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Manipulation Durch Den Christlichen Fundamentalismus

Manipulation Durch Den Christlichen Fundamentalismus

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Publicado porBerg321
Kein Ansehen der Person:
Christliche Dogmatik kontra Fundamentalismus

von Oliver Rau

• Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (9. Juli 2009)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3837020096
• ISBN-13: 978-3-8370-2009-0
Kein Ansehen der Person:
Christliche Dogmatik kontra Fundamentalismus

von Oliver Rau

• Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (9. Juli 2009)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 3837020096
• ISBN-13: 978-3-8370-2009-0

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1

Oliver Rau
Kein Ansehen der Person
2
3
Kein Ansehen der Person
Christliche Dogmatik
kontra Fundamentalismus
Verteidigung des Glaubens
gegenüber dem Dispensationalismus
Eine biblisch-theologische Abhandlung
2009
Oliver Rau
4
D ie D eutsche Bibli othek – CI P
2. verbesserte Auf lage
© 2009 by Oliver Rau
orau2002@yahoo.de
I SBN : 978-3-8370-2009-0
Herstellung und Verlag:
Books on D emand GmbH, N orderstedt
Bibliografische I nformation Der Deutschen Bibliothek:
D ie D eut sche Bibliot hek verzeichnet diese Publikat ion in der
D eut schen N at ionalbibliograf ie; det ailli ert e bibliograf ische D aten sind
im I nt ernet über ht t p:/ / dnb.ddb.de abruf bar.
Bibliographic information published by Die Deutsche
Bibliothek: D ie D eut sche Bibliot hek list s t his publicat ion in t he
D eut sche N at ionalbibliograf ie; det ailed bibliographic dat a is available
on t he I nternet at ht t p:/ / dnb.ddb.de.
5
H eilige sie durch die Wahrheit!
D ein Wort ist Wahrheit .
(Johannes 17,17)
„ D ie H eiligung wird durch unkeusche Urtheile
auf gehalten über Sprüche heiliger Schrif t, mehr
als durch Lüste des Fleisches.“
(Friedrich Christ oph Oet inger)
1
6
7
I nhaltsverzeichnis
I . Einleit ung 9
I I . D ie f undament alist ische Gef ahr 12
I I I . Angrif f mit Syst em 20
I V. D ie syst emimmanent e Manipulat ion 23
V. H ermeneut ik oder Beleidigung 28
VI . D ie dispensat ionalist ische Hermeneut ik 36
VI I . H ermeneut ik und Wahrnehmung 40
VI I I . H ermeneut ische Billigkeit 50
I X. D ie f ünf Bücher Mose 53
X. I n Sachen H ebräer 57
XI . I n Sachen N euer Bund 61
XI I . I n Sachen I srael 73
XI I I N icht ohne das Geset z ? 79
XI V. Abhandlung zu Sacharja 14 86
XV. Abhandlung zu 1. Johannes 4,1 92
XVI . K eine 1000 Jahre ! 102
XVI I . K ein Ansehen der Person 105
XVI I I . Bibelarbeit 109
Anmerkungen 148
Lit erat urverzeichnis 157
Z um Aut or 165
8
Für die angef ührt en Bibelt ext e wurde, f alls nicht anders
vermerkt , die Revidiert e Elberf elder Bibel 1985/ 1991 benut zt .
9
I . Einleitung
Wenn wir meint en, das Wort Got t es zu hören und die Bibel zu
verst ehen, so verst anden wir sie nicht . Oder wenn wir dacht en,
das Wort Gott es zu hören und die Bibel in unser e H erzen
auf zunehmen, so ließen wir sie nicht gelt en. Und wenn wir
sagt en, das Wort Got t es zu hören und danach die Bibel t reu
auszulegen, so hielt en wir sie nicht f est .
Bei allen Bibelauslegern gibt es nämlich einen K onf likt , den es
zu erkennen gilt , wenn man mi t der Bi bel i n N ot ger ät . D iese N ot
ent st eht vor allem dadurch, wenn man versucht , sich der Bibel
anzupassen und mit kunst voller D ressur sein D enken und sein
Verhalt en so umzuf ormen versucht , wie es die Bibel verlangt .
2
Passt sich nunmehr dieser Mensch selber dem Wort Got t es an,
so verbiegt er die Bibel soweit , bis sie ihm ert räglich erscheint .
Er f üllt daher die Bibel mit seinen Gedanken zusät zlich auf
und verarbeit et sie in seinem D enksyst em.
D er Bibelausleger A. Schlat ter schreibt hierzu:
„ D arum wurde die Bibel zu jenem Buch, in dem jeder
sich selber f and, weil er sich selber sucht e. Sie ist aber st ärker
als wir und macht immer wieder sichtbar, dass sie nicht mit
uns einig ist .“
3
D enn: „ keiner von uns kann irgendwo mit der
Schrif t in Berührung kommen, ohne daß er vor ihrem Gebot
st eht , vor einem Bef ehl, der die völlige Absolut heit des
göt t lichen Willens an sich hat . D amit ist zugleich aus-
gesprochen, warum die Schrif t mit der N at ur zu einem
einheit lichen Wirken Got t es zusammenwächst . D ie Frage, die
sie im Menschen vorausset zt, ist die: was soll ich t un? Gewiss,
sie weckt unser D enken; aber das charakt erist ische an der
Weise, wie die Schrif t mit uns umgeht , ist , dass sie uns nie die
Frage nach der Erkenntnis, nach dem Gewinn von Gedanken
f ür sich allein st ellt , sondern immer so, dass über diese Frage
die andere st eht : Mensch, was willst D u? D u hast etwas zu
t un; was t ust D u?“
4
D ie H eilige Schrif t biet et uns also den Gott es Willen an, damit
wir den Willen Gott es t un sollen! D araus „ ent st eht f reilich of t
10
ein Anst oß, der uns den Verkehr mit der Schrif t zur N ot
macht .“
5
D ie Auf gabe des Predigers sollt e indes aber nicht sei n, das
eigene Unverst ändnis zur Bibel an die H örer seiner Predigt
weit erzugeben. Vielmehr obliegt es dem Prediger, die H eilige
Schrif t auf zuzeigen. H eut zut age st ehen aber vor allem die
f undament alist ischen Prediger in der Gef ahr, das Wort Got t es
beweisen zu wollen. I m Sinne von 1. K orint her 2,4 wäre aber
die Auf gabe des Predigers, in Erweisung des Geist es und der
K raf t zu predigen, damit der Glaube der Z uhörer nicht auf
Menschenweisheit , sondern auf Got t es K raf t beruhe.
Allerdings best immen nunmehr f undament alist ische Past oren
und Prediger weit läuf ig eine f alsche Z ielricht ung, indem sie mit
Menschenweisheit f alsche Wert e aus der Bibel f est legen, die
man bewahren solle. Ein solcher f alscher Wert best eht
insbesondere in der Überbetonung des Volkes I srael. D adurch
ent st and die f alsche Ent wicklung eines christ lichen Z ionismus,
welcher weit aus größeren Wert auf das irdische als auf das
geist liche I srael legt . D urch diese Wert everschiebungen in der
christ lichen Lehre ent st anden zunehmend sekt enähnliche
St rukt uren, deren vorrangiges Z iel es ist , ein Bibelstudium mit
dem menschlichen Verst and zu bet reiben. D iese Art von
Bibelst udium wurde daher syst emat isiert , sodass aus dem
f alschen Bewert en des „ I sr ael nach dem F l ei sch“ weit ere f alsche
Lehren entst anden sind. H i erzu vernimmt man auch häuf ig
das Wort „ H ermeneut i k “ als H erangehensweise an die Bibel.
H abe man nunmehr die „ r i cht i ge H ermeneut i k “ , so würde man
mit Sicherheit auch zur richt igen Bibelauslegung gelangen.
N un aber wird von dem christ lichen Z ionismus nicht nur
vert ret en, dass man ein gelenkt es Bibelst udium nöt ig habe,
sondern mit eindringlichen Wort en wird sogar suggeriert , dass
man als Leser der Bibel bisher zu f alschen I nt erpret at ionen
gekommen sei, weil man eben nicht die „ r i cht i ge H ermeneut i k “
angewandt habe. Würde man aber erst einmal eine richt ige
Sicht weise von Gott und seinem auserwählt en Volk I sr ael
bekommen, so hätt e man auch den richt igen Auslegungs-
schlüssel f ür das Alt e Test ament und das N eue Test ament .
Als ernst zunehmender Wegbereit er eines solchen D enkens gilt
die syst emat ische Lehre der H aushalt ungen bzw. H eilszeit en.
11
Weil diese Lehre aus dem englischsprachigen Raum kommt ,
wurde sie auch mit dem N amen „ D i spensat i onal i smus“ ins
D eut sche übertragen. Gegen diese Lehre wendet sich jet zt
dieses Buch und der Leser möge bemerken wollen, dass er an
einer K ampf f ront des Christ ent ums st eht . Z usät zlich zu einer
Z weif ront enst ellung nach K arl Adolf v. Schwarz
6
ergeben sich
aber in der gegenwärt igen Z eit zwei weit ere Front en, sodass
man mit t lerweile von einer Vierf ront enst ellung
7
reden müsst e.
D as evangelische Christ entum st eht daher an den Front en
gegen Rom, gegen das Schwärmert um, gegen die Welt -
anpassung und gegen den Rat ionalismus.
I n diesem Buch soll nun vor allem der K ampf gegenüber dem
D ispensat ionalismus angesagt werden, der ein Bollwerk des
menschlichen Verst andes ist . D as Wissen aus dem
menschlichen Verst and heraus erset zt aber nie den Glauben.
8
D iese beiden Aspekt e - Glaube und Verst and - sind zudem
sehr verschieden zueinander
9
, sodass es auch keine
D ialogf ähigkeit des Menschen gegenüber dem bloßen Text als
I nst anz der Wahrheit ssuche gibt .
10
Eine solche I nst anz im
Menschen, „ die auch in Glaubensdingen urt eilen kann und
somit Sachkrit ik an der Bibel ermöglicht “
11
, wäre zum
Scheit ern verdammt , sof ern sich jene Menschen auf der Suche
nach einem K anon im K anon bef inden. Es gilt vor allem die
eschat ologische I rrlehre des Chiliasmus
12
anzuprangern, zumal
sich eben daraus der christliche Z ionismus ent wickelt e. D ie
Lehre von einem bevorst ehenden t ausendj ährigen Reich
(Millennium) eröf f net e nunmehr John N elson D arby (1800-
1882) das Tor, mit seiner Lehre der H aushalt ungen sehr viele
Menschen zu beeinf lussen. D er Verf asser dieses Buches ist
daher bestrebt , die Manipulat ionen von D arby und Co.
hinsicht lich ihrer Lehre auf zudecken. H ierbei wird sehr
eindringlich vor dem „ Wort t error“
13
gewarnt . D er Leser
bekommt jedoch mit diesem Buch schwere K ost zum
N achdenken und keine schnelle I nf ormat ion.
Wer hat denn nun aber ein Ansehen bei Got t?
Mit dieser Fragest ellung im H int erkopf sollt e der Leser an das
vorliegende Buch herangehen!
12
I I . Die fundamentalisti sche Gefahr
Vielf ach wird behaupt et , dass der Begrif f des christ lichen
Fundament alismus auf eine Buchreihe von zwölf Bänden in
den Jahren von 1910 bis 1915 in den USA mit dem Titel „ The
Fundament als: The Test imony t o t he Trut h" zurückgeht . I n
ihnen werden vor allem die f olgenden f ünf Punkt e
hervorgehoben
14
:
1. D ie I rrt umslosigkeit der Bibel
2. D ie Jungf rauengeburt und Got t heit
von Jesus Christ us
3. Sein st ellvertret endes Leiden am K reuz
4. Seine physische Auf erst ehung
5. Seine leibliche Wiederkunf t
D ie Fundament alaussagen 2-4 beziehen sich auf Jesus Christus
und sind auch in den alt kirchlichen Glaubensbekenntnissen
ent halt en, währenddessen die erst e Aussage ein wesent licher
St reit punkt in der gegenwärt igen Auseinanderset zung mit dem
" Fundament alismus" bildet .
15
Allerdings gehört e bereit s eine
H ermeneut ik des Fundament alismus zum Best and kat holischer
Lehrtradit ion.
16
Mit hin können als Wesenszüge des christ lichen
Fundament alismus f olgende Punkt e wahrgenommen werden
17
:
1. D er Fundament alismus ist ein höchst
rat ionales Syst em.
2. D er Fundament alismus ist ein höchst
modernes Syst em; es nutzt die Moderne
sowohl philosophisch als auch t echnisch, wo
immer möglich. Wir sehen dies insbesondere
daran, dass die t echnisch und wirt schaf t lich
ext rem erf olgreiche „ Elektronische K irche" in
den Vereinigt en St aat en von Amerika (USA)
f est in der H and der Fundament alist en ist .
3. D er Fundament alismus wirkt mit einem
kindlichen Jähzorn und ent sprechender
13
Bockigkeit , zumal die Auswirkungen der
Moderne auf das eigene D enken und Leben
gener el l mi t pr i nzi pi el l er A bwehr pariert werden.
Bei Fundament alist en st ößt man zudem auf
t aube Ohren, sof ern es um Veränderung der
eigenen D enk- und Lebensweisen gehen
sollt e. Ein solcher Gedanke erscheint als
ausgeschlossen. D ie Fundament alist en
vermit t eln dazu ihre Überzeugung, dass
diejenigen, die diese f undament alist ische
Vision nicht t eilen, keine wahren Christ en
sind.
D ie Ausblendung gewi cht iger Lehr- und Verkündigungsinhalt e
gef ährdet dagegen aber das ref ormiert e Prinzip „ sola script ura“
[allein die Schrif t], denn man lässt sich nunmehr von der
Suggest ion des f undamentalist ischen Gegenüber die Lehr -
punkt e vorschreiben, die als ent scheidende Grundlage gelt en
sollen. Es liegt daher eine Redukt ion der Bibel vor, und eine
solche f remdgeleit et e Verminderung von außen ist nicht nur
unbiblisch, sondern sie öf f net auch f alschen Vorst ellungen die
Tür, die dann alles das, was man zu vert eidigen sich bemüht ,
unt erminieren.
18
D ie nachf olgenden Z it at e dienen zur D arst ellung einer mit
Sorge empf undenen Beobacht ung gegenüber dem sehr schnell
anwachsenden christ lichen Fundament alismus:
" Fundament alismus und christ liches Pf ingst lert um werden zu
neuen erf olgreichen Met hoden und Strat egien..."
19
„ Evangelikaler Amerikanismus missioniert bei uns in
st rat egischer Breit e, unt erst üt zt von polit ischen Akt ivit ät en
und ehrgeizigen K irchenleut en, um die sie störenden
Widerst ändigkeit en des alt europäischen „ sozialist i schen“
K irchen-Christ ent ums auch bei uns auszut reiben." [...] " Es
wird Z eit , auf zuwachen und mit einem ent schlossenen „ quod
non“ die prot est ant ische I dent it ät zu bewahren, die es sehr
wohl wert ist bewahrt zu werden."
20
" Fundament alismus hat
hier nur sekt iererischen Raum."
21
" Es gibt christ lichen
Fundament alismus, und es gibt ihn in D eut schland."
22
" Fundament alismus im Christ ent um ist nichts, womit wir uns
14
abf inden dürf en"
23
" Christ licher Fundament alismus ist nicht
besser als islamischer. [...] D as Problem ... ist , dass die Religion
- obwohl ihre Freiheit im Grundgeset z geschüt zt ist - durchaus
zum Problem f ür den f reiheit lichen St aat werden kann. Schon
f ür die Vergangenheit , gerade auch f ür die christ liche, galt der
D oppelsat z: N ie kann die Freiheit die Religion beschädigen,
sehr wohl aber die Religion die Freiheit . N un sehen wir: D ieser
Sat z kann auch f ür die Z ukunf t gelt en - auch hier nicht nur f ür
islamischen, sondern durchaus auch f ür christlichen
Fundament alismus."
24
Organisat ionen, die als f undament alist isch zu verst ehen seien,
werden von Frit z R. H uth in Auswahl genannt :
- D ie rund 200 unabhängigen Gemeinden der
K onf erenz f ür Gemeindegründung (K f G)
- Bapt ist ische und mennonit ische Aussiedler-
gemeinden
- t eilweise auch landeskirchliche Gemeinschaf t s-
verbände [und einige D iakonieverbände]
- Evangelische Gesellschaf t f ür D eutschland
- Teile des „ Bundes Freier evangelischer
Gemeinden“ ,
der Pf ingst - und charismat ischen Bewegung
Bekennt nisbewegung „ K ein anderes
Evangelium“
25
Als Grundaspekt des Fundament alismus gilt vor allem die
These: " Wo Got t es Wort nicht mehr das Fundament ist ,
set zen sich Pragmat ismus und Säkularisierung durch."
26
D agegen wird u.a. als Gegenmeinung f ormuliert : " Es muss
alles st immen, bis auf s I -Tüpf elchen, und wenn nicht alles,
auch das I -Tüpf elchen nicht st immt , dann ist alles f alsch. D as
ist heidnische Philosophie, und das ist in der Vergangenheit ein
Einf allst or des Teuf els gewesen, mit dem er biblische
Theologie buchst äblich madig gemacht hat ."
27
" Es zeigt sich,
wie verf ührerisch und gef ährlich ein rat ionalist isches,
philosophisch-heidnisches, der D omino-Theorie (auch der
Chicago-Erklärung) zugrunde liegendes Wahrheit sdenken
ist .“
28
I ndes mag auch diese Aussage verst ändlich sein: " Wenn
an einer Wahrheit Ärgernis genommen wird, ist es nüt zlicher,
15
das Ärgernis ent st ehen zu lassen, als auf die Wahrheit zu
verzicht en."
29
D es Weit eren st eht auch jene Äußerung im
Raum: „ St ellungnahmen zur evangelikalen Bewegung und zum
christ lichen Fundament alismus erf ordern dif f erenzierende
Wahrnehmungen und Urteilsbildungen, insbesondere eine
K lärung dessen, was gemeint ist , wenn von Fundament alismus
bzw. Evangelikalismus geredet wird."
30
Sinnvoll wäre durchaus ein Bekennt nis wie z.B das der Barmer
Theologischen Erklärung von 1934, um eine Gegent hese
gegen den Fundament alismus zu f ormulieren, sodass „ Jesus
Chr i st us, wi e er uns i n der H ei l i gen Schr i ft bezeugt wi r d, das ei ne W or t
G ot t es i st , das wi r zu hören, dem wi r i m L eben und i m St erben zu
ver t r auen und zu gehor chen haben. W i r ver wer fen di e fal sche L ehr e, al s
k önne und müsse di e Ki r che al s Quel l e i hr er V er k ündi gung außer und
neben di esem ei nen W or te Got t es auch noch ander e E r ei gni sse und
M ächt e, G est al t en und W ahr hei t en al s G ot t es Offenbar ung
aner k ennen."
31
D if f erenzierende Wahrnehmungen und Urt eils-
bildungen und die Verwerf ung f alscher Lehren erf ordern
hingegen eine umf assende K ennt nis vom Wort Got t es sowie
deren „ Praxis der Anwendung“ . I ndes erleben aber viele an
Jesus gläubige Menschen eine I nf ormat ionsf lut evangelikaler
und f undament alist ischer Schrif t en, sodass sie sich ohne
Unt erscheidungsvermögen wie in einem Ruderboot auf dem
of f enen Meere bef inden – nämlich allein und verlassen sowie
of t ohne geist lichen Beist and durch einen Gemeindevorst eher.
D azu kommt noch vor allem die Gef ahr, dass diese Menschen
inf olge ihrer Unkennt nis und N aivit ät mit vermeint lich
christ licher Lehre manipuliert werden. N at ürlich reicht ein
normales Bibellesen aus, um diesen Gef ahren t rot zen zu
können. Allerdings wird in den organisiert en Bibelst unden
evangelikaler Gemeinden nicht nur die Bibel gelesen, sondern
man bekommt ebenf alls im Sinne eines „ how t o do“ die
Anweisung mit , wie man die H eilige Schrif t zu deut en hät t e.
Gegen ein demüt iges Bibelst udium wäre nat ürlich nicht s
einzuwenden. D agegen jedoch gegen die Art , wie man
gedanklichen Unrat vorgekaut bekommt , als ob es die let zt e
Mahlzeit auf Erden wäre und man dazu noch gef üt t ert werde
müsst e. D ie gef ährlichst en Unwahrheit en sind aber
Wahrheit en, die mäßig entst ellt sind.
32
Und: " Je ält er ich
werde, dest o mehr merke ich, dass „ Wahrheit “ f ür uns
16
Menschen ein höchst relat iver Begrif f ist . Früher dacht e ich:
Es gibt nur Ja oder N ein, Schwarz oder Weiß, Richt ig oder
Falsch. H eut e sehe ich, dass in den „ Wahrheit en“ , von denen
wir am meist en überzeugt sind, of t viel Lüge eingemischt ist .
Und das, was wir f ür Lüge halt en, nicht selt en eine wicht ige
Wahrheit f ür uns transport iert . Es gibt zwei Art en von
Wahrheit en: kleine Wahrheit en und große Wahrheit en. Eine
kleine Wahrheit erkennt man daran, dass ihr Gegent eil f al sch
ist . D as Gegent eil einer großen Wahrheit ist of t eine andere
große Wahrheit ."
33
H insicht lich einer weit eren D arst ellung zu diesem Thema
beschäf t igen wir uns jet zt nicht unmit t elbar mit der Wahrheit
in Johannes 17,17, sondern wollen vielmehr die Frage
auf werf en, wie mit dem Bibelvers „ H ei l i ge si e dur ch di e W ahr hei t !
D ei n W or t i st W ahr hei t .“ umgegangen wird. D enn dieser
Umgang st ellt vor allem die Problemat ik dar, die eigent lich
diskut iert werden sollt e.
Verwirklichen jet zt aber diese f undament alist ischen
Evangelikalen mit ihrer vermeint lichen Bindung an die Bibel
überhaupt das ref ormiert e Prinzip des " sola script ura" ? I hre
Lehrer, Past oren und Prediger beruf en sich indes wieder
verst ärkt auf Lut her, um ungerecht e Fundament alismus-
vorwürf e abzuwehren. Obwohl sie dessen Bibelverst ändnis
t eilen, d.h. sowohl seine Lehre von der Rechtf ert igung des
Sünders allein aus Gnade vert eidigen als auch wie Lut her jede
Art von Werkgerecht igkeit verwerf en, kann dagegen die
Ref ormat ion dennoch nicht als Vorläuf er des f unda-
ment alist ischen Evangelikalismus bezeichnet werden. Allenf alls
könnt e die Ref ormat ion als eine Art Wurzel herhalt en, wie der
Gießener Theologe St ephan H olt haus entsprechend meint : I n
zent ralen Glaubensüberzeugungen mag es zunächst zwar eine
K ont inuit ät zwischen Ref ormat ion und evangelikaler
Bewegung geben, in ihrer Gewicht ung jedoch und in der
prakt iziert en Frömmigkeit [Adiaphora] sind dagegen
signif ikant e Unt erschiede nicht zu übersehen. Wicht ige Lehren
der Ref ormatoren wie die Sakrament e, die Erwählung oder das
geist liche Amt werden von den Evangelikalen " weniger oder
gar nicht hervorgehoben" (nach H olt haus). Und dies f ühre
eben nach Meinung der Fundament alist en immer wieder zu
17
Spannungen mit den Landeskirchen.
34
Allerdings scheint doch
hier viel wicht i ger zu sein, welche Lehren diese
f undament alist ischen Evangelikalen vor allem in den
Vordergrund st ellen, um diese Spannungen auf recht zu
erhalt en. Als H aupt lehre vieler christ licher Fundamentalist en
dient diesbezüglich der so genannt e D ispensat ionalismus,
welche auch als „ Lehre von den H aushalt ungen oder
H eilszeit en“ bezeichnet wird. D agegen scheint aber der
H aupt vorwurf der meist en Evangelikalen gegenüber den
Landeskirchen, die Menschen werden vom Wort Got t es
ent wöhnt
35
, anders gewicht et zu sein. Erwähnenswert scheint
daher die Auf f assung von H elge St adelmann zu sein, wenn er
von dem V er l ust des N achr i cht enchar ak t er s der gut en Bot schaf t
schreibt , die nämlich inf olge eines Redundanz-A bbaus erf olgt . I n
diesem Sinne wird auch zur Unt ermauerung der eigene
Theologie die Schwachheit en einer liberalen Theologie
gegenüber den Landeskirchen vorgeworf en, mit der sie
biblische Aussagen verf remden würden und dadurch eben zu
neuen, überraschenden Gesichtspunkt en und Ant wort en
kommen würden.
36
D ie dispensat ionalist ischen I nt erpret at ionen biblischer
Aussagen f inden insbesondere ihren Ausgangspunkt im
christ lichen Z ionismus bei der Betracht ung der biblischen
Endzeit , wobei diese Aussagen „ of t als die allein mögliche und
daher biblische“ hingest ellt wird.“
37
D ass nunmehr der
hist orische amerikanische Fundament alismus sehr st arke
Tendenzen zum D ispensat ionalismus auf weist , ist weit hin
bekannt . Viel einschneidender ist jedoch, dass sich der
hist orische Fundament alismus des 19. Jahrhunderts in das 21.
Jahrhundert hinüber ret t en konnt e. Mit t lerweile versuchen sich
sogar Gruppen mit der Lehre der H aushaltungen als „ echt e
und einzige Alt nernat ive“ gegenüber dem „ liberalen
Christ ent um“ darzust ellen. D eren D rang, D eut schland zu
missionieren, ist zwar löblich und durchaus noch im Sinne von
2. Timotheus 2,9 und Philipper 1,15-18 zu t olerieren, aber mit
ihrer geballt en K raf t einer stark beeinf lussenden Lehre können
ihre Bemühungen auch hinf ällig sein, zumal dies kein Beleg
daf ür ist , dass Gott mit einer Lehre der H aushaltungen geehrt
wird.. Es ist nicht leicht , diese Art der Lehre mit ihrem
Absolutheit sanspruch noch im Sinne von 2. Timot heus 2,10 zu
18
ert ragen, obwohl diesbezüglich Paulus ein gut es Vorbild
darst ellt .
I ndes beschränkt sich dieses Buch auf das Auf decken von
Missbräuchen der Schrif t , die jet zt von der Lehre der
H aushalt ungen ausgehen.
Am Beispiel der Überzeugungen des anglikanischen Priest ers
John N elson D arby vert rit t nunmehr das betref f ende
Lehrsyst em eine best immt e Auslegungsweise, die vor allem die
f olgenden vier Merkmale auf weist :
1. eine st renge Trennung von I srael
und der Gemeinde
2. die Eint eilung der H eilsgeschicht e in
verschiedene Perioden
3. die Erwart ung der Ent rückung der
Gemeinde vor der erwart et en Trübsal
4. die buchst äbliche Auslegung der
prophet ischen Aussagen der Bibel
Vert ret er dieser Auslegungsmet hode vergessen hingegen sehr
leicht und sehr schnell , „ daß der D i spensat i onal i smus ei ne
her meneut i sche I nnovat i on des ausgehenden 19. Jahr hunder t s und somi t
k ei ne „ fundament al e“ L ehr e des hi st or i schen „ or t hodox en“ chr i st l i chen
G l aubens i st . W enn man ehr l i ch wär e, müsst e man al so zugeben, dass
di ese Schau der E ndzei t ni cht ei nfach gl ei chgeset zt wer den k ann mi t der
„ W ahr hei t bi bl i schen“ G l aubens, sonder n von ei ner besti mmten
I nt er pr et at i on ausgewähl t er und auf best i mmt e W ei se mi t ei nander
k ombi ni er t er Bel egst el l en abhängi g i st .“
38
D ie Schrif t lehre der lut herischen Ort hodoxie sollt e indes in
ihrem geist es- und theologiegeschicht lichen K ont ext
wahrgenommen werden, zumal diese auch mit der Lehr bildung
der kat holischen K irche in der Z eit der Gegenref ormat ion
konf ront iert war und heut e noch ist . D iese katholische
Sicht weise übernimmt - anders als Lut her - f ür ihre
Lehrbildung die in der K irche seit langer Z eit praktiziert e
Syst emat ik des Arist ot elismus.
19
D ie Syst emat ik des Arist ot elismus hat bei der Bibelauslegung
nunmehr zur Folge, dass
1. mit den arist ot elischen Begrif f en immer auch
mindest ens t eilweise die inhalt lichen
Best immungen der Begrif f e übernommen
werden. D ies wird ziemlich deut lich an dem
St ichwort „ Of f enbarung“ , mit dem man das
Z usammenkommen von Göt t lichem und
Menschlichem beschreibt .
2. Mit der Übernahme arist otelischen D enkens
wird aber die Rede von der Of f enbarung auf
ein int ellekt uell -geist iges Phänomen eingeengt ,
sodass die Ganzheit lichkeit der Of f enbarung
Got t es in der Geschicht e, wie die Bibel es
lehrt , nicht genügend in Sicht kommt .
3. Mit der Überbetonung des reinen D enkens
kann es dann geschehen, dass die
Verschiedenart igkeit einzelner Teile der
H eiligen Schrif t vernachlässigt wird.
39
Let zt lich warnen die Sekt enbeauf t ragt en von kirchlichen
Berat ungsst ellen nicht umsonst , dass f undament alist ische
Gruppen im eigent lichen Sinn die St rukt ur und die Lehre von
Sekt en einnehmen; der D ispensat ionalismus st ellt
diesbezüglich auch eine Sekt e dar.
40
Allerdings best ehen auch
bei anderen christ lichen Gruppen und Gemeinden gewisse
„ hermeneut ische Engf ührungen“
41
, sodass zunächst einmal die
erst e Erkenntnis bei allen f undament alist ischen Gruppen sein
sollt e, dass sie eine selekt ive Praxis der Bibelauslegung pf legen.
Sodann würde auch in diesem Erkennt nissinne ein ehrliches
Bekennen der eigenen t heologischen Ausricht ung mehr Gott
die Ehre geben, als durch Verschweigen, Vert uschen oder
Vort äuschen. D er D ispensat ionalismus kann also als ei n
int ellekt ueller Fundament alismus par ex el l ence gewert et werden,
welcher eine „ Flucht aus dem of f enen, unabschließbaren
D iskurs in die unbegründbaren und grundlosen Geheimnisse
seiner vermeint lichen Fundament e“
42
darst ellt . D eshalb
erscheint es auch nicht als ein Wunder, dass der
20
D ispensat ionalismus überwiegend von Gemeinden vert ret en
wird, deren Leit er mi t ei nem nat ur wi ssenschaft l i chen und deduk t i ven
Kausal i t ät sdenk en an die H eilige Schrif t herangehen.
D er Fundament alismus muss daher auch durch eine
verst andesmäßige Auf klärung überwunden werden. Z udem
f inden wir jet zt auch in der Wissenschaf t sgeschichte den
äußerst selt enen Fall vor, den Gegenst and der Forschung eben
durch dieselbige aus der Welt zu schaf f en.
43
I I I . Angriff mi t System
D er D ispensat ionalismus geht wie jede andere klassische
Manipulat ionsf orm sehr st rat egisch vor. Z ur klassischen
Manipulat ion gehören u.a. das Spielen mit der Angst , ein
Appell an das Gef ühl, die Verschleierung von Tat sachen, die
Vereinnahmung bereits beset zt er Begrif f e, die Erzeugung von
K onf ormit ät und Unif ormität , eine Schlacht mit Schlagwort en,
die Angabe f alscher Aut orit ät en sowie die Verschleierung
wahrer Z iele.
44
I n besonders gemeiner und unchrist licher Art
und Weise hant iert der D ispensat ionalismus, wenn er sei ne
dogmat ischen Gegner als „ judenf eindlich“ verleumdet oder die
dogmat ischen Lehrauf f assungen anderer f alsch wiedergibt .
H insicht lich der zulet zt dargest ellt en Manipulat ionsmet hode
sei die aggressive Machart des D ispensat ionalismus zu
benennen, die urt üml ichen Aussagen des Calvinismus zu
verf älschen.
45
, um einerseits mit dem eigens erwählt en
Sündenbock von sich ablenken zu können und andererseits
K ompet enz, St ärke und Glaubwürdigkeit zu heucheln. Z udem
gehören die D ispensat ionalist en dem Arminianismus bzw.
dem 4-Punkt e-Calvinismus an.
D as Vorgehen der D ispensat ionalist en muss vor allem
hint erf ragt werden, um deren schwache Argument at ion zu
überf ühren.
46
Als Beispiel kann zunächst einmal John
MacArt hur mit seiner St udienbibel genommen werden. I n
seinen Anmerkungen zu Lukas 11,52 bezüglich des Schlüssels
der Erkennt nis schreibt er, dass die Schrif t gelehrt en und
21
Pharisäer die Wahrheit eingeschlossen und den Schlüssel
f ort geworf en hätt en, „ indem sie dem Wort Got t es ihre
f alschen Auslegungen und menschlichen Tradit ionen
überstülpt en“ .
47
I n ähnlicher Weise argument ieren Chaf er /
Walvoord, dass man sorgf ält ig darauf acht en solle, den Sinn
eines Text es nicht zu verdrehen, damit man die Bibel nicht mit
den vorgef asst en Meinungen in Einklang zu bringen versucht .
Gleichsam wird aber von ihnen gegensät zlich zu ihrer
vorangegangenen Aussage behaupt et , dass, wenn die Bibel
angemessen gedeut et werde, „ sich daraus auch ein Syst em der
Lehre ergebe, welches harmonisch und nicht widersprüchlich
sei.“
48
Es ist dagegen sehr f ragl ich, wer diesen Vert ret ern des
D ispensat ionalismus die Aut orit ät gegeben hat , über f alsche
und angemessene Schrif t auslegung zu bef inden. I ndes heben
sie ihr eigenes menschliche Gedankenkonstrukt hervor und
geben ihrem D enken den Anspruch von gött licher Aut orit ät
und somit unt erst ellen sie die Richt igkeit ihrer eigenen
Aussagen. I ndes haben sich aber viele D ispensat ionalist en in
das Lehramt gedrängt
49
, sodass sich leider auch viele Menschen
nach ihnen ausricht en. D ie zahlreichen Gemeindegründungs-
projekt e der D ispensat ionalist en sind zwar mit Lob
hervorzuheben, jedoch auch mit Sorge zu betracht en, zumal
diese D enkricht ung verst ärkt durch unt erschwellige
Maßnahmen gef ördert wird. Maßgebliche Förderer sind vor
allem das Missionswerk H eukelbach, das Missionswer k
Mit t ernacht sruf , der CLV-Verlag und die Bibelschulen bzw.
Lehreinricht ungen EBTC und SBS.
Es scheint erwähnenswert , aber doch noch mit einem
f ragenden Gesichtsausdruck, dass bei einigen Aussagen von K .
H . Vanheiden f est zust ellen ist , dass der menschliche Verst and
auf syst emat isches D enken angelegt sei. Syst emat isches
D enken sei Vanheiden zuf olge ein geordnet es D enken. „ W enn
wi r di e D i nge di eser W el t ni cht i n best i mmt e Syst eme ei nor dnen k önnen,
ver stehen wi r si e ni cht . G enauso i st es mi t der Bi bel . D i e A ussagen
ei nzel ner Bi bel st el l en or dnen wi r systemat i sch zusammen. D ar aus
gewi nnen wi r bi bl i sche L ehren: di e L ehr e über G ot t , di e L ehr e vom
M enschen, di e L ehre über E r l ösung, di e L ehr e von den l et zt en D i ngen,
di e L ehr e von den H aushal t ungen, di e L ehr e von der G emei nde usw.
[ … ] N un haben al l e di ese Syst eme ei n Probl em: es si nd menschl i che
Konstr uk t i onen. E s handel t si ch dabei um ei ne best i mmt e A r t von
22
D enk ver ei nbar ungen, di e A nt wor t en geben oder zumi ndest ver spr echen.
I n der W i ssenschaft nennt man sol ch ei ne D enk ver ei nbar ung ei n
Par adi gma. D i eser D enk ver ei nbar ungen si nd si ch di e al l er mei sten
G eschwi ster über haupt ni cht bewusst . D eshal b behaupt en vi el e Br üder
mi t großer Ü ber zeugung, sel bst verst ändl i ch di e bi bl i sche L ehr e zu
ver t ret en. [ … ] V on sol ch ei nem Syst em geht ei ne zi eml i che F aszi nat i on
aus, das i st offensi cht l i ch. D as Syst em beant wor t et i m Pr i nzi p al l e
F r agen, es i st bei wei tem ni cht so schwer zu ver st ehen, wi e di e Bi bel sel bst .
A ber es ver k ür zt di e Schr i ft und ni mmt das D enk en gefangen. N ur i st
di ese G efangenschaft ni cht der Gehor sam des Chr i st us, sonder n es i st di e
G efangenschaft i n den G i t t er n des Syst ems.“
50
Obwohl diese
Aussagen bemerkenswert sind, so sind sie dennoch nach ihrem
Aussagengehalt über die Bibel nicht zut ref f end. D enn nach
Vanheiden sei es doch t atsächlich nicht ausgeschlossen, das
Wort Got t es mit dem Menschenverst and begreif en zu können,
zumal es ja nur am D enksyst em hänge, die richt igen
Schlussf olgerungen zu bekommen. Allerdings st ellt sich
durchaus die berecht igt e Frage, ob es sich wirklich so verhält ,
einf ach mit dem richt igen D enksyst em Got t und sein Wort
erf assen zu können.
N unmehr benut zen aber die meist en Fundament alist en, und
somit auch die Anhänger der Lehre der H aushalt ungen bzw.
H eilszeit en, eine Methode, die sie als wissenschaf t lich
51
darst ellen, obwohl deren vermeint liche Wissenschaf t lichkeit
mehr einer I deologie bzw. einer Welt anschauung
52
ähnelt .
Unglaubwürdig ist vor allem, dass sie sowohl in einer
beleidigenden Wort akrobat ik
53
ihre Met hode als die allein
gült ige
54
darst ellen als auch selber „ f romme Bibelkrit ik“ üben.
55
Es erscheint sogar den D ispensat ionalist en neben ihren
deduk t i ven Schr i ft pr i nzi pi en
56
im eigenen I nt eresse zu sein,
„ Expert en der Text krit ik zu Rat e zu ziehen“
57
. D aher scheint
es auch nicht mehr zu vermeiden sein, dass sich jet zt mehr und
mehr der Eindruck of f enbart , wie heuchlerisch doch die
D ispensat ionalist en nicht nur die hist orisch-krit ische Met hode
einer Bibelauslegung selber anwenden, während sie diese
dagegen aber gleichermaßen verdammen
58
. D er D ispen-
sat ionalismus kann demnach f olgericht ig als unglaubwürdig
und sekt iererisch benannt werden. D aher ist es notwendig,
den wissenschaf t lichen Fundament alismus der Evangelikalen
23
auf grund seiner st ark dedukt iven Z üge
59
abzulehnen. D iese
Ablehnung gilt vor allem f ür den D ispensat ionalismus.
I m Vergleich dazu verharrt wohl ein möglicher
Fundament alismus der universit ären Theologie in deren
Welt lichkeit , wenn z.B. der Universit ät sprof essor Manf red
Oeming eine logische I dealsprache des Philosophen Ludwig
Wit t genst ein als „ enorm bef rucht end“ rühmt
60
, während er
aber noch nicht einmal dessen Werk verst eht . Wit t genst ein
schreibt nämlich:
„ M ei ne Sät ze er l äut er n dadur ch, dass si e der , wel cher mi ch
ver steht , am E nde al s unsi nni g er k ennt , wenn er dur ch si e – auf i hnen –
über si e hi nausgest i egen i st . (E r muß sozusagen di e L ei t er wegwer fen,
nachdem er auf i hr hi naufgest i egen i st ).“
61
I m Sinne von Wit t genst ein dürf t en wir durchaus davon
ausgehen, dass er mit der Leit er den Menschenverst and
meint e. Sollt en nunmehr doch die Vert ret er der H aushalt ungs-
lehre auf dieser Leit er st ehen, so sind sie mit Sicherheit jene
Leit er des Menschenverst andes noch nicht hinauf gest iegen,
geschweige denn, dass sie diese Leit er weggeworf en haben,
denn der D ispensat ionalismus wurde bisher kaum aus den
eigenen Reihen f ür unsinnig bewert et . Und was sagt dagegen
die Bibel? I n Sprüche 3, 5-7 st eht geschrieben:
„ V er t r aue auf den H E RRN mi t dei nem ganzen H er zen und st üt ze di ch
ni cht auf dei nen V er st and! A uf al l dei nen W egen er k enne nur i hn, dann
ebnet er sel bst dei ne Pfade! Sei ni cht wei se i n dei nen A ugen, fürcht e den
H E RRN und wei che vom Bösen!“
I V. Die systemimmanente Manipulation
Ausgehend von der f undament alist ischen Gef ahr des
D ispensat ionalismus müssen wir nunmehr f estst ellen, wie wir
manipuliert werden. D aher ist es not wendig, erst einmal den
H aupt gedanken dieser Lehre darzust ellen, um im weit eren
Verlauf bemerken zu können, welches Syst em innerhalb dieser
24
Manipulat ion st eckt . Z unächst kann f est gehalt en werden, wie
armselig die D ispensat ionalist en ihr t heologisches System zu
ret t en versuchen
62
, indem sie auf die Buchst äblichkeit des
Text es eingehen und dabei vollkommen 2. K orinther 3,6 f f .
aus ihren Augen verlieren. Man könnt e dazu hint erf ragen,
warum es den D ispensat ionalist en nicht peinlich ist , mit so
einer verst andesmäßigen Argument at ion, die außerdem in sich
nicht st immig ist , einen K rieg der christ lichen Lehren zu
f ühren. Man muss mit t lerweile wirklich f est st ellen, dass die
D ispensat ionalist en einen K rieg
63
der christ lichen Lehren
begonnen haben, ohne diesen zu erklären.
64
Und wie zeigt sich
nunmehr dieser K rieg in der Öf f ent lichkeit? Ganz einf ach, der
D ispensat ionalismus verunglimpf t seine dogmat ischen Gegner
mit Schmach, Frechheit en und f adenscheinigen Unt er -
st ellungen. D iese Verunglimpf ungen kann man sehr an der
gef ührt en D ebatt e um die Bibelt reue der H ermeneut ik der
D emut erkennen, welche jet zt wieder verst ärkt zu Tage
kommen. Solche Verunglimpf ungen sollt en wir nicht mehr
hinnehmen, als ob sie nur Streit punkt e unt er Theologen wären.
Vielmehr geht es wirklich um „ K opf und K ragen“ , welchen
Gedankengängen wir vorbehalt los f olgen oder nicht . N un gut ,
auch solchen Prot agonist en dürf en wir nicht ihr Christsein
absprechen. Allerdings kann man ihr vermeint lich christ liches
Verhalt en anprangern, denn nach Galat er 5,22 und einer
christ lichen Et hik gilt vor allem di e F r eundl i chk ei t al s F r ucht des
G ei st es und als Tugend eines jeden Christ en. D ie Freundlichkeit
gegenüber ihren dogmat ischen Gegnern ist dagegen den
D ispensat ionalist en f remd. Es ist hier nun wirklich schwer,
einerseits Beschwerde gegen den D ispensat ionalismus zu
f ühren und andererseit s gut über die ent sprechenden
Verf echt er im Sinne von 1. Pet rus 3,9 zu reden. Auch wenn
wir jet zt von einer Sekt e ausgehen, so müssen wir vor Got t
eingest ehen, dass f undament alist ische Christ en eben nun
einmal Christ en sind, sof ern sie sich zu dem H errn Jesus
bekennen sollt en. D ies ist bei den allermeist en
D ispensat ionalist en jedoch der Fall. D agegen erscheint es aber
sehr angebracht zu sein, vor ihrer Strukt ur, ihren Met hoden
und ihrem Absolut heitsanspruch zu warnen. D aher ist vor
allem der H aupt gedanke zu ent larven, der f ür alle „ ei ngefl ei scht en
Sek t enanhänger “ wicht ig ist , nämlich die Verbreit ung ihrer I deen.
I n Sachen der I nf ormat ionsweit ergabe scheinen die Anhänger
25
des D ispensat ionalismus den klassischen Weg der
Beeinf lussung zu gehen, denn sie vert eidigen pausenlos ihre
D enkweise. I ndes sind sie nat ürlich schlauer und mit unt er auch
kompet ent er im Auf tret en und Werbung als der normale
Bibelleser. Allerdings verf ahren sie mit ihrer St rat egie nach
dem Prinzip „ Angrif f ist die best e Vert eidigung“ . Und die
best e Vert eidigung in der heut igen Z eit des Medienkonsums ist
nat ürlich die gelenkt e I nf ormat ionsüberf lut ung. Frei nach dem
Mot to „ W as al l e sagen, wi r d schon r i cht i g sei n“ agieren also diese
Schrif t gelehrt en mit geballter K raf t , obwohl sie sich in sehr
unt erschiedlichen Gruppen bewegen, und vollbringen dann
„ gl ei chgeschal t et “ den D ienst an ihrer Sache und zwar unter dem
D eckmant el, zu evangelisieren und den Gemeindebau zu
bet reiben. Vordergründig und nat ürlich auch hier lobenswert
zu erwähnen sei die Verkündigung der gut en Botschaf t von
Jesus Christ us durch dispensat ionalist ische Past oren und
Prediger. I ndes geschieht diese I nf ormat ionsüberf lut ung durch
so viele Bücher, Z eitschrif t en und Webseit en im I nt ernet ,
sodass sich daraus ein Markt bzw. eine christ liche I ndustrie
gebildet hat . N un gut , auch andere dogmat ischen Gegner sind
nicht völlig unt ät ig geblieben, zumal die der Welt zugewandt en
Christ en ebenso große wirt schaf t liche Erf olge verbuchen
können. Bedenklich ist dagegen, wenn man durch
überschwängliches Anf ühren nicht „ einer“ , sondern „ der“
H erangehensweise an die Bibel einen Wahrheit sanspruch
suggeriert , um int olerant e N achahmer dieser Met hode bewusst
heranzubilden. I nsbesondere der „ normale Christ “ , der
sowieso nicht hint erf ragt , wird von den D ispensat ionalist en als
Z ielperson ausf indig gemacht . D as Missionswerk H eukelbach
mit seinen Millionen von Trakt at en, das Missionswerk
Mit t ernacht sruf mit seinem Charme als konservat ives
Bollwerk, der CLV-Verlag mit über 500 kost enlosen Büchern
zum H erunt erladen aus dem I nt ernet , und die I nt ernet seit en
sermon-online, soundwords, bibelkommentare.de,
evangeliumszent rum.at und bibelkurs.com und andere
I nt ernet seit en sowie vor allem die Bibelschulen EBTC und
SBS müssen hier noch einmal benannt werden, da sie zur
Bewält igung des Wachstums viele Prediger f ür die
dispensat ionalist ische I ndokt rinat ion ausbilden. D er
erschrockene und vielleicht jet zt auch wüt ende Leser muss
dagegen aber wirklich erkennen, wie einseit ig die
26
I nf ormat ionslage ist . D enn es herrscht bisher eine st aat lich
unkontrolliert e Ausbreit ung dessen vor, was man weit läuf ig als
„ konservat ives Christ ent um“ bet it elt .
