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Anfangen und durchhalten

Anfangen und durchhalten

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Anfangen und durchhalten

Longitud:
571 páginas
12 horas
Editorial:
Publicado:
Jul 31, 2016
ISBN:
9783960287049
Formato:
Libro

Descripción

Das Original zu diesem Buch, Pushing To The Front, wurde 1894 verfasst und ist das erste Buch Orison Swett Mardens. Es wurde fast auf Anhieb ein Bestseller und ist nach wie vor ein Klassiker im Bereich der Persönlichkeitsentfaltung und Selbstmotivation. Der Autor zeigt auf, dass herausragende Persönlichkeiten keineswegs über außergewöhliche Begabungen verfügen müssen; eine viel größere Rolle spielen Ausdauer und Beharrlichkeit.

Der Autor hat ein außergewöhnliches Talent, um Hoffnung zu vermitteln und die Dinge in die richtige Perspektive zu rücken. Sicherlich trugen seine eigene mühsame Kindheit, sein breitgefächertes Wissen und auch seine große Erfahrung als Hotelier mit dazu bei, dass er einfühlsam, verständlich und tiefgreifend schreiben konnte.

Als Vierundvierzigjähriger wandte sich Marden hauptberuflich der Schriftstellerei zu. Ausgelöst wurde sein Interesse durch ein Büchlein des schottischen Schriftstellers Samuel Smiles, das er auf einem Dachboden fand. Dieses schmale Büchlein mit dem Titel „Self Help“ enthält zeitlose Lebensweisheiten für die praktische Alltagsnutzung. Da die USA damals von einer großen Wirtschaftskrise heimgesucht wurden, wollte Marden vor allem der amerikanischen Jugend wieder Mut machen und sammelte die Erfolgsgeschichten zahlreicher Persönlichkeiten, um sie in Form kurzer Anekdoten zu Papier zu bringen.

Die Entscheidung, von der Hotellaufbahn in die Schriftstellerei überzuwechseln, fasste Marden nach reiflicher Überlegung. Sein Hotel war einem Brand zum Opfer gefallen, wodurch auch Marden selbst nur mit knapper Not dem Tode entkommen war, und sein Originalmanuskript zum vorliegenden Buch vernichtet worden war.

Er musste wieder völlig von vorne anfangen. Als das Feuer noch loderte, machte er sich auf den Weg, um ein billiges Notizheft zu erstehen und fing erneut mit dem Schreiben an.

Der Hotelbrand hatte ihn fast mittellos gemacht. Er nahm einen Zug nach Boston, mietete sich in einem kleinen Zimmer ein, und schrieb fast unaufhörlich durch. Als das Buch fertig war, legte er es drei Herausgebern vor. Alle drei wollten es verlegen. Letztendlich erschien es dann am 1. Dezember 1894 bei einem Bostoner Verlag.

Obwohl sich die Meisten von uns sicherlich selbst motivieren können, ist es doch eine Tatsache, dass wir von Zeit zu Zeit immer wieder Aufmunterung und Ansporn von außen brauchen. Die Medien überbieten sich gegenseitig darin, uns mit Negativnachrichten zu überfüttern und stellen uns diese Nachrichten als die „Realität“ dar. Doch letztendlich ist es nur ein Ausschnitt aus der Gesamtrealität. Wir brauchen also ein Gegenmittel. Wenn es Marden gelungen ist, in der sehr harten Wirtschaftskrise seiner Zeit Tausende wieder zu motivieren, so sollte die auch heute möglich sein. Er verstand die Zusammenhänge und den gesellschaftlichen Druck und sah im 19. Jahrhundert bereits voraus, dass sich die Frau im 20. Jahrhundert emanzipieren würde. Das Buch enthält ein gesamtes Kapitel über erfolgreiche Frauen.

Dieses Buch enthält eine große Fülle zeitloser Wahrheiten. Viele Sätze sind es wert, markiert oder herausgeschrieben zu werden. Vor allem aber sind sie es wert, als Leitschnur für eine gelungene Lebensführung angewandt zu werden. „Zeigt mir einen vorbildlichen Erfolg, der nicht auf Beharrlichkeit zurückgeht! Wenn man näher hinblickt, ist Genialität meist nichts anderes, als das unermüdliche Weitermachen und Durchhalten“.

Ohne Einsatz geht es nicht. Dieses Buch liefert die Inspiration und Ermutigung dazu, um nicht nur anzufangen, sondern dranzubleiben, weiterzumachen und durchzuhalten!

Dieses Buch wird Ihnen gerade in schweren Zeiten wieder auf die Sprünge helfen. Es liefert praktische Lebensstrategien, die Sie der Erfüllung Ihrer Lebensziele näher bringen!

Es besteht aus 25 Kapiteln. Als Anhang wurde ein Index mit den wichtigsten Eckdaten der im Buch enthaltenen Persönlichkeiten, Be
Editorial:
Publicado:
Jul 31, 2016
ISBN:
9783960287049
Formato:
Libro

Sobre el autor

Dr. Orison Swett Marden was an American inspirational author who wrote about achieving success in life and founded SUCCESS magazine in 1897. His writings discuss common-sense principles and virtues that make for a well-rounded, successful life. Many of his ideas are based on New Thought philosophy.


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Anfangen und durchhalten - Orison Swett Marden

Anfangen und durchhalten!

Mutmachergeschichten, 

geschrieben vom Leben,

zusammengestellt von Orison Swett Marden

(1850 - 1924)

Aus dem Amerikanischen übertragen und bearbeitet von:

Benno Schmid-Wilhelm

Bezugslink der Taschenbuch-Version: 

http://goo.gl/oklJlm

Originaltitel:

Pushing to the Front

Success under Difficulties

Erstveröffentlichung des amerikanischen Originals:

1894

Herausgeber:

http://www.i-bux.com

Wissen, das Ihr Leben gestaltet

ISBN: 978-3-96028-704-9

Verlag GD Publishing Ltd. & Co KG, Berlin

E-Book Distribution: XinXii

www.xinxii.com

Index:

Dieses Buch nimmt vielfach Bezug auf Persönlichkeiten und Sachverhalte, die dem modernen Leser, zumal in Europa, nicht immer bekannt sein dürften.

