein Zwischenprodukt eingehen kann. Transferasen – katalysieren die Übertragung von Stoffgruppen (z. die miteinander reagieren sollen. dass die Körpertemperatur ausreicht und die Reaktionsgeschwindigkeit stark erhöht wird. h. Mithilfe der Katalase wird das beim Zellstoffwechsel anfallende Zellgift H2O2 beseitigt. 2. wird nur eine katalysiert. Tab. Besonders hohe Konzentrationen sind in Leberzellen und Erythrozyten vorhanden. Sinn der Enzyme ist. um die Teilchen der Stoffe. die von ihnen umgesetzten Stoffe Substrate. Die Enzyme ermöglichen die chemischen Umsetzungen unter äußerst günstigen Bedingungen: 37 °C. Die Katalysatoren der Zelle heißen Enzyme (= Biokatalysatoren). 2 H2O2 Katalase 2 H2O + O2 Die Katalase ist ein Biokatalysator. 2.4 Physiologie des Stoff. Enzyme sind substrat. h. 43). Alle Enzyme sind Proteine. B. S. Die entscheidende Reaktion zur Energiefreisetzung: O2 (aus der Atmung) + H2 (aus dem Zitratzyklus) zu H2O unter Freisetzung von Energie würde unter Normalbedingungen als Knallgasreaktion ablaufen. – Substratspezifität: Das Enzym reagiert nur mit einem ganz bestimmten Zwischenprodukt des Stoffwechsels. läuft diese Reaktion so schnell ab. indem sie die betreffenden Reaktionen in Teilschritte zerlegen. dass die Energie schrittweise übertragen und in Form von ATP gespeichert werden kann (✑ Tab.4 und wässriges Milieu mit relativ hoher Geschwindigkeit. Ablauf einer Enzymreaktion Wasserstoffperoxid (H2O2) zerfällt normalerweise sehr langsam in Wasser (H2O) und Sauerstoff (O2). 1) Katalase ist ein weit verbreitetes Zellenzym. B. Enzyme der Atmungskette).15. Aminogruppen).4. Hydrolasen – katalysieren hydrolytische Spaltungen. dass man den frei werdenden O2 mit einem glühenden Holzspan nachweisen kann. Bezeichnung der Enzyme Die Enzymnamen enden in der Regel auf -ase.und reaktionsspezifische Funktionseiweiße. Für uns sind drei Enzymgruppen bedeutungsvoll (Einteilung nach dem Reaktionstyp): 1. Die Enzyme der Atmungskette sorgen dafür. d. die gebremst werden müssen. Diese Startenergie nennt man Aktivierungsenergie. Oxidoreduktasen – katalysieren Redoxprozesse.und Reduktionsvorgänge (z. Verdauungsenzyme). Sie wird gebraucht.8 + + Enzym 37 Substrat Enzym-SubstratKomplex Enzym Reaktionsprodukte . pH 7. Schritte der Enzymkatalyse. Wie ist das möglich? Jede chemische Reaktion benötigt für den Start einen bestimmten Energieschub. Merke Katalysatoren – also auch unsere Enzyme – setzen die Aktivierungsenergie herab. Normaldruck. Jeder Teilschritt benötigt so wenig Aktivierungsenergie. Spaltung durch Wasser (z. – Reaktionsspezifität: Von den vielen möglichen Reaktionen. B. dass alle notwendigen Reaktionen unter Körperbedingungen koordiniert ablaufen können.2. 2. 3. Ein einziges Molekül kann in der Minute bis zu 5 Millionen Moleküle H2O2 zerlegen.3 Enzyme Die chemischen Reaktionen in der Zelle laufen nur in Anwesenheit von Katalysatoren ab. Dabei geht das Enzym selbst unverändert aus der Reaktion hervor.

+ CO2 H2O CA HCO3- Wirkungsweise der Verdauungsenzyme (Wirkung der Lipase zur Fettspaltung) Lipase G l y c e r o l Fettsäure-Rest + Wasser Fettsäure-Rest + Wasser Fettsäure-Rest + Wasser R e s t Lipase Abb.und Bicarbonat-Ionen HCO3- H+ CO2 H2O Carboanhydrase OHH2O + CO2 CA H+ + HCO3.16 Enzymwirkung.2 38 Grundlagen.oder H2CO3 H+ + OH-.und Funktionsstoffe Herabsetzung der Aktivierungsenergie durch Katalyse Energie Aktivierungsenergie ohne Enzym mit Enzym für die EnzymSubstratverbindung 2 H2O2 metastabiler Ausgangsstoff 2 H2O + O2 energiearme stabile Endstoffe Wirkungsweise der Carboanhydrase bei der Bildung von Kohlensäure bzw. 2. Wasserstoff. Bau. Wasser. OH. G l y c e r o l + Fettsäure + Fettsäure + Fettsäure .

2.8) Pufferlösung (pH = 7. Es handelt sich also nicht um Enzyme. die im Gegensatz zum Enzym bei der Reaktion verändert und wieder regeneriert werden müssen.. K+) aktiviert werden bzw. dass ihre Aktivität insbesondere von der Temperatur und vom pH-Wert abhängt. bei einem pH-Wert 7 ist der Substratumsatz optimal.5 ml 1 ml 2 0. benötigen die Anwesenheit eines Coenzyms. 2. Danach werden aus jedem Glas einige Tropfen in je eine Vertiefung einer Tüpfelplatte gegeben und mit 1 Tropfen Iod-Kaliumjodid-Lösung (verfärbt sich bei Vorhandensein von Stärke kräftig blau) auf Stärke geprüft.5 ml 3 0. Manche Enzyme müssen durch bestimmte Ionen (z. . Temperaturerhöhung über 60 °C zerstört die Enzyme. Dies verdeutlichen zwei Experimente (vgl. dass sich im Ansatz 2 (pH 7) kaum noch Stärke befindet. B. Ergebnis: Unterschiedliche Färbungen lassen erkennen. blockieren die Enzymtätigkeit. 2. B.9 1 2 3 2 ml 4 ml 1 Tropfen 2 ml 4 ml 1 Tropfen 2 ml 4 ml 1 Tropfen in ein Wasserbad von in ein Wasserbad von in ein Wasserbad von 15 – 20 °C 35 – 40 °C 70 – 80 °C Ergebnis: Das Temperaturoptimum für die meisten Enzyme liegt zwischen 30 ° und 40 °C. Experiment: Drei Reagenzgläser werden wie folgt gefüllt: Reagenzglas Wasser Pufferlösung (pH = 4. Mg 2+. 1.und Energiewechsels Coenzyme Für viele Enzymkatalysen sind unbedingt Coenzyme (= Cosubstrate) notwendig. Ca2+. Beeinflussende Faktoren der Enzymtätigkeit Aus der Eiweißstruktur der Enzyme ergibt sich.5 ml 1 ml 0.0) Stärkelösung 1 0. Als Bausteine oder Vorstufen für Coenzyme dienen verschiedene Vitamine.5 ml Jetzt wird in jedes Reagenzglas 1 ml Amylaselösung (spaltet Stärkemoleküle) gegeben und kurz geschüttelt. Kupfer.0) Pufferlösung (pH = 8.4 Physiologie des Stoff. also bei Körpertemperatur. Silberionen. Merke Jedes Enzym wirkt nur in einem bestimmten pH-Bereich.5 ml 1 ml 0.5 ml 0. ATP ist das „Coenzym des Energiestoffwechsels“. Bestimmte Chemikalien (z.9). h. Beeinflussende Faktoren der Enzymtätigkeit. Enzyme haben meist eine geringe Temperaturund pH-Wert-Toleranz. Dies sind niedermolekulare Stoffe (also keine Eiweiße). Tabelle 2. d. Experiment: Drei Reagenzgläser werden nach folgendem Schema gefüllt: Die Reagenzgläser werden in unterschiedliche Temperaturbereiche gebracht: Reagenzglas Stärkelösung Amylaselösung Iod-Kaliumjodid-Lösung Reagenzglas Reagenzglas Reagenzglas 39 1 2 3 Tab.u. Säuren) hemmen bzw.

Abbau und Synthese der Triglyceride (Neutralfette) Fettabbau Die Fette werden im Dünndarm zunächst in Glycerol und Fettsäuren zerlegt.4 Stoffumsatz und Energiefreisetzung In diesem Abschnitt werden die wichtigsten Reaktionswege der Kohlenhydrate. Bau.und Funktionsstoffe 2. Der Blutzuckerspiegel wird hauptsächlich durch vier Faktoren beeinflusst (✑ Tab. 2. Die Glucose wird hierbei zu Pyruvat (= Brenztraubensäure) abgebaut. Tab.11 Glucose (C6-Körper) Glykolyse Pyruvat (C3-Körper) Abbau. Tab.4. akute Hämolysen und Erkrankungen der Muskulatur verändern die LDH-Konzentration im Serum. Nervenzellen und Erythrozyten können Energie nur durch Glucoseabbau bereitstellen.und Synthesewege der Kohlenhydrate Die Glucose (= Traubenzucker) ist das wichtigste Kohlenhydrat für den menschlichen Organismus. Eine Voraussetzung hierfür ist ein geregelter Blutzuckerspiegel. P Lebererkrankungen. Dies nennt man Glukoneogenese. perniziöse ❑ anaerob (ohne O2) aerob (mit O2) Lactat (C3-Körper) CO2 + H2O (Milchsäure) ^ 2 ATP) 135 kJ (= ^ 38 ATP) 2847 kJ (= Vorkommen: • Erythrozyten • Muskelfasern • Krebszellen • alle Gewebszellen • Muskelfasern • Mikroorganismen Glukoneogenese Was geschieht bei Erschöpfung der Glykogenreserven? Der Organismus hat in einem solchen Fall die Möglichkeit. LDH-Bestimmungen dienen deshalb sowohl der Diagnosestellung als auch der Verlaufskontrolle dieser Erkrankungen. in der Leber aus „Nicht-kohlenhydrat-Material“ Glucose zu synthetisieren. Glykolyse. oder es dient als Ausgangsstoff für die Bildung von Glucose (siehe Glukoneogenese). 2. Anämie.10). Fette und Eiweiße in vereinfachter Form dargestellt. Glycerol kann zwecks Energiefreisetzung zu CO2 und H2O abgebaut werden. Verstoffwechslung des Glycerols. Anaerob (ohne O2) entsteht aus dem Pyruvat in Anwesenheit des Enzyms Lactatdehydrogenase (LDH) Milchsäure.10 Faktoren. Glycerol (aus eingeschmolzenen Fettvorräten). Lactat (aus Erythrozyten ständig. 2.12 Glycerol ATP ADP Pyruvat Glucose . 3. Tab. Folgende Ausgangsstoffe stehen zur Verfügung: l.2 40 Grundlagen. 2. die den Blutzuckerspiegel beeinflussen. 2. aus Muskulatur bei Überbeanspruchung). Glykogen Blutzuckerspiegel Nahrung Glukoneogenese Oxidativer Abbau Glykolyse Die Glykolyse ist die wichtigste Stoffwechselreaktion der Glucose und leitet deren Abbau zum Zwecke der Energiefreisetzung ein. glucoplastische Aminosäuren (durch Eiweißabbau verfügbar). das bei Anwesenheit von Sauerstoff (aerob) im Zitratzyklus weiter bis zum CO2 und H2O oxidiert wird (= Hauptabbauweg). Herzinfarkt.

welche im Organismus vielfältige CO2 Aufgaben erfüllen. B. Tab. die normalerweise in den peripheren Organen abgebaut werden. P ASAT ❑ und ALAT spielen eine wichtige Rolle in der Leberenzymdiagnostik.und Energiewechsels 41 Die Fettsäuren bilden eine wichtige Energiequelle. Erhöhte Konzentrationen im Blutserum deuten auf einen Leberschaden hin. als Bausteine von CoenGlucose Pyruvat C2-Körper Fettsäuresynthese durch zymen oder Vorstufen von Verketten der C2-Körper Hormonen (✑ Tab. ALAT = Alanin-Amino-Transferase) übernehmen die NH2-Gruppe einer Aminosäure und geben sie an ein anderes Kohlenstoffskelett ab. Dabei entsteht Ammoniak.13 zeigt in stark vereinfachter Form die Synthese der Fettsäuren bzw. P Beim Fettsäureabbau in der Leber entstehen ❑ Abbau der Aminosäuren Der Stoffwechsel der Proteine beginnt mit der Zerlegung des Eiweißmoleküls (im Verdauungstrakt) in Aminosäuren.2. Dadurch entstehen die Tab. -Hydroxybuttersäure) als Stoffwechselprodukte. Decarboxylierung. Bauch. Bei Hunger und beim Diabetes mellitus mit extremer Mobilisierung der Fettreserven kommt es zu einer überschießenden Produktion dieser Ketonkörper. Acetessigsäure. z. Außerdem führen sie zu einer azidotischen Stoffwechsellage (✑ S. . Überschüssige Kohlenhydrate können leicht in Triglyceride umgewandelt und so ebenfalls zur Auffüllung der so genannten Fettdepots (z. Fettaufbau Die Tabelle 2. In der Leber dienen die Aminosäuren entweder dem Aufbau körpereigener Proteine oder sie werden abgebaut. 2.14). Oberarm) dienen. 2. P Fettsucht ❑ (Adipositas) und das damit verbundene Übergewicht sind eine der häufigsten Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates.14 Decarboxylase Aminosäure CO2 + biogenes Amin 2. Fette (✑ S. Ketonkörper (= Aceton. Oxidative Desaminieim Mitochondrium im Zellplasma rung Durch Aminosäure-OxidaMit Glycerol können Fettsäuren Triglyceride oder sen wird in der Leber von Phosphatide bilden Aminosäuren die NH2Triglycerid Phosphatid Gruppe abgespalten. Fettspeicherung Triglyceride können in Fettzellen und begrenzt auch in der Leber gespeichert werden. An dieser Stelle werden drei mögliche Reaktionswege stark vereinfacht beschrieben: 1. biogenen Amine. Sie werden dann mit dem Urin ausgeschieden (Obstgeruch!). 3. Transaminierung Transaminasen (ASAT = Aspartat-Amino-Transferase.4 Physiologie des Stoff. 20). 2. Oberschenkel. Decarboxylierung Spezifische Enzyme (Decarboxylasen) spalten von Aminosäuren CO2 ab. B. Auf diese Weise wird der Aminostickstoff in den ausscheidungsfähigen Harnstoff überführt. 230). der FS FS unter Energieverbrauch in Glycerol FS Glycerol FS Harnstoff umgewandelt FS Phosphat + Alkohol wird.13 Synthese von Fettsäuren und Fetten. Merke Auch aus Kohlenhydraten können Fettdepots gebildet werden. Sie werden in den Mitochondrien zunächst in C2-Einheiten zerlegt und dann weiter zu CO2 und Wasser abgebaut.

Das heißt. B. „bergab“ transportiert. – Alle C2-Körper werden in den Zitratzyklus eingeschleust und weiter abgebaut. Die freigesetzte Elektronenenergie wird sofort durch ATP-Bildung in chemische Bindungsenergie umgewandelt (✑ S. 99 % aus der Glykolyse stammen. 36). Aminosäure-. wobei Wasserstoff (wird an Coenzyme gebunden) und CO2 (wird abgegeben) entstehen. 252): • Kohlenhydrate • Fette • Eiweiße Amylasen Lipasen Proteasen und Peptidasen Monosaccharide. – Eiweiße: Spielen normalerweise keine Rolle. wie die chemische Energie dieser Stoffe freigesetzt wird. Glucosestoffwechsel und bei der Synthese körpereigener Stoffe (z. wobei drei grundlegende Schritte zu erkennen sind: Bei der Energiefreisetzung sind folgende biochemische Vorgänge zu erkennen (✑ Tab. dass ausreichend Harnstoff ausgeschieden wird. Die dabei entstehenden energiereichen Elektronen werden sogleich über die Atmungskette.8. Zum Schluss werden die energiearmen Elektronen auf molekularen Sauerstoff übertragen. Als energiereiche Stoffe kommen infrage – Kohlenhydrate: 99 %. Zerlegung der Makromoleküle in ihre Grundbausteine (✑ Kap. 3. Glycerol + Fettsäuren. Im Folgenden wird in einfacher Form dargestellt. P Die ❑ zentrale Stellung des Zitratzyklus im Intermediärstoffwechsel kommt darüber hinaus beim Fettsäure-. 1. Zerlegung der Grundbausteine in C2-Körper. Informationsaustausch. Grundsätzlich erfolgt der Abbau schrittweise mithilfe von Enzymen. Bau. es kommt zu einer schrittweisen Energieabgabe. die durch Abbau energiereicher Stoffe in den Zellen bereitgestellt werden muss. Häm) zum Ausdruck. Der so ionisierte Sauerstoff verbindet sich mit den entstandenen Wasserstoffionen (H+) zu Wasser. nicht toxisch und kann gut durch die Biomembranen diffundieren. – Fette: Geringe Beteiligung. wie bereits gesagt. Aminosäuren. B.15): – Pyruvat und C2-Körper sind zentrale Stoffe im Energiestoffwechsel. gleichmäßige Körpertemperatur) ständig Energie. Bewegung. 2. wobei. 12. 2. der O2 wird zur Wasserbildung verbraucht und nicht zur Oxidation von Kohlenstoff zu CO2.und Funktionsstoffe Der Harnstoff besitzt folgende Eigenschaften. die aus Oxidoreduktasen besteht. Bei Schwerkranken und Schockpatienten ist immer darauf zu achten. Oxidation der C2-Körper zu CO2 + H2O. die seine Ausscheidung mit dem Urin problemlos ermöglichen. S. P Fast jede Erkrankung verursacht mehr oder ❑ weniger deutliche Veränderungen des Eiweißstoffwechsels. aber die langkettigen Fettsäuren liefern bei hohem O2-Verbrauch viel Energie. Er ist ungeladen. . Die Endprodukte des Aminosäureabbaus sind: • Wasser • Kohlendioxid • Ammoniak. Merke Das CO2 entsteht im Säurekreislauf. sodass es nicht zur Knallgasreaktion kommt. Zuerst wird der Wasserstoff (enthält die Energie) ionisiert. Die beschriebenen Abbauwege zur Energiefreisetzung sind in allen Zellen gleich. Stoffwechselwege zur Energiefreisetzung (Überblick) Der Mensch benötigt zur Aufrechterhaltung seiner Lebensvorgänge (wie z. Die bei der biologischen Oxidation hintereinander geschalteten Redoxreaktionen bezeichnet man als Atmungskette. Merke Die wenigen nicht als Baustoff oder Funktionsstoff benötigten Aminosäuren werden vor allem in der Leber zur Energiefreisetzung abgebaut. Biologische Oxidation des Wasserstoffs Unter biologischen Bedingungen werden Wasserstoff und Sauerstoff stufenweise in ihrer Reduktions-Oxidationsenergie angenähert. Stoffsynthesen. wobei die Hauptmenge der Energie schrittweise freigesetzt wird.42 2 Grundlagen.

2. welche sich in den Chromosomen befindet. Struktur und Anzahl der Chromosomen sind artspezifisch. P Veränderungen ❑ der Chromosomenstruktur und Chromosomenzahl haben meist Krankheiten (Erbkrankheiten) zur Folge. die in ihren wesentlichen Merkmalen den Eltern gleichen. Das Chromatin ist die „Funktionsform“.5. In der DNA sind die Informationen für die einzelnen Eiweiße hintereinander angeordnet.5 Genetik (Vererbungslehre) 2. . Diese relative Konstanz der Arten wird durch die Konstanz spezifischer Eiweiße gewährleistet.5 Genetik Biochemische Vorgänge bei der Energiefreisetzung. Die „Anweisungen“ für die Bildung der Eiweiße sind in der DNA gespeichert. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung werden sie von den Eltern auf die Nachkommen übertragen und bei der Zellteilung an die Tochterzellen weitergegeben.15 Fette Glycerol Fettsäuren Pyruvat C2-Körper Zitratzyklus CO2 Energie H2 Oxydoreduk-  38 ADP + 38 P  38 ATP oxidative Phosphorylierung tasen 2e2H+ + O2- 1 2 O2 H2O 2. Alle Merkmale eines Lebewesens sind von seiner Erbinformation abhängig.1 Chromosomen Bei der Fortpflanzung einer Organismenart entstehen immer wieder Nachkommen.2. sie werden vererbt. die im Stoffwechsel der Zelle wirksam wird und sich verdoppelt. Merke Die Chromosomen stellen die „Transportform“ der Erbinformation während der Zellteilung dar. Die nur während der Zellteilungsphase sichtbaren Chromosomen gehen aus dem Chromatin hervor und nach Abschluss der Zellteilung wieder in dieses über. Eiweiße Kohlenhydrate Aminosäuren Glucose 43 Tab. Man sagt. und bezeichnet sie als Erbinformation oder genetische Information.

die bei der Befruchtung entstehende befruchtete Eizelle (Zygote) und alle aus ihr hervorgehenden Körperzellen besitzen 46 Chromosomen (✑ S. 45). dass die Tochterzellen die vollständige Erbinformation der Mutterzelle erhalten (✑ S. ist die arttypische Chromosomenzahl in allen Zellen zweimal vorhanden. Halb. – sich identisch zu verdoppeln. 2. ✑ S. Jede Chromatide besteht aus einem doppelsträngigen DNA-Molekül. d. – zahlreiche Informationen speichern zu können. 48). Zentromer Chromatiden DNS-Doppelhelix G C A T Matrix C T Abb.und Y-Chromosomen bezeichnet und sind nicht gleich (✑ S. Jede dieser Nukleinsäuren besteht aus vielen miteinander verbundenen Nukleotiden als Baustein. 49). Nur ihre reifen Keimzellen sind haploid. h. Die Nukleinsäuren sind hierfür die stoffliche Grundlage. Menschliche Keimzellen (sowohl Eizellen als auch Samenzellen) enthalten 23 Chromosomen. – RNA (ermöglicht die Umsetzung der genetischen Information. sie besitzen nur den einfachen Chromosomensatz. 2.1) Merke Im doppelten (diploiden) Chromosomensatz sind immer 2 Chromosomen in Form und Größe gleich. Eine Ausnahme bilden die Geschlechtschromosomen.17) besteht aus 2 Chromatiden (= Längshälften. Aufbau der Nukleinsäuren Für das Vererbungsgeschehen kommen zwei unterschiedliche Nukleinsäuren in Frage: – Desoxyribonukleinsäure (DNS) oder (englisch) Desoxyribonucleinacid (DNA). also auch beim Menschen. – Ribonukleinsäure (RNS) oder (englisch) Ribonucleinacid (RNA). Die Chromosomen bestehen aus: – DNA (enthält die genetische Information).und Funktionsstoffe Bei allen höheren Lebewesen.und regulatorische Funktionen). P Der ❑ unterschiedliche Bau ermöglicht die Einordnung der Chromosomen in Karyogramme.2 44 Grundlagen. Sie werden als X. 1) Bildliche Darstellung der Chromosomen eines Organismus Ein Chromosom (✑ Abb.5. die am Zentromer (Spindelfaseransatzstelle) miteinander verbunden sind. Deshalb werden sie auch als Polynukleotid bezeichnet.17 G A Bau des Chromosoms.. Feinbau Jedes Chromosom ist gekennzeichnet durch seine Länge und die Lage seines Zentromers. Bau.2 Nukleinsäuren als Trägerstoff der Erbinformation Bei je0der Zellteilung wird gewährleistet. Sie besitzen die für diese Funktion notwendigen drei Eigenschaften: – relativ stabil zu sein. Sie sind diploid. Merke In einem Chromosom ist die Erbinformation vierfach gespeichert. 49). – Eiweiße (haben Stütz. 2.oder Tochterchromosomen). . Sie heißen homologe Chromosomen.

2.18 RNA Die RNA wird ebenfalls aus vier verschiedenen Nukleotiden gebildet. Zur Codierung der 20 vorkommenden Aminosäuren gibt es aufgrund vier verschiedener Basen 43 = 64 Kombinationsmöglichkeiten. Ein Nukleotid setzt sich zusammen aus: – Zuckermolekül. DNA Die DNA wird aus vier verschiedenen Nukleotiden gebildet (✑ Abb. 2. An der Stelle von Thymin steht Uracil im Nukleotid und die Desoxyribose ist durch Ribose ersetzt (✑ Abb.18).Desoxysäurerest ribose P 45 Doppelhelix organische stickstoffhaltige Base Adenin Stickstoffbase P Desoxyribose Thymin P Guanin P Cytosin Phosphorsäure Wasserstoffbrückenbindung DNA. RNA. Der Doppelstrang lässt sich längs der Wasserstoffbrücken in zwei komplementäre Einzelstränge spalten. Dies besorgen bestimmte Enzyme. für die meisten Aminosäuren gibt es mehrere Tripletts. Merke Die Aminosäuresequenz der Eiweiße wird durch die Basensequenz der DNA verschlüsselt (codiert) gespeichert.2. rechtsdrehende Doppelhelix). . Die spezifische Aufeinanderfolge der Nukleotide beinhaltet die Anweisung für die Synthese der Eiweiße. – Phosphorsäuremolekül. Die Speicherung der Erbinformation ist bei allen Lebewesen gleich. Triplett-Code Die Aminosäuren werden durch Nukleotidbasentripletts codiert. Ähnlich den Proteinen sind auch bei der DNA verschiedene Strukturen zu unterscheiden: – Primärstruktur (= Nukleotidsequenz). – Sekundärstruktur (= Doppelstrang).5 Genetik 4 verschiedene Nukleotide Phosphor. Merke Aufgrund der Molekülstruktur können sich durch Wasserstoffbrücken nur Adenin mit Thymin und Guanin mit Cytosin verbinden. – organischer Stickstoffbase. Die sich im Doppelstrang gegenüberstehenden Basen heißen komplementäre Basen (= sich ergänzende Basen). Das heißt. – Tertiärstruktur (= Raumstruktur. Abb. 2. Die Speicherung der Erbinformation erfolgt verschlüsselt durch Anzahl und Reihenfolge der verschiedenen Nukleotide in der DNA bzw.19).

und Funktionsstoffe Desoxyribose Ribose Information Kernmembran Kernpore RNA DNA Proteinsynthese Uracil Abb. halb aus altem und halb aus neuem Material. Dieser Vorgang wird durch Enzyme gesteuert und verläuft in mehreren Phasen. An die Basen jedes Einzelstranges lagern sich die jeweils passenden freien Nukleotide aus dem Zellstoffwechsel an und verbinden sich in der bereits bekannten Weise miteinander. Der Doppelstrang öffnet sich wie ein Reißverschluss. dass die beiden Polynukleotidstränge eines DNSMoleküls aufgetrennt werden und sich dann die jeweils passenden Nukleotide aus dem Umfeld so anlagern. Nur dadurch ist es möglich. dass bei der Zellteilung zwei völlig gleiche Zellen mit identischen Eigenschaften und gleicher Erbinformation entstehen.20 stellt den komplizierten Vorgang schematisch dar. 2. 1. Bau. Es sind zwei genetisch identische Doppelstränge entstanden. .19 Ribosom Merkmale DNA – RNA. Die identische Reduplikation beruht darauf. dass eine völlig gleiche Kopie des Ausgangsmoleküls entsteht (komplementäre Paarung der organischen Basen). Es entstehen zwei Einzelstränge. Die Abbildung 2.2 46 Grundlagen. Identische Verdopplung (= Reduplikation) der DNA Die identische Verdopplung des genetischen Materials bei Zellteilungen ist die Voraussetzung für die unveränderte Weitergabe und die Erhaltung artspezifischer Merkmale. Mittels Enzymen werden die Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den komplementären Basen gelöst. 2. Ohne den Mechanismus der identischen Reduplikation wäre kein Wachstum und kein gleichwertiger Ersatz abgestorbener Zellen möglich.

schlüsselt. 2.3 (✑ S. Informationsabgabe im freie Nukleotide aus dem Zellkern Zellstoffwechsel (= Transkription) Die Information der DNA (Gen) wird in die Nukleotidsequenz einer m-RNA (m-RNA = Messenger-RNA: Boten-RNA) umgeschrieben. Entschlüsselung am Ribosom (= Translation) – komplementäre Basenpaarung zwischen Die genetische Information der m-RNA als 47 . 37) ist die Bedeutung der Eiweiße als Bauund Funktionsstoffe dargestellt. Der Proteinaufbau erfolgt mithilfe – Ablösen der m-RNA und Wanderung durch der t-RNA (= Transfer-RNA) in folgenden die Kernporen zu den Ribosomen im Cytosol. als Gen (= Erbanlage) bezeichnet (✑ S.5 Genetik Realisierung der Erbinformation (Eiweißsynthese) In den Abschnitten 2. Dies geschieht Elternstrang Tochterstrang Tochterstrang wie folgt: – Aufspaltung des DNADoppelstranges durch Identische Reduplikation der DNA.4.20 Lösen der Wasserstoffbrücken.1.2. Deshalb kommt der Eiweißsynthese eine zentrale Bedeutung zu. 50). der die Synthese eines bestimmten Eiweißstoffes steuert. Schritten: – Anlagerung der m-RNA an ein Ribosom. Schon der Ausfall eines einzigen Enzyms führt zu einer gestörten Zellfunktion oder gar zum Zelltod. Die Realisierung der Erbinformation besteht in der Synthese der individualspezifischen Eiweißstoffe (= Genprodukte).3 (✑ S. Abb. Dabei wird derjenige Abschnitt der DNA. DNA-Doppelstrang Wasserstoffbrückenbindungen organische Stickstoffbasen Desoxyribose Phosphorsäure Der Ablauf erfolgt in zwei Stufen: l. 21 – 22) und 2. 2. – komplementäre Anlage Aminosäuresequenz eines Proteins wird entrung der m-RNA-Nukleotide.

Auf diese Weise können Zellen entarten und beispielsweise Krebszellen entstehen. radio❑ Zentriol aktive Strahlen. Die Zellteilung ist die Grundlage für das Wachstum und die Vermehrung der Organismen sowie die Regeneration abgestorbener Zellen. . B.48 2 Grundlagen. Entscheidend bei jeder Zellteilung ist. 2. 2. Formen der Zellteilung 1. Hieraus lässt sich das weitgehend ungehemmte Wachstum von bösartigen Tumoren erklären. Abb. dass die Erbinformation. 2. Prophase • Die spezifischen Zellfunktionen werden eingestellt und viele Zellorganellen sowie die Kernmembran beginnen sich aufzulösen. Die entstehenden Tochterzellen sind mit der Mutterzelle genetisch identisch.17. 44). So können sich aus einer Zelle vielzellige Lebewesen entwickeln. die ohne deutliche Grenzen ineinander übergehen. Viren) als auch durch innere Einflüsse (z. Abb. Bau.und Zellerneuerungsprozesses. – Lösen des neu gebildeten Eiweißes (Genproduktes) von der t-RNA. P Sowohl durch äußere Einflüsse (z. Anordnung der Chromosomen in der Äquatorialebene Metaphase. Röntgenstrahlen.22 Anaphase • Die Zentromere werden geteilt und die Chromatiden mithilfe der Spindelfasern an die Zellpole transportiert. • Bildung des Spindelapparates aus kontraktilen Plasmafäden und • Verbindung der Chromosomen am Zentromer mit den Plasmafäden. Bei diesem Vorgang kommt es darauf an.und Funktionsstoffe m-RNA und t-RNA und Verknüpfung der Aminosäuren. Erbeinflüsse) kann die DNA verändert werden.3 Zellteilung Die Zellteilung ist ein Grundvorgang. • Die Chromosomen werden in die Äquatorialebene verlagert und geordnet (die Chromosomenarme zeigen polwärts). B. Mitose Als Mitose bezeichnet man die „indirekte Kernteilung“ im Sinne des Wachstums. fehlerfrei auf die Tochterzellen übertragen wird.21 Metaphase • Auflösung der Kernmembran wird abgeschlossen. Chromosomen Prophase. die im Zellkern der Mutterzelle gespeichert ist.5. • • Das Chromatin formt sich zu den Chromosomen um (✑ Abb. S. Die Kernteilung geht stets der Zellteilung voraus. Zellgifte. und die Chromatiden werden sichtbar (Längsspalt). Chromatin 2. die außerhalb der Regulations. dass die beiden Chromatiden eines jeden Chromosoms getrennt werden. Das Zentriol teilt sich. Sie kann in verschiedene Phasen untergliedert werden.und Steuervorgänge des Organismus liegen. der bei den Lebewesen zur Zellvermehrung führt.

Sie sind haploid (= n). • 2 neue Tochterzellen sind entstanden. Die Samen. 2. Telophase • Spindelapparat löst sich auf.5 Genetik Transport der Chromatiden mithilfe des Spindelapparates an die Zellpole Abb. In der auf die Mitose folgende Interphase (= Phase zwischen den Kern. bösartige Tumorzellen. Merke Bei der Mitose entstehen genetisch „gleichwertige“ Zellen.25) Im Zellkern entstehen Chromatiden. findet bei der Bildung der Geschlechtszellen eine Halbierung statt. Der Chromosomensatz der Tochterzelle entspricht dem der Mutterzelle.2. Vorkommen: Megakaryozyten des Knochenmarks.und ein Y-Chromosom. 2. besitzen also das gleiche Erbmaterial wie die Zygote. ohne dass eine geordnete Aufteilung der Chromatiden erfolgt (✑ Abb. Polyploidie (✑ Abb.26) Die Meiose dient der Bildung der Geschlechtszellen (= Keimzellen = Gameten). Amitose (= direkte Kernteilung) Hierbei wird nur der Zellkern einfach geteilt. In jeder reifen menschlichen Keimzelle befinden sich somit 23 Chromosomen (n = 23). Zellteilungen) erfolgt die identische Verdopplung der DNA (✑ S. 2. • Grundlage der Wundheilung: Bei Verletzungen werden bestimmte Zellen wieder zur Mitose angeregt. Chromosomensatz der Frau: 22 Autochromosomenpaare + 2 gleich gestaltete Geschlechtschromosomen. in den Samenzellen 22 Autosomen plus 1 Y. aber die Kernmembran bleibt erhalten und die Zelle teilt sich nicht. • Neubildung der Kernmembran. Tochterkern Abb.24 Bildung der Tochterzellen Telophase.oder 1 X-Chromosom und in den Eizellen 22 Autosomen plus in jedem Fall 1 X-Chromosom. Bedeutung der Mitose • Grundlage des Wachstums (= Zellteilungswachstum): Ausgehend von der befruchteten Eizelle (= Zygote) entstehen alle Körperzellen durch Mitosen.23 Anaphase. Ergebnis: Zellen mit vielfachen Chromosomensätzen (= polyploide Zellen). Meiose (✑ Abb. Sie sind diploid (= 2n). 44). Chromosomensatz des Mannes: 22 Autochromosomenpaare + 2 ungleich gestaltete Geschlechtschromosomen. 3. Vorkommen: Leberzellen und Harnblasenepithelzellen.und Eizelle besitzen demnach einen einfachen Chromosomensatz. die X-Chromosomen. • Bildung des Chromatins.25). 49 . ein X. Damit dieser Chromosomensatz auch in den Folgegenerationen erhalten bleibt. • Zwischen den beiden Tochterkernen bildet sich eine neue Zellmembran. In den Hoden werden die Samenzellen (Spermien) und in den Eierstöcken die Eizellen gebildet. 4. Ergebnis: Zellen mit zwei Zellkernen. 46). Die Körperzellen des Menschen besitzen einen doppelten Chromosomensatz (✑ S. 2. 2. 2.bzw.oder Geschlechtschromosomenpaar (2n = 46). In jeder menschlichen Körperzelle befinden sich 22 Autochromosomenpaare und 1 Gono.

Meiose II (2. 47). Während der Paarung kann es zum Austausch einzelner homologer Bruchstücke bei Nichtschwesterchromatiden kommen („crossing over“). 2. genauer auseinander setzen. Gen (= Erbanlage): Ein Abschnitt der DNA. Merke Bei der Meiose entstehen aus diploiden Urkeimzellen in zwei Teilungsschritten haploide Geschlechtszellen.610 verschiedene Kombinationen möglich. . Bau. Grundlage für die Neukombination des genetischen Materials zwischen den Generationen. heißt Gen (✑ S.50 2 Grundlagen. Grundlage für die Konstanz der artspezifischen Chromosomenzahlen. Ablauf der Meiose (= Reifeteilung) Die Meiose läuft in zwei aufeinander folgenden Teilungsschritten (Reifeteilungen) ab: Mitose Polyploidie Amitose direkte Kerndurchschnürung 1 Zelle mit 2 genetisch ungleichen Zellkernen Vergleichende Übersicht der Zellteilungsformen. 2. Beim Menschen entstehen: – 4 haploide plasmaarme Spermien (Mann) bzw. Anaphase I Die mütterlichen und väterlichen Chromosomen gelangen entsprechend der zufallsgemäßen Anordnung an die Zellpole.und Funktionsstoffe Trifft bei der Befruchtung eine Samenzelle mit einem X-Chromosom auf die Eizelle. den Mendel’schen Erbregeln. 288). Abb. Metaphase I Anordnung der homologen Chromosomen in der Äquatorialebene zufallsgemäß. Dies wird noch erweitert durch den möglichen Austausch homologer Bruchstücke von Nichtschwesterchromatiden in der Prophase I. Er legte damit den Grundstein für die moderne Genetik. der die Information für den Aufbau eines bestimmten Eiweißes enthält. Beim Menschen sind demnach 223 = 8. Jahrhundert stellte Gregor Mendel durch zahlreiche Kreuzungsversuche als Erster das Auftreten von Gesetzmäßigkeiten in der Vererbung fest.388. 2. Im Folgenden wollen wir uns mit einigen seiner wichtigsten Erkenntnisse. Zum besseren Verständnis der Erbgänge werden zunächst einige wichtige Fachbegriffe erklärt. väterlichen Chromosomen in die eine oder andere Tochterzelle gelangen. Reifeteilung) Die Meiose II ist eine Mitose. Dadurch können Veränderungen im Erbgut entstehen.4 Gesetzmäßigkeiten der Vererbung – Mendel’sche Erbregeln Im 19. Bei Trennung der homologen Chromosomen hängt es vom Zufall ab. – 1 haploide plasmareiche Eizelle plus 3 haploide plasmaarme Polkörperchen (Frau). Reifeteilung) Prophase I Paarung der homologen Chromosomen (je 1 mütterliches mit dem entsprechenden väterlichen Chromosom). welche mütterlichen bzw.5. Eine Samenzelle mit einem Y-Chromosom bewirkt bei der Verschmelzung das männliche Geschlecht (XY) (✑ S. so entsteht ein weiblicher Organismus (XX).25 Bedeutung der Meiose 1. Telophase I Bildung von 2 haploiden Tochterzellen. Meiose I (1.

2. Reifeteilung (Mitose) haploide Tochterzellen haploide Geschlechtszellen Samenzelle (Spermium) – haploid – unbefruchtete Eizelle – haploid – befruchte Eizelle (Zygote) – diploid – Meiose – Bildung der Geschlechtszellen und Befruchtung.5 Genetik 51 1.26 . Abb. Reifeteilung (Reduktionsteilung) Bildung der Chromosomen und Paarung der homologen Chromosomen Trennung der homologen Chromosomen Bildung der haploiden Tochterzellen 2.2.

Intermediär oder kodominant: Zwei Gene oder Gengruppen sind in der Merkmalsausprägung gleich stark. die in homologen Chromosomen den gleichen Platz einnehmen. . welches sich aus allen Merkmalen zusammensetzt. nicht Geschlechtschromosomen) gebundener Erbgang. Fl = 1. Autosomaler Erbgang: Ein an die Autosomen (normale Chromosomen. Beispiel: Vererbung der Blutgruppen a) Dominant-rezessiver Erbgang AA = Blutgruppe A (Vater) oo = Blutgruppe 0 (Mutter) V P: AA x oo Keimzellen: A o M A A o Ao Ao o Ao (F1) Ao Ergebnis: Alle Nachkommen haben die Blutgruppe A und sind mischerbig. V = Vater. bb. 1. Rezessiv: Ein Gen oder eine Gengruppe tritt in der Merkmalsausprägung zurück. Mischerbig (heterozygot): Für die Ausbildung eines Merkmals (z. h. Genotyp: Gesamtheit der in den Genen verschlüsselten Erbinformation. Phänotyp: Äußeres Erscheinungsbild eines Individiums. Dominant: Ein Gen oder eine Gengruppe herrscht in der Merkmalsausprägung vor. – ein kleiner Buchstabe für rezessiv. Monohybrider Erbgang: Kreuzung. Augenfarbe) sind in der Regel Genpaare beteiligt. zum Beispiel BB. Tochtergeneration (2. F2 = 2. b) Intermediärer Erbgang AA = Blutgruppe A (Vater) BB = Blutgruppe B (Mutter) P: V A A AA x BB M B AB AB Keimzellen: A B B (F1) AB AB Ergebnis: Alle Nachkommen haben die Blutgruppe AB und sind mischerbig. Solche gleichen oder auch unterschiedlichen Zustandsformen von Genen. Reinerbig (homozygot): Für die Ausbildung eines Merkmals sind zwei gleiche Gene oder Gengruppen vorhanden. B. Diese Individuen mit 2 verschiedenen Anlagen für ein Erbmerkmal werden als Hybride oder Bastarde bezeichnet. M = Mutter.und Funktionsstoffe Jedes Gen hat eine spezifische Erbinformation gespeichert. An der Ausbildung eines Merkmals (z. Bei der Durchführung von Kreuzungen werden für die Kreuzungspartner die folgenden Bezeichnungen benutzt: P = Elterngeneration (Parentalgeneration). je ein Gen vom Vater und von der Mutter. Dihybrider Erbgang: Kreuzung. d. zum Beispiel aB. bA. Bei der Darstellung von Erbgängen werden zur Vereinfachung Buchstaben verwendet: – ein großer Buchstabe für dominant. – zwei ungleiche Buchstaben für mischerbig. AB. Mendel’sche Erbregel (Uniformitätsregel) Kreuzt man reinerbige Individuen. werden als allele Gene oder Allele bezeichnet. Filialgeneration) usw. zum Beispiel b. Tochtergeneration (l. Filialgeneration). Bau. Augenfarbe) sind zwei verschiedene Gene oder Gengruppen vorhanden.52 2 Grundlagen. zum Beispiel B. B. sind alle Fl-Bastarde gleich (= uniform). Geschlechtsgebundener Erbgang: Ein an die Geschlechtschromosomen (Heterochromosomen) gebundener Erbgang. bei der sich die Eltern in zwei Allelpaaren unterscheiden. die sich in einem oder mehreren Merkmalen unterscheiden. – zwei gleiche Buchstaben für reinerbig. bei der sich die Eltern in einem Allelpaar unterscheiden. Die Gesamtheit der Gene eines Lebewesens werden als seine Erbanlagen bezeichnet.

Rh+ (reinerbig): 0. Ad. . oodd. Blutgruppe B = 1x. Spaltungsverhältnis = 3 : 1. Rh+ (mischerbig): A. AAdd. Blutguppe AB = 2x.(mischerbig): 0. Bei dominant-rezessiven Erbgängen: 3:1 = 75 % : 25 % Bei intermediären Erbgängen: 1 : 2 : 1 = 25 % : 50 % : 25 % Beispiel: Vererbung der Blutgruppen a) Dominant-rezessiver Erbgang Ao = Blutgruppe A (Vater) Ao = Blutgruppe A (Mutter) V P: Ao x Ao Keimzellen: A. Rh. Rh+. Rh. Aodd (2x). ooDD. A.o A. AAdd (Vater) x ooDD (Mutter) A = Blutgruppe A o = Blutgruppe 0 d = rhD = Rh+ P: AAdd x ooDD Keimzellen: Fl Keimzellen: Ad oD AoDd AD.B A. AoDd (4x). Rh.im Verhältnis 9:3:3:1. A. Rh. b) Intermediärer Erbgang AB = Blutgruppe AB (Vater) AB = Blutgruppe AB (Mutter) P: V A B M AB x AB A AA AB Keimzellen: A. Spaltungsverhältnis = 1 : 2 : 1.(reinerbig): A. Die Genotypen AADD und oodd stellen reinerbige Neukombinationen dar. AoDD (2x). Rh-. oD.(reinerbig): 0. Rh+ (reinerbig): A. die sich in mehreren Merkmalen unterscheiden. die in einem Merkmal mischerbig sind. so ist die F2-Generation in dem betreffenden Merkmal nicht einheitlich. soweit sie nicht gekoppelt auf einem Chromosom lokalisiert sind.2.B B AB Beispiel: Vererbung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors. Mendel’sche Erbregel (Spaltungsregel) Kreuzt man Fl-Bastarde. so werden die Merkmale unabhängig voneinander nach der Spaltungsregel vererbt. sondern spaltet sich in einem bestimmten Zahlenverhältnis auf. 0. 3.o M A A AA Ao o Ao (F1) oo Ergebnis: Blutgruppe A = 3x. AADd (2x). Rh+ (mischerbig): 0. od M V o (F1) BB Ergebnis: Blutgruppe A = 1x.(mischerbig): 1 8 1 2 l 2 l – }9 }3 }3 }1 9 Genotypen: AADD. 0.5 Genetik 2. Rh+. Rh. Mendel’sche Erbregel (Neukombinationsregel) Kreuzt man Bastarde. ooDd (2x). 53 AD Ad oD od AD AADD AADd AoDD AoDd Ad AADd AAdd AoDd Aodd oD AoDD AoDd ooDD ooDd od AoDd ooDd oodd Aodd (F2) Ergebnis: 4 Phänotypen: A. Blutgruppe o = lx.

Heterozygote Merkmalsträger. klinisch krank. AA (25 %) homozygot. Ursachen:– energiereiche Strahlen. Kälte. Merke Mutationen in den Keimzellen können zu Erbkrankheiten führen. werden aber nicht direkt vererbt. klinisch gesunde Merkmalsträger. klinisch gesund. Autosomal rezessive Erbgänge (typisch für Stoffwechseldefekte) A = gesundes Gen. sind also Veränderungen innerhalb der Basenfolge der DNA. Das betroffene Individuum heißt Mutante. – Turner-Syndrom: 44 + X.5 Mutationen Mutationen sind spontan entstandene Veränderungen der Erbinformation. bestimmte Industrieabgase. Bau. z. z. LSD.a a (F1) Ergebnis: Aa (50 %): heterozygot. – Chemikalien. Beispiel 1: Arten Genmutationen betreffen ein Gen. – Klinefelter-Syndrom: 44 + XXY. a = krankes Gen. z. Beispiel – Katzenschrei-Syndrom. Beispiele: – Trisomie 21 oder Langdon-DownSyndrom (Chromosom Nr. Genommutationen sind Änderungen der Chromosomenzahl.5. . rezessiv.a (F1) aa Ergebnis: aa (25 %) homozygot. Mutationen in den Körperzellen hingegen führen zu veränderten Zellverbänden und damit zu Fehlbildungen des Individuums (z. Beispiel 3: V A a a Aa aa a Aa aa M P: Aa x aa Keimzellen: A. klinisch gesund V M P: Chromosomenmutationen sind Strukturveränderungen einzelner Chromosomen. dominant. – Phenylketonurie und – Hämophilie. Nikotin.und Funktionsstoffe 2. – Viren. Krebs). B. B. Beispiel 2: V a a A Aa Aa A Aa Aa M P: aa x AA Keimzellen: a A (F1) Ergebnis: Aa (100 %): heterozygot. 21 ist 3x vorhanden).54 2 Grundlagen. B. Röntgenstrahlen.a A. Salpetersäure.und Wärmeschocks. klinisch gesunde Merkmalsträger. Aa (50 %) heterozygote Merkmalsträger. klinisch krank. B. klinisch gesund. Beispiele: – Sichelzellanämie. – Temperatur. aa (50 %): homozygot. Aa x Aa A a A AA Aa a Aa Keimzellen: A.

XK = krankes Gen. Beispiel 1: Beispiel 1: V M P: Keimzellen: aa x Aa a a A a a a Aa Aa aa V M P: (F1) Keimzelle: aa Ergebnis: aa (50 %): homozygot. Keimzelle: XKY x XX XK.Y X.5 Genetik 55 Autosomal dominanter Erbgang (typisch für Missbildungen) a = gesundes Gen. XKXK (25 %): klinisch krank. heterozygote Konduktorin. klinisch krank. klinisch gesund. heterozygote Konduktorin. heterozygote Konduktorin.a A. rezessiv. Rotgrünblindheit und Sehnervenatrophie. klinisch gesund. . Geschlechtsgebundener Erbgang Das defekte Gen liegt auf dem X-Chromosom und wird bei Vorhandensein eines Normalgens (heterozygote Frauen) von diesem unterdrückt.XK X Y XX XY (F1) XK XXK XKY Ergebnis: XX (25 %): homozygot. Es bedeutet: X = gesundes Gen. XKY (25 %): klinisch krank. sodass es sich bei der Konstellation X-Chromosom mit defektem Gen plus Y-Chromosom um klinisch kranke Männer handelt. Heterozygote Frauen werden als Konduktorinnen bezeichnet. Beispiel 3: V M P: Keimzelle: XKY x XXK XK. Beispiel 3: V A A a Aa Aa a Aa Aa M P: XY x XXK X AA x aa Keimzellen: A a (F1) Ergebnis: Aa (100 %): heterozygot.Y X. A = krankes Gen. aa (25 %): homozygot. Beispiele sind Hämophilie. Aa (50 %): heterozygot. klinisch krank. Das Y-Chromosom des Mannes besitzt dieses Gen nicht. XY (25 %): klinisch gesund. a Beispiel 2: A a AA Aa Aa V (F1) aa M P: Ergebnis: AA (25 %): homozygot. XY (25 %): klinisch gesund.2.Y X XK Y X XXK XY (F1) X XXK XY Ergebnis: XY (50 %): klinisch gesund. klinisch krank. Aa (50 %): heterozygot. dominant. Beispiel 2: V M P: Aa x Aa Keimzellen: A.a A X. XKY (25 %): klinisch krank. klinisch krank. XXK (50 %): klinisch gesund. klinisch gesund. XXK (25 %): klinisch gesund.XK XK Y X XXK XY (F1) XK XKXK XKY Ergebnis: XXK (25 %): klinisch gesund.

die nicht modifizierbar sind. Die Ursache der Unterschiedlichkeit (Variabilität) zwischen den Menschen sind Modifikationen und Mutationen. P Jeder ❑ Mensch besitzt andere Reaktionsnormen. Wird bei Individuen mit gleichen Erbanlagen infolge unterschiedlicher Umweltfaktoren ein Merkmal verändert. Dadurch wird die Erbanlage nicht beeinflusst. – umweltlabile Merkmale mit großer Reaktionsnorm.6 Modifikationen Kein Mensch gleicht völlig dem anderen. Bau.2 56 Grundlagen. z. B. Änderung von Merkmalen können durch die Gestaltung entsprechender Entwicklungsbedingungen (Umwelt) niemals über die Grenzen der genetisch festgelegten Reaktionsnorm erfolgen. Der Grund liegt darin. h. Um das Gleiche im Leben zu erreichen. in der Folgegeneration können diese Veränderungen wieder fehlen. dass sich die Organismen innerhalb eines bestimmten erblichen Spielraumes – der Reaktionsnorm – an veränderte Umweltbedingungen anpassen können. Nicht alle Merkmale sind gleichermaßen modifizierbar. handwerkliche Geschicklichkeit und andere Begabungen. d. P Beim Menschen können auch soziale Fakto❑ ren verändernd auf die Ausprägung körperlicher und psychischer Merkmale wirken. Selbst eineiige Zwillinge mit weitgehend identischen Erbanlagen sind nie völlig gleich. z. Größe und Masse des Körpers. Die Unterschiede (körperliche und geistige Merkmale) nehmen mit fortschreitendem Alter zu. – umweltlabile Merkmale mit geringer Reaktionsnorm. B. muss derjenige mit der ungünstigeren Reaktionsnorm mehr tun. dass selbst bei gemeinsamem Aufwachsen die Umweltbedingungen nicht absolut gleich sind. . Der überwiegende Teil der Merkmale wird beim Menschen durch das Zusammenwirken von Erbanlagen und Umweltfaktoren geprägt. spricht man von einer Modifikation. z. B. Sinn der Modifikationen ist. die Blutgruppen.und Funktionsstoffe 2. So gibt es beim Menschen: – umweltstabile Merkmale. Haarfarbe.5. Intelligenz.

Welche Bedeutung haben Enzyme im Stoffwechsel? 20. Erläutern Sie die Notwendigkeit des Stofftransportes im menschlichen Körper. h) Phagozytose. 22. Nennen und erläutern Sie die drei grundlegenden Schritte der Energiefreisetzung. Was versteht man unter der Homöostase des inneren Milieus? 10. c) Organ. c) Diffusion. Erläutern Sie die Hauptfunktionen der Kohlenhydrate. 16. Nennen Sie Vorkommen und Funktion der Kompartimente. 19. b) Gewebe. Begründen Sie. l l. Unterscheiden Sie Enzyme und Coenzyme. 8. Was ist ATP und welche Bedeutung hat es? 18. f) kolloidosmotischer Druck. Wie erfolgt die Regulation des Säure-Basen-Haushalts? Erläutern Sie exakt die Pufferung. b) in eine hypertone Lösung gebracht werden. Was versteht man unter dem pH-Wert? – Nennen Sie den Normbereich des Blutes.und Energiewechsel und die wichtigsten Teilprozesse. und geben Sie wesentliche Funktionen der jeweiligen Elektrolyte an. d) Osmose. 3. Erstellen Sie eine Übersicht über Menge und Verteilung der Körperflüssigkeiten. j) Trägertransport. Erläutern Sie den Begriff Stoff. 13. Skizzieren Sie aus dem Gedächtnis eine menschliche Zelle und ordnen Sie den einzelnen Bestandteilen die entsprechenden Funktionen zu. 5. d) Organsystem. k) Konvektion! 15. 6.und Funktionsstoffe Fragen zur Wiederholung l. Worin liegt die besondere Bedeutung der biologischen Wasserstoffoxidation? 57 . e) osmotischer Druck. i) Pinozytose. Erklären Sie die Begriffe Glykolyse und Glukoneogenese. was passiert. warum schon geringfügige Abweichungen vom normalen pH-Wert lebensbedrohlich sind. wenn rote Blutzellen a) in eine hypotone. Beschreiben Sie den Aufbau der Zellmembran.und extrazellulären Elektrolytkonzentrationen. 12. Erklären Sie folgende Begriffe: a) passiver Transport. Beschreiben Sie die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Wassers und seine Bedeutung für den menschlichen Organismus. g) aktiver Transport. 21. Erklären Sie folgende Begriffe: a) Zelle. 17. Beschreiben Sie den Ablauf einer Enzymreaktion. Welche Eigenschaften und Aufgaben hat sie? 7. 4. Überlegen Sie. Fette und Eiweiße im menschlichen Organismus.2 Grundlagen. 2. b) Konzentrationsgefälle. Nennen Sie die intra. 9. Bau. 14.

b) Gen. Was verstehen Sie unter X-chromosomal-rezessiver Vererbung? . f) Reduplikation. 28. 26. Erläutern Sie Ziel und Ablauf der Meiose. m-RNA. c) Chromatide. Vergleichen Sie Mitose und Meiose. Mutter und Kind haben Blutgruppe 0. Was versteht man unter dem Triplett-Code? 25. Kann der Vater Blutgruppe A haben? Begründen Sie Ihre Antwort. 32. Beschreiben Sie die Eiweißsynthese. Was verstehen Sie unter a) autosomal-rezessiven Erbleiden? b) autosomal-dominanten Erbleiden? 35. Erläutern Sie die drei Mendel’schen Gesetze anhand konkreter Beispiele. d) DNA. t-RNA.und Funktionsstoffe Fragen zur Wiederholung 23. Was versteht man unter der relativen Konstanz einer Art? 30. b) Chromatin. Erklären Sie folgende Begriffe: a) Erbinformation. i) intermediärer Erbgang. g) heterozygot. e) Nukleotid. Bau. Polynukleotid. d) Genotyp. c) Allel. 31. Unterscheiden Sie Mutationen und Modifikationen. h) dominant-rezessiver Erbgang. 29. 24. e) Phänotyp. Erklären Sie folgende Begriffe: a) Chromosom. f) homozygot. 33. Welche Bedeutung haben sie? 34.58 2 Grundlagen. 27. Beschreiben Sie die Mitose und ihre Bedeutung.

Abb. interstitielle Flüssigkeit sowie – amorphe Grundsubstanz: Hierbei handelt es sich um ein Gel unterschiedlicher Konsistenz. Kollagenfasern Die Kollagenfasern sind die zugfesten Bauelemente in den Bändern. Elastische Fasern bilden ebenfalls Fasernetze. straffes Bindegewebe elastisches Knorpelgewebe Kollagenfasern (Sehne) Retikulozyten 1) Knorpelzellen elastische Fasern retikuläre Fasern weiße Blutzellen 1) netzförmig angeordnete Zellen in den lymphatischen Organen Geformte Interzellularsubstanz (= Fasern). Wir finden ihn vor allem in häufig beanspruchten Organen (z.und Lymphflüssigkeit. Außerdem kommen sie im retikulären Bindegewebe vor. geformte Interzellularsubstanzen (= Fasern) Die Fasern ermöglichen als wichtiger Bestandteil des Körpers den Zusammenhalt und die Festigkeit der Organe. Lunge und Gallenblasenwand). Aus diesen Fasern entsteht beim Kochen eine leimartige Masse. Interzellularsubstanzen Die Interzellularsubstanzen (Zwischenzellsubstanzen) sind Stoffe. b. • Polysacchariden.59 3 Gewebe Gewebe sind Verbände von Zellen mit annähernd gleichem Bau und gleicher Funktion einschließlich der von ihnen abgegebenen Interzellularsubstanz. B.1 . ungeformte Interzellularsubstanzen – Flüssigkeiten: Blut. das sich hauptsächlich zusammensetzt aus: • Proteinen. Calciumsalze) und • wechselnder Menge Wasser (wenig). retikuläres Bindegewebe 2. Kollagen heißt „leimgebend“. B. Wände der großen Arterien. Gelenkkapseln und Sehnen. welche in die Zwischenzellräume eingelagert werden und vor allem für die Binde. Zu den Interzellularsubstanzen gehören a. Retikuläre Fasern Sie bilden Fasernetze um Zellen und um Blutgefäße. Elastische Fasern Dieser Fasertyp verhält sich wie ein Gummiband. 3. 3. • anorganischen Verbindungen (z.und Stützgewebe von besonderer Bedeutung sind. Bei den geformten Interzellularsubstanzen sprechen wir von drei Faserarten: 1.

Es erfüllt sehr unterschiedliche Aufgaben. die anschließend beschrieben werden. Nach ihrer Funktion werden die Epithelien in drei Gruppen eingeteilt: • Deckepithel. Diese Zellen bilden also das eigentliche Organgewebe (Parenchym). Jeder Typ hat mehrere Untergruppen. Binde. S. Mikrovilli . wie z. Gliederung der Epithelgewebe. – Abgabe und Aufnahme von Stoffen sowie – Reizaufnahme. • Sinnesepithel (✑ Sinnesorgane. 2. B. Pankreasund Nierenparenchym. Epithelgewebe.1 Epithelgewebe (= Epithel) Das zellreiche Epithelgewebe ist praktisch in allen Körperorganen anzutreffen. die für die spezielle Organleistung der kompakten inneren Organe verantwortlich sind. Leber-. Nervengewebe. S. S. Epithelgewebe Deckepithel einschichtig Drüsenepithel mehrschichtig Plattenepithel kubisches Epithel Zylinderepithel mehrreihiges Flimmerepithel Übergangsepithel (Urothel) unverhorntes Plattenepithel verhorntes Plattenepithel Zylinderepithel mehrreihiges Flimmerepithel Flimmerhärchen Darmepithel Zellen (Cilien) Zellkerne Basalmembran Abb.2 Sinnesepithel Funktionell bedingte Ausstülpungen der Zellmembran. Jedes Organ ist aus mehreren Gewebearten zusammengesetzt (vgl. – Einschränkung der Verdunstung. 3.und Stützgewebe. 4. • Drüsenepithel (✑ Drüsen. 3.1 3. Tab. z. werden als Parenchymzellen bezeichnet. Epithelgewebe sind fast ohne Interzellularsubstanz. B. Diejenigen Zellen. Den Aufgaben entsprechend zeigen Epithelzellen ganz unterschiedliche Formen. 311). 86).3 60 Gewebe Der menschliche Organismus besteht aus vier Haupttypen von Geweben: 1. 22).: – mechanischen Schutz. Muskelgewebe. 3.

3 .3. gedehnt) Übergangsepithel (mehrreihig. ungedehnt) Tastkörperchen Hörsinneszellen Lichtsinneszellen Sinnesepithelien Formen der Epithelgewebe: Deck. verhornt) Zylinderepithel (einschichtig) Flimmerepithel (mehrreihig) Übergangsepithel (mehrreihig.1 Epithelgewebe 61 Plattenepithel (mehrschichtig.und Sinnesepithelien. Abb. 3. unverhornt) Plattenepithel (einschichtig) Hornschicht kubisches Epithel (einschichtig) Becherzellen Plattenepithel (mehrschichtig.

Nicht alle Zellen erreichen durch unterschiedliche Größe die Oberfläche.und Stützgewebe Das Binde. 2.) Mehrschichtiges Zylinderepithel als Auskleidung der männlichen Harnröhre. Zum Binde. • Knorpelgewebe. – isoprismatisches (kubisches) Epithel mit annähernd würfelförmigen Zellen. Binde. Man unterscheidet: a) Nach der Zellform – Plattenepithel mit abgeflachten Zellen. 3. tubuloalveolär Abb.) Mehrschichtiges Plattenepithel: • unverhornt als Auskleidung von Mundhöhle. Bedingt durch unterschiedliche Druck.) Einschichtiges mehrreihiges Flimmerepithel • als Auskleidung der Atemwege.und Stützgewebe gehören: • Bindegewebe. Eizelle. Scheide und Bedeckung der Lippen. Beispiel: Bürstensaum. 5. • verhornt als Bedeckung der Körperoberfläche (= Epidermis). – Flimmerepithel: Bewegliche Plasmastrukturen in der Schleimhaut der Atemwege sowie Eileiter dienen dem Transport von Staub bzw.3 62 Gewebe Deckepithel (= Schutzepithel) Das Deckepithel bedeckt als flächiger. – hochprismatisches Epithel (Zylinderepithel) mit hohen Zellen. feinste Fäserchen (= Mikrovilli) der Dünndarmepithelzellen. Es ruht mit einer Grenzmembran (= Basalmembran) auf dem darunter liegenden Bindegewebe. dafür reichlich Interzellularsubstanz. Die freie Oberfläche der Zellen kann verschiedene Strukturen tragen. Verdauungstrakt. B. tubulär alveolär b) Nach der Zahl der Zellenlagen – Einschichtige Epithelien (die ein. • Knochengewebe.2 Binde. die an der Zelloberfläche entspringen und der Oberflächenvergrößerung und damit der besseren Stoffaufnahme dienen.oder mehrreihig sein können) 1. Harnwege) aus. 2. • als Epithel der serösen Häute (hier heißt es Mesothel). 4.) Einschichtiges einreihiges Plattenepithel • als Auskleidung der Blutgefäße und Lungenbläschen (hier heißt es Endothel).) Einschichtiges einreihiges Zylinderepithel • als Auskleidung des Magens und Darmes. . aber alle Zellen sind mit der Basalmembran verbunden. 3. wird von Mehrreihigkeit gesprochen.4 Formen der Drüsenepithelien.und Dehnungszustände ist die Anzahl der Zellreihen verschieden. – Mehrschichtige Epithelien 1.) Einschichtiges mehrreihiges Übergangsepithel (Urothel) • kleidet überwiegend die harnableitenden Wege aus. 3. Da die Zellkerne in verschiedenen Ebenen liegen.und Stützgewebe gibt dem Körper Festigkeit und Halt und verbindet seine Teile untereinander.) Einschichtiges einreihiges kubisches Epithel • als Auskleidung der kleinen Bronchien. Entsprechend den Funktionen weisen die Deckepithelien verschiedene Merkmale auf. in sich geschlossener Zellverband die Körperoberfläche und kleidet die Hohlorgane (z.und Stützgewebe besitzen im Unterschied zum Epithelgewebe relativ wenig Zellen. Speiseröhre.

und elastischen Fasern füllt Lücken zwischen den Organen und verbindet sie beweglich. Bänder und Gelenkkapseln auf • weißes: Fetttropfen im Zytoplasma als Bau. Niere) Speicherfett: wirkt v. 3.und Speicherfett im Körper verteilt • braunes: Fettzellen des Neugeborenen mit kleinen Fetttröpfchen und Mitochondrien. B. B. Plasmazellen. als Bestandteil des Unterhautfettgewebes als Wärmeisolator. Retikulumnetzförmiges Bindegewebe zellen sehr viele flüssig (= Gewebsflüssigkeit) Verfestigung durch Retikulinfasern bildet das Grundgerüst von Knochenmark. Augenhöhle.3. erfüllt Abwehraufgaben Straffes Bindegewebe wenig Fibrozyten selten sehr viel in dichten Geflechten oder parallel angeordnete Kollagenfasern.2 Binde. Mesenchym sternförmige Zellen zu einem räumlichen Gitterwerk angeordnet selten flüssig bildet Füllgewebe des Embryos. Sehnen. Retikulum.und Stützgewebe Retikuläres Bindegewebe. außerdem stellt es eine Energiereserve dar und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation des Wasserhaushaltes Lockeres Bindegewebe Fibrozyten viele. a. Wange) und hält Organe in ihrer Lage (z. Milz. zur zitterfreien Wärmebildung . Histiozyten Gewebsflüssigkeit mit eingelagerten retikulären Kollagen. Lymphknoten und Lymphfollikeln. speichert Flüssigkeit. Gesäß. die von elastischen Fasern begleitet werden baut Lederhaut. Ausgangsmaterial für alle anderen Binde.2 Bindegewebe fixe Zellen freie Zellen Interzellularsubstanz Vorkommen und Aufgaben Embryonales Bindegewebe. B. liegt zwischen den Parenchymzellen der Organe. z.und freie Zellen sind zur Phagozytose und Speicherung befähigt Fettgewebe zahlreiche Fettzellen keine Grundsubstanz mit wenig Fasern Baufett: bildet druckelastische Polster (z.und Stützgewebe Bindegewebsformen 63 Tab.

Nasenscheidewand. Hyaliner Knorpel Die Interzellularsubstanz wird etwa zur Hälfte von amorpher Grundsubstanz und kollagenen Fibrillen (kleinste Fäserchen) gebildet. Es bildet auch beim Menschen zunächst das Knorpelskelett. Der Grundsubstanz Knorpelzelle Knorpelkapsel Elastischer Knorpel Knorpelzelle Grundsubstanz elastische Fasern Faserknorpel Knorpelzelle Grundsubstanz kollagene Fasern Knorpelarten. von der aus die Versorgung des Knorpels erfolgt. • geringe Zugfestigkeit. lockere und straffe Bindegewebe sowie auch das Fettgewebe. retikuläre. Beim Menschen tritt der Knorpel in 3 Formen auf: 1. aber nur geringe Zugfestigkeit aus. Vorkommen: Skelettanlage. Rippenknorpel. freie.und Knochengewebe sind die Stützgewebe im engeren Sinn. Abb. Letztere wird als Grundsubstanz bezeichnet. Die Knorpelzellen liegen in Einoder Mehrzahl in den Knorpelhöhlen (= Aussparungen der Interzellularsubstanz). Schild-. – erfüllt Stoffwechselfunktionen und – speichert Fett. Neben den fixen Zellen (= jeweilige Bindegewebszellart) kommen oft sog. Eigenschaften • hohe Druckelastizität. die von einer gallertartigen Grundsubstanz mit eingekitteten Kollagenfasern umgeben werden. Es ist die am häufigsten vorkommende Knorpelart. es – umhüllt und verbindet die Organe. Knorpelgewebe. Knorpelgewebe und Knochengewebe Knorpel. die Abwehrfunktionen ausüben (✑ Tab. 3. – bildet das Grundgerüst der Organe. Ring. Dazu gehören das embryonale. hyaline Knorpel zeichnet sich durch hohe Druckfestigkeit.und Stellknorpel des Kehlkopfes. Der Knorpel besteht aus den Knorpelzellen (Chondrozyten). teilweise zur Wanderung befähigte Zellen vor. Mit Ausnahme der Gelenkknorpel werden alle übrigen von einer Knorpelhaut (Perichondrium) überzogen.2). Das formgebende Prinzip ist die geformte und ungeformte Interzellularsubstanz. Knorpel Das Knorpelgewebe geht aus dem Mesenchym hervor. Das Bindegewebe erfüllt diverse Aufgaben. 3. Hyaliner Knorpel Merke Das Bindegewebe zeigt in seiner Ausbildung eine große Mannigfaltigkeit und übt im Organismus vielfältige Funktionen aus. Sie geben dem Körper durch ihre besondere Festigkeit seine Form. welches sich durch den Prozess der Knochenbildung in das Knochenskelett umwandelt. Die Wand der Knorpelhöhlen heißt Knorpelkapsel. Knorpelspangen der Luftröhre.5 .64 3 Gewebe Bindegewebe Das Bindegewebe bezeichnet eine Gruppe recht unterschiedlicher Gewebsformen. Gelenkknorpel (ohne Perichondrium).

Der Rest ist Wasser. S.7. Außer von kollagenen Fibrillen ist er von elastischen Fasern durchsetzt. Die Kollagenfasern überwiegen gegenüber der amorphen Grundsubstanz deutlich. Faserknorpel Der Faserknorpel hat große Ähnlichkeit mit dem straffen Bindegewebe.3 Bestandteile des Knochengewebes Knochenzellen • knochenbildende Zellen (Osteoblasten) • Knochenzellen (Osteozyten) Interzellularsubstanz ungeformte (amorphe) Grundsubstanz anorganische Substanzen Fasern • Calciumphosphat (ca. Untereinander sind sie durch Plasmaausläufer innerhalb feiner Knochenkanälchen verbunden. Disci. .6. wodurch dem Knochengewebe Druckfestigkeit und Elastizität verliehen werden.3. 3. Kehldeckel. dafür weniger druckfest als der hyaline. Ohrtrompete. Das Knochengewebe wird spröder (= Ursache für häufigere Knochenbrüche). Knochengewebe. 65 Knochengewebe. Merke Die Interzellularsubstanz enthält große Mengen Calciumphosphat und reichlich kollagene Fasern. Er ist zugfester. S. Vorkommen: Zwischenwirbelscheiben. Die Folge sind Abnutzungen des Knorpels. Minisci. Diese Eigenschaften sind auf die Zusammensetzung und Anordnung der reichlich vorhandenen Interzellularsubstanz zurückzuführen. 66). Diese ohnehin nicht optimale Versorgung reagiert zudem sehr empfindlich auf unterschiedlichste Störfaktoren. ist die Arthrose irreversibel. Vorkommen: Ohrmuschel. Die Struktur des Knochengewebes ist bei seiner Entstehung zunächst unregelmäßig und bildet die ursprünglichen Geflechtknochen (✑ Abb. 3.2 Binde.und Stützgewebe 2. Elastischer Knorpel Der elastische Knorpel ist dem hyalinen sehr ähnlich.und Scherbelastbarkeit bei relativ geringer Masse aus. 85 %) • kollagene Fibrillen Festigkeit Elastizität • knochenabbauende Zellen (Osteoklasten) Elastizität Der anorganische Bestandteil beträgt 50 % und der organische 25 %. 66). Im Zuge des Wachstums wandelt sich diese in Anpassung an die Belastung in eine lamellen. Er zeichnet sich deshalb durch eine hohe Zugfestigkeit aus. Die Knochenzellen liegen in Knochenhöhlen. Da die Zellen des erwachsenen Knorpels außerdem ihre Teilungsfähigkeit verloren haben. Tab. Die stoffliche Versorgung erfolgt durch Diffusion über die Gelenkinnenhaut und den unter dem Knorpel liegenden Knochen. die als Arthrose (= degeneratives Gelenkleiden) der entsprechenden Gelenke in Erscheinung treten. Die Anordnung des „Baumaterials“ ist den Belastungen angepasst. P Der Gelenkknorpel hat keine eigene Blut❑ versorgung. P Mit zunehmendem Alter nimmt die Knochen❑ elastizität ab.oder schalenförmig geordnete Knochenstruktur um und bildet die endgültigen Lamellenknochen (✑ Abb. 3. Knochen Das Knochengewebe zeichnet sich durch seine besondere Druck. 3.

3. 3.3 66 Gewebe Knochenzellen (Osteozyten) Interzellularsubstanz Kollagenfasern Abb.8). Gleichzeitig bildet sich innerhalb der Knochenmanschette die Markhöhle. sodass zuerst Geflechtknochen entstehen. sondern wächst auch in Richtung der beiden Epiphysen (✑ Abb. also von außen (perichondrale Ossifikation) als auch von innen (enchondrale Ossifikation).7 Lamellenknochen. Monat der Schwangerschaft) und erfolgt auf zwei verschiedenen Wegen. Diese wird allmählich nicht nur dicker.6 Geflechtknochen. im Havers-System (Osteon) Knochenbälkchen (Substantia spongiosa) Blutgefäße Havers’scher Kanal mit Bindegewebe. Nerven und freien Zellen Knochenhaut (Periost) äußere Lamellen Volkmann-Kanal mit Blutgefäßen Abb. . Die Epiphysen verknöchern enchondral. Knochenbildung (Ossifikation) Die Bildung der einzelnen Knochen beginnt in der Fetalzeit (ab 3. 1. 3. h. d. Chondrale Ossifikation Bis auf wenige Ausnahmen werden die Knochen zunächst aus Knorpelgewebe (geht aus dem Mesenchym hervor) vorgebildet („Knorpelknochen“).. Bereits vor der Geburt beginnt der Abbau des Knorpels und sein Ersatz durch ungeordnetes Knochengewebe. und die Knorpelhaut wird zur Knochenhaut. Bei den langen Röhrenknochen entsteht zunächst im mittleren Bereich der Diaphyse außen um den Knorpel eine Knochenmanschette. Die Verknöcherung der „Knorpelknochen“ erfolgt sowohl von der Knorpelhaut. Blutgefäßen.

Mesenchym Knochen Aufbau des Lamellenknochens (✑ Abb.7) Diese Knochenart ist durch ein lamelläres Ordnungsprinzip der Interzellularsubstanz charakterisiert. der durch allmählichen Abbau des Knorpelgewebes größer wird. Wirbelkörper. Hüftbeine und Diaphysen der Röhrenknochen verknöchert. Knochenkern. Die 5 – 10 µm dicken plattenförmigen Knochenlamellen werden aus parallel zueinander verlaufenden kollagenen Fibrillen und Kittsubstanz gebildet. So sind zum Zeitpunkt der Geburt lediglich Rippen. Inneren entsteht ein sog.2 Binde. welche die Knochenzellen (Osteozyten) enthalten. Merke Mit dem Längenwachstum der Knochen (✑ S. Schädelknochen. Epiphysen der Röhrenknochen. Fersenbein) vorhanden oder sie bilden sich zu einem späteren Zeitpunkt in einer ganz bestimmten Reihenfolge.und Stützgewebe endochondraler Knochenkern 67 Gelenkknorpel Epiphyse Hyaliner Knorpel Markhöhle Diaphyse Knochenmanschette einwachsende Gefäße Epiphyse Metaphyse oder Epiphysenfuge Knochenbildung.3.8 Geflechtknochen 2. Schlüsselbein. 3. . Die Ossifikation der einzelnen Knochen geschieht zeitlich verschoben. B. In den übrigen Knochen sind entweder Knochenkerne (z. Mesenchym Knorpel Lamellenknochen Abb. Beispiele: Schädeldach. Desmale Ossifikation Unter desmaler Ossifikation versteht man die Bildung von Knochengewebe direkt aus dem Mesenchym. 90) bildet sich der Geflechtknochen in den Lamellenknochen um. Am Ende ist das Knorpelgewebe bis auf den Gelenkknorpel und die Epiphysenfugen vollständig in Knochengewebe umgebaut. 3. Zwischen den Lamellen liegen die pflaumenkernförmigen Knochenzellhöhlen.

3. – Zum Schluss des Heilungsprozesses wird die Knochenmanschette abgebaut. in denen sich die Ausläufer der Osteozyten befinden. 3. 3. Osteone (= Havers-System) Durch die konzentrische Anordnung der Knochenlamellen entstehen dünne mehrere Zentimeter lange Zylinder. P Bei der Frakturheilung legt der Organismus ❑ um den Bruchspalt einen stützenden Verband in folgender Art und Weise an: – Zunächst wächst vor allem vom Periost gefäßreiches Bindegewebe in und um den Bruchspalt (= bindegewebiger Kallus).3 Muskelgewebe Das Muskelgewebe besitzt im besonderen Maße die Fähigkeit zur Kontraktion. Zwischen den Myofibrillen befindet sich ein Netz feinster Kanälchen (= Tubuli). die Osteone. – Jetzt. Das sind feinste Fäserchen. Nach morphologischen und funktionellen Gesichtspunkten gliedert man das Muskelgewebe in drei Muskelgewebearten: 1. quer gestreiftes Muskelgewebe Herzmuskelgewebe (Teil einer Muskelfaser) balkenförmige Herzmuskelzelle mit zentral liegendem Zellkern lockeres Bindegewebe Glanzstreifen lang gestreckte. bestehend aus den kontraktilen Eiweißen Aktin und Myosin. 2. – Im Bindegewebe entstehen knochenbildende Zellen (= Osteoblasten). 89) kommend in das Zentrum der Osteone gelangen. Er enthält die versorgenden Blutgefäße und Nerven. welche um den glattes Muskelgewebe Bruchspalt eine „Knochenmanschette“ legen (= knöcherner Kallus). die als Haver’scher-Kanal bezeichnet wird. spindelförmige Muskelzellen Abb.3 68 Gewebe Die Knochenzellhöhlen sind durch enge Knochenkanälchen untereinander verbunden. glattes Muskelgewebe. Herzmuskelgewebe. Wie in Abb. Verantwortlich für die Kontraktilität sind die Myofibrillen. in denen die Arterien. quer gestreiftes Muskelgewebe. Senkrecht zu den Haver’schen Kanälen verlaufen die Volkmann-Kanäle. nach Fixierung der Bruchstücke. verknöchert das Bindegewebe im Spalt. wodurch die Bewegung der Körperteile ermöglicht wird.9 Zellkerne Muskelgewebearten. 3. verlaufen die Lamellen um eine Aussparung. Venen und Nerven von der Knochenhaut (✑ S. Muskelfasermembran Myofibrillen .7 zu erkennen.

• die Arbeitsmuskelzellen (fibrillenreich) sind für die Kontraktion verantwortlich. Glattes Muskelgewebe zeigt keine Querstreifung.1 Bau Das Nervengewebe ist das am höchsten entwickelte Gewebe. Vorkommen: • Gesamte Skelettmuskulatur (= 45 % der Körpermasse) sowie in der Zungen. Glanzstreifen (= typisches Kennzeichen) als Verzahnungsstellen sichtbar. Untereinander sind die Fasern durch Plasmaausläufer miteinander verbunden. 71) bildet es das zentrale und periphere Nervensystem. Zusammen mit der Neuroglia oder Glia (✑ S. • Harnleiter. das bei der Erregung eine wichtige Rolle spielt. glykogenreich) garantieren die Erregung des Herzmuskels.4 Nervengewebe 3. die meist in gleicher Höhe liegen – daher die Querstreifung. Hauptbestandteil des Nervengewebes sind die Nervenzellen (= Neurone). Quer gestreiftes Muskelgewebe Bauelement des quer gestreiften Muskelgewebes ist die quer gestreifte vielkernige Muskelfaser. 69 . Aufgaben: • Bewegungen der Hohlorgane sichern. Atembewegungen.und Funktionselemente des Herzmuskelgewebes sind die quer gestreiften „Herzmuskelfasern“.. benötigt deshalb viel Energie und • ermüdet schnell. auch für die Stimmbildung im Rachen wird die willkürliche Muskulatur eingesetzt. Aufgaben: • Spezifisch differenzierte Herzmuskelzellen (fibrillenarm. • Gebärmutter. 3. Vorkommen: • Herzmuskel. h. 3. Sie lassen unter dem Mikroskop helle und dunkle Streifen erkennen.4 Nervengewebe 1. • entfaltet viel Kraft. • entfaltet nur geringe Kraft und benötigt deshalb nur wenig Energie. Muskelfaserbündel Mehrere Muskelfasern werden zu Primärbündeln und diese wiederum zu Sekundärbündeln zusammengeschlossen.bzw. Herzmuskelgewebe Bau. P Besonders hohe Anforderungen führen zur ❑ Hypertrophie (= übermäßige Vergrößerung der Zellen).und Rachenmuskulatur. • Blutgefäße. 2. Sie werden aus einer Kette hintereinander geschalteter Herzmuskelzellen gebildet und von einer gemeinsamen Membran umgeben. Steuerung durch das vegetative Nervensystem. der Augäpfel. So kann im schwangeren Uterus die Zellgröße auf das Achtfache gesteigert werden. • kontrahiert schnell. d. ermüdet also kaum. Die Zellgrenzen innerhalb einer Faser werden durch die sog. Die reichlich vorhandenen Myofibrillen durchziehen die Faser als parallele Eiweißfäden in Längsrichtung. Vorkommen: • Verdauungstrakt. Harnblase. In ihrer Gesamtheit bilden diese Faserbündel den Muskel. Dehnungszustand über längere Zeit aufrechterhalten. Eigenschaften: • ist dem Willen unterworfen (= willkürliche Muskulatur). • kann einen bestimmten Spannungs. Um die Myofibrillen bildet das endoplasmatische Retikulum (hier sarkoplasmatisches Retikulum) ein netzförmiges Röhrensystem. • kontrahiert langsam.4.3. des Rumpfes. Eigenschaften: • ist nicht dem Willen unterworfen (= unwillkürlich). Aufgaben: • Bewegungen der Extremitäten. • Atmungstrakt. Es dient dem Informationsaustausch. die eine Länge von wenigen Millimetern bis zu 10 Zentimetern erreicht. Glattes Muskelgewebe Bauelement des glatten Muskelgewebes ist die spindelförmige glatte Muskelzelle mit zentral gelegenem ovalen Kern.

Sie dienen dem Transport von Vesikeln und Mitochondrien in die synaptischen Endknöpfe. d. Die Enden verdicken sich keulenförmig (= Endknopf). Außerdem enthält das Perikaryon eine größere Anzahl von Neurofibrillen. d. Neurit) Ranvier’scher Schnürring Axolemm Endbäumchen (Telodendron) Abb. Soma) Ursprungskegel (Axon. An den Kontaktstellen von 2 benachbar- . Neuron Das Neuron setzt sich zusammen aus dem Zellkörper (Perikaryon). Neuriten)..10 Nervenzelle (Neuron). Ein Oligodendrozyt kann mehrere Neuriten umhüllen. sie besitzen mehrere Dendriten (baumartig verzweigt) und einen längeren Neurit (= Axon).. Neurone sind funktionell bipolar. und zahlreiche Mitochondrien und Lysosomen im Perikaryon. Nervenfaser und Hüllen Der Neurit bildet zusammen mit einer Gliahülle die Nervenfaser. die sich in das Axon fortsetzen. man unterscheidet einen Rezeptorpol zur Informationsaufnahme und -weiterleitung in das Perikaryon und einen Effektorpol zur Informationsabgabe über das Axon. h. Man unterscheidet je nach Beschaffenheit der Gliahülle 2 Nervenfaserarten. dem Stoffwechselzentrum. Diese wird als Markoder Myelinscheide bezeichnet. eine Schwann-Zelle immer nur einen. Die Gliahülle wird im ZNS (zentrales Nervensystem) von Oligodendrozyten und im PNS (peripheres Nervensystem) von SchwannZellen gebildet. synaptische Endknöpfchen Neurone leiten Erregungen schnell über weite Strecken weiter. und den von ihm ausgehenden Fortsätzen (Dendriten.3 70 Gewebe Merke Nissl-Schollen Dendriten Neurolemm Synapse Zellkern Axoplasma mit Neurofibrillen Nervenfaser Zellkörper (Perikaryon. • Markhaltige Nervenfasern: Die Gliazellen wickeln sich lamellenartig um das Axon. sodass eine isolierende Fetthülle entsteht. Die meisten Neurone des Menschen sind multipolar. Das Axon zweigt sich am Ende zum Endbäumchen (Telodendron) auf. h. Neurone besitzen ein stark ausgeprägtes granuläres endoplasmatisches Retikulum. 3. welches als Nissl-Schollen oder Tigroidsubstanz bezeichnet wird.

5.4 Nervengewebe ten Gliazellen fehlt das Myelin. weil sie afferente und efferente Fasern enthalten. 3. Nervenfasern 71 Nervenfaserbündel Merke Nach der Menge des Myelins (= Mark) unterscheidet man markhaltige (myelinreiche) und marklose (myelinarme) Nervenfasern. wodurch eine Einschnürung erfolgt. Epineurium (lockeres Bindegewebe. Sie kleiden Hirnventrikel und Zentralkanal des Rückenmarks aus. 3. Faszikel und periphere Nerven Die Nervenfasern sind zu Nervenfaserbündeln zusammengefasst. Glianarben. – Beeinflussung des Nervenzellstoffwechsels. Es entstehen die sog. Informationsleitung durch efferente Nervenfasern zum Muskel bzw.2 Grundlagen der Erregungsphysiologie Das Nervengewebe sichert den Informationsaustausch. 3. Sie umhüllen die peripheren Neuriten. der in fünf Schritten dargestellt werden kann: 1.3. • Efferente (= motorische. mit Blut. P Gliazellen füllen Defekte in der Hirnsubstanz ❑ aus. Neuroglia (Glia) Außer den Neuronen befinden sich sowohl im ZNS als auch im PNS noch die Gliazellen. die die Neurone mit den Blutgefäßen verbinden und den Stoffaustausch ermöglichen. Einteilung der Nervenfasern nach ihren funktionellen Eigenschaften: • Afferente (= sensible. Die peripheren Nerven sind überwiegend gemischte Nerven. . – Ependymzellen. zur Drüse (= Effektoren). – Oligodendrozyten. Informationsleitung durch afferente Nervenfasern zum Zentralnervensystem. sodass nur sehr wenig isolierendes Myelin vorliegt und keine Nervenfaserknoten entstehen. Periphere Glia: – Schwann-Zellen. Sie bilden den Hauptanteil der Neuroglia. Abb. Je nach Funktion unterscheidet man verschiedene Gliazelltypen. absteigende) Nervenfasern leiten die Informationen vom ZNS zur Peripherie.4. Informationsaufnahme durch Sinneszellen (= Rezeptoren). 2. Informationsabgabe an die Umwelt durch Muskelleistung und Drüsensekrete. das den Nerven umhüllt und seine Verbindung zur Umgebung herstellt) Endoneurium (lockeres Bindegewebe um die Nervenfasern. • Marklose Nervenfasern: Mehrere Axone werden einfach in eine Gliazelle eingeschlossen. – Mantelzellen. die in ihrer Gesamtheit als Neuroglia bezeichnet werden. Dies sind verzweigte Zellen. Diese heißt Nervenfaserknoten oder Ranvier’scher Schnürring. Im Gehirn und Rückenmark werden diese als Faszikel bezeichnet. Diese sind weniger verzweigt und bilden die Markscheiden im ZNS. aufsteigende) Nervenfasern leiten die Information von der Peripherie zum ZNS. 4.11). – Isolationsfunktion.11 Merke Die wesentlichen Aufgaben der Neuroglia sind: – Stützfunktion. Zentrale Glia: – Astrozyten. Sie umgeben die in den Ganglien liegenden Perikaryen. 3.und (straffes BindeLymphgewebe um die kapillaren) Nervenfaserbündel) Perineurium Peripherer Nerv (Querschnitt). außerhalb bilden sie den Hauptanteil der peripheren Nerven (✑ Abb. Informationsverarbeitung und -speicherung im Zentralnervensystem.

Entsprechend der unterschiedlichen Durchlässigkeit der Membran diffundieren im Ruhezustand ständig relativ viele K+ von innen nach außen und wenige Na+ im umgekehrten Richtungssinn. Beispiele: Änderung von Lichtintensität. Grundlage für den Informationsaustausch ist die Erregung der Nervenzellen.und extrazellulären Flüssigkeit (✑ S. die zu einer Änderung des Membranpotentials führt.und damit auch Ladungsausgleich kommt. dass von einer erregbaren Zelle eine Information aufgenommen und in elektrische Impulse transformiert worden ist. Erregung (Aktionspotentialbildung) Erregung einer Zelle bedeutet die Umwandlung des Ruhepotentials in das Aktionspotential (= AP) infolge Reizung. • unterschiedliche Permeabilität (Durchlässigkeit) der ruhenden Membran für die einzelnen Ionenarten. Sie ist polarisiert. • ein aktives Transportsystem (= Natrium-Kalium. Reize Ein Reiz ist eine energetische Veränderung physikalischer und/oder chemischer Natur in der Umgebung einer Zelle.3 72 Gewebe K+ extrazellulär [K+ ] 4 mmol/l [Na+ ] 140 mmol/l Na+ Natrium-Kalium-Pumpe K+ Abb. für Na+ relativ gering und K+ relativ gut durchlässig. die bei einer nicht gereizten Zelle zwischen Zellinnerem und der Außenseite der Membran herrscht.Pumpe) sorgt dafür.12 intrazellulär [K+ ] 160 mmol/l [Na+ ] 10 mmol/l Na+ Ruhepotential. Temperatur. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für die Erregungsbildung. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist das Ruhepotential. Schallwellen. 18). Außenseite positiv). dass es nicht zum Konzentrations. Im Folgenden werden beschrieben: die Erregungsbildung. Druck und pH-Wert. Ruhepotential Merke Die Spannung (= Potential). Die Membran ist für Proteinionen undurchlässig. Dies führt dazu. die Erregungsleitung und die Erregungsübertragung. Letztendlich überwiegen in der intrazellulären Flüssigkeit einige wenige Anionen (negativ geladene Teilchen) und in der extrazellulären Flüssigkeit einige Kationen (positiv geladene Teilchen). Folgende Faktoren bedingen die Entstehung des Ruhepotentials: • ungleichmäßige Verteilung bestimmter Ionen in der intra. 3. dass die Innenseite der Membran im Ruhezustand gegenüber der Außenseite negativ geladen ist. . Erregungsbildung Die Bildung einer Erregung bedeutet. bezeichnet man als Ruhepotential der Zelle (Innenseite negativ.

Reize. h. Den Verlauf der Spannungsänderung von der Depolarisation bis zur Wiederherstellung des Ruhepotentials nennt man Aktionspotential. Der gesamte Vorgang dauert nur wenige Millisekunden (ms). die die Membran bis zum Schwellenwert depolarisieren. Es ist zu erkennen. Das durch die Mindestreizstärke ausgelöste Potential als Voraussetzung für das Aktionspotential heißt Schwellenpotential. - Abb. also die Reizschwelle der Zelle erreichen. Beachtet man die Faktoren. +30 mV statt (Membran innen positiv. Reize. Voraussetzung für die Entstehung eines Aktionspotentials ist eine Mindestreizstärke.80 (1+5) (2) (3) (4) 3 2 Schwellenpotential 1 5 1 Ruhepotential Depolarisation Ladungsumkehr Repolarisation 2 3 Ruhepotential (ms) 4 Reiz Na+ Ruhepotential + - + + K+ - - + - + - Aktionspotential + K+ Ruhepotential Aktionspotential. d.4 Nervengewebe 73 (mV) 40 20 0 4 . Der Verlauf der Potentialänderung bei Reizung ist in der Abbildung 3. Als Folge kommt es zu einer Veränderung der Ionenverteilung. so kann man feststellen: Reize verändern die Membranpermeabilität.13 Je nach Reizstärke wird die Membran mehr oder weniger depolarisiert. welche die Membran auf ca. –60 mV depolarisiert. die die Membran nicht bis zum Schwellenwert depolarisieren und somit kein Aktionspotential auslösen.40 .3. die das Ruhepotential bedingen. Die Membran wird depolarisiert (2). Es ist Ausdruck einer Erregung. bezeichnet man als unterschwellige Reize. dass bei Reizung das Ruhepotential (1) sehr schnell zusammenbricht.13 dargestellt. Anschließend wird die Membran wieder repolarisiert (4).60 . außen negativ. Für kurze Zeit findet sogar eine Ladungsumkehr bis ca. 3). nennt man überschwellige Reize. Bei diesem Wert erhöht sich aufgrund der Ladungsänderung die Permeabilität der Membran für Na+ auf das 500fache. das Ruhepotential wird wieder hergestellt (5).20 . Folge: Rascher Na+-Einstrom mit weiterer Depolarisation und anschließender Ladungsumkehr. . 3..

desto mehr Aktionspotentiale werden in der Zeiteinheit ausgelöst. bei überschwelligen aber immer dass zwischen benachbarten Membranabschniteine Erregung in vollem Umfang erfolgt. weil polarisierte. dadurch Repolarisation. wahrzunehmen? Die Reizstärke wird durch die Frequenz der Aktionspotentiale verschlüsselt. unterschiedliche Druckeinwirkung. Bei markscheidenhaltigen Neuriten erfolgt die Erregungsleitung saltatorisch (sprunghaft) von Ausgleichsstrom Schnürring zu Schnürring. Wie ist es aber möglich. Dieser führt zu einem Ladungsausgleich (= Ausgleichsstrom) längs der Faser (innen und außen). h.ten ein Ladungsunterschied entsteht. Im Anschluss daran sorgt die Natrium-KaliumPumpe dafür. Folge: Verstärkter K+-Ausstrom. deund repolarisierte Membranabschnitte viel dichter beieinander liegen.14 (AP = Aktionspotential). Bei AP markscheidenlosen Neuriten erfolgt die Erregungsleitung kontinuierlich.und extrazellulären Raum kaum verändert werden. Bemerkenswert ist. Erregungsleitung Die Erregungsleitung besteht in der Fortleitung der Aktionspotentiale entlang der Neuritenmembran bis in die Synapsen.74 3 Gewebe Die Permeabilitätsänderung für Na+ hält nur kurzfristig an. Der AP Ladungsausgleich aus der Nachbarschaft bedeutet dort die Bildung eines neuen Aktionspotentials usw. Folgen: • Erhöhung der Leitungsgeschwindigkeit (zirka 100 gegenüber m 1 bei kontinuierlicher s Leitung). d.. Dagegen wird die Membranpermeabilität für K+ verbessert. s da Natrium-Kalium-Pumpe nur Saltatorische Erregungsleitung an den Schnürringen tätig ist. dass bei unterschwelligen Reizen Ein ausgelöstes Aktionspotential hat zur Folge. Das bedeutet. Abb. Das hat Konsequenzen für die ErregungsleitungsgeschwinAusgleichsstrom digkeit und den Energieverbrauch. z. keine Erregung. Je stärker der Reiz. Bei der saltatorischen ErregungsAP leitung „springt“ das Aktionspotential von Schnürring zu Schnürring. dennoch unterschiedliche Reizstärken. B. 3. Wie ist das zu erAlles-oder-Nichts-Gesetz klären? Die Tatsache. zeichnet man als „Alles-oder-Nichts-Gesetz“. be. bleibt bei weiterer Verstärkung des Reizes die Amplitude der Aktionspotentiale trotzdem unverändert. dass trotz der großen Permeabilitätsänderungen an der erregten Stelle der Membran die Ionenkonzentrationen im intra. m • Geringerer Energieverbrauch. die Ruhespannung wird wieder erreicht. nachdem das Schwellenpotential erreicht ist. dass wieder die alten Konzentrationsverhältnisse (wie vor der Erregung) hergestellt werden. .

B. ❑ daher ist eine gute Durchblutung des Nervensystems notwendig. Der Überträgerstoff diffundiert über den synaptischen Spalt in die postsynaptische Membran (= Membran der benachbarten Zelle) und verändert dort die Durchlässigkeit für positive Ionen. Atropin. Sauerstoffmangel. Synapsen wirken demnach wie Ventile. den Synapsen. Muskelzellen und Drüsenzellen. niedrige Temperaturen und Narkotika lähmen die Tätigkeit des Nervensystems. Es gibt erregende und hemmende Transmitter und damit erregende und hemmende Synapsen. Die Erregungsübertragung erfolgt an besonderen Kontaktstellen. Funktion der Synapse Im präsynaptischen Endknöpfchen treffen Aktionspotentiale ein und bewirken dort die Freisetzung eines bestimmten Quantums Transmitter (= chemischer Überträgerstoff). 3. ob eine Information weitergeleitet (= gebahnt) oder gehemmt wird. Sie sind Bestandteil vieler Medikamente (z. die ❑ die Wirkung der natürlichen Transmitter nachahmen (imitieren) oder hemmen. Propranolol). Die Bildung von Aktionspotentialen in einem Neuron setzt voraus. Erregungsübertragung in der Synapse Unter Erregungsübertragung (= Informationsübertragung) versteht man die Übertragung einer Erregung von einem Neuron auf andere Neurone. dass eine bestimmte Mindestzahl von erregenden Synapsen gegenüber den hemmenden vorherrscht. An einem Neuron können bis über tausend Synapsen liegen. P Es gibt zahlreiche chemische Substanzen.3. Das Verhältnis von erregenden und hemmenden Synapsenpotentialen bestimmt also. P Die Repolarisierung benötigt viel Energie.15 Folge: Es kann ein Aktionspotential in der anderen Zelle ausgelöst werden. .4 Nervengewebe 75 Axon Neurotubuli präsynaptische Bläschen (Vesikel) mit Neurotransmitter präsynaptische Membran synaptischer Spalt chemische Übertragung elektrische Weiterleitung Mitochondrien (Neurotransmitter) postsynaptische Membran mit Membranrezeptoren elektrische Weiterleitung Funktion der Synapse. Abb.

und Stützgewebes.und unterschwelliger Reiz. c) des Muskelgewebes. 14. Was sind Myofibrillen? 10. c) Alles-oder-Nichts-Gesetz. 2. b) Schwellenpotential. 8. Was versteht man unter der Neuroglia und welche Aufgaben erfüllt sie? 13. einschließlich über. Vorkommen und Aufgaben a) des Epithelgewebes. Erklären Sie folgende Begriffe: a) Dendrit. d) Axon. Erklären Sie den Vorgang der Erregungsbildung. Beschreiben Sie die Knochenbildung. d) Synapse. 6. Vergleichen Sie die Muskelgewebearten nach Bau. Aufgaben und Eigenschaften. Welche Eigenschaften besitzt Knorpel? Nennen Sie die Knorpelarten. 3. 9. 5. 11. 12. Erklären Sie die Begriffe: a) Ruhepotential. 7. Erklären Sie die Erregungsübertragung in der Synapse. Vorkommen. Erklären Sie die Festigkeit der Knochen aus ihrer Struktur. e) Nerv. b) Aktionspotential. c) Erregung. b) Interzellularsubstanz. 18. Nennen Sie Unterschiede zwischen Epithel und Bindegewebe. Was sind erregende und hemmende Synapsen? . Vergleichen Sie eine Nervenzelle mit anderen Zellen hinsichtlich Bau und Funktion. Erklären Sie die Begriffe: a) Reiz. Erklären Sie den Vorgang der saltatorischen Erregungsleitung. b) Neurit. 4. 15. Wie wird die Reizstärke verschlüsselt? 17.76 3 Gewebe Fragen zur Wiederholung 1. Erklären Sie die Begriffe a) Gewebe. c) Nervenfaser. b) des Binde. Nennen Sie Bauarten. Beschreiben Sie den Bau eines Lamellenknochens. e) Transmitter. 16.

4 kg und eine Fläche von 1. • Lederhaut (Corium) – vor allem straffes Bindegewebe. B. . 4. 2. Sie ist beim Erwachsenen durchschnittlich 2 bis 3 mm dick. Nicht zuletzt auch deshalb. z. die Verschiebbarkeit der inneren Organe zu gewährleisten und – Drüsen.77 4 Hautsystem (Häute und Drüsen) Häute sind flächenhafte Gewebsstrukturen. Blässe bei Blutarmut (Anämie). hat sie für die Diagnostik besondere Bedeutung. B. Oberhaut und Lederhaut bilden die eigentliche Haut. Hornschicht (Stratum corneum). Körnerzellschicht (Stratum granulosum) und helle Schicht (Stratum lucidum). Hohlhand 1 mm). sie werden also am besten versorgt. Da ihre Lebensdauer nur ca. Blaufärbung (Zyanose) bei O2-Mangel oder Gelbfärbung (Ikterus) bei Lebererkrankungen. bilden Schwielen. bestehend aus Basalzellschicht (Stratum basale).1 Äußere Haut Äußere Haut und Schleimhaut bilden die Grenzschicht zwischen Organismus und Umwelt. „Hühnerauge“). Keimschicht (Stratum germinativum). Die Dicke der Oberhaut schwankt in Abhängigkeit von der mechanischen Beanspruchung. 4. Die unterschiedliche Dicke ist vor allem durch die Hornschicht bedingt. • Wärmeregulation.und Transportaufgaben. die sehr stark beansprucht werden. 1. • Vermittlung von Sinneseindrücken. Die hochprismatischen Epithelzellen der einschichtigen Basalschicht sind als einzige Zellen der Epidermis mit der Basalmembran verbunden. sterben täglich Millionen ab und genauso viele werden neu gebildet. Periost (Knochenhaut) der Knochen. Je größer die Beanspruchung. Stachelzellschicht (Stratum spinosum). weil sich Erkrankungen anderer Organe in ihr widerspiegeln. • Unterhaut (Subcutis) – Verschiebeschicht aus lockerem Bindegewebe zwischen Cutis und Muskelfascien bzw. Merke Die wichtigsten Funktionen der äußeren Haut sind: • Schutz vor physikalischen und chemischen Einwirkungen. die als Cutis bezeichnet wird. Die äußere Haut ist die Körperbedeckung des Menschen. Hautstellen. deren Hauptaufgabe darin besteht. Besprochen werden in diesem Kapitel – die äußere Haut. 50 Tage beträgt. die den Organismus gegen die Umwelt abgrenzt und im weitesten Sinne Schutzaufgaben erfüllt. die aus einem Deckepithel und einer darunter liegenden Bindegewebsschicht bestehen. Hier finden ständig mitotische Zellteilungen zur Bildung neuer Epithelzellen statt. hat eine Masse von ca.1. P Zu viel Horn kann Krankheitswert bekom❑ men (z. die Sekrete bzw.1 Schichten der äußeren Haut Die äußere Haut besteht aus: • Oberhaut (Epidermis) – mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel. welches sich in 2 Hauptschichten gliedert.5 bis 2 m2. Rötung der Gesichtshaut bei Bluthochdruck (Hypertonie). Besonders dünn ist die Epidermis an den Augenlidern. – die Schleimhaut als innere Auskleidung vieler Hohlorgane mit wichtigen Schutz. Oberhaut (Epidermis) Die Oberhaut ist ein mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel. Inkrete mit vielfältigen Funktionen im Körper produzieren. desto dicker wird sie (Fußsohle 1 – 2 mm. – die seröse Haut. P Da die äußere Haut wie kein anderes Organ ❑ in ihrer ganzen Ausdehnung der unmittelbaren Betrachtung zugänglich ist.

Durch den Wachstumsdruck werden die älteren Basalzellen in Richtung Oberfläche befördert. Da in der Hornschicht die Verbindungen zwischen den Zellen (sog. Hornschicht (Stratum corneum) Die oberflächlich geschlossene Hornschicht besteht praktisch nur noch aus abgestorbenen keratinhaltigen Epithelzellen. werden die verhornten Zellen laufend abgestoßen. In der Basalschicht finden lebenslang mitotische Zellteilungen zur ständigen Regeneration der Haut statt. P Wegen ❑ der raschen Regenerationsfähigkeit der Epidermis heilen Wunden. Die fest geschlossene Hornschicht dient als „Schutzpanzer“. Desmosomen) verschwinden. Diese Schicht und das darauf folgende Stratum lucidum bilden also die „verhornende Schicht“. Die Zellen produzieren das braunschwarze Hautpigment Melanin (= wichtigster Hautfarbstoff). Im Stratum granulosum bilden die Zellen Keratohyalinkörnchen und Tonofibrillen (feine faserige zugfeste Strukturen). In den Hautschichten der Oberhaut (bei hellhäutigen Menschen nur in der Basalschicht) befinden sich zwischen den Epithelzellen noch Pigmentzellen (Melanozyten). wobei Zellgrenzen gar nicht mehr erkennbar sind. das die mitotischen Zellteilungen in der Basalzellschicht vor der schädlichen UV-Strahlung schützt. schnell vom Rand her ohne Narbenbildung ab.1 Hautschichten. Diese Zellen durchlaufen nun der Reihe nach alle Zellschichten der Keimschicht. Während dieser „Wanderung“ werden nach und nach Zytoplasma und alle Zellorganellen abgebaut. An der Kopfhaut bleiben sie häufig aneinander hängen und bilden Schuppen. aus denen wahrscheinlich der Hornstoff (Keratin) entsteht. 4. Merke Die Epidermis besteht aus der lebenden Keimschicht (Stratum germinativum) und der toten Hornschicht (Stratum corneum). die nur sie betreffen.4 78 Hautsystem (Häute und Drüsen) Oberhaut (Epidermis) Cutis Hornschicht Keimschicht Lederhautpapillen Lederhaut (Corium) Fettgewebe Blutgefäße Faszie Muskel Unterhaut (Subcutis) Abb. .

Letztere sollen erstere vor Überdehnung schützen.und Felderhaut In der Epidermis der Handflächen und Fußsohlen spiegelt sich die Beziehung der in Reihen oder „Leisten“ angeordneten Lederhautpapillen deutlich wider und bildet die Grundlage für das Muster der nur hier vorkommenden Leistenhaut. Wasserbindungsvermögen abnimmt. 63). aber keine Talgdrüsen.1 Äußere Haut Hautfarbe Die Hautfarbe des Menschen wird bestimmt vom Pigmentgehalt. Eingebettet in das Gewebe ist entweder Wasserspeicherung entsteht im Gewebe eine eine Kapillarschlinge oder ein Meissner’sches Spannung. Die Leistenhaut ist nicht behaart und sehr fest an der Hohlhand. Dermis) Die Lederhaut ist der bindegewebige Basalmembran Anteil der Haut und enthält demnach Basalschicht alle typischen Bestandteile des Bindegewebes (✑ S. Die Fasern besitzen außerdem eine gute Quell. Sie enthält Schweiß-. Zellen werden durch ständige Zellteilung an die OberDominierend sind die wellenartig fläche verlagert und als Hornschuppen abgestoßen. P Individuen. 4. Dadurch wird die Kontaktfläche zur Oberhaut Leisten.4. Die Netzschicht wird aus dickelässt mit zunehmendem Alter nach. sie sind blasshäutig.Die Papillen bestehen aus zellreichem feinfaserimögen der Lederhaut erklärt. Die Hautpigmentierung ist nicht an allen Stellen gleich. welche dementsprechend auch gröbere und zugfeste Geflechte bilden. eine wichtige Voraussetzung für sicheren Griff und Stand. Beide Schichten gehen ohne scharfe Grenze ineinander über.oder Geflechtschicht (Stratum reticulare). Merke Durch die Kombination von kollagenen und elastischen Fasern enthält die äußere Haut große Zugfestigkeit und Elastizität. P Die Leistenmuster sind genetisch festgelegt ❑ (Beispiel: Fingerabdruck in der Kriminalistik). Die Lederhaut besteht aus 2 Schichten: – der Papillarschicht (Stratum papillare) und – der darunter liegenden Netz. Abb. angeordneten miteinander verflochteOberhaut (Epidermis). Durch diese Geflecht. haben eine rötliche Iris und sind durch Sonnenstrahlung sehr gefährdet. was das große Wasserbindungsver. weil das ren Fasern gebildet. Besonders stark pigmentiert ist die Haut der Geschlechtsorgane. sodass diese mehr Halt bekommt. ❑ die wegen eines Gendefekts kein Melanin synthetisieren können. Auch die Grund. In der Leistenhaut befinden sich 79 .vergrößert. heißen Albinos.gem Bindegewebe.2 nen Kollagenfasern mit eingelagerten elastischen Fasernetzen. des Afters und der Warzenvorhöfe. der Farbe des Blutes (abhängig vom O2Gehalt) und vom Grad der Durchblutung. Er Tastkörperchen. Die Fasern bilden ein dichtes substanz enthält relativ viel Wasser. Hornhautschuppen Hornschicht (Stratum corneum) Hornbildungsschicht (Stratum granulosum) Keimschicht (Stratum germinativum) Lederhaut (Corium. Fußsohlensehnenplatte verankert.bzw. die als Hauttugor bezeichnet wird. fähigkeit. Die Papillarschicht ist mit der Basalmembran des Epithels durch die Bindegewebspapillen (= Lederhautpapillen) verzahnt.

In der Haut befinden sich zahlreiche Sinneszellen (auch Nervenendkörperchen genannt) und freie Nervenendungen zur Aufnahme von Reizen. In der Lederhaut existieren besonders viele arteriovenöse Anastomosen. – Gefäßgebiet unterhalb der Lederhautpapillen. Die besonderen Aufgaben der Subcutis sind • Energiedepot und Wasserspeicherung. Unterhaut (Subcutis) Die Subcutis gehört nur funktionell zur Haut. bei subkutanen Injektionen (Heparin zur Thromboseprophylaxe. Die übrige Haut zeigt durch feine Furchen getrennte rhombische Felder. Die Fettzellen bilden das Unterhautfettgewebe (Panniculus adiposus). P Die Unterhaut kann viel Flüssigkeit aufneh❑ men und eignet sich daher gut zur Aufnahme von Medikamenten. 4. Insulin zur Blutzuckersenkung).1. Sie besteht vor allem aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe und befestigt die Cutis mittels von der Lederhaut kommender Faserbündel mehr oder weniger verschiebbar an der darunter liegenden Körperfaszie bzw. Von den Kapillarschlingen wird auch die gefäßlose Oberhaut versorgt. äußerer Gehörgang und Penis. 4. Die Felderhaut ist die behaarte Haut.4 80 Hautsystem (Häute und Drüsen) besonders viele Hautrezeptoren.1). daher der Name „Felderhaut“. – Gefäßgebiet an der Grenze von Subcutis und Cutis. welches als Fettmantel in stark unterschiedlicher Ausprägung den Körper umgibt.2 Gefäßversorgung In der Haut liegen drei arterielle und entsprechende venöse Gefäßgebiete übereinander: – tiefes Gefäßgebiet unter der Subcutis. Meissner. z. 4. Die Rezeptoren sind in allen Hautschichten vertreten und sind nach ihren Entdeckern benannt (Merkel. . B. so auch die Merkel-Zellen in der Basalschicht (✑ Tab.1. dem Periost der Knochen.3). Über sie können die Kapillaren im Sinne der Wärmeregulation umgangen werden. Vater-Pacini ✑ Abb. • Wärmeisolation und • mechanischer Schutz.3 Fascie Sinneszellen der Haut. von dem die Kapillarschlingen der Lederhautpapillen abzweigen.3 Haut als Sinnesorgan Merkel-Zellen Oberhaut (Epidermis) freie Nervenendungen Meissner’sche Tastkörperchen Lederhaut (Corium) RuffiniKörperchen Vater-PaciniKörperchen Nervengeflecht Unterhaut (Subcutis) Muskulatur Abb. Ruffini. 4. Frei von Fettgewebe ist die Unterhaut der Augenlider. 4.