I ndes gibt es aber auch auf merksame Leser und H örer
ent sprechender Bücher, Z eit schrif t en Schulungsmat erialien
und Predigt en, die gegen diese manipulat ive I nf ormat ions-
überf lut ung einschreit en, um einer dauerhaf t en und
schädlichen Prägung
65
des D ispensat ionalismus vorzubeugen.
Wir müssen uns jet zt doch t at sächlich f ragen, ob wir jener
Sit uat ion noch gewachsen sind, denn nicht nur seit einiger
Z eit , sondern bereits seit mehreren Jahrzehnt en von Jahren hat
sich diese St rukt ur des D enkens herangebildet . Mitt lerweile
gibt es sehr viele Besucher und Gemeindemitglieder
f undament alist ischer Freikirchen, die bereits so vereinnahmt
wurden, dass sie nicht einmal hint erf ragen, was ihnen ihre
„ Gurus“ da vorne am Pult so alles predigen. Abgesehen
davon hint erf ragt wohl auch kaum jemand sei nen ört lichen
Past or. Erschreckender ist jedoch, dass sich nunmehr die
Lehre der H aushalt ungen und H eilszeit en nicht nur etabliert
hat , sondern st arke Z uwächse an begeist ert en Anhängern
erf reut . D iese Z uwächse sind vor allem der I nf ormat ions-
überf lut ung zuzuschreiben. Tendenziell wird nämlich
D eut schland weit est gehend als Missionsland von den
anglikanischen Ländern angesehen, da ja hier nicht nur die
Ref ormat ion Luthers st at tgef unden hat , sondern weil hier
reiche, int elligent e und int ellekt uelle Menschen zuhauf
vorhanden sind, die christ lich sind und diesbezüglich nach
einem weit eren Sinn ihres Christ seins suchen. Obwohl das
vort ref f liche und beharrliche Evangelisat ionsbemühen der
D ispensat ionalist en gelobt werden muss, so sehr muss aber
dagegen auch ihr I ndok t r i nat i onsver hal t en angeprangert werden.
Z udem schmücken sich diese christ lichen Z ionist en mit der
Aut orit ät und den Erf olgen von Mart in Lut her und Johannes
Calvin und behaupt en, sie gelt en als die wahren N achf olger der
prot est ant ischen Ref ormat ion, wei l sie vorgeben, deren Lehre
zu vert ret en. Allerdings verschwindet mehr und mehr die
ursprüngliche Lehre von Mart in Lut her und Johannes Calvin,
sodass eine Vermischung unt erschiedlicher Lehren begonnen
hat . N un gut , daneben gibt es zum Beispiel auch Bestrebungen
von Rom, die Gegenref ormat ion in der Ökumene zu f est igen,
27
sowie die Schwärmereien um den H eiligen Geist von
charismat ischen und pf ingst lerischen Gruppierungen sowie die
Welt anpassungen hinsicht lich eines Wohlst andsevangeliums
mit Glück und Erf olg. Obwohl nun auch jene Met hoden nicht
unbedingt nachgeahmt werden sollt en, so st ehen dagegen aber
die Opf er der D ispensat ionalist en in Gef ahr, menschlichen
und macht vollen I nt eressen zu dienen, nämlich im wahrst en
Sinn des Wort es wieder „ Unt ert anen“ zu sein. An die gut e
deut sche Lit erat ur sei hier einmal ausnahmsweise
anzuknüpf en, wenn man wie H einrich Mann darauf hinweisen
möcht e, dass die Christ en von heut e doch sehr gerne ihr
Unt ert anendasein lieben und ihre „ geist lichen Führer“ einf ach
machen lassen, was denen gef ällt . Es ist weit erhin zu
bef ürcht en, dass der D ispensat ionalismus die reine ref ormiert e
Lehre vereinnahmen will, zumal sich diese Vert ret er bereit s das
Et iket t „ r eformat or i sch“ ans Rivers hängen. Ref ormatorisch ist
aber dagegen nicht ref ormiert ! Z u Recht schreibt daher auch
Sebast ian H eck:
„ W enn Chr i st en si ch al s “ r efor mat or i sch” bezei chnen, um dami t di e
G r äben zwi schen dem “ l ut her i schen” und dem “ r eformi er t en” F l ügel der
Refor mat i on (samt i hren E r ben) zu ver l assen und zu über wi nden, dann
i st das zunächst ei nmal posi t i v zu bewer ten. A nderer sei ts dar f I r eni k
ni emal s auf Kost en t heol ogi scher Pr äzi si on gehen, d.h. man dar f ni cht -
um des l i eben F r i edens wi l l en - bei der W ahr hei t A bstr i che machen, i n
der H offnung, dass si ch dar aus ei ne echt e E i nhei t er gi bt . E chte E i nhei t ,
und das hei ßt eben auch und besonders, chr i st l i che E i nhei t , wächst auf
dem Boden wahr er t heol ogi sch-gei st l i cher Ü berei nst i mmung und ni cht ei ner
bl i nden, i gnor ant en I r eni k . D i e W ahr hei t i st ei n höher er bi bl i sch-
chr i st l i cher W er t al s fromme aber i nhal t sl ose G emei nschaft .“
66 67
D ie vorst ehenden Ausf ührungen heben besonders hervor, dass
die einseit ige Überbewert ung eines einzelnen Aspekt es – hier
das D enken - geradewegs zu einem „ ver k opft en M enschen“
68
f ührt . D iese „ verkopf t en Menschen“ leit en dann sehr schnell
einen Verdrängungsprozess ein, indem sie messerscharf
schlussf olgern, „ dass ni cht sei n k ann, was ni cht sei n dar f“
69
. Eine
solche hochmüt ige Überschät zung der Verst andeskräf t e geht
vor allem mit einem nat urwissenschaf t lichen D enken einher.
D ies ist nunmehr die St elle, „ an der der Rat ionalismus
70
den
Einbruch in die prot est antische Theologie schaf f t e“
71
, denn
28
das menschliche I ch rückt jet zt in den Mit t elpunkt des
Geschehens und nimmt sich bewusst oder unbewusst vor,
Got t von der erst en St elle zu verdrängen. I m Sinne des
Cart esianismus sind demnach die Of f enbarung Gott es mit der
menschlichen Vernunf t gleichgest ellt . Wie wir nun bereit s
f estst ellen durf t en, wird hingegen diese Gleichwert igkeit vom
D ispensat ionalismus nicht geleugnet , zumal dessen
hermeneut ische Ansät ze in erst er Linie mit der Vernunf t und
nicht mit der Of f enbarung Got t es verbunden sind.
72
H einzpet er H empelmann stellt daher zu Recht mit einem Buch
die Frage auf , wie der Mensch überhaupt von Got t denke
sollt e. Seiner These zuf olge sollt e ein solches D enken über
und von Gott „ mi t der größten, uns mögl i chen Begr i ffsl osi gk ei t “ und
„ mi t der größt en, uns mögl i chen Offenhei t “
73
geschehen.
Begrif f slosigkeit und Of f enheit würden daher eine Bereitschaf t
von dem Menschen abf ordern, sich selbst gegenüber dem uns
mit t eilenden und sich uns ausset zenden Got t „ ganz auf s Spiel
zu set zen“ .
74
D iese Auf f assung scheint zumindest näher am
biblischen Bef und von Matthäus 10,39 ; 16,25 ; Lukas 9,23.24 ;
14, 26.27 ; Johannes 12,25 ; 2. Timot heus 2,11 zu sein, denn
der Gesamt t enor laut et hierzu f olgendermaßen: „ Wer sein
Leben f indet und behält , wird es verlieren, und wer sein Leben
um Jesu willen hingibt und verliert , wird es f inden.“ Mit
anderen Wort en gesagt : „ Man muss auf geben, um zu
gewinnen!“ Wären dagegen aber auch die D ispensat ionalist en
bereit , auf ihr D enksyst em zugunst en von Jesus Christus und
anderer Christ en auf zugeben?
V. Hermeneuti k oder Beleidigung
I m Rahmen der erkenntnist heoret ischen D iskussion der
N euzeit ergeben sich zwei gegenüberst ehenden Positionen,
zum einen der Rat ionalismus und zum anderen der
Empirismus. D iese Posit ionen sind im Prinzip auch nicht neu,
denn sie waren bereit s Streit punkt e im Mit t elalt er. I n der
mit t elalt erlichen Theologie wurden diese Posit ionen vor allem
im so genannt en Universalienst reit ausgetragen – vielleicht
auch durch das Buch „ D er N ame der Rose“ von Umbert o Eco
29
in der gegenwärt igen Z eit bekannt geworden. D er
Rat ionalismus bedient sich indes eines nat ur -
wissenschaf t lichen D enkens und muss daher als K ampf f ront
gegenüber dem christ lichen Glauben angesehen werden.
D er G l aube aber i st ei ne V er wi rk l i chung dessen, was man hofft , ei n
Ü ber führ t sei n von D i ngen, di e man ni cht si eht . (H ebr äer 11,1)
Allerdings ist der richt ige Gebrauch des Verst andes not wendig
f ür das St udieren der Schrif ten.
75
D ie meist en Wissenschaf ten und auch die allermeist en
H andlungen in unserem Allt ag bauen hingegen auf dem so
genannt en I nduk t i onspr i nzi p auf , also auf dem Glauben, dass die
I ndukt ion f unkt ioniert .
Beispiel: Wenn i ch H unger habe, esse ich et was. D enn
ich habe die Erf ahrung gemacht , dass Essen den
H unger beseit igt und schließe durch I ndukt ion, dass
dies in der Z ukunf t auch f unkt ionieren wird.
Es ist nicht ohne weit eres klar, weshalb dieser
I ndukt ionsschluss erlaubt ist . Man könnt e argument ieren, wir
wissen aus Erf ahrung, dass der I ndukt ionsschluss f unkt ioniert .
Wenn wir aber aus der Erf ahrung auf die Z ukunf t schließen,
wenden wir I nduktion an. Auf diese Weise können wir also
nicht beweisen, dass die I ndukt ion erlaubt ist . Manche
Philosophen sind deshalb der Ansicht , das so genannt e
I ndukt ionsprinzip könne nicht auf element arere Prinzipien
zurückgef ührt werden. (u.a. K arl Popper). D agegen würden
andere Philosophen im Sinne von Rudolf Carnap
ent gegenhalt en, dass die Wissenschaf t nur auf grund des
I ndukt ionsprinzips zu wahren Aussagen kommen kann.
Bei der Theorienbildung durch D edukt ion geht man davon
aus, dass der N at urwissenschaf t ler durch kreat ive Akt e
sinnvolle H ypot hesen erzeugt , deren Übereinst immung mit
dem D at enmat erial er anschließend überprüf t . Weit ere
Experiment e müssen mit dem ernst haf t en Z iel der
Widerlegung (F al si fi k at i on) unt ernommen werden. N ur in dem
Ausmaß wie sich Theorien bewähren (der Falsif ikat ion
30
ent ziehen), kann relat ive Sicherheit gewonnen werden. N ach
Arist ot eles best eht eine D edukt ion aus vorausgeset zt en
Tat sachen (Pr ämi ssen) und einer Schlussf olgerung (Konk l usi on).
D ie K onklusion f olgt mit N ot wendigkeit aus den Prämissen;
die K onklusion kann nicht f alsch sein, wenn die Prämissen
wahr sind. „ Eine D edukt ion (syl l ogi smos) ist ein Argument , in
welchem sich, wenn best immt e D inge vorausgeset zt werden,
et was von dem Vorausgeset zt en Verschiedenes sich mit
N ot wendigkeit ergibt .“
Bei der Theorienbildung durch I ndukt ion geht man davon aus,
dass alle Wissenschaf t ler im empirischen Prozess
D at enmat erial erarbeit et , in dem schließlich innere Strukt uren
und Geset zmäßigkeit en sicht bar werden. Weit ere posit iv
verlauf ende Experiment e sollen die Theorie best ät igen und
sind die Baust eine einer Verif ikat ion (Beweisf ührung), die
let zt lich in naturgeset zlicher Sicherheit (Wahrheit) münden
soll. D er D edukt ion st ellt Arist ot eles explizit die I ndukt ion
gegenüber. Er nennt sie „ den Auf st ieg vom Einzelnen zum
Allgemeinen. Z um Beispiel, wenn derjenige St euermann, der
sich auskennt , der best e (St euermann) ist und so auch beim
Wagenlenker, dann ist überhaupt in jedem Bereich, derjenige,
der sich auskennt , der best e.“ D ie I ndukt ion hat vor allem die
Funkt ion, durch das Anf ühren von Einzelf ällen das
Allgemeine deut l i ch zu machen.
Für die Rat ionalist en entst eht jet zt Erkennt nis durch die
Anwendung best immt er geist iger Fähigkeit en, Prinzipien und
Vorst ellungen auf die erf ahrbare Welt , kurz: durch das
D enken. D anach sei die Fähigkeit zu denken die
H aupt vorausset zung jeder Erf ahrung. D as D enken schließt
auf die Welt und ermöglicht damit erst Erkennt nis.
„ D edukt ive Schlüsse sind zwar wahrheit sbewahrend (das ist
erf reulich); aber sie vermehren unser Wissen nicht (das ist
bedauerlich). I n der K onklusion eines dedukt iven Schlusses
oder Beweises kann inhalt lich nichts herauskommen, was nicht
bereit s in den Prämissen st eckt e. Möglicherweise sagt die
K onklusion sogar weniger als die Prämissen, niemals aber
mehr. Es mag sein, dass wir durch die K onklusion überrascht
werden sowie dass wir das Ergebnis nicht erwart et hät t en.
31
E r war t ung und Ü ber r aschung sind jedoch keine logischen,
sondern psychol ogi sche Phänomene. D iese beiden Aspekte muss
man also streng auseinander halt en. Unt er logischem Aspekt
kann die D edukt i on nur deut lich machen, was in den
Prämissen schon st eckt ; sie kann den Gehalt ent wickeln,
erläut ern, klarmachen, mehr nicht .“
76
D eshalb kann uns die
Logik allein nichts über die Welt und schon gar nicht et was
über Gott lehren. I n der K onklusion eines Schl usses kann
nicht mehr über die N at ur ausgesagt sein, als in den Prämissen -
vielleicht von uns unbemerkt - bereit s st eckt e. D ie Logik ist
deshalb selber keine N at urwissenschaf t , wird indes aber zur
Met hode der N at urwissenschaf t erhoben.
Wicht ige Vert ret er des Rat ionalismus sind René D escart es
(1596-1650), Baruch de Spinoza (1632-1677) und Got t f ried
Wilhelm Leibnit z (1646-1716). D ie Vert ret er einer Lehre der
H aushalt ungen bauen diesbezüglich mit ihren Theorien auf
den Rat ionalismus der o.g. Personen auf . Als Vorläuf er des
Rat ionalismus gelt en zudem auch die Griechen Platon und
Arist ot eles. Wicht ige Vert ret er des D ispensat ionalismus sind:
J.N . D arby, William K elly, Rudolf Brockhaus, Charles H enry
Mackint osh, H amilt on Smit h, D wight L. Moody, Cyrus I .
Scof ield, Clarence Larkin, Erich Sauer, Werner H eukelbach,
Wim Malgo, Gert rud Wasserzug, Lewis S. Chaf er , John F.
Walvoord, St anley A. Ellisen, William MacD onald, Charles
Ryrie, D ave H unt , Arnold G. Frucht enbaum, W.J. Ouweneel,
, Tim LaH aye, Ernst G. Maier, Wilf ried Plock, Benedikt Pet ers,
, Rudolf Ebertshäuser, Christ ian Briem, Roger Liebi, Wolf gang
N est vogel, Lot har Gassmann, H elge St adelmann, Pet er
St reit enberger, John MacArthur, D onald A. Carson.
Gut e und ausf ührliche I nf ormat ionen über die
heilsgeschicht lichen Auslegungsvariant en oben genannt er
Personen erhält man durchaus besser von den Verf echt ern
gegnerischer D ogmat iken. Als vorbildlicher Auf klärer ist hier
H ans-Werner D eppe vom Bet anien-Verlag zu loben.
Mit seinem dedukt iven Schrif tprinzip verlet zt nunmehr der
D ispensat ionalismus gegen das Wort Got t es und gegen das
vom Menschen allt äglich benut zt e I ndukt ionsprinzip, indem
seine Vert ret er in kreat iver Art und Weise unsinnige
32
H ypot hesen produzieren, die zudem gegen ihre eigene höchst e
Forderung verst oßen, nämlich dass die Bibel von Got t sei und
deshalb eben allerhöchst e Aut orit ät habe. Würde denn wirklich
die Bibel in den Augen der D ispensat ionalist en allerhöchst e
Aut orit ät besit zen, dann ist jedoch nicht zu verst ehen, warum
sie das Wort Got t es so mit Besserwisserei und respekt los
behandeln. D ie Lehre der H aushalt ungen st ellt diesbezüglich
eine Vermischung von H ypot hesenbildung und
H ypot hesenbest ät igung dar. D iese Vermischung st ellt vor
allem eine D ialekt ik
77
dar, die als Bemühung der
Wahrheit ssuche angesehen werden kann, indem of f ensicht liche
Widersprüche auf gezeigt und vermit t elt werden. „ D as
Erf inden von H ypot hesen ent spricht dem, was Schleiermacher
das „ göt t liche“ Moment nannt e, die H ypot hesenbestät igung
dem, was er das „ grammat ikalische“ Moment nannt e.“
78
Obwohl nunmehr die D ispensat ionalist en anschicken, ihre
Lehre im Sinne nat urwissenschaf t lichen D enkens durch
Schlussf olgerungen zu legit imieren, so ist dennoch das
element are Verst ehen „ kein Schluß von einer Wirkung auf die
Ursache“ .
79
Als maßgebli ches Argument der obigen. Vert ret er dürf te eine
Aussage von Lot har Gassmann herhalt en, der meint , dass die
Schrif tf rage im Grunde eine Got t esf rage sei.
80
Bei dieser
Wechselwirkung müsst e man doch jet zt als auf merksamer
Leser hint erf ragen, welchen Got t die D ispensat ionalist en
eigent lich anbet en. Es ist legit im, hierauf die Ant wort
„ Bi bl i zi smus “ zu geben. D er Biblizismus ist nach Meyers
Lexikon die „ t heologische H alt ung, die im Gegensatz zur
hist orisch-krit ischen Bibelf orschung die Bibel Wort f ür Wort
als göt t liche Of f enbarung verst eht “ . Jedoch ist aber vom
Biblizismus das allgemeine Sola-script ura-Prinzip der
Ref ormat ion des Mart in Lut her und Co. zu unt erscheiden,
welches besagt , dass Lehren, die sich nicht aus der Bibel
begründen lassen, abzulehnen sind. I ndes wird nicht
unt erschieden, ob die Aussagen überhaupt nicht in der Bibel
vorkommen oder ob sie dem Gesamt zusammenhang gar
widersprechen.
81
D aher kann man die Lehre der
H aushalt ungen als eine Lehre einst uf en, die sich nicht aus der
Bibel begründen lässt . Folglich ist der D ispensat ionalismus
eine reine Menschenerf indung.
33
Mit dem Ref ormator Mat thias Flacius I llyricus und seinen
Regeln zur Erkenntnis der H eiligen Schrif t , die aus ihr selbst
ent nommen sind, dürf en wir nunmehr f est st ellen:
„ Br ennender E i fer und Sor gfal t wi r d über al l vom G ei ste G ot tes bei m
St udi um der Schr i ft empfohl en. Besonder s ber ühmt i st j edoch di e St el l e i m
D eut er onomi um 6, 7, wo den I sr ael i t en befohl en wi r d, das W or t G ot t es
i hr en Ki nder n ei nzuschär fen, d.h. ni cht zu dul den, daß es schal und
st umpf wer de, di e St r enge der G er echt i gk ei t , des Z or nes und des G eset zes
G ot t es und di e St r enge des Ri cht er s sel bst häufi g und er nst den H ör er n
dar zul egen. So besei t i gt auch Chr i st us sel bst (M at t häus 5 und 6) di e
F äul ni s und St umpfhei t des G eset zes, di e di e Phar i säer mi t i hr en
Pel agi ani schen G l ossen her bei geführ t hat t en, mi t sei ner schar fen F ei l e oder
dur ch di e Kl i ppe sei ner A usl egung. Sol ange ansonsten j ener Schl ei er der
F äul ni s und St umpfhei t i hm anhängt und i nnewohnt , i st es für uns
unnüt z und unwi r k sam.
M an muß t at sächl i ch i n der H ei l i gen Schr i ft di eses A nstößi ge beobacht en
und i n Bet r acht hal t en, was Paul us sel bst di e T or hei t der Pr edi gt nennt ,
von der er sagt , daß er sel bst , der das erwähl t e W erk zeug Chr i st i war , i n
Kor i nt h i n ungeschl i ffener Rede öffent l i ch gepr edi gt habe (1. Kor i nt her 1,
21 und 2, 1). A ußer dem bek ennt er i m 2. Kor i nt her br i ef 11, 6 i n
gewi sser W ei se, daß er i n der Rede ungeschl i ffen, j edoch i n den D i ngen
k undi g sei . E s sol l näml i ch di e H ei l i ge Schr i ft i hr er er nsten und
männl i chen Ber edsamk ei t ni cht i m mi ndest en ent k l ei det wer den. D a gi bt
es k ei ne l ässi gen und anmut i gen Rei ze, äußer e Süße und Schmei chel ei ,
Rei cht um der T öne oder t ändel nde W ohl k l änge i n der Spr ache der
hei l i gen Schr i ft , wi e si e i n den Pr unk schr i ft en der Redner oder D i cht er
j ener Z ei t i n G r i echenl and und Rom mi t größt er Begi er und Bewunder ung
gehör t und gefei er t wur den. E s si nd auch di e Sachen sel bst , wi ewohl
offenbar göt t l i che A ngel egenhei t en, di e i n der H ei l i gen Schr i ft behandel t
wer den, ger adezu fr emdar t i g für unser en V erst and und auch gl ei chsam für
unser en G eschmack und Begr i ff r oh und auch per ver s; si e si nd für uns
sehr l ei cht anst ößi g und wer den von uns ver acht et . W i r müssen uns al so
besonder s davor hüten, daß wi r ni cht über di esen Stei n des A nst oßes
st ol per n, st ür zen und zugr unde gehen, während wi r nach unser em
G eschmack mi t den G r i echen (wi e Paul us 1. Kor i nt her 1, 22 von i hnen
sagt ) ei ne gefäl l i ge und pr obate W i ssenschaft suchen und dur ch di e
schei nbar e T or hei t di eser göt t l i chen Pr edi gt oder L ehr e bel ei di gt wer den.“
82
34
Jedes Vergehen gegen den Bruder ist auch eine Beleidigung an
Got t ! Wer aber eigenwillig aus dem Wort Gott es ein
wissenschaf t liches Bibelstudium macht , wird t ief greif end durch
das Wort Got t es beleidigt . D ie Torheit der D ispen-
sat ionalist en ist dahingehend sehr bedauerlich, wenn sie größt e
Gef ühle der Beleidigung hegen, während man ihnen sagt , dass
ihre Lehre eine I rrlehre darstellt .
D ie Beleidigung ist hingegen ein psychol ogi sches Phänomen. „ Wenn
die Gef ühle der Seele den Geset zen der Physi k der Welt
gehorchen, sind sie also persönlich und unpersönlich. D ie
Gef ühle sind Z eichen der Posit ion des I chs in Bezug auf die
Welt und ihre Geschicht e. Sie sind Signale des I chs und der
Verwandlung der Welt . Wir bewohnen nämlich die Welt . D ie
Welt ist kein großes Objekt außer uns. D as, was wir erf ahren,
ist eine Erf ahrung der Welt . D as gilt auch f ür die Erf ahrung
der Gef ühle. (…) D as f ührt uns zu einer hermeneutischen
Posit ion in Bezug auf diese Signale. Eine hermeneut ische
Posit ion, wo die Gef ühle mi t der I nt elligenz und der
Geschicht e der Welt zusammenspielen. D as ist ein Weg des
D enkens, wo wir von uns selbst ausgehen.“
83
„ D ie
„ Beleidigung, die einen anderen Menschen trif f t , verwandelt
die Welt und schaf f t eine neue Wirklichkeit . Jedes Wort ist
Ent scheidung, die handelnd und gest alt end in die Welt
eingreif t . D as gilt allgemein. Jedes Wort , das einer bis dahin
dif f usen Wirklichkeit abgewonnen wird, in dem diese „ zur
Sprache gebracht wird“ , verändert die Wirklichkeit . Jedes Wort
ist in einem echt en Si nn schöpf erisch. Es hat eine der Magie
vergleichbare Macht .“
84
D i e Magie des D ispensat ionalismus
repräsent iert dagegen nicht Got t !
D er D ispensat ionalismus ist eine Sekt e!
D er D ispensat ionalismus ist eine I rrlehre!
Mit einem Rückblick auf die K irchengeschicht e erscheint es
angebracht zu sein, Just inus den Märt yrer (ca. 100-165 n.Chr.),
der kein Anhänger des 1000-jährigen Reiches war
85
, zu zit ieren,
was er meint , wenn er I rrlehrer anprangert :
35
“ D ami t i hr ni cht di e zi t i er t en W or t e ver dr ehet und gl ei ch eur en L ehr er n
behaupt et , ent weder habe G ot t zu si ch sel bst gesagt „ l asset uns machen“ ,
wi e auch wi r oft , wenn wi r et was t un wol l en, zu uns sel bst sagen ‚ l asset
uns machen ’ , oder es habe G ott zu den E l ement en, das i st zur E r de und
ebenso zu den übr i gen E l ement en, aus wel chen bek annt l i ch der M ensch
gebi l det wor den i st , gesagt ‚ l asset uns machen’ , so wi l l i ch noch ander e
W or t e des M oses anführ en, aus denen wi r mi t Si cher hei t er k ennen
k önnen, daß G ot t zu j emandem gespr ochen hat , der al s ver schi eden von
i hm ei gens gezähl t wi r d, und der mi t V er nunft ausgest at t et i st .“ D i e
W or t e l aut en: „ G ot t spr ach: Si ehe, A dam i st gewor den wi e ei ner von uns,
so dass er er k ennt das G ute und das Böse.“ W enn er nun sagt e ‚ wi e ei ner
von uns’ , dann hat er ei ne M ehr zahl von sol chen angegeben, di e
bei sammen war en, und hat zum mi ndest en von zwei en gesprochen. N i cht
möchte i ch di e L ehr e eur er so genannt en H är esi e für W ahr hei t er k l är en.
Oder k önnen di e L ehr er di eser H är esi e bewei sen, dass G ot t zu E ngel n
spr ach „
86
„ Br i ngt eur e Recht ssache vor ! , spr i cht der H E RR. Br i ngt eure Bewei se
her bei ! , spr i cht der Köni g Jak obs. Si e sol l en si e her bei br i ngen und uns
ver k ünden, was si ch er ei gnen wi rd; das F r üher e, was war es? V er k ündet
es, dami t wi r es uns zu H er zen nehmen! Oder l asst uns das Künft i ge
hör en, dami t wi r sei nen A usgang er k ennen! V er k ündet das spät er
Kommende, dami t wi r er k ennen, dass i hr G öt t er sei d! Ja, l asst es gut sei n
oder schl i mm sei n, dass wi r uns gegensei t i g ansehen und mi tei nander
er schr eck en! Si ehe, i hr sei d ni cht s, und euer T un i st N i cht i gk ei t . E i n
G r äuel i st , wer euch erwähl t !“ (Jesaj a 41, 21-24).
87
I m Sinne von Jesaja 41,21-24 und Just inus den Märt yrer
werden jet zt die Pastoren, Prediger und Lehrer des
D ispensat ionalismus dazu auf gef ordert , sich als Gött er zu
erklären oder ihre Lehre als von dem einen Got t gegeben zu
beweisen!
I m Sinne von Galat er 5,22 darf nunmehr jeder Leser des
Buches vermut en, dass die D ispensat ionalist en hinsicht lich
ihrer Beleidigung und der daraus ent st ehenden H ärt e keine
Geist esf rucht der Sanf t mut und der Ent haltsamkeit von
Gef ühlen haben.
36
VI . Die dispensationalistische Hermeneutik
Got t st eht mit uns in Beziehung durch sein Wort . Allerdings
kann man Got t nicht anerkennen, ohne ihn zu kennen und
man kann Got t nicht vert rauen, ohne ihn anzuerkennen. Oder
man könnt e auch sagen: D as (Got t )Gehören setzt ein
Gehorchen und das Gehorchen ein Anhören voraus.
88
K ennt nis, Z ust immung und Vert rauen bilden also sozusagen
die konst it ut iven Best andt eile des Glaubens.
89
N eben dieser
D reit eilung kann man auch eine Z weit eilung hervorheben, mit
der man erklären möcht e, dass es einen Glauben gibt , der
geglaubt wird und dass es ein Glauben gibt , durch den geglaubt
wird. Als Glaubensinhalt haben wir beim christ lichen Glauben
indes ausschließlich den H errn Jesus Christ us als Gegenst and.
D ies belegt eindeut ig 1. K orint her 15,1-4:
„ I ch t ue euch aber , Br üder , das E vangel i um k und, das i ch euch
ver k ündi gt habe, das i hr auch angenommen habt , i n dem i hr auch st eht ,
dur ch das i hr auch geret t et wer det , wenn i hr fest hal t et , mi t wel cher Rede
i ch es euch ver k ündi gt habe, es sei denn, dass i hr vergebl i ch zum G l auben
gek ommen sei d. D enn i ch habe euch vor al l em über l i efer t , was i ch auch
empfangen habe: dass Chr i st us für unser e Sünden gestor ben i st nach den
Schr i ft en; und dass er begr aben wur de und dass er auferweck t wor den i st
am dr i t t en T ag nach den Schr i ft en;“ (1. Kor i nt her 15,1-4)
Z uerst betracht en wir aber 1. K orint her 15,2 , wonach Paulus
die Gemeinde in K orinth dazu auf f ordert , „ das Evangelium,
das er ihnen verkündigt hat , nicht nur inhalt lich, sondern in
dem Wort laut (t i ni l ogo) f est zuhalt en, in welchem er es
verkündigt hat , damit sie nicht vergeblich zum Glauben
gekommen sein mögen.“
90
D emnach hat das Festhalt en des
Wort laut es eine besondere Bedeut ung f ür den Glaubens-
gehorsam. D er Buchst äblichkeit swahn der dispensat ion-
alist ischen Verf echt er kann aber dagegen nicht mit diesem t i ni
l ogo gerecht f ert igt werden, zumal ihre Theorien nicht einmal
Ansat zweise das Evangelium von Jesus Christ us anschneiden.
D er Lehrauf t rag in der apostolischen K irche hat t e
diesbezüglich aber eine f este Lehrgrundlage, nämlich die der
Verkündigung bzw. des Evangeliums.
37
Ebenso scheint es jet zt angebracht zu sein, darüber
nachzudenken, dass der Bibelt ext in 1. K orint her 15,3.4 mit
den Wort en anf ängt , dass Paulus et was überlief ert hat , was er
auch vorher empf angen hatt e, nämlich das göt t lich inspiriert e
Wort durch und von und über Jesus Christ us. Mart in Lut her
schreibt diesbezüglich in einer Predigt zu 1. K orinther 15,1-11
zur Warnung über den Geist der Vernunf t , dass „ man si ch hüt e
und ni cht vi el fr age, was di e V er nunft dazu sagt “
91
, sondern man
habe allein auf die Schrif t zu sehen. „ W i r aber , di e da wol l en
Chr i st en und des G l aubens sei n, sol l en ni cht danach sehen noch fr agen,
was M enschenwei shei t hi er sagt , oder wi e es si ch mi t der V er nunft r ei mt ,
sonder n was uns di e Schr i ft l ehr t, wodur ch sol ches zuvor ver k ündi gt und
nun auch dur ch öffent l i ches Z eugni s und E r fahr ung best ät i gt i st .“
92
I m
Sinne von Johannes Calvin können wir nun die Erf ahrung, die
hier Luther anspricht , mit dessen Lehre vom inneren
(geheimen) Z eugnis des H eiligen Geist es vergleichen, sodass
wir glauben dürf en, dass die Schrif t von Gott kommt , „ wei l di e
Kr aft des Gei st es uns er l eucht et , ni cht aber auf G r und des ei genen U r t ei l s
oder desj eni gen ander er L eute“
93
.
D araus result iert , dass geistliche Erf ahrungen mit der Schrif t
und durch den H eiligen Geist gemacht werden. D aher obliegt
es jet zt dem Leser, sein Augenmerk verst ärkt auf die
Parallelauf f orderung in Epheser 5,18 und K olosser 3,16 zu
legen, denn die segensreichen Auswirkungen des Heiligen
Geist es gehen hauptsächlich mit der int ensiven Beschäf t igung
von Gott es Wort einher.
94
D er H eilige Geist bindet sich
nämlich selbst ans Wort . Wo nunmehr Got t es Wort gehört
und durchf orscht wird, dort wirkt der Geist im Menschen
95
mit seiner Tief enwirkung.
96
„ A l so i st der G l aube aus der V er k ündi gung, di e V erk ündi gung aber
dur ch das W or t Chr i st i “ (Römer 10,17).
„ D i ese aber waren edl er al s di e i n T hessal oni ch; si e nahmen mi t al l er
Ber ei twi l l i gk ei t das W or t auf und unt er sucht en t ägl i ch di e Schr i ft en, ob
di es si ch so ver hi el t e.“ (A post el geschi cht e 17,11).
N unmehr ist es aber of f ensicht lich, dass die Lehre der
H aushalt ungen mit einem Syst em aus Vernunf t und
38
Manipulat ion eine Bibelauslegung propagiert , die vor allem
nicht mehr Jesus Christ us als Mit t e der Schrif t ansieht , sondern
das irdische I srael. I m aggressiven H int erf ragen möglicher
Sachkrit iken, die an die Bibel von anderer Seit e heranget ragen
wurden, war hingegen der D ispensat ionalismus sehr schnell,
jedoch aber nicht im H int erf ragen der eigenen Vernunf t .
Ebenso wurde von Seit en der D ispensat ionalist en nie ihre
Fähigkeit en der Vernunf t in Frage gest ellt .
97
Ob nun das
Bibelst udium jener I rrlehrer im Z usammenhang mit dem
Wirken des H eiligen Geist es st eht , kann durchaus jet zt
angezweif elt werden, zumal im sprichwört lichen Sinne die
Prakt izierung eines Schemas F im Vordergrund der H aus-
halt ungslehre st eht . D as hier benut zt e F st eht nämlich f ür die
dispensat ionalist ische H ermeneut ik einer „ for t schr ei t enden
Offenbar ung“ . D emzuf olge habe man nämlich bei der
Bibelauslegung die „ f ortschreit ende Of f enbarung“ in der Bibel
anzuerkennen, da man ansonst en auf Widersprüche st oßen
könnt e. Richt ig gelesen – Widersprüche in der Schrif t – ein
Merkmal des Vernunf t denkens ! D es Wei t eren sei auch die
„ f ortschreit ende Of f enbarung“ das 4. Prinzip einer „ nat ür l i chen
H ermeneut i k “ neben dem Auslegen im grammatischen
Wort sinn, dem Auslegen im K ont ext und dem Vergleichen
von Schrif t mit Schrif t .
98
Einwände gegen diese
„ f ortschreit ende Of f enbarung in mehreren Z eit perioden“ der
Bibel werden sodann kat egorisch mit der Begründung
abgelehnt , dass damit zugleich die gesamt e „ nat ürliche
H ermeneut ik“ abgelehnt werde, die vor allem auch
Gegenst and ref ormat orischer Lehre sei. N ach dispensat ion-
alist ischer Sicht würden solche Einwände demnach mehr von
Verf echt er gef ührt , die vor allem alles „ vergeist lichen“ und
eben nicht mehr den Wort sinn im Fokus haben. Somit
werden also der Wortsinn und die Periodisierung der
H eilsgeschicht e in einem Abwasch gleichgeset zt . Allerdings
vermit t elt diese Gleichsetzung, dass die „ f ort schreit ende
Of f enbarung“ die gleiche Aut orit ät besit ze, wie das Wort
Got t es mit seinem Schrif t prinzip (entsprechend: „ W i e
geschr i eben st eht … “ ). D agegen st ellt aber die st adienhaf t e
Gliederung der heilsgeschicht lichen Z eit linie eine menschliche
Spekulat ion
99
dar, die an die Bibel herangetragen wird. Z udem
birgt dieses H erant ragen an das Wort Gott es die Gef ahr, dass
man die Bibel einer ihr nicht angemessenen Schemat isierung
39
unt erwirf t , nämlich den Heilsplan zeit lich und inhalt lich in
„ Gnadenport ionen“ zu zerhacken bzw. einzut eilen.
100
Eine
best immt e göt t liche Gnade f ür eine best immt e Personen-
gruppe mit einer best immt en Z eit epoche zu vergleichen, muss
als unbiblisch angesehen werden. Solch eine L ehre ist gegen
Got t gericht et und gibt Got t keine Ehre, zumal die
H eilsgeschicht e in der Bibel in einem lückenlosen Z usammen-
hang vorliegt . D aher gibt es auch keine Unt erbrechungen in
der Z eit linie gött lichen H andelns. Folglich muss die bei den
D ispensat i onalist en impliziert e Lehre von der D iskont inuit ät
101
einer H andlungsweise Got t es abgelehnt werden. Ebenso gehen
die unbiblischen Aussagen von Arnold G. Frucht enbaum auf
einer menschlichen Verst andesleist ung als auf göt t licher Gnade
zurück, wenn er zur Auslegung der Bibel ein „ Geset z der
doppelt en Erwähnung“ und „ ein Geset z der Wiederholung“
heranzieht .
102
Bei den Verf echt ern der H aushalt ungslehre ist daher nicht
Jesus die Mit t e der Schrif t , sondern das irdische Volk I srael
und dies ist ent gegen ihrer Auf f assung auch nicht bibelt reu.
D es Weit eren wirkt wohl der verbissene K ampf um eine
vermeint liche Wahrheit nicht zur Ehre von Got t , wenn man
nur auf K onf ront at ion mit seinen dogmat ischen Gegnern aus
ist . K ehrt doch vor eurer eigenen H aust ür, möcht e man hier
sehr of t ausruf en !
Jesus Christ us ist die Wahrheit und das Wort Gott es ebenso.
Jedoch nicht so, als ob ein Bibelausleger die Wahrheit
beweisen könne, sondern dagegen nur so, wie der Grad der
von Gott gegebenen Got t esf ürcht igkeit eine f ür sie
anwendbare Wahrheit auf zeigt . I ndes verkennen die D ispen-
sat ionalist en, dass es vor Got t nicht um eine äußerlich
dargest ellt e Form der Got tseligkeit geht , sondern um die K raf t
Got t es. D ie K raf t Got t es wird hingegen von diesen Menschen
verleugnet (vgl. 2. Timot heus 3,5). D as Syst em der
H aushalt ungslehre ist auf Lernen ausgelegt , wobei jedoch ein
st et iges Lernen niemals zur Erkennt nis der Wahrheit f ührt (vgl.
2. Timot heus 3,7).
40
VI I . Hermeneutik und Wahrnehmung
Mart in Lut her set zt den Verst and als ausschließenden
K ont rapunkt gegenüber jeder Wahrnehmung aus der Bibel,
wenn er aussagt :
„ W enn du dei ne V er nunft und dei ne A ugen befr agst , wi r st du das
G egent ei l wahr nehmen.“
103
Eine indukt ive Best immung der Wahrheit der Bibel bedeut et
dagegen, dass man die Bibel nicht mi t einem Wahrheit sdenken
zu unt erwerf en habe, sondern dass eben die Bibel einem selber
vermit t elt , was sie als Wahrheit hält und wie diese Wahrheit zu
denken ist . D as Schlagwort einer rat ionalist ischen H eran-
gehensweise an das Wort Got t es best immt indes die Suche
nach Widersprüchen in der H eiligen Schrif t . D ies ist ein
Merkmal der Lehre der H aushalt ungen. I nsbesondere st reben
jene Verf echt er st ändig danach, die Bibel zu verbessern bzw.
zu harmonisieren. I m Gegensat z dazu lässt jet zt eine
H ermeneut i k der D emut die Bibel selber def inieren, was ihre
Wahrheit sei. D ie „ H ermeneut ik der D emut best immt eben
nicht , sondern lässt sich von der Bibel als dem wahren Wort
Got t es selbst vorgeben, was als wahr zu qualif izieren und zu
akzept ieren ist . N ur so käme man dem Charakt er der Bibel als
Wort Got t es näher, wenn man den Grundsat z einer Wahrheit
der Bibel ernst nehmen möcht e.
104
D ie I nspirat ion der Schrif t
hat indes K onsequenzen f ür die Schrif t int erpret at ion, denn sie
ent spricht der Erwart ung, in den Wort en der Bibel t at sächlich
Got t zu begegnen, sodass sie um der Wahrheit willen
t at sächlich eine Anrede Gott es darst ellt . D iese Anrede Got t es
st ellt zugleich f ür den Ausleger ein K raf t f eld dar, in welchem
der eigene Glaube wicht ig ist . D ie Wahrheit Gott es best immt
den eigenen Glauben oder Unglauben, sodass es f olglich auch
keine „ neut rale“ Beschäf t igung mit der Schrif t gibt . Sodann
liegt der Schwerpunkt einer biblischen H ermeneut ik in der
persönlichen Begegnung mit Got t und nicht auf einer
gemeinsamen Grundlage menschlichen D enkens, wenn man
sich mit den menschlichen Schreibern oder der
ent sprechenden K ult ur beschäf t igt .
105
41
Wir set zen daher beim Selbst anspruch der Bibel ein,
geof f enbart es Wort Got t es zu sein. Und diesen Anspruch
best ät igen wir indukt iv durch das Auf zeigen des
ent sprechenden konkret en biblischen Selbst zeugnisses.
106
D eshalb erübrigt es sich wohl, wicht ige Bibelst ellen von
unwicht igen Bibelst ellen zu unt erscheiden, denn nicht der
Wicht igkeit sgrad entscheidet, ob eine Aussage im Wort Got t es
wahr ist , sondern die Vollst ändigkeit der Bibel bezeugt
vielmehr die Wahrheit der Bibel. D agegen spricht jedoch das
Verhalt en der D ispensat ionalist en, unbequeme Bibelst ellen
auszublenden und zu verleugnen. I m allerschlimmst en Fall
werden sogar noch die Aussagen der Bibel verdreht , damit das
eigene Welt bild st immt . D ies ent spricht allerdings nicht einer
biblischen Wahrheit zu einem Glauben, der geglaubt wird bzw.
zu einem Glauben, durch den geglaubt wird. Mit hin kann aus
einem solchen Unt erdrücken von Tatsachen die Verweigerung
gesehen werden, sich der K raf t Got t es auszuset zen. D eshalb
ent spricht das Frömmigkeit sgehabe solcher Lehrf anat iker wohl
auch nicht dem Anliegen Got t es, dass Menschen beim
Erkennen ihrer Sünden in-sich-gehen und zu Got t umkehren.
D ies zeigt vor allem auf , wie sehr der Mensch mehr mit
anderen D ingen beschäf t igt ist , als mit sich selbst .
Z usät zlich beweist die „ geist widrige Engf ührung“
107
einer
vom menschlichen Verst and aus geleit et en H erangehensweise
an die Bibel nur, dass es bei der Auslegung der H eiligen Schrif t
nicht mehr um die Beobacht ung des Wort es als K raf t f eld des
Glaubens, sondern um die Set zung f alscher Tat sachen geht ,
um dadurch Rahmenbedingungen einer allgemein gült igen
H ermeneut ik zu schaf f en. N icht wir legen aber die Schrif t aus,
sondern die Schrif t legt uns aus und zwar in dergest alt , dass
das Wort beginnt , sich in die Welt des Lesers
hinüberzuset zen
108
und zugleich seine göt t liche Wirkung
ent f alt et . D aher heißt Verst ehen ein Si ch-V er st ehen vor der
Bibel.
109
Es gilt daher eine H alt ung des Si ch-U nt er -D as-W or t -
G ot t es-W er fens einzunehmen, weil man ansonst en durch den
cart esianischen Urt eilsst andpunkt die Wahrnehmung seiner
selbst behindert .