Es enthält deshalb im Anhang einen alphabetischen Index mit den wichtigsten Eckdaten zu diesen historischen Fakten oder Personen (im Haupttext unterstrichen).

Inhaltsübersicht

Autor und Werk

Kapitel 1: Der Mensch und seine Chancen

Kapitel 2: Jugend ohne Aussichten?

Kapitel 3: Ein eiserner Wille

Kapitel 4: Nutzungsmöglichkeiten in Zeiten des Müßiggangs

Kapitel 5: Runde Mädchen und Burschen in viereckigen Löchern

Kapitel 6: Der richtige Beruf

Kapitel 7: Konzentrierter Energieeinsatz

Kapitel 8: Zeit und Pünktlichkeit

Kapitel 9: Heiterkeit und ein langes Leben

Kapitel 10:  Gute Manieren sind ein Vermögen wert!

Kapitel 11: Begeisterung

Kapitel 12: Takt und gesunder Menschenverstand

Kapitel 13: Selbstachtung und Selbstvertrauen

Kapitel 14: Wichtiger als Reichtümer

Kapitel 15: Der Preis des Erfolgs

Kapitel 16: Charakterstärke ist Macht

Kapitel 17: Liebe zum Detail

Kapitel 18: Das Leben ist das, was wir daraus machen

Kapitel 19: Niederlagen in Siege verwandeln

Kapitel 20: Werden Sie zum Stehaufmännchen!

Kapitel 21: Der Lohn der Beharrlichkeit

Kapitel 22: Voraussetzungen für ein langes Leben

Kapitel 23: Kurz und bündig

Kapitel 24: Strebsamkeit

Kapitel 25:  Stille Reserven

Index A - Z

Autor und Werk

Die Geburtsstätte von Orison Swett Marden befand sich in Thornton Gore, im ländlichen US-Bundesstaat New Hamphire.

Als Jugendlicher fand er auf dem Dachboden eines Bauernhauses ein Buch des schottischen Reformators, Arztes und Zeitungspublizisten Samuel Smiles mit dem Titel „Self Help".

Dieses 1859 in England veröffentlichte Buch enthielt Geschichten von jungen Menschen, die sich aus eigener Kraft aus widrigen Umständen befreit hatten, indem sie ausdauernd und mit einer positiven Lebenseinstellung konsequent an ihren Zielen festhielten.

Dieses Buch gab ihm den Anstoß, an sich zu arbeiten und seine Lebensumstände zu verbessern.

Marden promovierte 1871 zunächst an der Universität Boston und ging 1881 als promovierter Arzt von der amerikanischen Universität Harvard ab.

Sein Studium verdiente er sich als Aushilfskellner in einem Hotel; später wurde er selbst Besitzer mehrerer Hotels und einer Ferienanlage.

1893 traten im Zuge eines Pockenausbruchs in einem seiner Hotels sowie einer Dürreperiode im Westen der USA finanzielle Probleme auf, die ihn zwangen, wieder als angestellter Hoteldirektor zu arbeiten.

In dieser Zeit begann er mit der Niederschrift seiner Lebensphilosophie. Im Laufe von zehn Jahren wuchs sein Manuskript auf 5000 Seiten an - welche durch einen Brand vernichtet wurden!

Neben Samuel Smiles, übten auch Oliver Wendel Holmes und Ralph Waldo Emerson einen großen Einfluss auf Marden aus.

Das hier in deutscher Übersetzung vorliegende Buch ist das erste Buch Mardens.

In diesem Buch werden die Geschichten herausragender Menschen erzählt, die oft in Armut aufwuchsen und sich trotz mehrfacher Rückschläge nicht entmutigen ließen und letztendlich den ersehnten Erfolg erreichten.

Auch wenn viele Namen dem modernen Leser nichts mehr sagen werden, richtet sich diese Übersetzung möglichst nahe nach dem Original, da diese konkreten Beispiele Sie ebenso inspirieren, ermutigen und anregen werden.

Die meisten Personen- und Ortsnamen werden im Index ab Seite 334 mit einer Kurzbeschreibung (meist Beruf oder Tätigkeit) und maximal drei Seitenzahlen aufgeführt. Diese Namen sind in diesem Buch beim erstmaligen Vorkommen und manchmal auch nochmals später unterstrichen. (Auf diese Weise erhalten Sie bei Interesse zusätzlich geschichtliches Wissen).

Bis zum Jahre 1922 hatte Marden noch achtzehn weitere Bücher verfasst.

Obwohl diese überwiegend von finanziellem Erfolg handeln, hatte Marden immer betont, dass auch dieser Erfolg die Folge der eigenen Persönlichkeitsentfaltung ist.

Marden wollte der verunsicherten Jugend aufzeigen, welche Möglichkeiten in ihr schlummerten.

Er wollte sie anregen, nicht über die Vergangenheit nachzugrübeln oder sich in Träumereien zu ergehen, sondern im jetzigen Augenblick jede Gelegenheit als einzigartige Chance zu nutzen.

Marden schreibt, dass ein dickes Bankkonto einen Menschen noch nicht groß mache, dass sich die Millionen eines Krösus neben dem Charakter eines Washington mickrig ausnähmen, dass Charakterstärke der wahre Erfolg sei.

„Die Chancen, die Sie suchen, liegen in Ihnen selbst!

Ihre Umwelt, Ihr Glück oder Pech oder auch die Unterstützung

durch andere sind nicht das Ausschlaggebende;

Sie selbst erschaffen sich die Welt, in der Sie leben!"

Kapitel 1: Der Mensch und seine Chancen

In dieser Welt tut sich erst etwas, 

wenn jemand etwas tut.

Garfield

Wachsamkeit für neue Gelegenheiten,

Taktgefühl und Kühnheit 

bei der Wahrnehmung von Chancen,

Beharrlichkeit und Ausdauer bei ihrer Umsetzung,

das sind die Tugenden,  die das Gelingen bedingen.