Talgdrüsen: Talg bildet wasserabstoßende Fettschicht. Unterhautfettgewebe: Druckpolster. • Vibrationsempfindung Lamellenkörperchen (Vater-Pacini-Körperchen) in der Unterhaut. 4. Infektionsschutz Schweißdrüsen: produzieren ein saures Sekret (= Schweiß). Wärmeschutz Die Hornschicht kann sich bei Überbeanspruchung von der Keimschicht lösen. 6. Temperaturregulation. bei Verengung – Drosselung der Wärmeabgabe. Lederhaut: garantiert Zugfestigkeit und Beweglichkeit. Funktion 1.1 Äußere Haut Übersicht über die Funktionen der äußeren Haut. wird durch das fetthaltige Sekret der Talgdrüsen geschmeidig gehalten. Flüssigkeitsschutz Mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel.und Wärmeempfindung Freie Nervenendungen.1 Strukturen Hornschicht: unterschiedlich dick. der Subcutis und in den unverhornten Schichten der Epidermis. • Kälte. . 3.und Zehenendglieder. • Schmerzempfindung Freie Nervenendungen im Corium. P ❑ Größere Wasserverluste sind lebensbedrohlich. sodass ein Säuremantel auf der Haut entsteht. Schweißdrüsen: Schweiß verdunstet. P ❑ 2. Fettgewebe dient auch als Energiereserve. Strahlenschutz Melanin: schützt die Zellen vor schädlichen UV-Strahlen. reagieren hauptsächlich im Bereich 17  – 36 C. Speicherfunktion Unterhautfettgewebe: besteht überwiegend aus Fettgewebe mit eingelagerten Kohlenhydraten. es bildet sich eine Blase. Nägel: schützen die empfindlichen Finger. Kälterezeptoren unmittelbar unter der Epidermis. wodurch dem Körper Wärme entzogen wird („Verdunstungskälte“). Sinnesfunktionen • Druckempfindung Merkel-Zellen in den untersten Schichten der Epidermis und Ruffini-Körperchen der Lederhaut. 7. Hautblutgefäße: bei Erweiterung – verstärkte Wärmeabgabe. Wärmerezeptoren liegen in der Lederhaut und reagieren maximal im Bereich 40  – 47 C. Nervengeflechte um die Haarwurzeln. Unterhautfettgewebe: ist ein schlechter Wärmeleiter und wirkt daher wärmeisolierend (magere Menschen frieren leichter). 4. durch den das Wachstum der Bakterien gehemmt wird. Mechanischer Schutz 81 Tab.4. Eiweißen und Mineralstoffen. • Berührungsempfindung Meissner’sche Tastkörperchen in den Lederhautpapillen. 5.

Besonders im Alter ist deshalb auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.4 – Augenlider. – am Handteller. Außerdem wirkt der Schweiß aufgrund seines Säuregehaltes (pH = 4. Von Haaren unabhängige Talgdrüsen kommen an folgenden Stellen vor: Hautdrüsen. Pore Haartrichter Talgdrüse Schweißdrüse P Länger stehen bleibende abgehobene Haut❑ falten lassen Rückschlüsse auf den reduzierten Flüssigkeitsgehalt des Körpers zu. Es gibt sie nahezu in der gesamten Haut. dass sie geschmeidig und wasserabweisend werden. 4. Duft. – Warzenvorhof. die den Schweiß produzieren. So nimmt zum Beispiel die Elastizität der Haut infolge Verringerung der elastischen und Zunahme der kollagenen Fasern ab. 4. infolge eines Schlaganfalls) und schlechte Nährstoff. Der Talg fettet Haut und Haare so ein. Die Sekretion der Schweiß. Dabei handelt es sich um eine Hautentzündung verbunden mit lokalem Gewebsverlust. Besonders im Gesicht.4 Altersveränderung der Haut Haar Mit zunehmendem Alter treten typische Hautveränderungen auf. Schweißdrüsen Schweißdrüsen sind Knäueldrüsen. Der Schweiß dient der Wärmeregulation und in geringem Maße der Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten.82 4 Hautsystem (Häute und Drüsen) 4. . – kleine Schamlippen. Schweiß-. Mitesser – Komedonen).5) antibakteriell. Immobilität (z.2 Anhangsorgane der Haut Bestimmte Teile der Haut stellen Einzelorgane dar. welche den Hauttalg produzieren. – Lippenrot. Dazu gehören die Hautdrüsen (Talg-. Nacken) durch verstärkte Verhornung zur Verstopfung der Talgdrüsenausführungsgänge (sog. Ebenso nimmt die Wasserbindungsfähigkeit ab. P Der ❑ natürliche Fettfilm schützt die Haut. Wird durch zu vieles Waschen mit Seife das Fett beseitigt.1. Besonders zahlreich sind sie – in der Achselhöhle. Rücken. Bei zu starker Talgabsonderung kommt es in den talgdrüsenreichen Hautbezirken (Gesicht. – an der Stirn. 4. Die Oberhaut wird dünner und die Rezeptoren nehmen ab. durch den sinkenden Wassergehalt lässt der Hautturgor nach. an Unterarmen und Handrücken entstehen sog.und Brustdrüsen). Ihr Ausführungsgang endet vorrangig am Haartrichter. können wasserlösliche Schadstoffe und Bakterien leichter in die Haut eindringen. Dadurch wird die Haut trockener und neigt zu verstärkter Schuppenbildung verbunden mit Juckreiz.2. weil hier die Tätigkeit der Melanozyten zunimmt. Die Schweißdrüsen münden mit einer Pore auf der Haut. – Anus.und Sauerstoffversorgung der Gewebe führen bei älteren Menschen häufig zu Druckgeschwüren (Dekubitus). Brust.und Talgdrüsen verringert sich. die Ohrenschmalz produzieren. Zusammenfassend werden diese Teile als Anhangsorgane bezeichnet. – an der Fußsohle und – am Rücken. B.1 Hautdrüsen Talgdrüsen (= Haarbalgdrüsen) Talgdrüsen sind einfache Drüsen. Altersflecken. Darüber hinaus gibt es im äußeren Gehörgang Drüsen. die Haare sowie die Nägel. – Peniseichel und Abb.

und Terminalhaare. 4. P Durch Quellung kann das Ohrenschmalz zu ❑ einem Ohrschmalzpfropf werden und den Gehörgang völlig verlegen. Der Brustkrebs ist der häufigste Krebs der Frau. das gemeinsam mit dem Talg und Schweiß sowie abgeschilferten Epithelzellen und Staub das Ohrenschmalz (Cerumen) bildet. Papilla mammaria) Milchsäckchen Einzeldrüse Fettgewebe Abb. Er besteht aus 12 bis 15 Einzeldrüsen.5 Brustdrüse (Mamma). sollte eine regelmäßige Selbstuntersuchung vorgenommen werden. Achselhöhle) und der Berührungsempfindung. sondern ein sekundäres weibliches Geschlechtsmerkmal. Äußere Form und Größe der Brustdrüsen sind sehr variabel. Brustdrüsen (= Milchdrüsen) Die 2 Brustdrüsen sind die größten Hautdrüsen.4.2 Haare (Pili) Das Haarkleid des Menschen ist im Vergleich zu dem anderer Säugetiere stark reduziert. Beim Mann bleibt die Brustdrüse normalerweise in der kindlichen Form bestehen. großer Brustmuskel (M. P Durch Gabe weiblicher Geschlechtshormone ❑ zur Behandlung des Prostatakrebses kann sich auch beim Mann die Brustdrüse entwickeln. Da bei Früherkennung gute Heilungschancen bestehen. Ohrenschmalzdrüsen In der Haut des äußeren Gehörganges befinden sich neben Talg. der Reibungsminderung (z. 4. Lymphabflusswege Es gibt zwei Hauptabflussrichtungen: – außerhalb des Brustkorbes zum Achselbereich und – in das Brustkorbinnere. Genitalund Afterbereich. Der Drüsenkörper liegt in der Unterhaut normalerweise gut verschiebbar auf der Faszie des großen Brustmuskels. Muskelkontraktionen führen zu ihrer Verlängerung. die mit selbständigen Ausführgängen (= Milchgänge) an der Brustwarze münden. Das Sekret der Duft. Ohrenschmalzdrüsen. pectoralis major) Milchgänge Brustwarzenvorhof (Areola mammae) Brustwarze (Mamilla. Letztere produzieren ein hellgelbes Sekret. die als einziges Drüsensekret nicht dem eigenen Körper. Sie werden in erster Linie durch eingelagertes Bindegewebe (größtenteils Fettgewebe) bestimmt. Sie produzieren die Muttermilch. Die Duftdrüsen münden in den Haartrichter.2 Anhangsorgane der Haut Duftdrüsen Dieser Drüsentyp kommt beim Menschen nur in speziellen Hautarealen vor: Achselhaut. Haare dienen dem Wärmeschutz. Ihr Sekret aber reagiert alkalisch und enthält individuelle Duftstoffe. B. Wollhaare (= Lanugohaare) Wollhaare sind zarte. Der Busen ist im anatomischen Sprachgebrauch die Vertiefung zwischen den beiden Brüsten. Die Brustwarze wird vom deutlich stärker pigmentierten Warzenvorhof umgeben. Außerdem zerstört es den Säureschutzmantel.und Schweißdrüsen kann durch Bakterien leicht zersetzt werden.2. 83 . Sie ist kein Geschlechtsorgan. P Die Berührung der Brustwarze löst den Auf❑ richterreflex aus. Brustwarzen und Warzenvorhof. Man unterscheidet beim Menschen zwei Haararten: Woll. Die Brustdrüse (= Mamma) entwickelt sich in der Pubertät beim Mädchen.und Schweißdrüsen sog. sodass die Duftdrüsen leicht von Bakterien infiziert werden können („Drüsenabszess“). wodurch ein unangenehmer Geruch entsteht. kurze und nicht pigmentierte Haare. sondern der Ernährung des Säuglings dient. wodurch das Saugen erleichtert wird. Sie kommen fast am gesamten Körper des Neugeborenen und auf großen Hautgebieten des Erwachsenen vor.

Seine Teile bestehen aus verhornten Epithelzellen. 3 – 5 Jahre. Die Lebensdauer der Terminalhaare beträgt ca. der Haarzwiebel (Bulbus). 4. In die Wurzelscheide mündet unterhalb des Haartrichters der Ausführgang einer Talgdrüse. arrector pili) an. Die Terminalbehaarung erfolgt zum Teil erst in der Pubertät unter dem Einfluss der Geschlechtshormone. Haarwachstum Haar wächst von der Haarwurzel aus pro Monat ca.6 Haar. der Haarwurzel (steckt in der Haut) und dem Haarschaft (ragt aus der Haut heraus).4 84 Hautsystem (Häute und Drüsen) Haarschaft Haarrinde Haarmark (bei dünnem Haar fehlend) Haartrichter Haaraufrichtermuskel (Musculus arrector pili) Haarzwiebel (Bulbus pili) (Bulbus pili) (Cuticula) innere epitheliale Wurzelscheide äußere epitheliale Wurzelscheide Glashaut bindegewebige Wurzelscheide Haarzwiebel Talgdrüse Oberhäutchen (=^ Lederhaut) Haarpapille mit Blutgefäßen Haarpapille mit Blutgefäßen Haarwurzel Wachstumszone Abb. Achsel. Letztere entspricht der Lederhaut und bildet den Haarbalg.und Schamhaare. 1 cm. Von basal liegenden Epithelzellen der Haarzwiebel (= Wachstumszone) geht das Haarwachstum aus. In ihr befinden sich die Blutgefäße für die Versorgung der Wachstumszone. Sie bestehen aus 2 Hauptteilen. Die Haarwurzel wird von einer epithelialen und bindegewebigen Wurzelscheide umgeben. Das Ergrauen der Haare beruht auf Einlagerung von Luftbläschen. der das Aufrichten des Haares bewirkt und dabei die so genannte Gänsehaut verursacht. Darunter setzt der Haaraufrichtermuskel (M. 4. Die bindegewebige Hülle um die Haarzwiebel nennt man Haarfollikel oder Haarbalg. . Augenwimpern und Haare des äußeren Gehörganges gehören dazu. Terminalhaare Das sind die längeren. das Weißwerden auf dem Erlöschen der Pigmentbildung. Der in der Haarzwiebel vorhandene Raum heißt Haarpapille. Bau (✑ Abb. kräftigeren und pigmentierten Haare wie Kopf-. Haarschaft Der Haarschaft ragt aus der Haut heraus. Bart-. Auch Augenbrauen. die der Wimpern dagegen nur 3 – 6 Monate.6) Haare sind schräg aus der Haut ragende biegsame und zugfeste Hornfäden aus Keratin (Hornstoff). P Aus geraden Follikeln wachsen glatte und aus ❑ gekrümmten gekräuselte Haare. Haarwurzel Sie beginnt meist in der Unterhaut mit einer Anschwellung.

3 mm. die in die ca. – Geschlechtsorgane. weil sie auf dem gut durchbluteten Nagelbett liegt. z. Mundhöhle. – Augenlider-Bindehaut. Epithelium. Durchblutungsstörungen zur Beeinträchtigung des Nagelwachstums (erkennbar an Querlinien). – Harnwege. Bau Der sichtbare Teil des Nagels ist die aus verhornten Epithelzellen bestehende Nagelplatte. 5 mm tiefe Nageltasche eingeschoben ist. – Atemwege. – Mittelohr. Proximal bedeckt der Nagelwall die Nagelwurzel. Ihre Aufgaben sind in der Tabelle 4. 4.4. dem Nagelwall. Scheide. Dünndarm. Jede Schleimhaut besteht aus mindestens zwei Schichten: 1. Abgabe von Schleim zum Schutz der Schleimhaut. Ein schmaler Epithelsaum (Eponychium) der Nageltasche geht auf die Nagelplatte über.1 bis 0. . Magen. Aufgaben: Die Schleimhäute sind in ihrem Bau der speziellen Funktion angepasst. das mit der Knochenhaut des Fingerendgliedes verwachsen ist. B. Falten.2 Struktur Unverhorntes mehrschichtiges Plattenepithel.2 genannt. Speiseröhre. Wir finden die Schleimhäute als innere Auskleidung solcher Hohlorgane. Die Nagelplatte wird von einer Hautfalte. Funktion Schutzaufgabe • hohe mechanische Beanspruchung • Abtransport von staubigem Schleim • Schutz der Harnwege Stoffaufnahme (Resorption) Stoffabgabe (Sekretion) Stofftransport Abb. Blut. Nagelplatte Nagelbett Nagelfalz Lunula (= Teil der Nagelmatrix) Nagelwall oder Kälte führen zur Blaufärbung der Nägel. Zotten und Mikrovilli zur Vergrößerung der Oberfläche. Abwehr Tab. Danach folgt das bindegewebige Nagelbett. B.3 Schleimhaut P Sauerstoffmangel ❑ 4. Das Hyponochium wird unter der Nagelwurzel (in der Nageltasche) zur Nagelmatrix. Die verhornten Zellen der Nagelplatte sowie jene des Hyponochiums entsprechen der Epidermis. z. 2. B. z. 4. B. Weiße Blutzellen des Schleimhautbindegewebes. Funktion der Schleimhaut. umgeben. Sie ist durchscheinend und sieht nur deshalb rosa aus. Flimmerepithel. deren Lichtungen mit der Umwelt in Verbindung stehen. dies sind: – Verdauungskanal.7 85 Fingernagel. Es beträgt pro Tag 0. Dieser halbmondförmige hellere Teil heißt Lunula („Möndchen“). Der Schleim wird in Schleimdrüsen (Becherzellen) produziert. Unmittelbar unter der Nagelplatte befindet sich zuerst ein Epithel (Hyponochium). z. Harnröhre. Häufige Erkrankungen sind Entzündungen von Nagelwall und -bett sowie Pilzerkrankungen (Nagelmykosen).3 Nägel Die Nägel bedecken als Hornplatten die Endglieder der Finger und Zehen und dienen als Schutz und als Widerlager für die Tastballen und gewähren dadurch eine Verbesserung der Tastempfindung.und Lymphgefäße des Schleimhautbindegewebes. Urothel.3 Schleimhaut (Tunica mucosa) Schleimhäute sind feucht und schleimreich. Harnblase. Die Nagelmatrix ragt mit ihrem konvexen Rand immer etwas aus der Nageltasche heraus. B. Von ihr geht das Nagelwachstum aus.2. z. das aus Bindegewebe bestehende Nagelbett dem Corium. 4. Atemwege. Schleimhautbindegewebe.

Zwischen den beiden Blättern liegt die eigentliche „Höhle“. Pyelonephritis). S. 2. Eine Vermehrung der Flüssigkeit im Serosaspalt führt zur Bildung eines Ergusses (z. so dass eine sog. Sie bestehen (wie die Schleimhäute) ebenfalls aus mindestens zwei Schichten. Serosaepithel: Es ist im Unterschied zur Schleimhaut immer ein einschichtiges. 176) und das Bauchfell (Peritoneum ✑ Abb. P Eiter in solchen Höhlen nennt man Empyem ❑ (z. Eine seröse Höhle besteht aus zwei Blättern: • dem visceralen Blatt. 4. der Herzbeutel (Perikard ✑ S. indem die Serosa die einzelnen Organe doppelwandig umgibt. S. Die Endung „-itis“ weist immer auf eine Entzündung hin. B. Aufgabe: Die Serosa ermöglicht einerseits eine äußerst reibungsarme Verschiebbarkeit der inneren Organe. 1. entspricht.3. Gallenflüssigkeit. Schleim. welches als Mesothel bezeichnet wird.5 Drüsen (Überblick) Drüsen sind Organe. welcher durch Punktion beseitigt werden kann. 4. drüsenloses Plattenepithel.8 Exokrine Drüsen. seröse Höhle entsteht.4 86 Hautsystem (Häute und Drüsen) P Schleimhautentzündungen sind häufig vor❑ kommende akute und chronische Erkrankungen der Atemwege (Bronchitis). in dem sich etwas Flüssigkeit befindet. Ausführungsgang mehrzellige Drüse Abb.12. das dem jeweiligen Organ anliegt und • dem parietalen Blatt. des Verdauungstraktes (Gastritis) und der ableitenden Harnwege (Cystitis. Die spezielle Funktion ist die Bildung von Wirkstoffen (= Sekrete) mit einer bestimmten chemischen Zusammensetzung und physiologischen Bedeutung. Zu den serösen Höhlen gehören das Brustfell (Pleura ✑ Abb. 223). Sekret einzellige Drüse (Becherzelle) im mehrreihigen Flimmerepithel . 11. Pleuraempyem). Andererseits verbindet sie die Organe miteinander. Die Realisierung dieser Aufgabe wird ermöglicht. Serosabindegewebe. Schweiß. Sekrete sind z. Talg. 7. 145).4 Seröse Haut (Tunica serosa) und seröse Höhlen Seröse Häute sind spiegelglatt und feucht. die aus spezialisierten Epithelzellen bestehen. B. B. Die Abgabe der Sekrete heißt Sekretion. Das wird durch einen Flüssigkeitsfilm erreicht. der durch Transsudation (= Übertritt von Flüssigkeit aus dem Blut) und Resorption (= Übertritt von Flüssigkeit in das Blut) konstant gehalten wird. Hormone. 4. Sie erfolgt entweder nach außen (Körperoberfläche) oder in das Blut. die in Wirklichkeit nur einem kapillaren Spaltraum (= Serosaspalt). das sich mit der Umgebung verbindet. Pleuraerguss).

3. Nach dem Sekretionsziel unterscheidet man: – exokrine Drüsen (= Drüsen mit äußerer Sekretion meist mit Ausführungsgang) und – endokrine Drüsen (= Drüsen mit innerer Sekretion ohne Ausführungsgang). Merke Die endokrinen Drüsen (= Hormondrüsen) besitzen im Unterschied zu den exokrinen Drüsen keine Ausführungsgänge. Follikel sezerniert.5 Drüsen (Überblick) mit Follikelbildung 87 ohne Follikelbildung Drüsenzellen Follikel Drüsenzellen Hormon Blutkapillaren Hormon Blutkapillaren Blutkapillaren Hormon Endokrine Drüsen. Bauchspeichel. B. 2. 62): a) schlauchförmige (tubulöse) Drüsen • Darmkrypten. 4. In den mehrzelligen exokrinen Drüsen befindet sich ein Gangsystem. Schweiß. b) unter dem Oberflächenepithel im Bindegewebe • es handelt sich immer um mehrzellige Drüsen. um von diesen Abb.4. welches das Sekret (z. Talg) aufnimmt und an die Oberfläche leitet. suprarenalis) Eierstöcke Keimdrüsen Hoden (Gonaden) LangerhansInseln der Bauchspeicheldrüse Lage der endokrinen Drüsen (Schema). Schweißdrüsen.10 . c) bläschenförmige (alveoläre) Drüsen • Duftdrüsen. Lieberkühn-Drüsen. 4. Zirbeldrüse (Epiphyse) Hirnanhangdrüse (Hypophyse) Schilddrüse (Gl. Mit dem Blutstrom erreichen sie den Wirkungsort. Bauchspeichel-. Klassifizierung der Drüsen 1. B. Adrenalin. Mundspeichel. S. Die in den Zellen gebildeten Hormone gelangen entweder direkt ins Blut oder werden in sog. • mehrzellige schleimproduzierende Drüsen im Schleimhautepithel der Atemwege.4. Nach der Form (✑ Abb. Thyroxin. Abb. die von einer bindegewebigen Kapsel begrenzt werden. Die Sekrete der endokrinen Drüsen werden Hormone (= Inkrete) genannt (z.9 ebenfalls ins Blut zu gelangen. Nach ihrer Lage zum Oberflächenepithel: a) im Oberflächenepithel • einzellige schleimproduzierende Becherzellen der Darmschleimhaut. parathyroidea) Nebenniere (Gl. thyroidea) Nebenschilddrüsen oder Epithelkörperchen (Gl. Insulin). Ohrspeicheldrüse. Magendrüsen. b) beerenförmige (acinöse) Drüsen • Talg-.

Erläutern Sie die Bedeutung der Selbstuntersuchung durch Abtasten. Vergleichen Sie den Aufbau von äußerer Haut. . 11. Stimmt es. Welche Rolle spielt die äußere Haut im Rahmen der Krankenbeobachtung und Diagnostik? 12. 10. Geben Sie einen Überblick über die Anhangsgebilde der Haut. 5. b) Sekretion. 8. die zum Erhalt der Funktionstüchtigkeit der äußeren Haut beitragen. Nennen Sie die exokrinen und endokrinen Drüsen und die von ihnen gebildeten Sekrete. Stellen Sie in einer Übersicht die hauptsächlichen Funktionen der verschiedenen Häute zusammen. 4. Beschreiben Sie kurz die Lage dieser Drüsen. 2. Schleimhaut und seröser Haut. 7.88 4 Hautsystem (Häute und Drüsen) Fragen zur Wiederholung 1. 13. dass die Haut atmen muss? Begründen Sie Ihre Antwort. Welche Aufgaben erfüllen a) der Talg und b) der Schweiß? 9. Beschreiben Sie den Aufbau der Brustdrüse. Erklären Sie die Begriffe: a) Drüse. Nennen und begründen Sie einige Maßnahmen. Definieren Sie: Transsudation und Resorption. c) Sekret. Welche Beziehung besteht zwischen seröser Haut und seröser Höhle? 3. 14. d) Hormon. Unterscheiden Sie exokrine und endokrine Drüsen. Wo kommen a) Schleimhäute und b) seröse Häute (seröse Höhlen) vor? 6.

Bewegungsfunktion: Knochenverbindungen bewirken zusammen mit den Muskeln Bewegungen. Unterkiefer. z. Harn. Man teilt sie entsprechend ihrer Form und Funktion ein. Stützfunktion: Alle Knochen bilden das Skelett (Stützwerk). Man unterscheidet den passiven Bewegungsapparat (= Knochen.3 Bau eines Knochens Knochen bestehen aus der Knochenrinde (= Substantia corticalis. Oberschenkelknochen) sind längliche Knochen mit einem röhrenförmigen Schaft. es ist das Gewebe der Blutzellbildung. kurz: Kortikalis – äußere kompakte Knochenschicht) und den Knochenbälkchen (= Substantia spongiosa.1. Oberarmknochen. • Röhrenknochen (z. Scheitelbein. Herz und Lunge im Brustkorb. • platte Knochen (z. B. Der dazwischen liegende Abschnitt ist die Wachstumszone (Metaphyse oder Epiphysenfuge). Gehirn in der Schädelhöhle. S. Gelenke und Bänder) und den aktiven Bewegungsapparat (= Muskulatur).1 Allgemeine Knochenlehre Die allgemeine Knochenlehre befasst sich im Wesentlichen mit der Knochenstruktur und den Knochenverbindungen.1. Sie ist durch zugfeste Fasern im Knochen verankert. 4. 5.und Geschlechtsorgane im kleinen Becken. von einer Knochenhaut umgeben. und • das gelbe Knochenmark (= Fettmark) in den Markhöhlen der Röhrenknochen bei Erwachsenen. 5. Die Knochenhaut ist gefäß. B. mit Ausnahme der Gelenkflächen. das proximale und distale Gelenkende Epiphyse. das maßgeblich die Körpergestalt bestimmt. Schutzfunktion: Das Skelett schützt lebenswichtige Organe. 5. Jochbein. Oberkiefer. B. Den Schaft eines Röhrenknochens (✑ Abb. während sie bei allen anderen Knochen überall zu finden ist. bei denen das Knochengewebe den Hauptanteil darstellt. Nasenbein. 2. kurz: Spongiosa – aufgelockerte Knochenschicht im Inneren). Bildung der Blutzellen: Das rote Knochenmark ist die wichtigste Bildungsstätte der Blutzellen. Knochenhaut (= Periost) Jeder Knochen wird. 66). B.und Bewegungssystem Das Bewegungssystem ist die Gesamtheit der an der Fortbewegung des Menschen beteiligten Organe. außen einer dichten Knochenschicht (Kompakta) und innen einer aufgelockerten Struktur mit Knochenmark. Fingerknochen. 5.1. 3. S. • unregelmäßige Knochen – auch kurze Knochen genannt – (z. Handwurzelknochen. Rückenmark im Wirbelkanal.89 5 Stütz. Wirbel. kompakte Knochen mit einer festen Außenschicht und einer inneren aufgelockerten Knochenschicht. 5. er hat einen intensiven Stoffwechsel. Knochenmark Man unterscheidet • das rote Knochenmark im Bereich der Substantia spongiosa. Darmbeinschaufel) sind flache. Schulterblatt. Bei den Röhrenknochen befindet sich Substantia spongiosa nur in den Epiphysen. Fußwurzelknochen) sind größtenteils würfeloder quaderförmig. . Von ihr aus dringen Blutgefäße und Nerven in das Knocheninnere und versorgen den Knochen (✑ Abb.und nervenreich.2 Knochentypen Der Mensch besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Knochen. 3.7.1. Die Knochen erfüllen die folgenden Aufgaben: 1. Der Knochen ist kein totes Gebilde. 90) nennt man Diaphyse.1 Aufgaben der Knochen Knochen sind Organe.

Das Längenwachstum erfolgt unter dem Einfluss verschiedener Hormone von der Epiphysenfuge aus. 5. bei großen Blutverlusten oder Leukämien) in rotes Knochenmark umgewandelt werden. . Durch Hormonwirkungen (z.1 Bau eines Röhrenknochens (Oberschenkelknochen). die bis zum Wachstumsende aus Knorpelgewebe besteht. P Verletzungen ❑ Markhöhle mit gelbem Fettmark Knochenrinde (Substantia corticalis) distales Gelenkende (distale Epiphyse) Wachstumszone (Metaphyse oder Epiphysenfuge) Abb. Zu diesem Zeitpunkt ist das Längenwachstum abgeschlossen. Fraktur durch die Epiphysenfuge) und Knochenmarkserkrankungen können zu einem vorzeitigen Schluss der Epiphysenfugen führen. was z. und beim Mann mit dem 20. die zeitlebens funktionstüchtig bleibt.1. Nach beiden Seiten wird Knorpelgewebe abgebaut und durch Knochengewebe ersetzt. und 17. Die Verknöcherung der Wachstumszone beginnt zwischen dem 15. B. Lebensjahr. Das Dickenwachstum geht von der Knochenhaut aus. Folgen sind dann Zwerg.und Bewegungssystem P Das ❑ schwammartiges Gerüstwerk feiner Knochenbälkchen mit rotem Knochenmark (Substantia spongiosa) proximales Gelenkende (proximale Epiphyse) Fettmark kann unter besonderen Umständen (z.4 Knochenwachstum Muskelansatzhöcker (Apophyse) kompakte Knochenrinde (Substantia compacta) nur im Diaphysenbereich der Röhrenknochen Knochenhaut (Periost) Schaft (Diaphyse) Beim Wachstum der Röhrenknochen unterscheidet man Längen.und Dickenwachstum. Gleichzeitig wird das Knorpelgewebe der Epiphysenfuge ständig nachgebildet. Keimdrüsenhormone) kann die Verknöcherung der Epiphysenfuge beschleunigt oder verzögert werden. Lebensjahr und endet bei der Frau mit dem 18. 5.5 90 Stütz. B. Riesenwuchs.bzw. (z. B. ungleiche Beinlängen zur Folge haben kann. B.

b) einen Gelenkspalt (gewebefreier Raum zwischen den Gelenkflächen). Band. entsteht eine Osteomalazie (Knochenerweichung). hat Ernährungsfunktion und dient gemeinsam mit dem Gelenkknorpel der Reibungsminderung. im Kindesalter die primitiveren unregelmäßig strukturierten Geflechtknochen in die kalziumreicheren und stabileren Lamellenknochen umgebaut.und Wadenbein. So werden. Schien. • Band. c) Einzapfung (Gomphosis) Federnde Befestigung der Zähne im Zahnfach. Tab. 2.5 Knochenverbindungen Der Grad der Beweglichkeit von zwei oder mehr Knochen gegeneinander muss funktionsbedingt sehr unterschiedlich sein.oder Abnahme der Knochensubstanz bzw. 3.1 Knochenverbindungen Bandgelenke Knorpelgelenke • Zwischen den Knochenteilen befindet sich ein Gewebe als Verbindungsmaterial. die größtenteils vom Periost ausgeht (✑ S. P Ist der Mineralstoffgehalt der Knochen ver❑ mindert. Bandgelenke (Articulationes fibrosae). Bandscheiben und Rippenknorpel. – einseitige oder asymmetrische Belastungen z. besonders Schenkelhalsfrakturen. Frauen sind durch die verminderte Östrogenbildung (nach der Menopause) häufiger betroffen. kommen. 5. ist praktisch immer das synoviale Gelenk gemeint.und Knorpelgelenke werden auch als Haften bzw. Dies erfolgt z.und Knorpelgelenke haben nur sehr geringe Bewegungsausmaße.1. wie auf Seite 65 bereits beschrieben. Beispiele: Schambeinfuge. bei Lähmungen oder einseitiger Arbeitsbelastung etc. Knochen werden durch Bindegewebe miteinander verbunden: a) Bandhaft (Syndesmosis) Zwischenknochenmembran zwischen Elle und Speiche bzw. bestehend aus der Außenschicht (Membrana fibrosa) aus straffem Knochenverbindungen. synoviale Gelenke • zwischen den Knochenteilen befindet sich ein Gelenkspalt. Wird im Alter vermehrt Knochensubstanz abgebaut. Synoviale Gelenke (Articulationes synoviales) Wenn man vom Gelenk spricht. Weiterhin findet eine funktionelle Anpassung statt. 68). c) die Gelenkschmiere (Synovia) im Gelenkspalt – sie wird von der inneren Schicht der Gelenkkapsel produziert. B. unechte Gelenke (Fugen) bezeichnet. 5. die es dem Knochen ermöglicht.1 Allgemeine Knochenlehre P Bruchheilung erfolgt durch die so genannte ❑ Kallusbildung. B. 5. d) die Gelenkkapsel zur Abgrenzung des Gelenkraumes. .1): 1. Durch die „Entkalkung“ werden die Knochen brüchiger. Knochenumbau Einmal gebildete Knochen verändern sich im Laufe des Lebens ständig. 91 Dementsprechend gibt es verschiedene Arten von Knochenverbindungen (✑ Tab. Knorpelgelenke (Articulationes cartilagineae) Knochen werden durch Knorpelgewebe miteinander verbunden. Synoviale Gelenke sind gekennzeichnet durch: a) mindestens 2 Gelenkkörper mit von Gelenkknorpel überzogenen Gelenkflächen. durch Zu. spricht man von Osteoporose.5. b) Naht (Sutura) Verbindung zwischen den Schädelknochen. Es kann schon bei geringen Belastungen zu Frakturen. Änderung der Knochenstruktur durch Umbau der Substantia spongiosa als Anpassung an: – Veränderungen der Körpermasse und/oder der körperlichen Aktivität. sich auf veränderte Belastungen einzustellen.

collaterale tibiale) Disci und Menisci. Gelenklippe (= Labium articulare) zur Vergrößerung der Gelenkpfanne. rechtes proximales Handgelenk rechtes Kniegelenk (Art. radiocarpalis) von palmar (Art. Meniscus lateralis . Kniescheibe (Patella) Meniscus Oberschenkelknochen Merke Das synoviale Gelenk wird zusammengehalten durch Gelenkkapsel. genus) von dorsal Handwurzelknochen Außenband (Lig. (Femur) Gelenkknorpel (Cartilago articularis) Gelenkkapsel (Capsula articularis) Gelenkknorpel (Cartilago articularis) Kniescheibenband (Lig. die dem Zusammenhalt des Gelenkes dienen. Darüber hinaus können bei bestimmten synovialen Gelenken Besonderheiten auftreten. Halbmondförmiger Faserknorpel (= Meniscus. 5.und Lymphgefäße enthält und die Synovia sezerniert und resorbiert. Pl: Menisci).5 92 Stütz. Dies sind: 1. Blut. die den Gelenkzusammenhalt sichert. Beispiel: proximales Handgelenk. Bindegewebe. Der Meniscus hat im Prinzip die gleichen Aufgaben wie der Discus. die Bewegungsmöglichkeiten beeinflussen. Beispiel: Hüftgelenk. bestehend aus lockerem Bindegewebe sowie Fettgewebe. 5. 3. die zahlreiche Nerven. Schleimbeutel (= Bursa synovialis) als Ausstülpung der Gelenkkapsel und damit Reserveraum für die Gelenkschmiere. 2.3 (Lig.2 Synoviales Gelenk (Kniegelenk). transversum genus) Kreuzbänder (angeschnitten) Meniscus medialis Abb. Gelenkzwischenscheibe (= Discus. patellae) Schleimbeutel (Bursa synovialis) Schienbein (Tibia) Abb. 4. Muskeln.und Bewegungssystem e) die Gelenkbänder aus straffem Bindegewebe. Körpergewicht. Pl: Disci) aus Faserknorpel zur Verbesserung der Kongruenz und Vergrößerung der Kontaktfläche. Bänder und Adhäsion im Gelenkspalt. Beispiel: Kniegelenk. die die Kongruenzverhältnisse der Gelenkkörper verbessern bzw. und der Innenschicht (Membrana synovialis). collaterale fibulare) Meniscus lateralis Gelenkknorpel Innenband Menisken Discus Radius Ulna Querband (Lig.

Disci trennen den Gelenkraum vollständig. 5. 5. Halswirbel Querfortsatz Atlasquerband (Lig. Einteilung der synovialen Gelenke Nach der Form der Gelenkflächen und den sich daraus ergebenden Bewegungsmöglichkeiten sind verschiedene Gelenktypen zu unterscheiden (✑ Abb. metacarpophalangealis) Scharniergelenk (einachsig). durch den Deltamuskel. Gelenk zwischen Altas und Dreher. • Radgelenk (einachsig). deltoideus). • Kugelgelenk (dreiachsig) und • straffes Gelenk (Amphiarthrose). • Muskelführung (besonders ausgeprägt beim Schultergelenk. B. Zum Beispiel wird trotz einer Kreuzbandruptur die Funktion des Kniegelenkes aufgrund einer gut ausgebildeten Oberschenkelmuskulatur kaum beeinträchtigt. M.5 .4 Gelenk zwischen dem 1. • Eigelenk (zweiachsig). interphalangealis distalis) Oberarmrolle (Trochlea humeri) Ellenbogen (Olecranon) Fingermittelgelenk (Art. Beispiel: Ellenbogengelenk. besser ausgeprägt als beim Schultergelenk).und endgelenke. Die Bewegungsausmaße und Stabilität der Gelenke werden durch drei Komponenten beeinflusst: • Knochenführung (beim Hüftgelenk z.1 Allgemeine Knochenlehre 93 P Bei Störungen oder Schwächung einer dieser ❑ Merke Komponenten kann eine Gelenkführung durch eine andere teilweise kompensiert werden. B. • Bänderführung (besonders ausgeprägt beim Kniegelenk). Oberarm-Ellen-Gelenk Fingergelenke (Art. Axis Abb. transversum atlantis) Atlas Rippe Wirbel-RippenGelenke Wirbelkörper Radgelenk (einachsig). z. 5.5.4 bis 5. Menisci nur teilweise. und 2. humeroulnaris) Fingerendgelenk (Art. interphalangealis proximalis) Fingergrundgelenk (Art. Beispiel: Wirbel-Rippen-Gelenk.6): • Scharniergelenk (einachsig). Fingermittel. • Sattelgelenk (zweiachsig). Abb.

Beispiel: Schulter. Beispiel: Handwurzel-Mittelhandgelenk II und III.5 94 Stütz. Handwurzelknochen Trapezbein (Os trapezium) proximales Handgelenk (Art. • Bänderriss (= Ligamentruptur) und • Verrenkung (= Luxation). 5.und Hüftgelenk. metacarpalis) Daumensattelgelenk (Art. 5. Straffes Gelenk (Amphiarthrose).und Bewegungssystem P Häufige Gelenkverletzungen sind ❑ • Prellung (= Kontusion). • Zerrung (= Distorsion). Schultergelenk Hüftgelenk (Art. Beispiel: rechtes proximales Handgelenk von palmar. humeri) (Art. carpometacarpalis pollicis) Mittelhandknochen des Daumens HandwurzelMittelhandgelenke II + III (Os metacarpale I) (Carpometacarpalgelenke II + III) Abb. Beispiel: Daumensattelgelenk. radiocarpalis) Elle (Ulna) Speiche (Radius) distales Handgelenk (Art.7 Kugelgelenk (dreiachsig). Sattelgelenk (zweiachsig).6 Eigelenk (zweiachsig). coxae) Schultergelenkpfanne (Cavitas glenoidalis) Oberarmkopf (Caput humeri) Hüftgelenkpfanne (Acetabulum) Oberschenkelkopf (Caput femoris) Abb. .

9 . Abb. • Ansatz Der caudal bzw. 68). Muskelfaszien bilden gewissermaßen Führungsröhren für die Muskeln. Skelettmuskelformen Nach Lage und Aufgabe sind die Muskeln in unterschiedlichen Muskelformen organisiert. • Sehnen bestehen aus straffem Bindegewebe und befestigen die Muskeln direkt am Knochen oder Periost. rectus abdominis) platter Muskel (M. Sehnen sind verschieden geformt. palmaris longus) (M. • Muskelbauch Der zwischen den Sehnen bzw. tibialis anterior) (M. biceps brachii) muss dagegen eine große Strecke zurücklegen und ist deshalb lang und spindelförmig. proximal befestigte Teil des Muskels besteht aus einem oder mehreren Köpfen. • Muskelfaszie (= Muskelbinde) Hülle aus straffem Bindegewebe um einzelne Muskeln oder Muskelgruppen. 5. Sehnenscheiden.8 beidseitig gefiederter Muskel einseitig gefiederter Muskel (M.5. An einem Skelettmuskel lassen sich in der Regel folgende Teile unterscheiden: • Ursprung Der cranial bzw.2 Allgemeine Muskellehre 95 5. Hierdurch wird eine optimale Wirkungsweise aufgrund der unterschiedlichen anatomischen Erfordernissen bei den einzelnen Muskelfunktionen erreicht. masseter) durch seine kurze und platte Form die zum Kauen erforderliche Kraft entwickeln. Ansatz und Ursprung gelegene Teil.2. orbicularis oculi) Abb. Daneben finden wir straffes und lockeres Bindegewebe sowie Blutgefäße und Nerven. Der für die Beugung des Armes zuständige zweiköpfige Oberarmmuskel (M. 5. trapezius) zweiköpfiger Muskel (M. semimembranosus) Muskel mit Zwischensehnen spindelförmiger einbäuchiger Muskel mit einem Kopf (M. Die parallel angeordneten kollagenen Fasern verleihen ihnen eine sehr hohe Zugfestigkeit. So kann zum Beispiel der Kaumuskel (M. biceps brachii) Skelettmuskelformen. Hilfseinrichtungen der Muskeln Zu den Hilfseinrichtungen der Muskeln gehören Sehnen. runder Muskel (M. Muskelfasern Muskelfaserbündel Faszie Muskelbauch Ansatz Muskelbauch Sehne Ursprung Bau eines Skelettmuskels. Schleimbeutel und Sesambeine.2 Allgemeine Muskellehre 5. die hauptsächlich aus Muskelgewebe bestehen (✑ S. distal befestigte Teil des Muskels.1 Bau und Hilfseinrichtungen des Skelettmuskels Muskeln sind Organe.

Je nach Richtungssinn einer beabsichtigten Bewegung wirkt ein Muskel entweder als Agonist oder Antagonist.2. die Sehnen der Bauchmuskeln und die sehnigen Platten unter der Haut der Hohlhand (Aponeurosis palmaris) sowie der Fußsohle (Aponeurosis plantaris). wo Muskeln um einen Knochen gelenkt werden (✑ Abb. . folgende Begriffe verwendet: – Synergisten Muskeln.. die bei einer Bewegung zusammenarbeiten.und Schutzhüllen für Sehnen. • Sesambeine sind meist kleinere Knochen. – Bewegungsmuskeln Muskeln. 5. Die Muskelfasern. Halteband (Retinaculum) Sehnenscheiden Sehnenscheiden Haltebänder (Retinacula) Beachte: Abb. Achillessehne. – Haltemuskeln Muskeln. wie z. flache Sehnen werden als Aponeurosen bezeichnet.und Sprunggelenke. Sie werden durch Haltebänder (Retinacula) fixiert und befinden sich im Bereich der Hand. 5. Dadurch bildet sich mit dem darunter liegenden Knochen ein synoviales Gelenk. die eine Länge bis zu 15 Zentimetern erreichen können. d. die überwiegend schnelle Bewegungen ausführen. h.2 Kontraktion des Skelettmuskels Fast die Hälfte der Körpermasse. Tendovaginitis = Sehnenscheidenentzündung). Man findet sie dort. Breite. – er kann passiv gedehnt werden. Muskeln und Sehnen dienen. Übermäßige Beanspruchung von Sehnenscheiden und Schleimbeuteln können zu deren aseptischer Entzündung führen (Bursitis = Schleimbeutelentzündung. Sehnenscheiden. • Sehnenscheiden sind Gleit. die der Druckverteilung und Reibungsminderung zwischen Knochen.5 96 Stütz. S. Bei der Beschreibung der Muskelmechanik werden u.und Bewegungssystem P Wichtige ❑ Sehnen für Reflexprüfungen sind: Kniescheibensehne. – er ist erregbar. 92). Das größte Sesambein ist die Kniescheibe. besteht aus Skelettmuskulatur. – er ist elastisch. an den restlichen Fingern unterbrochen.2. Beispiel: tiefe Rückenmuskulatur. 5. Beispiel: Muskeln der Extremitäten. – Agonist (= Spieler. 45 %.und Bewegungsfunktion. nämlich ca. Merke Muskeln haben Halte. a. um sie umzulenken. die überwiegend Halteaufgaben ausüben. • Schleimbeutel sind bindegewebige Säckchen mit Flüssigkeit. verleihen dem Skelettmuskel 4 grundlegende Eigenschaften: – Er kann sich aktiv verkürzen (= kontrahieren).10 Die Sehnenscheiden der Hand sind an Daumen und kleinem Finger durchgehend. sich kontrahierender Muskel) und Antagonist (= Gegenspieler). er nimmt nach Kontraktion oder Dehnung seine Ursprungslage wieder ein. die in eine Sehne eingebaut sind. B. Bicepssehne und Tricepssehne.

2 Allgemeine Muskellehre Die Skelettmuskulatur erfüllt drei Aufgaben: – Haltung des Körpers in sitzender oder stehender Position. der Muskel verkürzt sich und entwickelt gleichzeitig Kraft. ATP ADP +  – Dadurch kommt es zur Muskelzuckung.2. P + Kontraktionsenergie.. Frauen können deshalb nur 65 % der Kraft eines Mannes entwickeln. – Die Verbindungsstellen zwischen Aktin und Myosin werden durch ATP besetzt. den motorischen Endplatten (✑ Abb. Meistens wirken beide Kontraktionsarten zusammen. – Acetylcholin löst die Entstehung von Muskelaktionspotentialen aus. Der Ruhetonus (= Ruhespannung) wird durch geringere Aktionspotentialfrequenzen an einzelnen motorischen Endplatten verursacht. bessere Feinmotorik der Augenund Fingermuskeln gegenüber der Beinmuskulatur). 98). 30 kg. Die Erregungsübertragung auf den Muskel erfolgt in spezifischen Synapsen. aber Kraftentwicklung. d.5. S. Bildung von ATP aus Kreatinphosphat (= besonderer Energiespeicher der Muskeln). 72 und 333). 97 . Der Kontraktionsvorgang eines Muskels wird stets durch Nervenimpulse von Motoneuronen gesteuert. die sich in der Muskelfasermembran ausbreiten und über Tubuli in die Tiefe gelangen. 36). Der Neurit (= Axon. Kontraktionsarten • Isotonische Kontraktion: Verkürzung des Muskels und Erzeugung einer Bewegung bei annähernd gleich bleibender Spannung. Die Abstufung der Muskelkraft geschieht durch die Erregung unterschiedlicher Anzahlen motorischer Einheiten und die Änderung der Aktionspotentialfrequenz. Das ATP als einzige unmittelbare Energiequelle wird durch drei Prozesse regeneriert: 1. 40). Kreatinphosphat (KP) + ADP Kreatinin (K) + ATP. Beispiel: Haltearbeit vieler Rückenmuskeln.4. Anaerobe Glykolyse Glykogen Glucose Milchsäure + 2 ATP (✑ S. B. S. Erschlaffung: – Die Ca2+ werden aktiv in das sarkoplasmatische Retikulum zurückgepumpt. indem die Aktinfilamente (bilden zusammen mit den Myosinfilamenten die Myofibrillen) zwischen die Myosinfilamente gleiten und sich mit ihnen verbinden. • Isometrische Kontraktion: Keine Verkürzung. Die Muskelfasern werden wieder schlaff und weich. 3. P Frauen ❑ haben geringere Skelettmuskelmassen als Männer (Männer ca. h. 24 kg). – Dort bewirken sie die Freisetzung von Ca2+ aus dem sarkoplasmatischen Retikulum. Energiequellen für die Muskelkontraktion Bei der Muskelkontraktion wird chemische Energie des ATP in mechanische umgewandelt (Wirkungsgrad: 20 – 30 %). welche zusammen mit den Regulatoreiweißen Troponin und Tropomyosin für eine Energiefreisetzung aus ATP sorgen (✑ Kap. – Bewegung des Körpers und – Wärmeproduktion. Je weniger Muskelfasern durch einen Neurit versorgt werden. die Muskelfasern werden verkürzt. der Aktomyosinkomplex wird gelöst.11. desto feiner abgestimmte Bewegungen des entsprechenden Muskels sind möglich (z. Beispiel: Bewegungen der Gliedmaßen. Frauen ca. 2. Eine Dauerkontraktion (= Tetanus) kommt zustande. Das ist auch die Ursache der Totenstarre. ✑ S. Erregungsumwandlung in Bewegung Kontraktion: – Nervenaktionspotentiale setzen in der motorischen Endplatte Acetylcholin frei. setzt also Erregung voraus (✑ S. 2. 70) eines motorischen Neurons versorgt mit seinen Verzweigungen 5 bis 200 Muskelfasern. Es entsteht ein Aktomyosinkomplex. 5. Atmungskette Glykogen Glucose CO2 + H2O + 38 ATP (✑ S. Die von einem Motoneuron versorgten Muskelfasern bilden eine motorische Einheit. 40). P ATP-Mangel ❑ verhindert die Erschlaffung. wenn die Frequenz der Nervenaktionspotentiale 50 bis 150 Impulse je Sekunde beträgt.

.11 Muskelkontraktion und -erschlaffung. können die Sarkomere.Z-Scheibe filament ➞ motorische Endplatte longitudinaler Tubulus mit Ca2+ + – + – + – + – + – Muskelfasermembran transversaler Tubulus Z Myosinköpfe Aktin Z Myosin Aktin Myosinschaft Z + – Myosin + – Z + – Kontraktion = Verkürzung der Sarkomere Aktin Aktin-MyosinBindung Gleiten Lösen Aktin-MyosinBindung Gleiten Myosin Die Myosinköpfe rudern durch die Kippbewegung die Aktinfilamente in Richtung Sarkomermitte. 5. Weil die Myosinköpfe elastisch sind. Kraft entwickeln.5 98 Stütz. auch ohne dass die Filamente ineinander gleiten. Bei Dehnung des Muskels werden die dünnen Aktinfilamente wieder aus den dicken Myosinfilamenten herausgezogen. Abb.und Bewegungssystem Motorische Einheit Markscheide motorisches Axon mer Sarko Z-Scheibe Erschlaffung ➞ ➞ Kontraktion Myosinfilament ➞ Aktin. Der Muskel verkürzt sich in diesem Fall nicht.

5.und Atemzeitvolumen voraussetzt. Sowohl bei Tätigkeitsbeginn. Skelett. Die begrenzenden Faktoren sind das Herz-KreislaufSystem und die Enzymkapazitäten. In der anschließenden Ruhephase muss diese wieder abgetragen werden. latissimus dorsi) Trapezmuskel (M.bis dreimal schneller erfolgt. Die ATP-Bildung aus Kreatinphosphat und ADP erfolgt ebenfalls zügig. Bei der Kreatinphosphatspaltung und der anaeroben Glykolyse geht der Organismus eine Sauerstoffschuld ein. Die angesammelte Milchsäure wird unter erhöhtem O2-Verbrauch (trotz körperlicher Ruhe) in Leber und Herz verstoffwechselt. deltoideus) (M. 5. pectoralis major) (M. Abb. flexor digitorum manus. M. extensor hallucis). was wiederum eine entsprechende Erhöhung von Herz. Oftmals lässt bereits die Bezeichnung des Muskels Rückschlüsse auf diese zu (z. Diese Energiemenge wird anaerob2) durch Glykolyse bereitgestellt. dem Hämoglobin ähnlich großer Brustmuskel dreiköpfiger Oberarmmuskel Flexion 99 (M. Es kommt durch die Anhäufung von Milchsäure und die damit verbundene Senkung des pH-Wertes (= metabolische Azidose) sowie die Anhäufung von ADP und Phosphat zur Ermüdung.12 .und Herzmuskulatur besitzen im Myoglobin3) einen besonderen Sauerstoffspeicher. als auch bei kurzzeitigen Höchstleistungen wird zusätzlich Energie benötigt. M. Dabei kann die Muskeldurchblutung auf das 20fache zunehmen. M.und KP-Speicher werden auf diese Weise wieder aufgefüllt. wie er verbraucht wird. was zwei. Gelenkbewegungen • Adduktion • Abduktion oder • Opposition • Reposition • Flexion • Extension oder • Anteversion • Retroversion • Innenrotation • Außenrotation oder • Supination • Pronation = = = = = = = = = = = = Heranführen Wegführen Gegenüberstellen Zurückstellen Beugen Strecken Vornehmen Zurücknehmen Einwärtsdrehen Auswärtsdrehen Auswärtswenden Einwärtswenden 1) aerob = unter Sauerstoffverbrauch 2) anaerob = ohne Sauerstoffverbrauch 3) roter Muskelfarbstoff. M. Allerdings wird dieser Vorgang relativ rasch begrenzt. und die erschöpften ATP. wodurch kurzfristiger O2-Mangel während der Kontraktion überbrückt wird. Es herrscht also ein Fließgleichgewicht vor. biceps brachii) Deltamuskel breiter Rückenmuskel (M. Bewegungsbezeichnungen der Muskulatur Je nach Lage und Ausgangsposition können Muskeln unterschiedliche Gelenkbewegungen ausführen. trapezius) ➝ ➝Abduktion Adduktion Muskelbewegungen. triceps brachii) ➝ ➝ ➝ Adduktion Extension zweiköpfiger Oberarmmuskel (M. B. wenn der Muskelstoffwechsel noch auf Ruhe eingestellt ist.2 Allgemeine Muskellehre Der ATP-Vorrat eines Muskels wird bei Dauerleistungen in dem Maße aerob1) regeneriert. supinator. pronator teres.

13 Skelett (Vorderansicht). 5. .5 100 Stütz.und Bewegungssystem Schädel (Cranium) Halswirbel Schlüsselbein (Vertebrae cervicales) (Clavicula) Schulterblatt Brustbein (Scapula) (Sternum) Rippen Oberarmknochen (Costae) (Humerus) Lendenwirbel (Vertebrae lumbales) Speiche Kreuzbein (Radius) (Os sacrum) Elle Hüftbein (Ulna) Fingerknochen (Ossa digitorum = Phalanges) (Os coxae) Oberschenkelknochen (Femur) Mittelhandknochen (Ossa metacarpi) Handwurzelknochen (Ossa carpi) Kniescheibe (Patella) Schienbein (Tibia) Wadenbein (Fibula) Fußwurzelknochen (Ossa tarsi) Mittelfußknochen (Ossa metatarsi) Zehenknochen (Ossa digitorum = Phalanges) Abb.

5.Allgemeine Knochen.14 .und Muskellehre 101 Schädel (Cranium) Halswirbel (Vertebrae cervicales) Schulterblatt (Scapula) Brustwirbel (Vertebrae thoracicae) Oberarmknochen (Humerus) Lendenwirbel Speiche (Vertebrae lumbales) (Radius) Elle Kreuzbein (Ulna) (Os sacrum) Steißbein (Os coccygis) Oberschenkelknochen (Femur) Schienbein (Tibia) Wadenbein (Fibula) Skelett (Rückansicht). Abb.

sartorius) gerader Oberschenkelmuskel (M. rectus femoris) äußerer Oberschenkelmuskel (M. serratus anterior) zweiköpfiger Oberarmmuskel (M. pectoralis major) vorderer Sägemuskel (M. obliquus externus abdominis) Unterarmmuskeln (Beuger) Leistenband (Lig. vastus medialis) (M. tibialis anterior) Abb. adductor longus) schlanker Muskel (M. 5. (M. vastus lateralis) (Patella) innerer Oberschenkelmuskel vorderer Schienbeinmuskel vierköpfiger Oberschenkelmuskel Kniescheibe (M.und Bewegungssystem Kopfwendemuskel (M. quadriceps femoris) . deltoideus) großer Brustmuskel (M.15 Muskeln des Menschen (Vorderansicht). sternocleidomastoideus) Deltamuskel (M. gracilis) Schneidermuskel (M. rectus abdominis) äußerer schräger Bauchmuskel (M. inguinale) Kammmuskel (M.5 102 Stütz. biceps brachii) gerader Bauchmuskel (M. pectineus) Hohlhandsehne (Aponeurosis palmaris) langer Anzieher (M.

Allgemeine Knochen. biceps femoris) halbsehniger Muskel (M.und Muskellehre 103 Untergrätenmuskel (M. triceps brachii) großer Gesäßmuskel (M. trapezius) Deltamuskel (M. semimembranosus) Wadenmuskel (M. infraspinatus) kleiner runder Muskel (M. gastrocnemius) Achillessehne (Tendo calcaneus) Muskeln des Menschen (Rückansicht). semitendinosus) halbmembranöser Muskel dreiköpfiger Armstrecker (M. obliquus externus abdominis) Unterarmmuskeln (Strecker) zweiköpfiger Oberschenkelmuskel (M. teres minor) Trapezmuskel = Kapuzenmuskel (M. gracilis) (M. latissimus dorsi) Caput longum Caput mediale äußerer schräger Bauchmuskel (M. Abb.16 . 5. gluteus maximus) DarmbeinSchienbein-Sehne (Tractus iliotibialis) schlanker Muskel (M. teres major) Caput laterale breiter Rückenmuskel (M. deltoideus) großer runder Muskel (M.

1 Wirbelsäule (Columna vertebralis) 5. Sie erfüllt folgende gürtel mit den oberen Extremitäten.3 Spezielle Knochen. Neben der Doppel-s-Form ist das Promontorium (= ventrale.17). . Lendenwirbel abgewinkelte Kante des Kreuzbeins) charakteristisch für die menschliche Wirbelsäule (✑ Abb. Die physiologisch bedingten Krümmungen heißen – Lordose: konvexe Seite der Krümmung liegt ventral. 5. 107).und Muskellehre ▲ Die Wirbelsäule verleiht dem Körper zusammen In diesem Kapitel werden Wirbelsäule (Columna mit einer Vielzahl von Bändern und Muskeln vertebralis).20. • 8 bis 10 miteinander verwachsene Wirbel (Kreuz. Brustkyphose und Lendenlordose. der Schulter. sie bilden den mehr oder weniger beweglichen Teil der Wirbelsäule. • Schutz des Rückenmarkes durch den Wirbelkanal. Physiologisch sind Halslordose.3. Brustkorb (Thorax). Bauelemente Die Bauelemente der Wirbelsäule sind • 24 bewegliche Wirbel.und Bewegungssystem 5. – Kyphose: konvexe Seite der Krümmung liegt dorsal. 5. die durch Halswirbelsäule (HWS) Bandscheiben und synoviale Ge7 gegeneinander bewegliche lenke gegeneinander beweglich sind.Stabilität und Beweglichkeit. 5.17 3 – 5 miteinander verwachsene Steißwirbel (Os coccygis = Co1 – Co3–5) Die 5 Abschnitte der Wirbelsäule und physiologische Krümmungen. Form Die normal gebaute menschliche Wirbelsäule ist doppel-s-förmig in der Medianebene gekrümmt.5 104 Stütz. gegen den 5. Die menschlische Wirbelsäule gliedert sich in 5 Abschnitte (✑ Abb. Halswirbel (Vertebrae cervicales = C1 – C7) Brustwirbelsäule (BWS) ▲ 12 gegeneinander bewegliche Brustwirbel (Vertebrae thoracicae = Th1 – Th12) Lendenwirbelsäule (LWS) ▲ 5 gegeneinander bewegliche Lendenwirbel (Vertebrae lumbales = L1 – L5) Kreuzbein 5 miteinander verwachsene Kreuzwirbel (Os sacrum = S1 – S5) ▲ Steißbein ▲ Lordose Kyphose Abb. der Hauptaufgaben: Beckengürtel mit den unteren Extremitäten • Stützung des Rumpfes durch die von cranial nach caudal größer werdenden Wirbelkörper. der von den Wirbelbögen gebildet wird sowie • Federung und vielseitige Beweglichkeit durch Doppel-s-Form und zahlreiche einzelne Wirbel. sowie der Kopf (Caput) behandelt. S.und Steißbein) und • 23 Bandscheiben (= Zwischenwirbelscheiben) zwischen den beweglichen Wirbeln (außer zwischen C1 und C2).

3 Spezielle Knochen. Halswirbel (= Vertebra prominens) • mit besonders langem Dornfortsatz (Tastpunkt). • mit vorderem und hinterem Bogen sowie zwei seitlichen Tragstücken für den Schädel. Diese Verbindungen sind besonders verschleißanfällig. Halswirbel (Atlas = Träger) Ansicht von oben Wirbelloch 2. 2 untere Gelenkfortsätze. 2 obere Gelenkfortsätze. – Dornfortsatz häufig gegabelt. z. Besonderheiten der Wirbelarten Die einzelnen Wirbeltypen zeichnen sich durch unterschiedliche Erkennungsmerkmale aus. (Man beachte die Größenzunahme von cranial nach caudal. P Die sattelförmigen Wirbelkörper der Hals❑ wirbel können sich seitlich gelenkig verbinden (= Unkovertebralgelenke).und Muskellehre P Es ❑ Halswirbel – Wirbelkörper klein und sattelförmig. 5. – Wirbelkörper (Corpus vertebrae) Ventral gelegenes massives Tragstück. seitliches Atlantoaxialgelenk Halswirbel.und Rundrücken. Halswirbel (= Atlas) • ohne Wirbelkörper und Dornfortsatz. Skoliosen (= Krümmung in der Frontalebene). – Querfortsätze mit Löchern für die Wirbelgefäße. spinosus) linkes.) – Wirbelbogen (Arcus vertebrae) mit 7 Fortsätzen: 1 Dornfortsatz (Processus spinosus). gibt viele zum Teil krankhafte Verbiegungen. – Wirbelloch (Foramen vertebrale) Die Wirbellöcher aller Wirbel bilden zusammen den Wirbelkanal (Canalis vertebralis). 1. Bis auf die ersten beiden Halswirbel weisen die Wirbel folgenden Bau auf.5. Abb. 7. 2. Flach.18 . Halswirbel (Axis = Dreher) Ansicht von hinten oben vorderer Wirbelbogen (Foramen vertebrale) 105 Zahn Querfortsatzloch (Foramen transversale) Gelenkfläche für den Schädel (Dens) oberer Gelenkfortsatz hinterer Wirbelbogen Verbindung zwischen Atlas und Axis Zahn (Dens axis) Wirbelbogen (Arcus vertebrae) Atlasband (Lig. Halswirbel (= Axis) • mit Dens (= Zahn). der als Fortsetzung des Wirbelkörpers nach oben in den vorderen Bogen des Atlas ragt. Buckel. transversum atlantis) Wirbelkörper (Corpus vertebrae) Dornfortsatz (Proc. 2 Querfortsätze (Processus transversi). 1. B.

An Wirbel erinnern – Knochenkämme auf der Rückseite als Überbleibsel der Dorn-. Abnutzungserscheinungen der Bandscheiben sind besonders häufig im Lendenwirbelsäulenbereich zu beobachten. da hier die Belastung durch das Körpergewicht am größten ist. – Kreuzbeinlöcher. • • • • Bandscheiben (Disci intervertebrales) Bandscheiben bestehen aus einem Gallertkern (Nucleus pulposus). Der Wirbelbogen fehlt. transversus) . Knochenverbindungen Die Verbindung der Wirbel geschieht durch die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern und Wirbelbogengelenke zwischen den Gelenkfortsätzen der Wirbelbögen sowie durch Bänder. P Mit zunehmendem Alter kann es zu Abnut❑ zungen (degenerative Veränderungen in Form einer Höhenveränderung der Bandscheiben = Osteochondrose) – besonders wegen des geringeren Wasseraufnahmevermögens – und damit abnehmender Elastizität kommen. articularis superior) (Foramen vertebrale) Wirbelkörper (Corpus vertebrae) Gelenkflächen für die Rippen Gelenkflächen für die Rippen (Proc. oberer Gelenkfortsatz Querfortsatz (Proc. Der faserknorpelige Ring reißt. Gallertmasse gelangt in die Zwischenwirbellöcher oder in den Wirbelkanal und kann dort die Nervenfunktion behindern (Schmerz. Kreuzbein (Os sacrum) Die fünf Kreuzbeinwirbel sind beim Erwachsenen zu einem einheitlichen Knochen verwachsen. Sensibilitätsausfälle.5 106 Stütz. Den der Bewegung dienende Raum zwischen zwei Wirbeln bezeichnet man als Bewegungselement. – Dornfortsatz ist breit und steht horizontal. zwei Zwischenwirbellöchern und verschiedenen Bändern. einer Bandscheibe (= Zwischenwirbelscheibe). Sie verbinden die Wirbelkörper nach Art der Knorpelgelenke und erlauben Bewegungen. Überlastung der Bandscheiben kann zum Bandscheibenvorfall führen (Prolaps des Nucleus pulposus). transversus) Ansicht von oben oberer Gelenkfortsatz Wirbelloch (Proc. zwei Wirbelbogengelenken. – Kreuzbeinkanal als Fortsetzung des Wirbelkanals. Es wird gebildet von: Ansicht von der rechten Seite Querfortsatz (Proc. Steißbein (Os coccygis) Die ebenfalls verwachsenen Steißwirbel sind stark zurückgebildet. spinosus) Abb. der von einem faserknorpeligen Ring (Anulus fibrosus) umgeben ist. 5. Ähnlich einer „Wasserkissenfunktion“ ermöglichen sie darüber hinaus eine Dämpfung zwischen den Wirbelkörpern. articularis superior) unterer Gelenkfortsatz (Proc. – Gelenkflächen für die Rippen am Körper und Querfortsatz.und Gelenkfortsätze.und Bewegungssystem Brustwirbel – Lange schräg nach unten zeigende Dornfortsätze. Lendenwirbel – Sind die größten Wirbel. articularis inferior) Wirbelbogen (Arcus vertebrae) Dornfortsatz (Proc. Quer.19 Brustwirbel. Lähmung).

Bänder zwischen den Dornfortsätzen benachbarter Wirbel und • Ligg. intertransversaria. Bänder zwischen den Querfortsätzen benachbarter Wirbel.und Muskellehre 107 von vorn Vorgebirge (Promontorium) Querlinien (Lineae transversales) Kreuzbein Kreuzbeinlöcher (Os sacrum) (Foramina sacralia pelvina) Steißbein (Os coccygis) Medianschnitt von rechts Vorgebirge (Promontorium) Darmbeingelenkfläche (Facies auricularis) Kreuzbeinkanal (Canalis sacralis) 5 verwachsene Kreuzwirbel Vorderfläche (Fascies pelvina) Hinterfläche (Fascies dorsales) Kreuz. Bänder Die menschliche Wirbelsäule wird durch zahlreiche Bänder stabilisiert. elastische Bänder zwischen den Wirbelbögen. supraspinale) an den Dornfortsätzen vom Kreuzbein bis zum 7. Das Lig. Abb.20 • Dornspitzenband (Lig. also im Wirbelkanal. 5.3 Spezielle Knochen. • hinteres Längsband (Lig. supraspinale verbreitert sich im Halsbereich zum Nackenband (Lig. Im Einzelnen sind es 3 lange Längsbänder und mehrere kurze Bänder. – Kurze Bänder: • Gelbe Bänder (Ligg. interspinalia. Halswirbel. • Ligg.5. . die fast über die gesamte Wirbelsäule ziehen und wie folgt bezeichnet werden: • Vorderes Längsband (Lig. longitudinale anterius) an der Vorderseite der Wirbelkörper vom Hinterhauptbein bis zum Kreuzbein.und Steißbein. – 3 Längsbänder (lange Bänder). longitudinale posterius) an der Hinterseite der Wirbelkörper. flava). nuchae).

Tastbare Knochenpunkte sind die Dornfortsätze ab 7. Das bedeutet vor allem. vorderem Atlasbogen und dem überknorpelten Atlasquerband (Lig. Nur eine aufrechte Haltung gewährleistet eine optimale Belüftung der Lunge. Rück.und Zungenbeinmuskeln besteht. transversum atlantis).und Rückenmuskulatur durchgeführt werden. Vielmehr kommt es darauf an. sodass im Zusammenwirken mit den übrigen Halswirbeln die große Beweglichkeit des Kopfes als Träger wichtiger Sinnesorgane ermöglicht wird. Knochenverbindungen zwischen Wirbelsäule und Kopf (Kopfgelenke) Bei den Kopfgelenken handelt es sich um 5 synoviale Gelenke zwischen Hinterhauptbein. Bandscheibe (Anulus fibrosus) (Discus intervertebralis) Gallertkern (Nucleus pulposus) Wirbelkanal (Canalis vertebralis) Zwischenwirbelscheibe (Discus intervertebralis) Wirbelbogengelenk Zwischenwirbelloch (Foramen intervertebrale) Abb.21 Bewegungselement (Lendenwirbelsäule). Man unterscheidet – die paarigen oberen Kopfgelenke (Artt. Halswirbel. P Es ist darauf Wert zu legen. Seitneigen und Drehen. Mit den Patienten sollten nach Möglichkeit täglich leichte gymnastische Übungen zur Stärkung von Bauch.und Bauchmuskulatur ermöglicht (Bauchmuskulatur ✑ S. atlantoaxiales laterales) zwischen Atlas und Axis. atlantoaxialis mediana) zwischen Dens. Atlas und Axis. Sie ist das mächtigste Muskelsystem des Menschen und ermöglicht im Zusammenwirken mit der Bauchmuskulatur das Vorneigen. – die paarigen unteren Kopfgelenke (Artt. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Orientierung und Fortbewegung. Die Rückenmuskulatur besteht aus einem komplexen System sich überlappender Muskel- züge entlang der Wirbelsäule. atlantooccipitales) zwischen Atlas und Hinterhauptbein. Sie erlauben Bewegungen wie in einem Kugelgelenk. aber auch für das individuelle Ausdrucksvermögen des Menschen. Mediales Kopfgelenk und untere Kopfgelenke ermöglichen die Drehbewegungen des Kopfes. sodass der passive Bewegungsapparat entlastet wird. Nacken. Weitere wichtige Aufgaben der Rückenmuskulatur im Zusammenwirken mit dem Bandapparat sind Stabilisierung der Wirbelsäule und Formung ihrer physiologischen Krümmungen. Strecken. Sie ermöglichen Vor-. Muskulatur und ihre Funktion Die Bewegungen der Wirbelsäule werden durch das Zusammenwirken von Rücken.und Seitneigung des Kopfes. auf eine allseitige Kräftigung der Muskulatur mit der Entwicklung einer aufrechten Haltung zu achten. 5. der aus Hals-.5 108 Stütz. dass die Wirbel❑ säule nicht einseitig.und Bewegungssystem Faserring Zwischenwirbelscheibe. Für die äußerst fein abgestuften Kopfbewegungen sorgt ein vielgliedriger und komplizierter Muskelapparat. . Stabilität und Mobilität gleichmäßig zu entwickeln. vorwiegend statisch beansprucht wird. – das unpaarige mediale Kopfgelenk (Art. 138).

S.3. Speiseröhre. Rippe. splenius capitis) hinterer.3. Brustbeinkörper (Corpus sterni) und Schwertfortsatz (Proc. S. iliocostalis) hinterer. Atembewegungen 11. bestehend aus Handgriff (Manubrium). dem Brustbein (Sternum). Die Rippenpaare 11 und 12 erreichen das Sternum gar nicht. Magen und ermöglicht die Atembewegungen und damit die Belüftung der Lunge. die mit zunehmendem Alter allmählich verknöchern. Halbdornmuskel (M. . serratus posterior superior) Wirbelsäulenaufrichter (Mm. erector spinae) Darmbein-RippenMuskel (M. Sie enden als freie Rippen in der Muskulatur. xiphoideus) sowie 12 Paar Rippen zusammen. Außerdem ist der Thorax eine „Durchgangsstraße“ für viele Organe.und Bewegungsmuskeln der Wirbelsäule. die Rippenpaare 8 – 10 erreichen das Sternum indirekt über den Knorpel der 7. sie sind direkt mit dem Sternum verbunden (Rippenpaare 1 – 7). Die drei Teile des Sternums sind anfangs durch Knorpelzonen getrennt. Lunge. Dadurch entstehen der rechte und linke Rippenbogen. Brustkorb-Muskulatur und ihre Funktion (✑ Kap. 93) sowie BrustbeinRippen-Gelenke (= teils synoviale. 5. Rippe setzt am Brustbeinwinkel an. unterer Sägemuskel (M.22 Drehgelenke).2 Brustkorb (Thorax) Der Brustkorb ist Bestandteil des Rumpfskelettes und umschließt die Brusthöhle (Cavitas thoracis). B. serratus posterior inferior) gerader Bauchmuskel (M. Rippe ist nicht tast❑ bar.5. semispinalis) Riemenmuskel (M. 224).3 Spezielle Knochen. die durch die gebogenen Rippen das Heben und Senken des Thorax ermöglichen (✑ Abb. – Falsche Rippen.1. Die 2. rectus abdominis) Halte. wie z. oberer Sägemuskel (M.und Muskellehre 109 5. Diese Stelle ist tastbar und eine Orientierungshilfe am Thorax. Gefäße und Nerven. Leber. Knochenverbindungen Die Knochen des Thorax sind elastisch verbunden durch Wirbel-Rippen-Gelenke (= synoviale Abb. Knochen Die Knochen des Brustkorbes setzen sich aus der Brustwirbelsäule. Beziehung der Rippen zum Sternum Nach ihrer Beziehung zum Sternum lassen sich die Rippen in zwei Gruppen unterteilen: – Echte Rippen. teils Knorpelgelenke). Er dient dem Schutz wichtiger Organe wie Herz. 5. P Die Ansatzstelle der 1.5 links.

und der Thorax wird flacher und auch starrer. die Ansatzstelle der 2.24 Brustkorb (Thorax). – Untere Thoraxapertur. Sternum (Brustbein). der Rippen 5 – 7 sowie die Rippenkörper.5 110 Stütz. Rippe. • Handgriff des Brustbeins. • 1. • Rippenbögen. gebildet von • 1. Rippenpaar.und Bewegungssystem Brustkorböffnungen (Thoraxaperturen) Der Thorax besitzt zwei Öffnungen: – Obere Thoraxapertur. • Schwertfortsatz. Brustwirbelkörper. • 11. Beim Neugeborenen stehen die Rippen nahezu horizontal. 5. gebildet von • 12. Rippenpaar. Ansicht von hinten Ansicht von vorn Schulterblatt (Scapula) obere Thoraxöffnung (Apertura thoracis superior) Rippenknorpel (Cartilago costalis) Rippenknochen Rippen (Costae) Brustbein (Sternum) Rippenbogen (Arcus costalis) untere Thoraxöffnung (Apertura thoracis inferior) Abb.23 Ansicht von rechts Thoraxform ändert sich in Abhängigkeit vom Alter. Einschnitt zur Gelenkverbindung mit dem Schlüsselbein (Incisura clavicularis) Handgriff des Brustbeins (Manubrium sterni) Brustbeinwinkel (Angulus sterni) Brustbeinkörper (Corpus sterni) P Die ❑ Einschnitte zur Gelenkverbindung mit den Rippen (Incisurae costales) Schwertfortsatz (Processus xiphoideus) Ansicht von ventral Abb. 12 Brustwirbel Schlüsselbein (Clavicula) . Im Laufe des Lebens senken sie sich. 5. Tastbare Knochenpunkte sind Sternum. Brustwirbel. und 12. Die elastische Verspannung vom Thorax wird in der Ersten Hilfe bei der externen Herzmassage genutzt.

mit Ausnahme der Handwurzelknochen.2 Obere Extremität Oberarm Unterarm 1 Oberarmknochen 2 Unterarmknochen • Speiche (Radius) • Elle (Ulna) (Humerus) Handwurzel (Carpus) 8 Handwurzelknochen proximale Reihe (von radial nach ulnar) • Kahnbein (Os scaphoideum) • Mondbein (Os lunatum) • Dreieckbein (Os triquetrum) • Erbsenbein (Os pisiforme) distale Reihe (von radial nach ulnar) • großes Vieleckbein (Os trapezium) • kleines Vieleckbein (Os trapezoideum) • Kopfbein (Os capitatum) • Hakenbein (Os hamatum) Hand (Manus) Mittelhand (Metacarpus) 5 Mittelhandknochen Finger (Digiti) 14 Fingerknochen (Ossa metacarpi = Metacarpalia I bis V. . I = Mittelhandknochen des Daumens) (Ossa digitorum= Phalanges) Handwurzelknochen-Merkspruch: Ein Schiffchen fuhr im Mondenschein ums Dreieck. 111 – Die inneren Schlüsselbeingelenke verbinden die Schlüsselbeine mit dem Brustbein. Schultergürtel (✑ Abb.25 auf Seite 112 zu entnehmen.26.und ums Erbsenbein. der muss beim Haken sein. Seite 113).5. – Ellenbogengelenk (Art. Schultergelenk (Art.25) Der Schultergürtel bildet im Unterschied zum Beckengürtel einen vorn und hinten offenen Ring. Muskeln Schultergürtel und Arm sind durch drei große Gelenke verbunden: – Schultergelenk (Art.und Ursprungsstelle vieler Muskeln.3 Schultergürtel und obere Extremität Schultergürtel und obere Extremität bilden eine Einheit.3. Vieleck klein – ein Kopf. wodurch die Arme viel beweglicher als die Beine sind. Bewegungsmöglichkeiten. 5.3 Spezielle Knochen.und Muskellehre 5. Er liegt dem Thorax locker auf. gehören zu den Röhrenknochen (Einzelheiten ✑ Abbildung 5. Vieleck groß. humeri) Beteiligte Knochen bzw. Knochenverbindungen. Merke Der Schultergürtel verbindet die Arme mit dem Rumpf. Außerdem ist er Ansatz. Obere Extremität – Gliederung der Knochen. Obere Extremität Alle Armknochen. – die äußeren die Schlüsselbeine mit dem Schulterblatt. cubiti). Lagemäßig gehört der Schultergürtel zum Rumpf. Tab. humeri). radiocarpalis). Knochenverbindungen An beiden Enden der s-förmigen Clavicula befindet sich jeweils ein Kugelgelenk. – Handgelenk (Art. Einzelheiten sind der Abbildung 5. Knochenteile sind – die Gelenkfläche des Schulterblattes (liegt unterhalb des Schulterecks) und – der Oberarmkopf (Caput humeri). Auf jeder Seite besteht der Schultergürtel jeweils aus einem Schlüsselbein (Clavicula) und Schulterblatt (Scapula). der allerdings vorn durch das Brustbein verschlossen wird. 5.

– sehr weite Gelenkkapsel.25 Schultergürtel. 5. h. kleine Gelenkpfanne. – durch das Zusammenwirken mit den Schlüsselbeingelenken wird eine beträchtliche Erweiterung des Bewegungsumfanges ermöglicht.5 112 Stütz. Merkmale des Schultergelenkes Das Schultergelenk als Kugelgelenk bietet einen sehr großen Bewegungsspielraum durch – relativ kleine Kontaktflächen (großer Gelenkkopf. d. – überwiegend Muskelführung. kaum Knochenführung). .und Bewegungssystem Ansicht von vorn Schlüsselbein (Clavicula) äußeres Schlüsselbeingelenk (Articulatio acromioclavicularis) Schultereck (Acromion) Schultergelenk (Articulatio humeri) inneres Schlüsselbeingelenk (Articulatio sternoclavicularis) mit Discus Handgriff des Brustbeins (Manubrium sterni) Oberarmknochen (Humerus) Ansicht von hinten Schlüsselbein (Clavicula) Schultereck (Acromion) Schultergelenk (Articulatio humeri) Schulterblatt (Scapula) Oberarmknochen (Humerus) Elle (Ulna) Speiche (Radius) Abb. Im Bereich des Schultergelenkes liegt zur Minderung der Reibung eine große Zahl von Schleimbeuteln.

die von einer gemeinsamen Ge- Abb. radiocarpalis) (Proc.bzw. Rechte obere Extremität und Schulterblatt (rechter Arm). die schlaffe Kapsel sowie die fehlende Bänderführung sind Ursachen häufiger Luxationen. Rippenseite des Schulterblattes (Collum chirurgicum) (Facies costalis) Obergrätengrube (Fossa supraspinata) Rabenschnabelfortsatz (Processus coracoideus) Oberarmknochen (Humerus) Oberarmköpfchen Schultereck (Capitulum humeri) (Acromion) Oberarmrolle Schulterblattgräte (Trochlea humeri) (Spina scapulae) innerer Obergelenkknorren (Epicondylus medialis) Ellenbogengelenk äußerer Obergelenkknorren (Epicondylus lateralis) (Articulatio cubiti) Radiuskopf (Caput radii) Untergrätengrube Elle (Fossa infraspinata) (Ulna) Speiche (Radius) Ellenkopf (Caput ulnae) Griffelfortsatz proximales Handgelenk (Art. 5. styloideus ulnae) Handwurzel (Carpus) Mittelhand (Metacarpus) Grundglied (Phalanx proximalis) Fingerglieder (Phalanges) Mittelglied (Phalanx media) Endglied (Phalanx distalis) Die Elle (Ulna) liegt kleinfingerwärts. humeroradialis) mit Speichenkopf und Oberarmköpfchen (Kugelgelenk) und . die Speiche (Radius) daumenwärts.und Muskellehre anatomischer Hals 113 Oberarmkopf (Collum anatomicum) (Caput humeri) chirurgischer Hals Vorder. – Oberarm-Ellen-Gelenk (Art. – Oberarm-Speichen-Gelenk (Art.5. cubiti) Das Ellenbogengelenk wird aus drei Teilgelenken gebildet. Ellenbogengelenk (Art. P Die ❑ geringe Knochenführung. humeroulnaris) mit Oberarmrolle und Ellenhaken (Scharniergelenk).3 Spezielle Knochen.26 lenkkapsel umschlossen werden.

.5 114 Stütz. Radialabduktion (Bewegung der Hand zur Speiche) – Ulnarabduktion (Bewegung der Hand zur Elle). Bewegungen im Daumensattelgelenk: Abduktion – Adduktion (Daumen wird vom Zeigefinger abgespreizt und wieder herangeführt).27 Ein. (Pronation) – distales Handgelenk (Art. radiocarpalis) Beteiligte Knochen bzw. • Ulna (durch einen Discus von den Handwurzelknochen getrennt). Das Carpometacarpalgelenk I ist das Daumensattelgelenk und liegt zwischen Os trapezium und Os metacarpale I. Bewegungen: Palmarflexion (Beugung der Hand handflächenwärts) – Dorsalflexion (Bewegung der Hand handrückenwärts). Die Carpometacarpalgelenke liegen zwischen der distalen Handwurzelknochenreihe und den Basen der Mittelhandknochen. biceps brachii) Auswärtsdreher (M. P Beim Sturz auf die Hand bricht meistens ❑ Einwärtsdrehung der Radius. runder Einwärtsdreher (M. supinator) Elle Speiche – proximales Ellen-Speichen-Gelenk (DrehScharniergelenk – funktionell) mit Speichenkopf und Einschnitt der Elle.und Bewegungssystem Auswärtsdrehung (Supination) zweiköpfiger Oberarmmuskel (M. Handgelenke – proximales Handgelenk (Art. pronator quadratus) Abb. metacarpalis) zwischen proximaler und distaler Handwurzelknochenreihe. Das proximale Ellen-Speichen-Gelenk bildet mit dem distalen Ellen-Speichen-Gelenk ein Drehgelenk. Daumensattelgelenk. Bewegungen: Palmarflexion – Dorsalflexion. Gelenktyp: Eigelenk. Gelenktyp: Scharniergelenk. Opposition – Reposition (Daumen wird aus der Abduktionsstellung dem kleinen Finger gegenübergestellt und wieder in Normalstellung zurückgeführt). Knochenteile sind • Radius.und Auswärtsdrehung der Hand. Handwurzel-Mittelhand-Gelenke (Carpometacarpalgelenke). pronator teres) Speiche Elle viereckiger Einwärtsdreher (M. • proximale Handwurzelknochenreihe. Die distale Radiusfraktur ist eine der häufigsten Frakturen überhaupt. 5.

S.und Muskellehre Die Carpometacarpalgelenke II bis IV sind Amphiarthrosen (straffe Gelenke).33. 182 und Abb. radialis) und Ellenarterie (A.-Injektion). häufig genutzt zur Blutentnahme und i. ulnaris) (✑ Abb.3 Spezielle Knochen. Elle (Ulna) Dreieckbein (Os triquetrum) Kopfbein (Os capitatum) Hakenbein (Os hamatum) ■ proximale Reihe ■ distale Reihe Speiche (Radius) Mondbein (Os lunatum) Kahnbein (Os scaphoideum) großes Vieleckbein (Os trapezium) Fingergrundgelenk Fingermittelgelenk Fingerendgelenk kleines Vieleckbein (Os trapezoideum) Knochen der Hand.28 . S. Abb. Die Fingergrundgelenke II bis V sind anatomisch gesehen Kugelgelenke.v. Armnerven) und regionäre Achsellymphknoten.5.27. 115 Palmaransicht Speiche (Radius) Elle (Ulna) Kahnbein Mondbein (Os scaphoideum) (Os lunatum) großes Vieleckbein Erbsenbein (Os trapezium) Dreieckbein (Os pisiforme) (Os triquetrum) Hakenbein (Os hamatum) kleines Vieleckbein (Os trapezoideum) Merke Kopfbein (Os capitatum) Alle Scharniergelenke werden durch Seitenbänder (= Kollateralbänder) gesichert. Ellenbeuge Liegt zwischen Flexoren des Oberarmes und Flexoren sowie Extensoren des Unterarmes. 185). 5. Inhalt: Bindegewebskörper mit Gefäßen und Nerven (Armgefäße. Fingergelenke – Fingergrundgelenke (Metacarpophalangealgelenke).und -endgelenke sind Scharniergelenke. – Aufzweigung der Oberarmarterie (A. 9. Dorsalansicht Achselhöhle Einbuchtung der Körperoberfläche zwischen Rumpf und Arm. brachialis) in Speichenarterie (A. Abb. 9. 9. – Fingermittelgelenke und Fingerendgelenke (proximale und distale Interphalangealgelenke) Die Fingermittel. 181. Das Daumengrundgelenk ist ein Scharniergelenk. Das Gelenk V lässt geringe Oppositionsbewegungen des kleinen Fingers zu. Inhalt: – Venen der Ellenbeuge (Cubitalvenen.28. S.

5

116
Tab. 5.3

Stütz- und Bewegungssystem

Verlauf und Funktion der Muskulatur des Schultergürtels

Muskeln

Verlauf

Funktion

Großer Brustmuskel
(M. pectoralis major)

Clavicula, Sternum
– Humerus

Adduktion, Anteversion und
Innenrotation im Schultergelenk

Kleiner Brustmuskel
(M. pectoralis minor)
(✑ Abb. 6.1, S. 137)

unter M. pectoralis major

Senkung des Schultergürtels,
Hebung der Rippen
(= Einatemhilfsmuskel)

Trapezmuskel
(M. trapezius)

Hinterhauptbein, Brustwirbel
– Clavicula, Scapula

Bewegungen des Schultergürtels

Breiter Rückenmuskel
(M. latissimus dorsi)

Brust- und Lendenwirbel
– Humerus

Adduktion, Retroversion und
Innenrotation im Schultergelenk

Schulterblattheber
(M. levator scapulae)

unter M. trapezius,
1. – 4. Halswirbel – Scapula

hebt Schultergürtel

Deltamuskel
(M. deltoideus)

Clavicula, Scapula
– Humerus

Abduktion, Adduktion,
Anteversion, Retroversion,
Innen- und Außenrotation im
Schultergelenk

Rückansicht

Trapezmuskel
(M. trapezius)

Deltamuskel
(M. deltoideus)

Untergrätenmuskel
(M. infraspinatus)

großer/kleiner
runder Muskel
(M. teres
major/minor)

dreiköpfiger
Armstrecker
(M. triceps brachii)

breiter
Rückenmuskel
(M. latissimus
dorsi)

Abb. 5.29

Muskeln des Schultergürtels.

Vorderansicht

Treppenmuskeln
(Mm. scaleni)

Deltamuskel
(M. deltoideus)

großer
Brustmuskel
(M. pectoralis
major)

zweiköpfiger
Armmuskel
(M. biceps brachii)

vorderer
Sägemuskel
(M. serratus
anterior)

breiter
Rückenmuskel
(M. latissimus
dorsi)

5.3 Spezielle Knochen- und Muskellehre
Muskulatur des Schultergürtels
Den Schultergürtel erreichen zahlreiche Muskeln
von allen Seiten. Dadurch ist er sehr beweglich.
Einige Muskeln setzen am Humerus (Oberarmknochen) an, wodurch das funktionelle Zusammenwirken zwischen Schlüsselbeingelenken
und Schultergelenk ermöglicht wird.
Merke

Die Schultergürtelmuskulatur dient
• der Bewegung von Schultergürtel und Arm,
• der Haltung und Fixation des Schultergürtels
(✑ Tab. 5.3).
Muskulatur des Armes
Die Muskulatur des Armes wird in Ober- und
Unterarmmuskulatur unterteilt.
Oberarmmuskulatur
Die Oberarmmuskulatur wird aus Beugern
(Flexoren) und Streckern (Extensoren) gebildet.
Wichtigster Beugemuskel ist der zweiköpfige
Oberarmmuskel (M. biceps brachii). Seine
Funktionen sind Flexion und Fixation des Ellenbogengelenkes sowie Supination des Unterarmes.
Der Gegenspieler (Antagonist) des M. biceps

117

brachii ist der dreiköpfige Oberarmmuskel
(M. triceps brachii) – Strecker genannt. Er
bewirkt die Extension des Unterarmes sowie die
Fixation des Ellenbogengelenkes.
Unterarmmuskulatur
Die Unterarmmuskeln lassen sich entsprechend
ihrer Funktion in vier Gruppen einteilen:
Pronatoren
Sie bewirken die Innenrotation von Hand und
Unterarm, also die Drehung von Elle und Speiche
in der Längsrichtung nach innen (Pronation).
Supinatoren
Sie ermöglichen die Außenrotation von Hand
und Unterarm, also die entgegengesetzte Drehung von Elle und Speiche in der Längsrichtung
nach außen (Supination).
Flexoren
Die Flexoren liegen ulnar und palmar. Sie bewirken die Palmarflexion im Handgelenk und
Flexion der Finger.
Extensoren
Die Extensoren liegen radial und dorsal. Sie
bewirken die Dorsalextension im Handgelenk
und Extension der Finger.

Palmaransicht

Dorsalansicht

Palmaransicht

Flexorengruppe
für Handgelenk
und Finger

Extensorengruppe
für Handgelenk
und Finger

Halteband der
Beugersehnen

Halteband der
Streckersehnen

(Retinaculum flexorum)

(Retinaculum extensorum)

Hohlhandsehne
(Aponeurosis palmaris)

Sehnenscheiden
(Vaginae tendines)

Muskeln und Bänder von Unterarm und Hand.

Abb. 5.30

5

118

Stütz- und Bewegungssystem

langer radialer
Handstrecker
Oberarmspeichenmuskel

Knorrenmuskel
(M. anconeus)

(M. brachioradialis)

runder
Einwärtsdreher
(M. pronator teres)

ulnarer Handstrecker

Kleinfingerstrecker

(M. palmaris longus)

(M. extensor digiti minimi)

oberflächlicher
Fingerbeuger

(M. extensor digitorum)

(M. flexor digitorum
superficialis)

Fingerstrecker
ulnarer Handstrecker
(M. flexor carpi ulnaris)

Abb. 5.31

kurzer radialer
Handstrecker
(M. extensor carpi
radialis brevis)

(M. extensor carpi ulnaris)

radialer Handstrecker
(M. flexor carpi radialis)

langer
Hohlhandmuskel

(M. extensor carpi
radialis longus)

langer
Daumenabzieher
(M. abductor pollicis
longus)

kurzer
Daumenstrecker
(M. extensor pollicis
brevis)

Halteband
(Retinaculum
extensorum)

Unterarmmuskulatur.

Merke

Die im Unterarm liegenden Flexoren und Extensoren (= lange Fingermuskeln) sind über
lange Sehnen mit den Fingergrund-, Fingermittel- und Fingerendgliedern verbunden. Sie
verlaufen im Bereich der Hand- und Fingergelenke in Sehnenscheiden (= Gleitschutz).
Haltebänder (Retinacula) fixieren die Sehnenscheiden.
Handmuskulatur
Die herausragende Fähigkeit der menschlichen
Hand ist die Greiffunktion. Sie wird durch die
Oppositionsfähigkeit des Daumens möglich,
d. h., der Daumen kann den übrigen Fingern
gegenübergestellt werden.
Für diese Greiffunktion steht ein komplizierter
Muskelapparat der Hand zur Verfügung:
– 4 Muskeln des Daumenballens und
– 4 Muskeln des Kleinfingerballens.

Innervation
Die Muskulatur der oberen Extremitäten wird
von Nerven versorgt, die aus dem Armgeflecht
(Plexus brachialis) hervorgehen (N. radialis, N.
ulnaris, N. medianus; ✑ Abb. 17.21, S. 358).
5.3.4 Beckengürtel und untere Extremität
Beckengürtel und untere Extremität haben Halteund Stützfunktion. Deshalb sind hier die Knochen und Gelenke viel kräftiger ausgebildet als
beim Schultergürtel und der oberen Extremität.
Beckengürtel
Der Beckengürtel stellt im Unterschied zum
Schultergürtel einen geschlossenen Ring dar.
Aufgaben
– Verbindung der Beine mit dem Rumpf.
– Übertragung der Körpermasse von der Wirbelsäule auf die beiden Oberschenkelknochen.

5.3 Spezielle Knochen- und Muskellehre

119

männliches Becken
(Pelvis masculinum)

Vorgebirge
(Promontorium)

Darmbeinkamm
(Crista iliaca)

Kreuzbein
(Os sacrum)

vorderer oberer Darmbeinstachel
Hüftbein

(Spina iliaca anterior superior)

(Os coxae)

vorderer unterer Darmbeinstachel
(Spina iliaca anterior inferior)

Hüftgelenkpfanne
(Acetabulum)

Hüftloch
(Foramen obturatum)

Schambeinwinkel

Hüftbein

(Angulus pubis: 70°–75°)

(Os coxae)

Darmbeinkamm

hinterer oberer
Darmbeinstachel

(Crista iliaca)

vorderer oberer Darmbeinstachel

(Spina iliaca posterior
superior)

(Spina iliaca anterior superior)
(Spina iliaca anterior inferior)

hinterer unterer
Darmbeinstachel

Hüftgelenkpfanne

(Spina iliaca posterior
inferior)

vorderer unterer Darmbeinstachel

(Acetabulum)

Sitzbeinstachel
(Spina ischiadica)

bilden zusammen
das Hüftbein

Schambein

(Os pubis)

Darmbein

(Os ilium)

Hüftloch

Sitzbeinhöcker

(Foramen obturatum)

(Tuber ischiadicum)

Sitzbein

weibliches Becken

(Os ischii)

(Pelvis femininum)

Darmbeingrube
(Fossa iliaca)

Darmbein-Kreuzbein-Gelenk
(Articulatio sacroiliaca)

Schambeinhöcker
(Tuberculum pubicum)

Hüftgelenkpfanne
(Acetabulum)

Schambeinfuge
(Symphysis pubica)

Schambeinbogen
(Arcus pubis: 90°–100°)

Bei den Darmbein-Kreuzbein-Gelenken sind
die Gelenkflächen unregelmäßig und ineinander verkeilt. Die Gelenkkapsel ist sehr
eng, fest und durch Gelenkbänder vielfältig
verstärkt. Eigentliche Bewegungen sind
nicht möglich. Sie wirken federnd.

Becken und Hüftbein.

Abb. 5.32

5

120

Stütz- und Bewegungssystem

Zu diesem Zweck ist er, im Unterschied zum
Schultergürtel, als stabiler Ring fest mit der
Wirbelsäule verbunden.
– Gebärkanal.
– Ansatz- und Ursprungsstelle von Bauch-,
Rücken- und Gesäßmuskeln.
– Schutz der Beckenorgane.
Knochen
Der Beckengürtel besteht aus
1 Kreuzbein (Os sacrum),
2 Hüftbeinen (Ossa coxae) sowie
l Steißbein (Os coccygis).
Jedes Hüftbein wiederum setzt sich aus drei miteinander verwachsenen Knochen zusammen:
– dem Darmbein (Os ilium),
– dem Schambein (Os pubis) und
– dem Sitzbein (Os ischii).
Merke

Die Hüftgelenkpfanne (Acetabulum) wird
von Teilen der Körper aller drei Teilknochen
des Hüftbeines gebildet und besitzt einen
halbmondförmigen Gelenkknorpel.
Knochenverbindungen
• Darmbein-Kreuzbein-Gelenke (Iliosacralgelenke) verbinden die Hüftbeine im Bereich
der Darmbeinschaufeln mit dem Kreuzbein.
Wegen der sehr straffen, knappen Gelenkkapsel sind praktisch keine Bewegungen möglich.
Die Gelenke sind wichtig für die Elastizität des
Beckens und die Federung der Wirbelsäule.

• Schambeinfuge (Symphysis pubica) verbindet
die beiden Hüftbeine im Bereich der Schambeine mittels Faserknorpel.
Gestalt
Das Becken ist trichterförmig gebaut. Der Innenraum wird durch die Grenzlinie (Linea terminalis), die vom Promontorium bogenförmig zum
Oberrand der Symphyse verläuft, gegliedert in
– großes Becken oberhalb der Grenzlinie zwischen den beiden Darmbeinschaufeln,
– kleines Becken (= Beckenkanal) mit Beckeneingang und Beckenausgang unterhalb der
Grenzlinie.
– Die Beckeneingangsebene ist im Stand vorn
nach unten geneigt.
Verbindet man die beiden Sitzbeinhöcker durch
eine Linie miteinander, entstehen zwei Dreiecke:
– ventral das Trigonum urogenitale für den
Durchtritt der Harn- und Geschlechtsorgane;
– dorsal das Trigonum rectale für den Durchtritt des Rectums (✑ Abb. 5.33).
Geschlechtsunterschiede (✑ Abb. 5.32, S. 119)
– Männliches Becken: Untere Schambeinäste
bilden spitzen Winkel. Das männliche Becken
ist hoch, schmal und eng.
– Weibliches Becken: Untere Schambeinäste
bilden stumpfwinkligen Bogen. Das weibliche
Becken ist flach, breit und weit.
Untere Extremität
Die untere Extremität ist beim Menschen als
Stützorgan ausgebildet.
Gliederung und Bau:
(✑ Tab. 5.4, S. 122 und
Abb. 5.34)

großes Becken

Durchtritt des Rectums
(Trigonum rectale)

Durchtritt der Harn- und
Geschlechtsorgane
kleines Becken

Abb. 5.33

Knöchernes Becken.

(Trigonum urogenitale)

Alle Beinknochen, außer Fußwurzelknochen,
sind Röhrenknochen.
Der Oberschenkelknochen (Femur) ist der
größte Knochen des
Menschen. Sein Kopf
(Caput femoris) ist
durch den Schenkelhals
vom Schaft abgespreizt,
wodurch der Schenkelhalswinkel (= Kollodiaphysenwinkel) von ca.
125 ° entsteht.

5.3 Spezielle Knochen- und Muskellehre

Ventralansicht

121

Dorsalansicht
Oberschenkelkopf
(Caput femoris)

großer Rollhügel
(Trochanter major)

Oberschenkelhals
(Collum femoris)

großer Rollhügel
(Trochanter major)

kleiner Rollhügel
(Trochanter minor)

Schaft des
Oberschenkelknochens
(Corpus femoris)

innerer Gelenkknorren
(Condylus medialis femoris)

Kniescheibe
(Patella)

äußerer
Gelenkknorren
des Schienbeins
(Condylus lateralis tibiae)

Wadenbeinkopf

(Tuberositas tibiae)

Wadenbeinkörper

äußerer
Gelenkknorren

(Epicondylus medialis femoris)

(Condylus lateralis
femoris)

innerer Gelenkknorren
des Schienbeins
(Condylus medialis tibiae)

Das stärkere Schienbein (Tibia)
liegt medial, das schwächere
Wadenbein (Fibula) lateral im
Unterschenkel.

Schienbeinkörper
(Corpus tibiae)

mittlerer (innerer)
Knöchel
(Ossa tarsalia)

Gelenkknorrengrube
(Fossa intercondylaris)

(Corpus fibulae)

Fußwurzelknochen

(Epicondylus lateralis
femoris)

innerer
Obergelenkknorren

(Caput fibulae)

Ansatzstelle des
Kniescheibenbandes

äußerer
Obergelenkknorren

(Malleolus medialis)

seitlicher (äußerer)
Knöchel
(Malleolus lateralis)

Malleolengabel

Mittelfußknochen
(Ossa metatarsi)

Zehenknochen
(Ossa digitorum pedis)

Knochen der unteren Extremität.

Abb. 5.34

5

122
Tab. 5.4

Stütz- und Bewegungssystem

Untere Extremität – Gliederung und Knochen.
Untere Extremität

Oberschenkel

Unterschenkel

1 Oberschenkelknochen

Fuß

(Pes)

2 Unterschenkelknochen
• Schienbein (Tibia)
• Wadenbein (Fibula)

(Femur)

Fußwurzel (Tarsus)
7 Fußwurzelknochen
proximale Reihe
• Sprungbein (Talus)
• Fersenbein (Calcaneus)
• Kahnbein (Os naviculare)
distale Reihe
• mediales Keilbein (I)

Mittelfuß (Metatarsus)
5 Mittelfußknochen

Zehen (Digiti)
14 Zehenknochen

(Ossa metatarsi = Metatarsalia I – V;
I = Mittelfußknochen der Großzehe)

(Ossa digitorum = Phalanges)

(Os cuneiforme mediale)

• mittleres Keilbein (II)
(Os cuneiforme intermedium)

• laterales Keilbein (III)
(Os cuneiforme laterale)
(Os cuboideum)

• Würfelbein

Fußknochen von oben

Fersenbein
(Calcaneus)

Sprungbein
(Talus)

Würfelbein
(Os cuboideum)

Kahnbein
(Os naviculare)

Keilbeine

Fußknochen von medial

(Os cuneiforme mediale,
intermedium, laterale)

Wadenmuskel

Mittelfußknochen
(Ossa metatarsi I – V)

(M. gastrocnemius)

Zehenknochen

(Tibia)

Schienbein
Sprungbein

(Phalanges)

(Talus)

Zehengrundglied

Achillessehne

(Phalanx proximalis)

(Tendo calcaneus)

Zehenmittelglied

Fersenbein

(Phalanx media)

(Calcaneus)

Zehenendglied
(Phalanx distalis)

Abb. 5.35

Knochen des Fußes.

Längsgewölbe des Fußes

37 . ileofemorale) ist das stärkste Band des Menschen. cruciatum posterior) innerer Meniscus (Meniscus medialis) (Capsula articularis) Außenband Kniescheibe (Lig. articulatio coxae) Hüftgelenk (Art. Knochenteile sind Femur-Condylen und Tibia-Condylen sowie die Patella. talocruralis). derbe Kapsel. coxae).36 • Verstärkung durch 4 kräftige Bänder. Bewegungsmöglichkeiten. genus) und – oberes Sprunggelenk (Art.3 Spezielle Knochen. den äußeren die Fibula. Kniegelenk (Art. weil der Hüftkopf von der Hüftpfanne zu zwei Dritteln umschlossen wird. cruciatum anterior) hinteres Kreuzband Sehne des M. Abb. sagittal vierköpfiger Oberschenkelmuskel 123 Hüftgelenk. Abb. die auch den Oberschenkelhals teilweise mit einschließt. Muskeln Beckengürtel und Bein sind durch drei große Gelenke verbunden: – Hüftgelenk (Art. genus) Das Knieglenk ist das größte Gelenk des Menschen. quadriceps femoris) vorderes Kreuzband (Lig.5. Aufgrund der Beteiligung von zwei Knochen sind zusätzliche Federwege eingebaut. Oberschenkelknochen Rückansicht (Femur) (M. Das Darmbein-Oberschenkelband (Lig. popliteus) Schleimbeutel (Bursa synovialis) Schienbein Synovialmembran (Tibia) Wadenbein (Fibula) Rechtes Kniegelenk. • Weite. Hüftbein (Os coxae) Hüftgelenkpfanne (Acetabulum) Oberschenkelkopf Knochenverbindungen. 5.und Muskellehre Malleolengabel (= Knöchelgabel) Den inneren Knöchel der Malleolengabel bildet die Tibia. Knochenteile des Hüftgelenks sind Hüftgelenkpfanne mit ausgeprägter Gelenklippe und kugelförmigem Oberschenkelkopf (= Hüftkopf). quadriceps Gelenkkapsel (Lig. – Kniegelenk (Art. Beteiligte Knochen bzw. Es erlaubt Bewegungen um zwei Hauptachsen. (Caput femoris) Hüftgelenkbänder (Ligg. Daher geringe Luxationsgefahr und gute Knochenführung. collaterale tibiale) (Patella) äußerer Meniscus (Meniscus lateralis) Meniscus Innenband (Lig. collaterale fibulare) Kniekehlenmuskel (M. 5. coxae) Beteiligte Knochen bzw. Merkmale • Kugelgelenk mit eingeschränkter Beweglichkeit (Nussgelenk).

– Fußwurzel-Mittelfuß-Gelenke zwischen Fußwurzel und proximalen Enden der Mittelfußknochen. psoas minor) großer Lendenmuskel1) (M. iliopsoas). Querwölbung abgeflacht.als auch Kniegelenk (z. psoas major) Darmbeinmuskel1) (M. vorderes und hinteres Kreuzband zwischen den Femurcondylen. Strecken. Schneidermuskel). • Stabile Bandführung (z. direkte Gewalt (Autoarmaturenaufprall) zu Patella. B. Vordere Muskelgruppe • Darmbein-Lenden-Muskel (M.39 . Der überwiegende Teil von ihnen zieht über das Hüftgelenk direkt zum Oberschenkel. Fersen. 5. cruciatum anterior) Gelenkflächen des Schienbeins äußerer Meniscus (Meniscus lateralis) innerer Meniscus (Meniscus medialis) hinteres Kreuzband (Lig. Längswölbung verstärkt. Andere wiederum verlaufen über das Kniegelenk zum Unterschenkel und ermöglichen so die Bewegung von Hüft. • Sehr weite Kapsel. die kein Mittelgelenk besitzt). inneres und äußeres Seitenband). cruciatum posterior) Abb. Weitere Knochenverbindungen der Fußwurzel und des Fußes sind – unteres Sprunggelenk zwischen Sprung-.und keilförmige Menisci (Innen. pectineus) Tiefe Hüftmuskeln. iliacus) Leistenband (Lig. inguinale) Kammmuskel (M. Knochenteile des oberen Sprunggelenkes sind Sprungbein und Malleolengabel. iliopsoas) kleiner Lendenmuskel1) (M.38 Menisken des rechten Kniegelenks. talocruralis) Beteiligte Knochen bzw. wie z.und Längsgewölbe. Oberes Sprunggelenk (Art. Der Fuß besitzt je ein Quer. – Zehenendgelenke. – Zehenmittelgelenke (außer Großzehe = Hallux. Jeder Meniscus ist durch kräftige Bänder mit der Gelenkkapsel verankert.und Kahnbein (ermöglicht die Pronations-/Supinationsbewegungen des Fußes). Spreizen und Rotationen.5 124 Stütz.und Bewegungssystem vorderes Kreuzband (Lig. Abb. Senkfuß: Hohlfuß: Spreizfuß: – Zehengrundgelenke. 5. Muskulatur und ihre Funktionen Die Muskeln im Bereich der Hüftregion ermöglichen die verschiedensten Bewegungen des Beines wie Beugen.und Außenmeniscus) ausgeglichen.oder supracondylären Femurfrakturen. P Das Kniegelenk erleidet häufig Verletzungen. durch Muskellähmungen und aufgrund schlechten Schuhwerks können Gefügestörungen (= Deformitäten) auftreten. Sturz in senkrechter Richtung (Absprung) führen zu Tibiakopfbrüchen. Außen.und Fußballsport) lösen Bandschäden aus. • Ungleichheiten der Gelenkflächen werden durch zwei halbmond. 1) = Darmbein-Lenden-Muskel (M. Merkmale • Drehscharniergelenk. Heranziehen. B. Drehungen am Knie bei fixiertem Unterschenkel (Ski. • 4 Hauptbewegungen: Extension und Flexion. Funktion: Flexion im Hüftgelenk. Hüftmuskulatur 1. Längswölbung abgeflacht (als Extremform Plattfuß). P ❑ Durch schlaffe Bänder.und Innenrotation (nur in Beugestellung). die durch Muskeln und Bänder gehalten werden. ❑ da es am wenigsten durch Muskelmassen geschützt ist. Kräftige Seitenbänder sichern die Scharnierbewegung. B.

Adduktion im Hüftgelenk. iliopsoas). vastus lateralis) innerer Oberschenkelmuskel2) (M. Die gemeinsame kleiner Lendenmuskel1) (M. quadriceps femoris). besteht aus vier Teilmuskeln (für intramuskuläre Injektionen ist der M. gluteus maximus). gastrocnemius) Schollenmuskel (M. peroneus longus) vorderer Schienbeinmuskel (M. iliacus) großer Gesäßmuskel Leistenband (M. 2) Diese Strecker (Extensoren) und der verdeckte mittlere Schenkelmuskel (M. semimembranosus) (Patella) (M. biceps femoris) (M. gluteus maximus) (Lig. psoas minor) großer Lendenmuskel1) viereckiger Lendenmuskel (M. adductor longus) schlanker Muskel zweiköpfiger Oberschenkelmuskel (M. vastus medialis) langer Wadenbeinmuskel Zwillingswadenmuskel (M. Funktion: Extension. Untere Extremität – wichtige Muskeln. 5.5. quadratus lumborum) Darmbeinmuskel1) (M. inguinale) Kammmuskel (M. vastus intermedius) werden unter dem Begriff vierköpfiger Oberschenkelmuskel (M.3 Spezielle Knochen. • kleiner Gesäßmuskel (M. gluteus minimus). vastus lateralis wichtig). gluteus medius). Abduktion. rectus femoris) äußerer Oberschenkelmuskel2) Kniescheibe (M. 125 Oberschenkelmuskulatur 1. sartorius) halbsehniger Muskel gerader Oberschenkelmuskel2) (M. • mittlerer Gesäßmuskel (M. soleus) (M. gracilis) Schneidermuskel (M. Abb.und Muskellehre 2.40 . psoas major) (M. quadriceps femoris) zusammengefasst. Extensorengruppe – Vierköpfiger Oberschenkelmuskel (M. Hintere Muskelgruppe • Großer Gesäßmuskel (M. semitendinosus) halbmembranöser Muskel (M. tibialis anterior) Achillessehne (Tendo calcaneus) 1) Diese Muskeln bilden den Darmbein-Lenden-Muskel (M. pectineus) langer Anzieher (M.

tibialis anterior) Zwillingswadenmuskel (M.41 Untere Extremität – Bewegungsmöglichkeiten.und Bewegungssystem Flexion im Hüftgelenk DarmbeinLenden-Muskel (M. gastrocnemius) Abb. biceps femoris) Adduktion im Hüftgelenk Adduktoren Dorsal. 5. iliopsoas) Flexion im Kniegelenk Extension im Kniegelenk vierköpfiger Oberschenkelmuskel (M.und Kniegelenk vierköpfiger Oberschenkelmuskel (M.5 126 Stütz. . quadriceps femoris) Streckbewegung im Hüft. quadriceps femoris) zweiköpfiger Oberschenkelmuskel großer Gesäßmuskel (M. gluteus maximus) (M.und Plantarflexion vorderer Schienbeinmuskel (M.

3 Spezielle Knochen. deltoideus) intragluteale Injektion höchster Punkt des Darmbeinkammes Einstichstelle (Crista iliaca) (Methode nach von Hochstetter): vorderer oberer Darmbeinstachel ventraler Muskelbereich zwischen dem höchsten Punkt des Darmbeinkammes.5. dem großen Rollhügel und dem vorderen oberen Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior) großer Rollhügel (Trochanter major) intragluteale Injektion Einstichstelle Darmbeinkamm (Crista-Methode nach Sachtleben): (Crista iliaca) beim Erwachsenen 3 Querfinger breit caudal der gedachten Linie Mitte des Darmbeinkammes und dem großen Rollhügel großer Rollhügel (Trochanter major) laterale Vastus-Injektion Einstichstelle: Mitte des seitlichen Oberschenkels äußerer Obergelenkknorren (Epicondylus lateralis femoris) großer Rollhügel (Trochanter major) Intramuskuläre Injektionen – häufigste Verabreichungsorte.und Muskellehre 127 Deltoideus-Injektion Einstichstelle: oberes mittleres Drittel Deltamuskel (M.42 . 5. Abb.

