P. 1
pflichtlektüre 1/09 (Duisburg/Essen)

pflichtlektüre 1/09 (Duisburg/Essen)

|Views: 413|Likes:
Publicado porpflichtlektüre

More info:

Published by: pflichtlektüre on Apr 17, 2009
Copyright:Attribution Non-commercial

Availability:

Read on Scribd mobile: iPhone, iPad and Android.
download as PDF, TXT or read online from Scribd
See more
See less

05/11/2014

pdf

text

original

A167_01

pflichtlektüre
012009

Studierendenmagazin der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen

Vor(ur)teil Bachelor
Was der internationale Abschluss wert ist

Studieren auf Pump
Im Vergleich: sieben Studienkredite

3,5 Millionen Euro für die Bib
Wohin Eure Studienbeiträge wandern

S02 TRI-TOPP

A367_02

WIRKLICH WAHR

PEINLICHE PLATTE

01
GESUNDHEIT!
Bei Schnupfen bis zu 4,5 Liter Rotz am Tag

03
LIEBES-EIS
Schöner Mann, schlechte CD

WAS STUDIERE ICH?

E

02
E
gal, wo man in diesen kalten Tagen herläuft: Es schnieft, röchelt und niest an jeder Ecke. Wie viel Nasen-Flüssigkeit da mit jedem benutzten Taschentuch in den Mülleimer wandert, darüber macht sich fast niemand Gedanken. „Ein gesunder Mensch produziert einen bis 1,5 Liter Nasensekret pro Tag“, sagt Halsnasenohren-Spezialist Dr. Stefan Küter. „Bei einem akuten Infekt wie virusbedingtem Schnupfen oder auch Allergien kann sich die Menge an Nasensekret sogar verdreifachen“, so der HNO-Arzt. Das von den Nasenschleimhautzellen produzierte Sekret besteht zu 97 Prozent aus Wasser, weiter sind Salze und Muzin enthalten. Muzin ist eine Eiweiß-Zucker-Verbindung, die das Nasensekret schleimig macht. Alle 20 Minuten erneuert sich die schützende Schleimschicht der Nase. Besonders anfällig für Viren ist unser Körper im Winter. Wenn es frostig wird, verengen sich die Blutgefäße in der Nase und im Rachenraum - Viren dringen leichter in die Blutbahn vor. Auch die trockene Heizungsluft macht unsere Schleimhäute trocknen und angreifbar für die Erreger. Außerdem halten wir uns im Winter meist in geschlossenen Räumen auf und viele Menschen sind enger beieinander so können sich Erkältungserreger stärker ausbreiten. Hatschi! fin/foto: pixelio.de,hofschlaeger

AUS INDIEN
Entwicklungshelferin bildet sich weiter

M

ein Name ist Birgitt. Ich bin 48 Jahre alt, also älter als die meisten anderen Studierenden. Eigentlich arbeite ich seit 15 Jahren in der Entwicklungshilfe – unter anderem in Nepal und Indien. Aber vor zwei Jahren habe ich mich dazu entschlossen, wieder zurückzukommen und eine Uni zu besuchen. Nun studiere ich an der TU Dortmund Frauen- und Geschlechterstudien und Soziologie. Warum? Ich wollte einfach noch etwas dazulernen. Mir gefällt es sehr, nach so vielen Jahren im Beruf wieder an einer Uni zu sein. Hier lerne ich einfach unglaublich viele neue und so verschiedene Leute kennen. Egal, ob junge oder alte Studenten: Es ist einfach schön, mit Menschen in einer so angenehmen Umgebung in Kontakt zu kommen. Mein Studium hier in Dortmund wird auf jeden Fall noch mindestens zwei Semester dauern, bevor ich mit meiner Abschlussarbeit anfange. Wenn ich dann am Ende mein Zeugnis in den Händen halte, geht es für mich aber wieder zurück in die Entwicklungshilfe.“ cb/foto: cb

s war ein warmer Sommertag anno 1999. Ich schlenderte durch Recklinghausen, als mich plötzlich dieser wunderschöne Mann ansprach: „Hey, du hörst doch sicherlich gern Musik?“ Klang wie Musik in meinen Ohren. Unbedeutend jetzt noch zu erwähnen, dass dieser Mann genau mein Typ war. Seine großen, dunklen Kulleraugen brauchten an Ausdrucksstärke nicht mehr zuzulegen. Ich kaufte ihm gleich vier CDs ab. Welche Musik er mir auch immer anbot, bei Liedtiteln wie „Sugar“ versteckten sich bestimmt kleine, zuckersüße Andeutungen auf unser zukünftiges gemeinsames Leben. Hach ja, das war sicher ein guter Fang, der Mann, also die CD. Ich ging erwartungsvoll nach Hause, freute mich über meine Flirterrungenschaft: „Icecream For Love“ von Shuka, für die ich brav 20 Mark bezahlt hatte. Vielleicht fand sich ja noch ein kleiner Zettel mit der Einladung zum gemeinsamen Eisschlecken. Den fand ich nicht. CD in den Spieler, vielleicht ist er ja ganz originell und verpackt sein Liebesbekenntnis in einem Songtext. Es dudelte mir eine melancholische und äußerst unangenehme Musik entgegen. Das Einzige, was schmolz, waren meine Boxen. Meine rosa Wolke begann ihre Farbe in grau und düster zu ändern, und ich, die vorher noch auf ihr schwebte, wurde nun als Regenschauer durchgesiebt und versickerte in den Kanal der Belanglosigkeiten. Peinlicher Auftritt, blöde CD, gemeiner Typ! gp/foto: Rüdiger Diebel

TERMINE
Die pflichtlektüre erscheint mit Ausnahme einer kleinen Weihnachtspause 14-tägig während des Semesters. Die Erscheinungstermine im Wintersemester 2008/2009 sind: 28. Oktober, 11. November, 25. November, 9. Dezember, 20. Januar, 3. Februar

A167_03

START-BLOCK S03

HERZ-STÜCK
Studierende sorgen sich um seine Akzeptanz, doch Arbeitgeber sind überwiegend zufrieden mit dem Bachelor.

diesmal

Zur Ausgabe

D

S10

as Studium bezahlen ja eh Deine Eltern!“ Was hat mich diese Unterstellung geärgert! Schließlich schwingt der Vorwurf mit, als Student alles in den Hintern geschoben zu bekommen. Nervig auch: „Du bist Student, Du hast ja Zeit.“ Genau. Zeit, um zu jobben. Studieren kostet. Studienbeiträge natürlich, aber auch Miete, Strom, Heizung, Telefon und Internet, Lernmaterial, Lebensmittel, Laptop – Ihr wisst es ja selbst. Nebenbei zu arbeiten, ist eine bewährte Methode, das Studium zu finanzieren. Aber die Zeit und die Energie, die man in den Job steckt, fehlt im Studium. Eine andere Möglichkeit: Schulden machen und einen Studienkredit aufnehmen. Auf den Seiten vier und fünf geben wir einen Überblick über die Angebote. In der nächsten pflichtlektüre am 3. Februar kümmern wir uns um das Thema „Prüfungen“. Während manche Profs sich mit hohen Durchfallquoten rühmen, sind andere sehr fair. Wir sind gespannt auf Eure Geschichten! Seid Ihr schonmal ungerecht behandelt worden? Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Prüfungsamt? Schreibt uns an post@pflichtlektüre.com.

Drin ist außerdem …
DUISBURG/ESSEN S08 S09 ...Lauscher aufgestellt: „The Bonny Situation“ aus Duisburg mit neuem Album … lieber Harvard als Ruhrpott? Fünf Fragen an fünf frische UDE-Profs.

Impressum
Dortmund Tel: 0231/755-7471, Fax: 0231/755-7481 Briefanschrift: pflichtlektüre, c/o Institut für Journalistik, TU Dortmund, 44221 Dortmund, E-Mail: post@pflichtlektuere.com Produktion: Sebastian James Brunt (sjb) Bild: Elvira Neuendank, Pascal Amos Rest, Sarah Salin (sal), Katja Seidl Schau-Platz: Christine Elsaesser (che), Johanna Esch (jo), Sandra Finster (fin), Maria Haensch (mah), Claudia Hamburger (clh), Ulrike Hendan, Paulina Henkel (ph), Katharina Lindner (kl) Eike Strunk (eis), Robert Zapp (sax), Eva Zimmermann (ezi) Dortmund und Bochum: Katharina Bons (kb), Christin Otto (co), Sandra Bobersky (sky), Atjom Maksimenko (am), Denise Naujoks (dn), Georgia Polichronidou (gp) Duisburg/Essen: Simon Balzert (spb), Angelika Dorawa (ado) Anna Dettmer (and) ,Chris Cadel (cca) Christina Jungkurth (chj), Daniel Glade (dag), Jasmina Matera (jam), Jakob Straub (jas), Jessica Schweke (jes), Julia Alina Ruhrberg (jul), Meriem Benslim (meb), Miriam Stadtfeld (mir), Natascha Leo (nal), Olesia Iavorska (oli), Olga Kapustina (olk), Patrick Koll (pak), Philipp Engel (php), Simon Kattke (sim), Yilmaz Ali (yil), Oliver Schmitz-Kramer Herz-Stück: Maike Freund (mai), Nora Weis (nw) Ruhr-Blick:Benjamin Blum (bb), Daniel Drepper (ddr), Christian Greis (chg), Daniel Otto (dot), Linda Wabel (lw), Johanna Rüschoff, Ulrike Sommerfeld (uso), Jan Ungruhe (ju) Verantwortlich für Anzeigen: Oliver Nothelfer, Anschrift wie Verlag, Kontakt: 0201/804-8944 Verlag: Westdeutsche Allgemeine Zeitungsverlagsgesellschaft , E.Brost & J. Funke GmbH u. Co.KG, Friedrichstr. 34-38, 45128 Essen Druck: Druckhaus WAZ GmbH & Co. Betriebs-KG, Anschrift wie Verlag. Kontakt: druckhaus@waz.de Erscheinungstermine: Wintersemester 2008/2009: 28. Oktober, 11. November, 25. November, 9. Dezember, 20. Januar, 3. Februar
Herausgeber Institut für Journalistik, TU Dortmund Projektleitung: Prof. Dr. Günther Rager Redaktionsleitung: Vanessa Giese (vg) ViSdP Redaktion Uni-Center, Vogelpothsweg 74, Campus Nord, 44227

RUHR-BLICK S17 … einmal Politiker sein: die Uni Duisburg-Essen und ihr UN-Rollenspiel

DIENST-BAR S18 … Albtraum Schimmel: pflichtlektüre-Leser haben Ärger mit dem Vermieter

… bald rollt der Ball wieder, wir wissen aber schon jetzt, wer die Schale holt

… die tschechische AustauschStudentin Lucie hat sich in den deutschen Käse verliebt

S14

S16

foto: Sonja Winzer/pixelio.de

S04 SCHAU-PLATZ

A367_04

Schuldenfalle Studium:
Erst kamen Studienbeiträge. Dann die Studierendenarmut. Wenig später war die vermeintliche Bildungselite. Wer den passenden Geldgeber finden will, droht, sich im Informationsdschungel
in der nächsten Zeit aber nicht drin.“ Aber auch ohne große Investitionen kostet das Studentenleben. Und das nicht zu knapp. Um Geld für Studiengebühren, Miete und Essen aber überhaupt ausgeben zu können, muss erst einmal welches hereinkommen. Eine Möglichkeit, die Kosten zu decken, bietet ein Studienkredit. Die Stiftung Warentest rät generell von Studienkrediten ab und fordert die Studierenden dazu auf, andere Finanzierungsquellen zu prüfen. Auch die Verbraucherzentrale NRW warnt die Studierenden, ihre Unterschrift unüberlegt unter einen Kredit-Vertrag zu setzen. Obwohl an einigen Unis in Deutschland die Studiengebühren schon wieder abgeschafft oder zumindest reduziert werden, bleiben Kredite ein Dauerthema für Studierende. Denn sie sind für viele oft die einzige Möglichkeit, um überhaupt studieren zu können. Laut einer Studie des Hochschul-Informations-Systems vom März 2008 finanzieren sich zwar rund 80 Prozent der Studierenden zumindest zum Teil aus der Unterstützung durch die Eltern. Die Geldquelle „Mama und Papa“ sei jedoch bald erschöpft. Die Kredite dienten dazu, die Eltern finanziell zu entlasten. Aktuelle Zahlen, wie viele Studierende einen Studienkredit beantragt haben, sammelt derzeit das