Austin Phelps

Noch nie gab es einen Tag,

der nicht auch eine Gelegenheit gebracht hätte, 

um etwas Gutes zu tun, was bislang ungetan geblieben war 

und so nicht mehr getan werden kann.

W. H. Burgleih

„Was man wohl sagen wird,  falls uns dies gelingt?"

frug Captain Berry aufgeregt,

als ihm Nelson  den Plan für die Schlacht am Nil eröffnete.

„Von einem „Falls kann nicht die Rede sein

antwortete Nelson.

„Dass uns das Vorhaben gelingen wird, ist absolut gewiss".

Und als sich seine Kapitäne erhoben, 

um zu ihren Schiffen zu eilen, fügte er hinzu: 

„Morgen um diese Zeit habe ich entweder die Adelswürde oder Westminster Abbey".

Er sah eine Chance auf den Sieg,

wo andere nur die wahrscheinliche Niederlage sahen.

„Ist dieser Weg passierbar",

frug Napoleon seine Späher am Sankt-Bernard-Pass.

„Vielleicht", kam es zögernd zurück.

„Es könnte schon sein".

„Dann voran", sagte der kleine Korse.


England und Österreich lachten über die Vorstellung, dass man die Alpen überqueren könne. Wie sollte ein Heer von sechzigtausend Mann, noch dazu mit schwerem Geschütz und Tonnen von Munition und Gepäck, einen Bergpass überschreiten können? Das war geradezu lachhaft. 

Doch der belagerte Masséna hungerte in Genua und die siegreichen Österreicher standen vor den Toren von Nizza. Napoleon war nicht der Mann, der seine früheren Mitstreiter in der Not alleine ließ.

Die Soldaten und ihre Ausrüstung wurden aufs Genaueste inspiziert. Ein abgelaufener Schuh, ein zerschlissener Mantel oder eine schadhafte Muskete wurde sofort repariert oder ausgetauscht und die Kolonnen marschierten voran.

Alles war so sorgfältig arrangiert und der Einfluss Napoleons war so allgegenwärtig, dass kein einziger Soldat die Reihen verließ.

Hindernisse wurden aus dem Weg geräumt, damit die beinahe zwanzig Meilen lange Kolonne nicht abgelenkt wurde. Es dauerte nur vier Tage, bis sie Italien erreichten. 

Als diese „unmögliche" Tat vollbracht war, erkannten auch andere, dass sie bereits seit Langem möglich gewesen wäre. Die notwendige Ausrüstung, die Geräte und Männer hatten gar manchem Kommandeur zur Verfügung gestanden, aber diesen Befehlshabern fehlte das Stehvermögen und die Entschlusskraft eines Bonaparte.

Andere redeten sich damit heraus, dass das Hindernis zu groß sei. Doch Napoleon wich Schwierigkeiten nicht aus, sondern verwandelte sie in eine Gelegenheit.

Grant war in New Orleans gerade vom Pferd gestürzt und hatte sich eine schlimme Verwundung zugezogen, als er den Befehl erhielt, in Chattanooga, Tennessee, das Kommando zu übernehmen, wo die Konföderierten von den umliegenden Hügeln aus ohne Unterlass feuerten und die Versorgungslinien abgeschnitten hatten, sodass es nur eine Frage weniger Tage zu sein schien, bis sie den Sieg erringen würden.

Obwohl General Grant starke Schmerzen hatte, veranlasste er sofort seine Verlegung an den neuen Einsatzort.

Und so wurde er auf einer von Pferden gezogenen Trage den Mississippi hinauf, den Ohio entlang und an einem dessen Nebenarme durch die Wildnis transportiert, bis er letztendlich von vier Männern in die Stadt Chattanooga getragen wurde.

Sofort veränderte sich die Lage! Jetzt war ein Meister angekommen, der Herr der Lage war. Man konnte seine Macht förmlich spüren. Bevor er sein Pferd besteigen konnte, befahl er einen Vorstoß. Bald waren die umliegenden Hügel in der Gewalt der Unionskräfte.

Waren solche Ereignisse Zufälle oder waren sie der unbeirrbaren Entschlossenheit des Generals zu verdanken?

Hatten sich die Dinge von selbst gefügt, als Publius Horatius Cocles mit nur zwei Genossen die Pfahlbrücke über den Tiber gegen das neunzigtausend Mann starke Etruskerheer verteidigte?

Oder als Leonidas bei den Thermopylen den Marsch von König Xerxes aufhielt?

Oder Themistokles an der griechischen Küste die persische Armada zerschmetterte?

Als Cäsar, der seine Armee in Bedrängnis sah, Speer und Faustschild ergriff, während er seine Männer neu gruppierte und die Niederlage in Sieg verwandelte?

Als Winkelried ein Bündel Lanzen der österreichischen Ritter packte und, sich selbst aufspießend, seinen Schweizer Eidgenossen eine Bresche öffnete?

Als Benedict Arnold im Saragota-Feldzug die Schlacht gewann, welche General Horatio Gates in seinem ferngelegenen Zelt so zweifelhaft erschien?

War es Zufall,

dass Napoleon jahrelang nicht eine einzige Schlacht verlor, an der er persönlich beteiligt war?

Dass Wellington an den unterschiedlichsten Orten kämpfte, ohne jemals besiegt zu werden?

Dass es Michel Ney immer wieder gelang, ein offensichtliches Disaster in Triumph zu verwandeln?

Dass Perry das außer Gefechte gesetzte Flaggschiff Lawrence verließ, zu einem anderen Schiff, der Niagara, ruderte und die britischen Gewehre erstummen ließ?

Dass Sheridan, als er den Gefechtslärm vernahm, von Winchester aus zum Schlachtfeld zurückritt und die Yankees, die bereits panikartig die Flucht ergriffen hatten, dazu bewegen konnte, ihm zu folgen?

Die Geschichte liefert uns Tausende von Beispielen dafür, dass Männer und Frauen Gelegenheiten am Schopfe packten, um Kämpfe zu bestehen, die weniger beherzten Zeitgenossen aussichtslos erschienen wären.