Flexion im Kniegelenk (nur M. Anheben der Zehen. Funktion: Plantarflexion. – Kammmuskel (M. setzt an der Tuberositas tibiae an. tibialis anterior).128 5 Stütz. Adduktorengruppe – Schlanker Muskel (M. Durch lockeres Aufwärmen vor sportlicher Betätigung wird der Stoffwechsel der Muskulatur aktiviert und die Dehnbarkeit der Muskelfasern verbessert. biceps femoris) begrenzt die Kniekehle lateral. Dafür gibt es im Wesentlichen drei Verabreichungsorte (✑ Abb. – Langer Adduktor (M. gastrocnemius und M. gracilis). pectineus). semitendinosus) begrenzt die Kniekehle medial. semimembranosus) begrenzt die Kniekehle medial. Supination des Fußes. Knochen des Schädeldaches (Calvaria): – Scheitelbein (Os parietale). • seitlicher Oberschenkelmuskel (M. quadriceps femoris. Unterschenkelmuskulatur 1. deltoideus) an der Außenseite des Schultergelenks. Funktion: Adduktion im Hüftgelenk. Funktion: Extension im Hüftgelenk und Flexion im Kniegelenk. – Halbsehniger Muskel (M. Flexorengruppe (hinten) – Dreiköpfiger Wadenmuskel (M. – Schneidermuskel (M. soleus). gastrocnemius). Er befindet sich mit den wichtigsten Sinnesorganen an oberster Stelle des menschlichen Organismus und hat so außerordentlich große Bedeutung beim Erkennen der Umwelt. triceps surae) über Achillessehne am Fersenbeinhöcker befestigt. – Halbmembranöser Muskel (M.42): • Deltamuskel (M. 3.und Bewegungssystem Endsehne des Muskels. Schädel (Cranium) Der Schädel ist das Knochengerüst des Kopfes.3. 5. 5. Hier beginnen der Verdauungsund der Atmungstrakt.5 Kopf (Caput) Der Kopf (Caput) ist durch den Hals gut beweglich mit dem Rumpf verbunden. gluteus medius) im Bereich zwischen Darmbeinkamm und der Verbindungslinie zwischen vorderem und hinterem oberem Darmbeinstachel. Knochenverbindungen Die Knochen des Schädeldaches werden durch Knochennähte miteinander verbunden. – Achillessehnenverletzungen (Teil. 2. P Intramuskuläre Injektionen sind tiefe Injek❑ tionen in einen Muskel. die innere und äußere Schädelbasis und die Schädelhöhle mit dem Gehirn. – Pfeilnaht (Sutura sagittalis) zwischen den . Gehirnschädel (Neurocranium) Am Gehirnschädel unterscheidet man das Schädeldach. • mittlerer Gesäßmuskel (M. Der Schädel gliedert sich in Gehirnschädel und Gesichtsschädel. vastus lateralis) auf der Mitte einer gedachten Linie zwischen großem Rollhügel und äußerem Obergelenkknorren. Bei Säuglingen ist der Gesichtsschädel durch die fehlende Kaufunktion (dadurch unvollständig ausgebildete Kiefer) geringer ausgeprägt. adductor longus). sartorius) Funktion: Bewegung und Haltung im Hüftund Kniegelenk. Er gliedert sich in Zwillingswadenmuskel (M. – Stirnbein (Os frontale). Die wichtigsten sind: – Kranznaht (Sutura coronalis) zwischen Stirnbein und Scheitelbeinen. – Hinterhauptbein (Os occipitale).oder komplette Risse). Extensorengruppe (vorn) – Vorderer Schienbeinmuskel (M. Typisch für diese Verletzungen sind plötzlich auftretende akute Schmerzen und Funktionsstörungen. sodass das Verletzungsrisiko vermindert wird. Flexorengruppe – Zweiköpfiger Oberschenkelmuskel (M. in die die Patella als Umlenkrolle vor dem Kniegelenkspalt eingelagert ist. Er dient als Schutz des Gehirns und wichtiger Sinnesorgane. Oft betroffen sind M. 2. Häufige Weichteilverletzungen des Beines sind: – Muskelzerrungen und Muskelfaserrisse. Funktion: Dorsalflexion (Fußbewegung nach oben). gastrocnemius – Caput mediale und laterale) und Schollenmuskel (M.

und Muskellehre 129 Kranznaht (Sutura coronalis) Scheitelbein Stirnbein (Os parietale) (Os frontale) Lambdanaht (Sutura lambdoidea) Tränenbein Hinterhauptbein (Os lacrimale) (Os occipitale) Nasenbein Schläfenbein (Os nasale) (Os temporale) Jochbein äußerer Gehörgang (Os zygomaticum) (Meatus accusticus externus) Oberkiefer Warzenfortsatz (Maxilla) (Processus mastoideus) Griffelfortsatz (Processus styloideus) Unterkiefer (Mandibula) Scheitelbeinen. 5. Abb. Sie verbinden die Schädeldachknochen und ermöglichen eine Verschiebung der Knochen gegeneinander. 5.5. große oder Stirnfontanelle an der Vereinigung Keilbein (Os sphenoidale) Tränenbein (Os lacrimale) Jochbein (Os zygomaticum) Nasenbein (Os nasale) Oberkiefer (Maxilla) Unterkiefer (Mandibula) . Unpaarige Fontanellen – Vordere. – Stirnnaht zwischen den Stirnbeinen (beim Erwachsenen nicht mehr zu erkennen). Dies ist bedeutend für den Geburtsvorgang und das Schädelwachstum. die nur beim Neugeborenen vorhanden sind.44 Stirnbein (Os frontale) Scheitelbein (Os parietale) Schläfenbein (Os temporale) Fontanellen Fontanellen sind straffe Bindegewebsverbindungen. Schädel.3 Spezielle Knochen. Abb. – Lambdanaht (Sutura lambdoidea) zwischen Hinterhauptbein und Scheitelbeinen.43 Schädel (Ansicht von ventral). Das menschliche Neugeborene hat 2 unpaarige und 2 paarige Fontanellen.

• Siebbein (Os ethmoidale).und Keilbein gebildet. Sie ist dreieckig geformt und schließt sich bis zum Ende des 1. – Hintere Seitenfontanelle zwischen Scheitelbein. – Kleine oder Hinterhauptfontanelle an der Vereinigung von Pfeil. 5.5 130 Stütz. Hinterhauptsbein und Warzenfortsatz. der äußeren kompakten.und Lambdanaht. Knochen der Schädelbasis Die Schädelbasis wird aus vier unpaarigen und einem paarigen Knochen gebildet. Pfeil. P Blutungen unter der Kopfschwarte können ❑ Paarige Fontanellen – Vordere Seitenfontanelle zwischen Stirnbein. • Keilbein (Os sphenoidale). der aufgelockerten und der inneren kompakten Knochenschicht sowie der harten Hirnhaut. Außerdem befinden sich im Bereich der mittleren Schä- . – Die vordere Schädelgrube wird hauptsächlich von Stirn.und Gleichgewichtsorgan. Scheitelbein und großem Keilbeinflügel. P Beim Geburtsvorgang sind die beiden un❑ paarigen Fontanellen wichtig. Im Felsenbein des Schläfenbeines befinden sich Gehör. Sie ermöglichen während der Geburt eine Verformung des Schädels beim Durchtritt durch den knöchernen Beckenring der Mutter. Die rhombenförmige Fontanelle schließt sich bis zum Ende des 2. Lebensjahres. oberhalb oder unterhalb der Knochenhaut liegen. Mit dem äußeren Periost ist die Kopfschwarte (= funktionelle Einheit von Haut. liegt am höchsten und beinhaltet die Stirnlappen des Großhirns. 5. Innenrelief Die innere Schädelbasis weist eine Dreiteilung auf. Paariger Knochen • Schläfenbein (Os temporale).und Stirnnaht. Im Türkensattel des Keilbeines liegt die Hypophyse. • Hinterhauptbein (Os occipitale). Unterhaut und Sehnenhaube) durch Bindegewebe verschiebbar verbunden. Lebensjahres.46): der äußeren Knochenhaut (Periost).und Bewegungssystem hintere kleine Fontanelle vordere große Fontanelle Stirnbein Scheitelbein vordere Seitenfontanelle Scheitelbein Pfeilnaht Hinterhauptbein Abb. Schichten des Schädeldaches Das Schädeldach (Calvaria) besteht aus fünf Schichten (✑ Abb.45 Schläfenbein hintere Seitenfontanelle Hinterhauptbein Fontanellen. – Die mittlere Schädelgrube wird hauptsächlich vom Keilbein gebildet. Unpaarige Knochen • Stirnbein (Os frontale). von Kranz-.

Gesichtsschädel (Viscerocranium) Der Gesichtsschädel besteht aus 3 großen und 11 kleinen Knochen. 5. Knochenschicht (Lamina externa) – Die hintere Schädelaufgelockerte grube wird hauptsächKnochenschicht lich vom Hinterhaupt(Diploe) bein gebildet. liegt am innere kompakte tiefsten. – der Unterkiefer (Mandibula) und – das Stirnbein (Os frontale).3 Spezielle Knochen. (Lamina interna) Die Grenze zwischen vorderer und mittlerer Schädelgrube bilden die Hinterkanten der beiden kleinen Keilbeinflügel. Hahnenkamm (Crista galli) Stirnbein (Os frontale) vordere Schädelgrube (Fossa cranii anterior) Siebbeinplatte (Lamina cribrosa) Keilbein (Os sphenoidale) Türkensattel (Sella turcica) Schläfenbein (Os temporale) Felsenbein (Pars petrosa) mittlere Schädelgrube (Fossa cranii media) großes Hinterhauptloch (Foramen occipitale magnum) Hinterhauptbein (Os occipitale) hintere Schädelgrube (Fossa cranii posterior) Schädelbasis. beinhaltet HirnKnochenschicht stamm und Kleinhirn.47 . 5. Abb.46 Die drei großen Knochen sind – die paarigen Oberkieferknochen (Maxilla).5. Abb.und Muskellehre delgrube DurchtrittsKopfhaut stellen für Hirnnerven äußere sowie seitliche Teile Knochenhaut der Schläfenlappen des (Pericranium) Großhirns und Teile des äußere kompakte Mittelhirns. Mittlere und hintere Schädelgrube werden durch das Felsenbein getrennt. harte Hirnhaut 131 venöser Blutleiter (Dura mater encephali) Schichten des Schädeldaches.

❑ bildungen des Gehirns zurückzuführen. Nasen. 5. liegen in unmittelbarer Nähe der Nasenhöhle und steDer Oberkiefer (Maxilla) steht als größter hen mit ihr in Verbindung. 5.5 132 Stütz. Knochen des Gesichtsschädels über zahlreiche P Schädelmissbildungen sind auf MissFortsätze mit fast allen anderen Gesichtsschä. Die 11 kleinen Knochen des Gesichtsschädels – Schlittenbewegung: Gleiten des Unterkiefers setzen sich zusammen aus nach vorn und wieder zurück. • 2 untere Nasenmuscheln. bein mit der Schädelbasis verbunden.und SiebKieferbewegungen zusammen. die Augenhöhlen (Orbitae) und die Mundhöhle (Cavitas oris). • 2 Jochbeinen (Ossa zygomatica).5 Unterkieferast Verbindungen der Nasennebenhöhlen zur Nasenhöhle. wegungen. der an den Kieferwinkeln – Unterkiefergrube (Fossa mandibularis) des jeweils in einen Ast übergeht. – Scharnierbewegung: Öffnen und Schließen des Mundes. Kronenfortsatz Tab. an der Bildung des Kiefergelenkes beteiligt fortsatz (Proc. Sie dienen Abb. die das Gelenk in zwei Teilgelenke gliedert. Schläfenbein (Os temporale) Unterkiefergrube (Fossa mandibularis) Gelenkscheibe (Discus articularis) Gelenkkopf (Caput mandibulae) Schädelhöhlen Zu den Schädelhöhlen gehören die Nasenhöhle (Cavitas nasi). der Masseverminderung und als Resonanzorgan. Merke Die beiden Kiefergelenke wirken bei allen Der Gesichtsschädel ist über Stirn. – Mahlbewegung (Rotation): Seitwärtsbe• 2 Tränenbeinen (Ossa lacrimalia). condylaris) des Unterkiefers. 5. coronoideus) (Ramus mandibulae) füllte Hohlräume in einigen Schädelknochen bezeichnet. mastoideus) Griffelfortsatz (Proc. ✑ Tab. 1 Pflugscharbein (Vomer).5) werden luftge(Proc. mit zwei Fortsätzen. sind. die als Muskelansatz dienen – Gelenkkopf (Caput mandibulare) am Gelenkbzw.48 Kiefergelenk. temporomandibularis) Der Unterkiefer (Mandibula) besteht aus einem Die Gelenkpartner des Kiefergelenkes sind: u-förmigen Körper. 1 Gaumenbein (Os palatinum). Diese Äste enden Schläfenbeins. – dazwischen die Gelenkscheibe (Discus articularis).und Bewegungssystem • • • • 2 Nasenbeinen (Ossa nasalia). Nasennebenhöhle Verbindung zur Nasenhöhle Stirnhöhle (Sinus frontalis) im Stirnbein Kieferhöhle (Sinus maxillaris) im Oberkiefer Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis) im Keilbein Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidales) im Siebbein mittlerer Nasengang mittlerer Nasengang über der oberen Nasenmuschel mittlerer und oberer Nasengang . Kiefergelenk (Art. styloideus) Als Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales.und Augenhöhlen beteiligt. Gelenkkapsel (Capsula articularis) Warzenfortsatz (Proc. 1 Siebbein (Os ethmoidale) mit den 2 oberen und den 2 mittleren Nasenmuscheln. delknochen in Verbindung. Er ist an der Bildung von Mund-.

risorius) Unterlippenherabzieher (M.50 . epicranius) ringförmiger Augenmuskel (M.oder mimische Muskulatur. temporalis) hinterer Sehnenhaubenmuskel (M.49 Sehnenhaube (Galea aponeurotica) ringförmiger Augenmuskel Stirnmuskel (M. Abb. 5. mentalis) Mundwinkelherabzieher (M. epicranius) (M. nasalis) Mundringmuskel (M. Abb. depressor anguli oris) Gesichts. digastricus) Kopfwendemuskel (M. zygomaticus major) Kaumuskel (M.5. orbicularis oris) Kinnmuskel (M. depressor labii inferioris) (M. orbicularis oculi) kleiner Jochbeinmuskel Nasenmuskel (M.3 Spezielle Knochen. buccinator) zweibäuchiger Muskel (M. levator labii superioris) Nasenmuskel (M. nasalis) (M. epicranius) großer Jochbeinmuskel (M. orbicularis oris) Unterlippenherabzieher (M. 5. depressor anguli oris) Schläfenmuskel (M. levator labii superioris) Mundringmuskel (M. depressor labii inferioris) Kinnmuskel (M.und Muskellehre 133 Stirnmuskel (M. zygomaticus minor) Oberlippenheber großer Jochbeinmuskel (M. masseter) Wangenmuskel (M. orbicularis oculi) Oberlippenheber (M. sternocleidomastoideus) Kopfmuskulatur. mentalis) Mundwinkelherabzieher (M. zygomaticus major) Lachmuskel (M.

5. temporalis) • Kieferschließer – zieht Unterkiefer zurück Kaumuskel (M. die im Erweitern und Verengen der Körperöffnungen besteht. Kaumuskeln Zu den Kaumuskeln im engeren Sinne gehören 4 Paar große Muskeln: . pterygoideus lateralis) • Kieferöffner – zieht Unterkiefer nach vorn ➠ Abb. pterygoideus medialis) • Kieferschließer Kaumuskulatur. sekundär die Bewegung der Gesichtshaut. Kopfmuskeln Als eigentliche Kopfmuskeln werden die Gesichts.und Bewegungssystem Schläfenmuskel ➠ ➠ (M. Wichtige ringförmige mimische Muskeln im Bereich der Körperöffnungen sind: – der ringförmige Augenmuskel (M. Das Kiefergelenk wird deshalb als Dreh-GleitSchiebe-Gelenk bezeichnet. Gesichts. P Das ❑ Mienenspiel (= unwillkürliche Bewegungen der Gesichtsmuskeln) ist oft Ausdruck der Stimmungslage und Gemütsverfassung.51 ➠ mittlerer Flügelmuskel (M. Bei zentraler und peripherer Lähmung der Gesichtsnerven treten charakteristische Ausfälle auf.5 134 Stütz. facialis) innerviert. Sie sind meist mit dem einen Ende am Schädel und mit dem anderen in der Gesichtshaut befestigt. orbicularis oculi) und – der Mundringmuskel (M. orbicularis oris). Dadurch können Falten und Grübchen hervorgerufen werden.oder mimischen Muskeln sowie die Kaumuskeln bezeichnet. Merke Beim Kauen wirken alle genannten Bewegungen in komplexer Weise zusammen. die die Mimik (individueller Gesichtsausdruck) ausmachen. masseter) • Kieferschließer äußerer Flügelmuskel (M.und Ohröffnung) und bilden die Grundlage der Wangen. Diese Besonderheit ermöglicht neben ihrer primären Funktion.oder mimische Muskeln Die zahlreichen mimischen Muskeln liegen unter der Gesichtshaut.und Lidspalte bzw. teils um die Körperöffnungen (Mund. P Wegen der schlaffen Gelenkkapsel besteht ❑ am Kiefergelenk die Gefahr der Verrenkung. Nasen. Alle Gesichtsmuskeln werden durch den Gesichtsnerv (N.

b) Ellenbogengelenk.oder Lendenwirbel an und beschriften Sie diese. 20. Fragen zur Wiederholung 1. 135 . d) Muskelfascie. 17. Beschreiben Sie Bau und Funktion folgender Gelenke: a) Schultergelenk. 3. 11. masseter). Nehmen Sie eine Gliederung der menschlichen Wirbelsäule vor. 5. Welche Aufgaben hat die Knochenhaut? Wie erfolgt a) das Längenwachstum.und Muskellehre – der Kaumuskel (M. Beschreiben Sie Kontraktion und Erschlaffung eines Skelettmuskels. 7. b) das Dickenwachstum eines Knochens? Charakterisieren Sie kurz die verschiedenen Knochenverbindungen. Warum sind Knochen Organe? Welche Knochentypen gibt es? – Nennen Sie Beispiele.und Halsmuskeln). Wie kommt die Totenstarre zustande? Unterscheiden Sie isotonische und isometrische Kontraktion. pterygoideus lateralis). Diese Muskeln verlaufen vom Schädel zum Unterkiefer und wirken unmittelbar auf das Kiefergelenk ein. b) Gelenklippe. 15. Beschreiben Sie den Feinbau eines Knochens. 14. Daneben gibt es noch weitere Muskeln (z. Erklären Sie folgende Begriffe: a) Discus. wie er in seinem Bau diesen Aufgaben gerecht wird. h) Sesambein. B. Welche Bedeutung haben sie? Welche Aufgaben erfüllen die Rückenmuskeln? Fertigen Sie eine Skizze von einem Brust. 10. 22.3 Spezielle Knochen. 19. Funktion: Die Kaumuskeln dienen der Zerkleinerung der Nahrung. die Mundboden. temporalis). Die Kaumuskeln werden durch den dreiteiligen Nerv (N.5. f) Sehnenscheide. 2. 9. 21. – der mittlere Flügelmuskel (M. 12. 4. Gehen Sie dabei auf das synoviale Gelenk näher ein. 16. 23. c) proximales Handgelenk. Beschreiben Sie den makroskopischen und mikroskopischen Bau eines Skelettmuskels. 6. g) Schleimbeutel. trigeminus) innerviert. die indirekt auf das Kiefergelenk wirken. Beschreiben Sie die physiologischen Krümmungen der Wirbelsäule. Unterscheiden Sie aktiven und passiven Bewegungsapparat. 8. 18. pterygoideus medialis) und – der seitliche Flügelmuskel (M. Wie kommt eine Dauerkontraktion (Tetanus) zustande? Was bedeutet. – der Schläfenmuskel (M. Wo liegen die Bandscheiben und welche Funktion erfüllen sie? Welche Aufgaben hat der Brustkorb? Beschreiben Sie. e) Sehne. Beschreiben Sie den Aufbau des Schultergürtels. c) Meniscus. der Muskel geht eine „Sauerstoffschuld“ ein? Nennen Sie die Hauptaufgaben der Wirbelsäule. 13.

Beschreiben Sie den Aufbau des Gesichtsschädels. 35. 40. Beschreiben Sie Bau und Funktion a) des Hüftgelenkes. Nehmen Sie eine Gliederung des Beines vor und ordnen Sie die entsprechenden Knochen zu. Beschreiben Sie den Aufbau des Beckens als Ganzes. . Unterscheiden Sie männliches und weibliches Becken. b) Abduktoren und Adduktoren. Unterscheiden Sie Kopf und Schädel. b) des Kniegelenkes. 27. und wie heißen diese? 44. 34. Skizzieren Sie mit Hilfe von Strichen (= Knochen) und kleinen Kreisen (= Gelenke) ein Schema vom Handskelett. Vergleichen Sie den Aufbau von Arm. Wo befinden sich a) Schenkelhals. In welchen Schädelknochen befinden sich Nasennebenhöhlen. 32. Beschreiben Sie den Aufbau des Hirnschädels. und welche Aufgabe hat sie? 38. 39. Erkunden Sie an sich selbst die in diesem Kapitel genannten tastbaren Knochenpunkte. Begründen Sie die Sonderstellung des Daumens.136 5 Stütz. 42. Führen Sie mit Ihrem Arm folgende Bewegungen aus. und benennen Sie die beteiligten Muskeln: a) Flexion und Extension. 43. 26. 29. warum das Schultergelenk relativ häufig auskugelt. 31. 30. 41. – Nennen Sie deren Aufgaben. Wo befindet sich die Achillessehne. wie man diese lokalisiert. Prägen Sie sich genau die Stellen für intramuskuläre Injektionen ein und beschreiben Sie. b) Malleolengabel? 36. 25. Welche Gebilde befinden sich a) in der Achselhöhle. Begründen Sie. Erkunden Sie am eigenen Arm und Bein die Lage und die Funktion von a) Flexoren und Extensoren. Nehmen Sie eine Gliederung des Armes vor und ordnen Sie die entsprechenden Knochen zu. b) Abduktion und Adduktion.und Bewegungssystem Fragen zur Wiederholung 24. Formulieren Sie eine Schlussfolgerung. c) des oberen Sprunggelenkes. 37. b) in der Ellenbeuge? 28. Welche mimischen Muskeln kennen Sie? Welche Bedeutung haben die mimischen Muskeln für die Krankenbeobachtung? 45. 33.und Beinskelett. Nennen Sie die Aufgaben des Beckengürtels. Unterscheiden Sie Nähte und Fontanellen.

Sie haben die Aufgabe. Im Einzelnen werden besprochen: • Brustwand.und Beckenhöhle. pectoralis major) vorderer Sägemuskel (M. 109 ff. Sie besteht aus drei Schichten: – oberflächliche Schicht. Muskeln Zwischen den Rippen. 1) Faszie zwischen der Innenfläche der Bauchwand und dem Bauchfell Kopfwendemuskel (M. – innere Schicht. rectus abdominis). obere und untere Bauchwand. obliquus externus abdominis).4.137 6 Leibeswand und Beckenboden Als Leibeswand wird die Begrenzung der Brust-.und Beckenhöhle bezeichnet. sternocleidomastoideus) kleiner Brustmuskel (M. Man unterscheidet vordere-seitliche. bei der Ein. der innere schräge Bauchmuskel (M. – mittlere Schicht.3. S. S. Bauch. Zu den 4 paarigen Bauchmuskeln zählen der gerade Bauchmuskel (M. großer Brustmuskel (M.2. 146). Cutis und Subcutis. intercostales externi) innere Zwischenrippenmuskeln (Mm. also im Bereich der Zwischenrippenräume (Interkostalräume). Dies ist die Voraussetzung für den rhythmischen Wechsel von Unterdruck (zur Einatmung) und Überdruck (zur Ausatmung) in der Brusthöhle. 6. serratus anterior) . liegen die äußeren (Musculi intercostales externi) und die inneren Zwischenrippenmuskeln (Musculi intercostales interni). zu senken. transversus abdominis). 4 paarige Bauchmuskeln und ihre Aponeurosen (breite. Die Brustwand umschließt die Brusthöhle als eine steife Wand.1 Brustwand. beschrieben. Die Skelettelemente sind in Abschnitt 5. flache Sehnen). hintere. obliquus internus abdominis) und der quere Bauchmuskel (M. intercostales interni) Abb. pectoralis minor) Brustbein (Sternum) äußere Zwischenrippenmuskeln (Mm. • Bauchwand. 6. der äußere schräge Bauchmuskel (M.1 Brustwand Vordere-seitliche Bauchwand Die vordere und seitliche Bauchwand wird in neun Regionen unterteilt (✑ Abb. • Leistenregion.und Ausatmung die Rippen zu heben bzw. • Beckenboden.2 Bauchwand 6. Fascia transversalis1) und Bauchfell. Die Bauchwand umschließt Bauch. 7.

6. 140) befindet sich im Winkel zwischen geradem Bauchmuskel und Leistenband. 6. Untere Bauchwand Der Beckenboden ist die untere Begrenzung des Bauchraumes. 143). gerader Bauchmuskel (M. S. inguinale) Abb. Entbindung. obliquus externus abdominis) Leistenband (Lig.und Gleithülle. P Bauchdeckenreflexe sind wich❑ tige Schutzreflexe. – Ausatemhilfsmuskel. S. dem äußeren schrägen Bauchmuskel (M. quadratus lumborum).2 Funktionen der Bauchmuskeln.6 138 Leibeswand und Beckenboden Rektusscheide Die Aponeurosen der queren und schrägen Bauchmuskeln bilden für die geraden Bauchmuskeln eine Führungs. obliquus externus abdominis). dem viereckigen Lendenmuskel (M. die Rektusscheide genannt wird. Die straffen Muskeln des Beckenbodens halten die Eingeweide (✑ Kap. gerade Bauchmuskeln Rumpfdrehen schräge Bauchmuskeln Vorneigen gerade Bauchmuskeln Abb.von der Bauchhöhle (✑ S.29. – Rumpfhaltung und -bewegung. 116). Zu ihr gehören das Leistenband (Lig.5. latissimus dorsi) (✑ Abb. obliquus internus abdominis) äußerer schräger Bauchmuskel (M. . inguinale). 5. transversus abdominis) innerer schräger Bauchmuskel (M. der Leistenkanal (Canalis inguinalis) und zwei Lücken in der Bauchwand (Lacuna vasorum und musculorum). – Bauchpresse zur Druckerhöhung bei Stuhlgang. Es trennt die Brust. der tiefen Rückenmuskulatur (M. Hintere Bauchwand Die hintere Bauchwand wird gebildet von der Lendenwirbelsäule. das sich kuppelförmig zwischen Brustbein. Husten. rectus abdominis) querer Bauchmuskel (M. erector spinae) und dem unteren Teil des breiten Rückenmuskels (M. Obere Bauchwand Die obere Bauchwand ist das Zwerchfell (Diaphragma). 6.4).3 Muskeln der vorderen und seitlichen Bauchwand und Leistenregion. Aufgaben – Begrenzung der Bauchhöhle und Anpassung an unterschiedliche Volumina der Bauchorgane. 6.3 Leistenregion (Regio inguinalis) Die Leistenregion (✑ Abb. Anheben des Beckens – Schutz der Bauchorgane. den unteren sechs Rippen und der Lendenwirbelsäule erstreckt. 6.

cutaneus femoris lateralis. S. 2. N.4 außerhalb des Körpers ist für die spätere Funktionsaufnahme eine unabdingbare Voraussetzung.3 Leistenregion Leistenband (Ligamentum inguinale) Das Leistenband erstreckt sich vom vorderen oberen Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior) zum Schambeinhöcker (Tuberculum pubicum) neben der Symphyse (✑ Abb. welches vom Uterus fellöffnungen (✑ S. Die geringere Temperatur Schematischer Verlauf der Bauchmuskeln.32. iliopsoas). ❑ Hier tritt der Bruchsack mit Bruchinhalt durch unvollständiger (= Leistenhoden) Hodenwanden Leistenkanal und kann bis zum Hoden reiderung in den Hodensack muss dies bis zum chen. Das Lacuna musculorum: liegt lateral. Es begrenzt somit die Leistengegend gegen den Oberschenkel und bietet eine zusätzliche Ansatzstelle für die Bauchmuskeln. Durchtritt von des Peritoneum parietale (= Bruchsack) durch A. Von den vielfältigen Formen der Hernien sind P Bei fehlender (= Bauchhöhlenhoden) oder die Leistenhernien mit ca. 5. femoralis. Lebensjahr medikamentös oder operativ Die angeborene Leistenhernie tritt bei Jungen behandelt werden. kommend durch den Leistenkanal zu den großen P An den Schwachstellen der Bauchwand ❑ Schamlippen zieht. Hodengefäßen Besonders empfindlich ist die Bauchwand in der Leistengegend oberhalb und unterhalb des Leisund -nerven. Hernien können angeboren oder erworben sein. Leistenkanal (Canalis inguinalis) Die beiden ca. eine Lücke der Bauchwand (= Bruchpforte). 6. femohülle) umgeben. Der weibliche Leistenkanal enthält das runde tenbandes. Abb. unterhalb des Leistenbandes. wie Darm. achtmal häufiger als bei Mädchen auf. können Brüche (= Hernien) entstehen. Wird das unterlassen. 75 % die häufigsten. Durchtritt Peritoneum wird noch von der Haut (= Bruchdes Hüftlendenmuskels (M. gerade Bauchmuskeln äußere schräge Bauchmuskeln innere schräge Bauchmuskeln quere Bauchmuskeln weiße Linie (Linea alba) Funktion Beim Mann verlagert sich kurz vor der Geburt der Hoden aus der Bauchhöhle durch den Leistenkanal in den Hodensack (Descensus testis). 139 . Ovarien (= Bruchinhalt). 143). Unter Lacuna vasorum und musculorum einem Bruch versteht man den Vorfall von Beide Lücken (oder Fächer) befinden sich Eingeweideteilen. kann später die Spermiogenese (Entwicklung der Samenzellen) gestört sein. 4 cm langen Leistenkanäle sind schräge Durchtrittstellen in der Bauchwand. 119). Lymphgefäßen und Nerven. ralis und N.6. Netz. in der Nabelregion und den ZwerchMutterband mit Gefäßen. und es besteht ein erhöhtes Krebsrisiko. und V. Im männlichen Leistenkanal befindet sich der Schwachstellen der Bauchwand Samenstrang mit Samenleiter. in eine Vorbuchtung Lacuna vasorum: liegt medial. Harnblase.

perinei) und den dazugehörigen Fascien. femoralis) Hüftnerv (N. femoralis) Oberschenkelvene (V. – eine innere nach unten gewölbte trichterförmige Muskelplatte (Diaphragma pelvis) des Beckenausgangs. femoralis) Leistenband (Lig. Dieser besteht aus den Dammmuskeln (Mm.6 140 Leibeswand und Beckenboden äußerer schräger Bauchmuskel (M. die zwei Muskelplatten bilden: – Eine 1 cm dicke Bindegewebs-Muskelplatte (Diaphragma urogenitale) zwischen den Schambeinästen. femoralis) (N. 6.4 Beckenboden Das Zwerchfell begrenzt den Bauchraum nach oben. iliacus) = äußere Öffnung des Leistenkanals Leistenband (Lig. inguinale) Muskelfach unter dem Leistenband innerer Leistenring (Lacuna musculorum) (Anulus inguinalis profundus) Gefäßfach unter dem Leistenband = innere Öffnung des Leistenkanals (Lacuna vasorum) Samenstrang (Funiculus spermaticus) Abb. inguinale) Samenstrang (Funiculus spermaticus) Oberschenkelarterie Oberschenkelnerv (A. quadratus lumborum) äußerer Leistenring (Anulus inguinalis superficialis) Darmbeinmuskel (M. 6. obturatorius) Oberschenkelvene (V. und der Beckenboden schließt ihn nach unten ab. femoralis) Oberschenkelarterie (A. gebildet von den queren Dammmuskeln und dem Harnröhrenschließmuskel. gebildet vom Afterheber .5 Äußere und innere Leistenregion beim Mann. obliquus externus abdominis) viereckiger Lendenmuskel (M.

glutaeus maximus) Aufgaben der Beckenbodenmuskeln • Schließen den Beckenbodenraum ab und tragen die inneren Organe. Beim Mann: Harnröhre und Mastdarm. sphincter ani externus) großer Gesäßmuskel (M.4 Beckenboden (M. transversus perinei) Damm (Perineum) äußerer willkürlicher Afterschließmuskel (M. levator ani) großer Gesäßmuskel (M. transversus perinei) Damm (Perineum) After (Anus) Afterheber (M. • Wirken bei der Bauchpresse und beim Husten mit.oder Mastdarmvorfalls (Prolapsus uteri. Prolapsus recti). glutaeus maximus) Beckenboden der Frau. Er liegt bei der Frau als schmaler Hautbereich zwischen Scheide (Vagina) und Anus und beim Mann als viel breiterer Bereich zwischen dem dorsalen Ansatz des Hodensackes (Scrotum) und dem Anus. 6. Teile der Beckenbodenmuskulatur bilden die äußeren willkürlichen Schließmuskeln von Harnröhre und After. sphincter ani externus) After (Anus) Afterheber (M. sodass es zu Verletzungen vor allem des Afterhebers (M. 6. • Wirken beim Verschluss von Harnröhre und After mit. äußere Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae externum) Merke Durch den Beckenboden treten von vorn nach hinten die folgenden Organe. Bei der Frau: Harnröhre. wird bei Erstgebärenden und Frühgeburten bei Bedarf ein Dammschnitt (= Episiotomie) durchgeführt. . levator ani) kommen kann und später zu Beckenbodenschwäche mit den möglichen Folgen eines Gebärmutter. levator ani) äußerer willkürlicher Afterschließmuskel (M. Scheide und Mastdarm. • Wirken bei der Verengung der Scheide mit. P Auf ❑ den Damm wirken während der Geburt starke Kräfte. Abb. 141 Scheide (Vagina) Dammmuskeln (M. levator ani) und äußeren Afterschließmuskel.6. Abb. • Sind Teil des Geburtskanals.7 Penis Hodensack (Scrotum) Dammmuskeln (Mm. Um dem vorzubeugen.6 Beckenboden des Mannes. • Sichern die Lage der Beckenorgane im Beckenraum. Kitzler (Clitoris) Damm (Perineum) Als Damm wird die Gegend zwischen den äußeren Genitalorganen und dem After (Anus) bezeichnet.

Was versteht man unter dem Damm? – Beschreiben Sie seine Lage. Welche Organe treten in welcher Reihenfolge hindurch? 13. 6. 142 die Bauchmuskeln und nennen Sie ihre Aufgaben. Bauch-. Beschreiben Sie den Aufbau der Brustwand. 7. 138 bzw.5. Was verstehen Sie unter Rektusscheide? – Begründen Sie ihre Notwendigkeit. 5. S. Was gehört zur Leistenregion? 8. Was bedeutet „Descensus testis“? 11. 6. 14. 140 und 6. 6. Welche Bauchwandabschnitte sind zu unterscheiden. 12. Rücken.3. Was befindet sich a) im männlichen und b) im weiblichen Leistenkanal? 10. 3.5/S. 6. 140. Benennen Sie die wichtigsten Brustmuskeln (mithilfe der Abbildung 6. S.1. und woraus bestehen sie? 4. Wo verlaufen a) Leistenband und b) Leistenkanal? 9. Bestimmen Sie in den Abbildungen 69/S. Nennen Sie in der richtigen Reihenfolge die Schichten der vorderen Bauchwand. Nennen und vergleichen Sie die Funktionen von Zwischenrippen-. . Nennen Sie Schwachstellen der Bauchwand und bestimmen Sie diese in der Abb.3/S.und Beckenbodenmuskeln. 137) und er klären Sie ihre Aufgaben. Beschreiben Sie den Aufbau des Beckenbodens.142 6 Leibeswand und Beckenboden Fragen zur Wiederholung 1. 102. 2. S.

Lendenwirbel und verlaufen nach oben zum Centrum tendineum. • große Arterien (Truncus pulmonalis. Dadurch stülpt sich das Zwerchfell weit in den Brustraum hinein. Nieren) müssen den Auf. – Hohlvenenöffnung (Foramen venae cavae) im Centrum tendineum für die V. • hinten: Rippen und Brustwirbelsäule. 11. Höhle der Herzbeutel (Perikard) mit dem Herzen. 7. Im Mediastinum liegt als 3. 240): – Aortenschlitz (Hiatus aorticus) im Lendenteil für die Aorta und den Milchbrustgang (Ductus thoracicus). Es gliedert sich in einen sehnigen Teil (Centrum tendineum) und in drei muskulöse Teile (Brustbein-. und die ihm anliegenden Bauchorgane (Leber. Milz. S. Alles zusammen bildet den horizontalen Teil des Zwerchfelles. – 12. Rippe sowie am 1. Magen. in die rechte und linke Pleura unterteilt. Jede Pleura enthält eine Lunge (✑ S. cava superior. 223). Nebennieren.und Beckenhöhle gibt es keine scharfe Grenze. Mediastinum (Mittelfellraum). Organe: • Thymus.und Speiseröhre sowie Nerven. 223) Das Zwerchfell trennt als doppelkupplige muskulös-sehnige Platte die Brusthöhle von der Bauchhöhle. Gliederung und Lage der Brustorgane Die Brusthöhle wird durch einen Bindegewebsraum. Zwischen Bauch. Zwerchfell (Diaphragma. Gliederung und Organe Das Mediastinum gliedert man in: Oberes Mediastinum – zwischen Luftröhrengabel (Bifurcatio tracheae) und Hals.und Bauchhöhle getrennt.7. Im Allgemeinen ist es jedoch üblich.und Darmteile in den Brustraum. Blut. 12. • seitlich: Rippen. Vv. Aortenbogen mit seinen Abgängen). P Bei Zwerchfellbrüchen (Hiatushernien) tre❑ ten Magen. Mittelfellraum (Mediastinum) Das Mediastinum ist der mittlere Brustraum. • oben: obere Thoraxöffnung.1 Brusthöhle (Cavitas thoracis) Die Brusthöhle liegt innerhalb des Brustkorbes und beherbergt die Brustorgane.und Lendenteil). ✑ Abb.143 7 Die großen Körperhöhlen Der von der Leibeswand umschlossene Innenraum ist die Leibeshöhle. Sie wird von außen wie folgt begrenzt: • vorn: Brustbein. Der sehnige Teil liegt zentral und bildet die rechte etwas höher stehende und linke Zwerchfellkuppel mit dem dazwischen liegenden Herzsattel. Rippen. Diese wird durch das Zwerchfell scharf in Brust.12. – 3. – Speiseröhrenöffnung (Hiatus oesophageus) im Lendenteil für Speiseröhre und Vagusnerven. Die Zwerchfellmuskeln entspringen peripher an der Innenfläche des Schwertfortsatzes und der 7. Folgende Durchtrittstellen sind wichtig (✑ Abb. Es erstreckt sich vom Sternum bis zu den Brustwirbelkörpern und wird seitlich von den Pleurahöhlen begrenzt. cava inferior. • große Venen (V. brachiocephalicae).und Lymphgefäße. Es enthält 2 größere Organe: das Herz und den Thymus (bildet sich nach der Pubertät zum thymischen Fettkörper zurück).und Abbewegungen bei der Atmung folgen. Merke Das Mediastinum ist in erster Linie eine Durchgangsregion für die Luft. Letztere ist anatomisch gesehen ein Teil der Bauchhöhle. S. – der Bauchhöhle und – der Beckenhöhle (kleines Becken). von drei großen Körperhöhlen zu sprechen: – der Brusthöhle. . Caudal endet es am Zwerchfell und cranial geht es ohne scharfe Grenze in den Bindegewebsraum des Halses über. Rippen. • unten: Zwerchfell.

Bauchfellduplikaturen Das sind dünne Bindegewebsplatten mit Blutgefäßen. Magen (Gaster) kleines Netz (Omentum minus) Leber (Hepar) Zwölffingerdarm (Duodenum) 7. Magen. Duodenum und Leberpforte. bildet das Bauchfell Falten. Rippenbögen. 1. Milz und quer verlaufenden Dickdarm untereinander und mit der Bauchwand. P Entzündungen ❑ des Bauchfells (Peritonitis) sind sehr schmerzhaft. 7.1 . • hinten: Lendenwirbelsäule. Brustlymphgang).1 Bauchfell (Peritoneum. 86) gliedert sie sich in: – wandständiges Bauchfell (Peritoneum parietale). a. in dem sich die Bauch. Um die einzelnen Organe verschiebbar miteinander zu verbinden und zu fixieren. Vagusnerven. 1. Sie wird folgendermaßen begrenzt: • vorn: vordere Bauchwand.und Speicherfunktion. • oben: Zwerchfell. Brustaorta.2. Unteres Mediastinum – zwischen Bifucatio tracheae und Zwerchfell. die mit Bauchfell überzogen sind. • unten: Beckeneingangsebene (keine scharfe Grenze). – Das kleine Netz (Omentum minus) verbindet Magen. – Das große Netz (Omentum majus) ist am quer verlaufenden Dickdarm und der großen Magenkrümmung befestigt und bedeckt schürzenartig die im Unterbauch liegenden Darmabschnitte. • Lymphknoten. Taschen. Rippenbögen.und Beckenorgane umhüllt. ✑ Abb. Die Bauchhöhle ragt weit in den knöchernen Thorax hinein. von dorsal. 7. Nischen und Aufhängebänder. • mittleres Mediastinum: es enthält das Herz mit dem Herzbeutel sowie den Zwerchfellnerv (N. – eingeweideseitiges Bauchfell (Peritoneum viscerale).144 7 Die großen Körperhöhlen • Vagusnerven.2 Bauchhöhle (Cavitas abdominalis) Als Bauchhöhle wird der Hohlraum bezeichnet. phrenicus). Darmbeinschaufeln.3) Das Bauchfell mit einer Gesamtoberfläche von ca. Es wird weiter unterteilt in • vorderes Mediastinum: zwischen Brustbein und Herzbeutel (= schmaler bindegewebiger Spalt). weil sie die Gleitfunktion beeinträchtigen.und Beckenorgane befinden. Als seröse Höhle (✑ S. hintere Bauchwand. Teil des Mesenteriums mit Blutgefäßen und Lymphknoten Dünndarm (Intestinum tenue) Lymphknoten Kleines Netz (Omentum minus). Abb. welches Bauch. Zwischen dem Peritoneum parietale und viscerale können sich die Organe verschieben. welches einen großen Teil der Bauch. sodass die Leber unter dem rechten und der Magen unter dem linken Rippenbogen liegen. • Endabschnitt der Luftröhre. • Teil der Speiseröhre. Sie verbinden Leber. 7. • seitlich: seitliche Bauchwand.und Beckenwand sowie die Unterseite des Zwerchfelles bedeckt. Es erfüllt Abwehr-. Resorptions.6 m2 bildet die innere Begrenzung der Bauchhöhle. • hinteres Mediastinum: es enthält die Speiseröhre und zahlreiche Leitungsbahnen (u.

und Lymphgefäße sowie vegetative Nerven zur Versorgung des Organs. – die Excavatio vesicouterina zwischen Gebärmutter und Harnblase (Frau). die durch das Umschlagen des Peritoneum parietale von der Körperhöhlenwand auf das Organ entstehen. 3. Mastdarm (Rektum) Abb.3 . den Bauchfelltaschen kann sich bei Entzündungen und inneren Blutungen Eiter bzw. • Sie dienen der Fixierung bzw. einziger Zugang ist das Foramen omentale unten rechts. – die Excavatio rectovesicalis zwischen Mastdarm und Harnblase (Mann). Dickdarm: Mesocolon.2 Leber Zwerchfell (Hepar) (Diaphragma) kleines Netz (Omentum minus) Netzbeutel (Bursa omentalis) Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Magen (Gaster) Gekrösewurzel (Radix mesenterii) quer verlaufender Grimmdarm (Colon transversum) Peritoneum parietale Dünndarmgekröse (Mesenterium) großes Netz (Omentum majus) Gebärmutter (Uterus) Douglas’scher Raum (Excavatio rectouterina) Harnblase (Vesica urinaria) Excavatio vesicouterina Scheide (Vagina) Medianschnitt durch den weiblichen Bauchraum mit Verlauf des Bauchfells (grün).7. 7. B. Merke Die Gekröse haben 2 Hauptaufgaben: • Sie enthalten die Blut. Aufhängung der sackartig umhüllten Organe. 145 Abb. Bauchfelltaschen Zu den Bauchfelltaschen gehören – der Netzbeutel (Bursa omentalis) hinter Magen und kleinem Netz. P In ❑ großes Netz (nach oben gelegt) quer verlaufender Grimmdarm (Colon transversum) absteigender Grimmdarm (Colon descendens) Dünndarmgekröse (Mesenterium) Dünndarm (Intestinum tenue) s-förmiger Grimmdarm (Colon sigmoideum) Dünndarmgekröse (Mesenterium). Blut ansammeln (z. z. Sie werden mit „Mes“ plus dem Fachnamen des Organs bezeichnet. Dünndarm: Mesenterium. Eileiter: Mesosalpinx.2 Bauchhöhle (Cavitas abdominalis) 2. – die Excavatio rectouterina (= Douglas’scher Raum) als der tiefste Punkt des Bauchfells zwischen Mastdarm und Gebärmutter bei der Frau. bei Douglas-Abszessen). Magen: Mesogastricum. B. 7. Gekröse Gekröse sind Bauchfellduplikaturen.

1). Uteruskörper. ob das Organ innerhalb oder außerhalb des Peritoneums liegt. linke Rippenbogenregion (Regio hypochondriaca sinistra) rechte Rippenbogenregion (Regio hypochondriaca dextra) Magengrube (Regio epigastrica) linke Lendenregion rechte Lendenregion (Regio lateralis dextra) Nabelregion (Regio lateralis sinistra) Nabel (Umbilicus) (Regio umbilicalis) rechte Leisten. Die Beckenhöhle liegt als Teil der Bauchhöhle unterhalb der Beckeneingangsebene und erstreckt sich bis zum Beckenausgang. Magen. h. der Krummdarm (Ileum) und der größte Teil des Dickdarmes. d. Beispiel: Leber. Retroperitoneale Lage Die Organe sind nur auf einer Seite vom Peritoneum bedeckt. Samenblasen. Je nachdem. Oberbauch (= Drüsenbauch) Die Oberbauchorgane liegen oberhalb des quer verlaufenden Dickdarms (✑ Tab. Zu ihnen gehören der Leerdarm (Jejunum). Rektum).7 146 Die großen Körperhöhlen 7. sie liegen zwischen Peritoneum und hinterer Bauchwand im Retroperitonealraum.oder Darmbeinregion (Regio inguinalis sinistra) . 7. Eileiter und Eierstöcke. Extraperitoneale Lage Die Organe haben keine Beziehung zum Peritoneum..2. unterscheidet man: Nach räumlichen Gesichtspunkten wird die Bauchhöhle durch den quer verlaufenden Dickdarm in Ober. Beispiele: Vorsteherdrüse. Beispiele: Nieren. Duodenum.4 Regionen der vorderen und seitlichen Bauchwand.2 Lage der Bauchorgane Die Lage der Bauchorgane lässt sich einerseits durch ihre Beziehung zum Peritoneum und andererseits aus räumlichen Gesichtspunkten beschreiben. Colon ascendens und descendens. Bauchspeicheldrüse.oder Darmbeinregion (Regio inguinalis dextra) Schambeinregion (Regio pubica) Abb. Milz. 7. linke Leisten. Unterbauch (= Darmbauch) Die Organe des Unterbauches liegen unterhalb des quer verlaufenden Dickdarms. Colon ascendens und descendens. Darm (ausgenommen: Duodenum. Intraperitoneale Lage Die Organe sind vom Peritoneum bis auf ihre Mesos umhüllt und somit gut gegeneinander verschiebbar. Der Raum zwischen Peritoneum parietale und hinterer Bauchwand wird als Retroperitonealraum bezeichnet. Harnblase.oder Drüsenbauch und Unteroder Darmbauch gegliedert.

• unten: Beckeneingang. 1/4 in der Magengrube (Regio epigastrica) oberhalb der Nabelgegend zwischen Magen. Lendenwirbel beidseits der Lendenwirbelsäule. Seine Begrenzungen sind • vorn: Peritoneum parietale. • oben: Zwerchfell. infrage: Darmverschluss (Ileus). 147 Tab. untere Hohlvene (V. die umgehend ärztliches Eingreifen erfordern. – evtl.5 Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Niere (Ren) Zwölffingerdarm (Duodenum) Organe Der Retroperitonealraum beherbergt folgende Organe: – Nieren (Renes) zwischen 12.2 Bauchhöhle (Cavitas abdominalis) Lage der Bauchorgane. Er ist wie das Mediastinum. Nach caudal reicht er bis zum Beckeneingang. – Nebennieren (Glandulae suprarenales) auf den oberen Nierenpolen. B. Fieber. Retroperitonealraum Der Retroperitonealraum liegt zwischen Peritoneum parietale und hinterer Bauchwand. Organperforationen und Infektionen. 7. Erbrechen. wie er in der ❑ Klinik genannt wird.1 Oberbauchorgane Lage Magen (Ventriculus. cava inferior) Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) Harnleiter (Ureter) Harnblase (Vesica urinaria) Organe im Retroperitonealraum.7. Abb. 7. werden akute und oft lebensbedrohliche Erkrankungen der Bauchhöhle verstanden.6 .und Nabelgegend linke Rippenbogengegend (durch Magen und Darm verdeckt) rechte Rippenbogengegend (rechter Lappen) und in der Magengrube (linker Lappen) Zwölffingerdarm (Duodenum) Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Milz (Lien) Leber (Hepar) P Unter einem „akuten Bauch“. Typische Leitsymptome sind – harte Bauchdecke. Abb. • hinten: hintere Bauchwand. – Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) links von der Lendenwirbelsäule. – starke Schmerzen. – Übelkeit.und 3. Als Ursachen kommen z. Leber (Hepar) Magen (Gaster) Grimmdarm (Colon) Leerdarm (Jejunum) Krummdarm (Ileum) Intraperitoneale Organe. Brust. Gaster) 3/4 unter dem linken Rippenbogen. die seitliche Halsgegend und die Achselhöhlen eine wichtige Durchgangsund Verteilungsregion für Gefäße und Nerven. 7. Blutungen. – Harnleiter (Ureter) links und rechts der Lendenwirbelsäule.

• unten: Beckenboden. 6. Nennen Sie die wichtigen Bildungen des Bauchfells und deren Bedeutung. – Lymphknotengruppen längs der großen Gefäße und – Nervengeflechte vom Hiatus aortae bis zur Aortengabel. 10.7 148 Die großen Körperhöhlen – untere Hohlvene (V.und Beckenorgane vor. 8. Organe (= Beckenorgane) Mann/Frau: Harnblase (hinter Symphyse). und ordnen Sie die entsprechenden Organe zu. Vorsteherdrüse. 4. cava inferior) rechts der Lendenwirbelsäule. Begrenzung • seitlich und vorn: Hüftbeine. Welche Körperhöhlen werden von der Leibeswand umschlossen? Wie heißt die Grenze zwischen Brust. – Lymphstämme beidseits der Bauchaorta. 7.und Beckenorgane? – Fertigen Sie eine Skizze an. • oben: Beckeneingangsebene. Was verstehen Sie unter dem Mediastinum? Wie wird es gegliedert? Wie wird die Bauchhöhle begrenzt? Beschreiben Sie Bau. Auf welche Regionen der vorderen Bauchwand projizieren sich die Bauch. • hinten: Kreuz. Unterbauch. Verlauf und Aufgaben des Bauchfells. Merke Retroperitonealraum und Mediastinum sind wichtige Durchgangs.und Verzweigungsregionen für Gefäße und Nerven. Gebärmutter. Samenblasen. . Mastdarm (vor Kreuz. 13. 9. 3. Wo befindet sich der Douglas’sche Raum und welche Bedeutung hat er? Was verstehen Sie unter dem Mesenterium? Was ist der Retroperitonealraum? Wo liegt er? Nennen und erläutern Sie die Lagebeziehung der Organe zum Bauchfell.und Steißbein).und Steißbein. 14. Eileiter. 11. Sie liegt zwischen Beckeneingangsebene und Beckenboden. 12.3 Beckenhöhle Der Raum im kleinen Becken wird als Beckenhöhle bezeichnet. Frau: Eierstöcke. Wie wird die Beckenhöhle begrenzt? Nehmen Sie eine Gliederung in Oberbauch-. 5. 2. Scheide.und Bauchhöhle? Wie wird die Brusthöhle begrenzt? Nehmen Sie eine Gliederung der Brusthöhle vor. 7. Mann: Samenleiter. Fragen zur Wiederholung 1.

sehr gut beweglichen Halswirbelsäule. – Hauthalsmuskel (Platysma). rechts mit einem gemeinsamen Stamm.und Luftröhre bilden die Grenze zwischen vorderen und hinteren Halsmuskeln. Zu den hinteren Halsmuskeln gehören u. 216). Am Hals sind folgende Teile äußerlich zu erkennen bzw. • Hintere Halsgegend (= Nackengegend) – Dornfortsätze der Halswirbel. trapezius). 182) Vom Aortenbogen kommend durchqueren links und rechts zwei große Arterien den Hals. dünne Muskelplatte. Rachen (✑ S. Unter dem M. – Die rechte und linke gemeinsame Halsarterie (A. – Ringknorpel. die teilweise auf den Kopf bzw. – äußere Drosselvene (V. sodass bei ihrer Öffnung die Gefahr der Luftembolie besteht.2 Leitungsbahnen 1. Die rechte und linke Wirbelarterie (A. – Kopfwendemuskel (M. der Kopfwendemuskel (M. scaleni). 214). jugularis externa ist für intravenöse ❑ Injektionen gut geeignet. Die Halsmuskeln ermöglichen – Hautbewegungen (Hauthalsmuskel). trapezius liegt eine Vielzahl tiefer Halsmuskeln. verlaufen in den Querfortsatzlöchern der Halswirbel und gelangen durch das große Hinterhauptloch in die Schädelhöhle. a. • Seitliche Halsgegend – Halsschlagader-Dreieck (Trigonum caroticum) → Puls der A. 239). . S. vertebralis) entspringen aus der rechten bzw. 301) sowie den beiden Gefäß-Nerven-Strängen. die die Gesichtshaut mit der oberen Brusthaut verbindet und die Haut des Halses spannt. den Halseingeweiden mit Luftröhre (✑ S. P Die V. wichtig: C7 als Tastpunkt (Zählwirbel ✑ S. welche sich jeweils in eine innere und äußere Kopfarterie (A. linken Schlüsselbeinarterie. Kehlkopf (✑ S. die auch als Atemhilfsmuskeln fungieren. 8. – Kauen und Schlucken. jugularis externa).1 Bau (✑ Abb. subclavia dextra und sinistra). dem Truncus brachiocephalicus. – Schilddrüse. Speiseröhre (✑ S. Treppenmuskeln). und der Trapezmuskel (M. 105). – Trapezmuskel (M.und Schlüsselbeinarterie entspringen links getrennt aus dem Aortenbogen. der flächige Hautmuskel (Platysma). und – die rechte und linke Schlüsselbeinarterie (A. B. Rumpf übergehen. Schilddrüse und Nebenschilddrüsen (✑ S. carotis interna und externa) teilen.28.1) Der Hals besteht aus der dorsal gelegenen. 219). carotis communis.und Kopfbewegungen (Kopfwender. – Hals. Zu den vorderen Halsmuskeln zählen z. Speise. sternohyoideus). den Halsmuskeln. die Gruppe der Treppenmuskeln (Mm. Beachte: Hals. Er gewährleistet die relativ freie Beweglichkeit des Kopfes als eine wichtige Voraussetzung für die Orientierung im Raum. – Schildknorpel („Adamsapfel“). – Kehlkopfbewegungen. zu tasten: • Vordere Halsgegend – Zungenbein (Os hyoideum) = einziger Knochen ohne Verbindung mit einem anderen Knochen.149 8 Hals (Collum) Der Hals (Collum) verbindet den Kopf mit dem Rumpf. Alle Hautvenen stehen unter dem Sog des Brustraumes. 9. – Drosselgrube (über dem Manubrium sterni). trapezius) als oberflächlicher Halsmuskel. 8. 8. eine breite. carotis communis dextra und sinistra). sternocleidomastoideus). Arterien (✑ Abb. sternocleidomastoideus) und der Schlüsselbein-Zungenbein-Muskel (M.

• Glomus caroticum mit Chemorezeptoren zur Messung von pO2. carotis communis). 4. carotis communis. S. jugularis interna und N. – Halsnervengeflecht (✑ S. 1) Erweiterung der A. Der Hals ist neben Achselhöhle und Leistengegend eine weitere wichtige Lymphknotenstation. carotis interna und externa).(Schwindel) und Hörstörungen auftreten.37. 9. Venen Außer den Hautvenen durchziehen den Hals als Begleitvenen der großen Arterien die V. S. – Armnervengeflecht (✑ S. vagus. subclavia und V. 357). • Sinus caroticus (Karotissinus) mit Pressorezeptoren zur Blutdruckerfassung (= kleine Erweiterung nahe der Teilungsstelle in A. Aus den tiefen Halslymphknoten gelangt die Lymphe rechts in den Ductus lymphaticus dexter und links in den Ductus thoracicus. jugularis interna (gehört zu den stärksten Venen des Menschen). carotis communis an ihrer Teilungsstelle Im Hals liegen: – 4 Hirnnervenpaare (Hirnnerven IX bis XII. Bei Schlag gegen den Hals oder überempfindlichem Karotissinus1) kann es durch Reizung der Pressorezeptoren zu plötzlichem Blutdruckabfall mit Ohnmachtsanfall (Synkopen) kommen. bestehend aus A. 189) Im Hals treffen die Lymphbahnen von Kopf. pH-Wert (Körperchen im Teilungswinkel der A.37. 17. . 9. in die die Lymphstämme einmünden (✑ Abb. carotis communis befinden sich zwei Stellen mit Sinneszellen. Sie bilden mit den Gefäßen den Gefäß-Nerven-Strang. 356 – 357 und Abb. Nerven Für Nerven ist der Hals ebenfalls Durchgangsund Verteilerregion. subclavia und V. 3. pCO2. – Halssympathicus (liegt hinter dem GefäßNerven-Strang. ✑ S. Die Halslymphknoten werden in oberflächliche und tiefe unterteilt. der Weg zum Herzen nur kurz und ein Katheter hier gut verschiebbar ist. Deshalb sind der vordere und seitliche Halsbereich regelrecht mit Lymphknoten durchsetzt. S. V. 365).20. Hals und Rücken sowie der Arme und Brustwand zusammen. 355). Lymphgefäße und Lymphknoten (✑ Abb. ✑ S. Beide Venen bilden die sog. P V. In der Wand der A. 357).150 8 Hals (Collum) P Bei degenerativen Veränderungen der Hals❑ Merke wirbelsäule mit Einengung der Querfortsatzlöcher können infolge Minderdurchblutung des Innenohres Gleichgewichts. jugularis interna eignen ❑ sich sehr gut für intravenöse Infusionen (zentraler Venenkatheter). da es kaum Strömungshindernisse gibt. 189). 2. Venenwinkel.

jugularis externa) rechte Schlüsselbeinvene (V. Muskeln). subclavia) obere Hohlvene (V. trapezius) hinterer Treppenmuskel (M. digastricus) Trapezmuskel (M. scalenus anterior) 1. stylohyoideus) Zungenbein (Os hyoideum) SchlüsselbeinZungenbein-Muskel (M. sternohyoideus) Kopfwendemuskel (M. carotis communis sinistra) mittlerer Treppenmuskel (M. sternocleidomastoideus) Gefäß. vertebralis dextra) innere Drosselvene (V.1 . brachiocephalica) zweibäuchiger Muskel Griffel-Zungenbeinmuskel (M. subclavia) vorderer Treppenmuskel (M. scalenus medius) vorderer Treppenmuskel (M. Abb. scalenus posterior) mittlerer Treppenmuskel (M. scalenus medius) Armgeflecht (Plexus brachialis) linke Schlüsselbeinarterie (A. carotis communis dextra) rechte Wirbelarterie (A. cava superior) (A. jugularis interna) äußere Drosselvene (V.8. subclavia sinistra) linke Schlüsselbeinvene (V. 8.und Nervenlücke (M. Rippe Arm-Kopf-Vene (V. scalenus anterior) (Hiatus scaleni) Hals (Gefäße.2 Leitungsbahnen 151 Zungenbein (Os hyoideum) Hauthalsmuskel Schildknorpel (Platysma) Ringknorpel linke gemeinsame Halsarterie Luftröhre (Trachea) rechte gemeinsame Halsarterie (A.

subclavia? 4. Was gehört zum Gefäß-Nerven-Strang des Halses? 3. jugularis externa und V.152 8 Hals (Collum) Fragen zur Wiederholung 1. Begründen Sie. 6. Was versteht man unter den Venenwinkeln? 5. Welche praktische Bedeutung haben V. Wo kann man den Puls zuverlässig tasten? . 2. Welche Teile sind am Hals äußerlich zu erkennen? Ertasten Sie diese an sich selbst. warum viele Bestandteile des Halses übergreifende Aufgaben haben.

000 weiße Blutkörperchen (Leukozyten). Lymphgefäße. 9. Abwehrfunktion – Abwehr von Krankheitserregern. 28). B. 6 % Monozyten und • 150. Der Erwachsene besitzt 4 – 6 Liter Blut. Abb. ca. 67 % Granulozyten. Schutzfunktion – Blutstillung zur Vermeidung von Infektionen und Blutverlusten.1 Blutzellen (Blutkörperchen) Blut enthält beim Mann 46 % und bei der Frau 41 % Blutkörperchen. Davon sind ca. B. geformte Bestandteile) und zu ca. Transportfunktion – Versorgung der Zellen mit lebensnotwendigen Stoffen (z. 6.zum Wirkungsort. 3. ist als Einheit von drei Systemen aufzufassen: dem Blut als Transportmittel. – Entsorgung der Zellen von Stoffwechselendprodukten (z. Merke Menge und Zusammensetzung Das Blut ist ein flüssiges Gewebe und besteht zu ca. Harnstoff). dem Herzen als Pumpe und den Gefäßen (Arterien.2 Das Blut res System genannt. Wasser. 2. B. Kohlenhydrate. 55 % aus Blutplasma (= gelbliche. Fette. 7. Koordinationsfunktion – Transport von Botenstoffen (z. Venen. rote Blutkörperchen (Erythrozyten). klare Flüssigkeit). Temperaturregulation – Wärmetransport von den stoffwechselaktiven Organen (z. Durch das Kreislaufsystem werden alle Organe des Organismus miteinander verbunden. Blutplasma (55 %.1 .1 Aufgaben (Überblick) Das Kreislaufsystem hat folgende Funktionen: 1. Hormonen) vom Bildungs. Blutverteilung – Bedarfsgerechte Verteilung des vorhandenen Blutvolumens auf die einzelnen Kreislaufabschnitte. auch kardiovaskulä. Eiweiße. Dieser Wert wird Hämatokrit (Hk) genannt (= Volumenanteil der Blutzellen am Gesamtblutvolumen). Blutkörperchen.5 – 5 Mio. 1 mm3 Blut des Gesunden enthält: • 4. ca. Sauerstoff. Stätten des Stoffaustausches. Vermittlung des Stoffaustausches – Vermittlung des Stoffaustausches zwischen Zelle und Umwelt und der damit verbundenen Homöostase des inneren Milieus (✑ S. flüssiger Bestandteil) • Blutwasser • Plasmaeiweiße • Plasmaelektrolyte 9. 4. Vitamine. CO2.000 Blutplättchen (Thrombozyten). feste Bestandteile) Blut 9. der Leber) zur Haut. das entspricht 6 – 8 Prozent der Körpermasse.000 – 300. Kapillaren) als Leitungsröhren bzw. Mineralien).153 9 Kreislaufsystem Das Herz-Kreislaufsystem. B. 5.2. • rote Blutzellen (Erythrozyten) • weiße Blutzellen (Leukozyten) • Blutplättchen (Thrombozyten) Blutzellen (45 %. 45 % aus Blutkörperchen (= Blutzellen.000 – 10.9. • 4. 27 % Lymphozyten. 5% 1% 94 % Prozentualer Anteil der Blutzellen.

45 – 10. • Männer: 8. Ihre Zahl im Blut wechselt in Abhängigkeit von der Tageszeit und dem Funktionszustand des Organismus sehr stark. Die kernhaltigen Leukozyten sind vielgestaltige Zellen. Der Abbau erfolgt vor allem in der Leber und Milz. enthalten Enzyme. S. Der Erwachsene besitzt etwa 30. 5 % der Leukozyten. Es fehlen Zellkern und Zellorganellen.70 – 11.2 Knochenbälkchen Rotes Knochenmark. 33 %) und in den lymphatischen Organen (Thymus. Milz. Leber. Das Verteilungsmuster lässt Rückschlüsse auf Diagnose und Verlauf von Krankheiten zu.5 m). Diese bestehen zu ca. P Bei bestimmten Erkrankungen kommt es zu ❑ einem deutlichen Anstieg (= Leukozytose) bzw.1 mmol/l = 12 – 16 g/dl.000 Milliarden rote Blutzellen. 9.2 mmol/l = 13 – 18 g/dl. Wegen der fehlenden Zellorganellen können sich Erythrozyten nicht teilen und nur anaerob Energie freisetzen. Weiße Blutzellen (Leukozyten) Die Leukozyten erfüllen hauptsächlich Abwehraufgaben. Hämoglobingehalt des Blutes: • Frauen: 7. P Bei Anämien sind Erythrozytenzahl. Ihre Hauptfunktion ist der Sauerstofftransport.3 Retikulumzelle Knochenmarkriesenzellen (Megakaryozyten) Abb.3. Abb. Das Differentialblutbild gibt die Häufigkeit der einzelnen Leukozytenformen an. Dadurch ist eine Oberflächenvergrößerung und eine bessere Verformbarkeit gegeben. Mesenchym und Knochenmark). B. einer Verminderung (= Leukopenie) der Leukozyten. Ein großer Teil hält sich im Knochenmark (ca. wie wir sie im strömenden Blut vorfinden. Mit zunehmendem Alter nimmt ihre Elastizität ab.9 154 Kreislaufsystem Bildung und Abbau Die Blutzellen werden im roten Knochenmark gebildet (beim Fetus zunächst in Milz. 9. und sind Träger von Blutgruppensubstanzen (= hochmolekulare Verbindungen aus Aminosäuren und Kohlenhydraten). Aus den dort befindlichen Stammzellen entwickeln sich über verschiedene Zwischenstufen die reifen Zellen. Durch die Verformung in den engen Kapillaren wird wiederum die O2-Abgabe erleichtert. In nur 1 Sekunde müssen 2. 1/3 aus Hämoglobin (= roter Blutfarbstoff) zur reversiblen O2-Bindung. Im Blut befinden sich ca. 95 % sind auf die übrigen Gewebe verteilt. Mandeln) auf. Draufsicht Stammzellen der Erythrozyten Querschnitt Stammzellen der Granulozyten Rote Blutzellen (Erythrozyten). ✑ auch Kap. Milz und Knochenmark abgebaut.400 Erythrozyten neu gebildet werden. Karboanhydrase.4. Sie werden dann in Leber. die von einer hauchdünnen Zellmembran begrenzt werden. Lymphknoten. 9. Die Lebensdauer der Erythrozyten beträgt 100 bis 120 Tage. Ihre Lebensdauer beträgt wenige Stunden (Granulozyten) bis Jahre (Lymphozyten. Rote Blutzellen (Erythrozyten) Die roten Blutzellen sind bikonkave Scheiben (d = 7. z. . Hämo❑ globinkonzentration und/oder Hämatokrit vermindert. 158).

Abb. B.: • Mitochondrien. • Mikrotubuli zur Stabilisierung ihrer Form. • Aktomyosinsystem zur Kontraktilität und damit Haftung am Endothel. Sie verbleiben 7 bis 14 Tage im Blut und werden dann meist in der Milz abgebaut. Abb.9. neutrophiler Granulozyt Monozyt Differentialblutbild unter dem Mikroskop.4 • endoplasmatisches Retikulum. Die Thrombozyten enthalten zahlreiche Zellorganellen.5 . Blutplättchen (Thrombozyten) Die kernlosen Thrombozyten (d = 2 – 4 µm) gehen aus dem Zytoplasma der Knochenmarkriesenzellen (Megakaryozyten) des roten Knochenmarks hervor. neutrophiler Granulozyt stabkerniger. Die Thrombozyten sind maßgeblich an der Blutstillung beteiligt. Serotoninspeichergranula und Enzyme zur Blutstillung. 9. z.2 Das Blut 155 Leukozyten Monozyten Granulozyten eosinophiler Lymphozyten basophiler großer Lymphozyt neutrophiler kleiner Lymphozyt stabkerniger segmentkerniger Weißes Blutbild. 9. großer Lymphozyt basophiler Granulozyt kleiner Lymphozyt Thrombozyten Erythrozyt eosinophiler Granulozyt segmentkerniger.

B. HPO42. S. Die Immunglobuine werden auch als Antikörper bezeichnet. 9. Ca2+.5 mmol/l = 80 – 100 mg/100 ml • Cholesterol: 4. Man unterscheidet IgG (sprich Immunglobulin G). Mg2+. IgD. – Immunglobuline (ca.2. Die Aufgaben im Einzelnen sind: – Transport von Glucose. Thyroxin und Penicillin an Albumine gebunden und im Blut transportiert. – Bilirubin. IgA.1. S. B. – Harnstoff. Zusammensetzung • Wasser (90 %). B. • Wirkstoffe wie – Hormone. Niere und Haut.5 mmol/l • Eiweiß: 66 – 87 g/l P Die quantitative Bestimmung der einzelnen ❑ Komponenten des Blutplasmas ermöglicht wesentliche Einsichten bei vielen Krankheiten (z. IgM. Sie spielen eine wichtige Rolle als Transportproteine. Die Transportfunktion ist eine der wichtigsten Funktionen des Blutes (✑ auch 11. 9. – Vitamine. Cl-. B. Der hohe Wasseranteil ermöglicht z. So werden z.(✑ Kap. – Transport von Stoffwechselendprodukten (z. 59 % der Plasmaproteine).9 156 Kreislaufsystem 9. Vitamine und Salze zu den Körperzellen. – Sauerstofftransport von der Lunge zu den Zellen. Sie spielen eine wichtige Rolle im Abwehrsystem des Menschen. 28). – Fructose. • Plasmaelektrolyte: z.3.2. Tab. 9. 40 % der Plasmaproteine).1 • Nährstoffe – Glucose als Transportform der Kohlenhydrate. – Harnsäure. Eisen.3. den Transport der mit der Nahrung im Darm aufgenommenen Nährstoffe. Vitaminen und Elektrolyten vom Darm in die einzelnen Organe. 18).1 Transportfunktion Blutzellen Erythrozyten Leukozyten Thrombozyten Blutplasma Prothrombin Fibrinogen Blutserum Blut Merke Plasmaeiweiße und Plasmaelektrolyte sind die eigentlichen Funktionsstoffe des Blutplasmas. – Pyruvat. Na+.3. 33). Bestandteile des Blutes (Übersicht).3 Physiologie des Blutes Die Hauptaufgabe des Blutes ist die Vermittlung des Stoffaustausches zwischen Umwelt und Zelle zur Konstanthaltung des inneren Milieus (✑ S. . – freie Fettsäuren als Transportform der Fette. Für die Zusammensetzung sind in erster Linie die Leber als Bildungsort der Plasmaeiweiße und die Niere als Effektorgan zur Regulation des inneren Milieus verantwortlich. K+. Die gelbliche Farbe ist vor allem auf den Gehalt von Bilirubin zurückzuführen.und Aminosäuren. Außerdem sind sie wichtig bei der Aufrechterhaltung des kolloid-osmotischen Druckes (✑ S. Fett. Merke Normalwerte im Blutplasma • Glucose: 3. – freie Aminosäuren als Transportform der Eiweiße. – Medikamente. Harnsäure) zu den Ausscheidungsorganen Lunge. Es handelt sich um die wichtigste Gruppe der Globuline. IgE. 2. – Fibrinogen und Prothrombin sind an der Blutgerinnung beteiligt. – Enzyme. Zuckerkrankheit und Schilddrüsenfunktionsstörungen). Calcium. Harnstoff.2 Blutplasma Das Blutplasma ist eine Lösung mit ausgezeichneten Fließeigenschaften. B. Es erfüllt überwiegend Transportaufgaben. – Milchsäure. • Stoffwechselprodukte wie – Cholesterol. ein Abbauprodukt des Hämoglobins. • Plasmaproteine – Albumine (ca.5 – 5. Kohlendioxid. 229).7 – 6.

Die Blutgerinnung erfolgt normalerweise nur im Wundbereich. Sie bilden einen Thrombozytenpfropf (= weißer Thrombus). Vorphase Thromboplastin (Thrombokinase) 1. 1. 2. 157 Nachphase: Fibrinfäden ziehen sich zusammen (Retraktion).zum Wirkungsort zur chemischen Steuerung des Organismus und – Transport von Arzneiwirkstoffen. Phase 2. Dabei wird Serum abgepresst. Lösungen von Na-Citrat. Merke 9. 9. Die Blutungszeit beträgt 1 bis 3 Minuten. Serum ist Plasma minus Fibrinogen. Phase Nachphase Prothrombin Thrombin Fibrinogen Fibrin Blutkuchen (roter Thrombus) Unter dem Schutz des Blutkuchens können sich die zerstörten Gewebe wieder regenerieren. Tab. sekundäre Hämostase) Die Blutgerinnung beginnt etwa zur gleichen Zeit wie die primäre Hämostase und ist der wichtigste Prozess der Blutstillung. Gleichzeitig entsteht aus allen geformten Bestandteilen der Blutkuchen (= roter Thrombus).3 Physiologie des Blutes – Transport von Wärme entsprechend des Temperaturgefälles. Vorläufiger Wundverschluss (primäre Hämostase) Nach Verletzung eines Gefäßes laufen folgende Vorgänge ab: – Thrombozyten lagern sich an der defekten Stelle an und verkleben. Die extravasale Blutgerinnung bei Blutentnahme wird durch Stoffe verhindert. B. B. Serotonin) frei. Die letzten beiden Vorgänge begünstigen die Verschlussfähigkeit.2 Gewebeverletzung Die Blutstillung verläuft in zwei Schritten. 1. obwohl die Gerinnung noch nicht abgeschlossen ist (Gerinnungszeit). Sie erfolgt nur in mittleren und kleinen Gefäßen. die Gerinnungszeit 3 bis 5 Minuten.3. Vorphase: Gewebeverletzung und/oder Oberflächenkontakt führen zur Bildung von Thromboplastin (= Thrombokinase). Daher kann die Blutung bereits gestillt sein (Blutungszeit).2 Blutstillung (Hämostase) Die Blutstillung umfasst alle Vorgänge. Endgültiger Wundverschluss (= eigentliche Blutgerinnung. weil im strömenden Blut die Konzentration der gerinnungsaktiven Stoffe zu niedrig ist und Antithrombin die Gerinnung stoppt. – Außerdem rollt sich die Innenschicht des verletzten Gefäßes ein. P Heparin ❑ steigert die Antithrombinwirkung und wirkt deshalb gerinnungshemmend. Phasen der Blutgerinnung bei kleineren und mittleren Gefäßen. die die auf vielen Stufen des Gerinnungsprozesses notwendigen Ca2+-Ionen binden. Normalerweise gerinnt das Blut in unverletzten Gefäßen nicht. Ca2+ und weitere Faktoren in aktives Thrombin überführt. – Gleichzeitig setzen die Thrombozyten gefäßverengende Stoffe (z. Phase: Das Thrombin wandelt das lösliche ebenfalls in der Leber gebildete Fibrinogen in unlösliches fadenförmiges Fibrin um. – Transport von Hormonen und anderen Wirkstoffen vom Bildungs. 2. In größeren Gefäßen wird der entstehende Thrombus (= Blutpfropf) immer wieder weggespült. sodass sich die Wundränder einander nähern. .9. wie z. Phase: Das in der Leber mithilfe von Vitamin K gebildete inaktive Prothrombin wird in wenigen Sekunden durch Thromboplastin. die zwischen dem Entstehen und dem Verschluss einer Wunde ablaufen.

Eingedrungene Krankheitserreger und andere Schadstoffe kleben am Schleim fest und werden für Verdauungsenzyme zugänglich (Verdauungstrakt) oder mithilfe des Flimmerepithels und Hustenreflexes in den Rachen transportiert. mithilfe seines Immunsystems körperfremde Stoffe (z. Thromboseneigung bei umgekehrten Verhältnissen. 2.und Lymphkreislauf. Schleimhaut). die verschiedenen Leukozyten des Blutes. wobei die Abwehr aus mehreren Stufen besteht (✑ Tab. • Magensäure im Magen. abnorme Blutzusammensetzung) bilden sich ausnahmsweise Gerinnsel in den Gefäßen. Anatomische Grundlagen Zu den anatomischen Grundlagen der Abwehr gehören die Organe des äußeren Schutzwalls (Haut. 9. die lymphatischen Organe sowie der Blut. Säuren wirken keimhemmend oder keimtötend. • Milchsäure in der Scheide und im Schweiß. B. – Herzinfarkt – Schlaganfall. Zu diesem Zweck besitzt er verschiedene unspezifische und spezifische Abwehrmechanismen. Risikofaktoren sind auf jeden Fall Rauchen.und Gewebsaktivatoren entsteht aus inaktivem Plasminogen aktives Plasmin. Veränderungen der Intima1).und Kalkeinlagerungen. 9. P Im Uterus sorgt eine hohe Konzentration an ❑ Gewebsaktivatoren für Verflüssigung des Menstrualblutes. – den Säuren. Beide besitzen jeweils eine humorale3) und zelluläre Komponente. Bewirken können diese Gerinnsel z. B. – Embolie. 1) Intima = Innenschicht der Blutgefäße 2) immun = unempfindlich 3) humoral = an Flüssigkeit gebunden . B. spezifische nur gegen eine einzige. hoher Cholesterinspiegel und Diabetes mellitus. Streptokinase) Plasminogen Fibrin Plasmin lösliche Peptide Merke Blutgerinnung und Fibrinolyse stehen normalerweise im Gleichgewicht.und Talgdrüsen stellen eine wirksame Barriere für Bakterien und Viren dar. Blutungsneigung entsteht bei verminderter Gerinnung und/oder gesteigerter Fibrinolyse. Unter Einwirkung von Blut. a) Äußerer Schutzwall Der äußere Schutzwall wird gebildet von – der äußeren Haut.4 Blut und Immunsystem2) 1.3 Fibrinolyse Fibrinolyse ist die enzymatische Auflösung eines Thrombus. Trotz der weiten Verbreitung sind die Ursachen bis heute nicht genau bekannt. Krankheitserreger oder andere Schadstoffe) zu erkennen und abzuwehren. verminderte Strömungsgeschwindigkeit des Blutes. im Extremfall bis zum völligen Gefäßverschluss (arterielle Verschlusskrankheit). – Thrombose. Die häufigste Veränderung der Intima der Arterien ist die Arteriosklerose. Verschiedene Aktivatoren (z. Merke Unspezifische Abwehrmechanismen sind gegen alle Erregerarten gerichtet. hoher Blutdruck. Tab. Besonders ihr mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel sowie die säurehaltigen Sekrete der Schweiß.3. Das Fibrin wird durch Plasmin zu löslichen Peptiden und Aminosäuren abgebaut.3. 9. – den Schleimhäuten.9 158 Kreislaufsystem Nur unter bestimmten Bedingungen (z. • Fettsäuren im Talg.4). Abwehrmechanismen (Überblick) Jeder Organismus ist normalerweise in der Lage. Dies führt zu Elastizitätsverlust und Einengungen.3 Fibrinolyse. Sie ist gekennzeichnet durch unphysiologische Fett. 9. B. Urokinase.

amöboide eiweißBeweglichkeit: abbauende Phagozytose Enzyme Tab. Etwa 25 – 40 % der Leukozyten sind Lymphozyten. Serotonin. 0. Aus den Monozyten entstehen die Gewebsmakrophagen (z. Monozyten sind die größten Blutzellen (d = 20 m). Merke Neutrophile Granulozyten werden als Mikrophagen. B.4 Abwehrmechanismen unspezifische (allgemeine) Abwehr • • • • äußerer Schutzwall humorale1) Abwehr äußere Haut Schleimhäute Magensäure Milchsäure der Vagina • Komplementsystem • Lysozym • Interferone • Inhibine (Hemmstoffe) spezifische (erlernte) Abwehr zelluläre Abwehr • Phagozyten humorale Abwehr zelluläre Abwehr • Antikörper • T-Effektorzellen 1) humoral = an Flüssigkeit gebunden Merke Der äußere Schutzwall ist die erste Barriere.9. Sie stellen 4 – 6 % der Leukozyten dar. Eosinophile 2 – 4% ja ja Phagozytose von AntigenAntikörper-Komplexen. b) Leukozytenarten und ihre Bedeutung im Abwehrsystem – Granulozyten. Neutrophile Funktion . Die Lymphozyten nehmen eine Schlüsselstellung im Abwehrsystem (spezifische Abwehr) ein. Kupffer’sche Sternzellen der Leber). 9. – Lymphozyten. Basophile (kleinste Granulozyten) 3. unspezifische Abwehr.5 Granulozyten Anteil 1. Seine Wirksamkeit wird entscheidend bestimmt von der Intaktheit der äußeren und inneren Körperoberflächen (Häute und dazu gehörende Drüsen). enthalten Heparin.3 Physiologie des Blutes Einteilung der Abwehrmechanismen. 159 Tab. Histiozyten. Lymphozyten besitzen zahlreiche Ribosomen für die Eiweißsynthese.5 – 1% – – Wenig bekannt. Histamin. Tabelle 9. (große Granula) 2. 9.6 gibt einen Überblick über die wichtigsten Formen der Lymphozyten. Eliminierung körperfremder Eiweiße. – Monozyten. 99 % in den lymphatischen Organen und Geweben. Monozyten und ihre Abkömmlinge als Makrophagen bezeichnet. die von einem Krankheitserreger überwunden werden muss. Er gehört zum unspezifischen Abwehrsystem.5). Nach der Färbbar(= Granula = keit der Granula werden sie in drei Gruppen eingeteilt (✑ Tab. 55 – 70% sehr gut ja Zur Diapedese (Wanderung vom Blut ins Gewebe) befähigt. Granulozyten. Davon befinden sich ca. Die Granulozyten haben ihren Namen aufgrund der vorhandenen Körnchen ∧ Lysosomen). 9. Wie die neutrophilen Granulozyten sind sie sehr gut amöboid be- weglich und zur Phagozytose relativ großer Partikel im Gewebe fähig.

Ein Teil dieser Zellen gelangt mit dem Blut in den Thymus und wird hier zu T-Lymphozyten geprägt. 9.und Prä-TLymphozyten B-Lymphozyten T-Lymphozyten T-Regulatorzellen T-Effektorzellen T-Helferzellen T-Suppressorzellen regulieren Immunreaktion z. Prä-B. undifferenzierte Stammzellen Prä-B.6 Kreislaufsystem Lymphozytenformen. . 187) und – den lymphatischen Organen. Beide Lymphozytenarten gehen aus sog. Später werden die Bund T-Lymphozyten vor allem in der Milz und in den Lymphknoten gebildet und gelangen von da aus in das Blut und die Lymphe.und B-Lymphozyten im Kindesalter (oben) und Erwachsenenalter (unten). 9. B. c) Lymphatisches System Das lymphatische System ist der hauptsächliche Träger der spezifischen Abwehr.9 160 Tab.und Prä-T-Lymphozyten hervor. Es wird gebildet – vom Lymphgefäßsystem (✑ S.6 Prägung der T. die T-Lymphozyten und die BLymphozyten. vernichten Zellen ohne Beteiligung von Antikörpern Zunächst werden 2 Arten von Lymphozyten unterschieden. dem lymphatischen Gewebe des Darmtraktes. Rotes Knochenmark Lymphozyt Thymus Lymphozyten Blutgefäß lymphatisches Gewebe des Darmes Lymphknoten weiße Milz (Pulpa) Lymphozyten Blutgefäß Abb. zytotoxische Zellen (= T-Killerzellen). die in der fetalen und frühkindlichen Entwicklung im roten Knochenmark gebildet werden. Ein weiterer Teil erhält seine Prägung vermutlich im roten Knochenmark bzw.

Er wird von einer bindegewebigen Kapsel begrenzt. Bei Kindern ist der Thymus relativ am größten (Masse 30 bis 40 Gramm). cava superior. Der Thymus bildet das Hormon Thymosin. 15 %). von der aus ein – ebenfalls aus straffem Bindegewebe bestehendes – Balkenwerk das Organ durchzieht. Letzteres finden wir in Gestalt der lymphatischen Begleitscheide um die Zentralarterie mit hauptsächlich T-Lymphozyten und der Milzknötchen (= Lymphknötchen) mit B-Lymphozyten. Milz (Lien. werden die Prägungen von „Nullzellen“ in T-Lymphozyten von den sekundären lymphatischen Organen (Milz und Lymphknoten) übernommen. 7 cm breit und 4 cm dick. Splen) Bau Die Milz ist von einer derben bindegewebigen Kapsel umgeben. sie erhalten ihre Immunkompetenz. bezüglich Enzymausstattung). Aufgaben Der Thymus ist das primäre lymphatische Organ. In der Fetalzeit und frühen Kindheit wandern aus dem roten Knochenmark die Prä-T-Lymphozyten in die Thymusrinde. wie sich der Thymus zurückbildet. Man unterscheidet: – Weiße Pulpa (ca. Milzsinus. • Mandeln. 161 retikuläres Bindegewebe mit Lymphozyten Thymus Lunge Herz Thymus bei einem Neugeborenen. Thymus Bau Der Thymus besteht aus zwei Lappen (jeweils 2 x 5 cm). das die zelluläre Immunabwehr aktiviert. B. mit zahlreichen Erythrozyten. • Lymphknoten. Form. z. • Lymphozytenansammlungen in den Schleimhäuten. Lage Der Thymus liegt im oberen Mediastinum direkt hinter dem Brustbein.7 In dem Umfang. brachiocephalica sowie der Aortenbogen. Dort teilen sie sich mitotisch und gelangen allmählich in das Mark. Milz. den sog.und Lymphknoten.und Bronchialschleimhaut. sie wird gebildet von erweiterten Blutkapillaren. Masse Die Milz hat die Gestalt einer großen Kaffeebohne. Es handelt sich hier um rundliche Ansammlungen von Lymphozyten. Die so geprägten reifen Thymus-Lymphozyten (= T-Lymphozyten) verlassen auf dem Blutweg den Thymus und siedeln sich sekundär in den T-Lymphozyten-Regionen der anderen lymphatischen Organe an. Sie wird gebildet aus retikulärem Bindegewebe mit reichlich Lymphozyten (= lymphatisches Gewebe). Nachbarorgane sind vorn das Brustbein. Ihre Masse beträgt 150 bis 200 Gramm.9. Nach der Pubertät bildet er sich zum thymischen Fettkörper zurück. Größe. B. Dabei werden sie verändert (z. Abb. . Das zwischen den Balken liegende Milzgewebe heißt Pulpa.3 Physiologie des Blutes Zu den lymphatischen Organen gehören: • Thymus. Sie ist etwa 12 cm lang. das bedeutet. die wiederum in Läppchen gegliedert sind. – rote Pulpa. seitlich die Pleura mediastinalis und hinten die V. V. vor allem Darm. • Milz. 9.

8 Schnittrand des Lig. Aufgaben Als lymphatisches Organ (weiße Pulpa) hat die Milz folgende Aufgaben: • Sie bildet Lymphozyten und Abwehrstoffe (prägt in hohem Maße T-Lymphozyten). Sie ist dann unter dem linken Rippenbogen tastbar. . Bauchspeicheldrüse und linke Niere. 9. Das dabei frei werdende Hämoglobin gelangt über die Pfortader in die Leber. eingeschmiegt in die Zwerchfellwölbung. Außerdem werden von den Uferzellen in den Milzsinus Bakterien und andere Schadstoffe phagozytiert. splenica) Milzarterie (A. Merke Die Milz ist in ihrer Abwehrtätigkeit für die gesamte Blutbahn zuständig. Eine normal große Milz ist in der Regel nicht palpabel. P Bei Erkrankungen des lymphatischen Sys❑ tems kann sich die Masse der Milz auf mehrere Kilogramm erhöhen. Die rote Pulpa steht im Dienst des Blutkreislaufes. Rippe. In ihr werden gealterte unelastische Erythrozyten und Thrombozyten von Makrophagen abgebaut (= Blutmauserung). phrenicolienale vorderer Pol weiße Pulpa1) (Extremitas anterior) Grimmdarmfläche (Fascies colica) Milz.9 162 Kreislaufsystem Bindegewebskapsel Milzbalken rote Pulpa hinterer Pol (Extremitas posterior) (Milzsinus) Magenfläche (Fascies gastrica) Schnittrand des Lig. Nachbarorgane: Magen. splenica) Bauchspeicheldrüsenfläche Balkenvene Balkenarterie Pulpavene Pulpaarterie (Fascies pancreatica) rote Pulpa (Milzsinus) 1) Pulpaarterie mit Lymphscheide (T-Lymphozyten) und Milzfollikel (B-Lymphozyten) bilden die weiße Pulpa Abb. • ist wichtigstes Speicherorgan für Lymphozyten. • essentielles Immunorgan für Pneumokokken. Die Längsachse verläuft parallel zur 10. Die Aufgaben der roten Pulpa können bei Ausfall der Milz von der Leber und vom Knochenmark übernommen werden. gastrolienale Milzvene (V. Lage Die faustgroße Milz liegt intraperitoneal tief im linken Hypochondrium. Dort wird es zu Gallenfarbstoffen abgebaut.

1) Hilus (Pl. wie die Milz. An der Grenze zum Mark liegen Ansammlungen von T-Lymphozyten.5 cm. • Halslymphknoten für den Kopf. .3 Physiologie des Blutes zuführendes Lymphgefäß Randsinus Bindegewebsstrang Bindegewebskapsel Rindensinus Lymphknötchen = Lymphfollikel (B-Lymphozyten) Mark mit Marksinus Vene Arterie Hilus Lymphgefäßklappen marknahe Abschnitte der Rindenschicht (= parakortikale Zone) mit T-Lymphozyten Lymphfollikel = Lymphknötchen Rinde Bindegewebsstränge abführendes Lymphgefäß Lymphknoten. Mehrere zuführende Lymphgefäße treten in den Lymphknoten ein. Von dieser Kapsel verlaufen Bindegewebsstränge in das Innere und bilden ein grobes Gerüstwerk. S.9 Lage Die Lymphknoten sind in das Lymphgefäßsystem eingeschaltet (✑ Abschnitt 9.3. Diese rundlichen Strukturen werden als Lymphknötchen (= Lymphfollikel) bezeichnet. verursacht durch Gefäßein. 9. Lymphknoten (Nodus lymphaticus) Bau (Abb. Hals. Sie liegen in Gruppen.und -austritte 163 Abb.5. Bauchwand und Gesäß. Über sie gelangt die Lymphe in die erweiterten spaltförmigen Lymphbahnen (Rand-. weil sie die erste „Filterstation“ der Lymphe aus einer bestimmten Körperregion sind. Rinden. Sie werden. Klinisch bedeutungsvoll sind vor allem die regionären Lymphknoten. außen von einer aus straffem Bindegewebe bestehenden Kapsel begrenzt. 9. Becken. Wichtige regionäre Lymphknoten sind: • Achsellymphknoten für Arm. Meistens durchströmt die Lymphe auf ihrem Weg zum Blut nach den regionären Lymphknoten noch ein oder mehrere Gruppen von Sammellymphknoten.und Bauchorgane. Gesäß.und Marksinus) des Lymphknotens. Brustwand und Rücken.9) Die rundlich bis bohnenförmigen Lymphknoten haben einen Durchmesser von 1 mm bis 2. Brustwand und Rücken sowie an der hinteren Bauchwand für Beine. Jede Lymphknotengruppe wird von der Lymphe aus ganz bestimmten Körperregionen durchströmt. Wichtige Sammellymphknoten liegen im Hals für Kopf. Ein abführendes Lymphgefäß am Hilus 1) leitet die Lymphe wieder heraus.9. Hili) = Vertiefung an der Oberfläche eines Organs. Bauchwand. 187). Arme. • Leistenlymphknoten für Bein. In der Randzone (Rinde) befinden sich Anhäufungen von B-Lymphozyten.

• Prägung von B. Alle Tonsillen bilden den lymphatischen Rachenring (Waldeyer’scher Rachenring). Auch Krebszellen werden zurückgehalten. Danach begeben sie sich für 30 bis 45 Minuten ins strömende Blut und gelangen dann erneut in ein lymphatisches Organ zurück. Dadurch haben die dort vorhandenen Uferzellen (✑ S. Im Lymphsinus ist die Strömungsgeschwindigkeit der Lymphe vermindert. die Antigene abzufangen. • Speicherung von Lymphozyten. Infiltrierte Lymphknoten sind vergrößert und oft tastbar. Tumorzellen in die Lymphbahnen und werden in den Lymphknoten zurückgehalten. Als Lymphographie bezeichnet man die röntgenologische Darstellung der Lymphgefäße und Lymphknoten mittels Kontrastmittel. In der Schleimhaut sitzen Makrophagen und versuchen.9 164 Kreislaufsystem P Die Kenntnis der Abflussgebiete zu bestimm❑ Tubenmandel (Tonsilla tubaria) Rachenmandel (Tonsilla pharyngea) Öffnung der Ohrtrompete Seitenstrang Zunge (Lingua) vorderer Gaumenbogen hinterer Gaumenbogen Gaumenmandel (Tonsilla palatina) Zunge (Lingua) Zungenmandel (Tonsilla lingualis) Gaumenmandel (Tonsilla palatina) Abb. Bakterien. ten regionalen Lymphknoten hat klinische Bedeutung für die Diagnostik und Therapiekontrolle von Tumoren und Entzündungen. so dass Lymphknotenmetastasen entstehen können. Aus den entsprechenden Gebieten gelangen Entzündungszellen bzw. Tonsillen (Mandeln) Unter Tonsillen versteht man das lymphatische Gewebe im Rachenbereich. 165) ausgiebigen Kontakt und können zusammen mit den Retikulumzellen Zelltrümmer. Aufgaben • Lymphknoten sind die „Filterstation“ der Lymphe. Lymphfollikel (= Lymphknötchen) Als Lymphknötchen werden größere Ansammlungen von B-Lymphozyten bezeichnet.und vor allem T-Lymphozyten für die spezifische Immunabwehr (✑ S. Er stellt einen vorgeschalteten Immunapparat dar. 166). . Staub.10 Tonsillen bilden den lymphatischen Rachenring. der das Abwehrsystem gewissermaßen ökonomisiert. Die Lymphozyten halten sich in der Regel mehrere Stunden in einem lymphatischen Organ auf.und Rußteilchen phagozytieren. Anschließend wandern sie in das Innere der Tonsille zu den dort vorwiegend vorhandenen B-Lymphozyten. Sie kommen in allen lymphatischen Organen – außer Thymus – und im Darm (= Peyer’sche Plaques) vor. 9.

– die unpaarige Zungenmandel (Tonsilla lingualis) am Zungengrund. Milz. • Langerhans-Zellen der Haut. Viren oder Bakterien. jeden körperfremden Stoff zu eliminieren. – Lyse von Antigen-Antikörper-Komplexen u. Unspezifische zelluläre Abwehr Die unspezifische zelluläre Abwehr erfolgt durch Phagozyten (Freßzellen). • Sternzellen in den Lebersinus. Die Tonsillen sind häufig entzündet (Angina). die entweder im Blut enthalten sind oder von geschädigten Zellen (z. a. Auflösung + Abbau Phagozytose. Danach kommt es zu den verschiedenartigen Abwehrreaktionen: – Zerstörung der Biomembranen von Erregern. die in einer ganz bestimmten Reihenfolge nacheinander reagieren. die bei Erwachsenen schon vorhanden ist.3 Physiologie des Blutes Zu den Tonsillen gehören – die paarigen Gaumenmandeln (Tonsilla palatina) zwischen vorderem und hinterem Gaumenbogen. Ihre Aktivierung erfolgt z. nämlich • Histiozyten im lockeren Bindegewebe. c) Interferone Interferone werden von virusinfizierten Zellen gebildet. neutrophiler Granulozyt Erkennung + Bindung Antigen Aufnahme Fusion mit Lysosomen Merke Das Komplementsystem ist das wichtigste unspezifische humorale Abwehrsystem. vor allem neutrophile Granulozyten: Sie versuchen. B. Sie verhindern die Vermehrung der Viren in der Wirtszelle.11 . • Osteoklasten im Knochen. Zu den Phagozyten gehören – Mikrophagen.und Verdauungsweges befindet.5 Unspezifische und spezifische humorale und zelluläre Abwehrmechanismen 1. Deshalb sind bei Kindern die Tonsillen oft vergrößert (hypertrophiert). – Makrophagen: Monozyten und alle phagozytierenden Zellen. 9. das die Zellwände der Bakterien auflöst. P Da ❑ sich der lymphatische Rachenring am Eingang des Luft. durch Antigen-AntikörperKomplexe. Sie nehmen die Fremdstoffe in sich auf und bauen sie mithilfe ihrer Enzyme ab. 20 verschiedene Glykoproteine. • Mesangiumzellen der Nieren und • Alveolarmakrophagen der Lunge. Knochenmark. – die „Seitenstränge“ – lymphatisches Gewebe in Schleimhautfalten. Die Lymphknötchen der Tonsillen stehen meist in enger Beziehung zum Deckepithel der Schleimhaut.3. B. – die paarigen Ohrtrompetenmandeln (Tonsilla tubaria) um die Öffnungen der Ohrtrompeten. die vom jeweiligen Tubenwulst abwärts laufen. – Anregung der Makrophagen zur Phagozytose. a) Komplementsystem Hierbei handelt es sich um ca.9. Es befindet sich in Phagozyten und wird bei ihrem Zerfall freigesetzt. virusinfizierten Zellen) gebildet werden. Abb. Unspezifische humorale Abwehr Dieser Abwehrmechanismus basiert auf Stoffen. • Uferzellen in Lymphknoten. da gegen viele Erreger erst eine Abwehr aufgebaut werden muss. 2. – die unpaarige Rachenmandel (Tonsilla pharyngea) am Rachendach. die sich aus ihnen rekrutieren. 9. 165 b) Lysozym (= Muramidase) Lysozym ist ein bakterizid (Bakterien abtötend) wirkendes Enzym. Weiterhin ist es in Körpersekreten wie Tränenflüssigkeit und Bronchialschleim enthalten. wird er mit Krankheitserreger überladen.

Spezifische humorale Abwehr Gegen eine ganze Reihe von Erregern (z. Gleichzeitig produzieren sie Lymphokin. sodass diese jetzt die Erreger abtöten können. die mit dem Antigen spezifisch reagieren. Man sagt: Der Makrophage präsentiert die Antigene den Lymphozyten. Die Antigenpräsentation bewirkt je nach Beschaffenheit des Antigens entweder eine Beteiligung der B. Niere. B.12 Antigen-Antikörper-Reaktion. Die Komplexe werden in der Regel rasch beseitigt. Spezifische zelluläre Abwehr Für die spezifische zelluläre Abwehr sind die T-Lymphozyten verantwortlich. Darüber hinaus geben sie wichtige Informationen über die Zusammensetzung des Erregereiweißes an die Lymphozyten weiter und stimulieren diese. 9. die zu einer Antigen-Antikörper-Reaktion führen und die Antigene durch Agglutination (Verklumpung). bestimmte Streptokokken. z. die in einem bestimmten Organismus eine Immunantwort auslösen können 2) Antikörper = Immunglobuline. – die aktivierten T-Lymphozyten teilen sich in • T-Helferzellen. Sie setzen sich dann in bestimmten Organen (z. B. P In einigen Fällen können die Immunkom❑ plexe nicht abgebaut werden. 4. Merke Kernpunkt der spezifischen humoralen Abwehr ist die Bildung spezifischer Antikörper. B. z. Im Fall der spezifischen humoralen Abwehr spielen die B-Lymphozyten die zentrale Rolle. gegen die sie gebildet wurden (= Antigen-Antikörper-Reaktion). Antigen-Antikörper-Komplexe (= Immunkomplexe). Es entstehen Antigen (z. in der Milz oder den Lymphknoten.oder T-Lymphozyten. Die spezifische Abwehr beginnt mit der Phagozytose der Erreger durch Makrophagen. • T-Suppressorzellen (= T-Unterdrückerzellen). das ihre Bildung verursacht hat .9 166 Kreislaufsystem Die Makrophagen phagozytieren am lebhaftesten. – im Antigen-Antikörper-Komplex sind bereits viele Antigene wirkungslos. Im Ergebnis der Auseinandersetzung des Makrophagen mit dem Erreger lagert er die Antigene1) an seine Zelloberfläche. B. Staphylokokken. das die Makrophagen aktiviert. – die aktivierten B-Lymphozyten teilen sich in • B-Plasmazellen und • B-Gedächtniszellen. durch Phagozytose oder das Komplementsystem. • T-Effektorzellen (= T-Killerzellen). Masernvirus) + Antikörper gegen Masernvirus + Abb. Diese Krankheitserreger können nur durch spezifische Abwehrmechanismen bekämpft werden. Folgende Vorgänge spielen sich ab: – T-Helferzellen heften sich an die Antigene und stimulieren die B-Lymphozyten. 3. Viren) sind die beschriebenen unspezifischen Abwehrmechanismen unwirksam. Gelenke) fest und rufen dort Entzündungen hervor. – die spezifischen T-Effektorzellen lagern sich an die infizierten Zellen und zerstören sie mithilfe ihrer Enzyme. – die B-Plasmazellen produzieren antigenspezifische Antikörper2) (= Immunglobuline). Lyse (Auflösen) oder Präzipitation (Ausfällen) unschädlich machen. AntigenAntikörperKomplex 1) Antigene = körperfremde Substanzen. B. – die spezifischen Antikörper reagieren mit den Antigenen. Folgende Vorgänge spielen sich ab: – Die vom Makrophagen präsentierten Antigene des Erregers aktivieren die T-Lymphozyten.

Erreger abzutöten  Makrophage Antigen-Immunzellen–Reaktion Spezifische Abwehrmechanismen. Abb. T-Helferzellen und Kooperation der beiden Zellarten   4. T-Suppressorzellen und Kooperation der drei Zellarten 3. T-Helferzellen. Anlockung und rezeptive Anheftung von B-Lymphozyten. Phagozytose der Erreger durch Makrophagen   Makrophage Makrophage T-Helferzelle 2. Antigenpräsentation (Verlagerung der Antigene an die Zelloberfläche)  BLymphozyt  T-Suppressorzelle    T-Lymphozyt  Antikörper B-Gedächtniszelle  T-Helferzelle 3.9. 9.13 . Vermehrung der B.3 Physiologie des Blutes Spezifische humorale Abwehr 167 Spezifische zelluläre Abwehr Antigen Krankheitserreger Antigen Krankheitserreger 1.bzw. T-Lymphozyten (klonale Expansion) spezifische Antikörper produzierende Plasmazelle Antigen-Antikörper–Reaktion   T-Gedächtniszelle Lymphokin produzierende T-Zelle Lymphokin Lymphokin befähigt Makrophagen. Anlockung und rezeptive Anheftung von T-Lymphozyten.

Dem Organismus werden therapeutisch oder auch prophylaktisch spezifische Antikörper zugeführt. 9. wenn der Organismus nach Antigenkontakt immunologisch reaktionslos bleibt (z.3. die sich an der Oberfläche der Erythrozytenmembranen befinden und antigene Eigenschaften besitzen.5. möglicherweise mit ihrer nachfolgenden Auflösung (Hämolyse). indem man dem Organismus abgeschwächte lebende oder abgetötete Erreger oder abgeschwächte Erregertoxine zuführt. die Agglutinogene (= agglutinable Substanzen). Dabei üben die T-Helferzellen eine stimulierende und die T-Suppressorzellen eine hemmende Wirkung aus. Windpocken und Masern. Eine optimale Immunantwort hängt entschieden von ihrer Regulation ab. Vermischt man Blut von zwei Menschen.4. Die bei den spezifischen Abwehrvorgängen gebildeten langlebigen B. – passive Immunisierung.168 9 Kreislaufsystem Merke Die spezifischen Abwehrvorgänge werden maßgeblich durch die Tätigkeit der Regulatorzellen gesichert. die über die gesamte Lebensdauer vorhanden bleiben und nach festen Gesetzmäßigkeiten vererbt werden (✑ Kap. Immunologische Toleranz Immunologische Toleranz liegt vor. stimmen die verschiedenen Abwehrmechanismen optimal aufeinander ab und sorgen für die rechtzeitige Beendigung der Immunantwort.7 Immunisierung Durch Immunisierung (Impfung) kann künstlich Immunität erlangt werden. 2. . 303) sind dafür verantwortlich. Hier wird die Primärreaktion vorweggenommen. Nebennierenrindenhormone. 9. Das erste Phänomen würde bei einer Bluttransfusion zur Verstopfung der Kapillaren führen.und T-Gedächtniszellen „erkennen“ bei erneutem Kontakt mit „ihrem“ Antigen dieses sofort und bewirken in der Regel eine sehr schnelle immunologische Reaktion.3. Sie stimulieren die Lymphozyten. die als Antigene wirken. so beobachtet man entweder eine Zusammenballung (Agglutination) der Erythrozyten. S. Man unterscheidet – aktive Immunisierung. P Die Dauer des immunologischen Gedächt❑ nisses ist unterschiedlich: lebenslang bei Röteln. Merke Wirkungen von Antigenen können sein: normale Immunreaktion Antigen keine Immunreaktion übermäßige Immunreaktion = Allergie 9. oder keine Reaktion. wenn nach Rekontakt mit einem bestimmten Antigen abnorm starke Immunreaktionen auftreten. – Im Blutplasma sind spezifische Antikörper (Agglutinine) gelöst. AB und 0. die mit den Antigenen reagieren. Makrophagen. immunologische Toleranz der Mutter gegenüber dem Feten).8 Blutgruppen des Menschen Die Blutgruppen sind auf Stoffe zurückzuführen.3. Merke Das wichtigste Blutgruppensystem ist das AB0-System mit 4 Blutgruppen: A. Ursache der Agglutination ist eine AntigenAntikörper-Reaktion: – Die Erythrozytenmembranen tragen spezifische Stoffe. Dadurch werden dem Menschen bestimmte immunologische Eigenschaften zugeordnet.6 Verschiedene Immunreaktionen Allergie Von einer Allergie (Überempfindlichkeit) spricht man. B. einige Jahre bei Tetanus und Poliomyelitis. ✑ S. T-Regulatorzellen und humorale Einflüsse (Katecholamine. 50). Jeder Mensch besitzt eine dieser Blutgruppen. B.

15. ob eine Blutgruppenunverträglichkeit vorliegt.und Spenderblut festgestellt. aber auch nach Schwangerschaftsunterbrechung (Interruptio) und Fehlgeburt (Abort). – Schwangerschaft: Mutter d. Im Rh-System treten im Unterschied zum AB0System erst nach Sensibilisierung Antikörper auf. muss unmittelbar nach der Geburt eine Immunisierung mit Human-Immunglobulin Anti D durchgeführt werden. Dies kann geschehen bei – Bluttransfusionen: Empfänger d. Unbedenklich sind auch Schwangerschaften mit rh-negativen Feten. Spender D. Das bedeutet. von denen die meisten bei Bluttransfusionen bedeutungslos sind. die die eigenen Erythrozyten nicht besitzen. Entscheidend für das AB0-System sind: – zwei verschiedene Agglutinogene (= Antigene) der Erythrozytenmembran: A und B sowie – zwei spezifische Antikörper im Serum: Anti A und Anti B. Die wichtigsten sind C. darf transfundiert werden. 9. 171) Das Rhesussystem ist ein weiteres Blutgruppensystem und beruht auf dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Rh-Agglutinogenen auf der Erythrozytenmembran. P Eine ❑ Serodiagnostik sollte deshalb ab der 16. Dieses Immunglobulin zerstört die fetalen Erythrozyten mit dem D-Agglutinogen. Die Antikörper werden im Laufe des ersten Lebensjahres gegen diejenigen Antigene gebildet. c und e. Durch diese mögliche Immunisierung der Frauen nach der ersten Schwangerschaft. AB0-System Mit der Entdeckung der AB0-Blutgruppen im Jahre 1901 durch Landsteiner begannen die systematischen Untersuchungen der Blutgruppeneigenschaften. Eine besondere Bedeutung für die Medizin besitzen das AB0-System und das Rh-System. Merke Die erste Schwangerschaft führt trotz ungünstiger Rh-Konstellation nicht zu fetalen Schädigungen. Dort bewirken sie die Bildung von Antikörpern (Anti D). 400 Merkmale der Ery❑ throzytenmembran. Rhesussystem (= Rh-System. ✑ Abb. Nur wenn beide Tests negativ verlaufen. Fetus D. Bei Übereinstimmung der Blutgruppen kommt es in beiden Fällen nicht zu einer Agglutination. die Bildung von Rh-Antikörpern wird nur bei rh-negativen Menschen ausgelöst. Merke In Europa sind 85 % der Menschen Rh-positiv. Ist dies der Fall. Schwangerschaftswoche klären.14). Bei ca. • der Bed-side-Test am Patientenbett. 10 % der Schwangerschaften wird eine Unverträglichkeit hinsichtlich des Rhesusfaktors beobachtet. – Spendererythrozyten plus Empfängerserum (Majortest). somit kommt es auch nicht zur Bildung von Anti D. Beim Rh-System wird in der Regel nur das D-Antigen berücksichtigt. 9.9. die in den mütterlichen Kreislauf übergetreten sind. S. Fehlbestimmungen und Unverträglichkeiten auszuschließen. Dies lässt sich durch eine Serodiagnostik feststellen. Die Agglutinogene (D) gelangen während des Geburtsvorganges vom kindlichen Kreislauf in den mütterlichen. Unmittelbar vor der Transfusion wird am Patientenbett nochmals die Verträglichkeit von Empfänger. wobei D die größte antigene Wirksamkeit besitzt. spielen heute derartige Störungen keine nennenswerte Rolle mehr. – Spenderserum plus Empfängererythrozyten (Minortest). Bei Bluttransfusionen verwendet man praktisch immer AB0-gruppengleiches Blut. werden vor jeder Blutübertragung folgende Tests durchgeführt: • die so genannte Kreuzprobe im Labor. E. Trotz übereinstimmender Blutgruppe besteht bei jeder Bluttransfusion 169 . die bei weiteren Schwangerschaften zu Schädigungen eines Rh-positiven Kindes führen können. P Um ❑ Verwechslungen.3 Physiologie des Blutes P Man kennt heute ca. Aus dieser Konstellation ergeben sich vier Blutgruppen des AB0-Systems (✑ Abb. D.

9.14 Empfänger Erythrozyten Serum starke Agglutination Blutgruppen des AB0-Systems. B Anti B Anti A Agglutinogene = Antigene der Erythrozytenmembran Antikörper im Serum 0 Anti A Anti B Agglutination A Agglutinat verschließt Blutgefäß B A B + + Anti A A Anti B B Blutgruppentest Blutgruppe A Kreuzprobe B AB 0 Serum Spender Erythrozyten minor major Testserum Anti A Anti B Anti A und Anti B keine Agglutination Abb. schwache Agglutination .9 170 Kreislaufsystem Blutgruppen Blutgruppe A B AB A B A.