110
I ndes können aber die Gläubigen
of f ensicht lich kein vollkommen schuldf reies Werk
vollbringen
111
, sodass nunmehr auch in Frage st ehen mag, ob
nicht et wa diese D emut shalt ung nicht ebenf alls ein Produkt
42
menschlichen D enkens sei. Allerdings beruht das „ I nvol vi er t sei n
des Beobacht er s“ auf Beobacht ungen am Text , sodass also die
H ermeneut ik des Verst ehens ein Wahrnehmungsprozess
darst ellt , wenn das Wort Got t es bei einem wirkt . D aher
best eht eine H ermeneut ik im Auf f inden und im
Rekonst ruieren des Text es. D emnach ist nicht einer allgemein
gült igen Met hode zu f olgen, die das eine bef olgt , während sie
das andere ausschli eßt . Folglich ist H ermeneut ik ein Suchen
nach Got t in der Bibel. D iese Suche verbindet insbesondere
ein „ was“ mit dem „ wi e“ . D iese Verbindung dürf en wir nämlich
in Lukas 10,26 lesen als Jesus zu einem Schrif t gelehrt en sprach:
„ … W as st eht i n dem Geset z geschr i eben? W i e l i est du?“ (L uk as
10,26).
Weit erhin ist es die Auf gabe Jesu, uns das Wort Got t es
auf zuschließen. D ies lesen wir in Lukas 24,45:
„ D ann öffnet e er i hnen das V er st ändni s, dami t si e di e Schr i ft en
ver st änden,“ (L uk as 24,45).
Aus dem vorst ehenden Bibelvers lässt sich also das geist liche
Prinzip auf zeigen, warum es eben kein menschliches Verst ehen
der H eiligen Schrif t geben kann, denn Jesus musst e damals bei
den Emmaus-Jüngern erst einmal das Verst ändnis öf f nen,
damit sie verst ehen konnt en. H eut zut age haben wir den
H eiligen Geist , der unser Verst ändnis öf f net .
„ W enn aber j ener , der G ei st der W ahr hei t , gek ommen i st , wi r d er euch i n
di e ganze W ahr hei t l ei t en; denn er wi r d ni cht aus si ch sel bst r eden,
sonder n was er hör en wi r d, wi rd er r eden, und das Kommende wi r d er
euch ver k ündi gen.“ (Johannes 16,13)
Wie nunmehr der Glauben nicht vom Menschen best immt
werden kann (Epheser 2,8.9), so kann ebenso unser
Verst ändnis von Got t und unser Schrif t verst ändnis nicht von
uns selbst arrangiert werden (Mat t häus 16.17)
112
„ … denn F l ei sch und Bl ut haben es di r ni cht offenbar t , sondern mei n
V at er , der i n den H i mmel n i st .“ (M at t häus 16,17).
43
Jesus gibt selbst diesen H inweis auf die „ Menschen-
Unmöglichkeit “ eines solchen Bekennt nisses.
113
Wer jet zt et was zur Schrif t auslegung beitragen will, muss sich
nunmehr selber erf orschen, mit welchem Recht er dies t ut .
114
Mit einer grammat ische Exegese
115
des Bibelt ext es kann man
zumindest herausbekommen zu versuchen, was derjenige
meint zu lesen. Jedoch wartet der Bibelausleger in D emut , bis
der Text wie in einer Parusie ankommt . D ie Gegenwart des
Wort Got t es in D einem Herzen bezeichnet die Anwesenheit
Got t es in D einem H erzen – der Christ us in D ir !
I m Sinne der Prozesseinrede gegen die H äret iker
116
von
Tert ullian (ca.150-230 n. Chr.) können wir also auch sagen:
„ D enn was du wi ssen dar fst , dass wei ßt du schon. „ D ei n G l aube hat D i r
gehol fen“ (L k 18,42) - hei ßt es - ni cht dei ne Schr i ft gel ehr samk ei t ! D er
G l aube aber i st i n der G l aubensr egel ni eder gel egt . D a hat er sei n G eset z,
und aus der Beobacht ung des Geset zes k ommt das H ei l “
Es f olgt ein Großzit at
117
aus einem Werk von Friedrich
Christ oph Oet inger (1702 –1782) :
F r i edr i ch Chr i stoph Oet i nger , D i e W ei shei t auf der G asse . A us den
t heol ogi schen Schr i ften (S. 75-80) Band I I Z eugni sse der Schwabenvät er ,
her ausgegeben und mi t E i nführ ung und A nmer k ungen ver sehen von D r .
t heol . J. Roessl e Copyr i ght 1962 V er l ag E r nst F r anz, M et zi ngen
„ Methode des theologischen Studiums
Unsere H auptsache ist die Erkennt nis der Wahrheit zur
Got tseligkeit .
I . D ie Erkenntnis der Wahrheit , daß wir Gott in Christ us Jesus
recht erkennen lernen.
D azu können wir zum Beispiel den Spruch 1. K orint her 8. 6
zugrunde legen: »Wir haben nur einen Got t , den Vat er, von
welchem alle D inge sind und wir zu ihm, und einen H errn
44
Jesus Christ us, durch welchen alle D inge sind und wir
durch ihn«. D araus ergehen sich von selbst drei
H auptwahrheiten.
A. Was?
1. Got t ist der Ursprung aller D inge, von welchem alle D inge
sind.
Und das:
a. Wegen seines ewigen Vorsat zes, der das Fundament der ganzen
Ökonomie Gott es ist . D ie Apost el weisen uns immer darauf , zum
Beispiel 1. K orinther 2; Epheser 1 und 3. D ie Einsicht in diesen
Vorsatz erweit ert erst einem St udierenden das Herz, daß er die
große Anst alt Got tes nicht nur im H inblick dieses Z eit lauf s,
sondern auch im H inblick auf alle Äonen erkennt und bewundert .
Und dadurch gewinnt auch sein Vort rag die apost olische Gest alt ,
daß er bei seiner Lehre immer auf den Vorsatz der Äonen
zurücksieht und hinweist .
b. Wegen der Auswahl der Gnade, welche nur die Auserwählt en
bet rif f t (Römer 9; Epheser 1).
c. Wegen der Schöpf ung aller D inge durch Jesus Christ us, unsern
H errn.
2. Jesus ist der Mit t ler aller, besonders aber der Gläubigen.
D azu gehört :
a. das Wort der Verheißung von der Welt her (1. Mose 3; 22;
49), der Bund Got t es im Alt en und N euen Test ament auf
Christ us (Jesaja 55, 3), das Verhält nis des Geset zes zu diesem
Bund (Galat er 3);
b. die Z ukunf t Jesu Christ i im Fleisch (Galat er 4, 1; 1.
Timotheus 3; Johannes 1);
45
c. die durch ihn gest if t et e Versöhnung zwischen Got t und
Menschen.
3. Got t ist der höchst e Endzweck aller D inge, zu dem die
Gläubigen in dieser Welt gef ührt werden: »Wir zu ihm« (1.
K orinther 8).
Z u dieser Führung zu Gott gehört :
a. das K önigreich und H ohepriest ertum Jesu Christ i im
H immel, wovon der Brief an die H ebräer handelt ,
b. die Predigt des Evangeliums,
c. die damit verbundene Gnade des heiligen Geist es im Beruf
und in der Erleucht ung, in der Recht f ert igung und in der
Verherrlichung (Römer 8, 28 -30),
d. die Gemeinde Christ i,
e. die Vollendung dieses Z eit lauf s am jüngst en Tag und
f . die endlich noch bevorst ehende Vollendung des ganzen
Geheimnisses Got t es und Christi.
B. Wie?
Wer zur Erkenntnis Got t es und Jesu Christ i gelangen will,
muß:
1. das eigne Forschen in der heiligen Schrif t sich angelegen
sein lassen. K ein menschliches Buch kann mir die Wahrheit so
deut lich vortragen wie die heilige Schrif t . D a habe ich die
Wahrheit aus erst er H and und t rinke aus der Quelle. Mit dem
Geschmack der Schrif t sollte einer von Jugend auf erf üllt sein
und darin auf erzogen (1. Timot heus 4, 6). Z ur Auf munt erung
im St udium der heiligen Schrif t lese man den zweit en Brief an
Timotheus ganz.
46
2. Man nehme zu dem Z weck einen nach dem andern von den
oben erwähnt en Art ikeln vor sich. Man lese mit dieser Absicht
das ganze N eue Test ament in der Grundsprache durch. Alle
darüber handelnden Sprüche schreibe man auf ein besonderes
Blat t griechisch heraus. Man vergleiche einen Spruch mit dem
andern und wart e dann in der St ille, welche Wahrheit en einem
dabei auf geschlossen werden. Es geht gewiß nicht leer ab. Und
wer nur im Geringst en treu ist und mit allen K rümchen der
Wahrheit vorsicht ig umgeht , dem wird gegeben, daß er die
Fülle hat . D ie Anmerkung schreibt man wieder auf ein
besonderes Blat t , über das man den Art ikel set zt , den man
eben durchnimmt . D ie erste Anmerkung ist ein Angeld f ür
viele t ausend andere.
3. Es kommt aber nicht darauf an, daß man nur gnomen-
(hinweisende) oder spruchart ige Anmerkungen macht und sich
daran ergöt zt , sondern man muß auf die Erkenntnis der
ganzen Wahrheit hinarbeiten, damit wir ein Vorbild der
gesunden Wort e (2. Timot heus 1, 13) aus der heiligen Schrif t
erlangen und hernach gewisse Tritt e t un können. D as
geschieht f reilich nicht in einem einzigen Jahr, sondern es geht
st uf enweise nach der Ähnli chkeit des Glaubens. Wenn einem
dieses Jahr nur zwei oder drei H aupt wahrheit en auf geschlossen
werden, so kann er zuf rieden sein. Übers Jahr schreibt er die
drit t e Wahrheit dazu. Und dazu hat uns Jesus seinen Geist
verheißen, der uns in alle Wahrheit en leit en soll, wenn man
sich nur die best ändige Übung des Gebets und der Geduld
nicht verdrießen läßt .
4. Wenn man nun ein Vorbild der Lehre in diesem oder jenem
Art ikel erlangt hat , dann vergleicht man diesen mit seinem
bekannt en klassischen Schrif t st eller, damit man:
a. lerne, welche H aupt ideen einem dabei et wa noch f ehlen,
b. prüf en könne, ob die Lehrart des klassischen Schrif tst ellers
in diesem Art ikel schrif t mäßig oder mehr scholast isch ist (vgl.
1. Thessalonicher 5, 21). D as heißt gründlich st udieren.
47
I I . D ie Erkennt nis der Wahrheit leit et zur Got tseligkeit .
A. Grund und Anf ang:
Wer die Wahrheit erkennen will, der muß anf angen, sich der
Got tseligkeit zu bef leißigen. »So jemand will des Willen t un,
der wird innewerden, ob diese Lehre von Got t sei« (Johannes
7, 17).
1. Man muß deshalb von allen Vernunf tshöhen herab und ein
K ind werden (Mat t häus 11). D en Unmündigen wird das
Geheimnis Got t es und Christ i geof f enbart . D ie Blindheit der
Vernunf t zeigt sieh besonders im Z ent rum der geof f enbart en
Wahrheit en, das ist in dem K reuz des Sohnes Gott es (1.
K orinther 1 und 2). D aher ist es auch in der geist lichen
Erf ahrung das erst e, daß man seinen Unglauben in dieser
Sache f ühlt . D a unt erschreibt man den drit t en Art ikel: »I ch
glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunf t noch K raf t an Jesus
Christ us, meinen H errn, glauben oder zu ihm kommen kann«.
2. Und so wird man ein Mühseliger und Beladener, den
a. Jesus erquickt ,
b. ihm das sanf t e Joch der Verleugnung seiner selbst auf erlegt
und
c. ihm unt er viel t ausend Übungen seinen und seines Vat ers
N amen immer bekannt er macht , so daß man ein recht er
Got t esgelehrt er wird, (wohlgemerkt !) wenn man das Suchen in
der Schrif t dabei immer als sein H aupt werk betreibt .
B. Folge und Fort gang:
Wenn man zur Erkennt nis Got t es und Jesu Christ i gekommen
ist , dann f ührt sie einen immer weit er in die Got tseligkeit . D as
ist aus 2. K orint her 3 und 4 schön zu ersehen.
48
1. Alsdann st rahlt einem die K larheit Got t es in dem Angesicht
Jesu Christ i ins H erz. Man glaubt an Got t und glaubt an Jesus
durch die Erleucht ung des heiligen Geist es (2. K orint her 3.
18). D a ist die nächst e Wirkung in den Gläubigen,
a. daß sie ihr Unvermögen und ihre Unwürdigkeit in
geist lichen D ingen immer mehr erkennen lernen. Ehe man
erleucht et wird, ist man durch die Eigenliebe blind; aber das
sanf t e Licht der himmlischen K larheit deckt einem diese
Blindheit auf , und darnach heißt es: »N icht daß wir t ücht ig
sind. . .« (2. K orint her 3, 5). Bekommt man aber ein Amt des
N euen Test ament es, so schreibt man es der laut ern
Barmherzigkeit Got t es zu, sowohl was den Beruf (2. K orint her
4 1) als auch was die Tüchtigkeit dazu bet rif f t (2. K orint her3,
5. 6);
b. daß sie sich der sanf t en Wirkung der himmlischen K larheit
überlassen. D a ist dann der menschliche Geist diejenige
Fähigkeit der Seele, welche die göt t liche Wirkung mit Freude
erleidet . D as ist keine Schwärmerei, weil diese Wirkung mit der
Erf orschung der heiligen Schrif t verbunden ist .
c. D urch diese Erleucht ung kommt Friede und Freude im
heiligen Geist , daher man mit auf gedeckt em Angesicht di e
K larheit des H errn anschaut und in seinem ganzen Amt große
Freudigkeit und Freimüt igkeit gebraucht (2. K orint her 3. 12).
Auch diesen f reudigen Freimut bekommt man durch das
Forschen in der Schrif t . Manche redlichen St udierenden
dringen bei ihrer Erweckung auf die Gewißheit ihres
Gnadenst andes. Bis sie nun diese erlangen, wollen sie das
Forschen in der Schrif t beiseit e set zen. D ahint er verst eckt sich
of t der Eigensinn (Sirach 51, 38).
d. D urch die Erleucht ung wird endlich das ganze Bild Got t es
in dem Menschen wieder hergest ellt (2. K orint her 3, 18). D iese
Erneurung geht aber nach den St uf en unsers Glaubens. Römer
1, 17 heißt es: »Aus Glauben in Glauben« und so hier: »Von
K larheit in K larheit « (2. K orint her 3, 18).
2. Aus dieser Erleucht ung ergeben sich hernach besonders f ür
St udierende der Theologie wicht ige Pf licht en:
49
a. daß sie nicht im geringst en mehr mit der Sünde
Gemeinschaf t haben (2. K orint her 4, 2); denn das Licht der
himmlischen K larheit deckt auch die verborgenst en Winkel des
menschlichen H erzens auf (Johannes 3, 20). Sie st raf t unsere
Werke. so daß nicht das geringst e Fremdart ige mit diesem
Licht Gemeinschaf t haben kann;
b. daß sie um der Wahrheit Got t es und Christ i willen gern
leiden und nicht müde werden (2. K orint her 4, 2. 7-18); denn
der alt e Mensch muß darüber in den Tod und in die
Verwesung gehen (2. K orint her 4, 16). N icht s bewahrt uns
auch mehr vor dem H ochmut und der Eigenliebe als die
ununt erbrochene Gemeinschaf t des K reuzes Jesu. D arum
schickt uns Gott auch of t von außen her Trübsal. und das ist
die dem St udierenden der Theologie so heilsame Anf echt ung.
D urch sie kommt man in das recht e Geleis, so daß man nicht s
mehr wissen will als Jesus Christ us, den Gekreuzigt en (1.
K orinther 2).
c. daß sie überhaupt Gott und Jesus Christ us leben und
st erben: dem H errn Jesus Christus, der f ür sie gest orben ist (2.
K orinther 5) und Gott , dem Vat er, dessen K necht e sie sind (2.
K orinther 6. 7). So wird ihre Theologie zu einer wahrhaf t
prakt ischen. D as St udieren selbst muß man mit
f ort währendem Vergnügen vermischen, so daß man das
St udium der Wissenschaf t en mehr als ein Vergnügen, denn als
eine schwere Arbeit ansieht . K ein größeres Vergnügen aber
läßt sich denken, als wenn das Gemüt mit Licht , Glauben und
Freude über das H eil erf üllt ist , das ist Vergebung der Sünden,
Gnade und ewiges Leben, das uns durch Christ us geschenkt
wird, und wenn man im Glanz dieses Licht es, Got t im Geist
des Gemüts ohne Unt erlaß, selbst mit t en in der Arbeit ,
f röhlich anruf t ; denn denen, die ihn anruf en, ein-ergibt sich
Got t , umarmt und küßt sie auf s lieblichst e und erleicht ert
ihnen das K reuz.
O Jesu, bewahr e uns, daß wi r i n di eser Z ei t ni cht von den L ehr en der
U ngl äubi gen unt er dem Schei n der W ahr hei t ver führ t wer den und am
G l auben Schi ffbr uch l ei den. A men.“
50
VI I I . Hermeneutische Bi lligkeit
N achf olgend wird die Themat ik behandelt , wie die
hermeneut ischen N eigungen des D ispensat ionalismus
einzuschät zen sind. H ierzu bedienen wir uns dem D enkmodell
einer H ermeneut ik der Billigkeit , die von Georg Friedrich
Meier (1718-1777) maßgeblich ent wickelt worden ist .
118
D ieses D enkkonst rukt behandelt grob umrissen die Aspekt e
von wahr und unwahr.
D abei geht es zunächst einmal darum, den Sinn einer
zweif elhaf t en und vieldeut igen Rede gelt en zulassen, sof ern
eben nicht das Gegent eil bewiesen werden kann.
119
N ach Meier lesen wir jet zt einf ührend die Aussage:
„ A l l e unbi l l i ge A usl egung i st fal sch, und den Regel n der Si t tenl ehr e
zuwi der .“ (§ 91 nach M ei er).
„ D i e U nbi l l i gk ei t ei nes A usl egers (i ni qui t as i nt er pt r et i s) i st di e N ei gung
dessel bi gen, di ej eni ge Bedeut ung für her meneut i sch wahr zu hal t en, wel che
mi t den V ol l k ommenhei t en des U r heber s schl echt über ei nst i mmt , obgl ei ch
i hr e U nr i cht i gk ei t bewi esen wer den k ann.“
(§ 91 nach M ei er ).
D ie t at sächliche Sit uat ion der H aushalt ungslehrer best eht
nunmehr darin, dass sie ihre Lehre f ür wahr halt en, wobei
diese Lehre aber noch nicht einmal mit dem normalen
Menschenverst and aus der Bibel ableit bar sind.
D em D ispensat ionalismus wird indes von den Verf echt ern
einer ref ormat orischen Lehre vorgeworf en, dass ihr
D enksyst em nicht mit dem vollkommenen Gott als dem
Urheber der H eiligen Schrif t übereinst immt. D ie
dispensat ionalist ische H ermeneut ik wird sodann als
rat ionalist ische I rrlehre eingest uf t , wobei nunmehr in diesem
K ont ext hint erf ragt wird, ob die zweif elhaf t en und vieldeut igen
Reden jener Prot agonist en noch st ehen gelassen werden
können oder nicht .
51
Bis zum N achweis des Gegent eils ist die jeweilige
I nt erpret at ion f ür wahr oder richt ig zu halt en, die „ mit den
Vollkommenheit en des Urhebers der Z eichen am best en
übereinst immen“ (§ 39 nach Meier)
120
D aher muss das Gegent eil zur H aushalt ungslehre erwiesen
werden.
D ie hermeneut ische Billigkeit erf ordert indes immer ein
genaues St udium der Bibel im Gesamt kont ext .
121
H ermeneut ische Billigkeit wird des Weit eren auch als die
Annahme gleicher Vernunf t beim Aut or wie beim
K omment ator verst anden.
122
Auf grund des sündhaf t en Wesens
aller Menschen ist eine solche Gleichset zung jedoch schwer
vorst ellbar.
„ D em Wunderbar-Unt erhalt samen gebührt derselbe
hermeneut ische K redit wie der Ost ent at ion
123
logischer
Rat ionalit ät oder ‘f akt ischer’ Wahrheit . Vorausset zung daf ür ist
jedoch nicht die Forderung nach ‘hermeneut ischer Billigkeit ’,
sondern nach ‘hermeneut ischer Glaubwürdigkeit ’. Mit anderen
Wort en: Verst ehen mißlingt, … solange es sich ausschließlich
an Rat ionalit ät orient iert ; wahres Verst ehen dagegen kult iviert
das Et hos der D if f erenz.“
124
D araus ergibt sich, dass es keine
Grenzen der I nt erpret at ion geben darf , die durch Menschen
best immt werden.
125
I ndes best eht aber auf Seit en des
D ispensat ionalismus ein D rang zur Gleichschalt ung bzw. zur
Vereinheit lichung aller Glaubensinhalt e, sodass jenes
St rukt urdenken anf ällig ist , f ür menschlichen H ochmut . Um
diesem H ochmut zu begegnen, wird nachf olgend auf gezeigt ,
dass das willkürliche Auslegungsverhalt en
126
der
D ispensat ionalist en im Sinne von Georg Friedrich Meier
unbillig ist , weil dieses Verhalt en von denkenden Wesen
abhängt
127
und daher nicht von Gott eingegeben sein kann,
zumal sich der Menschenverst and kont rär zur Gnade Got t es
verhält . Es st ellt sich also die Frage, ob es einen
Z usammenhang zwischen der hermeneut ischen Billigkeit
gegen Got t und der Billigkeit bei der Auslegung willkürlicher
Z eichen(-ident if ikat ion) besteht .
128
52
N un beruht die menschliche Verdrehung der H eiligen Schrif t
auf der Basi s von Willkür. Welcher Grad von menschlicher
Willkür ist indes noch hinnehmbar? D er schmale Grad
zwischen der lehrmäßigen Wissensvermit t lung und einer
manipuliert en I nf ormat ionsdarst ellung st ellt mit hin jeden
Menschen vor das Problem, den richt igen Umgang mit der
Bibel f ür sich selber zu erkennen. Schrif t ist Schrif t und die
Schrif t ist mit der Schrif t auszulegen. D ie D ispensat ionalist en
halt en sich aber nicht daran.
D aher muss so gut wie möglich das Gegent eil der
H aushalt ungslehre erwiesen werden, um auf zeigen zu können,
wie sehr der D ispensat ionalismus nicht mit Got t
übereinst immt und somit unglaubwürdig ist . Um Fälschungen
of f en legen zu können, braucht man hingegen das Original,
aber nicht K ennt nisse vom Original. D ies gilt auch f ür das
Schrif t prinzi p. D ie Schrif t in Menschenhand reicht nämlich
alleine nicht aus. D er H eilige Geist muss immer helf en!
D eshalb kann dieser Widerlegungsversuch nur mit H ilf e des
H eiligen Geist es beim jeweiligen Leser erf olgen. H ingegen
bedarf es zur D arst ellung einer Unglaubwürdigkeit von Seit en
des D ispensat ionalismus auch des Menschenverst andes.
Es ist zu beacht en, dass eine Bibelauslegung immer nur in
Übereinst immung bzw. im Verhält nis zum eigenen Glauben
(nach Römer 12,6) geschieht.
D ie durch den Menschen bewirkt e Gleichschaltung von
möglichen Glaubensinhalt en ent spricht jedoch nicht Römer
1,17.
" V er hör ' al l er M enschen l eer nach dem G l auben und nach dem
geschr i ebenen W or t ; denn ei ni ge r ühmen den G l auben hoch, l ehren aber ,
was gegen di e Schr i ft i st , di e nach dem G l auben r echt verst anden wi r d.
U mgek ehr t si nd vi el e gel ehr t , haben aber k ei nen G l auben; di e sol l t en auch
ni cht di e Schr i ft l ehr en; denn di e Schr i ft muß al l ei n dur ch den G l auben
ver st anden wer den und der G l aube, ob er recht sei , al l ei n an der Schr i ft
er wi esen wer den, di e dur ch den G l auben r echt verst anden wi r d."
(nach: Z wi ngl i – CR 106; 773, 20-22).
129
53
I X. Die fünf Bücher Mose
D ie Widerlegung beginnt bei den Büchern Mose, um die
Ausgangsbasis zu best immen.
D ie zent rale Aussage aus dem Buch 1. Mose lässt sich aus den
Bibelversen in 1. Mose 24, 50 ; 17, 1 ; 1, 3.7 ; 1, 26-27.28
ableit en. D anach ist die Sache vom H errn ausgegangen, weil
Got t allmächt ig ist , jeweils ein Wort sprach, und es nach
diesem Wort so geschah, wie es Got t gesprochen hat t e.
H ierzu sah Got t , dass es gut war. Gott schuf insbesondere
den Menschen nach seinem Ebenbild. Somit handelte Got t
zunächst in der I nt erakt ion mit sich selber. I m K ont ext der
Bibel ist dies einzigart ig. D araus ergaben sich aber
K onsequenzen, so insbesondere die Wechselbeziehung Got t es
zu Adam und Eva. I ndes verändert e der Sündenf all (1. Mose
3, 6) diese Beziehung, sodass Got t st raf en musst e, weil vorher
er durch sein Wort die K onsequenz des Todes angekündigt
hat t e. Allerdings kündigt e Got t in 1. Mose 3, 15 einen
besonderen Gnadenbund an, welcher Ret t ung bringt . H ierzu
verweist 1. Mose am Beispiel des Abraham – d.h. in diesem
Fall am Beispiel eines gläubigen Menschen - , dass sich der
Mensch in demüt iger Bereit schaf t auf dem Weg zu Got t
machen solle (H ebr äer -E i genschaft ). Wenn Got t nunmehr einen
Menschen anrührt (1. Mose 32, 26), dann lenkt er auch das
H erz des Menschen, obwohl es böse ist (1. Mose 8, 21). D abei
ret t et Got t außerdem die Seele des Menschen (1. Mose 32, 31)
– hier am Beispiel von Jakob, wobei Got t dem Jakob
während/ bei/ nach seiner Ret t ung einen neuen N amen gab.
D ieser N ame laut et I sr ael und bedeut et soviel wie K ämpf er
Got t es D es Weit eren ent hält 1. Mose wesent liche Aussagen
über das Wesen und die N atur Got t es. Gott ist also außerdem
t reu, gerecht , langmüt ig, gnädig, st ark, vorhersehend, wahrhaf t
und zornig. Got t liebt !.
D er wicht ige Aspekt der H ebräer-Eigenschaf t in 1. Mose wird
in 2. Mose dadurch auf gegrif f en, dass sich Got t als den „ G ot t
der H ebr äer “ bezeichnet (u.a. 2. Mose 3, 18). D eshalb sucht und
54
bewirkt Got t nicht nur demüt ige Menschen, sondern auch
got t esf ürcht ige Menschen (2. Mose 1, 17.21), welche sich
außerdem heiligen (2. Mose 19, 10 ). Jedoch liest man, dass –
so Gott will – erst das Wort des H errn (2. Mose 9) bzw. die
St imme des H errn (2. Mose 23) Furcht und Gehorsam beim
I ndividuum bewirkt . D agegen kont rast iert 2. Mose in seiner
zent ralen Themat ik den von Gott bewirkt en kollekt iven
Auszug aus der Gef angenschaf t in Ägypt en. D ieser Auszug
zeigt den Willen Got t es auf , dass die Menschen erkennen
sollen, dass I srael zur Erret t ung auserwählt worden ist und
deshalb abgesondert wird (2. Mose 11, 7). D ieser Unt erschied
soll auch längerf rist ig als Z eichen f ür die Generat ionen
bewahrt werden. D arum bet ont Got t auch sein Wort als
ewige Ordnung (2. Mose 12, 24) mit t els Geset z. Einzigart ig
f ür 2. Mose st ellt dabei die Aussage Got t es die große
Bedeut ung heraus, dass Got t das I ndividuum und das
K ollekt iv gleichset zt und I srael als Erst geburt den Vorrang gibt
(2. Mose 4, 23). D ieser Umst and ist besonders wicht ig im
Erkennen der Priest erschaf t nach 2. Mose 19,5.6, denn ganz
I srael sollt e das Priest ert um einnehmen, weil ganz I sr ael das
Eigent um von Gott ist . Jedoch war die aaronit ische
Priest erschaf t (2. Mose 28,1f f .) nur auf Z eit von Got t gedacht
und zwar nur f ür das kollektive I srael . Währenddessen galt die
aaronit ische Priest erschaf t gegenüber jedem einzelnen Mensch
von I srael . D agegen liegt im Gesamt kont ext zur Bibel die
Sicht weise vor, dass die aaronit ische Priest erschaf t als
nachrangig gegenüber der ewigen Priest erschaf t eines einzigen
Mannes namens Melchisedek aus 1. Mose 14,18 bef unden wird
(vergleiche H ebräer 7 mit der Fest st ellung, dass das
H ohepriest ertum Jesu nach der Ordnung Melchisedeks
erhabener ist als das Priestert um nach der Ordnung Aaron).
I ndes ergab sich aber ein I nteressenkonf likt f ür jeden I sraelit en
in Bezug auf den Gehorsam gegenüber Got t und zwar im
Sinne von Pro-I ndividuum / K ont ra-K ollekt iv. D enn das
einzelne „ I ch“ st eht nämlich diesbezüglich nicht nur
gegenüber Gott zur D isposit ion, sondern auch gegenüber der
bet ref f enden Gemeinschaf t .
N ach dem in 2. Mose beschriebenen Auszug aus Ägypten hält
es Got t f ür not wendig, sein I srael in 3. Mose daran zu
erinnern, dass er sie aus Ägypt en herausgef ührt und sie deshalb
geheiligt hat . D arum und insbesondere weil Got t selbst heilig
55
ist , f ordert er I srael auf , sich zu heiligen, indem sie sein
Wohlgef allen suchen. Z um Wohlgef allen Got t es gelangt e das
Volk I srael durch Opf ergaben, wobei sie aber dagegen erst
durch ihren gehorsamen Wandel vor Got t f ür ihn geist lich
annehmbar waren. D ie zent rale Aussage des Buches bef indet
sich in 3. Mose 16, 20 – 22, wonach ein Z iegenbock f ür alle
Sünden eines Jahres den st ellvert ret enden Tod als Sühneopf er
f ür I srael erleidet , während ein anderer Z iegenbock di e ihm
auf erlegt en Sünden in die Wüst e t ragen soll. I m K ont rast zu
dieser kollekt iven Reinigung von der Schuld st eht die
individuelle Reinigung der Schuld mit t els Bekennen der Sünde
und D arbringung eines Schuldopf ers (3. Mose 5,5.6). Einzig-
art ig im K ont ext zur gesamt en Bibel beschreibt das Buch 3.
Mose die Rolle des Blut es (3. Mose 17, 11), welches bei
Opf erungen vergossen wird, denn darin ist die Seele eines
jeden I ndividuums – sei es Mensch oder Tier – enthalt en.
N ach dem göt t lichen Grundsat z „ Seele um Seele“ in 3. Mose
24, 18 best immt sich somit das Recht vor Got t , denn Got t
best immt die Regeln, welche I srael anzuerkennen hat .
D as Buch 4. Mose lenkt die Auf merksamkeit des Lesers auf
den heiligen Wert und die Bedeut ung des Wort Got t es. Es
best eht ein wirksamer Z usammenhang von den Versprechen
Got t es und der Einhalt ung seiner Versprechen. D azu spielt
aber der von Got t gef orderte Gehorsam des Volkes I srael eine
große Rolle. Wer also Gott gehorcht , erhält den Lohn, aber
wer nicht gehorcht und Gott nicht nachf olgt (4. Mose 14, 43),
wird best raf t . I ndes f olgt e aber nur der Mann namens K aleb
völlig Got t nach (4. Mose 14, 24) – daneben erhält auch Josua
eine bedeut ende Rolle, weil beide einen anderen Geist hat t en.
Bei der Wüst enreise bis ins verheißene Land gibt Gott dem
Mose die göt t liche Autorität (4. Mose 12, 3.8), f ür ihn zu
reden. Weit erhin entscheidet allein Gott , wer heilig ist , sich
ihm zu nähern (4. Mose 3, 12-13; 16, 5). Als besonders
abgesondert e Menschen sollen die Levit en den H eili gungs-
und Entsündigungsdienst ausüben. Allerdings st eht das
Versprechen Got t es zur Besit zübergabe des Landes K anaan im
Gegensat z zu den menschlichen Z weif eln, Sorgen und
Ängst en, so dass sich I srael nach Ägypt en zurücksehnt . D ieses
Murren des Volkes bewirkt Got t es Z orn durch Bestraf ung.
D agegen zeigt die zent rale Aussage des Buches die
Ret t ungsmöglichkeit durch die „ ehernde Schlange“ (4. Mose
56
21, 8-9) auf , indem man (das Volk I srael) sie ansieht . Z u
bemerken wäre hier, dass es nur eine Schlage war. Einzigart ig
zeigt Got t hier dem Menschen seine persönliche
Sündhaf t igkeit vor Got t auf und dass sich der Mensch vor
seiner eigenen Sünde nicht verst ecken kann (4. Mose 32,
22.23). H ierbei legt Gott den Verant wort ungsbereich des
I ndividuums gegenüber der Gr uppe f est .
130
I m Buch 5. Mose redet e Mose f ast am Ende der Wüstenreise
rückblickend zum Volk I srael, bevor es den Jordan
überschreit en soll. I n seiner Predigt zeigt e Mose auf , wie der
Weg I sraels durch die Wüst e war, nämlich get ragen durch Got t
(5. Mose 1, 31 ; 2, 7) , um si e zu demüt igen, zu prüf en und zu
erziehen (5. Mose 8, 5.16). Mose st ellt ebenso I srael die
unglaubliche Macht f ülle und die Gnade Gott es vor Augen, wie
er das Volk I srael aus Ägypt en herausgef ührt und somit
geheiligt hat . D aher ist es auch verst ändlich, dass ein
zukünf t iger K önig I sraels das Volk nicht wieder nach Ägypt en
zurückf ühren solle (5. Mose 17, 16). Wicht ig sei nunmehr der
Gehorsam I sraels gegenüber dem Wort Gott es (5. Mose 4, 2 ;
13, 1 ; 24, 18) , es zu bef ol gen. D abei kont rast iert Mose, wie
wicht ig Got t sein eigenes Wort ist , indem Mose auf den
Schwur Got t es gegenüber Abraham, I saak und Jakob hinweist
(5. Mose 9, 5) , welchen Gott auf recht erhält . D ie Bedingungen
Got t es an I srael sind außerdem in kurzer Fassung in 5. Mose
10, 12.13 zu lesen. D ie zent rale Aussage von 5. Mose dürf t e in
5. Mose 6, 4-6 ; 30, 14 liegen, wonach die N ähe des Wort
Got t es im H erzen eines Menschen die persönliche Beziehung
zu Got t of f enbart und dass das Wort Got t es den Menschen
wirksam in Beschlag nimmt , es zu t un. D ies insbesondere
dann, wenn I srael über den Jordan ins Land K anaan gezogen
ist , damit Gott ihnen Ruhe verschaf f t (5. Mose 12, 10).
Wesent licher Best andt eil der ehrf ürcht igen N achf olge zu Got t
sei deshalb das Beiseit eschaf f en des Bösen aus der Mit t e I sraels
(5. Mose 13, 6 u.a), aber Got t sieht nicht die Person im
Einzelnen an (5.Mose 10,17), denn Got t ist unbest echbar und
bevorzugt auch niemanden (beim Heben des Gesichts – siehe
Kapitel XVI I . und XVI I I m). D ies relat iviert die St ellung des
Volkes I srael als Gruppe, sodass im Gegenzug die einzelne
Person vor Gott eine gewicht igere Rolle spielt . D ie
persönliche Beziehung von jedem einzelnen Menschen zu
Got t rückt daher als geist liches Prinzip in den Vordergrund.
57
D ies gilt vor allem auch f ür das irdische I srael. Ausgangsbasis
f ür weit ere geist liche Prinzipien ist also Gott im Gegenüber
zum jeweiligen Menschen. Unser Got t ist vor allem ein
lebendiger Got t (5. Mose 5,26) und außer ihm allein gibt es
keinen weit eren Gott (5. Mose 4,35).
X. I n Sachen Hebräer
D ie Vert ret er einer Lehre der H aushalt ungen bef inden im
Vorf eld ihrer H erangehensweise an die Bibel, die sie ebenf alls
H ermeneut ik bezeichnen, dass das irdische Volk I srael eine
wicht ige Rolle vor Got t einnehme, zumal Gott es ja erwählt
habe, so ihre Auslegung zu 5. Mose 7,6. Jedoch verkennen
diese Prot agonist en den göt t lichen Z weck aus diesem
Bibelvers, denn diese Erwählung Got t es bezog sich
ausschließlich auf das Gebiet der Erde und nicht auf die
himmlische Welt . D ie Erwählung I sraels geschah von Got t
außerdem nur zugunst en seines Ruf es (seines N amens, vgl.
Apost elgeschicht e. 15,14), damit nämlich zunächst erst einmal
das Volk I srael nach Got t suchen sollt e.
N unmehr behaupt en aber die D ispensat ionalist en, dass alle
I sraelit en von Got t den erret t enden Glauben bekommen
haben und die Got t essuche in Jeremia 29,12-14 dagegen nur
als Gehorsamswiederholung angesehen wird.
„ Ruft i hr mi ch an, geht i hr hi n und bet et zu mi r , dann wer de i ch auf euch
hör en. „ U nd sucht i hr mi ch, so wer det i hr mi ch fi nden, j a, fr agt i hr mi t
eur em ganzen H er zen nach mi r , so wer de i ch mi ch von euch fi nden l assen,
spr i cht der H E RR… “ (Jer emi a 29,12-14)
Als Gehorsamst at und Best andt eil dieser Gott essuche wird vor
allem angesehen, dass die I sraelis von Gott die Auf f order ung
bekommen, ihr eigenes H erz zu beschneiden (5. Mose 10,16),
indem sie sich nach den Geset zen ausricht en. D agegen
verkennen sie aber die Fort set zung jener Auf f orderung aus
dem Bibelvers in 5. Mose 30,6, welcher besagt , dass Got t die
H erzen beschneiden wi rd, damit sie den H ERRN , ihren Got t ,
58
mit deinem ganzen H erzen und mit deiner ganzen Seele.
lieben, auf dass sie am Leben bleiben. D iese Verheißung galt
indes f ür die Z ukunf t der I sraelis (so auch in Jeremia 24,7). I st
es denn nicht jet zt bereits erkennbar, dass sowohl die Juden als
auch die christ lichen Z ionist en eine Verheißung f ür die
Z ukunf t in die Gegenwart t ransport ieren und zusät zlich dann
auch noch eine von Gott ausgeübt e „ Fremdleist ung“ als
„ not wendige Eigenleist ung“ f ür das Seelenheil best immen?
„ U nd der H er r hat gesprochen: W ei l di eses V ol k mi t sei nem M und si ch
naht und mi t sei nen L i ppen mi ch ehr t , aber sei n H er z fer n von mi r häl t
und i hr e F ur cht vor mi r nur angel er nt es M enschengebot i st ; dar um, si ehe,
wi l l i ch wei t er hi n wunder bar mi t di esem V ol k handel n, wunder bar und
wunder sam. U nd di e W ei shei t sei ner W ei sen wi r d ver l oren gehen und der
V er st and sei ner V er st ändi gen si ch ver bergen. … “ (Jesaj a 29,13.14).
Mit einem ent sprechenden K ausalit ätsdenken hinsicht lich
Ursache und Wirkung müsst e jedoch f ür einen normal
denkenden Menschen – ni cht j edoch für den D i spensat i onal i st en -
plausibel sein, dass ein Gehorsam vor Gott nur möglich ist ,
wenn man den Glauben von Got t bekommen hat , nachdem
man ihn gesucht hat . Folglich kann kein Mensch gehorsam
sein, bis ihn Gott eben dazu bef ähigt hat . Aber wie sieht so ein
Gehorsam eigent lich aus?
Vor allem ist f raglich, was in diesem Z usammenhang
überhaupt ein Gehorsam gegenüber Gott ist . D ie Suche nach
Got t wird mit der Beschneidung des H erzens belohnt . Jedoch
sucht e aber das irdische Volk I srael nicht nach Gott (Jesaja
9,12 ; 30,1; 31,1; H osea 7,10; Z ef anja 1,6), sodass die I sraelis
daher auch keine von Got t beschnit t enen H erzen auf weisen
können.
Si ehe, T age k ommen, spr i cht der H E RR, da wer de i ch al l e an der
V or haut [ des Geschl echtst ei l es der ] Beschni t t enen [ M änner ] hei msuchen:
Ä gypt en und Juda und E dom und di e Söhne A mmon und M oab und
al l e mi t geschor enen H aar r ändern, di e i n der W üst e wohnen. D enn al l e
N at i onen si nd unbeschni t ten, und das ganze H aus I sr ael hat ei n
unbeschni t t enes H er z. (Jer emi a 9,24)
59
Mit dem Tod von Jesus am K reuz von Golgat ha verlor
nunmehr aber das Volk I srael seine alleinige Auf gabe, nach
Got t zu suchen, denn nach Apost elgeschicht e 15,17 sind jet zt
alle Menschen dazu eingeladen, sich auf die Suche nach Gott
zu begeben.
I m Z usammenhang mit der H erzbeschneidung verleugnen
indes die Verf echt er des D ispensat ionalismus Römer 2, 28.29,
sodass man durchaus ins Fragen kommen kann, auf welcher
Grundlage sie ihren Glauben vert eidigen.
„ D enn ni cht der i st ei n Jude, der es äußer l i ch i st , noch i st di e äußer l i che
Beschnei dung i m F l ei sch Beschnei dung; sonder n der i st ei n Jude, der es
i nner l i ch i st , und Beschnei dung i st di e des H er zens, i m G ei st , ni cht i m
Buchst aben. Sei n L ob k ommt ni cht von M enschen, sonder n von G ot t .“
(Römer 2, 28.29).
Obwohl zumindest die I sraelis des St ammes Juda dem N amen
nach Juden sind, so sind sie aber keine Juden vor Got t .
Jedoch lieben es diese D ispensat ionalist en f alsche Lehren an
den Mann zu bringen. So auch die f alsche Lehre mit der
„ H üt t e D avids“ in Apost elgeschicht e 15,16. Für die
christ lichen Z ionist en ist nämlich die Hüt t e D avids ein Symbol
f ür das Land I srael, dessen Macht mit dem K ommen des
Erret t ers angeblich wieder erst arken solle (vgl. Amos 9,11).
Symbolhaf t gilt die H ütt e D avids auch f ür die St adt Jerusalem,
zumal mehrmals die St adt Jerusalem zerst ört worden ist .
Z usät zlich zeigen auch andere D ispensat ionalist en auf , dass es
sich bei der " H üt t e D avids" um die K önigsherrschaf t , die Got t
dem D avid und seinen N achkommen verheißen hat , handeln
würde D ieser Schrif t verdrehung muss dagegen einf ach mit
Galat er 3,16 begegnet , um ihrer mangelnden Schrif t kennt nis
auf zuhelf en:
„ D em A br aham aber wur den di e V er hei ßungen zugesagt und sei ner
N achk ommenschaft . E r spr i cht ni cht : " und sei nen N achk ommen" , wi e
bei vi el en, sonder n wi e bei ei nem: " und dei nem N achk ommen" , und der
i st Chr i st us.“ (G al at er 3,16).
Jesus ist nämlich der ei ne N achkomme, um den es hier geht .
60
„ U m [ nun] den Chi l i asmus al s ei ne di rek t der Schr i ft wi derspr echende
I r r l ehre zu er k ennen, behal t e man di e fol genden E i nzel hei t en i m A uge:
1. D er Chi l i asmus l ehr t ei n doppel t es noch bevor st ehendes si cht bar es
Kommen Chr i st i , ei n si cht bar es Kommen zur A ufr i cht ung des
T ausendj aehr i gen Rei ches und ei n si cht bar es Kommen zum al l gemei nen
W el t ger i cht . D i e Schr i ft hi ngegen zaehl t H ebr . 9,28 di e si cht bar en
A dvent e Chr i st i auf und sagt ausdr ueck l i ch, dass nach Chr i st i Kommen
i n das F l ei sch, das zum Z weck der Suendent i l gung der M enschen geschah,
nur noch sei n si cht bar es Kommen zur E i nführ ung der Sei nen i n di e
Sel i gk ei t zu er war t en sei .
2. D er Chi l i asmus l ehr t ei ne doppel t e A ufer st ehung der T oten, genauer
ausgedr ueck t : ei ne A ufer stehung der T ot en i n zwei A bt ei l ungen, ei ne
A ufer st ehung der M aer tyr er und besonder s fr ommer Chr i st en zur
H er r schaft i m T ausendj aehr i gen Rei ch auf E r den und ei ne A ufer st ehung
der gewoehnl i chen Chr i st en und al l er M enschen zum W el t ger i cht .
Chr i st us hi ngegen ver wei st al l e, di e an i hn gl auben, nur auf di e
A ufer weck ung am Juengsten T ag (Joh 6,40).
3. D er Chi l i asmus ver k ehr t di e Schr i ft l ehr e von der chr i st l i chen
H offnung. M i t sei ner A nnahme ei nes noch bevorst ehenden t ausenjaehr i gen
Rei ches auf E r den, das ei ne F r i edensper i ode und ei ne H er rschaft der
Chr i st en ueber di e ungl aeubi ge W el t i n si ch schl i essen sol l , l enk t er di e
H offnung der Chr i st en zunaechst auf das D i essei t s, naeml i ch auf ei ne
t ausendj aehr i ge F r i edensper i ode i n di eser W el t und ei ne t ausendj aehr i ge
H er r schaft der Chr i sten ueber di e ungl aeubi ge W el t . G anz ander s di e
Schr i ft . Si e beschrei bt den W eg, der al l en Chr i st en von der apostol i schen
Z ei t bi s zum Juengsten T ag veror dnet i st , al s vi a cr uci s (A post .14,22).
D i e Ruhe und i hr L ohn fol gt er st i m H i mmel (M at t h. 5,3 ff.). U nd
wenn Paul us Phi l 3,20f. si ch mi t al l en Chr i st en zusammenfasst und i hr e
gemei nsame Z uk unft shoffnung beschr ei bt , so erwaehnt er ni cht ei ne
t ausendj aehr i ge F r i edens- und H er r schaft speri ode auf E r den, sonder n nur
di e hi mml i sche Sel i gk ei t .