Sofortige Entscheidungen und ein Handeln ohne Wenn und Aber wendeten das Blatt zu ihren Gunsten.

Man mag nun einräumen, dass es eben nur einen Napoleon gegeben habe. Doch die Alpen, die der durchschnittliche Jugendliche von heute zu überwinden hat, sind beileibe nicht so hoch und gefährlich wie die Gipfel, die der Korser bewältigte.

Warten Sie nicht auf außergewöhnliche Gelegenheiten!

Ergreifen Sie alltägliche Gelegenheiten

und gestalten Sie sie außergewöhnlich!

Am Morgen des 6. September 1838 wurde eine junge Frau in Longstone Lighthouse, zwischen England und Schottland, durch Angstschreie aus dem Schlaf gerissen, die sie durch Wind und Wellen vernahm.

Es wütete ein furchtbarer Sturm und ihre Eltern konnten die Schreie nicht hören, aber ein Blick durchs Teleskop zeigte, dass etwa eine halbe Meile draußen an den Felsen am Winsch eines schiffbrüchigen Seglers neun Menschen hingen.

„Uns sind die Hände gebunden, sagte William Darling, der Leuchthauswärter. Doch seine Tochter widersprach: „Aber wir müssen doch etwas unternehmen!

Die Tränen standen ihr im Gesicht und sie drängelte, bis der Vater schließlich einlenkte: „In Ordnung, Grace. Ich gebe nach, auch wenn ich es für unklug halte".

Wie eine Vogelfeder im Wirbelsturm wurde das kleine Boot auf der unruhigen See herumgetrieben und Grace dröhnte der Kopf. Doch die Schreie der schiffbrüchigen Seeleute schienen ihre schwachen Sehnen in Stahlseile zu verwandeln. Von irgendwo her kam eine Stärke, die sie bisher noch nicht kannte, und die junge Frau ruderte zusammen mit ihrem Vater weiter.

Alle neun wurden sicher an Bord gebracht. „Gott segne dich, du bist ein tapferes Mädchen", murmelte einer der Geretteten.

In der Nähe von Lime Rock Lighthouse, Newport, kenterte 1854 ein Catboot. Vier junge Männer trieben auf dem kalten Wasser herum.

Der Leuchtturmwächter, Mr. Lewis, war nicht aufzufinden und seine kranke Frau konnte nichts unternehmen. Doch ihre zwölfjährige Tochter Ida ruderte in einem kleinen Boot hinaus und rettete die Männer.

Innerhalb der nächsten dreißig Jahre rettete sie insgesamt neun weitere. Dabei war sie völlig auf sich alleine gestellt.

„Wenn Ihr es mich probieren lasst, denke ich, dass ich es hinkriegen kann", sagte ein Küchenjunge, der bei Signor Faliero in den Diensten stand. So wird es von George Cary Eggleston erzählt.

Eine große Gruppe von Menschen war zu einem Bankett geladen worden und sollte in einer Stunde eintreffen. Der Konditor, der eine Verzierung für die Tafel anfertigen sollte, hatte das Werk verdorben.

„Du?, rief der Oberdiener aus, „wer bist du denn schon?

„Ich bin Antonio Canova, der Enkel von Pisano, dem Steinmetz", antwortete der blasse Jüngling.

„Und was glaubst du, dass du tun kannst?", fragte der Hofmeister nach.

„Ich kann etwas machen, das wir in die Mitte des Tisches stellen können. Lasst es mich versuchen".

Da es für den Hofmeister ohnedies nicht schlimmer kommen konnte, gab er nach. Er ließ etwas Butter bringen und der Küchenjunge formte daraus einen liegenden Löwen, der dann mitten auf die Tafel gestellt wurde.

Es wurde zum Abendessen gerufen und viele betuchte Kaufleute, Prinzen und Edelleute aus Venedig strömten in den Speisesaal. Darunter auch Künstler. Als sie den Butterlöwen erblickten, vergaßen sie, warum sie gekommen waren und waren voll des Lobes für dieses Werk, das nur ein Genie geschaffen haben konnte. Sie sahen sich den Löwen lange und aufmerksam an und fragten Signor Faliero, welcher große Bildhauer sein Talent auf ein so kurzlebiges Werk verschwendet habe.

Faliero wusste es nicht. Er ließ den Hofmeister rufen, der seinerseits Antonio herbeirufen ließ.

Als die erlesene Tischgesellschaft erfuhr, dass der Löwe in kürzester Zeit von einem Küchenjungen geschaffen worden war, verwandelte sich das Mahl in ein Fest zu seinen Ehren. Der wohlhabende Gastgeber erklärte, dass er die Kosten für die Ausbildung des Jungen übernehmen werde und er hielt Wort.

Das unverhoffte Glück war Antonio nicht zu Kopf gestiegen. Er blieb der einfache Junge, der in Pisanos Werkstatt ein guter Steinmetz werden wollte.

Wie Antonio seine erste Gelegenheit wahrnahm, ist vielleicht nur wenigen bekannt, aber Canova, einer der größten Bildhauer aller Zeiten, bleibt unvergessen!

Der Schwächling wartet auf Gelegenheiten.

Der Starke schafft sie sich!

„Die besten Männer, sagt E. H. Chapin „sind nicht diejenigen, die auf Chancen und Gelegenheiten gewartet haben, sondern jene, die sie ergriffen und zu ihrem Diener machten.

„Wenn ich nur reich wäre, rief ein Kutscher aus Philadelphia aus, der viele Mäuler zu stopfen hatte. „Warum werden Sie denn nicht reich?, fragte ihn Stephen Girard, der diesen Ausruf gehört hatte.

„Wie soll das denn gehen? So ohne Geld!", klagte der Kutscher.

„Zum Reichwerden brauchen Sie kein Geld, antwortete Girard. „Nun, wenn Sie mir verraten können, wie ich ohne Geld reich werden soll, höre ich gerne zu.

„Morgen wird an der Werft eine Schiffsladung beschlagnahmten Tees verkauft, sagte der Millionär. Gehen Sie hin und kaufen Sie ihn. Dann kommen Sie wieder zu mir.