Aus diesen Gründen wird die Indikation für eine Vollblutkonserve sehr streng gestellt. sodass bei kurz nach einer Infektion entnommenen Blutkonserven die Antikörperbildung zwar noch nicht nachgewiesen werden kann.3 Physiologie des Blutes 171 Bluttransfusion Empfänger Rh+ (D) Empfänger Rh+ (D) Spenderblut Spenderblut rh– (d) rh– (d) 1. Die Antikörperbildung nach einer Infektion dauert Abb. sie aber dennoch infektiös ist. Transfusion Komplikation keine Komplikation Mutter rh– (d) Vater Rh+ (D) 1. und da prinzipiell jedes körperfremde Eiweiß als Antigen wirken kann. Schwangerschaft Zygote Kind Rh+ (D) Antigen Mutter bildet nach der Geburt Anti D keine Komplikation Mutter bildet während der Schwangerschaft aufgrund voran gegangener Sensibilisierung Anti D Komplikation (Blut des Kindes wird hämolysiert) Unverträglichkeit im Rhesussystem. Außerdem können Krankheitserreger übertragen werden. Schwangerschaft 2.9. Transfusion langsame Bildung spezifischer Antikörper (Anti D) schnelle Bildung spezifischer Antikörper (Anti D) 2. für den Empfänger ein Restrisiko. 9. ist eine allergische Reaktion nie ausgeschlossen. Das Blut jedes Menschen enthält ein individuell einmaliges Gemisch verschiedener Eiweiße. . oftmals Wochen bis Monate.15 eine gewisse Zeit.

cava superior) Aortenklappe rechter Vorhof (Valva aortae) (Atrium dextrum) Lungenarterienklappe/ Pulmonalklappe (Valva trunci pulmonalis) dreizipflige Segelklappe (Valva tricuspidalis) Papillarmuskel untere Hohlvene (V. linker Vorhof (Atrium sinistrum) große Körperarterie (Aorta) Stamm der Lungenarterien (Truncus pulmonalis) obere Hohlvene Lungenvenen (Vv. cava inferior).9 172 Kreislaufsystem 9. Vorhöfe und Kammern werden durch das bindegewebige Herzskelett getrennt. 9. – linke Herzkammer = große Körperarterie (Aorta). in der das Herzskelett mit den Herzventilen liegt. Valva mitralis) (V.4 Das Herz (Cor) Das Herz. ein muskuläres Hohlorgan.16): • rechter Vorhof (Atrium dextrum). Größe Das Herz ist kegelförmig. Seine Masse beträgt bei Männern ca.17) Einflussbahnen (= Venen. Masse.16 Herzinnenräume. cava inferior) rechte Herzkammer (Ventriculus dexter) linke Herzkammer (Ventriculus sinister) Herzinnenhaut (Endokard) Herzmuskelschicht (Myokard) Herzaußenhaut (Epikard) Herzscheidewand (Septum cardiale) Abb. Anschluss der Herzräume an das Gefäßsystem (✑ Abb. Form. Bei ❑ Leistungssportlern ist das Herz ebenfalls vergrößert. 9. Man bezeichnet die Ebene. die an den Herzkammern beginnen): – rechte Herzkammer = Stamm der Lungenarterien (Truncus pulmonalis). Es besitzt vier Innenräume (✑ Abb. 220 Gramm.16 und 9. • rechte Herzkammer (Ventriculus dexter). Herzvene (Sinus coronarius). pulmonales). 9. – linker Vorhof = vier Lungenvenen (Vv. cava superior). deshalb auch als Ventilebene. Herzkranzfurche und Zwischenkammerfurchen mit Herzkranzgefäßen sowie Herzohren. 300 Gramm und bei Frauen ca. Ausflussbahnen (= Arterien. . Es besteht im Prinzip aus vier Faserringen als Ansatzstelle für die Herzklappen (= Herzventile). Es befindet sich zwischen den Brustfellhöhlen und wird vollständig vom Herzbeutel (Perikard) umhüllt. ist der „Motor“ des Blutkreislaufes. untere Hohlvene (V. • linke Herzkammer (Ventriculus sinister). • linker Vorhof (Atrium sinistrum). die an den Vorhöfen münden): – rechter Vorhof = obere Hohlvene (V. Herzbasis. Die Größe entspricht etwa der Faust des Trägers. pulmonales) zweizipflige Segelklappe/ Mitralklappe (Valva bicuspidalis. Bau Das Herz wird durch die Herzscheidewand (Septum) in eine rechte und linke Herzhälfte geteilt. P Kinder haben ein relativ großes Herz. An der Oberfläche kann man folgende Einzelheiten erkennen: Herzspitze.

pulmonalis dextra) Stamm der Lungenarterien rechtes Herzohr (Auricula dextra) (Truncus pulmonalis) vorderer Zwischenkammerast rechte Herzkranzarterie (Ramus interventricularis anterior) (A. coronaria dextra) linke Herzkammer rechte Herzkammer (Ventriculus sinister) (Ventriculus dexter) Herzbasis Herzspitze Herz. dorsal Aortenbogen (Arcus aortae) linke Lungenarterie (A. 9.9. cordis media) hinterer Zwischenkammerast (Ramus interventricularis posterior) Bau des Herzens (Vorder. pulmonalis sinistra) linke Lungenvenen (Vv. Abb.und Rückansicht). cava inferior) kleine Herzvene Sammelvene (Sinus coronarius) linke umschlingende Kranzarterie (Ramus circumflexus) (V. cava superior) rechte Lungenarterie (A. pulmonales) (V. cordis parva) rechte Herzkranzarterie (A. carotis communis dextra) linke gemeinsame Halsarterie rechte Schlüsselbeinarterie (A. subclavia dextra) Stamm der Hals-Arm-Arterie linke Schlüsselbeinarterie (Truncus brachiocephalicus) (A. coronaria dextra) mittlere Herzvene (V.17 . carotis communis sinistra) (A. ventral 173 rechte gemeinsame Halsarterie (A.4 Das Herz Herz. pulmonalis dextra) rechte Lungenvenen (Vv. pulmonales dextrae) untere Hohlvene (V. cava superior) große Körperarterie (Aorta) linke Lungenarterie rechte Lungenarterie (A. subclavia sinistra) Lungenvenen obere Hohlvene (Vv. pulmonales sinistrae) linkes Herzohr (Auricula sinistra) obere Hohlvene (V. pulmonalis sinistra) (A.

16. wie Ventile. S. Seine Dicke ist der Belastung angepasst. coronaria dextra) Pulmonalklappe (Valva trunci pulmonalis) Abb. 9. Durch feine Sehnenfäden sind sie mit den Papillarmuskeln verbunden.Segelklappe zwischen Kammer und Vorhof und einer Taschenklappe zwischen Kammer und zweizipflige Segelklappe/Mitralklappe dreizipflige Ausflussbahn. einer Der Wandaufbau des Herzens ist wie bei den mei. 9. kontrahieren diese Muskeln. Zwischenrippenraum) linke Lunge äußeres Herzbeutelblatt (Perikard) Herzspitze (5. Sie besitzen. coronaria sinistra) Aortenklappe (Valva aortae) Segelklappen (Atrioventrikularklappen) Die Segelklappen bestehen aus einer Doppellage Herzinnenhaut (Endokard). eine Durchlassund eine Sperrrichtung. Jede Herzkammer Herzwand (✑ Abb. 68). das Öffnen und Schließen wird also durch die Druckverhältnisse beiderseits der Klappe bestimmt.9 174 Kreislaufsystem Herzbasis (2. Steigt der Kammerdruck über den Vorhofdruck. linke Herzkranzarterie (A. S. . 9. so ist das Vorhofmyokard schwächer als das Kammermyokard (einschließlich Vorhofund Kammerseptum) und das linke Kammermyokard deutlich stärker als das rechte. Ventriculus) Abb. Herzklappen (Herzventile) Die Herzklappen sind Duplikaturen des Endokards. Muskelschicht (Myokard) und Herzaußenhaut (Epikard). Lage (✑ Abb. 2/3 links und 1/3 rechts der Medianebene.18 Lage des Herzens. Das Myokard ist ein kräftiger Hohlmuskel aus Herzmuskelgewebe (✑ S. 172) wird von zwei Herzklappen begrenzt. sten Hohlororganen dreischichtig: Herzinnenhaut (Endokard).16. sodass die Klappen nicht (wie eine Pendeltür) in den Vorhof zurückschlagen können.19 Herzskelett. Segelklappe/ Tricuspidalklappe (Valva bicuspidalis/Valva mitralis) (Valva tricuspidalis) Öffnung für His’sches Bündel rechte Herzkranzarterie (A. Die Längsachse verläuft von rechts hinten oben nach links vorne unten. Ventilebene – von oben. 172) Das Herz liegt im mittleren Mediastinum. Zwischenrippenraum) Zwerchfell (Diaphragma) Leber (Hepar) Magen (Gaster. 9.

Abb. • linke Herzkranzarterie (A. sich dadurch aufblähen und somit die Öffnung verschließen. der in der vorderen Zwischenkammerfurche herzspitzenwärts verläuft und – den umbiegenden Ast (Ramus circumflexus). der in der linken Herzkranzfurche nach hinten verläuft. coronaria sinistra). • Rechte Herzkranzarterie (A. Bei den Segelklappen unterscheiden wir – Tricuspidalklappe (Valva tricuspidalis – drei „Segel“) zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer und – Mitralklappe (Valva mitralis – zwei „Segel“) zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer. steigt in der hinteren Zwischenkammerfurche ab. Sie sind so angeordnet.20 P Entzündungen des Endokards (Endokarditis) ❑ zeigen sich insbesondere an den Klappen. Sie teilt sich nach l cm in zwei Endäste: – den vorderen Zwischenkammerast (Ramus interventricularis anterior). Die Taschenklappen unterteilen wir in – Pulmonalklappe (Valva trunci pulmonalis) zwischen rechter Herzkammer und Truncus pulmonalis sowie – Aortenklappe (Valva aortae) zwischen linker Herzkammer und Aorta. Taschenklappen (Semilunarklappen) Die dünnen Membranen der Taschenklappen bestehen aus einer Doppellage der Arterieninnenhaut (Intima) und haben die Form von Schwalbennestern. Zwei Herzkranzarterien entspringen aus der Aorta dicht hinter der Aortenklappe. 9. Blutversorgung (✑ Abb. 9. der hintere Zwischenkammerast (Ramus interventricularis posterior). sie verläuft in der rechten Kranzfurche nach hinten. Als Folge können Herzklappenfehler entstehen.4 Das Herz Systole – Vorhofdruck – Herzkammerdruck Tricuspidalklappe Pulmonalklappe Blutbewegung (Austreibungsphase) niedrig hoch geschlossen offen Blutauswurf in den Truncus pulmonalis und Vorhoffüllung Diastole 175 (Füllungsphase) hoch niedrig offen geschlossen Blut fließt vom Vorhof in die Herzkammer Tricuspidalklappe Pulmonalklappe (Valva tricuspidalis) (Valva trunci pulmonalis) rechter Vorhof (Atrium dextrum) Papillarmuskeln rechte Herzkammer (Ventriculus dexter) Tricuspidalklappe (Valva tricuspidalis) Ventilfunktion der Herzklappen in der rechten Herzhälfte. dass sie vom zurückströmenden Blut gefüllt werden. Jede Klappe besteht aus drei Taschen. S. coronaria dextra). 173) Die Blutversorgung des Herzens erfolgt durch die Herzkranzgefäße (Koronargefäße).17. .08.2002 9:32 Uhr Seite 175 9.Text Kreislauf 22. Ihr Endast.

Kapillaren. Die kleinsten Arterien heißen Arteriolen. die das Blut vom Herzen weg transportieren. der oft in den linken Arm ausstrahlt (Angina pectoris). die das Blut zum Herzen hin transportieren. Der vollständige Verschluss eines Gefäßes (meist durch einen Thrombus) verursacht extrem starke Brustschmerzen (Herzinfarkt).9 176 Kreislaufsystem P Durchblutungsstörungen ❑ des Herzens sind relativ häufig. Man unterscheidet das Blutgefäßsystem und das Lymphgefäßsystem. Kleinste Haargefäße zwischen Arteriolen und Venolen. die dem Stoffaustausch zwischen Blut und Zelle dienen. weil dadurch eine Erweiterung der Herzkranzgefäße erfolgt. Auch heute noch sterben viele Menschen am Herzinfarkt. Abb.. Bei unvollständigem oder kurzzeitigem Verschluss kleinerer Gefäße kommt es zu heftigem Thoraxschmerz. Er ist wie alle serösen Höhlen aus zwei Blättern aufgebaut (✑ S. Die kleinsten Venen heißen Venolen (oder Venulen). der Inhalt (Blut) bewegt sich ausschließlich in den Gefäßen.und Ausflussbahnen des Herzens. wie schnell er in eine Klinik kommt und dort der Thrombus durch künstliche Fibrinolyse mit Medikamenten (z.5 Gefäßsystem Das Gefäßsystem bildet in Verbindung mit dem Herzen ein Transportsystem.21 Arteriovenöse Anastomosen sind Gefäßverbindungen zur Umgehung der Kapillaren. Durch die ständige Energie verbrauchende Pumptätigkeit hat das Herz einen großen Durchblutungsbedarf.5. . Das Überleben des Patienten hängt hauptsächlich davon ab.und Entsorgung der Zellen erfolgt indirekt über die interstitielle Flüssigkeit. Die Ver. 9. 86): – dem äußeren fibrösen parietalen Blatt (Perikard im engeren Sinn) und – dem inneren serösen viseralen Blatt (Epikard). Stoffaustausch im Kapillargebiet. Auf diese Weise werden den Zellen die zum Leben notwendigen Stoffe zuund die Stoffwechselprodukte abgeleitet. 3. da bei einem größeren Gefäßverschluss das dahinter liegende Herzmuskelgewebe irreversibel geschädigt wird und der Pumpvorgang nicht aufrechterhalten werden kann. Arterien. das dem Herzen anliegt. B. in dem das Transportmittel „Blut“ in einem geschlossenen Kreislauf bewegt wird. P Viele ❑ Herzmedikamente wirken über die Beeinflussung des vegetativen Nervensystems (z. der Parasympathikus hemmt beides. B. Dies sind funktionelle Endarterien. 2. Gefäße. Streptokinase. Sie dienen der Durchblutungsregulation (z. Der Umschlag vom Epikard in das Perikard befindet sich an den Ein. h. 9. Veränderung der Hautdurchblutung zur Steuerung des Wärmehaushaltes. B. Venen. 364 ff). Einige Tropfen oder Spraystöße Nitroglyzerin (über die Mundschleimhaut resorbiert) lindern prompt die Beschwerden. Es werden folgende Blutgefäßarten unterschieden: 1. Nervenversorgung Das Herz wird vom vegetativen Nervensystem (sympathische und parasymphatische Herznerven) versorgt (✑ S.1 Blutgefäßarten Das Blutgefäßsystem ist ein geschlossenes System. Betablocker). Urokinase) aufgelöst wird. interstitielle Flüssigkeit Arteriole Kapillaren Venole Gewebe Herzbeutel (Perikard) ❑ P Der Herzbeutel ermöglicht die freie Beweg- lichkeit des Herzens. 9. Begründung: Das Herz wird durch zwei Arterien versorgt. die kaum über Anastomosen in Verbindung stehen. Bei sympathischer Erregung steigen Herzfrequenz und Schlagkraft. d. Gefäße.

23 Die Blutversorgung der Arterienwand bei Arterien bis etwa 1 mm Durchmesser erfolgt durch Diffusion aus dem durchströmenden Blut. sodass bei Verschluss keine Umgehung (= Kollateralkreislauf) möglich ist und das nicht mehr versorgte Gewebe abstirbt. Niere. 9. bei denen die elastischen Elemente in der Media überwiegen. 9. 197). P Häufigste ❑ Erkrankung der Arterien ist die Arteriosklerose (Arterienverkalkung).oder Umgehungskreislauf. Leber. die in der Media reichlich glatte Muskelzellen besitzen. Große Arterien wie z. S. Media (Mittelschicht). Dazu gehören die herzfernen kleineren Arterien und Arteriolen.22 Anastomosen. Gefäßendothel Gefäßlumen elastische Membran Interna Arterie – elastischer Typ Media Externa mit versorgenden Blutgefäßen und Nerven größere Arterie Arterie – muskulöser Typ Gefäßlumen Gefäßendothel Intima (Tunica interna) Externa (Tunica externa) Media (Tunica media) Bau von Arterie und Vene. Ihre drei Hauptschichten heißen: Intima (Innenschicht). Lunge. über die die Regulation der Organdurchblutung erfolgt. – Arterien muskulären Typs.3. Sie wird gebildet aus • dem Endothel (✑ S. Adventitia (Außenschicht).6. Gehirn. 9.5 Gefäßsystem Kapillaren 177 Hauptgefäß Arteriole Nebengefäß Gewebe Venole interstitielle Flüssigkeit Brückenanastomose Abb. Man unterscheidet: – Arterien elastischen Typs. Milz. Bau der Gefäße Alle Hohlorgane haben ein gemeinsames Bauprinzip. Bei Unterbrechung des Blutstromes im Hauptgefäß erfolgt die Blutversorgung des betreffenden Gewebeabschnittes über die Nebengefäße. 62) und einem • bindegewebigen Anteil. Abb. Sie ist die stärkste Schicht und besteht aus • elastischen und kollagenen Fasern sowie • glatten Muskelzellen. B. Endarterien besitzen z. die mit der Umgebung in Verbindung stehen. Die Gefäße sind ebenfalls Hohlorgane. deren Innenraum wir als Gefäßlumen bezeichnen. B. Arterien Arterien zeigen den klassischen Dreischichtenaufbau. 9. die Aorta werden durch eigene Blutgefäße (Vasa vasorum) mit Sauerstoff versorgt. Sie ermöglichen die so genannte Windkesselfunktion (✑ Kap. Sie setzt sich aus kollagenen und elastischen Fasernetzen zusammen. Dazu gehören die Aorta und ihre Äste (herznahe Arterien). – Endarterien haben keine Anastomosen. Herz. Ihre Wände bestehen meist aus drei Hauptschichten. Vene Abb.24 .9. Kollateral.

. Niere usw.2 Blutkreislauf Als Blutkreislauf wird der durch die Herztätigkeit bewirkte Blutumlauf im Blutgefäßsystem bezeichnet. Teilkreisläufe (Herz.9 178 Kreislaufsystem Venen Der Bau der Venenwand entspricht im Prinzip dem der muskulären Arterien. B. Magen. 2. Großer Blut. Vom linken Vorhof fließt das Blut durch die Mitralis in den linken Ventrikel. Kapillaren Die Kapillarwand ist einschichtig und besteht nur aus der Intima. die schließlich als V. Nach erfolgtem Gasaustausch wird das O2-reiche und CO2-arme Blut über die Lungenvenen in den linken Vorhof transportiert. jedes Organ erhält einen bestimmten Teil des Gesamtblutvolumens. In der rechten Herzhälfte befindet sich O2armes.oder Körperkreislauf Den Weg des O2-reichen und CO2-armen Blutes aus dem linken Ventrikel durch die Aortenklappe über die Aorta und ihre Äste in die Kapillaren der parallel geschalteten Organ.5. Nierenkreislauf) des Körperkreislaufes sind parallel geschaltet. Merke P Häufige ❑ Erkrankungen der Venen sind Krampfadern (Varizen) als Folge schwacher Venenwände: Die Klappen schließen nur noch unvollkommen. Pulmonalklappe über die Lungenarterien in die Kapillaren der Lunge.) nennt man den großen oder Körperkreislauf. Im Herzen fließt das Blut dann vom rechten Vorhof in die rechte und vom linken Vorhof in die linke Herzkammer. Der Durchmesser der kleinsten Kapillaren ist geringer als der eines Erythrozyten.oder Lungenkreislauf Das ist der Weg des O2-armen und CO2-reichen Blutes aus dem rechten Ventrikel durch die große Venen große Arterien mittlere Venen mittlere Arterien kleine Venen kleine Arterien Venolen Arteriolen Kapillaren . 9. Jeder Organkreislauf zeigt eine bestimmte Gefäßfolge: 9. die von einem Gitterfaserhäutchen umhüllt wird. Beim Menschen strömt das Blut in einer doppelt kreisförmigen Bahn. Vom rechten Vorhof fließt das Blut durch die Tricuspidalis in den rechten Ventrikel.25 Venenklappen. in der linken Herzhälfte O2-reiches Blut. Die einzelnen Organkreisläufe (z. Der Blutkreislauf als funktionelle Einheit von Herz und Gefäßen sichert den Stoffund Wärmetransport im Körper über größere Strecken. Milz. cava superior und inferior in den rechten Vorhof münden. h. sodass diese sich nur aufgrund ihrer Elastizität hindurchbewegen können. Nach erfolgtem Stoffaustausch sammelt sich das O2-arme und CO2-reiche Blut in den Venen. Am stärksten sind die Wände der Beinvenen. 1.bzw. Im Unterschied zu diesen ist aber die Venenwand (Media) dünner. Muskulatur. Venenklappen Abb. Zur Verhinderung des Blutrückstromes dienen die Venenklappen (= Taschenklappen). Kleiner Blut. Der Blutkreislauf besteht aus zwei hintereinander (in Reihe) geschalteten Abschnitten. d. Das Blut gelangt über Venen immer zuerst in die Vorhöfe.

femoralis) (A. pulmonales sinistrae) obere Hohlvene (V. iliaca communis) Blutkreislauf. cava superior) Lungenstammarterie rechter Vorhof (Truncus pulmonalis) (Atrium dextrum) linker Vorhof rechte Herzkammer (Atrium sinistrum) linke Herzkammer (Ventriculus dexter) (Ventriculus sinister) Leber (Hepar) Aorta Pfortader (V. carotis communis) linke Lungenvenen (Vv. Abb.oder Hüftarterie Oberschenkelarterie (A.26 .9. 9. cava inferior) gemeinsame Becken.5 Gefäßsystem 179 linke Lungenarterie gemeinsame Halsarterie (A. portae) Grimmdarm (Colon) untere Hohlvene (V. pulmonalis sinistra) (A.

carotis communis dextra) und rechter Schlüsselbeinarterie (Arcus aortae) Herz Hals.9 180 Tab. Magen. coronaria dextra et sinistra) Aortenbogen – Truncus brachiocephalicus mit rechter gemeinsamer Halsarterie (A. Bauchwand. Gemeinsame Hüftarterie (A. Zwerchfellarterien. carotis communis sinistra) – linke Schlüsselbeinarterie (A.7 Kreislaufsystem Aorta und ihre Äste. mesenterica inferior).bzw. Brusteingeweide. iliaca externa). Zwerchfellunterseite. 9. iliaca interna) und – äußerer Hüftarterie (A. Arm. Speiseröhrenarterien. Darm ab Jejunum bis Quercolon (2. . subclavia sinistra) Brustaorta (Pars thoracica aortae) Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) Paarige Äste Bronchialarterien. renales). – – – – – Nebennieren. Dabei nehmen der Gesamtquerschnitt zu. Milz. Nebennierenarterien. – untere Gekrösearterie (A. Die Aorta beginnt im linken Ventrikel und wird ihrem Verlauf entsprechend in folgende Abschnitte gegliedert: – Aufsteigende Aorta (Pars ascendens aortae) im oberen Mediastinum. Brustwand. Lendenarterien. iliaca communis) mit – innerer Hüftarterie (A. mesenterica superior). Nierenarterien (Aa. Letztes Drittel Quercolon bis zum oberen Teil des Mastdarms. Nieren. Zwerchfelloberseite. Unpaarige Äste: – Bauchhöhlenstamm (Truncus coeliacus) mit • linker Magenarterie. – Aortenbogen (Arcus aortae) verläuft vom oberen Mediastinum in das hintere. Kopf. • gemeinsamer Leberarterie. Hoden bzw. subclavia dextra) – linke gemeinsame Halsarterie (A. Die Arterien verzweigen sich bis zu den Kapillaren ständig weiter auf. Drittel). Eierstöcke. Ebenso verringert sich die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes. Hoden. Durchmesser und Wandstärke ab. Aortenabschnitte abgehende Äste Versorgungsgebiete Aufsteigende Aorta Rechte und linke Herzkranzarterie (Pars ascendens aortae) (A. (A. Beckenorgane Bein Arterien des Körperkreislaufes und ihre Versorgungsgebiete Alle großen Arterien des Körperkreislaufes entspringen aus der Aorta. Zwischenrippenarterien. Duodenum. Die Organdurchblutung wird vom vegetativen Nervensystem und durch Hormone dem jeweiligen Funktionszustand angepasst. • Milzarterie (A. obere Zwerchfellarterien. lienalis). Bauchspeicheldrüse. – obere Gekrösearterie (A. Eierstockarterien. Leber.

5 Gefäßsystem 181 Schläfenarterie (A. mesenterica inferior) Ellenarterie äußere Hüftarterie (A. renalis) obere Gekrösearterie gemeinsame Hüftarterie (A. brachialis) Stamm der Kopf-Arm-Arterie (Truncus brachiocephalicus) Aorta Bauchhöhlenstamm Nierenarterie (Truncus coeliacus) (A. 9. iliaca interna) Oberschenkelarterie (A.27 . carotis interna) gemeinsame Halsarterie (A. iliaca communis) Speichenarterie (A. iliaca externa) tiefer Hohlhandbogen (Arcus palmaris profundus) oberflächlicher Hohlhandbogen (Arcus palmaris superficialis) innere Hüftarterie (A. poplitea) vordere Schienbeinarterie (A. subclavia) Achselarterie (A. femoralis) Kniekehlenarterie (A. Abb. carotis communis) Schlüsselbeinarterie (A. mesenterica superior) untere Gekrösearterie (A. temporalis) Gesichtsarterie (A. dorsalis pedis) Arterien des Körpers – Gesamtübersicht. fibularis) hintere Schienbeinarterien (Aa. axillaris) Oberarmarterie (A. ulnaris) (A. facialis) äußere Kopfarterie (A. radialis) (A. tibiales posterior) Fußrückenarterie (A. tibialis anterior) Wadenbeinarterie (A. carotis externa) innere Kopfarterie (A.9.

iliaca externa) Oberschenkelarterie (A. brachialis) Aortenbogen (Arcus aortae) Speichenarterie (A. carotis externa) rechte gemeinsame Halsarterie innere Halsarterie (A. fibularis) hintere Schienbeinarterie Fußrückenarterie (A. tibialis posterior) (A. dorsalis pedis) Pulstaststellen Abb. subclavia dextra) (A. vertebralis) linke Schlüsselbeinarterie Achselarterie (A. occipitalis) Schläfenarterie äußere Halsarterie (A. carotis interna) rechte Schlüsselbeinarterie linke gemeinsame Halsarterie (A. femoralis) Kniekehlenarterie (A. ulnaris) äußere Hüftarterie (A. carotis communis sinistra) Wirbelarterie (A.9 182 Kreislaufsystem Hinterhauptarterie (A.28 Arterielle Versorgung von Kopf. . tibialis anterior) Wadenbeinarterie (A. axillaris) Stamm der Kopf-Arm-Arterie Oberarmarterie (Truncus brachiocephalicus) (A. poplitea) vordere Schienbeinarterie (A. temporalis superficialis) (A. carotis communis dextra) (A. 9. Arm und Bein. subclavia sinistra) (A. radialis) Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) Ellenarterie (A.

carotis communis dextra) (A. iliaca externa) (Bifurcatio aortae) innere Hüftarterie (A. Lien) Milzarterie (A. gastroepiploica) rechte Magenarterie (A. 9. gastrica sinistra) gemeinsame Leberarterie (A. gastroduodenalis) Ast der A. Eierstockarterie) (Pars abdominalis aortae) gemeinsame Hüftarterie untere Gekrösearterie (A. 9. Abb. lienalis (A.29 Magen (Gaster) Milz (Splen.bzw. carotis communis sinistra) rechte Schlüsselbeinarterie linke Schlüsselbeinarterie (A. hepatica communis) Leber (Hepar) Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Zwölffingerdarm (Duodeum) Ast der A. iliaca communis) (A. renalis sinistra) (A.9. subclavia dextra) (A.5 Gefäßsystem rechte gemeinsame Halsarterie 183 linke gemeinsame Halsarterie (A.und Schlüsselbeinarterie (Truncus brachiocephalicus) Aortenbogen aufsteigende Aorta (Arcus aortae) (Pars ascendens aortae) Brustaorta • Bauchhöhlenstamm (Pars thoracica aortae) (Truncus coeliacus) linke Nierenarterie obere Gekrösearterie (A.30 . mesenterica superior) Keimdrüsenarterie Bauchaorta • (Hoden. oberer Bauchhöhlenstamm (Truncus coeliacus) Abb. mesenterica inferior) äußere Hüftarterie Aortengabel (A. gastrica dextra) Versorgungsgebiet des oberen Bauchhöhlenstammes (Truncus coeliacus). lienalis) linke Magenarterie (A. hepatica communis (A. iliaca interna) • absteigende Aorta (Pars descendens aortae) Abschnitte der Aorta und ihre Hauptäste. subclavia sinistra) Stamm der rechten Hals.

radialis und V. – Absteigende Aorta (Pars descendens aortae) mit • Brustaorta (Pars thoracica aortae) im hinteren Mediastinum. mesenterica superior) Dünndarm (Intestinum tenue) Abb. die in der Regel als Begleitvenen der größeren Arterien verlaufen und auch die gleiche Bezeichnung haben. Grimmdarm (Colon) untere Gekrösearterie (A. Beide Arterien treten am Lungenhilus1) in die Lunge ein und zweigen sich dort weiter auf. 9. Die Aorta endet mit der Aufgabelung (Bifurcatio aortae) in die beiden gemeinsamen Hüftarterien.33). die das sauerstoffreiche Blut von den Lungen in den linken Vorhof transportieren. • Einzugsgebiet der unteren Hohlvene (V. cava superior): Sammelt das Blut aus der oberen Körperhälfte (oberhalb des Zwerchfelles). S. radialis. 186). A. • Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) im Retroperitonealraum. der sich aufteilt in rechte (A. der oberen Hohlvene (V. 9.und Fußrücken sowie in der Ellenbeuge zu sehen sind (Abb.34. 9. 9. die als bläuliche Stränge besonders gut an Hand. Zum Lungenkreislauf gehören 2 rechte und 2 linke Lungenvenen (Vv. cava inferior). – oberflächliche oder Hautvenen. cava inferior): Sammelt das Blut aus der unteren Körperhälfte (unterhalb des Zwerchfelles). 1) Hilus = Hilum Ästchen der Lungenarterie Bronchiole Ästchen der Lungenvene Kapillarnetz Lungenbläschen (Alveolen) Übergang der Lungenarterie zu den Lungenvenen. mesenterica inferior) obere Gekrösearterie (A.31. pulmonales). Das venöse Blut fließt von den Oberflächenvenen in die tiefen Venen.27 bis 9. Sie liegt im Retroperitonealraum rechts der Bauchaorta und beginnt mit der Vereinigung der beiden gemeinsamen Hüftvenen. Beispiel: A. Abb.9 184 Kreislaufsystem großes Netz (Omentum majus) Alle Venen sammeln sich in zwei großen Venenstämmen. pulmonalis sinistra) (✑ Abb. Merke Oberflächliche und tiefe Venen stehen durch Anastomosen miteinander in Verbindung. renalis und V. 9.31 Versorgungsgebiete der Gekrösearterien. Sie liegt im oberen Mediastinum. cava superior) und der unteren Hohlvene (V. • Einzugsgebiet der oberen Hohlvene (V.32 . Venen des Körperkreislaufes und ihre Einzugsgebiete Bei den Venen des Körperkreislaufes unterscheiden wir – tiefe Venen. renalis. pulmonalis dextra) und linke Lungenarterie (A. Arterien und Venen des Lungenkreislaufes Aus dem rechten Ventrikel entspringt der Lungenarterienstamm (Truncus pulmonalis). Wichtige Arterien des Körpers ✑ Abb.

Abb. axillaris) V. linke Schlüsselbeinvene (V. renalis) mediana cubiti1) (V. 9. poplitea Venennetz des Fußrückens (Rete venosum dorsale pedis) 1) Hautvenen Über die mit • markierten Venen bestehen Verbindungen (Anastomosen) zum Pfortaderkreislauf Venen des Körpers – Gesamtübersicht.und Oberschenkel nach proximal kleine Hautvene (V. temporalis) Sinus transversus Hinterhauptvene (V.33 . occipitalis) äußere Drosselvene (V. hepaticae) untere Hohlvene (V. poplitea) (V. saphena magna) äußere Hüftvene (V. cephalica1) V. subclavia dextra) (V. iliaca communis) Oberschenkelvene (V. cava superior) Achselvene (V.5 Gefäßsystem Sinus sagittalis superior Venengeflecht (Plexus pterygoideus) Gesichtsvene (V. facialis) 185 Schläfenvene (V. jugularis externa) innere Drosselvene (V. lumbalis ascendens) gemeinsame Hüftvene (V. subclavia sinistra) obere Hohlvene Arm-Kopf-Vene (V. hemiacygos) rechte Längsvene • (V. femoralis) große Hautvene (V.9. iliaca interna) große Hautvene1) Kniekehlenvene1) (V. jugularis interna) rechte Schlüsselbeinvene (V. saphena magna) – entsteht im Bereich des Schienbeinknöchels und zieht medial am Unter. basilica1) Nierenvene V. acygos) Lebervenen (Vv. brachiocephalica) linke Längsvene • (V. saphena parva) – beginnt im Breich des Wadenbeinknöchels und verläuft an der dorsalen Seite des Unterschenkels zur Kniekehle und mündet hier in die V. cava inferior) aufsteigende Lendenvene • (V. iliaca externa) innere Hüftvene (V.

Das in seiner Zusammensetzung so veränderte Blut fließt danach über die Venen der unpaarigen Bauchorgane in die Pfortader (V. d. in dem sie u. 12. h. Pfortaderkreislauf Unter den Organkreisläufen des Körperkreislaufes nimmt der Pfortaderkreislauf eine Sonderstellung ein. – toxische Stoffe (Alkohol. das der Leber.9 186 Kreislaufsystem linke Lungenarterie (A. Die Leber verändert also das Blut deutlich. Kapillargebiet) ▼ Pfortader (= Sammelvene) ▼ Leberkapillaren (2. 9. – die resorbierten Nahrungsstoffe abbaut oder ineinander umwandelt. pulmonalis dextra) (Vv.und Darmkapillargebiet erfolgt die Resorption der Nahrungsstoffe. Von da strömt es schließlich über die Lebervenen zur unteren Hohlvene. Die Leber ist das wichtigste Stoffwechselorgan (✑ Kap. Hier finden folgende wichtige Vorgänge statt: – Im Magen. pulmonalis sinistra) rechte Lungenarterie Lungenvenen (A. – im Milzkapillargebiet die Aufnahme von Abbauprodukten des Blutes und – im Bauchspeicheldrüsenkapillargebiet die Aufnahme der Hormone Insulin und Glukagon. Über die Pfortader gelangt es in das 2. bevor sie in die anderen Organe gelangen. Bauchspeicheldrüse. Kapillargebiet) ▼ Lebervenen ▼ untere Hohlvene blut befindlichen Stoffe werden einer Kontrolle unterzogen. Darm. a. Medikamente) entgiftet.6. Milz). Kapillargebiet. 246). portae). S.34 Arterien und Venen des Lungenkreislaufs. also nicht wie üblich in die untere Hohlvene. pulmonales) Lungenarterienstamm (Truncus pulmonalis) rechte Herzkammer (Ventriculus dexter) Abb. Abbildung 9.. . die im Pfortader- Merke Unter dem Pfortaderkreislauf versteht man folgenden Weg des Blutes: Bauchaorta ▼ Organarterien der unpaarigen Bauchorgane ▼ Kapillaren der unpaarigen Bauchorgane (1.35 verdeutlicht dies wie folgt: Das Blut kommt von der Bauchaorta über die Organarterien in die Kapillargebiete der unpaarigen Bauchorgane (Magen. pulmonales) linker Vorhof Lungenvenen (Atrium sinistrum) (Vv.

und Lymphgefäßsystem stehen also in enger Beziehung. Das Blut durchströmt zwei Kapillargebiete. P Bei Verstopfung ❑ der Pfortader nimmt das Blut einen Umweg (Kollateralkreislauf) über Anastomosen. Im Bereich der Blutkapillaren beginnt das Lymphgefäßsystem mit zahlreichen blindverschlossenen Lymphkapillaren.5. sodass jede Zelle angeschlossen ist.9. 9. Die Lymphkapillaren vereinigen sich zu ableitenden. gastrica dextra) Bauchspeicheldrüsenvenen (Vv. sondern auch die resorbierten Nahrungsstoffe. Blut. – unter Einwirkung von Hormonen den Blutzuckerspiegel reguliert. 2. Eine weitere Umgehung erfolgt über Speiseröhrenvenen und damit verbundener Varizenbildung. 1. die zu Venen der vorderen Bauchwand führen. Zwei Besonderheiten des Pfortaderkreislaufes sind hervorzuheben. Medusenhaupt. Im Venenblut befinden sich nicht nur Stoffwechselendprodukte. die über den Milchbrustgang (Ductus thoracicus) und den rechten Lymphstamm (Ductus lymphaticus dexter) in das Venensystem einmünden. mesenterica superior) untere Gekrösevene (V. oft mit Klappen ausgestatteten Lymphgefäßen. durch das die überschüssige interstitielle Flüssigkeit in das Blutgefäßsystem zurückgeführt wird. – Hämoglobin in Gallenfarbstoffe umwandelt. pancreaticae) obere Gekrösevene (V.3 Lymphgefäßsystem Das Lymphgefäßsystem stellt ein zusätzliches Abflusssystem dar. Deren Erweiterung führt zum sog.5 Gefäßsystem 187 untere Hohlvene linke Magenvene (V. lienalis) rechte Magenvene (V. Die Lymphgefäße durchziehen den gesamten Körper. portae) Leberpforte (Porta hepatis) Milzvene (V. gastrica sinistra) Pfortader (V. cava inferior) (V. mesenterica inferior) Venen des Pfortaderkreislaufes (Organe von dorsal). Abb. An den .35 9.

passiert sie zahlreiche zwischengeschaltete Lymphknoten. Der Transport der Lymphe erfolgt durch Kontraktion der glatten Gefäßmuskulatur und durch vorübergehende Drucksteigerung in der Umgebung der Lymphgefäße. Mittransportiert werden solche Stoffe. Die Darmlymphe heißt Chylus und ist vor allem für den Abtransport von Fettstoffen verantwortlich (Ursache für das milchige Aussehen).9 188 Kreislaufsystem Interzellularraum blindgeschlossene Lymphkapillare Blutkapillaren Arteriole Gewebe Venole Lymphe – Entstehung (✑ S. Lendenwirbels mit einer bläschenförmigen Erweiterung (= Cisterna chyli) und tritt mit der Aorta durch das Zwerchfell. subclavia dextra und V.und Lymphkapillaren. Bevor die Lymphe in die großen Lymphgefäße gelangt. jugularis interna sinistra). Diese kommen an bestimmten Stellen gehäuft vor (z. Krebszellen und Fettstoffe (werden im Dünndarm resorbiert). . B.und Kopfseite.und Abwehraufgaben erfüllt werden.und Abwehrfunktion (✑ S. Der nur ca. dem linken Arm und der linken Brust-.36 Blut. Ruß. 9. Die mittlere Strömungsgeschwindigkeit ist dementsprechend sehr langsam. Lymphtransport Das Lymphsystem hat im Unterschied zum Blutgefäßsystem kein Pumporgan. geringerer Glucoseanteil.und Kopfseite. Merke Lymphgefäß Abb. nach Insektenstich) erkennt man an deren roter Verfärbung („roter Strich“ – im Volksmund fälschlich als „Blutvergiftung“ bezeichnet). regionäre Lymphknoten) und besitzen Filter. Er beginnt in Höhe des 1. Außerdem enthält sie keine Erythrozyten. Wichtige Unterschiede zum Blutplasma sind höherer Wasseranteil. Es gibt allerdings erhebliche regionale Unterschiede. 2 l/d (= 1/10 des kapillären Filtrats). 200) und Zusammensetzung Die Lymphe besteht aus interstitieller Flüssigkeit und ist ähnlich dem Blutplasma zusammengesetzt. 1 cm lange Ductus lymphaticus dexter mündet in den rechten Venenwinkel (Vereinigung von V. Merke Die Flüssigkeit in den Lymphgefäßen wird als Lymphe bezeichnet und fließt in das Venensystem. Lymphmenge Sie beträgt unter normalen Bedingungen ca. die die Wand der Blutkapillaren nicht passieren können und erst „gefiltert“ werden müssen. Aufgabe Das Lymphgefäßsystem dient dem Flüssigkeitstransport in das Venensystem. 20 g/l). geringerer Eiweißanteil (ca. Entzündungen der Hautlymphgefäße (z. Er sammelt die Lymphe aus allen Körperteilen unterhalb des Zwerchfelles. B. Extremitäten verlaufen die mittleren Lymphgefäße häufig in unmittelbarer Nachbarschaft der größeren Hautvenen. Der Ductus thoracicus ist der größte Lymphstamm. Beispiele: Bakterien. 163). wobei gleichzeitig Kontroll. subclavia sinistra und V. Danach verläuft er im hinteren Mediastinum und mündet in den linken Venenwinkel (= Vereinigung von V. jugularis interna dextra) und sammelt die Lymphe aus dem rechten Arm und der rechten Hals. P Verschluss ❑ von Lymphgefäßen führt zu Lymphödemen. Hals.

9. subclavia) Achsellymphknoten Lungenhiluslymphknoten Brustmilchgang (Ductus thoracicus) Cisterna chyli Ellenbogenlymphknoten Gekröselymphknoten Beckenlymphknoten Leistenlymphknoten Lymphgefäßsystem. Um Abb. Bei der Tätigkeit des Herzens sind demnach das elektrische Geschehen (Erregung) und das mechanische Geschehen (Pumptätigkeit) zu unterscheiden. Funktion des Herzens Die Pumptätigkeit des Herzens gewährleistet die stetige Strömung des Blutes durch das Gefäßsystem. bildet das Herz deshalb die Erregungen selbst. 9.1 Erregung des Herzens Die Pumptätigkeit des Herzens wird durch Aktionspotentiale ausgelöst.6.37 weitestgehend selbständig zu sein. 9. jugularis) linker Venenwinkel Schlüsselbeinvene rechter Hauptlymphgang (Ductus lymphaticus dexter) rechter Venenwinkel Achsellymphknoten 189 (V. die vom Herzmuskelgewebe selbst und spontan gebildet werden. Das Aussetzen der Herztätigkeit bedeutet bereits nach wenigen Minuten den Tod.6 Physiologie des Kreislaufsystems Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der Herztätigkeit und den speziellen Aufgaben der einzelnen Gefäßarten. . 9.6 Physiologie des Kreislaufsystems Lymphknoten hinter dem Ohr Unterkieferlymphknoten Drosselvene (V.

cava superior und dem rechten Herzohr.und Erregungsleitungssystem wird von verschiedenen Strukturen gebildet. Das Myokard besteht demnach aus zwei Typen von Herzmuskelzellen: • Zellen. sie bilden die Arbeitsmuskulatur. Vorhofmyokard Vom Sinusknoten breitet sich die Erregung gleichmäßig über das Myokard beider Vorhöfe aus. Er liegt im rechten Vorhof zwischen der Einmündung der V. 2. 9.38 Erregungsbildungs. sodass diese gleichzeitig kontrahieren. die im Herzmuskel entsteht.und Erregungsleitungssystem des Herzens. weshalb er auch als Schrittmacher des Herzens bezeichnet wird. • Zellen. ✑ S.und Erregungsleitungssystem (Reizleitungssystem) des Herzens. Sinusknoten Vom Sinusknoten geht normalerweise der Anstoß zu einem Herzschlag aus. 74). die rhythmisch Aktionspotentiale produzieren und weiterleiten. Da die Herzmuskelzellen nicht gegeneinander isoliert sind.auf das Kammermyokard übergehen. Der Sinusknoten treibt bei Körperruhe das Herz mit einer Frequenz von ca. Anschließend wird der AV-Knoten erregt. rechter Vorhof (Atrium dextrum) linker Vorhof (Atrium sinistrum) Herzskelett – bestehend aus 4 bindegewebigen Ringen (Anuli fibrosi) Sinusknoten linke Herzkammer Atrioventrikularknoten1) (AV-Knoten) (Ventriculus sinister) Papillarmuskeln His-Bündel Kammerschenkel Purkinje’sche Fasern 1) AV-Knoten = Vorhof-Kammer-Knoten. sie bilden das Erregungsbildungs. Erregungsbildung und -weiterleitung Das Erregungsbildungs. früher auch Aschoff-Tawara-Knoten genannt Abb. rechte Herzkammer (Ventriculus dexter) . die sich verkürzen können. breitet sich eine Erregung.9 190 Kreislaufsystem Man nennt dies Autorhythmie oder Autonomie (für alle anderen Muskeln des Körpers werden die Aktionspotentiale im Zentralnervensystem erzeugt). 70 Aktionspotentialen (= elektrische Impulse) pro Minute an (=Sinusrhythmus). 1. Wegen der Isolationseigenschaft des Herzskelettes kann die Erregung nicht unmittelbar vom Vorhof. immer über das gesamte Herz aus (Alles-oder-Nichts-Gesetz.

39. Das Elektrokardiogramm (EKG. S. S. Schenkelblock). • Impulsausbreitung. Bei Ausfall des Sinusknotens kann dessen Funktion durch einen künstlichen „Herzschrittmacher“ ersetzt werden. B. die zur Herzspitze ziehen und sich dabei aufzweigen. • Erregungsrhythmus und -ursprung. sodass auch beide Kammern zur gleichen Zeit kontrahieren. 9. sodass auch sie sich gleichzeitig kontrahieren. a.6. • Grundsätzlich kann die automatische Erregungsbildung im gesamten Herzen erfolgen. – Störung der Erregungsleitung (z. 6. Atrioventrikularknoten = AV-Knoten Er liegt in der Vorhofscheidewand unter dem Endokard zwischen der Mündung des Sinus coronarius und der Tricuspidalis. Sinusarrhythmie. um vergleichbare Aufzeichnungen zu erhalten (✑ Abb. • Beim gesunden Herzen bildet der Sinusknoten die Erregungen am schnellsten und unterdrückt dadurch die anderen Teile (Sinusknoten als Schrittmacher).2 Mechanik der Herztätigkeit Die Herztätigkeit verläuft in Form einer Pumparbeit (Herz als Saug-Druck-Pumpe). die die Erregung auf die Kammer. sodass sie sich auch gleichzeitig kontrahieren. Kammerschenkel Das His-Bündel teilt sich in die beiden Kammerschenkel. 191 . die sich in einem dauernden Wechsel von Systole (Kontraktion) mit Anspannungs. B. P Das ❑ Erregungsgeschehen kann durch verschiedene Schädigungen gestört werden. Die gebräuchlichsten Ableitungen sind standardisiert. • Erregungsrückbildung. AV-Rhythmus: 30 – 40 Impulse/min. Die Impulsfrequenz anderer Teile ist aber immer niedriger. P Das ❑ EKG leistet hauptsächlich einen Beitrag zur Diagnosefindung von Herzrhythmusstörungen und Herzdurchblutungsstörungen (Angina pectoris. Es hat nur eine bedingte Aussagekraft zur Herzleistung. • Diese geordnete Erregungsbildung und -ausbreitung ist Voraussetzung für die Bewegung des Blutes in einem vorgegebenen Richtungssinn. • Etwas später werden beide Kammern gleichmäßig erregt.).40. Beispiele: – Störung der Erregungsbildung (Sinustachykardie. Sie liegen links und rechts des Kammerseptums. 9. 5.und die Papillarmuskulatur übertragen. Sinusbradykardie. 192). Extrasystolen u.und Austreibungsphase und Diastole (Erschlaffung) mit Entspannungsund Füllungsphase vollzieht. • Herzlage. ✑ Abb. 4. Die Sinusfrequenz beträgt in Ruhe ca. 192) Das EKG registriert die mit dem Erregungsgeschehen des Herzens verbundenen Spannungsschwankungen. Unmittelbar an ihn schließt sich das His-Bündel an und zieht zur Kammerscheidewand. Man spricht von Herzrhythmusstörungen.9.6 Physiologie des Kreislaufsystems 3. Purkinje’sche Fasern Als Purkinje’sche Fasern bezeichnet man die Aufzweigungen der beiden Kammerschenkel. sodass ein Ausfall des Sinusknotens nicht zum Herzstillstand führt. 9. Dies geschieht ebenfalls gleichmäßig. Er verzögert die Erregungsleitung etwas. Merke • Der Sinusknoten bildet die Erregungen für das Herz automatisch. z. Es liegt in einer Lücke des Herzskelettes. Es kann Auskunft geben über: • Herzfrequenz. Herzinfarkt). Die Kontraktion der Herzkammern setzt unmittelbar nach Beendigung der Vorhofkontraktion ein. 70 Impulse pro Minute. • Zuerst werden beide Vorhöfe gleichmäßig erregt. Der AV-Knoten bildet die Überleitungsstelle zwischen den Vorhöfen und Ventrikeln. His-Bündel Vom AV-Knoten läuft die Erregung auf einer vorgeschriebenen Bahn in Richtung Herzspitze weiter.

40 – = Vorhoferregung = Kammererregung = Erregungsrückbildung in der Kammermuskulatur Elektrokardiogramm (EKG). 9. – .39 EKG-Ableitungen. P Q R S T Abb. 9.9 192 Kreislaufsystem nach Einthoven – nach Goldberger nach Wilson + + – – + + + Abb.

Begleiterscheinungen der Herzaktion Durch den Klappenschluss erzeugte Schwingungen führen zu diagnostisch verwertbaren Schallerscheinungen. z. die ein entsprechendes Spiel der Herzklappen und damit die Blutströmung gewährleisten. Herzton. 9. Während der Systole werden die Herzkranzgefäße durch die Muskelkontraktionen „abgedrückt“. Ablauf eines Herzschlages Folgende ursächliche Zusammenhänge sind zu beachten: Elektrischer Impuls  Muskeltätigkeit  Druckverhältnisse  Klappenstellung  Blutbewegung Wie die Vorgänge im Einzelnen ablaufen. ist aus der Tabelle 9. 9. der beim Schluss der Taschenklappen am Diastolenbeginn auftritt. Geräusche = meist pathologisch) können vom Arzt mit dem Stethoskop abgehört werden. vagus) reduziert Sympathicus steigert Regelung der Herzleistung. wobei der Schall jeder Klappe an bestimmten Stellen der Brustwand am besten zu hören und dadurch meist einer bestimmten Klappe zuzuordnen ist. Herzminutenvolumen (HMV) = Herzfrequenz • Schlagvolumen. Funktionsuntüchtige Herzklappen können durch künstliche Klappen ersetzt werden. 193 Herzleistung Die Förderleistung des Herzens wird als Herzminutenvolumen (= Herzzeitvolumen) berechnet. sodass der hohe Blutbedarf des Herzmuskels gedeckt wird.9 Liter pro Minute Merke Das Herzminutenvolumen gibt an. Parasympathicus (N. Herzfrequenz (Herzschlag pro Minute) P Störungen ❑ der Klappenfunktion (Klappenfehler). der beim Schluss der Segelklappen am Systolenbeginn auftritt. eine Stenose (Klappen können sich nicht mehr richtig öffnen) oder eine Insuffizienz (Klappen schließen sich nicht mehr vollständig) beeinträchtigen die Pumpfunktion. Seite 194 und der Abb. Stenosen (Verengungen) und Insuffizienzen verursachen Schallerscheinungen. und den 2. welche Blutmenge pro Minute in das Gefäßsystem gepumpt wird. Abb. Regelung der Herzleistung (✑ Abb. Sie (Töne = physiologisch.41 . B. Beispiel: Herzfrequenz: 72 Schläge pro Minute Schlagvolumen: 70 ml pro Kontraktion HMV 72 Schläge • 70 ml = 4.und Volumenveränderungen. 364) modifiziert werden.41) Die Eigenrhythmik (Autonomie) des Herzens kann vom vegetativen Nervensystem (✑ S.8. Man unterscheidet den 1.6 Physiologie des Kreislaufsystems Der Herzzyklus erzeugt fortlaufende Druck.9.42. Seite 195 zu ersehen. Objektiviert werden können die Schallereignisse mittels der Phonokardiographie. Herzton. 9. Dadurch erfolgt die funktionsgerechte Einstellung der Herztätigkeit entsprechend der Belastungssituation. P Bei körperlicher Anstrengung kann das Herz❑ minutenvolumen bis auf 20 l/min ansteigen. Merke Nur während der Diastole fließt das Blut von der Aorta in die Herzkranzgefäße.

9

194
Tab. 9.8

Kreislaufsystem

Herzaktion.
Sinusknotenimpuls breitet sich im Vorhofmyokard aus 

Kontraktion des Vorhofmyokards
(Vorhöfe sind zu diesem Zeitpunkt gefüllt; Segelklappen offen und
Taschenklappen geschlossen) 

geringer Anstieg des Vorhofdruckes 

wenig Blut strömt von den Vorhöfen in die Kammern 

Erregungsübertragung auf das Kammermyokard 

Kontraktionsbeginn des Kammermyokards 

Beginn
Kammersystole
– Anspannungsphase

Kammerdruck steigt über Vorhofdruck 

Segelklappen werden geschlossen
– so dass der Rückfluss des Blutes in die Vorhöfe verhindert wird 

Kammermyokard kontrahiert weiter 

Kammerdruck steigt über den Arteriendruck 

– Austreibungsphase

Taschenklappen werden geöffnet  

Gleichzeitig verlagert sich die
Ventilebene herzspitzenwärts

Schlagvolumen
von ca. 70 ml
wird aus jeder Kammer
in die Ausflussbahnen gedrückt;
Restvolumen
von ca. 70 ml
verbleibt in den Kammern 

Entstehung eines Soges in den
Vorhöfen 

Füllung der Vorhöfe

Erregungsrückbildung 

Erschlaffung des Kammermyokards 

Ende
Kammersystole
Beginn
Kammerdiastole
– Entspannungsphase

Kammerdruck fällt
– zunächst unter den Arteriendruck 

Taschenklappen werden geschlossen,
sodass der Rückfluss des Blutes in die Kammern verhindert wird
– wenig später fällt der Kammerdruck unter den Vorhofdruck 

Segelklappen werden geöffnet 

– Kammerfüllungsphase

Ventilebene verlagert sich wieder herzbasiswärts 

Blut fließt von den Vorhöfen in die Kammern
– anfangs schnell, dann langsamer
– gleichzeitig kann Blut über die Einflussbahnen in die Vorhöfe nachfließen
Vorhöfe und Kammern befinden sich während dieser Zeit in einer kurzen
Ruhephase (= Erholungszeit)

Ende
Kammerdiastole

9.6 Physiologie des Kreislaufsystems

Hauptphasen der Herzaktion

Systole

Diastole

Aortenklappe und Pulmonalklappe
geöffnet – Mitralis und
Tricuspidalis
geschlossen

Aortenklappe und Pulmonalklappe geschlossen –
Mitralis und
Tricuspidalis geöffnet
ne
be
it le
n
Ve

ne
be
ile
t
n
Ve

Ausgangssituation
zu Beginn
der Systole

195

Kammern gefüllt,
Segelklappen offen,
Taschenklappen zu,
Kammerdruck fast 0 mmHg

Anspannungsphase
Hg
m
m
0
8
Hg
m
m
25 fast
0 mmHg

fast
0 mmHg

isometrische
Kontraktion des
Kammermyokards,
Segelklappen
werden geschlossen

80 mmHg

25 mmHg

Entspannungs- und
Füllungsphase

Hg
m
m
0
8
Hg
m
m
5
2
10 mmHg

10 mmHg

Hg
m
m
0
Hg
13
m
m
40 Unterdruck

fast
0 mmHg
fast
0 mmHg

Austreibungsphase

130 mmHg

Entspannung des Kammermyokards,
Segelklappen werden geöffnet,
Kammern werden gefüllt

Unterdruck
40 mmHg

isotonische Kontraktion
des Kammermyokards,
Taschenklappen werden
geöffnet, Schlagvolumen
wird ausgestoßen,
Vorhöfe werden gefüllt

Ablauf des Herzschlages.

Abb. 9.42

Kreislaufsystem

3500

Venen

4000

Niederdrucksystem

Arteriolen
Kapillaren
Venolen

[cm2 ]

Arterien

Hochdrucksystem

Querschnitt

Hochdrucksystem

[%]

Niederdrucksystem

80

Venen

Der Transport des Blutes unterliegt bestimmten
physikalischen Gesetzmäßigkeiten, von denen
hier einige genannt werden.

a) Das Blut strömt entlang des herrschenden
Druckgefälles im Kreislaufsystem.
b) Die Durchflussmenge ist umso größer, je größer die Druckdifferenz und je geringer der
Strömungswiderstand ist.

Arteriolen
Kapillaren
Venolen

9.6.3 Funktion der Gefäße

Arterien

9

196

Volumen

70

3000

63

60

2500

50

2000

40
1500

30

1000

20

500

15
3 7

10

[cm/s]
Strömungsgeschwindigkeit
15

12

[%]
Widerstand
60
47

50
40

10

30
20

5

27
19

10
[mmHg]
140

4

Blutdruck

70

120

60

100

50

80

40

60

30

40

20

20

10

Oberfläche
59

29
10
0,5

Abb. 9.43

3

[%]

Hoch- und Niederdrucksystem.

1,5

9.6 Physiologie des Kreislaufsystems
c) Der Strömungswiderstand ist
umso geringer, je kürzer und
je weiter die Gefäße sind
(durch Parallelschaltung der
vielen Kapillaren ist der
Strömungswiderstand trotz
des geringen Durchmessers
der einzelnen Kapillare geringer als in den Arteriolen).
d) Die Strömungsgeschwindigkeit ist in den Kapillaren am
geringsten und in der Aorta
am höchsten (✑ Abb. 9.43).
Arteriensystem
Die Arterien erfüllen zwei Aufgaben. Sie verteilen das Blut auf
die Körperperipherie und verwandeln die stoßweise Blutströmung am Aortenanfang in eine
annähernd kontinuierliche Strömung (Windkesselfunktion).

Systole

(Austreibungsphase)

linker Ventrikel

weiterfließendes Blut

vorübergehende Speicherung
von Blut

Aortenklappe
auf

weiterfließendes Blut

Diastole

Aortenklappe
zu
Systole

Entspeicherung

(Austreibungsphase)

Merke
Aortenklappe
Austreibungsphase der
Pulswelle
auf
Kammersystole
Ein Teil des Schlagvolumens
Windkesselfunktion. Abb. 9.44
fließt als systolisches Abflussvolumen sofort weiter,
ein anderer Teil wird kurzIm Pars ascendens aortae eines jungen, gesunden
fristig in dem sich dehnenden AortenabErwachsenen betragen die Werte durchschnittlich:
schnitt gespeichert. Es entsteht der systoli• systolisch
120 mmHg1) (= 120 Torr),
sche arterielle Blutdruckwert.
• diastolisch
80 mmHg (= 80 Torr).
Der mittlere arterielle Blutdruck beträgt mithin
Diastole
100 mmHg.
In der Phase des Druckabfalls zieht sich die
Die Höhe des Blutdruckes hängt vor allem von
gedehnte Aortenwand elastisch zusammen
3 Faktoren ab:
und bewirkt das Weiterfließen des Blutes in
– von der Pumpkraft des Herzens,
Richtung Kapillaren. Es entsteht der diastoli– von der Größe des Schlagvolumens und
sche arterielle Blutdruckwert.
– vom peripheren Widerstand (Gefäßquerschnitt,
Elastizität und „Glattheit“ der Gefäßwand).

Blutdruck

Der in den Blutgefäßen und Herzinnenräumen
herrschende Druck heißt Blutdruck.
Beim Blutdruckmessen werden 2 arterielle Blutdruckwerte ermittelt; der systolische arterielle
Blutdruckwert, der während der Austreibungsphase der Kammersystole entsteht, und der diastolische arterielle Blutdruckwert, der während
der Kammerdiastole vorherrscht.

Merke

Der systolische arterielle Blutdruck hängt
hauptsächlich vom Herzminutenvolumen und
der diastolische arterielle Blutdruck vom
peripheren Widerstand in den Arteriolen ab.
1) mmHg = Millimeter Quecksilbersäule

197

9

198

Kreislaufsystem

Blutdruckamplitude
Die Blutdruckamplitude ist die Differenz zwischen systolischem und diastolischem arteriellen
Blutdruck. Sie beträgt in dem angegebenen
Beispiel 40 mmHg (= 40 Torr).
Blutdruckmessungen
Der Blutdruck kann direkt oder indirekt gemessen werden. Die direkte oder blutige Blutdruckmessung erfolgt im Blutgefäß. Sie ist sehr genau
und kommt nur in der Klinik zum Einsatz.
Die bekannteste und am häufigsten angewandte
Methode ist die indirekte oder unblutige Blutdruckmessung nach Riva Rocci (RR). Sie erfolgt
an der Oberarmarterie (A. brachialis) mithilfe
einer aufblasbaren Gummimanschette, die mit
einem Druckmesser (Manometer) verbunden ist.
Genutzt werden die Strömungsgeräusche (sog.
Korotkoff-Geräusche) des Blutes.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe automatischer
Blutdruckmessgeräte zur individuellen Blutdruckkontrolle, die meistens nicht auf den Korotkoff-Geräuschen basieren und zum Teil zur
Messung an den Handgelenken befestigt werden.
Puls (Stoß, Schlag)
Als Puls wird die rhythmische Erweiterung der
großen elastischen Arterien bezeichnet. Diese
Erweiterung entsteht durch den Anschlag der
vom Herzen erzeugten Druckwelle an den Gefäßwandungen und ist als Erhebung mit dem
Finger tastbar.
Merke

Die Pulsfrequenz ist die Anzahl der Pulsschläge pro Minute. Es gilt:
Sinusfrequenz = Herzfrequenz = Pulsfrequenz
(normal: 60 – 80 pro Minute)
P Eine

Pulsfrequenz unter 60 Schlägen pro
Minute heißt Bradykardie. Über 100 Schläge
pro Minute werden als Tachykardie bezeichnet. Unter der Pulsqualität versteht man den
Füllungszustand der Arterien. Als Pulsrhythmus wird die Regelmäßigkeit bzw. Unregelmäßigkeit des Pulses bezeichnet. Arrhythmien können krankhaft sein. Durch Palpation
der Pulswelle können wichtige Informationen
über den Funktionszustand des kardiovaskulären Systems gewonnen werden.

Verteilungsfunktion der Arteriolen (✑ Abb. 9.45)
Die Verteilung des Herzminutenvolumens auf die
einzelnen parallel geschalteten Organkreisläufe geschieht durch die Arteriolen. Unter dem Einfluss
des vegetativen Nervensystems bzw. von bestimmten Hormonen werden diese Gefäße verengt oder
erweitert, somit auch der periphere Widerstand
verändert und die Durchblutung gesteuert.
Merke

Die Arteriolen sind die wirksamsten Widerstandsregler des Kreislaufes und hauptsächlich für die Durchblutungsgröße der Kapillargebiete verantwortlich.
Kapillarsystem
In den Kapillargebieten findet der gesamte
Stoffaustausch zwischen dem Transportmittel
Blut und dem Gewebe über die interstitielle
Flüssigkeit statt.
Im Bereich der Kapillargebiete erfolgt die
Versorgung und die Entsorgung der Zellen, die
hormonelle Informationsübertragung sowie der
Ausgleich der Wasser- und Elektrolytbilanz.
Die Kapillargebiete sind durch folgende Eigenschaften diesen Funktionen bestens angepasst:
• Größter Querschnitt ⇒ langsame Strömung,
• Oberflächenvergrößerung infolge starker Gefäßverzweigung ⇒ große Austauschfläche,
• sehr dünne durchlässige Gefäßwände
⇒ kurze Transportwege,
• kleine Versorgungsgebiete, kleiner Radius
⇒ ausreichender Druck.
Der Flüssigkeitsaustausch zwischen Blut, interstitieller Flüssigkeit und Zellen wird durch folgende Mechanismen gewährleistet:
• Diffusion (✑ S. 32). Hat die größte Bedeutung.
Frei diffundieren können kleine Teilchen. Dazu
gehören H2O, O2, CO2, lipidlösliche Substanzen
wie Alkohol, Elektrolyte, Harnstoff. Mit zunehmender Teilchengröße wird die Diffusion
immer stärker behindert (z. B. für Glucose)
bzw. unmöglich (z. B. für Albumine).
• Filtration (✑ S. 33). Durch die Filtration können schnelle Flüssigkeitsverschiebungen
zwischen Blutplasma und Zwischenzellraum
(Interstitium) realisiert werden. Die treibende
Kraft ist der effektive Filtrations- bzw. Reabsorptionsdruck (= Druckdifferenz zwischen
Blut und Gewebe). Aus Abbildung 9.46 ist zu

9.6 Physiologie des Kreislaufsystems

199

Organdurchblutung richtet sich maßgeblich
1. nach dem Bedarf an Sauerstoff,
2. nach der Menge der abzutransportierenden Stoffwechselprodukte.
Bewegungssystem aktiv

Verdauungssystem aktiv

• Bedarf an Sauerstoff in Skelettmuskulatur:
hoch
• Bedarf an Sauerstoff im Verdauungssystem: niedrig
• Anfallende Stoffwechselprodukte in
Skelettmuskulatur: hoch

• Bedarf an Sauerstoff in Skelettmuskulatur:
niedrig
• Bedarf an Sauerstoff im Verdauungssystem: hoch
• Anfallende Nährstoffe, die in das Blut
resorbiert werden: hoch

Daraus folgt:
Organdurchblutung muss angepasst werden

• optimale Durchblutung der Skelettmuskulatur

• optimale Durchblutung der Organe des
Verdauungssystems

• Erhaltung der Mindestdurchblutung des
Verdauungssystems

• Erhaltung der Mindestdurchblutung der
Skelettmuskulatur

Erreichung des optimalen Zustandes durch folgende Mechanismen
Weitstellung der Arteriolen in der
Skelettmuskulatur
Hervorgerufen
1. durch Wirkung des Sympathicus
2. durch Wirkung von Hormonen wie z. B.
Noradrenalin

Weitstellung der Arteriolen in den
Organen des Verdauungssystems
Hervorgerufen
1. durch Wirkung des Parasympathicus
2. durch Wirkung von gefäßaktiven
Substanzen wie Bradykinin und Kallidin

Vereinfachte Darstellung der Regulation der Organdurchblutung.

Abb. 9.45

9

200

Kreislaufsystem
Lymphkapillare
Lymphe
2 l/d

Arteriole

Interstitium
37 mmHg

Venole
Blutkapillare

28 mmHg

22 mmHg
28 mmHg

= effektiver Filtrationsdruck: = effektiver
37 mmHg – 28 mmHg =
Reabsorptionsdruck:
9 mmHg
28 mmHg – 22 mmHg = 6 mmHg
Folge: Filtration 20 l/d
Folge: Reabsorption 18/d (Auswärtsfiltration)
= Flüssigkeitsbewegung

Abb. 9.46

Filtration im Körperkapillargebiet.

erkennen, dass der effektive Filtrationsdruck
9 mmHg und der effektive Reabsorptionsdruck
6 mmHg betragen. Somit werden aus den Körperkapillaren pro Tag ca. 20 Liter Flüssigkeit
in das Interstitium filtriert und umgekehrt ca.
18 Liter reabsorbiert. Die restlichen 2 Liter
erreichen die Blutbahn als Lymphe.
• Pinozytose (✑ S. 34). Aktiver Transport vor
allem von Eiweißen.

Venensystem
Das Venensystem erfüllt im Kreislaufsystem
2 Aufgaben:
• Rücktransport des Blutes zum Herzen nach
erfolgtem Stoffaustausch in den Kapillaren
(= venöser Rückstrom);
• Blutspeicher (ca. 60 % des Blutvolumens befinden sich im Venensystem).

Transportfunktion
Der venöse Rückstrom des Blutes in den rechten
Merke
Vorhof wird durch folgende Mechanismen gesiNormalerweise herrscht zwischen der auschert (✑ Abb. 9.47 bis 9.50):
wärts strömenden und der einwärts strömen– Restblutdruck, der von der Herzarbeit im
den Flüssigkeitsmenge, einschließlich LymphVenensystem noch wirkt;
strom, ein Gleichgewicht. Störungen dieses
– Schwerkraft oberhalb des Herzens;
Gleichgewichtes können zu Flüssigkeitsver– Sogwirkung der Vorhöfe durch die Verlageschiebungen zwischen den drei großen Flüsrung der Ventilebene herzspitzenwärts (✑
sigkeitsräumen führen (✑ S. 28), so z. B. zu
S. 194 und 195);
Ödemen.
– Sogwirkung des Thorax während der Inspiration (✑ S. 225);
– Muskelpumpe – durch
Tab. 9.9
Stabilisierung des Kreislaufes durch das Venensystem.
die Kontraktion der
Muskeln werden die
steigt
Entspeicherung
Venen zusammengeHerz(Arbeit)
drückt, die WirksamVenenminutenkeit der Muskelpumpe
system
volumen
fällt
Speicherung
wird durch die Venen(Ruhe)
klappen unterstützt,

P Beim ❑ Abb.49 Abb.6 Physiologie des Kreislaufsystems Inspiration Exspiration Inspiration Venendruck fällt Venendruck steigt Venen erweitert Venen verengt Druck auf Venen gesenkt Druck auf Venen erhöht Exspiration Thoraxinnenraum erweitert (Einatmung) (Ausatmung) Thoraxinnenraum verengt Sog.und Druckwirkung bei der Inspiration und Exspiration. 9. – Arterien-Venen-Kopplung – die Pulsation der Arterie überträgt sich auf die Vene und wirkt wie die Muskelpumpe. Je nach zu erbringender Körperleistung wird. Lungenvenen ne be ch it le t si enn g z Ve we pit s be rzs ärt he w Venenklappen geöffnet Venen verengt Venenklappen geschlossen Arterie Kammersystole untere Hohlvene Arterien-Venen-Kopplung. Dadurch trägt das Venensystem entscheidend zur Stabilisierung des Kreislaufes bei und eignet sich besonders gut für Punktionen. 1) aufrechte Körperhaltung Abb.50 Speicherfunktion Im Venensystem befinden sich aufgrund seiner Dehnbarkeit ca. ohne dass sich der zentrale Venendruck wesentlich verändert. Infusionen und Transfusionen. 9. die als Ventile ein Rückströmen verhindern. 60 % des Blutvolumens.48 201 Wechsel vom Liegen zum Stehen (Orthostase1)) kann ein Teil des Blutes – vor allem aus dem Lungenkreislauf – in den Beinvenen „versacken“ und unter Umständen zum orthostatischen Kollaps führen.9. Muskelpumpe. Erschlaffung der Muskeln Kontraktion der Muskeln Vene Venenklappe Sogwirkung der Vorhöfe während der Kammersystole. 9. 9. das Blut mobilisiert.47 obere Hohlvene Vene Abb. .

die Organdurchblutung schnell.10 Regulation der Organdurchblutung.10). Regulation der Organdurchblutung Die Verteilung des Herzminutenvolumens ist den unterschiedlichen Bedingungen angepasst. Adenosin. Gastrointestinaltrakt) bei Belastung stärker und in Ruhe schwächer durchblutet werden. 9. auf diese Weise bleibt trotz Blutdruckschwankungen die Durchblutung der lebenswichtigen Organe weitgehend konstant (z. die nervale und die humoralhormonelle Durchblutungsregulation. Organe mit gleich bleibend hohen Anforderungen (z. Zentrale Kreislaufregulation durch das Kreislaufzentrum. Ve ng gu n e r Erhöhung des Strömungswiderstandes Durchblutung gemindert Verringerung des Strömungswiderstandes Durchblutung verbessert Gefäß Erw ei t Tab. Muskulatur. Andererseits bewirken eine Reihe von Stoffen. z. B. Gehirn) werden konstant gut durchblutet. Pyruvat. B. Gefäßerweiterung (Vasodilatation. Einflüsse von übergeordneten Zentren Sympathische und parasympathische Kreislaufzentren in der Medulla oblongata Chemo. aber nur bis zu einem gewissen Grade anzupassen. das Herzminutenvolumen (HMV) ständig an die augenblicklichen Bedürfnisse des Organismus bzw. Diese Anpassung geschieht in Kombination von lokalen (regionalen) und zentralen (überregionalen) Regulationsmechanismen. Die Regulation der Organdurchblutung erfolgt durch die Änderung des Strömungswiderstandes infolge Gefäßverengung (Vasokonstriktion) bzw. ADP.und Pressorezeptoren im Aortenbogen und Karotissinus „messen“ CO2und O2-Konzentrationen sowie den arteriellen Blutdruck Schmerz psychische Einwirkungen Atemzentrum Arteriolen – Vasokonstriktion – Vasodilatation peripherer Widerstand Herzfrequenz Herzkraft Blutdruck Herzminutenvolumen . Niere). B. bestimmter Organe anzupassen. Lokale Durchblutungsregulation (auch Autoregulation) Diese Regulationsmöglichkeit beruht einerseits auf der Eigenschaft vieler Gefäße. Kohlendioxid.6. ✑ Tab.11 eru ng Durch lokale Regulation ist der Organismus in der Lage. 9.4 Regulation des Blutkreislaufes Aufgabe der Kreislaufregulation ist es.9 202 Kreislaufsystem 9. bei Konzentrationsanstieg eine sofortige lokale Vasodilatation. bei Blutdruckanstieg mit Kontraktion und bei Blutdruckabfall mit Erschlaffung zu reagieren. 9. Die Veränderung des Gefäßquerschnittes zum Zweck der Leistungsanpassung wird erreicht durch die lokale. Merke Tab. während Organe mit wechselnden funktionellen Anforderungen (z. B. ATP.

die durch das Herz verursacht wird. – Kallidin. Das an den sympathischen Nervenendungen freigesetzte Noradrenalin bewirkt je nach Quantum eine mehr oder weniger starke Gefäßwandkontraktion (✑ Tab. 9.13).12). A. 203 Druckrezeptoren (Pressorezeptoren) (in Aorta. Die lokale Regulation erfolgt überwiegend durch den Sympathicus im Bereich der Arteriolen. 9. carotis. und dem Strömungswiderstand im Gefäßsystem. Kreislaufreflexe eine ständige Stabilisierung des Blutdruckes gewährleistet. Blutdruck und Herzminutenvolumen hängen ab von der treibenden Kraft. 9. Ventriculus sinister) afferente Nervenfasern der Hirnnerven IX und X Vasomotorisches Zentrum im verlängerten Mark (Medulla oblongata) Herzfrequenz Schlagvolumen (Vasodilatation) ➞ arterieller Blutdruck Nervale Durchblutungsregulation Die nervale Regulation der Durchblutung kann sowohl lokal als auch zentral erfolgen. Zentrale Kreislaufregulation (stark vereinfacht) Für die richtige Durchblutung der einzelnen Organe ist vor allem die Aufrechterhaltung eines bestimmten Blutdruckes notwendig.12 arterieller Blutdruck ➞ ➞ Reflektorische Regulation des arteriellen Blutdruckes. – Adrenalin wirkt in niedriger Konzentration gefäßerweiternd und in hoher Konzentration gefäßverengend. Noradrenalin wirkt gefäßverengend (✑ S. . 303).11).6 Physiologie des Kreislaufsystems arterieller Blutdruck Tab. Neben den lokalen Regulationsmöglichkeiten erfolgt unter Kontrolle des Kreislaufzentrums in der Medulla oblongata über das vegetative Nervensystem eine zentrale Regulation des Kreislaufes (✑ Tab. Hemmung des Parasympathicus Gefäßverengung Herzfrequnz Schlagvolumen (Vasokonstriktion) arterieller Blutdruck ➞ ➞ Gefäßerweiterung Erregung des Sympathicus ➞ Erregung des Parasympathicus ➞➞ Hemmung des Sympathicus Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus Dieser Regulationsmechanismus setzt hauptsächlich bei einer Verminderung der Nierendurchblutung ein und führt letztendlich durch die Bildung von Angiotensin II zu einer starken Vasokonstriktion (✑ Tab. – Angiotensin II ist die Substanz. 9. Darüber hinaus wird durch sog. Humoral-hormonelle Durchblutungsregulation Diese Durchblutungsregulation erfolgt vor allem durch die Hormone Adrenalin und Noradrenalin sowie weitere gefäßaktive Substanzen. Bradykinin und Histamin wirken vasodilatatorisch. die die stärkste Vasokonstriktion direkt an den Arteriolen hervorruft.9.

weil mit dem veränderten Herzminutenvolumen auch veränderte O2. 9. Dies kann nach Blutverlust und bei orthostatischem Kreislaufversagen auftreten.14 schnelle Regulation Blutvolumen. Tab.13 Blutdruck  Adrenalin Renin Noradrenalin Plasmavolumen  Na+  Angiotensin I Angiotensinogen ConvertingEnzym Angiotensin II Durstgefühl Nebennierenrinde Vasokonstriktion in der Niere ➞ Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) Aldosteron  Blutdruck  ➞ Vasokonstriktion der Arteriolen Vasokonstriktion über Stimulation des Kreislaufzentrums ➞ 204 Niere Na+-Rückresorption  P Versagen der Kreislaufregulation bedeutet.und Hormonsystem.9 Kreislaufsystem Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus. um der veränderten biologischen Oxidation gerecht zu werden. Blutdruck Renin Angiotensin II Aldosteron Adrenalin langsame Regulation . ❑ dass lebenswichtige Organe zu wenig durchblutet werden.und CO2Mengen transportiert werden müssen. Merke Kreislauf. Sympathicus Herz Arteriolen Tab. Zusammenwirken von Nerven. Bei den beschriebenen Regulationsmöglichkeiten sind die schnelle Regelung über das vegetative Nervensystem und die langsame Regelung mithilfe von Hormonen und anderen Wirkstoffen zu unterscheiden (✑ Tab 9. 9.14).und Atemregulationen sind immer gekoppelt.

d) der Beckenorgane. Beschreiben Sie den Wandaufbau der Gefäßarten. 26.9 Kreislaufsystem Fragen zur Wiederholung l. Nennen Sie die Bestandteile des Blutplasmas und erläutern Sie deren Funktion. Beschreiben Sie Bau. 32. 3. Welche Arten von Leukozyten kennen Sie? 5. Welche Aufgaben erfüllen die verschiedenen Leukozytenarten? 17. Geben Sie einen Überblick über die Zusammensetzung des menschlichen Blutes. 2. 30. b) Milz. Warum spricht man von Lungenarterien. Was verstehen Sie a) unter unspezifischer und b) unter spezifischer Abwehr? 23. Wo werden die Blutzellen gebildet bzw.und Körperkreislauf. Was gehört zum lymphatischen System und welche Aufgabe hat es zu erfüllen? 18. Charakterisieren Sie a) das AB0-System. 33. Beschreiben Sie Lungen. b) das Rhesussystem. 20. 19. Beschreiben Sie die Vorgänge. abgebaut? 7. 8. 11. Was versteht man unter der Fibrinolyse und wie läuft sie ab? 14. Lage und Aufgaben von a) Thymus. c) Lymphknoten. obwohl diese Gefäße venöses Blut führen? 34. Was sind Anastomosen und welche Bedeutung haben sie? 31. Erläutern Sie die Problematik von Organtransplantationen. die zum Verschluss eines verletzten kleineren Blutgefäßes führen. Wie ist ein Thrombozyt gebaut? 6. Welche Beziehungen bestehen zwischen Blut und Immunsystem? 15. 28. Was versteht man unter Immunisierung und welche praktische Bedeutung hat sie? 25. Was sind regionäre Lymphknoten und welche Bedeutung haben sie? 21. b) der Arme. c) der Bauchorgane. Welche Gefäßarten bilden das Gefäßsystem? 29. Wie kann man die Blutgerinnung bei Blutentnahmen am günstigsten verhindern? 13. Was versteht man unter dem Waldeyer’schen lymphatischen Rachenring? 22. Welche Funktionen hat das Blut? 10. 24. Beschreiben Sie Lage und Bau des Herzens. Geben Sie die Normalwerte der Blutzellen an. Kann der Mensch ohne Milz leben? – Begründen Sie Ihre Antwort. Was ist der Hämatokrit? 4. Nehmen Sie eine Einteilung der verschiedenen Abwehrmechanismen vor. Wie erfolgt die Blutversorgung a) des Kopfes. 9. 27. 16. Unterscheiden Sie Allergie und immunologische Toleranz. e) der Beine? 205 . Definieren Sie den Begriff Kreislaufsystem und geben Sie einen Überblick über dessen Funktionen. Beschreiben Sie den Bau eines Erythrozyten und nennen Sie die Hauptfunktion. Warum kann es wegen einer Gerinnungsstörung zu einer Verschiebung des OP-Termines kommen? 12. Begründen Sie den Zusammenhang zwischen äußerem Schutzwall und persönlicher Hygiene. Erläutern Sie den Blutstrom durch das Herz.

Wie entsteht die Lymphe? 41. Injektionen. 54. Schlagvolumen. 42.und Atmungsregulation gekoppelt sein müssen. radialis. • A.206 9 Kreislaufsystem Fragen zur Wiederholung 35. cava superior. Warum herrscht in der linken Herzkammer ein höherer Druck als in der rechten? 46. Definieren Sie: Sinusfrequenz. 40. Restvolumen. Wie erfolgt die Anpassung der Herzleistung an unterschiedliche Belastungen? 47. Beschreiben Sie den Weg des Blutes mithilfe folgender Beispiele: a) Nährstofftransport vom Darm zur Leber. dorsalis pedis.und Niederdrucksystem. 45. Wie wird auf lokaler Ebene die Durchblutung der Niere konstant gehalten? 58. Worin liegt die Bedeutung des venösen Systems als Blutspeicher? 53. . die den venösen Rückstrom bewirken. Beschreiben Sie den Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus und seine Bedeutung. carotis communis. Erläutern Sie den Pfortaderkreislauf. 49. Erläutern Sie die Mechanismen. b) arterieller Blutdruck. 62. warum Kreislauf. • A. 37. Noradrenalin und Angiotensin II bei der Durchblutungsregulation? 61. 39. Begründen Sie. Herzfrequenz. c) Hoch. gluteus medius zum Herzmuskel. Was verstehen Sie unter der Windkesselfunktion und welche Bedeutung hat sie? 48. Begründen Sie die Notwendigkeit der Kreislaufregulation. 43. Begründen Sie. 51. Erläutern Sie die reflektorische Regulation des arteriellen Blutdruckes. 50. Erläutern Sie die Aufgaben der Arteriolen. cava inferior. 44. Phonokardiogramm. Herzminutenvolumen. Begründen Sie die Eignung des Venensystems für Blutentnahmen. Definieren Sie: a) Puls (wodurch kann die Pulsqualität verändert werden?). Welche Bedeutung haben Adrenalin. 60. Beschreiben Sie den Ablauf eines Herzschlages! Beginnen Sie mit dem Sinusknotenimpuls. • A. Was wissen Sie über die Organdurchblutung und wie erfolgt deren Regulation? 57. 59. 38. Nennen Sie die Einzugsgebiete a) der V. Infusionen und Transfusionen. Erkunden Sie in der Praxis die EKG-Abnahme und erbitten Sie die Befunderklärung durch einen Arzt. d) Arzneimitteltransport vom M. Unterscheiden Sie zwischen schnellen und langsamen Regulationsmechanismen im Kreislauf. 52. 63. Suchen Sie am eigenen Körper folgende Arterien: • A. warum man nach einer reichlichen Mahlzeit nicht gleich schwimmen soll. Erklären Sie die Mechanismen des Stoffaustausches zwischen Kapillarblut und Gewebe. b) Arzneimitteltransport von der Armvene zum Herzmuskel. 36. Beschreiben Sie den Erregungsablauf im Herzen. b) der V. c) Harnstofftransport von der Leber zur Niere. 55. Was sind die grundsätzlichen Ziele? 56. temporalis. Erläutern Sie die zentrale Kreislaufregulation. Beschreiben Sie den Aufbau und die Funktion des Lymphgefäßsystems.

Hierfür sind drei Stellen gut geeignet: • Mastdarm (Rektum). 10. Messung der Körpertemperatur Die Körpertemperatur wird einigermaßen genau dort gemessen.2 37. Gleichwarme (homoiotherme) Lebewesen.1 Körpertemperatur des Menschen Die inneren Körperteile weisen eine höhere Temperatur als die oberflächlichen auf. Messdauer Normaltemperatur ˚C (in Minuten) morgens nachmittags rektal (im Rektum) 2–4 36. zu denen auch der Mensch gehört. 39). • Mundhöhle und • Achselhöhle. 1 °C über der Axillartemperatur.5 37. Mittlere Hauttemperatur • Gesamtkörper 33 – 34 °C • Bein 27 – 29 °C • Arm 30 – 32 °C P Die ❑ Messung der Hauttemperatur erfolgt insbesondere bei peripheren Durchblutungsstörungen. Schleimhaut verlaufen oder Haut auf Haut liegt und der Einfluss der Umgebungstemperatur weitestgehend ausgeschlossen werden kann.2 Achselhöhle) Messmethoden 12 18 24 6 Die Körpertemperatur des Menschen zeigt eine Tagesperiodik.0 37. Es besteht also ein Temperaturgefälle von innen nach außen (in den Extremitäten zusätzlich von proximal nach distal). halten ihre Körpertemperatur durch zusätzliche Wärmeproduktion und Regelmechanismen.3. Die nähere Bestimmung der Körperschalentemperatur erfolgt durch Messung der Hauttemperatur an mehreren Hautstellen (z.4. Tab. B. 10.5 37. ❑ Appendizitis) liegt die Rektaltemperatur um ca. Stirn. [˚C] 37. konstant. Bein).oder Aufwachtemperatur).0 36.1 Merke Die genauesten Werte liefert die rektale Messung am Morgen sofort nach dem Erwachen (Morgen. S.207 10 Wärmehaushalt und Temperaturregulation Die Temperatur hat einen entscheidenden Einfluss auf alle Funktionsabläufe im Organismus (✑ 2. P Bei einer Entzündung im Unterbauch (z. die auf einem endogenen Rhythmus („innere Uhr“) beruht.8 oral (unter der Zunge) 5 36. unabhängig von der Umgebungstemperatur. Hier kann die Temperatur der kranken Extremität 2 bis 3 °C niedriger liegen. 37 °C im gleichwarmen (homoiothermen) Körperkern (=^ Körperhöhlen) und – die mehr oder weniger schwankende Körperschalentemperatur in der wechselwarmen (poikilothermen) Körperschale (= ^ Haut und Gliedmaßen). B. Arm.5 axillar (in der geschlossenen 8 – 10 36. Das Temperaturminimum tritt früh und das -maximum abends auf. . Aus den Messwerten können dann Mittelwerte sowohl für den gesamten Körper als auch einzelne Körperteile gebildet werden. Leibeswand. Dementsprechend werden 2 Temperaturbereiche unterschieden: – die relativ konstante Körperkerntemperatur von ca.5 [Uhrzeit] 6 Temperaturmessungen. wo größere Blutgefäße dicht unter der äußeren Haut bzw.

und Bauchhöhle Muskulatur Rest 8% 2 % 18 % 90 % 56 % .. 10..2 Wärmeproduktion und Wärmeabgabe Voraussetzung für eine konstante Körpertemperatur ist ein Gleichgewicht zwischen Wärmeproduktion. Der Rest entfällt zu ca. wie dies z. Wärmeproduktion Die Wärmeproduktion ist an den Energiestoffwechsel gekoppelt. P Bei schwerer körperlicher Arbeit erhöht sich ❑ die Wärmebildung um ein Vielfaches gegenüber dem Ruhezustand. Wärmeaufnahme (nur wenn Umgebungstemperatur über der Körpertemperatur liegt) und Wärmeabgabe. In bestimmten Situationen kann es erforderlich werden. 10. wenn die umgebende Luft kühler als die Haut ist) und zu ca. 70 % durch Wärmestrahlung (benötigt keinen Wärmeträger und wird durch die Lufttemperatur kaum beeinflusst). Bei allen Energieumwandlungen im Körper wird ein bestimmter Teil in Wärmeenergie umgewandelt. . 20 % auf die Verdunstung von Wasser. Welchen Anteil die Körperorgane an der Wärmebildung in Ruhe und bei körperlicher Arbeit haben. soweit notwendig. B. Der Wärmetransport von der Haut in die umgebende Luft (= äußerer Wärmestrom) erfolgt in Ruhe und bei einer Umgebungstemperatur von 20 °C zu ca. – willkürliche Körperbewegungen und – zitterfreie Wärmeproduktion beim Neugeborenen im mitochondrienreichen braunen Fettgewebe.und Bauchhöhle Gehirn Haut. Merke Die Hautdurchblutung ist für die Wärmeregulation von entscheidender Bedeutung. in Ruhe Abb. Wärmeabgabe Aufgrund des im Körper vorherrschenden Temperaturgefälles nimmt das Blut die im Körperkern produzierte Wärme auf und transportiert sie durch Konvektion (= Wärmestrom) zur Haut (= innerer Wärmestrom). ist aus Abbildung 10. 10 % auf Wärmeleitung (ist an Luft gebunden und funktioniert nur.1 .. der.1 ersichtlich.. für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur genutzt wird. im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus zu beobachten ist. Bei fehlendem Temperaturgefälle zwischen Hautoberfläche und umgebender Luft (Umgebungstemperatur oberhalb der Körpertemperatur) Organe der Brust. bei körperlicher Arbeit Anteil der Körperorgane an der Wärmebildung. das zwischen Schulterblatt und Achselhöhle liegt. Muskulatur Rest 10 % 16 % Dies erfolgt durch: – Kältezittern als Ausdruck unwillkürlicher Muskelaktivität. zusätzlich Wärme zu produzieren. Organe der Brust.10 208 Wärmehaushalt und Temperaturregulation Darüber hinaus treten Temperaturschwankungen auch über längere Zeiträume auf.

2 .2 Wärmeproduktion und Wärmeabgabe 209 ATP Gehirn Körperkerntemperatur 37 ˚C Thoraxorgane Bauchorgane 28 ˚C 31 ˚C ADP + P Körperschalentemperatur Hypothalamus – Temperaturregulationszentrum on ati m r o Inf Haut Rückenmark Blutgefäße Haut Schweißdrüse ➠ Schweiß weit Schweiß ➠ eng Wärmeregulation.10. Abb. 10.

hat das Verhältnis zwischen Körperoberfläche und -volumen große Bedeutung. Perspiratio sensibilis (= glanduläre Wasserabgabe). 10. im Rückenmark und im Hypothalamus erfolgt die Messung des Istwertes. Durch Thermorezeptoren in der Haut.und Kälterezeptoren in Körperschale und -kern . d. der dem Zentrum zum Vergleich mit dem Sollwert zugeleitet wird. Die Wasserabgabe erfolgt durch Diffusion.5 – 1 l/d). dass beim Verdunsten relativ geringer Wassermengen dem Körper relativ viel Wärme entzogen wird. Vorgänge bei Temperaturanstieg über den Sollwert: Die Wärmeabgabe wird erhöht durch – Erweiterung der Hautblutgefäße und damit Forcierung des inneren Wärmestroms sowie – vermehrte Schweißbildung. d. – Erhöhung der Wärmeproduktion durch Muskelzittern („Zittern vor Kälte“) und willkürliche Muskelbewegungen. Das Temperaturregulationszentrum liegt im Hypothalamus des Zwischenhirns und speichert den Sollwert (normal 37 °C). h. die durch das vegetative Nervensystem steuerbare Wasserabgabe – Schwitzen (normal: 0. – Drosselung der Wärmeabgabe durch Engstellung der Hautblutgefäße und damit Verminderung des inneren Wärmestroms. besitzt das Neugeborene in Form der zitterfreien Wärmebildung im braunen Fettgewebe eine zusätzliche Regulationsmöglichkeit. Wie bereits erwähnt. Perspiratio insensibilis (= extraglanduläre Wasserabgabe). h.5 l/d).2 Neben den beschriebenen schnellen Anpassungsvorgängen gibt es auch langfristige. Diese physiologischen Adaptationen werden als Akklimatisation bezeichnet. die nicht steuerbare temperaturabhängige Wasserabgabe durch Haut und Atmung (normal: 0. Schweißsekretion und Veränderung der Wärmebildung. Da die Wärme vorwiegend über die Haut abgegeben wird. Vorgänge bei Temperaturabfall unter den Sollwert: Die Regulation erfolgt hauptsächlich durch zwei Mechanismen. Wärmeregulationszentrum 35 36 37 Sollwert Hautblutgefäße Schweißsekretion Wärmebildung Verhalten 38 39 40 41 Fieber Körperkerntemperatur Wärme. Tab.10 210 Wärmehaushalt und Temperaturregulation kann Wärme nur noch durch Verdunstung abgegeben werden. Beim Säugling ist die Körperoberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen größer als beim Erwachsenen.. innerhalb von Sekunden oder Minuten. P Die Wasserverdunstung ist ein stark Energie ❑ verbrauchender Vorgang. Regulation der Körpertemperatur Die Thermoregulation erfolgt über einen biologischen Regelkreis. folglich kühlt er sehr leicht aus. Regelkreis zur Regulation der Körpertemperatur. 2. wobei man 2 Formen unterscheidet: 1. Merke Die Mechanismen zur Regulation der Körpertemperatur sind Verengung (Vasokonstriktion) und Erweiterung (Vasodilatation) der Hautblutgefäße. Diese Mechanismen können sehr schnell ausgelöst werden.

So genannte fiebererregende (pyrogene) Stoffe bewirken im Temperaturregulationszentrum. P Tritt die Differenz zwischen Ist. Bei älteren Menschen kann es dazu kommen. Hält sie bei Temperaturen um 41 °C länger an. Dadurch werden tiefgreifende operative Eingriffe z. dass der Betroffene mehr trinken muss.2 Wärmeproduktion und Wärmeabgabe Am bedeutsamsten ist die Hitzeadaptation bei schwerer körperlicher Arbeit und hohen Umgebungstemperaturen bzw. Hyperthermie und Hypothermie Wenn bei extremer Hitzebelastung die Wärmeabgabemechanismen überfordert werden. 211 . Außerdem nimmt der Elektrolytgehalt des Schweißes ab. Man spricht von Hitzschlag oder Sonnenstich. kommt es zur Zerstörung von Nervenzellen im Gehirn und evtl. die Stoffwechselvorgänge herabzusetzen und die Reflexe zu dämpfen. Die Anpassung beruht vor allem auf einer Verdreifachung der Schweißsekretion. P Hypothermie ❑ kann als medizinisches Verfahren auch künstlich herbeigeführt werden mit dem Ziel. P Fieberabfall ❑ kann zu Schweißausbrüchen führen. Fieber Als Fieber bezeichnet man eine Erhöhung der Körpertemperatur. Bei Körpertemperaturen um 25 °C erlöschen die Reflexe des Nervensystems und es tritt der Tod durch Herzflimmern ein. B. bis der neue Sollwert erreicht ist). um seinen Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. d. in der Herzchirurgie ermöglicht. bei in den Tropen lebenden Menschen. z. dass der Sollwert der Körpertemperatur höher gestellt wird. Fieberanstieg (= Anstieg der Körpertemperatur. die aufgrund der nach unten verschobenen Reizschwelle schon bei niedrigeren Körpertemperaturen einsetzt. Fieberabfall (= Abfall der Körpertemperatur. zum Tod. kommt es zum Schüttelfrost. nachdem der normale Sollwert im Temperaturregulationszentrum wieder eingestellt worden ist).10. auf 35 °C) eingeregelt wird. B. einer Überlastung des Kreislaufes (kritischer Anstieg von Herzfrequenz und Hautdurchblutung). B. Die Vorgänge entsprechen denen beim Temperaturanstieg über den Sollwert. kann es ebenfalls zu einem Temperaturanstieg kommen (Hyperthermie). Die Vorgänge sind die gleichen wie bei Temperaturabfall unter den Sollwert. Ein Absinken der Körpertemperatur infolge Überlastung der Wärmeproduktion unter normal wird als Hypothermie bezeichnet. bei Infektionen. Die Hitzeadaptation bewahrt den Menschen vor einem Hitzekollaps. Hitzeadaptation bedeutet.und neuem ❑ Sollwert (= Fieberwert) plötzlich auf. dass ihre Körpertemperatur infolge Senkung des Sollwertes im Temperaturregulationszentrum (Gegenteil von Fieber) niedriger (z. h.

und Nachteile der verschiedenen Messmethoden. Welche Bedeutung hat die Temperatur für den Ablauf der Körperfunktionen? Unterscheiden Sie Körperkerntemperatur und Schalentemperatur. Begründen Sie. warum Fieber mit Frieren beginnt. Erklären Sie die Regulation der Körpertemperatur. 4. 7. 2.10 212 Wärmehaushalt und Temperaturregulation Fragen zur Wiederholung 1. Welchen Wert hat die normale Körpertemperatur des Menschen? Welche Möglichkeiten der Temperaturmessung kennen Sie? Nennen Sie Vor. 3. 5. . Welche Bedeutung haben Wärmeproduktion und Wärmeabgabe bei der Konstanthaltung der Körpertemperatur? 6.

untere Nasenmuschel (= selbständiger Knochen). 215) • Oben: Siebbeinplatte. S. Durch feine Kanäle ist die Nasenhöhle mit den Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales) verbunden (✑ Abb. d.4. der gleichzeitig Dach der Mundhöhle ist (✑ S. S.4. 238) Unter jeder Nasenmuschel befindet sich ein Nasengang. Die Grenze zwischen Nasenhöhle und Rachen bilden die beiden Choanen (hintere Öffnungen der Nase). • Seitlich: Weitere Teile des Siebbeins mit obe- Nasenwurzel Nasenrücken Nasenspitze Nasenloch Nasenflügel Die Nase in ihrer äußeren Struktur. Glucose) zum Zweck der Energiebereitstellung und somit für die innere Atmung. 11. 11. Begrenzung der Nasenhöhle (✑ Abb.1 Gliederung Das Atmungssytem besteht aus den oberen und unteren Luftwegen. bei dem die Lunge eine zentrale Funktion übernimmt. 11. 11. S. Abb. h. Diesen Gasaustausch. von Staubteilchen und Bakterien gereinigt und auf ihre chemische Beschaffenheit geprüft.1 Nase (Nasus) Die Nase erfüllt neben der Riechfunktion wichtige Aufgaben im Bereich der Atmung. 11. Nase Rachen obere Luftwege Kehlkopf Luftröhre Bronchialbaum Lunge untere Luftwege 11.3. Auf diesem Weg wird die Tränenflüssigkeit in die Nasenhöhle abgeleitet. bezeichnet man als äußere Atmung. 11. 214 und Abb. Die Nasenmuscheln dienen der Oberflächenvergrößerung. Die Belüftung dieser Höhlen erfolgt mit der Atmung. Der Naseninnenraum wird durch die Nasenscheidewand (Septum nasi) in einen rechten und linken Abschnitt geteilt. Gaumen (Palatum).1 .2 Bau der Atmungsorgane • Boden: rer und mittlerer Nasenmuschel. angefeuchtet.2. Eine weitere Verbindung besteht vom unteren Nasengang zur Augenhöhle durch den Tränennasengang (Ductus nasolacrimalis). die Luft wird angewärmt. Merke Der Naseninnenraum gliedert sich in den Nasenvorhof (Vestibulum nasi) und die Nasenhöhle (Cavum nasi) mit Nasenmuscheln und Nasengängen. 215). Sie ist die Voraussetzung für den oxidativen Abbau energiereicher Stoffe (z. Die Nase ist im Bereich des Nasenvorhofes (= unmittelbar an die Nasenlöcher grenzender Raum) knorpelig. dahinter im Bereich der eigentlichen Nasenhöhle knöchern. B. deren Vorgänge in den Zellen ablaufen.. In der Nase wird die Luft für die unteren Luftwege vorbereitet.213 11 Atmungssystem Das Atmungssystem dient der Aufnahme von Sauerstoff und der Abgabe von Kohlendioxid.

➝ Reinigung • zahlreiche ➝ Anfeuchtung Becherzellen • Venengeflechte ➝ Erwärmung Stirnhöhle (Sinus frontalis) Siebbeinhöhle (Sinus ethmoidalis) oder Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidales) Kieferhöhle (Sinus maxillaris) 2. • Kehlkopfeingang → Kehlkopf. Der Rachenraum wird ohne scharfe Grenzen in drei übereinander liegende Abschnitte gegliedert (✑ Tab. von denen fadenförmige Nerven durch die Siebbeinplatte zum Gehirn ziehen (N. ✑ S. • Schlundenge → Mundhöhle.1). olfactorius = I. Rachenschleimhaut Entsprechend der unterschiedlichen Beanspruchung enthält sie Flimmerepithel mit Becherzellen im Nasenabschnitt und mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel im Mund. respiratorische Schleimhaut (Regio respiratoria) Sie bedeckt den größten Teil der Nasenhöhle und ist gekennzeichnet durch • mehrreihiges Flimmerepithel.2. Abb. • 2 Öffnungen der Ohrtrompeten → Mittelohr. Riechschleimhaut (Regio olfactoria) Sie befindet sich oberhalb der oberen Nasenmuscheln und enthält die • Riechzellen.4 und 11.und Kehlkopfabschnitt. . 11. 11. 11. 11. Merke Der Rachen hat 7 Öffnungen: • 2 Choanen Nasenhöhle (Cavitas nasi) Nasenvorhof (Vestibulum nasi) Rachenraum (Pharynx) Kehlkopf (Larynx) Luftröhre (Trachea) Mittelfellraum (Mediastinum) Lungen (Pulmones) Zwerchfell (Diaphragma) Abb.11 214 Atmungssystem Nasenschleimhaut Die die Nasenhöhle auskleidende Schleimhaut teilt sich in 2 Bereiche: 1.2 Atmungssystem. → Nasenhöhle.5) verbindet die Nasenhöhle mit dem Lage der Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales). • Speiseröhrenöffnung → Speiseröhre. 11.3 Kehlkopf und die Mundhöhle mit der Speiseröhre.2 Rachen (Pharynx) Der schlauchförmige Rachenraum (✑ Abb. 354). Damit kreuzen sich in ihm Luft. Hirnnerv.und Speiseweg.

11. P Die Tuben verbinden die Paukenhöhle des Mittelohres mit ❑ dem Rachen zum Zwecke des Luftdruckausgleiches. Um die Tubenöffnung befinden sich die Tubenmandeln und von dort nach unten die Seitenstränge. B.1 Abschnitt Merkmale Nasenrachenraum (Pars nasalis pharyngis): hinter den Choanen – Rachenmandel (Tonsilla pharyngea) am Rachendach der Schädelbasis. 11. Abb. Mundrachenraum (Pars oralis pharyngis): hinter der Mundhöhle – Kreuzung von Luft.11. – Öffnungen der Ohrtrompeten oder Eustachi’schen Röhren (Tubae auditivae) an den Seitenwänden.4 .2 Bau der Atmungsorgane 215 Abschnitte des Rachens. Unterrachenraum (Pars laryngea pharyngis): seitlich und hinter dem Kehlkopf – Kehldeckel ragt wie ein Wellenbrecher in den Speiseweg und leitet den Speisebrei rechts und links in die hinten liegende Speiseröhre. Rachen und Mundhöhle (Medianschnitt).und Speiseweg. Tab. Siebbeinplatte (Lamina cribrosa) Stirnhöhle (Sinus frontalis) Keilbeinhöhle obere Nasenmuschel (Sinus sphenoidalis) (Concha nasalis superior) oberer Nasengang mittlere Nasenmuschel (Meatus nasi superior) (Concha nasalis media) mittlerer Nasengang untere Nasenmuschel (Meatus nasi media) (Concha nasalis inferior) Rachenmandel Oberkiefer (Tonsilla pharyngea) (Maxilla) unterer Nasengang Mundhöhle (Meatus nasi inferior) (Cavitas oris) Nasenrachen Zunge (Pars nasalis pharyngis) (Lingua) Mundrachen Unterkiefer (Pars oralis pharyngis) (Mandibula) Zungenwurzel Zungenbein (Radix linguae) (Os hyoideum) Kehldeckel (Epiglottis) Unterrachenraum (Pars laryngea pharyngis) Kehlkopfeingang Schildknorpel (Cartilago thyroidea) Luftröhre Speiseröhre (Ösophagus) (Trachea) Nasenhöhle. – Ringförmige Muskeln (Schlundschnürer) befördern die Nahrung in die Speiseröhre. durch ❑ Wucherungen) und behindert dadurch die Nasenatmung. P Bei Kindern ist diese Tonsille häufig vergrößert (z.

151). Durch die beiden Kehlkopfvorhof (Vestibulum laryngis) Engstellen entstehen drei Luftröhre übereinander liegende Ab(Trachea) schnitte (✑ Abb. – 1 Ringknorpel: Bildet die Basis des Kehlkopfes. 11. Ohrspeicheldrüse Taschenfalten (oben) und (Glandula parotis) Stimmfalten (unten). Er ist durch ein Band an der Innenseite des Schildknorpels befestigt. • Mittlerer Abschnitt – mittlerer Kehlkopfabschnitt (Cavitas laryngis intermedia) zwischen Taschen. Halswirbels. hintere Nasenöffnungen Der Kehlkopfinnenraum wird durch zwei Falten.5 Rachenraum (von dorsal geöffnet). – 1 Kehldeckel Dieser rennsattelförmige (Epiglottis): Knorpel erstreckt sich bis Zungenbein (Os hyoideum) Kehldeckel (Epiglottis) Kehlkopfvorhof (Vestibulum laryngis) Taschenfalte Schildknorpel Kehlkopftasche mittlerer Kehlkopfabschnitt Stimmfalte mit Stimmband Ringknorpel Stimmritze (Rima glottidis) subglottischer Raum Luftröhre (Trachea) Luftröhrenknorpel Kehlkopfinnenraum (von dorsal). – 1 Schildknorpel: Liegt über dem Ringknorpel und ist durch je 1 Membran an ihm und dem Zungenbein befestigt. Die Stimmfalten entGaumensegel halten die Stimmband(Velum palatinum) muskeln (Mm.6): • Oberer Abschnitt – Vorhof (Vestibulum laryngis) zwischen Kehlkopfeingang und Taschenfalten. (Tonsilla lingualis) vocalia). Außerdem werden im Kehlkopf die Töne beim Sprechen erzeugt. Husten und bei der Bauchpresse. einNasenscheidewand geengt. Halswirbels). Er bekommt da(Septum nasi) durch die Form einer Sandweicher Gaumen (Palatum molle) oder uhr. 11.vocales) und Zungenmandel die Stimmbänder (Ligg.7). Bau Das Grundgerüst des Kehlkopfes wird aus 5 Knorpeln gebildet (✑ Abb. (Choanen) Gaumenmandel (Tonsilla palatina) Zäpfchen (Uvula palatina) Kehldeckel (Epiglottis) Speiseröhre (Ösophagus) Abb. 11. Seitlich verlaufen die Gefäß-NervenStränge des Halses (✑ S. Erwachsener: in Höhe des 5. Die seitliche Erweiterung dieses Raumes wird als Kehlkopftasche (Morgagni-Tasche) bezeichnet.6 ./4.3 Kehlkopf (Larynx) Mit dem Kehlkopf beginnen die unteren Atemwege.11 216 Atmungssystem Rachenmandel (Tonsilla pharyngea) unter die Zungenwurzel. 11./6. Abb.2. – 2 Stellknorpel: Sie sind auf der hinteren Platte des Ringknorpels drehbar gelagert. 150. Lage Der Kehlkopf liegt im vorderen oberen Halsbereich (Neugeborenes: in Höhe des 3. Er dient primär dem Verschluss des Atemweges beim Schlucken. 11.und Stimmfalten.

sodass die Stimmritze verengt bzw. Kehlkopfmuskeln Die inneren Kehlkopfmuskeln haben die Aufgabe. Stimmritze (Rima glottidis) Von jedem Stellknorpel zieht ein Stimmband (Lig.7 falten zur Innenseite des Schildknorpels.2 Bau der Atmungsorgane 217 Lateralansicht Dorsalansicht Zungenbein Zungenbein (Os hyoideum) (Os hyoideum) Kehldeckel (Epiglottis) SchildknorpelZungenbeinMembran (Membrana thyrohyoidea) Schildknorpel Stellknorpel Kehldeckel (Epiglottis) Schildknorpel (eröffnet) Stellknorpel Stimmbänder Ringknorpel Ringknorpel Luftröhre (Trachea) Stellknorpel Schildknorpel Ringknorpel Kehlkopf. Merke Die Stimmritze besteht aus – dem Stimmbandanteil zwischen den Stimmbändern (vordere zwei Drittel) und – dem Stellknorpelanteil. 253. • Unterer Abschnitt – subglottischer Raum (Cavitas infraglottica) zwischen Stimmfalten und Luftröhrenbeginn. Schluckvorgang). die Stimmritze zu erweitern und zu verschließen sowie die Spannung der Stimmbänder zu verändern. Im Vorhof und an den Stimmbändern besteht sie aus mehrschichtigem unverhornten Plattenepithel.11. 11. einem dreieckigen Spalt zwischen den Stellknorpeln (sog. Die Öffnung zwischen Stimmbändern (vorn) und Stellknorpeln (hinten) ist die Stimmritze. . Dementsprechend unterscheidet man Stell. hinteres Drittel. Flüsterdreieck). erweitert wird. Die Stellmuskeln setzen an den Stellknorpeln an und bewegen diese. In den anderen Bereichen aus mehrreihigem Flimmerepithel.und Spannmuskeln. Merke Beim Schlucken wird der Kehlkopf durch Muskeln gehoben. Der Kehlkopfinnenraum wird durch die Kehlkopfschleimhaut ausgekleidet. Dabei drückt sich der Kehldeckel unter die Zungenwurzel und verschließt den Eingang zum Kehlkopf (✑ S. vocale) als oberer freier Rand der Stimm- Abb.

Nasen. Für die Lautstärke P Eine Lähmung der Kehlkopfmuskulatur ist die Stärke des Luftstromes verantwortlich.Stimme. Ansatzrohres Ursache kommen z. Die Stimmritze ist beim Atmen erweitert (= Respirationsstellung). sodass sich ihre Länge und Dicke 1) Teil der sog. vagus bzw. Erkrankungen des N. Zu diesen Muskeln gehören schleimhaut zwischen Ringknorpel und Stimmbändern liegt z. kurz: Externus) und der Stimmmuskel (M.nen Laute gebildet. den hinteren Ringknorpel-Stellknorpel-Muskel (M. a. der komplette Verschluss erfolgt u. ter. Stellung der Stimmbänder (Blick von oben). Der Resonanzraum bedingt auch die individuelle tiple Sklerose infrage. kommenden Luftstrom unterbricht. werden die verschiedekeln innervieren. die die Kehlkopfmus. kurz: Posticus). fibroelastischen Membran. laryngeus recurrens). kurz: Vocalis). Bei doppelseitiger Lähmung des Posticus ent.8 vocalis. der Ringknorpel-SchildknorpelMuskel (M. Die Flüsterstimme entsteht. Durch „Anblasen“ Die Stimme wird als Lautäußerung des wird der Stimmritzenverschluss gesprengt und Menschen durch die in Schwingung versetzdie Stimmbänder in Schwingung versetzt. Daten Stimmbänder im Zusammenwirken mit durch. die unter der Kehlkopfverändern. Die Verengung bzw. (= Resonanzraum).Klangfarbe. Gehirnentzündung oder mul.und Mundraum. Die Innervation der inneren Kehlkopfmuskeln erfolgt durch den rückläufigen Kehl. die Luft bei nichtschwingenden Stimmbändern nur durch das Flüsterdreieck strömt. B. arytenoideus) und schrägen (M.218 11 Atmungssystem Die Erweiterung erfolgt nur durch einen Muskel. ❑ wird als Kehlkopflähmung bezeichnet. dessen Äste. dass der Schwingungsrhythmus ständig Resonanzerscheinungen im Ansatzrohr erden aus der Lunge und Luftröhre (= Anblasrohr) zeugt. durch den seitlichen Ringknorpel-Stellknorpel-Muskel (M. dünner und gespanndes N. Der Spannungszustand der Stimmkopfnerv (N. beim Sprechen und Singen geschlossen oder stark verengt (= Phonationsstellung) und beim Pressen vollständig verschlossen. arytenoideus obliquus) Stellknorpelmuskel im Stellknorpelbereich. entsteht die . Ruheatmung Stimmritze (Rima glottidis) Stellknorpel (Cartilago arytenoidea) Phonation forcierte Atmung elastischer Konus1) Stimmband (Conus elasticus) Schildknorpel (Ligamentum vocale) (Cartilago thyroidea) Pressen (Stimmbildung) Durch die Spannmuskeln werden die Stimmbänder mehr oder weniger gespannt. kurz: Lateralis) im Stimmbandbereich und den queren (M. einem Ast bänder sowie ihre Länge und Dicke bestimmen die Stimmhöhe (je kürzer. Als Durch Formveränderung des sog. Merke Der Posticus ist der einzige Stimmritzenerweiterer. bestehend aus Rachen-. Stimmbildung und Artikulation Merke Bei der Stimmbildung befinden sich die Stimmbänder in Phonationsstellung. cricothyroideus. Abb. vagus. wenn steht Atemnot. Dies nennt man Artikulation. die zur Erstickung führen kann. cricoarytenoideus lateralis. desto höher die Stimme). 11. cricoarytenoideus posterior. B.