M
ANBIETER

it seinem Nebenjob hat sich Markus gegen Ende seines Studiums nicht mehr über Wasser halten können. Es fehlten einfach die nötigen Scheine im Geldbeutel für Miete, Essen und Studiengebühren. Um sein Studium der Wirtschaftswissenschaften weiter finanzieren zu können, hat der Bochumer Student einen Kredit beantragt. Mit Einführung der Studiengebühren vor zwei Jahren waren auch die ersten Studienkredite

geboren. Zahlreiche Banken und Kreditinstitute buhlen seitdem mit unterschiedlich hohen Zinssätzen und Bedingungen um ihre neue Kundschaft. „Während des Studiums habe ich mir nicht groß Gedanken über die Verschuldung durch den Kredit gemacht“, sagt Markus. „Erst, als ich nach dem Studium arbeitslos wurde.“ Ein Schock für ihn. „Ich hatte zwölf Monate Zeit, das Geld zurückzuzahlen. Zum Glück habe ich nach vier Monaten eine Arbeit gefunden. Größere Investitionen sind

Studienkredit-Test des CHE im Überblick (Stand: 2008)
DURCHSCHNITTSVOLUMEN IM MONAT ZIELGRUPPE ZUGANG ELTERNUNABHÄNGIGKEIT KOSTEN RISIKOBEGRENZUNG FLEXIBILITÄT

LEGENDE
DAS CENTRUM FÜR HOCHSCHULENTWICKLUNG (CHE) hat 2008 erneut verschiedene Studienkredite untersucht. Die Zielgrupen unterscheiden sich wie folgt: E: Erststudium W: weiterbildende Studiengänge P: Promotionstudiengänge Das CHE hat die Anbegote in verschiedenen Kategorien bewertet: + steht für die Spitengruppe O für die Mittelgruppe - für die Schlussgruppe Weitere Infos über die aktuelle Studie des CHE unter: www.che-studienkredittest.de

„Bildungskredit“ nach den Förderbestimmungen des BMBF Career Concept „Bildungsfonds“ „db Studentenkredit“ „Deutsche Bildung Studienförderung“ „DKB StudentenBildungsfonds“ „Dresdner FlexiStudienkredit“ „KfW-Studienkredit“
1

300 €

E, W

+

o

+

-

+

ca. 800 € 670 €

E, W, P E, W, P

+ o

+ +

o o

+ +

+ +

392 € 350 € 400 € 480 €

E, W, P E, W E, W , P E
1

o + + +

o o + o

o + o o

+ o o o

+ + + o Quelle: CHE

Zweitstudium wird nur dann gefördert, wenn es eine sinnvolle Ergänzung zum Erststudium ist.

A367_05

Schau-Platz S05

Kröten, Krisen & Kredite
Lösung auf dem Markt: Studienkredite. Unzählige Anbieter buhlen um die finanzschwache zu verlieren. Doch sollte man sich überhaupt fürs Studium verschulden?
Statistische Bundesamt. Sicher dürfte wohl sein, In einem Vergleich mehrerer Studienkredite weist dass allen Kreditnehmern dank der Finanzkrise das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) keine glorreichen Zeiten bevorstehen. Die Kre- darauf hin, dass es nicht den besten Kredit gebe, ditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die als staat- sondern verschiedene Angebote, die verschiedene Vor- und Nachteile haliche Bank jedem Studierenden ben. Dennoch bietet das einen Kredit gewährt, erhöhte Ranking eine erste Orienzum vergangenen Oktober ihre tierung (siehe Grafik). Zinsen auf sieben Prozent. AufThorben studiert an der grund des massiven politischen Uni Bochum im ersten SeDrucks senkte sie den Satz zwar Die Studienbeiträge reißen ein tiefes mester Jura und hat sich rasch um 0,5 Punkte, doch eine Loch in das Budget der meisten StuRat von seiner Mutter geZinserhöhung bleibt. Als der dierenden. Wir möchten deshalb von holt. „Zusammen haben Kredit 2006 an den Start ging, Euch wissen, wie Ihr Euer Studium wir verschiedene Kredite mussten Studierende nur 5,2 finanziert. verglichen“, erzählt er. Prozent zahlen. Wie Thorben holen sich „Wenn Studenten sich für • Sind Studienkredite eine gute viele Studierende Tipps den Studienkredit interessieLösung, um die Haushaltskasse in der Familie. „Unabhänren, versuchen wir ihnen vom aufzubessern? gige Beratungsstellen KfW-Darlehen abzuraten, da • Oder meint Ihr: „Wozu sich vergibt es leider nicht“, sagt es deutlich günstigere Angeschulden? Wer jobbt, hat auch ohne Thomas Bieler, Finanzbote gibt“, sagt Petra Karst vom kredit genug Geld.“ experte der VerbraucherStudentenwerk der Universität zentrale NRW. Duisburg-Essen. Die VerbrauSchreibt uns Eure Meinung an post@ Mit seinem Kredit der cherzentrale NRW empfiehlt pflichtlektuere.com. KfW-Bank ist Thorben hingegen, die Angebote der bisher zufrieden. Er beKfW-Bank bei der Entscheikommt 650 Euro im dung für einen Kredit einzubeziehen, da dort flexible Möglichkeiten zur Tilgung Monat, den Höchstsatz, und konnte nach zwei Semestern seinen Studiengang ohne Probleme angeboten werden. Der KfW-Kredit kann über Sparkassen oder die wechseln. Bei manchen Banken ist solch ein FachStudentenwerke beantragt werden. Allerdings fi- wechsel innerhalb der ersten Semester möglich; nanziert die Bank nur Studierende an staatlichen andere Banken akzeptieren einen Wechsel nicht. Hochschulen. Pro Monat kann man zwischen 100 Die Bedingungen, die an einen Studienkredit geEuro und 650 Euro erhalten und den Kredit zu- knüpft sind, unterscheiden sich hierbei von Bank zu Bank. sätzlich mit dem Bafög kombinieren. Neben dem KfW-Kredit gibt es unzählige weite- Wie bei anderen Angeboten auch muss Thorben re Studienkredit-Angebote von privaten Banken. Leistungsnachweise einreichen, um zu garantieren, dass er sein Studium in der Regelstudienzeit Den besten zu finden, obliegt jedem selbst. durchzieht, die Jobchancen somit optimal sind und er seine Kreditschulden nach seinem Studium auch zuverlässig abbezahlen kann. Nach dem Studium bleibt je nach Vereinbarung ein gewisser Zeitraum, um das geborgte Geld samt Zinsen zurückzuzahlen. Bei der KfW-Bank etwa hat der Absolvent maximal 25 Jahre Zeit. Während ein Drittel aller Studierenden laut HISStudie einen Studienkredit ablehnt, blieb Thorben keine andere Wahl: „Klar wäre mir Bafög lieber gewesen, aber das bekomme ich derzeit leider nicht. Immerhin brachte der Kredit erheblich weniger Papierkram und Behördengänge mit sich, als das beim Antrag auf Bafög üblicherweise der Fall ist.“ Trotz der Schulden, die sich während des Studiums bei Thorben anhäufen werden, hält er die Einrichtung von Studienkrediten für vernünftig: „Wenn es die nicht gäbe, könnte ich nicht studieren.“

Schreibt uns!

Zum Weiterlesen:
schulentwicklung.

www.che.de: Website des Centrums für Hoch-

braucherzentralen in NRW mit vielen nützlichen Infos und Links zum Thema. www.studienkredit.de: Die Website ist nach eigenen Angaben unabhängig und bietet individuelle Tests, um den eigenen Finanzbedarf festzustellen und die passende Finanzierungsmöglichkeit zu finden – ob Kredit, Fonds oder Darlehen.
text Eva Zimmermann foto pixelio.de, Manfred Jahreis

www.checked4you.de: Jugendmagazin der Ver-

BLIck von AUSSEn von crAIG BAtSon

I

hr habt also Probleme, genug Geld für Eure 500 Euro Studiengebühren zusammenzukratzen? Als amerikanischer Beobachter finde ich das wahnsinnig komisch. Studierende in den USA wären dankbar, wenn sie nur 500 Euro Studiengebühren bezahlen müssten. Leider bekommt jeder von uns – in jedem Jahr – eine Rechnung über 5.000 Dollar. Das sind ungefähr 3.700 Euro. Und das ist nur fürs Studieren. Hinzu kommen 5.000 Dollar Miete für ein Zimmer im Studentenwohnheim und 3.000 Dollar für das Essen in der Mensa. Das alles summiert sich schnell zu einem riesigen Schuldenberg. Um innerhalb von vier Jahren einen Abschluss zu machen, müssen die meisten Studierenden einen Kredit über 20.000 Dollar

aufnehmen. Das ist die billigste Variante. Wenn Du Dich entscheidest, an einer privaten Uni oder an einer Uni zu studieren, die nicht in Deinem Bundesstaat liegt, zahlst Du mindestens 30.000 Dollar pro Jahr. Klar, unser System versucht uns zu unterstützen, es gibt wirklich viele Stipendien. Trotzdem können es sich manche Schulabgänger einfach nicht leisten zu studieren. Bei einer Umfrage im Internet wurde es als eines der drei größten Probleme gewählt, die der neuen Präsident Obama lösen soll. Übrigens: Obama hat auch gerade erst seinen Studienkredit abbezahlt. Dafür, dass unsere Unis so teuer sind, gibt es aber auch viel mehr Angebote außerhalb des Studiums als hier in Deutschland. Zum Beispiel die

craig Batson kommt von der Western Washington university im uS-Bundesstaat Washington und studiert für zwei Semester an der tu Dortmund. Wir suchen

wirklich professionellen Football- und Basketballmannschaften. Aber wenn es um Bildung geht, kann ich beim besten Willen keinen wirklichen Unterschied finden. Ich hoffe, dass sich dieses System in den USA schnell ändern wird. Ich will am Ende nämlich nicht so viele Schulden haben.

Lehrer, Studenten & Akademiker w/m
für die Erteilung von Einzelnachhilfe. Sie unterrichten wohnortnah Fächer und Klassen nach Ihren Fähigkeiten. Servicenummer: 0800- 1 22 44 88 www.nachhilfelehrer-jobs.de

S06 DuiSburg/ESSEn

A167_06

Wohin fließen unsere
NRW.Bank, Zuschüsse für Stiftungen, Studienberater und auch T-Shirts für die Chemie-Erstis:

S

chon bei der Einschreibung steht man ewig in langen Schlangen vor vier Bürotüren des Essener Studierendensekretariats, nur um zu erfahren, dass man doch eine Wartenummer an einem Automaten für einen Termin in zwei Wochen ziehen soll. Ein spontaner Besuch in der Bibliothek ist oftmals sinnlos, weil sämtliche PC-Plätze besetzt sind obwohl angeblich neue eingerichtet wurden. Hat man ein Buch ausgesucht, ist es verliehen, oder es gibt noch ein letztes Exemplar - aber auf dem Campus Duisburg. Wichtige Seminare finden dank Raummangel zu spät nachmittäglicher Zeit statt. Schlüssel für eingeschlossene Beamer und Projektoren gibt es nur bei den Hausmeistern. Läuft das leicht überfüllte Seminar, öffnet sich alle paar Minuten die Tür. Studenten aus anderen Seminaren betteln um Stühle, weil es in ihrem Raum keine mehr gibt. Und nach 30 Minuten geht das Licht aus, da die Uni-Verwaltung beschlossen hat, Strom zu

sparen. Wahre Erlebnisse des Essener Uni-Alltags, die es seit dem vergangenen Sommer so eigentlich nicht mehr geben sollte.

„Campus-Maut“ oder „Beiträge“?