„Aber ich habe doch kein Geld, um eine ganze Schiffsladung aufzukaufen", protestierte der Kutscher.

„Sie brauchen auch kein Geld, erwiderte Girard. „Fahren Sie hin und bieten Sie für die gesamte Fracht. Dann kommen Sie wieder.

Am nächsten Tag verkündete der Auktionär, dass die Käufer entweder nur eine Kiste oder die gesamte Schiffsladung erwerben könnten. Ein Gemüsehändler begann das Gebot und der Kutscher nannte prompt einen höheren Betrag, was alle übrigen Bieter in Erstaunen versetzte.

„Ich übernehme die ganze Ladung", gab er bekannt. Der Auktionär war ebenfalls überrascht, aber als er erfuhr, dass der Kutscher für Mr. Girard arbeitete, meinte er, dass es dann wohl schon seine Richtigkeit haben werde.

Sofort verbreitete sich die Nachricht, dass Girard Tee in großen Mengen aufkaufen würde und der Preis stieg um mehrere Cent pro Pfund. „Verkaufe unseren Tee", sagte der bekannte Kaufmann am nächsten Tag. Der junge Mann konnte ihn rasch absetzen, indem er ein klein wenig unter dem Marktpreis verlangte und in wenigen Stunden hatte er fünfzigtausend Dollar umgesetzt.

Der Verfasser dieses Buches heißt diese Geschäftsmethode keineswegs gut; sie wird lediglich als Beispiel für das Ergreifen einer Gelegenheit angeführt. Dass Ihnen eine ähnliche Gelegenheit geboten wird, dürfte sehr unwahrscheinlich sein, aber auch jede andere Gelegenheit wird nur dann zu Ihrem Vorteil sein, wenn Sie aktiv werden!

„Sie sind viel zu jung", sagte der Personalleiter, der für eine Fabrik in Manchester, England, einen Geschäftsführer suchte.

„Vor vier oder fünf Jahren wurde ich mit diesem Argument mehrfach abgespeist, sagte Robert Owen, „aber dass man mir es jetzt vorhielt, hatte ich nicht erwartet.

„Wie oft betrinken Sie sich in einer Woche?"

„Ich war mein Leben lang noch nie betrunken", antwortete Owen.

„Welche Gehaltsvorstellung haben Sie?"

„Dreihundert Pfund pro Jahr."

„Dreihundert Pfund! Ich hatte heute Vormittag schon eine Reihe von Bewerbern hier und alle zusammen haben keine dreihundert Pfund verlangt!"

„Was andere verlangen, ist deren Sache. Für weniger kann ich nicht arbeiten. Ich verdiene in meinem eigenen Geschäft dreihundert pro Jahr".

Dem jungen Mann, der nie zuvor in einer großen Baumwollmühle gearbeitet hatte, wurden fünfhundert Arbeiter unterstellt. Er beschäftigte sich nach Feierabend mit den Maschinen, dem Stoff und dem Verfahren und konnte sich das Fachwissen innerhalb kürzester Zeit aneignen. Es dauerte nicht lange und er hatte in Manchester keinen Vorgesetzten mehr.

Ein Mangel an Gelegenheit ist die Ausrede von Schwächlingen und Wankelmütigen.

Gelegenheiten!

Die Welt ist voll davon.

Jede Unterrichtsstunde in der Schule ist eine Gelegenheit.

Jede Prüfung ist eine Gelegenheit.

Jeder Patient ist eine Gelegenheit.

Jeder Zeitungsartikel ist eine Gelegenheit.

Jeder Kunde ist eine Gelegenheit.

Jeder Vortrag ist eine Gelegenheit.

Jedes Geschäft ist eine Gelegenheit.

Eine Gelegenheit, um höflich zu sein.

Eine Gelegenheit, um souverän zu sein.

Eine Gelegenheit, um hilfsbereit zu sein.

Eine Gelegenheit, um rechtschaffen zu sein.

Eine Gelegenheit, um Bekanntschaften zu schließen.

Jedes in Sie gesetzte Vertrauen ist eine Gelegenheit.

Jede Aufgabe ist eine Gelegenheit.

Wenn ein ehemaliger Sklave wie Fred Douglass hauptberuflicher Redner, Herausgeber und Staatsmann werden kann, kann dann ein frei geborener Junge, der im Vergleich zu Douglass reich ist, nicht mindestens ebenso viel erreichen?

Der Müßiggänger ist es - nicht der Fleißige - der sich ständig über zu wenig Zeit oder zu wenige Gelegenheiten beklagt. Manch junger Mensch macht mehr aus den kleinen Chancen, die von anderen achtlos abgetan werden, als andere in einem ganzen Leben. Wie Bienen saugen sie aus jeder Blume Honig. Jeder Mensch, den sie im Laufe eines Tages treffen, trägt etwas zu ihrem Wissen oder ihrer Befähigung bei.

„Es gibt niemanden, der nicht einmal im Leben vom Glück aufgesucht würde, sagte ein Kardinal, „aber wenn das Glück sieht, dass ihm der Besuchte keinen Einlass gewährt, klopft es an eine andere Tür.

„Wie nennen Sie diese Figur", fragte ein Besucher im Studio eines Bildhauers und deutete auf eine Skulptur, dessen Gesicht vom Haar verdeckt war und dessen Füße Flügel hatten.

„Gelegenheit", sagte der Bildhauer.

„Und warum kann man ihr Gesicht nicht sehen?"

„Weil die Leute sie nur selten erkennen, wenn sie sich präsentiert."

„Und die Füße. Was ist damit?", wollte der Besucher wissen.

„Das soll symbolisieren, dass die Gelegenheit wieder schnell verschwindet und nicht eingeholt werden kann."

Cornelius Vanderbilt sah seine Gelegenheit im Dampfboot und war entschlossen, mit einer eigenen Dampfschiffgesellschaft erfolgreich zu werden.