W as di e W i r k ung des Chi l i asmus auf das gei st l i che L eben der Chr i st en
bet r i fft , so i st zu sagen, dass di e mi t dem Chi l i asmus geset zt e V erk ehr ung
der Chr i st ushoffnung dem gei st l i chen L eben der Chr i st en sehr schaedl i ch
und gefaehr l i ch i st . W o der Chi l i asmus er nst genommen wi r d, d.h. i n das
H er z ei ndr i ngt , da l enk t er das H er z und Si nn ab von der ver bor genen
61
gei st l i chen H err l i chk ei t des Chr i st enl ebens, di e i n der G ewi sshei t der
V er gebung der Suenden und des zuk uenft i gen hi mml i schen E r bes best eht ,
und set zt an der en St el l e di e E r war t ung ei ner aeusser en und i r di schen
G r oesse. E r ent wer tet so gewal t i ge und her r l i che W or t e wi e Joh. 14,27
und 16,33. D er Chi l i asmus i st ni cht mi t dem W or t Chr i st i : „ Si ehe, das
Rei ch G ot tes i st i nwendi g i n euch“ zufr i eden, sonder n wi l l , dass das Rei ch
G ot t es mi t aeusser l i chen G ebär den k ommen sol l , und man sagen k oenne,:
„ Si ehe, da i st es!“ Kur z, di e Schr i ft l ehr t ni cht den Chi l i asmus, sonder n
war nt vor i hm.“
131
D ie H eilige Schrif t – das Wort Got t es – die Bibel warnt daher
auch (indirekt ) vor dem D ispensat ionalismus !
„ Siehe, das Reich Got t es ist inwendig in euch“ (Lukas 17,21 –
lese bit t e die f rüheren Lutherbibeln bis einschließlich 1912 –
„ inwendig in“ – griechisch: ent os“ ).
I m Sinne der H ebräer-Eigenschaf t , die man aus den f ünf
Büchern Mose entnehmen kann, best and hingegen vor langer
Z eit die Auf f orderung Gott es an best immt e Menschen, sich
auf den Weg zu machen – räumlich gesehen. D agegen ist aber
die Suche nach Got t ein Merkmal des Si ch-A uf-D en-W eg-
Begebens im H erzen. D ies ist ein geist liches Prinzip! Gehe los
„ und mach dich bereit , deinem Got t zu begegnen, I srael.“
(Amos 4,12), weil:
„ I ch habe er k annt , H E RR, dass der W eg des M enschen ni cht i n sei ner
M acht st eht und dass es k ei nem, der geht , gegeben i st , sei nen Schr i tt zu
l enk en.“ (Jeremi a 10,23)
XI . I n Sachen Neuer Bund
I n der Bet racht ung des N euen Bundes st ellt sich zunächst die
Frage, was denn überhaupt ein Bund ist . N ach einer
Auf f assung wird die Bezeichnung so f ormuliert :
E i n Bund i st ei ne Bezi ehungszusage G ot t es, di e dur ch Bl ut besi egel t i st
und souver än von G ot t ver or dnet i st !
62
Also eine Beziehungszusage, die man sozusagen mit dem
Ehebund vergleichen kann. Es ist ref ormat orische Lehre, dass
der N eue Bund f ür die Gemeinde gilt . D ie Vert ret er des
D ispensat ionalismus meinen dagegen, die Gemeinde hät t e mit
dem N euem Bund nichts zu t un, denn ein Bund würde ja aus
Regel best ehen. D emnach wird et was Unverbindliches auf die
Gemeinde von der Lehre der H aushalt ungen übertragen,
wobei dagegen aber die Gemeinde eben nicht unverbindlich
ist . D ass mit hin ein Bund von Got t verordnet ist , so hat der
Mensch hat nichts dran zu deut eln.
„ U nd er sagt e: H err , H E RR, wor an sol l i ch erk ennen, dass i ch es i n
Besi t z nehmen wer de? D a spr ach er zu i hm: Br i ng mi r ei ne dr ei j ähr i ge
Jungk uh, ei ne dr ei j ähr i ge Z i ege und ei nen dr ei j ähr i gen W i dder , ei ne
T ur t el t aube und ei ne j unge T aube. U nd er br acht e i hm al l e di ese. U nd er
zer t ei l t e si e i n der M i t t e und l egt e j e ei nen T ei l dem ander en gegenüber .
D i e V ögel aber zer t ei l te er ni cht .“ (1. M ose 15, 8-10). „ U nd es geschah,
al s di e Sonne unt ergegangen und F i nst er ni s ei nget ret en war , si ehe da, ei n
r auchender Ofen und ei ne F euer fack el , di e zwi schen di esen St ück en
hi ndur chfuhr . A n j enem T ag schl oss der H E RR ei nen Bund mi t A br am
und spr ach: D ei nen N achk ommen habe i ch di eses L and gegeben, vom
St r om Ä gypt ens an bi s zum gr oßen St r om, dem E uphr at st r om:“ (1.M ose
15,17.18).
D as Rit ual der Bundesschließung best and also in der einen
Tat sache, dass Opf ert iere zerschnitt en und auf dem Boden in
einer best immt en Weise gelegt wurden. D ie andere Tat sache
der Bundesschließung best and darin, dass Got t zwischen
diesen St ücken hindurchf uhr.
Mit den Bezeichnungen Alt es Test ament und N eues
Test ament können wir auch f est st ellen, dass diese ihrem I nhalt
zuf olge von einseit iger N at ur sind, denn ein normales
Test ament st ellt Bedingungen auf , die nach dem Tode eines
Menschen eintret en sollen. Mit dem neuen Bund verhält es
sich ebenso, zumal die Bedingungen von Gott dikt iert werden.
Aber wer st irbt?
Ob nun die weit eren Bünde neben diesem Abrahambund auch
mit einem solchen Rit ual der Bündnisschließung eingeset zt
63
wurden, ist jedoch aus der Bibel nicht ersicht lich. H ingegen
können wir in Jeremia 34,18-20 f estst ellen, was es bedeut et ,
den Bund übertret en zu haben.
„ U nd i ch wi l l di e M änner , di e mei nen Bund über t ret en haben, di e di e
W or t e des Bundes ni cht gehal t en, den si e vor mi r geschl ossen haben, wi e
das Kal b machen, das si e ent zwei geschni t t en und zwi schen dessen St ück en
si e hi ndur chgegangen si nd: di e Ober st en von Juda und di e Ober sten von
Jer usal em, di e H ofbeamt en und di e Pr i est er und das ganze V ol k des
L andes, di e zwi schen den St ück en des Kal bes hi ndur chgegangen si nd; di e
wi l l i ch i n di e H and i hr er F ei nde geben und i n di e H and der er , di e nach
i hr em L eben t r acht en. U nd i hr e L ei chen sol l en den V ögel n des H i mmel s
und den T i er en der E r de zum F raß di enen.“ (Jer emi a 34,18-20).
Got t wird die Übert ret er des Bundes nämlich so zuricht en, wie
eben das K alb zugericht et wurde, welches sie zerschnit t en
haben. D as Tier blut et e nämlich und repräsent iert e damit f ür
den Fall, dass der Bund nicht eingehalt en werden wird.
D emnach war dieser Bund wie eine Beziehung auf Leben und
Tod. Jesus ist aber
„ ni cht mi t Bl ut von Böck en und Käl ber n, sonder n mi t sei nem ei genen
Bl ut ei n für al l e M al i n das H ei l i gt um hi nei ngegangen und hat uns ei ne
ewi ge E r l ösung erwor ben (H ebräer 9,12). „ D aher i st auch der erst e
Bund ni cht ohne Bl ut ei ngewei ht wor den. D enn al s j edes G ebot nach dem
G eset z von M ose dem ganzen V ol k mi t getei l t war , nahm er das Bl ut der
Käl ber und Böck e mi t W asser und Pur pur wol l e und Y sop und bespr engt e
sowohl das Buch sel bst al s auch das ganze V ol k und spr ach: " D i es i st
das Bl ut des Bundes, den G ot t für euch gebot en hat ." (H ebr äer 9,18-
20).
Also ein Bund in Blut ! Und der N eue Bund, der sich nunmehr
im N euen Test ament erf üllt , wird ebenso mit Blut vergießen
eingeset zt .
„ U nd er nahm Brot , dank t e, br ach und gab es i hnen und spr ach: D i es i st
mei n L ei b, der für euch gegeben wi r d. D i es t ut zu mei nem G edächt ni s!
E benso auch den Kel ch nach dem M ahl und sagt e: D i eser Kel ch i st der
neue Bund i n mei nem Bl ut , das für euch vergossen wi r d.“ (L uk as
22,19.20).
64
Mit dem Blut des sündlosen Jesus schloss also Got t den Bund
mit allen Menschen. Jesus sagt dies zwar zu 12 I sraelit en, aber
es gilt f ür alle Gläubige. D es Weit eren wollt e aber Got t einen
Bund mit dem H aus Juda und dem H aus I srael schließen
(Jeremia 31,31-34), wobei aber im Vers 32 Juda nicht mehr
genannt wird. D ie Beziehung zur Gemeinde können wir
hingegen in 1. K orint her 11,25 lesen.
„ E benso auch den Kel ch nach dem M ahl und spr ach: D i eser Kel ch i st der
neue Bund i n mei nem Bl ut , di es t ut , sooft i hr t r i nk t , zu mei nem
G edächt ni s!“
Mit Christ i Tod hat sich demnach Got t verbürgt , dass dieser
Bund nicht mehr gebrochen werden kann, so wie man es in
Jeremia 34,18 nachlesen kann. D er Fluch im AT hinsicht lich
des alt en Bundes war nun einmal, dass der Bund nicht gehalt en
werden konnt e. Jesus trit t also als Mit t ler des N euen Bundes
auf (H ebräer 8,6; 9,15; 12,24). Folglich ist jet zt die Bet racht ung
not wendig, was es denn bedurf t hät t e, den Alt en Bund
einzuhalt en. I m eigent lichen Sinne nat ürlich der Gehorsam im
Einhalt en der Bedingungen. Sind jedoch die Menschen
überhaupt dazu f ähig, gegenüber Gott gehorsam zu sein?
„ N i cht wei cht das Z ept er von Juda noch der H er rscher st ab zwi schen
sei nen F üßen weg, bi s dass der Schi l o k ommt , dem gehör t der Gehor sam
der V öl k er .“ (1. M ose 49,10).
Mit 1. Mose 49,10 st eht daher außer Frage, dass es jedem
Menschen vergönnt ist , selbst gegenüber Got t gehorsam zu
sein, denn alle Menschen sind nicht nur von Geburt an böse,
sondern auch ungehorsam. I n Lukas 1,17 dürf en wir dazu
vernehmen, was diesbezüglich die Auf gabe des Johannes des
Täuf ers war.
„ U nd er wi r d vor i hm her gehen i n dem G ei st und der Kr aft des E l i a, um
der V ät er H er zen zu bek ehr en zu den Ki nder n und U ngehor same zur
G esi nnung von G er echt en, um dem H er r n ei n zuger üstet es V ol k zu
ber ei t en.“ (L uk as 1,17).
Passend dazu bemerken wir in Römer 5,19 wie f olgt :
65
„ D enn wi e dur ch des ei nen M enschen U ngehorsam di e vi el en i n di e
St el l ung von Sünder n ver set zt wor den si nd, so wer den auch dur ch den
G ehor sam des ei nen di e vi el en i n di e St el l ung von G er echt en ver set zt
wer den.“ (Römer 5,19).
Es scheint daher angebracht zu sein, die eingangs gest ellt e
Frage zu verändern, indem wir jet zt die zwei nachf olgenden
H aupt f ragen zu diesem Themen-komplex auf werf en und zwar:
1.) Was ist der Gehorsam vor Gott ?
2.) Welchen zeit lichen Gelt ungsbereich nimmt dieser
Gehorsam bei Got t ein?
Ausgehend vom Bibelt ext in Philipper 2,12.13 werden
nachst ehend zwei Aspekt e angef ührt , die mit hin eine große
Bedeut ung in der Exegese besit zen, jedoch aber of t verkannt
und verdreht werden. D aher st ellt dies, je nach dogmatischer
Ausricht ung, auch eine besondere H erausf orderung f ür den
Leser dar, über den Grenzen des eigenen D enkvermögens
hinaus, sich ausschließlich auf Got t einzulassen, um sich selber
zu hint erf ragen, ob nachf olgende Auslegung von Philipper
2,12.13 auch möglich sein kann.
H ier noch einmal den bet ref f enden Bibelvers in der
griechischen Buchst abenreihe f ür I nt ernet benut zer::
„ hWSTE; AGAPH TOI MOU, K AQWS PAN TOTE
hUPH K OUSATE, MH hWS EN TH PAROUSI A MOU
MON ON , ALLA N UN POLLW MALLON EN TH
APOUSI A MOU, META FOBOU K AI TROMOU TH N
hEAUTWN SWTHRI AN K ATERGAZ ESQE .“
„ D aher, meine Geliebt en - wie ihr allezeit gehorsam gewesen
seid, nicht nur in meiner Gegenwart , sondern jet zt noch viel
mehr in meiner Abwesenheit -, bewirkt euer H eil mit Furcht
und Z it t ern!“
66
Aspekt 1
Z um Thema „ gehorsam“ - hUPH K OUSATE - wird
angef ührt :
Ent gegen best immt er Meinungen konservat iver K reise - so
z.B. D onal d A . Car son in seinem Buch „ St olperst eine der
Schrif t auslegung“ auf Seit e 66 - wird die K rit ik an einem
vermeint lichen f alschen Umgang zu dem Aorist
132
hUPH K OUSATE zu Unrecht erhoben, sodass hier nun doch
auch die K rit ik an der K rit ik angebracht erscheint .
Car son ist nämlich der Auf f assung, dass hier das Wort
hUPH K OUSATE f ür Gehorsam keine eindeut ig f ür allemal
geschehene oder punkt uelle H andlung sei und dagegen richt et
sich nunmehr f olgende Abhandlung, um herauszust ellen, wie
dieser Aorist in Philipper 2,12 zu bewert en ist .
D as Wort hUPH K OUSATE ist ein Aorist der 2. Person Plural
I ndikat iv akt iv und kommt zugleich auch in dieser Form in
Römer 6,17 vor und der Bibelvers dort laut et :
„ G ot t aber sei D ank , dass i hr Sk l aven der Sünde war t , aber von H er zen
gehorsam gewor den sei d dem Bi l d der L ehr e, dem i hr übergeben wor den
sei d!“ ( Römer 6,17 ).
Römer 6,17 bezeichnet indes den einmaligen Gehorsam im
K ont rast zur Sünde - hAMRTI AS - , welche allerdings hier
im Singular st eht , sodass diesbezüglich der Gehorsam auch in
der Einzahl angesehen werden müsst e, zumal die Einmali gkeit
in der Form des Aorist des Wort es hUPHK OUSATE
ausgedrückt wird. D emnach wäre also erst einmal zu
hint erf ragen, welche Sünde bzw. welcher Gehorsam gegenüber
Got t gemeint ist . Es ist dazu noch anzumerken, dass keine
menschliche Lehre, sondern nur di e göt t liche Lehre dem
Menschen das H erz abgewinnen kann.
133
Römer 10,16 drückt dies sehr anschaulich mit dem Gehorsam
gegenüber dem Evangelium - hUPH K OUSAN (ein Aorist
der 3.Person Plural I ndikat iv Aorist Akt iv) - aus - ebenso auch
2. K orint her 9,13 mit dem Gehorsam / der Unt erwürf igkeit
67
des Bekennt nisses zum Evangeli um des Christ us. D emnach
bezieht sich der Gehorsam auf das Bekennen - das erstmalige
Bekennen zu Jesus als dem H errn!
134
(vgl. Mt 10,32; Of f . 3,5).
D ie Abkehr von der Sünde vollzieht sich also dahingehend im
gleichen Maße wie die Umkehr zu Got t (Apost elgeschicht e 26,
18), d.h. durch Got t bewirkt und einmalig.
135
D ies ist ein
geist liches Prinzip. I n diesem Z usammenhang ist es sehr
wicht ig, darauf hinzuweisen, dass es einen f undament alen
Unt erschied zwischen Sünde (E i nzahl ) und Sünden (M ehr zahl )
gibt . Während das Verb „ bek ehr en“ ( epist repsai –
EPI STREYAI ) in den Bibelversen von Lukas 1, 17 und
Apost elgeschicht e 26, 18 als Aorist I nf init iv st eht , welches hier
die punkt uelle und einmalige Art der H andlung des Bekehrens
herausst ellt , so st eht dagegen aber das Verb „ bek ehr en“
(epistrephein – EPI STREFEI N ) in Apost elgeschicht e 26, 20
im Präsens-I nf init iv, das im N ormalf all eine f ort währende,
dauerhaf t e bzw. lineare Art der H andlung darst ellt , welche
nicht abgeschlossen ist . H insicht lich dieses einmaligen
Vorganges, von der Sünde abzukehren, wird das G et rennt sei n
von Got t überwunden, denn das t reue und gerecht e Verhalt en
Got t es ermöglicht dem Menschen wieder, Gemeinschaf t mit
Got t zu haben (ähnlich in 1. Samuel 12, 7 und Micha 6, 5 –
jedoch jet zt als ewige Gemeinschaf t). D er Vers 18 von
Apost elgeschicht e 26 sowie Lukas 1, 17 greif en daher die
Sünde an sich auf – in diesem Fall das Get rennt sein von Got t
als so genannt en „ geist lichen Tod“ – ohne hier den weit eren
Aspekt der Geset zlosigkeit anzusprechen (1. Johannes 3,4).
Lukas 1, 17 und die Apost elgeschicht e 26, 18 bet onen deshalb
nur die Unvereinbarkeit des gläubigen Christ en mit der Sünde.
I n Bezug auf die Gerecht igkeit Got t es schreibt Mart in Lut her
in der Vorrede zum Brief des Paulus an die Römer (WA D B
7,2 (10)):
„ G er echt i gk ei t i st nun sol cher G l aube und hei ßt „ G ot t es Ger echt i gk ei t “
oder „ G er echt i gk ei t , di e vor Gott gi l t “ , deshal b, wei l es G ot t es G abe i st
und den M enschen (ber ei t ) macht, dass er j eder mann gi bt , was er schul di g
i st D enn dur ch den G l auben wi r d der ohne Sünde und gewi nnt L ust zu
G ot t es Gebot en, womi t er Got t sei ne E hr e gi bt und i hm bezahl et , was er
i hm schul di g i st . A ber den M enschen di enet er wi l l i g, womi t er k ann, und
68
bezahl et dami t auch j eder mann. Sol che G erecht i gk ei t k önnen N at ur ,
fr ei er W i l l e und unser e Kr äft e ni cht zuwege br i ngen; denn wi e ni emand
si ch sel bst den G l auben geben k ann, so k ann er auch den U ngl auben
ni cht wegnehmen.“
136
D agegen vermit t elt aber der Vers 20 von Apost elgeschicht e 26
mehr den Eindruck des sündhaf t en Verhalt ens oder H andelns,
von welchem man abkehren werde. D ieses sündige Verhalt en
wäre f olglich auch im Sinne von 1. Johannes 1, 9; Sprüche 28,
13 zu bekennen und zu verlassen. D azu können wir nun aber
mit den beiden Wort verbindungen „ Buße zu t un“ und „ si ch zu
G ot t zu bek ehr en“ eine relat ive Gleichzeit igkeit der Vorgänge
f estst ellen. D iesbezüglich sehen wir mit Apost elgeschicht e 19,
1-7 auch keine Ausnahme vom Regelf all. Jedoch st eht
hinsicht lich der bereits oben genannt en Bedeut ung des Präsens
I nf init ivs mit seinem N ormalf all einer zeit lich anhalt enden
H andlung die relat ive Gleichzeit igkeit mehrerer Vorgänge als
Grenzf all ent gegen. Auf grund der Tatsache, dass die
griechische Sprache mehr Wert darauf legt , wie et was passiert
und eben nicht darauf abzielt , wann et was passiert , so muss in
diesem Fall nicht nur auf das Wort „ bek ehren“ geschaut werden,
sondern auch auf die Wort verbindung „ Buße zu t un“ , welches
nämlich ebenso im Präsens-I nf init iv st eht . D aher bezeichnet
der Bibelvers in Apost elgeschicht e 26, 20 nicht nur den
K ont rast zwischen Aorist I nf init iv und Präsens I nf init iv,
sondern auch die Tat sache eines erweit ert en Präsens-I nf init ivs.
Anhand des erweit ert en Präsens I nf init ivs bei der Wort -
verbindung „ Buße zu t un“ ergibt sich nunmehr eine
Qualif izierung des N ormalf alles in der semant ischen
Bewert ung, sodass der Regelf all bei diesem Vorkommen nicht
angewendet wird. D araus f olgt , dass nunmehr die relat ive
Gleichzeit igkeit der Vorgänge in der Wort aussage ihren
Vorrang erhält und die benannt en H andlungen immer einer
Wiederholung bedürf en. I m K ont ext der H eiligen Schrif t hat
diesbezüglich das wiederholende Bekennen von Sünden im
Sinne von 1. Johannes 1, 9 seine got t gemäße Best immung.
D ie Bedeut ung der Sünde i n seiner Ausprägung des
sündhaf t en Verhalt ens st eht daher im not wendigen Gegensat z
zum Gehorsam gegenüber Got t während der Gemeinschaf t
mit ihm. Und ab wann hat man wieder die Gemeinschaf t mit
69
Got t? Wenn der Mensch an Got t glaubt . D emnach ist der
Gehorsam ein Best andt eil des Glaubens oder der Glauben ein
Best andt eil des Gehorsams.
D ie Abkehr von den weit eren Sünden muss nunmehr aber mit
dem H erzen st at t f inden, denn es ist das erst e, das lebt und das
erst e, das sich verändert . Jedoch ist aber der Mensch zu t räge,
an alles zu glauben (Lukas 24, 25). Sein H erz ist und bleibt
nämlich trügerisch, unheilbar, trot zig und verzagt (Jeremia 17,
9). D aher kann der Mensch nicht sein eigenes H erz ergründen,
zumal er sich nicht mit ihm auskennt . Unser H err und Gott
prüf t indes unsere H erzen (1. Thessalonicher 2, 4) und weiß
um diesen Widerspruch als K enner der H erzen
(Apost elgeschicht e 15, 8). D ie Gnade unseres Gott es f est igt
hingegen das H erz (H ebräer 13, 9). Wenn daher das H erz also
unt er der H errschaf t des Wort es Got t es st eht , sind die
nachf olgenden Glaubensschrit t e f est , denn Gehorsam ist dann
möglich (5. Mose 30, 14; Römer 10, 8; Psalm 37, 30.31).
Folglich soll nach der Bekehrung zu Got t die Gehorsamkeit
I H M gegenüber angest rebt werden, weil es möglich ist , jedoch
soll dies aber nicht als Vorausset zung f ür das H eil an sich
gelt en, sonst wäre dies ein mit menschlichen Werken bewirkt es
H eil, welches nicht wohlgef ällig vor Gott ist und best immt
nicht die Rett ung von Got t darst ellt .
D er erst malige Gehorsam kommt von Got t , der weit ere
Gehorsam soll dagegen im Vert rauen auf Got t geschehen,
denn Gott bewirkt alles!
Gehe los „ und mach dich bereit , deinem Got t zu begegnen,
I srael.“ (Amos 4,12), weil:
„ I ch habe er k annt , H E RR, dass der W eg des M enschen ni cht i n sei ner
M acht st eht und dass es k ei nem, der geht , gegeben i st , sei nen Schr i tt zu
l enk en.“ (Jeremi a 10,23)
Aspekt 2
Z um Thema „ bewirken“ - K ATERGAZ ESQE - wird
angef ührt :
70
Ent gegen landläuf iger Meinungen konservat iver K reise, dass
sich die Verse 12 und 13 in Philipper 2,12.13 widersprechen
oder dass sich der Mensch sogar sein eigens H eil vor Got t
bewirken müsse, erf olgt nun nachf olgende Abhandlung zum
Präsens im Verb „ bewirkt “ - K ATERGAZ ESQE.
Philipper 2,12.13 sollt e insbesondere im K ont ext zu Römer
7,18 gelesen werden, da einerseit s dort auch das Verb
K ATERGAZ OMAI vorkommt und um sich die dort ige
Aussage zu verinnerlichen:
„ D enn i ch wei ß, dass i n mi r , das i st i n mei nem F l ei sch, ni chts G ut es
wohnt ; denn das W ol l en i st bei mi r vor handen, aber das V ol l br i ngen des
G ut en ni cht . „ ( Römer 7,18)
Römer 7,18 ent hält nunmehr das Wort K ATERGAZ ESQAI
f ür „ V ol l br i ngen“ im K ont ext des Vollbringens des Gut en –
dabei wird aber der Z usammenhang mit dem Gut en auf „ das
G ut e“ gezogen, welches in H armonie mit Got t ist ( K ALON ).
D er I nf init iv Präsens K ATERGAZ ESQAI st eht diesbezüglich
im Sat zgef üge mit K ALON und st ellt jedoch die Sat zaussage
vor, dass das dauerhaf t e Bewirken des Gut en nicht möglich
sei, weil die Sünde das Böse dauerhaf t ausüben will (Römer
7,20). D as Ausüben des Bösen st eht diesbezüglich auch mit
dem Verb K ATERGAZ OMAI zusammen und bezeichnet ein
dauerhaf t es Ausüben von etwas, was man selber nicht will.
Es scheint of f ensicht lich, dass das „ N i cht -A usüben-W ol l en“ in
Römer 7,18 mit der Sünde und das mögliche „ A usüben-Können“
mit dem Glaubensgehorsam zusammenhängt .
Fraglich ist aber, ob der Mensch hierzu überhaupt f ähig ist , das
Gut e in der Qualit ät K ALOS auszuüben (vgl. Jakobus 4,17).
I n diesem Z usammenhang lohnt sich jet zt auch f olgende
Aussage aus der St ut t gart er Er klärungsbibel mit Luthertext zu
Philipper 2,12.13
137
zu lesen:
„ D i e A ussagen i n V .12 und V .13 wi der sprechen si ch ni cht .
W ei l G ot t i n sei ner G nade al l es wi r k t , auch das V ol l br i ngen, k ann und
71
sol l der Chr i st t un, wozu er aus si ch sel bst ni cht fähi g wär e (vgl . Röm
7,18) : „ das ei gene H ei l schaffen“ (so wör t l i ch); d.h. i n ei nem L eben des
G ehor sams und der L i ebe ans Z i el der vol l endet en Gemei nschaft mi t G ot t
gel angen. E r t ut di es mi t F ur cht und Z i t t er n, d.h. i m W i ssen um sei ne
völ l i ge A bhängi gk ei t von G ot t .“
D er Christ soll also t un, wozu er nicht f ähig ist und zwar in
vollkommener Abhängigkeit von Gott !!!
N a, wenn das nicht demüt ig macht !!! I n diesem Z usammen-
hang gilt Philipper 2,12.13 demnach als ein Bef ehl zum
Losgehen. Gehe los – und f ange an, D ein H andeln so zu
gest alt en, wie D u es get an hast , als D u zum erst en Mal Jesus
deinen H errn nannt est ! D ies ist f olglich eine weit ere
Auf f orderung, die eigene Mot ivat ion zu hint erf ragen. Tue ich
wirklich alles im N amen des H errn Jesus zur Ehre Got t es?
Und kann ich mein H andeln wirklich alles selber von mir aus
bewirken? (Vgl. 1. K orint her 10,31 mit K olosser 3,17). Ein
schwierige Frage, aber die Ant wort kann nur „ N ein“ heißen.
I n der Ref lekt ion des erstmaligen Gehorsams im Bekennt nis
zum Evangelium, dass Jesus Christ us mein H err ist , welches
dem Gläubigen außerdem von Got t in seinem Mund zum
Aussprechen gegeben wurde, hat er f ort während ein Leben des
Gehorsams und der Liebe zu f ühren, um sein weit eres H eil auf
Erden zu schaf f en, d.h. man ist verpf licht et , sich zu bewegen,
nach dem Willen Got t es zu f ragen und so zu handeln. Wie
gest alt e ich jedoch diese Pf licht? I n der vollkommenen
Abhängigkeit von Got t und zwar mit Furcht und Z itt ern, weil
man selber nicht weiß, was Got t noch so mit einem machen
möcht e. D araus ergibt sich nun einmal die Auf f orderung
Got t es, sich selbst und seinen Willen zu verleugnen, damit
Got t mit t els Jesus in einem wirken kann, was I H M gef ällt .
D er Gehorsam vor Got t best eht dahingehend also im
erst maligen Bekennen, dass Jesus der H err ist . D ieses
Bekennen bewirkt aber der H eilige Geist , der in jedem
gläubigen Menschen st eckt . D en f undament alen Unt erschied
zwischen Sünde und Sünden begegnen die D ispensat ionalist en
indes überhaupt nicht . Vielmehr wird darauf insist iert , dass
man seine H andlungen im Gehorsam gegenüber dem ganzen
72
Geset z einzuhalt en habe. D araus ergibt sich allerdings ein
Macht mitt el der dispensationalist ischen Lehrer gegenüber
ihren Schülern, denn beim Auf zeigen vermeint licher Sünden
können diese jet zt manipulieren, wo ihre Schüt zlinge jet zt
vermeint lich st ehen oder nicht . D ie Anweisungen solcher
H irt en, Gemeindevorst eher oder Prediger bewirken vor allem
eine D emutshalt ung vor ihnen selber, jedoch nicht vor Got t .
Eine über den vorst ehend beschriebenen Gehorsam reguliert e
H andlungsweise hinaus kann zwar durchaus im Sinne
christ licher Et hik sein, wird indes aber nie mehr als ein
Menschengebot sein (vgl. Jesaja 29,13). D agegen best immt
sich aber der Gehorsam gegenüber Gott im Wissen um die
völlige Abhängigkeit von Got t , denn nur Got t allein bewirkt
den Gehorsam in D ir.
„ Si ehe, T age k ommen, spr i cht der H E RR, da schl i eße i ch mi t dem H aus
I sr ael und mi t dem H aus Juda ei nen neuen Bund: ni cht wi e der Bund,
den i ch mi t i hr en V ät er n geschl ossen habe an dem T ag, al s i ch si e bei der
H and fasst e, um si e aus dem L and Ä gypt en her auszuführ en - di esen
mei nen Bund haben si e gebrochen, obwohl i ch doch i hr H err war, spr i cht
der H E RR. Sonder n das i st der Bund, den i ch mi t dem H aus I sr ael
nach j enen T agen schl i eßen wer de, spr i cht der H E RR: I ch wer de mei n
G eset z i n i hr I nner es l egen und wer de es auf i hr H er z schr ei ben. U nd i ch
wer de i hr G ot t sei n, und si e wer den mei n V ol k sei n. D ann wi r d ni cht
mehr ei ner sei nen N ächsten oder ei ner sei nen Br uder l ehr en und sagen:
E r k ennt den H E RRN ! D enn si e al l e wer den mi ch erk ennen von i hr em
Kl ei nst en bi s zu i hr em G rößt en, spr i cht der H E RR. D enn i ch wer de i hr e
Schul d ver geben und an i hr e Sünde ni cht mehr denk en.“ (Jer emi a 31,31-
34).
D er N eue Bund bewirkt also eine innere Veränderung st at t
eines weit eren Verhalt ens nach äußeren Geset zen.
D er neue Bund bringt diesbezüglich auch die Erkennt nis
Got t es, die nun nicht mehr durch eine menschliche
Mit t lerschaf t (Vers 34) geschieht , denn wir haben jetzt ein
Allgemeines Priest ertum über die Mit t lerschaf t Jesu. Von daher
benöt igen wir auch keine allzu gelehrigen Schrif t gelehrten, die
uns mit Menschenverst and weiß machen möcht en, was in der
Bibel so angeblich st eht (vgl. 1. Johannes 2,19). D es Weit eren
best eht auch keine unmitt elbare Erkennt nis Gott es, denn die
73
Unmit t elbarkeit Got t es ist nämlich eine I rrlehre bei den
Schwärmern und Pf ingst lern auf der Gef ühlsebene.
D er alt e Bund darf daher auch im Sinne von 2. K orint her 3 als
Buchst abe bezeichnet werden. Sein D ienst ist nämlich ein
D ienst des Geset zes und bewirkt den Tod hinsicht lich eines
Buchst abenglaubens. Abgesehen davon ist f raglich, ob
überhaupt jemals alle I sraelis den Alt en Bund in der Weise von
1. Mose 15,17.18 durchgef ührt haben, geschweige denn, ob
Got t jemals zwischen den Tieropf ern aller I sraelis
hindurchf uhr, zumal Jeremia 34,18-20 dies of f en lässt . D en
N euen Bund können wir dagegen als Geist bezeichnen, denn
sein D ienst bewirkt Leben durch das Evangelium.
Geset z und Evangelium, das I nt erpret at ionsschema von
Mart in Lut her.
„ Lut hers hermeneutischer und t heologischer Schlüssel –
Geset z und Evangelium – erschloß ihm die Möglichkeit ,
Evangelium auch im Alt en Test ament zu f inden, hier Beispiele
f ür den Glauben, f ür Existenz aus Got t , …mit deren H ilf e
auch gegenwärt ige, christ liche Exist enz ausgelegt werden kann,
ohne dass dem Wort sinn der Text e Gewalt anget an werden
müsst e.“
138
XI I . I n Sachen I srael
N ach ref ormatorischer Lehre best eht das wahre Gottesvolk
aus jenem I srael, dem die Verheißung in Christ us gilt und das
ist die K irche.
139
„ N i cht aber al s ob das W or t Got t es hi nfäl l i g gewor den wär e; denn ni cht
al l e, di e aus I sr ael si nd, di e si nd I sr ael i t en, auch ni cht , wei l si e A br ahams
N achk ommen si nd, si nd al l e K i nder , sonder n " i n I saak wi r d di r ei ne
N achk ommenschaft genannt werden" . D as hei ßt : N i cht di e Ki nder des
F l ei sches, di e si nd Ki nder Got tes, sonder n di e Ki nder der V erhei ßung
wer den al s N achk ommenschaft ger echnet .“
(Römer 9,6-8).
74
Jedoch leugnen die D ispensat ionalist en, dass das Wort I srael
ein geist liches Prinzip ausdrückt , und zwar die K indschaf t in
Got t als Verheißung. Aus der Sicht jener H aushalt ungslehre
erscheint dies verst ändlich, ist dagegen aber nicht akzept abel ,
zumal sie hier kein geist liches Prinzip ent decken wollen. D ie
Lehre der H aushalt ungen ist so sehr auf ein irdisches I srael
f okussiert , sodass sie bisher nicht in ihren H erzen auf nehmen
konnt en, lieb gewonnene Einsicht en auf zugeben.
„ E i n W or t sendet der H err gegen Jak ob, und i n I sr ael fäl l t es ni eder .“
( Jesaj a 9,7).
Aus der Umwandlungsgeschicht e von Jakob zu I srael in 1.
Mose 32,23-33 ist in Bezug auf das irdische I srael zu
hint erf ragen, ob denn alle I sraelis so mit Got t gekämpf t haben
wie Jakob, denn daraus result iert nämlich der Umkehrschluss,
dass sie von Got t erret t et wären, wenn sie t at sächlich alle mit
Got t gekämpf t hätt en.
„ D a spr ach er zu i hm: W as i st dei n N ame? E r sagt e: Jak ob. D a spr ach
er : N i cht mehr Jak ob sol l dei n N ame hei ßen, sonder n I sr ael ; denn du
hast mi t G ot t und mi t M enschen gek ämpft und hast über wäl t i gt .“
(1. M ose 32,28-29).
„ U nd Jak ob gab der St ät t e den N amen Pnuël ; denn i ch habe G ot t von
A ngesi cht zu A ngesi cht gesehen, und mei ne Seel e i st ger ett et wor den!“
(1. M ose 32,31).
Sollt en den wirklich alle I sraelis von A ngesi cht zu A ngesi cht Got t
sehen und zugleich geret tet werden? So ist jedenf alls die
Auf f assung der D ispensat ionalist en, weil das Volk I srael nun
einmal auserwählt sei. Jedoch st ellen sich jene Verf echt er der
H aushalt ungslehre nie die Frage, wozu das Volk I srael
auserwählt ist . D ie ref ormat orische Lehre bezieht sich
nunmehr auf Galat er 6,16, um weit er zu begründen, dass die
K irche das geist liche I srael ist .
„ U nd so vi el e di eser Ri chtschnur fol gen wer den - F r i ede und
Bar mher zi gk ei t über si e und über das I sr ael Got t es!“ (G al at er 6,16).
75
I hren Äußerungen zuf olge meinen allerdings die Vorreit er
jener H aushalt ungslehre, dass die Bibelverse Römer 9,6-8,
Galat er 6,16 und Römer 11,26 das irdische Volk I srael in
seiner Gesamt heit nicht von den Verheißungen Got t es
abschneiden, zumal das irdische Volk I srael ja angeblich
erwählt sei . Fraglich ist aber, ob die D ispensat ionalist en ni cht
et wa irdische Segnungen mit himml ischen Verheißungen
verwechseln und außerdem nicht wissen, was die Erwählung
von Gott bedeut et .
Und nun kommt die absolut e Unglaubwürdigkeit in Sachen
H aushalt ungslehre, wenn der Must erschüler von John N elson
D arby, gemeint ist hier Rudolf Brockhaus (1856-1932), die
Lehre der H aushalt ungen einerseits aushebelt während er sie
andererseits weit er vorantrieb. Rudolf Brockhaus schreibt
nämlich in seiner Wortbet racht ung „ D er Br i ef an di e G al at er “ zu
Galat er 6, 16:
Z it at
„ D er Z usat z „ und über den I srael Got t es“ bedarf noch
einer kurzen Erklärung. Er ist am Schluss gerade dieses
Brief es besonders bedeut sam. Am Ende des 2. K apit els
des Brief es an die Römer sagt Paulus, dass nur der ein
Jude nach Got t es Gedanken sei, der es innerlich ist , und
dass die wahre Beschneidung die des H erzens ist , im
Geist e, nicht im Buchst aben. Got t will Wirklichkeit
haben, alles Äußerliche ist wert los vor I hm. Wer denn
von I srael diese H erzensbeschneidung empf angen hat t e
und sich mit dem Apost el des K reuzes Christ i rühmt e,
der gehört e zu dem I srael Got t es, dem wirklichen I srael,
das nur aus solchen best and, die durch den Glauben mit
Christ o in wahre, innere Lebensverbindung gekommen
waren. I n weit erem Sinne gehört en zu diesem I srael
Got t es aber auch alle anderen Gläubigen, soweit ihr
Wandeln nach der Richt schnur der neuen Schöpf ung
die Echt heit ihres Glaubens bewies. „
76
Brockhaus bezweif elt also sinngemäß, dass alle Menschen aus
dem irdischen Volk I srael erret t et werden. Z udem erkennt er
an, dass es ein geist liches I srael gibt , welches im Gegensat z
zum irdischen I srael st eht . D iesbezüglich verweist Brockhaus
auf Römer 2, 28.29.
„ D enn ni cht der i st ei n Jude, der es äußer l i ch i st , noch i st di e äußer l i che
Beschnei dung i m F l ei sch Beschnei dung; sonder n der i st ei n Jude, der es
i nner l i ch i st , und Beschnei dung i st di e des H er zens, i m G ei st , ni cht i m
Buchst aben. Sei n L ob k ommt ni cht von M enschen, sonder n von G ot t .“
(Römer 2,28.29).
140
Mit unt er käme man jet zt ins Fragen, warum der
D ispensat ionalismus solch eine St rat egie f ührt , nämlich
aggressiver Angrif f mit Wort en und Relat ivierung im gleichen
Augenblick. I ndes scheint aber in gegenwärt iger Z eit diese
Relat ivierung jener Gedanken nicht mehr akt uell zu sein.
Weit est gehend wird diese Relat ivierung von den Bef ürwort ern
der H aushalt ungslehre nicht mehr zur K enntnis genommen
und vollbringen mehr und mehr ihre Gedanken zu Papier, der
ihren H ass gegen die ursprüngliche ref ormat orische Lehre
auf zeigt . Angeblich st ehen sie in der N achf olge der
Ref ormat ion. Währenddessen sind sie jedoch Feinde der
Ref ormat ion. Mit ihren H asspredigt en verleugnen sie nicht nur
Menschen, die eine andere Meinung haben, sondern sie
ent ehren damit insbesondere Got t .
I n Bezug auf Galat er 6,16:
„ U nd so vi el e di eser Ri chtschnur fol gen wer den - F r i ede und
Bar mher zi gk ei t über si e und über das I sr ael Got t es!“ (G al at er 6,16).
können wir auf der grammatischen Seit e ent decken,
dass die Wört er " so vi el e" in Verbindung zu bringen sind mit
dem Wort " si e" , sodass es sich bei den nachf olgenden Wort en
I sr ael G ot t es um die K erngruppe aller Gläubigen aus Juden und
H eiden handelt und dagegen die Bezeichnungen " so vi el e" und
" si e" nur einzelne Glieder aus jener K erngruppe bet ref f en.
D iese Auf f assung t eilt auch Frit z Rienecker
141
, wenn er
77
schreibt , dass die griechischen Wört er k ai epi t on als erläuternde
Ergänzung zu aut ous gesehen werden könne
„ … denn i hr al l e sei d Söhne G ot t es dur ch den G l auben i n Chr i st us Jesus.
D enn i hr al l e, di e i hr auf Chr i stus get auft wor den sei d, i hr habt Chr i st us
angezogen. D a i st ni cht Jude noch G r i eche, da i st ni cht Sk l ave noch
F r ei er , da i st ni cht M ann und F r au; denn i hr al l e sei d ei ner i n Chr i st us
Jesus. W enn i hr aber des Chr i st us sei d, so sei d i hr dami t A br ahams
N achk ommenschaft und nach der V er hei ßung E r ben.“ G al at er 3, 26-
29).
I ndes bet reiben die D ispensat ionalist en eine exklusive mit dem
menschlichen Verst and bewirkt e Separat ion des irdischen
Volkes I srael, um ihnen Recht e vor Gott zuzusprechen, die sie
jedoch in ihrer Gesamt heit nicht haben.
„ W i e er [ Got t ] auch i n H osea sagt : " I ch wer de N i cht -mei n-V ol k mei n
V ol k nennen und di e N i cht -G el i ebt e G el i ebt e." " U nd es wi r d geschehen,
an dem Or t , da zu i hnen gesagt wur de: I hr sei d ni cht mei n V ol k , dor t
wer den si e Söhne des l ebendi gen G ot t es genannt wer den." Jesaj a aber r uft
über I sr ael : " W är e di e Z ahl der Söhne I sr ael s wi e der Sand des M eeres,
nur der Rest wi r d ger et t et wer den. D enn i ndem er das W ort vol l endet und
abk ür zt , wi r d der H er r es auf der E r de ausführ en." U nd wi e Jesaj a
vor her gesagt hat : " W enn ni cht der H err Z ebaoth uns
N achk ommenschaft übr i g gel assen hät t e, so wären wi r wi e Sodom
gewor den und G omor r a gl ei ch gewor den." W as wol l en wi r nun sagen?
D ass di e N at i onen, di e ni cht nach G er echt i gk ei t st r ebt en, G er echt i gk ei t
er l angt haben, ei ne G erecht i gk ei t aber , di e aus G l auben i st ; I sr ael aber ,
das ei nem G eset z der G er echt i gk ei t nachst r ebte, i st ni cht zum G eset z
gel angt . W ar um? W ei l es ni cht aus G l auben, sonder n al s aus W er k en
geschah. Si e haben si ch gestoßen an dem St ei n des A nstoßes,“
(Römer 9,25-32).
St at t des gesamt en irdischen Volkes, wird also nur der Rest
vom irdischen Volk I sraels geret t et sein bzw. werden. „ D ie
Treuen werden im Alt en Test ament „ Rest “ genannt . Für die
Prophet en war es erschüt t ernd zu wissen, dass nur eine kleine
Z ahl von I sraelit en t reu bleibt . Sie wusst en, dass die große
Masse weit erhin eine äußerliche Religiosit ät pf legen, aber im
H erzen weit von Gott ent f ernt bleiben wird. I n diesem Wissen
nannt en sie die Treuen „ den Rest “ I sraels“ (Jesaja 1,9) oder
78
„ die Übriggebliebenen“ (Jesaja 28,5; vgl. Amos 2,12; Micha
7,18; Jes 4,2; ; Jer 31,7). D er Rest war das gläubige und das
wahre I srael innerhalb der got t losen N at ion. Z ur Z eit Elijas
waren es nur gerade siebent ausend Männer mit ihren Familien,
die sich nicht Baal gebeugt hat t en (1. K önige 19,18). Paulus
nennt sie den Rest I sraels jener Z eit (Römer 11,4-5).“
142
I m Wort verdrehen sind die D ispensat ionalist en dagegen
wahre Meist er und verkennen daher auch wiederum absicht lich
die grammat ikalische Aussage in Römer 11, 26.
„ und so wi r d ganz I sr ael ger et t et wer den, wi e geschr i eben st eht : " E s wi r d
aus Z i on der Ret t er k ommen, er wi r d di e G ot t l osi gk ei t en von Jak ob
abwenden;“ (Römer 11,26).
N unmehr verdrehen die D ispensat ionalist en das zweit e Wort
im Bibelvers „ so“ als ob es eine kausale Schlussf olgerung aus
den vorhergehenden Bibelversen wäre. H ingegen vertrit t die
ref ormat orische Lehre
143
, dass das Wort „ so“ bezüglich des
griechischen Wort es „ hout os“ ein modales Adverb der Art und
Weise bezeichnet .
144
D emnach bezieht sich das „ und so wi r d
ganz I sr ael ger et t et… “ auf die Aussage im Vers 25, wie und in
welcher Gest alt Got t die Verst ockung eines Teils von I srael
(also dem Rest I sraels) auf löst , nämlich wenn die Vollzahl der
N at ionen erlöst ist .