Von Studenten werden die 500 Euro Gebühren hartnäckig als „Campus-Maut“, von offizieller Seite ebenso hartnäckig als „Beiträge“ bezeichnet. Während im Frühjahr 2005 viele Studierende wegen des Gebührenurteils des Bundesverfassungsgerichts auf die Straße gingen und wütend zu Boykotten aufriefen, haben sich die meisten Betroffenen aber heute erstaunlicherweise mit dem Bezahlstudium abgefunden. Viele deshalb, weil sie meinen, dass ihnen kaum etwas anderes übrig bleibt. Über die Verwendung der Einnahmen entscheidet jede Hochschule für sich. Einzige Vorgabe des nordrhein-westfälischen Hochschulgesetzes ist dabei, die Gelder zur „Verbesserung der Lehre“ einzusetzen. Rund 30 Millionen Euro aus studentischen Portemonnaies flossen so allein im ersten

Jahr in die Kassen der Uni. Eine Menge Holz. Doch was geschieht mit diesen Geldern? Um den Verdacht zu widerlegen, man wolle einen maroden Haushalt sanieren, legt unser Rektorat mittlerweile regelmäßig Rechenschaft ab. Ein Blick in die Studienbeitragssatzung zeigt, wie die 500 Euro jedes Beitragszahlers verteilt und ausgegeben werden.

Fünf Millionen in den Ausfall-Fond

Per Gesetz vorgeschrieben, wandern jedes Jahr rund fünf Millionen Euro in einen Ausfallfond der NRW Bank. Die Mittel dieses Fonds sind dafür vorgesehen, die Darlehen von BAföG-Empfänger zu tilgen, die das Darlehenslimit von 10.000 Euro erreicht haben und somit nur einen Teil der eigentlich angefallenen Studienbeiträge bezahlen müssen. Weitere 1,5 Millionen fließen in den Aufbau einer Stiftung, die Stipendien für Studenten aus sozial schwachen Familien vergeben soll. Rund 7 Millionen stehen dem Rektorat für zentrale Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre zur Ver-

A167_07

DUISBURG/ESSEN S07

Studienbeiträge?
Hier landen die 500 Euro, die Ihr pro Semester zahlt.
fügung. Hierzu gehörten im Jahr 2008 beispielsweise der Umbau der Bibliothek (2,5 Millionen), die nun über 90 weitere PC-Plätze mit Internetzugang verfügt, einen kostenlosen Büchershuttle zwischen Duisburg und Essen anbietet und länger geöffnet hat (1 Million). Außerdem wurden in 38 Seminarräumen neue elektronische Geräte (1,5 Millionen) angeschafft. Günstige Studentenlizenzen für 28 Nicht-Windows-Softwareprogramme wurden gekauft. Das ZIM investierte eine Millionen Euro in mehr ausleihbare Mediengeräte. Das Personal in der Studienberatung, den Prüfungsämtern und dem Sekretariat wurde aufgestockt.
01

Institute entscheiden selbst

Ganze 15,5 Millionen stehen den Fachbereichen zu, deren Anteil sich jeweils aus der Zahl der Studierenden und Absolventen des Faches berechnet. Wofür sie ihre Mittel verwenden, entscheiden die Institute selbst. Einzige Vorgabe ist, die Gelder „möglichst zeitnah“ zur Verbesserung der Lehre einzusetzen. Einige positive Beispiele lassen sich dafür bereits nennen. So bieten die Gesellschaftswissenschaften mit ihrem IBZ ein komplett eigenfinanziertes Studienberatungszentrum. Die Ingenieurswissenschaften betreiben eine Beratungsstelle, die Auslandsaufenthalte erleichtern und ausländische Studenten betreuen soll. „Grundsätzlich kann eine Finanzierung erfolgen, wenn, ausgehend vom Basisangebot, ein zusätzliches Lehrangebot geschaffen wird. Dieses kann z.B. weitere Vertiefungsrichtungen umfassen oder durch Bildung kleinerer Arbeitsgruppen der Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen dienen“, sagt Thomas Winck, Finanzmanager des Rektorats. „Diese Ziele werden in erster Linie durch Personalmaßnahmen erreicht.“ So würde ein Großteil der Mittel für studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte sowie für zusätzliches Lehrpersonal verausgabt, sagt Winck weiter. Anscheinend ist es den Fachbereichen aber nicht möglich, ihre Mittel immer zeitnah und dabei sinnvoll zu verwenden. Als das Prüfungsgremium zur Sicherung der Lehrqualität im Sommer bekannt gab, dass 30 Prozent, also rund fünf Millionen Euro, der an die Fachbereiche verteilten Gelder nicht fristgerecht bis zum Ende des Sommersemesters verausgabt wurden, forderten Studierendenvertreter in einer Senatssitzung die Abschaffung oder zumindest Halbierung der Studienbeiträge. Ein gesenkter Beitragssatz erscheint unter diesen Umständen tatsächlich sinnvoller, als weitere nutzlose Anschaffungen und Baumaßnahmen zu finanzieren. Einige fordern hingegen schon scherzhaft beheizbare Klositze, um die Gelder doch noch „möglichst zeitnah“ zu verwenden.

01 30 Millionen Euro fließen jährlich aus den Taschen der Studierenden in die Kassen der Universität. Diese muss über die Verwendung des Geldes Rechenschaft ablegen.

Kaum genaue Zahlen

Doch was ist eine sinnvolle Verbesserung der Studiensituation, und was sollte eine Uni sowieso bieten? Einige Fachbereiche (FB) scheinen prinzi-

piell alles, was den Uni-Alltag bequemer macht, als eine solche zu werten. Damit die Studentenschaft nicht anderer Meinung sein kann, werden Euro aus studentischen Mitteln ebenfalls nicht genaue Zahlen nur ungern öffentlich freigege- zu einer Verbesserung der Lehre führen. ben. Das Prüfungsgremium zur Sicherung der Fakt bleibt also, dass an der Uni Duisburg-Essen Lehrqualität bemängelte noch zu Beginn dieses weiterhin pro Semester 500 Euro StudiengebühJahres, dass die Aktivitäten vieler Fachbereiche ren gezahlt werden müssen. Wenn dieses Geld nur wenig transparent seien. Zwar hätte sich die- schon mal da ist, sollte auch jeder darauf achten, ser Zustand verbessert, aber eine online zugäng- dass es wenigstens ordentlich genutzt wird. liche Auflistung der Semesterausgaben, wie sie auf der Seite des FB Gesellschaftswissenschaften text: Patrick Koll zu finden ist, bleibt eine vorbildliche Ausnahme. fotos: Patrick Koll und Christine Elsaesser Jedem Student bieten sich jedoch verschiedene Möglichkeiten, sich über den Verbleib seiner Gelder zu informieren. Denn wer sich nicht traut zu fragen, darf sich später auch nicht beschweren. So kann man über die Fachschaften Einsicht in die Finanzplanung der Fachbereiche Anzeige einfordern und gegebenenfalls ein Veto gegen einzelne geplante Investitionen einlegen. Fachschaftsvertreter finden sich auch in der Kommission für Studium und Lehre, die das Rektorat bei der Verwendung der zentralen Mittel berät. Zuletzt bietet sich die Möglichkeit, Beschwerde beim Prüfungsgremium zur Sicherung der Lehrqualität einzureichen. Hierdurch konnte im letzten Jahr durchWir geben Ihnen: Ärztlichen Gesundheitsgesetzt werden, dass der Fachbereich Check, Blutspenderausweis und mehr! Mathe Übungsaufgaben für Lehrämtler zu korrigieren hat und das PersonalBitte gültigen Personalausweis mitbringen. hierfür nicht durch Studiengebühren finanziert, und T-Shirt-Präsente für Studienanfänger der Chemie für 2.500

Blut- und Plasma-Spender!

BZD Blutspendezentrum Duisburg Königstr. 53 · 47051 Duisburg-Mitte Telefon: 0203 300 950

www.blutspendezentren.de

S08 DUISBURG/ESSEN

A167_08

„Freizeit? Welche Freizeit?“
UMGEHÖRT
Fünf Professoren der UDE im Kreuzverhör der pflichtlektüre

Professorin Annette Kluge, Wirtschafts- und Organisationspsychologie, 41 Jahre

Professor Michael Winkler, Mathematik, 35 Jahre

Professorin Perihan Nalbant, Molekulare Zellbiologie, 37 Jahre

Professor Thorsten Knauth, Evangelische Theologie/ Religionspädagogik, 44 Jahre

Professor Ferdinand Dudenhöffer, A-BWL und Automobilwirtschaft , 57 Jahre

Mensa oder Sternekoch?
Vollkornbrot mit Käse , Obst und vor allem das, was mein Lebensgefährte für mich kocht. Ich koche schlecht, aber gern selbst. Ich gehe mit meinen Mitarbeitern in die Mensa. Aber natürlich wäre es am besten, wenn wir alle zum Sternekoch gehen könnten. Auch in die Mensaküche kann sich mal ein Sternekoch oder eine Sterneköchin eingeschlichen haben. Ich kenne die Mensa hier noch nicht. Aber bisher bin ich immer gerne in die Mensa gegangen, weil man sich dort gut austauschen kann.

Ruhrpott oder Harvard?
Bei so einem ProfessorInnenJob braucht man ein gutes Team, das einen unterstützt und auf das man sich verlassen kann, bzw. das sich auf seinen Prof verlassen kann. Darauf kommt es an. Und das habe ich hier.. Der „Pott“ ist nicht das, was ich unter „landschaftlich schön“ verstehe, aber die Unkompliziertheit der Leute hier überzeugt mich. Rente also nicht ausgeschlossen. Ich bin genug „gewandert“. Ich war sieben Jahre in Kalifornien und kurz in Großbritannien, bevor ich nach Essen berufen wurde. Erst einmal bleibe ich in Europa! Bis zur Rente weiß man aber nicht, was passieren kann. Die Menschen im Ruhrpott haben es mir angetan. Harvard wäre mir nicht „bunt“ genug. Nach Harvard werde ich nicht gehen, aber im Ruhrpott nur die Zeit totschlagen mit 100 Prozentiger Sicherheit auch nicht. Meine Mitarbeiter und ich wollen hier was bewegen.

Grillo oder Grillbar?
Freizeit? Welche Freizeit? Wenn ich Freizeit habe, fahre ich im Sommer Motorrad und im Winter Ski.. Eher weder noch: Ich mag Ausdauersport, und das kostet viel Zeit. Ich gehe sehr gerne aus. Leider finden wir im Moment wenig Zeit dazu. Den neuen James Bond haben wir uns aber trotzdem nicht entgehen lassen! Ich bin Familienmensch und liebe es, mit meiner Frau und meinen Töchtern zusammen zu sein. Ich bewege mich gerne und reise gerne – wenn beides sich verbinden lässt, um so schöner! Mein Job macht mir soviel Spaß, daß ich mich sehr gerne auch in der Freizeit mit den Autothemen beschäftige. Also nix mit Briefmarken sammeln

Auto oder Bahn?
Auto! Innerhalb Essens kommt nur das Fahrrad in Frage; am Wochenende entschwinde ich mit der Bahn. Ich nehme die Bahn. Aber der Bahnhof in Essen wird ja zur Zeit umgebaut, was einem das Leben ganz schön schwer macht. Die Bahn, auch wenn ich manches Mal über sie schimpfe. Eigentlich Auto. Aber morgens über die A40 von Bochum nach Duisburg zu kommen, ist Abenteuer pur. Da könnte der Stehplatz im völlig überfüllten Zug fast schon zum Luxus werden

Familie oder Arbeit?
Mein Sohn studiert jetzt selbst und mein Lebensgefährte arbeitet auch viel. Da fällt das nicht so auf, wenn man jeden Abend erst spät von der Uni nach Hause kommt. Sollte ich eines Tages eine eigene Familie haben, ist die sicher das Wichtigste. Bis dahin bleibt aber noch ein bisschen Arbeit. Mein Mann ist selbst Wissenschaftler, und wir unterstützen uns in jeglicher Hinsicht gegenseitig. Ich brauche mich zum Glück nicht zu entscheiden. Beides gehört untrennbar und unverzichtbar zu meinem Leben. Das sollte man nicht trennen.

A167_09

DUISBURG/ESSEN S09

Duisburger Metal Pop
Die Band „The Bonny Situation“ veröffentlicht ihr neues Album „Music for A&R´s“.