Zum Entsetzen seiner Freunde gab er sein gut gehendes Geschäft auf und übernahm für tausend Dollar pro Jahr eines der ersten Dampfschiffe, die in Betrieb genommen wurden. Livingston und Fulton besaßen das Exklusivrecht, um in den Gewässern von New York Schifffahrt zu betreiben, doch Vanderbilt hielt dieses Recht für verfassungswidrig und ging so lange dagegen an, bis es revidiert wurde. Bald wurde er Eigentümer eines Dampfschiffes.

Als der Staat große finanzielle Subventionen zahlte, um die europäische Post zu befördern, erbot er sich, diese Beförderung gratis und besser zu übernehmen. Er sah die Zukunft der Eisenbahn in einem so riesigen Land wie den Vereinigten Staaten voraus und legte damit den Grundstock für das heutige Vanderbilt-System.

Der junge Philip Armour war einer der zahllosen Abenteuerer, die in einem Maultier-Planwagen quer durch Amerika zogen. Harte Arbeit und regelmäßiges Sparen des in den Minen verdienten Geldes versetzten ihn in die Lage, sechs Jahre darauf im Getreide- und Lagerhausgeschäft in Milwaukee Fuß zu fassen.

Innerhalb von neun Jahren konnte er fünfhundert tausend Dollar erwirtschaften. Doch seine große Chance sah er in Grants Losung „Auf nach Richmond".

Eines Tages im Jahre 1864 klopfte er an die Tür von Plankinton, seinem Partner im Fleischgeschäft. „Ich nehme den nächsten Zug nach New York, sagte er. „Ich werde Schweinefleisch unter Wert verkaufen. Grant und Sherman haben die Rebellion im Würgegriff; Schweinefleisch wird auf zwölf Dollar das Fass sinken! Das war seine Chance.

Er fuhr nach New York und bot Schweinefleisch in großen Mengen für vierzig Dollar das Fass an. Es fand rege Abnehmer.

Die gerissenen Spekulanten aus der Wall Street lachten den jungen Mann aus. Sie sagten ihm, dass Schweinefleisch auf sechzig Dollar steigen würde, da der Krieg noch lange nicht vorüber sei.

Mr. Armour blieb weiter bei seiner Preisstrategie. Grant rückte vor. Richmond fiel und damit fiel auch der Preis von Schweinefleisch auf zwölf Dollar das Fass.

Mr. Armour strich zwei Millionen ein.

John D. Rockefeller sah seine Chance im Erdöl. Er sah eine große Bevölkerung mit wenig Lichtern. Erdöl war reichlich vorhanden, aber der Raffinierungsprozess war so grob, dass das Ergebnis ein minderwertiges Produkt war. Der Prozess war auch nicht sicher.

Das war seine Chance.

Zusammen mit dem Techniker Samuel Andrews verbesserten sie die Weiterverarbeitung des Rohöls derart, dass es fast restlos verwertet wurde. Bald kam ein dritter Teilhaber, Mr. Flagler, hinzu. 

Aber Andrews wurde immer unzufriedener.

„Was wollen Sie für Ihren Anteil haben?, fragte ihn Rockefeller. Andrews kritzelte gedankenverloren eine Zahl auf ein Papier: „Eine Million Dollar.

Innerhalb von vierundzwanzig Stunden zahlte ihm Mr. Rockefeller diesen Betrag mit der Bemerkung aus: „Lieber eine als zehn Millionen".

Innerhalb von zwanzig Jahren wurde aus der kleinen Raffinerie, die mit all ihren Gebäuden und Gerätschaften keine tausend Dollar wert war, die Standard Oil Trust mit einem Kapital von neunzig Millionen Dollar.

Dies waren einige Beispiele für das Ergreifen von Gelegenheiten zum Zwecke des Geldverdienens.

Es gibt jedoch eine neue Generation von Elektrotechnikern, Ingenieuren, Lehrern, Künstlern, Autoren und Dichtern, die Chancen und Gelegenheiten in Hülle und Fülle aus edleren Gründen als nur des materiellen Reichtums wegen ergreifen können.

Wohlstand ist kein Selbstzweck, sondern eine Gelegenheit.

Reichtum und Wohlstand sind nicht der Höhepunkt,

sondern der Ausgangspunkt einer Laufbahn.

Mrs. Elizabeth Fry, eine Quäkerin, sah ihre Gelegenheit in den englischen Haftanstalten.

Noch im Jahre 1813 kam es vor, dass im Londoner Gefängnis beim Stadttor Newgate drei- bis vierhundert halbnackte Frauen in einem zellenlosen Trakt zusammengepfercht waren und auf ihre Gerichtsverhandlung warteten.

Es gab weder Betten noch Bettzeug und die Frauen und Mädchen schliefen auf dem verdreckten Fußboden. Niemand schien sich darum etwas zu scheren und vom Staat kam lediglich die nötige Nahrung, um sie am Leben zu halten.

Mrs. Fry besuchte Newgate, beruhigte die aufgebrachte Menschenmenge und erklärte, dass sie für die jungen Frauen und Mädchen eine Schule einrichten wolle. Die Lehrerinnen sollten aus ihren eigenen Reihen kommen.

Natürlich stieß diese Ankündigung auf Erstaunen, aber man wählte dann eine junge Frau, die hinter Gitter gekommen war, weil sie eine Uhr gestohlen hatte.

In drei Monaten waren die „wilden Bestien", wie sie manchmal genannt wurden, zahm, harmlos und freundlich.

Diese Reform breitete sich aus, bis die Regierung das System schließlich legalisierte. Es wurden immer mehr gutherzige Frauen in Großbritannien auf diese Arbeit aufmerksam und es mussten dann noch achtzig Jahre vergehen, bis sich ihr Plan in der zivilisierten Welt durchgesetzt hatte.

In England war ein Bub von einem Auto überfahren worden. Er war blutbespritzt und niemand schien zu wissen, was man nun zu tun habe.

Dann kam ein weiterer Junge, Astley Cooper, hinzu, nahm sein Taschentuch und stoppte die Blutung oberhalb der Wunde.

Das Lob, der ihm daraufhin zuteilwurde, spornte ihn an, einer der bekanntesten Wundärzte zu werden. Cooper war Leibarzt mehrerer englischer Könige.