Auch das Kehlkopfkarzinom (Kehlkopfkrebs) beginnt häufig an den Stimmfalten. Brustwirbels mit der Teilung in die beiden Haupt- 219 Schleimhaut (Tunica mucosa respiratoria) äußere lockere Bindegewebeschicht (Adventitia) hufeisenförmige Knorpelspange (Cartilago trachealis) Hinterwand (bindegewebigmuskuläre Membran) Speiseröhre (Ösophagus) Luftröhre. Die Folge ist der Wechsel von der höheren Kinderstimme zur tieferen Stimme des Erwachsenen (= Stimmbruch). 11. Bei länger bestehender Heiserkeit sollte deshalb immer ein Arzt aufgesucht werden. 12 Zentimeter lang und verbindet den Kehlkopf mit dem Bronchialbaum.2.9 . sodass der entstehende Luftstoss Schleim oder Fremdkörper in den Rachen befördert. P Bei ❑ Entzündungen der Stimmfalten entsteht Heiserkeit.11.2 Bau der Atmungsorgane Unter der Einwirkung der Geschlechtshormone kommt es während der Pubertät vor allem beim Jungen zu einer Vergrößerung des Kehlkopfes einschließlich der Verlängerung der Stimmbänder. anularia) aus elastischem und kollagenem Bindegewebe Luftröhrengabel (Bifurcatio tracheae) Bronchialbaum (Anfang) rechter Hauptbronchus linker Hauptbronchus (Bronchus principalis sinister) (Bronchus principalis dexter) Wandschichten lichte Weite (Lumen) Lage und Nachbarschaftsbeziehungen Die Luftröhre eines Erwachsenen ist ca. Die Männerstimme ist um acht Töne tiefer als die Frauenstimme. Abb. Hier kommt es nach Einatmung zum Verschluss der Stimmritze und kurz danach wird sie beim Ausatmen wieder schlagartig geöffnet. Für den Schutz der unteren Atemwege ist der Hustenreflex wichtig. Sie schließt sich dem Ringknorpel des Kehlkopfes an und endet in Höhe des 4.4 Luftröhre (Trachea) Zungenbein (Os hyoideum) Kehlkopf (Larynx) SchildknorpelZungenbeinMembran (Membrana thyrohyoidea) Schildknorpel (Cartilago thyroidea) Ringknorpel (Cartilago cricoidea) Knorpelspangen Ringbänder Luftröhre (Trachea) (Ligg. 11.

– Brustteil Hier verläuft die Luftröhre im oberen Mediastinum zwischen den großen Blutgefäßen und vor der Speiseröhre. Die Farbe der Lungenoberfläche ist beim Neugeborenen rosa. Das muskelfreie Lungengewebe der rechten und linken Tab. S. Rippe. – Lappenbronchien – der rechte Stammbronchus zweigt sich in 3 und der linke in 2 Lappenbronchien auf. Davor und seitlich liegt die Schilddrüse. Lungenvenen (Vv.2 Lunge ist weich. hier liegen auch die Hiluslymphknoten. 100 m2) garantieren.5 Lungen (Pulmones) In den Lungen findet der Gasaustausch statt.11. sodass die Luftröhre eingedrückt wird. Im Einzelnen sind folgende Abschnitte zu unterscheiden: – linker und rechter Stamm. • Lungenhilus: an der medialen Seite zum Mediastinum hin gelegen. Bronchialbaum Als Bronchialbaum bezeichnet man die Gesamtheit der Bronchien und Bronchiolen.oder Hauptbronchus (Bronchus principalis sinister und dexter) als Aufzweigung der Trachea. pulmonalis). 11. 11. Segmente und Läppchen. elastisch und schwammig. Dies wird durch die Lungenbläschen (Alveolen) ermöglicht. An der Hinterwand wird sie durch eine bindegewebigmuskuläre Membran verschlossen. P Beim Transport der Nahrung dehnt sich die ❑ Speiseröhre. rechte Lunge linke Lunge Oberlappen Mittellappen Unterlappen Oberlappen Unterlappen 3 Segmente 2 Segmente 5 Segmente 5 Segmente 4 Segmente Lungenläppchen .2. 222) ergibt sich die Gliederung der Lungen in Lappen. Die Teilungsstelle ist die Luftröhrengabel (Bifurcatio tracheae). die eine hinreichend große Austauschfläche (ca. • Lungenspitze: überragt die 1. Ringbänder verbinden die Knorpelspangen elastisch miteinander. Dies geschieht bei der Trachea durch 16 bis 20 hufeisenförmige Knorpelspangen. 11.bzw. grau bis schwarz). 11.2) Entsprechend der Gliederung des Bronchialbaumes (✑ Abb. Lungenarterie (A. Er bildet die Fortsetzung der Luftröhre. Nach der Lage unterscheiden wir 2 Hauptabschnitte: – Halsteil Der Halsteil befindet sich vor der Speiseröhre. Bau Die Wände der luftleitenden Wege sind versteift. Gliederung der Lungen (✑ Tab. • Rippenseite: liegt den Rippen an.11 220 Atmungssystem bronchien. Eintritts. Die Lungen erhalten ihre Form durch die Anlagerung über die Pleura an die Innenwände des Thorax und das Zwerchfell. Gliederung der Lunge. Die Lungen sind die relativ leichtesten Organe. damit sie durch den bei der Einatmung entstehenden Sog nicht zusammengepresst werden. pulmonales). An jeder Lunge erkennt man • Lungenbasis: liegt auf der Zwerchfellkuppel (= Zwerchfellseite). Lymphgefäßen und Nerven. später wird sie durch die Ablagerung von Rußteilchen zunehmend fleckig (rötlich. Die Schleimhaut enthält mehrreihiges Flimmerepithel und im tieferen Bereich (Submucosa) zahlreiche Schleimdrüsen. Austrittsstelle von Hauptbronchus (Bronchus principalis).

10 . 11.2 Bau der Atmungsorgane rechte Lunge 221 linke Lunge Oberlappen Oberlappen (Lobus superior) (Lobus superior) Mittellappen (Lobus medius) Unterlappen Unterlappen (Lobus inferior) (Lobus inferior) rechte Lunge linke Lunge Lungensegmente 3 Segmente des Oberlappens 1 1 5 Segmente des Oberlappens 2 2 1 1 2 3 2 3 3 4 5 4 6 9 8 7 5 10 8 9 5 Segmente des Unterlappens respiratorische Bronchiole (Bronchiolus respiratoris – Abzweigung zum Alveolargang) 4 5 10 10 2 Segmente des Mittellappens 8 5 8 9 10 9 4 – 5 Segmente des Unterlappens Kapillarnetz der Alveolen Lungenläppchen Ästchen der Lungenarterie 6 3 6 6 Endbronchiole Trennwand (Bronchiolus terminalis) (Septum interalveolare) Ästchen der Lungenvene Lungenbläschen (Alveolen) Lungenbläschen (Alveole) Kapillarnetz Lunge. Abb.11.

zwischen denen sich unvollständige Trennwände. 11. der Knorpel tritt jedoch in Form von unregelmäßig geformten zusammenhängenden Knorpelplatten auf. die Alveolarsepten. – Bronchiolen – die Segmentbronchien verästeln sich. Bronchiolen. Nur hier findet der Gasaustausch zwischen Organismus und Umwelt statt. Es ist eine ringförmig angeordnete glatte Muskulatur zur Regulation der Belüftung vorhanden. befinden. Feinbau des Bronchialbaumes Die Bronchien werden mit zunehmender Aufzweigung immer kleiner und enger. Der Bronchiolus terminalis zweigt sich in mehrere Bronchioli respiratorii auf (besitzen bereits vereinzelt Lungenbläschen). Sie sind knorpelfrei. Um jeden Alveolargang sind zahlreiche Lungenbläschen (Alveolen) angeordnet. Die Endverzweigungen des Bronchialbaumes sind die Lungenläppchen. Sie sind im Prinzip wie die Trachea gebaut. Die Alveolarwand besteht aus einem sehr dünnen Alveolarendothel und korbgeflechtartig eingelagerten elastischen Fasern. Die Knorpeleinlagerungen werden immer spärlicher. und das Epithel wird fortschreitend flacher. – Segmentbronchien – jeder Lappenbronchus zweigt sich in mehrere Segmentbronchien auf. besitzen kräftige Spiralmuskeln zur Steuerung der Beatmung.11 222 Atmungssystem rechte Lunge (Pulmo dexter) Luftröhre (Trachea) rechter Hauptbronchus linke Lunge (Pulmo sinister) linker Hauptbronchus (Bronchus principalis dexter) (Bronchus principalis sinister) rechter Oberlappen linker Oberlappen (Lobus superior dexter) (Lobus superior sinister) rechter oberer Lappenbronchus linker oberer Lappenbrochus (Bronchus lobaris superior dexter) (Bronchus lobaris superior sinister) rechter Mittellappen Segmentbronchien (Lobus medius dexter) (Bronchi segmentales) rechter mittlerer Lappenbronchus (Bronchus lobaris medius dexter) linker Unterlappen rechter Unterlappen (Lobus inferior dexter) Luftröhrengabel (Lobus inferior sinister) (Bifurcatio tracheae) rechter unterer Lappenbronchus (Bronchus lobaris inferior dexter) Abb. die jeweils in einen blindverschlossenen Alveolargang übergehen. Daher befinden sich aspirierte Fremdkörper meistens rechts. . Größere Bronchien. Kleinere Bronchien. die Blut und Luft voneinander trennen. Sauerstoff aus der Alveolarluft tritt in das Kapillarblut über.11 (Bronchus lobaris inferior sinister) Bronchialbaum. ab einem Durchmesser von 1 mm spricht man von Bronchiolen. von denen jedes mit einer Endbronchiole (Bronchiolus terminalis) verbunden ist. P Der ❑ linker unterer Lappenbronchus rechte Hauptbronchus verläuft steiler nach unten und hat einen größeren Durchmesser als der linke. Lungenbläschen (Alveolen).

– Pleura diaphragmatica als Überzug der Zwerchfelloberfläche.11.2. Pleurahöhle (Cavitas pleuralis) Der kapillare Spalt zwischen den beiden Pleurablättern heißt Pleurahöhle. Kohäsionsund Adhäsionskräfte halten die beiden Pleurablätter und damit die Lungen fest an der Innenwand der Brusthöhle und der Oberfläche des Zwerchfells. Diese schließen sich wieder zu Lungenvenen zusammen (✑ Abb. Mit den Alveolen vergrößert sich die Oberfläche für den Gasaustausch auf ca. 100 Quadratmeter. 223 Pleura visceralis (Lungenfell) Die Pleura visceralis bedeckt die Lungenoberfläche und ist mit ihr verwachsen. 11. Somit müssen die Lungen den Umschlagfalte der Pleura visceralis in die Pleura parietalis am Hilum pulmonis mikroskopische Darstellung Eingeweideteil der Pleura Eingeweideteil der Pleura (Pleura visceralis) (Pleura visceralis) Pleurahöhle Wandteil der Pleura (Cavitas pleuralis) (Pleura parietalis) Rippen (Costae) Pleura costalis Zwerchfell Pleurahöhle (Diaphragma) (Cavitas pleuralis) Pleura diaphragmatica Pleura mediastinalis Rippenfell (Pleura parietalis) Teile des Brustfelles und Lagebezeichnungen. 86).12 . Am Lungenhilus schlägt sie in die Pleura parietalis um. 11. Sie ermöglicht ihre Verschiebbarkeit bei den Atembewegungen und die Kopplung an die Brustinnenwand sowie an das Zwerchfell.12 und S. 11. Merke In der Lunge werden auf kleinstem Raum große Oberflächen (= Austauschflächen für O2 und CO2) geschaffen. Ihre Form entspricht etwa der der Lungen.10). und es herrscht ein geringer Unterdruck.6 Brustfell (Pleura) Die Pleura umhüllt die Lungen (✑ Abb. Unterdruck. Pleura parietalis (Rippenfell) Die Pleura parietalis ist mit ihrer Umgebung verwachsen und wird in 3 Abschnitte gegliedert: – Pleura costalis an der Innenseite der Brustwand. – Pleura mediastinalis an den Seitenflächen des Mediastinums. 11.2 Bau der Atmungsorgane während das Kohlendioxid in die Gegenrichtung diffundiert. Sie besteht aus einem inneren visceralen und einem äußeren parietalen Blatt. Die kleinen Äste der Lungenarterie gehen in filzartige Kapillarnetze an der Außenfläche der Alveolen über. Abb. In ihm befindet sich etwas seröse Flüssigkeit.

11 224 Atmungssystem Bewegungen von Thorax und Zwerchfell folgen und können fast reibungslos im Brustraum gleiten. für deren Bereitstellung sie selbst verantwortlich ist.und Ausatemmuskeln. Die Atemmuskulatur gliedert sich in Ein. 2. Pneumonie. Merke 11. In der Lunge entsteht ein Unterdruck (Sog). B.und CO2-Transport (auch Gasaustausch genannt) zwischen Umwelt und Zellen wird als äußere Atmung bezeichnet. S. . befinden sich im Bereich der Lungenbasis Erweiterungsbereiche. Merke Bei der Inspiration wird O2-reiche und CO2arme Luft (Frischluft) in die Alveolen transportiert und bei der Exspiration O2-arme und CO2-reiche Luft (verbrauchte Luft) an die Umwelt abgegeben. – Gasaustausch. Die wechselnden Druckdifferenzen werden folgendermaßen erreicht. Bei seiner Kontraktion flacht es ab und bewegt sich wie ein Zylinderkolben im Thorax nach caudal. Bei einer trockenen Rippenfellentzündung (Pleuritis sicca) verursachen die Atembewegungen wegen der Reibung zwischen den beiden Pleurablättern starke Schmerzen. Diese wird durch den rhythmischen Wechsel von Einatmung (Inspiration) – verbunden mit einer Erweiterung des Brustraumes – und Ausatmung (Exspiration) – verbunden mit einer Brustraumverengung – bewirkt. In der Regel erfolgt die Energiebereitstellung (oder -freisetzung) in den Zellen durch biologische Oxidation energiereicher organischer Stoffe (vor allem Kohlenhydrate). Merke Brustraumerweiterung und -verengung entstehen durch das Wirken der Atemmuskulatur. Zwerchfell (Diaphragma) Das Zwerchfell ist der Haupteinatemmuskel. In der Lunge entsteht ein Überdruck. Einatemmuskeln (Inspirationsmuskeln) a. Reserve. Einatmung (Inspiration) und Ausatmung (Exspiration) Merke Bei der Inspiration muss der intrapulmonale Druck niedriger und bei der Exspiration höher sein als der Druck der Umweltluft. biologischen Oxidation notwendige O2.1 Atembewegungen Voraussetzung für den Gasaustausch ist die ständige Belüftung der Alveolen.oder Komplementärräume der Pleurahöhle (Recessus pleurales) Damit sich die Lungen erweitern können.15. – Atemgastransport und – Regulation der Atmung. In diese gleiten die Lungen bei Inspiration hinein. – Bei der Inspiration wird der Brustraum erweitert und das Lungenvolumen vergrößert. P Im ❑ Gegensatz zum Alveolargewebe der Lungen enthält die Pleura zahlreiche sensible Nervenfasern. 43). Der im Zusammenhang mit der Energiefreisetzung bzw. 11. Die Zelle verbraucht dazu einerseits Sauerstoff und produziert andererseits Kohlendioxid als Stoffwechselendprodukt (✑ Abb.3 Physiologie der Atmung Jede Zelle unseres Körpers benötigt für die Aufrechterhaltung ihrer Lebensvorgänge ständig Energie. Bei verschiedenen Erkrankungen (z. Dabei kommt es auch zu einer Verlagerung der Bauchorgane. Der gesamte Prozess der Atmung lässt sich untergliedern in: – Atembewegungen. – Bei der Exspiration wird der Brustraum verengt und das Lungenvolumen verkleinert. Pleuritis) kann es zum Pleuraerguss kommen (= verstärkte Flüssigkeitssammlung im Pleuraspalt).3.

Thorax und Baucheingeweiden sowie der Schwerkraft. Als „echte“ Ausatemmuskeln kommen eigentlich nur die Bauchmuskeln (M. Vergrößerung des Thoraxinnenraumes und der Lunge gegen die elastischen Rückstellkräfte von Lunge. M. Veränderung der Wirbel-Rippen-Gelenke und Wirbelsäulenverkrümmung herabgesetzt. . Entstehung eines Überdruckes im Thoraxinnenraum und in der Lunge.  3. P Durch ❑ Messung des Brustumfanges dicht unter den Brustwarzen in maximaler In.  2.  2.und Exspirationsstellung lässt sich die Erweiterungsfähigkeit des Thorax prüfen. Verkleinerung des Thoraxinnenraumes und der Lunge. weil die Exspiration durch zusätzliche Kräfte (= elastische Rückstellkräfte von Lunge. rectus abdominis.11. 11. Lufteinstrom in die Lunge bis zum Druckausgleich. obliquus abdominis) in Betracht. Erschlaffung der Einatmungsmuskeln. Sie ist z. Vorgänge bei der Ausatmung (Exspiration) Die Ausatmung in Ruhe ist im Allgemeinen ein passiver Vorgang: 1. b. Thorax.  4. Luftausstrom aus der Lunge bis zum Druckausgleich. bei Verkalkung der Rippenknorpel. Kontraktion der Einatmungsmuskeln. Thorax und Baucheingeweiden) unterstützt wird.  3. Die Differenz der beiden Werte sollte bei jungen Männern 7 bis 10 cm. intercostales externi) Sie heben bei ihrer Kontraktion die Rippenbögen. Abb. Entstehung eines Unterdruckes im Thoraxraum und der Lunge. bei jungen Frauen 5 bis 8 cm betragen.  4. bedingt durch die elastischen Rückstellkräfte von Lunge. Baucheingeweiden und Schwerkraft. Vorgänge bei der Einatmung (Inspiration): 1.13 Ausatemmuskeln (Exspirationsmuskeln) Die Exspirationsmuskeln sind wesentlich schwächer ausgebildet als die Inspirationsmuskeln.3 Physiologie der Atmung Inspiration Exspiration Unterdruck Lufteinstrom bis Druckausgleich  Luftausstrom bis Druckausgleich Lunge zieht sich zusammen   äußere Zwischenrippenmuskeln Überdruck  Dehnung der Lunge 225 äußere Zwischenrippenmuskeln Zwerchfell Zwerchfell Kontraktion Erschlaffung Atemmechanik (Inspiration und Exspiration). wodurch sich der Thorax erweitert. wodurch die Leistungsfähigkeit des Atmungssystems abnimmt. Äußere Zwischenrippenmuskeln (Mm. B.

14 Einatemhilfsmuskeln. dass die Lungen passiv den Atembewegungen des Thorax und des Zwerchfells folgen. Gleichzeitig sind die Lungen mit ihrer Umgebung gegeneinander verschiebbar. Kopfwender (M.. serratus anterior) Aufgabe der Pleura Das Bauprinzip der Pleura gewährleistet. serratus anterior) und kleiner Brustmuskel (M. . sternocleidomastoideus) bei fixiertem Kopf – Vorderer Sägemuskel (M. Asthma bronchiale) werden zusätzlich Atemhilfsmuskeln eingesetzt.. latissimus dorsi). Dementsprechend werden zwei Atmungstypen unterschieden.und Zwerchfellbewegung auf die Lunge. 11. 11. pectoralis major) bei aufgstützten Armen Ausatemhilfsmuskeln – Alle Bauchmuskeln bei fixiertem Becken. Abb. abdominaler thorakaler Atmungstyp Atmungstyp Brustraumvergrößerung erfolgt hauptsächlich durch . serratus posterior). B. scaleni) – Kopfwendemuskel (M. pectoralis minor) bei fixiertem Schulterblatt – Großer Brustmuskel (M.. P Bei Atemnot: Die Arme angewinkelt hinter ❑ den Kopf heben. Zwerchfellsenkung . P Wird durch Verletzung oder Krankheit die ❑ Pleurahöhle geöffnet.. der am Ende der Inspiration am größten ist. dass die gedehnte Lunge aufgrund ihrer Elastizität bestrebt ist. – Breiter Rückenmuskel (M.. jedoch nicht voneinander zu trennen. sodass Luft einströmt. zieht sich die Lunge infolge eigener Elastizität zusammen. sternocleidomastoideus) kleiner Brustmuskel (M. Es entsteht ein Pneumothorax (✑ Abb. Merke Die Pleura gewährleistet die Übertragung der Thorax.11 226 Atmungssystem Atmungstypen Wie bereits beschrieben.15) und Atemnot. so sind sie fast reibungslos gegeneinander verschiebbar. Heben der Rippenbögen Einatemhilfsmuskeln – Treppenmuskeln (Mm. Die Folge ist ein negativer intrapleuraler Druck (= Druckdifferenz zwischen Pleuraspalt und Außenraum). sich wieder zusammenzuziehen. Bauchatmung Brustatmung (abdominale Atmung) (thorakale Atmung) Atemhilfsmuskeln Bei erhöhtem Sauerstoffbedarf (Arbeit) oder Atembehinderungen (z. erfolgt die Erweiterung des Brustraumes einerseits durch Senkung des Zwerchfells und andererseits durch Hebung der Rippenbögen. pectoralis minor) vorderer Sägemuskel (M. Von Bedeutung für diese Kopplung ist weiterhin. Hierdurch wird eine zusätzliche Zugwirkung auf den Brustkorb durch die Atemhilfsmuskeln erreicht. . – Hinterer Sägemuskel (M. Diese mechanische Kopplung kann man sich einfach veranschaulichen: Bringt man zwischen zwei Objektträger einige Tropfen Wasser..

weshalb man verschiedene Volumeneinteilungen unterscheidet.7 l) Restluft (0. Nach normaler Ausatmung befinden sich Thorax und Lunge in der Atemruhelage. S. Lungenbelüftung (Ventilation) Die treibende Kraft für den Gasaustausch in der Lunge sind entsprechende Druckgefälle der Atemgase (✑ Abb. 11. Die Aufrechterhaltung dieser Druckgefälle während der Inspiration und Exspiration wird u. Geschlecht. wenn das Atemruhevolumen nicht mehr ausreicht. 228). Merke Die Ventilationsgröße hängt vom Atemzugvolumen (= Atemtiefe) und von der Atemfrequenz (Anzahl Atemzüge pro Minute) ab. Lungenvolumina und -kapazitäten Das Volumen der Atemzüge kann unterschiedlich sein. a.16 .16).15 Lunge kollabiert Öffnung der Pleurahöhle (Pneumothorax).8 l) Residualvolumen (1. 11. die in Ruhe ein.5 l) Kollapsluft (0.17. b. Lungenvolumina und -kapazitäten eines 25-jährigen Mannes.5 l) Atemruhevolumen (0. Atemruhevolumen: Luftmenge.5 l) 6 Exspiratorisches Reservevolumen (1. 11.5 l) 0 Die Werte können in Abhängigkeit von Körpergröße. Lufteinstrom Abb. [ Liter ] 3 2 1 Inspirationskapazität Inspiratorisches Reservevolumen (2.5 l) funktionelle Residualkapazität 4 Totalkapazität (6.3 Physiologie der Atmung 227 Volumina werden zu Kapazitäten zusammengefaßt (✑ Abb. Zusammengesetzte Beispiel: 16 Atemzüge pro Minute x 500 ml Atemzugvolumen ergeben = 8 Liter  min-1 als Atemminutenvolumen. Abb. 11.und wieder ausgeatmet wird. Lungenvolumina a. die bei normaler Einatmung noch zusätzlich aufgenommen werden kann. Das Produkt aus beiden Größen heißt Atemminutenvolumen. bei der sich zwei passive Kräfte aufheben.11. Inspiratorisches Reservevolumen: Luftmenge. Hier handelt es sich um eine stabile Mittelstellung. durch den ständigen Luftwechsel in der Lunge gesichert. Es wird vor allem bei körperlicher Belastung in Anspruch genommen. Konstitution und Trainingszustand stark schwanken.0 l) 5 Vitalkapazität (4.

Letztere wird bei inspiratorischer Dehnung der Lunge durch oberflächenaktive Substanzen (Surfactants) vermindert.15 l). die Einatmungsluft zu erwärmen. Die Vitalkapazität ist ein Maß für die Ausdehnungsfähigkeit von Lunge und Thorax. dazwischen Basalmembran) pO 2 = 60 mmHg pCO 2 = 6 mmHg O2 -arme und CO2 -reiche Luft / Blut = blau O2 -reiche und CO2 -arme Luft / Blut = rot Gasaustausch in der Lunge.und CO2-Konzentrationen im Alveolarraum werden ausgeglichen. Gleichzeitig fördert er die Ventilation der Atmung durch Erweiterung (bei Einatmung) bzw. – Reibungswiderstände von Lunge und Thorax. die durch Muskelarbeit überwunden werden müssen. Unter „innerer“ Atmung versteht man die Oxidation der energiereichen Stoffe in den Zellen zum Zwecke der Energiebereitstellung (✑ S. Funktionelle Residualkapazität: Luftmenge. dass es ständig zu einer Mischung der vorhandenen Luft mit der zugeführten Frischluft kommt und die Zusammensetzung der Alveolarluft nur geringfügig schwankt. pulmonalis pCO pCO2 46 46 mmHg mmHg zur V. die nach maximaler Einatmung ausgeatmet werden kann (Summe aus a. Exspiratorisches Reservevolumen: Luftmenge. pulmonalis pCO2 40 mmHg pO2 100 mmHg pCO2 40 mmHg pO2 100 mmHg pO2 40 mmHg Alveole Lungenkapillare Blut-Luft-Schranke Druckdifferenzen (Partialdruckgefälle) (Alveolar. 11. die maximal eingeatmet werden kann (Summe aus a und b). b und c). Merke Die Belüftung des Totraumes ist eine konstante Größe (0. weil hier kein Gasaustausch erfolgt. die bei normaler Ausatmung noch zusätzlich abgegeben werden kann.3. d.und Kapillarmembran. Funktion des Totraumes Die luftleitenden Wege (von der Nase bis zu den Bronchiolen) bilden den Totraum.17 . Residualvolumen: Luftmenge. von A. h. 11.2 Gasaustausch (✑ Abb. Durch sie ist es möglich. Atemwiderstände Den Atembewegungen und dem Atemluftstrom stellen sich Widerstände entgegen. Zu den Atemwiderständen gehören – elastische Atemwiderstände von Lunge und Thorax. Verengung (bei Ausatmung) der Bronchiolen. Eine Verminderung der Gesamtventilation bedeutet also immer eine Verringerung der alveolären Ventilation. g. f. das heißt. Der Totraum hat die Funktionen. Von Bedeutung sind die elastischen Fasern des Lungengewebes und die Oberflächenspannung der Alveolen.17) Der Gasaustausch zwischen Organismus und Umwelt in den Lungen wird als Atmung im engeren Sinn oder „äußere“ Atmung bezeichnet.228 11 Atmungssystem c. Vitalkapazität: Luftmenge. Totalkapazität: Luftmenge. Lungenkapazitäten e. zu reinigen und zu befeuchten. inspiratorische und exspiratorische O2. – Strömungswiderstände in den Atemwegen. Inspirationskapazität: Luftmenge. 11. die nach maximaler Ausatmung in der Lunge verbleibt (Kollapsluft und Restluft). Abb. die nach normaler Ausatmung noch in der Lunge verbleibt (Summe aus c und d). die nach maximaler Einatmung in der Lunge enthalten ist (Summe aus d und g). 43).

10. z. Zu diesem Zweck müssen sie vom Blutstrom an. je größer Partialdruckgefälle und Austauschfläche.bzw. Ventilation und Lungendurchblutung (= Lungenperfusion) Wie bereits bekannt. Lungenemphysem. 31 ff.9.und Ausatmungsluft sowie der Luft in den Lungenbläschen ist demnach unterschiedlich (✑ Tab 11. 11. O2 gelangt entsprechend seines Partialdruckgefälles aus dem Kapillarblut des Gewebes über das Interstitium in die Zellen und CO2 aus den Zellen über das Interstitium in das Gewebskapillarblut. Der Umfang des Gasaustausches pro Zeiteinheit ist umso intensiver. Das Belüftungs-Durchblutungs-Verhältnis beträgt beim gesunden Menschen in Ruhe 4 Liter Luft pro Minute zu 5 Liter Blut pro Minute. Wasser.3 Zusammensetzung von Ein. Atemgastransport durch das Blut Das Blut transportiert die Atemgase zwischen Lungen und Zellen.). 11.3 Physiologie der Atmung Die Lungenbläschen (Alveolen) sind umgeben von netzartig angeordneten Blutkapillaren (✑ Abb.3). Nach dem gleichen Prinzip wie in der Lunge (= alveolärer Gasaustausch) findet der Gasaustausch im Gewebe statt. Ausatmungsluft ca.3. [Luft] H2O [Luft] [Blut] CO2 CO2 [Blut] O2 H2CO3 HbO2 HHb H+ Lunge Die Zusammensetzung von Ein. P Krankheitsbedingte ❑ Einschränkungen der Austauschfläche. es entstehen Atemnot und Zyanose. 11.und Ausatmungsluft. 11.03 % 4% 79 – 80 % 79 – 80 % Die treibende Kraft der Diffusion als einem zentralen Vorgang beim Gasaustausch ist das jeweilige Partialdruckgefälle des Gases. S. Abb.3 Atemgastransport (✑ Abb. also 0. Das heißt: Sauerstoff gelangt aus der Luft der Alveolen in das Blut der Lungenkapillaren und das Kohlendioxid aus dem Lungenkapillarblut in die Alveolarluft. Merke Tab. Kurze Wege werden durch Diffusion und längere Distanzen durch Konvektion überbrückt. 229 Merke O2-Aufnahme und CO2-Abgabe sind mit der Lungendurchblutung gekoppelt. abtransportiert werden. Edelgase Einatmungsluft ca.11. je kürzer der Diffusionsweg und je besser die Durchblutung sind. 221). Voraussetzung ist die Ventilation. 11. B. Die treibende Kraft wird vom Herzen erzeugt. Lungenentzündung. 21 % 15 % 0.18) Dem Atemgastransport im menschlichen Körper dienen verschiedene Transportformen (✑ S. Sauerstoff Kohlendioxid Stickstoff. O2-reich HCO3- CO2-arm [Blut] [Blut] O2-arm CO2-reich HCO3H+ H2CO3 HHb H2O+ CO2 CO2 HbO2 Gewebe Nur im Bereich der Alveolen werden die Atemgase Sauerstoff und Kohlendioxid durch Diffusion ausgetauscht.18 . vermindern den Gasaustausch. O2 Transport der Atemgase durch das Blut. werden O2 und CO2 im Alveolarraum ausgetauscht.

4 Regulation der Atmung Durch die Atmungsregulation wird die Aufnahme von Sauerstoff sowie die Abgabe von Kohlendioxid den Erfordernissen unseres Körpers angepasst. das sich in den Erythrozyten befindet. Bei körperlicher Belastung erhöht sie sich um das Dreibis Vierfache. stärkere Säure. Es entsteht eine Übersäuerung des Blutes. Nach physikalischer Lösung wird im Gewebskapillarblut unter Vermittlung des Enzyms Carboanhydrase CO2 wie folgt in HCO3. Die Kohlensäure zerfällt in Wasser und CO2. ✑ S. Gleichzeitig nimmt auch die Atemtiefe zu.34 ml O2. Demnach können 100 ml Blut 21 ml O2 binden.unter Vermittlung von Carboanhydrase wieder in CO2 umgewandelt. dunkelrot.und Bikarbonationen: H CO → H+ + HCO - ➞ 11 230 H2CO3 Der CO2-Transport erfolgt nach physikalischer Lösung überwiegend in chemischer Bindung als NaHCO3 im Blutplasma und in Carbominobindung (Bindung des CO2 an NH-Gruppen der Bluteiweiße). P Bei Atemstillstand oder behinderter Atmung ❑ erhöht sich die Wasserstoffionenkonzentration. Das geschieht durch die Veränderung von Atemfrequenz und Atemtiefe (Atemminutenvolumen). hellrot.3. Der größte Teil der Kohlensäure dissoziert in Wasserstoff.überführt.37 – 7. 11. Kohlendioxidtransport (Körperzellen → Lunge) Das von den Zellen abgegebene Kohlendioxid (CO2) wird hauptsächlich in Form von Bicarbonat (= Hydrogencarbonat.34 ml O2 = 21 ml O2. Letzteres löst sich physikalisch und diffundiert aus dem Blut in die Alveolarluft: Carboanhydrase H2CO3 H2O + CO2 Merke Merke Der Sauerstofftransport erfolgt nach physikalischer Lösung in chemischer Bindung an Hämoglobin. Vorgänge in der Lunge: In der Lunge wird das HCO3. . Es entsteht oxygeniertes Hb.+ H+ → H2CO3 2. In Ruhe beträgt die Atemfrequenz 16 bis 20 Atemzüge pro Minute.Atmungssystem Sauerstofftransport (Lunge → Körperzellen) Vorgänge in den Lungen: Der Sauerstoff wird im Lungenkapillarblut nach physikalischer Lösung an das desoxygenierte Hämoglobin (Hb) gebunden.43) sinkt. Vorgänge im Gewebe: Im Gewebe wird der Sauerstoff wieder vom Hb gelöst (= Desoxygenation). 30). l g Hb bindet 1. der pH-Wert (normal 7. schwächere Säure. Also: 16 g Hb • 1. P Eine ❑ bedeutend größere Affinität zum Hb als der Sauerstoff hat das Kohlenmonoxid (CO). Nach erneuter physikalischer Lösung diffundiert er in die Zellen. Man spricht von einer respiratorischen Azidose. Kohlendioxid verbindet sich mit Wasser zu Kohlensäure: Carboanhydrase CO2 + H2O 2. Das Bicarbonation verbindet sich mit Wasserstoff (wird vom oxygenierten Hb zur Verfügung gestellt) zu Kohlensäure: HCO3. Dieser Vorgang heißt Oxygenation. Vorgänge im Gewebe: 1. l. 2 3 3 Die freien Wasserstoffionen werden an das desoxygenierte Hb gebunden (= Pufferung. 100 ml Blut enthalten 16 g Hb. HbO2 oxygeniert. Hb + O2 desoxygeniert. Bereits in geringen Konzentrationen verdrängt es den Sauerstoff aus der Hb-Bindung (Giftigkeit). Eine starke CO-Vergiftung erkennt man an der kirschroten Farbe der Haut. HCO3-) im Blut zur Lunge transportiert.

[H+] . Tab. Ventilationssteigernd wirken: pCO2 (= stärkster Atemreiz). [H+] im arteriellen Blut Stoffwechsel Im Folgenden sind die wichtigsten Faktoren zusammengestellt. Nies. Schmerz.3 Physiologie der Atmung Das Ziel der Atmungsregulation ist die Anpassung der äußeren Atmung an die Erfordernisse des Gesamtorganismus. . 11. Ventilationsverringernd wirken: pCO2 . ➞➞ Merke 231 P Im Gegensatz zur Herztätigkeit sind Atem❑ frequenz und Atemtiefe über die Großhirnrinde willkürlich beeinflussbar. Im Zentrum stehen die ausreichende O2-Versorgung der Zellen und die Konstanthaltung des pHWertes. Hypothermie). Mechanisch-reflektorische Atmungsregulation (Hering-Breuer-Reflex) Durch den Hering-Breuer-Reflex werden In. Atmet der Mensch ohne körperliche Belastung – vielleicht aus Angst – sehr schnell und tief. – den Säure-Basen-Haushalt konstant zu halten. Im Einzelnen bedeutet dies: – die Atemfrequenz und Atemtiefe ökonomisch aufeinander abzustimmen. Zentrale Atmungsregulation Die rhythmische Folge von In.4 Organismus angepasst und eine Überdehnung der Lunge verhindert (✑ Tab. Diese Neurone bilden das Atemzentrum. RR . – die Atmungsform beim Schluck-. pO2 .und Hustenreflex bzw. pO2 . von denen die wichtigsten kurz beschrieben werden. Chemische Atemregulation.11.und Kaltreize. die die Atmung (Ventilation) beeinflussen. ➞ Tab. sinkt die Wasserstoffionenkonzentration im Blut. Progesteron . Es entsteht eine respiratorische Hyperventilations-Alkalose mit Krampferscheinungen und vorübergehendem Atemstillstand.5 Atemzentrum Atemmuskulatur Chemorezeptoren Atemminutenvolumen • pCO2. Die chemische Atmungsregulation arbeitet nach dem Prinzip eines biologischen Regelkreises. pO2 und der [H+] im arteriellen Blut.4). 11. Vagus) ➞ afferente Bahnen ➞ ➞ Atemzentrum Chemische Atmungsregulation Die chemische Atmungsregulation gewährleistet die Anpassung des Atemminutenvolumens an die Stoffwechselbedürfnisse des Organimus. Die optimale Anpassung der Atmung wird durch verschiedene mehrfach kontrollierte Regelmechanismen erreicht.und Exspiration wird durch wechselnde Erregung und Hemmung inspiratorischer und exspiratorischer Neurone im verlängerten Mark (Medulla oblongata) erreicht. Warm. Sprechen und Singen abzuwandeln. 11. [H+] .und Exspiration den aktuellen Bedingungen des Hering-Breuer-Reflex (Reflexbogen). pO2. Adrenalin . Veränderungen der Körpertemperatur (Fieber. Dehnungsrezeptoren in der Lunge Atemmuskulatur Reiz Reaktion (Veränderung des Lungenvolumens) (Veränderung der Atemtiefe zur Ökonomisierung der Atemarbeit) ➞ ➞ (in motorischen Nerven für Atemmuskeln) ➞ efferente Bahnen (im N. Zu diesem Zweck erfolgt eine ständige Kontrolle des pCO2.

10. Rachen. Wodurch wird der Gastransport maßgeblich beeinflusst? Begründen Sie die Notwendigkeit der Atmungsregulation. 11. 16. Beschreiben Sie den Gasaustausch. 21. Beschreiben Sie Bau und Funktion der Nase. Stellen Sie den Aufbau eines Lungenläppchens unter Berücksichtigung seiner Funktion dar. Beschreiben Sie Lage und Aufbau der Lungen. Beschreiben Sie den Rachen als Teil des Atmungs. Beschreiben Sie den Kehlkopf als luftleitendes und stimmbildendes Organ. 4. Was ist der Totraum und welche Funktionen hat er? Unterscheiden Sie alveoläre und Totraumventilation. Begründen Sie. Warum steigt bei Mundatmung die Infektionsgefahr? Beschreiben Sie den Bronchialbaum. Ausatmungsluft und Alveolarluft hinsichtlich des Sauerstoff. 23. 12. 18. b) bei der Ausatmung. 7. Kehlkopf und Luftröhre! Ziehen Sie eine Schlussfolgerung.und Verdauungstraktes. Wie erfolgt die Regulation der Atmung? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Atmung und pH-Wert der Körperflüssigkeiten? . Erklären Sie den Gastransport zwischen Lunge und Gewebe. Vergleichen Sie die Schleimhautepithelien von Nase. makroskopischen und mikroskopischen Bau der Trachea. Beschreiben Sie Bau und Funktion der Pleura. Erklären Sie die Vorgänge a) bei der Einatmung. Beschreiben Sie Lage. 19. 9. 14. Erläutern Sie die Belüftung der Lunge einschließlich wichtiger a) Lungenvolumina. warum Belüftung und Durchblutung der Lunge gleich wichtig sind. Nehmen Sie eine Gliederung des Atmungssystems vor. 20. Vergleichen Sie die Partialdrücke von O2 und CO2 im arteriellen und venösen Blut sowie in der Alveolarluft! – Begründen Sie die Unterschiede. 17. 5. 13. 6.11 232 Atmungssystem Fragen zur Wiederholung 1.und Kohlendioxidgehaltes. 2. 8. 3. b) Lungenkapazitäten. 15. Vergleichen Sie die Zusammensetzung von Einatmungsluft. 22.

Rachen.1 . Dickdarm. dass die in ihr enthaltenen lebensnotwendigen Stoffe in Blut und Lymphe gelangen können. Leber mit Gallenblase sowie Bauchspeicheldrüse.233 12 Verdauungssystem Im Verdauungssystem wird die Nahrung so ver. arbeitet. Rachenraum Mundhöhle (Pharynx) (Cavitas oris) Zunge (Lingua) Speiseröhre (Ösophagus) Leber Magen (Hepar) (Gaster.Zum Verdauungssystem gehören Mundhöhle. Speiseröhre. Abb. Dünndarm. 12. Ventriculus) Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Zwölffingerdarm Grimmdarm (Duodenum) (Colon) Leerdarm (Jejunum) Blinddarm Krummdarm (Caecum) Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) (Ileum) Mastdarm (Rektum) Dünndarm (Intestinum tenue) Verdauungssystem (Übersicht). Magen.

dass die Nahrung immer wieder zwischen die Zähne gelangt. Sie dient in erster Linie der Nahrungsaufnahme. orbicularis oris) bildet die Basis der Lippen und schließt den Mund. hinterer Gaumenbogen Zäpfchen (Uvula) Gaumenmandel (Tonsilla palatina) Zunge (Lingua) Rachenenge (Isthmus faucium) Abb. aber auch der Atmung und wird eingeteilt in die eigentliche Mundhöhle und den Mundvorhof. Etwa ab dem 6. S. a. Die Mundschleimhaut besitzt ein mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel und zahlreiche kleine Speicheldrüsen. digastricus). Lebensjahr entwickelt sich zunächst das Milchgebiss. Die Mahlbewegung (seitliche Verschiebung des Unterkiefers) wird durch die Flügelmuskeln (Mm. Zu diesem Zweck erhalten die vier Kieferhälften und die Zahnarten Nummern. Zwischen dem 6.49 – 5.1 Lippen und Wangen Mit der Mundhöhle beginnt der Verdauungstrakt. Mundvorhof (Vestibulum oris) harter Gaumen (Palatum durum) weicher Gaumen (Palatum molle) Mundschließmuskel (M. durch den zweibäuchigen Muskel (M. • die Zunge (Glossa. buccinator) bildet die Wangenwand und sorgt im Zusammenspiel mit der Zunge dafür. Lebensjahr verdrängen die bereits vorgebildeten bleibenden Zähne nach und nach die Milchzähne. 236) Die Zähne sind für das Abbeißen und die mechanische Zerkleinerung der Nahrung zuständig. Der Mundvorhof (Vestibulum oris) liegt zwischen der Außenseite der Zahnbögen. Lingua) und • 3 Paar große Mundspeicheldrüsen.2 Zähne.1 Mundhöhle (Cavitas oris) 12. 12.1.1. • Mahlzahn (Dens molaris). Monat und dem 2. Zahnarten Entsprechend ihrer Funktion. Der Mundschließmuskel (M. Zum Mundhöhlenbereich gehören: • die Lippen (Labia). • der Gaumen (Palatum). Beim Kauen wird zwischen Schneid.51. die Öffnung des Mundes erfolgt u. Form und Stellung im Gebiss werden die Zähne bezeichnet: • Schneidezahn (Dens incisivus). Die Zahnformel dient der genauen Bestimmung jedes Zahnes im Gebiss. Der Wangenmuskel (M. masseter) und den Schläfenmuskel (M. den Wangen und den Lippen. • Backenzahn (Dens praemolaris). Das endgültige Gebiss besteht aus 32 Zähnen. . pterygoideus medialis/lateralis) ausgeführt (✑ Abb. • Eckzahn (Dens caninus). • die Wangen (Buccae). Letztere sind an der Lippeninnenseite tastbar. 12. S. bestehend aus 20 Zähnen. Gebiss (✑ Abb. 12. • die Zähne (Dentes).2 Mundhöhle. temporalis). Die Schneidbewegung (Kieferschluss) erfolgt durch den Kaumuskel (M. muskulösem Mundboden einschließlich Zunge und Schlundenge (Isthmus faucium). der hinterste Mahlzahn ist der Weisheitszahn.und Mahlbewegungen unterschieden. Die Mundhöhle (Cavitas oris) ist der Raum innerhalb der Zahnbögen zwischen Gaumen.3. 5.12 234 Verdauungssystem 12. 133 – 134). orbicularis oris) vorderer u.

Sachgerechte Mundpflege kann diesen Prozess weitgehend verhindern. Es entsteht Karies (Zahnfäule = Zerstörung des Zahnschmelzes). Im Bereich der Wurzel heißt sie Wurzelkanal. Zahnhals (Cervix dentis) Er stellt den Übergang zwischen Krone und Zahnwurzel dar und ist vom Zahnfleisch umschlossen. bestehend aus lockerem Bindegewebe und über den Wurzelkanal eintretende Gefäße und Nerven. Daher ist die Zahnhygiene bei der Patientenbetreuung ein wichtiger Aspekt. aus dem Zahnfleisch ragende Teil des Zahns und ist vom Zahnschmelz (Enamelum) überzogen.1 Mundhöhle 235 Zahnformel.1 rechte Oberkieferhälfte linke Oberkieferhälfte 18 17 16 15 14 13 12 11 21 22 23 24 25 26 27 28 48 47 46 45 44 43 42 41 31 32 33 34 35 36 37 38 rechte Unterkieferhälfte linke Unterkieferhälfte Erste Ziffer bedeutet 1 – rechte Oberkieferhälfte 2 – linke Oberkieferhälfte 3 – linke Unterkieferhälfte 4 – rechte Unterkieferhälfte 3. 2. Zahnhalteapparat Der Zahnhalteapparat wird vom Zahnzement der Wurzelhaut und den Alveolarknochen gebildet. Zahnwurzel (Radix dentis) Sie liegt im knöchernen Zahnfach (Alveolus) des Kieferknochens und ist vom Zahnzement (Cementum) überzogen. 12. Versteckte Zahnerkrankungen. In seinem Inneren befindet sich die Zahnhöhle (Pulpahöhle) als durchgehender Hohlraum von der Wurzelspitze bis in die Zahnkrone. ❑ P Bestimmte Bakterien bauen Nahrungsbe- standteile in der Mundhöhle zu organischen Säuren ab. die oftmals nicht sofort mit den Zähnen in Zusammenhang gebracht werden.12. Die Wurzelhaut umhüllt die Zahnwurzel. . Zweite Ziffer bedeutet 1 und 2 – Schneidezähne 3 – Eckzahn 4 und 5 – Backenzähne 6. Tab. Diese lösen bei längerer Einwirkung den Zahnschmelz auf. ausgelöst durch mangelhafte Zahnhygiene. Die Zahnhöhle beinhaltet das Zahnmark (Pulpa dentis). 7 und 8 – Mahlzähne (8 = Weisheitszahn) Als Stützgerüst liegt in allen 3 Abschnitten des Zahnes das Zahnbein (Dentin). Zugfeste Fasern der Wurzelhaut sind einerseits im Zement und andererseits im Kieferknochen verankert und halten den Zahn federnd im Zahnfach. Beispiel 11 bis 18 (sprich: eins-eins bis eins-acht) sind die Zähne der rechten Oberkieferhälfte usw. P Bei ❑ Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) können durch Rückgang des Zahnfleisches die Zahnhälse frei liegen und dadurch schmerzempfindlich werden. Zahnkrone (Corona dentis) Sie ist der sichtbare. Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz unseres Körpers und kann bei Defekten nicht mehr nachgebildet werden. können Ursache für schwere entzündliche Allgemeinerkrankungen sein. Bau eines Zahnes Drei Teile lassen sich unterscheiden: 1.

J. – 24. – 18. J.12 236 Verdauungssystem Zahnarten Schneidezähne 1 Eckzahn 2 Backenzähne Mahlzähne (Prämolaren) (Molaren) 3 4 5 6 7 8 Zahnschmelz (Enamelum) Zahnkrone Zahnbein (Corona dentis) (Dentin) Nervenversorgung der Zähne Zahnhöhle (Cavum pulpae) Zahnhals (Cervix dentis) Zahnfleisch (Gingiva) Zahnzement Zahnwurzel (Cementum) (Radix dentis) Wurzelhaut (Periodontium) Alveolarnerven (Nn. J. 1 2 3 16. M. 8 13. alveolares) sind Äste des N. mandibularis Blutgefäße und Nerv bleibendes Gebiss 1 2 3 4 5 (Durchbruchzeiten) 6. 7. – 13. 6 7. – 15. – 8. Gebiss. J. 7. – 9. M. M. M. . – 9. – 16. 7 13. Abb. 10. – 8. J. 5 20. (Durchbruchzeiten) 9. – 11. J. M. – 20. 6. 12. J. 4 12.3 Milchgebiss 11. – 15. maxilaris und N. J.

dessen Fasern die Zunge in Längs-.Zungenspitze empfindung Geschmacksempfindung Geschmacksknospen Abwehrfunktion Zungenmandel Wallpapillen (Papillae vallatae) Blattpapillen (Papillae foliatae) Die höckrige Oberfläche der Zungenwurzel entsteht durch zahlreiche Lymphfollikel. blatt. Pilzpapillen (Papillae fungiformes) Fadenpapillen (Papillae filiformes) Zungenpapillen.4 Zungenpapillen. Enthalten Geschmacksknospen. Wallpapillen (Papillae vallatae) Blattpapillen (Papillae foliatae) Pilzpapillen (Papillae fungiformes) Zungenrand. 237 P Die A. in ihrer Nähe liegen Spüldrüsen.2 Zungenpapillen Lage Fadenpapillen (Papillae filiformes) Auf dem ganzen Zungenrücken verteilt (am häufigsten auftreten.1 Mundhöhle 12. Biss bei epileptischen Krampfanfällen).12. lingualis). Zungenrand. Die Schleimhaut des Zungenrückens ist durch zahlreiche Zungenpapillen gekennzeichnet. v-förmig am Beginn der Zungenwurzel. In den Geschmacksknospen der wall-.Dienen der Tastempfindung. carotis externa: Bei Verletzung besteht akute Verblutungsgefahr (z. Zungenwurzel (= Zungengrund) und die glatte Zungenunterseite mit dem median gelegenen Zungenbändchen unterscheiden. Breit. de Papillen).1. die den Geschmackssinn vermitteln (✑ S. die bis zur Zungenspitze reicht. Tab.und Berührungs. Zungenmuskulatur Kauen und Schlucken Lautbildung Zungenmuskulatur formt Zunge Tast. Zungenspitze. Ihre Muskulatur wird aus quer gestreiftem Muskelgewebe gebildet.und Tiefenrichtung durchziehen. Die Blutversorgung erfolgt über die Zungenarterie (A. Zungenrändern. . 12. Merke Aufgaben der Zunge Anatomische Zungenstrukturen Mitwirken beim Saugen. Diese Anordnung ermöglicht außerordentlich differenzierte Bewegungen. was zu einer Vergrößerung ihrer Oberfläche führt. Merke Die Zungenmuskulatur wird durch zahlreiche sensible und motorische Nervenfasern versorgt. die die Zungenmandel (Tonsilla lingualis) bilden. Abb. lingualis ist ein kräftiger Endast der ❑ A. 12.und pilzförmigen Papillen sind die Geschmackssinneszellen (Chemorezeptoren) konzentriert. 313). Bau An der Zunge kann man die raue Zungenoberseite (= Zungenrücken) mit Zungenspitze.3 Zunge (Lingua. Besonderheit Enthalten Geschmacksknospen. B. Glossa) Die Zunge ist ein mit Schleimhaut überzogenes muskulöses Organ.

12. 12. von dessen Basis links und rechts zwei Schleimhautfalten bogenförmig seitlich nach unten verlaufen. Er schließt sich nach hinten dem harten Gaumen an. S. 234) Die Rachenenge liegt zwischen der Zungenwurzel und dem weichen Gaumen und ist der Übergang von der Mundhöhle in den Rachenraum.1.1.2. ✑ Abb. . Rechts und links liegt in einer Nische zwischen vorderem und hinterem Gaumenbogen jeweils 1 Gaumenmandel (Tonsilla palatina). Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) Sie ist mit einer Masse von 20 – 30 Gramm die größte Drüse und liegt außerhalb der Mundhöhle.und Kehlkopfbereich. 12.6) dienen neben vielen kleinen Drüsen in der Mundschleimhaut der Speichelbildung. – Muskelzüge öffnen beim Schlucken die Ohrtrompete. P Bei einer Entzündung der Ohrspeicheldrüse ❑ (Mumps) steht in der Regel das Ohrläppchen ab (Schwellung vor dem Ohr). oberen Mahlzahn.12 238 Verdauungssystem Fadenpapillen (Papillae filiformes) Wallpapillen (Papillae vallatae) Zungenwurzel (Radix linguae) Blattpapillen (Papillae foliatae) Zungenmandel (Tonsilla lingualis) Kehldeckel (Epiglottis) Rachen (Pharynx) Zungenbein (Os hyoideum) Schildknorpel (Cartilago thyroidea) Ringknorpel (Cartilago cricoidea) Speiseröhre (Ösophagus) Abb. 12. – den weichen Gaumen = Gaumensegel. In der Mitte befindet sich das Gaumenzäpfchen (Uvula). Es handelt sich um die vorderen und hinteren Gaumenbögen.5 Große Mundspeicheldrüsen Die 3 großen Mundspeicheldrüsen (✑ Abb. Rachenenge (Isthmus faucium. Aufgaben des weichen Gaumens – Die muskuläre Grundlage ermöglicht während des Schluckens das Verschließen des Rachenraumes zur Nasenhöhle. 12. Man unterscheidet 2 Abschnitte: – den harten Gaumen = Kaudruckbereich. Ihr Ausführungsgang mündet im Mundvorhof gegenüber dem 2. Der Mundspeichel wird über Ausführungsgänge direkt in den Mundraum abgegeben. Sie sind paarig angeordnet. sodass ein Druckausgleich im Mittelohr erfolgen kann.5 Luftröhre (Trachea) Zunge.4 Gaumen (Palatum) Der Gaumen bildet einerseits das Mundhöhlendach und andererseits den Boden der Nasenhöhle.

Sie liegt im Mundhöhlenboden. 12. P Bei ❑ Versagen des unteren Schließmuskels kann durch Rückfluss von Mageninhalt eine Refluxösophagitis (Speiseröhrenentzündung) entstehen. Sie liegt an der Innenseite des Unterkiefers (ist tastbar). Nach dem Durchtritt durch das Zwerchfell sind es noch 0 – 3 Zentimeter bis zum Mageneingang. P Die ❑ Speiseröhre ist relativ locker in das Zwerchfell eingebaut. • Aortenenge – in Höhe des Aortenbogens. Diagnostisch wichtig ist die Anlagerung an den linken Vorhof. Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis). Der untere Schließmuskel verhindert den Rückfluss von Mageninhalt. Er liegt hinter der Trachea. Beginn und Ende der Speiseröhre werden durch einen Ringmuskel verschlossen. P Von ❑ den Schneidezähnen bis zum Beginn der Speiseröhre sind es ca. Dadurch kann es u. • Brustteil. • Zwerchfellenge – beim Durchtritt durch das Zwerchfell.und Unterzungendrüse münden unter der Zunge neben dem Zungenbändchen.12. Verlauf und Lagebeziehungen Nach ihrem Verlauf vom Hals über die Brust. Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis). dahinter die Halswirbelsäule. 24 Zentimeter lang und verbindet den Rachenraum mit dem Magen. Er verläuft vor der Brustwirbelsäule neben der Brustaorta zwischen den beiden Lungen. (Glandula submandibularis) Mundspeicheldrüsen. Die Ausführungsgänge von Unterkiefer.2 Speiseröhre 239 Ausführungsgang der Ohrspeicheldrüse (Ductus parotideus) Ohrspeicheldrüse kleine Unterzungenspeichelgänge Unterkieferspeichelgang1) (Glandula parotis) Unterzungenspeicheldrüse (Ductus submandibularis) (Glandula sublingualis) Unterkieferspeicheldrüse 1) Er mündet meist gemeinsam mit dem großen Unterzungenspeichelgang neben dem Zungenbändchen auf der Unterzungenkarunkel. die zu Sodbrennen führt.6 • Halsteil. Der alkalische Mundspeichel ermöglicht das Wirken des Ptyalins (-Amylase des Speichels). Diese Strecke ist bei der Magensondierung zu beachten.2 Speiseröhre (Ösophagus) Die Speiseröhre ist ein mit Schleimhaut ausgekleideter muskulöser Schlauch. Sie ist beim Erwachsenen ca. 15 Zentimeter.in die Bauchhöhle unterscheidet man 3 Abschnitte: Abb. 12. Seitlich befinden sich Teile der Schilddrüse sowie die Gefäß-Nerven-Stränge des Halses. • Bauchteil. . zu Zwerchfellbrüchen (Hernien) kommen. dient der Erhaltung des Zahnschmelzes und wehrt mithilfe Immunglobulin A und Lysozym Krankheitserreger ab. In ihrem Verlauf hat die Speiseröhre 3 Engen: • Ringknorpelenge – in Höhe des Ringknorpels hinter dem Kehlkopf. U.

9) schließt sich der Speiseröhre an. Wandschichten (✑ Abb. die zu massiven Blutungen führen können. Ventriculus) Der Magen (✑ Abb. 12. 12.7 Verlauf der Speiseröhre. cava superior geleitet. Außenschicht (Tunica adventitia) Längsmuskelschicht Ringmuskelschicht Unterschleimhaut Muskelschicht (Tunica muscularis) (Tela submucosa) Lumen Schleimhautepithel (mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel) Muskelschicht der Schleimhaut Abb. B.8 Schichtaufbau der Speiseröhre.3 Magen (Gaster. durch die die Speise in den Magen befördert wird. Im Übrigen ist die Form des Magens abhängig von – der Füllung: Der im leeren Zustand darmförmige Magen weitet sich mit zunehmender Füllung nach links zur großen Magenkrümmung hin aus.8) Die Wand der Speiseröhre ist wie die meisten Hohlorgane aus drei Hauptschichten aufgebaut: • Bindegewebige Hülle – zum Einbau und zur Verschiebung in der Umgebung. Er ist ein großer Speicher am Anfang des Darmkanals. An der kleinen Magenkrümmung bleibt die Magenstraße für den Durchlauf von Flüssigkeiten frei. Es entstehen Ösophagusvarizen. . Nach der Nahrungsaufnahme speichert der Magen die Nahrung vorübergehend. Schleimhaut (Tunica mucosa) 12. oesophageae) Durchtrittsöffnung für die Speiseröhre Durch das Zusammenwirken von Ring. bei Leberzirrhose) wird ein Teil des Blutes über Venen des Ösophagus zur V.und Längsmuskulatur entsteht die Peristaltik (wellenförmig fortschreitende Kontraktionsvorgänge).12 240 Verdauungssystem Speiseröhre – Brustabschnitt (Ösophagus – Pars thoracica) Luftröhre (Trachea) Aortenbogen (Arcus aortae) Aortenenge Luftröhrengabel (Bifurcatio tracheae) Brustaorta (Pars thoracica aortae) Speiseröhrenarterien (Aa. • Schleimhaut – als glatte Gleitfläche. 12. Form Der gebogenen Form entsprechend liegt rechts die kleine Magenkrümmung (Curvatura gastrica minor) und links die große Magenkrümmung (Curvatura gastrica major). P Bei Blutstauung im Pfortader❑ kreislauf (z. (Hiatus oesophageus) Zwerchfellenge Zwerchfell (Diaphragma) Speiseröhre – Bauchabschnitt (Ösophagus – Pars abdominalis) Aortenschlitz (Hiatus aorticus) Magen (Gaster/Ventriculus) Abb. 12. um sie später in kleinen Mengen an den Zwölffingerdarm abzugeben. • Muskelwand – zum Transport. – der Körperhaltung: Im Stehen „hängt“ der Magen weiter nach unten.

Unter die linke Zwerchfellkuppel wölbt sich der Magengrund (Fundus gastricus). IntrinsicFactor. 12. in denen die Mündungen der Magendrüsen liegen. Abb. Sie besitzt einschichtiges Zylinderepithel. Die Magenschleimhaut zeigt ein ausgeprägtes Längsfaltenrelief (besonders im Bereich der Magenstraße). Wandschichten Die Magenwand besteht aus den 3 Hauptschichten: – Bauchfell (Peritoneum). 242). 12. Gliederung Der Mageneingang (Kardia) liegt auf der rechten Seite. Die Schleimhautoberfläche ist durch Magenfelder mit einem Durchmesser von 1 bis 6 Millimeter gekennzeichnet. In jedem Feld befinden sich zahlreiche kleine Magengrübchen. der Ausgang – Pförtner (Pylorus) – befindet sich von der Leber bedeckt ebenfalls rechts. . Lage Der Magen liegt intraperitoneal zu 3/4 im linken Oberbauch (unter linker Zwerchfellkuppel und linkem Rippenbogen) und 1/4 im rechten Oberbauch (✑ Abb.3 Magen Außenschicht (Peritoneum) 241 Magenschleimhaut Muskelschicht (Tunica muscularis) Magengrübchen (Voveolae gastricae) Schleimhaut (Mucosa) Magengrund Speiseröhre (Fundus gastricus) (Ösophagus) Mageneingang (Kardia/Ostium cardiacum) Magenkörper (Corpus gastricum) Magenstraße kleine Magenkrümmung (Curvatura gastrica minor) große Magenkrümmung Zwölffingerdarm (Curvatura gastrica major) (Duodenum) Pförtnerabschnitt Belegzelle Nebenzelle Hauptzelle (Pars pylorica. Die Magendrüsen bestehen aus Hauptzellen (bilden das Pepsinogen). ✑ S. Belegzellen (bilden Salzsäure) und Nebenzellen (bilden Schleim. Antrum) Magenpförtner (Pylorus/Ostium pyloricum) Magen. S. Diese Sekrete gehören zu den hauptsächlichen Bestandteilen des Magensaftes.10. mittlerer Ringmuskelschicht und innerer schräger Muskelschicht sowie der – Magenschleimhaut (Tunica mucosa). 255).12.9 – Muskelschicht (Tunica muscularis) mit äußerer Längsmuskelschicht. Auf den Magengrund folgt der Magenkörper (Corpus gastricum) und diesem schließt sich der Pförtnervorraum (Pars pylorica oder Antrum) an.

Abb. gute Durchblutung) und schädigenden Faktoren (Säure.10 • Leerdarm (Jejunum) und • Krummdarm (Ileum) liegen intraperitoneal im Unterbauch. Schleimhaut (✑ Abb.6. Bemerkenswert ist. 7. 183) sind an der Versorgung des Magens beteiligt. eingegrenzt vom Dickdarm. Über 80 Prozent der Zellen unseres Immunsystems sind in und um den Verdauungstrakt konzentriert. Die Grenzen zwischen diesen beiden Dünndarmabschnitten sind fließend. 356). Die Anzahl der Kerckring’schen Falten und der Zotten nimmt im Verlauf des Dünndarms ab. 187).11) Die Dünndarmschleimhaut ist gekennzeichnet durch – feststehende Ringfalten (Kerckring-Falten. . Innerhalb dieser Zotten befinden sich Blutkapillaren und ein zentral gelegenes Lymphgefäß. wodurch Blut und Lymphflüssigkeit mit den resorbierten Nahrungsstoffen ausgepresst werden. 12. 17. portae ab (✑ Abb. 12. 30 Zentimeter lange c-förmige Zwölffingerdarm beginnt am Magenpförtner und endet an der Zwölffingerdarm-Leerdarm-Krümmung (Flexura duodenojejunalis). Im Dünndarm erfolgt der wesentliche Teil der Verdauung.30. Das sind kleine Fortsätze der Ringfalten. vagus. (Vesica biliaris) Dickdarm (Intestinum crassum) Dünndarm (Intestinum tenue) Harnblase (Vesica urinaria) Lage der Verdauungsorgane im Bauch. 9.35.4 Dünndarm (Intestinum tenue) Der Dünndarm schließt an den Magen an und mündet in den Blinddarm. Alle 3 Äste des Truncus coeliacus (✑ Abb. Er liegt im Oberbauch retroperitoneal (✑ Abb.12 242 Verdauungssystem Blutversorgung Arterien. S. Stase. Er hat eine Länge von 2. Im letzten Teil des Ileums fehlen sie völlig. P Bei ❑ Störungen des Gleichgewichtes zwischen schützenden Faktoren (Schleim. Das Blut des Magens fließt über 4 große Magenvenen zur V. 12. Stress. dass der Darm auch das größte Abwehrorgan des Organismus darstellt. – Zotten (Villi intestinales). Venen. der auch die Säureproduktion stimuliert (✑ Abb. Gallenreflux. Plicae circulares). S.5 – 3. Zwerchfell (Diaphragma) Leber (Hepar) Magen (Gaster) Gallenblase Nervenversorgung Die Innervation der Magentätigkeit erfolgt über den N. 9. Gliederung Der Dünndarm wird in 3 unterschiedlich lange Abschnitte gegliedert. Bakterien) kann es zu Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis) bis zum Magengeschwür (Ulcus ventriculi) kommen. S. S. 147). Längs angeordnete glatte Muskelzellen verkürzen die Zotte. • Zwölffingerdarm (Duodenum): Der ca.20. 355 und S.5 Metern.29 und 9.

Nervenversorgung Die Funktionen des Dünndarms werden hauptsächlich von 2 Geflechten des Parasympathicus (= Teil des vegetativen Nervensystems).29. ✑ Abb.und innerer Ringmuskulatur.35. 100 m2) wird 3fach vergrößert: – durch die Ringfalten. Der Dünndarm ist mittels Mesenterium an der hinteren Bauchwand befestigt. – durch die Zotten an den Ringfalten.4 Dünndarm 243 Kerckring’sche Falte (Plica circularis) Lieberkühn’sche Krypten Zottenmuskel zentrales Lymphgefäß Dünndarmzotten (Villi intestinales) Zylinderepithel Blutgefäße Becherzelle Ringmuskulatur Längsmuskulatur Blutgefäße Bauchfell Mikroskopischer Bau des Dünndarms. Sie liegen in den tieferen Bereichen der Schleimhaut und erfüllen Abwehraufgaben. mesenterica superior. 183). 7. dem Plexus submucosus (Meissner’scher Plexus) in der Submucosa und dem Plexus myentericus (Auerbach’scher Plexus) zwischen äußerer Längs. 251). – Lieberkühn’sche Krypten. 145). die in der Darmwand liegen. über dessen Wurzel sämtliche Versorgungsbahnen laufen (✑ Abb. S. S. Mesenterialvenen leiten das Blut in die Pfortader (✑ Abb.3.21. S.2 und 7. – Venen. Sie liegt im absteigenden Teil des Duodenums.11 Gefäßversorgung Sie erfolgt durch – Arterien. – durch die Mikrovilli (= Bürstensaum) der einschichtig angeordneten Zylinderepithelzellen.12. 12. Abb. reguliert. 9. . Hier befinden sich die Mündungen des Hauptgallenganges (Ductus choledochus) und des Bauchspeicheldrüsenganges (Ductus pancreaticus) (✑ Abb. – große Zwölffingerdarmpapille (Papilla duodeni major. S. 9. – Lymphknötchen. Vater-Papille). 12. in denen sich die Ausführungsgänge der Drüsen der Dünndarmschleimhaut befinden. Obere Gekrösearterie (A. 187). Merke Die sezernierende und resorbierende Oberfläche des Dünndarmes (ca. Das sind Vertiefungen zwischen den Zotten.

5 Dickdarm (Intestinum crassum) Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) Er ist ein Anhang des Blinddarms. – quer verlaufender Grimmdarm (Colon transversum). Sie verhindert den Rückfluss des Nahrungsbreis und damit auch den Übertritt von Bakterien in den Dünndarm. 12. 12. Einen typischen Druckschmerzpunkt (= McBurney-Punkt) finden Sie in der Abb.12 P Bei Entzündung des Wurmfortsatzes (Appen❑ aufsteigender Grimmdarm (Colon ascendens) Krummdarm dicitis) entstehen starke Druckschmerzen.50 Meter. 2.13 Blinddarm mit Bauhin’scher Klappe und Wurmfortsatz. (Ileum) Bauhin’sche Klappe (Valva ileocaecalis) Blinddarm (Caecum) Abgangsstelle des Wurmfortsatzes Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) Abb. Es umgibt den intraperitonealen Teil des Dünndarms rahmenförmig.12 oben. den Grimmdarm und aufsteigender den End. Grimmdarm (Colon ascendens) 1. 12.oder Mastdarm. Das Colon wird in 4 Abschnitte gegliedert (✑ Abb. An der Einmündungsstelle des Ileums in den Dickdarm liegt ein „Ventil“.14): – aufsteigender Grimmdarm (Colon ascendens).20 bis 1. Er schließt an den DünnZwerchfell (Diaphragma) darm an. – s-förmiger Grimmdarm (Colon sigmoideum).12 244 Verdauungssystem 12. ca. Es liegt im rechten Unterbauch unterhalb der Einmündung des Ileums. . Blinddarm (Caecum) Das blind beginnende Caecum ist der ca. 7 cm lange erste Hauptabschnitt des Dickdarms. sondern gehört zu den lymphatischen Organen. Wie den Dünndarm gliedert man auch den Dickdarm in 3 Abschnitte. Grimmdarm (Colon) Das Colon ist mit ca. Der Dickdarm umgibt wie ein Rahmen die zentral gelegenen Dünndarmschlingen des Unterbauches. Abb. Nabel (Umbilicus) Krummdarm (Ileum) Blinddarm (Caecum) X vorderer oberer Darmbeinstachel (Spina iliaca anterior superior) McBurney-Punkt Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) Lage des Blinddarms mit Wurmfortsatz. 12. – absteigender Grimmdarm (Colon descendens). den Blinddarm mit Wurmfortsatz. Krummdarm-Blinddarm-Klappe (Valva ileocaecalis) oder Bauhin’sche Klappe. 1 m der längste Abschnitt des Dickdarms und liegt zwischen Blinddarm und Mastdarm. Seine Gesamtlänge beträgt 1. 8 cm lang und hat keinerlei Verdauungsfunktion.

Er liegt als einziges Verdauungsorgan im dorsalen Beckenbereich und besteht aus 2 Abschnitten: – Mastdarmampulle (Ampulla recti). – den Haustra: Das sind die zwischen den Taenien liegenden Aussackungen („Schöpfeimer“). Mastdarm (Rektum) Analkanal (Canalis analis) Der 10 bis 15 cm lange Mastdarm folgt in seinem Verlauf der Kreuzbein-Steißbein-Krümmung. sphincter ani internus) äußerer Afterschließmuskel (M.12. Er enthält 3 quere feststehende Schleimhautfalten . Dieser Abschnitt ist stark erweiterungsfähig Längsfalten innerer Afterschließmuskel (M. – den Fettanhängseln: Hier handelt es sich um unterschiedlich große mit Fett gefüllte Ausstülpungen an der Darmaußenwand.5 Dickdarm 245 quer verlaufender Grimmdarm (Colon transversum) linke Grimmdarmkrümmung rechte Grimmdarmkrümmung (Flexura coli sinistra) (Flexura coli dextra) „Aussackungen“ (Haustra) Längsmuskelbündel aufsteigender Grimmdarm (Colon ascendens) (Taenien) absteigender Grimmdarm (Colon descendens) Krummdarm (Ileum) Blinddarm s-förmiger Grimmdarm (Caecum) Aufhängeband des Wurmfortsatzes (Colon sigmoideum) Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) Mastdarm (Rektum) Dickdarmabschnitte.15 und dient als Speicherorgan der Facies. 1 cm breite deutlich sichtbare Längsmuskelbündel. Abb. Das Colon erkennt man äußerlich an – den Taenien (Taeniae coli): Das sind 3 ca. 12. sphincter ani externus) Schwellkörper After (Anus) Mastdarm und After. Abb.14 s-förmiger Grimmdarm (Colon sigmoideum) Querfalten Mastdarmampulle (Ampulla recti) 3. 12.

des Duodenums und des Dickdarms. Im Bereich des Colons sind die Längsmuskeln gerafft und heißen Taenien. Wichtige Nachbarorgane sind rechte Niere. portae. Narkotika. Die Zwerchfellfläche liegt in der Rundung der rechten Zwerchfellkuppel. P Über die Mastdarmschleimhaut können Wirk❑ stoffe resorbiert werden.246 12 Verdauungssystem (zwei rechts und eine links).4. Außerdem ist sie nahe dem Anus in der so genannten Hämorrhoidalzone mit Venengeflechten unterpolstert (Plexus venosus rectalis = Plexus haemorrhoidalis). P Hämorrhoiden sind knotigenartige Vergrö❑ ßerungen bestimmter Schwellkörperabschnitte. Diese gelangen über das Blut. direkt zu den Wirkorten. die Zwerchfellfläche (Facies diaphragmatica) und die Eingeweidefläche (Facies visceralis). – Analkanal (Canalis analis). Die Schleimhaut ist glatt und besitzt Krypten für Schleimdrüsen.15. Für ihre umfangreiche Tätigkeit verfügt sie über eine außergewöhnliche Regenerationsfähigkeit. Merke Das Rektum besitzt im Unterschied zum Colon keine Taenien. Bei Kontraktion der Schließmuskeln wird der Blutabfluss über die Venen behindert. • Schwellkörper Der wie ein Ring unmittelbar vor dem After liegende Schwellkörper wird von dem zuvor beschriebenen Venenplexus gebildet. . 12. Farbe und Größe Die braunrote Leber ist mit einer Masse von ca. Oberflächliche Gliederung Der rechte Leberlappen (Lobus dexter) wird durch ein Band vom linken (Lobus sinister) getrennt. Haustren und Fettanhängsel. sphincter ani externus) aus quer gestreiftem Muskelgewebe. mit Nahrungsstoffen aus dem Darm angereichertes Blut = 75 % in die Leber).6 Leber (Hepar) Die Leber ist die Stoffwechsel. B. Wandschichten Der Wandaufbau entspricht grundsätzlich dem des Dünndarms. 7. S. Afterverschluss (✑ Abb. Der Analkanal schließt sich ohne scharfe Grenze ab der Biegung des Rektums nach vorn an die Ampulla recti an und endet mit dem After. die Eingeweidefläche liegt auf Teilen des Magens. Die linke heißt Kohlrausch-Falte und liegt ca. ohne Leberpassage (möglicher Abbau). bringt sauerstoffreiches Blut = 25 %) und die Pfortader (V. 12. An der Eingeweidefläche liegen – die Leberpforte (Porta hepatis) mit Leberarterie (A. z. hepatica. Im vorderen Bereich sind beide Flächen durch eine spitzwinklige Kante (= Leberunterrand) getrennt. 146). Leitsymptom sind hellrote Sickerblutungen aus dem After. Zwischen ihnen liegen die Afterbuchten (Sinus anales). sphincter ani internus) aus glattem Muskelgewebe. Colon transversum. Lage und Nachbarorgane Die Leber liegt im rechten Oberbauch unter dem rechten Rippenbogen (im rechten Hypochondrium) und reicht nach links bis in die Magengrube (Epigastrium). – äußerer willkürlicher Afterschließmuskel (M. sondern überhaupt das größte innere Organ des menschlichen Körpers. S.und Entgiftungszentrale des menschlichen Körpers und bildet u. 245) Der Verschluss des Afters geschieht durch 2 ringförmige Schließmuskeln und einen Schwellkörper. 6 cm vom Anus entfernt. Analgetika. 1. führt sauerstoffarmes. Anus (= Öffnung an der Haut). Nährklistiere. Ihre Form wird im Wesentlichen von den Nachbarorganen bestimmt. Die Schleimhaut besitzt 8 bis 10 Längsfalten (Columnae anales).5 kg nicht nur die größte Drüse. • Muskeln – Innerer unwillkürlicher Afterschließmuskel (M. Form. a. dafür aber reichlich schleimproduzierende Becherzellen. Deutlich zu unterscheiden sind zwei Hauptflächen. Die Längsfalten legen sich aneinander und verschließen den Analkanal. Magen und Duodenum (✑ Abb. die Gallenflüssigkeit.

cava inferior ist hier mit der Leber verwachsen. – der gemeinsame Lebergallengang (Ductus hepaticus communis): Er transportiert die Gallenflüssigkeit aus der Leber heraus.2002 10:13 Uhr Seite 247 12. – die Gallenblase (Vesica biliaris): Sie speichert die Gallenflüssigkeit. Disse-Raum. -platten liegen die Leberkapillaren. völlig getrennt. Zwischen den Leberzellbalken Gallenkapillare bzw.16 zellen. läppchenvene läppchenarterie Lebersinus Leberkreislauf ▼ Zentralvene Die Speisung der Lebersinusoide mit Blut erfolgt ▼ von der Peripherie des Leberläppchens durch jeLebervenen ▼ weils ein Ästchen der Leberarterie und der Pfortuntere Hohlvene 247 . ader. Zwischenläppchenvene Zentralvene Zwischenläppchenarterie Zwischenläppchengallengang Lebersinus Leberzellen Glisson’sche Trias Gallenkapillaren Sammelvene ▼ 1) vieleckig ▼ Mikroskopische Struktur der Leber Leberzellbalken Zentralvene Lebersinus Das Lebergewebe gliedert sich in viele Leberläppchen (d = 1 – 2 mm). Blutabfluss Im oberen hinteren Bereich der Leber. -platten befinden sich die Gallenkapillaren. die besonders weit sind und deshalb als LeberGlisson’sche Trias sinusoide bezeichnet werden. Auf diese Weise entsteht ein dreidimensionales labyrinthartiges System aus 1 bis 2 Zellschichten dicken Zellplatten. sodass die Lebervenen äußerlich nicht sichtbar sind). Zwischen Kapillarendothel und Leberzellen Im folgenden Schema ist der gesamte Blutfluss liegt anstelle der Basalmembran ein besonderer durch die Leber zusammengefasst. in den die Mikrovilli der Hepatozyten hineinragen. Im Zentrum jedes Läppchens befindet sich die Zentralvene. In den Leberzellbalken bzw. In den Sinusoiden mischt sich das Blut von Blut.16). Abb. 12. von der strahlenförmig die polygonalen1) Leberzellen (Hepatozyten) als Leberzellbalken zur Peripherie verlaufen.und Gallenkapillarsystem sind voneinander Leberarterie und Pfortader (✑ Abb. Verteiler-Raum. unmittelbar unter dem Zwerchfell. der sog. Ihre Wand besteht aus Endothelzellen und Kupffer-SternMikroskopische Struktur der Leber. Durch Merke diesen Raum wird eine größere und damit leiLeberkreislauf stungsfähigere Austauschfläche zwischen dem Pfortader Leberarterie Blut in den Lebersinusoiden und den LeberzelZwischenZwischenlen geschaffen.6 Leber Merke Die Leber erhält Blut aus der Leberarterie und der Pfortader. 12.Text-Verdauung 22.08. die zur Phagozytose befähigt sind. cava inferior (die V. münden 3 Lebervenen in die V.

1 Liter Gallensaft gebildet. 12. • Hormone (Steroidhormone. . portae) Leberpforte (Porta hepatis) Leberarterie (A. coronarium dextrum1) linker Leberlappen (Lobus sinister) Gallenblase (Vesica biliaris) sichelförmiges Band1) (Ligamentum falciforme) Eingeweidefläche (Fascies visceralis) linker Leberlappen (Lobus sinister) Pfortader (V. • Gallenfarbstoffe (Bilirubin). Der Gallensaft besitzt einen pH-Wert von 7.5 und ist dem Blut isoton. • Gallensäuren. Galle und Gallengänge Von den Leberzellen wird pro Tag ca. Medikamente. coronarium sinistrum1) rechtes Kronenband (Lig. • evtl. hepatica) Hauptgallengang (Ductus choledochus) untere Hohlvene (V. Wichtigste Bestandteile des Gallensaftes sind: • Wasser (95 %). Die beiden zuführenden Blutgefäße – Zwischenläppchenarterie und Zwischenläppchenvene – verlaufen immer gemeinsam mit dem Zwischenläppchengallengang (= Trias heaptica oder Glisson’ sche Trias) und etwas lockerem Bindegewebe im Portalkanal (Canalis portalis). Merke Die Fließrichtung des Blutes und die der Gallenflüssigkeit im und zwischen den Leberläppchen ist entgegengesetzt. cava inferior) Schweiflappen (Lobus caudatus) rechter Leberlappen (Lobus dexter) Gallenblase (Vesica biliaris) quadratischer Lappen 1) Bildung des Peritoneums Abb. • Cholesterol. der über das Gallengangsystem in das Duodenum geleitet wird. Insulin).17 (Lobus quadratus) Leber.4 – 8.12 248 Verdauungssystem Vordere obere Leberfläche (Fascies diaphramatica) Schweiflappen (Lobus caudatus) linkes Kronenband rechter Leberlappen (Lobus dexter) (Lig.

Das extrahepatische Gallengangsystem beginnt mit dem linken und rechten Lebergallengang (Ductus hepaticus sinister et dexter). Von dort verläuft der Gallenblasengang (Ductus cysticus) zur Gallenblase. Die besondere Funktion der Gallenblase besteht darin. haben also keine eigene Wand. Von den Gallenkapillaren wird die Gallenflüssigkeit innerhalb der Leberlappen von winzig kleinen Gallengängen in die Zwischenläppchengallengänge geleitet. . Merke In Abbildung 12. Ab dem Abzweig des Gallenblasenganges setzt sich der gemeinsame Lebergallengang als Hauptgallengang (Ductus choledochus) zum Duodenum fort. Bei 2/3 der Menschen vereinigen sich Ductus choledochus und Ductus pancreaticus innerhalb des Pankreaskopfes und münden über ein gemeinsames Endstück in die große Zwölffingerdarmpapille (= Papilla duodeni major = Vater-Papille).18 ist der Weg der Gallenflüssigkeit über die extrahepatischen Gallenwege gut zu verfolgen.18 (Ductus hepaticus communis). 12. Bei 1/3 münden beide Gänge getrennt. Intrahepatische und extrahepatische Gallengänge Der Gallensaft wird von Gallenkapillaren aufgenommen und über die Gallengänge in das Duodenum geleitet. Während des Speichervorganges wird die hellgelbe Lebergalle durch Wasserentzug zur grünlichen Blasengalle eingedickt. die in der Hinterwand des absteigenden Teils des Duodenums liegt. die dann schließlich an der Leberpforte in die extrahepatischen übergehen. Die Gallenkapillaren liegen zwischen 2 Leberzellen. Diese vereinigen sich zu immer größer werdenden intrahepatischen Gallengängen. Beide vereinigen sich zum gemeinsamen Lebergallengang Die extrahepatischen Gallengänge sind mit Ausnahme des Ductus cysticus „Einbahnstraßen“.12. Dieses Gallengangsystem gliedert sich in – Gallenwege innerhalb der Leber (intrahepatische Gallengänge) und – Gallenwege außerhalb der Leber (extrahepatische Gallengänge). Sie nehmen die Gallenflüssigkeit auf. Abb.6 Leber linker Lebergallengang (Ductus hepaticus sinister) rechter Lebergallengang (Ductus hepaticus dexter) gemeinsamer Lebergang Gallenblasengang (Ductus hepaticus communis) (Ductus cysticus) gemeinsamer Lebergallengang Gallenblasengang (Ductus hepaticus communis) Hauptgallengang Hauptgallengang (Ductus choledochus) (Ductus choledochus) Bauchspeicheldrüsengang Gallenblase (Ductus pancreaticus) Zwölffingerdarmpapille (Papilla duodeni major) Zwölffingerdarm 249 Weg der Gallenflüssigkeit (Duodenum) Extrahepatische Gallengänge. eine bestimmte Menge an Gallensaft zu speichern (40 – 100 ml) und bei Bedarf abzugeben.

Liegt in der inneren Krümmung des Duodenums.19 Gallenblase (Gliederung). 3 – 4 cm breite und 1 – 2 cm dicke Drüse mit einer Masse von ca. – Exokriner Anteil: Er ist der größte Lieferant von Verdauungsenzymen. 15 cm lange. – Schwanz (Cauda pancreatis). Form. – Körper (Corpus pancreatis). (Acini) und Ausführungsgang Blutkapillare A-Zellen B-Zellen endokriner Teil (Langerhans'sche Inseln) Abb. 12. andererseits produziert sie Hormone zur Blutzuckerregulation. Körper und Schwanz liegen dorsal des Magens. Gallenkoliken entstehen. Merke Das Pankreas liegt retroperitoneal auf der linken Seite der hinteren Bauchwand. Mikroskopische Struktur Die Bauchspeicheldrüse besteht aus 2 unterschiedlichen Anteilen. Sind die Nachbarorgane mit der Gallenblase verwachsen. Gallenblasengang (Ductus cysticus) Hals der Gallenblase (Collum vesicae biliaris) Hauptgallengang (Ductus choledochus) Körper der Gallenblase (Corpus vesicae biliaris) Grund der Gallenblase (Fundus vesicae biliaris) Abb. Lage – Kopf (Caput pancreatis). 1 – 2 Liter Bauchspeichel (= Verdauungssekret) . 85 Gramm. der wichtige Verdauungsenzyme und Elektrolyte enthält. Größe Das Pankreas ist eine ca. wenn ein Stein im Ductus cysticus oder choledochus eingeklemmt wird.20 Mikroskopische Struktur der Bauchspeicheldrüse. Der Schwanz endet am Milzexokriner Teil mit Drüsenendstück hilus. können bei Perforation Steine in den Darm gelangen und zum Darmverschluss (Ileus) führen. Gliederung.7 Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Die Bauchspeicheldrüse hat eine Doppelfunktion: Einerseits bildet sie den Bauchspeichel. Die Läppchenstruktur ist deutlich an der Oberfläche zu erkennen. 12. 12.12 250 Verdauungssystem gemeinsamer Lebergallengang (Ductus hepaticus communis) Mikrovilli einschichtiges Zylinderepithel der Schleimhaut (Tunica mucosa) P Häufige Erkrankungen der Gallenblase sind ❑ Entzündungen und Steinleiden. Hier werden pro Tag ca.

die besonders zahlreich in der Schwanzund Körperregion vorkommen und Hormone produzieren. sie bilden die Hauptmasse und produzieren das blutzuckerspiegelsenkende Insulin (✑ auch Kap. 12. Die Langerhans’schen Inseln bestehen hauptsächlich aus zwei Zellarten: kleines Netz (Omentum minus) Leber (Hepar) Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Zwölffingerdarm (Duodenum) Lage der oberen Bauchorgane von dorsal. Abb. 15. sie produzieren das blutzuckerspiegelhebende Glukagon und • B-Zellen. P Die Verdauungsenzy❑ me des Bauchspeichels können bei akuter Pankreatitis wegen fehlender Selbstschutzmechanismen die Drüse zerstören. gebildet.4.22 . untere Hohlvene (V. Abb. cava inferior) Magen (Gaster) – Endokriner Teil (= Langerhans’sche Inseln): Das sind Zellanhäufungen.12.7 Bauchspeicheldrüse 251 Bauchspeicheldrüse (Pankreas) Anfangsteil des Zwölffingerdarms (Bulbus duodeni) Kopf Körper Schwanz (Caput) (Corpus) (Cauda) oberer Abschnitt (Pars superior) Hauptgallengang (Ductus choledochus) absteigender Abschnitt (Pars descendens) kleine Zwölffingerdarmpapille Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse (Papilla duodeni minor) (Ductus pancreaticus) große Zwölffingerdarmpapille aufsteigender Abschnitt (Pars ascendens) (Papilla duodeni major – Papilla Vateri) Übergang des Zwölffingerdarms in den Leerdarm horizontaler Abschnitt (Pars horizontalis) (Flexura duodenojejunalis) Leerdarm (Jejunum) Zwölffingerdarm (Duodenum) Makroskopischer Bau von Zwölffingerdarm und Bauchspeicheldrüse.1.21 • A-Zellen. der über den Bauchspeicheldrüsengang (Ductus pancreaticus) durch die Papilla duodeni major (Papilla Vateri) in das Duodenum gelangt. 12. 307). S.

8 Physiologie der Verdauung Die Verdauung ist die mechanische und chemische Aufbereitung der Nahrung. durch ein schadhaftes Gebiss. – Säuren als Aufschlussmittel. sodass die lebensnotwendigen Stoffe in Blut und Lymphe aufgenommen (resorbiert) werden können. Die Verdauungsvorgänge werden durch das vegetative Nervensystem und durch Gewebshormone gesteuert. der dann in den Ausführungsgängen durch Resorptions.und Sekretionsvorgänge je nach Bedarf der Nahrung angepasst wird. Füllen. Abwehr von KrankheitserLysozym und regern Rhodanid-Ionen Alkalisierung und Pufferung HCO3auf pH 7 – 8 Fluoridionen Schutz des Zahnschmelzes Nahrungsstoffe. Gallensäuren) in resorbierbare kleinere Teilchen zerlegt werden. B.4 Ptyalin Stärke Maltose H2 O . und der Schluckreflex wird ausgelöst. Danach schiebt die Zunge den Bissen (Bolus) vom Gaumen zur Rachenenge.und Mahlbewegungen der Zähne und mithilfe der Zunge wird die feste Nahrung zerkleinert.12 252 Verdauungssystem 12.1 Verdauungsvorgänge in der Mundhöhle Die Funktion der Mundhöhle wird durch das Zusammenwirken ihrer Wände mit der Zunge. 12. resorbierbar ➝ ➝ ➝ Monosaccharide Aminosäuren Glycerol und Fettsäuren Vitamine anorganische Ionen (Mineralien) Wasser Tab. 12. z. In ihnen entsteht der sog.8. T. Bei den chemischen Reaktionen wird immer Wasser angelagert (= Hydrolyse). Polysaccharide) Eiweiße Fette Stärkeverdauung in der Mundhöhle. – Verdauungsenzyme als Spaltmittel. 12. Tab. Bildungsort. – Schleim als Gleit. mit Mundspeichel vermischt und damit gleitfähig.und Transportmittel Muzine machen den Bissen gleit(Schleimstoffe) und schluckfähig. Mechanische Verdauungsvorgänge (Motorik) sind Zerkleinern. P Ungenügendes ❑ Chemische Verdauungsvorgänge (Sekretorik) sind Vorgänge. Zusammensetzung Aufgaben Wasser Lösungs. Speichern und Entleeren der Nahrung. Bildungsort: Der eigentliche Bildungsort des Mundspeichels sind die Drüsenendstücke (Azini) der Mundspeicheldrüsen. Nicht resorbierbar Kohlenhydrate (Di-. Mischen.und Schutzmittel. Aufschlussmittel (Salzsäure. erleichtern Kau. mithilfe sog.und Sprechbewegungen -Amylase Einleitung der Kohlen(= Ptyalin) hydrat-(Stärke-)verdauung beim Kauen Immunglobulin A. Motorik Durch Schneid. Zusammensetzung und Aufgaben des Mundspeichels Verdauungssekrete Verdauungssekrete setzen sich zusammen aus: – Wasser als Lösungsmittel. ist nicht selten Ursache für Verdauungsstörungen. Transportieren. bei denen große Teilchen durch Verdauungsenzyme und z.3 Kauen. Merke Alle Verdauungsenzyme gehören zu den Hydrolasen. den Speicheldrüsen und den Zähnen ermöglicht. Primärspeichel.

schlucken  Speiseröhre Transport (Peristaltik)  Magen füllen. wird der Schluckreflex ausgelöst. Abb. – Die Zungenwurzel wird ruckartig nach hinten .5 Liter/Tag Gallensäure emulgiert Fette. entleeren  Dünndarm mischen. – Gleichzeitig kontrahiert die Mundbodenmuskulatur und zieht das Zungenbein mit Kehlkopf und Trachea nach vorn und oben. Werden diese durch Speisen. Transport. Im Bereich des weichen Gaumens und an der Zungenwurzel befinden sich Druckrezeptoren.5 Liter/Tag Enzyme: Lipase  Fettspaltung.8 Physiologie der Verdauung Mechanische Verdauung  Mund zerkleinern.23 – Durch Muskelzug wird das Gaumensegel angehoben und so die Mundhöhle gegen den Nasenrachenraum abgeschlossen. P Trockene Speisen und Mundatmung erfor❑ dern größere Speichelmengen. Er kann willkürlich eingeleitet werden. entleeren 253 Chemische Verdauung  Mundspeichel 1.  Magensaft 2 Liter/Tag HCL denaturiert Eiweiße und aktiviert Pepsinogen  Pepsin spaltet Eiweiß. Bei psychischer Erregung (z. mischen. – Wird der schluckfähige Bissen (Bolus) bei geschlossenem Mund mit der Zunge gegen das Gaumensegel und/oder die hintere Rachenwand gedrückt.5 Liter/Tag Enzyme: Maltase  Maltosespaltung. Ärger) kann die Speichelsekretion herabgesetzt werden.12. Schluckvorgang Der Schluckvorgang ist ein angeborener Reflex. 7 Liter Verdauungssaft täglich Verdauung. 12. mischen. resorbieren.5 Liter/Tag Enzym: Amylase spaltet Stärke. resorbieren. Peptidasen  Eiweißspaltung ca. Amylase  Kohlenhydratspaltung. + Darmsaft 1. + Bauchspeichel 1. Transport  Mastdarm schließen. Angst. Peptidasen  Eiweißspaltung.  Gallensaft 0. B. erfolgen die weiteren Vorgänge reflektorisch. Transport  Dickdarm mischen. Speichel oder durch einen Spatel berührt. Proteinasen. Schleim: Schutz vor Selbstverdauung.

12 254 Verdauungssystem Gaumensegel verschließt Mundhöhle gegen den Nasenrachen Luftweg Zungenwurzel Nahrungsfluss Nahrungsweg Kehlkopfdeckel wird über Kehlkopfeingang gedrückt kreuzen sich im Mundrachen Speiseröhre Luftröhre Abb. und es besteht die Gefahr. bewegt. B. Gerinnung) Eiweiße Tab. X) gesteuert.24 Luft. Getränke gelangen nach wenigen Minuten entlang der Magenstraße in das Duodenum. Eiweiße 2 und Fette 4 – 5 Stunden im Magen. Durch die Salzsäure werden die Eiweiße denaturiert1) und das inaktive Pepsinogen zu Pepsin aktiviert. Letzteres spaltet ca.und Nahrungsweg (links). Gleichzeitig zieht der SchildknorpelZungenbein-Muskel (M. Sekretorik Im Magen beginnt die Eiweißverdauung. 12. dass Erbrochenes in die Atemwege gelangt (Aspiration). 12. Schluckvorgang (rechts). Beginn der Eiweißverdauung im Magen. Störungen des Schluckvorganges weisen deshalb häufig auf eine Läsion einer dieser Hirnnerven hin. Dabei findet eine weitere Zerkleinerung und damit Oberflächenvergrößerung statt. – Zungenbewegung und Kontraktion der Rachenmuskulatur transportieren schließlich den Bissen in den Ösophagus. thyrohyoideus) den Kehlkopf näher an das Zungenbein (Os hyoideum). P Die ❑ Verweildauer der Speisen im Magen hängt von deren Zusammensetzung ab. 12. IX. P Der ❑ Schluckakt wird durch verschiedene Hirnnerven (V. 10 % der Eiweiße in kleinere Polypeptidketten (✑ S. damit der Kehldeckel (Epiglottis) schützend über den Kehlkopfeingang zu liegen kommt. VII. 21).5 Proteinase des Magensaftes (Pepsin) Peptidbruchstücke H2O . Dadurch stößt sie den Bolus in den Mundrachen und drückt den Kehldeckel nach unten. durchmischt sie mit Magensaft und leitet sie portionsweise in das Duodenum. Deshalb müssen Bewusstlose in die stabile Seitenlage gebracht werden. Enzymwirkung) und Veränderung ihrer physikalischen Eigenschaften (z. Kohlenhydrate bleiben 1 – 2. B.8. dessen Peristaltik dann den Weitertransport in den Magen übernimmt. HCl 1) Denaturierung: Meist irreversible Strukturveränderung der Proteine mit Verlust ihrer biologischen Eigenschaften (z. Im Zustand der Bewusstlosigkeit erlischt der Schluckreflex.2 Verdauungsvorgänge im Magen Motorik Der Magen nimmt die geschluckte Speise auf (Füllung).

und Pendelbewegungen.3 Verdauungsvorgänge im Dünndarm Die durch Langstreckung und Faltung beträchtlich vergrößerte Oberfläche des Dünndarms erklärt seine große Bedeutung für die Verdauung. Verdauung und Resorption der Eiweiße Nach der Denaturierung durch die Magensalzsäure werden die Eiweiße durch mehrere Enzyme über Peptidbruchstücke bis zu den einzelnen Aminosäuren aufgespalten. h. 12. die meisten mit der Nahrung aufgenommenen Bakterien und Viren werden abgetötet. Trypsin und Chymotrypsin) des Bauchspeichels die Peptidketten mehr oder weniger spezifisch in Peptidbruchstücke. – „Pumpen“ der Zotten zum besseren Transport von Blut und Lymphe. Letzteres gelangt in die Darmzellen und wird dort durch das Enzym Maltase in das Monosaccharid Glucose gespalten. Der IntrinsicFaktor ist für die Resorption von Vitamin B12 (Cyanocobalamin) unbedingt erforderlich. B. 12.. B. Der Schleim schützt den Magen vor Selbstverdauung. Motorik Die Dünndarmmotorik bewirkt: – Mischung des Speisebreis (Chymus) durch Segmentier. • Desinfektion. P In ❑ der Enzymdiagnostik hat die Amylase insofern Bedeutung. da bei Pankreasentzündungen ihre Konzentration im Blut ansteigt. welche von den Darmzellen resorbiert werden. weil die Amylasemenge im Mundspeichel nur gering ist. . Carboxypeptidasen) des Pankreas. 252) Im Dünndarm findet die endgültige Zerlegung der Kohlenhydrate. Trypsin und Chymotrypsin) Eiweiße Peptidasen des Pankreas. P Fehlt der Intrinsic-Faktor. Merke Proteinasen des Pankreassaftes (z. Das Pepsin leitet die Eiweißverdauung ein. – Weitertransport durch Peristaltik über die Bauhin’sche Klappe in den Dickdarm. Das wichtigste 255 Nahrungskohlenhydrat „Stärke“ wird im Dünndarm zunächst durch die Amylase des Bauchspeichels in das Disaccharid Maltose zerlegt.und Darmsaftes sowie der Darmzellen Peptidbruchstücke H2O Aminosäuren H2O Resorption: Die Aminosäuren werden aktiv in das Blut transportiert. Eiweiße und Fette in ihre Grundmoleküle und deren Resorption statt. B. Die Salzsäure wirkt durch den niedrigen pHWert desinfizierend. Im Dünndarm spalten die Proteinasen (z.3. Diese werden von Peptidasen (z. S.8 Physiologie der Verdauung Merke Die Salzsäure erfüllt 4 Funktionen: • Aufschlussmittel für Eiweiße. Der von den Nebenzellen gebildete alkalische Schleim schützt die Magenschleimhaut vor Selbstverdauung.und Darmsaftes in kleinste Peptide aufgespalten. In den Darmzellen erfolgt durch die reichlich vorhandenen Peptidasen die weitere Spaltung bis zu den Aminosäuren. Merke Amylase des Bauchspeichels Polysaccharide (Stärke) Maltase der Darmzellen Disaccharide (Maltose) H2O Monosaccharide (Glucose) H2O Resorption: Die Glucose wird aktiv in das Blut transportiert (Blutzucker). • pH-Einstellung von 1 – 2.12. d. Verdauung und Resorption der Kohlenhydrate Die Kohlenhydratverdauung in der Mundhöhle hat wenig Bedeutung. Intrinsic-Factor Dieses Glykoproteid wird wie die Salzsäure in den Belegzellen synthetisiert.8. entstehen Vitamin❑ B-Mangel-Anämien (perniziöse Anämie). Sekretorik (✑ Tab. • Aktivierung des Pepsinogens.

Ist dies gestört. Die Triglyceride werden durch Lipase in Glycerol und Fettsäuren zerlegt. die Lipoproteine (✑ S.und Eisensalze. das normalerweise durch die Darmflora immer ausreichend gebildet wird. Kohlendioxid und Wasser. daß die wasserunlöslichen Triglyceride in feinste Tröpfchen zerlegt werden (= Emulgierung).4 Verdauungsvorgänge im Dickdarm Die Hauptfunktionen des Dickdarms sind: – die Bildung der Faeces (Stuhl) und – die Stuhlentleerung (Defäkation). Zusammensetzung und Eigenschaften der Faeces Die ausgeschiedene Menge beträgt bei ausgewogener Ernährung ca. In den Dickdarm gelangte Fette werden unverändert ausgeschieden. Merke Fettverdauung Lipase des Bauchspeichels Glycerol + Fettsäuren Triglyceride Gallensäuren H2O Resorption: Wenige kurzkettige Fettsäuren ins Blut. Es entstehen wasserlösliche Komplexe. unlösliche Calcium. unverdauliche Bestandteile (Zellulose. Wasserstoff. da sie wasserunlöslich sind. Dadurch wird die Oberfläche größer. P Bei Störungen der Fettresorption (z.8. Die in den Darmzellen gebildeten resorbierbaren Lipoproteine heißen Chylomikronen und werden mit der Lymphe abtransportiert. Fett). 150 Gramm pro Tag. Essigsäure. 12. So werden die pro Tag vom Ileum in das Caecum kommenden ca. Merke Die Spaltprodukte gelangen in die Darmzellen. – Weiterer Abbau der Gallenfarbstoffe. Schwefelwasserstoff und Methan. Darmentzündungen) wird auch die Aufnahme fettlöslicher Vitamine beeinträchtigt. 8. Als Fäulnisprodukte entstehen biogene Amine (z. Zusammensetzung: • 75 – 80 % Wasser. Wichtige Verdauungsfunktionen dieser Bakterien sind: – Weiterer Abbau der Kohlenhydrate durch Gärung. kommt es zur Ausscheidung faulender oder gärender Stühle. Man bezeichnet diese als Darmflora.500 ml. Gleichzeitig werden wasserlösliche Vitamine und Elektrolyte resorbiert. Der Dickdarm ist mit Bakterien besiedelt (Escherichia coli.000 Milliliter Darminhalt auf ca. P Normalerweise ❑ besteht zwischen Gärung und Fäulnis ein Gleichgewicht. aber auch das giftige Indol). Histamin. Menge. – Weiterer Abbau der Eiweiße durch Fäulnis. Aerobacter aerogenes. 150 Milliliter reduziert. B. können aber – bis auf einige kurzkettige Fettsäuren – nicht vom Blut aufgenommen werden. Alkohol. 1. so dass nun die enzymatische Spaltung der Fette erfolgen kann.256 12 Verdauungssystem Verdauung und Resorption der Fette Die hydrolytische Spaltung der Nahrungsglyceride geschieht komplett im Dünndarm durch das Enzym Lipase. Bakterien. . Die Resorptionsfähigkeit des Dickdarms ist im Vergleich zum Dünndarm gering (Wasserresorption im Dünndarm ca. ver❑ minderte Gallenproduktion bei Lebererkrankungen. 22). nichtpathogene Kokken). • 20 – 25 % feste. So kann es durch Vitamin-K-Mangel im Blut. B. In den Darmzellen erfolgt deshalb schrittweise eine Resynthese von Triglyceriden und deren Kopplung an bestimmte Proteine. Die Faeces entstehen durch weiteren Wasserentzug. abgeschilferte Epithelien. der Rest als resynthetisierte Triglyceride in Chylomikronen in die Lymphe. Dabei entstehen als Gärungsprodukte Milchsäure. 850 ml). im Dickdarm ca. Schleim. zu einer erhöhten Blutungsneigung kommen. Zunächst sorgen die Gallensäuren dafür. Außerdem aktivieren sie die Pankreaslipase und hemmen die Magensaftsekretion.

Daraufhin kommt es zur Kontraktion der Ring. dessen aktive Form unter Mitwirkung von Niere und Haut bei Lichteinwirkung entsteht (bei Mangel: Rachitis). Hier werden nur einige grundsätzliche Möglichkeiten dargestellt. durch Pinozytose. 257 . Die Resorption wird durch 2 Hormone (Calcitonin. Er hat eine sehr große Oberfläche. oft nach der Einnahme von Mahlzeiten (Gastrokolonreflex). Bei der Darmentleerung wird der äußere Schließmuskel willkürlich entspannt und die Bauchpresse erzeugt.8 Physiologie der Verdauung Die Farbe wird durch die Gallenfarbstoffe bestimmt. Die wasserlöslichen Vitamine gelangen wie folgt in das Blut: Vitamin C und B2 durch Diffusion und Vitamin Bl2 mit Intrinsic- Faktor aktiv im Ileum. Hier handelt es sich um einen willkürlich beeinflussbaren reflektorischen Vorgang. So besteht auch die Möglichkeit der künstlichen Ernährung durch Nährklistier über die Dickdarmschleimhaut. gewöhnlich nach der Nahrungsaufnahme. das etwa ab dem 2. Motorik Die Dickdarmmotorik bewirkt: – die weitere Durchmischung des Darminhaltes durch langsames Fortschreiten von Ringmuskelkontraktionen (sog. P Psychische ❑ Einflüsse. Nikotin) und der Grad der körperlichen Aktivität können nachhaltig die Wirkungen des vegetativen Nervensystems beeinflussen. P In ❑ der Regel findet der Stuhlgang einmal täglich statt. Mit zunehmender Füllung des Rektums werden durch erhöhten Druck die Dehnungsrezeptoren der Darmwand gereizt. – die Stuhlentleerung (Defäkation). 309) gesteuert. D. ✑ Tab. 12. Resorption von Vitaminen.und Längsmuskulatur des Darmes. Wasser und Natrium werden vorwiegend im Duodenum und Jejunum durch Diffusion aufgenommen. und es erfolgt die Entleerung.8. K) erfolgt in gleicher Weise wie die Fettresorption. Haustrenfließen) und rhythmische Segmentierung.bis 3-mal am Tag. Grundsätzlich ist die gesamte Schleimhaut des Verdauungstraktes zur Resorption fähig. Gleichzeitig führen parasympathische Efferenzen zur Erschlaffung des inneren Schließmuskels.12. Jejunum). Merke Im Vergleich zum Dünndarm erfolgt der Transport im Dickdarm relativ langsam (10 bis 18 Stunden). Parasympathicus fördert). der Geruch durch den Schwefelwasserstoff. organische Säuren. P Die Calciumresorption setzt die Anwesenheit ❑ von Vitamin D voraus. E. Indol sowie Scatol und der pH-Wert durch die Gärungsprodukte. Das vegetative Nervensystem steuert sowohl Motorik als auch Sekretorik der Verdauung (Sympathicus hemmt.5 Regulation der Verdauung Die Regulation der einzelnen Verdauungsvorgänge ist recht kompliziert. starke peristaltische Kontraktionen vom Caecum über das gesamte Colon. Merke Die Resorption der Verdauungsprodukte erfolgt passiv durch Diffusion oder aktiv mithilfe von Trägersubstanzen bzw. Parathormon. und alle lebensnotwendigen Nahrungsbestandteile sind resorptionsfähig. Der Hauptresorptionsort ist der obere Dünndarm (Duodenum. – den Weitertransport des Darminhaltes in das Rektum. Die Aktionspotentiale gelangen in das zuständige Reflexzentrum im Sakralmark. Wasser und Mineralstoffen Die Resorption der fettlöslichen Vitamine (A. 15. Lebensjahr von der Großhirnrinde kontrolliert werden kann.8. S. bestimmte Stoffe (Coffein. Zu diesem Zweck laufen 2. Calcium und Magnesium werden hauptsächlich aktiv resorbiert. Eisen wird ebenfalls aktiv im oberen Dünndarm aufgenommen.

Blutweg ➞ Großhirnrinde Reize . Beispiel: Sekretion der Verdauungssekrete. aber auch Vorstellungen sind. 2. Alkohol. 3 Liter Magensaft gebildet. Vorstellen) Reize Nahrung im Antrum Freisetzung von Gastrin chemische Reize Hypothalamus (z. Produkte der Eiweißverdauung. Kaffee.Verdauungssystem Regulation der Speichelproduktion Die Bildung und Freisetzung des Mundspeichels wird reflektorisch gesteuert. Gastrale Phase (lokale Einflüsse) Die Sekretion von Magensaft wird durch den direkten Kontakt der Nahrung mit der Magenwand ausgelöst. die durch bestimmte Verdauungsprodukte freigesetzt werden. deren Auslöser hauptsächlich mechanische Reize (z. deren Auslöser Gehöroder Sehreize.Blut hormonen Magensaftsekretion Freisetzung von Gewebshormonen Magensaftsekretion ➞ Die physiologische Magensaftsekretion wird vor allem durch die Nahrungsaufnahme gesteuert. vagus Pepsin HCL Gastrin ➞ Die Regulation erfolgt – über angeborene Fremdreflexe. Intestinale Phase Der Übertritt des Nahrungsbreis vom Magen in das Duodenum beeinflusst rückwirkend die Magensaftsekretion in folgender Weise: Dehnung der Darmwand resorbierte Aminosäuren niedriger pH-Wert Fett Freisetzung von Gewebs. – über erlernte Reflexe. Man unterscheidet 3 Phasen. Zusammensetzung des Magensaftes: – Wasser – eiweißspaltende Enzyme (Pepsin) – Schleim (Muzin) – Salzsäure – Intrinsic-factor 3. ➞ 12 258 Anblick Vorstellung P Aggressionen ❑ können sekretionssteigernd und Angst sekretionshemmend wirken. B. – hormonal durch Gewebshormone. B. Arzneimittel) (Geruch) Corpus ventriculi Reize ➞ Speichelzentrum (Berührung. Kephale Phase (psychisch-nervale Einflüsse) ➞ Geruch Geschmack Erregung N. Geschmack) Mundspeicheldrüsen Magensaftsekretion (ein sehr geringer pH-Wert des Magensaftes hemmt die Gastrinsekretion = negative Rückkopplung) Speichelsekretion Regulation der Magensaftsekretion In den Magendrüsen werden pro Tag ca. Druckanstieg) sowie die Geruchs. Dehnungsreiz (Sehen. Beispiel: Mundspeichel und Magensaftsekretion (= nervale Phase – Regulation durch Vorstellung von Nahrung). 1. Peristaltik und Defäkation. Hören.und Geschmacksreize sind.