I

hr seid angeödet vom Einheitsbrei, der Euch aus dem Radio oder von MTV entgegendröhnt? Dann riskiert doch mal ein Ohr bei „The Bonny Situation“. Fernab vom Mainstream-Gleichklang und Schubladen-Denken beschreitet die Band selbstbewusst einen ganz eigenen Weg. Doch so viel Individualität ist aus Sicht der Plattenfirmen scheinbar eine Verkaufsbremse. Bislang blieb ein lukrativer Deal aus. Mit dieser Engstirnigkeit rechnet das Duisburger Sextett in ihrem neuen Album nun ab. „Wir haben bisher schon einige Kontakte mit Plattenfirmen gehabt, aber jedes mal ist es an der „Schubladengeschichte“, also an der Vermarktung der Band gescheitert“, erzählt Gitarrist Alexander Schroer. „Während dieser Zeit hat sich unser Bild der Musiklandschaft immer mehr gefestigt. Anstatt also auf einen Plattendeal zu bauen, haben wir uns dazu entschlossen, die Sache selber in die Hand zu nehmen.“ Dazu hat die Band unlängst ein eigenes Label mit dem Namen „Le Fink Records“ gegründet und bei der Produktion – von der Aufnahme bis zum fertigen Produkt – alles selbst erledigt. So geradlinig ihr geschäftliches Vorgehen ist, so ungreifbar ist ihre Musik. Ihren Stilmix aus Progressive Rock, Metal- und Pop-Elementen bezeichnen „The Bonny Situation“ selbst als „Metal

Pop“. Dementsprechend vielseitig gestaltet sich die Bandbesetzung. „Wir sind sechs Leute und kommen alle aus verschiedenen Musikrichtungen. Dass die Band viele unterschiedliche Einflüsse in die Musik einbringt, wurde uns aber nicht immer hoch angerechnet“, so Alex Schroer. Mittlerweile richten „The Bonny Situation“ ihren Blick aber nicht mehr zurück, sondern nur noch nach vorn. Die Band will sich nun auf eigene Faust erfolgreich vermarkten. Dazu wurde viel Mühe in das auffällige Artwork des Albums gesteckt. Dort sieht man die sechs Musiker im Tennis-Outfit in einem Friseursalon sitzen. Dieser Ort wurde bewusst gewählt, immerhin spielen Äußerlichkeiten und klare Stilrichtungen in solchen Salons eine große Rolle. Der Seitenhieb auf die führenden Kräfte der Musikbranche ist unverkennbar. Trotz aller Kritik am Musikgeschäft, den Traum von Ruhm und finanziellem Erfolg können die Musiker nicht leugnen: „Natürlich ist die Hauptidee weniger die A&R´s an den Galgen zu hängen, als die auf uns aufmerksam zu machen. Der Titel ist halt doch schon sehr provokativ“, räumt Gitarrist Schroer ein. Bislang ist die Band mit der Veröffentlichung hochzufrieden. Alex gibt sich selbstbewusst: „Die Releaseparty zum Album war trotz enormem Stress und vielen technischen Problemen ein

voller Erfolg. Die bisherigen Reaktionen vom Publikum waren restlos positiv. Bandintern sind wir sehr zufrieden. In der CD steckt sehr viel Arbeit und Energie und sie vereint besser denn je sechs Individuen.“ Vielleicht findet „The Bonny Situation“ damit bei den Plattenbossen der Nation den ersehnten Anklang.
text Benedikt Filthaus foto PR

INFOS IM NETZ
AUF DER INTERNETSEITE www.myspace.com/ thebonnysituation kann man in das neue Album reinhören. Auf der homepage der Band (www.thebonnysituation.de) gibt es weitere Infos, eine mehrteilige Videodokumentateion und „Music for A&R´s“ für zehn Euro zu kaufen.

S10 HERZ-STÜCK

A367_10

Das Märchen vom bösen Bachelor
Der internationale Abschlusses hat bei Studierenden noch immer einen schlechten Ruf. Nicht ganz zu Recht. Denn die Wirtschaft steht BA-Absolventen durchaus positiv gegenüber.
ls Rotkäppchen vor langer, langer Zeit in den Wald aufbrach, begegnete es dem Wolf. „Was führt der im Schilde?“, mag sich das kleine Mädchen mit der roten Kappe ängstlich gefragt haben. Ist er nun einer der Guten oder ist er doch böse, wie alle sagen. In der weiten Hochschullandschaft existiert ebenfalls so manches Märchen. Das vom Bachelor kennt mittlerweile jedes Kind. Auch den halten viele für böse, minderwertig, unstudierbar. Fest steht: Diplom und Magister sterben aus, und der Bachelor wird zum Studienalltag. Bereits zwei Drittel aller Studiengänge in Deutschland haben sich dem Wandel für die neuen Abschlüsse unterzogen. Doch stehen der Bachelor- und Masterabschluss dem Diplom auf dem Arbeitsmarkt auch wirklich in nichts nach? Die Sorge der Wirtschaft um die Qualität ihrer zukünftigen Arbeitskräfte war zunächst groß. Obwohl auch die Unternehmen ein schnelleres

A

Studium und die Umstellung auf das gestufte Studiensystem forderten, stellt sich noch immer vielen die Frage, ob sechs Semester ausreichen, um berufsfähig zu werden. Das besagt zumindest eine Studie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), in der 660 Unternehmen die Erwartungen und Erfahrungen mit Bachelor-Absolventen beurteilen. Fast zehn Jahre nach der berühmten Bologna-Erklärung steigt die Akzeptanz der neuen Abschlüsse aber offenbar stetig, wie der DAAD bestätigt. Parallel dazu steigt auch der Bedarf an qualifizierten Absolventen. Vor allem in so genannten MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), in denen heute bereits ein großer Mangel an Fachkräften herrscht, werden gut ausgebildete Bachelor-Absolventen dringend gesucht. Sebastian Schulze ist bald einer von ihnen. Der 23-Jährige studiert im fünften Semester Chemie an der TU Dortmund und fühlt sich trotz verkürzter Studienzeit für den Beruf gewappnet. Allerdings verdankt er diese Tatsache nicht der Uni, sondern vor allem der eigenen Initiative: „Soft-Skills werden hier nicht vermittelt, die muss man sich selbst aneignen.“ Soft-Skills, also soziale Kompetenzen wie etwa Team- und Kommunikationsfähigkeit oder Analysevermögen, fallen bei nur sechs Semestern

Hochschulabsolventen: Bachelors durchgängig zufriedener
Bachelor Diplom Universität Ingenieure Wirtschaftswissenschaftler

So viel Prozent der 2.975 befragten Hochschulabsolventen des Prüfjahrgangs 2005 beurteilten ihren Studiengang anhand folgender Kriterien mit „sehr gut“ und „gut“ Fachhochschule Ingenieure Wirtschaftswissenschaftler
74

Aktualität der Methoden

81

69

86 61 48 60

54

Aktualität des Forschungsstands

77

72

55

51

67

50

68

53

Regelstudienzeit ausreichend

68

65

77

86 61

79

93

83

Praxisnähe
49 45 39 29

77

55

74

58

Ingenieure: Maschinenbau und Elektrotechnik

Quelle: Hochschul-Informations-System GmbH

A367_11

HERZ-STÜCK S11

Studienzeit meist durch das Modulraster. Die Universitäten versuchen dem zwar mit gut gemeinten, aber oft nicht optimal umgesetzten Ansätzen entgegenzuwirken. Ein Großteil der Studierenden steht diesen Zusatzvorlesungen aber eher ablehnend gegenüber - wie die Reaktionen auf das studium fundamentale in Dortmund zeigen. Dort brach die Beteiligung der Studierenden von der ersten zur zweiten Vorlesung drastisch ein. Es fehlt ihnen schlicht die Zeit. Sebastian hat sich seine Soft-Skills deshalb durch Praktika angeeignet und ist damit nicht der Einzige. Im Gegensatz zu Sebastian Schulze ist die Bochumer Geologie-Studentin Patrycja Jakschik eine von jenen, die sich alles andere als gerüstet für ein Leben nach dem Studium fühlt. Ihren Bachelor-Abschluss bezeichnet sie etwas abschätzig als „Vordiplom“. Das ein oder andere Stellenangebot für Bachelor-Absolventen hat sie am Schwarzen Brett zwar bereits entdeckt. „Potenzielle Arbeitgeber stellen aber wohl eher Diplomer ein“, vermutet Patrycja. Für die Firmen selbst ist eine mögliche Entscheidung zwischen Bachelor und Diplom allerdings noch Neuland. Christian Esch vom Kultursekretariat NRW bestätigt: „Wir hatten noch keine Bachelor-Bewerbung auf dem Tisch.“ Laut der Studie des DAAD räumen Unternehmen den Bachelor-Studierenden inzwischen aber bereits die gleichen Karrierechancen ein wie Diplomanden. Demnach wissen die Betriebe die kürzeren Studienzeiten und den stärkeren Praxisbezug zu schätzen. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hingegen fand heraus, dass die Erwartungen an den Praxisanteil im Studium höher sind, als dieser tatsächlich ist. Genauso verhält es sich bei der Breite des fachlichen Wissens (siehe Grafik). Eine Studie des Hochschul-Informations-Service (HIS) stellte im Jahr 2007 fest, dass nahezu die Hälfte der Studierenden befürchtet, der Bachelor könnte sie zu Absolventen zweiter Klasse machen. Die HIS-Studie stützt sich dabei auf die Angaben von rund 3.000 ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulabsolventen des Prüfungsjahrgangs 2005. Dennoch stellte sich in der Studie überraschend heraus: Fertige Bachelor-Studierende

sind mit ihren Studienbedingungen im Nachhinein weitaus zufriedener als ihre Diplomkollegen. Ferner ist an den Ergebnissen der Studie auffällig, dass Diplomanden den neuen Abschluss durchweg skeptischer beurteilen als die Betroffenen selbst. (siehe Grafik) Ausgereift ist das kürzere Studium allerdings noch längst nicht. Nur knapp die Hälfte der befragten Bachelor-Studierenden findet bereits klare Strukturen vor. Verwunderlich ist das nicht. Denn das System der Diplomanden, von denen gut zwei Drittel der Befragten mit der Organisation zufrieden sind, ist über Jahre hinweg gereift. Dies steht dem Bachelor noch bevor. „Die Bologna-Reformen haben einige Probleme mit sich gebracht, die es in einem zweiten Reformschritt zu lösen gilt“, erklärt Sylvia Ruschin, Bologna-Beauftragte der TU Dortmund. Eines der Defizite sei die studentische Mobilität (beispielsweise bei einem Wechsel ins Ausland), deren erhoffte Steigerung bislang nicht eingetreten sei. „Durch die stärkere Strukturierung der Studiengänge ist sie womöglich sogar zurückgegangen“, sagt Ruschin. Auch das ist ein Grund für Studentin Patrycja Jakschik, an ihr Bachelor- sofort ein Masterstudium in Bochum anzuhängen. Vom neuen System ist die 24-Jährige noch nicht restlos überzeugt. Denn dieses sieht nach dem Bachelor-Abschluss zunächst den Berufseinstieg und erst später eine Spezialisierung durch den Master vor: „Ich weiß aber nicht, ob ich danach Lust hätte, noch weiter zu studieren. Deshalb spezialisiere ich mich jetzt und kann dann auch mehr Gehalt verlangen. Was bekommt man schon mit einem Bachelor?“ Ähnlich sieht es auch die 23-jährige Hajnalka Bakró, Germanistik-Studentin an der Universität Duisburg-Essen: „Mir ist es lieber, das Ganze jetzt durchzuziehen und Praktika oder Auslandssemester zu machen. Ich denke auch nicht, dass die Arbeitgeber das anders akzeptieren würden.“ Dass sie damit nicht ganz richtig liegt, beweisen die Ergebnisse der DAAD-Studie. Demnach unterstützen viele Firmen ihre Bachelor-Absolventen sogar beim Master-Studium. 40 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie einen Teil der Gebühren für einen berufsbegleitenden Master-Studiengang übernehmen. Denn auf ihre Mitarbeiter wollen sie ungerne zwei Jahre verzichten. 32 Prozent stellen ihre Master lieber di-