„Früher oder später", sagt Arnold „kommt der Tag, an dem der junge Chirurg nach langem Warten und geduldigem Studieren und Experimentieren mit seiner ersten kritischen Operation konfrontiert wird.

Der Chefchirurg ist nicht erreichbar. Die Zeit drängt. Es geht um Leben oder Tod.

Wird er der Situation gewachsen sein?

Kann er den Platz des Chefchirurgen einnehmen?

Jetzt steht er seiner Chance gegenüber. Die Gelegenheit blickt ihm ins Gesicht.

Soll er seine Unwissenheit und unausgereiften Fertigkeiten zugeben oder soll er sich der Herausforderung stellen?"

Sind Sie auf eine große Gelegenheit vorbereit?

„Eines Tages verabredete sich Hawthorne mit Longfellow zum Abendessen", schreibt James T. Fields „und er brachte einen Freund aus Salem mit. Nach dem Essen sagte der Freund: 

„Ich habe versucht, Hawthorne davon zu überzeugen, eine Geschichte zu schreiben, die auf einer Legende von Akadien beruht. Die Legende macht immer noch die Runde. Es geht um ein Mädchen, das in den Weiten Akadiens von ihrem Geliebten getrennt wurde und ihre Zeit damit verbrachte, auf ihn zu warten und ihn zu suchen, bis sie ihn eines Tages, als beide bereits alt waren, sterbend in einem Hospital fand. Longfellow wunderte sich, dass diese Geschichte bei Hawthorne auf kein Interesse stieß und er sagte zu ihm: „Falls Sie diese Legende nicht für eine Geschichte verwenden wollten, könnten Sie sie ja mir für ein Gedicht überlassen? Hawthorne war damit einverstanden und versprach, das Thema nicht als Prosa zu verwenden, bevor Longfellow gesehen hatte, was er in Versform daraus machen konnte."

Longfellow ergriff die Gelegenheit und gab der Welt „Evangeline oder das Exil der Akadianer".

Welchen Wert hatte denn schon die alte Geschichte vom reichen Wucherer Shylock, bevor sie von Shakespeare aufgegriffen und in ein realistisches Drama verwandelt wurde?

Offene Augen 

werden überall Dutzende von Gelegenheiten erkennen.

Offene Ohren 

werden immer die Hilfeschreie derer hören, 

die Unterstützung brauchen.

Offene Herzen 

werden immer Möglichkeiten finden, 

um ihre Talente einzubringen.

Offene Hände 

werden immer lohnenswerte Aufgaben finden.

Jeder weiß, dass ein mit Wasser gefülltes Gefäß überläuft, wenn man einen Gegenstand eintaucht, aber es war niemanden in den Sinn gekommen, daraus einen praktischen Nutzen zu ziehen.

Aber als Archimedes diese Tatsache beobachtete, entdeckte er eine einfache Methode, um den Kubikinhalt von Gegenständen zu ermitteln, auch wenn deren Form völlig unregelmäßig war.

Jeder wusste, wie gleichmäßig ein aufgehängtes Gewicht nach vorne und hinten schwingt, wenn es in Bewegung gebracht wird und dass dies so lange der Fall ist, bis das Gewicht durch Reibung oder Widerstand der Luft zum Stillstand gebracht wird.

Aber niemand maß diesem Umstand weitere Bedeutung zu.

Ein Junge namens Galileo beobachtete in der Kathedrale von Pisa eine Lampe, die man versehentlich hatte hängen lassen und ihm fiel die Regelmäßigkeit der Schwingungen auf. Damit war das Prinzip des Pendels entdeckt worden.

Nicht einmal die Haft konnte ihn von seinen Forschungen abbringen, denn im Gefängnis experimentierte er mit Strohhalmen weiter und lernte wertvolle Lektionen über die relative Stärke von Röhren und Stangen gleich starker Durchmesser.

Seit Jahrhunderten waren den Astronomen die Saturnringe bekannt und wurden einfach nur als kuriose Ausnahmeerscheinungen zum angenommenen Gesetz der Planetenformation betrachtet.

Aber Laplace erkannte, dass diese Ringe keinesfalls eine Ausnahme, sondern die einzigen noch sichtbaren Belege für bestimmte Stadien des unwandelbaren Ablaufs der Entstehung von Sternen waren und konnte so der wissenschaftlichen Entstehungsgeschichte eine wertvolle Lektion hinzufügen.

In ganz Europa gab es wohl nicht einen einzigen Seefahrer, der sich nicht gefragt hatte, wie es hinter dem westlichen Ozean weiterging. Aber es musste erst ein Kolumbus kommen, um kühn in die unbekannte See zu stoßen und eine neue Welt zu entdecken.

Zahllose Äpfel waren von den Bäumen zu Boden gefallen und sicherlich fiel manch einer auch einem Mann auf den Kopf, als würde er ihn ermahnen, seinen Denkapparat zu benutzen. Aber erst Newton bemerkte, dass Äpfel nach demselben Gesetz auf die Erde fallen, nach dem die Planeten in ihrer Laufbahn gehalten werden und das vermeidet, dass die Atome im Universum wild durcheinanderwirbeln.     

Seit Anbeginn der Menschheit hatten Blitze die Augen der Menschen geblendet und wurden ihre Ohren vom Donner betört, und doch hatte dieses Aufgebot an Gewalten nicht ausgereicht, um die Menschen auf die elektrische Energie hinzuweisen.

Erst ein einfaches Experiment durch Franklin bewies, dass Blitze lediglich eine von vielen Manifestationen der widerstandslosen und doch steuerbaren Kraft sind, die in der Luft ebenso wie im Wasser vorhanden ist.

Wie viele andere, bezeichnen wir diese Männer als große Persönlichkeiten, weil sie alltägliche Gelegenheiten erkannten und wahrnahmen.   

Man lese die Lebensgeschichte eines beliebigen erfolgreichen Menschen und achte auf den roten Faden. Bereits vor Tausenden von Jahren erklärte Salomon in einem seiner Hunderte von Sprüchen:

„Siehst du einen Mann behend in seinem Geschäft?   