12. Im Folgenden gehen wir auf die wichtigsten Funktionen der Leber ein. Aufgaben im Fettstoffwechsel Bei reicher Glucosezufuhr synthetisiert die Leber reichlich höhere Fettsäuren und weiterhin Triglyceride sowie Phosphatide.und Transportform eines Stoffes: Konstanter Blutglucosespiegel Überschuss Speicherform (Glykogen) Transportform Mangel der Blutglucosespiegel. Bei Erschöpfung der Glykogenvorräte setzt schließlich die Glukoneogenese ein (✑ S. Phosphatide). Die Leber wandelt überschüssige Kohlenhydrate in Triglyceride um und ist für die Synthese der Plasmalipoproteine unterschiedlicher Dichte verantwortlich. Aufgaben im Cholesterolstoffwechsel Die Leber ist der Hauptort der Cholesterol-Biosynthese.6 Funktionen der Leber (Überblick) Der größte Teil der resorbierten Hydrolyseprodukte der Nahrung dient zunächst dem Aufbau „körpereigener“ Stoffe (z. – aus der Milz: Abbauprodukte des Hämoglobins. Die Leber konzentriert 1) Plasmalipoproteine (Bestandteile: Cholesterol. aber auch Insulin. konstant zu halten und damit eine kontinuierliche Versorgung der Zellen zu sichern. Glucose) Merke Aufgaben im Kohlenhydratstoffwechsel Die Leber erfüllt hier vor allem die eben beschriebene Aufgabe. wird die überschüssige Glucose in Glykogen und wenn dessen Speicherkapazität erschöpft ist. Daraus ergibt sich eine ihrer wesentlichsten Aufgaben. Häufig geschieht dies durch wechselseitige Umwandlung von Speicher. Durch das Hormon stimuliert.8 Physiologie der Verdauung 12. die dem Lipidtransport dienen 259 . Mineralien. insbesondere im Blut. Phosphatide. Eiweiße. nämlich wichtige Stoffkonzentrationen in den extrazellulären Flüssigkeiten. mit dem Pfortaderblut in die Leber. Vitamine. Mit dem Pfortaderblut gelangen nachstehende Produkte direkt in die Leber: – aus dem Dünndarm: Kohlenhydrate.1) Diese benötigt der Organismus für den Transport der wasserunlöslichen Stoffe wie Triglyceride. 307).. wodurch sie den Blutglucosespiegel konstant hält. Sinkt danach Die Leber ist maßgeblich für den Cholesterolhaushalt des Körpers verantwortlich. werden die Glykogenvorräte wieder in Glucose umgebaut und an das Blut abgegeben. B. in ihren Vorrat auf. Glykogen. – aus dem Pankreas: Hormone (Insulin) der Langerhans’schen Inseln. in Fett umgewandelt. Phosphatide und Cholesterol in den wässrigen Körperflüssigkeiten. Sie nimmt aber auch Cholesterol. Medikamente etc. Merke Die Leber spielt eine wichtige Rolle bei der Konstanthaltung des Blutglucosespiegels (✑ S. Eiweiß). C2H5OH) wird überwiegend in der Leber abgebaut. Die meisten dieser anabolen Stoffwechselvorgänge vollziehen sich in der Leber. Proteine. um andere an Cholesterolmangel leidende Organe zu versorgen. Medikamente. 40). Merke Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan unseres Körpers („Zentrallabor“). Nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit gelangt viel Glucose. Mit der Synthese der Plasmalipoproteine schafft sie die Grundstoffe für den Aufbau von Transportmicellen. Triglycerid. mit der Nahrung aufgenommen wurde. Aufgaben im Äthanolstoffwechsel Alkohol (Äthanol. – aus dem Magen: Alkohol. Triglyceride. Der Cholesterolvorrat wird vor allem zur Bildung der Gallensäuren verwendet und zum Teil in Form von Lipoproteinen wieder an den Kreislauf abgegeben.8. Fette. B. (z. das in anderen Körperzellen gebildet bzw.

Gelbsucht (Ikterus) entsteht. (Ductus choledochus) Merke Dünndarm (Intestinum tenue) ca. wenn das ❑ Cholesterol Gallensäure (0. 85 %). Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Ca2+. 3 g Gallensäure zirkulieren 4. Gallenfarbstoffen (Bilirubin). P Gallensteine entstehen. Na+. Dieser Teil wird mit dem Harn ausgeschieden und bestimmt die bernsteingelbe Harnfarbe mit. wenn zu viel Gallenfarbstoffe ins Blut gelangen.und Knochengewebe im ganzen Körper verteilt. dem Bilirubin. In dieser Form wird das Bilirubin aktiv in die Gallenkapillaren transportiert und gelangt mit dem Gallensaft in den Darm. 90 % der Gallensäure werden hier aktiv resorbiert Enterohepatischer Kreislauf (Beispiel: Gallensäuren). Am häufigsten sind Cholesterol-Pigment-KalkSteine.6 g/d werden mit dem Stuhl ausgeschieden Abb. Abbau von Hämoglobin. 12. Diese Abbauprodukte bewirken die braune Farbe des Stuhls. Bestandteile des Gallensaftes und Bedeutung der Gallensäuren Der Gallensaft besteht aus Gallensäuren. – Abbau überalterter Blutzellen. . K+. Der Gallensaft spielt einerseits bei der Verdauung und Resorption der Fette und andererseits für die Ausscheidung verschiedener Stoffe (Bilirubin. abgebaute Arzneistoffe) in den Darm eine wichtige Rolle. Beim Abbau von Hämoglobin in der Leber entstehen die Gallenfarbstoffe.bis 12-mal pro Tag Pfortader (V. überschüssiges Cholesterol. P Die ❑ Blut-Alkohol-Konzentration ist ein guter Indikator für die Konzentration des Alkohols im Gehirn. Außerdem aktivieren sie die Lipasen und hemmen die Magensaftsekretion. Zuerst bildet sich das grüne Biliverdin. Urobilin.25 ca. Der größte Teil wird mit dem Stuhl ausgeschieden (ca. portae) Leber (Hepar) Hauptgallengang Gleichgewicht der Bestandteile des Gallensaftes gestört ist. Die Salze der Gallensäuren sind für die Verdauung und Resorption der Fette von großer physiologischer Bedeutung. Produktion und Sekretion des Gallensaftes Mit dieser Spezialleistung erfüllt die Leber 2 Funktionen: – Mitwirkung bei der Fettverdauung durch die Gallensäuresynthese. 0. Cholesterol. Sie setzen die Oberflächenspannung herab und wirken dadurch emulgierend (verteilend) und dispergierend (verkleinernd). Das Bilirubin ist wasserunlöslich und zellschädigend. Deshalb wird es in den Leberzellen an Glucuronsäure gebunden und dadurch wasser- Leberarterie Cholesterol im Blut (A. umgewandelt wird.6 g/d) ca. Der Rest wird wieder resorbiert und gelangt entweder über die Pfortader in die Leber zurück oder bei Resorption im Rektum unter Umgehung der Leber in die Niere.12 260 Verdauungssystem ihn aber nicht. Lezithin. Sterkobilin) umgewandelt. hepatica) löslich und unschädlich. das dann zum wichtigsten Gallenfarbstoff. sondern der Alkohol wird mit Ausnahme von Fett. Im Colon wird es durch die Tätigkeit der Darmbakterien vor allem in Urobilinogen und andere Farbstoffe (Sterkobilinogen. HCO3-.

Dieser Vorgang ist in erster Linie eine Ökonomisierung bestimmter Stoffwechselprozesse. die über die Niere (renal) mit dem Harn ausgeschieden werden. um intrazelluläre Proteine der Leber aufzubauen. Das Ziel ist die Bildung von wasserlöslichen.bis 12-mal pro Tag. deshalb zirkulieren die Gallensäuren 4. dass körperfremde und körpereigene Stoffe durch Abbau. 261 . Merke In der Leber findet die Synthese der Plasmaproteine und des Harnstoffes statt. Gallensäuren und Gallenfarbstoffe) mit dem Gallensaft aus der Leber in den Darm und deren Rückresorption und Rücktransport mit dem Pfortaderblut in die Leber. Hier gelangen die Stoffe dann erneut in die Gallenflüssigkeit und erfahren den gleichen Kreislauf.oder Nierenfunktionsstörungen können zur Retention von „Giftstoffen“ führen und dadurch ein Coma hepaticum oder eine Urämie hervorrufen. P Die Biotransformationen in der Leber kön❑ nen die Konzentration von Arzneistoffen beeinflussen. Sie dienen zum einen der Synthese der Plasmaproteine (Albumine. einige Globuline). Glucoronsäure) in biologisch inaktive und für den Organismus unschädliche oder harnfähige Verbindungen überführt werden. Leber. Man spricht vom sog. 90 % werden rückresorbiert. Umbau oder Kopplung an andere Stoffe (z. „First pass effect“ (Einfluss der ersten Leberpassage). B. ca. Biotransformation und „Entgiftung“ Unter Biotransformation versteht man alle enzymatisch gesteuerten chemischen Reaktionen in der Leber.12. Gerinnungsfaktoren. Der Harnstoff gelangt mit dem Blutkreislauf zur Niere. B. Ein weiterer Teil wird abgebaut und der dabei frei werdende Stickstoff in Harnstoff überführt. die an das Blut abgegeben werden.8 Physiologie der Verdauung Enterohepatischer Kreislauf Unter dem enterohepatischen Kreislauf versteht man die Ausscheidung von Stoffen (z. 10 %. „Entgiftung“ bedeutet demnach. harnfähigen Stoffen. Bei fettreicher Ernährung ist der Bedarf an Gallensäuren erhöht. Merke Biotransformationen führen häufig zur „Entgiftung“ von Stoffen. Der Rest der Aminosäuren wird benutzt. Aufgaben im Eiweißstoffwechsel In der Leber werden die mit dem Pfortaderblut ankommenden Aminosäuren verstoffwechselt. Im Falle der für die Fettverdauung so wichtigen Gallensäuren bedeutet dies einen täglichen Verlust von nur ca.

Wie wird das Rektum verschlossen? 10. 12. Begründen Sie. Beschreiben Sie die Lage. . Interpretieren Sie die Redensart „Gut gekaut ist halb verdaut“.262 12 Verdauungssystem Fragen zur Wiederholung 1. b) der Fette. Zähne. den makroskopischen und mikroskopischen Bau sowie die Blutund nervale Versorgung des Magens. c) Sekretorik. 18. Nehmen Sie eine Gliederung des Dickdarms vor. Geben Sie einen Überblick über die Verdauungsorgane und deren Lage. große Speicheldrüsen). 6. d) Resorption. b) der Gallensäuren. 15. Beschreiben Sie die Verdauung und Resorption: a) der Kohlenhydrate. Nennen und erläutern Sie die wichtigsten Funktionen der Leber. 2. 17. Beschreiben Sie Lage und Bau des Pankreas. Beschreiben Sie den Verlauf der intra. 11. 14. Nennen Sie die Abschnitte des Dünndarms.und extrahepatischen Gallenwege. 9. Beschreiben Sie deren bauliche Besonderheiten und Lage. Beschreiben Sie Lage und Aufbau der Leber. 13. 8. b) Motorik. Beschreiben Sie die Lage des Blinddarms. warum der Dünndarm für die Resorption am besten geeignet ist. 3. Definieren Sie: a) Verdauung. 4. Beschreiben Sie den Bau der Mundhöhle und deren Organe (Zunge. Wie erfolgt die Regulation der Verdauung? 19. 7. Beschreiben Sie die Lage sowie den makroskopischen und mikroskopischen Bau der Speiseröhre. Nennen Sie charakteristische Merkmale des Colons. 5. Nennen Sie die Aufgaben: a) der Salzsäure. c) der Eiweiße. 16.

psoas major) Harnblase (Vesica urinaria) Harnröhre (Urethra) Zwerchfell (Diaphragma) rechte Niere linke Niere (Ren dexter) (Ren sinister) rechter Harnleiter (Ureter) untere Hohlvene linker Harnleiter (Ureter) Aorta (V.1 . Funktionen der Niere Die Harnorgane entwickeln sich gemeinsam mit Harnleitern. Das Harnsystem besteht aus den paarigen Nieren als harnbildende Organe sowie den paarigen als harnableitende Organe. So erklären sich auch die engen nachbarschaftlichen Beziehungen. 13. Mit der Harnproduktion und -ausscheidung erfüllt das Harnsystem die für die Aufrechterhaltung des inneren Milieus entscheidenden Regulierungsaufgaben. Wichtigstes Organ hierbei ist die Niere. der Harnblase und der Harnröhre den Geschlechtsorganen aus der gleichen Anlage. rechte Niere linke Niere (Ren dexter) (Ren sinister) rechter Harnleiter (Ureter) linker Harnleiter (Ureter) großer Lendenmuskel (M.263 13 Harnsystem. Abb. cava inferior) Harnblase Mastdarm (Rektum) (Vesica urinaria) Harnsystem – Lage der Harnorgane.

263. Nephros) Die Niere ist. Man spricht von einer Wanderniere (Ren mobilis). Die rechte Niere liegt wegen ihrer Nachbarschaft zur Leber etwas tiefer. 7. – die Fettkapsel (Capsula adiposa) – das Fett ist bei Körpertemperatur halbflüssig. wie auch der Harnleiter. 13. renalis) linke Nebenniere (Glandula suprarenalis sinistra) lateraler Rand medialer Rand Nierenbucht mit Nierenhilus (Hilus renalis) Aorta Harnleiter Nierenfaszie (Ureter) (Fascia renalis) Nierenvene unterer Nierenpol Abb. 147 und Abb. 13. S.6.2 Nierenkapseln und Nierenpforte. renalis) sowie des Harnleiters (Ureter). sodass eine gewisse Beweglichkeit gegeben ist. Die Nieren werden in ihrer Lage gehalten und geschützt durch – die Blutgefäße (✑ Abb. Die Form der Niere wird bestimmt durch – den konvexen lateralen Rand. Farbe und Form Die rotbraun aussehende bohnenförmige Niere hat eine Masse von 120 – 220 Gramm und ist 10 – 12 cm lang. S.1 Niere (Ren. Die Nachbarschaftsbeziehungen der Nieren zeigen die Abb. Nierenarterie (A. – die Nierenfaszie (Fascia renalis) als Begrenzung der Capsula adiposa. z. durch massive Abmagerung. an der • die Nierenbucht mit • dem Nierenhilus liegt. Lage Die Nieren liegen hinter dem Bauchfell (retroperitoneal) lateral der Wirbelsäule (Th12 – L3) mit rechte Nebenniere (Glandula suprarenalis dextra) oberer Nierenpol untere Hohlvene (V. Merke Der Nierenhilus ist die Eintrittsstelle der Nierenarterie (A.2). renalis) und die Austrittsstelle der Nierenvene (V. kann die Niere ihren Halt verlieren und nach unten sinken. P Wird Fettgewebe der Capsula adiposa ver❑ stärkt abgebaut. B. P Angeborene Fehlbildungen sind z. – den oberen Nierenpol und – den unteren Nierenpol. 5 cm breit und 4 cm dick. 13.13 264 Harnsystem. P Veränderungen der Nieren können beim lie❑ genden Menschen beidhändig tastbar sein. Funktionen der Niere 13. (V. paarig angelegt. – den konkaven medialen Rand.1. ihrem oberen Pol dicht unter dem Zwerchfell und ventral der 12. Ein❑ nierigkeit und Hufeisennieren. Rippen. renalis) . Merke Größe. B. cava inferior) Fettkapsel (Capsula adiposa) Bindegewebskapsel (Capsula fibrosa) Die unteren Nierenpole stehen ca. 3 Finger breit oberhalb des Darmbeinkammes.

13. Abb. 13. interlobularis) Hohlräume. 13. Nierenkelche.3 Makroskopischer Bau ist. In den Kelchen wird der Markpyramide fertige Urin aufgefangen und (Pyramides renalis) zum Nierenbecken weitergePapillargang leitet.13. befinden Nierenrinde (Cortex renalis) sich die 15 – 20 Öffnungen Zwischender Papillargänge (Ductus läppchenarterie papillares).1 Niere 265 Bindegewebskapsel (Capsula fibrosa) Nierenrinde (Cortex renalis) Nierenarterie Nierenbecken (Pelvis renalis) Markpyramiden (A. Bogenarterie münden. Auf Bindegewebskapsel deren Spitze. (Ductus papillaris) – das Nierenbecken: Es entsteht Markpapille durch den Zusammenschluss (Papilla renalis) der Kelche. die von einer Bindegewebskapsel Nierenparenchym. interlobaris) zen. (A. Abb. arcuata) – die Nierenkelche: Sie umgeZwischenben die Markpyramidenspitlappenarterie (A.4 (Capsula fibrosa) überzogen . – das Mark: Es ist die streifige Innenschicht und bildet die ca. 10 Markpyramiden. Ausläufer der Nierenrinde zwischen den An einem Frontalschnitt (Abb.3) erkennt Markpyramiden werden als Nierensäulen man mit bloßem Auge (Columnae renales) bezeichnet. renalis) (Pyramides renales) Nierensäule (Columna renalis) Nierenkelch Markpapille (Calix renalis) (Papilla renalis) Harnleiter (Ureter) Frontalschnitt durch die Niere. renalis) Nierenvene (V. die in kleine (A. der Markpapille (Capsula fibrosa) (Papilla renalis). Nierenkelch – die Rinde: Es ist die an der (Calix renalis) Peripherie durchlaufende körnige Außenschicht.

Dem Glomerulus wird das Blut über eine Arteriole. Sie umgibt als doppelwandige Epithelhülle den Glomerulus. Tubulusapparat (Nierenkanälchen). – der Bowman’schen Kapsel. In ihnen wird der Harn gebildet. einem Knäuel von Blutkapillaren. Henle’sche Schleife) mit dünnem absteigendem und aufsteigendem Schleifenschenkel. 13. Funktionen der Niere Apparates. ein Teil des juxtaglomerulären 1) Dient der Regulation von Blutdruck und Nierendurchblutung abführende Arteriole (Vas efferens) zuführende Arteriole Gefäßpol (Vas afferens) Gefäßknäuel (Glomerulus) Bowman’sche Kapsel (Capsula glomeruli) inneres Blatt (viscerales Blatt) äußeres Blatt (parietales Blatt) Harnpol proximaler Tubulus (Tubulus proximalis) Bau des Nierenkörperchens (Corpusculum renale). das Vas efferens. Henle’sche Schleife Abb. In dessen Wand liegt das sog. Abb. 2. Sie bestehen aus – dem Glomerulus (innen). wo er das Polkissen berührt. Aus dem Glomerulus heraus führt wiederum eine Arteriole.13. befindet sich ein weiterer Teil des juxtaglomerulären Apparates. Polkissen. Am Harnpol geht der Raum der Bowman’ schen Kapsel in das Nierenkanälchen über.13 266 Harnsystem. zugeführt. von dem es in jeder Niere ca. – den intermediären Tubulus (Nephronschleife. 1. Mikroskopischer Bau Die Funktionseinheit der Niere ist das Nephron. Der Tubulusapparat gliedert sich in drei Hauptabschnitte: – den proximalen Tubulus. Die Nierenkörperchen befinden sich im Rindengewebe. 1 Million gibt. Jedes Nephron besteht aus dem Nierenkörperchen und dem Tubulusapparat. – den distalen Tubulus. 9. Dort. die Macula densa (= „dichter distaler Tubulus Vas efferens Vas afferens Glomerulus Bowman’sche Kapsel Nierenkörperchen proximaler Tubulus Sammelrohr Tubuluskapillargebiet Nephronschleife. das Vas afferens. Nierenkörperchen (= Malpighi’sches Körperchen). 13. Er mündet in ein Sammelrohr. S.1) Hier wird bei Blutdruckabfall das Hormon Renin produziert (✑ Tab. 204). Ihre innere Schicht liegt direkt auf den Blutkapillaren.6 . Die Einund Austrittsstelle der beiden Arteriolen heißt Gefäßpol.5 Mikroskopischer Bau der Niere – Nephron.

cava inferior. 13. als Auffangbehälter für den Harn.13. entsteht durch den Zusammenschluß von 8 – 10 Nierenkelchen. renalis  Zwischenlappenarterien P Eine häufige Erkrankung der Niere ist die ❑ Nierenbecken-/Nierenentzündung (Pyelonephritis). Kleinere Sammelrohre schließen sich zu immer größeren zusammen.7 . 13. Tab. 13. Es handelt sich um dünne muskulöse Schläuche. renalis  V. renales münden direkt in die V. Sie besteht aus Chemorezeptoren zur Messung der Natriumkonzentration. deren Hauptrisiken Schrumpfniere. Nierenbecken (Pelvis renalis. Im Nierenbecken beginnt das Übergangsepithel als Charakteristikum für die ableitenden Harnwege (✑ S. Pars abdominalis aortae  A. Es kann recht unterschiedlich geformt sein. renalis. Die Harnleiter. ca. Die blutabführenden Vv. Die Endstücke liegen in den Nierenpapillen und heißen Papillargänge (Ductus papillares). Pyelon) Das Nierenbecken. Um die Harnkanälchen befindet sich das Tubuluskapillargebiet.2 Harnleiter Fleck“). Merke Das Blut durchströmt in der Niere 2 Kapillargebiete: – das Glomerulum und danach – das Tubuluskapillargebiet. 30 cm lang mit einem Durchmesser von 4 bis Harnblasenwand (ziehen zur Basis der Pyramiden)  Bogenarterien 267 Ureter Ureter (verlaufen zwischen Rinde und Pyramidenbasis bogenartig)  Läppchenarterien (an ihnen hängen wie Beeren die Nierenkörperchen)  Vas afferens  Glomerulus  Vas efferens  außen innen außen innen Tubuluskapillargebiet  Venen innerhalb der Niere  V. cava inferior Harnfluss Rückfluss verhindert Eintritt des Ureters in die Harnblase. In jedes Sammelrohr münden etwa 10 Nierenkanälchen. Blutversorgung der Niere Die Blutzufuhr erfolgt durch die unmittelbar aus der Bauchaorta entspringende A. Abb. Sammelrohrsystem Mit dem System der Sammelrohre beginnen die ableitenden Harnwege innerhalb der Niere.1 Nierenkreislauf. Bluthochdruck und Nierenvereiterung sind. 61 und 62).2 Harnleiter (Ureter) Die paarigen Harnleiter gehen kontinuierlich aus dem Nierenbecken hervor.

Außerdem liegen hinten unten die Bläschendrüsen an. 13. Lage und Nachbarschaftsbeziehungen Die Harnblase liegt im kleinen Becken hinter der Symphyse. Die obere und hin- deren Bauchwand (ohne Zwischenschaltung des Bauchfells) und kann oberhalb der Symphyse punktiert werden (Abb. S. ✑ auch S. – Harnblasenhals (Cervix vesicae) – Übergang in die Harnröhre. Dies führt zu starken Kontraktionen der Ureterwandmuskulatur mit heftigen Schmerzen (Nierenkolik). Bei entzündlichen Prozessen im kleinen Becken sammelt sich Eiter in den Bauchfelltaschen bzw. Beim Mann schiebt sich zwischen Harnblasengrund und Beckenboden die Vorsteherdrüse (Prostata). Häufig verklemmen sie sich in einer der Harnleiterengen. Ihre Aufgaben sind die Speicherung und periodische Entleerung des von den Nieren ständig produzierten Urins. – Harnblasenkörper (Corpus vesicae) – darunter. 13. um danach entweder auf das Rektum (Mann) oder auf den Uterus (Frau) überzugehen.268 13 Harnsystem. tere Seite der Harnblase ist vom Bauchfell überzogen. Eine Ausnahme bildet das am Blasengrund liegende immer faltenfreie Harnblasendreieck (Trigonum vesicae). Beide Harnleiter liegen wie die Nieren retroperitoneal.10. 270). – Harnblasengrund (Fundus vesicae) – unten. Beim Mann liegt an diesem Übergang der tiefste Punkt der Bauchhöhle (Excavatio rectovesicalis). Der Harnblasenwandmuskel heißt M. P Beim ❑ vesikoureteralen Reflux ist das Verschlusssystem geschwächt. . 13. Funktionen der Niere 7 mm. Harnblasenwand Die Schleimhaut ist mit mehrreihigem Übergangsepithel (Urothel) besetzt und liegt im leeren Zustand in Falten. liegt sie an der vorP In der Niere gebildete kleinere Nierensteine ❑ ❑ können in den Harnleiter abgehen. dessen Form und Größe vom unterschiedlichen Füllungszustand abhängen. Merke Die Ureter durchsetzen die Harnblasenwand schräg. Seine Eckpunkte werden von 3 Öffnungen markiert.und Nierenbeckeninfektionen begünstigt. P Ist die Harnblase gefüllt. und der Harn kann bei gefüllter Blase nicht zurückfließen (✑ Abb. bei der Frau liegt der tiefste Punkt zwischen dem Uterus und dem Rektum (Excavatio rectouterina = Douglas’scher Raum. nach Verletzungen Blut. der inneren Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae internum) vorn und den 2 Ureteröffnungen hinten.3 Harnblase (Vesica urinaria) Die Harnblase ist ein muskulöses Hohlorgan. Ureterengen Der Harnleiter hat 3 enge Stellen: – am Übergang vom Nierenbecken in den Harnleiter. detrusor vesicae. Das mittlere Fassungsvermögen der Harnblase beträgt ungefähr 1 Liter. An der hinteren Blasenwand verläuft das Bauchfell tief nach unten. Das Übergangsepithel des Nierenbeckens geht kontinuierlich auf den Harnleiter über. – beim Übergang in das kleine Becken und – in der Harnblasenwand. Gliederung An der Harnblase unterscheidet man folgende Teile: – Harnblasenscheitel (Apex vesicae) – oben gelegen. Wandschichten Die Wandschichten zeigen den klassischen Dreischichtenaufbau der Hohlorgane.7). 145). leiten den Harn durch Peristaltik vom Nierenbecken in die Harnblase. Dadurch entsteht ein „Ventil“. dass sich bei ihrer Kontraktion die Harnblase vollständig entleeren kann. Die Muskulatur der Harnblasenwand ist dreischichtig und so angeordnet. Dadurch werden Harnleiter.

sphincter urethrae) im Beckenboden. Gewebsschwäche).8 Körper der Harnblase (Corpus vesicae) Harnleiter (Ureter) Samenleiter (Ductus deferens) Bläschendrüsen P Die Regulation der Miktion unterliegt kom❑ (Glandula seminalis) plizierten nervalen Mechanismen. Abb. 13. bei Querschnittslähmung. Verschluss von Harnblase und Harnröhre Der Verschluss erfolgt durch eine aus glattem Muskelgewebe bestehende Muskelschlinge. zu ständigem unwillkürlichen Harnträufeln (Harninkontinenz). meist vorübergehend. 274). Merke Scheitel der Harnblase (Apex vesicae) Die Entleerung der Harnblase heißt Miktion (✑ S. Abb. den unwillkürlichen Schließmuskel der Harnblase (M. Vorsteherdrüse (Prostata) Harnröhre (Urethra) Harnblase (männlich) von dorsal. 13. Die Blasenschleimhaut kann mittels einer Zystoskopie (Harnblasenspiegelung) untersucht werden. sphincter vesicae) um die innere Harnröhrenöffnung und den willkürlichen quer gestreiften Harnröhrenschließmuskel (M. kommt es. B.3 Harnblase Harnleiter 269 (Ureter) Scheitel der Harnblase Samenleiter (Apex vesicae) (Ductus deferens) Ureteröffnungen Körper der Harnblase (Ostia ureterum) (Corpus vesicae) Harnblasendreieck (Trigonum vesicae) Harnblasengrund Bläschendrüsen (Fundus vesicae) (Glandula seminalis) Harnblasenhals innere Harnröhrenöffnung (Cervix vesicae) (Ostium urethrae internum) Samenhügel (Colliculus seminalis) Vorsteherdrüse (Prostata) Harnröhre (Urethra) Cowper’sche Drüse (Glandula bulbourethralis) Harnblase (männlich) von ventral eröffnet. Ist sie gestört (z.9 .13.

Abb. bei Frauen größer als bei Männern. Krümmungen Die männliche Harnröhre hat 2 Krümmungen (✑ S.10 (Ostium urethrae externum) Weibliche Harnblase (Blasenpunktion) – Medianschnitt. Merke Die männliche Harnröhre ist ab Samenhügel eigentlich eine Harn-Samen-Röhre.13 270 Harnsystem. 277).4 Harnröhre (Urethra) Die Harnröhre ist der letzte Teil der harnableitenden Organe. Man unterscheidet die folgenden 3 Abschnitte: – Vorsteherdrüsenabschnitt (Pars prostatica) Er durchzieht die Prostata. 14. Männliche Harnröhre (Urethra masculina) Die männliche Harnröhre endet spaltförmig auf der Eichel des männlichen Gliedes (✑ S. ist die Gefahr einer Entzündung der ableitenden Harnwege. S. Sie liegen hinter der Symphyse und beim Eintritt in den Harnröhrenschwellkörper. Funktionen der Niere Bauchfell (Peritoneum) gerader Bauchmuskel bauchfellfreier Raum über der Schambeinfuge (M. 13. P Die sehr kurze weibliche Harnröhre macht ❑ das Zystoskopieren und Katheterisieren leichter. in mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel über. Verlauf und Mündung der Harnröhre Die Harnröhre leitet den Harn von der Harnblase schubweise nach außen. wie es im Nierenbecken.1. In ihrem oberen Bereich geht das Übergangsepithel. Die weibliche Harnröhre ist etwa 4 cm lang. detrusor) Punktionskanüle Schambeinfuge innere Harnröhrenöffnung (Symphysis pubica) Harnröhre (Ostium urethrae internum) (Urethra) Scheide Kitzler (Vagina) (Clitoris) äußere Harnröhrenöffnung Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) Abb. Ihre äußere Öffnung befindet sich im Scheidenvorhof. in den Harnleitern und der Harnblase vorkommt. 3 cm lang und enthält den Samenhügel mit den Öffnungen der beiden Spritzkanäle. 277). . Nachteilig: Da für Krankheitserreger der Weg vom After bis zur Harnröhre sehr kurz ist. Sie beginnt am Harnblasenfundus mit der inneren Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae internum) und endet mit der äußeren Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae externum). rectus abdominis) Harnblasenwandmuskel (M. Sie hat eine Länge von 20 – 25 cm und einen Durchmesser von 5 – 7 mm. – Schwellkörperabschnitt (Pars spongiosa) Hier verläuft die Harnröhre im Harnröhrenschwellkörper bis zum Ausgang an der Eichel. Weibliche Harnröhre (Urethra feminina) Die weibliche Harnröhre liegt vor der Scheide. ist ca. 13. die über Blase und Harnleiter bis zur Niere aufsteigen kann. – Beckenbodenabschnitt (Pars membranacea) Am Übergang zu diesem Abschnitt befindet sich der willkürliche Harnröhrenschließmuskel.

Im Einzelnen erfüllt die Niere mit der Harnproduktion folgende lebenswichtige Aufgaben. 13. Merke Die Umwelt der Zellen ist die interstitielle Flüssigkeit (✑ S. wird es filtriert und der Primärharn gebildet. Um diese Menge zu erhalten. B. Dabei werden bei einem renalen Plasmafluss von ca. ❑ Glomerulonephritis) spielen neben der Gefahr der Selbstvergiftung (Urämie) die Entstehung des Bluthochdrucks (nephrogener Hypertonus) und der Blutarmut (Anämie) eine Rolle. Weite Stellen: Prostatabereich. Ausscheidungsfunktion – Ausscheiden der harnpflichtigen Substanzen Harnstoff (Eiweißstoffwechsel). – Ausscheidung von Fremdsubstanzen bzw. 28). und Erythropoetin.13. Medikamente). Wasser). 3. (Nucleinsäurestoffwechsel). 271 . wenn das männliche Glied nach oben auf die Bauchwand gelegt wird (wichtig z. 600 ml pro Minute 120 ml Plasmabestandteile in den Kapselraum filtriert (= glomeruläre Filtrationsrate – GFR). Das wichtigste Organ für die Erhaltung der Homöostase des inneren Milieus ist die Niere.5 Physiologie der Niere Damit die Zellen unseres Körpers ihre Aufgaben erfüllen können und so die Existenz des Organismus sichern. P Bei chronischen Nierenerkrankungen (z. Kreatinin (Muskelstoffwechsel). Regulationsfunktion – Einstellung des osmotischen Drucks (Isotonie) und des Flüssigkeitsvolumens im extrazellulären Raum (Isovolämie). Harnsäure Harnbildung Der Prozess der Harnbildung durch das Nephron wird in 2 Teilfunktionen vollzogen: – Filtration in den Nierenkörperchen (Primärharnbildung). Das entspricht einer Tagesmenge von ca. Enge Stellen: Innere Harnröhrenöffnung (Harnblasenwand). B. das mittelbar an der Blutdruckregulation beteiligt ist. Harnpflichtig sind sie deshalb. l. benötigen sie eine möglichst konstante Umgebung (= inneres Milieu.5 Physiologie der Niere Beide Krümmungen können in einen Bogen verwandelt werden. – Differenzierte Ausscheidung von Stoffen (z. B. wird das Blutplasma (ca. äußere Harnröhrenöffnung (Eichel). dann mehrschichtig) abgelöst. – Einstellung der Ionenkonzentration (Isoionie). Merke Die männliche Harnröhre weist in ihrem Verlauf sowohl 3 enge Stellen als auch 3 weite Stellen auf. ✑ S. – Einstellung des pH-Wertes (Isohydrie). 2. Sie sichert durch die Harnbildung das innere Gleichgewicht trotz diskontinuierlicher Aufnahme und Abgabe von Stoffen. Bildung des Primärharns durch Filtration im Nierenkörperchen Während das Blut durch die Kapillarschlingen des Glomerulus fließt. das die Bildung der Erythrozyten im roten Knochenmark stimuliert. 170 Litern. Beckenboden (willkürlicher Schließmuskel). beim Katheterisieren). B. Harnröhrenschwellkörper. Hormonbildung Die Niere bildet 2 Hormone: Renin. weil sie nur von der Niere ausgeschieden werden können und ihr Verbleiben im Körper zur allmählichen Selbstvergiftung führt. P Durch ❑ viele sensible Nervenendungen ist die Harnröhre sehr berührungs-. Ionen. schmerz. – Resorption und Sekretion im Tubulusapparat (Sekundär. 28). In der Prostata wird das Übergangsepithel der Harnblase vom Zylinderepithel (zuerst einschichtig. Ab Schiffergrube (= Erweiterung der Urethra in der Eichel) folgt unverhorntes mehrschichtiges Plattenepithel.oder Endharnbildung).und temperaturempfindlich. deren Stoffwechselprodukten (z. 3 Liter) etwa 60-mal pro Tag dem Filtrationsvorgang unterzogen. Eichel (Schiffergrube).

13

272

Harnsystem, Funktionen der Niere

Vas efferens
Vas afferens

Glomerulus
Bowman’sche
Kapsel

Primärharn
glomeruläre Filtrationsrate
(GFR) 120 ml/min

Abb. 13.11

Glomeruläre Filtration.

Die ca. 1 m2 große Filtermembran wird aus
3 Schichten (Kapillarendothel, Deckzellen [Podozyten] des inneren Blattes der Bowman’schen
Kapsel, gemeinsame Basalmembran der Podozyten und Kapillarendothelzellen) gebildet
und lässt außer Blutzellen und Plasmaproteinen
alle Blutbestandteile hindurch. Weil nur kleine
Teilchen des Blutes im Glomerulusfiltrat enthalten sind, wird es als Ultrafiltrat und der gesamte
Vorgang als Ultrafiltration bezeichnet.
Merke

In den Nierenkörperchen entstehen durch
Filtration pro Tag ca. 170 Liter Primärharn. Er
enthält alle Stoffe des Blutes mit Ausnahme
der großen Eiweißmoleküle und der Blutzellen. Die Konzentration der filtrierbaren
Teilchen ist im Blutplasma und Primärharn
gleich.
P Durch

akute und chronische Nierenkrankheiten kann es zur Filtration von Erythrozyten
(blutiger Harn – Hämaturie), Leukozyten
(eitriger Harn – Leukozyturie) und Eiweißen
(Proteinurie) kommen.

Effektiver Filtrationsdruck
Der glomeruläre Blutdruck (= Bruttofiltrationsdruck) beträgt ca. 50 mmHg. Diesem wirken der

kolloidosmotische Druck des Blutplasmas von
25 mmHg und der Kapseldruck von 15 mmHg
entgegen. Als Ergebnis entsteht der effektive
Filtrationsdruck von 10 mmHg (50–25–15=10)
als treibende Kraft der Filtration.
P Bei einem arteriellen Systemblutdruck unter

70 mmHg besteht Anurie, bei einem arteriellen Systemblutdruck über 220 mmHg eine
Druckdiurese.
Selbstregulation der Nierendurchblutung
Die renale Durchblutung beträgt 25 % des
Herzminutenvolumens. Damit die Niere ihre
Funktionen kontinuierlich erfüllen kann, muss
sie möglichst konstant durchblutet werden. Dies
erfolgt vor allem durch das Vas afferens, indem
es bei einer arteriellen Druckveränderung selbständig die Gefäßlichtung so verändert, dass die
Durchblutung konstant bleibt (✑ S. 202). Auf
diese Weise können Blutdruckschwankungen
zwischen 80 und 180 mmHg ausgeglichen
werden.
P Bei

starkem Absinken des zentralen Blutdruckes, z. B. bei Schock, versagt auch die
Nierendurchblutung und damit die Filtration
des Primärharns.
Es kommt zu akutem Nierenversagen, d. h.
keine Harnbildung (= Anurie).

Bildung des Endharns durch Resorption und
Sekretion im Tubulus
– Resorption: Stofftransport (aktiv oder passiv)
aus dem Tubulus in den Blutkreislauf.
– Sekretion: Stofftransport (aktiv oder passiv)
aus dem Blutkreislauf in den Tubulus.
Resorption
Durch die Resorption werden alle Stoffe, auch
Wasser, die der Körper zur Erhaltung der
Homöostase des inneren Milieus benötigt, aus
dem Tubulus in das Blut zurückgeführt; das sind
98 % der gereinigten Blutflüssigkeit. Die aktive
Resorption ist eine Leistung der Tubuluszellen.
Würde bei einem 70 kg schweren Mann die
Resorption für 5 Stunden versagen, betrüge die
Masse des Mannes theoretisch nur noch 28 kg.
Glucoseresorption
Glucose wird (wie auch die Aminosäuren) normalerweise vollständig aktiv rückresorbiert. Über-

13.5 Physiologie der Niere
steigt jedoch die Blutglucose 18 g/dl = 10 mmol/1,
dann erscheint sie im Urin (= Glucosurie).

273

Diese Normwerte ändern sich bei einer Erkrankung häufig.

P Diese Normalwerte verändern sich bei vielen
P Da Glucose nur in gelöster Form ausgeschie❑

den werden kann, wird die Urinmenge erhöht
(Polyurie), und der Mensch hat größeren
Durst (= Symptome der Zuckerkrankheit).

Krankheiten (z. B. Pyelonephritis, verschiedene
Stoffwechselerkrankungen) und können deshalb wichtige Hinweise für die Diagnose geben.

Sekretion
Durch die Sekretion können zusätzlich Stoffe aus
dem Eiweißabbau (Harnstoff, Harnsäure), aber
auch Medikamente (z. B. Penicillin) aus dem Blut
in den Tubulus transportiert werden.

Hormonelle Regulation der Nierentätigkeit
Bei der Einstellung der endgültigen Harnmenge,
einschließlich der Kompensation normaler Veränderungen der osmotischen Konzentration, sind
2 Hormone wichtig:

Merke

Die Hauptmasse der Stoffe wird im proximalen Tubulus resorbiert. Die auszuscheidende
Endharnmenge pro Tag beläuft sich auf
ca. 1,5 Liter. Die Dichte des Endharns beträgt
1 005 bis 1 025 g/l, der pH-Wert liegt im
Mittel bei 5,5.

1. Antidiuretisches Hormon, (Adiuretin, ADH)
Das ADH wird im Hypothalamus gebildet, gelangt über den Hypophysenstiel in den Hypophysenhinterlappen und von dort in das Blut. Im
Tubulus steuert es die Wasserrückresorption, indem es die Wasserdurchlässigkeit der Zellen
erhöht.

Hypophysenhinterlappen
Malpighi’sches Körperchen

Zwischenhirn
ion
at
rm
fo
In

Resorption
➽ Glucose

Penicilin ➽
NH3 ➽

Aminosäuren
➽ HCO3-, Na+
➽ K+, Ca2+,
Mg2+

Blutkapillaren
Durst

H O
➽ 2
Harnstoff, CI-

H2O

osmotischer
Druck

Sekretion

ADH
Osmorezeptor

Na+, CI- ➽
Harnstoff ➽

NH3
H+

➽ H2O






CINa+
Na+, K+, Ca2+
CI-, H2O

Tubulus

Blutkapillaren

➽ = aktiv
➽ = passiv

Tubulus-Apparat

Harnkonzentration

H2O

H2O

K+ ➽

Tubuläre Resorption, Sekretion und Harnkonzentrierung.

Abb. 13.12

13

274

Harnsystem, Funktionen der Niere

Beispiel:
Wassermangel (z. B. infolge starken Schwitzens).
Osmotischer Druck steigt
ADH-Sekretion steigt
vermehrte
Wasserrückresorption

Auslösung des
Durstgefühls

P Erkrankungen im Bereich des Zwischenhirns

bzw. der Hypophyse können zum Verlust der
ADH-Bildung führen. Folge ist die Wasserharnruhr (Diabetes insipidus) mit einer
Urinmenge von täglich 20 – 25 Liter (ausgleichend muss die entsprechende Flüssigkeit
wieder zugeführt werden).
2. Aldosteron
Es wird in der Nebennierenrinde gebildet und
dort in das Blut abgegeben. Über die Natriumresorption im Tubulus reguliert es die Isotonie.

Bei Natriummangel bewirkt Aldosteron im
Tubulus eine verstärkte Natrium- und Wasserrückresorption, allerdings auf Kosten gleichzeitiger Kalium- bzw. Wasserstoffionensekretion.
Harnausscheidung
Von den Nierenpapillen gelangt der Endharn
über die Nierenkelche in das Nierenbecken. Anschließend befördern ihn die Harnleiter durch
peristaltische Wellen ihrer Wandmuskulatur in
die Harnblase.
Blasenentleerung (Miktion)
Bei der Harnblase wechseln lange Sammelphasen und kurze Entleerungsphasen einander ab.
Beide Phasen stehen unter der Kontrolle vor
allem des vegetativen Nervensystems, das
während der Sammelphasen über den glatten
Harnblasenschließmuskel (M. vesicae) eine
Entleerung verhindert bzw. hemmt (= Kontinenz
der Harnblase).
Bei der Entleerung der Harnblase (= Miktion)
greifen unwillkürliche und willkürliche Vorgänge ineinander. Pro Stunde werden ca. 50 ml Urin

Nierenkörperchen
(Malpighi’sches Körperchen)

osmotischer Druck
Plasmavolumen

Nebennierenrinde

Harnkanälchen

➞ ➞

(A. carotis interna)

Osmorezeptor

n
tio
ma
r
o
Inf

(Tubulus)

Tubulus

Blutkapillaren

innere Kopfarterie

Na+
H2O

Plasmavolumen

Aldos
teron



Abb. 13.13

Hormonelle Regulation der Na+-Resorption.

H+
K+

13.5 Physiologie der Niere
in die Harnblase transportiert, sodass der
Blaseninnendruck stetig steigt. Kurze Druckanstiege lösen bei 150 bis 200 ml bereits kurz
anhaltenden Harndrang aus. Bei 250 – 300 ml
wird der Harndrang so intensiv, dass die Entleerungsphase eingeleitet wird.
Parasympathisch wird Folgendes bewirkt:
– Kontraktion des M. detrusor bei
– gleichzeitiger Erschlaffung des M. sphincter
vesicae und
– Verschluss der Ureteröffnungen.
Wird nun der willkürliche Schließmuskel zur
Erschlaffung gebracht, fließt der Harn unter Einsatz der Bauchpresse restlos ab.
Merke

Durch die Verknüpfung des sakralen Miktionszentrums mit der Großhirnrinde kann
die weitgehend reflektorisch und automatisch
ablaufende Blasenentleerung kontrolliert,
d. h. eingeleitet oder unterdrückt, werden.
Dieser Vorgang wird in den ersten Lebensjahren erlernt.
Vereinfacht dargestellt, laufen dabei folgende
Vorgänge ab:
Druckanstieg (= Reiz) 

Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand 

Sakrales Miktionszentrum
(Dieses Reflexzentrum steuert
– für uns unbewusst –
Sammel- und Entleerungsphase.) 

Miktionszentrum im Stammhirn 

Großhirnrinde
(Der Harndrang wird bewusst.
Nun gibt es 2 Möglichkeiten: willkürliche
Unterdrückung oder Blasenentleerung.)
Merke

Bei gesunden Menschen enthält der Urin
weder Eiweiß noch Zucker, höchstens einige
abgestoßene Epithelzellen der ableitenden
Harnwege und einige Leukozyten.

P Durch den willkürlichen Schließmuskel kann

die Blasenentleerung eine begrenzte Zeit aufgehalten werden. Liegt die abgegebene Harnmenge unter 20 ml/s, sollte an ein Abflusshindernis gedacht werden.
Inkontinenz bedeutet, der Mensch ist aufgrund von Organveränderungen oder Funktionsstörungen unfähig, die Blasenentleerung
willkürlich zu steuern.
Zusammensetzung des Endharns
• Wasser ca. 97 %,
• Stoffwechselendprodukte des Eiweißstoffwechsels (Harnstoff, Kreatinin) ca. 40 g/d,
• anorganische Substanzen (Kochsalz, Kalium,
Calcium, Ammoniak, Magnesium) ca. 18 g/d,
• Harnfarbstoffe (Urobilin, Urochrom),
• Hormone, Enzyme, Vitamine, evtl. Arzneimittel
und Fremdstoffe.

275

276

13

Harnsystem, Funktionen der Niere

Fragen zur Wiederholung
l. Nennen Sie die Harnorgane und beschreiben Sie deren Lage.
2. Beschreiben Sie den makroskopischen und mikroskopischen Bau der Niere.
3. Wodurch werden die Nieren in ihrer Lage gehalten?
Was ist eine Wanderniere?
4. Beschreiben Sie das Sammelrohrsystem.
5. Beschreiben Sie den Blutfluss durch die Niere.
Welche Besonderheit gibt es?
6. Auf welchem Weg gelangt der Urin vom Bildungsort nach außen?
7. Beschreiben Sie die anatomischen Besonderheiten der ableitenden Harnwege.
8. Vergleichen Sie männliche und weibliche Harnröhre und ziehen Sie praktische
Schlussfolgerungen.
9. Nennen Sie die Aufgaben der Niere.
10. Erläutern Sie die Harnbildung als Mittel der Regulations- und Ausscheidungsfunktion.
11. Definieren Sie:
a) Primärharn,
b) Endharn,
c) effektiver Filtrationsdruck,
d) Selbstregulation der Nierendurchblutung.
12. Warum dürfen bei eingeschränkter Nierenfunktion viele Arzneimittel nur in geringen
Dosen verordnet werden?
13. Wie erfolgt die hormonelle Regulation der Nierentätigkeit?
14. Beschreiben Sie die Miktion.
15. Wie ist der Endharn zusammengesetzt?

277

14

Geschlechtssystem (Genitalsystem)

Im Zusammenhang mit dem Geschlechtssystem 14.1 Männliche Geschlechtsorgane
werden primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale unterschieden. Die primären Geschlechtsmerkmale sind bereits zum Zeitpunkt
der Geburt vorhanden (z. B. Hoden, Eierstöcke
etc.), die sekundären entwickeln sich während
der Pubertät (z. B. weibliche Brustdrüsen,
Schambehaarung etc.).

Die primären Geschlechtsorgane werden entsprechend ihrer Lage in innere und äußere untergliedert. Sie stehen in enger Beziehung zu den
Harnorganen (z. B. männliche Harnröhre als
Harnsamenröhre).

linker Harnleiter
gerader
Bauchmuskel
(M. rectus abdominis)

Harnblase
(Vesica urinaria)

Samenleiter
(Ductus deferens)

Vorsteherdrüse
(Prostata)

Gliedschwellkörper
(Corpus cavernosum
penis)

Hoden
(Testis)

Eichel

(Ureter sinister)

Bläschendrüse
(Glandula seminalis)

Mastdarm
(Rektum)

Cowper’sche Drüse
(Glandula bulbourethralis)

After
(Anus)

Harnröhre
(Urethra)

Nebenhoden
(Epididymis)

Hodensack
(Scrotum)

(Glans penis)

Harnblase
(Vesica urinaria)

innere
Harnröhrenöffnung
(Ostium urethrae
internum)

Symphyse
Harnröhre
(Urethra)

Gliedschwellkörper
(Corpus cavernosum
penis)

Schiffergrube
(Fossa navicularis
urethrae)

äußere
Harnröhrenöffnung
(Ostium urethrae
externum)

Harnleiter
(Ureter)

Bläschendrüse
(Glandula seminalis)

Mastdarm
(Rektum)

Vorsteherdrüse
(Prostata)

Spritzkanal
(Ductus ejaculatorius)

Hodensack
(Scrotum)

Hoden
(Testis)

Männliche Beckenorgane.

Abb. 14.1

14

278

Geschlechtssystem (Genitalsystem)

14.1.1 Innere männliche Geschlechtsorgane

P Bleiben die Hoden im Bauchraum oder im

Leistenkanal hängen (Kryptorchismus), ist eine
operative Verlagerung in den Hodensack notwendig, da für die Bildung der Samenzellen
(Spermiogenese) eine etwas niedrigere Temperatur als die Körpertemperatur Voraussetzung
ist. Außerdem neigen im Bauchraum verbliebene
Hoden zu krankhaften Entartungen (Tumoren).

Zu den inneren männlichen Geschlechtsorganen
gehören
• die paarigen Hoden,
• die paarigen Nebenhoden,
• die paarigen Samenleiter,
• die Vorsteherdrüse und
• die paarigen Bläschendrüsen (= Samenblasen)
und die paarigen Cowper’schen Drüsen.
Hoden (Testis, Orchis)
Form, Größe, Lage
Die Hoden entwickeln sich im Bauchraum und
wandern am Ende der Embryonalzeit durch den
Leistenkanal (✑ S. 139) in den Hodensack (Descensus testis, descensus = absteigen). Dabei gelangen auch Bauchfellanteile in den Hodensack.

Beim erwachsenen Mann sind die Hoden walnussgroß.
Mikroskopische Struktur
Der Hoden wird von einer bindegewebigen Hülle
umschlossen. Von dieser ziehen kleine Bindegewebssepten nach innen, dadurch kommt es zu
einer Aufteilung in ca. 250 Hodenläppchen. In
jedem Hodenläppchen befinden sich
2 – 4 Hodenkanälchen, die zusammen eine Länge von ca. 300 Metern
erreichen.

A. testicularis
Samenleiter
(Ductus deferens)

V. testicularis
Samenstrang

Funktionen
• Samenzellbildung
Die Bildung der Samenzellen (Spermien) erfolgt im gewundenen Teil
der Hodenkanälchen; diesen Vorgang
bezeichnet man als Spermiogenese.
Über den gestreckten Teil gelangen
die Spermien in das Hodennetz.

(Funiculus spermaticus)

Nebenhodenkopf
(Caput epididymidis)

Bindegewebslager
mit Hodennetz

P In der Scheide sind die Spermien

ca. 2 Stunden, in der Gebärmutter
bis zu 48 Stunden befruchtungsfähig.

(Rete testis)

Hodenläppchen
(Lobuli testis)

mit Hodenkanälchen
(Tubuli seminiferi)

Bindegewebssepten
(Septula testis)

Bindegewebshülle
(Tunica albuginea)

Nebenhodenkörper
Nebenhodenschweif
mit 4 – 5 m langem
Nebenhodengang

Abb. 14.2

Hoden (Testis) und Nebenhoden (Epididymis).

• Hormonbildung
In den Leydig’schen Zwischenzellen,
die zwischen den Hodenkanälchen
im Bindegewebe liegen, wird das
Androgen Testosteron gebildet. Mit
Beginn der Pubertät schüttet der
Hypophysenvorderlappen (✑ Kap.
15.3.3, S. 304) Hormone aus, die die
Spermienreifung und die Ausschüttung von Testosteron anregen. Das
Testosteron ist mit den weiblichen
Sexualhormonen Östrogen und Progesteron verwandt.

Funktion Die Bläschendrüsen produzieren für die Beweglichkeit der Spermien ein alkalisches Sekret.14. P Das ❑ phosphathaltige Prostatasekret wirkt bewegungsauslösend auf die Spermien. Samenleiter (Ductus deferens) Länge und Lage Die Samenleiter sind 50 – 60 cm lang und haben einen Durchmesser von 3 mm. Sie ziehen zunächst aus dem Hodensack heraus bis vor die Schambeinäste und von da aus im Samenstrang durch den Leistenkanal in das kleine Becken.3 Vorsteherdrüse (Prostata) Die kastaniengroße Prostata umschließt den ersten Abschnitt der Harnröhre. 5 cm zusammengeknäulten Nebenhodengang. Beckenboden und Rektum. Samenstrang (Funiculus spermaticus) Der Samenstrang liegt im Leistenkanal. liegt also zwischen Harnblasenfundus. Der in der Vorsteherdrüse verlaufende Endabschnitt der Samenleiter heißt Spritzkanal (Ductus ejaculatorius). Hier durchbohren sie von beiden Seiten die Vorsteherdrüse und münden innerhalb dieser auf dem Samenhügel in die Harnröhre. Krebs) rechtzeitig erkannt und damit u. Anschließend verlaufen die Samenleiter seitlich der Harnblase in enger Nachbarschaft der Bläschendrüsen zum Fundus der Harnblase. P Bei älteren Männern kann sich die Prostata ❑ Bläschendrüsen (Glandula seminalis) Die beiden Bläschendrüsen liegen beidseitig am Harnblasengrund und grenzen dorsal an das Rektum. Der Prostatakrebs ist ein typischer Alterskrebs. Es bildet den Hauptteil der Samenflüssigkeit. Abb. . also ebenfalls im Hodensack. und V. Er ist der wichtigste Speicher für die Spermien. testicularis. alkalisches Sekret gebildet. Die Harnröhre wird eingeengt und der Harn in der Blase zurückgestaut (Retentio urinae). 279 Spermien Spermatiden Spermatozyt 2 SertoliZelle 1) Spermatozyt 1 Ursamenzelle (Spermatogonie) 1) Stützzellen. Er enthält außer dem Samenleiter die A. das beim Samenerguss (Ejakulation) durch die reichlich vorhandene glatte Muskulatur rasch in die Harnröhre abgegeben wird. Außen hat sie eine unelastische Kapsel aus straffem Bindegewebe und glatter Muskulatur. Nebenhoden (Epididymis) Der Nebenhoden liegt an der Hinterfläche des Hodens. Funktion Im Nebenhoden reifen die Samenzellen aus.1 Männliche Geschlechtsorgane Blutversorgung Die Blutversorgung der Hoden erfolgt durch die Arteria und Vena testicularis. dünnflüssiges. U. Ihr Ausführgang verbindet sich mit dem Ductus ejaculatorius. ein mögliches Prostatakarzinom oder eine Nierenschädigung durch Harnstau (Hydronephrose) verhindert werden. die der Ernährung der reifenden Samenzellen dienen Reifung der Samenzellen. Diese Muskulatur verleiht der Prostata eine im Vergleich zu anderen Drüsen feste Konsistenz. vergrößern (Benigne Prostatahyperplasie – BPH). Funktion Im Samenleiter erfolgt der Transport der Samenzellen von den Nebenhoden in die Harnröhre. Durch rektale digitale Untersuchung bei Männern über 50 Jahre kann eine vergrößerte Prostata (BPH. Lymphgefäße und Nerven des Hodens. 14. Vom Hodennetz ziehen Kanälchen in den Nebenhodenkopf und münden hier in den 4 – 5 m langen auf ca. In etwa 30 Einzeldrüsen wird ein milchig. Dieser durchzieht den Nebenhoden und geht am Nebenhodenschweif in den Samenleiter über.

Dieser Teil befestigt den Penis an den Schambeinästen und dem Beckenboden. – Eichel (Glans penis). 14. Die Eichel wird von einem Doppelblatt der Penishaut (Vorhaut = Präputium) bedeckt. – Schaft. 0. Mittelstück und Schwanz (✑ Abb. Die Spermien bestehen aus Kopf.14 280 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Samenflüssigkeit (Sperma) Als Sperma bezeichnet man die bei einem Samenerguss (Ejakulation) über die Harnröhre ausgestoßene gallertartige weißliche Flüssigkeit. S.2 Äußere männliche Geschlechtsorgane Zu den äußeren männlichen Geschlechtsorganen gehören das männliche Glied mit Harnsamenröhre sowie der Hodensack.5 – 10 ml Flüssigkeit mit 30 – 150 Millionen Spermien pro Milliliter. Männliches Glied (Penis) Am Penis unterscheidet man äußerlich drei Abschnitte: – Wurzel. 14. vom quer gestreiften Harnröhrenschließmuskel umgeben Mündung des Harnleiters (Ostium ureteris) Bläschendrüse (Glandula seminalis) innere Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae internum) Vorsteherdrüse (Prostata) Cowper’sche Drüse (Glandula bulbourethralis) Gliedschenkel (Crus penis) paarige Gliedschwellkörper (Corpora cavernosa penis) Schwellkörperabschnitt der Harnröhre (Pars spongiosa urethrae) Schwellkörper der Harnsamenröhre (Corpus spongiosum penis) Schiffergrube (Fossa navicularis urethrae) Eichel des Penis (Glans penis) äußere Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae externum) Abb. Es setzt sich im Wesentlichen aus den in den Hoden gebildeten Spermien und den Sekreten von Bläschendrüsen und Prostata zusammen. Das ist der bewegliche Teil ohne Eichel. 14. Hals.1. 287).10. Das Sperma besteht aus ca. . Harnleiter (Ureter) Samenleiter (Ductus deferens) Harnblase (Vesica urinaria) Samenhügel (Colliculus seminalis) Mündung des linken Spritzkanals (Ductus ejaculatorius sinister) Vorsteherdrüsenabschnitt der Harnröhre (Pars prostatica urethrae) Beckenbodenabschnitt der Harnröhre (Pars membranacea urethrae) im Diaphragma urogenitale.4 Männliche Harnblase und Penis eröffnet.

Von außen nach innen gibt es 4 Schichten: Merke Der Penis hat eine Doppelfunktion.14. (Corpus cavernosum penis) – Die paarigen GliedschwellBindegewebshülle körper: Sie liegen im obe(Tunica albuginea) ren Bereich am Penisrücken. Hier in der Beckenbodenmuskulatur liegen auch die beiden erbsengroßen Cowper’schen Drüsen 14. Haut (Cutis) Fascia penis Scheidewand (Septum penis) Im Inneren des Penis liegen drei Gliedschwellkörper lang gestreckte Schwellkörper. Eierstockgrube. 200. in der rung der zuführenden Arterien bei gleichzeitiger sog.Mikroskopischer Bau gen kommt. Am hinteren Ende ist Penisquerschnitt. Follikelreifung Follikel sind Bläschen aus Follikelepithel. Bereits vor der Geburt beginnen die Reifeteilungen (✑ S. Nebenhoden und die Anfänge der Samenleiter liegen. welche jeweils eine Eizelle umhüllen. 14. Funktion 1. das kurz vor der eigentlichen Ejakula.14. Er ist Geschlechts. Aber erst mit Beginn der ersten Regelblutung (Menarche) reift in ca.000 Follikel mit ebenso vielen Eizellen. pflaumenZwecke des Geschlechtsverkehrs wird erreicht. Schwellkörper der – Der Schwellkörper der HarnHarnröhre (Corpus spongiosum penis) samenröhre: Er umfasst die Harnröhre Harnröhre und trägt an sei(Urethra) nem vorderen Ende die Eichel. Hodensack (Scrotum) Der Hodensack ist eine Hauttasche. Dieses Muskelgewebe ermöglicht ein Zusammenziehen der Fleischhaut bei niedrigen und Erschlaffen bei höheren Temperaturen im Sinne eines Wärmeregulators für die empfindlichen Keimdrüsen. Abb. großen (4 cm x 2 cm x l cm) Ovarien liegen an indem durch nervale Regulation eine Erweite.den Seitenwänden des kleinen Beckens. – Bauchfellüberzug. in der Hoden. Ihr schleimiges Sekret. – Eierstockmark: Es besteht aus lockerem Bindegewebe mit Gefäßen und Nerven. 50).2 Weibliche Geschlechtsorgane (Glandulae bulbourethrales). Eierstock (Ovarium) Versteifung bzw.2 Weibliche Geschlechtsorgane P Häufige Entwicklungsstö❑ rung ist eine zu enge Vorhaut (Phimose). Aufrichtung des Gliedes Größe und Lage Die Erektion (Aufrichtung) des Gliedes zum Die bei der geschlechtsreifen Frau ca. Zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen Die Schwellkörper bestehen aus zahlreichen gehören die paarigen Eierstöcke. soll die Urinreste der Harnröhre neutralisieren. die Gebärmutter und die Scheide. Die Haut ist pigmentiert und weist als Besonderheit reichlich glattes Muskelgewebe anstelle von Fettgewebe auf. zwischen den inneren und Verengung der abführenden Venen erfolgt. 28 Tagen ein Follikel heran.1 Innere weibliche Geschlechtsorgane tion abgegeben wird. – Eierstockrinde: Sie enthält schon beim Neugeborenen ca. – Organkapsel aus Bindegewebe. ohne dass jedoch der Blutstrom völlig zum Erlie.2. Nach der Geburt bilden sich keine neuen Eizellen mehr. die paarigen kleinen Hohlräumen und werden von einer Eileiter. daher der Name Fleischhaut. Die äußeren Beckengefäßen. 281 .und Ausscheidungsorgan. derben Hülle umgeben. Schwellkörper werden prall mit Blut gefüllt.5 er zwiebelförmig verdickt.

Der sprungreife Follikel ist kirschkerngroß und hebt sich bis zum Eisprung (Ovulation) deutlich von der Oberfläche ab. Bei gestörtem Auffang. und 14. • Gestagene (Gelbkörperhormon = Progesteron). Beide sind lebensbedrohlich (Verblutungsgefahr) und müssen behandelt werden. • Östrogene (Follikelhormone). 284) Bei der äußeren Betrachtung der Gebärmutter erkennt man die folgenden Abschnitte. Eileiter (Tuba uterina. Im ersten Fall spricht man von einer Bauchhöhlen-. Lebensjahr. Nach unten verengt sich die Gebärmutterhöhle zum Gebärmutterhalskanal = Cervixkanal (Canalis cervicis uteri). S. Die äußere trichterförmige Eileiteröffnung umfasst mit fingerartigen Fortsätzen (Fimbrien) den Graaf ’schen Follikel. P Über die Eileiter besteht eine direkte Verbin❑ dung von der freien Bauchhöhle über Gebärmutter und Scheide nach außen (Infektionsgefahr). Normalerweise ist der Körper nach vorn über die Blase gebeugt (Anteflexio uteri). Die Eizelle ist meist von einer Schicht Follikelepithelzellen umgeben. ist sie etwas größer als bei Frauen. Hormonbildung Im Eierstock werden in bestimmten Zellen Sexualhormone gebildet. etwa 7 bis 10 cm lang und wiegt 60 bis 70 Gramm. Gliederung (✑ Abb. Salpinx uterina) Der Eileiter ist ein 10 – 15 cm langer Schlauch und dient dem Transport der Eizelle vom Eierstock in die Gebärmutter. weil der äußere Muttermund gegen die vordere Scheidenwand gedrückt wird. So entsteht von der Gebärmutter ausgehend das breite Mutterband (Lig. – Gebärmutterkörper (Corpus uteri): Im Inneren dieses breiten. Das Gewebe zwischen dem Bauchfelldoppelblatt heißt Parametrium und enthält in Bindegewebe eingebettet Gefäße und Nerven. Der Transport dauert ca. Bauchfellbeziehung und Bänder Der Bauchfellüberzug des Uterus zieht als Doppelblatt seitwärts zur Beckenwand. – Gebärmutterhals (Cervix uteri): Zwischen Körper und Hals liegt eine Engstelle als Verbindung. 14. fängt die Eizelle beim Eisprung auf und transportiert sie mithilfe von Flimmerbewegungen der Flimmerepithelzellen sowie peristaltischen Muskelkontraktionen in die Gebärmutter. Durch Teilung der Follikelepithelzellen schon in den ersten Lebenstagen wird die Hülle dicker. Im Eileiter findet normalerweise die Befruchtung statt.und Transportmechanismus kann sich eine befruchtete Eizelle sowohl in der Bauchhöhle als auch im Eileiter einnisten. der Isthmus uteri. latum uteri) als Aufhängung für Eileiter und Eierstock. Er kann vom Arzt bei einer gynäkologischen Untersuchung betrachtet werden. Vom Fundus der Gebärmutter ziehen die . Es entsteht ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum.8. Gebärmutter (Uterus) Form und Größe Die Gebärmutter ist birnenförmig. P Der äußere Muttermund ist bei der Nullipara ❑ rund und bei der Multipara lippenartig quer gestellt. Der obere Teil des Gebärmutterhalses liegt über der Scheide. 2. – Gebärmuttergrund (Fundus uteri): Dies ist die Wölbung über den Eintrittsstellen der Eileiter in den Uteruskörper. Ihre Form ist im Frontalschnitt dreieckig und im Längsschnitt spaltförmig. abgeflachten Teiles liegt die Gebärmutterhöhle (Cavitas uteri) als Entwicklungsraum für den Keimling. P Bei einer Krümmung des Körpers nach hin❑ ten (Retroflexio uteri) auf den Mastdarm könnte der Weg für die Spermien versperrt werden. • Tertiärfollikel (= Graaf ’scher Follikel). im zweiten von einer Eileiterschwangerschaft. die noch keine Kinder geboren haben (Nullipara). Das Follikelepithel teilt sich schnell. • Sekundärfollikel. die mehrere Kinder geboren haben (Multipara). der untere Halsteil ragt als Mutterkegel (Portio vaginalis) in die Scheide hinein. Bei Frauen. Lage Der Uterus liegt im kleinen Becken zwischen der Blase und dem Rektum. Er entwickelt sich ab dem 10.282 14 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Dabei sind drei Stadien zu beobachten: • Primärfollikel. 4 Tage.

6). Wegen ähnli(Vesica urinaria) chen Symptomen ist auf eine exakte Unterscheidung zwiWeibliche Beckenorgane (Frontalschnitt). Eileiter (Tuba uterina) breites Mutterband) als Adnexe (= Anhangsgebilde) bezeichnet. Die Uteruswand ist dreischichtig.u. 14. 283 Mastdarm (Rektum) Eierstock (Ovarium) P In ❑ der Gynäkologie werden Gebärmutter (Uterus) die dem Uterus „anhängenden“ Organe (Eileiter. Bei manchen 1. rundes Mutterband Dementsprechend heißen Ent(Lig. Abb.6 schen Adnexitis und Appendizitis (Entzündung des Wurmfortsatzes) – auch im Hinblick auf therapeutische Maßnahmen Mikroskopischer Bau der Uteruswand – unbedingt zu achten. 14. drüsenreiche Schicht besteht aus zum Gebärmuttervorfall (Prolapsus uteri) mit – der Basalschicht (direkt an die Muskulatur erheblicher Infektionsgefahr. Abb.2 Weibliche Geschlechtsorgane beiden runden Mutterbänder (Lig. Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) Frauen verliert er seinen Halt. grenzend) und Gebärmutter Eierstock (Uterus) (Ovarium) Douglas’scher Raum Eileiter (Tuba uterina) (Excavatio rectouterina) Bauchfelltasche zwischen Uterus und Blase Mastdarm (Rektum) (Excavatio vesicouterina) Scheidengewölbe Harnblase (Fornix vaginae) (Vesica urinaria) Symphyse Harnröhre Scheide (Vagina) (Urethra) kleine Schamlippe Kitzler (Clitoris) (Labium minus pudendi) äußere Harnröhrenöffnung große Schamlippe (Ostium urethrae externum) (Labium majus pudendi) Weibliche Beckenorgane – Medianschnitt. teres uteri) durch den Leistenkanal zu den großen Schamlippen (✑ Abb. teres uteri) zündungen der GebärmutteranHarnblase hänge Adnexitis.7 .14. Von innen nach Der Halteapparat des Uterus wird bei jeder außen sind zu unterscheiden: Schwangerschaft gedehnt. 14. Eierstock. und es kommt Diese gefäß.

Dadurch wird das Scheidensekret sauer (pH-Wert = 4) und bildet einen wichtigen Infektionsschutz. welche während der monatlichen Regelblutung (Menstruation) abgestoßen und in den darauf folgenden Tagen wieder aufgebaut wird. aber auch als Reibefläche für den Penis beim Geschlechtsverkehr (Koitus). Das untere Ende der Scheide (Scheideneingang. Von der hin- teren Seite des Gebärmutterhalses zieht dann das Bauchfell zur Vorderfläche des Rektums. P Das ❑ Myometrium neigt zur Bildung gutartiger Gewächse (Myome). Gebärmuttermuskulatur (Myometrium) Diese glatte Muskulatur ist in Spiralzügen angeordnet und wirkt vor allem als austreibende Kraft während der Geburt des Kindes durch Gebärmutterhalskanal und Scheide. Die Zellen enthalten sehr viel Glykogen. aus dem anfallenden Glykogen Milchsäure. Bauchfellüberzug (Perimetrium) Das Peritoneum überzieht vom Scheitel der Harnblase kommend die Gebärmutteroberfläche. Die Schleimhaut im Gebärmutterhalskanal enthält palmenblattartige Falten. 10 cm langer elastischer Schlauch zwischen Harnröhre und Mastdarm. Der obere Scheidenteil ist gewölbeartig erweitert (man spricht vom Scheidengewölbe) und umfasst den äußeren Muttermund (Portio vaginalis).und Hinterwand liegen aufeinander. Scheidenmund) mündet in den Scheidenvorhof. auch Döderlein’sche Scheidenbakterien genannt. Scheide (Vagina) Die Scheide ist ein ca. . der das Eindringen von Krankheitserregern von der Scheide her verhindert. Die Wand besitzt Reservefalten für den Geburtsvorgang. – der Funktionsschicht. 3. Der Uterus liegt also intraperitoneal und ist entsprechend beweglich (Größenzunahme bei Schwangerschaft). 14. Nach ihrem Absterben bilden Milchsäurebakterien.14 284 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Fransen/ Fimbrien Ampulle des Eileiters Gebärmuttergrund (Ampulla tubae uterinae) (Fundus uteri) (Fimbriae tubae) Eileiterenge Gebärmutterkörper Tubentrichter (Isthmus tubae uterinae) (Corpus uteri) (Infundibulum tubae uterinae) Gebärmutterhals (Cervix uteri) Eierstock Muttermund (Ovarium) (Ostium uteri) Gebärmutterhöhle Scheide (Cavitas uteri) (Vagina) Mutterkegel Gebärmutterenge (Portio vaginalis) (Isthmus uteri) Abb. sodass ein Querspalt entsteht. Scheidenschleimhaut Die Schleimhaut der Scheide trägt mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel. 2. Hier bilden die Zellen einen Schleimpfropf. Vorder.8 Innere weibliche Geschlechtsorgane von vorn.

Diesen Funktionen entsprechend ist die Scheide elastisch. In ihm liegen von vorn nach hinten – die äußere Harnröhrenöffnung (Ostium urthrae externum) und – der Scheideneingang (Ostium vaginae). • paarige große Schamlippen. Kitzler (Clitoris) Der Kitzler besteht aus Schwellkörpergewebe. mit Talgdrüsen versehene dünne unbehaarte Hautfalten.und verformbar. Schamberg (Mons pubis) Der Schamberg ist ein Fettpolster. Die Clitoris ist von der Kitzlervorhaut (Preputium clitoris) umgeben.9 . Schweiß. • paarige kleine Schamlippen. • Scheidenvorhof und • Kitzler. Beim Scheidenabstrich wird die hintere Wand der Scheide im oberen Bereich abgetupft und so Zellen für die mikroskopische Untersuchung gewonnen. Sie enthalten Talg-. die an der Innenseite der großen Schamlippen liegen. P Scheidenspülungen ❑ sollten wegen Beeinträchtigung der Scheidenflora nicht zu häufig vorgenommen werden. 14. Es besteht aus: • Schamberg (= Venushügel). Er liegt über vorderer Zusammenschluss der großen Schamlippen (Commissura labiorum anterior) Kitzlervorhaut (Preputium clitoris) 285 dem vorderen Zusammenschluss der großen Schamlippen und ist behaart.14. Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) Der Scheidenvorhof ist der Raum zwischen den kleinen Schamlippen.2 Äußere weibliche Geschlechtsorgane Das äußere Genitale der Frau wird als Vulva (= weibliche Scham) bezeichnet.2 Weibliche Geschlechtsorgane Funktion Die Scheide hat 3 Aufgaben: Sie – ist weibliches Geschlechtsorgan. Die Behaarung schließt nach oben horizontal ab. Er ähnelt in seinem Bau dem Penis und erigiert bei sexueller Stimulation. Kleine Schamlippen (Labia minora pudendi) Die kleinen Schamlippen sind fettfreie. dehn.2. Abb. 14. und seine Schleimhaut ist reichlich mit sensiblen Nervenendungen versorgt.und Duftdrüsen. Schamberg (Mons pubis) große Schamlippe (Labium majus pudendi) kleine Schamlippe Kitzler (Labium minus pudendi) (Clitoris) Scheidenvorhof äußere Harnröhrenöffnung (Vestibulum vaginae) (Ostium urethrae externum) Scheideneingang (Ostium vaginae) Reste des Jungfernhäutchens (Carunculae hymenales) Damm (Perineum) hinterer Zusammenschluss der großen Schamlippen (Commissura labiorum posterior) After (Anus) Äußere weibliche Geschlechtsorgane. – nimmt das ejakulierte Sperma auf (Speicherung im hinteren Scheidengewölbe) und – dient als Geburtskanal. Große Schamlippen (Labia majora pudendi) Die großen Schamlippen werden aus 2 breiten behaarten Hautwülsten gebildet und umschließen die Schamspalte (Rima pudendi).

ab S. Beischlaf) Der Geschlechtsverkehr ist normalerweise die Voraussetzung für die Befruchtung. Merkmale) 1. Ejakulat) entleert. Gewebsrückbildung – Nachlassen der Stoffwechselintensität In der 4. Befruchtung Embryonal-/ und Fetalentwicklung – Furchung (Blastogenese) – Keimblätterbildung (Gastrulation) – Bildung der Organanlagen und Organe (Organogenese) Diese Periode ist durch ein intensives Zellteilungswachstum und vielfältige Zelldifferenzierungen gekennzeichnet. Altern (Seneszenz) Tod – Abbauprozesse.und Entwicklungsprozesse (bzw. insbesondere der Geschlechtsorgane und sekundären Geschlechtsmerkmale In dieser Periode wird die Fortpflanzungsfähigkeit erreicht und das Wachstum abgeschlossen.000 Ureizellen. Der Mensch pflanzt sich geschlechtlich (sexuell) fort. 14. 43). Der Geschlechtsakt kann in 4 Phasen eingeteilt werden. Periode kommt es zum Nachlassen der Leistungsfähigkeit. Gewebe und Organe sind voll leistungsfähig – Bildung und Reifung der Geschlechtszellen – Fortpflanzung Hier erreicht der Mensch seine optimale körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. 2.und Jugendentwicklung – Wachstum und weitere Organausbildung. Die menschlichen Entwicklungsperioden werden von biologischen. Entwicklungsperiode wichtige Wachstums. 14. 4. Er trennt mithin äußere und innere weibliche Geschlechtsorgane. wobei die Erbinformationen von den Eltern auf die Nachkommen übertragen werden (✑ Kap. Beim ersten Geschlechtsverkehr wird das Jungfernhäutchen zerstört (= Defloration). . 200.1). die vom vegetativen Nervensystem gesteuert werden (✑ Tab. Man unterscheidet die vorgeburtliche (pränatale) und nachgeburtliche (postnatale) Entwicklung. Beim Kind stellt er einen zusätzlichen Infektionsschutz dar. 2. Weg der Eizelle In einem Eierstock eines Mädchens befinden sich bereits bei der Geburt ca. h. Dieser Vorgang kann schmerzhaft sein und zu einer geringfügigen Blutung führen. Säuglings-. mit Hilfe von Geschlechtszellen.5.1 Merke Die individuelle Entwicklung des Menschen beginnt mit der Befruchtung und endet mit dem Tod. Follikelzellen Entwicklungsperioden der Individualentwicklung. psychischen und sozialen Faktoren beeinflusst. Geschlechtsverkehr (Coitus. eingeschlossen von sog. Die Individualentwicklung endet mit dem Tod. 14.2 auf Seite 288). Die Individualentwicklung (Ontogenese) des Menschen läßt sich in 4 Entwicklungsperioden gliedern (✑ Tab 14. Hierbei wird das männliche Glied (Penis) in die weibliche Scheide (Vagina) eingeführt und die Samenflüssigkeit (Sperma. Kohabitation. d. Tab. Kindes. 3. Erwachsenenstadium (adulte Periode) – Zellen.3 Fortpflanzung und Individualentwicklung des Menschen bis zur Geburt (Überblick) Fortpflanzung bedeutet Reproduktion artgleicher Nachkommen.14 286 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Jungfernhäutchen (Hymen) Der Hymen ist eine dünne Schleimhautplatte am Scheideneingang und engt dessen Öffnung ein.

14.3 Fortpflanzung und Individualentwicklung 22 Autochromosomenpaare + X. Y = männlich Befruchtung haploide Samenzelle haploide Eizelle 287  und  Vorkerne verschmelzen zu diploider Zygote Beginn der Zellteilung Eileiter (Tuba uterina) Eileiter (Tuba uterina) Eierstock (Ovarium) Eierstock (Ovarium) Gebärmutter Scheide (Vagina) (Uterus) äußerer Muttermund (Ostium externum uteri) Eizelle Kopf mit Kopfkappe (Akrosom) Hals mit Zentriol Mittelstück mit Mitochondrien Achsenfaden aus Mikrotubuli Hüllenzellen Follikelflüssigkeit Eizelle Follikelzellen Schwanz sprungreifer Follikel (Tertiärfollikel = Graaf’scher Follikel) Weg der Samen. Abb. X = weiblich oder 22 Autochromosomenpaare + X.und Eizelle zum Ort der Befruchtung. 14.10 .

Eizelle und Hüllzellen gelangen mit der Follikelflüssigkeit in den Eileiter. 72 Stunden ist die Gebärmutter erreicht und ein stecknadelkopfgroßer Zellhaufen aus 32 Zellen entstanden – die Morula (= maulbeerförmiger Keim). Merke Beim Menschen bestimmen die Geschlechtschromosomen das Geschlecht.Erweiterung und Befeuchtung der rung des Penis. – nicht durchgängige Eileiter. Erschlaf. Er reißt schließlich ein. Von da aus wandern sie aufgrund ihrer Eigenbeweglichkeit über die Gebärmutter ebenfalls in den Eileiter (Zeitdauer: 45 – 60 Min. Anschließend bildet sich durch Verlagerung der Zellen aus der Morula die Blastozyste (= bläschenförmiger Keim). Die Zygote ist die erste Körperzelle des neuen Organismus. Der Eisprung erfolgt bei einem 28-tägigen Zyklus in der Regel zwischen dem 12. rhythmische Kontraktionen der Vaginal-. Samenleiter und Harnröhre in die Scheide. Muskelfung und Verkleinerung des Penis. tonus von Uterus. Phase Mann Frau Erregungsphase Versteifung (Erektion) und Vergröße. 30 Stunden nach der Befruchtung.11 .und Beckenbodenmuskulatur. P Ursachen für Unfruchtbarkeit können sein: ❑ Beim Mann – zu geringe Spermienzahl. Vagina. Befruchtung (Fertilisation) Unter Befruchtung versteht man die Verschmelzung einer haploiden Samenzelle mit einer haploiden Eizelle zu einer diploiden Zygote = befruchtete Eizelle). Vagina und Beckenboden normalisieren sich. Mit Beginn der Pubertät reift in jedem Zyklus ein Follikel und wird sprungfähig. Nach ca. Entstehung der sog.Schwellkörper entleeren sich.oder Graaf ’scher Follikel. In dieser Zeit ist eine Befruchtung am wahrscheinlichsten.und Samenleitermuskulatur. Eisprung (= Follikelsprung = Ovulation) Der reife Follikel erreicht einen Durchmesser von 1 – 2 cm. 14. XX-Zygoten ergeben weibliche und XY-Zygoten männliche Individuen. Entscheidend für das Geschlecht des Kindes ist somit die Samenzelle. – nicht durchgängige Samenleiter. die Harnröhre ausgestoßen. Tag. Rückbildungsphase Schwellkörper entleeren sich. 200 bis 300 Mill. 14. Der sprungreife Follikel heißt Tertiär.). und 15. Die Befruchtung findet in der Regel im Eileiter statt. Weg der Samenzellen (= Spermien) Beim Geschlechtsverkehr (Coitus) gelangen mit der Samenflüssigkeit ca. Uterus. Die Samenzellen sind höchstens 72 Stunden befruchtungsfähig. Furchung Unter Furchung versteht man die ersten mitotischen Zellteilungen der Zygote auf ihrem Weg durch den Eileiter in die Gebärmutter. Samenzellen vom Hoden über Nebenhoden.2 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Die vier Phasen des Geschlechtsaktes. In Abb. Sie beginnt ca. Plateauphase Sekret der Cowper’schen-Drüsen wird Optimales Anschwellen der Schwellzur Neutralisierung von Harnresten in körper des Kitzlers (Clitoris). Die Zellen werden nunmehr als Blastomeren bezeichnet. – Funktionsstörungen der Eierstöcke oder der Gebärmutter. Die Eizelle ist nur 12 Stunden befruchtungsfähig. – missgebildete Spermien. bei der Frau – Missbildungen der inneren Geschlechtsorgane. (Eizelle plus Follikelzellen gleich Primordialfollikel).14 288 Tab. – zu geringe Beweglichkeit der Spermien. orgastischen Manschette in der Vaginalwand. Orgasmusphase (= Höhepunkt des Geschlechtsverkehrs) Ausstoßen der Samenflüssigkeit (= Ejakulation) durch rhythmische Kontraktionen der Beckenboden.

14. aus dem die eigentliche Keimund Fruchtanlage entsteht. Die Blastozyste dringt in die Schleimhaut ein und verwächst mit ihr. Abb.14.11 Tab.3 Fortpflanzung und Individualentwicklung 2-Zellen-Stadium 289 Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ➞ Einnistung 4-Zellen-Stadium (Nidation) innere Blastomeren ➞ ➞ ➞ ➞ 8-Zellen-Stadium Blastozystenhöhle äußere Blastomeren Morula Blastozyste Die Stadien der Furchung. Furchung. P Bereits 1 Woche nach der Befruchtung kann ❑ das Choriongonadotropin im Blut bzw. das auch das Amnion bildet. 14. Das Progesteron verhindert den Abbau der Gebärmutterschleimhaut (✑ S. das den Gelbkörper zur weiteren Progesteronsynthese anregt. sind die Teile der Blastozyste zu erkennen: – innen die Blastozystenhöhle mit Flüssigkeit. und aus den inneren der Embryoblast.3 Zygote Furchung Morula Zellumlagerung Blastozyste innere Blastomeren äußere Blastomeren Embryoblast Trophoblast . Urin nachgewiesen und eine Schwangerschaft festgestellt werden (immunologischer Schwangerschaftstest). Merke Aus den äußeren Blastomeren entwickelt sich der Trophoblast. Keimblattbildung (= Gastrulation) Nach der Nidation der Blastozyste differenzieren sich die Zellen des Embryoblasten in 3 Schichten (Keimblätter): Ektoderm (= äußeres Keimblatt). – die äußeren Blastomeren als einschichtige Hülle und – die inneren Blastomeren als kleiner Zellhaufen. 305). Schon zu diesem Zeitpunkt produziert der Trophoblast auch das Schwangerschaftshormon Choriongonadotropin (HCG). Entwicklungswoche die Einnistung in die jetzt besonders aufnahmebereite Gebärmutterschleimhaut. der sich mit Teilen der Gebärmutterschleimhaut zum Mutterkuchen (Placenta) umbildet. Mesoderm (= mittleres Keimblatt). Einnistung (Nidation) Im zuvor beschriebenen Entwicklungszustand beginnt in der 2. Dies geschieht mithilfe von Enzymen der Trophoblastzellen. Entoderm (= inneres Keimblatt).

Viren und Bakterien können die Placentaschranke überwinden und dem Embryo schwerwiegende Schäden zufügen. bestimmte Medikamente. Progesteron) und Enzymen den Erhalt der Schwangerschaft.5 2. 2 1 3. In der Tabelle 14. Öffnen der Augen. Röntgenstrahlen. Zahnanlagen./5.300 Alle Organe ausgebildet. Keimling (= Embryo). radioaktive Strahlen. ❑ Alkohol. Schädigende Einflüsse üben z. Nachgeburt) übernimmt diese die Ver. Geschlecht feststellbar. Merkmale Bemerkungen Typische Körpergliederung. Merke Neben der Versorgung des Kindes mit allen lebensnotwendigen Stoffen und der Entsorgung von Stoffwechselprodukten sichert die Placenta durch die Produktion von Hormonen (Choriongonadotropin = HCG und Placentalaktogen = HPL als schwangerschaftsspezifische Hormone.14 290 Tab. 9 35 25 500 4. Die ca. Monat Länge Masse (in cm) 1. Sie enthält 3 Blutgefäße: 1 Nabelvene (V. Von nun an heißt der Keimling Fetus. Eine Vermischung von kindlichem und mütterlichem Blut findet nicht statt. 500 g) besteht aus einem mütterlichen Anteil (stammt von der Gebärmutterschleimhaut) und einem kindlichen Anteil (stammt vom Trophoblasten). B. 8. (in g) 6. 40 1. einfacher Blutkreislauf.und Entsorgung. P In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten ❑ ist der Embryo aufgrund der Organbildung besonders stark gefährdet. Masse = ca. Anlagen für Nervensystem. Östrogene. Drogen. Viren. Beginn der Verknöcherung. Sie sitzt normalerweise im oberen Teil der Uterushöhle an der Vorder.000 –3. 14. Alle Organanlagen. Knorpelskelett.4 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Überblick über wichtige Phasen der Embryonalentwicklung. Ohren. P Medikamente. Frühgeburt – eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Nach Bildung der Placenta (Mutterkuchen. umbilicales) leiten das Blut vom Kind zur Placenta zurück. Die scheibenförmige Placenta (Durchmesser = 15 – 20 cm. Organbildung Aus den Keimblättern bilden sich durch weitere Zellverlagerungen und Zelldifferenzierungen die einzelnen Organanlagen für die späteren Organe. Herzschlag hörbar. umbilicalis) leitet das Blut von der Placenta zum Kind. Versorgung des Keimlings Unmittelbar nach der Einnistung wird der Keimling mit Stoffen aus dem mütterlichen Gewebe zunächst über den Trophoblasten versorgt. Toxine. Reifezeichen vollständig. und 2 Nabelarterien (Aa. Alkohol und Nikotin aus. 50 3.500 Starke Massenzunahme. Augen.oder Hinterseite. 7. Lanugobehaarung. Nikotin. 0. Mutter spürt Bewegungen. . 50 cm lange Nabelschnur verbindet Placenta und Kind.4 sind die wichtigsten Merkmale der einzelnen Entwicklungsphasen zusammengestellt.

Abb. cava inferior) Nabel (Umbilicus) Nabelschnur (Chorda umbilicalis) Mutterkuchen Gebärmutter (Placenta) (Uterus) Fruchtblase mit Fruchtwasser Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ■ O2-reiches Blut ■ O2-armes Blut ■ Mischblut Scheide (Vagina) Der Blutkreislauf des Keimlings (Fetalkreislauf). arteriosum (vormals Ductus arteriosus) rechter Vorhof linker Vorhof (Atrium dextrum) Ductus venosus (Atrium sinistrum) ovales Loch offen geschlossen (Foramen ovale) Bauchaorta (Pars abdominalis aortae) Leber (Hepar) Lig. 14.3 Fortpflanzung und Individualentwicklung Vor Abtrennung der Nabelschnur 291 Nach Abtrennung der Nabelschnur Aortenbogen (Arcus aortae) Ductus arteriosus Lig.14. umbilicalis) (V. venosum (vormals Ductus venosus) Navelvene untere Hohlvene (V.12 .

– Nabelschnurgefäße. Ductus arteriosus und Ductus venosus veröden in den ersten Lebensmonaten zu bindegewebigen Strängen. Seine Besonderheit besteht darin. Umbildungen im Kreislauf nach der Geburt Beim ersten Atemzug des Neugeborenen vollziehen sich folgende Umbildungen: – Durch Entfaltung der Lungen wird das Blut aus dem Truncus pulmonalis angesaugt. 40 Wochen (280 Tage). Geburt Die Schwangerschaft des Menschen dauert ca. nicht vollständig geschlossen. die das verbrauchte Blut aus dem Keimling in die Placenta zurückführen. Beispiel: 1. also ❑ die Öffnung im Vorhofseptum. sodass ein optimaler Schutz des Kindes – vor allem vor Druck – besteht. Geburtsverlauf Der Verlauf der normalen Geburt wird in 3 Perioden eingeteilt. Tag der letzten Regel = 1. die das sauerstoff. Der Stoffaustausch erfolgt in der Placenta. – 2 Nabelschnurarterien. Dies ist aber ausreichend. 1 Liter. minus 3 Monate plus 7 Tage plus 1 Jahr ergibt den 8. dass mit Ausnahme der Nabelschnurvene alle anderen Gefäße Mischblut führen. Das Blut des Keimlings wird durch die Arbeit seines Herzens bewegt. Merke Die Nabelschnur enthält 3 Gefäße: – 1 Nabelschnurvene. • Ductus arteriosus Botalli (zwischen Truncus pulmonalis und Aorta). Der voraussichtliche Geburtstermin wird wie folgt bestimmt: 1. Merke In Flüssigkeiten breitet sich der Druck gleichmäßig nach allen Seiten aus. die später zur Fruchtblase wird.292 14 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Der Blutkreislauf des Keimlings (Fetalkreislauf) In der 2. Bereits 6 Wochen nach der Befruchtung schwimmt der Embryo im Fruchtwasser der Amnionhöhle. In der späten Schwangerschaft beträgt die normale Menge ca. – Umgehung der Lunge: • Foramen ovale (im Vorhofseptum). Tag der letzten Regelblutung minus 3 Monate plus 7 Tage plus 1 Jahr. – Eröffnungsperiode Beginnt mit der regelmäßigen Wehentätigkeit . Durch diese Umgehungen gelangt in Lunge und Leber relativ wenig Blut. 12.und nährstoffreiche Blut von der Placenta in den Keimling leitet.und unterer Hohlvene). – Der im linken Vorhof entstehende Druck schließt das Foramen ovale. Dabei halten sich Produktion und Resorption im Gleichgewicht. Schwangerschaftshälfte bildet sich der Kreislauf des Fetus heraus. P Nicht selten wird das Foramen ovale. Bei nur geringer Restöffnung ergeben sich kaum nachteilige Folgen. Der fetale Kreislauf ist gekennzeichnet durch 3 physiologische Shunts (Kurzschlussverbindungen) – Umgehung der Leber: Ductus venosus Arantii (zwischen Nabelvene. durchströmt die Lungen und fließt über die Lungenvenen in den linken Vorhof. da durch die fehlende äußere Atmung und die von der Mutter fertig aufbereiteten Nährstoffe beide Organe ihre volle Funktion noch nicht erfüllen müssen. Schutz des Keimlings Der Keimling wird durch das Fruchtwasser und die aus den Eihüllen bestehenden Fruchthüllen wirksam geschützt. als voraussichtlichen Geburtstermin. in der mütterlicher und fetaler Kreislauf völlig getrennt sind. 3. Das Fruchtwasser wird ständig von den Epithelzellen der Fruchthöhlen produziert und auch wieder resorbiert. Kurz nach der Geburt werden die Shunts geschlossen. Gleichzeitig schützt das Fruchtwasser vor Temperaturveränderungen und äußeren Einflüssen. es wird also laufend erneuert. bei vollständig persistierender Öffnung muss diese operativ geschlossen werden.

12 Stunden.13 . Dauer bei Erstgebärenden: ca. Der Geburtsvorgang ist damit beendet. Dauer bei Erstgebärenden: ca. Placenta Nabelschnur Muttermund Eröffnungsperiode regelmäßige Wehentätigkeit Öffnung des Muttermundes Platzen der Fruchtblase Austreibungsperiode vollständige Öffnung des Muttermundes Geburt des Kindes Nachgeburtsperiode Abstoßen der Placenta Die drei Perioden des Geburtsverlaufes.14.3 Fortpflanzung und Individualentwicklung und endet mit der vollständigen Eröffnung des Muttermundes und normalerweise dem Platzen der Fruchtblase. wenn der Muttermund vollständig 293 eröffnet ist und endet mit der Geburt des Kindes. Der Kopf des Kindes hat sich bis zum Beckenboden geschoben. 14. Abb. – Nachgeburtsperiode Das ist der Zeitraum von der Geburt des Kindes bis zum Abstoßen der Placenta (= Nachgeburt). – Austreibungsperiode Sie beginnt. Dauer: 15 – 20 Minuten. 30 Minuten.

Was bedeutet der Begriff „Adnexe“? Begründen Sie. und welches sind die wichtigsten Ergebnisse? Was geschieht während der Furchung? Unterscheiden Sie Trophoblast und Embryoblast. Geben Sie einen Überblick über die weiblichen Geschlechtsorgane und deren Lage. 12. 4. des Fetus? Welche Besonderheiten kennzeichnen den fetalen Kreislauf. 7. Was versteht man unter Nidation? Wie erfolgen Versorgung und Schutz des Embryos bzw. 8.14 294 Geschlechtssystem (Genitalsystem) Fragen zur Wiederholung 1. Was versteht man unter dem Scheidenvorhof? Welche Gebilde liegen in ihm? Nennen und beschreiben Sie die Entwicklungsperioden in der menschlichen Individualentwicklung. 21. und wie erfüllt er sie? Beschreiben Sie den Aufbau des Uterus. Wie wird der Geburtstermin bestimmt? In welche Perioden wird der Geburtsverlauf eingeteilt. 17. 9. 15. Welche Aufgabe hat der Eileiter. 2. 20. Was versteht man unter der Befruchtung. 13. 3. Beschreiben Sie die Follikelreifung im Eierstock. 6. Geben Sie einen Überblick über die männlichen Geschlechtsorgane und deren Lage. 5. und wodurch sind diese gekennzeichnet? . 19. 10. welche Folgen ein sich nicht schließendes Foramen ovale für den Organismus hat. 11. 16. 18. Welche Aufgaben erfüllen die inneren männlichen Genitalorgane? Wie ist das Sperma zusammengesetzt? Beschreiben Sie den Weg der Spermien vom Bildungsort zum Ort der Befruchtung. 14. warum eine gesunde Scheidenflora der wichtigste Schutz gegen Infektionen der inneren weiblichen Geschlechtsorgane ist. und welche Umstellungen vollziehen sich nach der Geburt? Überlegen Sie.

die Langerhans’schen Inseln des Pankreas und die Leydig’schen Zwischenzellen in den Hoden. Wärmehaushalt). B.und Wirkungsort liegen meist weit entfernt. B. Bildungs. Glanduläre Hormone (= Drüsenhormone) Die Bildung erfolgt in Drüsen. Anpassung der Herzfrequenz). Merke . daher der Name Gewebshormon.1 Regulationsfunktionen der Hormone Einteilung Wegen der fließenden Übergänge von Hormonen und hormonähnlichen Stoffen ist es zweckmäßig. Wachstums. Merke Hormone sind biochemische Regulatorstoffe. Die Hormone sind chemische Signal. Pupillenadaptation. – das Wachstum sowie die körperliche. Merke Das Hormonsystem realisiert seine Funktion mithilfe von Hormonen (= Inkrete). Meist gelangen sie durch Diffusion über die interstitielle Flüssigkeit zum Erfolgsorgan. – die Leistungsanpassung (z. Dementsprechend werden hormonelles und nervales Regulationssystem unterschieden. sondern in spezialisierten Zellgruppen bestimmter anderer Gewebe bzw. Das Hormonsystem reguliert durch Hormone: – die Nahrungsaufnahme. Die glandulären Hormone werden in Drüsen gebildet und gelangen durch den Blutkreislauf zum Wirkungsort. geringste Mengen lösen bereits spezifische biologische Reaktionen aus. Sie werden deshalb auch als Koordinationssysteme bezeichnet. – die Fortpflanzungsmechanismen (Bildung und Reifung der Samen. B.1). B. Mit dem Blutstrom werden sie rasch im Körper verteilt (Fernwirkung) und erreichen so ihren Wirkungsort – entweder eine untergeordnete endokrine Drüse oder nichtendokrine Zellen (✑ Tab 15. B. Diese meist organischen Verbindungen besitzen eine hohe und spezifische biologische Wirkung.oder endokrinen Drüsen sind eigenständige Organe (z. 2. h. diesbezüglich von 4 Stoffklassen zu sprechen: 1. Sie werden deshalb in treffender Weise als Botenstoffe bezeichnet. Vorrangig nerval reguliert werden Lebensprozesse.und Entwicklungsprozesse. Vorrangig hormonell reguliert werden langsam ablaufende Lebensprozesse (z. 87). in einigen Fällen aber auch über den Blutweg. d. 15. Schilddrüse).295 15 Hormonsystem (Endokrines System) Hormonsystem und Nervensystem koordinieren im engen Zusammenwirken alle Organfunktionen. die schnell ablaufen müssen (z. Beide Systeme beeinflussen sich wechselseitig. Ansammlungen hormonbildender Zellen sind z. Energiestoffwechsel). Wasser-Salz-Haushalt. Säure-Basen-Haushalt. Hormone Die Hormone gehören wie die Vitamine und Enzyme zu den Wirkstoffen. Organe gebildet. B. – den Stoffwechsel. Schwangerschaft. Aglanduläre Hormone (Gewebshormone) Diese Hormone werden nicht in Drüsen. die im Unterschied zu den exokrinen Drüsen keinen Ausführgang besitzen (✑ S. Kreislauf. – die Homöostase des inneren Milieus (z. Blutdruck).und Regulatorstoffe. Geburt). So können Aktionspotentiale Hormonfreisetzung und umgekehrt Hormone Aktionspotentialbildung bewirken. Sie werden entweder in Hormondrüsen oder zerstreut verteilten endokrinen Zellen gebildet und gelangen meist mit dem Blutstrom zu ihren Erfolgsorganen. Die Hormon. sexuelle und geistige Entwicklung.. Die Hormone diffundieren über die interstitielle Flüssigkeit in das Blut oder die Lymphe.und Eizellen.

SexualhormonBindungs-Globulin • Hormone. Merke Bei der Einteilung der biochemischen Regulatorstoffe ist es wegen der fließenden Übergänge zweckmäßig. Progesteron Eierstöcke Testosteron Hoden Insulin. Gastrin) und der Niere (Renin. Cortisol Nebennierenrinde (NNR) Adrenalin. 3. wenn sie vom Nebennierenmark an das Blut abgegeben werden (✑ S. Alle schlecht wasserlöslichen Steroidhormone. Proteinen sowie den Steroiden. chemische Überträgerstoffe). B. Erythropoetin). 15. . also lokal (Nahwirkung). • fettlöslich (lipophil) Vertreter Aldosteron Cortisol Testosteron Östrogene Progesteron • wasserlöslich (hydrophil) Vertreter alle Hormone mit Ausnahme der Steroidhormone und Hormone der kleinen Gruppe Noradrenalin Thyroxin Trijodthyronin Die meisten Hormone gehören zu den Peptiden bzw.15 296 Tab. Neurosekretorische Hormone Diese Hormone werden in Nervenzellen gebildet (Neurosekretion) und gelangen über die Blutbahn zum Erfolgsorgan. 368). die für Testosteron und sich von einer Peptid. Serotonin und die Prostaglandine. Zu ihnen gehören die Hormone des Hypothalamus: Releasingund Inhibitinghormone. Trijodthyronin. So sind Adrenalin und Noradrenalin einerseits glanduläre Hormone. Die Zuordnung von Wirkstoffen ist manchmal schwierig. Vermittler) Diese Wirkstoffe werden in vielen Zellen (häufig bei Erkrankungen wie Allergien. aber auch verschiedene wasserlösliche Hormone werden im Blut an zum Teil spezifische Transportproteine gebunden und so Tab. aglanduläre und neurosekretorische Hormone einerseits und Mediatorstoffe andererseits zu unterscheiden. Mediatorstoffe (Mediatoren. Aminosäure Glykoproteinhormone ableiten thyroxinbindendes Globulin (TBG) • aus Aminosäuren • leiten sich vom Vertreter aufgebaut Cholesterol ab Adrenalin für Thyroxin. Noradrenalin Nebennierenmark (NNM) Östrogene.2 Chemische Struktur der Hormone. Sie gelten aber auch als neurosekretorische Hormone (Neurotransmitter. zu ihrem Zielort transportiert. glanduläre. Glukagon Bauchspeicheldrüse Merke Die aglandulären Hormone wirken in der Regel in unmittelbarer Nähe ihrer Bildungsstellen. Entzündungen) gebildet. Hormon Bildungsort Thyroxin. wirken also lokal. Typische Mediatorstoffe sind Histamin. Hormongruppen Beispiel: Transcortin für Cortisol und ProgesteHauptgruppen kleine Gruppen ron. Zu den aglandulären Hormonen gehören die Hormone des Magen-Darm-Traktes (z. 15. Oxytocin und Adiuretin. Calcitonin Schildrüse Parathormon (= Parathyrin) Nebenschilddrüse Aldosteron. Sie diffundieren nur innerhalb des Gewebes.1 Hormonsystem (Endokrines System) Glanduläre Hormone.und Steroidhormone die Östrogene. 4.

Antigen) Rezeptor (Glykolipid. Agonist) ein Abfall dagegen fördernd. Auf diese Weise werden zu hohe Hormonspiegel verhindert. „Schlüssel“ „Schloss“ Ligand.4 Schlüssel-Schloss-Prinzip. Rezeptor ein Molekül (meist sind es Glykolipide die die molekularen Rezeptoren hemmen bzw. Glykoprotein) Effekt (z. 297 periphere endokrine Drüse Biologischer Regelkreis als Regulator der Hormonproduktion effektorische Hormone Die Hormonkonzentrationen im Blutplasma werden in vie+ = fördern len Fällen nach dem Prinzip Erfolgsorgan – = hemmen der negativen Rückkopplung konstant gehalten: Ein Anstieg der Hormonkonzentration im Plasma wirkt hemmend auf seine Freisetzung.1 Regulationsfunktionen der Hormone Hierarchie der Hormone. oder Glykoproteine). Die meisten Hormone werden in der Leber inaktiviert und die Abbauprodukte über die Niere ausgeschieden. Signalwirkung ist. das Reaktionspartner für blockieren. B. Die Rezeptoren für die wasserlöslichen Hormone befinden sich auf der Zellmembran. In dem das Hormon mit dem Rezeptor reagiert. Merke Tab. Bakterientoxin.3 Übergeordnete Zentren des ZNS + – Hypothalamus Releasinghormone – Inhibitinghormone + – Hypophysenvorderlappen glandotrope Hormone + – negative Rückkopplung Hormonales Regulationssystem Das hormonale Regulationssystem besteht aus folgenden Hauptteilen: – Hormonproduzierende Zellen (Bildungsort des Hormons). jene für die Steroidhormone sitzen am Zellkern oder anderen Zellorganellen. Opiat. Synthese eines bestimmten Enzymeiweißes) Die Rezeptoren für Hormone sind spezifische Moleküle. 15. Den MechanisRezeptoren (biochemische Definition). . mit Reiz. Tab. 15. Agonist (z. werden als Antagonisten bezeichnet. die Synthese Hormonrezeptoren gehören zu den molekularen eines Enzymeiweißes) ausgelöst. B. B. – Erfolgsorgan (Wirkungsort des Hormons). also innerhalb der Zellen. die die Hormone binden und dadurch ihre Wirkung vermitteln. – Blut als Transportmittel.15.bzw. Hormonrezeptoren und Erfolgsorgane werden bestimmte Effekte (z. ein anderes Molekül oder Ion (= Ligand. Stoffe. Auf mus kann man sich als Schlüssel(Ligand)molekularer Ebene versteht man unter einem Schloss-(Rezeptor)-Prinzip vorstellen. – Organe. Hormon. in denen überschüssige Hormone inaktiviert und eliminiert werden.

Boten. Aktivierung oder Hemmung vorhandener Enzyme. Merke Hormone.2) können die Zellmembran nicht passieren und wirken deshalb über einen 2.und Inhibitinghormone Im Hypothalamus werden Releasinghormone. Die Steroid. Boten (second messenger) in der Zelle.2. h. melanocytenstimulierendes Hormon). Dadurch bewirken sie die Bildung eines 2. • Effektorische Hormone Das sind alle Hormone. der dann die typische Wirkung vermittelt. Releasinghormone (= Liberine): Sie steuern die Bildung und Freisetzung der 4 glandotropen1) Hormone (thyreotropes Hormon. 2. follikelstimulierendes Hormon. Inhibitinghormone und effektorische Hormone gebildet. Dabei gibt es drei Möglichkeiten: 1. 15. 15. 1. Hormone des Hypothalamus Releasing. wirken hauptsächlich durch die Kontrolle der Genaktivität.1 Hormone des Hypothalamus und der Hypophyse In Kerngebieten des Hypothalamus liegen die übergeordneten vegetativen Zentren.als auch von Inhibitinghormonen gesteuert. es beeinflusst ganz bestimmte chemische Vorgänge). Veränderung der Zellmembranaktivität und damit Einflussnahme auf die Substratbereitstellung. Von hier werden sowohl die Aktivitäten des vegetativen Nervensystems als auch die Bildung und Freisetzung der Hypophysenhormone gesteuert. 2. 47). 3. die in die Zellen eindringen. adrenocorticotropes Hormon) sowie der 3 effektorischen Hormone des Hypophysenvorderlappens (Wachstumshormon.. . Dieser 2. die unabhängig von ihrem Bildungsort unmittelbar auf das Erfolgsorgan wirken. Prolactin und melanocytenstimulierendes Hormon werden sowohl von Releasing. Steigerung der Enzymsynthese über eine Genaktivierung.2 Hormongruppen Bezüglich ihrer Funktionsweise lassen sich 3 Hormongruppen unterscheiden (✑ Tab 15. Merke 1) auf eine periphere Hormondrüse einwirkend Wachstumshormon. 2.und Schilddrüsenhormone diffundieren durch die Zellmembran in die Zelle und binden sich an einen intrazellulären Rezeptor. Die Wirkungen der Hormone beruht im Wesentlichen auf der Beeinflussung von Enzymen in den Zellen der Erfolgsorgane. Man unterscheidet 2 Primärreaktionen: 1. • Glandotrope Hormone Sie werden im Hypophysenvorderlappen gebildet und regulieren die Tätigkeit von Schilddrüse. Inhibitinghormone (= Statine): Sie hemmen die Freisetzung der 3 effektorischen Hormone des Hypophysenvorderlappens (Wachstumshormon. Alle übrigen Hormone verbinden sich mit einem Zellmembranrezeptor.und Glykoproteinhormone sowie Aminosäureabkömmlinge (kleine Gruppe. luteinisierendes Hormon. ✑ Tab. Bote ist häufig das cyclische Adenosinmonophosphat (cAMP). Prolactin. Anschließend wird der Hormon-RezeptorKomplex in den Zellkern transportiert und die Transkription beeinflusst (✑ S.3): • Releasinghormone und Inhibitinghormone Sie werden in der hypophysiotropen Zone des Hypothalamus gebildet und regulieren die Bildung und Freisetzung der Hormone des Hypophysenvorderlappens. Nebennieren und Keimdrüsen. Merke Die meisten Peptid. Prolactin. melanocytenstimulierendes Hormon). 15.298 15 Hormonsystem (Endokrines System) Wirkungsweise der Hormone Jedes Hormon hat spezifische chemische Wirkungen (d. die in der Regel durch keinen anderen chemischen Stoff hervorgerufen werden können.

341).und Inhibitinghormone in den Hypophysenvorderlappen. Lage: Türkensattel des Keilbeins.2 Hormongruppen 3. Bewirkt das Wachstum der Nebennierenrinde und reguliert die Bildung und Freisetzung der Glucocorticoide. ausführliche Bez. es ist also an der Hormone des Hypophysenvorderlappens.15. Sie regulieren die Entwicklung der Keimdrüsen (Gonaden) sowie die Bildung und Freisetzung der Sexualhormone (z. Inhibitinghormone (Statine) Aufrechterhaltung der deren Bildung und Freisetzung von den Inhibitinghormonen gehemmt werden Isotonie beteiligt (✑ S. Sie werden Releasinghormone (Liberine) Hormone des Hypophysenvorderlappens. bohnenförmiges Organ. Masse: 0. Hormone der Hypophyse Die Hypophyse ist ein kleines. Tab.5 2 Hormone.2 Hormone des Hypophysenvorderlappens Name „Wehenhormon“).5 bis 1 Gramm. – Thyrotropin – thyreotropes Hormon (TSH). so. – Corticotropin – adrenocorticotropes Hormon (ACTH).Im Hypophysenvorderlappen werden glandotrope und effektorische Hormone gebildet. nach ihrer Bildung auf deren Bildung und Freisetzung von den Releasinghormonen gesteuert werden dem Nervenweg in den Hypophysenhinterlappen Kurzbez. Kurzbez. GH-IH Somatostatin STH Wachstumshormon b) Oxytocin. – Follitropin – follikelstimulierendes Hormon (FSH) und luteinisierendes Hormon (LH).und Inhibitinghormone des Es handelt sich um Hypothalamus und Hypophysenvorderlappenhormone. Beide Hormone werden auch als gonadotrope Hormone bezeichnet. Progesteron. Dieser wird von Drüsengewebe gebildet. – einem Hinterlappen (= Neurohypophyse). Östrogen. Nebennieren und Keimdrüsen den differenzierten Erfordernissen angepasst wird. Testosteron). ausführliche Bez. B. Stimuliert das Wachstum der Schilddrüse und reguliert die Freisetzung von Thyroxin und Trijodthyronin. Er enthält spezifische Neuroglia und markscheidenlose Nervenfasern. Glandotrope Hormone Gemeinsam mit den Releasinghormonen wird nach dem Regelkreisprinzip gewährleistet. 299 . dass die Milchejektion zustande kommt. Effektorische Hormone: Releasing. Durch den Hypophysenstiel (Infundibulum) ist die Hypophyse mit dem Hypothalamus verbunden. Über diese Blutgefäße gelangen die im Hypothalamus gebildeten Releasing. Bau: Die Hypophyse besteht aus: – einem Vorderlappen (= Adenohypophyse). Das Oxytocin PIH Prolactostatin PRL Prolactin erhöht die Spannung der MIH Melanostatin MSH Melanotropin glatten Muskulatur.2. Nach der Geburt bewirkt es die Kontraktion der Milchgänge. Im Bereich des Infundibulums liegt das hypophysäre Pfortadersystem. dass die abzugebende Hormonmenge der Schilddrüse. transportiert. 1. antidiuretisches Releasinghormon Hormon Hormon (ADH) oder GnRH Gonadoliberin FSH und follikelstimulierendes Vasopressin: LH Hormon Das ADH erhöht die luteinisierendes Hormon Wasserresorption aus den distalen Tubuli der NieGH-RH Somatoliberin STH Wachstumshormon ren in das Blut und verPRH Prolactoliberin PRL Prolactin mindert damit die HarnMRH Melanoliberin MSH Melanotropin menge. Dieser ist ein Teil des Zwischenhirns (✑ S. dort gespeiTRH ThyreotropinTSH thyreotropes Hormon chert und bei Bedarf an Releasinghormon das Blut abgegeben. 15. CRH CorticotropinACTH adrenocorticotropes a) Adiuretin. 273). Durch dieses Hormon wird die Geburt eingeleitet (deshalb der 15.