„ D enn i ch wi l l ni cht , Br üder , dass euch di eses Gehei mni s unbek annt sei ,
dami t i hr ni cht euch sel bst für k l ug hal t et : V er stock ung i st I srael zum
T ei l wi der fahr en, bi s di e V ol l zahl der N at i onen hi nei ngek ommen sei n
wi r d;“ (Römer 11,25).
I ndes bezieht sich ein weiteres Problem zu Römer 11,26 auf
das griechische Wort „ pas“ mit seinem deut schen Pendant
„ al l e“ bzw. „ j eder “ bzw. „ ganz“ . D enn hierzu muss hinterf ragt
werden, wer denn in der Wort verbindung „ ganz I sr ael “ wirklich
gemeint sei. D ie D ispensat ionalist en nehmen wie üblich
Bezug auf das irdische Volk I srael und meinen, dass alle
I sraelit en ent gegen Römer 9.6-8 in die göt t liche Gnade
gelangen, erret t et zu werden. H ingegen sieht die
ref ormat orische Lehre nur die Erret t ung des geist lichen I sraels
hier im Bibelvers von Römer 11,26 beschrieben.
79
Es ist nach den Grammat ikbüchern bekannt , dass, wenn das
Wort „ pas“ nicht mit einem Art ikel im Bibelvers st eht , „ pas“ die
Bedeut ung von „ j ede A r t von“ einnimmt . D iese Auf f assung
vert ritt sogar Christ ian Briem mit seiner I nt erlinearbibel
145
,
wenn er in den entsprechenden Fußnot en seines Werkes bei
z.B. den Bibelversen zu Römer 1,29; 2. K orint her 9,8; Epheser
2,21 und Epheser 5,3 darauf hinweist , dass es sich beim
bet ref f enden Wort um eine Bezeichnung „ j ede A r t von“ handeln
würde. N ur in Römer 11,26 vergisst er komischerweise diese
Bemerkung. Warum wohl?
D emnach handelt es sich bei Römer 11,26 um eine Aussage,
die nachdenkenswert ist und zwar:
„ und so wi r d j ede A r t von I sr ael ger et t et … “
Römer 11,26 beschreibt daher die Qualit ät des Wort es „ I srael“ ,
welche wir mit hin schon in 1. Mose 32,23-33 bemerken
durf t en, nämlich Glaube und Gerecht igkeit vor Got t best immt
Got t alleine.
D as wahre Volk Got t es ist nämlich ein Volk des Glaubens. Es
gibt daher auch kein anderes K rit erium der Z ugehörigkeit zum
Volk Got t es als das des Glaubens.
XI I I . Nicht ohne das Gesetz ?
Ausgangspunkt f ür die dispensat ionalist ische Schrif t auslegung
ist das irdische Volk I srael. D azu kommt die Bet racht ung zur
Endzeit , dass das gesamt e irdische Volk I srael beim zweit en
Wiederkommen des H errn Jesus Christ us mit der Gemeinde
zusammen ent rückt wird. D abei werden sich nach der Lehre
der H aushalt ungen alle I sraelit en auf einen Schlag bekehren,
weil sie dann alle angeblich auf einem Male Christ us sehen und
erkennen werden. D ies sei in ihrem Sinne aus dem Bibelvers
in Johannes 6, 40 abzulei t en.
80
„ D enn di es i st der W i l l e mei nes V at er s, dass j eder , der den Sohn si eht
und an i hn gl aubt , ewi ges L eben habe; und i ch wer de i hn aufer weck en am
l et zt en T ag.“ (Johannes 6, 40).
Sehen und Glauben scheint hier im Z usammenhang gesehen
zu werden, so wie in Markus 16.16 die Tauf e mit dem Glauben
angeblich zusammenhängen würden, als ob die eine Sache
nicht ohne der anderen ablauf en könnt e. I ndes verkennen aber
die D ispensat ionalist en, dass es bei diesen Bibelversen immer
nur um den zweit en Aspekt geht , nämlich um den Glaubens,
sodass das Sehen bei der Wiederkunf t des H errn Jesus Christus
keine Rolle spielt . D er dispensat ionalist ische Auf f assung
zuf olge sei dieses Sehen beim Glauben unabdingbar und
demnach ein Geset z.
„ D ass aber dur ch G eset z ni emand vor Got t gerecht fer t i gt wi r d, i st
offenbar , denn " der G er echte wi r d aus G l auben l eben“ (G al at er 3,11).
Jet zt aber i st ohne Geset z Got t es G er echt i gk ei t offenbar t wor den, bezeugt
dur ch das G eset z und di e Pr ophet en:
(Römer 3,21).
D ie Prophet en des Alt en Test ament s haben sich allerdings
nicht klar ausgedrückt , sodass eben f ür die I sraeliten der
Glaube ohne Erf üllung eines Geset zes nicht mit dem bloßen
Lesen der Geset zbücher zu erkennen war. Und dies ist ja auch
kein Wunder, denn nur ein ganz kleiner Rest , den Got t f ür sich
übrig gelassen hat , konnt e verst ehen, was es bedeutet , das
Geset z nicht mehr erf üllen zu müssen.
D er Glaube im Alt en Test ament best immt sich u.a. im
Erkennen des geist lichen Jerusalems als K ont rast zum
irdischen Tempel, was dort genau passiert e bzw. nicht
passiert e:
Jede per sönl i che F r age an den bi bl i schen T ex t i st ger echt fer t i gt , sofer n es
wi r k l i ch nur das W or t G ot t es bet r i fft und ni cht i r gendei ne menschl i che
L ehr e.
D aher sind auch Fragen zu 1. K önige 8,11 l egit im, um zu
erf ahren, wie lange denn die H errlichkeit des H errn den
81
Tempel erf üllt e, wie lange die Priest er nicht ihren D ienst im
Tempel ausf ühren konnt en, wie lange die I sarelit en im Alt en
Test ament nicht unt er dem Geset z st anden.
Z it at :
„ und sie werden dich und deine K inder in dir zu Boden
werf en und werden in dir nicht einen St ein auf dem
anderen lassen, dafür, dass du die Zeit deiner
Heimsuchung nicht erkannt hast.“ (Lukas 19, 44).
„ Und es geschah, als Mose damit f ert ig war, die Wort e
dieses Geset zes vollst ändig in ein Buch zu schreiben, da
bef ahl Mose den Levit en, die die Lade des Bundes des
H ERRN t rugen: Nehmt dieses Buch des Gesetzes
und legt es neben die Lade des Bundes des
HERRN, eures Gottes, dass es dort zum Zeugen
gegen dich wird! D enn ich kenne deine
Widerspenst igkeit und deine H alsst arrigkeit wohl. Siehe,
heut e schon, während ich noch bei euch lebe, seid ihr
widerspenst ig gegen den H ERRN gewesen; wie viel
mehr nach meinem Tod!“
(5. Mose 31, 24-27)
„ und die Priester konnten wegen der Wolke nicht
hinzutreten, um den D ienst zu verricht en; denn die
Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des
HERRN“ (1. K önige 8, 11)
„ Aber sie hört en nicht , und Manasse verf ührt e sie, mehr
Böses zu t un als die N at ionen, die der H ERR vor den
Söhnen I srael ausgerot t et hat t e.“ (2. K önige 21, 9).
82
„ D a redet e der H ERR durch seine K necht e, die
Prophet en, und sprach: Weil Manasse, der K önig von
Juda, diese Gräuel verübt und Schlimmes get an hat -
mehr als alles, was die Amorit er get an haben, die vor
ihm gewesen sind - und auch Juda durch seine Göt zen
zur Sünde verf ührt hat , darum, so spricht der H ERR,
der Got t I sraels, siehe, will ich Unheil über Jerusalem
und Juda bringen, dass jedem, der es hört , die beiden
Ohren gellen sollen. Und ich werde über Jerusalem die
Messschnur Samarias spannen und die Waage des
H auses Ahabs, und ich werde Jerusalem auswischen,
wie man eine Schüssel auswischt : Man wischt sie aus
und dreht sie um auf ihre Oberseit e“
(2. K önige 21, 10-13)
„ Und ich werde den Rest meines Erbteils verstoßen
und werde sie in die H and ihrer Feinde geben, und sie
werden allen ihren Feinden zum Raub und zur
Plünderung werden, weil sie get an haben, was böse ist
in meinen Augen, und mich zum Z orn gereizt haben,
von dem Tag an, als ihre Vät er aus Ägypt en gezogen
sind, bis auf den heut igen Tag.“ (2. K önige 21, 14-15)
„ Und als sie das Geld herausnahmen, das in das H aus
des H ERRN gebracht worden war, fand der Priest er
H ilkija das Buch des Gesetzes des HERRN, das
durch Mose gegeben war.“ (2. Chronik 34, 14)
„ I ch habe mein Haus verlassen, mein Erbteil
verstoßen, ich habe den Liebling meiner Seele in die
H and seiner Feinde gegeben. (Jeremia 12, 7)
„ D enn geht doch hin zu meinem Anbet ungsort , der in
83
Silo war, wo ich f rüher meinen N amen wohnen ließ,
und seht , was ich mit ihm get an habe wegen der Bosheit
meines Volkes I srael! Und nun, weil ihr all diese Tat en
get an habt , spricht der H ERR5, und ich zu euch geredet
habe, f rüh mich auf machend und redend, ihr aber nicht
gehört habt , und ich euch geruf en, ihr aber nicht
geant wort et habt ; so werde ich mit diesem Haus, über
dem mein N ame ausgeruf en ist , worauf ihr euch
verlasst , und mit dem Ort, den ich euch und euren
Vät ern gegeben, ebenso verfahren, wie ich mit Silo
verfahren bin“
(Jeremia 7, 12-14).
„ Ja, nach dem Bef ehl des H ERRN geschah das gegen
Juda, um es von seinem Angesicht zu entf ernen wegen
der Sünden Manasses, nach allem, was er get an hat t e“
(2. K önige 24, 3).
„ Und er st reckt e et was wie eine H and aus und nahm
mich beim H aarschopf meines K opf es. Und der Geist
hob mich zwischen Erde und H immel empor und
bracht e mich in Got t eserscheinungen nach Jerusalem,
an den Eingang des Tores des inneren Vorhof s, das
nach N orden weist , wo der St andort des Göt zenbildes
der Eif ersucht war, das zur Eif ersucht reizt .“ (H esekiel
8, 3).
„ Und siehe, dort war die H errlichkeit des Gott es
I sraels, wie die Erscheinung, die ich im Tal gesehen
hat t e“ (H esekiel 8, 4)
„ Und er sprach zu mir: Menschensohn, siehst du, was
sie t un? Große Gräuel sind es, die das H aus I srael hier
84
verübt , damit ich mich von meinem Heiligtum
entferne“ (H eseki el 8, 6)
„ Und die Herrlichkeit des HERRN verließ die
Schwelle des Hauses und st ellt e sich über die
Cherubim.“ (H esekiel 10, 18)
„ Und die H errlichkeit des H ERRN st ieg auf , mitten
aus der Stadt hinweg, und st ellt e sich auf den Berg,
der im Ost en der St adt ist .“ (H esekiel 11, 23)
D ie H eimsuchung Got t es hat jedoch einen sot eriologischen
Aspekt , d.h. die H eimsuchung dient der Erret t ung (vgl. 1.
Pet rus 2, 11-12).
Z it at :
D iese D inge, die ihr seht : Tage werden kommen, in
denen nicht ein St ein auf dem anderen gelassen wird,
der nicht abgebrochen werden wird. Sie f ragt en ihn aber
und sagt en: Lehrer, wann wird denn dies sein, und was
ist das Z eichen, wann dies geschehen soll? Er aber
sprach: Seht zu, dass ihr nicht verf ührt werdet ! D enn
viele werden unt er meinem N amen kommen und sagen:
I ch bin's, und die Z eit ist nahe gekommen! Geht ihnen
nicht nach! (Lukas 21, 6-8)
Um es auf den Punkt zu bringen:
G ot t war ber ei ts zwei mal für ei ne l änger e Z ei t auf E r den „ i n ei ner
W ohnung“ und hat di e M enschhei t hei mgesucht !
85
D ie Wohnung der Gerecht en segnet allerdings auch Got t
(Sprüche 3,33). Unser Got t ist nämlich der „ G ot t i n I sr ael “ - eine
Vorschat tung zum geist lichen I srael (1. K önige 18,36) - und
Got t erhebt seine St imme aus seiner heiligen Wohnung
(Jeremia 25,30), denn im H ause des Vat ers sind viele
Wohnungen (Johannes 14,23), sodass Vat er und Sohn zum
Gerecht en kommen und Wohnung bei ihm machen (Johannes
14,2), damit die K raf t Christ i bei ihm wohne (2. K orint her
12,9), sof ern jener Mensch sich seinen Schwachheit en st ellt
und gegenüber Got t und den Menschen bekennt . D ann
best eht aber wirklich das geist liche Prinzip: „ Chr i st us i n D i r !“
D u persönlich gehörst also auch zu I srael, sof ern D u an Jesus
gläubig sein sollt est (vgl. Römer 9,6-8) und daher gilt auch bei
D ir das geist liche Prinzip „ Got t i n I sr ael “ als „ Chr i st us i n D i r !“
Und dennoch haben die Juden, d.h. das irdische Volk I srael,
I H N nicht erkannt und jet zt soll plöt zlich das gesamt e irdische
Volk I srael errett et werden, nur weil sie dann Jesus beim
let zt en K ommen sehen und erkennen werden?
D ies ist sehr f ragwürdig.
Z it at :
Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage
kommen, da ihr begehren werdet , einen der Tage des
Sohnes des Menschen zu sehen, und ihr werdet ihn
nicht sehen. Und man wird zu euch sagen: Si ehe dort !,
oder: Siehe hier! Geht nicht hin, f olgt auch nicht !
(Lukas 17, 22.23)
Sof ern also Ält est e einer Gemeinde die Lehre der H aushal -
t ungen lehren sollt en, so werden jet zt die bet ref f enden
Gemeindemit glieder auf gef ordert , nicht ihren Gemeindelei t ern
zu f olgen
86
Z it at :
Warum willst du wie ein erschrockener Mann sein, wie
ein H eld, der nicht zu ret t en vermag? D u bist doch in
unserer Mit t e, H ERR, und über uns ist dein N ame
ausgeruf en. Verlass uns nicht ! (Jeremia 14, 9)
Argument ieren die Gemeindeleit er et wa auch so?
Verlass uns nicht ?
Mit Betrübnis muss man hier bekennen, dass sogar in diesem
Fall Jeremia nicht erkannt hat , dass Gott bereits gegangen ist .
D ie Recht f ert igung vor Got t war im Alt en Test ament t rot z
der Wegnahme des Geset zes nicht von langer D auer. Seit Jesus
Tod am K reuz von Golgatha sind wir aber ewig durch den
Glauben an Jesus Christus gerecht f ert igt vor Got t .
Lerne zu f ragen, nicht nach dem „ W as“ , sondern nach dem
„ W i e“ !!!
XI V. Abhandlung zu Sacharja 14
Z ur besseren D arst ellung der nachf olgenden Abhandlung wird
bereit s am Anf ang auf die unrevidiert e Elberf elder Bibel
verwiesen:
Bibelverse aus Sacharja 14, 16 -19:
Vers 16: Und es wird geschehen, dass alle Übrig-
gebliebenen von allen N at ionen, welche wider
Jerusalem gekommen sind, von Jahr zu Jahr
hinauf ziehen werden, um den K oenig, Jehova der
H eerscharen, anzubet en und das Laubhüt t enf est zu
f eiern
87
Vers 17: Und es wird geschehen, wenn eines von den
Geschlecht ern der Erde nicht nach Jerusalem
hinauf ziehen wird, um den K oenig, Jehova der
H eerscharen, anzubet en: über dasselbe wird kein Regen
kommen;
Vers 18: und wenn das Geschlecht Ägypt ens nicht
hinauf zieht und nicht kommt , so wird der Regen auch
nicht über dieses kommen. D as wird die Plage sein,
womit Jehova die N at ionen plagen wird, welche nicht
hinauf ziehen werden, um das Laubhüt t enf est zu f eiern.
Vers 19: D as wird die St raf e Ägypt ens und die St raf e
aller N at ionen sein, welche nicht hinauf ziehen werden,
um das Laubhütt enf est zu f eiern.
I n Sacharja 14, 16 und in 14, 17 sind diesbezüglich zwei sich
gegenseit ig ausschließende Fest st ellungen zu bemerken:
a) in Vers 16: „ Und es wird geschehen, dass …“ in Bezug auf
das H inauf ziehen nach Jerusalem
b) in Vers 17: „ Und es wird geschehen, wenn … nicht “ in
Bezug auf das N icht -H inauf ziehen nach Jerusalem
D ie of t post uliert e Aussage, dass die " Übriggebliebenen" der
Völker, die gegen I srael in den K rieg gezogen sind, jährlich
nach Jerusalem zum Opf er kommen werden, geht in der f est e
Annahme davon aus, dass dies so als f est e Tat sache geschehen
werde und damit st ellen diejenigen Post ulant en den Vers 16
über den Vers 17 und berauben somit dem Bibelvers in
Sacharja 14, 17 seine inhalt liche Aussage in Bezug auf den
unbest immt en Art ikel „ ei nes“ .
D er Z ählwert im Vers 17 mit dem unbest immt en Art ikel
„ ei nes“ , welches auch ein unbest immt es Z ahlwort darstellt , ist
nämlich in dem Sat zgef üge „ eines von den Geschlecht ern der
Erde“ nicht minderwert iger als der unbest immt e Z ählwert des
Z ahlwort es „ al l e“ in dem Vers 16.
88
Manche Ausf ührungen sind daher unvollst ändig und f ühren
somit zu Z weif eln an einer genauen Beweisf ührung und
Argument at ion, denn eine Schlussf olgerung würde nämlich
ausschließlich zu dem Postulat f ühren, dass im Vers 17 nur
„ ei ni ge“ von den Geschlechtern der Erde nicht nach Jerusalem
hinauf ziehen werden, wobei aber hingegen im Vers 17 auch
„ al l e Geschlecht er der Erde“ gemeint sein könnten –
zumindest aus der semant ischen und rhet orischen Perspekt ive
mit t els Synek doche.
146
D es Weit eren muss das Ausbleiben des Regens – welcher
zunächst in seiner Exist enz als Segen zu wert en wäre - in
Verbindung mit dem Vers 19 gebracht werden, wonach dies
eben die Straf e der Ägypt er und die Straf e aller H eiden sei,
wenn sie nicht hinauf ziehen wollt en, um das Laubhüt t enf est zu
f eiern. D agegen st ellt aber die gezielt e Wort bet racht ung zum
eigent lichen hebräischen Wort f ür „ St raf e“ explizit die
deut sche Überset zung mit dem Wort „ Sünde“ heraus.
D emnach müsst e man eigent lich den Vers 19 wie f olgt
überset zen und lesen:
Auslegungsvariant e:
D as wird die Sünde der Ägypt er und die Sünde aller
H eiden sein, welche nicht hinauf ziehen wollen, das
Laubhüt t enf est zu f eiern.
Welche Sünde ist denn hier wirklich gemeint ? Et wa das N icht -
Feiern des H ütt enf est es oder dass et wa kein Regen f ällt ?
Vergegenwärt igen wir uns doch, dass Sünde im ursprünglichen
K ont ext immer ein Getrennt sein von Got t bedeut et . Wenn es
also überhaupt keinen Regen mehr geben sollt e, so wären
mit hin die bet rof f enen Menschen endgült ig in der Sünde
gef angen, zumal es ja nach der Bibel keinen weit eren Regen
geben werde. D emnach würde mit dem Ende des Regens
auch der Segen Gott es auf hören, Menschen mit dem Wort
Got t es zur Umkehr zu bewegen und zugleich das
Gnadengeschenk des Glaubens zu bewirken.
89
Man beacht e auch die Wort e „ al l er N at i onen“ im Vers 19,
sodass durchaus mit dem Sat zgef üge „ … wenn ei nes von den
G eschl echt er n der E r de … „ im Vers 17 auch „ al l e“ gemeint sein
kann, denn dies wäre jedenf alls im Sinne einer richt ig
angewendet en Semant ik im Bereich des Möglichen.
D er Sinn und Z weck dieser kurzen Abhandlung best eht
nunmehr darin, konkret auf zuzeigen, dass das Wort geplänkel,
welches die so D ispensat ionalist en gerne auf f ühren, um ihre
Lehre von den H eilszeit en zu vert eidigen, durchaus lückenhaf t
ist und demnach im Sinne wissenschaf t lichen D enkens und des
Anmahnens von f alscher Beweisf ührung noch zu
perf ekt ionieren wäre – dies gilt ggf . auch f ür alle weit eren
Chiliast en.
I n diesem Sinne müsst e jeder vernünf t ig denkende Mensch der
Auf f assung f olgen: D as AT-Syst em ist ausgelauf en (H ebraer
8,13; H ebraer 9,15).
D ie Z eit f rage – auch in Verbindung mit dem Regen:
1.) I n Sacharja 12-14 kommt der Z eit begrif f „ an j enem T ag“ der
rev. Elberf elder Bibel zuf olge ca. 17-mal vor. Würde man dazu
nun noch Sacharja 14, 1 nehmen, dann hät t e man also ca. 18-
mal den Z eit begrif f , der sich punkt uell auf ein Ereignis
ausricht et – nämlich auf das K ommen des H errn (vgl. 2. Pet rus
3,8 im Gegensat z zu Of f enbarung 20,1-10).
2.) Auf Grund dieser hervorgehobenen zeit lichen D arstellung
ergibt sich wohl doch in der Betracht ungsweise nur die
H aupt blickrichtung darauf , welche Ereignisse „ an j enem T ag“
passieren sollen als auf diejenigen Ereignisse, die event uell
danach passieren könnt en. Folglich müsst en demnach doch
alle Bet racht ungsweisen, die sich nicht nach dem
Amillenniali smus ausrichten, konkret begut acht et und
hint erf ragt werden, warum sie eine W er t i gk ei t sver schi ebung zu den
Ereignissen ziehen und bet reiben, die hinsicht lich der
D arst ellungsweise in Sacharja 12-14 nur von nebensächlicher
N at ur sind. D as bewusst e Ablenken vom K ommen des H errn
90
zeigt allerdings auf , dass best immt e Prot agonist en eine
Wert igkeit sverschiebung vornehmen, um die eigent lichen
Aussagen im Wort Gott es zu schmälern und dies könnt e
bedeut en, dass diese Personen sich somit bewusst von Gott
abgewandet und sich ihrem eigenen Menschenverst and
zugewandet haben.
3.) N ach den Bibelversen in Sacharja 14, 16-19 kommt der
Z eit begrif f „ an j enem T ag“ sogar noch zweimal in den Versen 20
und 21 vor. D ies dürf t e ein weit erer H inweis darauf sein, dass
der Bet racht ungsmaßst ab in den Aussagen in Sacharja 12-14
zielgericht et auf das Wiederkommen des H errn ausgericht et ist
und daher auch maßgebliche Bewert ungsgrundlage sein muss,
ohne von den N ebensächlichkeit en am Rande verdeckt zu
werden.
4.) N ach diesem bewusst en Tag würde es laut Sacharja 14, 21
auch keine (Vieh)H ändler mehr im H aus des H errn geben.
Würde man nun den wört lichen Begrif f nehmen und nicht die
anderen Wort bedeut ungen „ K anaanit er und Unreine“
heranziehen, so käme man nat ürlich ins Fragen – und dies
sowieso wegen der vermeint lichen Massen der Menschen –
woher sie denn ihre Feueropf er ent sprechend 3. Mose 23, 36
hernehmen werden.
5.) Sof ern man nunmehr den anderen Z eit begrif f „ Jahr für Jahr
“ in Sacharja 14, 16 anf ührt , um gegen den Amillennialismus
zu int ervenieren, so muss aus der N at ur der
Beweisf ührungslogik in der Schrif t belegt sein, dass der
Bibelvers in Sacharja 14, 16 eine f est e und unumstößliche
Tat sache ist . D agegen kommt aber im konkret en Vergleich
dieser Z eit begrif f nur einmal in Sacharja vor und zwar nur in
Sacharja 14, 16. Auf Grund der gegent eiligen Gewicht ung des
Z eit begrif f es „ an j enem T ag“ mit 17 zu 1 Benennungen müsst e
demnach die Begrif f lichkeit „ Jahr für Jahr “ einen nachrangigen
Aspekt im gesamt en K ontext einnehmen. Beweisf ührend ist
hierzu auch die im Wort Got t es auf gef ührt e N egat ion der
möglichen Ereignisse in Sacharja 14, 16 durch den
anschließenden Bibelvers in Sacharja 14, 17. D anach ist eben
ersicht lich, dass unser H err und Got t et was als möglich
eracht et und demnach ist die Mögli chkeit des N icht -
91
H inauf ziehens aller N at ionen nach Jerusalem als mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht im Bibelvers
ausgeschlossen. Warum sollte denn auch unser H err und Got t
in diesem St adium seiner H eilsgeschichte noch
Wahlmöglichkeit en den Menschen anbiet en? D iesbezüglich
überf ührt und zieht doch der H err nur mit seiner
unwiderst ehlichen Gnade (vgl. Johannes 6,44.65), die kein
Mensch ablehnen kann. Abgesehen davon st ellt sich doch
auch die Frage, warum Got t die Menschen aus Sacharja 14, 17
nicht schon in Sacharja 14, 12 mit seiner Plage bedacht hat . I n
der Z usammenf assung kommt also zunächst einmal in
Bet racht , dass es eine logische Schlussf olgerung ist , dass -
wenn einige nicht nach Jerusalem hinauf ziehen – auch alle
N at ionen im Sinne von Vers 19 nicht hinauf ziehen werden,
um Gott anzubet en.
6.) Mit Mat thäus 5, 45 sehen wir weit erhin, dass unser H err
und Got t sogar auf das Böse und Ungerecht e seine Sonne
auf gehen und auch regnen lässt . D a es aber in
Übereinst immung vieler Bibelausleger in Sacharja 12-14 um die
Eschat ologie geht , so wäre es doch auch plausibel
anzunehmen, dass die ungläubigen Menschen keinen weit eren
Segen mehr von Got t bekommen werden, weil diese
ent sprechend der Schrif t sowieso ins Gericht kommen. N ach
Sacharja 14, 17-18 gebe es zumindest nach der Meinung der
anders denkenden Prot agonist en, die nicht den
Amillennialismus bevorzugen, zumindest einige Menschen, die
keinen Segen bekommen würden, aber t rot zdem noch leben
und dazu eben auch Got t anbet en sollen. Wäre dies jedoch
aber kein Paradoxon zu Matt häus 5, 45?
Folglich scheint eine Bestät igung des Amillennialismus in
Sacharja 14, 16.17 nicht ganz ausgeschlossen zu sein, da
insbesondere der Vers 17 eine N egat ion des vorangehenden
Verses darst ellt . D es Weit eren erkennt man doch hof f ent lich
eindeut ig, dass alle Menschen in Sacharja 14, 12 st erben
werden, denn: E r l ässt j edem sei n F l ei sch ver wesen, sodass die
Redef igur in Sacharja 14, 16 daher durch die weit ere Redef igur
in Sacharja 14, 17 auf gehoben wird, denn kein Mensch wird
diesbezüglich mehr nach Jerusalem hinauf ziehen nach jenem
Tage. Folglich wird es auch keine Übriggebliebenen mehr
92
geben!!! D ass nunmehr kein Regen f allen wird, bezeichnet
eben die Endgült igkeit des K ommens des H errn und st eht
nicht im unmitt elbaren Widerspruch zu Psalm 145, 9 und
Mat t häus 5, 45. Sollt e man allerdings die Redef igur in Sacharja
14, 17 in Abrede st ellen zu versuchen - so hät t e allerdings
derjenige ein eindeut iges Beweis- und Argument at ionsproblem,
warum Got t nicht mehr gut zu diesen bösen Menschen sein
sollt e, obwohl Psalm 145, 9 und Mat t häus 5, 45 dies implizit
begründet . H at hier nun der eif rige und auf richt ige Leser
bemerken können, wie sehr man mit dem menschlichen
Verst and ebenso den D ispensat ionalismus aushebeln kann?
N un gut , im Sinne von Got t und im Sinne des Wort Got t es
wird der Einsat z des Verst andes wohl nicht ganz
ausgeschlossen sein, denn ansonst en könnt en wir ja nicht
prüf en, ob wir es mit einem f alschen Prophet en zu t un haben.
Allerdings st ellt sich jet zt die Frage, wer mit „ f alscher Prophet “
eigent lich gemeint ist ?
XV. Abhandlung zu 1. Johannes 4,1
I n Sachen f alsche Prophet en soll der nachf olgende
Gedankenanst oß zu 1. Johannes 4,1f f weit erhelf en, um die hier
nicht angesprochene Frage, was denn eigent lich Semant ik ist ,
kurz zu beleucht en. D ie D ispensat ionalist en ent puppen sich
vor allem als akribisch f orschende Christ en, die allzu of t und
gern den griechischen Grundt ext zu Rat e ziehen. D abei haben
sie nat ürlich auch ein D enksyst em und dieses D enksystem ist
nat ürlich in ihren Augen richt ig, weil ja ansonsten ihr
K art enhaus zusammenf allen würde.
D as Syst em des D ispensat ionalismus ist , wie bereit s
beschrieben wurde, auf ein nat urwissenschaf t liches D enken
auf gebaut . D es Weit eren best immen einige Lehrer mit
Aut orit ät , was richt ig ist und danach ergeben sich alle weit eren
93
subjekt iven Wort unt ersuchungen, sodass auch bei mehreren
Bibelauslegern im Endef f ekt das gleiche Ergebnis
herauskommt . D ies ist ja wiederum kein Wunder, denn
D ispensat ionalist en sind f anat ische Bef ürwort er von dem
K onzept „ U rsache und W i r k ung“ . D ie st rikt e Einhalt ung von
K ausalit ät ist f ür den einzelnen D ispensat ionalist en so wicht ig,
dass ein „ A us-D er-Rei he-H üpfen“ als unmöglich eingest uf t wird.
D ie nachf olgenden Sät ze beziehen sich auf die verwirrende
Überset zungst echnik der D ispensat ionalist en, sodass jet zt
leider die weit ere D arst ellung et was t echnisch wird. D amit
man aber auch in diesem Punkt einen kleinen Einblick
bekommen kann, wird dies hier nicht ausgespart . Um nun aber
nicht die schwer lesbaren griechischen Schrif t zeichen zu
benut zen, verwenden wir im weit eren Verlauf die allgemeine
griechische Buchst abenreihe f ür I nt ernet benut zer und
überset zen damit jet zt den Bibelvers 1. Johannes 4,1 wie f olgt :
" AGAPH TOI MH PAN TI PN EUMATI
PI STEUETE ALLA D OK I MAZ ETE TA
PN EUMATA EI EK TOU QEOU ESTI N , hOTI
POLLOI YEUD OPROFHTAI EXELH LUQASI N
EI S TON K OSMON "
" Geliebt e, glaubt nicht jedem Geist , sondern prüf t die
Geist er, ob sie aus Got t sind! D enn viele f alsche
Prophet en sind in die Welt hinausgegangen."
Ent gegen mancher Vermutung f angen wir hier nun nicht bei
dem bekannt en Überset zungsproblem zu ESTI N an, sondern
verlagern zunächst einmal unser Augenmerk auf
D OK I MAZ ETE TA PN EUMATA.
D as griechische Wort D OK I MAZ ETE bezeichnet . nämlich
f ür sich selbst alleine ein Prüf en, welches der Mensch eben nur
94
vornehmen kann, wenn er dazu von Got t bef ähigt wurde.
N unmehr st eht aber D OK I MAZ ETE bei 1. Johannes 4,1
sogar in dem K ont ext , Geist er zu prüf en, ob diese denn aus
Got t seien. D ie allgemeine Auslegung t endiert jedoch dazu,
die Geist er bei anderen Menschen zu bewert en, das
zweif elsohne auch richt ig sein mag. Jedoch erscheint der ganze
Bibelabschnit t von 1. Johannes 4,1-6 in sich st immig zu sein,
sodass nicht hauptsächlich andere Menschen als f alsche
Prophet en bewert et werden sollen, sondern dass man sich
selber prüf t , ob eben di e ei gene Per son ni cht ebenfal l s ei n fal scher
Pr ophet i st . D ie ursprüngliche Wort bedeut ung von
D OK I MAZ ETE und der K ont ext aus der D iskussion um
ESTI N lassen nur die Schlussf olgerung zu, dass, wenn man
f alsche Prophet en ent larven möcht e, aus Gott sein muss, um
nicht selber als f alscher Prophet bef unden zu werden.
Mit der Semant ik best immt man nunmehr die Bedeut ung der
Wort e und mit der grammat ischen St rukt uranalyse hingegen
den Sat z, wie er grammat ikalisch auf gebaut ist . I ndes wurde
aber bisher kaum Wert darauf gelegt , bei des mit einander zu
verknüpf en. N un gut , die Vert ret er des D ispensat ionalismus
sind, wie bereit s mehrf ach angef ührt , Meist er der
Wort akrobat ik, sodass sie leider mit ihren Beeinf lussungs-
t echniken der grammat ischen St rukt uranalyse of t gekonnt die
Sinn gebende Sat zaussage zuschieben, ohne überhaupt auf die
Bedeut ung einzelner Wort e zu acht en. Mit hin wäre auch ein
Einwand berecht igt , dass es bei der grammatischen
St rukt uranalyse eine Sinnerweit erung zu 1. Johannes 4,1 geben
müsse, zumal man mit dem logischen Ansat z erklären könnt e,
dass, wenn die Prüf ung ungöt t licher D inge mit ungött licher
Vollmacht vollzogen wird, als K onsequenz nur ein
ungöt t liches Ergebnis herauskommt .
N un wird jedoch of t vergessen, dass zwar die bekannt e
griechische Grammat ikregel auf zeigt , dass bei einem Subjekt
95
N eut rum Pluralis - hier TA PN EUMATA - das Verb – hier
ESTI N - ent sprechend im Singular in Erscheinung trit t , jedoch
aber dieser H aupt sat z mit einem Prädikatsverband aus
D OK I MAZ ETE und TA PN EUMATA best eht , sof ern man
TA PN EUMATA als Akkusat ivobjekt einst uf en möcht e.
D aher wäre es aus der reinen Sat zst rukt uranalyse auch
möglich, dass im Bibelvers des 1. Johannes 4,1 nicht nur die
Auf f orderung des Prüf ens anderer Menschen enthalt en ist ,
sondern auch der eigenen Person.
D es Weit eren wird of t von Seit en der D ispensat ionalist en
verkannt , dass TA PN EUMATA nicht nur die Funkt ion eines
Akkusat ivobjekt es einnehmen, sondern dass TA PN EUMATA
vielmehr auch einem N ominat ivsubjekt ent sprechen kann.
D aher wäre es legit im, ent gegen der f undament alen Logik der
D ispensat ionalist en auch zu hint erf ragen, wer denn eigent lich
„ die Geist er“ im Bibelvers von 1. Johannes 4,1 auch sein
könnt en.
Verblüf f end ist jedoch, wenn man weit ere Bibelst ellen
heranzieht , in welchen das Wort D OK I MAZ ETE vorkommt ,
so z.B. in 2. K orint her 13,5 und 1. Thessalonicher 5,21.
D anach vermag ein Si ch-Sel bst -Pr üfen verst ärkt in den
Vordergrund zu t ret en. Jedenf alls sollt e man diesen Aspekt
nicht kat egorisch von der H and weisen, sof ern man, ohne
voreingenommen zu sein, den Bibelvers 1. Johannes 4,1
unt ersuchen möcht e.
Aus der zuvor benannt en Problemat ik zu ESTI N (ein Singular
gegenüber dem Plural in TA PN EUMATA) und der daraus
result ierenden Wort ungleichheit im N umerus scheint es
wicht ig zu sein, den Bibelvers in 1. Johannes 4,1 mit dem
gesamt en K ont ext in 1. Johannes 4, 1-6 zu konf ront ieren. Z u
dieser Themat ik, dass zum Subjekt N eut rum Pluralis das Verb
im Singular t ritt , erscheint der H inweis not wendig, dass nicht
96
zwingend geschlussf olgert werden könne, man hät t e es bei
diesem Subjekt jedes Mal mit einer K ollekt ivbedeut ung, d.h.
jeder prüf t f ür sich und die anderen seine und ihre Geist er
innerhalb der Gruppe, zu t un. Währenddessen erscheint es
auch vermessen darzust ellen, dieses Grammat ikproblem sei
ausschließlich ein Fakt der Mehrheitsbedeut ung, d.h. jeder in
der Gruppe prüf t einzeln oder gemeinsam mehrere,
verschiedene Geist er außerhalb der Gruppe.
I ndes ist es aber bedeut end, ob wir es mit einem Subjekt oder
mit einem Objekt zu t un haben. D iesbezüglich reden zwar die
D ispensat ionalist en in ihren I nt ernet f oren sehr viel über
grammat ikalische Theorien, versäumen aber dagegen, eine
ordent liche Wortbest immung des griechischen Grundt ext es
anzust ell en. Mit Verlaub sei nunmehr darauf hingewiesen, dass
das o.g. Grammat ikproblem einem Subjekt zu gut e kommt .
Währenddessen weit en die D ispensationalist en aber jene
Grammat iktheorie auf ein Objekt aus – nämlich einem
Akkusat ivobjekt . D ieser Umst and ist aber f rappierend, denn
die Best immung eines Wort es mit dem Menschenverst and
sollt e dahingehend auch eingehalt en werden. N unmehr ist es
aber so, dass die D ispensat ionalist en mit ziemlicher
Of f ensicht lichkeit gegen ihre eigenen Auslegungsregeln je nach
Belieben verst oßen.
Gehen wir jet zt weit er im biblischen K ont ext zu 1. Johannes
4,1-6, so können wir noch mehr erkennen, dass viele Element e
mit dem Prüf en „ mitschwingen“ bzw. einhergehen.
Abgesehen von einer möglichen K ollekt ivbedeut ung oder
einer möglichen Mehrheitsbedeut ung käme zudem auch noch
die Möglichkeit einer I ndividualbedeut ung von TA
PN EUMATA in Bet racht , sof ern man meinen möchte, dass
jeder einzelne Mensch angesprochen ist , der sich als Christ
ausgibt . D ies würde aber dem dedukt iven Schrif tprinzip der
D ispensat ionalist en vollkommen widersprechen, sodass eine
solche Möglichkeit in ihren K reisen als abwegig diskut iert wird.
I ndes lässt sich aber in indukt iver Form auf zeigen, dass man
97
anhand des K ont ext es eine I ndividualbedeut ung von TA
PN EUMATA in 1. Johannes 4,1 erwart en kann.
D ie Bet rachtung „ der G el i ebt en“ am Anf ang von 1. Johannes 4,1
wirf t nämlich im Vergleich „ der Ki nder “ in 1. Johannes 4,4 die
Frage auf , ob nicht et wa doch alle Personen einzeln ins Licht
t ret en. Z unächst der weit ere Bibelvers in 1. Johannes 4,4 als
K ont rast :
„ hUMEI S EK TOU QEOU ESTE, TEK N I A, K AI
N EN I K H K ATE AUTOUS, hOTI MEI Z ON
ESTI N hO EN hUMI N “
„ I hr seid aus Gott , K inder, und habt sie überwunden,
weil der, welcher in euch ist , größer ist als der,
welcher in der Welt ist
K inder können durchaus per D ef init ion auch als einzelne
Mit glieder einer Gruppe bezeichnet werden, deren sprachliche
Benennung sich im Wort „ Familie“ widerspiegelt . D ie
Ansprache in 1. Johannes 4,4 erf olgt nunmehr an die K inder
bzw. in 1. Johannes 4,1 an di e Geliebt en, sodass eine
I ndividualbedeutung in der Tendenz im Raume st eht . D ie
Familie bzw. die Gemeinde wird dagegen nicht angesprochen,
sodass f olglich eine mögliche K ollekt iv- oder Mehrheit s-
bedeut ung abgeschwächt wirkt .
Sind jet zt aber die K inder in 1. Johannes 4,4 mit den Geliebt en
in 1. Johannes 4,1 ident isch? D ie Ant wort auf die vorst ehende
Frage lässt sich jedoch. nicht 100%-ig und mit größt er
Sicherheit beant wort en, sodass sowohl ein D af ür als auch ein
D agegen möglich erscheint . Sof ern wir jet zt noch einmal zu
dem griechischen Wort D OK I MAZ ETE zurückkehren
sollt en, so ent decken wir in diesem Verb hinsicht lich seiner
Endung, dass wir es zugleich mit einem Personalpronomen zu
t un haben. D ieses Personalpronomen dürf en wir jet zt als die
zweit e Person Plural - also i hr im Wort D OK I MAZ ETE
auf grund ent sprechender Verbendung - ent decken. D emnach
98
könnt e D OK I MAZ ETE aus 1. Johannes 4,1 mit hUMEI S
…TEK N I A aus 1. Johannes 4,4 korrespondieren, wo best ät igt
wird, dass „ i hr … Ki nder “ aus Got t seid. Transport iert jedoch
diese D oppelung der zweit en Person Plural auch den gleichen
Sinngehalt , d.h. werden in diesen zwei Bibelversen ident ische
Personen angesprochen? D ie Ant wort auf die vorst ehende
Frage lässt sich dagegen nicht 100%-ig und mit größt er
Sicherheit beant wort en, sodass sowohl ein D af ür als auch ein
D agegen möglich erscheint . D aher erscheint die Schluss-
f olgerung sinnvoll, dass EK TOU QEOU auf
D OK I MAZ ETE (beide in 1. Johannes 4,1) Einf luss gehabt
haben musst e, zumal die Annahme, dass die K inder in 1.
Johannes 4,4 den H errn, Jesus Christ us als im Fleisch
gekommen, bekannt haben müsst en, bei den Geliebt en in 1
Johannes 4,1 dagegen aber ein noch f ehlendes Bekennt nis
unt erschwellig angemahnt wurde, nicht ganz von der H and zu
weisen ist . Jesus ist aber „ wahr er G ott und wahr er M ensch“ !
147
K ann man aber jet zt einen Unt erschied zwischen den
" G el i ebt en" und den " G ei ster n" in 1. Johannes 4,1 sehen?
Wahrscheinlich nicht , zumal nämlich eine andere Ar t von
Geist ern mit MH PAN TI PN EUMATI PI STEUETE in 1.
Johannes 4,1 angesprochen wird. Viele D ispensat ionalist en
meinen in diesem Z usammenhang, dass hier nur Gläubige als
Geliebt e von Johannes angesprochen werden. D iese
Schrif t deut ung ist hingegen nicht beweisbar. Vor allem geht
die Perspekt ive, dass man die andere Art von Geist ern nur
außerhalb der Gruppe " G el i ebt e / G ei st er " zu suchen habe, f ehl
in der Annahme, da man diesbezüglich keine H inweise f ür eine
ausschließliche Außenbetracht ung hat . Vielmehr scheint es
auch angebracht zu sein, die andere Art von Geist ern innerhalb
der Gruppe " G el i ebt e / G ei st er " zu vermut en.
K önnt en dann aber möglicherweise auch Menschen ohne
Glauben entsprechend obiger I nt erpret at ion in 1. Johannes 4,1
99
auf gef ordert sein, sich zu prüf en? Gewiss! D enn diese
ungläubigen Menschen st ellen mit Sicherheit eine Teilgruppe
der „ ander en G ei st er " dar, denen man nicht glauben sollt e.
H ierzu kann kurz erwähnt werden, dass ja im Sinne des
Missionsauf trages Menschen ohne Glauben auf gef ordert
werden sollen, Buße zu t un. D ie Auf f orderung, sich zu prüf en,
ob man aus Gott sei, käme der Auf f orderung, Buße zu t un,
gleich. Vor allem ist die Buße auch ein Gnadenerweis von
Got t (vgl. Römer 2,4), sodass diesbezüglich auch keine
menschliche Buße mit welt licher Sicht bet rieben werden kann,
um zu Gott zu kommen.
I m K ontrast zu den f alschen Prophet en st eht daher das
richt ige Prüf en. Ob nun dieses Prüf en aus Got t ist , soll ja
schließlich herausgef unden werden. Als N ebenprodukt dieser
Prüf ung käme wohl zusät zlich noch die eigene Fest stellung,
dass man im Glauben ist (vgl. 2. K orint her 13,5). Z udem
würde man auch f ür sich selber bemerken können, dass eigene
Weissagungen aus der Schrif t richt ig oder f alsch sind. St immt
dies auch?
I m weit eren Verlauf dieser Unt ersuchung gehen wir nunmehr
kurz auf 1. Thessalonicher 5,21 ein. D ort st eht nämlich
geschrieben:
„ PAN TA D E D OK I MAZ ETE, TO K ALON
K ATECETE.“
" Prüf t aber alles und das Gut e behalt et !"
H ierzu muss man jet zt auch kein K ausalit ät sbef ürworter sein
oder eine Begabung f ür Fremdsprachen haben, um f estst ellen
zu können, dass in dem " al l es“ , dass geprüf t werden sollte, nun
not wendigerweise auch et was ent halt en sein muss, was nicht
gut ist , denn, damit das andere, was gut sein soll, auch ent deckt
100
und bewahrt werden kann, muss ein Unt erscheidungs-
vermögen vorhanden sein, um das Schlecht e von dem Gut en
zu t rennen. D araus kann jet zt f olgricht ig bef unden werden,
dass vor allem di e A r t mei nes Pr üfens ent scheidet , ob ich et was
f ür gut oder schlecht bef inde. Abgesehen davon scheint mit
K ALON die höchst e Qualität sstuf e als Stolperf alle des Prüf ens
vorhanden zu sein, denn nur wer mit der Qualit ät K ALON
et was prüf t , sollt e demnach wohl auch dazu bef ähigt sein, das
K ALON in dem Prüf ungsgegenst and " al l es" ent decken zu
können. D ie Auf f orderung zum Prüf en bezieht sich damit
auch auf das eigene Prüf en, ob man selber von Got t ist , zumal
man doch erhof f t , innerhalb der Gruppe " G el i ebe / G ei ster " zu
sein.