DIE „BACHELOR-WELCOME“-ERKLÄRUNG
SEIT 2004 BEKENNEN SICH MIT DER „BACHELORWELCOME“-ERKLÄRUNG ALLE ZWEI JAHRE die Personalvorstände führender Unternehmen wie beispielsweise der Deutschen Bahn, Evonik oder Procter&Gamble zur Bachelor- und Masterumstellung. 2008 hatte sie den zusätzlichen Titel „MINT-Nachwuchs sichern“. In der Erklärung wiesen die Unternehmen auf den Fachkräftemangel in den vier Fächern hin, der laut dem Institut der deutschen Wirtschaft bereits im Jahr 2007 eine Lücke von 73.000 Ingenieur- und Naturwissenschaftlerstellen umfasst. 2014 sollen es laut dem Bundesministerium für Forschung und Bildung noch einmal 12.000 mehr sein. Deshalb fordern die Unternehmen von den Universitäten weitere Nachbesserungen, insbesondere in den MINT-Fächern. Im Austausch verpflichten sich die Unternehmen - neben weiteren Punkten -, den Absolventen „attraktive Berufseinstiege und Karrierewege zu eröffnen.“ Mehr Infos unter: www.stifterverband.de und www.arbeitgeber.de ju & dot

S12 HERZ-STÜCK

A367_12

Unterstützung beim Erwerb eines Master-Abschlusses durch den Arbeitgeber
vollständige Freistellung

0% 0% 1% 1% 2% 1% 0% 23 % 32 % 40 %

vollständige Übernahme der Gebühren sonstige Unterstützung Rückkehrgarantie teilweise Freistellung Mitarbeiter selbst verantwortlich Ermunterung keine Master benötigt Master werden direkt eingestellt

gerichtet, die gelehrt und erlernt werden müssen. So sollen die späteren Absolventen eine Beschäftigung finden und diese kompetent ausüben können“, ergänzt Ruschin. Mit dem Bachelor sei jedoch ein Prozess angestoßen worden, der sich in der Formel „Shift from Teaching to Learning“ niederschlage. Die vermeintliche Zauberformel hat Johannes Wildt aufgestellt, Professor für Hochschuldidaktik an der TU Dortmund. Er fordert, dass Professoren in ihrer Lehre den Blickwinkel der Studierenden einnehmen. Der Prozess des Wandels dürfe nicht an der Oberfläche bleiben und sich allein in Struktur- und Organisationsreformen widerspiegeln. Vielmehr solle er in den Kern der Lehr- und Lernkultur hineinreichen. Dass dies bisher – wenn überhaupt – nur vereinzelt geschehen ist, weiß auch Sabrina Eschenbruch, 21 Jahre, Studentin der Erziehungswissenschaften in Dortmund. „Man lernt für Klausuren und vergisst sie danach wieder. Das hat alles nicht viel mit Studieren zu tun.“ Sabrinas Dilemma hat sogar schon einen Namen: BulimieLearning. Man frisst vor Klausuren eine riesige Menge Lernstoff in sich rein, um ihn pünktlich zur Klausur auszukotzen und danach wieder zu vergessen. Der Lerneffekt verpufft in den Weiten des Bildungssystems. Geprägt wurde der Begriff Bulimie-Learning von Professor Wolfgang Eßbach, Soziologie-Professor an der Universität Freiburg und einer der größten Kritiker der Bologna-Reform. Er glaubt, dass man das Studium nur schaffen kann, „wenn man nicht arbeiten muss.“ Seiner Theorie zufolge wäre somit nur noch Studierenden ein Hochschulabschluss möglich, die finanziell unterstützt werden. 2010 soll der Bologna-Prozess abgeschlossen sein. In den Köpfen der meisten Studierenden hat sich der neue europäische Hochschulraum bislang höchstens durch Kopfschmerzen bemerkbar gemacht. Wie das Märchen ausgeht? Schlecht, sagen die ewigen Kritiker, die die guten Zahlen der vielen Studien oft ignorieren. Gut, sagen die optimistischen Befürworter. Der Bachelor werde sich etablieren, die Umsetzung nach gefühlten 167 Reformen noch gelingen. Doch am Anfang von Rotkäppchen denkt auch jeder, dass das Märchen gütig endet. In der Ur-Fassung von Charles Perrault überlebt jedoch weder die Großmutter noch das Kind.
text: Daniel Otto und Jan Ungruhe fotos: Imke Tonnat

BOLOGNA-PROZESS
DER BEGRIFF DES „BOLOGNA-PROZESSES” IST IN DER EUROPÄISCHEN HOCHSCHULLANDSCHAFT ALLGEGENWÄRTIG. Der Ursprung der Hochschulreform liegt jedoch nicht auf der italienischen Halbinsel, sondern an der portugiesischen Atlantikküste: 1997 entwickelten der Europarat und die UNESCO in Lissabon ein Abkommen, das eine gegenseitige Anerkennung von Hochschulabschlüssen innerhalb von Europa garantieren sollte. Der Kontinent wuchs zu dieser Zeit wirtschaftlich enger zusammen, doch bei der internationalen Verteilung der Arbeitskräfte sahen Wirtschaft und Politik Probleme: Die Studiensysteme seien zu unterschiedlich und die Abschlüsse der potentiellen Arbeitskräfte international nur schwer zu vergleichen. DESHALB EINIGTEN SICH IM JAHRE 1999 DEUTSCHLAND, FRANKREICH, ITALIEN UND 26 WEITERE EUROPÄISCHE STAATEN im Anschluss an das Abkommen von Lissabon darauf, 2010 ein einheitliches Hochschulsystem zu schaffen. Wie in solchen Fällen üblich, wurde der Prozess nach seinem Entstehungsort, der Stadt Bologna benannt. Im Zentrum der Reform steht bis heute der Gedanke, dass die Studierenden durch ein einheitliches Hochschulsystem nicht nur schneller als bisher den ersten Abschluss (Bachelor) erhalten, sondern ihnen in ganz Europa die Tür für ein (Master-)Studium und einen späteren Job offen stehen soll. Um die Ziele des Bologna-Prozesses exakt zu formulieren und neuen Entwicklungen anzupassen, treffen sich die Bildungsminister der teilnehmenden Länder seit 1999 im Abstand von zwei Jahren zu Konferenzen – so auch in diesem Jahr in der belgischen Stadt Löwen. DIE ESSENZ DES BOLOGNA-PROZESSES SIND DIE EUROPAWEITEN GRUNDREGELN IM STUDIUM, mit denen sich alle Bachelor- und Master-Studenten heutzutage im Uni-Alltag auseinandersetzen müssen, zum Beispiel dem System der zu erwerbenden Leistungspunkte. Da die Änderungen für die Studierenden gravierend und nicht immer positiv sind, stößt der Bologna-Prozess auf viel Kritik – zumal noch nicht abzusehen ist, ob das Vorhaben die hoch gesteckten Ziele in der Praxis erreichen kann. bb

teilweise Übernahme der Gebühren
Quelle: IW Consult

rekt ein und 23 Prozent erklärten, dass ein Master überhaupt nicht benötigt werde (siehe Grafik). „Wie gut ein Studiengang auf das Arbeitsleben vorbereitet, ist weniger eine Frage des Abschlussgrades als die der Qualität des Studienangebots“, sagt Bologna-Beauftragte Ruschin. Insgesamt eröffne Bologna aber vor allem Chancen. „In den neuen Studienangeboten wird der Fokus auf die Kompetenzen und Fähigkeiten der Studierenden

01

01 Dornröschens Dauerschlaf können sich Bachelor-Studierende bestimmt nicht leisten. Wegen des vollen Stundenplans bleiben so manche berufsvorbereitenden Inhalte auf der Strecke. Zum Beispiel sogenannte Soft-Skills.

A367_13

HERZ-STÜCK S13

BA-Bürokratie
Durch die Hochschulreform stehen Studierende und Universitäten neuen Aufgaben gegenüber: Ein Fallstrick im Verwaltungsdschungel ist die Akkreditierung von Studiengängen.

E

uropa wächst zusammen: Die Grenzen stehen offen, wir zahlen (fast alle) in der gleichen Währung und ein einheitliches Hochschulsystem wurde ebenfalls beschlossen.

02

Durch den Bologna-Prozess sollten alle Uni-Absolventen auf dem ganzen Kontinent die gleichen Berufschancen bekommen. Bei der Umsetzung dieses Vorhabens gibt es in der Praxis bis heute jedoch enorme Probleme. Die Reform ist ein holpriger Weg voller bürokratischer Hindernisse. Einer dieser Stolpersteine ist die Akkreditierung der Bachelor- und Master-Studiengänge. Im Rahmen des Bologna-Prozesses müssen die Verantwortlichen jedes Studiengangs einem unabhängigen Gremium darlegen, dass die Qualität der Lehre den internationalen Standards entspricht. „Dafür gibt es in Deutschland insgesamt sechs Agenturen, die mit einer Gutachtergruppe den Studiengang prüfen“, erklärt Achim Hopbach, der Geschäftsführer der Stiftung zur Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland. „Dabei wird vor allem das richtige Konzept, dessen Umsetzung und die Ausstattung bewertet“, sagt Hopbach. Nach der Prüfung, die rund ein Jahr dauert, wird ein Zertifikat ausgestellt, das nach einigen Jahren erneuert werden muss. An den Universitäten der Ruhr-Allianz ist dieser Vorgang im Großen und Ganzen abgeschlossen, es gibt jedoch kleinere Unterschiede: Bochum war einer der Vorreiter und hatte schnell die meisten Studiengänge prüfen lassen, an der TU Dortmund dagegen wird heute noch fleißig akkreditiert. Ob bereits zertifiziert oder nicht – auf

jeden Studiengang kommt das Verfahren früher oder später erneut zu. Die Akkreditierungen sind stets zeitlich befristet, in manchen Fällen gibt es das Zertifikat sogar nur für ein Jahr. Auf die Dauer stellt sich deshalb vor allem die Kostenfrage: „Die Akkreditierungen sind sehr kostspielig“, erklärt Nina-Scholle Pollmann vom Deutschen Akadamischen Auslandsdienst (DAAD). Pro Studiengang kostet sie zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Für die internationale Vergleichbarkeit der Studiengänge spielt die Akkreditierung eines Studiengangs aber bisher keine große Rolle. Wer seinen Bachelor in einem nicht akkreditierten Studiengang macht, kann ohne Probleme für den Master an eine Uni im Ausland wechseln. So sei es für eine erfolgreiche Immatrikulation allein entscheidend, ob die vorherige Hochschule staatlich anerkannt ist oder nicht, wie ein Pressesprecher der Uni Wien erklärt. Auch bei den Austauschprogrammen des DAAD gab es bisher keine Probleme wegen fehlender Lizenzen. „Es wird schon darüber diskutiert, das Verfahren abzuwschaffen und durch eine Systemakkreditierung für die gesamte Hochschule zu ersetzen“, sagt Christiane Schmeken vom DAAD. Dieser Schritt würde die Hochschulen nicht nur beim Arbeitsaufwand, sondern auch finanziell entlasten.
text: Benjamin Blum foto: Imke Tonnat

SCHREIBT UNS!
Die Umstellung auf den Bachelor ist mit vielen Problemen verbunden. Wir möchten deswegen von Euch wissen, welche Erfahrungen Ihr mit den BA-Sudiengängen gemacht habt. Schreibt uns eine Mail an post@pflichtlektuere. com.

02 Langwierige Sache: Die Akkreditierung der Studiengänge dauert in der Regel ein Jahr. Mindestens genauso lange muss Rapunzel in ihrem Turm ausharren, bis ihre Haare lang genug sind, um als Seil herzuhalten.

D

KOMMENTAR VON BENJAMIN BLUM
So ist es zum Beispiel kein Problem, seinen Master im Ausland zu machen, wenn man den Bachelor in einem nicht akkreditierten Studiengang erworben hat. Außerdem gibt es neben den Akkreditierungsagenturen mit den Länderministerien noch eine Instanz, die Studiengänge prüft, bevor sie an einer Universität angeboten werden. Die Akkreditierung kostet die Unis also Zeit und vor allem Geld (rund 10.000 bis 15.000 Euro pro Studiengang) – und das ohne nennenswerten Nutzen. Abhilfe kann die Systemakkreditierung schaffen: Hier würden die Universitäten im Ganzen auf Herz und Nieren geprüft, ohne dass in den Studiengängen unzählige eigene Süppchen gekocht werden müssten.

ie Akkreditierung der BA-/MA-Studiengänge ist ein Stolperstein im BolognaProzess, der dringend aus dem Weg geräumt werden muss. Natürlich kann man einwenden, dass die Überprüfung theoretisch Sinn macht: Durch sie soll gewährleistet werden, dass das Angebot eines Studiengangs den europäischen Standards entspricht. In der Praxis hat jedoch niemand etwas davon, weil die Akkreditierung kaum eine Rolle spielt.