Der wird vor den Königen stehen und nicht vor den Unedlen".

Dieser Spruch trifft gerade auf Franklin besonders zu; immerhin stand er vor fünf Königen und aß mit zweien zu Abend.      

Wer eine Gelegenheit verbessert, sät eine Saat, die ihm selbst ebenso wie anderen zugutekommt. Jeder, der in der Vergangenheit sein Scherflein beitragen hat, hat die Zahl derer, die daraus Nutzen ziehen können, erhöht.    

„Die Gelegenheit hat vorne einen Schopf, sagte ein lateinischer Schreiber, „hinten ist sie kahl. Packt man sie von vorne, so erwischt man sie, aber sobald sie einmal entwischt ist, kann man ihr von hinten nicht mehr habhaft werden.

Aber was nützt die beste Gelegenheit, wenn sie nicht erkannt oder genutzt wird? „Es war mein Schicksal", sagte der Schiffskapitän. „mit dem Dampfer Central America zusammenzutreffen. Es war schon finster und die Wellen schlugen hoch. Ich habe dem Dampfer noch zugerufen und gefragt, ob sie Hilfe brauchten. 

„Wir sinken, schrie Kapitän Herdon. „Vielleicht sollten Sie dann Ihre Passagiere zu mir an Bord senden?, meinte ich. „Ich werd‘s versuchen. „Aber gleich!, rief ich zurück. „Warten wir mal bis morgen ab", brüllte Kapitän Herdon zurück.

Ich versuchte, neben ihn zu kommen, aber die See war zu unruhig; ich konnte meine Position nicht halten. Ich habe den Dampfer nie mehr gesehen. Eineinhalb Stunden, nachdem der Kapitän sagte, ‚Warten wir mal bis morgen ab‘, ging er mit seiner Lebendfracht unter. Der Kapitän, die Besatzung und fast alle Passagiere liegen am Boden des Meeres begraben."

Kapitän Herdon schätzte den Wert der von ihm ausgeschlagenen Gelegenheit, als sie außerhalb seiner Reichweite lag, aber was nützte ihm alle Bitterkeit der Selbstvorwürfe, als seine letzten Augenblicke gekommen waren?

Wie viele Leben wurden seiner unklugen Hoffnung und Unentschlossenheit bereits geopfert!

So wie er sehen unzählige schwache, träge und ziellose Menschen keinen Sinn in den besten Gelegenheiten, bis sie allzu spät die alte Lektion begreifen, dass die Mühle mit dem bereits durchgeflossenen Wasser nicht mehr mahlen kann.

Solche Leute kommen immer ein bisschen zu spät oder ein bisschen zu früh. „Das sind dreihändige Leute, meinte John B. Gough: „Menschen mit einer linken, einer rechten und einer Hinterhand.

Als Schüler kamen sie zu spät zum Unterricht und wurden mit ihren Hausaufgaben nicht fertig. So eigneten sie sich eine Gewohnheit an. Und jetzt, als Erwachsene, meinen sie, sie hätten etwas gestern tun sollen oder dass morgen der richtige Zeitpunkt sei.

Diese Leute können viele Chancen aufzählen, wie sie mehr Geld hätten verdienen können; sie wissen, wann der beste Zeitpunkt für etwas ist - wenn es nur nicht jetzt ist!

Dieser Menschenschlag ist unfähig, eine Chance oder Gelegenheit dann zu ergreifen, wenn sie sich bietet.

Joe Stoker, ein Bremser in einem Personenzug, war bei seinen Kollegen bei der Eisenbahn äußerst beliebt. Die Fahrgäste mochten ihn und schätzten seine höfliche und auskunftsbereite Art.

Aber er erkannte die volle Verantwortung seiner Stellung nicht. Er nahm alles auf die leichte Schulter und manchmal trödelte er auch. Falls mal jemand protestierte, lächelte er unschuldig zurück und beschwichtigte den beunruhigten Passagier.

Eines Abends gab es einen schweren Schneesturm und sein Zug hatte Verspätung. Joe beschwerte sich über die dadurch verursachten Überstunden und vertrieb sich die Zeit, indem er ab und zu einen Schluck zu viel aus einem Flachmann nahm. Bald geriet er in eine beschwingte Stimmung, Schaffner und Ingenieur blieben jedoch wachsam und umsichtig.

Zwischen zwei Stationen kam der Zug abrupt zum Stehen. Der Motor hatte einen Zylinderkopfschaden und in fünf Minuten würde auf demselben Gleis ein Expresszug einlaufen.

Der Schaffner eilte zum hinteren Wagen und gab Joe den Auftrag, ein Rotlicht aufzustellen. Der Bremser lallte nur: „Sachte! Sachte! Ich hol mir nur noch meinen Mantel. Der Schaffner wurde ärgerlich: „Nimm deine Beine unter den Arm, Joe. Der Expresszug kommt jeden Augenblick!

„Ist schon gut", brummte Joe. Der Schaffner ging wieder zum Motor zurück.

Doch der Bremser ließ sich Zeit. Erst holte er sich seinen Mantel, dann nahm er noch einen kräftigen Schluck zu sich, es war ja schließlich kalt. Dann griff er langsam nach der Laterne und zockelte pfeifend am Gleis entlang.

Keine zehn Schritte weiter hörte er den Expresszug pfeifen. Dann lief er auf die Kurve zu. Zu spät! In einer Minute hatte sich der Expresszug in den stehenden Passagierzug gerammt und die Schreie der zerschundenen Passagiere vermischten sich mit dem Zischen des ausströmenden Dampfes.

Als man Joe später befragen wollte, war er verschwunden. Am nächsten Tag fand man ihn betrunken in einer Scheune. Er schwenkte eine leere Lampe vor einem imaginären Zug und lallte immer wieder vor sich hin: „Hätte ich bloß!"

Er wurde nach Hause gebracht und kam später in ein Heim.

Das ist eine wahre Geschichte und es gibt keinen traurigeren Ausruf als dieses „hätte ich bloß!" Der Bremser hatte

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