D es Weit eren macht das Prüf en mit einem Prüf en, ob es aus
Got t sei, sehr viel Sinn, wenn man verst eht , dass das
Unt ersuchen [ PEI RAZ ETE ] in 2. K orinther 13,5 ein Sich-
Selber-Versuchen darst ellt und dass das nachf olgende
D OK I MAZ ETE nicht eine Wiederholung desselbigen
bedeut et , sondern eine andere Qualit ät auf weist , nämlich die
Qualit ät K ALOS.
148
I m Endef f ekt zeichnet 1. Johannes 4,1
auf , dass das Result at , sich und andere mit D OK I MAZ ETE zu
prüf en, ausschließlich einer Fähigkeit ent springt , die von Got t
kommt . D iejenigen, die eine solche Prüf ung zu st art en
versuchen und scheit ern, werden dann auch nicht in der Lage
sein zu bemerken, dass sie gescheit ert sind. I ndes wird aber
jeder Christ of t scheit ern und sich dieses Scheit ern auch
vergegenwärt igen können, damit sie in D emut erkennen
mögen, dass nicht sie geprüf t haben, sondern Gott - der
Chr i st us i n D i r !
149
(vgl. Lukas 17,21).
Als alleiniges Merkmal und f ür die Außenperspekt ive gibt uns
Got t zu erkennen, was ein Merkmal sein muss, wenn eine
Prüf ung von Got t sein soll, nämlich das Bekennt nis, dass Jesus
im Fleisch gekommen ist . D as N icht vorliegen des
101
Bekennt nisses hebt aber nicht unbedingt her vor, dass nun
derjenige, der dieses Bekennt nis nicht ablegt , weiß, dass er
nicht aus Got t ist . Vielmehr wird sich dann diese Person
weit erhin in seinem I rrtum bewegen, dass man selber gläubig
sei und dies auch vehement vert eidigen.
Sowohl der Prädikat sverband D OK I MAZ ETE TA
PN EUMATA als auch das N ominat ivsubjekt TA
PN EUMATA haben deshalb eine größere Bedeutung als so
manche Aussagen der D ispensat ionalist en vermut en lassen.
D a man sich nämlich selber auf grund seiner eigenen
sündhaf t en N at ur im Wege st eht , so kann und darf man sich
auch nicht selbst vert rauen. D eshalb ist es wicht ig zu
bemerken, dass die von Got t bewirkt e Fähigkeit , et was zu
prüf en, ob dies aus Got t sei oder nicht , die eigene Person in
aller erst er Linie daran erinnern sollt e, dass Got t das eigene
Prüf en vornimmt und ihn auch danach ausricht et . D ies
geschieht im vollen Bewusstsein seiner selbst , damit man
erkennen möge, was aus I H M sei (vgl. 1. K orint her 2,12).
Eine andere Überset zung von 1. Johannes 4,1 könnt e demnach
auch f olgenden Wort laut haben:
" G el i ebt e, gl aubt ni cht j eder A r t von Gei st , sonder n pr üft , i hr
di e G ei st er , ob [ es] – [ [ das Prüfen] ] aus G ot t i st .... D enn
vi el e fal sche Pr opheten si nd i n di e W el t hi nausgegangen."
Aber, was machen wir nur bloß mit Sprüche 16,2 ?
„ A l l e W ege ei nes M annes si nd l aut er i n sei nen A ugen, aber der di e
G ei st er pr üft , i st der H E RR.“
D er Christ us in D ir prüf t also D ich persönlich und das
bedeut et aber, dass der Mensch nicht andere Menschen prüf t ,
ob sie im Glauben st ehen, auch wenn so manche Menschen
sehr zweif elhaf t auf tret en sollt en !
150
Jede Lehre muss aber
dagegen geprüf t werden (Apost elgeschicht e 17,11).
102
Es gibt diesbezüglich einige Fragen, die sich nunmehr aus der
vorst ehenden anderen Überset zung f ür die eigene Person
ableit en lassen, nämlich:
W as i st r i cht i ges Pr üfen?
I nwi ewei t i st mei n ei genes Pr üfen r i cht i g?
Bi n i ch sel ber ei n fal scher Pr ophet?“
W ür de si ch ei n D i spensat i onal i st i n Bezug auf di e L ehr e der
H aushal t ungen auch di ese F r agen st el l en?
XVI . Keine 1000 Jahre !
Bei der f olgenden Abhandlung geht es vor allem um die
grammat ische D arst ellung von Of f enbarung 20,7. D ies
überf racht et mit Sicherheit das Verst ändnis des Lesers. Jedoch
sollen damit auch die wort gewandt en D ispensat ionalist en eine
weit ere Chance bekommen, sich zu hint erf ragen.
N unmehr behandelt aber die nachf olgende D arst ellung keine
Erklärung zu der Z ahl Tausend, sondern insbesondere, dass
die ganze Sat zst rukt ur in Of f enbarung 20,7 „ eine unbestimmt e
Beziehung auf die vorliegende Wirklichkeit “ (BD R § 373,2
FN ) darst ellt .
Of f enbarung 20,7:
kdi o1dv 1cAco0n 1d yiAid c1n
Und wenn vollendet si nd die tausend Jahre
Au0noc1di o od1dvdc ck
wird losgelassen werden der Satan aus
1nc quAdknc du1ou
seinem Gef ängnis
103
A) Anmerkungen aus Grammant ikbücher n
in Bezug auf den K ondit ionalsat z mit „ wenn“
1.) „ hOTAN st eht in der Regel mit K onj. (klass.), wenn eine
H andlung in der Z ukunf t liegt (Event ualis), oder wenn eine
H andlung häuf ig wiederkehrt (I t erat ivus), vgl. EAN § 373,1“ ;
aus: BD R § 382,3.
2.) Wenn aber das Sat zgef üge [ mit hOTAN ] (…) der
Z ukunf t angehört (im übergeordnet en Sat z erscheint dann ein
Fut ur oder ein gleichwert iger I mperat iv), so st eht der
Temporalsat z (…) im (prospekt iven) K onjunkt iv.“ ; aus: BR §
286.
3.) K ondit ionalsät ze mit „ EAN “ kommen inhalt lich
manchmal den Temporalsätzen mit „ hOTAN “ sehr nahe.“ ;
aus: H -S § 282b.
4.) „ EAN “ bezeichnet das unt er Umst änden zu Erwartende –
vom gegebenen (allgemeinen oder konkret en) St andpunkt in
der Gegenwart aus: eventueller oder it erat iver Fall“ ; aus: BD R
§ 373,1.
5.) „ EAN “ mit K onjunkt iv bezeichnet
a) das Erwart et e, das auf eine
Verwirklichung hindeut et
( wenn = vorausgeset zt , dass ):
Event ualis
b) das sich unbest immt haeuf ig
Wiederholende
( wenn = jedes Mal, wenn ): I t erat ivus“ ;
aus: BD R § 371,4.
6.) „ EAN “ mit K onj. [steht ] vereinzelt st at t EI mit I nd.
und vereinzelt st att I rrealis oder Opt . Pot ent ialis bzw.
obliquus“ ; aus: BD R § 373,2.
104
7.) „ EI mit I ndikat iv der Augment t empora kennzeichnet die
Annahme als nicht mit der Wirklichkeit übereinst immend:
I rrealis.“ ; aus: BD R § 371,3.
8.) „ I n nachklassischer Z eit wird EI + I ndikat iv durch
EAN + K onjunkt iv st ark zurückgedrängt .“ ; aus: BR § 279
(Anmerkung).
9.) H ypot het ische Temporalsät ze in der Form von
f ut urist ischen Temporalsät zen ent sprechen dem Event ualis der
K ondit ionalsät ze ; sinngemäß aus: Ars Graeca § 244,1.
10.) D er N ebensat z im f uturist ischen Temporalsat z wird als
bedingender Sat z mit EAN + K onjunkt iv und der H aupt sat z
als bedingt er Sat z im Fut ur ; sinngemäß aus: Ars Graeca §
237,2.
11.) D er „ deut sche I rrealis dient nicht nur der Wiedergabe des
griechischen I rrealis, sondern auch des Pot ent ialis (und
manchmal sogar des prospekt iven Falles).“ ; aus: H -S § 280e.
B) Besondere H ervorhebung
D er Fall der Erwart ung drückt aus, dass vom allgemeinen oder
konkret en St andpunkt aus unt er Umst änden die Annahme sich
verwirklichen kann, aber nicht zwingend sein muss.
Eingeleit et wird der Fall der Erwart ung durch EAN =
„ sof ern“ , „ f alls“ , „ vorausgeset zt , dass“ . D er Modus ist der
K onjunkt iv, selt en der des Praesens, meist der des Aorists ;
(vgl.: Warns-Rienecker, Seit e 206 N r.4).
C) Fazit
D er Fall der Erwart ung in der Form eines hypot het ischen
Temporalsat zes nimmt die unbest immt e Beziehungsgest alt
eines I rrealis auf die vorliegende Wirklichkeit an. D araus kann
nunmehr bei Of f enbarung 20,7 die Schlussf olgerung gezogen
werden, dass bei grammatikalischer, semant ischer und bei
geist licher Schrif t auslegung die Annahme einer Möglichkeit
berecht igt ist , dass Gott bzw. der H eilige Geist in der
105
Ausf ührung seines menschlichen Schreibers Johannes nie die
Absicht gehabt hat t e, zielgericht et den gef esselt en Sat an
f reizulassen. D emnach würde es auch keinen Z eit raum von
1000 Jahren geben, sodass f olglich der Chiliasmus widerlegt
erscheint .
XVII. Kein Ansehen der Person
„ Got t es Maßst ab ist allen Menschen gegenüber der gleiche“ .
151
D emnach gibt es auch keine Bevorzugung des irdischen
Volkes I srael.
Pet rus und Paulus lehren nunmehr, dass der H err nicht einer
sei,
„ der di e Per son ansi eht (A pg 10,34; Röm 2,11), wei l er näml i ch
zwi schen Juden und G r i echen k ei nen U nt er schi ed macht (G al 3,28), al so
ni cht et wa wegen der Z ugehör i gk ei t zu ei nem best i mmt en V ol k … E s l i egt
al so gar k ei n W i derspr uch dar i n, wenn wi r sagen: G ot t erwähl t ohne j edes
V er di enst nach dem E rmessen sei nes W ohl gefal l ens di e zu sei nen
Ki nder n, di e zu er wähl en i hm gut schei nt , di e ander en aber ver stößt und
ver wi r ft er .“ (Johannes Cal vi n)
152
Mit Johann Georg H amann dürf en wir zudem einen
wunderbaren Vergleich
153
bemerken, warum ihn die Bibelst elle
in Jeremia 38,11-13 so sehr f asziniert und zwar:
N icht das Ansehen alt er Lumpen war f ür Jeremia in diesem
Augenblick wicht ig, sondern deren Gebrauch!
Und so handelt auch Gott mit dem irdischen Volk I srael –
kein Ansehen des irdischen Volkes I srael, aber f ür sich und
seinen N amen erwählt , damit die Menschen nach ihm suchen
sollen. Got t gebraucht das irdische Volk I srael.
„ U nd si e senden i hr e Jünger mi t den H er odi aner n zu i hm und sagen:
L ehr er , wi r wi ssen, dass du wahr haft i g bi st und den W eg G ot t es i n
106
W ahr hei t l ehr st und di ch um ni emand k ümmer st , denn du si ehst ni cht
auf di e Per son der M enschen.“ (M at t häus 22,16)
„ Pet r us aber t at den M und auf und spr ach: I n W ahr hei t begrei fe i ch,
dass G ot t di e Per son ni cht ansi eht , sonder n i n j eder N at i on i st , wer i hn
für cht et und G er echt i gk ei t wi r k t , i hm angenehm.“
(A post el geschi chte 10,34).
„ D enn es i st k ei n A nsehen der Per son bei Got t .“
(Römer 2,11).
„ V on denen aber , di e i n A nsehen st anden - was i mmer si e auch war en,
das macht k ei nen U nt erschi ed für mi ch, Got t si eht k ei nes M enschen
Per son an -, di e A ngesehenen haben mi r näml i ch ni cht s zusät zl i ch
aufer l egt ,“ (G al at er 2,6).
„ U nd i hr H err en, t ut dassel be i hnen gegenüber , und l asst das D r ohen!,
da i hr wi sst , dass sowohl i hr al s auch euer H er r i n den H i mmel n i st und
dass es bei i hm k ei n A nsehen der Per son gi bt .“ (E pheser 6,9).
„D enn wer U nrecht t ut , wi r d das U nr echt empfangen, das er get an hat ;
und da i st k ei n A nsehen der Per son.“
(Kol osser 3,25).
„ M ei ne Br üder , habt den G l auben Jesu Chr i st i , unser es H er r n der
H er r l i chk ei t , ohne A nsehen der Per son!“
(Jak obus 2,1).
„ und ni cht mehr l ebe i ch, sondern Chr i st us l ebt i n mi r ; was i ch aber j et zt
i m F l ei sch l ebe, l ebe i ch i m G l auben, und zwar i m G l auben an den Sohn
G ot t es, der mi ch gel i ebt und si ch sel bst für mi ch hi ngegeben hat .“ (G al at er
2,20).
„ der si ch sel bst für unsere Sünden hi ngegeben hat , dami t er uns
her ausr ei ße aus der gegenwär t i gen bösen W el t nach dem W i l l en unser es
G ot t es und V at er s,“ (G al at er 1,4)
„ U nd i ch habe i hnen dei nen N amen k undget an und wer de i hn k undt un,
dami t di e L i ebe, womi t du mi ch gel i ebt hast , i n i hnen sei und i ch i n
i hnen.“ (Johannes 17,26).
107
„ D enn der H E RR, euer G ot t , er i st der G ot t der G öt ter und der H err
der H err en, der große, mächt i ge und fur cht bar e G ot t , der ni emanden
bevor zugt und k ei n Best echungsgeschenk anni mmt .“ (5. M ose 10,17)
„ So sei denn der Schr eck en des H E RRN über euch. H abt acht , wi e i hr
handel t ! D enn bei dem H E RRN , unserm G ot t , i st k ei n U nrecht , k ei n
A nsehen der Per son und k ei n A nnehmen von G eschenk en.“ (2. Chr oni k
19,7).
„ U nd er st r eck t e etwas wi e ei ne H and aus und nahm mi ch bei m
H aar schopf mei nes Kopfes. U nd der G ei st hob mi ch zwi schen E r de und
H i mmel empor und br acht e mi ch i n G ot t eser schei nungen nach Jerusal em,
an den E i ngang des T or es des i nner en V or hofs, das nach N or den wei st ,
wo der St andor t des Göt zenbi l des der E i fer sucht war , das zur E i fer sucht
r ei zt .“ (H esek i el 8,3).
„ U nd wenn i hr den al s V at er anr uft , der ohne A nsehen der Person nach
ei nes j eden W er k r i cht et , so wandel t di e Z ei t eurer F remdl i ngschaft i n
F ur cht !“ (1. Petr us 1,17).
Frage 1: Was bewirkt denn das Ansehen Got t es?
a) D ie Plöt zlichkeit des Erret t et seins
„ Sei n A nsehen aber war wi e der Bl i t z und sei n G ewand wei ß wi e
Schnee.“ (M at t häus 28,3).
„ U nd er wur de vor i hnen umgest al t et . U nd sei n A ngesi cht l eucht et e wi e
di e Sonne, sei ne Kl ei der aber wur den wei ß wi e das L i cht “ (M at t häus
17,2)
b) Ein Ansehen, welches mit K raf t ausgest att et ist
„ und er hat t e i n sei ner r echten H and si eben St er ne, und aus sei nem M und
gi ng ei n zwei schnei di ges, schar fes Schwer t hervor , und sei n A ngesi cht war ,
wi e di e Sonne l eucht et i n i hr er Kraft .“ (Offenbar ung 1,16).
108
„ U nd der da saß, war von A nsehen gl ei ch ei nem Jaspi sst ei n und ei nem
Sar der , und ei n Regenbogen war r i ngs um den T hron, von A nsehen gl ei ch
ei nem Smar agd. U nd r i ngs um den T hr on sah i ch vi er undzwanzi g
T hr one, und auf den T hr onen saßen vi er undzwanzi g Ä l t est e, bek l ei det
mi t wei ßen Kl ei der n, und auf i hr en H äupt er n gol dene Si egesk r änze.“
(Offenbar ung 4,3).
Frage 2: Was bewirkt die K raf t Got t es?
D ie H ebung D eines Gesicht es, dass D u wieder Got t
anschauen kannst .
„ I st es ni cht so, wenn du r echt t ust , er hebt es si ch?“
(1. M ose 4,7).
„ j a, dann wi r st du dei n G esi cht er heben ohne M ak el und wi r st uner schüt t er l i ch sei n
und di ch ni cht für cht en.“ (H i ob 11,15).
Lese hierzu die Begründung f ür das H eben des Gesicht es im
K apit el XVI I I m) .
109
XVI I I . Bibelarbeit
a) Die Führung Gottes
„ hat es auch mi r gut geschi enen, der i ch al l em von A nfang an genau
gefol gt bi n, es di r , hochedl er T heophi l us, der Rei he nach zu schr ei ben,… “
(L uk as 1, 3)
Wort betracht ung
Am Anf ang dieser Bibelarbeit beginnen wir doch t at sächlich
mit der Unt ersuchung zu der Wort verbindung „ von A nfang an“ .
D em griechischen Grundt ext zuf olge dürf en wir hier das Wort
„ anot hen“ lesen, welches im eigent lichen Sinn von oben her oder
von Got t i m H i mmel her bedeut et . Z udem ist es ein anderes
Wort , welches wir im Vers 2 lesen, denn dort st eht das
griechische Wort „ ar che“ zur deutschen Überset zung „ von
Anf ang an“ . D as Wort „ anot hen“ ist dagegen ein sehr wicht iges
Wort zur Beschreibung gött licher D inge, insbesondere wenn
die Wiedergeburt , der Glaube oder die Umst ände der
H eilsgeschicht e beschrieben werden. Wir lesen diesbezüglich
das griechische Wort „ anot hen“ in Johannes 3, 3.7.31; 19, 11;
Jakobus 1, 17; 3, 15.17; Matthäus 27, 51; Markus 15, 38.
Lehre
Lukas beschreibt nun in Lukas 1, 3, dass er beim Auf schreiben
daran denken musst e, wie sehr er selber im eigenen Leben von
Got t gef ührt wurde. D azu gehört nunmehr auch, dass er beim
Schreiben eine göt t liche inspiriert e Grundlage (Augenzeugen
und D iener des Wort es) hat t e, um dieser gött lichen Sache
nachzugehen, er es außerdem als int ellekt ueller Mensch mit
dem Verst and geprüf t hat und dies nun dem benannt en
Adressat en des Lukas-Evangeliums – Theophilus – Punkt f ür
Punkt bekannt macht – allerdings nicht so wie et wa in Jeremia
1, 9, sondern wohl eher wie in 1. Thessalonicher 2, 13; Hebräer
110
1, 1; 2. Pet rus 1, 20.21. D iesbezüglich bedeut et dann auch,
dass Lukas mit dem H eiligen Geist inspiriert wurde, ohne
zugleich dadurch die Lehre von der göt t lichen I nspirat ion der
Schrif t zu schmälern (2. Timot heus 3, 16). Wie unbegreif lich
f ührt doch Got t nun unsere Wege, obwohl der Mensch seine
eigenen Pf ade beschreit en möcht e (Sprüche 16, 9; Jeremia 10,
23). Es ist aber dagegen immer das H erz des Menschen,
welches f ast aut omat isch in eigenmächt iger Art und Weise
gegen Got t rebelliert (Jeremia 17, 9). Allerdings best eht
diesbezüglich auch f ür den Lebenswandel vor Gott die eigene
Verant wort ung des Menschen, sich vert rauensvoll mit dem
ganzen H erzen auf den H errn, unserem Got t , zu st üt zen
(Sprüche 3, 5.6; 5. Mose 6, 4-7), damit jeder an Jesus gläubige
Mensch den Eif er um die volle Gewissheit seines Glaubens
beweisen möge (H ebräer 6, 11.12), indem er die Gnadengabe
Got t es in sich selber anf acht (2. Timot heus 1, 6). D azu sollt e
eben auch jeder gläubige Mensch seine eigene Beruf ung und
Erwählung in Jesus f est machen (2. Pet rus 1, 10), um zumindest
den Glaubensgeschwist ern ein Trost zu sein (Römer 1, 11.12)
und um sich gegenseit ig auf bauen zu können (2. K orinther 10,
8; 13, 10; Judas 20.21).
I n Lukas 1, 3 dürf en wir nunmehr lesen, dass Lukas best rebt
ist , dem Theophilus alles haarklein und genau zu beschreiben,
was ihm wicht ig erscheint . D abei bet ont Lukas, dass er diesen
Glaubensdingen von Anf ang an gefol gt sei und dass es
diesbezüglich in seinen Augen gut sei, dem Theophilus darüber
zu bericht en. Und genau so f ängt Evangelisat ion an. Jedoch
wissen wir, dass Theophilus bereits in diesen D ingen
unt erricht et wurde. D agegen schien es aber dem Lukas sehr
wicht ig zu sein, ihm nochmals und deut licher von al l em zu
erzählen. Sof ern wir jet zt davon ausgehen, dass Theophilus
bereit s ein gläubiger Christ war, so ent spricht insbesondere die
christ liche Lehre in Lukas einer Jüngerschaf tsschulung par
ex el l ence. D aher muss Lukas best immt die Absicht gehabt
haben, in prakt ischer Weise die Theologie an den Mann zu
bringen, um die schlechten Gedanken und Z weif el zu
bekämpf en, die jeder Jünger Jesu und auch jeder normale
Mensch beim N achvollziehen der Vorgänge um Jesus hat . D as
Evangelium nach Lukas wird deshalb als eine seelsorgerliche
Einlassung f ür alle Menschen gesehen. D ie an Jesus gläubigen
111
Menschen sind nach Matt häus 5, 13 f f . Licht und Salz f ür die
rest lichen Menschen, um ihnen die gut en Werke zu zeigen,
damit auch sie Got t verherrlichen. D ies ist die Führung
Got t es, indem wir ein Vorbild sind.
Fragen
Bist D u f ür andere Menschen oder f ür D eine
Glaubensgeschwist er ein Vorbild im Glauben?
Ermunt erst D u D eine Glaubensgeschwist er mit dem
Wort Got t es?
Bist D u noch heilsam f ür D eine Umwelt oder bist D u
ein zu t olerant er Christ ?
b) Ermunterung aus dem Wort Gottes
„ dami t du di e Z uver l ässi gk ei t der D i nge erk ennst , i n denen du
unt er r i cht et wor den bi st .“
(L uk as 1, 4)
Wort betracht ung
Beginnend mit dem Wort „ dami t “ wird ein Finalsat z als
N ebensat z eingeleit et , der Z iel oder Z weck einer H andlung
bezeichnet . Weil das Z iel - hier das t ief e Erkennen ( epi gi nosk o
) - bei Theophilus noch nicht erreicht ist , benut zt deshalb
Lukas den K onjunkt iv. D azu st eht das Wort „ er k ennst “ im so
genannt en Aorist , welches die punkt uelle Einmaligkeit und in
diesem Fall die begründet e Wahrscheinlichkeit des Eintret ens
der von Lukas gewünscht en t ief en Erkennt nis bei Theophilus
hervorhebt . Obwohl nun das griechische Wort „ asphal ei a“ f ür
Z uver l ässi gk ei t / G ewi sshei t / F esti gk ei t im N euen Test ament nur
insgesamt dreimal vorkommt , so liegt aber t rot zdem die
112
inhalt liche Aussage mehr beim Aorist K onjunkt iv, denn es
erscheint plausibler anzunehmen, dass das Verb „ erk ennst “
ausdrucksst ärker ist und somit auch mehr die pot ent ielle
Wirklichkeit des Verst ehens widerspiegelt als der bloße
Verweis auf die Aut orit ät einer möglichen Z uverlässigkeit der
Wort e von Lukas , so wie manche Bibelausleger meinen, es
ausdrücken zu müssen.
Lehre
Lukas weiß aus eigener Erf ahrung um die im Wort Got t es
innewohnende K raf t (1. K orint her 2, 4; 4, 20) und kann somit
selbst aus der bewusst wahrgenommenen Führung Got t es
zuversicht lich davon ausgehen, dass Theophilus aus dem Brief
eine t ief e Erkennt nis gewinnen wird, um prakt ische
Erf ahrungen mit Gott machen zu können. I n der Theorie war
er ja schon unt erricht et worden. Allerdings hielt es nun doch
Lukas f ür not wendig, dem Theophilus Mut machende Wort e
weit erzugeben, damit er in seinem Glauben gest ärkt wird und
diesbezüglich einen got t esf ürcht igen Lebenswandel f ührt .
Sollt e uns nunmehr dieses Beispiel nicht auch mot ivieren,
ebenso wie Lukas durch das Z usprechen des Wort es Got t es
ein got t esf ürcht iges Verhalt en beim gläubigen Gesprächs-
part ner bewirken zu wollen? D agegen sollt e uns aber bewusst
sein, dass alles, was wir tun, zur Ehre Got t es im N amen
unseres H errn Jesus get an werden sollt e (1. K orint her 10, 31;
K olosser 3, 17). Auch das wohlwollende und gut gemeint e
Weit ersagen von Bibelwort en muss in Gnade geschehen, denn
wir sollen wissen, wie wir jedem Einzelnen ant wort en sollen
(K olosser 4, 6).
So ermunt ert euch nun aber t rot zdem mit dem Wort Got t es
(vgl. 1. Thessalonicher 4, 18; 5, 11).
Fragen
Wie lebst D u D einen Glauben?
a) vor Got t ?
b) vor D ir selber ?
c) vor anderen Menschen ?
113
Bist D u verbindlich in D einem Glaubensleben oder
schwankst D u in D einen Aussagen oder H andlungen?
Wie zuversicht lich bist D u, wenn D u jemandem den
Segen Got t es wünschst?
Schämst D u D ich, das Wort Got t es oder ein Z eugnis
über D einen Glauben weit erzugeben?
Mit welcher Ernsthaf t igkeit gehst D u an die schlecht en
D inge in D einem Leben an, um sie zu ändern?
Bist D u ein Mut macher oder ein Miesmacher?
H ast D u Sehnsucht nach dem Wort Got t es?
c) Die Gerechtigkeit Gottes
„ Bei de aber war en ger echt vor G ot t und wandel t en unt adel i g i n al l en
G ebot en und Sat zungen des H er rn.“
(L uk as 1, 6)
Wort betracht ung und Lehre
Es geht hier um die Bet racht ung der Wort verbindung „ ger echt
vor Got t “ . D er H eiligen Schrif t zuf olge werden nur sehr wenige
Menschen als gerecht vor Got t nament lich genannt . H ierzu
zählen im direkt en Z usammenhang mit der Gerecht igkeit
Got t es:
1.) Jesus – (1.Joh 2,1; Apg 3, 14 und öf t er)
2.) Abel – (Mt 23, 35; H eb 11, 4; 1. Joh 3, 12)
3.) Abraham – (1. Mo 15, 6; Rö 4, 9)
4.) Lot – (2. Petr 2, 7)
114
5.) N oah – (1. Mo 6, 9; 7, 1; H es 14, 14 f f .;
H eb 11, 7; 2. Petr 2, 5)
6.) H iob – (H i 1, 1.8; H es 14, 14 f f .)
7.) D aniel – (D an 9, 23; H es 14, 14 f f .)
8.) Z acharias – (Luk 1, 6)
9.) Elisabet h – (Luk 1, 6)
10.) Johannes der Täuf er – (Mk 6, 20;
Mt 21, 32)
11.) Josef – (Mt 1, 19)
12.) Simeon – (Luk 2, 25)
13.) K ornelius – (Apg 10, 22)
14.) Josef von Arimat hia – (Luk 23, 50)
N unmehr wissen wir aber aus H esekiel 14, 14 f f ., dass es
wegen der Gerecht igkeit jedes einzelnen Menschen nur zur
Erret t ung der jeweils eigenen Seele kommen würde. Sogar mit
ernst lichen Gebet en konnt en N oah, D aniel und H iob
niemanden erret t en als nur sich selbst , sof ern sie eben gerecht
vor Got t waren. Ebenso misslang der Versuch von Abraham
in 1. Mose 18, 22-32 (vgl. Jeremia 5, 1-4), sich mit seiner
Gerecht igkeit st ellvertret end f ür andere Menschen vor Got t
einzuset zen. D a st ellt sich doch jet zt die Frage, was
Gerecht igkeit vor Gott bedeut et . I m Sinne von Römer 1, 17;
Jesaja 46, 13; H abakuk 2, 4 lebt der Gerecht e durch seinen
Glauben, wobei der Glaube von Got t kommt (Epheser 2, 8.9)
und somit eben auch die Gerecht igkeit . I m Allgemeinen kann
man sagen, dass die Gerecht igkeit ein Z ust and vollkommener
Übereinst immung mit Gott es Geset z und seinem heiligen
Charakt er ist . Allerdings ist nur Got t allein in sich selbst
gerecht (5. Mose 32, 4; H iob 9, 2; Psalm 11, 7; Psalm 116, 5;
Römer 3, 10; 1. Johannes 2, 1; Of f enbarung 16, 5; H iob 15, 14;
Prediger 7, 20), denn da ist kein Gerecht er – auch nicht einer –
denn alle haben gesündigt . D er nat ürliche Mensch hingegen
erlangt – zu seinem Verderben – nicht den got t gemäßen
Maßst ab moralischer Vollkommenheit (Römer 3, 23; Mat t häus
5, 48). Aber das Evangelium of f enbart , dass Got t auf der
Grundlage des Glaubens – und nur allein des Glaubens –
got t losen Sündern seine Gerecht igkeit zurechnet (Römer 3, 21-
24; Römer 4, 5; 2. K orint her 5, 21; Matt häus 5, 20; Philipper 3,
9; 1. Mose 15, 6). D iese Z urechnung der Gerecht igkeit Got t es
115
geschah f ür jeden Sünder durch den st ellvert ret enden Tod von
Jesus am K reuz von Golgatha, der als einziger Mensch in der
Lage war, mit seinem vergossenen Blut die Menschen mit Gott
zu versöhnen. D adurch wird nun ein natürlicher Mensch, der
die Gnade Got t es bekommen hat , an Jesus zu glauben, zu
einer neuen K reat ur (2. K orinther 5, 17), d.h. zu einem
geist lichen Menschen (1. K orint her 15, 44-50). Got t macht e
insbesondere Abraham zum Vorbild und Must er des Glaubens
(Römer 4, 22-25; Galat er 3, 6-9).
Fragen
Bist D u ein I ch-M ensch, der of t sein Ego in den
Vordergrund st ellt ?
H int erf ragst D u of t D inge mit dem Fragewort
„ war um“ ?
Wie wirkst D u einer eigenen Selbst gerecht igkeit
ent gegen?
Wie bekämpf st D u schlechte Gedanken?
Wie vert raust D u auf den Willen Got t es?
Wie sollt est D u eigent lich als begnadigt er Sünder
vor Got t sein und was t un?
116
d) Die Furcht vor dem Herrn
„ U nd al s Z achar i as i hn sah, wur de er best ür zt , und F ur cht k am über
i hn.“ (L uk as 1, 12)
Wort betracht ung und Lehre
D ie in diesem Vers beschriebene Furcht beschränkt sich
wahrscheinlich nicht nur auf das griechische Wort „ phobos“ . I n
diesem Fall könnt e „ phobos“ zunächst einmal nur die Angst des
Z acharias bezeichnen, welches ein Gef ühl der Unbest immt heit
oder der Überraschung erzeugt . N at ürlich result iert diese
Angst auch aus der Ehrf urcht des Z acharias, als Priest er in das
Allerheiligst e des Tempels zu gehen. D urch die Gnade Got t es
kam er per Losentscheid (vgl. Sprüche 16, 33) zum D ienst , vor
dem H errn zu räuchern (2. Mose 30, 7.8; 2. Chr 29, 11). D ies
war nunmehr im Leben eines Priest ers der H öhepunkt. Mit
Sicherheit wusst e Z acharias aus den Schrif t en, dass er vor dem
Räucheralt ar irgendwie Got t begegnen könne (2. Mose 30, 6).
D es Weit eren nahm er wohl an, dass Got t ggf . mit ihm von
dem Sühnedeckel der Bundeslade (2. Mose 25, 22) bzw. von
der Wolke über der Sühneplat t e (3. Mose 16, 2) aus reden
würde. I ndes waren aber mehr als 400 Jahre gött lichen
Schweigens vergangen, in denen nur Maleachis Gerichtswort e
im Gedächt nis der Juden waren, ohne dass ein anderer
Prophet mit einer Bot schaf t von Got t kam. Auf grund des
göt t lichen Schweigens und der Annahme, Got t werde ggf . vom
Sühnedeckel her mit ihm reden, erschrak Z acharias, als er den
Engel zur Recht en des Rächeralt ars sah (vgl. Lukas 2, 9; Ri 6,
22; Apg 10, 4). Von menschlicher Seit e war er
verst ändlicherweise sehr beunruhigt und best ürzt . Z usät zlich
kam aber noch von göt t licher Seit e Furcht über ihn (Furcht
bef iel ihn / nähert e sich stürmisch/ f iel auf ihn – epepesen epi
aut on). D as Verb „ fal l en“ st eht diesbezüglich mit der
Präposit ion „ auf“ (epi) im Akkusat iv, welches insbesondere das
Objekt (hier die Person des Z acharias) als ent f ernt hinst ellt
und zugleich die Bewegung auf das Objekt zu anzeigt . D amit
zeigt also der griechische Grundt ext eindeut ig an, dass die
Blickricht ung von Lukas beim Schreiben auf den Vorgang der
117
göt t lichen Tät igkeit ausgericht et war, dass Gott Furcht bewirkt .
Also ist Got t der Urheber der Got t esf urcht (vgl. Jeremia 32,
39.40; 2. Mose 20, 20; Römer 3, 18). D iese Art von Furcht in
der Gegenwart Got t es und seines Wirkens beschreibt nunmehr
Lukas in seinem Evangelium auch häuf iger (Lukas 1, 12.65; 2,
9; 5, 26; 7, 16; 8, 37; 24, 5.37) und unt erscheidet sich dadurch
eben von Mat t häus, Markus und Johannes. I ndes will Got t auf
diejenigen blicken, die elendig und zerschlagenen H erzens und
zerschlagenen Geist es sind und vor allem vor dem Wort
Got t es zit t ern. Lese hierzu bit t e Jesaja 66, 2.5; Jesaja 57, 15;
Lukas 7, 38; Lukas 18, 14; Phil 2, 12; Jakobus 4, 10. Allerdings
ist das allt ägliche Leben eines gläubigen Christ en nicht
unbedingt nur durch die Furcht gegenüber Got t geprägt . D ie
Furcht des H errn ist vielmehr auch ein H erzenszust and, bei
dem die eigenen Einst ellungen, der Wille, die Gef ühle,
H andlungen und Z iele eines Menschen Gott unt ergeordnet
sind. D ies ist dann nämlich auch das Sehnen der eigenen Seele
nach Got t (vgl. Psalm 42, 2.3). Außerdem zeigt uns unser
H erz, ob wir bereit s I nhaber einer neuen Gesinnung sind (vgl.
Römer 12, 2; Philipper 2, 2.5; 4, 2; 1. Pet rus 1, 13; 4, 1; 2.
Pet rus 3, 1). D ie Umwandlung von der alt en Gesinnung zur
neuen Gesinnung (Epheser 4, 23) kann st at tdessen nur
geschehen, wenn der H eilige Geist unser D enken verändert .
D ies geschieht insbesondere dann, wenn wir best ändig die
Bibel lesen und darüber nachdenken (Psalm 119, 11; vgl.
hierzu K olosser 1, 28; 3, 10.16; Philipper 4, 8; Josua 1, 8).
N unmehr sollt e uns diese Wicht igkeit f ür unser Leben vor
Got t bewusst sein, dass der erneuert e Sinn vom Wort Got t es
erf üllt und beherrscht wird. Got t f ürcht en bedeut et vor allem,
zu erschauern angesichts seiner Gegenwart oder Of f enbarung.
N ach Johannes 17, 6 dürf en wir lesen, dass Jesus den N amen
Got t es of f enbart hat . D abei hat er aber diesen N amen nie
genannt . D agegen spiegelt sich jedoch der N ame einer Person
in seinem Verhalt en wider. D as Verhalt en Got t es zielt
nunmehr f ür den Menschen auf seine Erret t ung, damit er
wieder Gemeinschaf t mit Got t haben kann. D iesbezüglich
wird also auch das Verhalt en eines Christ en durch seinen
Glaubensgehorsam gegenüber Got t gekennzeichnet sein (vgl.
Römer 16, 25-27), um selber ein Beweis des H eiligen Geist es
und der K raf t Got t es zu sein, in Vollmacht Jesus zu
of f enbaren, damit die Werke des Teuf els vernicht et werden (1.
118
Johannes 3, 8) und der Glaube auf Got t es K raf t und nicht auf
Menschenweisheit beruhe (1. K orint her 2, 4). Allerdings
best ät igt oder verleugnet gerade D ein Lebenswandel D eine
Got t esf urcht .
Fragen
Bist D u geist lich von Got t zerbrochen?
Wie ist denn D eine Bekehrung abgelauf en?
Z it t erst D u noch vor dem Wort Got t es?
K annst D u die Frage in H iob 4, 6 mit „ j a“
beant wort en?
Welchen Z usammenhang kannst D u außerdem in
Jesaja 66, 2 bemerken? (vergleiche Epheser 5, 18
mit K olosser 3, 16)
Wie sieht D ein got t esf ürcht iger Lebenswandel mit
Got t aus?
e) Das Gebet
„ D er E ngel aber spr ach zu i hm: F ür cht e di ch ni cht , Z achar i as! D enn
dei n F l ehen i st er hör t , und E l i sabet h, dei ne F r au, wi r d di r ei nen Sohn
gebär en, und du sol l st sei nen N amen Johannes nennen.“
(L uk as 1, 13)
Wort betracht ung
D as Wort „ F l ehen“ st eht hier im griechischen Grundt ext mit
„ deesi s“ und bedeut et ein Ersuchen, um spezielle Gef älligkeit en
119
von Gott zu bekommen. Es ist daher ein an Got t gericht et es
Flehen oder Bitt en.
Lehre
Got t erhört Gebet e (vgl. 2. Mose 3, 7; 14, 10; Psalm 50, 15).
Unser H err und Gott erhört allerdings nicht das eigennüt zige
Gebet von Sündern (Psalm 66, 18; Johannes 9, 31; Jakobus 4,
3).
Es ist daher beim Bet en sehr wicht ig, sein eigenes H erz auf
Got t und dem H errn Jesus auszuricht en, denn t ue alles im
N amen des H errn zur Ehre Got t es (1. K orint her 10, 31;
K olosser 3, 17) und er wird D ir geben, was D ein H erz begehrt
(Psalm 37, 4; vgl. Mat t häus 21, 22 mit dem griechischen Verb
„ ai t eo“ = die Mot ivat ion der Bit t e eines Geringeren gegenüber
einem H öheren). D abei sollt e man aber gleichzeit ig wissen,
dass nicht der eigene Wille, sondern Got t es Wille geschehe
(vgl. Lukas 22, 42). D ie Auf gabe eines jeden gläubigen
Menschen liegt indes darin, allezeit zu bet en (Lukas 18, 1;
Epheser 6, 18; Philipper 1, 4), um auf zupassen und imst ande
zu sein, damit er von den Geschehnissen auf der Welt f liehen
kann (Lukas 21, 36). D ies st ellt insbesondere auch eine
Gemeinschaf t sauf gabe dar (Apg 1, 14; Römer 12, 12), damit
f ür alle H eiligen und ihrer St andhaf t igkeit und ebenso f ür die
Verkündigung und Weit ergabe der gesunden Lehre gebet et
wird (Epheser 6, 18; Judas 1, 3). Es sollen diesbezüglich die
Menschen mit t els Gebet in den Genuss kommen, dass Got t
durch die Verkündigung des Evangeliums eine Tür im H erzen
aller Menschen f ür das Wort öf f nen möge (K olosser 4, 3).
D aher ist es prakt isch die Gehorsamspf licht eines gläubigen
Christ en, Gebet e an Got t zu richt en (1. Sam 12, 23), ansonst en
sündigt man (Jakobus 4, 17). I nsbesondere war und ist Jesus
st et s im Gebet (Lukas 6, 12; Psalm 109, 4). Bet e allerdings
vom ganzen H erzen zu Got t , denn D ein Gebet öf f net den
H immel über D ich (vgl. Lukas 3, 21) und somit st ehen dann
dem H eiligen Geist alle Türen of f en, in und durch D ich zu
wirken (vgl. Lukas 3, 22). D es Weit eren ist das eigene Gebet
f ür den eigenen Seelenf rieden sehr wicht ig, um in gebeugt er
H alt ung die eigene Schuld vor Gott selbst anklagend zu
120
bekennen (Lukas 18, 13; Psalm 51, 3-6; Jakobus 4, 10), um
Vergebung der Sünden zu bekommen (1. Johannes 1, 9;
Sprüche 28, 13). N ur dadurch kommt der Mensch in die N ähe
Got t es (Jakobus 4, 8).
Fragen
Bet est D u?
K ommen D eine Gebet e zu Got t mit einem
auf richt igen H erzen?
Was ist ein auf richt iges H erz?
Was ist D emut?
Bist D u demüt ig?
f) Die Güte Gottes
„ D er E ngel aber spr ach zu i hm: F ür cht e di ch ni cht , Z achar i as! D enn
dei n F l ehen i st er hör t , und E l i sabet h, dei ne F r au, wi r d di r ei nen Sohn
gebär en, und du sol l st sei nen N amen Johannes nennen.“
(L uk as 1, 13)
Wort betracht ung und Lehre
Weißt D u nicht , dass die Güt e Gott es D ich zur Buße leit et
(vgl. Römer 2, 4) ?
D as griechische Wort f ür Güt e ist „ chr est os“ bzw. „ chr est ot es“
und bezeichnet diejenige Gnädigkeit Gott es, die die ganze
N at ur des Menschen durchdringt und alles weich macht , was
hart und st reng gewesen wäre. Jedoch erst reckt sich „ chrest otes“
121
vor allem auf den Charakter oder das Wesen einer Person,
ohne sich gleichzeit ig in selbst losem Tun äußern zu müssen.
D ie Aspekt e des Wesens Got t es, milde und f reundlich zu sein,
ist Grundlage f ür die Charakt erbi ldung des neuen Menschen.
So wird ähnlich der Wein mild durch das Alt er (vgl. Lukas 5,
39) und das Joch Christ i sanf t , angenehm und annehmbar (vgl.
Mat t häus 11, 30). I n der Beziehung Got t und Mensch
bezeichnet nunmehr „ chr est ot es“ die Eigenschaf t , die Got t
N achsicht und Erbarmen mit den sündigen Menschen haben
lässt .
D as got t gegebene Werk des Johannes des Täuf ers best eht
nicht nur in seiner Tät igkeit , die Tauf e der Buße zur
Vergebung der Sünden zu predigen (Lukas 3, 3), sondern
insbesondere in der Vermit tlung der Güt e Got t es. I ndem nun
der Engel Gabriel in Lukas 1, 13 darauf best and, dass die
Elt ern das von Got t geschenkt e K ind „ Johannes“ nennen
sollen, weist er diesbezüglich auf die Wicht igkeit des N amens
hin. D er hebräische N ame Johannes bedeut et nämlich: Jahwe
i st güt i g (gnädi g) ! Erst die Güt igkeit Got t es veranlasst überhaupt
den Menschen, Buße t un zu können. I nwendig durch den
eigenen neuen Charakt er wird der Mensch daher gedemüt igt
zu erkennen, dass er ein Sünder vor Gott ist . D as W esen echt er
Buße i st von G ot t bewi rk t und best eht
a) in der Einsicht der Sünde
b) in der Bekümmernis um der
Sünde willen
c) in dem Bekennt nis der Sünde
d) in der Scham f ür die Sünde
e) in dem H ass gegen die Sünde
f ) in der Abkehr von der Sünde
D ie Abkehr von der Sünde muss nunmehr aber mit dem
H erzen st at t f inden, denn es ist das erst e, das lebt und das erst e,
das sich verändert . Jedoch ist aber der Mensch zu träge, an
alles zu glauben (Lukas 24, 25). Sein H erz ist und bleibt
nämlich trügerisch, unheil bar, trot zig und verzagt (Jeremia 17,
9). D aher kann der Mensch nicht sein eigenes H erz ergründen,
zumal er sich nicht mit ihm auskennt . Unser H err und Got t
prüf t indes unsere H erzen (1. Thessalonicher 2, 4) und weiß
122
um diesen Widerspruch als K enner der H erzen
(Apost elgeschicht e 15, 8). D ie Gnade unseres Got t es f est igt
hingegen das H erz (H ebräer 13, 9). Wenn daher das H erz also
unt er der H errschaf t des Wort es Got t es st eht , sind die
nachf olgenden Glaubensschrit t e f est , denn Gehorsam ist dann
möglich (Römer 10, 8; 5. Mose 30, 14; 5. Mose 6, 4-6; Psalm
37, 30.31).
D ie Abkehr von der Sünde vollzieht sich des Weit eren im
gleichen Maße wie die Umkehr zu Got t (Apost elgeschicht e 26,
18), d.h. durch Gott bewirkt und einmalig. I n diesem
Z usammenhang ist es sehr wicht ig, darauf hinzuweisen, dass es
einen f undament alen Unt erschied zwischen Sünde und Sünden
gibt . Während das Verb „ bek ehr en“ (epi st r epsai ) in den
Bibelversen von Lukas 1, 17 und Apost elgeschicht e 26, 18 als
Aorist I nf init iv st eht , welches hier die punkt uelle und
einmalige Art der H andlung des Bekehrens herausstellt , so
st eht dagegen aber das Verb „ bek ehr en“ (epi st r ephei n) in
Apost elgeschicht e 26, 20 im Präsens-I nf init iv, das im
N ormalf all eine f ort währende, dauerhaf t e bzw. lineare Art der
H andlung darst ellt , welche nicht abgeschlossen ist .