S14 RUHR-BLICK

A367_14

Von Kugelblitzen und
Matthäus in Duisburg, Neururer bei den Bayern, und der BVB wird Meister – die pflichtlektüre wirft einen Blick in die Fußball-Glaskugel des Ruhrgebiets.
01

D

ie Rückrunde der 1. und 2. Fußball-Bundesliga beginnt am 30. Januar. Dann gehen der VfL Bochum, Borussia Dortmund und der MSV Duisburg wieder auf Torejagd. Drei Wochen später ist auch für Viertligist Rot-Weiss Essen die Winterpause beendet. Während sich die ahnungslosen Profis in zumeist warmen Gefilden auf die anstehenden Aufgaben vorbereitet haben, weiß die pflichtlektüre bereits, ob es sich gelohnt hat.

pflichtet eine Stunde nach Neururers Abgang Lothar Matthäus. Der betont, dass der MSV ein schlafender Riese sei, der nur geweckt werden müsse. Als erste Amtshandlung verpflichtet Matthäus „ein brasilianisches Traumduo, das perfekt zueinander passt.“ Neben dem übergewichtigen Caio, der bei Eintracht Frankfurt noch Anfang Januar den Laktattest zum dritten Mal hintereinander nicht bestehen konnte, kehrt auch Torjäger Ailton wieder zurück an die Wedau. „Acht Punkte Rückstand sind nichts. Wenn wir eine kleine Serie starten, ist alles möglich“, sagt Matthäus.

01 Blick in die Glaskugel: Ailton schießt den MSV Duisburg in die 3. Liga und Kloppo holt die Meisterschale nach Dortmund.

Februar

Die Rückrunde beginnt mit einem Paukenschlag. Peter Neururer – seit Ende der Hinrunde Trainer beim MSV Duisburg – bittet Präsident Walter Hellmich um die Auflösung seines Vertrags. Grund: Neururer habe „das einmalige Angebot eine echte Spitzenmannschaft zu trainieren.“ Hellmich stimmt zähneknirschend zu und ver-

März

In Dortmund ist die Euphorie nach dem glänzenden Start (drei Spiele, drei Siege plus Weiter-

kommen im Pokal) grenzenlos. Auf dem Westenhellweg sind die Meisterschalen ausverkauft, im BVB-Fanshop werden die „Messias Kloppo“Schals zur Rarität und übersteigen bei Ebay den Wert von 100 BVB-Aktien. Peter Neururer wurde unterdessen in Dubai gesichtet. Auf Nachfrage bestätigt er, dass er sich vor seinem Amtsantritt noch ein paar Tage erholen wolle. In Duisburg gerät Walter Hellmich mit Matthäus aneinander. OTon Hellmich: „Diese Buddha-Figuren in der Kabine treffen nicht meinen Geschmack.“ Matthäus erklärt daraufhin, dass er diese Idee schon lange vor Jürgen Klinsmann hatte. Goalgetter Ailton erzielt beim 1:6 gegen Mainz sein erstes Saisontor. „Ailton Ball. Ailton Schuss. Ailton Tor. Dasse Ailton“, freut sich der brasilianische Kugelblitz.

A367_15

RuhR-Blick S15

schlafenden Riesen
April
Der FC Bayern scheidet in der Champions League mit 3:5 bei Chelsea aus (dreimal Ballack, der wegen Dauergrinsen in Richtung Bayern-Bank nach 81 Minuten ausgewechselt werden muss). Daraufhin nimmt Uli Hoeneß die Gesichtsfarbe des Heimtrikots der Münchener an und jagt Jürgen Klinsmann aus der Säbener Straße. Der neue Trainer steht schon bereit und heißt: Peter Neururer. Die BILD vermeldet exklusiv: April, April! Einen Tag später reagiert auch SpiegelOnline per Eilmeldung: „Neururer doch kein Bayern-Trainer!“ Trotzdem ist Peter der Große beflügelt von den Gerüchten um seine Person: Man sieht ihn am 2. April in Essen beim Einkauf eines neuen Anzugs. Laut Ohrenzeugen soll er dabei immer wieder gesagt haben, dass er sich für die Champions League schick machen müsse. Bei Rot-Weiss Essen wird es daraufhin unruhig. Der Viertligist hat sich mit starken Leistungen im Aufstiegsrennen zurückgemeldet – Peter Neururer ist aber angeblich kein Thema. „Wir haben mit niemandem gesprochen, unser Trainer wird seinen Vertrag erfüllen“, erklärte ein Sprecher. Ailton trifft nur den Pfosten.

Mai

Beim VfL Bochum gehen derweil die Lichter aus. Man munkelt, der Platzwart habe vergessen, die Stromrechnung zu bezahlen. Und das ausgerechnet vor dem Abstiegsendspiel gegen Eintracht Frankfurt. Uli Hoeneß ist schon kurz davor, ein Benefiz-Spiel anzubieten, als Rettung aus Gelsenkirchen naht. Die Gasdirektleitung in die VeltinsArena wird kurzfristig ins rewirpower-Stadion verlängert, welches dafür ab sofort GazpromArena heißt. Der VfL verliert mit 0:1 und steht als erster Absteiger fest. Hoffenheims Vedad Ibisevic stellt vier Spieltage vor Schluss den Uraltrekord von Gerd Müller ein und wird am Ende mit 50 Treffern Torschützenkönig. Sein Trainer Ralf Rangnick muss nach dem Jahrhundertspiel seines Vereins gegen den FC Bayern (5:2 nach 0:2) tagelang beatmet werden und fällt danach in ein emotionales Loch, weil er sich am Ziel seiner Träume wähnt. Leider hat er nicht mit dem BVB gerechnet, der heimlich, still und leise am letzten Spieltag an der TSG vorbeizieht und Deutscher Meister wird. Das Denkmal für Jürgen Klopp wird nur drei Tage später in der Mitte des Friedensplatzes errichtet. Peter Neururer wird unterdessen immer öfter im Ruhrgebiet

gesichtet. Der neue Anzug sitzt perfekt. Ailton sitzt in Duisburg nur noch auf der Bank, Trainer Matthäus moniert mangelnde Laufbereitschaft und reaktiviert sich kurzerhand selbst. Den Abstieg kann aber auch er nicht verhindern.

Juni

Rot-Weiss Essen hat den Aufstieg geschafft. Peter Neururer wird trotzdem neuer Trainer. Im Gepäck hat er einen Scheich aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der die Farben Rot und Weiß liebt und bereit ist, dem Klub nicht nur ein neues Stadion zu bauen, sondern auch die nächsten zehn Jahre finanziell zu unterstützen. Die „Emirates-Kampfbahn“ soll 50.000 Zuschauern Platz bieten. Peter Neururer verkündet auf der ersten Pressekonferenz, dass RWE ein schlafender Riese sei, den man nur wecken müsse und freut sich auf das Derby gegen seinen Ex-Verein Duisburg.
text Daniel Otto und Jan Ungruhes foto pixelio.de/Andreas Nowak

Anzeige

Wir wissen, wie wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begeistern können. Schließlich zählen wir zu Deutschlands Top Arbeitgebern. Wir haben noch viel vor - bewerben Sie sich jetzt!

Sondern ein spannendes Rotationsprogramm mit vielen Einblicken hinter die Kulissen einer Bank – Und dabei verdienen Sie auch noch Geld Wollen Sie:
Berufserfahrung sammeln ? einen abwechslungsreichen Studentenjob nden? verschiedene Bereiche einer Bank kennen lernen...? ... und vielleicht Ihre Zukunft dort aufbauen?

Kein 08/15 Studentenjob

Dann sind Sie bei uns genau richtig. Wir bieten:

min: Startter 009 01.03.g2schluss: un s Bewerb 009 17.02.2

ein speziell für Studenten entworfenes Arbeitszeitmodell mit hoher Flexibilität (mindestens 16 Wochenstunden). die Chance, verschiedene Bereiche unseres Dienstleistungscenters kennen zu lernen und unsere Kunden in Banking/Telemarketing oder in Collections zu betreuen. moderne Arbeitsplätze in einem internationalen und dynamischen Unternehmen. attraktive Verdienstmöglichkeiten von 930 € nach der Probezeit bei 20 Wochenstunden zzgl. Vermögenswirksamer Leistungen. eine fundierte Vollzeiteinarbeitung (4 bis 6 Wochen) während Ihrer Semesterferien. eine optimale Anbindung an ö entliche Verkehrsmittel – Sie arbeiten in Duisburg direkt am Hauptbahnhof.

Wie Sie sich bewerben:
Die Citibank Deutschland Gruppe gehörht seit Dezenber 2008 zur Crédit Mutuel-Bankengruppe. Die Marken„Citi“,„Citi mit Arc Design“,„Citibank“ und„Citibank mit Arc Design“ sowie alle ähnlichen Marken und Abteilungen hiervon werden vorrübergehend unter Lizenz der Citigroup Inc. weitergenutzt.

Bewerben Sie sich unter www.citibank.de/karriere oder klassisch per Post an Citibank Recruiting Center, Postfach 92 02 65, 51152 Köln.

S16 RUHR-BLICK

A367_16

400 Gramm Käse in Scheiben und ‘ne Bratwurst
Ein Semester lang studierte die Tschechin Lucie Rydlova als Erasmus-Studentin an der TU Dortmund. In der pflichtlektuere berichtet sie über die Kuriositäten des Ruhrgebiets.
nfang Oktober bin ich in Dortmund angekommen, um hier ein oder zwei Semester lang Journalistik zu studieren. Ein bisschen Angst hatte ich schon – wie die Deutschen wohl sind? Mit den angehenden Erstis habe ich die O-Woche absolviert und schon am ersten Tag festgestellt, dass sie eigentlich ganz normal sind. Keine wilden Tiere auf Abschlussfahrt, wie sich die jungen deutschen Touristen üblicherweise geben. Die stets präsente Nervosität im Klassenzimmer (oh nee ... Hörsaal!) erinnerte mich an meine eigenen Anfänge an der Uni. Die Unterschiede werden nicht nur durch das komische Klopfen auf die Bank am Ende einer Vorlesung deutlich. Bei uns in Tschechien wird geklatscht, aber auch nicht immer. Schmunzeln musste ich beim Blick unter die Bänke: Alle tragen dieselben Sneakers. Entweder schwarze mit weißen Streifen oder Converse. Und ein Tuch um den Hals. Gibt’s hier einen Dresscode?!

A

01

So weit weg wie möglich

Der Freundlichkeit meiner Komillitonen, die mich schon am ersten Tag anquatschten, folgte jedesmal die Frage: „Warum bist du um Gottes Willen nach Dortmund gekommen? Aus Prag?!“ Warum denn nicht? Ich muss bekennen, dass graue Betonhäuser keine Favoriten von mir sind. Ein einziger Artikel in der FAZ über die Dortmunder Journalistik reichte jedoch aus, um meine Aufmerksamkeit zu wecken, auch wenn sich der Journalist reichlich des Sarkasmus bediente. Wäre es denn vernünftiger, das Erasmus-Jahr in Dresden zu verbringen? Nichts gegen Dresden, aber nach drei Stunden Autofahrt wäre ich wieder zu Hause ... nein, danke. Erst in Dortmund habe ich erfahren, was es bedeutet, ein leidenschaftlicher Fußballfan zu sein. Immer wider faszinieren mich die ganzen Familien in schwarz-gelb, die jedes Mal den Uniparkplatz füllen. Auch das Stadtzentrum wird durch sie noch lebendiger. Lustig ist, wenn nicht nur die BVB-Anhänger, sondern auch die Emo-Kids zur selben Zeit den Hauptbahnhof als Treffpunkt wählen. Beim Beobachten dieses Spektakels ist es jedoch nicht geblieben. Zum ersten Mal im Leben habe ich den Weg ins Stadion gefunden. Und in der Menge der über 70.000 Zuschauer begriffen, was die Leute jede Woche auf die Tribünen lockt. Die Atmosphäre des donnernden „Borussiaaa“ war echt stark. Irgendwie fehlte mir aber doch etwas – nämlich die Fernsehstimme, die einem erklärt, was gerade mit dem Ball los ist.