Kinn. Im Erwachsenenalter entsteht die Akromegalie (Wachstum der gipfelnden Körperteile Nase. Wichtige Wirkungen sind die Förderung des Längenwachstums.50 Meter zur Folge. – Melanotropin – melanocytenstimulierendes Hormon (MSH). Das MSH beeinflusst die Pigmentbildung in der Haut. da wegen der geschlossenen Epiphysenfugen ein Längenwachstum nicht mehr möglich ist. 2.15 300 Hormonsystem (Endokrines System) Hypothalamus Hypophysenstiel Hypophysenhinterlappen Hypophyse Hemmung Releasinghormone Hypophysenvorderlappen glandotrope Hormone TSH thyreotropes Hormon ACTH adrenocorticotropes Hormon Schilddrüse Nebennierenrinde FSH follikelstimulierendes Hormon LH luteinisierendes Hormon Eierstöcke effektorische Hormone Blut Hormonkonzentration Abb. Geforscht wird nach folgenden Effekten: – Hemmung der Freisetzung von FSH und LH bis zur Pubertät und damit Verhinderung einer vorzeitigen Geschlechtsreife. indem es den Glucoseabbau hemmt. Sie bildet in Abhängigkeit vom Lichtfaktor (mehr Licht hemmt) das neurosekretorische Hormon Melatonin. Hände. – Abstimmung von Körperfunktionen auf Tagund Nacht-Rhythmus.1 – 0. Das Prolactin löst die Milchproduktion (= Laktation) nach der Geburt aus. Seine Wirkungen beim Menschen sind noch nicht geklärt.1 Funktion der Hypophyse. P STH-Überschuss ❑ hat bei Kindern Riesenwuchs (Gigantismus) bis 2. die Anregung der Proteinsynthese und Steigerung der Fettoxidation sowie die Beeinflussung des Blutzuckerspiegels. 15. Zunge. STH-Mangel führt zum hypophysären Zwergwuchs (Liliputismus). Epiphyse (Epiphysis cerebri) oder Zirbeldrüse (Glandula pinealis) Die 0. Füße). Körperproportionen und Intelligenz sind normal entwickelt. – Prolactin (PRL). Effektorische Hormone – Somatotropin – Wachstumshormon (STH).2 Gramm wiegende Drüse liegt den oberen Hügeln des Mittelhirns an. .

Neben den Follikelzellen liegen C-Zellen. der Isthmus liegt der Trachea vorne auf. von der kleine Septen in das Drüsengewebe ziehen. die durch glandotrope Hormone gesteuert werden.3 Periphere Hormondrüsen 15. 15. Abb. in denen ein Hormon (Calcitonin) gebildet wird. Dadurch entstehen die Schilddrüsenläppchen. 15. Die beiden Schilddrüsenlappen liegen seitlich der Luftröhre und reichen nach oben bis zum Ringknorpel des Kehlkopfes. das den Calciumstoffwechsel mit reguliert. Das Drüsengewebe selbst besteht aus kleinen Bläschen. die durch die glandotropen Hormone gesteuert werden Zu den Hormondrüsen. den Follikeln. nach hinten bis zur Speiseröhre. die durch eine Brücke (Isthmus) miteinander verbunden sind. Sie hat eine Masse von 30 – 40 Gramm und liegt in der vorderen Halsregion vor der Luftröhre unterhalb des Schildknorpels.3.15.2 . Entscheidend für die Wirkung ist ihr Jodgehalt.1 Schilddrüse und die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) Die Schilddrüse ist die größte Hormondrüse. gehören Schilddrüse. Außen befindet sich eine Bindegewebskapsel. von dorsal Rachenwand von dorsal rechter und linker Schilddrüsenlappen Zungenbein (Os hyoideum) SchildknorpelZungenbeinMembran (Membrana thyrohyoidea) Nebenschilddrüsen Schildknorpel (Glandula parathyroidea) (Cartilago thyroidea) • • Speiseröhre rechter und linker Schilddrüsenlappen (Ösophagus) Kolloid Epithel Schilddrüsenenge Blutkapillaren (Isthmus glandulae thyroideae) Luftröhre (Trachea) mikroskopische Struktur der Schilddrüse C-Zellen Drüsenfollikel lockeres Bindegewebe Schilddrüse (Glandula thyroidea). Nebennierenrinde und die Keimdrüsen (Gonaden).3 Periphere Hormondrüsen. Die Hormone Thyroxin und Trijodthyronin werden in den Follikelepithelzellen gebildet und in den Follikeln gespeichert. Die Schilddrüse (Glandula thyreoidea) besteht aus einem rechten und von ventral 301 linken Lappen.

(Zona reticularis) . aber auch erblich bedingte Faktoren sein. weil auch die Entwicklung des Nervensystems gestört ist.3. • teigiges Aussehen der Haut (Myxödem). Bündelzone Zentralvene (Zona fasciculata) innere Zone. Bei den Wirbeltieren bilden sie ein kompaktes Organ. Netzzone Nebennierenmark (NNM) Abb. Darüber hinaus gibt es noch andere Ursachen für eine Hyperthyreose. Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) Ursachen können Jodmangel in der Nahrung. Folgen sind u. hormonproduzierende Schilddrüsentumoren. • starkes Herzklopfen. a. • niedriger Blutdruck. Hauptsächliche Wirkungen von T4 und T3 Die von den Follikelzellen produzierten Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) werden aus der Aminosäure Tyrosin durch Anreicherung von Jod gebildet. das Längenwachstum der Knochen und die Entwicklung des Nervensystems. • niedriger Stoffumsatz. Nebennierenkapsel • häufiges Schwitzen. Sie sind gewissermaßen das „Gaspedal“ für den Stoffwechsel. Kennzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sind u.2 Nebennieren und ihre Hormone Die zusammen ca. • erhöhter Energieverbrauch. – auf Wachstum und Entwicklung: T4 und T3 fördern die Eiweißsynthese. Eine Struma kann mit einer Über-. Ein Großteil von Thyroxin geht nach der Sekretion in Trijodthyronin über. der dreischichtigen Nebennierenrinde und dem Nebennierenmark. a.3 Nebenniere. Thyroxin ist trotz seiner 10fach höheren Konzentration im Blut biologisch nicht so wirksam wie Trijodthyronin. Meist ist dies mit geistiger Retardierung verbunden.und Schluckbeschwerden hervorrufen. 15. z. Im Kindesalter kann es aufgrund des gehemmten Stoffwechsels zur unproportionierten Kleinwüchsigkeit kommen.15 302 Hormonsystem (Endokrines System) P Krankhafte Vergrößerungen der Schilddrüse ❑ (Struma) können Atem. • geistige und körperliche Trägheit. • hervortretende Augäpfel (Exophthalmus = Glotzauge) und • Abmagerung. Beide wirken hauptsächlich – auf den Stoffwechsel: Die Hormone stimulieren vor allem den Energiestoffwechsel. 10 Gramm schweren paarigen Nebennieren (Glandulae suprarenales) bestehen eigentlich aus 2 Organen. Kennzeichen bzw. P Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ❑ Ein TSH-ähnlicher Stoff regt die Bildung von T4 und T3 wegen der nicht funktionierenden negativen Rückkopplung ungehemmt an (Basedow-Krankheit). Nebennierenrinde (NNR) äußere Knäuelzone (Zona glomerulosa) mittlere Zone.oder normalen Hormonproduktion einhergehen. Unter. B. Der Zahl entsprechend enthält Thyroxin (T4) vier und Trijodthyronin (T3) drei Jodatome. 15.

In einer solchen Situation kommt es über eine erhöhte Sympathicusaktivität zur verstärkten Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin. Stresszustand (= Belastungs-. Gleichzeitig werden K+. sodass der pH-Wert des Urins sinkt (✑ S. Muskelschwund. P Eine aus unterschiedlichen Gründen hervor❑ gerufene Unterfunktion der Nebennierenrinde. dass es zu Alarmreaktionen der Körpers kommt. • antiallergische Wirkung. bei der besonders ein Aldosteronmangel vorherrscht. „zwangsweise“ muss passiv Wasser folgen. Beide Hormone gehören zu den Katecholaminen. damit erhöht sich der Energieverbrauch im Körper (✑ S. In einem derartigen Zustand werden alle hormonellen und vegetativen Funktionen vom Hypothalamus so gesteuert.und H+-Ausscheidung gefördert. 274).3 Periphere Hormondrüsen Form und Lage Die halbmondförmigen Nebennieren liegen jeweils auf dem oberen Pol der Nieren und sind einerseits von deren Fettkapsel umgeben und andererseits durch eine dünne Fettschicht von ihnen getrennt. Merke 2. Verletzungen. • Erhöhung des peripheren Widerstandes ⇒ Blutdruckanstieg. – Beeinflussung des Stoffwechsels durch Förderung der Glykogenolyse und Lipolyse ⇒ Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Hormon wird gebildet in Aldosteron Zona glomerulosa Cortisol und Corticosteron Zona fasciculata und reticularis Androgene Zona reticularis Die Katecholamine aus dem Nebennierenmark sind hauptsächlich Stoffwechselhormone. Nebennierenrinde und ihre Hormone Unter ACTH-Einfluss werden in den Schichten der Nebennierenrinde die folgenden Hormone gebildet: 1. bezeichnet man als Addison'sche Krankheit. Unterzuckerung. die ihrerseits ACTH-Freisetzung und damit 303 . Operationen. Cortisol) Sie beeinflussen den Kohlenhydratstoffwechsel. Deshalb nennt man solche Reize Stressoren. Die Überproduktion des Cortisols kann das so genannte Cushing-Syndrom zur Folge haben mit den typischen Zeichen: Stammfettsucht. indem sie die Glukoneogenese fördern und den Glucoseabbau hemmen – also blutzuckerspiegelsteigernd wirken. 368). Dies sind Reaktionen. Hypertonie und erhöhter Blutzuckerspiegel.15. Die Nebenniere (Glandula suprarenalis) besteht aus der außen gelegenen Nebennierenrinde und dem innen liegenden Nebennierenmark. Die gegensätzliche Wirkung auf unterschiedliche Gefäße beruht auf dem unterschiedlichen Besatz mit verschiedenen Rezeptortypen. Vollmondgesicht. Der Wirkungskomplex dieser Hormone (besonders Adrenalin) ergänzt die ergotropen Funktionen des Sympathicus (= sympathico-adrenales System). die ihn optimal auf eine kurz andauernde körperliche Hochleistung einstellen. Im Einzelnen tragen dazu folgende Wirkungen bei: – Beeinflussung des Herz-Kreislauf-Systems • Steigerung des Herzminutenvolumens. Ärger. Glucocorticoide (Corticosteron. Das Plasmavolumen wird erhöht und die Urinmenge vermindert. Im Tubulusapparat der Nieren fördert es die Rückresorption von Na+. Stress Eine ganze Reihe von Reizen. Spannungszustand) versetzen. Infektionen. Nebennierenmarkhormone Im Nebennierenmark werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin gebildet (geschieht auch in sympathischen Nervenendungen). wie starke Kälteund Hitzebelastung. Atemnot. Beispiel: Adrenalin bewirkt gleichzeitig eine Erweiterung (Vasodilatation) der Herzkranzgefäße und Gefäße der Skelettmuskulatur und Verengung (Vasokonstriktion) der Arteriolen im Verdauungssystem. Leistungsdruck und auch Freude können den Körper in einen sog. P Wichtige therapeutische Effekte sind: ❑ • Entzündungshemmung (indem sie die Lymphozytenbildung hemmen). Mineralcorticoide (wichtigstes = Aldosteron) Das Aldosteron beeinflusst den Elektrolythaushalt.

Adrenalin. B.6 6. Sexualhormone und Menstruationszyklus Die zu den Steroiden gehörenden Sexualhormone werden hauptsächlich in den Keimdrüsen (Gonaden) gebildet und in 3 Gruppen eingeteilt: Hauptvertreter Bildungsort Östrogene Östradiol Gestagene Progesteron Ovar. – Förderung der Glucosebildung bei gleichzeitiger Hemmung der Insulinfreisetzung und dadurch Erhöhung des Blutglucosespiegels. beeinflussen das Sexualverhalten. Placenta. Progesteron ➧ Eierstock . • Herausbildung des typischen Körperbaus mit der geschlechtsspezifischen FettverteiMerke lung sowie Hüft.und Atemminutenvolumens verbunden mit einer Erweiterung der Bronchien. die pubertäre Entwicklung und die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale. Hoden. Im Einzelnen sind es folgende Vorgänge. Placenta. Folgt auf diese Alarmreaktionen wirklich die körperliche Belastung. 2. das Knochenwachstum. schleimhaut. den zyklischen Auf. Hauptsächliche Wirkungen Die Sexualhormone steuern 1.3.3 Keimdrüsen. P Störungen der Hormonproduktion im Embryo ❑ können zu Pseudohermaphroditismus (Zwitterbildung) führen.und Schulterbreite. 15. Verdauungsorgane) und Haut. B. Hoden. bzw. Menstruationszyklus steuernden Hormone. Noradrenalin und Glucocorticoide sorgen für eine optimale Durchblutung jener Organe. Dazu gehören: • Wachstum und Reifung der Geschlechtsorgane bis zu ihrer Funktionstüchtigkeit.15 304 Hormonsystem (Endokrines System) auch die Glucocorticoide erhöhen. Zusammenwirken der den Tab. z. Adrenalin. Releasinghormon negative Rückkopplung FSH Östrogen LH ➧ Hypothalamus P Bei Mangel an Sexualhormonen ❑ ➧ Hypophysenvorderlappen kann durch ausbleibende Verknöcherung der Epiphysenfugen ein hypogonadaler Riesenwuchs auftreten. Entwicklung der Libido (= Bedürfnis nach sexueller Betätigung). die für eine körperliche Höchstleistung in erster Linie verantwortlich sind. Noradrenalin und Glucocorticoide 3. 5. die eine Stresssituation kennzeichnen: – Erhöhung des Herz. können gesundheitliche Schäden auftreten (sog. Ovar.und Abbau der Uteruswerden auch als „Stresshormone“ bezeichnet. Schwangerschaft und Geburt. 15. und man muss „positiven“ und „negativen“ 4. negativer Stress). – optimale Durchblutung von Skelett. weil das Wachstumshormon weiter wirkt.und Herzmuskulatur sowie der Lunge bei gleichzeitiger Durchblutungsverminderung der inneren Organe (z. Nur wenn solche Alarmreaktionen über einen längeren Zeitraum immer und immer wieder vergeblich (also ohne unmittelbar folgende körperliche Belastung) in Gang gesetzt werden. Hoden. die embryonale Geschlechtsdifferenzierung. Nebennierenrinde. – vermehrte Schweißsekretion. allerdings auf Kosten einer geringeren Durchblutung anderer nicht unmittelbar beteiligter Organe. sind diese physiologisch sinnvoll. • Ausbildung der weiblichen Brustdrüsen. • Ausbildung der Schambehaarung. – Pupillenerweiterung und schließlich – Herabsetzung der Schmerzschwelle. Stress unterscheiden. So begünstigt ein ständig zu hoher Blutglucosespiegel die Entstehung einer generalisierten Arteriosklerose und deren Folgekrankheiten. Androgene Testosteron Ovar.

P Die Bildung und Freisetzung des Releasing❑ hormons wird nicht nur durch negative Rückkopplung gesteuert. wenn keine Befruchtung stattfindet Jeder Zyklus verläuft in folgenden 3 Phasen: 1. Der reife Graaf’sche Follikel platzt. B. Tag der Regelblutung und erstreckt sich regulär über 28 Tage ( 3 Tage). bis 4. Tag) Durch zahlreiche Zellteilungen in der Basalis wird die Funktionalis wieder aufgebaut und auf eine Schwangerschaft vorbereitet. unter dessen Wirkung der Aufbau der Uterusschleimhaut erfolgt.4 . Nidation. Damit ist die Regelblutung verbunden (Blutverlust ca. m. und die Eizelle wird vom Eileiter aufgenommen. Follikelsprung (Ovulation) Am Ende der Proliferationsphase. Dieser bewirkt die Ovulation sowie die Umwandlung des Follikels in den Gelbkörper (Corpus luteum menstruationis).). nicht zuletzt psychisch. Das Hormon ist an der Regulation fast aller Vorgänge der weiblichen Reproduktion beteiligt (z. Dieser produziert zunehmend mehr Östrogen. beeinflusst werden. 15. Tag) In dieser Phase wird die Functionalis (Funktionsschicht) der Uterusschleimhaut abgestoßen. Dadurch kann der Menstruationszyklus durch zahlreiche Faktoren.15. 20 bis 60 ml). Uterus. erfolgt die Ovulation.3 Periphere Hormondrüsen Der Menstruationszyklus und seine hormonelle Steuerung Der Menstruationszyklus beginnt mit dem l. Phase: Menstruation (1.und Vaginalschleimhaut u. a. Abb. Die Östrogensekretion wird durch das Mischungsverhältnis von FSH und LH bestimmt. Das FSH bewirkt. dass ein Follikel heranreift. der vor allem Progesteron bildet. Gelbkörperbildung und -rückbildung Eileiter Follikelstadien 305 Vorgänge im Eierstock Schleimhaut (Endometrium) Follikelsprung (Ovulation) Funktionsschicht (Functionalis) Vorgänge in der Gebärmutter Basalschicht (Basalis) Muskelschicht (Myometrium) 28 1 2 3 4 Menstruation 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 1 Proliferationsphase Sekretionsphase Menstruationszyklus (ohne Befruchtung). Steuerung Ebenfalls angeregt durch das Releasinghormon kommt es in der Zyklusmitte zu einem steilen LH-Anstieg. Parallel dazu sind die zyklischen Vorgänge im Eierstock und Uterus zu berücksichtigen. Merke Die Proliferationsphase wird effektorisch hauptsächlich durch Östrogen gesteuert. Steuerung Angeregt durch das Releasinghormon kommt es zu einem FSH-Anstieg. Befruchtung. Tag. um den 14. Phase: Proliferationsphase (5. Ablauf des Menstruationszyklus. bis 14. sondern auch durch übergeordnete Zentren im ZNS. 2. Bildung der Drüsensekrete in der Eileiter-.

Zyk❑ lushälfte führt zu einem Anstieg der Körpertemperatur um 0. P Ovulationshemmung: Werden zu Zyklusbe❑ Steuerung Der Gelbkörper (hier: Corpus luteum graviditatis) bildet zunehmend Progesteron. Dies dient der unmittelbaren Vorbereitung für die Einnistung (Nidation) des Keimes.5 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 1 Proliferationsphase Sekretionsphase Hormonelle Regulation des Menstruationszyklus. wird infolge der negativen Rückkopplung der LH-Gipfel und damit die Ovulation gehemmt. bis 28. P Der hohe Progesteronspiegel in der 2. ginn Östrogene und Gestagene (beides in der Antibabypille enthalten) zugeführt. regt an hemmt . Zwischen beiden verstreicht eine Latenzzeit von 24 – 36 Stunden. Dies kann (z. Der Anstieg des Progesterons reguliert die Vorgänge im Uterus während der Sekretionsphase. Hypothalamus follikelstimulierendes Hormon (FSH) luteinisierendes Hormon (LH) Gelbkörperbildung und Gelbkörperrückbildung Follikelreifung negative Rückkopplung negative Rückkopplung GnRH Gonadoliberin Hypophysenvorderlappen Ovar Follikel Eizelle Östrogen Eileiter Gelbkörper Progesteron Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) Uterus 28 1 2 3 4 Menstruation Abb. Merke Die Sekretionsphase wird effektorisch hauptsächlich durch Progesteron gesteuert. 3. B. Phase: Sekretionsphase (15. zum Zwecke einer Schwangerschaftsverhütung) durch Messung bestätigt werden. 15. Tag) Blutgefäße und Drüsen der Functionalis werden reichlicher.5 °C.15 306 Hormonsystem (Endokrines System) Der LH-Gipfel ist die unmittelbare Ursache des Follikelsprungs.

die nicht durch die glandotropen Hormone gesteuert werden Merke Die Regulation der infrage kommenden Hormondrüsen und deren Hormone erfolgt in erster Linie durch die Veränderungen der von ihnen konstant zu haltenden Stoffkonzentrationen (z. B. Tab. die der Ernährung dienen) 2 Hormone: HCG (Choriongonadotropin) und HPL (Human Placental Lactogen). biologische Oxidation) . Diese Hormone bewirken. 15. 289).oder Blutcalciumspiegels zu einer unmittelbaren Stimulierung der Hormonsekretion.15.7 Hypothalamus kontrolliert Insulin Glukagon Senkung Adrenalin Wachstumshormon Steigerung Blutzucker glucoseliefernde Prozesse (z. Die Aufrechterhaltung des hohen Progesteronspiegels verhindert die Abstoßung der Uterusschleimhaut. dass der Gelbkörper zunächst erhalten bleibt. – die Umwandlung von Glucose in Glykogen sowie die Eiweiß. Schwangerschaftsmonats produziert der entstandene Mutterkuchen (Placenta) jene Mengen von Progesteron und Östrogen.und Fettbildung aus Kohlenhydraten fördert.4. – die Glukoneogenese hemmt.1 Pankreashormone und Blutzuckerregulation Die in den Langerhans’schen Inseln gebildeten Hormone Insulin und Glukagon beeinflussen den Blutglucosespiegel. Außerdem regen sie ihn zur verstärkten Progesteronproduktion an. Glucose. Insulin wirkt als einziges Hormon blutzuckerspiegelsenkend. Calcium. Natrium) im Körper. die für die Erhaltung der Schwangerschaft notwendig sind. So führt eine Erhöhung oder Verminderung des Blutzucker. nistet sich am 7. sodass Glucose verstärkt in die Zellen gelangen und verbraucht werden kann. Ist dies der Fall. 15. indem es – die Glucosepermeabilität der Zellmembranen erhöht. Regulation des Blutzuckerspiegels.4 Periphere Hormondrüsen Ein steiler Abfall der Sexualhormone am Ende der Sekretionsphase löst die nächste Menstruationsblutung aus.4 Periphere Hormondrüsen. Hormonelle Steuerung der Schwangerschaft Erfolgt eine Kopulation in der Zeit um die Ovulation. kann eine Befruchtung stattfinden und damit eine Schwangerschaft eintreten. 307 15. Tag nach der Befruchtung die Morula in die Uterusschleimhaut ein. Der Gelbkörper (Corpus luteum) bildet sich nun zurück (✑ S. Nun bildet der Trophoblast (= Hüllzellen. Gegen Ende des 1. Kohlenhydrataufnahme mit der Nahrung) glucoseverbrauchende Prozesse (z. Eine Steigerung der Aldosteronsekretion wiederum kann durch eine Verminderung des Plasmavolumens erreicht werden. Die Menstruationsblutung steht nicht mit der Ovulation im Zusammenhang. B. B.

Da Abweichungen von der Norm zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Gefürchtete Komplikationen der Zuckerkrankheit sind: – Blutzuckerentgleisungen (Hyper. erhöhte Infektanfälligkeit. Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist eine Störung insbesondere des Kohlenhydratstoffwechsels durch relativen oder absoluten Insulinmangel. die in verschiedenen Hormondrüsen gebildet werden. 204 und 274). Ein Anstieg des Blutzuckerspiegels wird von Glucoserezeptoren im Pankreas registriert. der meist in der Jugend beginnt und insulinabhängig ist. Nierenversagen und Neuropathien. Dabei kommt es zum Anstieg des Blutzuckerspiegels (Hyperglykämie) und infolgedessen zur Ausscheidung des Zuckers im Urin (Glucosurie) bei gleichzeitiger Erhöhung der Urinmenge (Polyurie).und Wasserkonzentration Die Regulation erfolgt durch Aldosteron im Zusammenwirken mit Renin und Angiotensin (✑ S. Dabei wird der Wasserhaushalt zwangsläufig mit beeinflusst. Adrenalin und Wachstumshormon. Man unterschiedet 2 Gruppen: 1.4. sodass die Glucose nicht in die Zellen gelangt. Glukostate) im Hypothalamus registriert. Polyurie (= krankhafte Vermehrung der Harnmenge). Folge: Zuckermangel in den Körperzellen und Zuckerüberschuss im Blut. Aceton). Zur Normalisierung werden 3 Antagonisten des Insulins vermehrt freigesetzt: Glukagon. Lebensjahr auftritt und nicht unbedingt Insulinspritzen benötigt.4 – 6. Ein Abfall des Blutzuckerspiegels wird von Glucoserezeptoren (sog. 15. die ins Koma übergehen können) und die – diabetischen Spätfolgen wie Arteriosklerose. P Da ❑ der Blutglucosespiegel von mehreren Hormonen beeinflusst wird. Ein wichtiger Risikofaktor für die Krankheitsentstehung (Typ II) ist das Übergewicht. Außerdem kommt es durch den verstärkten Fettsäureabbau (um Glucose zu sparen) zwangsläufig zu einer erhöhten Ketonkörpersynthese (Acetessigsäure -Hydroxybuttersäure. Häufig auftretende Symptome der schweren Zuckerkrankheit sind großer Durst. In vielen Fällen kann durch sorgfältige Abstimmung der Ernährung und körperlichen Aktivität der Blutglucosespiegel ohne Medikamente im Normbereich gehalten werden. der oft nach dem 40. die in den Zustand tiefer Bewusstloskeit (Coma diabeticum) führen kann. Hormone zur Regulation der Natrium-. Diese Säuren im Blut bedingen eine metabolische Azidose. Erblindung. Deshalb kommt der Messung des Blutzuckergehaltes große Bedeutung zu.6 mmol/l = 80 – 100 (als Grenzwert bis 120) mg/dl. Die wechselnde Aufnahme von Kohlenhydraten mit der Nahrung und die unterschiedliche körperliche Belastung und folglich auch unterschiedliche biologische Oxidationsrate verändern ständig den Blutglucosespiegel. schlechte Wundheilung.2 Hormonelle Regulation des Mineralhaushaltes (Überblick) Die Regulation des Mineralhaushaltes erfolgt durch mehrere Hormone. bis sich der Blutzuckerspiegel wieder normalisiert hat.15 308 Hormonsystem (Endokrines System) Glukagon wirkt blutzuckerspiegelsteigernd durch: – Steigerung der Glykogenolyse (Umwandlung von Glykogen in Glucose) in der Leber. Die wichtigsten Formen sind der Typ-I-Diabetes (10 %). und der Diabetes vom Typ II (90 %). P Insulinmangel ❑ führt zur Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). gehört die Konstanthaltung des Blutglucosespiegels zu den wichtigsten Regulationsaufgaben des Hormonsystems. trockene juckende Haut und Leistungsschwäche. – Förderung der Glukoneogenese (Neubildung von Glucose) und des Fettabbaus. .und Hypoglykämie. Hauptursache beim Typ II ist eine genetisch bedingte Störung am Insulinrezeptor der Zellen. Regulation des Blutzuckerspiegels Der normale Nüchternwert des Blutzuckers liegt zwischen 4. können Veränderungen Rückschlüsse auf den Hormonhaushalt des Körpers geben. Daraufhin wird verstärkt Insulin freigesetzt. Kalium.

– Herauslösung von Ca2+ aus dem Knochen. Senkt Blutcalciumspiegel durch: – Hemmung der Ca2+-Freisetzung aus dem Knochen. Vitamin-D3-Hormon (Cholecalciferol) In Leber und Niere aus Vitamin D. 15. 301). Steigert Blutcalciumspiegel durch: – Förderung der Ca2+-Resorption aus dem Darm. – verstärkte Ca2+-Rückresorption in der Niere. • die Calciumausscheidung durch die Niere. Senkt Blutcalciumspiegel durch: – Förderung der Einlagerung von Ca2+ in die Knochen. Hormone zur Regulation des Calciumhaushaltes Die Regulation umfasst: • die Konstanthaltung des Blutcalciumspiegels. Tab. Hormone zur Regulation des Calciumhaushaltes. 301).8 Hormon Bildungsort Wirkung Parathormon Nebenschilddrüse (Epithelkörperchen).2. Calcitonin Schilddrüse (s. Abb. Steigert Blutcalciumspiegel durch: – Förderung der Ca2+-Resorption aus dem Darm. S. -auslagerung im Knochensystem. • die Calciumein.bzw. 309 • die Calciumresorption aus dem Darm. .15.4 Periphere Hormonsdrüsen 2. Die 4 erbsengroßen Körperchen liegen an der hinteren Fläche des rechten und linken Schilddrüsenlappens (s. 15. – Förderung der Ca2+-Ausscheidung. S.

Nennen Sie die Hormone der Adenohypophyse und beschreiben Sie deren Wirkungen. 5. Erklären Sie das Prinzip der negativen Rückkopplung. e) Coma diabeticum. glandotropen und effektorischen Hormonen. Geben Sie einen Überblick über die Regulation des Mineralhaushaltes. Nennen Sie die Hormondrüsen und beschreiben Sie ihre Lage. 12. Nehmen Sie eine Einteilung der Hormone vor. Welche Schwierigkeiten treten dabei auf? Begründen Sie. 6. warum Hormondrüsen reich kapillarisiert sind. Nennen Sie einige Wirkungen! Was versteht man unter Stress? Diskutieren Sie Möglichkeiten. 9. 14. d) Polyurie. Nehmen Sie eine Einteilung der Sexualhormone vor.und -rindenhormone. 19. 10. b) Hyperglykämie.15 310 Hormonsystem (Endokrines System) Fragen zur Wiederholung l. 11. Was sind Hormonrezeptoren und welche Bedeutung haben sie? Erklären Sie die Wirkungsweise von Hormonen. Beschreiben Sie die Regulation des Blutzuckerspiegels. Beschreiben Sie die hormonelle Regulation des Menstruationszyklus. 2. 16. 8. 7. . Nennen und erläutern Sie die Hauptteile des hormonellen Regulationssystems. Welche hauptsächlichen Wirkungen haben T4 und T3? Nennen und begründen Sie einige Symptome a) einer Schilddrüsenüberfunktion. 13. und nennen Sie deren hauptsächliche Wirkungen. 3. negativem Stress entgegenzuwirken. 4. Erläutern Sie das Zusammenwirken von Releasing-/Inhibitinghormonen. Wie erfolgt die hormonelle Steuerung der Schwangerschaft? Erklären Sie folgende Begriffe: a) Diabetes mellitus. 17. 18. Unterscheiden Sie Nebennierenmark. 20. Welche allgemeinen Funktionen erfüllen die Hormone? Erläutern Sie den Begriff „Hormon“. 15. c) Glucosurie. b) einer Schilddrüsenunterfunktion.

in Sinnesorganen (z. in denen durch einen Reiz Generatorpotentiale (GP) und in der Folge Aktionspotentiale (AP) ausgelöst werden. – Enterozeptoren: Nehmen Reize aus den Eingeweiden auf (Dehnung von Hohlorganen. Rezeptor Im Allgemeinen sind Rezeptoren Messfühler oder -glieder. Die Rezeptoren sind entweder über die Körperoberfläche (Hautsinneszellen) oder im Körperinneren (z. Temperatur. – nach der Art ihrer Einwirkung: mechanische. – sekundäre Sinneszellen: von Nervenfasern umgeben. B. osmotischer Druck). Dies kann sowohl auf molekularer als auch zellulärer Ebene geschehen. 297) und eine physiologische für zelluläre Rezeptoren notwendig. Drucksinneszellen) verstreut bzw. an die sie die Erregung weiterleiten (Hör-. bipolare Nervenzellen (Lichtsinneszellen. Einteilung der Rezeptoren nach dem Bau – Freie Nervenendungen: (Schmerz. pH-Wert. thermische. Riechzellen). B. Druck).311 16 Sinnessystem Die Koordinationsfunktion des Nervensystems setzt unter anderem die ständige Aufnahme von Informationen sowohl aus der Umwelt des Menschen als auch von den Organen selbst voraus. optische und akustische Reize. z. Reiz Ein Reiz ist ein Ereignis (= energetische Veränderung) in der Umgebung lebender Systeme. Verbiegung der Sinneshärchen Hörzentrum der Endhirnrinde ZNS Hörzentrum Hörsinneszellen Schallwellen GP AP bipolare Nervenzellen Analyse akustische Wahrnehmung Informationsaustausch – Beispiel Hören. das eine Erregung auslöst. – nach ihrer Herkunft: exterozeptive (aus der Umwelt kommende) und interozeptive (aus den Organen kommende) Reize. die als Rezeptoren bezeichnet werden. Sie können nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt werden. Einteilung der Rezeptoren nach Funktion – Exterozeptoren: Nehmen Reize aus der Umwelt auf (Sehen. chemische. Die Träger dieser Informationen sind Reize.1 . B. – primäre Sinneszellen: modifizierte. 16.oder Aufnahmestrukturen sind Sinnes. die bei Reizeinwirkung eine Reaktion auslösen.und Geschmackssinneszellen). Die AP werden über sensible Nervenzellen in des Zentralnervensystem geleitet (✑ Abb. Reize treffen in unterschiedlichen Energieformen auf den Körper.und Temperaturempfindung). adäquater überschwelliger Reiz Physiologische Definition Zelluläre Rezeptoren sind Zellen. 16. Abb. Dementsprechend ist eine biochemische Definition für molekulare (✑ S. Auge) mit anderen Zellen zusammengefasst.oder Nervenzellen. Hören.1). Gleichgewichts. Blutdruck. die Empfangs.

kommt es zur Auslösung von Aktionspotentialen. . ca. Generatorpotentials. – intakte Leitungsbahn (= sensible Nervenzellen). Adäquater Reiz und Reizschwelle Rezeptoren sind normalerweise auf eine bestimmte Reizart spezialisiert. Als Qualitäten der Tiefensensibilität gelten – Stellungssinn: Ohne visuelle Hilfe können wir sagen. Sinn Rezeptoren Tab. um eine Rezeptorzelle zu erregen.1 Oberflächen.bzw. die durch sensible Nervenzellen in das zugehörige Verarbeitungszentrum im Gehirn weitergeleitet und verarbeitet werden. 81). Tast. – Bewegungssinn: die Fähigkeit. Spannung). Zunge und Fingerspitzen. Besonders gut mit Rezeptoren ausgestattet sind Lippen. Diese Reizart wird als adäquater Reiz bezeichnet. 30.000 Warmpunkte an verschiedenen Stellen des Körpers unterschiedlich ausgeprägt. Lage sich die einzelnen Extremitätenabschnitte befinden. 250. – Wird ein bestimmter Schwellenwert des Rezeptorpotentials erreicht.000 Druckpunkte bzw. – intakte Sinneszellen. auch ohne visuelle Kontrolle Geschwindigkeit und Richtung einer aktiven oder passiven Bewegung wahrzunehmen. z.Kaltrezeptoren ratursinn: (unter 36 °C). Vorgänge (vereinfacht) – Der überschwellige Reiz führt zur Entstehung eines Rezeptor. Vibration) und Temperatursinn (✑ S. Unter Reizschwelle versteht man die Mindestintensität eines Reizes. Lichtsinneszellen auf optische. in welcher Stellung (Winkelstellung) bzw.und ca.312 16 Sinnessystem – Propriozeptoren: Nehmen Reize von den Muskeln auf (Dehnung. den Sehnen (= Sehnenspindeln) und den Gelenkkapseln (Gelenkrezeptoren). – Kraftsinn: Er ermöglicht.und Temperatursinn. 16. – intaktes ZNS (= Analysator). Für den adäquaten Reiz besitzt der Rezeptor die niedrigste Reizschwelle. 16. Die Rezeptoren befinden sich in den Muskeln (= Muskelspindeln). die z. Dies gilt auch für viele schwer kranke Patienten. Berührung. Warmrezeptoren (über 36 °C) Temperaturveränderungen P Für das Heranwachsen von Säuglingen und ❑ Kleinkindern ist Körperkontakt besonders wichtig. Man spricht auch vom Kraftunterscheidungsvermögen. kinästhetische Sensibilität) Unter Tiefensensibilität verstehen wir die Fähigkeit. Haarwurzelrezeptoren Berührung Merkel-Zellen Ruffini-Körperchen Druck Vater-Pacini’sche Lamellenkörperchen Vibration Tempe. Geruchssinneszellen auf chemische Reize.000 Kalt. Informationen aus dem Körperinneren zu erhalten. beim Heben von Gegenständen verschiedenen Gewichts angewendet werden müssen. Sie liefert die ursprüngliche Information für die subjektive Verarbeitung im Gehirn. B. Tast.1 adäquater Reiz Tastsinn: Meißner’sche Tastkörperchen. Informationsaufnahme Zur Aufnahme einer Information sind notwendig: – ein überschwelliger Reiz. B.und Tiefensensibilität Oberflächensensibilität Die Oberflächensensibilität umfasst die Sinnesbereiche der Haut: Tastsinn (Druck.und Temperatursinn sind wegen der ungleichmäßigen Verteilung der ca. 500. Tiefensensibilität (Propriorezeption. die unterschiedlich notwendigen Muskelkräfte einzuschätzen. Merke Die Sinnesfunktion ist eine wichtige Voraussetzung für den Erwerb von Kenntnissen.

die ihrerseits lebenswichtige Nahrungsreflexe auslösen. Als Schmerzrezeptoren kommen in fast allen Körpergeweben freie Nervenendungen infrage. Ursache für die Bildung dieser Stoffe sind mechanische. die über den Riechnerven (N. B. 313 . B. Geruchssinn Die bipolaren primären Geruchsrezeptoren sind im Riechfeld (Regio olfactoria) der Nase lokalisiert und von Stützzellen umgeben. chemische oder thermische Reize (die eine bestimmte Intensität überschreiten). Serotonin. ❑ die Schmerzen unterdrücken. Ihre Riechhärchen sind in Schleim eingebettet. Geschmackssinn Die zahlreiche Mikrovilli tragenden sekundären Geschmackssinneszellen bilden ca. aber auch krankhafte Veränderungen (z. – Auslösung der Speichel.und Tiefensensibilität ermöglichen zusammen mit dem Gleichgewichtssinn die Regulation der Körperhaltung und die Ausführung von sensiblen Bewegungsprogrammen. das Wohlbefinden des Menschen entscheidend mitbestimmen und ihn vor schädigenden Einwirkungen schützen. Schmerz. Merke Die Sinne der Oberflächen. die sich in den Hirnnerven VII. 237). Die Geschmacksstoffe der Nahrung lagern sich nach ihrer Lösung an die Zellmembranen der Geschmacksrezeptoren und erzeugen Aktionspotentiale.000 Geschmacksknospen. bitter. Bindegewebsschmerzen. Osmo. Morphin) sind Substanzen. IX und X (✑ S. der vor allem zu Schonhaltungen führt. ins Zentralnervensystem geleitet. B. z. Histamin. P Analgetika (z.2 Chemische Sinne Sonstige viscerale Rezeptoren Diese Rezeptoren überwachen in den Eingeweiden wichtige Regulationsgrößen des Stoffwechsels. Diese werden über afferente Nervenfasern.und Aktionspotentiale aus. auftritt bei Mangeldurchblutungen. Eingeweideschmerz: dumpfer Schmerz. Tiefenschmerz: dumpfer Schmerz.2 Chemische Sinne (Geschmack und Geruch) Zu den chemischen Sinnen gehören Geschmacksund Geruchssinn. Schmerz. Hier wird der Schmerz bewusst wahrgenommen. 356) befinden. Es können 4 Grundqualitäten des Geschmacks unterschieden werden: süß. Die durch Schmerzreize ausgelösten Aktionspotentiale werden durch sensible Neurone in das entsprechende Verarbeitungszentrum der Großhirnrinde geleitet. Unlust). die in den Zungenpapillen liegen (✑ S. 4. der vorwiegend Fluchtreflexe auslöst. 370). sauer. Schmerzqualitäten Oberflächenschmerz: Kommt von der Haut und läßt sich differenzieren in – einen hellen 1. Im Einzelnen handelt es sich um Chemo-. starker Dehnung von Hohlorganen oder Spasmen (Menstruationsschmerz). – soziale Information („jemanden nicht riechen können“). – Beeinflussung des Sexualverhaltens und der allgemeinen Affektlage (Lust. Entzündungen). Schmerz Akuter Schmerz ist ein lebensnotwendiges Warnsignal mit Schutzfunktion. Wasserstoffionen ab pH 6). B. wenn Eingeweideschmerzen an bestimmten Stellen der Körperoberfläche empfunden werden (✑ S. Von übertragenem Schmerz spricht man. 16.und Magensaftsekretion. P ❑ Schmerzrezeptoren adaptieren nicht (Beispiel: stundenlange Kopfschmerzen). Kopf-. indem sie entsprechende Reflexhandlungen auslösen. salzig. Diese reagieren auf bestimmte chemische Stoffe (z.16. olfactorius) zum ZNS geleitet werden. Gelenk-. B. Muskel-. Konkrete Aufgaben sind: – Nahrungskontrolle. sowie – einen nachfolgenden dumpfen 2. der z. die bei Schädigung von Geweben freigesetzt werden.und Pressorezeptoren sowie Dehnungsrezeptoren in der Lunge und in den Wänden von Hohlorganen. Ihre Bedeutung liegt im Wahrnehmen von Umwelteinflüssen. Die mit dem Luftstrom antkommenden Riechstoffe (= organische Substanzen) reichern sich in der Zellmembran an und lösen Generator.

Bestimmte Krankheiten und Rauchen beeinträchtigen diese ebenfalls. Riechzentrum Riechbahn Riechnerv afferente Nervenfasern (N.und Geschmacksempfindungen zu Mischempfindungen. . 16. Merke Gewöhnlich überlagern sich Geruchs. P Mit ❑ zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit der chemischen Sinne ab.2 Geschmackssinn – Zungenpapillen.3 Luft mit Duftstoffen Geruchssinn. 16. Im Vergleich zu anderen Sinnen zeigen sie eine besonders ausgeprägte Adaptation. olfactorius) Geruchsrezeptoren Stützzelle Riechfeld (Regio olfactoria) Riechfäden Schleim (Fila olfactoria) vereinigen sich zum Riechnerven Abb.16 314 Sinnessystem Geschmacksknospe Geschmacksempfindungen auf der Zunge Speichel mit Geschmacksstoffen Geschmacksrezeptoren süß sauer salzig bitter afferente Nervenfasern Abb.

Trommelfell Bogengänge (Membrana tympani) Ohrmuschel Schnecke (Auricula) (Cochlea) äußerer Gehörgang Hör.3 Hör. • Amboss – gelenkig mit Hammer und Steigbügel verbunden. Gliederung des Ohres Das Ohr wird in 3 Abschnitte gegliedert. 16.und Gleichgewichtssinn 16.und Gleichgewichtssinn Hör. vestibulocochlearis) Paukenhöhle (Cavitas tympanica) Ohrtrompete (Tuba auditiva) Bogengänge ovales Fenster Schnecke Vorhof (Cochlea) Steigbügel (Stapes) Amboss (Incus) Trommelfell (Membrana tympani) Hammer (Malleus) mit Handgriff äußerer Gehörgang (Meatus acusticus externus) Abschnitte des Ohres. Lage. Abb. Die Paukenhöhle ist durch die Ohrtrompete (Tuba auditiva) mit dem Nasenrachen verbunden. ein luftgefüllter Hohlraum mit der Gehörknöchelchenkette. Äußeres Ohr Zum äußeren Ohr gehören Ohrmuschel und äußerer Gehörgang. einem Teil des Schläfenbeins. Das Ohr befindet sich im Felsenbein. Die Sinneszellen besitzen haarartige Fortsätze (Cilien) und werden deshalb auch Haarsinneszellen genannt. der am Trommelfell endet. Bei jedem Schluckvorgang wird die Ohrtrompete kurz geöffnet. • Steigbügel – passt sich mit seiner Fußplatte dem ovalen Fenster (= Grenze zum Innenohr) an. Das Trommelfell ist eine etwa kreisförmige bindegewebige Membran mit einem Durchmesser von ca. bestehend aus: • Hammer – mit Handgriff am Trommelfell verwachsen. damit der Druck zwischen Mittelohr und Außenwelt ausgeglichen wird. 315 Mittelohr Hinter dem Trommelfell liegt die Paukenhöhle.sowie Bewegungsempfindungen. 1 Zentimeter.3 Hör.und Gleichgewichtsorgan liegen im Ohr.und Gleichgewichtsnerv (Meatus acusticus externus) (N.16.4 . Die beiden Sinne vermitteln Schall-.

h.) getrennt. gebildet. Flüssigkeitsräume und Innenohrflüssigkeiten Das häutige Labyrinth liegt dem knöchernen nicht unmittelbar an. Das Innenohr (knöchernes und häutiges Labyrinth) gliedert sich in 3 Abschnitte: – knöcherne Schnecke mit häutigem Hörorgan. von Perilymphe (s.und Gleichgewichtsorgans. Hier befindet sich die Peri- vorderer häutiger Bogengang lymphe als schützendes Flüssigkeitspolster. Innenohr (= Labyrinth) Das Innenohr wird von einem knöchernen Kanalsystem. ein analoges häutiges Kanalsystem. Es enthält die Sinneszellen des Hör. cochlearis) Endolymphgang (Ductus endolymphaticus) hinteres Vorhofsäckchen (Utriculus) seitlicher häutiger Bogengang (Ductus semicircularis lateralis) hinterer häutiger Bogengang Schnecke (Ductus semicircularis posterior) vorderes Vorhofsäckchen (Sacculus) Abb. – Flüssigkeitsraum innerhalb des häutigen Labyrinths mit der Endolymphe. u. Gliederung Das Gleichgewichtsorgan (Vestibularorgan) ist gemeinsam mit dem Hörorgan im Innenohr lokalisiert. – knöcherner Vorhof mit den beiden häutigen Vorhofsäckchen und – knöcherne Kanäle der Bogengänge mit häutigen Bogengängen. dem knöchernen Labyrinth. Gleichgewichtsnerv (N.16 316 Sinnessystem P Schleimhautschwellungen ❑ bei Nasen-Rachen-Infekten können den Druckausgleich verhindern und somit vorübergehend das Hören beeinträchtigen. den 2 Vorhofsäckchen Utriculus und Sacculus.. vorderer und hinterer häutiger Bogengang) mit den Drehsinneszellen.3. Auf diese Weise sind 2 Flüssigkeitsräume vorhanden: – Flüssigkeitsraum zwischen häutigem und knöchernem Labyrinth. Es besteht aus 2 Untereinheiten: 1. mit den Lagesinneszellen und 2. die das jeweilige Sinnesepithel umspült. den 3 Bogengängen (seitlicher. d. Merke Die Sinneszellen des Gleichgewichtsorgans sind Haarsinneszellen. sie besitzen Cilien.5 Nervenfasern vom Sinnesepithel kommend Gleichgewichtsorgan – rechts häutiges Labyrinth. Im knöchernen Labyrinth befindet sich. (Cochlea) .1 Gleichgewichtssinn Der Gleichgewichtssinn löst wichtige Reflexe zur Gleichgewichtserhaltung des Körpers aus. 16. vestibularis) Ganglion vestibulare mit bipolaren Nervenzellen (Ductus semicircularis anterior) Blindsack Hörnerv (Saccus endolymphaticus) (N. 16. das häutige Labyrinth.

und die Sinneshärchen werden verbogen. weil die 3 Bogengänge in den 3 Hauptebenen des Raumes senkrecht aufeinander stehen. welche dann Erregung auslöst. B.und Gleichgewichtssinn Utriculus 317 Sacculus Horizontalbeschleunigung Vertikalbeschleunigung Endolymphe Ciliarbewegung Statolithenmembran Erregung Haarsinneszellen Nervenzellen Gehirn Funktion der Vorhofsäckchen. über den sie auch in Verbindung stehen. Diese Masse wird als Statolithenmembran bezeichnet und ist schwerer als die Endolymphe. die wie ein Hut (Cupula) auf den Sinneszellen liegt. Dreht sich der Kopf (= adäquater Reiz). Der „Fleck“.16. dann kann die Endolymphe infolge ihrer Trägheit der Bewegung nicht gleich folgen. z. . z. die durch winzige Kalksteinchen beschwert wird. plötzliches Anfahren oder Bremsen eines Autos. Abb. In den Bogengängen befinden sich die Drehsinneszellen zum Registrieren von Winkel(Dreh-) beschleunigungen. Die vertikal angeordneten Sinneszellen des Sacculus werden durch Vertikalbeschleunigungen erregt. Zentrale Verarbeitung Die Erregungen vom Gleichgewichtsorgan gelangen über den Gehör. an dem sich das Sinnesepithel befindet. Das Gewicht der Statolithenmembran verbiegt die Sinneshärchen bereits in Ruhe.6 Dies wird ermöglicht. Dadurch wird die Cupula (Gallertkappe) in die Gegenrichtung gedrückt. Bei jeder positiven oder negativen Linearbeschleunigung (= adäquater Reiz) bewirkt sie infolge der Trägheit eine zusätzliche Verbiegung der Sinneshärchen. in der auf einer kaminartigen Erhebung (Crista ampullaris) die Sinneszellen lokalisiert sind. durch rasches Anfahren oder Stoppen eines Fahrstuhls.3 Hör. sie bleibt stehen. 16. Die horizontal angeordneten Sinneszellen des Utriculus werden durch Horizontalbeschleunigungen erregt. Die Sinneshärchen tauchen ebenfalls in eine Gallerte. P Die Folgen übermäßiger Reizung des Vesti❑ bularapparates sind Kinetosen (See. vestibulocochlearis) zu den Vestibulariskernen im verlängerten Mark (Medulla oblongata).oder Reisekrankheit) und Schwindelgefühl. Die Bogengänge haben ihren Ursprung am Utriculus. Sacculus (vorderes Vorhofsäckchen) und Utriculus (hinteres Vorhofsäckchen) In den Vorhofsäckchen liegen die Lagesinneszellen zum Registrieren geradliniger Beschleunigungen. Die Verbiegung der Sinneshärchen führt zur Erregung der Haarsinneszellen. Die Haarsinneszellen mit den Sinneshärchen sind in eine gallertartige Masse eingebettet. heißt Macula.und Gleichgewichtsnerven (N. B. Jeweils ein Schenkel der halbkreisförmig gebogenen Röhren erweitert sich an der Basis zu einer Ampulle.

kommt man über eine Öffnung in die Scala tympani und erreicht wiederum über 2 1/2 Windungen im wieder weiter werdenden Kanal durch das runde Fenster (= Schneckenfenster) die Paukenhöhle. . – den Muskelspindeln der Skelettmuskulatur (insbesondere der Halsmuskulatur) und – der hinteren Zentralwindung der Großhirnrinde (dadurch wird die bewusste Raumorientierung möglich). Die Schnecke besteht aus 3 übereinander liegenden Kanälen.3. Corti’sches Organ In der Scala media liegt auf der Basilarmembran das Cortische Organ. Es enthält die Gehörsinneszellen. 363) und • Einstellung des Kopfes und der Augen trotz Kopf. An der äußeren Seite der Scala media befindet sich eine blutgefäßreiche Region (= Stria vascularis) zur Versorgung des Hörorgans. stelle man sich anhand der Abb. in die die Cilien eintauchen. am Helicotrema. 16. ✑ S. damit die Perilymphe nicht aus den Scalen entweichen kann. die ebenfalls zu den Haarsinneszellen gehören. Um ein besseres Verständnis für den Bau der Schnecke zu bekommen.8 Folgendes vor: Als „Minimensch“ steigt man von der Paukenhöhle durch das ovale Fenster (= Vorhoffenster) in die Scala vestibuli und gelangt über 2 1/2 Windungen im immer enger werdenden Kanal zur Schneckenspitze. Das runde und das ovale Fenster sind durch Membranen abgedichtet. Die gallertartige Masse.und Körperbewegungen sowie – die Teilnahme an der Aktivierung der Formatio reticularis und des vegetativen Nervensystems (✑ S.7 Funktion der Bogengänge. 16. 16. 344). Die Vestibulariskerne stehen in Verbindung mit – den Augenmuskelkernen. heißt Tektorialmembran. – dem Kleinhirn.16 318 Sinnessystem Erregung Haarsinneszellen Ampulle (Crista ampullaris) Verbiegung der Cilien Gallertkappe (Cupula) Endolymphe Lymphströmung Winkelbeschleunigung Abb. die spiralförmig aufgerollt sind. Merke Die wichtigsten Aufgaben des Gleichgewichtsorgans sind – die Auslösung von Reflexen zur • Aufrechterhaltung des Gleichgewichts (Stützmotorik.2 Gehörsinn Bau des Hörorgans Das Hörorgan wird seiner Form wegen Schnecke (Cochlea) genannt. Dort.

Scala media) mit Endolymphe Reissner’sche Membran (Membrana vestibularis) Tektorialmembran (Membrana tectoria) äußere Sinneszellen • innerer Tunnel innere Sinneszellen • Basilarmembran (Lamina basilaris) Paukentreppe (Scala tympani) mit Perilymphe Stützzellen • Haarzellen Innenohr. Merke Das menschliche Ohr besitzt für den Frequenzbereich 2. Hier genügen bereits sehr niedrige Schalldrücke. überschritten wird.000 Hz die größte Empfindlichkeit. Schnecke (Cochlea) Schnecke Schneckenloch zwischen Vorhofund Paukentreppe (Cochlea) (Helicotrema) Vorhof ovales Fenster Schneckenachse Vorhoftreppe (= Vorhoffenster) (Scala vestibuli) rundes Fenster Schneckengang (= Schneckenfentser) (Ductus cochlearis. um die Hörschwelle zu überschreiten.3 Hör. 20.8 . 16.und Gleichgewichtssinn 16. damit die Reizschwelle (= Hörschwelle) erreicht bzw. diese Töne können 319 also bei relativ niedrigem Schalldruck gehört werden.3.000 – 5. Abb.000 – 5. Die Hörschwelle ist nicht für alle Frequenzen gleich. Sie müssen eine bestimmte Intensität (Mindestschalldruck) besitzen.16.000 Hz am niedrigsten.3 Physiologie des Hörens Der adäquate Reiz für das Hörorgan sind Schallwellen der Frequenzen 16 Hz bis ca.000 Hz. Scala media – endet an der Schneckenspitze blind) Vorhoftreppe (Scala vestibuli) Paukentreppe Paukentreppe (Scala tympani) (Scala tympani) Corti’sches Organ Vorhoftreppe (Scala vestibuli) mit Perilymphe Schneckengang (Ductus cochlearis. sie liegt für den Frequenzbereich 2.

2 Schallaufnahme und -weiterleitung. Die Verformung des Endolymphkanals bewirkt eine Verschiebung der Tektorialmembran gegenüber den Haarsinneszellen (Hörzellen) und damit eine Verbiegung ihrer Cilien. P Die ❑ Zerstörung einzelner Abschnitte der Basilarmembran oder Hörzellen – z. auch zu Schwerhörigkeit. der gerade noch eine Hörempfindung auslöst. Leistungen des Gehörsinns Zu den Leistungen des Gehörsinns gehören vor allem – die Unterscheidung von Tonhöhen und Schallintensitäten sowie – die Feststellung der Schallrichtung und Entfernung der Schallquelle. jede Wanderwelle endet an einem bestimmten Punkt und erzeugt hier ein Amplitudenmaximum (stärkste Auslenkung der Basilarmembran). Reissner-Membran und Basilarmembran in eine wellenförmige Bewegung. P Mittelohrerkrankungen können zu Schwer❑ hörigkeit führen.16 320 Sinnessystem P Der Schalldruckpegel ist ein Maß für den ❑ Schalldruck. So ist es möglich. die über den Hörnerv in das Gehirn (Hörrinde) geleitet und dort verarbeitet wird: Das Gehörte wird uns bewusst. z. Die Schallwellen gelangen hauptsächlich über das äußere Ohr zum Trommelfell und versetzen es in Schwingungen. Die Maßeinheit ist das Dezibel (dB). durch Lärm – führt zu Hörausfall für einzelne Tonhöhen bzw. B. Äußeres Ohr  Trommelfell  Hammer  Verstärkung Amboss  Steigbügel  ovales Fenster  Perilymphe der Scala vestibuli  Wanderwelle  Amplitudenmaximum  Verbiegung der Cilien  Aktionspotentiale  Hörnerv  Gehirn Erregung der Gehörsinneszellen Die Schwingungen der Membran des ovalen Fensters erzeugen in der Perilymphe der Scala vestibuli fortlaufende Druckwellen. Das heißt. Diese Verbiegung führt zur Erregung. durch das Aufsetzen einer Stimmgabel. Tab. Diese werden über die 3 Gehörknöchelchen auf die Membran des ovalen Fensters übertragen. entsteht ebenfalls eine Hörwahrnehmung – man spricht von Knochenleitung. Das runde Fenster am Ende der Scala tympani dient dem Druckausgleich. Bei bestimmten Krankheiten und im Alter kann sich die Reizschwelle verändern. Sie wird als Wanderwelle bezeichnet und breitet sich zur Schneckenspitze hin aus. das Helicotrema wird allerdings aufgrund bestimmter Dämpfungsvorgänge nicht erreicht. Bei jeder Verzehnfachung des Schalldruckes erhöht sich der Schalldruckpegel um 20 dB. Dieser Weg der Schallübertragung heißt Luftleitung. B. Sie spielt physiologisch nur eine geringe Rolle. Der Schalldruck. . Versteifung des ovalen Fensters zu Taubheit. entsteht das Amplitudenmaximun der hohen Töne (hohe Frequenz) in der Nähe des ovalen Fensters und das niedriger Töne (niedrige Frequenz) weiter hinten in der Schnecke. Da die Basilarmembran zur Schneckenspitze hin breiter und schlaffer wird. dass das Gehirn jeder Stelle der Scala media eine bestimmte Tonhöhe zuordnen kann. in Schwingungen versetzt. wird mit 0 dB angegeben. 16. Durch die gegenläufigen Flüssigkeitsströmungen in der Scala vestibuli und tympani geraten die beweglichen Strukturen in der Scala media. welche dadurch ebenfalls zu schwingen beginnt. Diese pflanzen sich zur Schneckenspitze fort und gelangen über die Scala tympani wieder zurück. Wird der ganze Schädel.

Die Hornhaut ist stärker gekrümmt als die Lederhaut. enthält keine Blutgefäße. die den Sehnerv bilden bipolare Nervenzellen multipolare Nervenzellen Bau des Auges. die im Bindehautsack umschlägt. Äußere Augenhaut Die äußere Augenhaut wird gebildet von der Lederhaut und der Hornhaut. Sie ist gemeinsam mit der Augenlinse für die Lichtbrechung verantwortlich. ist die Hornhaut frei von Bindehaut. P ❑ Hornhauttrübungen können zur Erblindung führen.4. Während der sichtbare Teil der Lederhaut mit Bindehaut bedeckt ist. Daraus erklärt sich die extreme Schmerzempfindlichkeit.4 Gesichtssinn 16. Ihre Brechkraft liegt bei 43 Dioptrien.9 . Die Lederhaut (Sclera) ist aufgrund des Vorhandenseins vieler Fasern weiß und sehr zugfest.1 Bau des Auges 1. Abb.16. trigeminus versorgt. haut uhrglasartig eingelassen. Die Hornhaut (Cornea) ist glasklar. aber viele Nerven. opticus) Glaskörper Pigmentepithel Stäbchen Lichteinfall Zapfen Nervenfasern. Merke 16.4 Gesichtssinn Der größte Teil der Informationen aus der Umwelt wird über das Auge aufgenommen. 16. Sie wird vom N. Bau des Auges Schlemm'scher Kanal 321 Augenhintergrund Ziliarkörper Lederhaut (Corpus ciliare) (Sclera) Hornhaut (Cornea) Pupille Aderhaut (Chorioidea) Netzhaut (Retina) Linse (Lens) gelber Fleck vordere Augenkammer Regenbogenhaut blinder Fleck Sehnerv (Iris) hintere Augenkammer Netzhaut (Schema) Netzhautblutgefäße (N. Die Hornhaut ist in den vorderen Bereich der Leder- Die Lederhaut ist vor allem formgebender Bestandteil des Auges.

und nervenfrei. Die Aderhaut (Chorioidea) ist für die Blutversorgung verantwortlich und deshalb gefäßreich. Die Pupille ist eine kreisrunde Öffnung in der Iris. Es wird von der Ziliardrüse produziert und befindet sich in der vorderen und hinteren Augenkammer. Linse (Lens): Die bikonvexe Linse ist eine glasklare elastische Struktur mit variabler Brechkraft. Vom Kammerwinkel (= Hornhaut-Iris-Winkel) fließt die Hauptmenge über den Schlemm’schen Kanal in das Venensystem. wird dies als grüner Star (= Glaukom) bezeichnet. Ziliarkörper und Regenbogenhaut.10 Merke Das Kammerwasser dient dem Stofftransport innerhalb des Auges. Merke Für die Konstanz des Augeninnendruckes spielt das Gleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss des Kammerwassers eine wesentliche Rolle. Augenkammern und Kammerwasser Man unterscheidet die vordere Augenkammer zwischen Hornhaut und Iris und die hintere Augenkammer zwischen Iris. Linse. Die Linse ist an Fasern des ringförmigen Ziliarmuskels aufgehängt. Hornhaut (Cornea) Lederhaut Regenbogenhaut (Iris) (Sclera) Weg des Kammerwassers. 16. Blutgefäße fehlen ebenso wie Nerven. Mittlere Augenhaut Zur mittleren Augenhaut gehören Aderhaut. . von dort durch die Pupille in die vordere Augenkammer. Die eigentliche Gefahr des Glaukoms besteht in einer verminderten Durchblutung der Netzhaut mit irreversiblen Schäden bis hin zur Erblindung. Glaskörper und Ziliarkörper. sonst wäre die Weiterleitung der Lichtstrahlen zur Netzhaut nicht möglich. Der Ziliarkörper (Corpus ciliare) hat 3 Aufgaben: • Haltesystem für die Linse. P Ein ❑ erhöhter Augeninnendruck entsteht durch ein Missverhältnis zwischen Kammerwasserproduktion und -abfluss. Liegt er über 20 mmHg. Brechende Medien Brechende Medien sind Hornhaut. Sie besteht aus eiweißreichen Zellen und ist gefäß. • Produktion des Kammerwassers. Kammerwasser: Das Kammerwasser ist eine glasklare zellfreie Flüssigkeit. Glaskörper: Der Glaskörper füllt den größten Teil des Auges aus. P Beim grauen Star (Katarakt) tritt eine Trü❑ bung der Linse ein.322 16 Sinnessystem 2. Er wird bei ca. • Veränderung der Linsenkrümmung durch Kontraktion bzw. Abb. Ziliarkörper mit Ziliarmuskel und Ziliardrüse Schlemm'scher Kanal vordere Augenkammer Pupille hintere Augenkammer Linse (Lens) Die Regenbogenhaut (Iris) ist farbig und besteht aus einem Ringmuskel zum Engstellen und einem Radialmuskel zum Weitstellen der Pupille. 15 mmHg konstant gehalten. Beide Augenkammern sind durch die Pupille miteinander verbunden und mit Kammerwasser gefüllt. Eine ebenfalls durchsichtige Linsenkapsel begrenzt sie. 4. Weg des Kammerwassers Das Kammerwasser gelangt vom Bildungsort zunächst in die hintere Augenkammer. Hornhaut (Cornea): 3/4 der Brechkraft des Auges entfallen auf die Hornhaut. Erschlaffung des Ziliarmuskels. Er besteht aus zellfreier Gallerte und liegt zwischen Netzhaut und Linse. die sich vor der Linse befindet. 3. Kammerwasser und Glaskörper.

Die Blutversorgung der Retina erfolgt durch die zentrale Netzhautarterie (A. centralis retinae treten gemeinsam mit dem Sehnerven am blinden Fleck durch die Augapfelwand. Die Stäbchenzellen liegen mit Ausnahme des gelben und blinden Flecks in der gesamten Pars optica. Das 1. Zapfenzellen und ca. Die Photorezeptoren befinden sich am weitesten außen.4 Gesichtssinn 5. P Weichen beide Augachsen stark voneinan❑ der ab. der s-förmig gebogen ist.2 Schutz. durch das die Nervenfasern das Auge verlassen und die Blutgefäße in das Augeninnere treten. 323 . Das 2. Sie gliedert sich in 2 Abschnitte: – dem kleineren vorderen „blinden“ Abschnitt. sodass die Lichtstrahlen zunächst durch alle anderen Netzhautschichten hindurchdringen müssen. In diesem aus 10 Schichten bestehenden Teil liegen die ersten 3 Neurone der Sehbahn. Neuron wird von bipolaren Nervenzellen gebildet. 2 Stellen sind hervorzuheben: – Blinder Fleck (= Sehnervenpapille.und Bewegungsapparates gewährleisten die störungsfreie Funktion des hochempfindlichen Lichtsinnesorgans. Hier befinden sich nur tageslichtempfindliche Zapfenzellen. centralis retinae).und amakrinen Zellen (multipolare Nervenzellen) sichern die vielfältigen Verschaltungen. Augenlider Vor jedem Auge befindet sich ein Oberlid und ein Unterlid. und die zentrale Netzhautvene (V. ophthalmica superior) mündet. die Augenlider und der Tränenapparat. wobei Doppelbilder entstehen können. Merke Die Retina ist das eigentliche Sinnesorgan des Auges. Stäbchenzellen pro Auge). P Macula-Degenerationen beeinträchtigen das ❑ Sehvermögen besonders stark.VI) innerviert. 16. Augenhintergrund Der Augenhintergrund erscheint wegen der Blutgefäße der Chorioidea (Aderhaut) rötlich. – Fettgewebe zur Abpolsterung. Das 3. opticus). An dieser Stelle kann man nichts sehen. kommt es zum Schielen (Strabismus). – Gelber Fleck (Macula lutea): Diese blutgefäßfreie Stelle der Netzhaut stellt eine kleine Grube oder Vertiefung (Fovea centralis) dar. und V. Sie ist die Stelle des schärfsten Sehens. Diese sichern das koordinierte Zusammenspiel der Muskeln beider Augen (✑ S. Weitere Zellen wie die Horizontal. – den Sehnerven (N. 120 Mill.16. die in die obere Augenvene (V. der aus 2 pigmenthaltigen Epithelzellschichten besteht und der Ziliarkörper und Iris bedeckt sowie – dem größeren hinteren Abschnitt (Pars optica). Knöcherne Augenhöhle (Orbita) Beide Augenhöhlen enthalten jeweils – den Augapfel und – 4 gerade und 2 schräge Augenmuskeln zur Bewegung des Augapfels. Die Zapfenzellen sind auf die Fovea centralis (kleine Grube) des gelben Fleckes und ihre unmittelbare Umgebung konzentriert. IV. die von der Augenarterie (A. Discus nervi optici): Das ist ein Loch in der Netzhaut. Neuron bildet die Photorezeptoren (6 – 7 Mill.4. Die Augenmuskeln werden von 3 Hirnnerven (III. 354).und Bewegungsapparat des Auges Die Teile des Schutz. ophthalmica) kommt. centralis retinae). – die Tränendrüse: Sie liegt in einer kleinen Grube an der äußeren oberen Augenhöhlenwand. Ihre Neuriten treten am blinden Fleck durch die Augapfelwand und bilden den Sehnerven. um die Bewegung des Auges nicht zu behindern. Zu ihnen gehören die knöcherne Augenhöhle. also dem Lichteinfall abgewandt. A. Neuron wird von multipolaren Nervenzellen gebildet. Netzhaut (Retina) Als innere Augenhaut kleidet die Retina die Innenfläche der Augapfelwand bis weit nach vorn aus.

und Lidschließmuskeln sowie – der Bindehaut (Tunica conjunctiva palpebralis). 275) zwischen vorderer und hinterer Lidkante. – einer zarten äußeren Haut.12 mittlerer gerader Augenmuskel unterer schräger Augenmuskel unterer gerader Augenmuskel Augenmuskeln und ihre Innervation durch die Augenmuskelnerven. 150. unten ca. rectus medialis) unterer gerader Augenmuskel (M. levator palpebrae superioris) (Orbita) mit Fettgewebe ausgepolstert oberer schräger Augenmuskel (M.11 Augapfel und Augenmuskeln. Die Lider bestehen aus: – der Bindegewebs-Muskelplatte im Inneren. Der Bindehautsack ist zu sehen.16 324 Sinnessystem Lidheber knöcherne Augenhöhle (M. obliquus superior) oberer gerader Augenmuskel (M. 16. oculomotorius) Mittelhirn Brücke IV. dem „Skelett“ der Augenlider. Augenrollnerv (N. Bindehaut Die Bindehaut – sowohl des Ober. einer Schleimhaut an der Hinterfläche. trochlearis) Medulla oblongata VI. 16.als auch des Unterlides – geht in die Bindehaut des Augapfels über. opticus) mittlerer gerader Augenmuskel (M. die leicht verschiebbar ist. – den Lidhebe. Augenbewegungsnerv (N. abducens) Abb. Dadurch entsteht oben und unten jeweils eine Bindehauttasche. wenn man das Augenlied vom Augapfel wegzieht. obliquus inferior) Abb. Diese bezeichnet man zusammen als Bindehautsack (Saccus conjunctivalis). . rectus lateralis) unterer schräger Augenmuskel (M. rectus inferior) Unterlid äußerer gerader Augenmuskel (M. – den Wimpern (oben ca. oberer schräger Augenmuskel oberer gerader Augenmuskel äußerer gerader Augenmuskel III. rectus superior) Oberlid gemeinsamer Sehnenring der Augenmuskulatur Sehnervenkanal Augapfel (Bulbus oculi) (Canalis opticus) Sehnerv (N. Augenabziehnerv (N.

Kochsalz) und das bakterienabtötende Lysozym. Äußere Talgdrüsen. P Sowohl das Berühren der Hornhaut als auch ❑ der Bindehaut führt reflektorisch zum Lidschluss (Schutzreflex). Keratitis. dem sog. 16. lacrimalis) obere Umschlagstelle der Bindehaut (Bindehautsack) Tränensack Regenbogenhaut Pupille Tränennasengang untere Umschlagstelle der Bindehaut Tränenröhrchen Tränenpunkt (Ductus nasolacrimalis) Bindehaut (Conjunctiva) Unterlid Moll’sche Drüse Meibom’sche Drüse 325 (Bindehautsack) Liddrüsen und Tränenapparat. indem sie sie feucht hält und kleine Unebenheiten ausgleicht sowie Fremdkörper im Bindehautsack ausschwemmt.16. Merke Die Tränenflüssigkeit sichert die einwandfreie Funktion der Hornhaut. . Abb.4 Gesichtssinn Liddrüsen Tränenapparat Augenbraue Tränendrüse Oberlid Moll’sche Drüse Wimper Meibom’sche Drüse (Gl.und Hornhautentzündung (Conjunctivitis. – Moll-Drüsen. und fließt über Tränenröhrchen. Über mehrere Ausführgänge gelangt die Tränenflüssigkeit in den Bindehautsack und wird durch den Lidschlag über die Vorderfläche des Augapfels verteilt. „Syndrom des trockenen Auges“). Tränensack und Tränennasengang in den unteren Nasengang. Die Tränenflüssigkeit sammelt sich im medialen Augenwinkel. Tränensee. P Zu wenig Tränenflüssigkeit führt zu Binde❑ haut. Das Hagelkorn (Chalazion) entsteht durch Stauung des Sekrets und Entzündung der Meibom-Drüsen. die in der Nähe des Lidrandes liegen und dort ausmünden. In Form von Augentropfen werden sie meist in den unteren Teil des Bindehautsackes (Unterlid wird abgezogen oder umgeschlagen) eingeträufelt. deren Ausführgänge am Follikel der Wimpern enden. das über Ausführgänge der hinteren Lidkante an die Lidränder gelangt und diese einfettet. B. Die Bindehaut eignet sich wie alle Schleimhäute gut zur Resorption von Arzneimitteln. P Das Gerstenkorn (Hordeolum) entsteht durch ❑ Stauung des Sekretes und Entzündung der ZeisDrüsen. Sie ist farblos und enthält desinfizierende Substanzen (z. Schweißdrüsen. Sie liegen an der Lidhinterseite und produzieren ein talgähnliches Sekret. sodass die Hornhaut feucht gehalten wird.13 Tränenapparat Die Tränendrüsen hinter dem Oberlid sezernieren pro Tag etwa 500 ml Tränenflüssigkeit. Liddrüsen – Meibom-Drüsen (innere Talgdrüsen). – Zeis-Drüsen.

Linse. wenn es genau auf der Netzhaut entsteht. bildseitige Brennweite Parallelstrahl Sehachse (Axis opticus) Achse des Augapfels (Axis bulbi) Brennpunktstrahl gelber Fleck äußerer Brennpunkt Hornhaut (Cornea) Linse (Lens cristallina) Strahlenkörper (Corpus ciliare) innerer Brennpunkt Netzhaut (Retina) Abb. sodass Störungen bei der Bildentstehung auftreten. wie stark Lichtstrahlen gebrochen werden.8 dpt 0. Brechkraft Die Brechkraft gibt an. Bildentstehung auf der Netzhaut Die brechenden Medien (Cornea. • Weitsichtigkeit (Hyperopie.017 m Akkommodation Das Bild eines Gegenstandes wird nur dann scharf abgebildet. 10 cm (= Nahpunkt). Damit die Bilder von Gegenständen unterschiedlicher Entfernungen scharf gesehen werden. Die wichtigsten sind: • Kurzsichtigkeit (Myopie). dingseitige Brennweite Das geschieht durch aktive Änderung der Linsenkrümmung (vorwiegend ihrer vorderen Fläche) und heißt Akkommodation. Man unterscheidet – Fernakkommodation: Bei entspanntem Ziliarmuskel flacht sich die Linse ab. Wenn der Nahpunkt größer als 30 cm wird. deshalb gilt: D = 1 = f 1 = 58. die Brechkraft wird verringert. die den Nahpunkt wieder näher an das Auge rücken. Hypermetropie). 16. Dieser wirkt wie eine Sammellinse und lässt auf der Netzhaut verkleinerte umgekehrte reelle Bilder der Umwelt entstehen. Die Kompensation erfolgt durch Sammellinsen. ändert das Auge seine Brechkraft. spricht man von der Alterssichtigkeit (Presbyopie).14 Bildentstehung. Die vordere Brennweite des menschlichen Auges beträgt 17 mm. Das ermöglicht ein scharfes Sehen bis zu einem Abstand von ca. . Sie wird als Kehrwert der Brennweite (f) berechnet und in Dioptrien (dpt) ausgedrückt. dass die Brechkraft um etwa 14 Dioptrien steigt.4.3 Physiologie des Sehens Als adäquater Reiz wirken elektromagnetische Strahlen der Wellenlängen 400 bis 700 nm (= sichtbares Licht). Glaskörper) werden als dioptrischer Apparat bezeichnet. – Nahakkommodation: Durch Kontraktion des Ziliarmuskels kann sich die Linse so weit krümmen.16 326 Sinnessystem 16. Nicht immer sind Größe und Form des Augapfels genau auf die Brechkraft des dioptrischen Apparates abgestimmt. Kammerwasser. P Die Nahakkommodation nimmt mit zuneh❑ mendem Alter ab (Linse krümmt sich aufgrund ihres Elastizitätsverlustes nicht mehr genug).

geringe Brechkraft – Linse gekrümmt. Kurzsichtigkeit mit Korrekturlinse.15 Zerstreuungslinse Augapfel ist zu lang. 16.4 Gesichtssinn Fernakkommodation 327 Nahakkommodation – Ziliarmuskel entspannt – Ziliarmuskel angespannt – Linse abgeflacht. Bildebene liegt vor der Fovea centralis. Abb. Ferne Gegenstände werden unscharf abgebildet. Weitsichtigkeit mit Korrekturlinse. große Brechkraft Akkommodation. Nahe Gegenstände werden unscharf abgebildet.16 Sammellinse Augapfel ist zu kurz. Bildebene Abb. 16. Bildebene Abb. 16. Bildebene liegt hinter der Fovea centralis.16.17 .

Die Stäbchen ermöglichen das Schwarzweißsehen bei schlechter Beleuchtung. Gesichtsfeld und Sehbahn Das Gesichtsfeld ist das Bild der Umwelt. Die Bleichung der Sehfarbstoffe führt zur Erregung der Sinneszelle. der bis zur Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum) zieht. Ab hier verlaufen sie als Sehstrang (Tractus opticus) zum seitlichen Kniehöcker (Corpus geniculatum laterale) des Thalamus sowie zur Vierhügelplatte des Mittelhirns. Erregungsbildung In den Stäbchen. Neuron befinden sich die Nervenzellkörper in der Netzhaut. ➝ wenig Sehfarbstoff.und Akkommodationsreflex. Die Pupillenadaptation passt das Auge reflektorisch schnell an einen plötzlichen Lichtwechsel an.und Netzhautadaptation. opticus). Seine Axone bilden zunächst den Sehnerven (N. M. ➝ viel Sehfarbstoff. Vom 3.und Zapfenzellen Die Zapfen ermöglichen das farbige Sehen von Einzelheiten bei heller Beleuchtung. Lichteinfall Wenig Licht ➝ große Pupille (ein Neuron wird durch große Retinafläche gereizt).18 Kontraktion ➠ Lichteinfall M. das man mit unbewegten Augen und fixiertem Kopf sieht. Pupille weit .und Zapfenzellen befinden sich Sehfarbstoffe (z. Diese werden durch Lichtabsorption mehr oder weniger abgebaut (= gebleicht). Letztere sind wichtig für den Pupillen.16 328 Sinnessystem Funktion der Stäbchen. 16. Man unterscheidet die Pupillen. Die Netzhautadaptation passt das Auge durch die Veränderung der Konzentration der Sehfarbstoffe der Lichtintensität an. spincter pupillae Kontraktion ➠ Helladaptation Merke Pupille eng Parasympathicus Dunkeladaptation Sympathicus Abb. Viel Licht ➝ kleine Pupille (ein Neuron wird von kleiner Retinafläche gereizt). Adaptation Adaptation ist die Anpassung des Auges an die jeweilige Lichtintensität. dilatator pupillae Pupillenadaptation. da rascherer Zerfall. Merke Scharfe Bilder entstehen nur an der Stelle des gelben Flecks. von denen die ersten 2 komplett in der Retina liegen. Die Sehbahn wird von 4 sensiblen Neuronen gebildet. Rhodopsin). B. indem sich die Pupille im Hellen verengt und im Dunklen erweitert (Pupillenreflex).

ihre Axone verlaufen als Sehstrahlung (Radiatio optica) zum Sehzentrum (= Sehrinde) im Hinterhauptlappen der Großhirnrinde. Verletzungen etc. die von den Augen kommenden Informationen in ein aufrechtes. Abb. z. Die Perikaryen des 4. 16. – räumliches Sehen und – Erkennen von Mustern und Bewegungen.19 . linkes Gesichtsfeld 329 rechtes Gesichtsfeld nasal temporal Sehnerv (N. opticus) Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum) Sehstrang (Tractus opticus) seitlicher Kniehöcker des Thalamus (Corpus geniculatum laterale) Sehstrahlung (Radiatio optica) Sehzentrum Merke Die Aufgabe der Sehzentren besteht darin. Leistungen des Gesichtssinns Die Sehleistungen des Menschen umfassen – Hell-dunkel-Sehen. Die Nervenfasern aus dem gelben Fleck (Fovea centralis) ziehen sowohl ungekreuzt als auch gekreuzt zur Hirnrinde. durch ❑ Tumoren.16.. reelles Bild umzuwandeln. Jedem Punkt des Gesichtsfeldes ist hier eine bestimmte Anzahl von Neuronen zugeordnet. – Farbsehen. während die temporalen auf der gleichen Seite bleiben. die meisten dem gelben Fleck. erblindet der Mensch (= Rindenblindheit). Sehbahn. was eine wichtige Voraussetzung für das räumliche Sehen ist. P Bei Zerstörung der Sehzentren. Auf diese Weise werden die Erregungen gemischt. Neurons liegen im seitlichen Kniehöcker.4 Gesichtssinn Im Chiasma opticum kreuzen die Nervenfasern der jeweiligen nasalen Retinahälfte auf die Gegenseite. B.

Erläutern Sie die ablaufenden Prozesse bei der Schallaufnahme und -weiterleitung. Was ist a) unter Oberflächensensibilität. 20. Erklären Sie Akkommodation und Adaptation. Beschreiben Sie die Bildentstehung auf der Netzhaut und das Funktionsprinzip der Stäbchen und Zapfen. Definieren Sie a) gelber Fleck. Was versteht man unter der Sehbahn? 22. 5. 4. Welche Bedeutung hat der Schmerz? Was versteht man unter übertragenem Schmerz? 6. 8. und welche Aufgaben erfüllt es im Körper? 9. c) das Kammerwasser? 14. 19. Beschreiben Sie den Bau des menschlichen Auges. b) blinder Fleck! 18. Erläutern Sie die biologische Bedeutung von Geruch und Geschmack. Beschreiben Sie den Aufbau des Ohres. Nennen Sie Maßnahmen zur Lärmbekämpfung. b) Informationsleitung. 23. Wo liegen a) vordere und b) hintere Augenkammer? 16. wie es zur Erregung der Hörsinneszellen im Corti’schen Organ kommt. 2. d) Rezeptor. Beschreiben Sie die Verteilung der Photorezeptoren in der Retina. b) der Ziliarkörper. 11. 17. 12. 10. e) Sinnesorgan. Erläutern Sie a) Reizaufnahme. b) adäquater Reiz. Nennen Sie die Schutzeinrichtungen des Auges und ihre Aufgaben. 15. 7. 1. 3. b) unter Tiefensensibilität zu verstehen? Erläutern Sie die biologische Bedeutung dieser Sinne. c) Reizschwelle. Erklären Sie. Definieren Sie a) Reiz. Beschreiben Sie den Abfluss des Kammerwassers. Geben Sie einen Überblick über die Leistungen des Gesichtssinnes. Worin liegt ihre biologische Bedeutung? 21. Wie arbeitet das Gleichgewichtsorgan. Nehmen Sie eine Klassifizierung der Reize vor.330 16 Sinnessystem Fragen zur Wiederholung . Welche Aufgaben haben: a) die brechenden Medien. Warum strengt langes Nahsehen die Augen besonders an? . 13.

17. – Peripheres Nervensystem (PNS): Das periphere Nervensystem besteht aus den zu. analysiert und speichert sie. Das periphere Nervensystem verbindet ZNS und Organe miteinander. danach werden die Sprechorgane erregt.331 17 Nervensystem Das Nervensystem steuert und koordiniert die lebenserhaltenden Körperfunktionen so. S. periphere Nerven PNS Nervensystem. – Zentralnervensystem (ZNS): Gehirn und Rückenmark.1 Gliederung 1. Verarbeitung und Speicherung von Informationen.1. 17. Zum Beispiel wird Sprachinformation akustisch aufgenommen. . um danach die Effektorgane zur Aktivität anzuregen. Abb. analysiert und gespeichert. 352). die sich in den peripheren Nerven befinden (✑ S. deren weiße Farbe auf die lipidhaltige Markscheide zurückzuführen ist. und es erfolgt die Reaktion. 332).1 Merke Das ZNS dient der Weiterleitung. Nach anatomischen Gesichtspunkten werden Zentralnervensystem und peripheres Nervensystem unterschieden (✑ Tab. Dazu nimmt es mithilfe von Rezeptoren Informationen auf. Sie bestehen aus: grauer Substanz (= Nervenzellkörper) und weißer Substanz (= Nervenfasern).und abführenden Nervenfasern. das PNS hauptsächlich der Weiterleitung. dass mit möglichst wenig Aufwand eine optimale Anpassung an die aktuellen Umwelteinwirkungen erfolgt. Gehirn (Cerebrum) ZNS Rückenmark (Medulla spinalis) 17.

Umweltnervensystem) Nervensysten (NS) – physiologische Gliederung – 2.2 . Rückenmark (Medulla spinalis) Rückenmark (Medulla spinalis). sie verarbeiten und damit eine individuelle Anpassung an die Umwelt ermöglichen. die aus der Umwelt Informationen aufnehmen.2 Rückenmark (Medulla spinalis) hintere mittlere Rückenmarkfurche (Sulcus medianus posterior) Anschwellung im Lendenbereich (Intumescentia lumbosacralis) Das Rückenmark leitet über absteigende Nervenfasern (Leitungsbahnen = weiße Substanz) Informationen vom Gehirn zur Peripherie bzw. Sie bilden also eine Einheit. – Vegetatives Nervensystem (VNS): Das VNS innerviert die glatte Muskulatur der Gefäße und inneren Organe und stimmt so deren Tätigkeit harmonisch aufeinander ab. ZNS Gehirn Tab. VNS (= Eingeweidenervensystem) Ansicht von ventral Ansicht von dorsal verlängertes Mark (Medulla oblongata) Anschwellung im Halsbereich (Intumescentia cervicalis) vordere mittlere Rückenmarkspalte (Fissura mediana anterior) Merke Animales und vegetatives Nervensystem funktionieren nur kooperativ aufeinander abgestimmt. 17. animales NS (= cerebrospinales NS. – Animales (cerebrospinales – somatisches) Nervensystem: Das sind jene Teile des Nervensystems. 17. Nach physiologischen (funktionellen) Gesichtspunkten werden unterschieden (✑ Tab. 17.1 Nervensystem Anatomische Gliederung des Nervensystems. Armnerven. Zwerchfellnerven etc. 17. vegetatives NS. Abb. 17.) Ganglien Physiologische Gliederung des Nervensystems.2).2 Rückenmark Nervensystem (NS) – anatomische Gliederung – PNS Gesamtheit der Nervenfasern außerhalb des ZNS als Bestandteil der peripheren Nerven (z. über die aufsteigenden Nervenfasern Informationen von der Peripherie zum Gehirn. B.17 332 Tab.

347). Cranial steht er mit dem 4. caudal endet er blind. Vordersäulen (Columna anterior) Sie besteht hauptsächlich aus markscheidenhalIn ihnen liegen die motorischen Nervenzell. Es sind folgende Teile zu unterscheiden: 2.3 muskeln und 333 .2. Substanz • große 1-Motoneu(Substantia alba) Seitenhorn rone – schnelle Be(Cornu lateralis) wegungen der Bewemotorische gungsmuskeln. die als Leitungsbahnen körper der peripheren motorischen Neurone. d) Zentralkanal (Canalis centralis) Er liegt als Rest der Lichtung des Neuralrohres (eine der ersten Anlagen des ZNS in der Embryonalentwicklung) im zentralen Verbindungsstück der grauen Substanz und enthält Liquor. Durchmesser ca.tigen Nervenfasern. spinalis) (Cornu anterius) zellkörpern (Perikaweiße ryen) gibt es 3 Typen. Bei den Spinalnerv Vorderhorn motorischen Nerven(N.14.17. Weiße Substanz (Substantia alba) a) 2 Vorderhörner (Cornu anterius) oder Die weiße Substanz umgibt die graue Substanz. • kleine -Motoneurone – Beeinflussung des Muskeltonus. Der caudale Teil ist verjüngt und wird durch einen 20 – 25 mm langen Endfaden an der Rückseite des 2. hintere Ihre Neuriten treten geHinterhorn Rückmarksfurche (Columna posterior) bündelt an der Vorder(Sulcus medianus posterior) Hinterwurzel seite des Rückenmarks (Radix dorsalis) als motorische vordere Wurzeln heraus und Spinalganglion ziehen in den entspregraue (Ganglion spinale) chenden Nerven zu Substanz (Substantia grisea) den Muskeln. die des 1. Steißwirbels befestigt.2. 17.1 Lage und Form Das Rückenmark liegt als ovaler Strang. Es beginnt als Fortsetzung des verlängerten Markes des Gehirns am großen Hinterhauptloch und endet in Höhe der Oberkante des 2. 1. – hintere mittlere Rückenmarkfurche (Sulcus medianus posterior) an der Hinterseite – flach. l cm. Graue Substanz (Substantia grisea) Die schmetterlingsförmige graue Substanz besteht hauptsächlich aus Nervenzellkörpern. Länge ca. S. 17. Ventrikel in Verbindung. Abb. Vorderwurzel Zentralkanal vordere tiefe Längsspalte (Radix ventralis) • kleine 2-Motoneu(Canalis centralis) (Fissura mediana anterior) rone – langsame Bewegungen der HalteRückenmark (Querschnitt). befinden sich außerhalb des Rückenmarkes im Spinalganglion. b) 2 Hinterhörner (Cornu posterius) oder Hintersäulen (Columna posterior) In den Hinterhörnern liegen die Nervenzellkörper des 2. 45 cm.2 Innerer Bau (✑ Abb.3) Die Schnittfläche eines Rückenmarkquerschnittes zeigt 2 deutlich unterscheidbare Zonen.2 Rückenmark 17. 17. und deren Neuriten ziehen als hintere Wurzel in die Hinterhörner. Beim Erwachsenen ist er oft stellenweise verödet (✑ Abb. c) 2 Seitenhörner (Cornu laterale) oder Seitensäulen (Columna lateralis) In den Seitenhörnern befinden sich Perikaryen des Sympathicus (C8 – L3) und des Parasympathicus (S2 – S4). Lendenwirbels. Außerdem befinden sich in den Vorderhörnern zahlreiche Interneurone zur Steuerung der -Motoneurone. An der Oberfläche des Rückenmarkes fallen 2 längs verlaufende Vertiefungen besonders auf: – vordere mittlere Rückenmarkspalte (Fissura mediana anterior) an der Vorderseite – tief. sensiblen Neurons. im Wirbelkanal. 17.

cervicales) C8 Th1 Brustteil (Pars thoracica) mit 12 Paar Brustnerven (Nn. Beide Vorderstränge stehen durch eine Brücke weißer Substanz. Die weiße Substanz wird durch die graue „Schmetterlingsfigur“ rechts und links in jeweils 3 Stränge unterteilt: – einen Vorderstrang (Funiculus anterior) zwischen Fissura mediana anterior (vordere Längsspalte) und motorischer Vorderwurzel. – einen Seitenstrang (Fubiculus lateralis) zwischen motorischer Vorder.und sensibler Hinter wurzel und – einen Hinterstrang (Funiculus posterior) zwischen sensibler Hinterwurzel und Sulcus medianus posterior (hinterer Rückenmarksfurche).4 Kreuzbeinteil (Pars sacralis) mit 5 Paar Kreuzbeinnerven (Nn. zwischen Peripherie und Gehirn verlaufen. sacrales) Steißbeinteil (Pars coccygea) mit 1– 3 Paar Steißbeinnerven (Nn. coccygei) Rückenmarksegmente. . die Commisura alba anterior. lumbales) L5 S1 S5 Co1 Co3 Abb.17 334 Nervensystem C1 Halsteil (Pars cervicalis) mit 8 Paar Halsnerven (Nn. in Verbindung. 17. thoracici) Rückenmark (Medulla spinalis) Th12 L1 Lendenteil (Pars lumbalis) mit 5 Paar Lendennerven Pferdeschweif (Cauda equina) (Nn.

3.5 . • Mittelhirn (Mesencephalon). die durch einen tiefen Längsspalt (Fissura longitudinalis cerebri) voneinander getrennt und durch den Balken (Corpus callosum) miteinander verbunden sind. Das Gehirn ist der rostrale Teil des Zentralnervensystems. der einen weiten Teil der übrigen Hirnteile überdeckt und diesen funktionell übergeordnet ist. • Hinterhirn (Metencephalon). Es ist beim Menschen der größte Hirnabschnitt.2 Endhirn (Telencephalon) 17.3 Rückenmarksegmente 335 Das Rückenmark wird analog der Wirbelsäule in 5 Abschnitte gegliedert. Gliederung des Gehirns Folgende Abschnitte unterscheidet man: • Endhirn (Telencephalon) oder Großhirn (Cerebrum). Gebildet wird es von zwei fast symmetrischen halbkugelförmigen Hälften (Hemisphären).350 bis 1. Abb. Singular: Endhirn (Telencephalon) = Großhirn (Cerebrum) ScheitelHinterhaupt-Furche (Sulcus parietooccipitalis) Balken (Corpus callosum) Zirbeldrüse Zwischenhirn (Epiphyse) (Diencephalon) Hirnanhangdrüse (Hypophyse) Mittelhirn (Mesencephalon) Kleinhirn (Cerebellum) Brücke (Pons) verlängertes Mark (Medulla oblongata) Rechte Hirnhälfte.3 Gehirn (Encephalon) 17. Beim Erwachsenen beträgt die Hirnmasse durchschnittlich 1. Die Oberfläche der beiden Hemisphären wird durch zahlreiche Windungen (Gyri.1 Masse.500 Gramm. des Willens und des Gedächtnisses. Auf jeder Seite verbinden sich die vordere und hintere Wurzel im Zwischenwirbelloch zu einem Rückenmarknerven (Spinalnerven). 17. • Zwischenhirn (Diencephalon). (Rhomben• Nachhirn (Myelencephalon) cephalon) oder verlängertes Mark (Medulla oblongata). Zu einem Rückenmarksegment gehören 2 vordere und 2 hintere Rückenmarkwurzeln.2.17. des Empfindens. 17.3. Das Gehirn liegt von Hirnhäuten und Liquor umgeben in der knöchernen Schädelhöhle und ist dieser in seiner äußeren Form angepasst. Lage. Gliederung Das Endhirn ist der Sitz des Bewusstseins. Die untere Fläche des Gehirns heißt Hirnbasis. Jeder Abschnitt besteht aus Segmenten (äußerlich nur durch die austretenden Rückenmarkwurzeln erkennbar).3 Gehirn 17. Form. Sehr vereinfacht wird das Gehirn eingeteilt in das Großhirn und den Hirnstamm (= alle übrigen Hirnabschnitte). mit Kleinhirn (Cerebellum) Rautenhirn und Brücke (Pons).

Gyrus) und Furchen (Sulci. Wichtige Furchen als Grenzlinien zwischen den Lappen sind – die Zentralfurche (Sulcus centralis) zwischen Stirn.17 336 Nervensystem vordere Zentralwindung hintere Zentralwindung (Gyrus praecentralis) (Gyrus postcentralis) Stirnlappen (Lobus frontalis) seitliche Furche (Sulcus lateralis) Schläfenlappen Scheitellappen (Lobus parietalis) ScheitelHinterhaupt-Furche (Sulcus parieto-occipitalis) Hinterhauptlappen (Lobus occipitalis) (Lobus temporalis) Zentralfurche (Sulcus centralis) Abb. • Schläfenlappen (Lobus temporalis) und • Hinterhauptlappen (Lobus occipitalis). Graue Substanz (Substantia grisea) Die graue Substanz bildet – die Endhirnrinde (Cortex cerebri). dass die Abschnitte der linken Körperhälfte auf dem Kopf stehend (Bein und Becken oben. die in 6 Schichten übereinander angeordnet sind. Merke Vor der Zentralfurche liegt die vordere Zentralwindung (Gyrus praecentralis) und hinter ihr die hintere Zentralwindung (Gyrus postcentralis). – die seitliche Furche (Sulcus lateralis) zwischen Stirn-. . Funktionszentren der Endhirnrinde Die ablaufenden Nervenprozesse können bestimmten Teilen der Rinde (= Rindenfelder) zugeordnet werden. die motorischen und die sensorischen (sensiblen) Rindenfelder. die gleiche oder ähnliche Funktionen erfüllen. – die Kerne des Endhirns: Als solche werden Ansammlungen von grauer Substanz unterhalb der Hirnrinde bezeichnet. Schläfenlappen sowie – die Scheitel-Hinterhaupt-Furche (Sulcus parietooccipitalis) zwischen Scheitel. Die Projektion erfolgt in der Weise. • Scheitellappen (Lobus parietalis). Gleichzeitig wird durch die tiefen Furchen jede Endhirnhemisphäre in 4 Endhirnlappen (Lobi. Sie besteht aus 10 – 16 Milliarden Nervenzellkörpern. Nach der Funktion unterscheidet man 2 verschiedene Rindenfeldtypen. Singular: Sulcus) beachtlich vergrößert.und Scheitellappen. Kopf unten) in der rechten Endhirnhemisphäre und umgekehrt repräsentiert werden.6 Lappen und Furchen des Endhirns. die wie ein Mantel das Endhirn (Großhirn) umschließt. Motorische Rindenfelder Sie werden von motorischen Neuronen gebildet und sind für das Zustandekommen der Bewegungen verantwortlich. Singular: Lobus) unterteilt: • Stirnlappen (Lobus frontalis). Scheitel-. Diese Rindenfelder werden von Nervenzellkörpern gebildet. 17.und Hinterhauptlappen. Innerer Bau Wie das Rückenmark besteht auch das Gehirn aus grauer und weißer Substanz.

Merke Die motorischen Bahnen kreuzen entweder in den Pyramiden der Medulla oblongata oder im Zielsegment auf der Gegenseite. 17. Störungen in der linken vorderen Zentralwindung führen zu Ausfällen in der rechten Körperhälfte. Zunge. die sehr fein abgestimmte Bewegungen (Feinmotorik) ausführen müssen.3 Gehirn 337 Zentralfurche (Sulcus centralis) vordere Zentralwindung hintere Zentralwindung (Gyrus praecentralis) – Willkürmotorik – motorisches Lese. – Primärzentrum der Willkürmotorik. kann aber selbst nicht artikuliert sprechen. Abb. . d. Der Betroffene versteht zwar Worte. Hier werden die Befehle für alle willkürlichen Bewegungen an die Peripherie gegeben. In ihnen entstehen im Zusammenwirken mit anderen motorischen Zentren die Handlungsantriebe und Bewegungsentwürfe. weicher Gaumen). Die Zentren für den Kopf liegen unten. Vom primären Projektionszentrum ziehen die Projektionsbahnen (Pyramidenbahnen) zu den motorischen Hirnnervenkernen und den motorischen Vordersäulen des Rückenmarks (✑ auch Abb. P Ein Ausfall des Broca-Zentrums führt zur ❑ motorischen Aphasie. Von dort aus werden die Augenmuskeln beim Schreiben und Lesen gesteuert.18. Vor der vorderen Zentralwindung liegen die sekundären motorischen Zentren (Assoziationszentren). Es liegt im Frontallappen.17. 17. die für die Beine oben. – Motorisches Lese. Lippen. besitzen ein relativ großes Rindenfeld: So nehmen die Zentren für Hand und Mund den größten Raum im Gyrus praecentralis ein.und Schreibzentrum (Gyrus postcentralis) – Körperfühlsphäre – Scheitellappen („Blickzentrum“) (Lobus parietalis) Stirnlappen Hinterhauptlappen (Lobus frontalis) (Lobus occipitalis) seitliche Furche Sehzentrum (Sulcus lateralis) optisches Schreibund Lesezentrum Hörzentrum motorisches Sprachzentrum (Broca-Zentrum) sensorisches Sprachzentrum (Wernicke-Zentrum) Funktionszentren der linken Endhirnrinde. Dieses Zentrum liegt unter der vorderen Zentralwindung und ist das Koordinationszentrum für die Sprachmuskeln (Kehlkopf. Muskeln.. 351). Wangen. S.7 – Motorisches Sprachzentrum (Broca-Zentrum). Es liegt in der vorderen Zentralwindung (Gyrus praecentralis) des Stirnlappens. h.und Schreibzentrum.

Die Organe des Körpers sind bestimmten sensiblen und motorischen Regionen der Endhirnrinde zugeordnet. 350).17 338 Nervensystem Sensorische Rindenfelder Sie werden von sensiblen Neuronen gebildet und verarbeiten die von den Sinneszellen aufgenommenen Informationen. Das Sehzentrum liegt in der Kalkarinarinde oder Area striata des Hinterhauptlappens. Worte und Silben werden als „Wortsalat“ hervorgebracht (Paraphasie). Das Zentrum befindet sich in der hinteren Zentralwindung (Gyrus postcentralis) des Scheitellappens. ❑ – Sensorisches Sprachzentrum (= WernickeZentrum). Das Hörzentrum liegt im Schläfenlappen und ist nur wenige Millimeter groß.und Schreibzentrum). kann der Mensch zwar sehen.und Schmerzempfindungen verarbeitet und bewusst wahrgenommen (✑ auch Abb.8). Temperatur. und hier entstehen die optischen Wahrnehmungen. Es ist für das Verstehen und die Interpretation von Wörtern zuständig. Gelenken und inneren Organen in das Zentrum. In den primären Projektionsfeldern der Motorik (vordere Zentralwindung) und Sensibilität (hintere Zentralwindung) der Endhirnrinde sind die einzelnen Organe nicht nach ihrer Größe.3 Basalganglien Streifenkörper Vormauer Mandelkörper (Corpus striatum) (Claustrum) (Corpus amygdaloideum) Schweifkern Linsenkern (Nucleus caudatus) (Nucleus lentiformis) Schale Bleicher Kern (Putamen) (Pallidum) . je bedeutungsvoller ein Organ diesbezüglich ist. – Sehzentrum. desto größer ist die räumliche Ausdehnung seines Rindenbezirkes und umgekehrt. P Bei Ausfall des Sehzentrums ist der Mensch ❑ blind (Rindenblindheit). 17. Das heißt. Tab. Dies bezeichnet man als Somatotopie (✑ Abb. Übersicht über die paarig angelegten Basalganglien. sondern entsprechend ihrer funktionellen oder biologischen Wertigkeit repräsentiert.und Geruchsempfindungen. Hier werden sie dann zu Tast-. z. Dies wird als „Seelenblindheit“ bezeichnet. Temperaturund Schmerzrezeptoren der Haut. B. Druck-. – Zentren für Geschmacks. Diese leiten die Informationen von den Tast-.17. was er gesehen hat. Dem Kranken fehlt die Spracherinnerung. wo die sensiblen Körperfühlbahnen enden. S. aber nicht erklären. Beide Zentren liegen an der Innenseite des Schläfenlappens (Gyrus parahippocampalis). In dieser primären Sehrinde endet die vom seitlichen Kniehöcker des Thalamus kommende Sehbahn. – Hörzentrum. Merke P Ausfall des Hörzentrums führt zur Taubheit. Dieses Zentrum befindet sich hinter dem Hörzentrum im Schläfenlappen und ist wie das motorische Sprachzentrum meist nur in der linken Endhirnhälfte zu finden. 17. Druck-. Dem Sehzentrum benachbart sind verschiedene optische Assoziationszentren. – Primäres sensorisches Rindenfeld (= Körperfühlsphäre). Es ist für die Wahrnehmung von Lauten und Tönen zuständig. das optische Erinnerungszentrum für die Schrift (= optisches Lese. P Ausfall ❑ bedeutet „Seelentaubheit“. 17. wobei sich das Geruchszentrum im vorderen Abschnitt befindet. den Muskeln. P Fällt das Zentrum der optischen Erinnerung ❑ aus.

8 Basalganglien (= Stammganglien) Die grauen Kerne des Endhirns werden als Basalganglien bezeichnet. So ist zum Beispiel das sehr gut abgestimmte Bewegungsspiel der für Hand und Mund zuständigen Muskeln darauf zurückzuführen. Abb.3 Gehirn Gyrus postcentralis – sensorisch Gyrus praecentralis – motorisch Repräsentation des Körpers im Gyrus postcentralis und praecentralis (Somatotopie). dass diese über die Hälfte der motorischen Repräsentation in der vorderen Zentralwindung einnehmen. graue Substanz Hirngewölbe (Substantia grisea) (Fornix) weiße Substanz (Substantia alba) Schweifkern Balken (Nucleus caudatus) (Corpus callosum) Thalamus Vormauer innere Kapsel (Claustrum) (Capsula interna) Linsenkernschale (nicht dargestellt) mit Projektionsbahnen (Putamen) Mandelkörper Bleicher Kern (Corpus amygdaloideum (Pallidum) Linsenkern (Nucleus lentiformis) Hypothalamus rechte Hemisphäre alinke Hemisphäre Kerne des Endhirns (Frontalschnitt). 17.17.9 . 339 Abb. Sie liegen in seiner Tiefe und werden von weißer Substanz eingeschlossen. 17. Längsfurche primäres motorisches Rindenzentrum (Fissura longitudinalis cerebri) Endhirnrinde (Cortex cerebri).

P Schädigungen der inneren Kapsel entstehen ❑ z. . gehört teils zum StirnAmmonshorn und teils zum Schläfenlappen). bei Blutungen. Großhirnrinde mit den übrigen Teilen des Nervensystems. B. die wie ein Saum (Limbus) an der Innenfläche der Endhirnhemisphäre um den Balken und den 3. 17. Man unterscheidet folgende Leitungsbahnsysteme: vorderer Thalamuskern (Nucleus thalami anterior) Balken (Corpus callosum) Teil des Riechhirns (Bulbus olfactorius) Hirnanhangdrüse (Hypophyse) Hypothalamus Abb. die in Wirklichkeit keine Kapsel ist.10 Limbisches System. als Teil des extrapyramidal-motorischen Systems – sichern sie die Flüssigkeit und Zweckmäßigkeit der Bewegungen sowie automatisierte und individuelle Mitbewegungen. Merke Das Hauptprojektionssystem ist die innere Kapsel (Capsula interna). (Hippocampus) – das Hirngewölbe (Fornix) um Hirnstamm den 3. Das heißt.17 340 Nervensystem Die Basalganglien sind ein wichtiges Bindeglied zwischen den motorischen Zentren der Großhirnrinde und denen des Hirnstammes. – Kommissurenbahnen: Sie verbinden die beiden Hemisphären miteinander. – koordinieren sie die Bewegungen und sind mitverantwortlich für Mimik und Muskeltonus. – Projektionsbahnen: Diese Leitungsbahnen verbinden das Endhirn mit den anderen Hirnteilen und dem Rückenmark. a. sondern ein Gebiet. Limbisches System Es wird aus Hirnteilen gebildet. B.bzw. in dem die meisten afferenten und efferenten Projektionsfasern auf engstem Raum verlaufen. Aufgaben Die Basalganglien sind vor allem am Zustandekommen und der Sicherung der normalen Bewegungsabläufe beteiligt. Sie führen zu schwerwiegenden Ausfällen (z. – Assoziationsbahnen: Sie verbinden die Zentren innerhalb einer Endhirnhemisphäre untereinander. (Truncus cerebri) – Teile des Riechhirns (z. – die Gürtelwindung (Gyrus cinguli. B. Mandelkörper Bulbus olfactorius). – integriert der Mandelkörper Umweltreize und inneres Milieu und beeinflusst somit die Tätigkeit des vegetativen Nervensystems. (Corpus amygdaloi– der Mandelkörper (Corpus deum) amygdaloideum) im Schläfenlappen und – der vordere Thalamuskern (Nucleus thalami anterior). Ventrikel liegen. Weiße Substanz (Substantia alba) Sie befindet sich unter der Hirnrinde. Merke Koordinierte und orientierte Handlungen bis hin zum Persönlichkeitsprofil sind immer das Ergebnis des Zusammenwirkens aller Funktionszentren der Endhirn. Merke Das wichtigste Kommissurensystem ist der Balken (Corpus callosum).: Hirngewölbe – das Ammonshorn (Hippocam(Fornix) pus) am Boden des seitlichen Ventrikels. – die Ammonshornwindung (Gyrus hippocampi) unmittelbar neben dem Zwischenhirn. Ventrikel. sie sind aber der Rinde untergeordnet. Halbseitenlähmungen). Schweifkern Zum limbischen System gehören (Nucleus caudatus) u.

dem viel größeren Thalamus und dem darunter liegenden kleineren Hypothalamus. P Erkrankungen des limbischen Systems kön❑ nen zu fehlangepassten Verhaltensweisen führen. d. wobei eine „Filterung“ erfolgt. Aufgaben – Vorderer Kern (Nucleus anterior thalami): Umschaltstation der Riechbahn. 371). 3. Ventrikels.bzw. Hunger.3 Gehirn Merke Alle Strukturen des limbischen Systems haben enge Verbindungen zum Hypothalamus. – Kniehöcker: Sie liegen zu zweit im unteren hinteren Bereich und dienen als Umschaltzentren der zentralen Sehbahn (seitlicher Kniehöcker = Corpus geniculatum laterale) und zentralen Hörbahn (mittlerer Kniehöcker = Corpus geniculatum mediale). Durch die Bildung der Releasing. 341 .3. Hier aus wird die Körpertemperatur reguliert (✑ S. Merke Das limbische System steuert vordergründig die Verhaltensweisen. nur die aktuell benötigten Informationen werden zum Endhirn weitergeleitet.3 Zwischenhirn (Diencephalon) Das Zwischenhirn wird zum größten Teil vom Endhirn überlagert.17. Durstzentrum. h. P Bei Ausfall erlischt das Bedürfnis zur Nah❑ 17. Ventrikel und werden dadurch in einen linken und rechten Anteil getrennt. Aufgaben In den Kerngebieten des Hypothalamus liegen die übergeordneten Zentren des vegetativen Nervensystems. also letztendlich der Erhaltung der Art dienen (✑ S. – Mittlerer Kern (Nucleus medialis thalami): Regulierende Beeinflussung der Bahnen zur Bewegungssteuerung. Merke Im Thalamus erfolgt die Umschaltung der meisten Sinnesbahnen. Esszentrum. rungsaufnahme. 4. die die Befriedigung der primären Bedürfnisse sichern. Merke Über dem Hypophysenstiel (Infundibulum) steht der Hypothalamus und damit das Gehirn mit der Hypophyse in Verbindung. Temperaturregulationszentrum. 2. die zahlreiche Kerngebiete bildet. Hypothalamus Der Hypothalamus liegt unter dem Thalamus. Hier wird die Flüssigkeitsaufnahme reguliert. Beide Abschnitte begrenzen den spaltförmigen 3. 1. – als dem Hypothalamus direkt übergeordnete Zentrale beeinflusst das limbische System zahlreiche vegetative Funktionen wie Blutdruck. Sexualitätszentrum. – Seitlicher Kern (Nucleus lateralis thalami): Umschaltstation aller sensiblen Bahnen zur hinteren Zentralwindung (Körperfühlsphäre). Thalamus Der Thalamus besteht überwiegend aus grauer Substanz. Er stellt somit das zentrale Bindeglied zwischen Nervensystem und Hormonsysten dar. Nur kleinere Abschnitte sind an der Hirnbasis sichtbar.und Gedächtnisprozesse. Funktionen – Steuerung des emotionalen Verhaltens und damit des Motivationsgefüges zur besseren Anpassung an die konkrete Umweltsituation. getrennt durch eine Furche (Sulcus hypothalamicus).. und bildet den Boden des 3. – Regulierung der Lern. Verdauung und Herzfrequenz. Regulation des Appetits und der Verdauungsfunktionen. 210).und Inhibitinghormone werden die Sexualfunktionen regulierend beeinflusst. Es wird hauptsächlich aus 2 Abschnitten gebildet.