H insicht lich dieses einmaligen Vorganges, von der Sünde
abzukehren, wird das Get r ennt sei n von Got t überwunden, denn
das treue und gerecht e Verhalt en Got t es ermöglicht dem
Menschen wieder, Gemeinschaf t mit Got t zu haben (ähnlich in
1. Samuel 12, 7 und Micha 6, 5 – jedoch jet zt als ewige
Gemeinschaf t ). D er Vers 18 von Apost elgeschicht e 26 sowie
Lukas 1, 17 greif en daher die Sünde an sich auf – in diesem
Fall das Get renntsein von Got t als so genannt en „ geist lichen
Tod“ – ohne hier den weit eren Aspekt der Geset zlosigkeit
anzusprechen (1. Johannes 3, 4). Lukas 1, 17 und die
Apost elgeschicht e 26, 18 bet onen deshalb nur die
Unvereinbarkeit des gläubigen Christ en mit der Sünde.
D agegen vermit t elt aber der Vers 20 von Apost elgeschicht e 26
mehr den Eindruck des sündhaf t en Verhalt ens oder H andelns,
von welchem man abkehren werde. D ieses sündige Verhalt en
wäre f olglich auch im Sinne von 1. Johannes 1, 9; Sprüche 28,
13 zu bekennen und zu verlassen. D azu können wir nun aber
mit den beiden Wort verbindungen „ Buße zu t un“ und „ si ch zu
G ot t zu bek ehr en“ eine relat ive Gleichzeit igkeit der Vorgänge
f estst ellen. D iesbezüglich sehen wir mit Apost elgeschicht e 19,
123
1-7 auch keine Ausnahme vom Regelf all. Jedoch st eht
hinsicht lich der bereits oben genannt en Bedeut ung des Präsens
I nf init ivs mit seinem N ormalf all einer zeit lich anhalt enden
H andlung die relat ive Gleichzeit igkeit mehrerer Vorgänge als
Grenzf all ent gegen. Auf grund der Tatsache, dass die
griechische Sprache mehr Wert darauf legt , wie et was passiert
und eben nicht darauf abzielt , wann et was passiert , so muss in
diesem Fall nicht nur auf das Wort „ bek ehren“ geschaut werden,
sondern auch auf die Wort verbindung „ Buße zu t un“ , welches
nämlich ebenso im Präsens-I nf init iv st eht . D aher bezei chnet
der Bibelvers in Apost elgeschicht e 26, 20 nicht nur den
K ont rast zwischen Aorist I nf init iv und Präsens I nf init iv,
sondern auch die Tat sache eines erweit ert en Präsens-I nf init ivs.
Anhand des erweit ert en Präsens I nf init ivs bei der Wort -
verbindung „ Buße zu t un“ ergibt sich nunmehr eine
Qualif izierung des N ormalf alles in der semant ischen
Bewert ung, sodass der Regelf all bei diesem Vorkommen nicht
angewendet wird. D araus f olgt , dass nunmehr die relat ive
Gleichzeit igkeit der Vorgänge in der Wort aussage ihren
Vorrang erhält und die benannt en H andlungen immer einer
Wiederholung bedürf en. I m K ont ext der H eiligen Schrif t hat
diesbezüglich das wiederholende Bekennen von Sünden im
Sinne von 1. Johannes 1, 9 seine got t gemäße Best immung.
D ie Bedeut ung der Sünde in seiner Ausprägung des
sündhaf t en Verhalt ens st eht daher im not wendigen Gegensat z
zum Gehorsam gegenüber Got t während der Gemeinschaf t
mit ihm.
Got t sühnt jedoch die Schuld mit G üt e (Gnade) und T r eue
(Wahrheit ) - vgl. Sprüche 16, 6.
Fragen
St eht D ein H erz unt er der H errschaf t des Wort es
Got t es?
124
Erkennst D u D eine N iedrigkeit vor Gott ? Falls
ja, was machst D u dann?
Woran erkennst D u außerdem, dass D u einen
neuen Charakt er von Got t bekommen hast ?
Ab wann ist f ür D ich persönlich das Joch Christ i
wirklich sanf t , angenehm und annehmbar?
Woran merkst D u, dass D u Gemeinschaf t mit
Got t hast?
g) Die Priesterschaft
„ D enn er wi r d groß sei n vor dem H er r n; weder W ei n noch st ar k es
G et r änk wi r d er tr i nk en und schon von M ut ter l ei be an mi t H ei l i gem
G ei st er fül l t wer den.“
(L uk as 1, 15)
Wort betracht ung und Lehre
Lukas beschreibt hier zunächst einmal die Eigenschaf ten des
Johannes als abgesondert er und geweiht er N asiräer (vgl. 4.
Mose 6, 1-21; Richt er 13, 5.7; 16, 17; 1. Samuel 1, 11; Jeremia
1, 5), welcher bereit s von Mut t erleib an mit H eiligem Geist
erf üllt war – also war Johannes auch ein K ind der Verheißung
(vgl. Römer 9, 8.9). D ie ent sprechende H eiligungsprozedur
wurde aber vor allem auch bei den Priest ern vorgenommen (2.
Mose 28, 41; 29, 9; 40, 15), denn dies wurde von Got t als
ewige Ordnung gegeben. D azu zeigt allerdings auch die
H eiligung die Eigent umsrecht e Got t es auf , die er an diesen
Menschen hat (2. Mose 19, 5; 34, 9; 3. Mose 20, 26; 5. Mose
7, 6; 26, 18; 1. K önige 8, 53; Psalm 33, 12; Jeremia, 13, 1-11;
Tit us 2, 14; 1. Pet rus 2, 9). N unmehr st ammt aber Johannes
aus einem Elt ernhaus, in dem sowohl der Vat er als auch die
Mut t er die aaronit ische St ammeslinie – sprich der
125
Priest erschaf t des Alt en Test aments – innehatt en. Weder
Simson noch Samuel waren jedoch Priest er, dagegen aber
Jeremia. D aher hät t e Johannes bereits die Aut orit ät eines
Jeremia hinsicht lich der gleichen Erwählung gehabt , wenn
nicht eben der Engel Gabriel die Bot schaf t in Lukas 1, 17
weit ergegeben hät t e, dass Johannes in dem Geist und der K raf t
des Elia käme (vgl. Matt häus 11, 14; Maleachi 3, 23).
D ie Auf gabe eines Priest ers war nunmehr haupt sächlich, die
Menschen vor Got t zu vertret en (2. Mose 18, 19; Jesaja 43, 27;
H ebräer 5, 1), weil nur sie hinsichtlich ihrer Erwählung den
Z ugang zu Got t hat t en. Allerdings haben wir jet zt in Jesus den
let zt en H ohenpriest er (H ebräer 4, 14; 8, 1; vgl. Römer 5, 2),
der zugleich ein Mit t ler zwischen Got t und den Menschen ist
(1. Timot heus 2, 5; H ebräer 8, 6; 9, 15; 12, 24; vgl. H iob 33,
23). Jet zt sind aber alle an Jesus gläubige Menschen Priest er
vor Got t , um ihm geist liche Schlacht opf er zu bringen (1.
Pet rus 2, 5.9). D azu müssen jedoch diese gläubigen Menschen
heilig sein (3. Mose 21, 6; 2. K orinther 7, 1; H ebräer 12, 14).
„ H ei l i ge si e dur ch di e W ahr hei t ! D ei n W or t i st W ahr hei t .“
(Johannes 17, 17).
Fragen
Was bedeut et „ heilig“ ?
Bist D u heilig?
Bist D u nun ein Eigent um Got t es?
Welche geist lichen Schlachtopf er gibst
D u?
Welche geist lichen Schlachtopf er
erwart et indes Gott von D ir?
126
h) Die Vorbereitung als Erweckung
„ U nd er wi r d vor i hm her gehen i n dem G ei st und der Kr aft des E l i a, um
der V ät er H er zen zu bek ehr en zu den Ki nder n und U ngehor same zur
G esi nnung von G er echt en, um dem H er r n ei n zuger üstet es V ol k zu
ber ei t en.“ (L uk as 1, 17)
Wort betracht ung und Lehre
H ör doch zu ! Es ruf t doch einer !
Mache D ich bereit , eine Entscheidung zu tref f en !
Johannes gilt im Sinne der H eiligen Schrif t als Wegbereit er f ür
den, der nach ihm kommt und dies ist Jesus (vgl. Jesaja 40, 3.4;
Maleachi 3, 1.23.24; Mat t häus 3, 3; 11, 10; Markus 1, 2; Lukas
1, 17.76; 3, 4; 7, 27; Johannes 1, 23). D aher hatt e Johannes in
der H eilsgeschicht e eine best immt e Auf gabe zu erf üllen. D iese
Auf gabe best and demnach darin, die Menschen wach zu
rüt t eln. Auch Paulus schreibt sehr bedeutungsvoll in Epheser
5, 14: „ W ache auf, der du schl äfst , und st ehe auf von den T ot en! U nd
der Chr i st us wi r d di r aufl eucht en!“ Allerdings ist Johannes
wesent lich in die H eilsgeschicht e mit int egriert , denn er leit et e
sozusagen st ell vert ret end f ür die Güt e Got t es die damaligen
Menschen zur Buße, indem er die Tauf e der Buße predigt e zur
Vergebung der Sünden (Lukas 3, 3). Es ist aber wicht ig, hierin
einen Unt erschied zu sehen, denn die Buße kommt von Got t .
D agegen ist zwar die Tauf e der Buße göt t lich inspiriert , aber
von einem Menschen ausgef ührt . D iese Tauf e der Buße st ellt
also weder die Buße selbst noch die Vergebung der Sünden
dar. Jedoch ist sie not wendiger Best andt eil dazu. D eshalb gilt
jet zt zu hint erf ragen, was eigent lich mit der Tauf e der Buße
gemeint ist . Einen H inweis können wir hierzu aus Lukas 7, 29
ent nehmen, denn es st eht dort geschrieben: „ U nd das ganze
V ol k , das zuhör t e, und di e Z öl l ner haben G ot t recht gegeben, i ndem si e
si ch mi t der T aufe des Johannes t aufen l i eßen; … “ . D iese Menschen
recht f ertigt en also Got t , indem sie ihn innerlich als gerecht
erklärt en. D iese Erklärung erf olgt e allerdings in sicht barer
Weise, indem sie f reiwillig und ohne Z wang eine H andlung des
127
Johannes an sich vollziehen lassen haben. D iese H andlung war
eben die Wassert auf e, damit Jesus dem wahren I srael of f enbar
werden würde (Johannes 1, 31 – vgl. Esra 9, 15).
Bezogen auf die heut ige Z eit bezieht sich die Tauf e der Buße
nunmehr sinngemäß auf die endgült ige und grundsätzliche
Ent scheidung eines jeden Menschen:
• dass Got t als höchst es und mächt igst es Wesen
anerkannt wird
• dass Got t in seinen H andlungsweisen gerecht
ist , weil er Recht set zt und Recht spricht
• und dass der Mensch das Wort Got t es zur
eigenen Erret t ung und Auf erbauung hören
muss und deshalb den Got t esdienst besucht ,
um außerdem Got t die Ehre deswegen zu
geben (hier: Tauf e = Wasserbad im Wort , vgl.
Epheser 5, 26; Tit us 3, 5).
D iese Entscheidungen sowie diese H andlungsweisen erf olgen
dagegen of t unbewusst , weil der Mensch sei n eigenes H erz
nicht kennt . Außerdem zieht ja Got t selber die Menschen zu
Jesus (Johannes 6, 44.65), sof ern sie überhaupt Got t es Wort
hören.
H insicht lich des Bibelverses in Lukas 3, 4 st eht nunmehr die
Auf f orderung „ Ber ei t et den W eg“ im so genannt en Aori st
I mperat iv und impliziert somit in seiner Auf f orderung, jet zt
eine einmalige und grundsät zliche Ent scheidung t ref f en zu
müssen. D iese grundsät zliche Ent scheidung best eht also
darin, H indernisse aus dem Weg zu räumen, die den Weg zu
Got t versperren könnt en. D ieser gnädige H inweis von Got t
dürf t e durchaus als „ f reundschaf t licher Schubs“ in seine
Richt ung gewert et werden, denn in seiner N achsicht und in
seinem Erbarmen leit et ja Got t diesbezüglich die Menschen
akt iv in die Buße hinein (vgl. Römer 2, 4). D ies gilt sowohl f ür
die noch ungläubigen als auch f ür die bereit s gläubigen
Menschen. D aher ist es immer sinnvoll, Menschen zur
128
Wort verkündigung zwecks Predigt oder H auskreisarbeit
einzuladen.
Wer nun diese Ent scheidung, Got t als gerecht zu erklären, als
eine von Got t gest ellt e Auf gabe auf richt ig mit dem H erzen
annimmt , der darf mit der K onsequenz, an Jesus glauben zu
dürf en, immer rechnen und daher in voller Gewissheit um sein
H eil sein. D er Glaube an sich f ordert jedoch als weit ere
K onsequenz den Gehorsam gegenüber Gott .
W ache auf !!! D enn D u schl äfst !!!
D enn die St unde ist nämlich schon da, dass ihr aus dem Schlaf
erwacht ! D enn jet zt ist unsere Ret t ung näher, als da wir zum
Glauben kamen:
D ie N acht ist weit vorgerückt , und der Tag ist nahe. Lasst uns
nun die Werke der Finst ernis ablegen und die Waf f en des
Licht s anziehen! Lasst uns anst ändig wandeln wie am Tag;
nicht in Schwelgereien und Trinkgelagen, nicht in St reit und
Eif ersucht ; sonder n zi eht den H er r n Jesus Chr i st us an, und t r ei bt ni cht
V orsorge für das F l ei sch, dass Begi er den wach wer den! (Römer 13, 11-
14).
Wenn D u vorbereit et bist , dann bist D u erweckt und wach !!!
D er Gegensat z wird dagegen u.a. im K ont ext zu Lukas 12, 47
beschrieben.
Bevor D u nun an eine äußere Erweckung in D einer
Umgebung durch Mission denkst , so betreibe doch erst einmal
im Vorf eld D eine eigene Erweckung, denn nur so kannst D u
sogar die Ankunf t des H errn beschleunigen (2. Petrus 3, 11-
12).
Fragen
H ast D u noch H indernisse in D einem Leben, die
D ich auf dem Weg zu Got t hin behindern
könnt en?
129
Bist D u vorbereit et?
H örst D u den Weckruf ?
Welche Ent scheidungen musst D u noch t ref f en?
Sehnst D u D ich schon nach dem Tag, an dem der
H err Jesus wiederkommt ?
i) Die Umkehr
„ U nd er wi r d vor i hm her gehen i n dem G ei st und der Kr aft des E l i a, um
der V ät er H er zen zu bek ehr en zu den Ki nder n und U ngehor same zur
G esi nnung von G er echt en, um dem H er r n ei n zuger üstet es V ol k zu
ber ei t en.“ (L uk as 1, 17)
Wort betracht ung
D as griechische Wort „ epi str epsai “ f ür „ bek ehr en“ st eht im so
genannt en Aorist I nf init iv und ist die N ennf orm f ür einen
zusammengef asst dargest ellt en Vorgang, welcher punkt uell
oder einmalig ist . D es Weit eren wird „ epi st r epsai “ t ransit iv
benut zt , sodass jemand D ich bekehrt oder zurückf ührt (vgl.
Apost elgeschicht e 26, 18.20; Jakobus 5, 19.20). D as H ilf sverb
„ werden“ hilf t f olglich das Verb „ bek ehr en“ in Verbindung mit
der Präposit ion „ zu“ (epi ) und dem Akkusat ivobjekt „ Ki nder n“
in ein Prozess bet onendes Vorgangspassiv umzuwandeln. So
verhält es sich ebenf alls bei „ Ungehorsame zur Einsicht von
Gerecht en“ , wobei allerdings die Präposit ion „ zur “ (en)
zugleich den Charakt er der K raf t einer solchen Umwandlung
besonders bet ont . D abei beschreibt das Vorgangspassiv einen
Vorgang, in welchem der „ H andelnde“ in den H int ergrund
rückt .
130
I n diesem Fall wird also vor allem das H er z bekehrt :
• Z ueinander (Umkehr im int ernen
Macht verhält nis)
(Vät er zu den K indern)
(von einem Überlegenen zu
einem Geringeren,
vgl. Maleachi 3, 24)
• zur recht en Gesinnung bzw.
zur Einsicht von Gerecht en
Lehre
Kei n M ensch k ann si ch sel ber zu G ot t bek ehren !!! H ierzu benöt igt
der Mensch immer die Güt e Gott es, Buße zu t un (Römer 2, 4)
und die Gnade Got t es, an Jesus glauben zu dürf en (Epheser 2,
8.9). D ie Bekehrung geschieht allerdings nur dadurch, dass
Got t die H erzen der Menschen öf f net , damit man selber
acht geben solle, was der Verkünder des Wort es Got t es rede
(Apost elgeschicht e 16, 14), denn der Glaube kommt aus der
gehört en Verkündigung und die Verkündigung aus dem Wort
Got t es (Römer 10, 17).
I n nachf olgender Auf list ung sind wicht ige Tatsachen und
Element e der Bekehrung enthalt en:
a) D er Z weck:
D er Glaube reinigt die H erzen
(Apost elgeschicht e 15, 9).
Jeder gläubige Christ hat dann wieder
Gemeinschaf t mit Got t , um ihn zu dienen (1.
Thessalonicher 1, 9).
131
b) D ie Vorausset zung:
Ein vorher von Got t geschaf f enes gut es und
wohlgef älliges H erz ist Vorausset zung, damit der
Mensch überhaupt hören kann (Lukas 8, 15;
Jeremia 31, 33; H ebräer 8, 10; Johannes 8, 47;
18, 37; 1. Joh 4, 6).
Beacht e bi t t e dabei den U nt erschi ed i n L uk as 8, 15:
f ein / redlich / gut vor Got t
= k al os
Kal os bezeichnet entsprechend das Wesen
Got t es, sodass nämlich et was anderes auch
wesenhaf t gut sein kann in den Augen
Got t es, wenn es in der H armonie mit Got t
st eht . D ies muss nicht unbedingt zum
Vort eil von anderen Menschen sein (vgl. 1.
Timotheus 5, 25; Jakobus 4, 17; 1.
Thessalonicher 5, 21; 1. Petrus 2, 11.12).
gut vor den
Menschen
= agat hos
A gat hos bezeichnet mehr, dass et was gut ist
f ür die Menschen. D ieses Gut sein bewirkt
allerdings wiederum Got t (vgl. Epheser 2,
10; Jakobus 1, 17).
D ieser K ontrast kommt sehr in Römer 7, 16-21 heraus, sof ern
man Bibelst udien in Bibelgriechisch vornehmen sollt e. Erst
dann kann man nämlich die sehr missbraucht en Bibelverse
hinsicht lich der Ausübung von gut en Werken verst ehen. D azu
132
ist zu beacht en, dass man ohne Jesus nichts tun kann
(Johannes 15, 5), was wesenhaf t gut ist (vgl. 2. K orint her 3, 5;
Philipper 1, 11). „ W enn nun i hr , di e i hr böse sei d, eur en Ki nder n gut e
G aben zu geben wi sst , wi e vi el mehr wi r d euer V at er , der i n den
H i mmel n i st , G ut es geben denen, di e i hn bi t t en.“ (M at t häus 7, 11).
D as Wort „ bi t t en (ai t eo) bezeichnet dabei die auf richt ige H alt ung
beim Bitt en, denn es of f enbart die Bit t e eines Geringeren zu
einem H öheren. D er vorliegende Bibelvers beschreibt dagegen,
dass sogar böse Menschen gut e D inge f ür andere Menschen
t un. Allerdings können diese bösen Menschen nicht s
wesenhaf t es Gut es t un, denn sie haben Jesus nicht .
c) D ie Unveränderlichkeit Got t es
D er Gedanke einer Rückkehr set zt die
Unveränderlichkeit „ des Ortes“ voraus, den
man zurückgelassen hat (vgl. Maleachi 3, 6.7;
2. Mose 3, 15; Jesaja 46, 4; 2. Timotheus 2, 13;
Jakobus 1, 17).
Jesus ist nämlich derselbe gest ern und heut e
und in Ewigkeit (H ebräer 13, 8; Of f enbarung
1, 8; 4, 8).
d) D ie innewohnende K raf t Got t es im Wort
D as Wort Gott es vermag die Seelen zu
erret t en (Jakobus 1, 21).
D as Wort Gott es bewirkt die Wiedergeburt
(Jakobus 1, 18; 1. Petrus 1, 23).
D as Wort Gott es hat K raf t (1. K orinther 1,18
; 2, 4.5; 4, 20; Jesaja 55, 11; H ebräer 4, 12).
e) D ie wahre Umkehr
D ie wahre Umkehr beginnt mit
Sündenerkenntnis (vgl. Lukas 15, 17).
Bei einer wahren Umkehr erkennt nämlich der
nach Sinn suchende Mensch, dass er aus der
Sicht Gott es ein elender, erbärmlicher, armer,
133
blinder und ent blößt er Mensch ist (Lukas 4,18
; H ebräer 4, 13).
f ) Sündenbekennt nis
Auf Grund der Erbsünde in 1. Mose 3, 6 kann sich ein Mensch
nunmehr nicht von seiner sündhaf t en N at ur lossagen bzw.
abkehren (4. Mose 32, 23; 1. K önige 8, 46; Psalm 51, 7;
Sprüche 20, 9; Römer 3, 23), denn seine Sünde ist bereits von
K indheit an in seinem Wesen behaf t et (1. Mose 6, 5; 8, 21). D er
M ensch bek ennt deshal b vor G ot t und den M enschen, dass er ei ne
sündhaft e N at ur besi t zt (1. Johannes 1, 8; Römer 7, 20; Psalm 51,
7).
Allerdings hat jet zt der Mensch in seiner Freiheit als gläubiger
Christ die Möglichkeit , nicht mehr sündigen zu müssen (vgl.
Galat er 5, 1) und von seinen sündhaf t en H andlungen
abzulassen (vgl. Römer 8, 1.2), sof ern er diese auf richt ig vor
Got t bekennt (1. Johannes 1, 9; Sprüche 28, 13). D es Weit eren
begeht ein gläubiger Christ keine dauerhaf t en bzw.
gewohnheit smäßigen Sünden mehr, sof ern er seine Schuld
auf richt ig bekennt (vgl. Lukas 15, 21; 18, 13; Römer 7, 25;
Apost elgeschicht e 26, 20; Esra 9, 6; Psalm 51, 3-6).
Fragen
Was ist der Unt erschied zwischen Sünde und
Sünden?
H ast D u D eine Sünde erkannt ?
Erkennst D u D eine t agt äglichen Sünden?
Wohnt wirklich Got t es Geist in D ir? (vgl. Römer
8,9)
134
H ält st D u D ich selber der Sünde f ür t ot und Gott
aber lebendig in Jesus Christ us? (vgl. Römer 6,
11)
H ast D u Got t und den Menschen bekannt , dass
D u eine sündhaf t e N atur hast ?
Bekennst D u D eine Sünden? Wie? Wann? Wo?
Wem?
Warum bekehrt Gott D ein H erz?
j) Die Gesinnung eines Gerechten
„ U nd er wi r d vor i hm her gehen i n dem G ei st und der Kr aft des E l i a, um
der V ät er H er zen zu bek ehr en zu den Ki nder n und U ngehor same zur
G esi nnung von G er echt en, um dem H er r n ei n zuger üstet es V ol k zu
ber ei t en.“
(L uk as 1, 17)
Wort betracht ung und Lehre
D as griechische Wort „ phr onesi s“ f ür K lugheit , D enken,
Verst and, Gesinnung oder Einsicht st eht nur in Lukas 1, 17
und Epheser 1, 8. I m Allgemeinen bezeichnet es das Wissen,
wie man seine Beziehungen und Geschäf t e mit anderen
Menschen regeln muss. Für Epheser 1, 8 könnt e dies nicht
st immen, denn dort st eht das Wort „ Einsicht “ im direkt en
Z usammenhang mit der geist lichen „ Weisheit “ , die in diesem
Fall die Fähigkeit ist , seine Beziehung zu Got t in Ordnung zu
bringen. Ebenso verhält es sich bei Lukas 1, 17. D ie
Gesinnung von Gerecht en bezieht sich nämlich hier auf das
Gerecht sein vor Gott . D iesbezüglich spielt wieder das
Vorbereit en des Johannes eine große Rolle, die eben einen
Bezug zur Tauf e der Buße nimmt . D ie Gesinnung (phr onesi s) ist
135
daher vor allem die Fähigkeit , alle verf ügbaren Mit t el f ür das
Erreichen des angestrebt en Z ieles einzuset zen, ohne unbedingt
dieses Z iel selbst darauf hin zu unt ersuchen, ob es gut oder
schlecht ist .
D er erst e Schrit t des Menschen zur Gesinnung eines
Gerecht en erf olgt dementsprechend in dergest alt , seine eigene
Beziehung zu Got t so in Ordnung zu bringen, indem man
Got t f ür gerecht erklärt . D ies entspricht vollkommen auch
dem H andeln zur Auf f orderung in 2. K orint her 5, 20: „ …
Lasst euch versöhnen mit Got t “ , denn die Versöhnung muss
vom Menschen nicht nur angenommen, sondern auch akt iv
bet rieben werden. Jedoch geschieht dies nur so, wie es der
H err will.
D ie Seelenret t ung von Got t bet rif f t vor allem die Erneuerung
der Gesinnung (Epheser 4, 23; Römer 12, 2; 2. K orinther 10,
5), denn sie ist das Z ent rum des D enkens, des Verst andes und
Glaubens sowie der Mot ivat ion und des Verhalt ens (vgl.
K olosser 3, 1.2.10) Wenn nun jemand ein gläubiger Christ
wird, so gibt Got t ihm eine völlig neue geist liche und
moralische Fähigkeit , die ein Mensch ohne Christus niemals
erreichen könnt e (vgl. 1. K orint her 2, 9-16).
I m zweit en Schritt kommt jet zt die Verbindung zu Jesus ans
Licht . Bezüglich des Einsetzens aller verf ügbaren Mit t el zum
Erreichen des angest rebt en Z ieles ist nämlich nun zu
hint erf ragen, welches Z iel überhaupt erreicht werden soll. Als
Ant wort kann nur die Chr i stusähnl i chk ei t herhalt en. D aher sollt e
jeder gläubige Christ die Gesinnung einnehmen, die Jesus uns
vorgegeben hat . H aben wir hierzu auch diese Fähigkeit? Ja!
Eine Christ usähnlichkeit wäre insbesondere in f olgenden
Punkt en gegeben:
• Selbst verleugnung (Lukas 9, 23; vgl. Lukas 14, 33).
• Selbst erniedrigung (Psalm 119, 67.71; Sprüche
29, 13; Mat t häus 18, 4; 23, 12; Lukas 18, 14;
Jakobus 4, 10; 1. Petrus 5, 6)
136
• Andere Menschen in D emut höher acht en als
sich selbst (Philipper 2, 2-8)
• Armut als Opf er um Euret willen, damit die
Gläubigen geist lich reich werden in Erret t ung,
Vergebung und Freude, im Frieden und in
Ehre (2. K orint her 8, 9)
• D uldsamkeit in allem (2. Timot heus 2, 10)
• Menschen einladen, um ihnen et was Gut es anzut un
(Johannes 7, 37)
• Gesinnung des Geist es mit Leben und Frieden
(Römer 8, 6)
Fragen
H ast D u Gott bereits als gerecht erklärt?
H ast D u D ich mit Gott versöhnt?
Welches Z iel st rebst D u danach an?
Welche Mit t el wirst D u auch daf ür einset zen?
Welche Gesinnung hast D u eigent lich?
k) Die Zurüstung Gottes
„ U nd er wi r d vor i hm her gehen i n dem G ei st und der Kr aft des E l i a, um
der V ät er H er zen zu bek ehr en zu den Ki nder n und U ngehor same zur
G esi nnung von G er echt en, um dem H er r n ei n zuger üstet es V ol k zu
ber ei t en.“
(L uk as 1, 17)
137
Wort betracht ung und Lehre
Got t es Bau seid ihr (1. K orint her 3, 9). Es ist ein H aus, das
von jemandem erbaut wird, aber derjenige, der alles erbaut hat
ist Got t (H ebräer 3, 3.4). I hr seid auf gebaut auf der Grundlage
der Apost el und Propheten, wobei Christ us Jesus selbst
Eckst ein ist . I n I hm zusammengef ügt , wächst der ganze Bau zu
einem heiligen Tempel im H errn, und i n I hm werdet auch ihr
mit auf gebaut zu einer Behausung Got t es im Geist (Epheser 2,
20-22).
D as Verb „ zur üsten“ (k at ask euazo) besit zt nunmehr die
sprachliche Wurzel des gr ündl i chen Z uber ei t ens dur ch äußer e
A usst at t ung und bedeut et im klassischen Griechisch das
A usr üst en von Gebäuden. Allerdings st eht das Verb „ zurüsten“ in
der Form des Perf ekt Part izips, welches allgemein einen
Z ust and bezeichnet , der aus einem vorzeit igen Geschehen
result iert , jedoch gleichzeit ig st at t f indet . „ Z uger üst et “ signalisiert
also eine Gleichzeit igkeit gegenüber dem H aupt sat z. I ndes
st eht dieses Verb im zweit en N ebensat z, sodass f olglich auch
die Gleichzeit igkeit mit dem erst en N ebensat z best eht . D aher
muss wohl der Z ust and des Z urüst ens sowohl mit dem
Bekehren als auch mit dem Wegbereit en zei t gleich
einhergehen.
D er Gemeindebau f ängt allerdings bei Jesus an, denn er ist es,
von dem geschrieben st eht, dass „ aus I hm“ der ganze Leib
zusammengef ügt wird (Epheser 4, 16). D er Wegbereit er
Johannes könnt e nunmehr auch wie Paulus als Baumeist er
bef unden werden, der den Grund gelegt hat , auf den man baut
und dieser Grund ist Jesus (1. K orinther 3, 10.11).
I m Z usammenhang mit dem zeit gleichen H inwenden zu Got t
ergibt sich aus der Mehrzahl von Personen, die zu dem
zugerüst et en Volk gehören (vgl. 1. Petrus 2, 9), dass eine
heilige Gemeinschaf t von Got t begründet wird. I n dieser so
genannt en H eilskörperschaf t wird nunmehr jeder an Jesus
gläubige Mensch durch die Gnade Got t es ein Glied „ der
ex k l usi ven G esel l schaft i n Jesus“ . D iese göt t liche Auf nahme in die
Gemeinschaf t aller H eiligen wird der Bibel zuf olge als
138
unsi cht bar e T aufe in den Lei b Christ i bezeichnet (1. K orint her
12, 13). D as Wort Got tes zeigt des Weit eren auf , dass
diesbezüglich eine Gehorsamst at not wendig ist , um das gut e
Bekennt nis vor vielen Z eugen (vgl. 1. Timot heus 6, 12)
sicht bar f ür alle zu best ät igen. D iese N ot wendigkeit liegt daher
in der si cht bar en T aufe mit t els Unt erget aucht werden im Wasser,
welches f olglich das Resultat auf di e biblische Auf f orderung
ist , sich t auf en zu lassen (vgl. Apost elgeschicht e 2, 38).
D ieser Tauf vorgang mit Bekennt nis ent spricht ähnlich dem
Gelübde eines N asiräers, um f ür den H errn geweiht zu sein (4.
Mose 6, 1.2), denn der Täuf ling gelobt ent sprechend, sich
selber als Gabe dem H errn zu geben (vgl. 4. Mose 6, 21). D es
Weit eren soll dieses Gelübde auch nicht gebrochen werden,
denn was aus dem Mund des Täuf lings hervorgegangen ist , soll
er t un (vgl. 4. Mose 30, 3).
I m Sinne unt erschiedlicher Tauf verst ändnisse muss daher das
Bekennt nis
154
eine größere Gewicht ung und Wert igkeit vor der
eigent lichen Ausf ührung der Tauf e bekommen.
So sind wir nun, die vielen, ein Leib in Christ us, einzeln aber
Glieder voneinander (Römer 12, 5).
Fragen
Bist D u als gläubiger Mensch get auf t ?
Welches Bekenntnis hast D u ggf . bei D einer
Tauf e abgegeben?
Wie wicht ig ist D ir die Gemeinschaf t der
H eiligen?
Erkennst D u, dass es, wenn es eine Gemeinschaf t
der H eiligen gibt , auch unheilige Gemeinschaf t en
gibt ?
Was ist eine unheili ge Gemeinschaf t?
139
Bist D u ausgeschlossen von der Welt ? Was ist
die Welt ?
Bist D u in einer exklusiven Gemeinschaf t ? Was
ist exklusiv?
Wie eng ist D ein H erz?
Wie weit kann sich D ein H erz aber noch öf f nen?
Wenn die Gemeinde das H aus Got t es ist , wer ist
dann H auseigent ümer?
Best ehen irgendwelche Pf licht en gegenüber dem
H auseigent ümer?
l) Das Prinzip der göttlichen Sendung
„ U nd der E ngel ant wor t ete und spr ach zu i hm: I ch bi n G abr i el , der vor
G ot t st eht , und i ch bi n gesandt wor den, zu di r zu r eden und di r di ese gut e
Bot schaft zu ver k ündi gen.“
(L uk as 1, 19)
Wort betracht ung und Lehre
I n dieser Wort betracht ung legen wir kurz unser Augenmerk
auf die Wort e „ Engel“ , „ gesandt “ und „ gut e Botschaf t
verkündigen“ . D as griechische Wort „ angel os“ f ür Engel
bezeichnet nicht eine Eigenschaf t , sondern ein Amt , denn ein
Engel ist ein Bot e und verkündigt , übermit t elt oder ruf t eine
Botschaf t aus (euangel i zo). D iese Botschaf t wird dem
Botschaf t er außerdem auf get ragen, sodass er nur die Bot schaf t
seines Auf t raggebers – in diesem Fall nat ürlich Got t –
weit ergibt . D ie gut e Bot schaf t wird normaler Weise in Bezug
auf Jesus und seiner Gehorsamst at am K reuz von Golgat ha
benut zt .
140
D as Evangelium ist die gut e Botschaf t vom Reich Got tes und
der Errett ung durch Christus. D as ursprüngliche griechische
Wort f ür Evangelium laut et „ euangel i on“ und st eht vor allem in:
• Mat t häus 4, 23; 9, 35; 24, 14; 26, 13
• Markus 1, 1.14; 8, 35; 10, 29; 13, 10; 14, 9;
16, 15
• Apg 15, 7; 20, 24
• 1. Pet rus 4, 17
Allerdings bezieht sich in diesem Fall „ euangel i zo“ zunächst nur
auf die subjekt ive Bedeut ung f ür Z acharias (vgl. Galat er 1, 8; 1.
Thessalonicher 3, 6), obwohl diese gut e Bot schaf t natürlich
auch zur eigent lichen H eilsgeschicht e gehört .
D er Bot schaf t er wird gesandt , so wie wir jet zt auch „ G esandt e
an Chr i st i st at t “ sind, indem G ot t gleichsam dur ch uns ermahnt (2.
K orinther 5, 20).
D er Engel Gabriel st eht vor Got t (vgl. Of f enbarung 8, 2) und
wird von ihm gesandt . D adurch hat er eine besondere
Aut orit ät und wird mit göt t licher K raf t ausgest att et (vgl.
D aniel 8, 16; 9, 21), damit er auf t ragsgemäß mit Z acharias
redet . D as Prinzip der göt t lichen Sendung ist wicht ig, um die
H andlungsweise Got t es besser verst ehen zu können, denn G ot t
i st G ei st (Johannes 4, 24) und kein Mensch (4. Mose 23, 19).
D ie wicht igst en Aussagen zur göt t lichen Sendung:
Got t sendet Engel zum Gericht (1. Mose 19,
13) und zur Best raf ung (vgl. 2. K önige 17, 25;
Jesaja 24, 10).
Got t sendet das Wort , damit es bewirkt , was
ihm gef ällt (Psalm 107,20; Psalm 147,18; Jesaja 55, 11;
Apost elgeschicht e 10, 36; 13, 26)
Got t sendet seinen Sohn f ür die Sünde (Römer 8,3)
141
Got t sendet Jesus in die Welt (Johannes 17,18),
damit er die gut e Botschaf t vom Reich Got t es
verkündigt (Lukas 4, 18. 43).
Got t sendet Jesus, damit Menschen glauben
können (Johannes 6, 29).
Jesus sendet Z erschlagene in Freiheit durch
Erlass der Schuld (Lukas 4, 18 – vgl. Psalm
111, 9).
Jesus sendet den H eiligen Geist vom Vat er
her, um die Welt von Sünde und von
Gerecht igkeit und von Gericht zu überf ühren
(Johannes 15, 26; 16, 7.8).
Got t sendet den Geist seines Sohnes in unsere
H erzen (Galat er 4, 6).
Got t sendet Menschen, um et was Best immt es
durch sie zu bewirken (vgl. 2. Mose 3, 10.14;
Richt er 6, 14; 1. Samuel 12, 8.11; Psalm 57, 4;
Johannes 1, 6 – meist ens i.V.m. der Ret t ung).
Jesus sendet Menschen in die Welt zur
Mission (Johannes 17, 18; 20, 21; Mat t häus 28,
20; Markus 16, 15.16).
Jesus sandt e seinen Engel, um vergangene und
zukünf t ige D inge zu bezeugen (Of f enbarung
1, 1; 22, 16).
Frage
Bist D u ein Gesandt er an Christi st att ?
142
m) Frieden mit Gott
„ U nd der E ngel ant wor t ete und spr ach zu i hm: I ch bi n G abr i el , der vor
G ot t st eht , und i ch bi n gesandt wor den, zu di r zu r eden und di r di ese gut e
Bot schaft zu ver k ündi gen.“
(L uk as 1, 19)
Wort betracht ung und Lehre
Am Ende des erst en Teiles dieser Bibelarbeit zu Lukas 1
beschäf t igen wir uns mit dem Frieden. D iesbezüglich schauen
wir doch einmal ganz genau Lukas 1, 19 an und lesen, was dort
vor allem passiert e:
E i n E ngel spr ach ei ne Bot schaft von Got t
Weil ein Engel sprach, dürf en wir davon ausgehen, dass Gott
gesprochen hat . I m K ont ext der H eiligen Schrif t darf
diesbezüglich der eif rige Bibelleser bemerken, dass über 400
Jahre zwischen den let zt en Ereignissen (N ehemia 13,4-30) und
den let zt en Prophezeiungen (Maleachi 1, 1- 4, 6) im Alt en
Test ament und dem H andlungsbeginn im N euen Testament
(Lukas 1, 5 – 25) – nämlich von ca. 424 bis ca. 26 v. Chr. –
lagen. I n dieser Z eit gab es auch kein prophet isches Wort von
Got t , sodass man diese Periode auch als „ die vierhundert Jahre
des Schweigens“ bezeichnet .
St ell’ D ir vor, D u hast Streit mit D einer Frau oder D einem
Bruder oder D einer Schwiegermut t er und D u kannst nicht mit
dieser Person reden. Vielleicht best eht wegen der H öf lichkei t
oder der Et iquet t e eine Art von Waf f enst illst and, aber dennoch
wurde das Problem nicht beseit igt und die Folge ist : man
schweigt ! Wie wohlt uend muss es doch dann sein, wieder
mit einander reden zu können.
N unmehr redet e wieder Gott und zwar durch einen Engel. Es
dürf t e daher eine St reit beilegung von Seit en Got t es gewesen
143
sein, denn Frieden und Ruhe signalisieren die Abwesenheit
von St reit . Best and denn aber ein St reit und was hat Frieden
mit dem Reden Got t es zu t un?
I m K ont ext zur H eilsgeschicht e muss daher die Perspekt ive
auf den Beginn der Menschheit sgeschicht e verlagert werden.
Z u dem so genannt en Sündenf all durch Adam und Eva in 1.
Mose 3, 6 best and indes die N ot wendigkeit Got t es, sich selber
beim Wort zu nehmen und Adam und Eva zu best raf en, wie er
es auch klar im voraus f ür den Fall der Fälle Adam angezeigt
hat t e (1. Mose 2, 17). D ie K onsequenz des Gebot es, nicht
vom Baum der Erkennt nis des Gut en und Bösen zu essen,
best and also beim N icht einhalt en des Gebot es in dem Tod.
Allerdings bedeut et e die Vert reibung von Adam und Eva aus
dem Gart en Eden (1. Mose 3, 23.24) nicht nur die göt t lich
gewollt e Ausset zung der Menschen hinsicht lich eines
leiblichen Todes, sondern auch einer geist lichen Trennung von
Got t – dem so genannt en „ gei st l i chen T od“ . Wie
selbst verst ändlich war es jedoch f ür Adam und Eva vor dem
Sündenf all, mit Gott st ändig zu kommunizieren und allezeit
ihn wahrzunehmen. Es best and außerdem keine Scham,
obwohl sie nackt waren (1. Mose 2, 25). D agegen ent deckt en
sie ihre Blöße nach dem Sündenf all und versucht en daher, sich
körperlich zu bedecken, obwohl sie wahrscheinlich mehr ihr
Gewissen unbewusst bedecken wollt en als ihre Scham (1.
Mose 3, 7), da sie der Anweisung Got t es nicht gef olgt sind.
N unmehr waren Adam und Eva jedoch Mit wisser ihrer Tat en
und meint en deshalb durchaus in ihrer Überheblichkeit , dass
es Got t wohl nicht auf f allen würde. Aber dann sprach Got t !
Sowohl Adam als auch Eva hört en die St imme Got t es und
bekamen Furcht . Adam verst eckt e sich sogar und antwort et e
schließlich auf die Frage Got t es, wo er denn sei, dass er nackt
ist . D ieses Bekenntnis ist allerdings nur die halbe Wahrheit ,
denn Adam bekannt e sozusagen nur sein schlecht es Gewissen
und nicht die Tatsache, dass er nicht gehorsam war.
D er Rauswurf aus dem Gart en Eden beendet e nunmehr auch
die Fähigkeit des Menschen, Got t bewusst wahrzunehmen.
Ebenso war auch das akt ive Gespräch des Menschen mit Got t
beendet . I ndes hat t e wohl Got t Adam und Eva noch
144
of f ensicht lich mit get eilt , wie sie mit ihm in Verbindung t ret en
könnt en, denn hinsicht lich der unt erschiedlichen Opf ergaben
ihrer Söhne – K ain und Abel – geschah während der Ehrung
Got t es eine weit ere schlecht e Gef ühlsregung, die wiederum
mehr eine Folge als die Ursache war (vgl. 1. Mose 4, 3).
H insicht lich des Sündenf alles war also die Folge aus dem
Wissen einer f alschen Tat ein schlecht es Gef ühl. D as zweit e
Gef ühl bei K ain result iert e allerdings zunächst aus der
f ehlenden H inwendung Gott es zu K ain, denn Got t blickt e bei
der H uldigungsf eier, bei welcher er irgendwie anwesend war,
nicht auf die Opf ergabe K ains. Abgesehen davon, ob Got t
mit get eilt hat , wie sie mit ihm in K ont akt tret en könnt en, hat t e
der erst e Tod, der nämlich in der Bibel beschrieben wird,
hinreichenden Einf luss auf Adam und Eva gehabt . I n 1. Mose
3, 21 lesen wir diesbezüglich, dass Got t f ür Adam und Eva
K leidungsst ücke aus Fell macht e, um das Fleisch der Blöße zu
bedecken (vgl. 2. Mose 28, 42). Somit musst e ein Tier f ür das
schlecht e Gef ühl, nackt zu sein, st erben. Got t lindert e dadurch
nicht nur di e seelischen Beeint rächt igungen von Adam und
Eva, sondern er macht e sie gleichsam zu den erst en geist lichen
Führern, indem er ihnen Leibröcke macht e (vgl. 1. Mose 37, 3;
2. Mose 28, 39-43; 39, 27; 3. Mose 8, 7; H iob 30, 18). D as
„ G ei st l i che“ best and nunmehr bei diesen geist lichen Führern in
der Wahrnehmung der Auf gabe, Got t anzuruf en und mit ihm
(wieder) in K ommunikat ion zu tret en (vgl. 1. Mose 4, 26).
H insicht lich der Tatsache, dass wohl Adam und Eva bei der
erst en Töt ung eines Tieres anwesend waren, so erf uhren sie
prakt isch direkt von Gott , was es f ür Gott bedeut et e, ein Tier
zu t öt en (vgl. 3. Mose 24, 18-22).
N unmehr war die Opf ergabe K ains nicht ent sprechend den
Vorgaben Got t es und Got t blickt e deshalb nicht auf K ain und
t rat somit nicht in die K ommunikat ion mit K ain ein. Was f ür
ein schlecht es Gef ühl musst e doch K ain hier gehabt haben?
N unmehr bewirkt e allerdings das schlecht e Gef ühl des Z orns
bei K ain eine entsprechende menschliche Reakt ion, denn er
senkt e sein Gesicht . K ain war nämlich ein (bewusst
unbewusst er) Mit wisser seiner Tat , weil er von seinem
Ungehorsam wusst e. I n diesem Z usammenhang hielt es jet zt
145
Got t f ür nöt ig, mit K ain zu reden, um ihn auf sein Verhalt en
und deren Umst ände auf merksam zu machen (1. Mose 4, 5-7).
I st es ni cht so, wenn D u Recht t ust und gehor sam bi st , so er hebt si ch D ei n
G esi cht (vgl . H i ob 11, 13-15). U nd wenn D u nun D ei n H er z fest auf
G ot t ausr i cht est , so hast D u di e F r ei müt i gk ei t gegenüber G ot t (vgl .