01 Ein knappes Kilogramm Käse in Scheiben - für ErasmusStudentin Lucie Rydlova eine von vielen Erinnerungen an Deutschland. 02 Eine ebenso seltsame Tradition ist für die Tschechin „die Bratwurst zwischendurch“.

02

Desperate Housewives in Dortmund

In Dorstfeld habe ich sogar eine Straße à la Desperate Housewives entdeckt. Obwohl Weihnachten bekannterweise schon längst vorbei ist, hängt

von jedem Dach mindestens ein Santa Claus. Und noch was: kahle Weihnachtskränze an der Tür, viel zu viel Deko an den Fenstern und unzählige möchtegern-niedliche Figürchen im Garten. Beim Anblick eines Rentierpaars mit einem Schlitten wurde mir klar, warum mir erzählt wurde, dass das Betreten der (für die Künstler doch so tollen!) Bastelläden für die Mütter und Hausfrauen verboten sein sollte. Nach drei Monaten in Dortmund habe ich mich an die angenehme Freundlichkeit der Verkäuferinnen gewöhnt. Auch daran, dass man auf der Straße angesprochen wird. Ich weiß jetzt schon, dass, wenn ein Deutscher sagt „Lass uns einen trinken,“ heißt es tatsächlich „einen“. Auch habe ich festgestellt, dass jeder hier im Ruhrgebiet eine polnische Mutter hat. Verliebt habe ich mich in die Uni-Bibliothek, in Bananenweizen und in die 400-Gramm-Packungen Käse in Scheiben. Was ich aber immer noch nicht nachvollziehen kann, ist die Bereitschaft, zu jeder Tageszeit eine Wurst zu essen. Ungewöhnlich finde ich auch, dass jeder mit zwanzig Jahren sein eigenes Auto hat.

Und was ich überhaupt nicht verstehen kann, ist, dass jeder „sehr verehrte Fahrgast“ in der S-Bahn die unausgeprochene Regel „zuerst aussteigen lassen, dann einsteigen“ jederzeit konsequent bricht. Aber sonst ... the time of my life!
text Lucie Rydlova fotos pixelio.de/RainerSturm, Ulrike Sommerfeld

A367_17

RuhR-Blick S17

Studis lösen Weltprobleme

G

In der großen Politik mitmischen, das können alle Studis aus dem Ruhrgebiet im nächsten Semester. Denn die Uni Duisburg-Essen bietet ein Seminar mit UN-Rollenspielen an.
aza-Krieg, iranisches Atomprogramm, Klimawandel – auch in der aktuellen Berichterstattung stößt man immer wieder auf die Vereinten Nationen (UN). Nichts desto trotz ist die UN noch immer die große Unbekannte in der internationalen Politik. Wer fällt die Entscheidungen und wie? Praktische Antworten auf diese Fragen wollen authentische Simulationen der UN-Generalversammlung, des Sicherheitsrates oder anderer multinationaler Organe geben, an denen Studierende teilnehmen können. Der Verein DuEMUN (Duisburg-Essen Model United Nation) veranstaltet zusammen mit den Fakultäten der Politik- und Ostasienwissenschaften der Uni Duisburg-Essen sowie dem Institut für Entwicklung und Frieden vom 17. bis 20. Juni die fünfte RuhrMUN. Während dieses UN-Rollenspiels können die Teilnehmer hautnah erleben, was es heißt, Lösungen für globale Probleme zu verhandeln. Internationales Flair verbreiten aber nicht nur die Themen. Rund 150 Teilnehmer und namhafte Experten aus aller Herren Länder werden in diesem Jahr an die Universität Duisburg-Essen reisen. Darunter auch Delegationen aus China, Indien und Afghanistan. Politikstudent muss man nicht sein, auch andere Fachrichtungen sind erwünscht. „Man sollte schon von der UN gehört haben. Ansonsten kann man sich in das Thema auch sehr gut einarbeiten“, erklärt Andrea Wörle, Vize-Generalsekretärin der DuEMUN. Bei einer vorbereitenden Lehrveranstaltung lernen die Teilnehmer alles Wissenswerte über die UN und ihre Funktionen. Über den virtuellen Ruhrcampus (www.ruhrcampusonline.de) haben zahlreiche Studenten an den Universitäten der Ruhrallianz Zugang zu der Veranstaltung. Zudem erhofft man sich durch einen bunten Studiengänge-Mix unterschiedliche Sichtweisen und Fachwissen zu Themen wie Klimawandel und Finanzkrise. Auch abseits der Sitzungszeiten wird es nicht langweilig werden. Die Teilnehmer sollen zum Beispiel ihre Nation den übrigen Delegierten kulinarisch näher bringen. Dabei ist völlig offen, unter welcher Fahne man in die Verhandlungen geht bzw. den Kochlöffel schwingt. Interessenten können sich auf jede Nation bewerben. Debattiert wird auf Englisch. Doch die RuhrMUN ist nicht nur ein netter Zeitvertreib für mitteilungsbedürftige Politikaspiranten. „Die Veranstaltung ist weltweit bekannt und somit ein Aushängeschild. Außerdem bietet sie die Möglichkeit, internationale Kontakte zu knüpfen“, sagt Wörle, die selbst schon zu einer UN-Simulation nach New York gereist ist. Außerdem bietet der tiefe Einblick in die Arbeit einer internationalen Organisation neue Sichtweisen auf die Arbeit von Politikern: „Man versteht die echte Politik viel besser und auch, wie schwer Politik in Wirklichkeit ist“, erklärt DuEMUN-Veteranin Andrea Wörle. Wer also Interesse an der Lösung globaler Probleme hat, sollte sich schnell für die RuhrMUN anmelden, denn eine Vorregistrierung läuft bereits.
text Oliver Schmitz-Kramer

POttZBLIZZ Unser Pott soll schöner werden
Duisburg: Alles Banane
karlstraße

Essen: Bochum: Alles Theater Alles bunt
Dechenstraße Eislebener Straße

Dortmund: Alles Promi
Weißenburger Straße

Anzeige

Der Künstler Thomas Baumgärtel hat dem eher grauen Marxloh einen Farbtupfer verpasst: Die Fassade des Hauses in der Karlstraße 28 ist mit gelben Bananen übersät. Die gelbe Frucht ist Baumgärtels Markenzeichen, mit dem er schon rund 4000 Museen, Galerien und andere Orte der Kunst markiert hat. Sonst hinterlässt er nur eine Banane. Mit Marxloh hat er es wohl gut gemeint.

In Altendorf reiht sich eine Dönerbude an die andere, dazwischen Trinkhallen und Ein-Euro-Shops. In der Dechenstraße dagegen hat Walter Küpper einfach gegen das Image des Problem-Stadtteils angepinselt: Auf dem Haus Nummer 5 ist ein altes Theater zu sehen, rechts und links davon hängt ein Vorhang mit kleinen Motiven aus der ganzen Region.

Der Künstler Robert Kaller hat schon mehr als ein Dutzend Häuser im Ruhrgebiet und den Nachbarregionen verschönert – zum Beispiel die Fassade der MansfeldSchule in Langendreer, die nun zwischen klassischer Moderne und abstraktem Epxressionismus angesiedelt ist. Nicht-Kunst-Kenner dürfen sie auch einfach schön finden.

Wer die Weißenburger Straße in Dortmund entlangfährt, sieht jede Mernge Promis: An der Ecke zur Geschwister-Scholl-Straße zieren Albert Einstein, Marilyn Monroe, Mahatma Ghandi und Charlie Chaplin die Fassade. Verantwortlich für das Pop-Art-Bild bedeutender Persönlichkeiten ist der Künstler Markus Wiese.
text und foto Benjamin Blum

www.literaturhotel-franzosenhohl.de

S18 DIENST-BAR

A367_18

PFLICHTLEKTÜRE HILFT
Schimmel-Streit mit dem Vermieter

NACHGEHAKT VON JAN UNGRUHE

Die erste gemeinsame Wohnung wurde für Daniel Schmitz und Julia Borgböhmer schnell zum Albtraum. Innerhalb von nur sechs Wochen breitete sich auf den frisch gestrichenen Wänden der Schimmel aus. Erst im Bad, kurze Zeit später folgten Schlafzimmer, Küche und Wohnbereich. Der Kulturwirt-Student der Uni Duisburg-Essen ist sich sicher, dass durch eine undichte Stelle im Gemäuer Wasser in die Wände gedrungen ist. Doch der Vermieter schmetterte die Vorwürfe zunächst ab. Das junge Pärchen sei selbst Schuld, denn es würde falsch heizen und lüften. Was nun? Die pflichtlektüre hat sich schlau gemacht, welche Rechte schimmelgeplagte Studierende haben.

Einfach sofort und fristlos die Wohnung kündigen ist übertrieben, so entschied zumindest der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Denn der Vermieter hat das Recht auf eine Frist, um den Schaden zu beseitigen. Erst wenn sich in diesem Zeitraum nichts tut, können die Mieter ihre Kisten packen und ausziehen. Der friedliche Weg – und wohl auch einfachste – ist ein außergerichtliches Verfahren. Mieter und Vermieter suchen sich einen unabhängigen Gutachter, der den Grund des Schadens ermittelt. Denn andernfalls könnte es schnell zu teuer werden für’s studentische Budget: Vor Gericht entstehen Kosten für Rechtsanwälte und Gutachten. Zusätzlich fallen Gerichtskosten an.

Doch wer trägt wann die Schimmel-Schuld? Offensichtliche Baumängel, beispielsweise Löcher in der Fassade, wodurch Wasser eindringen kann, sind Sache des Vermieters. Auch eine mangelhafte Wärmedämmung des Hauses kann der Grund für Schimmel sein. In diesem Fall müsste der Vermieter nachbessern. Mieter haben bei schlechter Wärmedämmung zunächst nur eine Chance: viel heizen und gut lüften. Falls dem Mieter nachgewiesen werden kann, dass er zu wenig lüftet und die Heizung nur auf Sparflamme hält, trägt er selbst die Schuld. Vorbeugung: Damit es erst gar nicht zum Streit vor Gericht kommt, sollte man sich bereits vor dem Einzug über das richtige Heiz- und Lüftverhalten beim Vermieter erkundigen. Sofern er dies in weiser Voraussicht nicht von sich aus macht, denn dazu ist er verpflichtet. Übertriebene Vorschriften im Mietvertrag sind laut Gericht aber unzulässig. Wer zwei- bis dreimal am Tag stoßlüftet, macht nichts verkehrt. Mit einem Hygrometer, dass es günstig in jedem Baumarkt gibt, kann man die Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur leicht kontrollieren. Wer mit diesem Gerät vor Gericht nachweisen kann, dass die Luftfeuchtigkeit in seiner Wohnung nicht über 60 Prozent steigt und er die optimale Raumtemperatur von 20 Grad eingehalten hat, bekommt vor Gericht im Streitfall Recht.

foto: photocase

CDS
TOP THREE 20.JAN-03.FEB
*** PFLICHT ** SOLLTE * KÖNNTE

Reingehört von Radio CT

*** HEART ON

Rock für die Luftgitarre
Obwohl viele die Band um Jesse Hughes in der Vergangenheit kritisch betrachteten, ist „Heart On“ ein weiterer Höhepunkt der Eagles of Death Metal. Sie gelten schon lange nicht mehr nur als Spaßprojekt, obwohl ihre Texte wie eine Persiflage auf die Rock’n’Roll Klassiker der Vergangenheit wirken. Der Opener „Anything ´Cept The Truth“ kommt in der typischen Mischung aus Blues, Boogie und klassischem Stoner Rock daher, so dass man direkt zur Luftgitarre greifen möchte. Die folgenden Tracks nehmen zwar an Tempo ab, tanzbar bleiben sie aber allemal. Die zwölf Songs des neuen Longplayers machen einfach eine Menge Spaß. Dabei ist auch die musikalische Weiterentwicklung der Band unüberhörbar..