17. (Cruca cerebri) Kerngebiete des Mittelhirns Im Mittelhirn heben sich 2 größere Kerne ab. Diese sind zuständig für • die Steuerung der Augenbewegungen. In den Dach Großhirnschenkeln (Tectum) befinden sich die Haube Nervenfasern vom (Tegmentum) Endhirn zum Kleinhirn und der Pyramidenbahn. Sie beginnen am oberen BrückenVerbindung zwischen 3. auf die Hirnnervenkerne einzugehen. Sie bestehen aus den Perikaryen des 2. Es wird aus der Vierhügelplatte gebildet (✑ Abb. Bei den Kerngebieten der Hirnnerven werden motorische und sensible (sensorische) unterschieden. Die Perikaryen der 1. das auf der Höhe des Hinterhauptlochs in das Rückenmark übergeht. Von diesen Zentren ziehen Reflexbahnen zum Rückenmark weiter.18. 17. Sie enthält – wichtige Kerngebiete. – die Ursprungskerne der Hirnnerven 3 und 4. Die motorischen Hirnnervenkerne sind Ursprungskerne.1). (Nucleus ruber) schwarze Substanz (Substantia nigra) Großhirnschenkel ventral Abb.12). B. dorsal Zirbeldrüse (Corpus pineale) oberer Hügel (Colliculus cranialis) roter Kern – die Haube (Tegmentum). • den Pupillenreflex und • die Akkommodation. 351 und Kap. P Bei Tumoren in der Vierhügelplatte kann es ❑ zu Blickparesen (Lähmungen) und Hörstörungen kommen. Die sensiblen Hirnnervenkerne sind Endkerne und werden von den Perikaryen der 2. Die Haube (Tegmentum) liegt zwischen Dach und Hirnschenkeln.3. zum Zwischenhirn und Hörzentrum. Auch diese Kerne bestehen aus abgegrenzten Ansammlungen von Nervenzellkörpern (Perikaryen). peripheren motorischen Neurons. 17.17 342 Nervensystem 17. . sensiblen Neurone – pseudounipolare Nervenzellen – sitzen in den Hirnnervenganglien (✑ Abb. – durchlaufende sensible Bahnen. Bevor das Mittelhirn und die weiteren Hirnabschnitte näher erläutert werden. – die Großhirnschenkel (Cruca cerebri) oder Großhirnstiele (Pedunculi cerebri). Der Hirnstamm selbst besteht aus dem Mittelhirn.11 Mittelhirn mit Kerngebieten (Querschnitt). Sie sind Teil der Formatio reticularis. ist es erforderlich. 17. 17. Man untergliedert das Mittelhirn in 3 Teile mit 2 motorischen Kerngebieten: – das Dach (Tectum). In den 2 oberen Hügeln befindet sich die Umschaltstelle für die Sehbahn und in den 2 unteren die für die Hörbahn.5 cm langen Großhirnschenkel (Crura cerebri) liegen ventral.4 Mittelhirn (Mesencephalon) Das Mittelhirn schließt sich als kleinster Hirnabschnitt dem Zwischenhirn an und ist oberster Teil des Hirnstammes. S. S. deren Neuriten die peripheren Hirnnerven bilden (✑ Abb. z. Die 1. sensiblen Neurone gebildet.9. Hirnventrikel rand und treten dann (Aquaeductus cerebri) in die Tiefe. Das Dach (Tectum. der Brücke und endet mit dem verlängerten Mark. und 4. die für den Ablauf automatischer Bewegungen bedeutungsvoll sind und zum extrapyramidal-motorischen System (EPS) gehören. Vierhügelplatte) des Mittelhirns liegt dorsal und wird vom Endhirn überdeckt. 350). 17.

P Störungen ❑ des Nucleus ruber äußern sich u.3 Gehirn 343 Balken (Corpus callosum) Adergeflecht Gewölbebogen (Plexus choroideus) (Fornix) Epiphyse Thalamus 3.12 Bewegungsarmut (Akinese).3. Die Kleinhirnrinde (Cortex cerebelli) bildet die Hülle und weist an ihrer Oberfläche zahlreiche quer verlaufende . – fehlerhaftes Muskelzusammenspiel und – Zittern. Die Nervenzellkörper enthalten Melanin. 17. die End. – motorischen und sensiblen Nervenfasern. 17. Die Substantia nigra ist wechselseitig verbunden mit den Basalganglien und dem Endhirn. Störungen des vegetativen Nervensystems. das in den Basalganglien benötigt wird.und Kleinhirnrinde verbinden. In diese Nervenbahnen sind die Brückenkerne eingeschaltet. Ihre Zellen sind zuständig für die Produktion des Neurotransmitters Dopamin. Sie besteht aus – quer verlaufenden Nervenfasern. a. Ventrikel (Epiphysis cerebri) Zirbeldrüse (Corpus pineale) (Ventriculus tertius) Hypophysenstiel Sehnervenkreuzung Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) Vierhügelplatte (Lamina tecti) Kleinhirn (Cerebellum) 4. 17. Zittern (Tremor).17. sodass die Brücke hier als Schaltstation dient. Die rötliche Farbe beruht auf der Einlagerung eisenhaltiger Farbstoffe.6 Kleinhirn (Cerebellum) Das Kleinhirn befindet sich in der hinteren Schädelgrube unterhalb des Hinterhauptlappens des Großhirns. die zwischen Endhirn und Rückenmark verlaufen. Er ist Umschaltstation für Informationen des extrapyramidal-motorischen Systems zwischen Endhirn. Verlangsamung des Gedankenablaufs. als – ungeordnete Bewegungen (Ataxien). P Eine Störung der Dopaminsynthese in der ❑ Substantia nigra führt zur Parkinson’schen Erkrankung mit den Symptomen: • • • • • Abb. • Roter Kern (Nucleus ruber) Der rote Kern ist kugelförmig. • Schwarze Substanz (Substantia nigra) Das Kerngebiet liegt als flächenhafte Nervenzellplatte zwischen Haube und Hirnschenkeln. daher die dunkle Farbe. Kleinhirn und Rückenmark und koordiniert in diesem Zusammenhang das Zusammenspiel der Beuger und Strecker beim Gehen und Laufen. Ventrikel Mittelhirn (Ventriculus quartus) (Mesencephalon) Brücke verlängertes Mark (Pons) Wasserkanal (Medulla oblongata) (Aquaeductus cerebri) Hirnstamm und Kleinhirn (Medianschnitt). Wie das Großhirn besteht auch dieser Hirnteil aus 2 Hemisphären.3. erhöhte Muskelspannung (Rigor).5 Brücke (Pons) Die Brücke ist an der Hirnbasis als vorspringender weißer Querwulst zwischen verlängertem Mark und Mittelhirn sichtbar. die in der Mitte durch den Kleinhirnwurm (Vermis cerebelli) verbunden werden.

– Herz-Kreislauf-Zentrum (kardiovaskuläres Zentrum). – Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen. B. Diese Neurone bilden die sog. – vegetative Funktionen (z. In beiden Kleinhirnhemisphären befinden sich außerdem jeweils 4 Kleinhirnkerne. Auf diese Weise wird der allgemeine Tonus der Skelettmuskulatur beeinflusst. die vor allem zu den unspezifischen Thalamuskernen gelangen und selbige aktivieren.17 344 Nervensystem Furchen auf. Durch dieses aufsteigende retikuläre aktivierende System bestimmt die Formatio reticularis maßgeblich den „Wachheitsgrad“ des ZNS und beeinflusst Vorgänge wie – Schlaf-wach-Rhythmus.7 Verlängertes Mark (Medulla oblongata) Die Medulla oblongata verbindet das Rückenmark mit der Brücke. Neben den afferenten Bahnen führen von der Formatio reticularis auch efferente über Zwischenneurone zu den Motoneuronen der Vordersäulen im Rückenmark.8 Netzsubstanz (Formatio reticularis) und aufsteigendes retikuläres aktivierendes System (ARAS) Zwischen den abgegrenzten Kernen und spezifischen Nervenbahnsystemen in verlängertem Mark. Atmung. – verschiedene Reflexzentren (z. die sich in Form der Kleinhirnstiele in die benachbarten Hirnteile (Mittelhirn. – Atmungsregulationszentrum. 17. B. Kreislauf). Substantia nigra) ausgeprägt. Brücke. die Tätigkeit der anderen motorischen Zentren zu unterstützen und miteinander zu koordinieren. Es beginnt also in Höhe des Atlas. Brücke. Medulla oblongata) fortsetzt. Die sensiblen Bahnen liegen mehr dorsal und die motorischen ventral. die vom Rückenmark zum Gehirn führen und umgekehrt. – Sitz der Pyramidenkreuzung. indem es Muskelbewegungen und -spannungen aufeinander abstimmt und – die reibungslose Durchführung der vom Endhirn „entworfenen“ schnellen Zielmotorik. a. Funktionen des Kleinhirns Das Kleinhirn dient in erster Linie dazu. Mittelhirn und Zwischenhirn befinden sich verstreut liegende. Husten-. Nies-. P ❑ Plötzlicher Funktionsausfall des Kleinhirns führt zu starkem Schwindelgefühl. – Emotionen. 17. Im Inneren der Hemisphären unter der Rinde befindet sich die weiße Substanz. Das Gesicht erhält ein starres Aussehen. Am stärksten ist sie im Mittelhirn (Nucleus ruber. Zu diesem Zweck erhält das Kleinhirn sensible Informationen von den Muskeln und Sehnen. Brücke. Informationen vom Gleichgewichtsorgan und von der Großhirnrinde. Schluck. S. Aufgaben In der Formatio reticularis bleibt immer ein Teil der zum Endhirn laufenden Afferenzen „hängen“ und erzeugt hier unspezifische Erregungen. Es handelt sich v. Insbesondere ist es zuständig für – die Erhaltung des Gleichgewichts. Merke Durch verlängertes Mark. um Zwischenneurone mit vielen Dendriten und Synapsen. Seine Hauptbestandteile sind: – afferente (sensible) und efferente (motorische) Nervenbahnen. P Verletzungen ❑ der Medulla oblongata sind mit der Gefahr des Atem.3.3. Alle diese Informationen werden vom Kleinhirn verarbeitet und anschließend in extrapyramidalen Bahnen (s. unterschiedlich große Neuronengruppen. Gezielte Bewegungen können nicht mehr durchgeführt werden.und Brechreflex). .und nachfolgenden Herzstillstandes verbunden. Mittelhirn und Zwischenhirn verlaufen sämtliche sensiblen und motorischen Nervenbahnen zwischen Rückenmark und Endhirnrinde. Diese bilden die Grundlage für die Entstehung von aufsteigenden aktivierenden Impulsen. Netzsubstanz. 352) den peripheren Neuronen zugeleitet. – Informationsaustausch.

Beide Seitenventrikel sind jeweils durch das Zwischenkammerloch (Foramen interventriculare) mit dem 3. – Spinnwebenhaut (Arachnoidea encephali bzw. Thalamus. P Bei der Lumbalpunktion wird beim sitzen❑ den Menschen eine Kanüle zwischen L3 und L4 oder L4 und L5 in den Subarachnoidalraum geführt. Rückenmarkshäute sind: – harte Hirn. 17. ✑ Abb. S.17.12. Merke Das ZNS ist allseitig von Liquor wie mit einem Wasserkissen schützend umgeben. dem limbischen System sowie bestimmten Arealen der Endhirnrinde. 17. Ventrikel Dieser liegt als spaltförmiger Raum im Thalamus. – weiche Hirn.5 Schutzeinrichtungen des ZNS Merke Die Formatio reticularis beeinflusst als Koordinator des Hirnstammes Bewusstsein.14. spinalis) liegt direkt unter der Dura. – 1. Im beschriebenen Hohlraumsystem befindet sich die Hirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis). Ventrikels mit dem äußeren Liquorraum (Subarachnoidalraum. Subarachnoidalraum Dies ist ein Spaltraum zwischen Arachnoidea und Pia mater. Die ebenfalls zarte. die sich in allen Hirnkammern befinden.bzw. 345 . P Sind die Öffnungen zwischen äußerem und ❑ innerem Liquorraum nicht angelegt oder verlegt. aber gefäßreiche Pia mater schmiegt sich dem Gehirn und Rückenmark an und dringt in sämtliche Vertiefungen ein. – 4. 3 Rückenmarks.4 Hirnkammern (Ventriculi encephali) Im Gehirn liegen 4 mit Liquor gefüllte Hirnkammern (Ventrikel. und dieser durch einen Kanal (Aquaeductus cerebri) mit dem 4. – zwei laterale Öffnungen (Apertura lateralis ventriculi quarti = Luschka-Loch) hinter sowie unter der 4. Auf diese Weise werden mechanische Erschütterungen abgefedert. S. um Liquor zu gewinnen. Die 4 Hirnkammern bilden den inneren Liquorraum. Ventrikel verbunden. Rückenmarkshaut (Dura mater encephali bzw. Motorik. Hirnkammer. Schädelhöhle). Rückenmarkshaut (Pia mater encephali bzw. Außerdem kommt es bei begrenzten Hirnschwellungen nicht zu einem intracraniellen Druckanstieg. Er steht über 3 Öffnungen im Boden des 4. Die dazu notwendigen Informationen erhält sie von allen Sinnessystemen. – 3. Die feste und derbe Dura mater ist als äußerste Haut mit der knöchernen Umgebung verwachsen. 347). da es in Höhe von L2 endet.bzw. spinalis). Ihr Boden ist die Rautengrube (Fossa rhomboidea). vom Hypothalamus. spinalis).5 Schutzeinrichtungen des ZNS Das ZNS wird von knöchernen Hüllen (Wirbelkanal. P Meningitis ❑ ist eine Entzündung der Hirn- häute. 17. Das Rückenmark kann dabei nicht verletzt werden.bzw. und das Dach wird aus Teilen des Kleinhirns gebildet. Hirnhäuten (Meningen) und von 1 Liquorhülle geschützt. dünne. Sie besteht aus einer dünnen Lage Bindegewebe. Sie wird von Venengeflechten (Plexus chorioideus). und 2. Ventrikel Sie liegen in der rechten und linken Endhirnhemisphäre und werden auch als Seitenventrikel bezeichnet. entsteht der „Wasserkopf“ (Hydrocephalus). gebildet. Die Formatio reticularis ist der Assoziationsapparat des Hirnstammes. der mit Liquor gefüllt ist. Die Hirn. 17.bzw. Zentralkanal des Rückenmarks) in Verbindung: – eine mediane Öffnung (Apertura mediana ventriculi quarti = Magendie-Loch) hinten. vegetative Funktionen und Emotionen. 343 und Abb. dessen kollagene Fasern einander überkreuzen und enthält keine Blutgefäße. Ventrikel Diese Hirnkammer befindet sich im Rautenhirn (Rhombencephalon).

davon ca. wie sie z. Die wichtigsten sind: – Großhirnsichel (Falx cerebri) zwischen den Großhirnhemisphären.6 Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) Der Liquor befindet sich im inneren Liquorraum (= Ventrikelsystem) und im äußeren Liquorraum (= Subarachnoidalraum.13 (Ramus dorsalis) Rückenmarkhäute. Bildung: Die Produktion erfolgt hauptsächlich in den zot- . 150 Milliliter. Harte Rückenmarkhaut (Dura mater spinalis) Die harte Rückenmarkshaut bildet im Wirbelkanal – ein äußeres Blatt: Es kleidet als Periost den Wirbelkanal aus. Das Blut sammelt sich in den entsprechenden Räumen. – Kleinhirnzelt (Tentorium cerebelli) zwischen Hinterhauptlappen und Kleinhirn. Zwischen diesen beiden Blättern befindet sich der Epiduralraum. angefüllt mit Fettgewebe und Venengeflechten zum Schutz des Rückenmarkes vor Zerrungen. 35 Milliliter in den 4 Ventrikeln. können zu lebensgefährlichen Hirndruckerhöhungen führen. bei Schädel-Hirn-Traumen entstehen. Durch ihre besondere Wandstruktur (um den Endothelschlauch befindet sich straffes Bindegewebe der Dura mater encephali) können sie nicht kollabieren und werden deshalb nicht als Venen bezeichnet. Sie lässt sich vom Knochen nur schwer ablösen und bildet aus kollagenem Bindegewebe bestehende Fortsätze. 17. B. spinalis) Grenzstrangganglien des Sympathicus Abb.17 346 Nervensystem Rückenmark weiche Rückenmarkhaut harte Rückenmarkhaut (Pia mater spinalis) äußerer Liquorraum (Dura mater spinalis) – inneres Blatt – Epiduralraum harte Rückenmarkhaut (Subarachnoidalraum) Spinnwebenhaut (Arachnoidea spinalis) Wirbel (Dura mater spinalis) Zwischenwirbelscheibe vorderer Ast – äußeres Blatt – Rückenmarknerv (Ramus ventralis) hinterer Ast (N. – ein inneres Blatt: In ihm steckt das Rückenmark wie in einem Sack. Zwischen Arachnoidea und Pia mater von Rückenmark und Gehirn gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Blutungen im Bereich der Hirnhäute. Blutleiter der harten Hirnhaut Innerhalb der harten Hirnhaut verlaufen die klappenlosen venösen Hirnblutleiter (Sinus durae matris). 17. P Ein ❑ Tentoriumriss (Riss im Kleinhirnzelt) kann während der Geburt eines Kindes durch zu großen Druck im Geburtskanal lebensgefährliche Blutungen zur Folge haben. Harte Hirnhaut (Dura mater encephali) Bei der harten Hirnhaut sind die 2 Blätter verschmolzen. die als Scheidewände schützend zwischen bestimmten Hirnteilen liegen. Menge: Ca. Zentralkanal des Rückenmarks).

. Hirnhäute äußere kompakte Knochenschicht aufgelockerte Knochenschicht (Diploe) innere kompakte Knochenschicht Schädeldach (Calvaria) harte Hirnhaut Zusammensetzung: Der Liquor beim gesunden Menschen ist eine eiweißarme wasserklare Flüssigkeit. 17. 347 (Dura mater encephali) weiche Hirnhaut venöser Blutleiter Liquorraum (Pia mater encephali) Großhirnrinde (Cortex cerebri) Spinnwebenhaut (Arachnoidea encephali) Schutzeinrichtungen von Gehirn und Rückenmark. Messgrößen lumbal: Eiweiß = 190 – 420 mg/l. Ventrikel Zentralkanal Blut-Liquor. Zu diagnostischen Zwecken wird durch Lumbalpunktion – selten durch Subokzipitalpunktion – Liquor entnommen. Zwischenkammerloch (Foramen interventriculare) 3.bzw. Blut-Hirn-Schranke Die aus 3 Schichten (Plexusepithel. 650 ml).14 P Bei Erkrankungen des ZNS kann sich die ❑ Zusammensetzung des Liquors verändern (bei Meningitis kann er wegen Erhöhung der Lymphozytenzahl und des Eiweißgehaltes trüb.2 mmol/l. Beide Punktionsarten ermöglichen auch die Verabreichung von Medikamenten direkt in den Liquor. Hirnkapillarendothel) bestehende Permeabilitätsbarriere bedingt eine unterschiedliche Zusammensetzung von Blutserum und Liquor. – Versorgung des Nervengewebes. Glucose = 2. die sich in die venösen Hirnblutleiter vorwölben. Basalmembran. 1) in Ventrikel eingewachsene Gefäßnetze Abb.7 – 4. deren Zusammensetzung aufgrund ständiger Austauschprozesse geringfügig schwankt. Gehirn und Rückenmark werden „schwebend“ gehalten. Leukozyten = < 4  106/l. Aufgaben: – Mechanische (Schutz-)Funktion. und 2. bei Blutungen rötlich oder gelblich sein). Resorption: Die Resorption in das Blut erfolgt im äußeren Liquorraum im Bereich der Rückenmarkswurzeln sowie durch die Zotten der Arachnoidea. Ventrikel) „Wasserkanal“ (Aquaeductus cerebri) 4. – Temperaturausgleich. Ventrikel Schichten des Schädeldaches. Dies ist ein weiterer Schutzmechanismus für das hochempfindliche ZNS.6 Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit tenartigen Adergeflechten (Plexus choroidei1)) der vier Hirnventrikel durch Ultrafiltration aus dem Blut (Tagesmenge ca. Innerer und äußerer Liquorraum Subarachnoidalraum (Cavum subarachnoidale) knöchernes Schädeldach (Calvaria) Seitenventrikel (1.17.

hinterer Verbindungsast (A.348 17 Nervensystem 17. vertebralis) Arterielle Blutversorgung des Gehirns.7 Blutversorgung des Gehirns Der Blutzufluss erfolgt über 4 große Arterien: – rechte innere Kopfarterie (A. B. vertebralis dextra). Von diesen fließt es in die innere Drosselvene (V. jugularis interna) Venöser Hirnblutleiter (Sinus durae matris). basilaris) Wirbelarterie (A.15 Sinus sagittalis superior Sinus sagittalis inferior Sinus rectus innere Kopfarterie (A. – linke innere Kopfarterie (A. carotis gata zur Schädelbasisinterna) arterie (A. communicans vertebralis sinistra). 17. Von diesem Ring aus werden die einzelnen Hirnteile von der Oberfläche her versorgt. carotis interna sinistra). communicans posterior) Schädelbasisarterie (A. sodass eine Halbseitenlähmung entsteht. jugularis interna). carotis interna) Sinus cavernosus Sinus petrosus superior Sinus sigmoideus Gesichtsvene (V. Arterienring (Circulus arteriosus cerebri) Die A. Abb. basilaris und die beiden inneren Kopfarterien sind durch verschiedene Arterienäste zu einem Arterienring zusammengeschlossen. (A. Verbindungsast – linke Wirbelarterie (A. P Ein Platzen der Arte❑ rien führt zu Hirnblutungen. Der Blutabfluss aus dem Schädelinneren geschieht folgendermaßen: Von den tiefen Hirnvenen gelangt das Blut in die oberflächlichen Hirnvenen und sammelt sich in den Sinus der Dura mater. die z. im Bereich der inneren Kapsel Nervenbahnen schädigen können. carotis interna dextra). Verengungen oder Verschluss dieser Arterien führen zu Durchblutungsstörungen unterschiedlichen Grades bis zum Schlaganfall (Apoplexie). anterior) Beide Wirbelarterien verinnere einigen sich am oberen Kopfarterie Rand der Medulla oblon(A. Abb. facialis) innere Drosselvene (V. 17.16 . – rechte Wirbelarterie vorderer (A. basilaris).

l Sensible aufsteigende Leitungsbahnen In den sensiblen Leitungsbahnen werden die Informationen von den Sinneszellen (z. Temperatur.Hinterstrang lamicus posterior 1a.Seitenstrang lamicus lateralis Hintersäule des Rückenmarks 3. mit den Fasern aus der unteren Rumpfhälfte und den Beinen 1b. Tractus spinotha. Kleinhirn-Seitenstrangbahnen Hintersäule des Rückenmarks 4. Die peripheren Fortsätze dieser Zellen sind mit den Rezeptoren (Schmerz.1 Tractus spinocerebellaris anterior (Gowers-Bahn) 4.und Berührungsempfindungen Rückenmark und im Kleinhirn wieder zurück unbewusste Tiefensensibilität aus Muskeln. Tiefensensibilität) verbunden. sensiblen Neurone. B. Bei den Hirnnerven enden sie in den sensiblen Hirnnervenkernen. Fasciculus cuneatus (Burdach-Strang) – lateral. 17. aufsteigende) Leitungsbahnen. grobe Druck. Wärme. außen 349 Rückenmark vor dem Zentralkanal in der Commissura alba grobe Schmerz. dem Hals und den Armen Schaltstellen/ Synapsen Medulla oblongata. Sensible (afferente. führen zum Kleinhirn.8.und Temperaturempfindungen. Seitenstrang. Sehnen und Gelenken . mit den Fasern aus der oberen Rumpfhälfte. Die Neuriten der 2.8 Leitungsbahnen des ZNS Die Bereiche des ZNS werden miteinander durch afferente (sensible) und efferente (motorische) Leitungsbahnen verbunden. die für die Tiefensensibilität zuständig sind.und Berührungsempfindungen Vibration. bewusste Tiefensensibilität (Information über Gelenkstellungen und Muskelspannungen) 2. Schmerz) des Körpers den entsprechenden Teilen des ZNS zugeleitet.17.Vorderstrang lamicus anterior Hintersäule des Rückenmarks 4. Die zentralen Fortsätze ziehen bei den Rückenmarksnerven als sensible Hinterwurzel in das Rückenmark und enden entweder im Hinterhorn oder in der Medulla oblongata. Fasciculus gracilis (Goll-Strang) – medial.2 Tractus spinocerebellaris posterior Kreuzung Medulla oblongata Tab. 17. Hier entstehen die Empfindungen und Wahrnehmungen. An der Leitung zur Endhirnrinde sind 3 sensible Neurone beteiligt: – Erstes sensibles Neuron (= peripheres sensibles Neuron) Diese Neurone sind pseudounipolare Nervenzellen. Die Neuriten dieser Neurone verlaufen durch die innere Kapsel und enden in der hinteren Zentralwindung (Körperfühlsphäre).4 Funktion feine Tast. Druck) und Nervenendungen (z.8 Leitungsbahnen des ZNS 17. B. Die Neuriten dieser Neurone kreuzen entweder im Rückenmark oder der Medulla oblongata auf die Gegenseite und ziehen zum Thalamus. Die Nervenzellkörper liegen bei den Rückenmarksnerven in den Spinalganglien und bei den Hirnnerven in den Hirnnervenganglien. Druck. Tractus spinotha. – Zweites sensibles Neuron Es beginnt im verlängerten Mark. – Drittes sensibles Neuron Es geht vom Thalamus aus. Thalamus Tractus spinotha. Lage 1.

sensibles Neuron Thalamus Brückenkern 2. Sie verbindet zu diesem Zweck die Endhirnrinde mit den – motorischen Hirnnervenkernen und – motorischen Vorderhörnern des Rückenmarks.8. • Zweites motorisches (= peripheres) Neuron Die Nervenzellkörper liegen in den Vorderhörnern des Rückenmarks und im Hirnstamm. sensibles Neuron – sensibler Endkern Kopfganglien Medulla oblongata Kleinhirn (Cerebellum) peripherer Fortsatz Hinterstrangbahnen KleinhirnSeitenstrangbahn 1.17 Sensible Leitungsbahnen. sensibles Neuron Hirnnervenganglion 1. Pyramidenbahn (Tractus pyramidalis) Die Pyramidenbahn dient der Willkürmotorik. 1.2 Motorische absteigende Leitungsbahnen hintere Zentralwindung (Gyrus postcentralis) = Körperfühlsphäre Endhirnrinde (Cortex cerebri) innere Kapsel der Großhirnhälften (Capsula interna) 3. Sie sind für das Zustandekommen der willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen zuständig. Demnach werden 2 Leitungssysteme der Pyramidenbahnen unterschieden: . efferenten) Bahnen gehören die Pyramidenbahnen und verschiedene extrapyramidale Bahnen. P Krankheitsbedingte Schäden der Hinter❑ strangbahnen führen zu schweren Sensibilitätsund Bewegungsstörungen. 17. sensibles Neuron Skelettmuskel mit Muskelspindel Hautsinneszellen peripherer Fortsatz Spinalganglion Abb. zu den motorischen Hirnnervenkernen. Zu den motorischen (absteigenden. Ihre Axone ziehen zum Rückenmark bzw. Ihre Axone erreichen in den motorischen Vorderwurzeln und weiterführenden peripheren Nerven oder in den Hirnnerven die quer gestreifte Muskulatur. Im Unterschied zur afferenten Leitung wird die efferente nur aus 2 Neuronen gebildet.17 350 Nervensystem 17. • Erstes motorisches (= zentrales) Neuron Die relativ großen Nervenzellkörper liegen in der vorderen Zentralwindung (Gyrus praecentralis) des Stirnlappens.

motorisches Neuron oder zentrales motorisches Neuron Thalamus innere Kapsel (Capsula interna) quer gestreifte Kopfmuskulatur vordere Zentralwindung ➞ innere Kapsel ➞ Hirnschenkel ➞ vordere Seite des Mittelhirns Tractus corticonuclearis ➞ Brücke (Medulla oblongata) ➞ Pyramidenbahnkreuzung verlängertes Mark. oder muskeln ziehen.18 ziehen ungekreuzt als Pyramiden-Vorderstrangbahn (Tractus corticospinalis anterior) zu ihren Zielsegmenten und kreuzen erst schen Zentren ab. • verlängertes Mark (Decussatio pyramidum) 2. 351 . Decussatio pyramimuskulatur dum) auf die Gegenseite und ziehen als Pyramiden-Seitenstrangbahn (Tractus corticospinalis lateralis) zu den motorischen Vorderhörnern des Rückenmarks. die den Musständig Informationen an die anderen motori.8 Leitungsbahnen des ZNS – der Tractus corticonuclearis und – der Tractus corticospinalis. Hier werden sie auf strangbahn Vorderhorn die 2. Abb.18 zeigt. aus (✑ S. Die Pyramihier auf die Gegenseite. dass die Axone beider Bahnsysteme zunächst gemeinsam von der vorderen Zentralwindung folgenden Weg nehmen: 1. motorisches oder peripheres motorisches Neuron motorische Hirnnervenkerne Im Hirnstamm kreuzt ein Teil der Axone auf die Gegenseite Pyramidenbahnen und zieht als Tractus corticonuclearis zu den motorischen Kerngebieten der HirnPyramiden-Seitenmotorisches nerven. 17. Die restlichen 10 – 20 % der Axone Motorische Leitungsbahnen. 80 – 90 % peripheres der übrigen Fasern kreuzen in motorisches Neuron den Pyramiden der Medulla oblongata (PyramidenbahnSkelettkreuzung. motorischen Neurone (Tractus corticospinalis lateralis) umgeschaltet.17.keltonus regulieren. 363). deren Axone zu den quer gestreiften Kopf2. was für die Koordination der Bewegungsabläufe sehr wichtig ist. vordere Zentralwindung (Gyrus praecentralis) Endhirnrinde = Willkürmotorik (Cortex cerebri) Die Abbildung 17. Die Axone der Pyramidenbahn geben auf ihrem denbahn übt einen dämpfenden Einfluss auf den Weg in das Rückenmark über Abzweigungen Ablauf der spinalen Eigenreflexe.

– den Kernregionen des Gleichgewichtsnerven. Ganglien sind Anhäufungen von Nervenzellkörpern.352 17 Nervensystem Merke Die Pyramidenbahn wird aus dem Komplex der zentralen motorischen Neurone gebildet. die sich in den peripheren Nerven befinden. dass die Bewegungsabläufe „glatt“ und individuell werden. P Typische ❑ Zeichen bei Störungen im EPS sind Ataxien (ungeordnete Bewegungen). 344). Dies bezeichnet man als Innervation. – dem Kleinhirn (Cerebellum. Sie ziehen von verschiedenen subcorticalen (nicht zum Cortex gehörenden) motorischen Zentren ebenfalls zu den motorischen Vorderhörnern des Rückenmarks und dienen der unwillkürlichen Motorik. die sich außerhalb des ZNS in Verdickungen von Nerven und Nervenwurzeln befinden.). – Anteilen der Netzsubstanz (Formatio reticularis. ✑ S. 343). 339). mit dem Cortex. Pyramidales und extrapyramidales System sind auf das engste miteinander verknüpft. den sog. dem Gleichgewichts. sowie – die Stellung und Haltung im Raum (Gleichgewicht). das Mitbewegen der Arme beim Gehen und Sprechen. Die extrapyramidalen Bahnen bilden zusammen mit ihren Kerngebieten das „extrapyramidalmotorische System“ (EPS) mit: – dem roten Kern (Nucleus ruber) als zentrale Umschaltstation (✑ S. Extrapyramidal-motorische Bahnen Als extrapyramidale Bahnen werden alle motorischen Bahnen bezeichnet. – 12 Hirnnervenpaare und – alle weiteren Nerven im Körper (z.und Gesichtssinn. – den Basalganglien (✑ S. 2. B. . Magennerven. Tremor (Zittern). Hypokinesen (Bewegungsarmut) und Hyperkinesen (Bewegungsunruhe) (✑ S. vor allem der Nucleus vestibularis lateralis (Deit’scher Kern). z. Wichtige extrapyramidale Bahnen Bahn Ursprung Funktion Tractus Nucleus Über diese rubrospinalis ruber Bahnen werden Tractus Nucleus Beuger und vestibulospinalis vestibularis Strecker lateralis erregt oder Tractus Formatio gehemmt. Sie fungieren als synapthische Umschaltstationen. Zu den peripheren Nerven gehören – 31 Rückenmarksnervenpaare. Merke Das extrapyramidal-motorische System modifiziert die Willkürmotorik und steuert die unwillkürlichen Muskelbewegungen sowie den Muskeltonus. B. reticulospinalis reticularis Aufgaben des EPS Die entscheidende Aufgabe des EPS ist die Koordination der willkürlichen Bewegungen. Armund Beinnerven. die nicht zur Pyramidenbahn gehören. 17. greift das EPS regulierend so ein. Die Grundlage hierfür sind vielfältige Verschaltungen der extrapyramidalen Kerngebiete untereinander. und aus Ganglien. – Teilen des Cortex im Stirnlappen. 343). Während vom Primärzentrum der Willkürmoto- rik die Basisimpulse gegeben werden. prämotorischen Feldern. und – den extrapyramidalen Bahnen. Es dient der nervlichen Versorgung der Organe. Außerdem ist das EPS für folgende unbewusste Muskelaktivitäten zuständig: – automatisierte Bewegungsabläufe.9 Peripheres Nervensystem (PNS) Das periphere Nervensystem besteht aus sensiblen und motorischen Nervenfasern. P Schädigungen der Pyramidenbahn führen zu ❑ erhöhtem Muskeltonus und überschießenden Eigenreflexen (Spastik). – der schwarzen Substanz (Substantia nigra). Zwerchfellnerven etc. ✑ S. Im Rückenmark wird die Verbindung zu den Muskeln durch die peripheren motorischen Neurone hergestellt. 343).

VI. 20 Nervenfaserbündel durch die Siebbeinplatte in den Riechkolben (Bulbus olfactorius). 16. opticus) – sensibel Der Sehnerv ist ca. Gesichtsnerv (N. 1) Hirnnerv I und II sind keine echten peripheren Nerven. animalen und vegetativen afferenten Neurone (✑ Abb. Augenbewegungsnerv (N. P Bei Ausfall des N.17.9 Peripheres Nervensystem Man unterscheidet – sensible Ganglien. Zungen-RachenNerv (N. trigeminus) Hirnnerv VI. z.19. 5 cm lang. opticus) Hirnnerv III. B. Beinerv (N. 17. Herz-LungenMagen-Nerv (N. Neuron umgeschaltet. dessen Neuriten dann zu den Riechzentren des Endhirns gelangen. Hirnnerv (= Augenmuskelnerven) – überwiegend motorisch Diese Nerven ziehen durch den oberen Augenhöhlenspalt (Fissura orbitalis superior) zu den Muskeln am Augapfel. glossopharyngeus) Hirnnerv X. sensibles Ganglion (Spinal.und Gleichgewichtsnerv (N. 17. Sie enthalten die Nervenzellkörper der 1..und Hirnnervenganglien) Hautrezeptoren   Rückenmark    zentraler peripherer Fortsatz Fortsatz des pseudo-unipolaren afferenten Neurons Eingeweiderezeptoren      Rückenmark vegetatives Ganglion – vegetative Ganglien (= Ganglien des vegetativen Nervensystems).. Grenzstrangganglien und vegetative Kopfganglien.17. oculomotorius) Hirnnerv IV. Sie enthalten die Zellkörper der 2. z. facialis) Hirnnerv VIII. IV. Hör. Er zieht vom Augapfel in der Augenhöhle durch den Canalis opticus in die Schädelhöhle. hypoglossus) Merke Es gibt sensible. efferenten sympathischen und parasympathischen Neurone. olfactorius) Hirnnerv II1). Hirnnerv (N. S. Neuron) der Nase ziehen ca. S.1 Hirnnerven (✑ Abb. Sehnerv (N. 350). Unterzungennerv (N. III. I. Spinalganglien in den hinteren Rückenmarkswurzeln und Hirnnervenganglien im Kopf. 329).5 verlängertes Mark Afferente Leitung. abducens) Hirnnerv VII. II. olfactorius) – sensibel Der Riechnerv ist ein Teil des Endhirns. Nach der Reihenfolge ihres Austritts aus den verschiedenen Hirnabschnitten werden sie mit den Zahlen I bis XII bezeichnet. Hirnabschnitt Endhirn Zwischenhirn Mittelhirn Brücke austretende Hirnnerven Hirnnerv I1).9. Hirnnerv (N. Vor der Hypophyse vereinigen sich beide Nerven zur Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum). accessorius) Hirnnerv XII. oculomotorius führt außerdem parasympathische Fasern zur Verengung der Pupille. S. vagus) Hirnnerv XI. Hier wird auf das 2. 17. Augenrollnerv (N. vestibulocochlearis) Hirnnerv IX. Tab. 353 . sondern vorgeschobene Hirnteile. Riechnerv (N. B. Augenabziehnerv (N. um dann als Sehnervenstrang (Tractus opticus) zunächst zum Thalamus und von dort aus als Sehstrahlung (Radiatio optica) zur Hirnrinde zu ziehen (✑ Abb. Der N. motorische und gemischte Hirnnerven. 17. Drillingsnerv (N. trochlearis) Hirnnerv V.19. 343) An der Hirnbasis treten 12 Paar Hirnnerven aus. abducens kommt es zum ❑ Einwärtsschielen. Von den Riechzellen (= 1.

Hirnnerv: Augenbewegungsnerv (N. temporalis) V1 Kaumuskel (M. trigeminus) V3 Schläfenmuskel (M. Hirnnerv: Sehnerv (N. oculomotorius) VI. maxillaris (V2) N. Hirnnerv: Augenrollnerv (N. olfactorius) (N. abducens) IV.17 354 Nervensystem Riechkolben I. mandibularis (V3) V.19 Innervationsgebiete der I. opticus) Siebbeinplatte Riechfäden (Fila olfactoria) Riechfeld (Area olfactoria) Sehnerv (N. Hirnnerven. Hirnnerv: Augenabziehnerv (N. Hirnnerv: Drillingsnerv (N. V2 V3 . ophthalmicus (V1) N. Hirnnerv: Riechnerv II. – VI. opticus) III. 17. masseter) Motorische Fasern versorgen die Kaumuskeln Abb. trochlearis) Ganglion trigeminale Ganglion trigeminale N.

laryngeus recurrens) Ohrspeicheldrüse XI. 17. facialis) (N. Hirnnerv: Unterzungennerv (N. trapezius) Innervationsgebiete der VII. – XII. accessorius) (N. Hirnnerv: Herz-LungenMagennerv (N. Hirnnerv: Hör. hypoglossus) Trapezmuskel (M. facialis ➞ Felsenbein Nervengeflecht (Plexus parotideus) X. glossopharyngeus) rückläufiger Kehlkopfnerv (N. Hirnnerven.20 . Hirnnerv: ZungenRachennerv (N. Hirnnerv: Beinerv XII.9 Peripheres Nervensystem ➞ VII. Abb.und Gleichgewichtsnerv (N.17. Hirnnerv: Gesichtsnerv VIII. vestibulocochlearis) oberer Facialiskern Speichelkern ➞ unterer Facialiskern mimische Muskulatur 355 N. vagus) IX.

maxillaris (V2). Er versorgt sensibel: • Haut. Hirnnerv (N. Er tritt mit 10 – 15 Faserbündeln aus der Medulla oblongata und verlässt die Schädelhöhle durch das Drosselloch (Foramen jugulare). Becherzellen der Mund. fließt aus dem herabhängenden Mundwinkel der Speichel und das Auge kann nicht mehr geschlossen werden. motorisch. P Ausfall ❑ des rechten zentralen motorischen Neurons. Er versorgt sensibel: • Haut des unteren Augenlides. • Kinn. z. vagus = Herz-Lungen-MagenNerv) – überwiegend parasympathisch Der N. Ausfall des rechten peripheren motorischen Neurons. U. • Stirnhaut. Hirnnerv (N. Er versorgt sensibel: • Dura mater der vorderen Schädelgrube. Von hier zieht er durch die Ohrspeicheldrüse in den Gesichtsschädelbereich. Hirnnerv ist zunächst Bestandteil des Gefäß-Nerven-Stranges des Halses. • Gaumen und Zähne des Oberkiefers. N. glossopharyngeus = ZungenRachen-Nerv) – sensibel. • Unterlippe. Verlauf Der X. z. trigeminus = Drillingsnerv) – überwiegend sensibel Zunächst bilden die sensiblen Fasern im Bereich der Pyramidenspitze das mächtige Ganglion trigeminale (Gasser-Ganglion). bedeutet Lähmung der mimischen Muskulatur der linken unteren Gesichtshälfte. – sensibel die hintere Rachenwand und das hintere Drittel der Zunge. Aus diesem Ganglion treten die 3 Hauptäste des Trigeminus. Tränendrüsen. . Der motorische Ursprungskern des Facialis in der Brücke besteht aus 2 Anteilen. ophthalmicus (V1). N. 1. • Auge. vestibulocochlearis = Hörund Gleichgewichtsnerv) – sensibel Dieser Nerv tritt ebenfalls durch den inneren Gehörgang in das Felsenbein. • Nasenhöhle. facialis enthält – motorische Fasern zur Innervation der mimischen Muskulatur. bewirkt totale Lähmung der rechten Gesichtshälfte (u. vagus ist der wichtigste Nerv des Parasympathicus. • Stirnhöhlen. X. Er innerviert die untere Gesichtshälfte und wird nur von der vorderen Zentralwindung der Gegenseite versorgt. B. Hirnnerv (N. • Siebbeinzellen. Der N. VII. VIII. 3. 2.356 17 Nervensystem V. Ein Teil leitet die Erregungen vom Gleichgewichtsorgan und ein zweiter die vom Gehörorgan. • vordere Zungenabschnitte. – dem unteren Facialiskern (Mundfacialis). • Keilbeinhöhlen. N. parasympathisch Dieser Nerv innerviert – motorisch die Rachenmuskeln. • Nasenhöhle. – sensorische Nervenfasern (Geschmacksfasern) aus den vorderen zwei Dritteln der Zunge und – parasympathische Fasern zu den Unterkieferund Unterzungendrüsen. B. Hirnnerv (N. – parasympathisch die Ohrspeicheldrüse (Speichelsekretion). • Wangen. – dem oberen Facialiskern (Augenfacialis): Er versorgt die obere Gesichtshälfte und wird von den motorischen Rindenzentren sowohl der rechten als auch der linken Zentralwindung innerviert. facialis = Gesichtsnerv) – überwiegend motorisch Zusammen mit dem Hör. gelangt durch die obere Thoraxöffnung in das hintere Mediastinum und von dort mit der Speiseröhre durch den Hiatus oesophageus in den Bauchraum. • Zähne des Unterkiefers. infolge eines Schlaganfalls.und Nasenschleimhaut. • Oberlippe. IX. • untere Wangenbereiche bis Gehörgang und Trommelfell • sowie motorisch: die Kaumuskulatur. mandibularis (V3). Entsprechend dieses Verlaufes werden 4 Teile unterschieden: • Kopfteil: Er innerviert sensibel die Dura mater der hinteren Schädelgrube. infolge eines Schädelbasisbruches oder einer Mittelohrentzündung. • Nasenrücken.und Gleichgewichtsnerv zieht der Gesichtsnerv durch den inneren Gehörgang in das Felsenbein und verlässt durch eine Öffnung (Foramen stylomastoideum) die Schädelhöhle und gelangt so an die äußere Schädelbasis. Hirnnerv (N.

peroneus communis) sensibel: Haut und Muskeln der Hals. Nervengeflechte. • Halsteil: Er innerviert motorisch den Kehlkopf.9 Peripheres Nervensystem P Eine Reizung durch Meningitis hat reflekto❑ risches Erbrechen zur Folge. • Bauchteil: Hier bilden die beiden Vagusnerven Geflechte mit Nerven des Sympathicus. Speiseröhre. Parasympathisch innerviert werden Leber. accessorius = Beinerv) – motorisch Innervationsgebiete: Kopfwendermuskel. Magen. Hirnnerv (N. parasympathisch das Herz. Plexus hervorgehende Nerven Tab.9.sensibel: Oberschenkelflexoren motorisch: Wadenmuskulatur sensibel: Haut an der Hinterseite des Unterschenkels motorisch: vordere Unterschenkelmuskeln sensibel: Haut an der Vorderseite des Unterschenkels . Damm.6 Versorgung Halsgeflecht Zwerchfellnerven (Plexus cervicalis) (Nn. ischiadicus). dass sich die Austrittsstellen (Zwischenwirbellöcher) zu erheblichen Behinderungen beim Kauen. 17. femoralis) L1 – L4 Kreuzgeflecht (Plexus sacralis) L4 – S3 Ischiasnerv (N. Dickdarm bis zur Mitte des Quercolons (= Cannon-Böhm-Punkt). phrenici) C 1 – C4 weitere Nerven motorisch: Zwerchfell und Zungenbeinmuskel Armgeflecht Hautmuskel-Nerv (Plexus brachialis) (N. Nieren. radialis) Lendengeflecht Oberschenkelnerv (Plexus lumbalis) (N. tibialis) – Wadenbeinnerv (N. oberhalb der Kniekehle teilt er sich in: – Schienbeinnerv (N. musculocutaneus) C5 – Th1 motorisch: Flexoren (Beuger) des Oberarmes sensibel: Haut am Oberarm und an der Außenseite des Unterarmes Ellennerv (N. er ist am Epicondylus medialis tastbar. 357 XII. „Musikantenknochen“. spinales) Die Rückenmarksnerven gehen vom Rückenmark ab und treten durch das jeweilige Zwischenwirbelloch aus dem Wirbelkanal heraus. u. Rückenmarksnerven (Nn.2. P Einseitige Lähmung des Hypoglossus führt ❑ XI. 17. Nebennieren. Schlucken und Sprechen. Pankreas. Hirnnerv (N. Milz. Dünndarm.17. laryngeus recurrens) die Kehlkopfmuskeln. medianus) Speichennerv (N.und Schulterregion motorisch: Unterarmflexoren auf Kleinfingerseite sensibel: Haut des Unterarms bis zum kleinen Finger motorisch: Unterarmflexoren motorisch: Extensoren (Strecker) an Unterarm und Oberarm motorisch: Muskeln und Haut an der Vorderseite des Oberschenkels motorisch Gesäßgegend. Entsprechend den 31 Rückenmarkssegmenten gibt es 31 Rückenmarksnervenpaare. • Brustteil: Er innerviert – durch rückläufige motorische Äste (N. – parasympathisch: Herz. hypoglossus = Unterzungennerv) – motorisch Innervationsgebiet: Zungenmuskulatur. Das hat zur Folge. Trapezmuskel. ulnaris). Mittelnerv (N. Bronchien. Während der Embryonalentwicklung bleibt das Wachstum des Rückenmarkes gegenüber dem der Wirbelsäule zurück.

17 358 Nervensystem Arm von der Beugeseite Arm von der Streckseite Armgeflecht (Plexus brachialis) Axillararterie (A. musculocutaneus) Mittelnerv (N. . ulnaris) Mittelnerv (N.21 Innervation des Armes. ulnaris) Hautmuskelnerv (N. radialis) Ellennerv (N. 17. axillaris) Ellennerv (N. medianus) Speichennerv (N. axillaris) Axillarnerv (N. ulnaris) Abb. medianus) tiefer Ast des Speichennerves (Ramus profundus nervi radialis) oberflächlicher Ast des Speichennerves (Ramus superficialis nervi radialis) Ellennerv (N.

aus denen wichtige periphere Nerven hervorgehen (✑ Tab. S. intercostales) Hals.22 L1 Lendengeflecht (Plexus lumbalis) L2 L3 N. 17. Die gemischten Rückenmarksnerven teilen sich entweder schon im Zwischenwirbelloch oder kurz danach in einen hinteren und einen vorderen Hauptast.17. Pferdeschweif (Cauda equina)./2. phrenicus) Zwischenrippennerven (Nn. Die Wurzeln der Lenden-. cutaneus femoris lateralis L4 L5 N. Kreuz.und Armnervengeflecht. Diese Wurzelansammlung unterhalb des l. ehe sie „ihr“ Zwischenwirbelloch erreichen. ischiadicus) *) Mächtigster Nerv des Körpers Lenden. ileoinguinalis N. ileohypogastricus N.23 . 17. Die vorderen Äste bilden mit Ausnahme der Brustäste Nervengeflechte (Plexus).und Kreuzbeinnervengeflecht.9 Peripheres Nervensystem für die Rückenmarknerven zunehmend weiter caudal verschieben. Die hinteren Äste versorgen sensibel die Haut vom Hinterkopf bis zum Steißbein und motorisch die tiefe Rückenmuskulatur. Abb. 17.und Steißnerven erreichen deshalb im Wirbelkanal eine Länge bis zu 20 cm.6. 359 Halsgeflecht (Plexus cervicalis) Armgeflecht (Plexus brachialis) Zwerchfellnerv (N. Abb. 357). Lendenwirbels bildet den sog. femoralis Kreuzbeingeflecht (Plexus sacralis) Ischiasnerv*) (N. genitofemoralis N.

ischiadicus) Wadenbeinnerv (N. obturatorius) Ischiasnerv (N. N. P Folgen von Nervenausfällen ❑ N. Die hintere Wurzel enthält das Spinalganglion (Ganglion spinale). Die Rückenmarksnerven liegen in den Zwischenwirbellöchern und sind etwa l cm lang. N. Merke Der Rückenmarksnerv (N. Merke Hautnerven werden von den sensiblen Nervenfasern der Wärme-. medianus = Schwurhand. 17. tibialis = Fußspitze kann nicht mehr gesenkt werden. femoralis = keine Streckung im Kniegelenk. tibialis) tiefer Wadenbeinnerv (N. ulnaris = Krallenhand. radialis = Fallhand. deren distale Fortsätze Informationen aus der Körperperipherie erhalten und deren zentrale Fortsätze ins Rückenmark ziehen. femoralis) Obturator-Nerv (N. das als deutliche Verdickung zu erkennen ist. peroneus communis = Spitzfuß. obturatorius) (Nn. N. plantares) Abb. N.24 Innervation des Beines. peroneus superficialis) Fußnerven (Nn. spinalis) entsteht aus dem Zusammenschluss der vorderen motorischen Wurzel und der hinteren sensiblen Wurzel eines Segmentes. glutaei) Kreuzbeingeflecht (Plexus sacralis) Obturator-Nerv (N.und Schmerzpunkte der Haut gebildet. N. peroneus communis) Schienbeinnerv (N. Kälte-. Beugung im Hüftgelenk ist erschwert. . Das sensible Versorgungsgebiet eines Spinalnerven in der Haut wird als Dermatom bezeichnet. peroneus profundus) oberflächlicher Wadenbeinnerv (N. Druck. Im Spinalganglion befinden sich die Neurone (pseudounipolare Zellen) der sensiblen Fasern.17 360 Nervensystem Bein von vorn Bein von hinten Lendengeflecht (Plexus lumbalis) Gluteus-Nerven Oberschenkelnerv (N.

17. quadriceps femoris) zweiköpfiger Oberschenkelmuskel (M. Bei den angeborenen Reflexen unterscheidet man monosynaptische Eigenreflexe und polysynaptische Fremdreflexe. patellae) führt zu einer passiven Deh- Beispiele – Zurückziehen der Hand beim Anfassen eines heißen Gegenstandes.7 Der Mensch ist in der Lage. dass eine Information. abgegeben wird. – Saugen und Schlucken. Merke Es gibt angeborene und durch Lernvorgänge erworbene Reflexe. Abb. Drüse) heißt Reflexbogen. in Form einer Bewegung.10 Reflexe 17. in sich selbst zu erkennen und darauf zu reagieren. 17. Monosynaptische Eigen. efferentes (motorisches) Neuron Reflexzentrum Afferenz Efferenz (Rückenmark. durch spezifische Rezeptoren Veränderungen in der Umwelt bzw.oder Dehnungsreflexe Beispiel: Kniesehnenreflex Ein leichter Schlag auf das rechte Kniesehnenband (Lig. z. Reflexbogen. Fluchtreflexe). Die Reflexzentren (Umschaltstellen) liegen im Rückenmark und Hirnstamm. B. Verdauung) und stellen die Grundlagen für das Erlernen komplizierter Bewegungsvorgänge dar. Tab. Der Organismus reagiert auf einen Reiz bzw. die unter gleichen Bedingungen immer in der gleichen starren und schnellen Art und Weise abläuft. 17. B. afferentes (sensibles) Neuron Reflexe stellen die einfachste Form der Reizbeantwortung dar. Atmung. Dadurch werden die Reflexe zu wichtigen Schutzmechanismen (z. Diese Veränderungen werden als Reize bezeichnet (✑ S. Reizbeantwortung bedeutet.17. Beim Menschen gehören hierzu auch die Sprachbewegungen. Hirnstamm) (Umschaltung) Rezeptor Effektor (Reizaufnahme) (Reaktion) Hinterhorn Vorderhorn hemmendes Zwischenneuron sensorische Bahn motorische Bahn Erregung Hemmung Reiz vierköpfiger Oberschenkelmuskel (M. – Reaktionen zur Bewahrung der Körperhaltung.7) Grundlage eines jeden Reflexes ist der sog. der eine funktionelle Einheit aus 5 Gliedern darstellt. biceps femoris) Eigenreflex (Kniesehnenreflex). beantwortet einen Reiz.10 Reflexe 361 Reflexbogen.25 . Der kurze direkte Informationsweg Rezeptor ➝ sensibles Neuron ➝ Reflexzentrum im ZNS ➝ motorisches Neuron ➝ Effektor (Muskel. B. – Aufrechterhaltung von Atmung und Kreislauf. Die biologische Bedeutung der Reflexe liegt in der sofortigen und sehr schnellen Reaktion auf Reize. 311). Reflexbogen (✑ Tab. sichern elementare Lebensvorgänge (z. Es handelt sich hierbei um eine unwillkürliche stereotypisierte Reaktion auf einen Reiz.

Schlag auf Achillessehne ➞ Flexion in den Sprunggelenken.26 Fremdreflex (Bauchdeckenreflex). Schlag auf Bicepssehne ➞ Flexion im Ellenbogengelenk. Neben der Muskellänge wird nach dem gleichen Prinzip auch die Muskelspannung (= Muskeltonus) konstant gehalten. – kurze Reflexzeiten (Zeit von der Reizeinwirkung bis zur Kontraktion ca. 20 – 50 ms). – laufen unabhängig von der Reizstärke ab. indem das erregte sensible Neuron des vierköpfigen Oberschenkelmuskels über eine Abzweigung seines Neuriten gleichzeitig ein hemmendes Zwischenneuron im Vorderhorn erregt.oder Hautreflexe Bei den Fremdreflexen findet die Reizaufnahme durch Hautrezeptoren statt und als Reaktion erfolgt eine Muskelkontraktion. wodurch die passive Dehnung rückgängig gemacht bzw. Auf der gleichen Seite des Segmentes wird über nur 1 Synapse (daher monosynaptischer Reflex) auf das motorische Neuron des Vorderhorns umgeschaltet. Schlag auf Tricepssehne ➞ Extension im Ellenbogengelenk. Die Eigenreflexe halten Muskellänge und Muskelspannung konstant und gleichen auf diese Weise den Einfluss der Schwerkraft aus. – Tricepssehnenreflex. Die Folge ist eine Kontraktion des gedehnten Muskels. werden diese gehemmt. Weitere Beispiele: – Achillessehnenreflex. quadriceps femoris) sowie einer Dehnung und damit Erregung seiner Muskelspindeln (= Rezeptor). Beispiel: Beugereflex (= typischer Schutzreflex) Tritt man mit dem rechten Fuß auf einen spitzen Gegenstand. – Bicepssehnenreflex. welches die -Motoneurone der Antagonisten hemmt. Bestreichen des Bauches von der Lende zur Bauchmitte und damit Reizung der Hautrezeptoren führt zur Kontraktion der Bauchmuskeln (Nabel verzieht sich zur Reizseite) Merke Bei den Eigenreflexen befinden sich die Rezeptoren (Muskel-.17 362 Nervensystem nung des rechten vierköpfigen Oberschenkelmuskels (M. so führt dies zur Beugung in allen Gelenken des rechten und Streckung im linken Bein. Als Rezeptoren fungieren Sehnenspindeln (= Golgi-Sehnenorgane) in den muskelnahen Bereichen der Muskelsehnen. Damit die Kontraktion des vierköpfigen Oberschenkelmuskels (als Reaktion auf seine Dehnung) nicht dazu führt. Das geschieht. die ursprüngliche Muskellänge wieder hergestellt wird. . Die Erregung wird durch sensible Neurone über die rechte Hinterwurzel in das Hinterhorn des betreffenden Rückenmarksegmentes geleitet. Wie ist dies zu erklären? Meißner’sches Tastkörperchen der Haut Muskel Abb. 17. Charakteristisch für diese Reflexe ist: – in der Regel ist nur 1 Synapse beteiligt. Sehnenspindeln) im Erfolgsorgan (Muskel). – fehlende Ermüdbarkeit. dass seine Antagonisten (als Reaktion auf ihre Dehnung) nun auch reflektorisch kontrahieren. Polysynaptische Fremd.

der nicht angeboren ist. B. Verdauung. sondern erlernt wurde.10 Reflexe – Die durch den Schmerzreiz entstehende Erregung wird über sensible Neurone der Hinterwurzeln in das Rückenmark geleitet. der bei Schädigung der Pyramidenbahn auftritt. dass Schrittbewegungen nur möglich sind.und Bewegungsprogramme. So ist z. P Reflexprüfungen sind wichtige diagnostische ❑ Verfahren. Niesen). Tränenfluss. In der Abbildung 17. 363 . so dass auch mehrere Muskeln angesprochen werden können. dass sich unterschwellige Reize summieren können. Die spinalen Reflexe beinhalten gewissermaßen einen Vorrat elementarer Haltungs. Weitere Beispiele für Fremdreflexe – Bauchdeckenreflex ( ✑ Abb. – Nutrationsreflexe: Saugen. Fremdreflexe sind außerdem charakterisiert durch – verlängerte Reflexzeiten. Merke Willkürmotorik und Stützmotorik sind eng miteinander verknüpft. Motorische Leistungen des Rückenmarks Auf Rückenmarksebene existiert eine Vielzahl von Verschaltungen.und Stellreflexen für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts und der normalen Körperhaltung. die je nach Bedarf vom Organismus genutzt werden können. – schnelle Ermüdbarkeit und Anpassung. Schlucken. beim Streckreflex zu erkennen. Atmung. – die Tatsache. Zurückziehen der Hand infolge eines Schmerzreizes). denn jede gezielte Bewegung muss von einer Neueinstellung der Stützmotorik begleitet werden. Dadurch wird die „Flucht“ noch vergrößert und der Körper kann abgestützt werden.26) – Schutzreflexe: Husten. P Neugeborene reagieren in erster Linie mit ❑ Reflexen auf Reize. B. Niesen. wenn die motorischen Neurone der Strecker und der Beuger wechselseitig aktiviert bzw. da die Großhirnrinde noch nicht funktionsreif ist. Merke Bei Fremdreflexen finden Reizaufnahme und -beantwortung in verschiedenen Organen statt.17. Typisches Beispiel für einen pathologischen Reflex ist der Babinski-Reflex (Dorsalflexion der Großzehe bei Streichen des seitlichen Fußrandes). reagiert er mit Speichelabsonderung. also mit einem Reflex. Erbrechen. Fluchtreaktionen (z. – Gleichzeitig werden über erregende Zwischenneurone die Motoneurone der Strecker des linken Beines erregt und über hemmende Zwischenneurone die Beuger gehemmt. Erworbene Reflexe (bedingte Reflexe) Wird einem Menschen seine Lieblingsspeise gezeigt oder beschrieben. B. gehemmt werden. Die Reflexzentren befinden sich in Rückenmark und Hirnstamm. Sexualfunktionen. über die Bewegungen ausgelöst oder gehemmt werden können. ohne dass sich die übergeordneten Abschnitte des ZNS im Einzelnen um die Ausführung der Programme bemühen müssen. um dann den Reflex auszulösen (z. 17. Das rechte Bein wird gebeugt und „flieht“ von der Schmerzursache weg. – Im Rückenmark werden die Motoneurone der Beuger (liegen in verschiedenen Segmenten) des rechten Beines über erregende Zwischenneurone erregt und die Motoneurone der Strecker (liegen ebenfalls in verschiedenen Segmenten) über hemmende Zwischenneurone gehemmt. Sie wird durch eine Vielzahl von Reflexen realisiert. die der Haltung des Körpers im Raum dienen.und Darmentleerung. Die Erregungen laufen über mehrere Neurone und Zwischenneurone in mehreren Rückenmarksegmenten und damit über mehrere Synapsen. Stützmotorik Die motorischen Leistungen.27 ist die Herausbildung des bedingten Speichelreflexes dargestellt. Auf diese Weise werden Änderungen in der Belastung der Muskeln automatisch ausgeglichen oder Muskeln aufeinander abgestimmt. werden als Stützmotorik bezeichnet. – Vegetative Reflexe: Kreislauf. Motorische Leistungen des Hirnstamms Die motorischen Leistungen des Hirnstamms sorgen mit Halte. Blasen.

27 Speichelsekretion erfolgt Entstehung eines erworbenen (bedingten) Reflexes (Beispiel: Speichelreflex). – Es regelt die Funktion der inneren Organe wie Atmungs-. h. Merke Bedingte Reflexe werden auf der Grundlage angeborener Fremdreflexe durch Lernvorgänge herausgebildet. Reiz – das Sehen der Nahrung – für das Einsetzen der Speichelsekretion durch die Bahnung (= Einprägung).. . wird es auch „autonomes“ Nervensystem genannt. besser und müheloser auf wechselnde Situationen in der Umwelt zu reagieren.. Schritt: angeborener Reflex Speichelsekretion erfolgt zeitweilige Verbindung nur Sehzentrum erregt nur sehen Bahnung (durch wiederholte gleichzeitige Erregung von Seh. die unbewusst und unwillkürlich ablaufen. Speichelreflexzentrum erregt = Speicheldrüsen werden angeregt 1. Reiz (Schmecken der Nahrung) nur getrennt Wahrnehmungen im Sehzentrum und Speichelreflexzentrum. Kreislauf.und Speichelreflexzentrum entsteht eine zeitweilige Verbindung zwischen beiden Zentren) = Speicheldrüsen werden angeregt 2. Die bedingten Reflexe laufen über die Hirnrinde und werden bei mehrmaligem Fehlen des 2. Reiz (Sehen der Nahrung) als auch der 2. Da das VNS die Organfunktionen regelt. sehen und schmecken ..17 364 Nervensystem Sehzentrum erregt und .. Der biologische Sinn besteht darin.. Verdauungs-. dass sich der Organismus den wechselnden inneren und äußeren Bedingungen anpassen kann. – Es regelt die Homöostase des inneren Milieus. 17. d.11 Vegetatives Nervensystem (VNS) Das VNS erfüllt gemeinsam mit dem Hormonsystem 2 Aufgaben. Reizes wieder „vergessen“. Wenn sich dieser Vorgang (sehen – dann essen) oft genug wiederholt hat. Schritt: erworbener Reflex Abb. genügt allein der 1. 17.und Drüsentätigkeit und stimmt ihre Aktivität entsprechend der aktuellen Situation sinnvoll aufeinander ab. Zunächst erzeugen sowohl der 1. es beeinflusst die Stoffwechselprozesse so.

– das Herzmuskelgewebe und – die Drüsen. Ihre Axone schalten entweder im Hirnstamm oder in den Seitenhörnern des Rückenmarks auf die 1. Die Axone der präganglionären Neurone ziehen über die motorischen Vorderwurzeln und die weißen Verbindungsäste (Rami communicates albi) zu den 25 – 30 paarigen sympathischen Grenzstrangganglien (= paravertebrale Ganglien) oder durch diese hindurch zu den unpaarigen prävertebralen vegetativen Ganglien. Ihre Fortsätze leiten die Afferenzen von den Eingeweideund Schmerzrezeptoren in die Hinterhörner des Rückenmarks. Das VNS ist mit dem somatischen Nervensystem vielfach verknüpft.8 zentrales efferentes Neuron  Merke 365 Erfolgsorgan Das VNS wird nach morphologischen und funktionellen Gesichtspunkten in 2 Teile gegliedert: – den Sympathicus oder das sympathische Nervensystem. Brust. Die Perikaryen der peripheren afferenten Neurone liegen in den Spinalganglien. Von hier kann über Zwischenneurone auf die präganglionären (1. Das 1.  Die Effektorgane (= Erfolgsorgane) des VNS sind: – das glatte Muskelgewebe der inneren Organe. Lendensegment (Th1 – L3). . 17.17. VNS (efferenter Leitungsweg). Die synaptische Umschaltung vom 1. efferenten) Neurone umgeschaltet werden oder auf zentrale Neurone. Im Unterschied zum somatischen Nervensystem wird die efferente Strecke von 2 efferenten peripheren vegetativen Neuronen gebildet. peripheren efferenten Neurone um. Neuron erfolgt in vegetativen Ganglien.11 Vegetatives Nervensystem Funktionell basiert das VNS hauptsächlich auf dem Reflexbogen. Hirnstamm Seitensäulen des Rückenmarks Th1 – L3 und S2 – S4 vegetatives Ganglion 2. Sympathicus Die Perikaryen der präganglionären Neurone liegen in den Seitenhörnern der grauen Rückenmarksubstanz (Nuclues intermediolateralis) vom 1. 1. Neuron liegt demnach vor dem Ganglion und wird präganglionäres Neuron genannt. Neuron liegt hinter dem Ganglion und heißt postganglionäres Neuron. peripheres efferentes Neuron oder postganglionäres Neuron (meist markscheidenlos)  peripherer Teil = periphere afferente und efferente vegetative Neurone in der Peripherie  zentraler Teil = zentrale afferente und efferente vegetative Neurone im ZNS Hypothalamus 1. auf das 2. – den Parasympathicus oder das parasympathische Nervensystem. Die Perikaryen der zentralen efferenten Neurone liegen im Gehirn. Von den Neuriten dieser Neurone werden die Erfolgsorgane innerviert. die die Informationen in höhere vegetative Zentren und zum Cortex cerebri (Großhirnrinde) weiterleiten. Der efferente Teil besteht aus 2 vegetativen Neuronen. deren oberste Steuereinheit der Hypothalamus ist. peripheres efferentes oder präganglionäres Neuron (markscheidenarm) Aufbau VNS Tab. das 2. Im ZNS gibt es verschiedene vegetative Zentren. Merke Das VNS wird wie das somatische Nervensystem aus zentralen und peripheren Neuronen gebildet. Die synaptische Umschaltung auf das 2. periphere efferente Neuron erfolgt in den vegetativen Ganglien.bis zum 3.

Blase. splanchnici pelvini .17 366 Nervensystem Innervationen durch Sympathicus + Parasympathicus Steuerung durch übergeordnete Zentren (z. Parasympathicus = blau). glossopharyngeus Ganglion stellatum Kopfgefäße N. oculomotorius Kopfganglien Ganglion cervicale superius Th1 Th2 Th3 Th4 Th5 Th6 Th7 Th8 Th9 Th10 Th11 Th12 L1 L2 L3 L4 L5 S2 S3 S4 S5 Abb. 17. Hypothalamus) parasympathische N. B. Genitale) Ganglion mesentericum inferius Zentren und Funktionen des vegetativen Nervensystems (Sympathicus = rot. • • • • • • • organnahe parasympathische Ganglien •• • Plexus hypogastricus N. facialis Speichel. splanchnici major und minor Ganglion coeliacum Lunge Magen Ganglion mesentericum superius Leber Pankreas Niere Darm Urogenital-Trakt (Rektum. vagus Herz Nn.und Tränendrüsen • • • N.28 • • • • • • • • • • • • • • • • •• •• •• Grenzstrang Auge • •• • • N.

17. Kontraktion des Schließmuskels • Genitalien:  Ejakulation  Kontraktion ➞ Ganglion mesentericum inferius (synaptische Umschaltung) ➞ Plexus mesentericus inferior ➞ L 1 – L4 . 17. Ganglion mesentericum superius) ➞ Nn. spinales periphere Nerven ➞ (synaptische Umschaltung) Verlauf der postganglionären Neurone ➞ ➞ Grenzstrangganglien Tab.11 Vegetatives Nervensystem Sympathische Innervation. Ganglion cervicale superius (synaptische Umschaltung) Th1 – Th5 ➞ Ganglion stellatum ➞ ➞ weiße Verbindungsäste spezielle Nerven Erfolgsorgane ➞ Herzfrequenz ➞ Atemfrequenz ➞➞ Herz und Lungen (synaptische Umschaltung) Baucheingeweide Th5 – Th12 ➞ weiße Verbindungsäste ➞ ➞ prävertebrale Ganglien (Ganglion coeliacum. B. glatte Muskulatur – Hautgefäße – Schweißdrüsen Th1 – L3 weiße Verbindungsäste graue Verbindungsäste Nn. Sonnengeflecht des Ganglion coeliacum = Plexus solaris). von denen sie mit den Gefäßen zu den Erfolgsorganen ziehen ➞ Motilität ➞ Kontraktion der Schließmuskeln (synaptische Umschaltung) Beckenorgane weiße Verbindungsäste Erfolgsorgane • Harnblase: Entleerung wird gehemmt.9 ➞ Segmentbezug und Verlauf der präganglionären Neurone ➞ Erfolgsorgan 367 ➞ Erfolgsorgane ➞ Hautgefäße – Vasokonstriktion ➞ Schweißdrüsen – Sekretion Th1 ➞ Drüsen und glatte Muskulatur des Kopfes weiße Verbindungsäste ➞ Axone der postganglionären Neuronen winden sich um die versorgenden Arterien und erreichen mit ihnen die Erfolgsorgane. splanchnici major und minor Axone bilden Nervengeflechte (z. das sog.

Schweißdrüsen ➋ zwischen Haut und den Baucheingeweiden Abb. • Noradrenalin vom postganglionären Neuron auf das Erfolgsorgan. Sie sind untereinander verbunden. 17. In den Grenzstrangganglien oder praevertebralen Ganglien wird von den präauf die postganglionären Neurone synaptisch umgeschaltet.und prävertebralen Ganglien. Tab.29 ➋ 2. P Langfristig erhöhte Adrenalinspiegel im Blut ❑ infolge emotionalen Stresses können die Entstehung verschiedener Erkrankungen begünstigen. Beide Hormone unterstützen die Wirkungen des Sympathicus auf die Organe.17 368 Nervensystem 1. Da die sympathischen Ganglien organfern liegen.auf das postganglionäre Neuron in den Grenzstrang. Es gibt auch präganglionäre Neurone. Merke Die paarigen sympathischen Grenzstrangganglien sind beiderseits der Wirbelsäule von der Hirnbasis bis zum Kreuzbein in einer Doppelreihe angeordnet und werden als Grenzstrang des Sympathicus bezeichnet. sind die präganglionären Axone kurz und die postganglionären lang. efferentes Neuron 2. Die Neuriten der postganglionären Neurone ziehen zu den Erfolgsorganen. deren Axone direkt zu den Zellen des Nebennierenmarkes (diese entsprechen den postganglionären Neuronen) ziehen und hier die Sekretion von Adrenalin und Noradrenalin veranlassen. Transmitter Die chemischen Überträgerstoffe im sympathischen Nervensystem sind: • Acetylcholin vom prä. efferentes sympathisches Neuron Grenzstrangganglion Eingeweidereflexbogen der sympathischen Innervation (Schema). So regen sie vor allem die biologische Oxidation in Belastungssituationen (Stress) an. Efferente Leitungsbahn des Sympathicus. 17. efferentes Neuron (= präganglionäres Neuron) mit kurzer Nervenfaser (= postganglionäres Neuron) mit langer Nervenfaser Acetylcholin Noradrenalin . efferentes sympathisches Neurone Hinterwurzel Spinalganglion Rückenmarknerv prävertebrales Ganglion weißer Verbindungsast zum Grenzstrang grauer Verbindungsast zum Grenzstrang sensible Afferenz ➋ Vorderwurzel Vorderhorn Seitenhorn Hinterhorn sympathische Efferenz ➊ sympathische Efferenz ➊ Baucheingeweide Haut Hautblutgefäße Schweißdrüsen viscerale Afferenz Beispiele: ➊ zwischen Baucheingeweiden und Hautblutgefäßen bzw.10 Rückenmark vegetatives Ganglion   Organ   1.

die die gleiche Wirkung wie Adrenalin und Noradrenalin haben.und Unterzungenspeicheldrüsen – Sekretion IX Ganglion oticum1) Ohrspeicheldrüse X parasympathische Brustund Bauchganglien Herz – Herzfrequenz Lunge – Atemfrequenz Gastrointestinaltrakt bis Cannon-Böhm-Punkt2) – Motilität ➞ ➞ – Sekretion ➞ ➞ ➞ intramurale Ganglien – Pupillenadaptation – Akkommodation 1) Kopfganglien 2) Grenze zwischen mittlerem und linkem Drittel des Colon transversum . Allgemein gilt: -Rezeptoren vermitteln die erregende (Ausnahme: Magen-Darm-Trakt). Die präganglionären Axone ziehen in speziellen Nerven zu den postganglionären Neuronen. Die Parasympathische Innervation. Brust. facialis). und – im Kreuzmark (Pars sacralis) in den Seitensäulen der Rückenmarksegmente S2 – S4.auf die postganglionären Neurone erfolgt in peripheren parasympathischen Ganglien. 17. deren Axone in den Hirnnerven III. Das ist möglich. ciliaris VII Ganglion pterygopalatinum1) Ganglion submandibulare Tränendrüsen. nennt man Sympatholytika. Parasympathische Innervation Cranialer Parasympathicus Von den präganglionären Perikaryen des Hirnstammes ziehen die Axone in den Hirnnerven III (N. v. a. Die synaptische Umschaltung von den prä. Tab. sphincter pupillae M.11 Vegetatives Nervensystem P ❑ Arzneimittel. im Mittelhirn und verlängerten Mark. heißen Sympathomimetika. weil diese Organe 2 Arten von Rezeptoren besitzen. 2. In den Kopfganglien werden die präganglionären Neurone. efferenten) parasympathischen Neurone liegen: – im Hirnstamm (Pars encephalica). Arzneimittel. auf die postganglionären Neurone umgeschaltet. Parasympathicus Die Perikaryen der praeganglionären (1. VII und IX verlaufen. IX (N. 369 Merke Nach der Lage der zentralen Teile unterscheidet man einen cranialen (Pars encephalica) und sacralen (Pars sacralis) Parasympathicus. Erstere sprechen besser auf Noradrenalin. Noradrenalin und Adrenalin erzeugen an den sympathisch innervierten Erfolgsorganen verschiedene physiologische Wirkungen. VII (N.bzw. Nasenund Gaumendrüsen – Sekretion Unterkiefer. die . glossopharyngeus) und X (N.und Bauchganglien. -Rezeptoren die hemmende (Ausnahme: Herzerregung) Wirkung des Sympathicus. die entweder in unmittelbarer Organnähe oder im Organ (= intramurale Ganglien) liegen. oculomotorius).11 Parasympathische Axone der Hirnnerven vegetatives Ganglion Erfolgsorgan III Ganglion ciliare1) M. Entsprechend kurz sind die postganglionären Axone. letztere besser auf Adrenalin an.und -Rezeptoren.17. sind also im Vergleich zum Sympathicus sehr lang. die die Wirkung dieser Hormone blockieren oder abschwächen. vagus) zu den postganglionären Neuronen der vegetativen parasympathischen Kopf.

Der Grund dafür: Von einem Rückenmarksegment werden sowohl das Organ wie die entsprechende Hautregion innerviert. Der Sympathicus bewirkt eine Leistungssteigerung. – oft gemeinsame Nervengeflechte um Arterien.. efferentes Neuron (= präganglionäres Neuron) mit langer Nervenfaser (= postganglionäres Neuron) mit kurzer Nervenfaser Acetylcholin Acetylcholin Wirkungsweise des VNS Sympathicus und Parasympathicus weisen je nach Situation unterschiedliche Erregungszustände auf. die im Hirnnerv X verlaufen. – gleicher Transmitter zwischen prä. Rückenmark vegetatives Ganglion Sakralmark oder Nervengeflecht     1. splanchnici pelvini) in die parasympathischen Ganglien des Plexus hypogastricus. Transmitter Als Transmitter dient sowohl in den Ganglien als auch auf das Erfolgsorgan Acetylcholin. Milz. ❑ werden Parasympathomimetica genannt. Merke Die meisten inneren Organe werden sympathisch und parasympathisch innerviert. Nur sympathisch werden innerviert: – fast alle Blutgefäße. Hier erfolgt die synaptische Umschaltung auf die postganglionären Neurone. die so wirken wie Acetylcholin. ➞ ➞ Sacraler Parasympathicus Die Axone der präganglionären parasympathischen Neurone ziehen über die Vorderwurzel der Rückenmarksegmente S2 – S4 in die Spinalnerven. Die Axone dieser Neurone innervieren den Dickdarm ab CannonBöhm-Punkt (Sekretion . Schließmuskel ). 17. Tab. die für den Aufbau der Energiereserven nötig sind. dass diese gürtelförmigen Hautareale (= Dermatome) nicht immer unmittelbar über dem erkrankten Organ liegen (Head’sche Zonen: nerval mit inneren Organen verbundene Hautregionen). Wichtig zu wissen ist. Vergleich Sympathicus und Parasympathicus. d. er hat eine trophotrope Wirkung (vorherrschend bei Ruhe). Der Parasympathicus sorgt für die Aktivierung jener Organfunktionen. Die wichtigsten Gemeinsamkeiten: – Meist 3 Neurone bilden die efferente Strecke von ZNS zum Erfolgsorgan (Effektor). efferentes Neuron Organ 2. Der Eingeweideschmerz wird also auf die Hautoberfläche übertragen (übertragener Schmerz).und postganglionären Neuronen. . die die Wirkung von Acetylcholin blockieren oder abschwächen. Beispiele Reizung des Reizung des Sympathicus Parasympabewirkt thicus bewirkt Schlagfrequenz Zunahme und -volumen des Herzens Abnahme Darmmotorik Abnahme Zunahme Gallenblasenmuskulatur Erschlaffung Kontraktion Bronchialmuskulatur Erschlaffung Kontraktion Vorwiegend parasympathisch werden innerviert: – Harnblase und Speicheldrüsen. Genitalorgane werden sowohl parasympathisch als auch sympathisch innerviert. Arzneimittel.und Bauchganglien. erfolgt in den Brust. Nur parasympathisch werden innerviert: – Tränendrüsen und – Drüsen des Nasen-Rachen-Raumes. h. die Harnblase (Entleerung). Ab hier verlaufen sie in den Beckeneingeweidenerven (N. heißen Parasympatholytica.. die Harnleiter (Kontraktion) und die Genitalorgane ( Erektion).12 Efferente Leitungsbahn des Parasympathicus. schmerzhaft und gerötet sein. aber auch in weiterer Entfernung.17 370 Nervensystem synaptische Umschaltung jener. die als ergotrope Reaktion bezeichnet wird (vorherrschend bei Arbeit). P Arzneimittel. wobei die Effekte antagonistisch sind. P Bei ❑ verschiedenen Erkrankungen innerer Organe kann die Haut über dem Krankheitsherd.

vegetativen und animalen Prozesse so. Daraufhin steuert er die ihm untergeordneten hormonellen. Abwehrverhalten: – Erhöhung der Skelettmuskeldurchblutung. ein Abwehrverhalten (Alarmstellung) praktiziert wird oder ein Verhalten entsteht. Folgen können z. 17. Abwehr. Hemmung der einzelnen Organe erfolgt bei Sofortreaktionen durch Aktionspotentiale der schnell leitenden Nerven und bei Dauerleistungen durch anhaltend wirkende Hormone (✑ Abb. ➞ Die wichtigsten Unterschiede: 371 Abb. 9. animales Nervensystem und Hormonsystem Die Aktivierung bzw.12 Zusammenwirken der Koordinationssysteme VNS.und postganglionären -Rezeptoren Neuronen und Effektor Wegen der unterschiedlichen Transmitter zwischen postganglionären Neuronen und Effektor wird der Sympathicus als adrenerges und der Parasympathicus als cholinerges System bezeichnet. – Blutdruckerhöhung. S. 17. – Hemmung der Skelettmuskeldurchblutung. dass z.45.30 . Nahrungs-. – Erhöhung der Herzfrequenz. das der Fortpflanzung dient. B. Flucht) erfolgt. B. Arbeit u. – Steigerung der Atemfrequenz. Magengeschwüre. Der Hypothalamus als oberstes Steuerzentrum aller vegetativen und der meisten endokrinen Prozesse erhält vom Endhirn Informationen aus der Umwelt.) in Gang gesetzt.17. Fortpflanzungsverhalten: – Steuerung des Sexualverhaltens und der Sexualerregung.oder Fortpflanzungsverhalten. sind das Ergebnis des engen Zusammenwirkens von animalem und vegetativem Nervensystem sowie dem Hormonsystem. Bei den 3 genannten Verhaltensformen werden die Körperfunktionen wie folgt beeinflusst (vereinfacht dargestellt): Nahrungsverhalten: – Blutdrucksenkung. 199). ➞ Die verschiedenen Verhaltensformen. Muskeltonus Koordinationssysteme. B. P Die Vorgänge des Abwehrverhaltens werden ❑ oft aufgrund vieler täglicher Belastungen (Verkehr. ohne dass danach die körperliche Handlung (Abwehr. Ernährung und Verdauung gefördert werden. wie z.12 Zusammenwirken der Koordinationssysteme Beispiele Sympathicus Parasympathicus Lage der organferne Perikaryen der sympathische postganglionären Ganglien Neurone organnahe parasympathische Ganglien präganglionäre kurz Neuriten (Axone) lang postganglionäre lang Neuriten (Axone) kurz physiologische Wirkung trophotrop ergotrop Transmitter Noradrenalin Acetylcholin zwischen über . sein: Herz-KreislaufErkrankungen. Atemfrequenz Stoffwechsel. Drüsenfunktionsstörungen. – Erhöhung der Magen-Darm-Durchblutung sowie Motorik und Sekretorik. – Hemmung der Magen-Darm-Durchblutung. Verarbeitung Umwelt Sinnesorgan Information vegetatives NS Hormonsystem Herzfrequenz. Schule. a.

schläfriger Zustand. Sie äußern sich in einem veränderten Ablauf oder Ausfall der genannten Merkmale. wie beispielsweise das Wimmern des Säuglings. Im Vergleich zur normalen Bewusstseinslage (Bewusstseinsklarheit) spricht man von verschiedenen Schweregraden wie leichte Bewusstseinstrübung (= leichte Benommenheit). Beim Menschen ist Wachsein eng mit Bewusstsein verknüpft. Schläfrigkeit (= Somnolenz). – die Selbsterkenntnis und das Erkennen anderer Individuen. 17. P Abweichungen vom normalen Bewusstsein ❑ werden als Bewusstseinsstörungen bezeichnet. die Richtung der Aufmerksamkeit gezielt zu wechseln. Herz und Atemfrequenz sind gedrosselt (= parasympathische Reaktionslage). ist aber nicht einfach ein Ruhen des Gehirns. das durch folgende Merkmale gekennzeichnet ist: – die Aufmerksamkeit und Fähigkeit. die elektrische Hirnaktivität zu registrieren.13 Wachsein und Schlafen Der Aktivitätszustand der Neurone des Gehirns („Wachheitsgrad“) ist ständigen Schwankungen unterworfen. Atemfrequenz. dass der Mensch aktiv mit der Umwelt in Kontakt tritt und auf einwirkende Reize entsprechend reagiert. Stoffwechsel. Bewusstlosigkeit (= Koma). die Bedeutung einer Handlung im Voraus abzuschätzen. Im Schlafzustand ist die Informationsaufnahme aus der Umwelt auf ein Minimum eingeschränkt. mittelgradige Bewusstseinsstörung (= Sopor). – die Kreativität und den Umgang mit abstrakten Ideen sowie ihr Ausdrücken durch Worte oder andere Symbole. sondern eine vom Wachsein unterschiedliche Organisationsform der Hirnfunktion. – das Akzeptieren ästhetischer und ethischer Werte. . Reizen aus dem Körper selbst entstehen. Schlafen Schlafen dient der Erholung. 17. die aufgrund von Umweltreizen bzw. Ursachen sind z. Herzfrequenz. also Erwartungen und Pläne zu haben. Wachsein und Bewusstsein Wachsein bedeutet. B. die Afferenzen. aber bestimmte Schlüsselreize. Je nach Wachheitsgrad variieren die Potentialschwankungen in Amplitude und Frequenz. Das geschieht mit Hilfe von Elektroden von der Kopfhaut aus.31 14 – 30 Hz 8 – 13 Hz 14 – 30 Hz Wachsein Ruhe Wachsein EEG-Wellen. – die Fähigkeit. Elektroencephalogramm (EEG) Durch das EEG ist es möglich. werden von der Mutter aufgenommen. Stoffwechsel und Muskeltonus sind im Vergleich zum Schlafzustand erhöht.17 372 Nervensystem EEG-Ableitpunkte Abb.

Schlaftiefe stadium A Einschlafen ➞ B EEGWellen Frequenz Alpha () 8. – der Blutdruck.13 Wachsein und Schlafen 373 Darüber hinaus können unterschiedliche Schlafstadien als Ausdruck der Schlaftiefe abgegrenzt werden. – der Muskeltonus und – die Reizschwelle der Sinnes.5 – 1.32 Muskeln erschlafft ➞ ➞ Herzfrequenz Schlagvolumen Delta () 0. 5 Schlafstadien.trophotrop - Non-REM. E) gekennzeichnet und läuft wie in der Tabelle 17. 80 % der Gesamtschlafdauer. Dabei treten charakteristische EEGWellen auf. ➞ Abb. – der Stoffwechsel.0 4. D.13 ➞ Parasympathische Reaktionslage.und Nervenzellen. Parasympathicus . – die Drüsentätigkeit.5 ➞ ➞ D ➞ ➞ Mit dem EEG lassen sich 2 Schlafphasen feststellen: – der REM (Rapid Eye Movements = schnelle Augenbewegungen) oder der paradoxe Schlaf und – der Non-REM (ohne diese Augenbewegungen) oder orthodoxe Schlaf. B.2 Merke 10 min 20 min 30 min 40 min EEG REM-Schlaf B C orthodoxer Schlaf Schlafstadien A paradoxer Schlaf wach D E 0 Abb.33 dargestellt ab.0 3.17.0 Theta () ➞ ➞ ➞ C Leichtschlaf Delta () (in HZ) ➞ Delta () ➞ mitteltiefer Schlaf E Tiefschlaf 5. In der orthodoxen Schlafphase sind verschiedene Lebensfunktionen herabgesetzt und zwar – die Herz. – die Atemfrequenz.33 1 2 3 4 5 Schlafdauer 6 7 Schlafstadien im Verlauf einer Nacht. E) einer Schlafperiode wird etwa 30 bis 90 Minuten nach dem Einschlafen (B) über das Stadium C erreicht.und damit die Pulsfrequenz. Sie ist durch 5 Schlafstadien (A. Der erste Tiefschlaf (D. C. Die maximale Schlaftiefe nimmt mit zunehmender Schlafdauer ab. ➞ Atemfrequenz Atemtiefe Schlaf. . 17.0 – 13. 17.und Non-REM-Phasen und die Schlafstadien im Durchschnitt 3 bis 5 mal durchlaufen. Während eines normalen Nachtschlafes werden die REM.0 – 3.oder orthodoxer Schlaf Diese Schlafphase umfasst beim Erwachsenen ca. 17. entspanntes Wachsein Tab.0 – 7.

. – Zunahme der Atem-. mögliche Störfaktoren auszuschalten. Schlafmittel stören den Ablauf der natürlichen Schlafphasen und sind daher bei Dauergebrauch gesundheitsschädigend. wobei gewisse Unregelmäßigkeiten auftreten. sollte versucht werden. Der normale Schlaf-wach-Rhythmus wird von einer in ihrer Wirkungsweise noch weitgehend unbekannten „inneren Uhr“ gesteuert. wobei vor allem die Non-REM-Perioden erheblich kürzer werden.374 17 Nervensystem REM. – das fast vollständige Erlöschen des Muskeltonus der Skelettmuskulatur. frühes Erwachen. Gesichtsmuskeln). P Ein gesteigertes Schlafbedürfnis kann Hin❑ weis auf Störungen sein (z. – Langschläfer > 9 Stunden. – Auftreten von Peniserektionen sowie der meisten Träume. – Mittelschläfer 6 – 9 Stunden. Herz. Der REM-Schlaf zeichnet sich aus durch: – schnelle Augenbewegungen und Muskelzuckungen (z.oder paradoxer Schlaf Der REM-Schlaf stellt eine besondere Phase dar: Das EEG gleicht dem Schlafstadium E (deshalb paradoxer Schlaf). Merke Zu einem erholsamen Schlaf gehören sowohl Non-REM.als auch REM-Schlaf-Phasen.5 Stunden. Merke Die erste REM-Phase wird schon beim Einschlafen durchschritten (Sekundenschlaf) und wiederholt sich etwa alle 1. wobei die längsten gegen Morgen auftreten. Im Allgemeinen nimmt mit zunehmendem Alter die Gesamtschlafdauer ab. Schlafstörungen (Einschlaf-. Durchschlafstörungen. B. B. Der hohe Anteil des REM-Schlafes bei Säuglingen und Kleinkindern könnte möglicherweise ein gewisser Ersatz für fehlende äußere Reize sein.oder hirnorganische Erkrankungen). Allgemein. Schlafumkehr) sind sehr häufig. Die einzelnen Phasen dauern im Mittel 20 Minuten.und Pulsfrequenz. Bevor Schlafmittel verabreicht werden. Entsprechend der Dauer des Nachtschlafes kann man von 3 Schlaftypen sprechen: – Kurzschläfer < 6 Stunden.

17

Nervensystem

Fragen zur Wiederholung
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.

26.
27.
28.
29.
30.
31.
32.

Aus welchen Anteilen besteht das menschliche Nervensystem?
Erklären Sie anhand eines Querschnittes den Aufbau des Rückenmarkes.
Nehmen Sie eine Gliederung der Rückenmarksegmente vor.
Definieren Sie
a) graue Substanz,
b) weiße Substanz,
c) Nervenfaser,
d) Nerv.
Nehmen Sie eine Gliederung der einzelnen Hirnabschnitte vor.
Beschreiben Sie den Bau des Endhirns.
Nennen Sie die verschiedenen Funktionszentren in der Großhirnrinde, und beschreiben Sie
kurz ihre Aufgaben.
Welche Bedeutung haben die Basalganglien?
Aus welchen Abschnitten besteht das Zwischenhirn, und welche Aufgaben erfüllen sie?
Welche Funktionen erfüllen
a) Mittelhirn,
b) Kleinhirn,
c) Medulla oblongata,
d) Formatio reticularis?
Was sind Hirnventrikel, und welche gibt es?
Wie werden Gehirn und Rückenmark geschützt?
Unterscheiden Sie inneren und äußeren Liquorraum.
Welche Bedeutung hat der Liquor?
An welcher Stelle kann man am günstigsten Liquor gewinnen?
Begründen Sie den Punktionsort aus anatomischer Sicht.
Beschreiben Sie die Blutversorgung des Gehirns.
Lokalisieren Sie die afferenten und efferenten Fasersysteme des Rückenmarkes und
Gehirns! – Wo liegen die Umschaltstellen zwischen den einzelnen Neuronen?
Was verstehen Sie unter dem extrapyramidal-motorischen System, und welche Bedeutung
hat es?
Was sind Ganglien?
Nennen Sie die 12 Hirnnerven und ihre Aufgaben.
Beschreiben Sie die Entstehung und Aufzweigung eines Rückenmarksnerven.
Geben Sie einen Überblick über die Innervationsgebiete der Rückenmarksnerven unter
Beachtung der Geflechtbildung.
Nennen Sie die wichtigsten Nerven des Armes und ihre Aufgaben.
Stellen Sie Ursprung, Verlauf und Versorgungsgebiet des N. ischiadicus dar.
Was ist ein Reflexbogen?
Erläutern Sie Wesen und Bedeutung von
a) Eigenreflexen,
b) Fremdreflexen,
c) bedingten Reflexen.
Beschreiben Sie einige wichtige Reflexe genauer.
Welche Leistungen vollbringt die Stützmotorik, und wie werden diese realisiert?
Welche Aufgabe erfüllt das VNS?
Unterscheiden Sie zentrales und peripheres VNS.
Unterscheiden Sie
a) para- und prävertebrale Ganglien,
b) prä- und postganglionäre efferente Neurone.
Beschreiben Sie Aufbau und Aufgabe des Sympathicus.
Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen Sympathicus und den Hormonen Adrenalin
und Noradrenalin.
Beschreiben Sie Aufbau und Aufgabe des Parasympathicus.

375

376

17

Nervensystem

Fragen zur Wiederholung
33. Vergleichen Sie Sympathicus und Parasympathicus hinsichtlich ihrer Wirkungsweise.
34. Erläutern Sie an einem konkreten Beispiel das Zusammenwirken von VNS, animalem
Nervensystem und Hormonsystem.
35. Erläutern Sie die Bedeutung des Schlafes aus physiologischer Sicht.

Verlagsprogramm
2002
Medizin
Medizin
Pflege
Pflege
Physiotherapie
Physiotherapie

Anatomie / Physiologie

Kostenlose

CD-Rom

in jedem Buch

zum virtuellen Lernen im Selbststudium.

Einmaliges Preis-LeistungsVerhältnis.

Muskelfasern
Muskelfaserbündel
Faszie
Muskelbauch

Martin Trebsdorf

Ansatz

Biologie • Anatomie
• Physiologie
LEHRBUCH

UND

ATLAS

MIT

Muskelbauch

CD-ROM
Sehne

Ursprung

6. überarbeitete Auflage 2001,
392 Seiten, 298 farbige
Abbildungen,
81 Tabellen, gebunden
€ 29,80
ISBN 3-928537-30-X

Bau eines Skelettmuskels.

Abb. 5.8

Stirnbein
(Os frontale)

Scheitelbein

Ästchen der
Lungenarterie

(Os parietale)

Schläfenbein

Bronchiole

(Os temporale)

Keilbein

Ästchen der
Lungenvene

(Os sphenoidale)

Tränenbein
(Os lacrimale)

Jochbein
(Os zygomaticum)

Kapillarnetz

Nasenbein

Das Standardwerk in der Ausbildung.
Oberkiefer
Zum virtuellen Lernen im Selbststudium ist eine kostenlose CD beigeUnterkiefer
fügt. Mit rund 379 unterstützenden
farbigen Abbildungen und Tabellen
werden der Bau (Anatomie) und die
Funktion (Physiologie, Biochemie) des
menschlichen Körpers dargestellt.
Die hervorragende didaktische Aufbereitung des Inhaltes hält sich konsequent, in
gut erreichbaren Lernschritten, an die zur
Verfügung stehende Gesamtstundenzahl
des Unterrichts. Vor allem durch die gut
gewählten Wiederholungsfragen nach einzelnen Kapiteln ist es gleichermaßen für
den Unterricht wie auch für das Selbststudium bestens geeignet.
Ein umfangreiches Stichwortverzeichnis
macht den Titel zu einem wertvollen und
unverzichtbaren Nachschlagewerk.
Das Standardwerk der Anatomie.
(Os nasale)
(Maxilla)

Lungenbläschen
(Alveolen)

Übergang der Lungenarterie
zu den Lungenvenen.

(Mandibula)

2

Schädel (Ansicht von ventral).

Abb. 9.32

Abb. 5.44

300
t rund bildungen
i
m
t
z
Jet
bab
n Far
ertige
w
h
c
ho
Herzskelett
linker Vorhof
(Atrium sinistrum)

bestehend aus
4 bindegewebigen
Ringen
(Anuli fibrosi)

Sinusknoten
His-Bündel
Atrioventrikularknoten1)
(AV-Knoten)

rechter Vorhof
(Atrium dextrum)

rechter Kammerschenkel

linke
Herzkammer
(Ventriculus
sinister)

Papillarmuskeln
Purkinje’sche
Fasern
linker Kammerschenkel
rechte
Herzkammer
(Ventriculus dexter)

1) AV-Knoten = Vorhof-Kammer-Knoten, früher auch Aschoff-Tawara-Knoten genannt

Abb. 9.38

Erregungsbildungs- und Erregungsleitungssystem des Herzens.

Anatomie / Physiologie
Das Buch ist durch seinen stringenten, didaktischen Aufbau hervorragend für den Einsatz
im Unterricht geeignet. Durch zahlreiche farbige, meist dreidimensionale Abbildungen wird
eine hohe Anschaulichkeit des komplexen Lehrstoffes erreicht. Die Auswahl des Stoffes
konzentriert sich auf das Wesentliche, das übersichtlich und verständlich dargestellt wird.
Die inhaltliche Orientierung wird durch Merksätze erleichtert und konkrete Bezüge zur
beruflichen Praxis aufgebaut.
Insgesamt ein hervorragendes Buch für den Unterricht, zur Examensvorbereitung, aber auch
zum Nachschlagen. Ein Buch, mit dem ich gerne arbeite.
Dr. Birgit Hüls
Dozentin für Anatomie und Physiologie
Krankenpflegeschule, Kreiskrankenhaus Elmshorn

Meinungen zum Lehrbuch ...
Ein sehr gutes Lehrbuch:
• Kurz und prägnant.
• Sinnvoll gegliedert und übersichtlich
angeordnet.
• Viele gute anatomische Zeichnungen
erleichtern das Verständnis.
• Begeisterung über die kostenlose CD.
Katharina Schröter
Dozentin für Anatomie und Physiologie,
Höhere Berufsfachschule für Altenpflege,
Erfurt

Ein lohnendes Medium für Auszubildende, die
sich über das geforderte Wissen hinaus informieren und fortbilden möchten.
Ebenso kann dieses Buch für Lehrende als Zusatzliteratur wertvolle Impulse liefern.
• Alle wesentlichen Themen sind
umfangreich dargestellt
• Hilfreich sind die auffällig markierten
Praxisbezüge, welche wertvolle Hinweise
für die pflegerische Tätigkeit und für
die Krankenbeobachtung liefern.
S. M. Elisa Döschl
Lehrerin für Pflegeberufe,
Krankenpflegeschule St. Elisabeth Krankenhaus,
Zweibrücken

Dozenten CD „Anatomie“

NEU

t für
orma n
F
m
i
tione
auch
Jetzt bildprojek
Groß

Alle Abbildungen und Tabellen aus dem
Lehrbuch zum Farbfolienausdruck auf CD für
visuelle Darstellungen und Projektionen im
Unterricht.
ISBN 3-928537-40-7
2. Auflage 2002
(ab 7. Lehrbuch-Auflage)
Systemvoraussetzung:
ab Windows ‘95.
Minimalanforderung:
8 MB RAM, 20 MB freie Festplatte.

€ 49,00

3

Anatomie / Physiologie

Mathias Bardl

Paul Gebhardt

Prüfungswissen
in Frage und Antwort

Anatomie – Zeichenblätter

BIOLOGIE • ANATOMIE • PHYSIOLOGIE
2. Auflage 2001, 240 Seiten, gebunden
€ 16,80
ISBN 3-928537-26-1
Das Fachgebiet „Biologie, Anatomie und
Physiologie“ bereitet den Schülerinnen
und Schülern immer wieder Schwierigkeiten im Erfassen und Wiedergeben des
Unterrichtsstoffes. Das liegt zum einen an
der umfangreichen Stoffmenge und zum
anderen an der Kompliziertheit des
Unterrichtsfaches.
Dieses Buch bietet die Möglichkeit, den
eigenen Kenntnisstand jederzeit gezielt zu
überprüfen und die Vorbereitung auf
Klausuren und Prüfungen zu vereinfachen.
• Ideal als Ergänzung zum Lehrbuch.
• Hält sich streng an die Vorschriften für
Prüfungsarbeiten.
• Mit einer Vielzahl von Abbildungen.

4

FÜR DEN

UNTERRICHT

10. Auflage 2002,
120 Seiten DIN A 4, 239 Zeichnungen,
gebunden
€ 12,80
ISBN 3-928537-41-5
Die Anatomie-Zeichenblätter sind eine seit
Jahren erprobte Unterrichtseinheit, die
anatomisches Grundwissen durch aktive
Mitarbeit zielstrebig vermittelt.
• Für Übungen zur Benennung der anatomischen Begriffe und zum Ausmalen.

Anatomie – Zeichenblätter
Lösungsheft
DEUTSCH UND

FACHBEZEICHNUNG

10. Auflage 2002,
68 Seiten, kartoniert,
€ 7,80
ISBN 3-928537-42-3
Das Lösungsheft dient zur Überprüfung
der Richtigkeit der im Buch der AnatomieZeichenblätter erarbeiteten anatomischen
Begriffe; eine unverzichtbare Ergänzung
der Zeichenblätter – mit über 1.000
Stichwörtern.

Anatomie / Physiologie
0

0
0

Lerntafel

Lerntafel

Die menschliche Muskulatur

Das menschliche Skelett

2. Auflage 2002
Lerntafel 85 x 60 cm
bestäbt mit Aufhänger, Bilderdruck
4-farbig
€ 12,80
ISBN 3-928537-35-0

2. Auflage 2002
Lerntafel 85 x 60 cm
bestäbt mit Aufhänger, Bilderdruck
4-farbig
€ 12,80
ISBN 3-928537-36-9

Eine vollständige Darstellung der Muskulatur des Menschen auf höchstem anatomischen und grafischen Niveau. Auf unterschiedlichen Schnittebenen wird Einblick
selbst in die tiefen Muskelschichten gewährt.

Diese Tafel stellt – weltweit einmalig in
Qualität und Ausführung – ein idealisiertes, echtes Skelett in allen natürlichen
Details dar. Beide Lerntafeln vermitteln
eine Gesamtübersicht und helfen so, das
erworbene Wissen anatomisch räumlich
richtig einzuordnen.

5

Durch die Verwendung dieses Systems wird die Lerndauer nachweislich deutlich herabgesetzt. Die menschliche Muskulatur Deutsche Ausgabe 3. • Klein – handlich – effektiv. das Wissen durch einfaches Wenden der Karten effektiv zu überprüfen. farbiger Abb. Auflage 2001 € 35. die Merkfähigkeit gesteigert und somit das Examen leicht gemacht. Innervation • 303 einzelne Karten im Format A7. Die handliche Größe und die stabile Ausführung ermöglichen den problemlosen Einsatz mit direkter Kontrolle an einem Lernmodell (z. • Im stoßfesten Karteikasten. Keine langatmigen. Skelett). Auflage 2001 € 50. detaillierte Abbildungen und funktionelle Darstellungen wird die räumliche Vorstellung verstärkt angesprochen. 6 Englische Ausgabe 2.30 ISBN 3-928537-32-6 Anatomie. • Jeder Muskel mit eigener. Reinbek (Germany) GESAMTDARSTELLUNG DER MENSCHLICHEN MUSKULATUR UND DES SKELETTES Rückseite . levator scapulae (Schulterblattheber) Notizen Anatomie-Lernkarten Mit den Lernkarten besteht die Möglichkeit. Durch ergänzende.10 ISBN 3-928537-43-1 © Lau-Verlag. Funktion. übersichtliche.B. wissenschaftlichen Abhandlungen.Anatomie / Physiologie n Exame ht! gemac leicht Vorderseite 65 M. • Qualitätsdruck auf stabilem Karton. leicht zu merkende Erklärungen.

feinste Strukturen. • Alle Knochen in höchster Druckqualität. Auflage 2001 Knochen.10 ISBN 3-928537-44-X 15 5 Sulcus tendinis musculi peronei longi Tuberositas ossis navicularis 6 Tuberositas ossis cuboidei 14 Caput tali 7 Cranium (Schädel) 1/2 5 Processus lateralis tuberis calcanei 13 Ansicht von ventral Sutura fronto|maxillaris Os frontale (Squama frontalis) Sutura fronto|nasalis Foramen supra|orbitale Sutura spheno|parietalis Os lacrimale Sutura spheno|zygomatica Conchae nasales media et inferior 9 10 11 12 13 14 15 Ramus mandibulae Gnathion Mandibula (Corpus) Foramen infra|orbitale Sutura naso|maxillaris Os temporale Os sphenoidale (Facies orbitalis) Sustentaculum tali 12 8 11 10 9 © Lau-Verlag 1 2 3 4 5 6 7 8 Processus medialis tuberis calcanei 7 .Anatomie / Physiologie n Exame ht! gemac leicht Pes 2/2 271 (Fuß) – rechts Ansicht von plantar Das menschliche Skelett ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Deutsche Ausgabe 3. Bänder und Gelenke • 303 einzelne Karten im Format A7. Os cuneiforme laterale Os cuneiforme inter|medium Os cuneiforme mediale Tuberositas ossis navicularis Caput tali Sustentaculum tali Processus medialis tuberis calcanei Processus lateralis tuberis calcanei Tuberositas ossis cuboidei Sulcus tendinis musculi peronei longi Pes (Fuß) – rechts 2/2 Ansicht von plantar Os cuneiforme laterale Cranium (Schädel) Ansicht von ventral € 35. • Hervorragende Plastizität.30 ISBN 3-928537-33-4 1 1/2 2 Os cuneiforme inter|medium 3 Os cuneiforme mediale 4 Englische Ausgabe 2. • Fotoanmutung. Transparenz. Auflage 2001 € 50.

40 Seiten. Auflage 2002.90 ISBN 3-928537-17-2 • Nur an Lehrkräfte direkt vom Verlag. 2002.) zur 4. Bildung. Klinik und Pharmazie. Sie vermittelt Kenntnisse über Herkunft.Medizinische Fachsprache Peter Wolfgang Ruff Günter Grosche Einführung in den Gebrauch der medizinischen Fachsprache Übungsheft zur Einführung in die medizinische Fachsprache 5. 86 Seiten.80 ISBN 3-928537-29-6 6. 36 Seiten geheftet € 7. . geheftet € 6. Rechtschreibung. kartoniert € 9. 19 umfassende Arbeitsblätter sollen bei Lernenden. Auflage 1998. 8 Lösungsheft (o.90 ISBN 3-928537-31-8 Eine ideale Lernanleitung zur medizinischen Fachsprache. ohne die Grammatik der beiden Sprachen lernen zu müssen. Aussprache und Betonung. Auflage. die sich beruflich mit dem medizinischen Fachwortschatz beschäftigen müssen und keine Vorkenntnisse der griechischen und lateinischen Sprache haben. Deklination und Konjugation und gibt ebenso Auskunft über medizinische Fachausdrücke sowie häufig vorkommende Wortbildungselemente aus dem Lateinischen und Griechischen.Abb. Es informiert über die Fachausdrücke in Anatomie. Verständnis für die Termini wecken.

noch lehrt er sie Latein oder Griechisch. Ärzte. Studierende und Laien ein ergiebiges Nachschlagewerk. Schwestern. gebunden € 11. die es mit der medizinischen Fachsprache zu tun haben. Lehrkräfte. Das sind Ärzte. eher unbewußter ähnlich wie eine Muttersprache. sondern beim Studium des Faches und bei der Beschäftigung mit seinen Gegenständen. Für Medizinhistoriker. 1. Er lehrt sie weder alle einzelnen Bezeichnungen der Fachsprache ihrer Bedeutung oder Herkunft nach.10 ISBN 3-928537-28-8 Instituts. Auflage 1999. 190 Seiten. Das Buch ist gut lesbar und gibt auf viele Fragen eine Antwort.00 ISBN 3-928537-19-9 Dieser „Umgang mit der medizinischen Fachsprache“ ist eine Art Sprach-Knigge für alle.und Sammlungsführer des Institutes für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Fakultät der MartinLuther-Universität Halle-Wittenberg. Informatiker oder interessierte Bürger sowie Patienten. Bibliothekare. ANWENDUNG. enthält viele bemerkenswerte Einzelheiten zur Entwicklung des Faches Anatomie und gibt einen lebendigen Abriss über wichtige Kapitel europäischer Medizingeschichte. kartoniert € 5. Man lernt sie nicht schulmäßig wie eine Fremdsprache. AUSSPRACHE UND RECHTSCHREIBUNG 1. Gesundheitsingenieure. Auflage 1996.Medizinische Fachsprache Peter Wolfgang Ruff Hallesche Sammlungen Rüdiger Schultka Die Hallesche Anatomie Medizinische Fachsprache Geschichte. Aussprache und Rechtschreibung und ihre Sammlungen Ein Instituts.und Sammlungsführer g ms A u T   LAU – Verlag Peter Wolfgang Ruff Rüdiger Schultka Medizinische Fachsprache Die Hallesche Anatomie und ihre Sammlungen GESCHICHTE. Eine Fachsprache lernt man nicht vokabelmäßig. 9 . Anwendung. 176 Seiten.

€ 29.90 – ISBN 3-928537-27-X Die ‘Dokumentation’ basiert auf der Grundlage einer ganzheitlichen Sichtweise in der Krankenpflege. gebunden. Neben der Vermittlung von Fachkompetenz wurde vor allem auf die Förderung von Schlüsselqualifikationen Wert gelegt. Auflage 2001. konzipiert speziell für kleinere und mittlere Krankenhäuser. theoretischen Lernstandes ausführlich – geordnet nach Basispflege und Fachspezifische Pflege – die Lerninhalte der praktischen Krankenpflegeausbildung. Einsatzübersichten für alle Kliniken. € 8. Die Ausbildung ist durchgängig fächerintegrativ – mit einer systematischen Verknüpfung von Theorie und Praxis gestaltet.und Zusatzbereiche. .und Kinderkrankenpflegeausbildung im 1. In einer klaren und nachvollziehbaren Ausbildungsstruktur sind die Inhalte der Ausbildung einheitlich und verbindlich festgelegt. wobei Freiräume für situative Anforderungen und spezifische Lerninhalte im Sinne des offenen Curriculums gegeben sind.80 – ISBN 3-928537-38-5 Das Praxisbegleitbuch umfasst zur Dokumentation des aktuellen. Auflage 2002. das eine pflegerisch fachliche und berufspädagogisch zukunftsorienterte Ausbildung gewährleistet. Teil 3: Fachkundige und geplante Pflege. Auflage 2000. Teil 1: Unterstützung der ATL’s. 144 Seiten. Somit besteht jetzt die Möglichkeit die theoretische Kranken. kartoniert.Pflegedokumentation Sabine Rothfuchs • Brigitte Sommer Curriculum Curriculum Krankenpflege Krankenpflege Kinderkrankenpflege Kinderkrankenpflege Auf dem Wege zur Integration ▲ Basispflege ● Fachspezifische Pflege ■ Praxisaufgaben NEU Ortrun Ruschmeyer Karin Schiller Sabine Rothfuchs • Brigitte Sommer Curriculum Krankenpflege • Kinderkrankenpflege AUF DEM WEGE ZUR INTEGRATION 1. Michael Störmer Dokumentation der praktischen Krankenpflegeausbildung 2. Teil 2: Mithilfe der Schüler/Schülerinnen. Ausbildungsabschnitt integrativ zu gestalten. wobei das eigenständige Profil der Berufsbilder erhalten bleibt. 80 Seiten. Spezial. 212 Seiten. € 24.80 – ISBN 3-928537-45-7 Mit diesem Curriculum wird ein transparentes Ausbildungskonzept vorgelegt. 10 Praxisbegleitbuch für die Krankenpflegeausbildung 3. gebunden.

Auflage 1994. die sich mit der Messung und Beurteilung des Stütz. kartoniert € 9. der Lymphgefäße und Lymphknoten. Die Neutral-Null-Durchgangsmethode hat sich als ideale Meßmethode herausgestellt. deren Ergebnisse gut reproduzierbar und dokumentierbar sind. entspricht die Feststellung und Dokumentation der Bewegungsmaße nicht den geforderten Normen. Übersichtliche Übungsbeispiele runden dieses Werk sinnvoll ab. 72 Seiten. Auflage 2002.80 ISBN 3-928537-39-3 Der Autor wendet sich mit diesem Werk an alle. 80 Seiten. Längen. Um diese anspruchsvolle Behandlungsmethode aber effektiv anwenden zu können. kartoniert € 9.und Umfangsmessungen 1. Dem Lymphknoten – wichtiger biologischer Filter – kommt für die Verbreitung von Entzündungen und bösartiger Tumoren eine entscheidende Bedeutung zu.und Bewegungsapparates befassen.80 ISBN 3-928537-05-9 Mit diesem Werk erhalten Sie eine ausführliche Übersicht über die theoretischen Grundlagen und Techniken der manuellen Lymphdrainage. Während bei den Längen. 11 . 57 Abbildungen.Physiotherapie Studienbücher für medizinische Berufe Dieter Nelius Manuelle Lymphdrainage Lau-Verlag Dieter Nelius Rolf Meinecke Manuelle Lymphdrainage Bewegungs-.und Umfangsmaßen schon immer exakte. vergleichbare Werte erreicht wurden. (Neutral-NullDurchgangsmethode) 4. bedarf es einer detaillierten Kenntnis von Bau und Funktion des Bindegewebes.