E pheser 3, 12), i hm fest i ns G esi cht zu guck en und mi t i hm zu r eden,
denn D u wür dest j a wi ssen, dass D u gehorsam war st .
D agegen spricht nun Got t und sagt zu K ain und somit auch zu
allen Menschen im übert ragenen Sinn, dass „ wenn D u aber ni cht
Recht t ust , so l ager t di e Sünde vor der T ür “ – gemeint ist hier die Tür
zur Gemeinschaf t mit Got t , welche jet zt durch die Sünde
versperrt ist . I n diesem Z usammenhang personif iziert
nunmehr Got t diese Sünde als Got t losigkeit (in 1. Mose 4, 7
mit dem hebräischen Personalpronomen „ er“ f ür die Sünde
f olglich als Mann und in Sacharja 5, 5-11 direkt als Frau) und
macht K ain und allen Menschen damit verst ändlich, dass die
Sünde in Person D ich beim D urchschreit en der Tür behindern
werde. D iese Person bist allerdings D u selbst – f ür D ich selbst .
Vielmehr soll nun aber der Mensch in seinem eigenen K örper
auch die Sünde beherrschen (vgl. 1. Mose 4, 7; Römer 6, 12-
14), damit er nicht ein Werkzeug der Got t losigkeit wird.
D ennoch best eht „ di e (E r b-)Sünde i n D i r “ ! Wer kann aber
dagegen das göt t liche Recht ausüben ?
Jesus Christ us ist indes die Tür und der Z ugang zur Gnade
(Johannes 10, 7.9; Römer 5, 2). I m so genannt en Ur -
Evangelium (1. Mose 3,15) wurde er sogar bereits Adam und
Eva als Ret t er angekündigt . Allerdings hat Got t nunmehr Jesus
zur Sünde gemacht (2. K orint her 5, 21), damit wir Recht vor
Got t bekommen, denn wie in Adam alle st erben, so werden
auch in Christ us alle lebendig gemacht werden (1. K orint her
15, 22). D enn ein Got t des Recht s ist der H err (Jesaja 30, 18).
D emnach kann also nur Jesus das Recht ausüben im Sinne von
H iob 11, 13-15.
Wenn nunmehr Jesus den Weg f rei gemacht hat zum Eint rit t
ins H eiligt um (H ebräer 10, 19), so haben wir auch die
Freimüt igkeit , zum Thron der Gnade hinzuzutret en (H ebräer
4, 16) und mit I H M zu reden (1. Johannes 4, 17).
146
„ F ur cht i st ni cht i n der L i ebe, sonder n di e vol l k ommene L i ebe t rei bt di e
F ur cht aus, denn di e F ur cht hat es mi t St r afe zu t un. W er si ch aber
für cht et , i st ni cht vol l endet i n der L i ebe.“ (1. Johannes 4, 18).
Sei darum gehorsam gegenüber Gott ! Aber wie?
Bezogen auf den Ausgangsvers in Lukas 1, 19 können wir also
jet zt erkennen, dass die f ast 400 Jahre Schweigezeit auch einen
H inweis darst ellen, was es bedeut en mag, wenn Gott nicht
mehr redet . Als kleinen H inweis mag da 1. Mose 7, 16 helf en,
denn Got t schloss hint er N oah die Arche zu, d.h. der heilige
Geist wird insbesondere am Gericht st ag auf hören, mit der
Menschheit zu reden und dadurch schließt Got t endgült ig die
Menschheit von der Gemeinschaf t mit sich selbst aus. Jedoch
hat ja Gott wieder geredet – hier in Lukas 1, 19 durch den
Engel Gabriel. Allerdings sehen wir in diesem K ont ext erneut
in Lukas 1, 20.64 den Z usammenhang zwischen „ Schwei gen zu
U ngl auben“ und „ Reden zu G l auben“ . St at t dessen war aber
Z acharias in Lukas 1, 6 schon als gerecht bezeichnet worden,
sodass er diesbezüglich also den recht en Glauben gegenüber
Got t bereits gehabt haben musst e. N unmehr st eht jedoch das
Wort „ gegl aubt “ im H albsat z „ dafür dass du mei nen W or t en ni cht
gegl aubt hast “ im so genannt en Aorist , welcher eben nur die
punkt uelle Einmaligkeit betont . D aher war das Verst ummen
und das spät ere Reden des Z acharias nur ein gött liches
Z eichen, um eine noch größere Sache anzuzeigen. D agegen
unt erst reicht aber genau dieser Vorgang um Z acharias die
Bedeut ung des Redens aus dem Glauben (vgl. 2. K orint her 4,
13) und gehört somit unzertrennbar zusammen.
Mit Jesus best eht allerdings f ür uns das let ztmalige Reden
Got t es (H ebräer 1, 2), welches immer noch anhält und bis in
die Ewigkeit reicht . D as griechische Wort f ür Frieden laut et
nunmehr „ ei r ene“ und st ammt von der Sprachwurzel „ ei r o“ ab,
deren Bedeut ung „ man spr i cht wi eder “ vor allem auf das Reden
Got t es bezogen werden darf . H inzu kommt jet zt aber nun
noch das eigene Reden aus dem Glauben an Jesus, sodass wir
dadurch ohne Furcht vor Got t best ehen können, sof ern wir
gehorsam waren und gleichsam mit I H M reden.
147
D iesbezüglich haben wir jetzt Frieden mit Got t durch unseren
H errn Jesus Christ us (Römer 5, 1), den er uns auch von sich
selbst weggesandt hat (Johannes 14, 27 – Frieden lasse ich
euch = aphi emi = wegsenden von sich selbst ).
Got t möge D ir ein of f enes H erz zum H ören schenken!
Ohne Jesus können wir nicht s t un, was die Qualit ät k al os vor
Got t einnehmen würde (vgl. Johannes 15,5) !
D enn Got t erhebt kein Gesicht eines Menschen (5. Mose
10,17), es sei denn nur in Jesus Christ us, welcher in D ir sein
wird, sof ern Got t D ir die Gnade gegeben hat , an I H N zu
glauben. D as geist liche Prinzip „ Chr i st us i n D i r “ best eht daher
in einer Art Rekapit ulat ion.
155
D ie Gnade des H errn Jesus Christ i und die Liebe Got tes und
die Gemeinschaf t des H eiligen Geist es sei mit Euch allen.
D er erst malige Gehorsam kommt von Got t , der weit ere
Gehorsam soll dagegen im Vert rauen auf Got t geschehen,
denn Gott bewirkt alles!
Gehe los „ und mach dich bereit , deinem Got t zu begegnen,
I srael.“ (Amos 4,12), weil:
„ I ch habe er k annt , H E RR, dass der W eg des M enschen ni cht i n sei ner
M acht st eht und dass es k ei nem, der geht , gegeben i st , sei nen Schr i tt zu
l enk en.“ (Jeremi a 10,23)
Amen!
148
Anmerkungen
1
Friedrich Christ oph Oet inger, Epist elpredigt en, S.48 u.S.530, zit iert
nach:Lydia Präger, D ie Auslegungsprinzipien Friedrich Christ oph
Oet ingers, in: D ie Leibhaf t igkeit des Wort es, Fest schrif t f ür
Adolf K öberle, hrsg. von Ott o Michel und Ulrich Mann, S 116.
2
Adolf Schlat t er, H ülf e in Bibelnot , 1926, S.9.
3
Adolf Schlat t er, H ülf e in Bibelnot , 1926, S.9.
4
Adolf Schlat t er, H ülf e in Bibelnot , 1926, S.12f .
5
Adolf Schlat t er, H ülf e in Bibelnot , 1926, S.13.
6
K arl Adolf v. Schwarz, D ie t heologische H ermeneut ik des Matt hias
Flacius I llyricus, D issert at ion 1933, S.12.
7
Vgl. dazu auch K urt Aland, Apologie der Apologet ik, Mai 1948, S.92.
8
Adolf Schlat t er, D as christ liche D ogma, 1923, S. 108.
9
Vgl. W. N euer, K omment ar zu Adolf Schlat t er; in: Evangelische
Schrif t auslegung. Ein Quellen- und Arbeit sbuch f ür St udium und Gemeinde,
1987, H rsg. Joachim Cochlovius / Pet er Z immerling, S.169.
10
D agegen st eht das Postulat von Peter St uhlmacher, „ eine
H ermeneut ik des Einverst ändnisses mit der Bibel zu prakt izieren“ ,
in: Pet er St uhlmacher, Vom Verst ehen des N euen Test ament s.
Eine H ermeneut ik, 1. Auf l. 1979, S.206; vgl. ebenso Friedrich
Mildenberger, Got teslehre. Eine dogmat ische Unt ersuchung, 1975,
S.45.
11
Vgl. Pet er Z immerling, K omment ar zu Peter Stuhlmacher, in:
Evangelische Schrif t auslegung. Ein Quellen- und Arbeit sbuch f ür
St udium und Gemeinde, 1987, H rsg. Joachim Cochlovius / Peter
Z immerling, S. 280.
12
Conf essio August ana (CA) - D as Augsburger Bekennt nis von 1530
(durch Philipp Melancht on), Art ikel 17; Wolf gang Trillhaas, D ogmat ik,
1962, S.460f f . ; Christ liche D ogmat ik, von Franz Pieper, umgearbeit et
von J.T. Mueller, herausgegeben von der Evangelisch-Lut herischen Synode
von Missouri, Ohio und andere St aat en, St.Louis, 1946, Missouri, Seit e 790 f .
13
Ein mündlicher Ausspruch von Prof . em. Erich Geldbach zur
weit eren TV-Sendung in der ARD vom 7. Okt ober 2007, die als
Reakt ion auf die TV-Sendung “ D ie H ardliner des Herrn” , die in
der ARD am 11. Juli 2007 ausgest rahlt wurde und sich mit der
Themat ik gegen den „ christ liche Fundament alist en“ richt et e, zit iert
nach: Joachim Schmit sdorf / H ans-Werner D eppe, Z eit journal 4 /
2007, H erausgeber: Arbeit sgemeinschaf t f ür Religiöse Fragen
(A.R.F.) e.V.. , Seite 34.
14
Ot mar Schulz, D er amerikanische Fundament alismus, S. 3, EZ W-
I nf ormat ion N r. 24; EZ W, St utt gart X I / 1966, pdf -D at ei von der
Evangelischen Z ent ralst elle f ür Welt anschauungsf ragen Berlin über www.ezw-
berlin.de ,abgef ragt am 19.12.2008.
15
Vgl. Prof . D r. Samuel K ülling, Generalangrif f gegen den biblischen
" Fundament alismus" , www.ef g-hohenst auf enst r.de , abgef ragt am 19.12.2008.
16
Gerhard Maier, Biblische H ermeneut ik, 5. Auf l., 2005, S.321;
Georg Riegler, Biblische H ermeneut ik, 1835, S.22.33.
17
Vgl. www.t heologie-koeln.de/ PD Fs/ Fundament alismus.pdf ,
abgef ragt am
19.12.2008; Vgl . James Barr, Fundament alismus, mit einer Einf ührung in die
deut sche Ausgabe von Gerhard Saut er, München: Chr. K aiser Verlag, 1981; Vgl.
149
Ernest Sandeen, The Root s of Fundament alism, Chicago: Universit y of Chicago
Press, 1970.
18
Jobst Schöne, D ie I rrlehre des Fundament alismus im Gegensat z
zum lut herischen Schrif t verst ändnis, 1984, in: D iest elmann, Jürgen
(H g.), I n: Treue zu Schrif t und Bekennt nis, Fest schrif t f ür
Wolf gang Büscher, Braunschweig 1994, Seiten 171-183; zit iert
nach einer pdf , Seit e 3, von www.selk.de , abgef ragt am 19.12.2008.
19
D r. Richard Z iegert (2006, Theologe, Beauf t ragt er f ür
Welt anschauungsf ragen der Evangelischen K irche der Pf alz, " D as
prot est ant ische Schisma" [Schisma: griechisch - abspalt en, vgl.
K irchenspalt ung], Pf älzisches Pf arrerblat t 2006); zit iert nach:
www.f undament alismusdebat te.de , abgef ragt am 19.12.2008.
20
D r. Richard Z iegert (2006, Theologe, Beauf t ragt er f ür
Welt anschauungsf ragen der Evangelischen K irche der Pf alz,
1. Abschnit t : 14. Okt ober 2006, " Polit ik der Göt ter, Europa
und der neue Fundament alismus" OK [Of f ene K irche]
Mit gliederversammlung,
St ut t garter Erlöserkirche. 2. Abschnitt : 2006, " D as prot est ant ische
Schisma" , Pf älzisches Pf arrerblat t); zit iert nach:
www.f undament alismusdebat te.de , abgef ragt am 19.12.2008.
21
Prof . D r. D r. H einrich Schäf er (Mai 2006, Ev. Theologe u.
Soziologe, Universit ät Bielef eld, Vort rag auf der Tagung
" Fundament alismus-Alarm.
N eue religionspolit ische St rat egien in Z eit en der Rückkehr von
Religion" , Evangelische Akademie Loccum, 5. - 7.5. 2006,
Evangelischer Pressedienst , Frankf urt am Main); zit iert nach:
www.f undament alismusdebatt e.de , abgef ragt am 19.12.2008.
22
Pf arrerin Annett e K ick (01. März 2007, Ev:
Welt anschauungsbeauf t ragt e der Würt tembergischen Landeskirche,
SYM - Magazin der Evangelischen Akademie Bad Boll, Ausgabe 1-
2007 vom 01.03.2007); zit iert nach:
www.f undament alismusdebat te.de , abgef ragt am 19.12.2008.
23
Bischof D r. Wolf gang H uber (10.06.07, Rat svorsit zender der
Evangelischen K irche in D eut schland EK D , K eine K ollekt e f ür
Moschee, K ölner St adt -Anzeiger); zit iert nach:
www.f undament alismusdebatt e.de , abgef ragt am 19.12.2008.
24
Prof . D r. h.c. Robert Leicht (17.09.2007, 1997 bis 2003
Rat smitglied der Evangelischen K irche in D eut schland (EK D ) ,
Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin, Christ licher
Fundament alismus ist nicht besser als islamischer,
D er Tagesspiegel); zit iert nach:
www.f undament alismusdebat te.de , abgef ragt am 19.12.2008.
25
D r. Frit z R. H ut h (Februar 2002, Beauf t ragt e f ür
Welt anschauungsf ragen der EK H N Evangelische K irche in
H essen und N assau, Arbeit shilf e
Fundament alismus. H erausgegeben vom „ Z ent rum Ökumene“ der
EK HN );
zit iert nach: www.f undament alismusdebat t e.de , abgef ragt am
19.12.2008.
26
Prof . D r. t heol. Et a Linnemann (22. Januar, 2002, kat h.net/ idea);
zit iert nach: www.f undament alismusdebat t e.de , abgef ragt am
19.12.2008.
27
D r. Heinzpet er Hempelmann, N icht auf der Schrif t , sondern unt er
ihr, 2. Auf l. 2004, Seit e 108
28
D r. Heinzpet er Hempelmann, Gemeinsame Liebe. Wie
150
Evangelikale die Aut orit ät der Bibel best immen., 2001, Seit e 53.
29
August inus von H ippo (354-430, Bischof und K irchenvat er); zit iert
nach: www.f undament alismusdebat te.de , abgef ragt am 19.12.2008.
30
D r. Reinhard Hempelmann (2006, Theologe, Leit er der
Evangelischen Z ent ralst elle f ür Welt anschauungsf ragen (EZ W)
Berlin, EZ W Mat erialdienst-Einzelhef t 1/ 2006, Sind
Evangelikalismus und Fundament alismus ident isch?); zit iert nach:
www.f undament alismusdebat te.de , abgef ragt am 19.12.2008.
31
1. These der Barmer Theologischen Erklärung (31. Mai 1934,
Bekennenden K irche, ab 1945 Lehr- und Glaubenszeugnis der
EK D , Wort laut: Evangelisches Gesangbuch).
32
Prof . Georg Christ oph Lichtenberg (1742 - 1799, Schrif t st eller und
erst er deut scher Prof essor f ür Experiment alphysik), nicht wört lich
zit iert nach: www.f undament alismusdebat t e.de , abgef ragt am
19.12.2008.
33
D r. K laus D ouglass; zit iert nach:
www.f undament alismusdebat te.de , abgef ragt am 19.12.2008.
34
D I E WELT (20. Februar 2008, Gernot Facius, D ie " Frommen"
sind auf dem Vormarsch); zit iert nach:
www.f undament alismusdebatt e.de , abgef ragt am 19.12.2008.
35
Vgl.: www.t hebereancall.org/ node/ 5117
, www.t hebereancall.org/ node/ 5106
; www.t hebereancall.org/ node/ 5993 ,
abgef ragt am 19.12.2008.
36
H elge St adelmann, Schrif t gemäß predigen. Plädoyer und Anleit ung
f ür die Auslegungspredigt, 2. Auf l. 1991, S.72.
37
Eckhard J. Schnabel, Sind Evangelikale Fundament alist en? , 1995 ,
Seit e 59.
38
Eckhard J. Schnabel, Sind Evangelikale Fundament alist en? ,1995 ,
Seit e 60.
39
K laus vom Orde, in: RGAV - akzent e f ür Theologie und D ienst
1992, N r. 4; Vort rag, gehalt en auf der RGAV H aupt konf erenz in
Berlin Wolt ersdorf am 22. April 1992.
40
Vgl. dazu auch Albertus Piet ers, John H . Gerst ner, Recht zerteilen
das Wort der Wahrheit - Scof ield Bibel und H eilszeiten auf dem
Prüf st and, 1994.
41
Eckhard J. Schnabel, Sind Evangelikale Fundament alist en? , 1995,
Seit e 61.
42
Vgl. Thomas Meyer, Fundament alismus: Auf st and gegen die
Moderne, 1989.
43
Thomas Meyer, Fundament alismus: Auf st and gegen die Moderne,
1989; zit iert nach: Erich Geldbach, K rit erien zur I dent if izierung
christ lich-f undament alist ischer Gruppierungen an der H ochschule,
I nt ernet skript auf www.f hok.de , abgef ragt am 19.12.2008.
44
Vgl. Pet er H ahne, D ie Macht der Manipulat ion – Über Menschen,
Medien und Meinungsmacher, (7. Auf l. 1992).
45
Unt ersuche krit isch die Aussagen von Peter St reit enberger,
„ D ie Fünf Punkt e des Calvinismus“ , 2007.
46
Vgl. Franz Graf -St uhlhof er, Christ liche Bücher krit isch lesen – Ein
Lehr- und Arbeit sbuch zum Trainieren der eigenen
Urt eilsf ähigkeit , 2008.
47
John MacArt hur St udienbibel, 2002, Anmerkungen zu
Lukas 11,52,
Seit e 1448.
151
48
Lewis S. Chaf er / John F. Walvoord, Grundlagen biblischer Lehre,
1994, S. 41.
49
Vgl. J.A. Bengel, Gnomon, 3. Auf l. 1876 (N achdruck 1959),
Anmerkungen zu Lukas 11,52.
50
K arl-H einz Vanheiden , in: Andreas Ebert / K arl -H einz
Vanheiden, Syst emt reu oder Bibelt reu – D ie Auswirkungen
überbet ont er Auslegungsprinzipien, 2003, Seit e 27 f f .
51
James E. Rosscup, in: John MacArt hur, Biblisch Predigen, Eine
prakt ische Anleit ung zur Auslegungspredigt, 2008, S. 148.
52
H einzpet er H empelmann, N icht auf der Schrif t , sondern unt er ihr,
2. Auf l. 2004, S.59.
53
Vgl. Et a Linnemann, Was ist glaubwürdig – D ie Bibel oder die
Bibelkrit ik,
2007, S. 162f .
54
Eckhard J. Schnabel, Sind Evangelikale Fundament alist en? , 1995,
Seit e 59.
55
H einzpet er H empelmann, N icht auf der Schrif t , sondern unt er ihr,
2. Auf l. 2004, S. 65f f .
56
St anley A. Ellisen, Von Adam bis Maleachi – D as Alt e Test ament
verst ehen, 3. Auf l. 1996, S.11.
57
James E. Rosscup, in: John MacArt hur, Biblisch Predigen, Eine
prakt ische Anleit ung zur Auslegungspredigt, 2008, S. 148.
58
Vgl. Et a Linnemann, Original oder Fälschung, H ist orisch-krit ische
Theologie im Licht der Bibel, 2. Auf l. 1999.
59
Vgl. Gerhard Maier, Biblische H ermeneut ik, 5. Auf l. 2005, S.326.
60
Manf red Oeming, Biblische H ermenut ik, 2. Auf . 2007, S.65.
61
Ludwig Wit tgenst ein, Tract at us logico-philosophicus, Logisch-
philiosophische Abhandlung, 1921 (Suhrkamp-N achdruck 1963),
N r. 6.54.
62
Vgl. Predigt reihe von H ans-Werner D eppe zum Thema „ Wird
I srael wieder hergest ellt ?“ , Teil 5 – Was ist der neue Bund?, relat iv
am Ende der mp3-Auf nahme, ausgesagt zum
Buchst äblichkeit swahn von J.N . D arby,
D ownload über www.bet anien.de, im D ezember 2008.
63
Vgl. Vict or und Vict oria Trimondi: K rieg der Religionen -Polit ik,
Glaube und Terror im Z eichen der Apokalypse-, Wilhelm Fink
Verlag, Paderborn, 2005, K apit el 2,9,10.
64
Vgl. Essay von Bert hold Röt h zum Buch „ K rieg der Religionen:
„ D er Tit el " K rieg der Religionen" meint nicht explizit , dass
Religionen in K rieg mit einander get ret en wären, sondern bezieht
sich auf die f undament alist ischen K räf t e innerhalb der Religionen,
die sehr wohl mehr denn je im K rieg mit einander stehen; dass dies
möglich werden konnt e, ist allerdings in den Grundf ormen der
religiösen Text e bereit s implant iert .“ ;
unt er ht t p:/ / www.buchwurm.inf o/ art ikel/ anzeigen.php?id= 58 ;
abgef ragt am 07.01.2009.
65
Vgl. Winf ried Prost , Manipulieren durch Sprache, 1987, S. 98.
66
I renik (auch I reni smus von griech.ei rene, " Friede" )
bezeichnet die t heologische H altung, welche die allen christ lichen
K onf essionen gemeinsamen Lehren und Rit en bet ont und ihre
St reit igkeit en beizulegen sucht . D as Ant onym ist der Z elot ismus
bzw. Z elot .Vor allem im Z usammenhang mit dem sog.
Synkret ist ischen St reit ist die Rede von I renikern und Z elot en,
wobei den I renikern an eine Vermit t lung zwischen den
K onf essionen (lut herisch, ref ormiert , kat holisch) gelegen war, den
152
Z elot en hingegen nicht . D ie I renik st eht somit zwischen
D ogmat ismus einerseit s und Relat ivismus andererseit s. ; zit iert
nach wikipedia ; abgef ragt
am 07.01.2009.
67
Vgl. Sebast ian H eck, in: htt p:/ / www.lebensquellen.de/ ?p= 660 ;
abgef ragt
am 07.01.2009.
68
Christ a Meves, Manipuliert e Maßlosigkeit – Psychische Gef ahren
im t echnisiert en Leben, 8. Auf l. 1972, S. 131f .
69
Morgenst ern, zit iert nach: Christ a Meves, Manipuliert e
Maßlosigkeit – Psychische Gef ahren im t echnisiert en Leben, 8.
Auf l. 1972, S. 132.
70
D er Rat ionalismus wurde von René D escart es mit seinem Werk
„ D iscours de la Mét hode“ im Jahre 1637 begründet. Vielf ach wird dies auch als
Cart esianismus bezeichnet . D arauf f olgt e nach I mmanuel K ant
ent sprechend der K ant iaismus.
71
Vgl. Gerhard Maier, Biblische H ermeneut ik, 5. Auf l. 2005, S. 218.
72
Vgl. Gerhard Maier, Biblische H ermeneut ik, 5. Auf l. 2005, S. 19.
73
H einzpet er H empelmann, Wie wir denken können, 2000, S.123.
74
H einzpet er H empelmann, Wie wir denken können, 2000, S.124.
75
John Wenham, Jesus und die Bibel. Aut orit ät, K anon und Text des
Alt en und N euen Test ament s, 2000, S.33.
76
Gerhard Vollmer, zit iert nach der I nt ernet seit e:
ht t p:/ / www.geocit ies.com/ hoef ig_de/ LK Philo/ Jahrg13/ Vollmer_Erkennt nis.h
t m ; abgef ragt am 17.01.2009.
77
Vgl. Uwe Swarat, Fachwörterbuch f ür Theologie und K irche,
3. Auf l. 2005, S.57.
78
Paul Ricœur, D er Text als Modell: hermeneut isches Verst ehen, in:
Seminar: D ie H ermeneut ik und die Wissenschaf t en, H rsg. H ans-
Georg Gadamer und Got tf ried Boehm, 1. Auf l. 1978, S.102.
79
Wilhelm D ilt hey, Ent würf e zur K rit ik der hist orischen Vernunf t,
in: Seminar: Philosophische H ermeneut ik, H rsg. H ans-Georg
Gadamer und Gottf ried Boehm, 1. Auf l. 1976, S.206.
80
Lot har Gassmann, D ie Evangelische K irche braucht eine neue
Ref ormat ion, in: Erneuerung und Abwehr, Evangelische
Z weimonat sschrif t , N r. 1/ 2004, S.12.
81
Vgl. htt p:/ / de.wikipedia.org/ wiki/ Biblizismus , abgef ragt am
14.01.2009.
82
Mat t hias Flacius I llyricus: CLAVI S SCRI PTURAE SACRAE
TRACTATUS I , Abschnit t 1-4 , 1567, N eudruck unt er dem
Tit el: Über den Erkennt nisgrund der heiligen Schrif t , hrsg. von
L. Geldsetzer, D üsseldorf 1968, lat einisch-deut sche
Parallelausgabe, zit iert aus dem Abschnit t : Regeln zur Erkennt nis
der Heiligen Schrif t, die aus ihr selbst ent nommen sind, Regel 30
und 31; Seit e 61 und 63.
83 Vgl. Chiara Z amboni, Schönheit und Geschlechterdif f erenz, I nt ernet skript
www.diot imaf ilosof e.i t/ down.php?t= 3& id= 18 ; abgef ragt am 12.01.2009
84
Prof . D r. Ott o Friedrich Bollnow, Universit ät Tübingen,
I nt ernet skript : Aspekt e der gegenwärt igen deut schen Philosophie;
ht t p:/ / www.ott o-f riedrich-bollnow.de/ doc/ Aspekt e.pdf
; abgef ragt am 12.01.2009.
153
85
Ronald Senk, D as I srael Gott es, 2.Auf l. 2006, Seit e 21.
86
Just inus, genannt der Märt yrer, D ialogus cum Tryphone, 62, 2.3.
87
Vgl. August inus, D ie christ liche Bildung, D e doct rina Christ iana, 2.
Buch XX I I I .35.87.(88.), Übersetzung und N achwort von K arla
Pollman, Reclam 2002, S.76f .
88
H orst G. Pöhlmann, Abriß der D ogmat ik, Ein K ompendium,
1985, S.84.
89
Roland Scharf enberg, Etwas f ür wahr halt en oder sein H erz an
jemanden hängen, in: Wahrheit und Erf ahrung – Themenbuch
zur Syst emat ischen Theologie, Band 1, Einf ührende Fragen der
D ogmat ik und Gott eslehre, 2004, H rsg. Christ ian H errmann,
Seit e 92.
90
Peter Beyerhaus, Er sandt e sein Wort . Theologie der christ lichen
Mission. Band 1: D ie Bibel in der Mission, 1996, S. 657.
91
Mart in Lut her, Predigt zu 1. K orint her 15,-11 (1532),
WA 36, 500 f f ., zit iert
nach: Evangelische Schrif t auslegung, Ein Quellen- und
Arbeit sbuch f ür St udium und gemeinde, H rsg. v. Joachim
Cochlovius/ Pet er Z immerling, 1987, S. 19.
92
WA 36, 500f f ., zit iert a.a.O., S 19.
93
Johannes Calvin, I nst itut io Christ ianae Religionis, I ,7,4+ 5.
94
Volkhard Scheunemann, Wie kann ich die Bibel verst ehen? ,
zit iert nach: Evangelische Schrif t auslegung, Ein Quellen- und
Arbeit sbuch f ür Studium und gemeinde, H rsg. v. Joachim
Cochlovius/ Pet er Z immerling, 1987, S.513.
95
Günter Moldaenke, Schrif t verst ändnis und Schrif tdeut ung im
Z eit alt er der Ref ormat ion, Teil 1, Matthias Flacius I llyricus, 1936,
S. 505.
96
Ot t o Riecker, D as evangelist ische Wort, 2001, S.351 f f .
97
Vgl. Rolf H ille, Was ist schrif tgemäß? , in: D ein Wort ist Wahrheit,
Fest schrif t f ür Gerhard Maier, Beit räge zu einer schrif t gemäßen
Theologie, hrsg. Eberhard H ahn u.a., 1997, S. 23.
98
Charles C. Ryrie, D ie Bibel verst ehen, 4.Auf l. 2007, S. 143f .
99
Peter Beyerhaus, Er sandt e sein Wort . Theologie der christ lichen
Mission.Band 1: D ie Bibel in der Mission, 1996, S. 372.
100
Peter Beyerhaus, Er sandt e sein Wort . Theologie der christ lichen
Mission. Band 1: D ie Bibel in der Mission, 1996, S. 374.
101
Vgl. H elge St adelmann, Grundlinien eines bibelt reuen
Schrif t verst ändnisses, 1985, S. 126.
102
Arnold G. Frucht enbaum, H andbuch der biblischen
Prophet ie,1991.
103
Mart in Lut her, WA 40 I , 445,12, zi t iert nach: Mat hias J K ürschner,
Mart in Lut her als Ausleger der heiligen Schrif t , 2004, 16.
104
H einzpet er H empelmann, Was heißt bibelt reu?, in: Wahrheit und
Erf ahrung _ Themenbuch zur Systemat ischen Theologie, Band 1,
Einf ührende Fragen der D ogmat ik und Gott eslehre, 2004, H rsg.
Christ ian H errmann, Seit e 40 (Begründung zu These 17).
105
Vgl. Eckhard J. Schnabel, I nspirat ion und Of f enbarung, 2. Auf l.
1997, S 186.187.
106
Eckhard J. Schnabel, I nspirat ion und Of f enbarung, 2. Auf l. 1997,
S.108.
107
Vgl. Gerhard Maier, H eiliger Geist und Schrif t auslegung, 1983,
Seit e 28.
108
H einzpet er H empelmann, Grundf ragen der Schrif t auslegung,
2. Auf l. 1998, S. 132.
154
109
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Evangelische Theologie, Sonderband: Met apher. Z ur H ermeneut ik
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S. 24 f f . , zit iert nach: Joachim Cochlovius/ Peter Z immerling,
Evangelische Schrif t auslegung. Ein Quellen- und Arbeit sbuch f ür
St udium und Gemeinde, 1987, Seite 361.
110
H einzpet er H empelmann Wie wir denken können, 2000, S 107f .
111
Johannes Calvin, Calvin-St udienausgabe, D er Brief an die Römer,
Band 5.1, 2005, Seit e 365 zu Römer 7,18.
112
Gerhard Maier, Biblische H ermeneut ik, 5. Auf l. 2005, Seite 338 f .
113
Ot t o Weber, Grundlagen der D ogmat ik, 2. Band, 1962, S. 68.264.
114
J.A. Bengel, Vorrede zum Gnomon § 6.
115
Vgl. Eckhard J. Schnabel, I nspirat ion und Of f enbarung, 2. Auf l.
1997, S 186.187.
116
Tert ullianus, Quint us Sept imius Florens, D e praescript ione
haeret icorum, 14, zit iert nach: K arlmann Beyschlag, Vom
Urchrist ent um zur Welt kirche. I . Teil: D as zweit e Jahrhundert ,
1967, S. 91., zit iert nach: Pet er St uhlmacher, Schrif t auslegung auf
dem Wege zur biblischen Theologie, 1975, S. 69.
117
Ein Großzit at ist bei wissenschaf t lichen Werken möglich
- (§ 51 N r. 1 UrhG).
118
Georg Friedrich Meier, Versuch einer allgemeinen
Auslegungskunst , 1757, Mit einer Einleit ung und Anmerkungen,
hrsg. von Axel Bühler und Luigi Cat aldi Madonna, 1996.
119
Luigi Cat aldi Madonna, in: Jörg Schönert , Friedrich Vollhardt,
Geschicht e der H ermeneut ik und die Met hodik der
t ext int erpret ierenden D isziplinen, 2005, S. 240.
120
Axel Bühler, Unzeit gemässe Hermeneut ik : Verst ehen und
I nt erpret at ion im D enken der Auf klärung: Verst ehen und
I nt erpret at ion im D enken der Auf klärung, 1994, S 176.
121
Luigi Cat aldi Madonna, in: Jörg Schönert , Friedrich Vollhardt,
Geschicht e der H ermeneut ik und die Met hodik der
t ext int erpret ierenden D isziplinen, 2005, S. 241.
122
N ot ker H ammerst ein, Christ a Berg, H andbuch der deut schen
Bildungsgeschicht e, 2005, S 148.
123
Gemeint ist damit die Z urschaust ellung bzw. eine Prahlerei.
124
Wolf gang Rapp, „ Sprachdeut eleyen“ - Mikrologische Auf sät ze zum
Schreibverf ahren K arl Philipp Moritz’ , D issert at ion 1999.
125
Vgl. H elge Schalk, Umbert o Eco und das Problem der
I nt erpret at ion: Äst het ic, Semiot ik, Textpragmat ik, 2000, Seite 181.
126
§ 84 nach Georg Friedrich Meier.
127
§§ 28,84 nach Georg Friedrich Meier.
128
Georg Friedrich Meier, Versuch einer allgemeinen
Auslegungskunst , 1757, Mit einer Einleit ung und Anmerkungen,
hrsg. von Axel Bühler und Luigi Cat aldi Madonna, 1996,
Einleit ung, Seit e LX XX I .
129
H uldreich Z winglis sämt liche Werke, unt er Mit wirkung des Z wingli -Vereins,
hrsg. von Emil Egli u.a., Band 5, Leipzig 1934.
130
Vgl. Gerhard Ebeling, D ogmat ik des christ lichen Glaubens,
Band 1: D er Glaube an Got t den Schöpf er der Welt, 3. Auf l. 1987,
S. 354.355.
131
Christ liche D ogmat ik, von Franz Pieper, umgearbeit et von J.T. Mueller,
herausgegeben von der Evangelisch-Lut herischen Synode von Missouri,
Ohio und andere St aaten, St .Louis, 1946, Missouri, Seit e 790 f .
132
Aorist e sind Verbalaspekt e und beschreiben K at egorien wie den
155
Vollst ändigkeit sgrad einer H andlung oder deren Einmaligkeit oder
Periodizit ät . D iese Aspekt bedeut ung des Aorist kann in einigen
Formen die zeit liche verdrängen.
133
J.A. Bengel, Gnomon, Anmerkung zu Römer 6,17.
134
Vgl. Adolf Pohl, D er Brief des Paulus an die Römer, Wuppert aler
St udienbibel, 1998, S.31, Anmerkungen zu Römer 1,5.
135
Vgl. Wolf gang N est vogel, Erwählung und/ oder Bekehrung? D as
Prof il der evangelist ischen Predigt und der Testf all Martyn Lloyd-
Jones, D issert at ion und Buch, 2002, S.265.
136
Mart in Lut her, D ie Schrif t auslegung, 4. Auf l. 1990, aus der Reihe:
Lut her D eut sch, D ie Werke Mart in Luthers in neuer Auswahl f ür
die Gegenwart ,hrsg. K urt Aland, Band 5, Seit e 50f .
137
St ut t garter Erklärungsbibel, Lut herbibel mit Erklärungen, 2005,
S.1751, Anmerkungen zu Philipper 2,12.13.
138
A.H .J. Gunneweg, Vom Verst ehen des Alt en Test ament s.
Eine H ermeneut ik, 2. Auf l. 1988, S. 50.
139
Ot t o Weber, Bibelkunde des Alten Test ament s, Erst er H albband,
1936, S.20.
140
Vgl. Ronald Senk, D as Schwert des Geist es. D er Z usammenhang
von Wort und Geist in der Heiligen Schrif t , 2008, S. 151.
141
Frit z Rienecker, Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen N euen
Test ament , 21. Auf l. 2003, zu Galat er 6,16.
142
Roland H ardmeier, Z ukunf t .H of f nung.Bibel. Endzeitmodelle im
biblischen Vergleich, 1. Auf l. der N euausgabe 2007, Seit e 350.
143
Vgl. Jakob van Bruggen, Wie lesen wir die Bibel? Eine Einf ührung
in die Schrif t auslegung, 1985, Seite 151f f .
144
D ie Adverbien der Art und Weise werden aus Adjekt iven durch
Anset zung der Endung ws gebildet. D iese Endung t rit t an den reinen
Wort st amm des Adjekt ivs; zit iert nach: Raphael K ühner,
Element argrammat ik der Griechischen Sprache, H annover 1862,
§ 53,2 , Seit e 56f .
145
Christ ian Briem, D as N eue Test ament mit sprachlichen
Erklärungen aus dem Grundt ext, Teil 2, Römerbrief bis
Of f enbarung, 1998.
146
Ein Wort durch einen Begrif f mit engerer oder weit erer Bedeut ung,
d.h. einen Ober- oder Unt erbegrif f , erset zen. Synekdoche ist eine
rhet orische Figur aus der Gruppe der Tropen. I m Wort Got tes zu ersehen
u.a. in: Lukas 7,47 und 50 mit Liebe/ Glaube; 2. K orint her 5,14 mit
„ einer f ür alle ... und somit alle“ ; Sacharja 14,16.17 mit eines / alle.
147
Vgl. K arl Bart h, D ie K irchliche D ogmat ik, 1948, I ,2 , § 15 N r. 2, S. 145 f f .
148
Elberf elder St udienbibel, 1.Auf l. 2005, Seit e 2144, N r. 2541 (kalos),
Seit e 1981, N r. 17 (agat hos); E.Beyreut her, in: Theologisches
Begrif f slexikon zum N euen Test ament , 1. Sonderauf l. 1993, S.623-
625.
149
Vgl. J. Oswald Sanders, Leben aus der Quelle. D er Weg zum
geist erf üllt en Christ sein, 2003, S.69-77.
150 Vgl. D . Martyn Lloyd-Jones, K ennzeichen eines Christ en, Band 1, 2008,
Seit e 48 und Seit e 131.
151 St ut t garter Erklärungsbibel zu Römer 2,11, S.1672.
152 Johannes Calvin, I nst it ut io Christ ianae Religionis , I I I 23,10;
zit iert nach O. Weber, S. 642f .
153 Johann Georg H amann, Londoner Schrif t en N I ,5-6, H ist orisch-krit ische
N euedit ion von Oswald Bayer und Bernd Weißenborn, 1993, Seit e 59.
154 Vgl. Eberhard Busch, Verbindlich von Gott reden. Gemeindevort räge., 2002, S.62
156
155 Vgl. die Rekapit ulat ionst heorie von I renäus von Lyon mit Adam zu Christ us und
Eva zu Maria, in: I renäus von Lyon, Adversus H aereses, Gegen die H äresien
Band I I I und Band V; (I I I 21,10-22,4; V 19,1; V 21,1; V 23.2).
157
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165
Zum Autor:
Oliver Rau ist ein bekennender Christ , der das Wort Got t es
vert eidigt und ein Bef ürwort er der evangelisch-
ref ormat orischen Lehre ist . Er war ein Verwalt ungsbeamt er
und ist jet zt ein Beruf s-arbeit sloser. N ach dem Erwerb der
H ochschulreif e auf dem 2. Bi ldungsweg begann er ein St udium
der Recht swissenschaf t en, welches er nicht abschießen konnt e.
Sein akademischer Grad gilt als ein Äquivalent zum Bachelor
of Laws. D erzeit ig st udiert er die Theologie und ist zugleich
ein Lebenskünst ler
Gedanken zu meinem Taufzeugnis
Meine Taufe am 17.09.2006
H allo,
heut e werde ich get auf t und dazu gebe ich in vier Punkten ein
Z eugnis ab, warum ich mich t auf en lasse. D iese Punkt e haben
jeweils eine Frage zum Gegenst and und zwar :
I . Wie hat der Glaube mich gef unden ?
I I . Wie lebt e ich vor meiner Bekehrung ?
I I I . Wie lebe ich seit meiner Bekehrung ?
I V. Welches Z eugnis gebe ich ab ?
166
I . Wie hat der Glaube mich gefunden ?
D er Glaube kam zu mir sehr, sehr langsam. I m Jahre 1990
wurde ich von einem Freund aus der Tanzschule eingeladen,
zu einem Got t esdienst zu gehen. Seit dem bin ich den
Gedanken an Jesus nicht mehr losgeworden. Schließlich
bekehrt e ich mich im Jahre 1994 auf einer Skif reizeit . D ies war
wohl aber eher ein emot ionaler Akt , denn vom Verst and her
hat t e ich noch gar nicht s begrif f en. Und deshalb war ich
immer noch sehr skept isch und hatt e viele Fragen. I ch
verharrt e weit erhin in meinem " I ch" . Mein Ego ! Mein Ego
bracht e mich weit erhin of t zum St olpern, ohne dass ich
darüber nachdacht e. H eut e meine ich, dass diese Bekehrung
nicht echt gewesen war. Bis 1999 hielt ich mich in einer
Gemeinde auf , ohne die Bibel richt ig zu verst ehen. D urch ein
privat es Bibelst udium half mir ein anderer Freund, mich zu
hint erf ragen und gewisse Aspekt e der Bibel besser zu
verst ehen. D as Wort - das Wort Got t es - hat t e mich nun
gepackt . Seit dem lese ich regelmäßig und viel die Bibel.
D urch mein Jura-St udium kam ich im Jahre 2003 nach
K onst anz, wo ich sehr viele christ liche " Unt erhalt ungs-
angelegenheit en" hat t e. D ies hat t e allerdings auch nicht
geholf en. Schließlich kam es im selben Jahr zu einem D isput
mit einem Met hodist en-Past or, wo mir bewusst wurde, dass
sich wieder mein Ego in den Vordergrund spielt e. D ies
macht e mich sehr bet rübt und als ich beim Bibellesen auf 2.
K orinther 7, 9 st ieß, so durf t e ich f estst ellen, dass ich zur
Buße bet rübt worden bin. Got t hat mir die Möglichkeit
gegeben, Buße zu t un. I ch t at Buße !!! Z um Glauben gehört
nun einmal auch die Buße, welche ebenso wie der Glauben ein
Gnadengeschenk von Got t ist . Jet zt glaubt e ich wirklich an
Jesus. D er ret t ende Glauben kam zu mir als ich meine
Rebellion gegen Got t erkannt e und bekannt e. N ach 13 Jahren
, nachdem ich zu einem Gott esdienst eingeladen wurde.
167
I I . Wie lebte ich vor meiner Bekehrung ?
Mit Angst !!!
I ch war immer sehr ängstlich gewesen - als K ind - als
Jugendlicher - als junger Mann. I ch war damals nicht nur
sehr naiv , sondern auch sehr ängst lich - vor alles und jeden.
Als ich ält er wurde, überspielt e ich meine Angst , wurde
übermüt ig und habe mein " I CH " -Bewußt sein zur Schau
gest ellt . I ch bin wer - ein Jemand und kein N iemand ! D azu
habe ich of t und viel gelogen und auch manchmal betrogen.
Mit 20 Jahren zerbrach ich an meiner Selbst überschätzung /
burn-out / einige Selbstmordversuche / Arbeit slosigkeit /
keine Veränderung im Verhalt en.
I I I . Wie lebe ich nun seit meiner Bekehrung ?
I n Frieden !!!
N at ürlich mache ich mir noch Sorgen, habe Bef ürchtungen
über viele D inge, aber ich weiß, wo ich meine Last abl aden
kann - nämlich bei Jesus !!! Ein Bibelvers der mich am
Anf ang meines Glaubens begleit et e , st eht in Markus 5, 36 : "
Fürcht e D ich nicht ; glaube nur." Bei Jesus darf ich jet zt
sorgenf rei sein ! D iese Z usage aus der Bibel nahm mir die
Furcht - meine Furcht vor mir selber und vor der Welt . I ch
habe mich verändert , denn ich kann jet zt mit mir selber leben
und dies durch Jesus. Wenn ich jet zt mal sündigen sollt e -
kommt auch heut e noch vor - dann habe ich ein schlecht es
Gewissen gegenüber Got t und bekenne meine Schuld vor ihm.
I V. Welches Zeugnis gebe ich ab ?
I ch bekenne, dass ich ein schwacher, hinf älliger und sündiger
Mensch bin, der ohne Got t verloren wäre. D urch die
Erwählung Got t es, durch die Erlösungst at von Jesus am K reuz
von Golgat ha und durch die Beruf ung des H eiligen Geist es
zum Glauben an Jesus ent deckt e ich schließlich mein
schlecht es Gewissen und meine eigene Sündhaf t igkeit , weil ich
168
als Ego-Mensch Gott nicht wahrhaben wollt e. Got t hat mir
mein H erz auf geschlossen, so dass ich jet zt glauben kann.
Mein Bekenntnis :
I ch bekenne mich öf f ent lich vor der sicht baren und der
unsicht baren Welt zu Jesus !!!
Jesus ist mein H err !!!
Jesus ist mein H eiland !!!
Jesus ist Christ us !!!
Jesus ist meine K raf t !!!
Oliver Rau
151
St ut tgart er Erklärungsbibel zu Römer 2,11, S.1672.
152
Johannes Calvin, I nst it ut io Christ ianae Religionis , I I I 23,10;
zit iert nach O. Weber, S. 642f .
153
Johann Georg H amann, Londoner Schrif t en N I ,5-6, H ist orisch-krit ische
N euedit ion von Oswald Bayer und Bernd Weißenborn, 1993, Seit e 59.

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