Eagles of Death Metal

Label: Cooperativ

** RADIOACTIVE CREAMPIECES
Das Debütalbum von Glowing Elephant aus Köln ist in drei Wörtern erklärt: Tanzbar, melodiös und ambitioniert. Das hört man besonders bei der ersten Single „Bassman‘s Gallery“, dem treibenden „Go!“ oder dem epischen „7even Dayz“. Doch leider übertreiben es die vier Jungs manchmal mit ihren Ambitionen, weshalb einige Songs (z.B. der Titeltrack) dann doch eher verstrahlt und nicht wie Sahnestücke klingen.

* THE SCARS WE HIDE
Auf eine monotone Achterbahnfahrt lädt das neue Album der Band Julia ein. Während die vorherigen Alben an manchen Stellen noch die Erwartungen an eine positive Zukunft erkennen ließen, ist „The Scars We Hide“ leider wieder ein Rückschritt auf ihrem Weg zum Rock-Olymp. Ideenlos wirkt die bloße Aneinanderreihung der Riffs gepaart mit Texten, die zwar versuchen, die Hörer anzusprechen, es aber kaum schaffen.

Glowing Elephant

Label: Abandon Records

Julia

Label: Calm

A367_19

Dienst-Bar s19

briefe
Liebe Redaktion, nach anfänglicher Skepsis gefällt mir Ihre Zeitung mittlerweile doch recht gut. Das hat etwas mit Journalismus zu tun, inhaltlich und auch formal. Gemäß dem alten Motto: Wir dürfen die Verbraucherfreundlichkeit nicht unterschätzen! So konnte ich mit Ihrer Anleitung ausrechnen, wie teuer meine 24 Stunden angelassene Kaffeemaschine mich gekommen ist: sechs Euro, immerhin. Könnte das wirklich stimmen? Erscheint mir tatsächlich etwas hoch. Aus den Socken gehauen hat mich aber der Artikel über die „Universitäts-Allianz Metropole Ruhr“. Ziele: Ruhrgebiet als Wissenschaftsstandort bekannt machen und Wissenschaftler aus nah und fern anlocken, so berichten Sie jedenfalls. Und jetzt kommt‘s: Jahresetat 840 Millionen Euro. Das ist fast eine Milliarde und ebenso fast der zehnfache Schuldenberg von Borussia Dortmund, als dieser Verein vor drei Jahren fast pleite gegangen ist. Ich frage mich ganz ängstlich: Habe ich da etwas falsch verstanden? Anders wäre nämlich schlecht. Herzliche Grüße
Jürgen andrae

Kleine Anzeigen
Depeche Mode, Die Ärzte, rammstein:

Suche diverse CDs und LPs, auch komplette Sammlungen. Alles anbieten! crestofwaves@gmx.net
Du brauchst Kohle? Dann stöber in Dei-

nintendo Wii mit MOD-Chip, Wii Sports,

crestofwaves@gmx.net

nem Keller oder dem Deiner Eltern! ;) Suche CDs und Vinyl aus vielen Bereichen: 70er, 80er, 90er und Aktuelles. Auch DJ-Zeug und Promos.

Mail an thw242-konsole@yahoo.de

Controller+Nunchuck für 280 €; 3 x Controller + Nunchuck, je 50 €; Spiel Mario Galaxy 30€, Wii Play 15 €, Paketpreis 460 €.

Playstation2, slim line, MOD-Chip, 2 Mail an thw242-konsole@yahoo.de

Controller, BUZZ inkl. Buzzer, viele Spiele für 160 €

Knobeln mit sudoku
Für Fortgeschrittene: Die oberen drei mal drei Felder bildern ein Sudoku, die unteren drei mal drei Felder ebenfalls. Mit der grau getünchten Fläche überlappen sie sich. Pro Spalte, pro Reihe und pro drei mal drei Kästchen großem Quadrat dürfen die Zahlen 1 bis 9 nur jeweils einmal vorkommen.

Hallo Herr Andrae, generell kommt es darauf an, welche Leistung das benutze Gerät hat und ob es ständig auf Hochbetrieb läuft, wenn es eingeschaltet ist. Viele neuere Kaffeemaschinen heizen nur so lange, wie eine Kanne in der Halterung steht. Die Wasserpumpe läuft normalerweise auch nur dann, wenn Wasser im Tank ist. Die ausgerechnete Summe stimmt nur dann, wenn bei einer hohen angenommenen Leistung von etwa 1.200 Watt die Kaffeemaschine tatsächlich im Vollbetrieb 24 Stunden lang läuft. Generell ist es tatsächlich so, dass Geräte mit Heizelementen einen hohen Verbrauch aufweisen.
robert Zapp und eike strunk

Ja, da staunt man nicht schlecht: 840 Millionen Euro kann die Universitätsallianz im Jahr verbraten! Kein Irrtum. Da die Zahl wirklich unglaublich ist, hier der Link für Skeptiker: http://www.uamr.de/facts/ index.htm
Paulina Henkel

1 4 9 6 8 4 3 7 9 7 1 3 4 3 5 7 9 4 1 3 3 9 8 7 1 5 1 3 6 2 9 6 5 2

Hallo zusammen, es ist vielleicht etwas kleinlich von mir, aber: Auf Seite 17 der Ausgabe 04/2008 bildet Ihr bei dem Artikel über diesen kitschigen Fußballfriedhof einen britischen Soldatenfriedhof ab. Ich denke, jeder andere (zivile!) Friedhof hätte da auch gereicht und finde es eher geschmacklos und unwürdig, eine Kriegsgräberstätte optisch mit solch einem „Fanfriedhof“ gleichzusetzen. Nichtsdestotrotz eine gelungene Ausgabe. Besonders gut hat mir der Artikel „Energie-Monster“ gefallen. Ein richtiger Augen-Öffner. Mit handfesten Zahlen gefüttert, wird man sich des Ausmaßes an Verschwendung erst einmal bewusst. Mit freundlichem Gruß
norbert schmitt

Hallo Herr Schmitt, Sie haben natürlich Recht mit Ihrer Anmerkung. Uns ist bei der Bebilderung der Friedhofs-Glosse ein Fehler unterlaufen, ein recht unsensibler noch dazu. Unaufmerksamkeit, Unachtsamkeit - sowas darf nicht passieren. Aber die „pflichtlektüre“ entsteht in einer Ausbildungsredaktion, und da läuft - wie auch später im Berufsleben - nicht immer alles fehlerlos. Vielen Dank, dass Sie uns darauf hinweisen.
Vanessa Giese schreibt uns!

Ihr wollt uns auch sagen, was euch an der pflichtlektüre gefällt oder stört? Schickt eine Mail an post@pflichtlektuere.com

HerzlicHen glücKwunscH
Jens Stakemeier, Fabian Heisler, Mehmet Öz, Theodoros Markakidis, Christina Maniera, Claudia Mehring, Jennifer Müsler, Nadine Joelle, Dominik Aridh und Wojtek Cichon haben bei unserem nerD-Gewinnspiel abgesahnt. Die pflichtlektüre-Redaktion gratuliert!

7 2 5 9 6 1 3 1 6 8 3 7 8 5 4 1

A167_20

Studenten-ABO mit Prämienauswahl

9,75 €
35 €
APPLE iPod shuffle

www.DerWesten.de/studentenabo

pro Zeitung / Monat

Jetzt Leser werden!
Media-Markt- / SATURN-Gutschein Unsere Prämien-Nummer: W14 TRISTAR EdelstahlFrühstücks-Set, 3-tlg.
•Kaffeeautomat •Wasserkocher •Toaster •1 GB USB-Flash-Speicher für bis zu 240 Songs •Inklusive Kopfhörer und Dock

Unsere Prämien-Nummer: W35

Unsere PrämienNummer: W27

Jetzt Leser werden!
HEU TE MIT rtv
- Das TV-Magaz in

Am schnellsten geht‘s per Telefon!

MEI NUN GSF REU
SEITE DREI Kinder. Die NRZ startet eine neue , tägliche Nachrichtenseite. Knut ist Maskottchen. DAS WET TER
HEUTE herrscht meist sonniges, gelegentlich auch 19 locker bewölktes Wetter bei schw achem Nordostw ind. 7 MORGEN geht es mit einem freun dlichen Sonne- Wolk 20 en-Mix weiter. Es bleibt weiterhin trocken. 9

DIG . UNA BHÄ NGI G.

BÜR GER NAH .

0 18 02 / 40 40 74*
Bitte nennen Sie die Bestellnummer 20501. Weitere Prämien finden Sie im Internet unter: www.DerWesten.de/studentenabo
*6 Ct. / Anruf a. d. deutschen Festnetz, abweichender Mobilfunktarif

Klartext für

FEUILLETON ney. Jetzt ist der Hollywoodstar in einem gewitzten Football-Film zu sehen. George Cloo

KLA RTE XT

im Versorgung ssystem – sei BERLIN. Nach es eine Lebensversi cherung, sei es dung sollen die einer Schei- die „Riest da wird Mutti sich he der sechz er-Rente" – Ansprüche der freuen geteilt. Partner auf eine Die Fachleute Heute bleibt die iger Jahre: „Der Fan”, komm ... entierte schneller geklärt Rente künftig ner „internen sprechen von eiwir gehen in den Küche kalt, DFL-Geschäftsfüh Teilun Wienerwald. rer Christian sieht eine Reformwerden. Das Wenn der Ausgl g". Ab 2009 kann eich weniger der Slogan in Seifert die – auf die Interessen Bundeskabinett vor, die das als 25 Euro abgewandelter gestern beim Monat beträg der TV-Anstalte schlos n gilt er t, Comeback feiern Form ein ten – neuen Fußbaabgestimm- nung sen hat. Bei der Tren- ebens als Bagatelle und entfällt; werden die ll-Zeitpläne, o, wenn die Ansprüche satz „wir gehen mit dem Zu- „bleibt für uns Ehe nicht der Partner länge auf auf ballplatz”. Zweit den Fuß- deutung.” Wärevon großer Be- chen, betriebliche die gesetzli- Auch r als zwei Jahre bestand. Abfindunge er ein Wikin- ten liga-Spiele ger, n und privasamstags um Renten umge vereinbart werde n können ihm wären anges 13 n. ichts gültig geteilt. hend und endtags um 12.30 und sonn- dieser dreisten Mit dem neuen Uhr, Lebensversicher tens acht Bund mindes- ner abgefallen. Lüge die Hör- Versorgungsausgleich ungen werden werde vor allem die n sofort geteilt spiele abends um esliga-Top- REINHARD SCHÜ Fraue SSLER 20.30 Uhr – r.schu Sie erhalten Klarh n gestärkt. eit und müsessler@nrz.de sen nicht erst Lebensversicheru Jahre später bei ngen oder Renteneintritt Betriebsrenten ihre Ansprüche werden bisher geltend mach erst bei Ausza en. hlung geteilt. Viele Fraue Profitieren werde n davon spruc n machen ihren Anvor allem die h nicht gelten Ehepartner, die d, weil sie im Interesse der keinen Konta kt Familie nicht einer Erwerbsarb oder zehn, 20 zum Ex haben Jahre nach der eit STUTTGART. gen – „häufig Fraue nachgin- Trennung verge Kein Grund zum Die Pläne fü ssen habe n" erinnert Queng l ei J ti d b i

Es war einer „der” Werbesprüc

Für Fans bleibt

die Küche kalt

REN TE. Gese tzesr nach eine r Sche eform sieh t bess ere Vers orgu idun g vor. ng
MIGUEL SANCHES

Finanzielle Sicherheit für die Frau

Das dreitägige Festi val zieht Anfang Juli Mari anne McLaughlin in den Faithfull und John Landschaftspark Nord.

Traumzeit.

Super-Lotto mit

KUR Z GEM ELD ET

Riesenjackpot gep

lant

You're Reading a Free Preview

Descarga
scribd
/*********** DO NOT ALTER ANYTHING BELOW THIS LINE ! ************/ var s_code=s.t();if(s_code)document.write(s_code)//-->